arnichts erhält. und Kritik 1 1 Nr. Organ für die r die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 0 Oberhesischcholrsseitung erscheint jeden Werktag Abend in ießen. bofnentspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich . Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraste 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008. ö Inserate kosten die ö mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Vei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben. lohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. * 7 7 * * 1 Gießen, Mitkwoch, den 7. Illi 1915 10. Jahrgang ö IItalien. N Von EngelbsPernerstorffer, Mitglied des öster⸗ N reichischen Reichsrats. le Tausend Grifhat der Deutsche, den währenden Krieg als 4 gerechten afhen. Aber wenn das Recht Deutschlands 55 nicht so sonnhr zutage läge, so müßte die Feindschaft, die ns von allen Sd umtobt, uns zu einer unzerreißbaren Masse zusamme ballen.[ Deutsche haben uns immer bemüht, andere Völker zu verstehcis in ihren Geist einzuleben, ihnen gerecht zu . Und jetz wir in bitterster Not sind, da wir gegen eine 8. ht kämpfdie mehr als doppelt so groß ist als Deutsch⸗ and un Oesterrqusammen, jetzt stellt sich fast die ganze Welt gegen uns. Daß T die Sozialdemokraten der neutralen Länder viel fach uns unfrflich gesinnt sind, das kränkt uns besonders. Stehen spir doch ggegen Rußland, das zu besiegen sowohl ein esse it. ches als ahanz besonders ein sozialdemokratisches Inter⸗ ist. 1 4 Einen kleinensndel in dieser feindlichen Weltgesinnung hat der Ueberfall Itaf doch zur Folge gehabt. Italiens Haltung ist menschlich und poh so abscheulich, daß es Empörung hervorruft auch bei solchen, dzis nicht freundlich sind. Einen Lichtpunkt bildet dabei die dung der italienischen Sozialdemokratie, aber eß 10 nicht an, peutschen Sozialdemokraten diese Stellung gleich m als Muporzuhalten in dem Sinne, daß auch die deuts e Sozialdenßtie sich gegen den Krieg hätte am 4. August vorigen Jahres fren sollen. Deutschland und Oesterreich waren schmählich überlegt von Todseinden angegriffen worden, Italien l treulosester und tückischster Weise uns an⸗ gegriffen, obus auf friedliche Weise von Oesterreich so viel erlangt hätte, daßsätte wohl zufrieden sein können. Hoffentlich wird es dadurch indlich gestraft, daß es infolge seines Krieges Um so entehir für die italienische Regierung ist dieser Ueberfall, als Itabis zum Tage der Kriegserklärung im Bunde mit Oesterreich(ußeutschland) stand, der bis 1919 dauern sollte. Vertragsbruch unsnterlist— mit diesen Mitteln hat Salandra gearbeitet. Es isht wahr, daß der Dreibund bloß für Deutsch⸗ land und Oesterrqorteilhaft gewesen wäre. Im Gegenteil: die Vorteile Itqns in diesem Bündnisse waren so groß, daß die führendessatsmänner Italiens es immer wieder gegen die öffentliche Stisng der Irredentisten verteidigten. Man lese doch die aktenmäßparstellung dieses Bündnisses, die Arthur Singer“) gegehat. Und gerade von jenem Manne, der als Gesandter Italieif Paris gewiß schon seit Monaten den Ein⸗ tritt Italiens in Krieg vorbereitet hat, existiert zufällig eine deutsche Ausgabe Reden, die er als Minister gehalten und denen er so oft distwendigkeit des Dreibundes bewiesen hat.? Diese Reden heutahzulesen hat einen besonderen Reiz. Eine kurze Zusammenfsa gibt auch Dr. Freih. v. Mackay in einer Broschülre, die naßtsbruch des Krieges geschrieben ist. Wir wußten, sseit Beginn des Krieges das italienische Un⸗ heil drohte. Wir en heute, daß Italien mit dem Angriff ge⸗ zögert hat, weil aslitärisch nicht 1 1 5 war. Obwohl es mög⸗ lich ist, daß Italichch dem Wortlaut des Bündnisvertrages ver⸗ ichtet gewesen, sich an die Seite Deutschlands und Oester⸗ reichs zu stellen, ekte man sich auf Italiens Ausreden hin mit seiner Neutralitätfieden. 3 Fragt man n was hat Italien zum Losschlagen veranlaßt, so gibt es nur eintwort: Länder- und Machtgier. Es will die weder an Flächensng noch an Einwohnerzahl noch an Landes⸗ reichtum bedeutsaschebiete Oesterreichs an sich reißen, in denen Italiener wohnen. sterreich war bereit, Italien jene Gebiete ab⸗ zutreten, die von sienern ausschließlich oder fast ausschließlich bewohnt sind. Geß die nur von Italienern besiedelt sind, gibt es gar nicht. Sesin Südtirol, dem am meisten italienischen Lande Oesterreichs etwa 350 000 Einwohnern, gibt es deutsche Enklaven. Oesters war sogar bereit, bedeutende Grenzregulier⸗ ungen am Jsonzof zuzugestehen, obwohl dort das Land schon eine zahlreiche slahe Bevölkerung hat. Aber Italien wollte Triest, Istrien unden großen Teil der dalmatinischen Küste. Die Absicht war klar. terreich sollte vom Adriatischen Meere gänz⸗ lich zurückgebrängtrden. Es ist also eine verächtliche Heuchelei, wenn Ztalien den eg als einen heiligen Nationalkrieg ausrust, denn es hätte auchse Krieg fast alle Italiener bekommen, mit Ausnahme der in st. Istrien und Dalmatien seßhaften, die aber die Minderheit desxtigen überwiegend slawischen Bevölkerung bildet(Slowenen Kroaten). Nur nebenbei bemerkt werden, daß keiner der von Italien für sich in Ansprusnommenen Landesteile jemals dem italieni⸗ schen Staatengebilcßgehört hat. Ebenso verdient Erwähnung, daß die Masse der sienischen Bevölkerung nicht zur Irredenta gehört. Die Arred ten in Oesterreich rekrutieren sich ausschließ⸗ lich aus den Schichder Intelligenz. des Großgrundbesitzes und des wohlhabenden ergerstandes. Die bäuerliche Bevölkerung Siidtirols, die zum ßen Teil von dem heute in Oesterreich noch ziemlich einträglichcheinbau lebt, würde der Verarmung anheim⸗ fallen und zur Augderung gezwungen, wenn es zu Italien käme. Welches Schl Triest unter italienischer Herrschaft er⸗ wartet, liegt auf ddand. Heute ein beträchtlicher Hafen, der durch den Ausbau auernbahn schon gewonnen hat und noch ge⸗ winnen wird, würdffjest ohne wirtschaftliches Hinterland an Be⸗ jesig verlij. deutung rief e. Eine Ausll Reden von Exz. T. Tittoni als Minister bes Aeußeren, gehal 1903 1909. Berlin, Oesterheldt. 1913. a) Italienßerrat am Dreibund. Zur Geschichte 4* 4 6 9 ss 7 1 die Gebu 1 Auch der Anhänger der Idee des Nationalstaates weiß, daß dieser sich nicht restlos durchsetzen läßt. Würde Deutschland wie Italien denken, dann müßte es Deutschösterreich erwerben. Und die Schweig? Die müßte dann unter Deutschland, Frankreich und Italien aufgeteilt werden, der wallonische Teil Belgiens müßte zu Frankreich, der flämische zu Holland geschlagen werden. Und was wird aus Nizza, Savoyen und Korsika, Länder, die heute zu Frank⸗ reich gehören, aber einmal wirkliche Bestandteile des italienischen Staatengebietes waren? Woher kommt nun der infernalische Haß der politischen Kreise Italiens, ja man kann sagen, des ganzen Volkes gegen die „maledetti Tedesthi'? Man muß gleich sagen, daß das nicht ein Haß gegen das Deutsche Reich ist. Es ist ein Haß, der aus der Ge⸗ schichte stammt und der gegen Oesterreich gerichtet war und ist und seine Begründung in der Fremdoͤherrschaft hatte, die Fürsten aus dem habsburgischen Hause und das Kaiserhaus selbst über Teile Italiens auslibten. Die Familie Habsburg war deutsch, die Re⸗ gierung Oesterreichs galt als deutsch. Hier liegen die geschichtlichen Aer der unausrottbaren Abneigung der Italiener gegen — sterreich. Dazu kommt, daß die Italiener in ihren Kriegen gegen Oesterreich nie Glück gehabt haben. Hätten sie nicht die Franzosen als Helfer gehabt, so wären die Dinge wohl anders gegangen. Auch dann, wenn Hesterreich 1866 von den Preußen nicht besiegt worden 10 Dergleichen vergißt sich schwer und der wahrheitsliebende Italiener muß sich schließlich sagen, daß die Einheit Italiens nicht wie die Deutschlands, in einem großen ehrenvollen Kampfe er⸗ stritten wurde. Das stolze Wort„Italia farà da se“ hatte einen üblen Beigeschmack. Schließlich mußte der wahrheitsliebende Italiener sich auch sagen, daß die fremden Regentenhäuser nicht alle tyrannisch regierten. Freilich, es waren Fremdͤherrschaften, Es ist überaus beklagenswert, daß das italtanische Volk den alten, so vielfach berechtigten Groll gegen Oesterreich cht vergessen Arch Wie stark war die Abneigung in Hesterreich gegen rellßen nach 1866 und jetzt sind beide Resche ein Herz und eine Seele. In der Politik ist noch weniger als sonst unversöhnlicher Haß am Platze. Es sind überdies neue Momente hinzugekommen, 1 eine ganz neue Lage geschaffen haben. Oesterreich und Deutsch⸗ and— die Regierungen und die Völker— haben den Aufschwung es einigen Italiens mit der herzlichsten Sympathie verfolgt. Sie haben ihm auch politisch geholfen, während der Sieg des Dreiver⸗ bandes die Stellung Italiens im Mittelmeer ernstlich gefährden würde. Wie sehr wir uns an der Befestigung des Einheitsge⸗ dankens in Italien und an seinem wirtschaftlichen Aufstieg erfreut haben, darüber könnten viele Beweise beigebracht werden. Die österreichische und deutsche Presse und Literatur gibt dafür zahl⸗ reiche Belege. Nun haben wir den Krieg auch mit diesem Lande, das uns Deutschen seit jeher heilig war als das Land der Schönheit und als te der westeuropäischen Kultur. Es ist eine schwere Prüfung für uns. Denn statt des ersehnten Friedens, der uns manchmal fast schon nahe schien, verlängert uns dies„verworfene Zwischenspiel“ den Krieg, indem es dem Dreiverband erneute, hoffentlich eitle Siegeshoffnungen einbläst.(Chemn. Volksstimme.) * * 0 Ein Zozialistenführer für das ossizielle Italien K In seinem Bemühen, der Verurteilung entgegenzuwirken, die das Verhalten Italiens in holländischen Blättern erfährt, hat sich der deutschfeindliche Telegraaf an den Vorsitzenden der niederländi⸗ schen Sozialdemokratie, Genossen Vliegen gewandt, um eine Mei⸗ nungsäußerung über dieses Thema von ihm zu erhalten. Wir geben im folgenden den wesentlichsten Inhalt des in der Nummer vom 27. Mai veröffentlichten Artikels wieder: „Es ist nicht zu bestreiten, daß das Auftreten Italiens gegen die Mächte, mit denen es rund 30 Jahre in Bundesgenossenschaft lebte, im allgemeinen in den breiten Volkskreisen einen schlechten Eindruck macht.... Die„Treulosigkeit“ Italiens droht in den Augen der Einfältigen einen gewissen Makel zu werfen auf die Sache der gegen Deutschland und Oesterreich verbündeten Mächte. Vornehmlich, wenn die Ansicht Glauben gewinnt, daß das Auftreten Italiens in erster Linie eine Folge der Arbeit französischer und englischer Agen⸗ ten sei, die in Italien nicht nur mit intellektuellen, sondern auch mit klingenden Argumenten gearbeitet haben sollen; etwas, das von der deutschen Presse natürlich mit großem Eifer behaupte wird. Italien wird verglichen mit einer gewissen Sorte gefälliger Damen, die ge⸗ wohnt sind, dem Meistbietenden zu folgen und zu dienen.“ Genosse Vliegen kaun diese Ansicht der„Einfältigen“ nicht teilen. Die Handlungen eines Stagtss seien mit den einer Einzelperson nicht zu vergleichen. In Ital af kämen populäre Strömungen in Be⸗ tracht, die den diplonacktischen entgegenwirkten. Das italienische Volk habe von jeher Oesterreich als den Hauptfeind betrachtet und würde nie in einen Krieg gegen Frankreich gegangen sein. Im gegenwärtigen Kriege haben die italienischen Volksmassen sich aus rein idealen Triebfedern auf die Seite ihrer französischen Brüder gestellt. Für Italiens Ausehen sei es bedauerlich, daß man diesem Krig den Charakter eines Kampfes um materielle Interessen auf⸗ prägen wollte. Man hätte doch rundweg sagen sollen, daß Italien in den Krieg ginge, um den Sieg Frankreichs sicherzustellen und Oesterreich zu vernichten oder zu schwächen. Die„Treulosigkeit“ Italiens sei keine solche, um sich deswegen besonders aufzuregen. Nur den Staatsmännern, die jahrzehntelang ein Bündnis bestehen ließen von so unnatürlicher Art wie der Drei⸗ bund es war, könne man mit Recht bittere Vorwürfe machen. Das Volk aber habe in der Entscheidungsstunde den Dreibundsvertrag als Makulatur behandelt und das natürliche Bündnis mit Fvankreich durchgesetzt. Vliegen vergißt, daß das italienische Volk teils durch Straßen⸗ demonstrationen und teils durch den Wahlzettel stets die Gelegenheit hatte, gegen das Verbleiben im Dreibunde zu protestieren und ein Bündnis mit Frankreich und Rußland durchzusetzen. Merkwürdiger⸗ — m Weltkrieg. sitzende eines neutralen Landes eine sonderbaren Figur, wenm er andauernd alles zu beschönigen sucht, was auf der Seite der Alliier⸗ ten geschieht. g 2 Oesterreichische Truppen auf italienischem Boden. T. U. Wien, 6. Juli. Der Kriegsberichterstatter des Deutschen Volksblattes meldet aus dem K. und K. Kriegs- pressequartier: Ich bin in dem Kampfgebiet des Stilfser Joches angekommen, wo mir der Kommandeur mitteilte, daß österreichisch-ungarische Truppen sich bereits auf italieni⸗ schem Gebiet vorgeschoben haben. Der Feind hat die Hotels auf der Ferdinand⸗Höhe bisher vergeblich angegriffen. Die italienischen Hotels auf dem Stilfser⸗Joch sind in unserer Hand. Rufsische und englische Unterseeboote in der Ostsee. Lugano, 6. Juli. Ein verspätet eingetroffener Bericht Magri⸗ nis aus Petersburg besagt, daß in der Ostsee drei russische und zwei englische Unterseebvote sich besinden. Die beiden englischen Unter⸗ seeboote, denen es gelungen war, im vorigen Oktober in die Ostsee zu dringen, blieben den Winter über in Helsingsors blockiert. Es wird behauptet, daß die englischen Unterseebvote zwei Wochen nach der Einnahme von Libau ein deutsches Kriegsschiff beschädigten(diese Meldung ist bereits dahin richtiggestellt, daß es sich um einer Dampfer gehandelt hat). Englische und russische Unterseeboote und Zerstörer haben jetzt die vielen Einbuchtungen der Inseln Osel und Jagoe als Operationsbasis gewählt und bilden eine ernste Be⸗ drohung für diefenigen deutschen Schiffe, die sich in die Bucht von setzung Libaus starb von Zosen. Es wird beha 7 natürlichen Todes gestorben fei, er habe zweif aligz word be⸗ gangen. K. Russische Kanonennot. Wie die Sonn⸗ und Montagszeitung in Wien laut Kreuzzeitung meldet, zeige sich der Mangel an Geschützen und Munition bei den Russen darin, daß sie Festungs⸗ und Schiffsgeschütze aus Kronstadt in den Kämpfen in Galizien verwendeten. Bei der Flucht aus Lemberg transportierten die Russen acht schwere Kronstädter Schiffsgeschütze, von 12 Pferden gezogen, durch die Stadt. Auch viele Geschütze aus Rowno, Luck und Dubnac waren in Galizien. Dies läßt den Schluß zu, daß Rußland im Laufe des Feldzuges seine Festungen geradezu geplündert hat, um den dringenden Be · dürfnissen der Feldschlacht nachzukommen.. Neue amerikanische Note an England. T. U. Newyork, 6. Juli. Die Re jerung der Vereinigten Staaten wird von neuem Erklärungen von England ver⸗ langen, betreffs der Klage Dentschlands, daß englische Schiffe unter amerikanischer Flagge segelten, um den deutschen Unterseebooten zu entrinnen. Wie bekannt, antwortete Eng⸗ land seinerzeit auf die Reklamationen Amerikas, daß es Auf⸗ gabe der Schiffe der kriegführenden Parteien sei, die Natio- nalität eines Schiffes zu prüfen, ehe es anzugreifen. Diese auf die wiederholten Vorstellungen Deutschlands hin werden die Unterhandlungen zwischen London und Washington dies⸗ bezüglich aufgenommen werden. a Von deutschen U-Booten torpediert. T. U. Rotterdam, 6. Juli. Der Dampfer„Craigars“ 3386 Tonnen, von Leith nach Calveston mit einer Ladung Steinkohlen unterwegs, wurde bei den Scillyinseln torpe⸗ diert. Der Dampfer„Godsby“ aus Best-⸗Sartlepool, 3497 Tonnen, wurde am Donnerstag torpediert. Nach Sibirien verbannt. Petersburg, 6. Juli. Auf Befehl des Hilsskommandeurs des Petersburger Militärbezirks ist soeben der bekannte Petersburger Großindustrielle Konstantin Spann nach Sibirien verbannt worden. Die aus Sachsen stammende Familie war vor Jahrzehnten nach Ruß⸗ la nd eingewandert und dort naturalistert worden. Konstantin Spann ist russischer Staatsrat und Generaldirektor des russischen Aktien⸗ Gesellschaft fün Munition und Kriegsbedarf, sowie Mitglied des Auf⸗ Schuckert Gesellschaft. i Eine neue englische Frauenbewegung. London, 6. Juli. Die bekannte Frau Pankhurst unternahm die Führung einer Frauenbewegung, deren Zweck ist, die Frauen an der Munitionsfabrikatjon zu beteiligen. Bis jetzt haben 88 000 Frauen ihre Dienste angeboten. 2802 wurden bereits eingestellt. Kriegsnolizen. Das Londoner Bankhaus Boulton Brothers macht bekannt, daß es die Mittel zur Zahlung des am 1, Juli fällig gewesenen Halb⸗ leihe nicht erhalten habe. Sobald die Mittel dazu in London ein⸗ der Dsundpolitik. München, Hans⸗Sachs⸗Verlag. 9 4 1915. ö 5 1 weise erwachten seine idealen Motive, als es Oesterreich und Deutsch⸗ land geschlagen glaubte. Im übrigen ist der sozialistische Parteiwor⸗ K. r* e eee treffen, solle eine entsprechende Bekamntmachung erfolgen. . le e rde eee e Nia wagen würden. Es habe nicht an Varmürfen. Bi Ja- runs tcken Ausicht Englands wurde von Amerika nie diskutiert, jedoch sichtsrats der baltischen Werke der Putflow⸗Fabrik und der Siemens⸗ jahresginsscheins der fünsprozentigen montenegrinischen Staatsan- mt. 98 * S 1 59 4 1 4 .* 4 ,* 1 lllierz, 4 4 5*. Mees bade nich. 5 eres Flotte gefehlt, well diese nicht verhinderte, daß u nördlich der Wuznica erkt Präsi⸗ Meere aus die Besetzung von Libau unterßens wich der Gegner auch m. der russischen Flotte, von Zosen, set- deutsche; Die in diesen Käpupfen eiz dose Breite — Der e⸗ was erst recht ein Grund für den Vorwurf 1500 Mann ue 145 300 F ur de 00 Franzosen rwalde) aufegriff. mit aides 3 * Amtlich. uf Le/ hat sich uß erden e Hand z östlich schild te Wald al k i- ) Russen fert. itung. ericht n. immer gesterr rischen en unter zörzer voll⸗ htbare unserer tapferen unseren er Mo⸗ Feindes. d der im übriger ik. 5 Volkes r Presse n Rußki verlangt Kriegs⸗ eser Be⸗ irs von che Heer Innere ung des unde der en. Da on un allerie. 1. Juli il⸗Bahr ipfer ei Mi⸗ ind in gegen n vor⸗ uppe iches in den plosion . m das feind⸗ ördert Flucht runter Alucht eflüllte e und Un- g ver- fe be. ing. er. einen Aegã n der 4 Die Deutsche Juristenzeitung hat auf Grund amtlichen Mate- rials berechnet, daß bis 25. Juni 1745 deutsche Juristen und aus der Justiz hervorgegangene Reichs- und Verwaltungsbeamte im Kriege gefallen sind u. a. 8 Rechtslehrer, 374 Regierungs- und Ver⸗ waltungsbeamte, Richter, Staatsanwälte, 325 Rechtsanwälte, 435 Assessoren, 605 Referendare usw. Nouvelliste meldet aus Paris: Der Vorstand der radikal⸗ sozialistischen Partei forderte die Regierung auf, den an der Front stehenden Soldaten Urlaub zu einer Reise in die Heimat zu gewähren. Ministerpräsident Viviani versprach, sich mit Joffre hierüber ins Einvernehmen zu setzen und dem Wunsche der Partei womöglich Erfüllung zu verschaffen. Durch Anschlag in den besetzten Ortschaften macht das Kriegs⸗ gericht des 6, italienischen Armeekorps in Cormons bekannt, daß es den 33jährigen Porzellanarbeiter Francesco Perco zum Tod durch Erschießen in den Rücken verurteilt habe, weil er in seinem Heimats⸗ ort Lucinicco auch nach Besetzung durch die Italiener blieb, um l Oesterreichern Nachrichten über ihre Bewegungen zukommen zu sassen. Wie aus Neu⸗Seeland gemeldet wird, will die dortige liberale Regierung sich in ein Koalitionsministerium umwandeln, um die Kriegsrüstungen zur Unterstützung des Mutterlandes besser betreiben zu können. Auch der Arbeiterbewegung will man einige Sitze ein⸗ räumen. Maxim Gorkis Sohn, der beim Kriegsausbruch in die franzö⸗ sische Armee freiwillig eingetreten war, wurde bei einem Angriff am 22. Mai schwer verwundet. Jetzt ist ihm in einem Lazarett bei Paris der rechte Arm amputiert worden. Die deutsche Militärverwaltung der besetzten Gebiete von Polen hat für 13 polnische Städte die Städteordnung nach preußi⸗ schem Muster eingeführt mit der für Polen bedeutungsvollen Neuerung, daß Frauen im einzelnen unbesoldeten Ehrenämtern zu⸗ gelassen werden. Der Avanti entnimmt der Gazetta Ufficiale, daß die 12⸗ bis 15jährigen Kinder von Kriegsteilnehmern und zum Heeresdienst Eingezogenen während der Dauer des Krieges vom Schulbesuch dis⸗ pensiert werden können und das Verbot der Kinderarbeit für sie sus⸗ vendiert ist. Einer Meldung aus Kairo zufolge, wurde das dortige große deutsche Klubhaus durch Feuersbrunst vollständig zerstört. Parteinachrichten. „Gegen Parteizerrüttung“. Der Parteivorstand schreibt uns: Der Vorwärts polemisiert in seiner Nummer 182 vom 4. Nuli gegen den Aufruf der Vorstände der Partei und der Reichstags⸗ fraktion vom 28. Juni. Wir wollen auf die Einzelheiten seiner Ant⸗ wort nicht eingehen. Wenn er aber behauptet, daß sich der Vorwurf der„Hintertreppenpolitik“ auf ganz andere Dinge beziehe, als die in unserer Erklärung erwähnten, so erblicken wir darin eine neue Verdächtigung, die wir entschieden zurückweisen müssen. Wir blei⸗ ben dabei, daß von Partei- und Fraktions leitung andere als in un⸗ serer Erklärung erwähnten Verhandlungen mit der Regierung nicht geführt worden sind. Die Redaktion des Vorwärts sucht aber ferner in ihrer Erwi— derung von den Spuren jener Kreise, die die organisierte Parteizer⸗ rüttung betreiben, abzulenken, indem sie auf Aeußerungen im Volks⸗ blatt für Anhalt und im Karlsruher Volksfreund sowie auf eine Broschüre des Genossen Kolb über„Die Sozialdemokratie am Scheidewege“ hinweist. in denen den Katastrophenpolitikern der Rat gegeben wird, einen Klub für sich zu bilden; in denen von Gegen⸗ sätzen gesprochen wird, die zu groß geworden seien, als daß sie über⸗ brückt werden könnten und ähnliches mehr. Bei aller Achtung vor der Meinungsfreiheit in der Partei halten wir, zumal in der Krieas⸗ geit, auch solche Preßerörterungen über die angeblich zur Herstellung einer wirklichen Einheit und Einigkeit notwendige Scheidung der e .* de schädlich. Wir zwei eln nicht daran, dos die . 5 den literarischen Vorkä pfern der Idee der Par⸗ a e Seite sie auch immer stehen, erden. Der Satz unseres Aufrufs vohung. die auf eine Parteispaltung hin⸗ 3 g 12 el cchen an der Partei, ein Verbrechen an der ge⸗ samien. begung“ richtet sich gegen jeden, der mit der eee ht. Wenn wir uns so scharf gegen das Unter⸗ schriftenflugblatt Bom 9. Juni gewandt haben, so vor allem des⸗ halb, weil es sich hier um mehr als um die journalistischen Mei⸗ nungsäußerungen eines oder einiger Parteigenossen handelt. Eine Gruppe der Minderheit in der Partei hat sich besonders organisiert und betreibt von einer Zentralstelle aus mit un- wahren Behauptungen die Minierarbeit gegen die Politik der Partei- mehrheit. Wenn das diesem Teil der Opposition recht sein soll, so müßte es morgen jeder anderen Gruppe der Partei billig sein. Das muß aber zur Desorganisation der Partei führen und ist praktische Vorarbeit für die Spaltung der Partei. Die Erkenntnis dieser Ge— fahren veranlaßten die Vorstände der Partei und der Reichstaas⸗ fraktion zu ihrem Appell an die Parteigenossen, diesem Treiben ein „Bis hierher und nicht weiter!“ zurufen: Der Parteiausschuß hat sich dieser Auffassung angeschlossen. Endlich ist es eine Irreführung der Parteigenossen, wenn der Vorwärts es so darzustellen sucht, als ob es sich bei der Verurtei⸗ lung dieses Treibens um die Auffassung der Mehrheit des Partei⸗ und Fraktionsvorstandes handelt. Der Text des Aufrufs „Gegen Parteizerrüttung“ wurde in einer gemeinsamen Sitzung der Vorstände der Partei- und der Reichstagsfraktion ein stimmig beschlossen. Noch ein Pressejubiläum! Die Volkswacht in Bielefeld erschien am 1. Juli als Jubi⸗ läumsausgabe; sie feierte ihr 25jähriges Bestehen. Die 34 Seiten umfassende Nummer enthält Erinnerungen aus der Gründungszeit und mehrere der Bedeutung des Ereignisses und den Zeitfragen ge⸗ widmete Artikel. Das Zeitungsunternehmen hat sich allmählich zur jetzigen Höhe entwickelt und besitzt heute eine 16seitige und eine Sseitige Rotationsmaschine. Während des Krieges hat sich die Volks⸗ wacht gut behauptet. Kriegstagungdes Deutschen Metallarbeiterverbandes k. Berlin, 2. Juli. Die neee erledigte heute noch eine Reihe Be⸗ schwerden. Dann gab Rückert⸗Karlsruhe den Bericht für die Kommission, der die Anträge auf Wiedereinführung der aufgehobenen Unterstützungen liberwiesen waren. Die Kommission habe berücksichtigt, daß der Wunsch auf Wiedereinführung der Krankenunterstützung bei einem großen Teil der Mitglieder besteht. Sie wäre sich aber darüber klar, daß die Wiedereinführung in der gegenwärtigen Zeit nicht im vollen Umfange geschehen könne. Die Kommission beantrage darum,„die Erwerbslosenuntexstützung bei Kvankheit vom 1. August 1915 an in der Höhe der Hälfte der bisherigen Unterstützungssätze auf die Dauer von 20 Wochen bei 14tägiger Karenzzeit wieder einzuführen“. Eine Sbaepeenberun solle dies nicht sein, sondern nur ein Notgesetz für die Dauer des Kriegs. Dem Vorstand soll es überlassen bleiben, wenn es die Umstände gerechtfertigen, das Vorgeschlagene wieder außer Kraft zu setzen und die alten Sätze wieder zu gewähren. Die Kommission sei überzeugt, daß durch ihren Vorschlag der Verband nicht zu sehr belastet werde, sie bitte aber, alle weitergehenden An⸗ träge abzulehnen. Nach einer kurzen Diskussion nahm der Verbandstag den Antrag der Kommission mit großer Mehrheit an. Anträge, die Sperrung der Unterstützung bei Aussetzen betreffend, wurden abgelehnt. Zu⸗ stimmung fand noch folgender Antrag der Kommission: „Ausgesteuerte und noch nicht bezugsberechtigte zum Kriegs⸗ dienst eingezogene Mitglieder, die sich nach ihrer Entlassung aus dem Heeresdienst fristgemäß zum Verband wiederanmelden, können innerhalb sechs Wochen nach ihrer Entlassung bei Arbeitslosigkeit Unterstützung auf die Dauer von insgesamt vier Wochen beziehen. Ausgesteuerte erhalten die Unterstützung in der Höhe, die ihnen vor ihrem Einrücken zustand. Nichtbezugsberechtigte erhalten den niedrigsten Satz der Unterstützung bei Arbeitslosigkei Bein späteren Bezug von aufzurechnenden Unterstützungen kommen diese Unterstützungen nach den statutarischen Bestimmungen in Anrech⸗ nung.“ Für die Statutenberatungskommission gab hierauf Philipy⸗ Breslau einen Teilbericht. Die Kommission schlage vor, daß zu der 30⸗Pfennig⸗Beitragsklasse wie bisher Lehrlinge und jugendliche Ar⸗ beiter bis zu 18 Jahren, sowie weibliche Mitglieder gehören, in die 50⸗Pfennig⸗Klasse sollen Mitglieder, die weniger als 24 Mark wöchentlich verdienen, und in die 70-Pfennig⸗Klasse diejenigen, die mehr als 24 Mark verdienen, gehören. Wenn dies auch kein idealer Vorschlag sei, wäre er doch besser, als den Ortsverwaltungen die Entscheidung zu überlassen. Jedem männlichen Mitglied, das weni⸗ ger wie 24 Mark verdient, solle es frei stehen, in die 70-Pfg.⸗Klasse üüberzutveten und die weiblichen Mitglieder könnten in die 50-Pfg.⸗ Klasse eintreten. 0 Der Verbandstag beschließt, von einer Diskusston Abstand zu nehmen. Gegen wenige Stimmen wird dem Vorschlag der Statuten⸗ beratungskommission zugestimmt. Ueber den Punkt: Soziale Aufgaben während des Krieges und die Gewerkschaften sprach nun Verbandsvorsitzender Schlicke. Er führte aus, die dem deutschen Volke seit Ausbruch des Krieges erwachsenen sozialen Pflichten seien gar vielseitig und umfassend. Nicht nur die Absicht, während eines uns aufgezwungenen Kampfes durchzuhalten, son⸗ dern vielmehr die gerade bei Ausbruch des e momentan ein⸗ tretende Verwirrung mahnte gar zu deutlich daran, daß eine Einig⸗ keit des Volkes nur durch Anerkennung sozialer Ver⸗ pflichtungen auf die Dauer möglich sei. Diese hat aber zur Voraussetzung die Anerkennung voller Gleichberechtigung aller Mit⸗ glieder des Gemeinwesens. Eine Gleichberechtigung, die sich nicht nur auf Verteilung der Pflichten, sondern auch der Rechte erstreckt. Der Krieg hat wohl die Notwendigkeit der Uebernahme neuer sozialer Verpflichtungen grell beleuchtet, damit aber nicht die Vor⸗ urteile gegen diese Uebernahme beseitigen können. Noch heute sind zahlreiche mächtige Gegner vorhanden, die in jedem der großen Masse des arbeitenden Volkes gegebenen Zugeständnisse auf sozialem Gebiet eine Erweiterung der Rachte dieses Teils des Volkes befürch⸗ ten. In den ersten Tagen des Krieges schien volle Solidarität unter den Klassen des deutschen Volkes 5 zu bestehen, das Allgemein- wohl schien dem Einzelwohl voranzustehen. Es kam aber bald anders. Der Gemeinsinn weiter Kreise des Unternehmertums er⸗ wies sich als Schall und Rauch. Wie wenig gerade in der Zeit des Burgfriedens der Gemeinsinn des Unternehmertums bestätigt wurde, beweisen die trotz guten Ver⸗ diensten versuchten Akkordabzüge, Beseitigung von Zuschlägen für Ueberstunden und Sonntagsarbeit usw. Die Militärbehörden sahen sich dieserhalb gezwungen, den Grundsätzen für Betriebe mit Heeres⸗ lieferungen vor Ausnutzung des Ueberangebots von Arbeitskräften durch Lohndrückung zu warnen. Die Unternehmer versuchten ferner, Der Redner gab nun ein Bild der b tretenen enormen 5 5 Arbeitslofsigkeit. Der Reichskauzler habe anerkannt,„daß diejenigen unserer Volksgenossen, die der vor Not zu schützen.“ Er haben aber den enen diese Aufgabe zugeschoben. Die Regelung dieser Frage häste von Reichswegen erfolgen müssen. Die politische wie gewerkscha? Vertretung der Arbeiter habe sich die redlichste i gegebe 5 d drehen. Es könnte aber zweifellos auf di schehen, wenn sich die Arbeiter besser rühr in den Gemeinden nach dieser Richtung Das, was bisher geschehen sei, wäre herzlich en 200 viel von dem Gepräge verbef könne nur anders werden durch einheitliche Felsg für das ganze Reichsgebiet unter Anerkennung völliger Fer seichberechtigung. Mit der Erledigung der Frage der ßeitzosenversicherung hänge eng zusammen die Beobachtung des Mtsirktes und damit die 4 müsse, um ieperbslos gemacht, bräßchieben würden. und trage noch rstützung. Dies Arbeits vermittlung Auch diese Frage sei durch den Krieg in dcho teresses gerückt, von einer befriedigenden Lig aber so fern, wie die Arbe ersicherung. Die Frage ges, chen Regelung der Arbeit ittlung werde immer brender, fit allerdings des Unternehmertums, dafdurch ihre 1 ins Hintertreffen kommemmten, mmer größer 5 erung sei ja auf dicsom Gebiicht untitig geblieben, sie habe im Re mt des Innern eine Reichszentrale der Arbeitsweise errichtet, die ein plan näßiges Hand⸗ in Harbeiten der verschie⸗ denen Arbeitsnachweise ermöglichen solle. r auch diese Zentrale habe die in der Arbeitsvermittlung besteen Märgel nicht be⸗ seitigen können. Die Unternehmer wittertber Mergenluft und befürchteten eine Stärkung der Arbeiter durchaffung paritätischer Arbeitsnachweise. Das zeige sich auch aum Gebiet der sogen. Arbeitsgemeinschafte der paritätisch zusammengesegten Kriogsauisse, die sich die Er⸗ ledigugn aller schwe benden Fragen und allen Dingen die Schlichtung von Differenzen zur Aufgabe en. In der Metall⸗ industvie wären allerdings solche Arbeitsgenschaften gering. Die Erfahrung, die mau mit ihnen gemacht, schar keine allzuschlechten gewesen zu sein. Die Arbeitgeber würdey energisch gegen die Fortsetzung der während des Krieges gesenen Arbeitsgemein⸗ schatfen in der Friedenszeit wenden. Ihwange vor der gesetz⸗ lichen Anerkennung sozialer Gleichberechtig Derartige gemein⸗ same Kommissionen hätten auch auf anderewieten günstig wirken, die Regierung beraten können. Dann wächerlich guf dem Ge⸗ biete der Versorgung des Volkes mit Lebertteln, der Herstellung des Kriegsbedarfs usw. manche Maßmnahmeshr zugunsten der Ar⸗ beiterklasse ausgefallen. Die Unternehmeitten die durch den Krieg geschaffene Situation für sich ausgen Es sei ihnen in den weitaus meisten Fällen gelungen, für sne Behörden in Be⸗ wegung zu setzen. Das spreche aus allen assen, die sih immer gegen die Arbeiter wenden würden. Mit su Exlassen wäre viel Unruhe und Unzufriedenheit in die Reiher Arbeiter getragen worden. Die Unternehmer hätten sie gusge, bekannt seien ja die Drohungen der Einberufung zum Militär, dem Schlitzengraben usw. usw. In seinen weiteren Ausführungen verle Schlicke größeren Schutz für die Arbeitern, für die Mütter der künftigen Generation, für die jugendlichen Arbeiter. Er erhob dann die Forderung ngesetzlicher Fürsorge für die Kriegsbesigten. Diese Fürsorge müßte der Charakter der Vat genommen und an deren Stelle das Recht treten. Der Krieschädigte bedürfe be⸗ sonders der Beratung seiner Arbeitskolleg einer Interessenver⸗ tretung, an die die Unternehmer nicht he können. Dies alles zeige die Notwendigkeit der Einrichtung vlrbeitsgemeinschaften. Zum Schlusse betonte Redner: Wir ha keine Ursache, in die Behauptung einzustimmen, daß das soziammpfinden durch den Kriog in weite Kreise getragen und eim t geworden sei. Wir sehen an allen Maßnahmen der Regierungn Verhalten der Un⸗ ternehmer, welche Widerstände zu überwi sind. Wir fordern also vor allem: Arbeitslosenfürsorge nach Genter Systom noch während des Krieges, Arbeitsvermittlung paritätischer Grund⸗ lage, Einsetzung von Kriogsausschüssen. diese Forderungen durchzuführen, dürfen wir nicht ruhen nochen.(Lebh. Beifall.) Die Generalversammlung nimmt von e Aussprache Abstand. Einstimmig wird folgende Resolution angemen: Nach der Beendigung des Kriegesrden voraussichtlich viele Kriegsteilnehmer unter einer langeid schweren Arbeits⸗ losigkrit zu leiden haben. Diesen eine archende Uuterstützung zu sichern, betvachtet die 12. ordentliche(ralversammlung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes als Pflicht und als einen Akt der Dankbarkeit und Anerkennung. Die e erwarten den Gemeinden Deutschlands, die während des Krieges Arbeitslosenfürsorge eingeführt haben, daß sie diese Einrichtungange beibehalten, bis ihrer Stelle eine Arbeitslosenversicher auf keichsbe atze rundlage durchgeführt ist. Die Generalversammlung fordert in Gemeinden, die bis⸗ Einrichtungen 15 Unterstützung Arzloser nicht getroffen haben, die baldigste Einführung dieser Mahme. rund des In⸗ gestützt auf Bekanntmachungen der Militärverwaltung, die Frei⸗ Da nicht alle Gemeinden infolge der en Inanspruchnahme 3 der Arbeiter zu beschränken. ihrer Mittel in der Lage sind, die Kosther Einrichtung aus We.—. nc. ee dae 98* 2.—— n Diethelm von Buchenberg. Erzählung von Bertold Auerbach. „Hast du ein Trinkgeld bekommen?“ fragte N „Wißt nicht, von wem. Die Frau hat sich nicht sehen lassen, ein Schäfer und ein Soldat haben die Ballen abge— nommen.“ In einem Gemisch von Demut und Stolz sagte Diethelm, in die Tasche greifend:„Ich bin der Diethelm, bin selber Knecht gewesen und weiß, was ein Trinkgeld ist. Mein' Frau ist krank. Säh“(da), und er warf buchstäblich das Geld auf die Straße und fuhr davon. Diethelm schimpfte gegen Fränz über die Mutter, die ihn gewiß wieder„mit ihrem Gruchzen in der ganzen Welt verbrüllt habe“, und Fränz hatte darauf nichts zu erwidern. als daß das Verbleiben in der Stadt ja so schön gewesen sei. Trotz der Erwähnung dieses Säumnisses dachte keines von beiden daran, wie es Pflicht gewesen wäre, alsbald selbst heimzueilen und die Uebernahme der Einräumung selbst an— zuordnen, statt sie der Mutter über den Hals zu schicken. Fränz und Diethelm waren wie zwei Menschen, die, ohne es sich offen zu gestehen, daß sie ein Unrecht begangen, und doch dessen bewußt, gegen den losfahren, dessen Leiden ihnen den Spiegel ihres Tuns vorhält. Diethelm schwur, daß er nun der Mutetr das Manteltuch gar nicht gebe, sie habe es nicht verdient, und nur hierin beschwichtigte Fränz und deutete auf die Kränklichkeit und das daraus folgende grämliche Wesen der Mutter hin. Nun waren sie wieder beide wohlge— mut, denn sie konnten jeden vorkommenden Vorwurf mit mitleidigem Achselzucken von sich weisen. Am Waldrand in der Mitte des Weges erhob sich eine Staubwolke, und als die Fahrenden näher kamen, zeigte sich eine große Herde Schafe. Der Schäfer kannte Diethelm und sagte, daß er am Abend in Buchenberg sein werde, und lobte überaus die eingekaufte Herde. Diethelm empfahl ihm, ruhi— gen Trieb zu halten, und warf auch ihm ein Geldstück zu. „Das ist alles unser,“ sagte Diethelm dann mit triumphierender Miene zu Fränz. und mit Stolz wies er weiter hinaus, wo wieder eine Herde in einer Staubwolke sich zeigte, und es war ihm, als ob nirgends Raum genug wäre und auf allen Wegen sich sein Reichtum ausbreitete, mit dem er Hohes, Umübersehbares erobern wollte. Mit Behagen er— zählte er zum hundertsten Male der Fränz, wie er vor dreißig Jahren mit dem Stabe in der Hand und neun Kreuzern in der Tasche nach Buchenberg gekommen sei, und wie er jetzt auftrete und noch höher hinaus ie.„Und alles nur für dich und für die Meinigen in Letzweiler,“ schloß er und redete nun Fränz ins Gewissen, daß sie den Schäfer Munde, der jetzt daheim gewiß auf sie warte, ein- für allemal aufgeben müsse. Fränz erklärte sich hierzu bereitwillig, sie spottete über die Liebschaft mit Munde als über ein Kinderspiel, f. nannte ihn ein an Pfennigwirtschaft gewöhntes Schäferle und sagte geradezu, daß sie nur noch in reichen Verhältnissen leben und sich nicht plagen möge wie eine Viehmagd. An der sogenannten kalten Herberge auf der Anhöhe standen noch drei beladene Wollwagen. Diethelm stieg ab und hörte, daß diese Fuhren für ihn seien; er ließ nun den Fuhrleuten auftischen nach Herzenslust, beschenkte die Armen und Wanderburschen, die sich wie gerufen eingestellt hatten, und gebärdete sich überhaupt, als ob er einen großen Schatz gefunden und Geld für ihn gar keinen Wert habe. Er freute sich des dankenden Lobes von den Fuhrleuten und horchte aus dem Verschlag hinaus nach der großen Stube, denn er wußte wohl, daß die Leute dort den Ruf im Lande machen. Es war aber nicht allein dieser Ruhm, der ihn erfreute: er hatte seine Lust an der Freigebigkeit st; dieses Aufleben der Beschenkten durch die Gabe, dieserleuchten des Ant⸗ litzes gleich dem glänzenden Aufsprosseiner Pflanze nach erfrischendem Regen, das tat ihm im Irsten wohl. Sinnliche Naturen, das heißt soledie mit mächtigen Trieben ausgestattet sind, neigen auch iht zu Freigebigkeit und Wohltätigkeit: das Mitgefühl iasch erregbar, und jener dunkle Zusammenhang mit deriußenwelt offenbart sich in Leid und Lust. Was man die Gerzigkeit nennt und mit Recht hoch hält, wird durch solchen sprung nicht aufge⸗ löst: die Sonne freier Erkenntnis färlie Frucht, der aus dunklem Grunde der Saft zuströmt. Diethelm empfand eine wahre Gleligkeit in der An schauung und in dem Gedanken, wie e er labte und er⸗ quickte. Der Wein mundete vortrefflich, upa einmal aus Ver- sehen ausgespannt war und die Frau Hause gewiß kein 25 bereitet hatte, ließ es sich Dieth, trotzdem es noch o früh am Tage war, trefflich schmn; zankte nun die Fran daheim, so hatte er doch vorgesorund der Wein gab Mut zu allem. Der Wirt äußerte inpseliger Weise seine Freude über die Einkehr Diethelms urrzählte, wie es ihn schon lange verdrossen habe, daß er inr ohne einzukehren vorbeigefahren sei.„Freilich,“ setzte hinzu,„früher hat das Haus kein Ansehen gehabt, aber t, seitdem ich neu⸗ gebaut habe, besuchen mich die Herrscken aus der Stadt.“ „Hast deswegen neugebaut?“ Nein, ich hab' müssen, ich bin jagebrannt.“ „So“ sagte Diethelm und stürzter volles Glas hinab. „Bist versichert gewesen?“ „Darüber könnt' ich nicht klagen, Kaufmann Gäbler auf dem Markte hat mir den Schemel urm Tisch vergütet. [Fortsetzung folgt. * 6 eigenen Kräften zu bestveiten, fordert die Generalversammlung die Bereitstellung von Mitteln durch das Reich. f Albert Stuber, Eßlingen. Karl Severing, Bieleseld. Dieser Resolution soll als Zusatz angefügt werden:„Aus an⸗ deren Kassen gewährte Unterstützungen dürfen auf die Arbeitslosen, unterstützung aus städtischen Mitteln nicht angerechnet werden.“ 9 0 einem Antrage zugestimmt, der fordert, daß die gesetz⸗ lichen Schutzbestummungen für Frauen und Mädchen wieder in Kraft setzt werden. 5 N neber den nächsten Internationalen Metallarbei⸗ terkongreß, der für 1916 mach Wien geplant ist, sprach kurz Schlicke. Er hält es für notwendig, Delegierte für diese Tagung zu bestimmen. Der Vorstand halte es für seine Pflicht, die Inter⸗ nationale unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. Die General⸗ versammlung stimmte diesem zu und wählte 10 Delegierte zu dem Internationalen Kongreß. 5 Die Verhandlungen wurden hierauf vertagt. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. — Stadtverordnetenversammlung. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde endlich der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1915/16 unter Dach gebracht, nach⸗ dem bereits ein volles Viertel des Jahres verstrichen ist. Man darf wohl sagen, daß in der Gießener Stadtvertretung selten ein Voranschlag so gründlich durchgearbeitet wurde, als dieser. Die Steuererhöhung wurde nach dem Antrage des Sberbürgermeisters beschlossen; der Antrag der 2. Kommis—⸗ sion, die beantragt hatte, die Einkommensteuer auf 155 Pro- zent und die Steuer auf Vermögenswerte auf 24 Pfg. für je 100 Mk. festzusetzen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 12 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Ebenfalls der Ablehnung verfielen die Anträge unserer Genossen betreffend die Be— seitigung des Oktrois auf Brennmaterial und Freilassung der Einkommen unter 900 Mk. Dafür stimmten nur Krumm, Orbig und Vetters. Für die Steuerzahler ergibt sich das Unangenehme, daß in diesem Monat, sobald die Steuerzettel herauskommen, zwei Ziele Steuern auf einmal bezahlt wer⸗ den müssen. 4 In der Sitzung waren anwesend: Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Huhn, Jann, Krumm, Leib, Orbig, Petri, Plank, Schaffstädt, Simon, Professor Sommer, Vetters, Professor Wimmenauer, Winn. Der Oberbürgermeister teilt den Antrag der 2. Kommission mit, der dahin geht, daß 1. bei verschiedenen Titeln des Voranschlags Streichungen von insgesamt 27 000 Mk. vorgenommen werden pollen; 2. die notwendigen Gemeindesteuern so zu verteilen, daß 155 Prozent Zuschlag zur staatlichen Einkommenstener und 24 Pfg. für je 100 Mk. Vermögenssteuerwerte erhoben wer⸗ den sollen. Der Oberbürgermeister weist auf die rechtliche Wirkung hin, die der Antrag im Falle seiner Annahme habe; nicht nur das Ministerium des Innern, sondern auch das Finanzministerium müsse dazu die Genehmigung erteilen. Redner lehnt den Antrag ab und die Verantwortung im Falle seiner Annahme. Man könne z. B. nicht die Straßen in schlechtem Zustande lassen. In Gießen wurden bisher die Vermögen mehr geschont, als in anderen hessischen Städten. Man solle das bisherige Verhältnis beibehalten; sonst würde mit Recht Unzufriedenheit Platz greifen, wenn das Vermögen geschont und die Arbeitseinkommen mehr belastet würden. Beigeordneter Grünewald wünscht, daß die Kommission ein Referat erstatten solle. Das geschieht durch Stadtv. Petri, der erklärt, daß die Kommission die Notwendigkeit erkannt habe, den Hausbesitz zu schonen. Auch das Bau— gewerbe liege darnieder, was eine Folge der hohen Grund— steuer sei. Die gerechteste Steuer sei die auf das Einkom⸗ men, deshalb habe die Kommission die mitgeteilten Anträge beschlossen und ersuche die Versammlung, diesem Beschluß beizutreten.— Vetters legt seine von der Mehrheit der Kommission abweichende Ansicht dar. Die erwähnten Ab⸗ striche seien so gering, daß sie beim Steuerausschlag nicht wesentlich ins Gewicht fallen, deshalb habe er dagegen ge⸗ stimmt. Außerdem komme in Betracht, daß die Streichung bei der Straßenbeleuchtung auch bei der Einnahme des Elektrizitätswerkes wieder abgesetzt werden müsse und somit habe man nichts gewonnen. Er müsse sich auch gegen die ven der Kommission beantragte Verteilung der Steuer er— klären, die tatsächlich eine Begünstigung der Vermögen dar— stelle. Verschiedenc Kollegen weisen nur immer auf den ver⸗ schuldeten Hausbesitzer hin; es kommen aber doch noch andere Steuerzahler in Betracht, sehr vermögende Personen und ferner juristische Personen, Aktiengesellschaften usw., bei denen die Steuer gar nicht ins Gewicht falle.— Simon führt die Steuerziffern mehrerer Gießener Grundbesitzer an, die auf 15 bis 5 Mk. Einkommen schon 1 Mk. an Steuer zu entrichten hätten. Die Hausbesitzer müßten am meisten bluten; sie seien infolgedessen zum Teil nicht in der Lage, die Häyser instand zu halten.— Schaffstädt meint, der Oberbürgermeister solle nicht immer die Verantwortung gleich eblehnen, wenn mal nicht in seinem Sinne beschlossen würde.— Hierauf wird zur Abstimmung geschritten und es wird zunächst über die Anträge von Krumm, Orbig und Vetters betr. Aufhebung des Oktroi auf Brennmaterial und Freilassung der Einkommen unter 900 Mk. abgestimmt. Beide Anträge werden gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt.— Die Abstimmung über den Antrag der 2. Kommission ist auf Antrag Krumms eine namentliche. Er wird mit 12 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmen: Faber, Huhn, Jann, Petri, Plank, Schaffstädt, Simon, Winn. Dagegen: Dr. Ebel, Eichenauer, Krumm, Leib, Orbig, Prof. Sommer, Vetters, Prof. Wimmenauer, Oberbürgermeister Keller, Beigeordnete Emmelius, Grüne— wald.— Der Antrag der 1. Kommission wird darauf mit 13 gegen 7 Stimmen angenommen.— Auf eine Anfrage Vetters wegen der Teuerungszulage für die städtischen Arbeiter erwidert der Oberbürgermeister, daß er in der nächsten Sitzung darüber Vorlage machen werde. — Wahlverein Gießen. Nächsten Montag, 12. Juli, hält der Wahlverein seine regelmäßige Mitgliederversamm— lung ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag von Parteisekretr Neumann Offenbach über die politische Lage. Es darf wohl erwartet werden, daß die Versammlung, die wie gewöhnlich um 9 Uhr beginnt, zahlreich besucht wird. — Brotmarken⸗Ausgabe. Kommenden Samstag findet in den bisher üblichen Stunden— vormittags 8—12 und nachmittags 2—6 Uhr— die Ausgabe der für die Zeit vom 12. bis 25. Juli gültigen Brotmarken an den bekannten Aus⸗ gabestellen statt. Umschläge der Hefte sind mitzubringen. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wilhelm Stroh aus Dannenrod, Kr. Alsfeld.— Mus⸗ ketier Heinrich Diehl aus Otterbach, Kr. Alsfeld, Inf. Regt. 223. — Signale ber Feuersirenen. Bei Fliegerangriffen und bei Großfeuer werden nach einer Bekanntmachung des Polizeiamts Gießen folgende Signale durch die Feuersirenen gegeben: 1. Wenn das Herannahen eines feindlichen Fliegers gemeldet wird: Signal: zweimaliges Ertönen der Feuer⸗ sirenen je 15 Sekunden lang. 2. Wenn gemeldet wird, daß die Gefahr vorüber ist: Signal; einmaliges Ertönen der Feuersirenen 15 Sekunden lang. Bei Ausbruch von Großfeuer ist das Signal: zwei⸗ maliges Ertönen der Feuersirenen je drei Minuten lang. 9275 e werden nach Ablauf von 5 und 10 Minuten wie⸗ erholt. „Daß feindliche Flieger bis nach Gießen kommen, um es anzu⸗ greifen, ist nicht sehr wahrscheinlich. — Den schlechten Geschmack alter Kartoffeln zu beseitigen, soll folgendes Verfahren ermöglichen: Man wasche die ungeschälten Kartoffeln mittels einer Bürste rein vom anhaftenden Staub der Erde, entferne auch die vorhandenen Wurzeltriebe. Dann setze man die Kartoffeln mit kaltem Wasser auf den Herd. Sobald sie an⸗ fangen zu sieden, gieße man das heiße Wasser weg und statt des⸗ selben kaltes an die Kartoffeln, die nun in diesem gar gekocht wer⸗ den. Sie verlieren dabei den Geruch und schmecken rein und gut.— Ja, das Rezept mag vielleicht gut sein, aber dabei muß das Wasser zweimal gekocht werden und es kostet daher erheblich mehr Brenn⸗ material. — Die Gemälde⸗Sammlung, die von Herrn Bock-Berlin der Stadt Gießen gestiftet wurde, gelangt bereits jetzt zur Ausstellung und zwar im Saale des Kunstvereins im Turmhause am Brand. Morgen wird die Sammlung von den Stadtverordneten besichtigt und 5 dann voraussichtlich dem Zutritt des Publikums frei⸗ gegeben. — Oeffentliche Bücherhalle. Im Juni wurden 2054 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1116, Zeitschriften 14m, Jugendschriften 230, Gedichte und Dramen 35, Literaturgeschichte 16, Länder- und Völkerkunde 50, Kulturgeschichte 33, Geschichte und Biographien 135, Kunstgeschichte 24, Natur⸗ wissenschaft und Technologie 85, Heer⸗ und Seewesen 26, Haus⸗ und Landwirtschaft 17, Gesundheitslehre 10, Religion und Philosophie 43, Staatswissenschaft 38, Sprachwissenschaft 19, Fremdsprachliches 36 Bände. Nach auswärts kamen 75 Bände. Kreis Wetzlar. n Verstorbener Parteigenosse. Vorige Woche verstarb im Re⸗ servelazarett in Wetzlar der Landsturmmann Theodor Gaup. Er befand sich erst seit wenigen Wochen im Felde, mußte aber wegen einer schweren Erkrankung in das Lazarett gebracht werden, wo er der Krankheit erlag. Gaup war in Leipzig ansässig und dort Gauleiter des Malerverbandes. Durch seinen Tod erleidet der Malerverband einen schweren Verlust. In den neunziger Jahren war er Geschäftsführer der Filiale Leipzig und wurde später zur Leitung des 5. Bezirks berufen. Er ist nur 42 Jahre alt 1 Am Montag nachmittag erfolgte die Beerdigung in etzlar. Vom Barfußlaufen. Der preußische Kultusminister gibt be⸗ kannt:„Es ist zu meiner Kenntnis gekommen, daß kürzlich Kindern einer Landschule von ihrem Lehrer verboten worden ist, barfuß zur Schule zu kommen. Ein derartiges Verbot mag in Friedenszeiten in Fällen, in denen eine besondere Veranlassung dazu vorliegt, ge⸗ rechtfertigt sein. Während der Kriegszeit ist— zumal auf dem Lande und in ländlichen Verhältnissen— von einem solchen Verbot schon deshalb abzusehen, weil es den Eltern wegen der gesteigerten Preise nicht immer leicht fallen wird, ihre Kinder mit dem not⸗ wendigen Schuhwerk zu versorgen.“ „ Eisenbahner⸗Tod. Gestern vormittag ereignete sich im Bahn⸗ hofe Burgsolms ein tödlicher Unglücksfall. Der Schrankenwärter Friedr. Heinz aus Burgsolms wollte ein Päck⸗ chen abnehmen, das aus einem in der Abfahrt befindlichen Zuge herausgereicht wurde. Als er zu dem Zwecke die Gleise überschritt, wurde er von einem herankommenden Triebwagen überfahren und sofort getötet. Heinz stand schon viele Jahre im Bahndienst. Vermischtes. Ein Reichstagsabgeordneter vermißt. Nach einer Blättermeldung wird der Zentrumsabgeordnete Imbusch, der als Unteroffizier der Landwehr gegen die Russen ge⸗ kämpft hat, seit längerer Zeit vermißt. Man weiß nur, daß er in einem Gefecht am 7. Dezember v. Is. verwundet worden ist. Seit⸗ dem ist nichts mehr von ihm bekannt geworden. Großfeuer in den ostelbischen Spritwerken. Durch Blitzschlag geriet dem Berl. Tagbl. zufolge ein Tank des ostelbischen Spritwerkes in Brand. Oobwohl die Feuerwehr mit 14 Rohrleitungen tätig war, war bisher ein Ablöschen nicht möglich. Rund 1000 Liter Spiritus werden ausbrennen. Zugabsturz von einer Brücke. Reuter meldet aus Tacome(Washington): Sämtliche Wagen eines Zuges der Chieago-Milwaukee and St. Paul⸗Eisenbahn, mit Ausnahme eines einzigen Wagens, sind von einer Brücke bei Ramier herabgestürzt. Wie verlautet, sind viele Menschen getötet und ver⸗ wundet worden. 700 000 faule Eier. Bei der schweizerischen Eisenbahnstation Egnach am Bodensee dient gegenwärtig das seit Jahren unbenützt und leer stehende Fabrikgebäude der ehemaligen Milchstederei als Stapelplatz für Lebensmittel und andere Güter der Bundesbahnen. Letzter Tage waren dort auch zwei seit Wochen unterwegs gewesene Waggons mit bulgarischen Eiern angelangt, die rund 360 Doppelzentuer Eier enthielten, von denen aber nach der Untersuchung infolge des langen Transports sich 80 Prozent als faul erwiesen. So mußten zirka 300 Zentner oder rund 700 000 Eier vernichtet werden. Sie wur⸗ den den Bauern zur Jauchebereitung übergeben; ein Landwirt führte mit einer einzigen Fuhre vierzig Doppelzentner heim.— Muß das ein feiner Geruch gewesen sein! Schotten, 4. Juli. Ein Teil des Oberwaldes zwischen dem Taufstein und Herchenhain steht in Flammen. Infolge der herr⸗ schenden Trockenheit liefert das in großer Menge vorhandene dürre Unterholz dem Brande immer neue Nahrung. Die Feuerwehren der umliegenden Orte wurden alarmiert. Die Entstehungsursache des Brandes ist bis jetzt unbekannt. a Aus dem Vogelsberg, 5. Juli. Das ist der Krieg! Wie tief der Völkerkrieg in das Leben jeder Familie einschnoidet, davon wer⸗ den wieder zwei erschütternde Beispiele bekannt. In Schlierba ch verlor eine junge Frau ihven Gatten und die drei Brüder auf dem Schlachtfelde. Aus Schmerz über diese Verluste machte sie jetzt auch ihrem Leben durch Vergiftung ein Ende.— Von zehn Söhnen, die der Taglöhner Adam Wahl aus dem Dörfchen Vonhausen ins Feld ziehen sehen mußte, starben bis jetzt vier. Grauenvolle Zeit! —— Telegramme. Lagtsberict des Hrofen Haupttuurtierz Französische Angriffe abgeschlagen. Eine russische Waldbefestigung erstürmt. W. B. Großes Hauptquartier, 6. Juli, vorm.(Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Nachts wurden zwei französische Angriffe auf Le Eparges abgewiesen. Die Beute des Erfolges im Priesterwalde hat sich um 1 Feldgeschütz und 3 Maschinengewehre erhöht. Außerden fiel ein Pionierpark mit zahlreichem Material in unsere Hand. Unsere Flieger griffen den Flugplatz Corcie ux östlich von Epinal und ein französisches Lager am Breitschild östlich von Krüt in den Vogesen an. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heute am frühen Morgen wurde der stark befestigte Wald südlich Biale-Bloto(westlich der Strecke Su walk i Kalwarja) erstürmt. Dabei nahmen wir etwa 500 Russen gefangen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage bei den deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung. 0 55**** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Vier italieuische Korps zurückgeschlagen. Furchtbare Verluste des Feindes. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe im Görzischen, die in den letzten Tagen immer größeren Umfang angenommen hatten, entwickelten sich gesterr durch den allgemeinen Angriff der italienischen 3. Armee zur Schlacht. Etwa vier feindliche Korps gingen unter mächtiger Artillerieunterstützung gegen unsere Front vom Görzer Brückenkopf bis zum Meere vor. Sie wurden voll⸗ ständig zurückgeschlagen und erlitten furchtbare Verluste. Dank der öber alles Lob erhabenen Haltung unserer vortrefflichen kriegsgewandten Truppen, besonders der tapferen Infanterie, blieben alle unsere Stellungen unverändert in unseren Händen. So halten die Helden an der Südwestgrenze der Mo⸗ narchie starke und treue Wacht gegen die Ueberzahl des Feindes. Sie können des Dankes aller Völker ihres Vaterlandes und der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armeen sicher sein. Am mittleren Jsonzo, im Krngebiet und an den übriger Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet. Die Verfolgungskämpfe bei Kras nik. Bisher 11500 Gefangene. Wien, 6. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaut⸗ bart: 6. Juli 1915, mittags. Nussischer Kriegsschauplatz. Durch die Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand in der zweiten Schlacht bei Krasnik geworfen, ziehen sich die Russen i nördlicher und nordöstlicher Richtung zurück. Die Armee des 5 5 auf 41 Offiziere, 11 500 Mann 1er Aas 300 Franzosen erhöht. ö Am Bug und in Ostgalizien ist die eiten ändert. jesterwalde) An der Zlota⸗Lipa und am Dnjestr herrscht Ruhe. ⸗zengriff 1 — Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes von Höfer, Feldmarschalleutnant. Die beunruhigten Russen. Kopenhagen, 6. Juli. Die Beunruhigung des russischen Volkes über die wahre Kriegslage, von der nur ein Teil von der Presse veröffentlicht werden darf, greift immer mehr um sich. Dem Rußki Invalid gingen zahlreiche anonyme Drohbriefe zu, worin verlangt wird, daß die Heimlichtuerei jetzt ein Ende habe, und die Kriegs⸗ lage wie sie tatsächlich sei, geschildert werden müsse. Zu dieser Be⸗ unruhigung trägt noch die Bekanntmachung des Gouverneurs von Lublin bei, wonach alle Männer für den Fall, daß das russische Heer geschlagen wird, von der Behörde gezwungen werden, ins Innere Rußlands abzureisen. Sie werden aufgefordert, der Anordnung des Gouverneurs streng zu folgen, damit sie nicht in die Hände der Feinde fallen und diesen zur Ergänzung seiner Truppen dienen. Der türkische Bericht. Konstankinopel, 6. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der KLaukasusfront verfolgen wir die von un serm rechten Flügel zurückgeschlagene feindliche Kavallerie. An der Dardanellenfront versenkte am 4. Juli nachmittags ein deutsches Unterseebbot vor Sedd⸗ül⸗Bahr einen großen französischen Trausportdampfer mit zwei Schornsteinen. Der Dampfer ging nach drei Mi⸗ nuten unter. An der Nordgruppe wollte der Feind in der Nacht zum 4. Juli nach lebhaftem Gewehrfeuer gegen unseren rechien Flügel starke Aufklärungsabteilungen vor⸗ rücken lassen, die wir zurückwarfen. Bei der Südgruppe sprengte unsere Artillerie am 4. Juli ein feindliches Munitionsklager in die Luft und rief in den feindlichen Batterien einen Brand hervor. Die Explosion dezimierte die feindlichen Soldaten, die herbeieilten, um das Feuer zu läschen. An der Iralfront gegen Bassorah wurde eine feind⸗ liche Truppenabteilung, die mit der Euphratbahn befördert wurde, von unseren Truppen und Freiwilligen in die Flucht geschlagen. Der Feind ließ über 60 Tote zurück, darunter einen Major und zwei andere Offiziere. Auf der Flucht führte der Feind auch zwei mit seinen Verwündeten gefüllte Fahrzeuge weg. Wir erbeuteten eine Menge Gewehre und Munition. Auf diese Weise haben wir die englische Un⸗ ternehmung in dieser Gegend in einen Rückzug ver⸗ wandelt, der unter dem Schutze der auf dem Flußlaufe be. findlichen englischen Kanonenboote ausgeführt wurde. Auf den ubrigen Fronten nichts von Bedeutung. Deutsche uUnterseeboote im Aegäischen Meer. T. U. Athen, 6. Juli. Nachrichten über das Erscheinen von sieben deutschen Unterseebooten großen Typs im Aegä⸗ ischen Meer rusen große Befürchtungen in den Kreisen der dorthin geschickten Marinestreitkräfte hervor, da sich im Laufe * der Unternehmungen gezeigt hat, daß die einzig wirkungs⸗ volle Schutzmaßnahme gegen die Unterseeboote die Zurück⸗ ziehung aller großen Schiffseinheiten sei. Eine öftere Wie⸗ derholung dieser Taktik vor den Dardanellen würde aber nach Ansicht von Fachleuten für die verbündete Landarmee auf Gallipoli ein katastrophales Ende bedeuten. Cin französisches Truppentrans portschiff torpediert und vernichtet. a T. U. Konstantinopel, 6. Juli. Ein französisches Trans⸗ porischif, wurde gestern vor den Dardanellen von einem deutschen Unterseeboot torpediert. Es war ein großes Schiff, welches etwa 1500 Mann an Bord hatte. Wieviel davon ge— rettet wurden, konnte bisher nicht festgestellt werden. An⸗ scheinend sind viele Menschenleben verloren gegangen, da das Schiff schuell sank. Beschießung des dentschen Konsulats in Alexandrette. Konstantinopel, 6. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Der französische Panzerkreuzer„Jeanne d Arc“, der gestern in den Hafen von Alexandrette einfuhr, sandte durch einen jungen Schiffer, den er an der syrischen Küste gefangen hatte, einen Brief an den Vize⸗ gouverneur mit der Aufforderung, die Flagge des deutschen Konsulats niederzuholen. Nachdem die Behörden sich weigerten, bombardierte der Kreuzer das Konsulat, indem er 15 Gra⸗ naten abfeuerte. Das Fahnentuch wurde unversehrt in Sicherheit gebracht. Der Mast blieb aufgepflanzt. Der„Jeanne d'Are“ ent⸗ fernte sich hierauf. Es ist dies nun das zweite Mal, daß ein solcher Versuch unternommen worden ist. 8 Maiseille, 6. Juli.“(Ctr. Frkft.) Havas. Der Dampfer„An⸗ mam“ ist von den Dardanellen am Montag nach Marseille zurück⸗ gekehrt. In den ersten Tagen des Mai lag der„Annam“ bei Kap Helles vor Anker und löschte eine Ladung, als eine türkische Batterie das Feuer auf ihn eröffnete. Vier Granaten trafen das Schiff. Das erste Geschoß demolierte die Kommando⸗ brücke, zwei andere fielen in den Schiffsraum, und das vierte spaltete das Deck des Schiffes unterhalb der Wasserlinie. Doch konnte das Leck abgedichtet werden. Der„Annam“ lichtete die Anker und fuhr außer Schußweite, worauf seine Havarie repariert wurde. Von der Besatzung wurde niemand verwundet. Die Arbeit der U-Boote. Paris, 6. Juli. Amtliche Mitteilung des ministers: Der französische Dampfer„Carthage“ wurde am Sonntag bei Cap Helles von einem Unterseebvot torpediert und versenkt. 66 Mann wurden gerettet, 6 sind ver— schollen. Die Havas⸗Nachricht aus Marseille von der Torpedie⸗ rung des„Carthage“ durch ein deutsches Unterseeboot rief hier große Erregung hervor. Das Schiff gehörte der Mittel— meerflotte der„Companie transatlantiqe“ an und war vom ir den Transport von Truppen und Material für Marine⸗ — 2 zeditionskorks in der Levante requiriert. 2. arseille am 24. Juni mit der Ladung verlassen. einer g betrug 96 Mann. % Juli. Reuter meldet aus Pouillac: Hier ist das ö sschiff„Juan“ mit 7 Mann des Schvoners„Giron⸗ uimmen, der auf der Fahrt nach England mit einer dein ssant in den Grund gebohrt worden ist. W. B. Nichtamtlich.) Die Besatzung des von t versenkten Dampfers„Craigara“ ist ndet. Besorgnisse um Riga. Kopenhagen, 4. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Unsicherheit der russischen Behörden über das Schicksal der Stadt Riga be⸗ weist die Mitteilung der Rigaschen Zeitung, daß in den letzten Tagen sämtliche Gefängnisse geräumt worden sind. Aus den temporären Gefängnissen für Zwangssträflinge wurden 223 Sträflinge nach Pfkow befördert. Eine Abteilung von 65 Ver⸗ brechern wurde aus dem Zentralgefängnis nach Petersburg und weitere 150 Häftlinge wurden nach Rybinsk geschickt. Geräumt sind auch das Gouvernementsgefängnis in der Zitadelle und das Gou— vernementsgefängnis in der Kalugaschen Straße. Die meisten dieser Sträflinge werden nach dem Innern transportiert. Die Rigaschen Zeitungen berichten ferner, daß eine Kontrolle der Passa— giere, die in Riga ankommen, gestern auch auf dem Hauptbahn⸗ hof begonnen hat. Die mit den Zügen in Riga eintreffenden Passagiere werden in den unteren Räumen des Bahnhofs auf ihre Legitimationen und Dokumente hin kontrolliert. Die Prüfung wird von der Gendarmerie vorgenommen. Die Bahnhöfe in Thorens⸗ berg und Sassenhof sind eingezäunt worden, so daß die Passagiere, die in Riga eintreffen, und auf diesen Bahnhöfen aussteigen, zu ihrer Kontrolle nur die Ausgänge durch die Schranke benutzen können. Zur Ausfahrt von Riga erhält das Publikum Be⸗ scheinigungen ohne Stempelgebühr der Gouvernementskanzlei.— Die englischen Dampfer, die sich seit Ausbruch des Krieges im Rigaschen Hafen aufhalten, verlassen demnächst Riga und begeben sich nach Petersburg.— Vier Rigasche Hafenkutter werden von Riga nach Archangelsk abgesandt werden. g Portugal soll helfen. Aus Kopenhagen wird berichtet, daß aufs neue über die Mög⸗ 55 eines Eingreifens Portugals in den Krieg zwischen Frank⸗ reich und England Verhandlungen geführt werden. England ver⸗ langte bekanntlich bereits in einem Memorandum vom 10. Oktober von Portugal den Anschluß an die Alliierten; England wünschte da⸗ mals von Portugal namentlich Artillerieverstärkungen und die Ent⸗ sendung einer Division Truppen aller Waffenarten. Die Fleischversorgung Londons. London, 6. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Fleischver— sorgung Londons ist in dem am 30. Juni abgelaufenen Jahre um 25 000 Tonnen oder um 11,8 Prozent hinter dem Vorjahre zurück— geblieben. Spaltung in der südafrikauischen Arbeiterpartei“ London, 6. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Die Mor— ning Post meldet aus Kapstadt: Der Rücktritt des Vertreters von Kimberley(Arbeiterpartei) wegen einer unpatriotischen Rede des Parteiführers Andrews deutet auf eine Spaltung hin. Die Arbeitervertreter des Randgebietes stellen den Klassenkampf allen anderen Rücksichten voran. Die anderen Mitglieder der Arbeiterpartei haben sich bis jetzt nicht ge— äußert. Schiffszusammenstoß. Stockholm, 6. Juli.(T. U.) Die hiesige Reederei des Ozean⸗ Dampfers„Oskar II“ erhielt vom Kapitän dieses Dampfers ein Telegvamm aus Stornoway, worin mitgeteilt wird, daß„Oskar II“, der sich auf der Rückreise von Südamerika befand und mit Baum⸗ wolle, Kaffee und Extrakte befrachtet war, 180 Seemeilen westlich! von der nördlichen Küste der Hebriden einen Zusammenstoß hatte. Nach dem Aftonbladed war es ein englisches Kriegsschiff, das das Fahrzeug angerammt hätte. Der Wert des Dampfers mit Ladung beträgt etwa eine Million Kronen. Sowohl die Dampfkessel wie der Feuerraum war mit Wasser überfüllt, als die Besatzung das sinkende Schiff verließ. Der Anschlag gegen Morgan. Newyork, 5. Juli. Holt, der Morgan schwer verwun⸗ dete und die Bombe in die Senatsräume zu Washington legte, ist ein extremer Friedensschwärmer, der die Aufmerk⸗ samkeit der Amerikaner auf die Sündhaftigkeit der Waffen⸗ ausfuhr lenken und den allgemeinen Frieden herbeizuführen bezweckte. Die Presse hält ihn für irrsinnig, indessen betonen einige Blätter, die deutsche Propaganda hier habe Holt den Kopf verdreht; die Grundursache sei aber der Krieg, welcher sogenante„Cranks“ dutzendweise auftreten läßt. Beispiels⸗ weise wurden gestern zwei Personen wegen Drohbriefen an Wilson verhaftet, auch Graf Bernstorff erhält Hunderte. g(Frankf. Ztg.) Newyork, 6. Juli.(W. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Gestern kurz vor Mitternacht machte Holt, der den Anschlag auf Morgan verübte, einen Selbstmordversuch, indem er sich die linke Schlag⸗ ader zu öffnen versuchte. Porteigenosen! Oerhessische Volkozeitung! Die Marklpreise für Vieh und Fruche 99 l und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 5. Juli 1915. Schlachtviehpreise iu Frankfurt a. M. Fleischpreise in Gieß en Ochsen 50 kg Schlachtgewicht 115 136 Mk.] ½ kg 120124 Pfg. Gale, eee Schweine ½„ 13 135—145„ ½„ 156000„ Getreidepreise in Mannheim. Brotpreise in Gießen 100 ß 29.55 Mk. Höchstpreis] Weißbrot 2 kg Pfg. 5 Höchstpreis] Schwarzbrot 2„ 71„ Städtischer Wohnungsnachweis Gießen. Es sind zu vermieten:. 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern mit Zentralheizung, 5 Wohnungen von 5 Zimmern, 6 Wohnungen von 4—5 Zimmern, 5 Wohnungen von 3 Zimmern, 7 Wohnungen von 2 Zimmern, 5 Wohnungen von 1 Zimmer, 2 Laden räume mit je 1 Zimmer, 1 Lager⸗ oder Fabrikraum, 3 Lagerräume mit 1 Arbeitsraum, 5 möblierie Zimmer, davon 2 nebeneinanderliegende, 1 leeres Zimmer. Zu mieten gesucht: 27 Wohnungen von 1—7 Zimmern. Brotmarken⸗Ausgabe. Die Ausgabe der für die Zeit vom 12. Juli bis 25. Juli 1915 gültigen Brotmarkenhefte findet statt: Samstag, den 10. Juli d. Js., von 8—12 und 2—6 Uhr. Ausweiskarte, die Umschläge der alten Markenhefte und etwa nicht verbrauchte Brotmarken sind mitzubringen. 1 Gießen, den 7. Juli 1915. 1 F Der Oberbürgermeister.„ Keller. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Weizen Roggen Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Es können eingestellt werden: a) bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Gärtner, 1 Heizungsmonteur, 1 Bauschlosser, 3 Elektromon⸗ teure, 1 Kraftfahrer, 1 Buchbinder, 1 Wagner, 5 Maurer, 5 Erd⸗ arbeiter, 2 Hausburschen, 3 kräftige Arbeiter, 2 Küchenburschen. . b) bei auswärtigen Arbeitgebern: 4 landwirtschaftliche Arbeiter und Knechte, 10 Dreher, 2 Schreiner, 5 Schmiede, 15 Schlosser, 1 Elektromonteur, 5 Sattler, 5 Spengler, 1 Buchbinder, 2 Zimmerleute, 2 Sägewerksarbeiter, 10 Arbeiter für Fabrik, 1 Hausbursche, 1 landw. Dienstmädchen. Es suchen Arbeit: 1 Geschäftsführer, 1 Anstreicher, 1 Schuhmacher, 15 Putz⸗ und Lauffrauen, 1 Modistin, 1 Verkäuferin, 1 Schreibgehilfin, 1 Heizer, 5 Arbeiter, 5 Hausburschen, 2 Büglerinnen, 1 jüng. Dienstmädchen. Konrad Krämer in Leusel, 71 Jahre alt.— Verstorbene. g D stets und überall nur die über 20 Jahre bestehende deutsche Marke Sturmvogel. 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