Organ für die Interessen des werktä der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volksseitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 50 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. Inserate kosten die b mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. Nr. 161 Gießen, Dienstag, den 13. Juli 1915 10. Jahrgang. Die Frauen und der Kirchenfeindlichkeit und Weltkrieg Es zeigt sich in letzter Zeit, und besonders seit dem Eingreifen Italiens, in der deutschen Presse eine Richtung, die den Frei⸗ maurern und Kirchenfeinden ein besonderes Maß an Schuld beimißt, den antikirchlichen Leute in den Weststaten und in Italien. Ja, man geht soweit, diese Behauptung auf die Entente im ganzen zu verallgemeinern und den Krieg gegen Deutschland, Oesterreich⸗- Ungarn und die Türkei als einen Ausdruck der Religionsfeindschaft hinzustellen. Nicht zuletzt geschieht dies in einer Art von Polemik, die sich zwischen französischen und deutschen Wortführern entsponnen hat, aber es kommt dieser Standpunkt auch in evangelischen Blättern und in Büchern ihnen nahestehender Antoren zum Ausdruck, wie man dies z. B. in einer Buchbesprechung der Deutsch. Tagesztg. am 9. Juli(Morgenausgabe) erkennen kann. Es war eigenartig, daß der Vorwurf gegen die italienischen Freimaurer— die etwa verteidigen zu wollen uns natürlich nicht im Traum einfällt— in der großen Berliner Presse aufgetaucht ist, die doch politisch auf fortschrittlichem Standpunkt steht und bis⸗ her besondere religiöse Tendenzen nicht gezeigt hat, wenn man nicht die gelegentlichen Artikel von Pfarrern der Richtung Heyn— Traub usw. dahin rechnen will, jener Herren, die in oft betontem und manches Mal selbst in den schärfsten Formen ausgetragenem Gegensatz zur offiziellen Landeskirche eine Richtung vertreten, die der Orthodoxie unerträglich war und ist. In Deutschland selbst hat man ja eigentlich von irgend einer nennenswerten Tätigkeit der Freimaurer schon seit Jahrzehnten nichts mehr gehört; es ist be⸗ kannt, daß diese einst gefürchtete Bewegung längst sich zu kamerad⸗ schaftlichen und Wohltätigkeitsvereinen abgemildert hat, denen nicht selten auch Mitglieder regierender Häuser angehört haben. Nun mag es ja sein, daß die Freimaurer in den romanischen Ländern noch stärker die einstmaligen kirchenfeindlichen Tendenzen der Frei— maurerei vertreten. Aber daß selbst dort die Freimaurer auf anderen Gebieten, als auf kirchenpolitischen, eine Wirkung auf die Führung der Staatsgeschäfte angestrebt oder erreicht hätten, ist uns wenigstens nicht bekannt. Nun wird in der schon erwähnten katho⸗ lischen Polemik auf die Verfolgung der römischen Kirche in Frank⸗ reich hingewiesen, womit die Trennung von Staat und Kirche in Frankreich gemeint ist, für welche Reform bekanntlich auch in Deutschland selbst durchaus politisch gemäßigte Persönlichkeiten eingetreten sind: gerade auch die sogenannten modernen evan⸗ gelischen Theologen haben wiederholt erklärt, daß die Trennung von Staat und Kirche im Interesse der Kirche selbst läge. Aber wenn selbst die Kirche in Frankreich verfolgt worden wäre,— was hat das mit dem Weltkrieg zu tun? Die ganze Hinfälligkeit der Verantwortlichmachung kirchen⸗ feindlicher Bestrebungen für den Weltkrieg zeigt sich aber erst recht, wenn man nicht vergißt, daß dem Bund unserer Feinde nicht nur Frankreich und Italien, sondern doch auch England und Ruß- land angehören. Gerade auch am Freitag stellt die Kreuzzeitung die gegen Deutschland gerichteten„Zerstückelungspläne der Vier⸗ verbändler“ zusammen. Und da ist es die wir zitieren die Kreuzzeitung— von dem bekannten Ultra-Tory Ma xse redigierte National Review. die nicht weniger verlangt, als daß die russische Ostseeküste bis zum Kanal von Kiel reichen, wo sich dann direkt die englische anschließen soll!! Diesen Wahnsinn produziert also das Organ eines Ultra⸗Torys. Die Torys sind aber bekanntlich niemand andere, als die englischen Hochkonservativen, unbedingt fromme orthodoxe Anhänger der High Church, der eng⸗ lischen Landeskirche, deren weltliches Haupt der König ist. Und braucht man erst noch an den vierten im Bunde, an Rußland, zu erinnern? Für Rußlands staatskirchlichen Zustand hat man das schöne Wort„Cäsaropapismus“, Kaiserpapsttum, extra erfinden müssen; dort ist in der Tat Staat und Kirche völlig eins, und der Zar ist nicht nur etwa„summus episcopus“, der oberste Bischof, sondern er ist in Wahrheit das mit dem Glanze eines Halbgotts umkleidete Haupt der russisch⸗orthodoxen Kirche, er ist zugleich Selbstherrscher aller Reußen und Papst derjenigen Kirche, der der Staat völlig untertan ist, deren heiliger Synod mit seinem Ober⸗ prokurator an der Spitze die eigentliche Regierung des russischen Reiches ist, derjenigen Kirche, die mit dem Wall furchtbarer Straf⸗ androhungen nicht nur gegen jeden Angriff von außen geschützt ist, sondern auch jeden Abfall innen hindert. Es ist ja allgemein be⸗ kannt, mit welcher beispiellosen Grausamkeit in Rußland von jeher die Sekten verfolgt wurden, die sich von der orthodoxen Kirche ab⸗ gespalten haben— man braucht nur den Namen„Buchoborzen“ oder„Raskolniki“ zu nennen, um sofort im Geiste russische Bauern vor sich zu sehen, die unter den Peitschenhieben der Kosaken durch die Eiswüsten Sibiriens dahin wanken und mit dem Karren ans Bein gefesselt, in den Bergwerken von Kara edles Metall für den Zaren schürfen müssen, für das Oberhaupt der„Prawoslawni“, der rechtsgläubigen russischen Kirche.. Also all das, was über den Zusammenhang romanischer Kirchen⸗ feindlichkeit mit dem Koalitionskrieg gegen uns geschrieben wird, ist Rederei ohne Untergrund, mit der man uns besser verschont, und die mindestens nichts zur Erkenntnis der Kriegsursachen beiträgt. Die Zustände in Rußland. Aus russischen parteigenössischen Kreisen wird uns auf Grund zuverlässiger, aus Rußland eingegangener Mittei— lungen geschrieben, daß die Bevölkerung von der äußerst kritischen Lage an der Front im allgemeinen orientiert ist. Wie in solchen Fällen natürlich, fehlt es nicht an Ueber— treibungen, da die umlaufenden Gerüchte die militärische Lage als außerordentlich kritisch bezeichnen. Ueberall im Lande verbreitet sich immer mehr die Ueberzeugung, daß dieser Krieg mit einer vollen Niederlage Ruß⸗ lands enden wird. Auch aus den Offalerskreisen gelangen pessimistische Mi“ lungen 7 an d nne Oeffentlichkeit. In Gesprächen bezeichnen manche Offiziere den Feldzug als verloren. In der Bevölkerung herrscht eine sehr ge⸗ drückte Stimmung. Eine Art Unruhe lastet auf allem und allen. Der Moskauer Pogrom hat diese schwüle und besorgniserregende Atmosphäre noch mehr verdichtet. Während von einer revolutionären Gärung unter den Mos— kauer Arbeitern nichts bekannt geworden ist, wird aus Peters⸗ burg mitgeteilt, daß dort in den Arbeiterkreisen die revo— lutionäre Stimmung wächst, daß diese Erschei⸗ nung auch organisatorisch bestimmtere Formen gewinnt. Verhaftungen werden massenhaft vorgenommen. Unter anderem wurden einige Krankenschwestern wegen angeblicher revolutionärer Propaganda unter den Soldaten verhaftet. Eines der schrecklichsten Kapitel der russischen Gegenwart sei die Behandlung der Juden. Das Elend der Hunderttausende Vertriebenen ist unbe⸗ schreiblich. Alle Städte des jüdischen Ansiedelungs— rayons sind mit diesen Vertriebenen überfüllt. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch verfügte gerüchtweise die Ausweisung sämtlicher Juden aus Peters burg, wo trotz des Aufenthaltsverbots einige Zehntausende Juden doch heimisch sind. Der Ausführung dieses Befehls widersetzten sich aber der Minister des Aeußern, Sasanow, und der Finanzminister Bark, die das Argument ins Feld rückten, daß hierdurch diplomatische und finanzielle Schwie⸗ rigkeiten mit Frankreich, England und Amerika zu befürchten wären. Vorläufig mußte also der Diktator nachgeben. Man spricht aber davon, daß dies nur eine Hinaus schiebung bedeute, daß, sobald Riga fä llt, der Aus⸗ weisungsbefehl für die Petersburger Juden zur Ausführung gebracht wird. ö Petersburg, 11. Juli. In den Petersburger Bezirken Wossiliew Ostrow und Staraja Perewnja sind bei den dort wohnenden Stu⸗ denten und Arbeitern Massenhaussuchungen vorgenom⸗ men worden. 82 Arbeiter und 14 Studenten, sowie 2 Schullehrer und mehrere dort entdeckte Reservisten sind nach der Peter⸗Paul⸗ Festung gebracht worden. Petersburg, 10. Juli.(W. B.) Der Seniorenkonvent der Duma beschloß, das Ministerium zu ersuchen, die Einberufung der Duma zu beschleunigen, andernfalls würde das Eingreifen der Duma zuspät kommen. Der Rjetsch schreibt: Wenn die russische Regierung jetzt, wie sie es getan hat, den Zeitungen vorschreibt, in zuversicht⸗ lichem Tone über die Kriegsereignisse zu schreiben, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, so ist dagegen zu sagen, daß das Vertrauen zu den Erklärungen der russischen Zeitungen bereits erschüttert ist. Der Rjetsch meldet: Die Moskauer Geheimpolizei holt aus Moskau und der Provinz die bei den Unruhen gestohlenen Sachen zusammen. Die verhafteten Rädelsführer werden dem Ge⸗ richt übergeben. Das Zentralkomitee für Kriegsbedarf beschloß, die Regierung zu ersuchen, die Munitionsarbeiter von dem Kriegsdienste zu befreien, sowie die flüchtigen Juden und andere jüdische Hand⸗ werker zur Herstellung von Munition heranzuziehen und ihnen dafür Freizügigkeit zu gewähren. Die Friedensdemoustrationen schwedischer Frauen Stockholm, 11. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Der Mi⸗ nister des Aeußern empfing gestern eine Abordnung schwedischer Frauen, die die Anregung zu den am 27. Juni in allen Teilen Schwedens abgehaltenen Frie⸗ densversammlungen gegeben haben. An diesen insgesamt 343 Versammlungen hatten über 190000 Frauen teilgenommen. Die Abordnung überreichte die in den Ver sammlungen gefaßten Resolutionen. Der Minister versprach sie der Regierung vorzulegen. An die Frauen Amevikas. Die in Deutschland weilenden Amerikanerinnen haben an die Frauen in den Vereinigten Staaten von Amerika einen Aufruf gerichtet, der als ein Zeichen amerikani⸗ scher Empfindung zu den Problemen des gegenwärtigen Weltkriegs und wegen der darin eingenommenen Stellung Beachtung verdient. In dem Aufruf heißt es: „Ein Entsetzen hat uns alle ergriffen, ein Schrei stieg zum Him⸗ mel empor und drang bis an die Grenzen der Erde. Tausend Seelen fuhren dahin, ein Opfer des unbarmherzigen Krieges, an dem sie keinen Teil nahmen. Tausend Seelen unvorbereitet in die Ewigkeit gesandt! Ein furchtbarer Gedanke! Aber Ihr Frauen Amcrikas, Frauen meines Heimatlandes, der Verlust an Leben auf der„Lu⸗ sitania“ ist nur ein dunkler Punkt in dem großen Chaos der Finsternis. Fern dem Schlachtgetümmel, in friedlichen Landen, ist es schwer, die furchtbaren Dinge zu fassen, die uns täglich bedrängen und umgeben. Tretet näher, seid Zeuge der Vernichtung der Völker. Tod, Schmerzen, klaffende Wunden starren uns an. Schluch⸗ zende, heimatlose Kinder, schmergzerrissene Frauen, alles was sie lieb hatten auf Erden, dahin: Männer ohne Aussicht auf die Zu⸗ kunft, überall Trauer, Betrübnis, Hoffnungslosigkeit. Seht, wie das Herz Europas blutet! g Frauen Amerikas! Ein Ende muß gemacht werden, und wir sind dazu berufen. Die Frauen Europas sind hilflos niedergebeugt in Kummer und Leid, das kein Ende findet. Wir können das Ende Der riede. herbeiführen und wir sind dazu verpflichtet. Es gibt einen Weg, nur einen, und der Weg ist uns gewiefen. Hört, Ihr Schwestern, lauscht meinen Worten! Für jedes Leben, das mit der„Lusitania“ unterging, haben Hunderttausende den letzten Atemzug auf dem Schlachtfelde ausgehaucht, niedergemäht durch todbringende Frach⸗ ten, wie sie die„Lusitania“ führte. Unser Präsident ruft die Gesetze der Menschlichkeit an und setzt sie über die Gesetze der Nationen. Er tut wohl daran! Aber ehe wir die Nationen Europas vor den Richterstuhl der Humanität fordern, sollten wir uns klar sein, daß unsere eigenen Hände rein sind, unser Gewissen unbelastet ist. Wir dürfen nicht reich werden durch die Angstrufe der Witwen und Waisen. Wir dürfen nicht Schätze anhäufen aus blutrotem Golde und uns damit trösten, daß die Almosen an die Aermsten in Ser⸗ bien, Polen und Belgien unsere Seele reinwaschen. O, leiht Euer Ohr den Schwestern, die die herzdurchdringenden Wehrufe der Frauen und Kinder des von der Kriegsfurie durch⸗ tobten Europa gehört haben. Wir Amerikaner haben mit fieber⸗ hafter Emsigkeit die Flammen geschürt, die ohne unser Zutun ver⸗ glommen und erloschen wären. Laßt unsere Männer reden von den Artikeln der Haager Konvention und unseren Rechten als amerfka⸗ nische Bürger; aber wir Frauen haben Höheres und Heiligeres zu bedenken,— unsere Pflichten als menschliche Wesen. Solange Kugeln, die in Amerika gegossen wurden, die Felder Europas blutig färben, solange ist das Wort Humanität ein Spott auf unseren Lippen, Friedenssehnsucht eine tote Frucht in unserem Herzen. Die Frauen Europas rufen uns zu in der Not und dem Kummer ihrer Seelen:„Macht dem heillosen Werk ein Ende, Ihr Frauen der neuen Welt, die Ihr wie wir liebt, leidet und Schweres ertragt. Seht zu, daß Eure Männer nicht länger die Qualen der Welt gewinnsüchtig ausnutzen. Seht zu, daß die todbringenden Geschosse eher zur Hölle fahren, als daß sie mit dem Blut unserer Lieben getränkt werden“ „Vereinigt Euch“, so schließt der Aufruf,„in einem Bittruf an Eure Männer. Wir haben ein Werk vor uns, größer als es je die Welt gekannt. Laßt die Sonne niemals untergehen, ohne duß Ihr dies Werk gefördert habt. Tut Ihr dos nicht so wird das Blut der Völker Europas über Euch und Eure Kinder kommen.“ Ein Sohn Delceassés als Gefangener in Spandau. Wie ausländische Blätter zu berichten wissen, soll fich unter den sechs französischen Offizieren, die auf Veranlassung der deutschen Regierung nach Spandau gebracht wurden, weil die französischen Behörden den deutschen Protest gegen die schlechte Behandlung der Teilnehmer der Patrouille des Leutnants v. Schierstedt unbeachtet ließen, auch ein Sohn des Ministers Delcasss befinden. Vorher öffentlich angekündigte Haussuchungen. Der Kommandierende General des 8. Armeekorps so. wie der Gouverneur bekannt: Ueber die Druckschriften„Der Hauptfeind steht im eigenen Lande“,„Die Mehrheit sagt“ und„Klassenkampf gegen den Krieg“, welche ohne Angabe des Verfassers und des Druckers oder mit falscher Angabe erschienen sind, verfüge ich wegen auf⸗ reizenden Inhalts die Beschlagnahme. Ich ersuche, die Polizei⸗ behörden anzuweisen, die Beschlagnahme durchzuführen und sämtlichen sozialdemokratischen Parteileitungen oder ⸗Bureaus sowie den Partei- und anderen in Betracht kommenden Buchhand⸗ lungen, Durchsuchungen vorzunehmen und die etwa vorhandenen Stücke mit Beschlag zu belegen. Sollten diese Schriften schon verbreitet sein, sind die Verbreiter festzustellen und gegen sie das Strafverfahren einzuleiten, wovon das Generalkommando um Benachrichtigung ersucht. Verbotene Druckschriftsendungen an Soldaten. Das stellvertretende Generalkommando in Altona erlet folgende Bekanntmachung: „Außer Zeitungen dürfen Drucksachen oder Schriften, in denen für solche politische Aufgaben oder Ziele Stimmung zu machen versucht wird, die mit dem von allen Parteien gewollten Zusammenhalten während des Krieges im Widerspruch stehen, den Soldaten in das Feld weder mitgegeben noch zugesandt wer⸗ den. Zuwiderhandlungen werden, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Strafe bestimmen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft.“ * Eine schwedische Protestnote. Haag, 12. Juli. Der schwedische Gesandte in London, überreichte eine Protestnote wegen der Schädigung des schwedischen Handels durch England. Die Gesandten Nor- wegens und Dänemarks haben diesen schwedischen Schritt mündlich unterstützt. Revolte in Kiew. Wien, 12. Juli. Das Neue Wiener Journal meldet aus Sofia. Utro berichtet aus Kiew, daß der Führer der ukrainischen Bewegung verhaftet wurde. Vor dem Militärgefängnis seien Schüsse abge⸗ geben worden. Eine große Menschenmenge fand sich ein, die den Verhafteten befreien wollte. Es mußte Militär herangezogen wer⸗ den. Zwischen den Truppen und der erregten Menge kam es zu Zusammenstößen, wobei auf beiden Seiten geschossen wurde. 87 Personen wurden getötet, 60 schwer verletzt, von denen bereits viele ihren Wunden erlegen sind. Deutsche Unterseebootbasis in der Nähe der amerikanischen Küste? T. U. London, 12. Juli.(Privattelegramm.) Meldungen aus Washington zufolge laufen Gerüchte um über die Mög⸗ lichkeit einer von den Deutschen eingerichteten Unterfeeboots · 2 der Festung Köln machen folgendes 2 — basis in der Nähe der amerikanischen Küste. Diese Idee, die vor einigen Monaten noch als unglaublich bezeichnet worden wäre, erscheint nach den großen Fortschritten, die die Deutschen in der Konstruktion der Unterseeboote machten, zicht mehr unmöglich. Russische Mißstimmung gegen England und Frankreich. T. U. Wien, 12. Juli. aus Bukarest: Hier sind gestern eine größere Anzahl ver⸗ mögender Russen aus Petersburg, Moskau, Kiew und Odessa eingetroffen, da in den betreffenden Bezirken revolutionäre Bewegungen befürchtet werden. In Petersburg herrscht große Erregung gegen die Franzosen. Die Zensur gestattet die heftigsten Ausfälle gegen Frankreich und England. Eine Zusammenkunft der Balkankönige in Athen. T. U. Lugano, 12. Juli. Die Corrispondenza erfährt aus Sofia: Im Laufe des Monats werden in Athen Zusammen⸗ künfte der Könige von Rumänien und Bulgarien mit König Konstantin stattfinden. Die Zusammenkünfte sollten zuerst in Bukarest vor sich gehen, seien aber wegen der Krankheit des Königs der Hellenen nach Athen verlegt worden. Die Könige werden von ihren Ministern der äußeren Angelegen⸗ heiten begleitet werden.. Die Ursache des Abschieds des englischen Wefandten in Sosia. Sofia, 12. Juli. Dnewnik bringt eine Aufsehen erregende Nach⸗ richt über die Ursache des plötzlichen Scheidens des englischen Ge⸗ sandten in Sofia, Bax⸗Jronside, von seinem Posten. Wie das ge⸗ nannte Blatt wissen will, wären über den bekannten Mordanschlag gegen den Zaren Ferdinand der Bulgaren interessante Enthüllungen gemacht worden, wodurch Bax⸗Jronside schwer belastet wurde, so daß die bulgarische Regierung sich gezwungen sah, von der englischen Regierung die Rückberufung dieses Diplomaten zu verlangen. Auch der Ministerrat beschäftigte sich mit der Angelegenheit. Furchtbarer Orkan in Missouri. T. U. Chikago, 12. Juli.(Privattelegramm.) Ein furchtbarer Sturm, von Wasserhosen begleitet, brach über die Staaten Missouri, Illinois, Indiana und Ohio herein und verursachte großen materiellen Schaden und forderte viele Menschenopfer. In Eincinatti fanden mehr als 20 Personen den Tod. In Ohio kenterten zwei Fahrzeuge; viele Personen ertranken. 25 Häuser wurden zerstört. Nriegsnotizen. Das Hamburger Fremdenblatt meldet aus Kopenhagen: Einer privaten Meldung aus Riga zufolge seien dort am 16. Juni, rus⸗ sischen Datums, 8 Offiziere, 1 Major und 3 Unteroffiziere wegen Feigheit vor dem Feinde vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden. Kopenhagen leidet an Gummimangel. Die großen Autogesellschaften„Taxamotor“ und„Autotaxa“ mußten viele Wagen außer Betrieb stellen, erstere sogar bie Hälfte. Falls die Hoffnung einer baldigen großen Gummisendung von„Dunlop.(Birmingham) 5 werden die Autos allmählich aus dem Straßenbild ver⸗ a n Daß man auch im französischen Heere bestrebt ist, die Manns⸗ zucht mit aller Strenge aufrecht zu erhalten, das ergibt sich aus einer von der Nordd. Allg. Ztg. veröffentlichten Liste von Kriegs⸗ gerichts⸗Urteilen. Die Kriegsgerichte in Lyon, Rouen und Bordeaux haben im Monat Juni 147 Urteile gefällt wegen Deser⸗ tion, Unbotmäßigkeit, Trunksucht, Diebstahl usw. Die erkannten Strafen bewegen sich zwischen 2 Monaten und 4 Jahren Festungshaft. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und umgebung. Im zwölften Kriegsmonat. Wenige Wochen noch und es jährt sich der Beginn des gewal⸗ tigsten Völkerringens, das je in Europas Ländern zum Austrag .Was in den paar Worten: Zwölf Monate Krieg, zum Aus⸗ druck kommt, das millionenfache Leid, das eingeschlossen ist in dieses Jahr blutigen Ringens, es läßt sich nicht ermessen. Und immer noch tobt der Brand, dessen erste furchtbare Lohe mitten in der Ernte des vorigen Jahres emporstieg, mit unverminderter Gewalt. Millionen deutscher Männer stehen in Feindesland. umbrandet von den Greueln moderner Schlachten, und gar mancher von denen, die hoffnungsfroh auf die siegreiche Heimkehr ins Feld zogen, modert schon monatelang in fremder Erde. Ein langes Jahr Krieg und 1 Die Grazer Tagespost erfährt noch ist das Ende nicht abzusehen. Die Städte und Dörser haben im Laufe der Monate die ganzen männlichen Kräfte, Burschen und Männer, ziehen sehen, und was sich in den Städten nicht so deutlich fühlbar macht, auf dem Lande, in den kleinen, abgeschlossenen Ge⸗ meinden mit ihren paar hundert Köpfen zeigt es sich deutlich, der junge kräftige männliche Bevölkerungsteil ist verschwunden. Man merkt's auf den Feldern, auf denen Kinder, Frauen und Mädchen, da und dort auch ein rüstiger Graukopf, die Arbeit tun, man jühlt's am Abend auf der stille gewordenen Dorfstraße, und der Wirtschafts⸗ arten ist an Sonntagen, von den Werktagen ganz zu schweigen, fast verödet. Aber auch die Geselligkeitsstätten der Städte werden stiller und stiller. Die Schrecken des Krieges sind nicht an den Städten und auch an den kleinsten Dörfern, selbst an den Einzel⸗ gehöften nicht vorübergegangen. Blühende Burschen waren sie aus der Heimat fort und gar mancher ist wiedergekommen zerbrochen oder verwundet, ein Opfer des Riesenkampfes, der jetzt im zwölften Monat tobt. Es war gut, daß man zu Beginn des Krieges nichts von seiner langen Dauer ahnte. So blieb die Hoffnung, die die Menschen aufrecht und stark erhielt. Man legte den Samen in den Boden, bestellte den Acker in dem stillen Wunsche, daß zur Zeit der Reise und der Ernte auch das Völkermorden zu Ende sei. Der Gang der Geschehnisse hat inzwischen freilich auch diese Hoffnung zerstört. Ein zweitesmal muß die Ernte eingebracht werden, während Söhne, Päter und Brüder die harte Arbeit des Krieges besorgen. Es ge⸗ schieht ein zweitesmal mit der gleichen aufrechten Kraft wie im ver⸗ gangenen Jahre. Nur die Sehnsucht nach der Rückkehr der Lieben ist gewachsen. Es wäre ja auch gar nicht natürlich, wäre es anders. Die härteste und schwerste Zeit für die Leute auf dem Lande ist mit dem Monat Juli angebrochen. Wochen ununterbrochener Ernte⸗ arbeit stehen bevor. Schon war man bange um die Frucht, als die hochsommerliche Hitze, die um die Mitte des Mai einsetzte, den Boden ausdörrte und die Felder zu verbrennen drohte. Zur rechten Zeit fielen in den letzten Tagen Bäche vom Himmel und holten lange Ver⸗ säumtes nach. In manchen Gegenden mag der lange ersehnte Regen zu spät gekommen sein; in anderen wieder hat er zur rechten Zeit Halm und Frucht vor dem Verderben gerettet. Die schon bräunlich gefärbten Wiesenflächen beginnen neu zu grünen und die frischen Halmspitzen schieben sich keck zwischen den gelben Grasstoppeln her⸗ vor. Die zweite Ernte, die diesmal unter dem Toben des Welt⸗ krieges herangereift ist, will eingebracht sein. Wenn sie doch in Friedenstagen gedroschen und verzehrt werden könnte! Zum Verkehr mit Getreide und Mehl hat die Vertreter ⸗ konferenz der hessischen Handelskammern vom 9. Juli 1915 folgende Erklärung einstimmig angenommen:„Die Größe der mit dem Brotgetreideankauf gemäß Bundes⸗ ratsberordnung vom 28. Juni 1915 verbundenen Aufgaben und die Notwendigkeit, den Getreidehandel im volkswirt⸗ schaftlichen Interesse leistungsfähig zu erhalten, erfordern, daß gemäß§ 23 der Verordnung die Getreidehändler in weitestgehendem Maße herangezogen und die bisherigen Mängel in der Organisation vermieden werden. Dabei ist der Provinzhandel und der Landhandel besonders zu berück⸗ sichtigen. Aus ersterem sind in ausreichender Weise die Kommissionäre des Kommunalverbandes zu entnehmen, wo. bei auch die Möglichkeit einer Vereinigung dieser sämtlichen Händler zu einer gemeinsamen Geschäftsstelle besteht, der dann noch weitere Aufgaben übertragen werden könnten. Im ersteren Falle sind die nicht beteiligten Provinzhändler indirekt zu beschäftigen als Unterkäufer, als Lagerhalter und dergleichen. Die Landhändler sind möglichst sämtlich als Unterkäufer heranzuziehen, soweit sie am 1. August 1914 be⸗ reits Fruchthandel betrieben haben, und es ist ihnen ein angemessener Anteil an der Kommissionsgebühr zu ge⸗ währen. In gleicher Weise ist in bezug auf den Ankauf von Futtergetreide(Safer und Gerste) zu verfahren. Was die Mehlverteilung betrifft, so empfiehlt es sich, die Beteiligung des Handels in der Weise zu regeln, daß die im Bezirk ansässigen Mehlhändler sämtlich zur Abgabe des Mehles an die Bäcker, Konditoren und Kleinhändler heran- gezogen werden unter Kontrolle der zuständigen amtlichen Mehlverteilungsstelle, die den Händlern ihren Bedarf an Mehl gegen Bezugsscheine zuteilt. Die Bezugsscheine erteilt die amtliche Verteilungsstelle den Händlern auf Grund der abgelieserten Brotscheine, die diese von ihren Kunden ein⸗ ziehen. Für ihre Arbeit, die darin besteht, daß sie das Mehl in der Mühle abnehmen, ihren Kunden zuführen, das In⸗ kasso besorgen, die Brotkarten sammeln und die hierbei er⸗ forderlichen Auslagen leisten, erhalten die Händler eine an⸗ gemessene Vergütung. Die Großherzogliche Regierung wird gebeten, auf die Kommunalverbände dahin einzuwirken, daß sie im Einvernehmen mit den zuständigen Handelskammern Diethelm von Buchenberg. Erzählung von Bertold Auerbach. 21¹ „Muß du anzünden?“ fragte Martha, ohne aufzusehen. Und wild auffahrend erwiderte Diethelm:„Weib, daß du mich für so schlecht hältst, hätt' ich doch nie geglaubt. Guck', aber nein, du traust mir ja nicht aufs Wort. Guck', mich soll die Sonn', wie sie jetzt am Himmel steht, nie mehr be⸗ scheinen, nie mehr warm machen, wenn ich nur einen Ge⸗ danken an so was hab'.“ Und plötzlich fühlte Diethelm, wie es ihm frostig den Rücken hinablief, als wären die Sonnenstrahlen auf einmal eiskalt; er schaute sich um und verschloß lächelnd das Fenster, das er in der Heftigkeit aufgestoßen hatte, so daß durch die offenstehende Tür ein Luftzug strömte. „Verzeih' mir, was ich gesagt hab', und glaub' mir, ich hab's nie gedacht,“ sagte die Frau aufstehend;„ich will ein bißle Ordnung machen, daß nicht alles so unters über sich aussieht, wenn die Herren kommen.“ Rasch veränderte sich der leidmütige Ausdruck ihres Ge. sichts, und es war leicht zu erkennen, daß sie mit Stolz daran dachte, welche Augen die fremden Herren machen würden, wenn sie über Kisten und Kasten kämen. Festen Schrittes verließ Martha die Stube. Diethelm stand wie gebannt an das Fenstergesims ge⸗ lehnt, er rieb sich die plötzlich so trockenen und kalt gewordenen Hände und fühlte mit Behagen, wie die Sonne ihm den Rücken durchwärmte. Durch seinen Sinn zog die gräßliche Anmutung, die ihn auf dem Marktplatz in G. zum ersten Male getroffen und niedergeworfen hatte, dann auf der Kalten Herberge so verlockend und doch widerlich und jetzt daheim so vorwurfsvoll an ihn gekommen war. Wie kann nur ein Mensch daran denken und gar ihm solches zumuten? Und doch— drängt ihn nicht alles mit C palt dazu, und ist das nicht die letzte Rettung, wenn er sich in seinen Aus⸗ sichten bedroht sieht und die Ware ihm auf dem Halse liegen bleibt? Diethelm war's, als ob die Mauer, daran er sich lehnte, plötzlich morsch würde und zurückweiche, und ein Schwindel erfaßte ihn wie gestern, als er oben in freier Luft zwischen Himmel und Erde schwebte. Diethelm schob die Ursache hiervon auf die brennenden Sonnenstrahlen, die, wie zu Zeugen angerufen, ihm heiß auf Haupt und Rücken brannten. Wie mit traulichem Gruße an all seine Habe ging er durch Stube und Kammern, durch Ställe und Scheunen; er gedachte der Zeiten, wo er als armer Bursch hierher gekommen war und nichts sein Eigen genannt, als was er auf dem Leibe trug, und wie er so glücklich war, als das ganze Haus mit allem, was darin war, sein Besitztum wurde; jedes Messer, jede Sense, jedes Feldgerät bewillkommnete er damals mit freudigem Blicke, das war jetzt alles sein Eigen. Das ist doch ein ander Leben, in der Welt zu Hause zu sein, teil zu haben an ihr. Es war ihm damals, als hätte er an dem Hause und dem, was es erfüllte, einen neuen Leib gewonnen. Wer darf daran denken, das alles in Staub zu verwandeln? Ist das nicht wie ein Selbstmord? Freilich sind das nur leb⸗ lose Dinge, die man neu viel schöner und besser haben kann: aber es sind doch nicht die alten, treu gewohnten.... Und wenn man sich nicht anders helfen kann, und alles verbrennen muß, dann ist's noch Zeit genug, daran zu denken, dann drückt man die Augen zu und tut's— aber jetzt, jetzt darf man nicht daran denken. So ging Diethelm in Gedanken hin und her und mußte gerufen werden, denn er hatte nichts davon gemerkt, daß die Feuerbeschau schon in der Wohnstube versammelt war. Noch⸗ mals lehnte er die Versicherung ab und sagte: auch seine Frau wünschte sie nicht; aber Martha widersprach, und nun gings im Geleit nochmals treppauf und treppab, und alles wurde aufgezeichnet und gewertet. Diethelm tat oft Einspruch, daß unter Berücksichtigung vorstehender Vorschläge und der ört⸗ lichen Verhältnisse ihre bezüglichen Anordnungen treffen.“ — Den Handelskammern, deren gutes Recht es gewiß ist, für die Interessen des Handels einzutreten, wäre zu empfeh⸗ len, daß sie auch einmal über Vorschläge zur Bekämpfung des wucherischen Handels mit Nahrungsmitteln nachsinnen und diese der Oeffentlichkeit unterbreiteten. Gewiß soll man die Angehörigen des Getreidehandels zu den Arbeiten der Ge⸗ treidevermittelung und Verteilung heranziehen und man soll sie für ihre Tätigkeit nach Gebühr bezahlen, aber das „Verdienen“, d. h. über die Arbeitsleistung hinaus Geld zu gewinnen, das mögen sich die Herren Getreidehändler aus dem Kopf schlagen. Das Volk hat an der Kriegsprofitmacherei nachgerade genug. 5 — Urlaubsgesuche für Heeresangehörige. In letzter Zeit gehen beim Kriegsministerium viele Gesuche um Be⸗ urlaubung von Mannschaften, insbesondere zur Hilfeleistung bei der bevorstehenden Ernte, ein. Durch diese Vorlagen wird die Entscheidung auf die Gesuche erheblich verzögert, weil nicht das Kriegsministerium, sondern die Truppenbe⸗ fehlshaber darüber Entscheidung treffen. Im Interesse schleuniger Erledigung kann nur empfohlen werden, die Ge⸗ suche unmittelbar den Generalkommandos, stellvertretenden Generalkommandos oder den Regimentern usw. vorzulegen. Eine weitere Beschleunigung läßt sich dadurch erreichen, daß den Anträgen auf Urlaub im Interesse der Landwirtschaft die vorgeschriebene Bescheinigung des Landrates beigefügt wird, aus der hervorgeht, daß eine entsprechende Arbeitskraft anderweitig nicht gewonnen werden kann. Auch bei anderen dringlichen Urlaubsanträgen empfiehlt es sich, eine amtliche Bescheunigung der unbedingten Notwendigkeit des Urlaubs beizufügen. Krankenkassen und Kriegsteilnehmer. Schon mehrfach haben wir darauf hingewiesen, daß krankenkassenversiche⸗ rungspflichtige Personen, im Falle ihrer Einberufung, die Mitgliedschaft bei der Krankenkasse fortsetzen sollen. Leider ist trotz diesen verschiedensten Hinweisen von der Fortsetzung der Mitgliedschaft nicht allgemein Gebrauch gemacht worden, oftmals zum Schaden des Versicherten. Die Krankenkasse zahlt im Falle einer Verwundung oder Erkrankung des Ein⸗ gezogenen diesem das statutengemäße Krankengeld. Außer- dem steht im Todesfalle den Hinterbliebenen das statuten⸗ mäßige Sterbegeld zu. Welche Summen dabei in Frage kommen, ergibt sich aus einer Zusammenstellung der Orts⸗ krankenkasse Mainz. Bis zum 19. Juni 1915 hat diese Kasse folgende Unterstützungen gewährt: Für Krankenunterstützung an 148 Verwundete 20 026,50 Mk. an Kriegsteilnehmer, die erkrankten, in 262 Fällen 15 945 Mk. und an Sterbegeld für gefallene Kriegsteilnehmer in 42 Fällen 3240 Mk. Die Kasse hat also an ihre unter den Fahnen stehenden Mitglieder im ganzen 39 211,50 Mk. ausgezahlt. Die zur Auszahlung gelangte Summe wäre aber noch wesentlich höher, wenn von der Fortsetzung der Mitgliedschaft allgemein Gebrauch ge⸗ macht worden wäre. Mancher Verwundete und Erkrankte mußte abgewiesen werden, da er es unterlassen hatte, sich weiter zu versichern. Hoffentlich geben diese Zahlen manchem Kriegsteilnehmer Anlaß, mehr wie bisher auf seine Mitglied ⸗ schaft bei der Krankenkasse zu achten. Die Fortsetzung der Mitgliedschaft kann noch drei Wochen nach dem Austritt aus der Beschäftigung erfolgen. — Das Gesamtvermögen der deutschen Krankenkassen nach dem letzten Rechnungsabschluß beträgt 310,8 Millionen Mark und hat damit eine Steigerung um 3,5 Millionen Mark erfahren. Den höchsten Vermögensstand haben mit 162,8 Millionen Mark die Ortskrankenkassen aufzuweisen; dann folgen die Betriebskrankenkassen mit 140,9 Millionen Mark, die Innungskrankenkassen mit 8,2 Millionen Mark und die Baukrankenkassen mit 147 000 Mark. Ungünstig liegen die Verhältnisse bei der Gemeindekrankenversicherung: denn hier sind die Passiva um 12 Millionen Mark höher als die Aktiva. — Die Auszahlung der Familienunterstützung für 16. bis Ende Juli 1915 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: an diejenigen, deren Namen be⸗ ——.—̃ k.k., man ihn zu hoch einschätze, und ließ sich nur von dem Wald ⸗ hornwirt beschwichtigen, der ihm die Nützlichkeit hiervon immer darlegte; Diethelm sah schnell, daß die Unbefangen⸗ heit, mit der er Einsprache erhoben, ihm für jetzt und später sehr zustatten käme, und als es nun endlich an die Wollvor⸗ räte und die Zahl der Herde kam, gab er selbst einen hohen Wert an, der in Betracht seines früheren Wertes ohne Wider⸗ spruch angenommen wurde. Die Versicherungssumme belief sich gegen zwanzigtausend Gulden, und Diethelm schmunzelte, als die Feuerbeschauer rühmend sagten: man sehe es einem bescheidenen Bauernhaus gar nicht an, was darin stecke, be ⸗ fonders die Aussteuer der Fränz dürfe sich sehen lassen. Stau- nend gab man Diethelm verneinende Antworten, als er zu⸗ letzt einen großen Pack Papiere holte, mehrere davon vor- zeigte und die prahlerische Frage stellte, ob man auch Staats- papiere und Unterpfandscheine nach dem vollen Werte ver- sichere. Für so reich hatte den Diethelm doch niemand ge⸗ halten. Scherzhaft fragte er noch zuletzt:„Wie hoch habt ihr die Wanduhr dort angeschlagen? Die kostet mich keinen Heller mehr und keinen weniger als achttausend Gulden.“ Und er erzählte nun unter Lachen, wie ihn sein Schwager betrogen, und da er die Summe fast um das Dreifache zu hoch ange⸗ geben, vermied er es, dem Blicke seiner Frau zu begegnen, der, wie er zu spüren glaubte, zurechtweisend auf ihm ruhte. Endlich wurde das Täfelchen mit den zwei roten Händen in Ermangelung eines Fensterladens auf die Haustür ge⸗ nagelt. Martha saß daneben auf der steinernen Hausbank. Diethelm stand bei ihr. Als der erste Hammerschlag geführt wurde, sagte sie leise vor sich hin:„Mir ist's, wie wenn ich den Nagel in meinen Sarg schlagen hörte.“ Diethelm blickte sie nur stark an, und ob dieser Rede erzürnt, blieb er nicht zu Hause, sondern ging mit den Männern hinab in das Waldhorn und blieb dort den ganzen Tag bis tief in die Nacht.(Fortsetzung folgt.) gönnen mit: AK Freitag, den 16. Juli, LI— 2 Samstag, den 17. Juli. Die Auszahlung findet von 8—1 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt. 5 5 Der Kriegsreservefonds der Volksfürsorge ist durch den Entschluß der Aktionäre(der Genossenschaften, und Gewerk— schaften) trotz ihrer eigenen schwierigen Lage in der Kriegs. zeit auf die ihnen zustehende Verzinsung des von ihnen zur Verfügung gestellten Aktienkapitals auch für das Jahr 1914 zu verzichten, um 40 000 Mk. erhöht worden. Dem Fonds wurden vom Ueberschuß des Geschäftsjahrs 1913 3303 Mk., von dem des Jahres 1914 8598 Mk. zugeführt, so daß er jetzt 51900 Mk. beträgt. Diese Summe gelangt nach Schluß des Krieges außer der gezahlten Prämienreserve an die Ange— hörigen der im Kriege sterbenden Versicherten der Volksfür⸗ sorge, deren Versicherungsverhältnis am Tage des Beginns der Feindseligkeiten mindestens sechs Monate bestanden hat, zur Auszahlung. Dieser Beschluß der Arbeiterorganisatio. nen, in der für ihre eigenen Mitglieder schwierigen Zeit auch dieses Opfer zu bringen, beweist aufs neue, wie stark der Wille ist, die wirtschaftlichen Folgen des schrecklichen Krieges für die am meisten Geschädigten nach Möglichkeit zu lindern; er zeigt sich aber auch, wie diese Organisationen alles tun, um es der Volksfürsorge zu ermöglichen, ihren Versicherten die größtmöglichsten Vorteile zu bieten. Freigabe von Leder für den bürgerlichen Verbrauch. Wie be⸗ kannt, ist die Freigabestelle für Leder durch das Kriegsministerium bereits errichtet worden. Sobald von dieser Freigabestelle auf An⸗ trag eines Lederfabrikanten Leder nunmehr freigegeben wird, wird über den betr. Posten ein Freigabeschein ausgestellt und dieser als⸗ dann an die neuerrichtete„Kontrollstelle für die Freigabe von Leder“ weitergegeben. Von dieser Kontrollstelle werden nun dem Lederfabrikanten bestimmte unter Mitwirkung der Regierung auf⸗ gestellte Verkaufsbedingungen auferlegt und erst, wenn er sich zu deren Einhaltung verpflichtet, wird von ihr der betreffende Posten Leder endgültig freigegeben. Die Verkaufsbedingungen, welche der Lederfabrikant einhalten muß, erstrecken sich u. a. auf folgende wichtige Punkte: Das freigegebene Leder darf nur an deutsche Reichsangehörige im Inlande verkauft werden und zwar nur an solche, welche bereits vor dem Kriege Leder verbraucht oder ge⸗ handelt haben; der Lederfabrikant darf höchstens zu den in dem bekannten Verpflichtungsschein des Kriegsministeriums festgesetzten Richtpreisen verkaufen und die Großhändler höchstens 3 Prozent, die Kleinhändler höchstens 7 Prozent, also insgesamt 10 Prozent auf den Verkaufspreis des Herstellers aufschlagen. Es ist bezüg⸗ lich der Richtpreise noch besonders festgelegt worden, daß diese für erste Sorte, also sowohl für erste Qualität, als auch erstes Sortiment zu gelten haben. Da der Lederfabrikant sowohl als der Händler nur an solche Abnehmer weiterverkaufen darf, die sich auch ihrerseits zur Einhaltung der erwähnten Bedingungen verpflichten, so ist dadurch hoffentlich wucherische Ausbeutung und Spekulation verhindert.— Wie notwendig es ist, insbesondere kleinen Schuh⸗ machern vor Ueberteuerung durch den Handel zu schützen, das lehrt folgender Fall. Der Lederpreis steht im Detailhandel jetzt auf 780 Mark das Pfund. Mithin kostet das Lot also 1594 Pfennige oder bei der selbstverständlichen Abrundung nach oben 16 Pfennige. In der hiesigen Lederhandlung von Eichel aber, die sonst stets auf entgegenkommende Preisbildung auch beim gexringsten Kleinverkauf gehalten hat, nimmt der Verkäufer jetzt für das Lot 18 Pfennige, W 5 beim Pfund Leder noch ein Extragewinn von 1,20 Mk. abfällt! Heeresdienst der Volksschullehrer. Das stellvertretende General⸗ kommando des 18. Armeekorps hat angeordnet, daß die auf Rekl mation der Schulbehörde wegen Unabkömmlichkeit im Schuldien vom Heeresdienst zurückgestellten und beurlaubten gedienten Volks⸗ schullehrer während der Sommerferien zum Garnisonsdienst ein⸗ zustellen find. — Ein frecher Einbruchsdiebstahl wurde am Sonntag abend in dem Schuhgeschäft L. Süß in der Marktstraße verübt. Die Diebe waren mittels Nachschlüssel in das Haus und den Laden einge⸗ drungen und hatten große Pakete und Kästen voll bester Schuhe und Stiefel sowie Leder zusammengepackt und nach dem Bahnhof trans⸗ portiert, wo sie die Fracht bereits als Reisegepäck aufgegeben hatten. Als der Geschäftsinhaber abends den Laden betrat und bemerkte, daß er höchst unerbetenen Besuch gehabt hatte, machte er sofort der Polizei Mitteilung und begab sich selbst auf den Bahnhof, wo er seine Kästen entdeckte. Man erwischte auch bald die zwei Diebe, die sich auf dem Bahnhof herumtrieben und verhaftete sie natürlich. Es stellte sich heraus, daß sie in Koblenz beheimatet und schon mehr⸗ fach vorbestraft sind. Einer davon, von Beruf Schreiner, hatte bei der Einrichtung des Ladens hier gearbeitet und war infolgedessen mit den Räumlichkeiten bekannt. Der Geschäftsinhaber erhielt alle gestohlenen Waren, die einen Wert von etwa 14—1500 Mark dar⸗ stellten, wieder. Verwunderlich ist, daß die schweren Pakete und Gepäckstücke aus dem Laden fortgebracht werden konnten, ohne daß s bemerkt wurde. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. d. Alsfeld. Vor kurzem hat das hier erscheinende Alsfelder Tageblatt sein Erscheinen eingestellt. Das Blatt ist ein Opfer der durch den Krieg herbeigeführten Verhältnisse, die gerade für Zeitungen verderblich wirken, da Papier und sonstige Materialien erheblich teurer geworden sind, dagegen die Einnahmen geringer werden. In ganz Deutschland sind bisher schon mehrere Hunderte von Zeitungen aller Art eingegangen. Das hiesige Tage⸗ blatt hatte nur geringe Verbreitung, es dürfte außerhalb Alsfelds nur noch in wenigen Orten verbreitet gewesen sein. Kreis Wetzlar. Zur Erhaltung des kommunalen Wahlrechts der Kriegsteil⸗ nehmer ist soeben mit Gesetzeskraft eine Verordnung für Preußen ergangen, die den Gemeinden die Befugnis gibt, durch Gemeinde⸗ beschluß für 1915 und 1916 anzuordnen, daß von der Aufstellung, Berichtigung und Auslegung einer Liste stimmfähiger Bürger(Ge⸗ meindeglieder) ganz abgesehen und bei den Wahlen die letzte end⸗ gültige Liste zugrunde gelegt wird, oder daß bei der Aufstellung und Berichtigung der Listen hinsichtlich der Kriegsteilnehmer eine Minderung der veranlagten Steuersätze oder der Einkommensbezüge gegenüber der letzten endgültigen Liste außer Betracht bleibt. Vermischtes. 85 Millionen Mark unterschlagen. Eine Skandalaffäre von ganz ungewöhnlichem Umfang ist nach Meldungen Newyorker Blätter, in Washington aufgedeckt worden. Mehrere Unterbeamte des internen Zolldienstes haben gemeinsam mit Privatpersonen in den letzten 12 Jahren Zolleinnahmen in Höhe von 85 Millionen Mark unterschlagen und für persönliche Zwecke verbraucht. Das Justizdepartement hat eine eingehende Unter⸗ suchung eingeleitet und bereits mehrere Verhaftungen vorgenommen. Zwei Defraudanten, Caspar und Hartmann, deren Unterschleife bis 1903 zurückreichen, befinden sich hinter Schloß und Riegel, während es verschiedenen ihrer Komplizen geglückt ist, zu entfliehen. Der einheitliche Frauenhut. Eine Schweizer Frau hat eine Eingabe an die Bundesversamm⸗ lung gemacht, in welcher sie verlangte, es sei für alle Frauen der ganzen Schweiz ein einheitlicher Hut vorzuschreiben und die dadurch gemachten Ersparnisse seien dem Bund zuzuwenden. Der Ständerat Wirz als Referent meinte zu dem gutgemeinten Vorschlag. er sei nicht auszuführen,„da es schon schwer halte, alle Männer unter einen Hut zu bringen, um so weniger alle Frauen.“ Opfer der Bergarbeit. Ein schweres Grubenunglück, bei dem vier Bergleute den Tod fanden, exeignete sich am 9. Juli auf der Zeche„Mathias Stinnes“ bei Gladbeck. Beim Einsturz eines Gewölbes auf der sechsten Sohle wurden fünf Bergleute verschüttet, von denen nur einer lebend geborgen werden konnte.— Auf der Zeche„Freier Vogel“ bei Hörde wurden fünf Bergleute und ein Steiger von schlagenden Wettern überrascht. Zwei wurden als Leichen und einer schwer vergiftet geborgen. Drei noch in der Grube an der Unglücksstelle Befindliche sind gleichfalls tot. Brand der Tetschen⸗Bodenbacher Kettenbrücke. Am Donnerstag nachmittag gegen 3 Uhr ist auf bisher unauf⸗ geklärte Weise die Tetschen-Bodenbacher(Böhmen) Kettenbrücke in Brand geraten. Die Brücke hat eine hölzerne Gangbahn, die ohne Strompfeiler über die Elbe führt. Die Brücke, die 1854 erbaut worden ist und die einzige Verbindung zwischen den beiden Orten Tetschen und Bodenbach bildete, ist offenbar durch eine Unachtsam— leit rauchender Arbeiter, die das Holz teerten, in Brand geraten. Telegramme. Lagtoberigt des Green Hauptgnartiers Erfolgreiche Sturmangriffe in West und Ost. Im Südosten unverändert. W. B. Großes Hauptquartier, 12. Juli, vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Am Nordhange der Höhe 70 südöstlich von Npern wurde ein Teil der englischen Stellung in die Luft gesprengt. Der Nahkampf am Westrande von Souchez schreitet vorwärts. Der südlich von Souchez an der Straße nach Arras gelegene viel umstrittene Kirchhof ist wieder in unserem Besitz. Er wurde gestern abend nach hartem Kampfe gestürmt. 2 Offiziere, 163 Franzosen wurden gefangen ge⸗ nommen, 4 Maschinengewehre und 1 Minenwerfer erbeutet. Bei Combres und im Walde von Ailly ging der Gegner abends nach starker Artillerievorbereitung zum An⸗ griff vor. Bei der Höhe von Combres gelang es dem Feinde, in unsere Linien einzudringen. Er wurde wieder herausgeworfen. Im Walde von Ailly brach die feindliche Infanterie bereits vor unserer Stellung in unserem Feuer zusammen. Nördlich der Höhe von Bau de Sapt wurde ein Waldstück vom Gegner gesäubert. Bei Armersweiler nordwestlich von Altkirch überfielen wir eine feindliche Abteilung in ihrem Graben. Die feindliche Stellung wurde in einer Breite von 500 Metern eingeebnet. Unsere Truppen gingen sodann plan⸗ mäßig unter Mitnahme einiger Gefangener vom Feinde un⸗ belästigt in ihre Linien zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Straße von Suwalki nach Kalwarja in der Gegend von Lipina stürmten unsere Truppen die feindlichen Vorstellungen in einer Breite von 4 Kilometer. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage bei den deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Der österreichisch · ungarische Tages bericht Wien, 12. Juli.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, 12. Juli 1915, mittags: NRussischer Kriegsschauplatz. Am Bug nordwestlich Busk haben unsere Truppen bei Derewlany einen russischen Stützpunkt genommen. An der ganzen sonstigen Front im Nordosten fanden auch 5777 keine Kämpfe statt. Die Situation ist unver⸗ ändert. Neue Angriffe am Isonzo abgeschlagen. Jtalienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front versuchten die Italiener wieder einige Angriffe, die wie immer abgewiesen wurden, so bei Vermegliano, Redipuglia und an mehreren Punkten südlich des Krnugipfels. Im Kärntner Grenzgebiet dauern die Geschützkämpfe fort. Auch gegen unsere Stellungen auf den Grenzbergen nordöstlich des Kreuzberg⸗Sattels und gegen einzelne Tiroler Werke richtete sich feindliches Artilleriefeuer. Neuerliche Angriffe des Gegners auf den Col di Lana scheiterten gleich allen früheren. Südöstlicher Kriegs schauplatz. In letzter Zeit entwickelten die Montenegriner an der herzegowinischen Grenze eine lebhaftere, jedoch ganz erfolglose Tätigkeit. So griffen unlängst wieder zirka zwei montenegrinische Vataillone unsere Grenzstellungen östlich Aptovae nach längerer Be⸗ 8 durch schwere Artillerie an. Sie wurden abgewiesen. Einer unserer Flieger bewarf zu dieser Zeit ein montenegrinisches Weiter südlich stieß ein Lager sehr erfolgreich mit Bomben. Auch dieses wurde Bataillon des Feindes über die Grenze vor. durch einen Gegenangriff unserer Truppen auf montenegrinisches Gebiet zurückgeschlagen. 9 2 krinken LL 2 àum möglich;: denn alle aus Roggen hergestellten Getreidekaffees sind nicht mehr zu haben. Getreidekaffees aus Gerste sind sehr im Preise gestiegen. Da wöre guter Rat teuer, wenn der Kriegs- Kornfrandc“ nicht wöre: Er schmeckt vorzüglich, het eine schõne kaffeebraune Ferbe; er ist sehr aus- giebig und deshalb billig. Ganzes Hake 50 Pig, holbes Pokef 25 Pfg. Oestlich Trebinje versuchte der ZJeind nach den Mißerfolgen her vyrigen Woche vergebens, durch schweres Artilleriesener eine Wirkung zu erzielen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. Wenn die russischen Truppen sich stark genug fühlten T. U. Petersburg, 12. Juli. Die russische Militärzeitung Der russische Invalide schreibt: Wenn unsere Truppen sich stark genug fühlen und mit dem notwendigen Material versehen sind, werden sie nicht über die Eisenbahnlinie Jwangorod Lublin—Cholm— Kovel, die die Weichsel mit dem Bug verbindet, zurückweichen, sondern die Schlacht an dieser Stelle schlagen, die dann die Operationen in Galizien beenden wird. Wenn dagegen die Zeit nicht ausreicht, um sich zum Kampfe vorzubereiten, werden die Russen ihren methodischen Rückzug bis östlich der obengenannten Linie fortsetzen. g Die Russen befestigen die rumänische Grenze. Budapest, 12. Juli. Nach einer aus verläßlicher Quelle stammenden Nachricht des Az Est aus Czernowitz befestigen die Russen ihre rumänischen Grenzen. Mehrere tausend Ar- — beiter errichten Schanzen und Drahthindernisse. Die österreichisch⸗ungarische Flotte. Wien, 12. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspresse⸗ quartier wird gemeldet: Gegenüber ausländischen Zei⸗ tungs meldungen über Schiffsverluste unserer Kriegsmarine wird nach Informationen von maßgebender Seite festgestellt, daß die österreichisch⸗ungarische Flotte im Kriege mit Italien bisher keine Verluste erlitten und auch die in den ausländischen Zei⸗ tungen wiedergegebenen Nachrichten über Beschä di gu u gen am Unterseebooten unwahr sind. Russisch⸗rumänische Verhandlungen. T. U. Rom, 12. Juli. Hier eingelaufenen Meldungen zufolge ist der Gang der russisch-rumänischen Verhandlungen wieder lebhaft geworden. Das Schicksal Skutaris. London, 12. Juli.(Etr. Frkft.) Die London News meldet, daß auf Vorstellungen des englischen Gesandten in Cetinje Montenegro die Uebergabe Skutaris an die Italiener verweigert. Die englische Meldung trägt den Zenfur⸗ vermerk. Kürzung der Fleischrationen der Kriegsgefangenen in Rußland. Petersburg, 12. Juli.(T. U.) Zur Ernährung sämtlicher in Rußland befindlicher deutscher und österreichisch⸗ungarischer Kriegs⸗ gefangenen wurde bisher täglich 15 000 Pud Fleisch angewiesen. Der neue Kriegsminister Poliwanow hat jedoch angeordnet, daß künftighin nur 9500 Pud Fleisch täglich verwendet werden dürfen. Eine weitere Herabsetzung der Rationen sei in Aussicht genommen. Ferner sollen die Kriegsgefangenen stärker und planmäßiger als bisher zu Arbeiten herangezogen werden. g Rumänien. Ein Artikel der Frankfurter Zeitung über Rumämiens Schicksalsstunde hat in der gesamten Presse des In⸗ und Auslandes außerordentliches Aufsehen erregt. In der Tat war die Klarheit, mit der der Artikel Rumäniens Verhalten beleuchtet, höchst bemerkenswert. Die Stellung Nu⸗ mäniens wie Bulgariens ist damit erneut zur Diskussion ge⸗ kommen. Man braucht den Nutzen einer solchen Diskussion nicht zu überschätzen. Es ist leider so, daß in den Zeiten des Krieges Rede und Gegenrede sehr wenig nützen, daß nur die Tat entscheidet. Man hält Rumänien auf Grund des alten Vertrages mit Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn für durch⸗ aus deutschfreundlich und das Verhalten Rumäniens recht⸗ fertigte eine solche Auffassung bis zu dem Augenblicke, wo die Russen nahe daran waren, über die Karpathen hinweg in die ungarische Tiefebene einzufallen. Mit diesem Druck auf Oesterreich⸗Ungarn entstand automatisch ein russischer Druck auf Rumänien, und die deutschfreundliche Stimmung dieses Landes und seiner Regierung schlug sehr vernehmlich um. Die Tat siegte über Gefühl und allen guten Willen. Seit diesem Zeitpunkte hat Rumänien auch die Durchfuhr von Munition nach der Türkei verhindert, und was jetzt trotzdem durchgeht, geschieht auf dem Wege des Schmuggels, was einer glatten Erpreffung von Geld gleichkommt. In⸗ zwischen ist der russische Druck auf Oesterreich⸗-Ungarn und uzgleich auch auf Rumänien völlig gewichen. Rumänien wird jetzt nichts übrig bleiben, als diesen neuen Tatsachen wiederum Rechnung zu tragen; aber es will augenscheinlich diesen seinen notwendigen neuen Umfall zugleich möglichst teuer an Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn zu verkaufen suchen. Es ist ja kein Geheimnis, daß die Reise des Reichs kanzlers und des Staatssekretärs des Auswärtigen nach Wien diesen neuen Forderungen Rumäniens galt, und daß Ungarn den neuen rumänischen Forderungen im Interesse der Zentralmächte außerordentlich weit entgegenkommen will. Trotzdem ziehen sich die Verhandlungen hin und der Artikel der Frankfurter Zeitung erscheint in diesem Zusam · menhange als ein letztes Warnungssignal. Rirmänien muß sich jetzt entscheiden. Die Entscheidung Rumäniens bedeutet aber eine Ent⸗ scheidung zugleich für alle anderen Balkanfragen. Ein Ar⸗ tikel der über diese Fragen unserem Münchener Parteiorgan von besonderer Seite zugeht, weist gerade auf diefes Problem sehr einleuchtend hin. Es wird mit Recht betont, wie die rumänische Entscheidung gegen die Zentralmächte besonders auf Bulgarien mit der Wirkung eines Angriffs auf Ru⸗ mänien Einfluß gewinnen müßte. Bulgarien würde zweifel · los sofort gegen Rumänfen losgehen, und das um so mehr, als dank Italiens Verhalten in Albanien Bulgarien nicht mehr zu befürchten haben würde, daß Griechenland Rumänien beispringen würde. In Rumänien konne man daher für den Fall eines Bundes mit der Entente mit ziemlicher Gewiß⸗ heit zugleich auf einen neuen Krieg am Balkan rechnen, und der Ausbruch eines solchen Krieges würde Rumäniens Hilfe dem Vierverband ziemlich wertlos machen. Rumänien steht au der Dat an einem Scheidenee. Wew es c Senn * 661... schätzung der norwegischen Neutralität . wächten gegenüver eine wohlwollende Neutralität zeigt, kann es ohne Krieg und eigene Opfer große neue territoriale Vor— teile erringen. Geht es zu den Gegnern der Zentralmächte über, so entflammt es einen neuen Balkankrieg, dessen Aus— gang für Rumänien nicht nur höchst ungewiß bleibt, der außerdem dafür sorgt, daß die militärische Lage der Zentral— mächte der Entente gegenüber auch nicht im mindesten ver. schoben wird. Die Zentralmächte können nach alledem die Entscheidung mit ruhigem Blute abwarten, wenn auch jeder Freund eines möglichst baldigen Endes dieses ungeheuren Völkerringens wünschen möchte, daß die Balkanstaaten ihrer⸗ seits den Frieden bewahren, um den Krieg in Zentraleuropa nicht zu verlängern. Türkisch⸗bulgarische Verhandlungen. Die Kölnische Zeitung meldet aus Sofia vom 10. Juli: Die Türkei ist im Grundsatz zu Abtretungen im Interesse guter Nachbarschaft bereit. Den einzigen Streitpunkt bildet die Umgrenzung des Gebiets von Adrianopel, das der Türkei verbleibt. Die Türkei wünscht den südlichen Vorort Kara— gatsch mit dem Bahnhof an das Gebiet von Adrianopel ein— zubeziehen, was Bulgarien wegen der dadurch bewirkten Unterbrechung der geraden Bahnverbindung nach Neu— bulgarien unerwünscht ist. Der Sosiaer Attentatsprozeß. Das Berl. Tagebl. meldet aus Sofia: Der Präsident des Kriegsgerichtes verlas nach der Verkündung des Urteils im Bomben⸗Attentats⸗Prozeß ein Protokoll, in dem es u. a. heißt, daß nach dem Geständnis Helene Anastasows sie mit dem Taschentuch das Signal zum Attentat gegen den König geben sollte, und daß der frühere Minister Dr. Genadiew die engsten Beziehungen zu Vikenti Anastasow unterhielt, dem er größere Summen in einer Gesamthöhe von 10 000 Franken gab. Der Gerichtshof habe beschlossen, eine Untersuchung gegen die beiden Genannten einzuleiten. Der Beschluß hat großes Aufsehen hervor- gerufen. 5 Der Krieg zur See. ueberall deutsche U⸗Boote. Die Köln. Volksztg. meldet aus Athen: Auf Anraten des gelen Gesandten in Athen haben alle griechischen Handelsschiffe im Mittelmeer wegen vermehrter Tätigkeit deutscher Unterseeboote am Rumpf einen auffälligen Anstrich in den Landesfarben erhalten. Nach angeblich zuverlässigen Privatmeldungen sind jetzt 12 deutsche Unterseeboote im Mittelmeer, denen andere folgen, um der Blockade der Dardanellen und den Operationen auf Gallipoli ein Ende zu machen. Die Tribuna erklärt, daß Deutschland beabsichtige, die atlantische Küste von Kanada mit Untersee⸗ booten zu blockieren, um alle Truppen⸗ und Mu⸗ nitionstransporte zu versenken. In fachmännischen amerikanischen Kreisen glaubt man an die Möglichkeit der Ausführung dieses Planes. Ein norwegischer Protest gegen englische Neutralitäts verletzung. Kristiania, 12. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Barkland“ aus Bergen wurde am 30. Juni nach einer Meldung des Ritzauschen Bureaus von einem englischen Kreuzer auf norwegischem Gebiet bei Kha angehalten. Der Kreuzer forderte den Dampfer auf, anzuhalten und feuerte einen blinden Schuß ab. Die norwegische Regierung hat ihre Gesandtschaft in London ersucht, bei der britischen Regierung hiergegen Einspruch zu erheben und auszuführen, daß die norwegische Regierung selbstverständlich nicht im geringsten Maße den Gedanken hegt, daß das Auftreten des britischen Schiffskommandanten durch die Gering— 0 begründet worden sei. Wiederholte Fälle würden es aber notwendig machen, daß die be— treffenden Kommandanten von der britischen Regierung aufgeklärt werden und zukünftig größere Aufmerksamkeit zeigten. Die Aufnahme der deutschen Note in Amerika T. U. Newyork, 12. Juli. Die Aufnahme der deutschen „Lusitania“-Note durch die amerikanische Presse ist durchaus günstig. Abgesehen von den geradezu deutschfeindlichen Blättern zeigt auch die gemäßigte Presse deutlich, daß die Amerikaner den guten Willen Deutschlands, zu einer Ver— ständigung zu gelangen, anerkennen. Sie glauben größten— teils, daß die Vorschläge der deutschen Regierung einen rich— tigen und annehmbaren Weg zeigen. Hermann Ridders Artikel in der Newyorker Staatszeitung ist eine nach Form und Inhalt völlige Rechtfertigung des deutschen Stand⸗ punktes und eine drohende Anklage gegen England. Artikel erregte großes Aufsehen und macht tiefen Eindruck. S. Der Die Zusammenkunft der bundesstaatlichen Finanzminister. Berlin, 12. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Die Nord. deutsche Allgemeine Zeitung schreibt: In der am 10. Juli stattgehabten Zusammenkunft der bundes st a at⸗ lichen Finanzminister gab der Staatssekretär des Reichsschatzamtes einen Ueberblick über die Finanz⸗ lage des Reiches und die zur Durchführung des Krieges bisher ergriffenen und weiterhin geplanten Maß⸗ nahmen. Die hierauf folgende Aussprache ergab allseitige Uebereinstimmung in der günstigen Beurteilung der deutschen Finanzkraft und die einstimmige Bekundung des unerschüt⸗ terlichen Entschlusses des opferbereiten Zusammen⸗ wirkens bis zum siegreichen Frieden. Die vom Reichsschatzsekretär in Aussicht genommenen finanziellen Maßnahmen, insbesondere seine Vorschläge über die bei den gesetzgebenden Körperschaften in der nächsten Tagung dem Reichstage einzubringende neue Kreditvorlage sanden einhellige Zustimmung. Auch über die Frage der Besteuerung der sogenannten Kriegsgewinne fand ein Meinungsaustausch statt, der eine Uebereinstim⸗ mung darin ergab, daß die Erhebung einer Sonder⸗ steuer auf den durch den Krieg und während des Krieges entstandenen Vermögenszuwachs dem Reiche zustehe. Der Frankf. Ztg. wird zu der Zusammenkunft der Finanz⸗ minister aus Berlin noch geschrieben: 5 Es war in engeren politischen Kreisen schon bekannt, was die Norddeutsche Allgemeine Ztg. heute in einer halbamtlichen Notiz mit⸗ teilt, daß der Vortrag den der Schatzsekretär Dr. Helfferich vor den bundesstgatlichen Finanzministern am Samstag über die Finan⸗ zen des Reiches in der Kriegszeit, über die finanziellen Maßregeln, die schon geschehen und diejenigen, die noch hervorstehen, gehalten hat, die einhellige Zustimmung der Versammelten gefunden hat, und daß dem Schatzsekretär für seine Tätigkeit und für seine Vorschläge sehr warmer Dank ausgesprochen worden ist. Es bleibt bei dem, was schon bei der Ankündigung dieser Zusam⸗ menkunft der Finanzminister gesagt worden ist, daß nämlich Steuervorlagen dem Reichstag in seiner nächsten im August stattfindenden Tagung nicht zugehen werden. Er wird sich nur mit der neuen Kriegsanleihe zu beschätigen haben, die in der Höhe der voraufgegangenen eingebracht werden dürfte. Der Meinungsaustausch über die Besteuerung der sogen. Kriegsgewinne hat nicht den Zweck und daher auch nicht etwa den Erfolg gehabt, die Grundlagen eines solchen Steuergesetzes schon festzulegen. Das wird eine Aufgabe späterer Zeit sein; der Krieg und die in ihm gemachten Gewinne sind ja noch nicht abgeschlossen. Es ist lediglich in der Versamm⸗ lung darüber eine Uebereinstimmung erzielt worden, daß diese Sondersteuer auf Vermögenszuwachs. der durch den Krieg und während des Krieges entstanden ist, dem Reiche zusteht, das heißt also, es ist damit ausgeschlossen, daß einzelne Bundesstaaten, wie das hier und da schon verlautete und in i Anträgen verlangt wurde, die Kriegsgewinnsteuer ein⸗ führten. Partei⸗Nachrichten. Gegen die Parteizersplitterer! In der Versammlung der Vertrauensleute des Sozialdemokrati⸗ schen Vereins Altona-Ottensen wurde fast einstimmig fol⸗ gende Resolution gefaßt:„Die aktiven Genossen Ottensens bil⸗ ligen die Haltung des Parteivorstandes und der Fraktionsmehr⸗ heit in der Kriegsfrage durchaus. Die Genossen verurteilen auf das schärfste die unterirdische Minierarbeit, die darauf hinausläuft, die Parteiorganisation von innen antzu⸗ greifen und der Mehrheit den Willen der Minderheit aufzuzwingen. Ganzbesonders verurteilen sie das Verhalten des Partei⸗ vorsitzenden, des Genossen Haase, der als Partei- und Fraktions⸗ vorsitzender unter allen Umständen die Pflicht gehabt hätte, sich dem Willen der Mehrheit unter zuordnen oder seine Posten zur Verfügung zu stellen. Die Genossen erklären, daß sie mit ganzer Kraft für die Einigkeit der Partei tätig sein wollen und jedem Zersplittern den schärfsten Kampf ansagen“. Eine Wahlkreiskonferenz in Oschersleben-Halber⸗ stadt⸗-Wernigerode tagte am Sonntag in Halberstadt. Sie nahm nach längerer Aussprache eine Resolution an, in der sie sich mit der bisherigen Haltung des Parteivorstandes, der Reichstags⸗ fraktion und des Parteiausschusses zu den Kriegsfragen im allge⸗ meinen ein verstanden erklärt. Mit aller Entschiedenheit verurteilt wurde das Vorgehen einer Anzahl Parteimitglieder von links und rechts, die Einheit der Partei zu stören und deren Aktionsfähigkeit zu lähmen. Die Konferenz brachte ferner zum Ausdruck, daß der Partei⸗ vorstand viel früher und viel energischer den Kampf gegen den un⸗ erhörten Lebensmittelwucher hätte aufnehmen müssen und sprach die Erwartung aus, daß der Parteivorstand mit allem Nachdruck von der Regierung durchgreifende Maßnahmen zur Sicherung der neuen Ernte für die Volksernährung verlange, um dadurch eine Linderung der drückenden Teuerung zu erreichen. Der Vorsitzende stellte am Schlusse der Konferenz sest, daß alle Beteiligten es als die wichtigste Aufgabe betrachten, die Geschlossen⸗ heit und Aktionsfähigkeit unter allen Umständen zu erhalten. Soeben erschienen! W Reklamationen übernimmt So steht der am 12. Juli 1915 Für nur 40 Pfg. = Neuesie Kriegskarte! g Von maßgebender mililär. amtl. Stelle geprüft und genehmigt Jedermann daheim und unsere Truppen im Felde wollen wissen Wie steht der Krieg! Die rascheste und zuverlässigste Auskunft darüber gibt die von mafigebender amtlicher militärischer Stelle geprüfte und genehmigte Kriegsoperationskarte als Feldpostbrief Krieg hat Jedermann in farbigen Karten, Texten und Bildern einen Rück⸗ u. Ausblick in überraschend anschau⸗ licher Weise über alle Kriegsschauplätze der Welt! G. Neidlinger, Mainz Uftend. angesl. und beeid. Zücherrepisor Telephon 178. Ludwigstr. 16. 2 31 Ankauf. 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Polizeiamte.„ Bei Anmeldungen ist eine Abmeldebescheinigung der Brot⸗ kartenausgabestelle des letzten Wohnorts vorzulegen. Gießen, den 12. Juli 1945.. Der Oberbürgermeister. 5 Keller. 3 Bekanntmachung Die öffentlichen Impftermine für die Erstimpflinge in der Stadt Gießen, welche 20 Nilo, nachmittags von 5—6 Uhr, in der Turnhalle der Stadtmädchenschule(Schillerstraße) stattfinden, wer⸗ den nur noch im Monat Juli abgehalten. Wer die Termine nicht benutzen will, muß sein impfpflichtiges Kind auf eigene Kosten impfen lassen. ö Gießen, 8. Juli 1915. Der Oberbürger meister. BVerstorbene. Frau Katharine Pa b st Wwe. in Gießen.— Heinrich Herr in Wetzlar, 82 Jahre alt. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M 2————!!,,.] ̃ c ¼—ÄJn....... —— Für die Einmachezeit! einmachen winko chen nenriekte Davidis neueste Zeit für alle Haushaltungen enthaltend das Einmachen, Aufbewahren, Konservieren, die Obstverwertung, Fruchtwein- herstellung usw. 1 I Mk. mn it A b bildungen. Oberhess. Vollzeilungf Bahnhofstrasse 23. Für sparsame Hausfrauen zuonvuaisneHoeumes ads An — Für die Aunschg I Gan rergament Anerkannt bestes, mit Salizyl getränktes Papier. verhütet jeden Schimmel- 825 ansatz. 8 5 folle nur 15 pig. Herdes. Jos müg 9—— Bahnhofstrasse 23.