* r 2 — „ . n t 2 U Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelgzeile oder deren Naum 15 Pie. Bei atößeren Aufträgen Ra att. Anzeigen wolle man bis abends 7 Kr für die folgende Nummer m der Expedition aufgeben 10. Jahrgang eltkrieg. Obere rgan für die Juteressen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 7 Die Oberbessische Volkssenune erschernt jeden Werktag Abend in Sießen Der Abonnements preis beträgt wöchentlich 15 Pfg. monatlich 0 Wfa. emschl. Bringerlohn Durch die Bost bezogen viertelijäbrl.1 ME 2472 3 Nedaktien und Expedition Gießen, Babnbofstraße 23, Ecke Löwengasse. Televbon 2008. Gießen, Freitag, den 29. Jaunar 1915 4 Amerika und der 3 1 r. 24 „ — * S — a * * — Die amerikanische„Neutralität“. In Europa lebende amerikanische Bürger haben ein Protest Commitee gebildet, welches den folgenden beredten Aufruf erläßt: . Wix, Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika richten diesen Aufruf im Namen der Gerechtigkeit und Menschlichkeit, im Namen der Neutralität und des zukünftigen Friedens an unser Volk, an die gesetzgebenden Körperschaften und an die Regierung unseres Landes, auf daß die Ausfuhr jedweder Waffe und jedes Lotes Pulver aus unserer Heimat verhindert werde, die bestimmt sind, dem Menschenmorde in Europa zu dienen. Wir erkennen zwar die Tatsache an, daß ein solcher Export seitens privater Firmen nach dem Buchstaben des Gesetzes zulässig ist, wissen aber dessenungeachtet, daß unsere Exekutive und Gesetzgebung einer solchen Ausfuhr Einhalt gebieten können, wenn sie entschlossen die Bahn strengster Neutralität be⸗ treten, einer Neutralität, die durchdrungen ist vom Geiste der Rechtschaffenheit und sich stützt auf die öffentliche Meinung. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat die Gewährung eines Kriegsdarlehns an Frankreich verhindert, und hierdurch hat unser Land sich selbst vorgeschrieben, was recht und billig ist. Diese selbstgeschafsene Norm verpflichtet uns vor dem Gesetz und vor dem Urteil der ganzen Welt, eine Neutralität einzuhalten, die rechtlich wie moralisch unaufechtbar ist. Nie in der Geschichte der Völker sind Aufträge von so riesen⸗ haftem Umfange von irgend einem Lande übernommen worden wie die, welche Amerika zur Zeit anfertigt, um die Fortführung des europäischen Krieges zu ermöglichen. Ist Ihnen diese Tatsache bekannte Wo bleiben unsere Friedens⸗Gesellschaften? Wo bleiben unsere Frauen⸗Organisationen? Wo bleiben unsere Kirchen⸗ Gemeinden? Gleichviel wem wir Amerikaner als Individuen oder als Nation unsere politische Zuneigung entgegenbringen, bisher ist es eine Tatsache gewesen, daß wir als Nation an erster und führender Stelle die Friedensbewegungen der Welte gefördert haben. Sind wir gewillt, auf unsern Vorrang als Friedensstifter zu verzichten? 5 Die internationalen Geschäftsverbindungen zwischen unserem Vaterland und Europa sind ausgedehnte und freundschaftliche ge⸗ wesen. Wir protestieren gegen ihre Vernichtung zugunsten einiger Weniger. Sollen wir um eines vorübergehenden Geschäftsprofites willen unauslöschlichen Haß künftiger Geschlechter auf uns laden? Menschenalter werden den Makel, mit dem wir uns beflecken, nicht zu tilgen vermögen! Auf grauenvollen Schlachtfeldern sterben Menschen für ihre Ideale; und wir sollten nicht wirken und Opfer bringen können für unser Ideal, den guten Namen Amerikas? — aus unseren Fabriken nicht nur nach England, Frank⸗ reich und Rußland, sondern auch nach Japan! Wir unter⸗ stlitzen dadurch nicht nur die Rüstungen der Europäer gegenein⸗ ander, wir geben damit auch fremden Völkern Kampfmittel Geschieht das im Einverständ⸗ Man mache sich ein — — — 2 2 2 1 — — — . 2 2 — . 2 2 — — — 2 2 — 8 1 2 2 — 2 E 2 = 5 822 D* 8 EI 3 D 8 8 8 8 — 2 D — S längert wird.. f Amerikas unbegrenzter Vorrat an totbringenden Werkzeugen wird eine unabsehbare Hinausdehnung dieses Menschenmordens bewirken. 5 5 f Wenn sich die Wetterwolken des Krieges verzogen haben. wolrd unser eignes Land mit dem Blute unserer europäischen Brlider besudelt sein! Unsere auf militärischem Gebiet de kacto be⸗ stehende Teilnahme an die sem Krieg wird Europa zwingen, seinen letzten Mann einzusetzen! 2. Wir protestieren im Namen der Verwandtschaft und der Ehre aller Völker: wir protestieren im Namen der leidenden Frauen: wir protestieren im Namen der hilflosen Kinder; wir protestieren im Namen aller lebenden Wesen gegen die Mitschuld unseres Landes an dieser Menschenschlächterel. 5 Es ist unser Glaube, daß unser Volk nicht gewillt ist, dem Vermächtnis der Rechtschaffenheit zu entsagen, das ihm von den Pilarim⸗Vätern überkommen ist. Es ist unser Glaube, daß unser Polk den Willen hegt, sein politisches Ansehen als Vorkämpfer des Friedens zu wahren: es ist unser Glaube. daß jetzt oder nie die Zeit zum Handeln gekomemn ist! In diesem Glauben richten wir unseren Protest und unseren Appell an jeden Ameri⸗ kaner, der sein Vaterland liebt und dem das Wohl der Welt am Herzen liegt. 45. Unterzeichnet von den in Europa ansässigen Amerikanern, deren Unterschristen an die Bundesbehörde in Washington gesandt werden. 3 Die Unterschriften werden in Holland, Dänemark, Secrieden. Norwegen, Spanien, Italien, Oesterreich-Ungaru und in der Schweiß seit einiger Zeit durch besondere Ausschüsse aesammelt. Um dem Protest eine möglichst intensive Wirkung zu sigtern, ist er an über 7000 Personen und Gesellschaften in den. Vereinigten Staaten gesaudt worden, zuerst an den Präsidensen Wilson, an 0 Staatssekretär des Auswärtigen Brnan, an alle Mitaliedar. 977 Senats und des Repräsentantenhauses, alle Gouverneure, ee Geistliche, Universitätsprofessoren usw., an über 2000 mahrhaf neutrale Zeitungen, alle Frauenvereine, Friedensgesellschaften⸗ Logen, Geheimgesellschaften, Handelskammern u. a. Nicht nur in Gewehre, Kanonen, Patronen, Dynamit und Bomben gehen! Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten sammelt das American Protest Commitee Unterschriften von gleichgesinnten Landsleuten. Gleichzeitig mit dieser Massenkundgebung sind in den politischen Kreisen Washingtons die Friedensgesellschaften und Frauenorganisationen sowie hervorragende Geistliche am Werk. * Die Vossische Zeitung schreibt über die Flanderns durch amerikanische Waffen: Zum Dank dafür, daß England Amerikas Handel und zum Teil unterbindet, liefert Amerika den Engländern Waffen, wodurch diese in den Stand gesetzt werden, die flandri⸗ schen Küstenstädte zu zerstören. Während die amerikanischen Zeit⸗ ungen unausgesetzt über die angebliche Verwüstung Belgiens durch die Deutschen jammern, senden sie den Engländern säglich ganze Schiffsladungen von Granaten, welche die schönen Badeorte Seebrügge, Blankenberghe, Ostende, Middelkerke, Westende, Lom⸗ bartzyde und viele andere teils schon vernichtet haben, teils weiter vernichten sollen. „Wenn die Deutschen eine von den Franzosen zur Deckung oder Ausspähung benutzte Kirche bombardieren, kommt bie ganze moralische Entrüstung Anglo-Amerikas zum Ausdruck, wenn aber England erklärt, sein Ziel sei, 65 Millionen Menschen auszuhungern, sowie den Handel, von dem ein großer Teil dieser 65 Millionen Menschen nach dem Kriege leben würde, zu zer⸗ stören, so beeilt sich Amerika, durch Waffenlieferungen die Er⸗ reichung dieses hohen Zieles zu begünstigen. Nach der Moral der amerikanischen Blätter ist aber das Bombardement militärisch be⸗ nutzter kirchlicher Bauten barbarisch und jeder Entrüstung wert, dagegen der Versuch der Aushungerung von 65 Millionen Men⸗ schen höchst anglo⸗moralisch und deshalb jeder Unterstützung würdig. 15 2 N Die fehlenden Verluftlisten in Frankreich. Paris, 27. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Wie der Temps meldet, antwortete der Kriegsminister Müllerand guf das Erxsuchen der Liga für Menschen rechte um Veröffentlichung amtlicher Verlustlisten, der Zeitpunkt für die Veröffentlichung sei noch nicht gekommen, da die Regierung annehme, daß eine große Anzahl Soldaten gefallen sei, ohne daß hierüber volle Gewißheit bestehe. Viele seien zweifellos auch unter den Händen des Feindes gestorben, welcher nur mit großer Verspätung und wahrscheinlich ungenaue Nachrichten übermittle. Durch Irrtümer könnten aber die Familien unnötigerweise in Trauer versetzt werden. Sobald die Umstände es erlauben, werde die Regierung die Listen veröffentlichen. „Man täuscht uns, man betrügt uns“. (Ctr. Frkft.) Die Agence Havas teilt Zerstörung belästigt die schlimmsten Andeutungen und leumdungen enthält, wird von geheimnisvollen Händen von Haus zu Haus getragen. Gegen solche niederträchtige Hand⸗ lungen gibt es nur eine Maßregel. Die gerichtliche Unter⸗ suchung ist eingeleitet worden, um den Urhebern und Mit⸗ helfern dieser Verbreitung nachzuforschen. Alle, die sich daran beteiligten, werden mit der strengsten Strafe belegt werden.“ Die Wahrheit über die Helgoländer Seeschlacht. Der Frankf. Ztg. wird aus Berlin geschrieben: 5. Ueber die Seeschlacht bei Helgoland liegen jetzt Einzelheiten vor. Danach ergibt sich, daß England vergebens in seinen Berich⸗ ten es so darzustellen suchte, als sei das Seegefecht zu Ungunsten Deutschlands und zu Gunsten der englischen Marine ausgelaufen, als hätte nur die deutsche Marine Verluste und nicht auch die eng⸗ lische. Denn es ist einwandfrei durch die deutschen Schiffe sestge⸗ stellt worden, und zwar durch drei einwandfreie Stellen, daß au ch ein englischer Schlachtkreuzer zum Sinken ge⸗ bracht worden ist. Das Gesecht hat sich etwa so abgespielt, daß von deutscher Seite vier Panzerkreuser, eine Anzahl kleine Kreuzer und zwei Torpedobootsflottillen aus der deutschen Bucht auslaufend den Kurs gegen die englische Küste nahmen. Wahr⸗ scheinlich werden den Panzerkreugzern die leichteren Streitkräfte zur Aufklärung vorausgefahren sein, wähvend die Torpedobootsstreit⸗ kräfte bei den großen Kreuzern zurürkblieben. Plötzlich wurde ein englischer Schiffsverband gesichtet, der den Kurs von England aus nach Deutschland hin nahm und offenbar patrouil⸗ lierte. Bei einem Abstand von etwa 120 Seemeilen von Helgoland sichteten die deutschen Schiffe das englische Geschwader. Der deutsche Admiral des Kreuzergeschwaders, Hipper, nahm sofort einen Kurs in südöstlichr Richtung, offenbar um den Gegner nach der deutschen Küste heranzuziehen, wo vielleicht in der Nähe von Helgoland die deutschen Mittel der Scekriegsührung Geltung kommen konnten, als auf offener See. Meiten an Helgoland heran. auf eine Entfernung von etwa 70 9 eröffnete der „Als die Gegner sich gesichtet hatten, Admiral sofort das Feuer. der seine Flagge auf der„Seydlitz“ gesetzt hatte, e ö unmittelbar. Die deutsche Schlachtfront war so, daß„Seydlitz“ der Spitze fuhr und„Blücher“ den Schluß bildete. begann, fernt. legene an über eine Die englischen Streitkräfte verfügten höchstens 25 schwader mit mindestens 28 Seemeilen bei allen Schiffen rechnen konnte. Obwohl auf englischer Seite diese überlegene Geschwindig⸗ leit vorhanden war, hatte der Gegner zunächst nicht versucht, näher 1 naukommen. Erst bei Schluß des Gesechts war die Entfernung. en den beiden kämpfenden Geschzwadern auf 15 Kilometer her⸗ ken. Der Feind richtete sein Feuer anscheinend sofort sehr stark auf das Schlußschiff„Blücher“, um dieses, das ihm als das schwüchste erschien nieder zu kämpfen. Der„Blücher“ erlitt bald eine Maschinenhavarie und mußte zurückbleiben. Die übrigen deutschen Schiffe setzten aber ingwischen das Gefecht fort und konnten sich nicht weiter um den zurückbleibenden„Blücher“ kümmern. Der„Blücher“ legte sich über, feuerte aber trotzdem kräftig wei f die feindliche Linie. Diese Gelegenheit des Zit⸗ rickbleibe gten die englischen leichteren Streitkräfte, vor allen Dingen die englischen Torpedoboote, um sich dem„Blücher“ zu nähern, zumal dieser wegen feiner Schiffslage nicht imstande war, von allen seinen Geschützen noch Gebrauch zu machen. Den englischen Torpedobooten gelang es, unserm„Blücher“ den Todes⸗ stuß zu versetzen. Um 12 Uhr 37 Minuten sah man auf ihm eine heftige Explosion und dann versank das Schiff in die Tiefe. Es ist aber sicher und unbestreitbar festgestellt, daß der„Blücher“, noch ehe er zum Sinken gebracht werden konnte, zwei englische Torpedobootszerstörer in den Grund bohrte. Ein weiterer englischer Torpedobootszerstörer würde von einem unserer Unterseeboote vernichtet. Die englischen leichten Streitkräfte näherten sich, nachdem ste den„Blücher“ niedergekämpft hatten, der Stelle, wo er in den Grund gesunken war, und nahmen die Ueberlebenden auf. N deutschen Schiffen. die sich inzwischen von dem„Blücher“ weiter entfernt hatten, war es nicht möglich, sich an dem Rettungswerk zu beteiligen. Das Gefecht wurde schließlich von dem englischen Admiral abgebrochen. Der Grund hierfür ist nicht veche ersichtlich. Vielleicht befürchtete der englische Admiral, der auf der „Lion“ seine Flagge gesetzt hatte die Anwesenheit deutscher Unter⸗ seeboote, oder was noch wahrscheinlicher ist, vielleicht wurde er ver⸗ anlaßt, den Kampf abzubrechen, weil das zweite Schiff 55 einer Kampffront ausgeschieden war. Um dieses Schiff zu retten, brachen vielleicht die Engländer das Gefecht ab. Es ist festgestellt, daß auf dem ersten Schiffe der feindlichen Limie eine recht erhebliche Schlagseite vorhanden war Das Schiff lag stark über. Auf dem zweiten Schiffe entstand bald ein großer Brand. Das erste Schiff war der„Lion“, das zweite Schiff der„Tiger“. Auch miissen sonst bei den englischen Schiffen erhebliche Havarien eingetreten sein, denn die feindliche Linie war zum Schluß des Kampfes auseinandergerissen und in zwei Gruppen zerteilt. Das Auseinanserfallen der englischen Schl g linie läßt darauf schließen, daß schwere Maschinenhava⸗ rien eingetreten sein müssen. Weiter steht fest, daß ein eng⸗ lissches Linienschiff zurückbleiben mußte und ganz aus der Schlachtlinie ausfiel. Eines unserer deutschen Torpodo⸗ boote, das ebenfalls wegen eines kleinen Maschinendefektes zurück⸗ bleiben mußte, sah plötzlich in dem Pulverdampf vor sich ein eng⸗ liches Linienschiff auftauchen, das bereits überltegend war. Dem deutschen Torpedoboot, das übrigens heil und unversehrt nach House zurückgekommen ist, gelang es, auf dieses überliegende Schiff zwei günstige Torpedoschüsse abzufeuern, die den englischen Schlachtkreuzer zum Sinken brachten. 5 Dieses Sinken ist einwandfrei beobachtet worden: non dem Torpedoboot, das ihm den Todesstoß beigebracht, von unserem Panzerkreuzer„Moltke“ und von dem unser Geschwader begleitenden Zeppelinkreuzer. Vielleicht war dieser Verlust des einen englischen Schlachtkreuzers auch mit eine Veraulassung für den englischen Admiral, das Gefecht abzubrechen. Die leichten Streitkräfte, die die großen Schiffe begleiteten, sind auf beiden Seiten nicht weiter in Aktion getveten. Ebenso haben die Torpedo⸗ boote, abgesehen von den beiden oben erwähnten Fällen, nicht in die Schlacht eingegriffen. 5 . Seegefecht zieht, so steht in verstärktem Maße zur In dieser Kurs⸗ richtung verlief nun das Seegefecht, das etwa drei Stunden dauerte, nach der deutschen Bucht zu, und die Kämpfe des Schiffes kamen bis englische Der deutsche Admiral Hipper, widerte Als der Kaanpf waren die Gegner etwa 20 Kilometer von n ent⸗ ilber⸗ Geschwündigleit, denn der deutsche Admiral mußte auf den alten Panzerkreuzer„Blücher“ Rücksicht nehmen, der nur Seemeilen fahren konnte, während das englische Ge⸗ Wenn man das Resultat aus dem 6 zweifelsohne fest, daß die englischen Verluste größer sind als die deutschen, denn auf deutscher Seite ist nur der veraltete„Blücher“ gesunken mit seinen 16 000 Tonnen, gegenüber dem verlorenen modernen Schlachtkreuzer mit 28 000 Tonnen. Auch sonst haben die deutschen Schiffe unter dem englischen Feuer nur; sehr wenig gelitten. Nur ein. Schiff hat einen Volltreffer erhalten. der ge⸗ ringen Materialschaden und einige Menschenverluste herbeigeführt hat. Von den deutschen Torpedobooten ist, um das gegenüber den englischen Berichten festzustellen, weder eins gesunßen, noch irgend eins irgend eine Beschädigung oder Menschenverluste zu verzeichnen. Von den deutschen kleinen Kreuzern hat nur einer eine Schußverletzung erfahren, die unbedeutend ist und die uns zwei Tote zugefügt hat. Auf der englischen Seite sind dagegen, abgesehen von dem lüntergang des modernen Schlachtschisses, starke Materialschäden sestgestellt worden und zwar mit völliger Sicherhekt. Aus den englischen Berichten geht ja hervor, daß de. Schlachtschiff„Lion“ einen Unterwassertreffer er⸗ halten hat, der Las Vollaufen einiger Abteilungen zur Folge hatte. so daß das ff von der„Indomitable“ abgeschleypt werden mußte. Auch dem Schlachtkreuzer„Tiger“ sind nach englischen Berichten 10 Tote und 11 Verwundete vorhanden. Das beweist. daß unsere Schüsse hinter den Panzerschutz eingedrungen sind, und wahrscheinlich außerdem noch einen großen Materialschaden ver⸗ ursacht haben. Weiter haben die Engländer, wie ebenfalls eim⸗ wandfrei Jfestgestellt ist, drei Torpedoboote verloren und dazu kommt weiter, daß der englische Torpedobootsgerstörer„Meteor! nach englischen Berichten ßo schwer beschädigt worden ist. daß er ebenfalls ins Schlepptau genommen werden mußte. Daß auf deutscher Seite der Name des untergogangenen englischen Schlachte zs nicht sestgestellt werden konnte, hängt mit der großen Eutsernung zusamamen, in der sich die modernen Scckämpfe abzuspielen pflegen. Natsirlich werden die Esighi — e deutschen Fest⸗ ht den Sieg den davongetragen hätten. Das müssen sie tun, weil bei den neutralen Staaten der Glaube bereits zu wanken begonnen hat, als ob Eng⸗ lond der Alleinbeherrscher aller Meere sei. Aber die neutralen Staaten werden bei der Einschätzung der englischen Nachrichten sicher nicht vergessen, daß England bis jetzt den Untergang des „Audacious“ noch nicht zugogeben hat, obwohl auch dieser englische Verlust einwandfrei und zwar von neutraler Seite festgestellt wer⸗ den konnte. Nussischer Munitions mangel. Aus dem österreichischen Kriegspressequartier meldet die B. Z.: Uebereinstimmende Meldungen von Artillerieoffizieren be⸗ sagen, daß bei der russischen Artillerie immermehr Munitions⸗ mangel in die Erscheinung trete. Bei den letzten Artillerie⸗ kämpfen wurde konstatiert, daß die Russen diesem Mangel durch Verwendung alter Munition abzuhelfen versuchen. Der Krieg im Orient. Die Kämpfe im Kaukasus. Konstantinopel, 27. Jan.(W. B.) Amtlicher Be⸗ richt des Hauptquartiers: Im Kaukasus rückten unsere Truppen, von neuem zur Offensive über ⸗ gehend, in der Richtung auf Oly vor. Petersburg, 27. Jan.(W. B.) Amtlicher Bericht der Kaukasus⸗Armee: In der Gegend jenseits des Tschorok und in der Richtung Olty fanden Kämpfe von unter⸗ geordneter Bedeutung statt. An den übrigen Teilen der Front sind keine Aenderungen eingetreten. Ein mikalückter Landungsversuch. Konstantinopel, 26. Jan.(W. B. Nichtamtlich) Am 23. De⸗ zember hat der englische Kreuzer„Doris“ einen Landungsversuch in der Umgegend von Alexandrette gemacht. Die Engländer wur⸗ den aber gezwungen, sich unter dem Feuer unserer Küstenwache zu⸗ rückzuziehen und verloren sieben Tote. China und Japan. Petersburg, 27. Jan.(Ctr. Frkft.) Wie die Peters⸗ burger Telegraphen⸗Agentur aus Peking meldet, hat Chin. am 14. Januar die Abberufung der japanischen Truppen aus der Provinz Schantung verlangt. Japan hat jedoch die Räumung des genannten Gebiets ver ⸗ weigert mit der Begründung, daß der Krieg mit Deutsch⸗ land fortdauere. Das japonische Kriegsbudget. Aus Tokio wird halbamtlich gemeldet: Der Kriegsminister und der Marineminister fordern zusammen für das erste Halbjahr 1015 Sonderkredite im Betrage von 28 Millionen Yen. Sozialdemokratische Pflicht. Die Pariser Humanite hat jüngst erneut die gute Be⸗ handlung der französischen Gefangenen in Deutschland festgestellt. Ausnahmen kämen vor, aber jedes Abweichen von der Regel werde von den Behörden ge⸗ ahndet. Das sozialistische Blatt tritt damit jenen Schwind⸗ lern entgegen, die immer wieder von dem entsetzlichen Los der Franzosen in Deutschland erzählen. Es erkennt offenbar, daß die Verbreitung solcher Nachrichten nicht nur un⸗ moralisch, sondern auch gefährlich ist. Läßt sich eine Regierung unter ihrem Eindruck zu Repressalien be⸗ stimmen, so ist nichts gewisser, als daß ihr Vorgehen den Feind zu Vergeltungsmaßregeln veranlaßt und am Ende sind die Gefangenen auf beiden Seiten die Leidtragenden. Das sollten aber auch alle die bedenken, die Gerüchte über die Mißhandlung deutscher Gefangener in Frank⸗ reich verbreiten. Keinen Augenblick zweifeln wir, daß solche Fälle vorkommen, aber wir haben auch soviel Beweise von seinem sehr korrekten Verhalten gegenüber unseren Landsleuten, daß es uns ganz und gar unangebracht scheint, einzelne Gemeinheiten als typisch hinzustellen. Etrfreulicherweise wendet sich die Humanité gegen eine allgemeine Verbreitung der amtlichen Berichte über die deutschen Greuel. Der Temps hat den Geschmack besessen, diesen Bericht als Lesebuch für die Schulen vorzuschlagen, damit die Kleinen schon den nötigen Haß gegen die Feinde Frankreichs in sich aufnehmen. Dar⸗ stellungen, die unter ganz unkontrollierbaren Bedingungen zustande gekommen sind, sollen zur Würde von Dokumenten mit unwiderstehlicher Beweiskraft erhoben werden. Wenn die Humanits solchen Versuchen, den Haß zu verewigen, ent⸗ gegentritt, so erfüllt sie eine der vornehmsten sozialistischen Pflichten, die Pflicht, denen das Handwerk zu legen, die die Kriegsbegeisterung wachhalten wollen, in dem sie den Gegner zum Verbrecher stempeln. Parlamentsfrieden im Krieg. Aus Paris, 20. Januar, wird uns geschrieben: Das Parlament funktioniert wieder. Aber welcher Unter⸗ schied zu den sonst so lebhaften und kampflustigen französt en Parlamentsverhandlungen. Bisher gab es alles in allem drei Kammersitzungen von je einer halben Stunde. In acht Tagen wird wieder eine Sitzung stattfinden. Der Senat hat überhaupt erst eine Sitzung abgehalten. Das Parlament will hübsch artig und brav sein. Solange der Krieg dauern wird, wird im Parla⸗ ment Frieden herrschen. 8 Nicht gerade„tiefer“ Frieden, denn dieser Frieden ist nur ganz oberflächlich. Hinter den Kulissen rumort es, ohne daß man deshalb diese hinter verschlossenen Kommissionstüren ausgetragene Konflikte tragisch zu nehmen braucht. Das Parlament bemüht sich so sehr, seden ernsten Konflikt zu vermeiden, oder ihm die Schärfe zu nehmen, daß es ernstlich Gefahr läuft, seine Tätigkeit auf ein bedeutungsloses Geflüster zu beschränken. Man will nicht nur dem Auslande keine Gelegenheit geben, auf innere Zwistigkeiten zu rechnen— eine solche Rechnung wäre ganz falsch— man will auch der Reaktion jeden Vorwand nehmen, über das Parlament herzuziehen. Denn natürlich war das Parlament der Sündenbock für die Niederlagen im August. Manche vereinfachten oder ver⸗ einfachen die Verleumdung und sagen:„Das ist die Schuld der Sozialisten!“ Das Fehlen der schweren Artillerie, die Lücken in der Ausrüstung zu Beginn der Feindseligkeiten wurden den Geanern der dreijährigen Dienstzeit in die Schuhe geschoben. Es läßt sich sehr leicht das Gegenteil nachweisen; abgesehen davon, daß die Verlängerung des Kasernendienstes Frankreich nicht einen Soldaten mehr gab. Auf diese in der Bevölkerung kolportierte Verleumdung gab Herr Deschanel die Antwort, als er in seiner Antrittsrede sagte: „Wenn das Parlament gewußt hätte, wenn es gewagt hätte, würde sich Frankreich besser befinden.“ Es sieht jedenfalls nicht so aus, als ob das Parlament jetzt wagen würde, das Programm, das ihm der Kammerpräsident zeichnete, in Angriff zu nehmen. Doch warten wir's ab. Es soll keineswegs damit gesagt sein, daß das Parlament bis⸗ her nichts getan hätte, oder daß alles sich in holder Eintracht abge⸗ spielt hätte. Aber die ziemlich lebhaften Auseinandersetzungen in den Kommissionen sind für die Augen des Profanen fast unsichtbar. Sie betrafen vor allem drei Dinge: die Vorherrschaft des Parlaments, die Zensur und den militärischen Sanitätsdienst. Die Vorherrschaft des Parlaments, die in Frankreich eigent⸗ lich keine Frage sein sollte, war anläßlich des möglichen Kompe⸗ tenzkonfliktes mit der Militärbehörde zum Austrag gekommen. Etwa 180 Parlamentarier stehen im Militärdienst und sie be⸗ kamen natürlich zur Ausübung ihres Mandates Urlaub. Nun soll oder kann die ordentliche Session fünf Monate dauern. Unter den Parlamentariern gibt es viele Offiziere d. R., sogar Generäle, die wieder Dienst genommen haben. Haben diese einer Einberufung der Heeresleitung Folge zu leisten, oder geht die Parlamentspflicht vor? Die Parlamentarier— denn die Entscheidung lieat natürlich bei ihnen allein— haben sich in letzterem Sinne entschieden. Die Zensur ist eine heikle Sache, über die schon viel Tinte unnütz vergossen worden ist, denn die allmächtige Zensur streicht einfach, was ihr nicht behagt. Am 4. August beschloß das Parla⸗ ment ein Gelegenheitsgesetz, das alle Informationen militäri⸗ scher oder diplomatischer Natur, die dem Feinde nützen, oder die Bevölkerung beunruhigen könnten, mit schweren Strafen belegt. Daraus ist eine allgemeine Präventivzensur entstanden. Kein Mensch könnte sagen— schon weil es die Zensur nicht er⸗ lauben würde— wie das kam. Jedenfalls ist sie da. Ihre füngste Tat ift die Unterdrückung einer sozialdemokratischen Tageszeitung, die seit 3½ Monaten in Paris in russischer Sprache erschien. Uebrigens scheint die französische Presse diese Erdrosselung der Kritik des Zarismus ganz natürlich zu finden.— Die Verhand⸗ lungen über die Zensur sind noch nicht beendet. Jedenfalls hat Gen. Varenne auf Grund eines Fraktsonsbeschlusses das ihm an⸗ gebotene Amt des Oberzensoren abgelehnt.— Wegen des Sanitätsdienstes wäre es beinalle zu einem ernst⸗ baften Konflikt gekommen. Die zuständige Kammerkommission wollte sich nämlich in Gruppen teilen, um die Lazarette zu besuchen. Der Kriegsminister wollte nur zwei Mann zusassen, mas die Kom⸗ mission, mit Streik drohend, rundweg ablehnte. Der Krieas⸗ minister hat sich schließlich in das Unvermeidliche der ernsthaften Parlamentskontrolle gefügt. Wie man sieht, hat das Parlament bisher sich mit der Wahrung seiner Rechte befaßt. Jetzt wird es sie auszuüben haben. Die Haltung der Vereinigten Staaten. Furcht vor Japan? Wien, 27. Jan.(Ctr. Frkft.) Die Neue Freie Presse bringt eine interessante diplomatische Information über die amerikanische Konterbandeaktion. Diese sei nicht Selbstzweck, sondern das Mittel eines Druckes zur Ver⸗ hütung japanischer Hilfe für die Tripelentente, d fast schon ausgemacht gewesen sei. Amerika befürchtet Japan den Kaufpreis seiner Hilfe zur Schaffung ei kolossalen Flotte verwendet hätte. Die Aktion se gelungen. Die japanische Hilfe käme nicht mehr in Fre ob jedoch die öffentliche Meinung Amerikas mit dem Er der Scheinaktion zufrieden sei, bleibe ungewiß. 5 Infolge der Bewegung deutscher und irisch Wähler, die die Neutralitätsfrage aufwerfen, Staatssekretär Bryan eine lange Note heraus, die den Pr denten Wilson gegen die Anklage, nicht unparteiisch genug zu sein, in Schutz nimmt. Er zählt verschiedene Fälle auf, in denen er Frankreich und England aufgefordert habe, von, gewissen Handlungen gegen Deutschamerikaner abzustehen, und erklärt auch, daß die britische Ueberlegenheit zur See die einzige wirkliche Grundlage der Klagen bilde. 10 Die Antwort Bryans auf den Brief des Abgeord Stone wird naturgemäß von den englischen Blättern großer Freude begrüßt. Seine Darlegungen darüber, daß die Vereinigten Staaten nicht gezwungen werden könnten auch nicht die Absicht hätten, die Ausfuhr von Kriegs kontrebande nach den Entente-Ländern zu untersagen un seine Erklärung, daß Kriegskontrebande nach allen Ländern gleichmäßig durchgelassen werde, und daß es Sache dieser Mächte felbst sei, den Transport in Feindesland zu verhindern, wird von der Times mit großem Enthusiasmus gewürdigt. 3 Die deutschen Kriegsgefangenen in Japan. Das Japan Chronicle vom 3. Dezember 1914 berichtet: 8 Sonntag, den 22. November drängten sich große Mensche massen am Bahnhof von Shinagawa leiner Vorstadt von Toki um die deutschen Kriegsgefangenen zu sehen, die nach dem Hong⸗ wanji⸗Tempel im Stadtviertel Asakusa gebracht werden sollten. Der Zug traf eben vor Sonnenuntergang ein. Der Bahnhofsplatz liegt nahe der See und hier war die Menge, die sich zum Empfang der neuen Gäste versammelt hatte, so dicht, daß sich niemand rühren konnte. Aus allen Fenstern streckten sich Köpfe wie junge Vöge aus ihren Nesternn. Hier und da hörte man lautes Rufen aus der Menge und die Stimmen der Polizisten und Soldaten. Auf de Bahnsteig hatte sich mit anderen der Vizepräsident der Staat bahnen eingefunden und dort rschte völlige Ruhe. Die deutschen Kriegsgefangenen traten in Reih und Glied an und trugen 105 Kleidersäcke und Wolldecken. Einer unter ihnen namens Riero( erregte besondere Aufmerksamkeit, da er sich bei dem Nachtangriff von Schontansan ausgezeichnet hatte. Eine junge Dame verteilte Blumensträuße mit angehesteten deutschen Grüßen, was viel Auf⸗ merksamkeit erregte und der Menge besonders zu gefallen schien. Große Teilnahme erregte ein etwa fünfzehnjähriger Deutscher, ebenso eine deutsche Dame, die mit einem Kinde auf dem Arm neben den Gefangenen herging. 1 Nach Verlauf einer halben Stunde marschierten die Soldaten aus dem Bahnhof und die Polizei hatte große Mühe, Ordnung zu halten, da jeder die Gefangenen sehen wollte. Diese fuhren mit de Straßenbahn durch die dicht belebten Straßen zum Hongwanfi⸗ Tempel. Es war ein sehr belebtes Bild und einige der Krieg gefangenen winkten mit den Blumensträußen aus den Fenstern d⸗ Wagen.„Sie sehen eher aus wie Vergnügungsreisende als w Gefangene“, sagte einer der Zuschauer. Das war eine zutreffende Bemerkung. Ich freute mich, daß das japanische Volk seine Kriegs gefangenen gut behandelt und wir hoffen aufrichtig, daß sie während ihres erzwungenen Aufenthaltes in unserem Lande einen Eindruck der japanischen Großmut bekommen werden. 5 Umsturz der Eigentumsordnung. Die bürgerliche Presse spricht, soweit wir sehen, ei stimmig ihre Zustimmung zur Einführung des Reichsgetreide⸗ monopols aus. Die liberale Presse hat ihre sonst üblichen, Bedenken gegen die staatliche Einschränkung des„freien“ Wirtschaftsverkehrs vollständig überwunden; sie wie auch die konservative Presse spricht sogar vielfach ihr Bedauern darüber aus, daß diese Maßregel nicht schon früher gekommen ist, ja die agrarische Deutsche Tageszeitung kündigt sogar an, daß man nach dem Kriege etwas schärfer und dringender nach den Gründen werde fragen müssen, die zu dieser Verzögerung geführt haben. Die Kreuzzeitung nennt die Bundesrats⸗ verordnung„ein neues Stück allgemeiner Wehrpflicht, der 0 sich niemand entziehen kann.“ 1 Einen Versuch, das Problem etwas tiefer zu fassen, finden wir im Berliner Lokalanzeiger. Dieser nennt die neue Verordnung„das erste wirtschaftliche Monopol, das im Deutschen Reich aufgerichtet wird, nicht um der Reichskasse 17 2 Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 170 Helgestad sah ihn lange und hämisch an.„Bist ein kluger Bursche“, sprach er,„wirst festhalten, was du hast. Hast Lop⸗ pen haben wollen, nimmst den Balsfjord jetzt dazu. Aber halt richtige Rechnung, Paul, richtige Rechnung. Hast den Dänen dahin gebracht, wo er ist, gibt Leute genug, die da meinen. geschieht ihm unrecht. Pfeifen Vögel umher, singen besondere Lieder. Hat einer mir ein Lied vorgesungen— nuh!“ mur⸗ melte er, den Kopf schüttelnd,„hast mein Wort, kann nimmer⸗ mehr geschehen.“ „Ich denke, wir kennen uns“, sagte Petersen. Vogels Lied kann Mißtrauen zwischen uns bringen.“ „Sage mir eines“, fragte Niels, indem er seine Augen groß aufmachte.„Hat Björnarne niemals mit dir von ihr— von dem Mädchen— von dem verfluchten Balg gesprochen?“ „Von Gula— niemals. Auf mein Wort!“ „Der Priester will's behaupten. Sind Stimmen da, die meinen“— sein wilder Blick flog über den Schreiber hin dann lachte er auf und schlug auf den Tisch.„Ist höllische Lüge! Haben mich gebrandmarkt vor allem Volk! Hat's der falsche Däne ausgeschrieen. Denke, du hast ihn, Paul Peter— sen, wirst ihn nicht lassen— hast ihn!“ Paul eilte, diese Szene zu beenden. Er sprach sanft und beruhigend, hoffte, daß ein guter, ruhiger Schlaf helfen und stärken werde, und überließ Helgestad endlich der Sorge seines Onkels und der beiden Jungfrauen. Als er allein dann in seinem Zimmer war, ging er auf und ab, warf sich in seinen Lehnstuhl und sprang wieder auf. Endlich stand er still und horchte, die schweren Schritte Helge— stads polterten über seinem Kopfe. Er sah hinauf und lachte. —„Alter Narr“, flüsterte er,„du hast recht. Was ich habe, halte ich fest, und Rechnung will ich mit dir machen, richtige Rechnung. Mein ist jetzt alles, was du erspart, erwuchert und „Keines ergaunert hast. Loppen, der Balsfjord und dein Wunder von Weisheit und Schönheit, deine Ilda.— Was haben sie dem Alten zugeflüstert? Was hat der verdammte Priester geschrie⸗ ben? Ehe er sich rühren kann, muß alles vorbei sein. Und es wird vorbei sein“, sagte er, indem er ein Licht nahm und in die Kanzlei ging. Er öffnete einen großen düsteren Schrank, der schwarz vor Alter war, und leuchtete hinein. Allerlei schreckliche Instru⸗ mente lagen auf den Brettern. Schrauben und eiserne Keile, rostige Ketten und verstäubte Schnüre. Endlich nahm er eines davon heraus, ein breites Eisenband, das durch ein Gewinde eng zusammengepreßt werden konnte. „Was der menschliche Geist erfinderisch ist“, murmelte er, „wenn es darauf ankommt, im Dienste Gottes und der Wahr⸗ heit sich anzustrengen.“ Er hörte ein Geräusch, und als er umblickte, erschrak er. Ilda stand wenige Schritte von ihm. „Was hast du da?“ fragte sie, ehe er reden konnte. „Ein probates Mittel gegen Falschheit und Verrat.“ „Das wäre, was du brauchst“, antwortete sie. „Morgen kann es geschehen“, sagte er. Sie faltete die Hände wie in großer Angst und sah ihn starr an.„Ich will mit dir sprechen“, begann sie leise,„es muß so sein.“ „So komm“, fagte er, den Schrank schließend.„Wie gern, mein süßes Herz, plaudere ich mit dir.“ „Bleib“, sprach sie,„hier zur Stelle sollst du mich hören. Ich habe eine Bitte an dich.“ „Welche Bitte wäre es, die ich dir nicht gern erfüllte!“ Ilda holte tief Atem, ihr Kopf schien einen Augenblick unter der Last niederzusinken, dann richtete sie ihn hoch empor, und mehr wie je sah sie geisterhaft in dem schwarzen Trauerkleide aus. „Rette ihn“, sagte sie, mühsam die Worte vorzwängend, „rette Johann Marstrand von der Schmach, die ihm droht, und ich will dich segnen!“ „Wie kann ich ihn retten, teure Ilda?“ f „Du weißt, daß er unschuldig ist“, fuhr sie fort.„Oh! bei Gottes ewiger Gnade, tue dies falsche Lächeln ab, weißt, daß auch Afraja die Schuld nicht hat, die du ihm bei legst.“ 4 „Ich lege ihm keine Schuld bei“, sagte Paul.„Ich will freudig sein, wenn seine Richter ihn lossprechen.“ 1 „Du lügst, du heuchelst!“ rief Ilda, und die zitternde wegung ihrer Hände verriet ihre Verzweiflung.„Es gibt Auge, das in jedes Herz sieht, es gibt ein Ohr, das jeden danken hört. Sieh mich an, Paul, sieh mich an und über dich.“ „Das“, antwortete er,„will ich dir überlassen, und wie ich fürchte, ist dein Urteil grausam hart.“ 5 „Nein“, sagte sie, indem sie seine Hand faßte,„ich will bei dir stehen, was auch kommen mag. Dienen will ich dir, wie deine Magd, keine Klage sollst du hören. Nimm alles 7 nimm, was ich habe, nimm mich selbst, wann du willst, ich bin dein Eigentum. Aber rette den unschuldigen Mann, ret ihn! Auf meinen Knieen will ich dir Gehorsam schwören!“ Wie sie vor ihm kniete, füllten sich seine Augen mit und Hohn.„Du kniest vor mir“, sprach er langsam, als wolle er seine Lust und ihre Qualen verlängern,„warum kniest du Keine Macht hätte dich beugen können. Sprich die Wahrheit, ich will sie hören. Warum kannst du knieend um diest elenden Dänen bitten?“ 1 Sie beugte den Kopf tief nieder, dann hob sie ihn ruhig zu ihrem Verlobten auf.„Weil ich ihn liebe!“ antwortete sie mit leiser, fester Stimme. „Du liebst ihn— liebst ihn noch?“ „Noch und immer!“ sagte sie. 1 Er biß die Zähne zusammen und faßte nach seiner Seite. — O! du edle Seele“, rief er dann,„wie du aufrichtig sein kannst! Du liebst ihn, liebst ihn immer! Und wenn du an meiner Seite liegst, wirst du denken, seine Arme umfassen du deinen Leib.“ Fortsetzung fol SS ülschen fin- auch die darüber en it, t an, daß det nut rzõgerunt ndestat⸗ licht, de eine Quelle des Ertrages zu öffnen, sondern um das Wohl und die Sicherheit der Nation zu gewährleisten.“ Heute sei aller theoretischer Streit zum Schweigen gebracht, es gelts nicht mehr abzuwägen, ob es besser sei, dem Staat oder der Privatwirtschaft die Möglichkeit unbegrenzten Herrschens über ein Wirtschaftsprodukt zu gewähren; die Liebe zum Vaterland sei über alle Doktrinen gestellt: „Hinter dem bescheidenen Titel der neu erordn steckt die Entscheidung der eines der eee Prinzipien. Der Staats bemächtigt sich des Privateigentums um es zum Besten des Volkes zu verwalten. Diese scheinbar so einfache Lösung aller Fragen der Volkswohlfahrt ist in Friedens⸗ tagen als eine der schwierigsten Aufgaben angesehen worden. Je mehr sich in der Wirtschaft das Großkapital als re⸗ gierender Herrscher aufführen konnte, desto häufiger tauchte die Frage auf, ob man wichtige Naturprodukte, die zum Unterhalt des Volkes dienen, überhaupt dem Einfluß privater Willkür überlassen dürfe.. Es gehört nur ein kleines Maß von Einsicht dazu, um zu erkennen, daß, wenn das Reich sich zu einer so umfassenden Begrenzung des Privateigentums ent⸗ schließt, der Zwang ein unabweisbarer sein muß.“ Aer hätte noch vor einem Jahre solche Ausführungen in einem offisziösen Blatte für möglich gehalten? Und wem drängt sich nicht die Nutzanwendung auf, die sich aus solchen Lehren auch für den Frieden ergibt? Auch im Frieden bleibt der Hunger ein gefährlicher Feind, und wenn es gilt, ihn oder sonstiges Massenelend in seiner mannigfachen Gestalt zu bekämpfen— wir erinnern nur an die Wohnungsnot—, da darf nicht das Interesse einer kleinen Minderheit, darf nicht die bestehende Eigentumsordnung für seine Verfolgung zur unübersteigbaren Schranke werden. Der neue Generalquartiermeister. Großes Hauptquartier, 27. Jan.(W. B. Amtlich.) Zuan Generalquartiermeister ist anstelle des zum Kriegs⸗ minister ernannten Generals Wild v. Hohenborn der Gene⸗ ralleutnant Freiherr von Freytag⸗Loringhoven er⸗ nannt worden. Die Ueberlebenden des„Blücher“. Kopenhagen, 28. Jan.(T. U.) Ritzau meldet aus Leith: Zwei Torpedojäger haben hier 50 Mann der Be⸗ satzung des deutschen Kreuzers„Blücher“ gelandet. Man glaubt, daß diese Ueberlebenden nicht in der früher ange⸗ gebenen Zahl mit eingerechnet sind, die vom Kreuzer„Lion“ gelandet wurden. Aus der französischen Kammer. Paris, 28. Jan.(Wg. Nichtamtlich.) Der Temps meldet: Der Kammerausschuß, welchr über die Beurlaubung der im Felde stehenden Deputierten bestimmen sollte, bat den Kriegsminister um UÜbermittelung einer vollständigen Liste der einberufenen Deputierten und Angabe, wie sie an der Front verwendet würder. Auf den abschlägigen Bescheid des Kriegsministers besjloß der Ausschuß, am Donnerstag vor der Kammersitzung zu erörern, ob dem Zwischenfall eine weitere Folge zu geben sei. Die Kollennot in Frankreich. Lyon, 28. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der Nouvlliste de Lyon erklärte der Minister der öffentlichen Arbeiten Sembat im Kammerausschuß für Berg⸗ werkswesen, die Reierung beabsichtige, die Kohlenproduktion in Frankreich zu boschleunigen, indem sie alle bei den Fahnen befindlichen Bergeute in die Bergwerke zurückschicke. Ein franzisischer Flieger tödlich getroff u. Paris, 28. Jan(Privattel. Tul.) Auf einem Rekognoszierungs⸗ Ffluge nach den detschen Stellungen im Oberelsaß ist der fran⸗ zösische Aviatiker. Montmian, der als Kriegsfreiwilliger ins Heer eingetreten mar, tödlich verunglückt. Montmians Flugzeug wurde von den Datschen unter Maschinengewehrfeuer genommen, und bereits nach krzer Zeit hatte der Flieger selbst mehrere Ver⸗ wundungen erlitta. Er hatte noch die Kraft, seinen Apparat innerhalb der frazösischen Linien zum Landen zu bringen. Er erlag jedoch dann den erlittenen Verletzungen. Montmian war der erste Schliler Pegouds und selbst ein tollkfühner Koyfflieber. Das französische Fliegerkorps erleidet durch seinen Tod einen empfindlichen Veust. 5 Sensatönelle Verhaftung in Paris. Genf, 28. an.(T. U.) Die Verhaftung des General— schatzmeisters Tsclaur erregt in Paris großes Aufsehen. Mit ihm wurdeseine Geliebte eine wohlhabende Dame, fest⸗ genommen, di in Paris ein großes Luxusgeschäft leitet. Es wird ihner nicht nur Diebstahl an Militärlieferungen vorgeworfen, sodern auch Unregelmäßigkeiten in der Finanz- verwaltung de Heeres. Desclaux, der Kabinettschef von Caillaux gewen war, hatte zu Beginn des Krieges den Posten eines Seuereinnehmers der Stadt Paris inne. Seine Geliebte wird nngeblich auch der Spionage verdächtigt. Teuru nes vavalle in Italie. Mailank 28. Jan.(T. U.) Die römische Gazetia del popolo meldet schwere Teuerungskrawalle aus der Provinz Syrakus. namentlich in Atoria und Seieli. Die Menschen ziehen, Brot und Getreide verlatend. vor die Gemeindehäuser. In Scieli stürmte die Menge basbemeindehaus und die Getreidespeicher. Die Polizei, die die Plündung verhindern wollte, wurde mit Steinwürfen empfangen. W Palermo sind bereits Truppen dorthin abgegan⸗ gen. Nach awren Meldungen aus Bari begeben sich dort die Frauen nach in Gemeindehause mit der Forderung um Nahrung. Der Bürgermster befahl sofort den Ankauf großer Mengen von nd Ponta auf Gemeindekosten. . in Mailand fast täglich, sozialistische Demon⸗ strationen gen die Versuche der Revolutionäre und Republikaner statt, Gedenksern für die gefallenen Garibaldiner zu veranstalten. Die sozialisthen Anhänger der Neutralität stören diese Demon⸗ strationen u den Rufen:„Abasso la guerra! Polizei und Gendarmerionuß jedesmal einschreiten, um die Ordnung wieder⸗ herzustellen. 5 15 9 75 1 b. ducsuch auf den grlechischen König? Konstatinopel, 28. Jan.(T. U.) Mehrere Blätter be. richten übe instimmend, aus Dedeagatsch angelangte Reisende hätten erzilt, in Dedeagatsch sei auf den griechischen König vor einer zoche, als er von einer Truppeninspektion na 1 der Stadtnfektur zurückkehrte, ein Attentat verübt worden. Der Attenter hätte zwei Schüsse auf den König abgegeben. Ob diese froffen hätten oder nicht, wird nicht angegeben. Es ist vie icht auch nicht bekaunt geworden, da die Polizei den Vorgg möglichst geheim hält. Angeblich haben die Gegner de Ministerpräsidenten Veniselos dem Attentäter die Waffen geben. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und umgebung. Die laute„Vaterlaudslie le“. Die Deutsche Tageszeitung läßt in ihrem Feuilleton bei einem Zwiegespräch einen Feldgrauen folgendes sagen: 2 Daheimgebliebenen seid komische Käuze— ihr macht jetzt förmlich in Vaterlandsliebe. Ihr singt Lieder mit greulichen Texten, ihr dichtet, daß den Zeitungsleuten die Augen tränen von dem pielen Lesen. Ihr gebt vaterländische Abendunterhaltungen, ihr sitzt am Biertisch und redet mit lauter Stimme von der Vater⸗ landsliebe! Wird euch das nicht bald selbst zuwider? Uns Heim⸗ kehrenden ist es das schon längst!“ 1 Wir konstatieren gern diesen seltenen Fall, mit der Deutschen Tageszeitung ganz einverstanden zu sein. Die hier geäußerte Mei⸗ nung wurde von uns stets vertreten, auch in normalen Zeiten. Häufig hat uns diese Haltung aber von jener Seite den Vorwurf der Vaterlandslosigkeit eingetragen. Aus den Verlustlisten. 3 Landwehr⸗Infanterie⸗Regiment Nr. 116. Gesechte am 1., 2., 4., 8., 9., 10. und 13. Januar 1915. 1. Komp.: Wehrm. Joh. Phil. Müller, Lampertheim, Bens⸗ heim, low.— J. Komp.: Jakob Grünewald, Lampertheim, Bens⸗ heim, tot.— Gefr. Engelbert Brehm, Ober⸗Roden, Dieburg, low. — Wehrm. Joh. Aug. Grimm, Münster, Dieburg, low.— Wehrm. Johs. Fell, Gernsheim, Groß⸗Gerau, schow.— 4. Komp.: Wehrm. Georg Feith, Schaarhof, Baden, tot.— Wehrm. Heinr. Ludwig Freund, Groß⸗Neustadt, Dieburg, low.— Wehrm. Emil Gottfr. Heyl, Groß-⸗Neustadt, Dieburg, low.— Ers.⸗Res. Joh. Lud. Albert, Dietesheim, Offenbach, low.— Ers.⸗Res. Wilhelm Nungesser, Niederramstadt, Darmstadt, low.— 5. Komp.: Wehrm. Heinrich Bach, Ulfa. Schotten, low.— Gefr. Jakob Dingeldein, Erbach, schow.— Gefr. Karl Seim I., Kestrich, Alsfeld, low.— Wehrm. Heinr. Seipp III., Ehringshausen, Alsfeld, low.— Wehrm. Heinr. Pirr, Großen⸗Linden, Gießen, low.— Wehrm. Walter Hierony⸗ mus, Michelstadt. Erbach, schuw.— 6. Komp.: Gefreiter Philipp Müller, Heidelbach, Alsfeld, low.— 11. Komp.: Wehrm. Heinrich Strobel, Wetzlar, low. — Kriegskosten der Stadt. Bisher sind von der Stadt Gießen für Unterstützung der Angehörigen der Kriegsteil⸗ nehmer und Einquartierungsgelder etwa 250 000 Mark ver⸗ ausgabt worden. Besonders die Zulage zu den Einquartie⸗ rungsgeldern stellen eine große Summe dar. Aber es muß dabei betont werden, daß die Stadt dadurch mit Unterbrin⸗ gung der Einquartierung bedeutend einfacher und leichter war, als das in vielen anderen Städten der Fall war, wo man Massenquartiere auf städtische Kosten errichtete. Und es muß gesagt werden, daß auch die Einwohnerschaft dabei eher einen Vorteil hatte, als wenn es so gemacht worden wäre, wie von anderen Städten erwähnt wurde.— Die Stadt muß weiter Kosten aufwenden für Anschaffung von Fleisch⸗ Dauerware. Hierfür hat die Stadtverordneten-Versamm⸗ lung gestern 100 000 Mark bewilligt. Zusammen mit den Kosten für Einquartierung und Unterstützung der Familien sind bis 1. April rund 500 000 Mark nötig. Die Stadtverord⸗ neten⸗Versammlung bewilligte gestern einen Kredit in dieser Höhe. — Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1. bis 15. Februar an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet Montag, den 1. Februar, Dienstag, den 2. Februar, Mittwoch, den 3. Februar, Donnerstag, den 4. Februar und Freitag, den 5. Februar, vormittags von 8—1 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr. 16 statt. — Die Herstellung und Beschaffung von Fleischdauer⸗ waren wird bekanntlich in einer Bundesratsverordnung von den Gemeinden usw. verlangt. Diese werden dadurch vor eine neue Aufgabe gestellt, deren Lösung ihnen manches Kopf— zerbrechen bereitet. Es muß aber für die Volksernährung gesorgt werden und deshalb müssen sich die Städte schon an die Sache heranmachen. bereits erhebliche Mittel zu diesem Zwecke bewilligt haben. Sieht sich die Sache auch schwierig an, so müssen doch Mitten und Wege gefunden werden, sie durchzuführen. Zu dieser Frage hat der Zentralvorstand deutscher Konsumvereine dem preußischen Ministerium für Landwirtschaft u. a. geschrieben. Es erscheint nicht ohne weiteres feststehend, daß das Fleischer⸗ gewerbe und die Fleischwarenindustrie, unterstützt durch Ge— meindeverwaltungen und Genossenschaften, sowie die Ge— nossenschaften mit Fleischereibetrieben, das starke Angebot an Schweinen zwecks Herstellung von Dauerwaren bewältigen können. Die breite Masse der industriellen Bevölkerung in den Großstädten und Industriegebieten ist durchaus unfähig selbst schlachten zu lassen, Wurst zu machen, zu pökeln und zu räuchern, weil ihr die Kenntnis dieser Materie und alle Ein— richtungen dazu absolut fehlen. Es besteht die Gefahr, daß durch ein Mißverstehen des Mahnrufs, aus vaterländischer Gesinnung heraus, auch diese Kreise den Versuch machen, sich selbst Schweinefleischdauerwaren herzustellen und infolge ihrer Unkenntnis und des Mangels an Hilfsmitteln die be— arbeiteten Fleischmengen verderben. Andererseits versteht sich die landwirtschaftliche Bevölkerung, vor allen Dingen die Bauern und die Industriearbeiter, die in der Umgebung der Städte wohnen und Schweinezucht betreiben, durchaus auf die Herstellung von Schweinefleischdauerwaren. Diese Kreise oflegen jedes Jahr für den eigenen Bedarf Schweine einzu⸗ schlachten, Wurst zu machen, zu pökeln und zu räuchern und nur den Teil ihrer Schweineproduktion, den sie selbst nicht verwenden, lebend auf den Markt zu bringen. Das starke Angebot an lebenden Schweinen würde wesentlich nachlassen, wenn die gesamten landwirtschaftlichen Kreise energisch an⸗ gehalten würden, auch ihren Produktionsüberschuß selbst zu schlachten und in Schweinefleischdauerwaren umzuwande und alsdann zur gelegenen Zeit auf den Markt zu bringen um so mehr, als gerade diese Kreise in verhältnismäßig viel stärkerem Maße, als der landwirtschaftliche Großgrundbesitz. sich mit der Schweinemast befassen. Vir stellen daher in die geneigte Erwägung eines königlichen Ministeriums für Land⸗ wirtschaft, Domänen und Forsten, auf geeignetem Wege— etwa durch die Landwirtschaftskammer— auf die genannten Bevölkerungskreise einzuwirken, damit diese in erster Linie angehalten werden, die Schweine jetzt nicht lebend auf den Markt zu bringen, sondern selbst zu schlachten und Schweine⸗ fleischdauerwaren herzustellen. Das ist gar nicht übel gedacht, Von vielen wird berichtet, daß sie hat aber auch noch manches gegen sich. Will jemand aus den hier aufgeführten Kreisen die Schlachtungen selbst vornehmen, so muß er dafür erheblichen Aufwand machen und es fragt sich, ob die Minderbemittelten dazu imstande sind. Immerhin verdient diese Anregung Beachtung; jedenfalls würde auf diese Art am besten dafür gesorgt, daß die Fleisch⸗ ware nickt verdirbt. Parteidifferenzen in Frankfurt. Wie wir seiner Zeit berich⸗ teten, waren in Frankfurt auf Richtungsunterschieden beruhende Zwistigkeiten zwischen der politischen Redaktion der Volksstimme und einem Teile der Preßkommission ausgebrochen. Die Preßkom⸗ mission hatte daraushin die Einstellung eines neuen Redakteurs in die politische Redaktion beschlossen und auch die von der Frankfurte Parteigenossenschaft gewählten Mitglieder der Preßkommission hatten im Gegensatz zu ausdrücklichen Beschlüssen der Vertrauens⸗ männerversammlungen dieser Anstellung zugestimmt. Die Ver⸗ trauensmänner der Frankfurter Parteigenossen haben darauf mit 1 130 gegen 9 Stimmen eine Entschließung angenommen, in der es hieß: „Die Vertrauensmännerversammlung des Sozialdemokrati⸗ schen Vereins Frankfurt a. M. nimmt mit Protest davon Kenntnis, daß die Preßkommission, im Gegensatz zu den Beschlüssen der Ver⸗ trauensmännerversammlungen, die Anstellung eines weiteren poli⸗ tischen Redakteurs für die Volksstimme vornahm. Sie erblickt in diesem Beschluß eine schroffe Brüskierung der Frankfurter Ge⸗ nossen, die diese unmöglich hinnehmen können. Die Vertrauensmänner sind nach wie vor der Ansicht, daß die Vollksstimme im Sinne der Gesamtpartei redigiert werden soll... Sie erblicken in der Anstellung des neuen Redakteurs den Ver⸗ such, Richtungsstreitigkeiten und Mißhelligkeiten in die politische Haltung der Volksstimme zu tragen, und eine unerträgliche finan⸗ zielle Belastung des Unternehmens, die jetzt um jeden Preis zu ver⸗ meiden find. g Um diese Gefahr zu verhindern, steht sich die Vertrauensmän⸗ nerversammlung nunmehr gezwungen, einer sofort einguberufenden Generalversammlung folgenden Antrag zu unterbreiten: „Unter Berufung auf die Erklärung der Frankfurter Dele⸗ gierten auf der Bezirkskonferenz im Oktober 1909 in Frankfurt a. M. in der die Frankfurter Genossen sich ausdrücklich das Recht vorbehalten haben, über geschäftliche Angelegenheiten der Volks⸗ stimme und der Uniondruckerei— die von ihnen gegründet sind — zu bestimmen, werden der Frankfurter Parteivorstand, die Frankfurter Mitglieder der Preßkommission, sowie die schafter der Uniondruckerei und der Volksstimme boauftragt, unter Zuzichung auswärtiger Kreisvertretungen die Verwaltung des Preßunternehmens in die Hand zu nehmen.“ Diese außerordentliche Generalversammlung hat nunmehr stattgefunden. In ihr wurde der Antrag der Vertrauensmänmer trotz Abwesenheit vieler auf dem Standpunkte der Vertrauensmän⸗ ner stehender Genossen mit 217 gegen 130 Stimmen angenommen, und außerdem noch ein Zusatzantrag folgenden Inhalts: „Die Generalversammlung erklärt ausdrücklich, daß mit diesem Beschluß die Mandate der Frankfurter Delegierten zur bisherigen Preßkommission erloschen sind.“ — Heuchelheim. Auf die Mitgliederversammlung des Ar⸗ beiter⸗Bildungsvereins, die auf morgen, Samstag., abends 29 Uhr, bei Wirt Ludwig Schäfer anberaumt ist, sei an dieser Stelle hin⸗ gewiesen. In dieser Versammlung wird Gen. Vetters⸗Gießen iber das Wirken und die Bedeutung von Jaureés sprechen Die Mitglieder wollen für zahlreichen Besuch der Versammlung sorgen, die jetzt ohne ohnehin nur selten stattfinden können. Kreis Alsseld⸗Laulerbach. Aus dem Vogelsberg. Ein tödlicher Unfall ereig⸗ nete sich am Montag im Gemeindewalde von Groß⸗Eichen. Dort waren Holzmacher beschäftigt, die einen Baum zu Fall brachten. Dabei konnte sich der eine, Bachmann aus Gr.⸗Eichen, nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen, er wurde von dem stiir⸗enden Baume getroffen und war sofort tot. Der Mann stand im 60. Lebensjahre.— Es wird in Zeitungen berichtet, daß die Füchse jetzt stark überhand genommen hätten, weil die meisten Jäger im Felde seien; der Pächter Müller in Schotten habe in kurzer Zeit 18 Füchse erlegt. So sehr schlimm ist's damit nicht. Uebrigens sollte man die Vernichtung des Fuchses nicht gar zu stark betreiben, die Tiere haben ihren Nutzen, es sind bekanntlich gute Mäusevertilger. Kreis Marburg⸗irchhain. * Marburg. Die Leiche des seit Wochen vermißten Schnei⸗ dermeisters Maurer aus Goßfelden wurde gestern oberhalb der Schützenpsuhlbrücke an der Lahn geländet. Es ist anzunehmen, daß Herr Maurer auf dem Weg von Marbura nach seinem Hei⸗ matsort in die damals aus ihren Ufern getretene Lahn geraten ist. Ein Verbrechen scheint jedenfalls ausgeschlossen. T elegramme. Tahesbericht des Großen Hauptguartiers. Die französi chen Verluste bei Craonne. Vorstößse i Ober⸗Elsaß blutig ab ewiesen. In: O en kleine Scharmützel. W. B. Großes Hauptquartier, 28. Jan., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: An der Flandrischen Küste wurden die Ortschaften Mittel⸗Keerke und Slype von feindlicher Artillerie beschossen. g Auf den Craonner Höhen wurden dem Feinde wei⸗ tere, an die gestern eroberten Stellungen anschließende 500 Meter Schützengraben entrissen. Französische Gegenangriffe⸗ wurden mühelos abgewiesen. Der Feind hatte in den Kämpfen vom 25. bis 27. Januar schwere Verluste; über 1500 tote Franzosen lagen auf dem Schlachtfelde, 1100 Gefangene, ein⸗ schließlich der am 27. Jan. gemeldeten, fielen in die Hände un⸗ seuer Truppen. In den Vogesen wurden in Gegend Senones und Barde Sapt mehrere französische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen. 1 Offizier, 50 Franzo⸗ sen wurden gefangen genommen. Unsere Verluste sind ganz ering. f Im Ober⸗Elsaß griffen die Franzosen auf der Front NRieder⸗Asbach— Heidweiler— Hirzbacher Wald unsere Stellungen bei As bach, Ammerzwei⸗ ler, Heidweiler und Hirzbacher Wald an. Ueber- all wurden die Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind abgewiesen. 350 8 5 Besonders stark waren seine Verluste südlich Heidwei⸗ ler und südlich Ammerzweiler, wo die Franzosen in Auflösung zurückwichen. 5 französische Maschinengewehre blieben in unseren Händen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unbedeutende feindliche Angriffsversuche Gumbinnen wurden abgewiesen. nordöstlich Bei Bielzun, nordöstlich Sierpz, wurde eine rus⸗ sische Abteilung zurückgeschlagen. In Polen sonst keine Veränderung. Oberste Heeresleitung. Ein französischer Bericht. Rotterdam, 28. Jan.(Tu.) Wie das Boulogner Blatt Telegramme auf Grund von Bexichten eines Augenzeugen meldet, haben die Deutschen die nach Lille führende Straße besetzt und blockiert. Sie stehen weniger als 10 Kilometer von Armentieres, das sie regelmäßig bombardieren. Am letzten Sonntag fielen ihre Geschosse in La Chapelle de Armentieres, eine wichtige industrielle Vor⸗ stadt, wo viele Fabrikgebäude beschädigt wurden. In Armen⸗ tieres müssen die Bewohner abends 8 Uhr in ihren Wohnun⸗ gen sein und dürfen kein Licht brennen. Franzosen hinter der Front. Das Berl. Tagebl. meldet aus Basel: Ein Artikel von Descaves im Pariser Journal bestätigt, daß Tausende von französi⸗ schen Soldaten hinter die Front gebracht werden mußten, weil sie den Anstrengungen nicht gewachsen waren. Da die Ausstattung der Depots ungenügend ist, wird das Publi⸗ kum aufgefordert, Geld dafür zu spenden. Bevorstehende Räumung Lembergs? Wien, 28. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Die Zeitungen geben eine Meldung Lemberger Blätter wieder, nach denen am 12. Januar in Lemberg durch Straßenplakate bekannt gegeben wurde, daß die Russen aller Wahrscheinlich nach bald genötigt sein werden, aus strategischen Rücksichten die Stadt Lemberg zeitweilig zu räumen. Es ergehe demnach an d. 4 Bevölkerung die Aufforderung, gegebenenfalls sich ruhig zu verhalten und anläßlich der nur vorübergehenden Besetzung der Stadt durch die Feinde keinerlei Demonstrationen zu veran⸗ stalten, zumal die Russen nach Lemberg zurückkehren und die Stadt dem Feinde unter keiner Bedingung für die Daucl gutwillig überlassen würden. General Pau in Polen? Genf, 28. Jan.(Etr. Frkft.) Nach einer Meldung aus Besancon an hiesige Blätter soll der wahre Zweck der Reise des Generals Pau nach Rußland nicht die Ueberbringung einer Auszeichnung an den Großfürsten Nikolaus sein, sondern Pau soll den Befehl einer russischen Armee in Polen übernehmen. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Erfolge unserer Verbündeten. Wien, 28. Jau.(W. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ lautbart: 28. Januar 1915, mittags. Nunmehr ist auch das Naon⸗ Ag⸗Tal vom Feinde gesäubert. Der in dieses Tal bis in die Gegend nördlich Dekermezö mit stärkeren Kräften vorge⸗ drungene Feind mußte gestern seine letzte, gut besestigte Stellung aufgeben. Torouya wurde von uns genommen, in der Ver⸗ solgung Vyszkow erreicht, wo der Kampf gegen feindliche Nach⸗ huten erneuert begann. Auf den Höhen nördlich Veserszal⸗ las und bei Volovee versuchten die Russen nach Einsetzung von Verstärkungen nochmals ihre verlorene Hauptstellung wieder zu gewinnen; sie wurden zurückgeschlagen und verloren hierbei 700 Gefangene und fünf Maschinengewehre. An der übrigen Karpathenfront keine wesentliche Aenderung der Situation. Oestlich des Nagy⸗Ag⸗Tales herrscht Ruhe. In Westgalizien und Polen kleinere Aktionen. Der Stellvertreter des Chefs de⸗ Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Nach Sibirien verschickt. Kopenhagen, 28. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) daß der frühere Präsident des finulschen Landt dem nördlichsten bewohnten Punkte des K 5 Narym auf der äußersten Grenze des Gouvernements Tobolsk verschickt wurde. Swinhufhud ist der erste und einzige, der in diese unwirtliche Gegend verschickt worden ist. Der Suez⸗Kanal geschlossen! Amsterdam, 28. Jan. Die holländische Regie⸗ rung hat folgendes Telegramm erhalten: Die Militär⸗ behörden ergreifen Maßregeln, um die Schiffahrt auf dem Suezkanal stillzulegen. Die Kanalgesell⸗ schaft übernimmt keine Verantwortung mehr für Schaden oder Verzögerung der Schiffahrt. Seit heute mittag konnte kein einziges Schiff mehr in den Suezkanal einlaufen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Artilleriekämpfe und Rjetsch meldet, Swinhufhub nach Offenbach a. M. Vereinskalender. Samstag, 30. Januar. Heuchelheim. Arbeiter⸗ Bildungsverein. Abends 9 Uhr Mitgliederversammlung bei Wirt Ludwig Schäfer. Vortrag. Sonntag, den 31. Januar: Launsbach. Freie Turnerschaft. Abends 9½9 Uhr: Versammlung. r von 1914(Kriegsanleihe) können vom Belianntmachung. Die Zwischenscheine zu den 5% Reichsschatzanweisungen 1. Februar d. J. ab Behrenstraße 22, statt. Außerdem übernehmen sämtliche nissen können dort in Empfang genommen werden. der Stücknummer mit ihrem Firmenstempel zu versehen. in die endgültigen Schazanweisungen mit Zinsscheinen umgetauscht werden. Der Umtausch findet bei der„Umtauschstelle für die Kriegsanleihen“, Berlin W 8 einrichtung bis zum 25. Mai d. J. die kostenfreie Vermittlung des Umtausches. 8 f Die Zwischenscheine sind mit Verzeichnissen, in denen sie nach Serien und innerhalb der Serien nach Beträgen und Nummern geordnet einzutragen sind, während der Vor⸗ mittags dienststunden bei den genannten Stellen einzureichen; Formulare zu den Verzeich⸗ Firmen und Kassen haben die von ihnen eingereichten Zwischenscheine oben rechts neben Der Umtausch der Zwischenscheine zu den 5% Schuldverschreibungen des Dentschen Reichs von 1914(Kriegsanleihe)— unkündbar bis 1. Oktober 1924— findet vom 1. März d. J. ab Reichsbankanstalten mit Kassen⸗ :: Mir verkaufen solange Vortt: noch zu billigen Preisen. Bali Herber Bekanntmachung. Die Auszahlung der Familienunterstüßungen für 1. b 15. Februar an die Angehörfgen der zum Hecresdiense E. nen findet: 0 Montag, den 1. Februar, Dienstag, den 2. Februar, Mittwoch, den 3. Februar, Donnerstag, den 4. Februar, Freitag, den 5. Februar, W lerattags don 8—1 Uhr, im Stadthaus Zimmer Nr. 16 statt. Gießen, den 27. Januar 1915. 1 Der Oberbürgermeister: eller. Verkauf von Kolonialwaren. Die Stadt Gießen hat aus einem übernommenen Warenlager größere Mengen Kolonialwaren abzugeben. Verzeichnisse der Vorräte der einzelnen Warengattungen nebst sind bei dem Tiefbauamt, Asterweg 9, er⸗ bei dem Angebotsvordrucken hältlich. Angebote hierauf sind bis spätestens 3. Februar Unterzeichneten einzureichen. Gießen, den 27. Januar 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. Kartoffelverkauf durch die Stadt. Der Verkauf vom Speisekartoffeln durch die Stadt findet vor⸗ erst nicht mehr statt. Gießen, den 28. Januar 1915. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Schulgeld an der höheren und erweiterten Mädchenschule. Durch Beschluß der uo 30. Juli 1914 ist das Schulgeld mit Wirkung vom 1. April 1915 wie folgt festgesetzt worden: 5 a) für die höhere Mädchenschule g für die Klassen 1— 7 auf jährlich 130 Mark, für die Klassen 8—10 auf jährlich. 120 Mark. b) für die erweiterte Mädchenschule für die Klassen 1—4 auf jährlich 72 Mark, für die Klassen 5—8 auf, jährlich 60 Mark. Für beide Schulen erhöht sich das Schulgeld für Schülerinnen, deren Eltern nicht in Gießen, aber im Großherzogtum Hessent wohnen, um 12 Mark jährlich und für Schülerinnen, deren Eltern nicht im Großherzogtum Hessen wohnen, um 20 Mark jährlich. Gießen, den 21. Januar 1915. Der Oberbürgermeiser: Keller. cue Marktplatz 2 45 Purteigenosen Oberhessische fit die fa Ten esel Direktion: Hermann Steingoetter bei der„Umianschstelle für die Kriegsaule'hen“, Berlin 22. Juni— statt. Bestimmungen. 5 Berlin, im Januar 1915. Havenstein. v. Grimm. sämtlichen Reichsbankanstalten mit Kasseneinrichtung— bei letzteren jedoch nur bis zum Im übrigen gelten für ihn die für den Umtausch der Reichsschatzanweisungen getroffenen Reichsbank Direktorium. 0 Freitag, den 29. Januar 1915, abends 8 Uhr 9. Freitag⸗Abonnements⸗Vorstellung Johannisftuer. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Ende nach 10%½ Uhr. Gewöhnliche Preise(ermäßigt.) W 8, Behrenstr. 22, sowie bei Sonntag, den 31. Volkszeitung! — Januar 1915, nachmittaas 3˙½ Uhr: Wie einst im Mai Posse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzer. Musik von Walter Kollo und Willy garantiert rb. ausserordent- lich wohlschpckend und be- kömmlich du grossen Absatz 08 flgggt lig. 22a ——— Bredschneider. 5 Kilo-Postleli gegen Nach- Ende 6¼ Uhr.—., Kleine Preise. 8 5 Abends 7% Uhr: Weh' dem, der lügt Lustspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillpar ser. nahme F. 3.25. 1 Man verlaq Preisliste. dl Srauerssen und Blerhand ungen Union- Brauerei Aktlen-Gesellsch. Giessen Allgemeines Alsfeld Koch& Wald Mainzergasze u. Altenburger Weg g abelgeschäft Polsterwerkstätte 5 Farenhads V. Baer gasse. 0 Erstes u. größt Schuhhaus) 0 0 am EIKe. U 2 er empfiehlt ire ff. Biere elonderer Beachtung F ane e 0 Fee e I 7 2 und Kraftbier mit geringem N empfohlen 0 n Fabrik Helz x 8 Act, Plonialwar., 1 be ppe Alkoholgehalt. 1— a n 10 Nolnimarbet,* arren, Cigait., V n 8 A 2 n 5 00 1 ch 4 5 0—— 7— 5 5 Schu e gail Tome, Wen eee gition, Stahlw., Sämerei. r-Autos u. räder + 5 N 5 477 1 8 8 eee e derla 5 Uler Serben Lie, Kehlen, Blk. 0 f daten I Hüöhren, Geld. u. Stinerwar. J Pffedl. Neurich senf. 18e rr rr— vormals J. Luy—— 5— e N f 80 5 1 5„ 9, Wia: Ad cat. Ich are 5 DIE IAI. MHorlad Mühlstraße 18. feppel TLudwigst. 26 15 Schloßgasse 12 g 0 LI e Harl Hränperg Alkoholfr. Get k. Roaheimerstr. 42 Tel. 125 Chr. Zimmer Bahnhofstraße 12 Spez.: Kupferkens el. C. J. Melchior Butzbach Vertr.: Georg Hebstreit Glesen. Telephon 163 1. 3 Exportbrauerel ae e ebene, ul Hachranf 5. m. b. l. Pfungstadt Nlederlage: Gieben Ffefener Frauhaus A.& W. Denninghoff empfiehlt helleu-dunkleBiere Zement ren abr. n. Meterbetrie Hrauereien une Bierhandlungen Hall 0s Hrn Weine, Liköreß Manuf.-, Kurz-, WBĩ-, Wollw. 5 1 Schuhwarenlag Mob bahn parat z gers Miegel A: Weteszr Nunhelzer Fleischereien Told Hf. Ad. Ffbteper 1. Fleisch- u. Wurstwaren Bahnhofstr. 13. materlalien Joh. Fischer Alicestraßge 28/30 Gießen Fpfsstan Indarspal Likörfabr. u. Weinhandlung Neuen-Bäue 27. Diezstr. 14. attmark. * „ehr.“ chäft für, m Erstklass. Spezial Telephon 72 Kohlen, Roks und Briketts. H ier 5 0 Kalb-M.Schwnemetzg. J. Kann Söhne Likörfabrik Gleßen. Tel. 154 5 EI. dr Nr Glas, Porzell. Sesters- Weg 22. I. ring, Telephon 1 Klosterbrauerei Drog., Farben Sehr. Schwan, 0 Wein-Grothaudliung u. Likörfabrik. SeltersNeg 64 90 e 1 ert. Ee 15 bekleid. Algan faber waren geschält 5— 5„ scherzlarer Möbpagazing 5 i nhaber: A. sehl 0 7 77f Terptsüm att 1 fare e ee eee Ticöden f Toll. Döringer Wen 9 Brautausstatt. in I. Preisl. Herm. Diel Inh. Wilh. Deubnegisen, J Eisen w., Mascf„ Ag Lot Lees Basel 5 0 N 1 ELI enten Rolonfalw. Blerbrauerel itt eigener Mälzerei Anerkannt vorzügliche nolle und dunkle Export- Biere Georg Guht G. m. b. H. Wetzlar. a Wetzlar W. u. Gg. Allmenröderjr. debl. Waldschmidt I. Mezen Metilal. L Mallach s Pierbrauerei Alsfeld(Heszen) r-Tafelbier und Kraftbräs(alkoholarm) 2 — V rennen 0 U U U U U 0 9 * 1 U U U 5 U * 1 J * * 0 0 0 U U „ * * 1 * * * * 5 „ * U U * U * 1 5 f HKarf Felber ermanla.-Urag. d 1 2 Wirtschaften U 0 U FrnAeR b AH. Degler Cie ener Sr 124. eee eee . Schienm — feinrichi Möser, Gießen Weizen- u. Roggenmehle Sämtliche Futterartikel engros Rüböl, Leinöl en detail nenden Ude NVorzügl. Küche bill. Logis. 758 Kis feld Aüust. Weller Sealer 2. . Waetzlar Welzlär-draunsfelser Krämerstr. 9, Repherkst., 10 deines Speziasus 1 tür Waffen und Sllwaren. P. F. Ziss 1 Dampf und Heigluti) Möbelmagaz. dei allen Kasssen zugelassen 7— 4 5 2 7 Kratz z. Frau, Schulstr. 11(Stadtpest J05 Losssoy Gebr. Bücking F Feen been n. AN. Nrelliag e eee Möbelfabrik Keufhaus für Bekleidung Kaplansgasse 18. er Eisenwaren, Wepuge, 8 ten und H Eintrittsg. 50 Pf., 18 Verkaufs. Konsum. Verein stellen. Eigene Bäckerei, J 222 Waren, dillige Preise. 8 — —— Sladtverordneten⸗Versammlung vom 1 * neben ser Engel- Apothege 3 5 92 1 0 so eit Er u