Ie D EI e — 5 HOtacan für die Fnteressen des werktätigen Baltes ö der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volksseltung erscheint 9 a a ieden Werktag Abend in —. 5 Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 5 Bfa. enschl. Bringerlohn Durch die Vost bezogen vierteljäbrl.. 80 Mi. 5 Redaktion und Ervepition Gießen, Babnbofstraße 28, Ecke Löwengassr. Televhon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Wfa Bei größeren Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man bis abends 7 Nur für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben Nr. 22 Gießen, Mittwoch, den 27. Januar 1915 10. Jahrgang Beschlagnahme der Gelreidcuorräte Endlich hat der Bundesrat getan, was nöti 5 Rei srat„was nötig war, das Rei und seine Bewohner vor schwerem Schaden zu bewahren— ia. aber sicher noch nicht zu spät! Alle Vorräte an Weizen, Ro 1 zu spät! 2 orrä W„Roggen 9 und Mehl, werden beschlagnahmt und für die Regelung des Ver⸗ 8 brauchs eine Reichsverteilungsstelle errichtet. Das ist es, was Not tat und was von uns und allen einsichtigen Seiten schon seit 0 Monaten und immer dringender empfohlen worden ist. Denn nun 1 werde n wir reichen, allen Aushungerungsplänen Englands f zum Trotz. Durch die Beschlagnahme, wenn sie richtig durch⸗ geführt wird, kommt die Reichs⸗Monopol⸗Organisation in den Besitz sämtlicher Vorräte. Dadurch ist zunächst jede ver⸗ botene Verfütterung zum ersten Male wirksam zu verhindern. Und dadurch bekommt die Zentralstelle ferner zum ersten Male den Ueberblick über die verfügbaren Mengen und dadurch die g Möglichkeit, auch den Verbrauch für die menschliche Nahrung ab⸗ solut wirksam zu regulieren, indem sie eben das Brotmehl nur in solcher Mischung(und zwar hoffentlich in einer einheitlichen Mischung ohne Bevorzugung der besser gefüllten Geld⸗ beutel) abgibt, die nach Maßgabe von Vorrat und Bedarf zu⸗ Aässig ist. b Die Beschlagnahme der Vorräte den Besitzern gegenüber ist ein harter Eingriff. Aber er war im Interesse der Gesamtheit nicht zu umgehen, und dieses allein muß bestimmend sein.„Der vaterländische Boden und die aus ihm zu gewinnenden Nahrungsmittel“, hat der Geschäftsführer des Deutschen Bauernbundes kürzlich mit Recht geschrieben,„sind in solchen Zeiten Besitz der Allgemeinheit. Diese hat anzugeben, wie die Verteilung der vorhandenen Lebensmittel vorzunehmen ist Was jetzt den Landwirten geschieht, das ist der Industrie und dem Handel soweit sie im Besitze von wichtigen Rohstoffen oder Materialien für die Kriegführung sind, in großem Umfange ebenfalls geschehen. Die Preise, die mit der Höchst⸗ pPreis⸗Verordnung für Getreide festgesetzt sind, sind reichlich ö hoch, das haben damals die Vertreter der Landwirtschaft selbst 0 erklärt; so liegt hier kein Grund zur Klage vor. Und daß mit der Beschlagnahme die Diskussion über Erhöhung oder Aufhebung der HGöchstpreise ein für alle Mal f jetzt noch Vorräte zurückhält, 9 erlös, sondern nur noch ö hat, das wird hoffentlich am glücklich zu Ende ist, daß jeder, der keine Aussicht auf Mehr⸗ die Aussicht auf Strafen stärksten dazu beitragen, die Vorräte aus den Verstecken herauszuholen und sie dem Konsum zuzu⸗ führen.. Berlin, 25. Jan.(W. B. Amtlich.) Das 5 preußische Staatsministerium erläßt folgende Bekanntmach⸗ ung betr. die Beschlagnahme des Brotgetreides: Durch Beschluß des Bundesrates vom heutigen Tage ist die Beschlagnahme aller Brotgetreide- und Mehlvorräte für das gesamte Reichsgebiet angeordnet worden. In Privatbesitz verbleiben außer kleineren Mengen unter einem Doppel⸗ gentner und außer Saatgut nur solche Vorräte, die in den . Betrieben zur Ernährung der in ihnen be⸗ chäftigten Personen erforderlich sind. Das gesamte Brotmehl wird auf die Kommunalverbände nach dem Verhältnis der zu versorgenden Bevölkerung verteilt werden; die Kom⸗ munalverbände werden den Verkauf der ihnen überwiesenen Vorräte an ihre zu versorgenden Einwohner so regeln, daß jedermann eine entsprechende Menge von Brot und Mehl erwerben kann und daß andererseits die Vorräte bis zur nächsten Ernte im Hochsommer voll ausreichen, In der ersten Uebergangszeit werden sich Unregelmäßigkeiten in der Brotversorgung naturgemäß nicht ganz vermei⸗ den lassen, sie werden aber bald und sicher überwunden werden. 5 l e Daß die angeordnete Maßnahme weit tiefer in das wirtschaft⸗ liche Leben unseres Volkes eingreift als die anderen bisher von dem Bundesrat während des Krieges getroffenen wirtschaftlichen Anordnungen, unterliegt keinem Zweifel. Sie ist aber geboten, um eine ausreichende und ——e gleichmäßige Ernährung unseres Volkes mit Brotgetreide bis zum Erdrusch der neuen Ernte sicherzustellen und ist damit eine staatliche und nationale Lebens⸗ notwendigkeit. Die bisherigen Maßnahmen haben sich nicht als ausreichend erwiesen, einen sparsamen Gebrauch unserer an sich zwar durchaus ausreichenden, aber doch immerhin be⸗ schränkten Brotgetreidevorräte zu gewährleisten: insbesondere vermochten sie nicht die Ver fütterung des Brotgetrei⸗ des wirksam zu verhindern. Zur Erreichung des Zieles blieben nur zwei Wege: entweder eine ganz außerordentliche Erhöhung der Preise des Brotgetreides, deren starker Druck den Ver⸗ brauch eingeschränkt und namentlich die Versütterung ausge⸗ schlossen hätte, oder die Beschlagnahme aller Vorräte an Brotgetreide und ihre Verteilung an Kommunalverbände nach dem Verhältnis der zu ernährenden Bevölkerung. Um dem deutschen Volke in der Kriegszeit eine weitgehende Verteuerung des Brotes Zu ersparen, entschieden sich die Bundesregierungen für den zweiten Weg. Die getroffene Maßnahme gibt uns die Sicher⸗ heit, daß der Plan unserer Feinde, Deutschland aus zu⸗ hungern, vereitelt wird; sie gewährleistet uns aus- reichende Broternährung bis zur nächsten Ernte, sie macht unser Land auch in diesem wirtschaftlichen Kampse unbesiegbar. Die unbedingt notwendige genaue und jquverlässige Aus⸗ führung der Verordnung des Bundesrats wird an die Staats- und Kommunalbehörden, insbesondere auch an die bewährten Or⸗ gane unserer Selbstver waltung, große Anforderungen ellen. Wir hegen das Vertrauen zu den Behörden aller Vec⸗ Waltungen und zu jedem einzelnen Beamten, daß sie sich, auch so⸗ weit sie nicht vermöge ihres Amtes zur Mitwirkung berufen sind, it allen Kräften für die Durchführung der großen, Aufgabe ein⸗ lezen und der Bevölkerung mit Rat und Tat zur Seile stehen wer⸗ Der willigen Mitarbeit aller Kreise unseres Volkes und er täglic seiner wirtschaftlichen Organisationen sind wir gewiß. Jeder ein⸗ zelne wird sich vor Augen halten, daß die gewissenhafteste Be- folgung der Anordnungen über die Angabe seiner Vorräte, über das unbedingte Unterlassen jeder Verfütterung von Brotgetreide usw. ernste heilige Pflicht gegen das Vaterland ist, deren Verletzung ihm— ganz abgesehen von den ehren⸗ rührigen Gefängnisstrafen— schwere sittliche Sch ud auf bürden würde. Demgegenüber muß jede Rückf sieh die Lebensgewohnheiten und persönliche Interessen zurück— ehen. Der vaterländische Geist, der feste Wille zum Siege, die sich in unserem Volke in dieser gewaltigen Zeit in so erhebender Größe offenbaren, geben uns die Gewißheit, daß jeder Mann und jebe Frau im engeren und weiteren Vaterland auch hier gern und opferfreudig ihre Schuldigkeit tun werden. Wie unsere todes⸗ mutigen Truppen draußen auf der Walstatt, so wollen und werden auch wir Daheimgebliebenen zu unserem Teil den großen Kampf um des Reiches Bestand und Ehre siegreich durchhalten! Berlin, 25. Januar 1915.— Das Staatsministerium: v. Bethmann⸗Hollweg, Delbrück, v. Tirpitz, Beseler, v. Breitenbach, Sydow, v. Trott zu Solz, Freihr. v. Schorlemer, Dr. Lentz e, v. Loebell, Kühn, v. Jagow, Wild von Hohenborn. Können die Deutschen über den Kanal schießen? Diese Frage wird in den Artilleristischen Monatsheften von einem Fachmann mit ja beantwortet. Dieser bestätigt zunächft die Meldung der Londoner Times, die Deutschen hätten ein neuss Schiffsgeschütz, das drei englische Meilen weiter schießt als die beste englische Kanone, und das Geschoß habe eine größere Wirkung, als dasjenige der berühmten 42 Zentimeter-Mörser. In dem Ar⸗ tikel der Artilleristischen Monatshefte werden nach der Nordd. Allg. Zig folgende Ausführungen gemacht:„Tatsächlich hat Krupp, wie bekannt ist, ein 40,64 Millimeter⸗Schiffsgeschütz(1/550) herge⸗ stellt, dessen Geschoß 920 Kilogramm wiegt und eine Aufangsge⸗ schwindigteit von 940 Meter hat. Die Mündungswucht dieses Ge⸗ schosses ist um 58 v. H. größer als die der englischen Schiffskanone, und daher klingt die Angabe der Times, das Geschütz könne 5 Kilo⸗ meter weiter feuern, durchaus glaublich. Wie weit dies Geschütz schießen kann, darüber liegen keine Angaben vor, allein man kann durch den Vergleich mit anderen bekannten Schußleistungen zu einer ziemlich sicheren Schätzung kommen. Der weiteste Kanonenschuß, dessen Fluglänge wirklich gemessen ist, ist vor 23 Jahren, am 28. April 1892, in Gegenwart des Kaisers abgefeuert worden. Es handelte sich dabei um ein Kruppsches 42 eZntimeter-Geschütz(1¼0), das 20 266 Kilometer weit schoß. Die Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses dürfte dabei schwerlich 800 Meter betragen haben. Dem⸗ nach darf die Schußweite, die die Kruppsche 40,64 Zentimeter⸗ Kanone erreicht, wenn man beim Schuß mit einer Erhöhung von 30 Grad rechnet, auf 42 Kilometer geschätzt werden. Was bedeutet da? Man macht es sich am besten an einer Strecke klar, von deren Ueberschießung in den ersten Kriegsmonaten oft die Rede war. Kann man über den Kanal schießen? wurde da gefragt. Wenn man eine Schußleistung von 42 Kilometer annimmt, ist diese Frage zu bejahen: an der schmalsten Stelle ist der Kanal etwa 33 Kilo⸗ meter breit: feuert man von Calais aus nach Dover, so wird nicht nur die englische Kanalküste durch das Geschlitz beherrscht, sondern noch ein Küstenstrich des englischen Festlandes von 9 Kilometer Breite. Der Aufstand der Buren. Amsterdam, 25. Jan.(Ctr. Frkft.) Aus Pretoria meldet Reuter: Eine feindliche Abteilung, die 1200 Mann stark war und vier Kanonen mit sich führte und unter Befehl der auf⸗ ständischen Generale Kemp und Maritz stand, machte heute einen Einfall auf Upington. Sie wurde jedoch geschlagen und verlor 12 Tote und 30 Verwundete. 97 Mann wurden gefangen. Auf unserer Seite, das heißt auf der Seite der Regierungstruppen, fielen 3 Tote und 22 Verwundete. Hier— nach ist der Aufstand in Südafrikaen icht zu En de. Die Kämpfe in Südwestafrika. Schwere Niederlage der Engländer in Südwest⸗ afrika. Berlin, Jau.(W. B. Amtlich.) Eine amtliche Meldung des Gouverneurs von Deutsch⸗Südwestafrika be⸗ stätigt die Niederlage der Engländer bei Sandfontein am 25. September vorigen Jahres. Danach sind in dem unter Führung des Oberstleutnants von Heydebreck stattgehabten Gefecht drei englische Schwadronen von unseren Truppen vernichtet worden. 15 Offiziere, darunter ihr Führer Oberst Graut und 200 Mann wurden g e fangen und zwei Geschütze erbeutet. Verluste auf unserer Seite: 2 Offiziere und 12 Maun gefallen, 25 Mann ver⸗ wundet. Nach der amtlichen englischen Berichterstattung aus Pretoria von Anfang Oktober waren demgegenüber die Verluste der vereinigten Engländer und Südafrikaner auf nur 15 Tote, 41 Verwundete, 7 Vermißte und 35 Gefangene angegeben worden. Die deutschen Kriegsgefangenen in England. Amsterdam, 25. Jan.(ECtr. Frlft.) Es war gegen die Eng⸗ länder der Vorwurf erhoben worden, daß sie die deutschen Ge⸗ fangenen und Verwundeten auf Kriegsschifse brächten, die im Hafen von Portsmouth installiert würd iese Weise eine Peschießung des Hafens durch deutsche iffe möglichst zu verhin⸗ dern, da bei einer Beschießung vor allem diese Gefangenen ge—⸗ 25 20. rot! fährdet würden. Diese Nachricht wird nun durch eine Zuschrift im British Medical Journal durch den Sanitätsoffizier Athelstane Nobbs bestätigt, in der dieser die Verpflegung der Gefangenen Verwundeten auseinandersetzt. Er sagt hierbei, daß die Gefange⸗ nen in cinem schwimmenden Gefängnis im Hafen von Portsmouth untergebracht seien. Die Zahl der Gefangenen sei augenblicklich größer als 1200; 200 Verwundete seien auf dem Wege der Besse⸗ rung. Es seien dies gefangene Matrosen, die bei dem Seegefecht bei Helgoland von den Engländern aus dem Wasser gezogen wurden. Vor dem Generalstreik in Horkshire. Der Frankf. Ztg. wird aus London geschrieben: Ueber die Abstimmung der Arbeiter in Norkshire für den General⸗ streik sind bis jetzt wenig Mitteilungen in den Blättern ge⸗ macht worden. Das Referendum, das bereits unter den Ar⸗ beitern begonnen wurde, scheint jedoch die nötige Zweidrittel⸗ mehrheit zufammenzubringen, um den Streik beschließen zu können. Der Generalstreik kann also als sicher betrachtet werden. Nähere Mitteilungen über das Resultat des Referendums werden erst in diesen Tagen gemacht. Wenn der Streik zum Ausbruch kommt, so werden davon 50000 Bergleute der Kohlenwerke von Porkshire betroffen. Die Aussicht auf einen solchen Streik ruft große Beunruhigung in England hervor, da sich erstens eine geringe Nachgiebigkeit der Bergwerksbesitzer zeigt und da die Bedürfnisse der Flotte an Kohlen außerordentlich große sind. Schwedische Absagen an Rußland und feine Verbündeten! 1 9 75. Das Deutsche Volksblatt meldet aus Stockholm, die schwebische Regierung habe am 20. Januar alle Forderungen des Dreiver⸗ 8 bandes nach Milderung des Verbots der Zufuhr von Kriegsmate⸗ a rial nach Rußland abgelehnt. 1 73 Die Haltung Italiens und Rumäniens. Wien, 25. Jan.(Ctr. Irkft.) Die Zensur gestattet den Abdruck eines Wieners Berichts der Grazer Tagespost, in dem gesagt wird, der Angelpunkt der überaus wichtigen diplomatischen Ereignisse des Augenblicks sei die Klarstellung der Haltung Italiens und Rumäniens. Das genannte Blatt erklärt, die diplomatische Lage habe sich in den letzten Tagen wesentlich gebessert. Die Verantwortung für diese Be⸗ hauptung müssen wir dem Grazer Blatte überlassen, das auch 0 5 mitteilt, daß die Stellung Stuergkhs und Bilinskis seit 5 Wochen erschüttert sei.(Frankf. Ztg.) g Die„Dacia“⸗Angelegenheit.* Einer Secolo-Depesche aus London zufolge hat der N Dampfer„Dacia“, der jetzt die amerikanische Flagge führt, gestern morgen mit Ladung für Deutschland den Hafen 5 Galvestone verlassen. Der Kapitän erklärte, er wolle der N gewöhnlichen Route folgen und sich weiter keine Mühe geben; um zu vermeiden, daß das Schiff gekapert werde. Die eng⸗ lische Regierung hat offiziell bestätigt, daß der Dampfer ge⸗ kapert werden solle, hat aber hinzugefügt, daß die Ladung bezahlt oder nach Rotterdam weiter gesandt wird. Es wird also die Frage des Ueberganges von der deutschen zur ameri⸗ kanischen Flagge vom Prisengericht zu entscheiden sein. Daily Mail meldet aus Newyork, daß die Besitzer der „Wilhelmina“ erklärten, sie würden, falls das Schiff gekapert werden sollte, beim Staatsdepartement in Washington Protest einreichen. Sie bestehen darauf, daß die Verbündeten kein Recht haben, die Sendung von Nahrungsmitteln ffir Amerikaner in Deutschland zu verhindern. 9 4884 England und Japan. Dem Ostasiatischen Lloyd vom 20. November entnehmen wir das folgende, durch den Pekinger Mitarbeiter der Wochenschrift ent⸗ worsene Bild des britisch anischen Verhältnisses in Tsing tau: Stolz und von oben herab wird das einst große vol dem kleinen, von ihm innerlich so tief verach⸗ teten Japan in Ostasien behandelt und wortlos u n d ohne Murren muß es sich diese Behandlung gefallen lassen. Japau befiehlt, England gehorcht; Japan ist der Herr, Englaud der Diener. In die Verhandlungen in Tsingtau ist, wie man hört, durch britische Vorhaltungen und Bitten an Japan, auch an dem Ersolg des Sieges beteiligt zu werden, eine gewisse Verzögerung gekommen; England wollte nach dem Fall von Tsingtau dort herr schen. Da kam es aber bei Japan und dem japanischen Höchstkom⸗ mandierenden der verbündeten Truppen. unter dem die britischen Truppen in Tsingtau dienen, schlecht am. Herrisch wies er sie ab: „Japanische Truppen besetzten die Forts, britische die minder wich tigen Plätze!“ Ebenso kategorisch soll der englische Wunsch, einen Teil der deutschen Gefangenen in Wei⸗hai⸗wei oder Houg⸗ lung einschließen zu lassen, von Japan abgelehnt worden. sein. Nun kommt es zu weiteren Verhandlungen wegen der künftigen provisorischen Verwaltung des Schutzgebiets, lüber die eine aus japanischen und britischen Ste tmengesetzte Kommission beraten soll. Aber wo? dan!“ Japan fordert:„In T 1 vocht behalten wird Voraussichtlich! t 8 zurzeit wenigstens. Ebensowenig wird sich Japan von England in —— . 3 ——„„ 5 . eine aventeuerliche“. utk treiben lassen, insofern, als es keineswegs gewillt ist dem„Druck“ Englands solgend, japanische Truppen für Englands alleinigen Vorteil in Europa kämpfen zu lassen.„Was haben wir in aller Welt in Europa zu suchen“, äußerte kürzlich ein hoher japanischer Diplomat mir gegen⸗ über.„Ostafsen ist unser Feld. Dahin gehören unsere In⸗ teressen und, falls es nötig ist, unsere Truppen. Die Mehrheit des japanischen Volles wird nimmermehr eine Polltik mitmachen, die für uns lediglich eine Zersplitterung der Kräfte und Unglück bedeutet. Bedenken Sie“, fuhr er sort,„was schon allein der Transport einer kriegsstarken japanischen Division von Japan nach Europa kosten würde und gar eines Armeekorps! Nein, wir gehen weder nach Europa, noch nach Indien. Nur nach dem Nützlichen geht unser Verlangen, und das führen wir auch durch.“„Und wenn nun ein gewisses Land eifer s ü ch⸗ tig auf das energische Vorgehen Japans in China und dem sernen Osten wird?“, wandte ich fragend ein.„Dann warten wir ab, ob es wagt, uns anzugreifen.“„Und wenn es angreift?“„Dann setzen wir uns zur Wehr, bis der Sieg auf unserer Seite ist.“ „Und werden Ihre Verbündeten, insbesondere England und Frank⸗ reich, das zulassen?“„Wo die Macht ist, bleibt die Macht“, erwiderte der Diplomat etwas dunkel, was er aber meinte, ist nicht mißzuverstehen. So sieht es fast aus, als ob Tsingtaus Ka⸗ nonen dem japanisch⸗britischen Zusammengehen das Grablied gesungen und gleichzeitig dem japanischen Imperialismus einen ehr⸗ geizigen Ansporn zu einer vorwärtsdrängenden Politik gegeben haben, bei der es ein Zurück nicht mehr gibt. Was wird das Ende sein?“ Entlarvte Lügner. Das Petit Journal und die Times schilderten ihren Lesern Mitte Dezember 1914 unerhörte Plünderungen und Räubereien der Deutschen in Valenciennes; die Keller würden geräumt, der Wein würde durch besonder? Leute verpackt und weggeschickt; ganze Eisenbahnzüge voll Möbel seien nach Deutschland fortgeschafft worden. Die so⸗ fort von der deutschen Regierung angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß es sich wieder um einen jener niedrigen Verleumdungen handelt, mit denen gewisse französische uno englische Blätter fast täglich ihre Leser zu unterhalten pflegen; man höre, wie sich der Bürgermeister von Valenciennes über die Angelegenheit äußert: „Ich erkläre als Bürgermeister von Valencfennes, daß es nicht wahr ist, daß Eilenbahnzüge, beladen mit Möbeln, nach Deutschland geschickt worden find, wie es in einzelnen fransösischen und englischen Zeitungen geheißen hat. Ferner ist es nicht wahr, daß Häuser und Weinkeller systematisch geplündert wer⸗ den. Der Wein wird für den Bedarf der Truppen orönungsgemäß requiriert. Es ist drittens nicht wahr, daß alle Artikel von Wert nach Deutschland geschafft werden, sondern es werden nur solche Waren mit Beschlag belegt, die für den Krieg nutzbar ge⸗ macht werden können. Für alle Lebensmittel und Waren wird den Besitzern ein Gutschein ausgestellt, der mit der Unter⸗ schrift eines Offiziers versehen it. Valenciennes, den 30. Dezember 1914. Siegel. Unterschrift. Bürgermeister von Valenciennes.“ Die französische Partei und die Kriegslieferanten. Wie wir schon kurz berichteten, befaßte sich in einer ihrer letzten Sitzungen die sozialistische Fraktion der französischen Deputiertenkammer mit den Kriegslieferanten. Der Fraktion lagen, wie die Humanite mitteilt, Tatsachen vor, die darauf schließen ließen, daß, während die Nation für die Verteidi⸗ gung des Vaterlandes Gut und Blut opfere, die Herren Kriegslieferanten, und besonders die Zwischenhändler, die Gelegenheit zu ihrer Bereicherung ausnutzten. Man war der Ansicht, 3 es nur ein Mittel gäbe, solchen skandalösen Spekulationen vorzubeugen: sie in das vollste Licht der Oeffentlichkeit zu stellen. Plötzliche und unrechtmäßige Be⸗ reicherung zu Kriegszeiten habe es immer gegeben, aber die Gegenwart unterscheide sich denn doch zu ihrem Vorteil von den vergangenen Zeiten, insofern heute solche Fälle nicht mehr im Dunkeln liegen, sondern durch die Organe der öffentlichen Meinung kritisiert und verdammt werden könnten. Vor allen Dingen sei die Erfüllung dieser eminent patriotischen Pflicht die Aufgabe der sozialistischen Partei. Die Fraktion beschloß deshalb einmütig, durch ihren Sekretär, den Gen. HGubert Rouger, folgendes Schreiben an den Kriegsminister Millerand zu richten: „Herr Kriegsminister! Der sozialistischen Kammerfraktion wurde in ihrer heutigen Sitzung eine Anzahl Tatsachen über Heereslieserungen vorgelegt, durch die die Fraktion peinlich über⸗ rascht wurde. Diese Vorkommnisse sollen der Heereskommission durch deren sozialistische Mitglieder unterbreitet werden. Die Fraktion hat einstimmig beschlossen, an Sie das Ersuchen zu richten, im Staatsanzeiger(Journal Offteiel) die vollständige Liste der Kriegslieferanten zu veröffentlichen mit genauer An⸗ gabe der Adressen, des Berufs der Lieferanten, dem Nachweis der beteiligten Fabriken, Werkstätten usw., sowle mit einer Uebersicht über Art und Umfang der dem Einzelnen anvertrauten Liefe⸗ rungen. Ich wäre Ihnen verbunden, Herr Minister, wenn Sie mich benachrichtigen wollten, welche Folgen Sie diesem Ersuchen geben wollten. Hochachtungsvoll Hubert Rouger, Sekretär. Jetzt habe, schließt die Humanits ihre Mitteilung, Herr Millerand, der Kriegsminister das Wort. Die Ermordung Jaurès. In der Humanits schreibt der Abgeordnete Vaillant: „Es wird mitgeteilt, daß der Untersuchungsrichter in dem Verfahren gegen Jaures Mörder von dem ärztlichen Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten Kenntnis ge⸗ nommen und hierauf die Untersuchung siür geschlossen erklärt hat. Das haben wir vorausgesehen und gefürchtet. Die Aerzte sollen erklärt haben, daß der Mörder ein Degenerierter ist und das hat dem Richter genügt, die Untersuchung zu schließen. Da aber die Verbrecher fast ausnahmslos Degenerierte find, so ist es nichts besonderes, daß auch dieser Mörder ein Degenerierter ist. Diese Frage hätte daher erst der Ausgangspunkt des zur Untersuchung stehenden Problems sein dürfen. Vor der öffentlichen Meinung war das Problem klar formuliert. Es handelte sich darum, wie und unter welchen Umständen in jenem konfusen und leicht zu beeinflussenden Kopf der Gedanke des Verbrechens entstanden war: aus welchen Kreisen und auf welche Art die verbrecherischen Einflüsse oder Suggestlonen gekommen waren. Der allgemeine Verdacht hatte sich nach zwei Richtungen bewegt. Ein Verdacht hat zwar noch keine Beweiskraft, ist aber immerhin, zumal wenn er so allgemein ist, ein Fingerzeig, dem die Untersuchung Rech⸗ nung tragen muß, wenn sie nicht auf das Hindernis des Pseudo⸗ patriotismus oder des Antisozialtsmus stößt, das ihr den Weg versperrt. Man kann nicht verstehen, wie ein solches Verfahren geschlossen werden kann, ohne untersucht zu haben, ob der Ver⸗ brecher nicht von den politischen Feinden Jaures' ange⸗ stiftet war, oder von den änßeren Feinden unseres Landes, die dadurch etwa am Vorabend des Kriegs Unruhen hervor⸗ rufen wollten.“ Genosse Vaillant scheint zu glauben, die Deutschen hätten Jaures ermorden lassen, um den Krieg mit Frank⸗ reich um so sicherer herbeizuführen? Die Schattenseite. In der Berliner Abendpost plaudert der bekannte Schrist⸗ steller Feder von Zobeltitz über einen Befuch bei Generalfeld⸗ marschall von Hindenburg, bei dem er auf einer Reise in Polen zu Tische geladen war. Er erzählte da auch einiges über die Schattenseiten der Popularität, die der ruhmvolle Russenbesieger nun auch schon kemten gelernt hat.„Die Neufahrsgrüße für Generalseld⸗ marschall von Hindenburg“, so schreibt er,„mußten in Waschkörben entleert werden. Kinderbriefe zuhauf, die meisten diktiert von elteln Müttern und hysterischen Gouvernanten. Und dann diese Reimereien!„Hindenburg“ und„hinten durch“ ist gewöhn⸗ lich der Endreim.„Es ist fürchterlich“ sagt ein abgehetzter Adju⸗ tant. Ich kann es mir denken. Auch die tatkräftigsten Adjutanten, Leute voll Unerschrockenheit, Alefbiadesse, können Anflüge von Mittagszeit und in stiller Abendstunde Mauern von Papier um fie türmen, die beiseitegeschafft werden wollen. Wenn nur Humor hinter all dem Geschreibsel steckte! Doch der sickert nur vereingelt. Die Gelehrten des Kladde radatsch haben Hindenburg, um nicht hinter den Universitäten zurftckzustehen, feier⸗ lich zum„Doktor Kladd“ ernannt. Das hat ihn gefreut. Aber nun streiten sich schon die Städte um seinen Namen. Auf Torten träuselt Schokoladecreme sein Monogramm. Sein bärtiges Geficht wird in Vanille⸗Eis gegossen, auf die Bauchbinden der Zi⸗ garren wird sein Porträt gedruckt. Fettheringe werden durch ihn geabelt, Pfefferkuchen tragen sein Wappenschild, Marzipan, wollen Unterjacken, Federhalter, Tabakspfeifen— alles will plötzlich Hindenburg heißen und fragt vorher gehorsamst bei ihm an, ob man es auch dürfe. Der Marschall lächelt gutmütig.„Na— mal wird der Rummel ja abflauen,“ meint er...“ 0 Die Getreid e⸗Verfügung des Bundesrats. Prehstimmen. Zu den staatlichen Vorkehrungen gegen die Brot- und Fleischnot sagt das Berliner Tageblatt: Prüft man die Frage, ob so einschneidende Bestimmungen notwendig waren, so muß man zu erst mit kleinen Maßnahmen abgab und dadurch kostbare Werte und kostbare Zeit vergeudete. o zahlreich, daß das jetzige schnelle Eingreifen der Regierung Geisteskrankheit bekommen, wenn sich in jeder Morgenruhe, zur 5 einer Bejahung kommen. Denn gleichviel, ob unsere Vorräte relativ groß oder klein sind, eine weitgehende Vorsorge für die Zukunft war notwendig. Es ist nur zu bedauern, daß man sich IJn der Vossischen Zeitung wird von Georg hard geschrieben: Da die Vernunft viel zu vieler versagt h kein anderes Mittel, als der Zwang. Daß der Zwang sch ausgellbt wird, ist gu t. Deun noch sind unsere Vorräte i die tröstliche Gewißheit zu bieten vermag, daß wir wirkls mit unferen Beständen bis zur nächsten Ernte aus reichen. Nicht nur die Gemeinden, sondern auch die wirtschaftlichen Verbände des Handels, der Inbustrie, der Landwirtschaft und der Arbeiterschaft werden sicherlich ihr möglichstes tun, um die Pflichten zu erfüllen, die augenblicklich im Interesse der Allgemein⸗ heit liegen. An der glänzend durchgeführten Organisation aller Stände und Berufe wird der Plan unserer Feinde zu schanden werden, Deutschland, das durch Kanonen und Flinten nicht zu besiegen ist, auf die Knie zu swingen durch den Hunger. Die Flucht der englischen Küsten⸗ Bevölkerung. Die Tägliche Rundschau meldet aus Kopenhagen: Nach Londoner Meldungen treffen immer noch überfüllte Eisenbahnzüge aus dem englischen ang a ar London ein. Zwei Drittel der Zivilbevölkerung hat mouth bereits verlassen. Der Gemeinderat von Yarmou hat sich außerstande erklärt, für die Sicherheit der Bewohne fernerhin einzutreten, falls die Regierung keine energisch Maßnahmen gegenüber feindlichen Angriffen zu treffen i 1 der Lage sei. 8 Die dentschen Unterseeboote an der Arbeit. (Holland in Leith(Schottland) angekommenen Dampfers berichte daß er während seiner e Unterseeboot bedroht worden sei. Er habe sein Schiff durch Kurs⸗ änderung retten können, während das Unter seeboot unter tauchte. Rücktransport nach Paris. 5 Von der holländischen Grenze, 26. Jan.(III.) Daily Chroniele erfährt aus Genf, daß 2 Milliarden Francs in Effekten 0 Wechseln, welche die Pariser Banken zu jener Zeit, als die Haupt⸗ stabt bedroht war, bef ihren Genfer Zweigstellen in Sicherheit ge⸗ bracht hatten, am Freitag unter starkem Geleit nach Paris zurüc⸗ gebracht worden find. Das Vorrücken der Verbündeten. ö Krakau, 26. Jan.(T. U.) Naprzod meldet: Die auf der Linie Czenstochau⸗Plostowno⸗Kielce operierende Armer der Verbündeten ist nunmehr in Kielce eingerückt, 2 1 Der Stillstand der russischen Operationen im Kaukasus. N Rotterdam, 26. Jan.(T. U.) Eine Petersburger De⸗ pesche der Morning Post gibt in süßsaurer Weise zu, daß die Russen ihren Marsch nach Erzerum haben aufgeben müfsen. Es ist, so wird weiter gemeldet, unwahrscheinlich daß die Russen vorläufig weiter in der Richtung nach Erzerum vorgehen werden. 0 Die Ermordung des Emirs von Afghanistan? Hamburg, 26. Jan.(TI.) Nach einem Kopenhagener Tele⸗ gramm der Hamburger Nachrichten macht das russische Blatt Tjetsch die folgende der Bestätiaung bedürsende Mitteilung: Nach einer in etersburg eingetroffenen Meldung ist auf der Linie Afghanistan⸗ Habib⸗Ullah⸗Ahan ein Mordanschlag verübt worden. Der Emir ist getötet, der Thronfolger verwundet worden. Nach einer Meldung soll der Morder der jüngere Sohn des Emirs, nach einer anderen Meldung ein Türke sein. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Aus den Verlustlisten. Neserve⸗Jnfanterie⸗Regiment Nr. 222, 1 Le Mesnil am 13., 15., 16. und 21., Aubers am 19., Fromelles am 22., Ruda am 30. 11. und vom 1. bis 3. 12. Iwangorod vom 1. bis 3., Mierszonla⸗Male⸗Duze am 3. und Srock am 12. 12. 14. N (Von Verwundeten und Vermißten sind nur die aus Oberhessen und Nachbargebieten aufgeführt)) 1 1. Kompagnie: Vifw. Karl Dienstbach, Weilburg, Ober⸗ lahnkreis, gef.— Utffz. Jakob Gerhardt, Steinbach, Gießen, vm — Gefr. Heinrich Stier, Darmstabt, gef.— Gefr. Rudolf Günther, Bleichenbach, ge.— Musk. Karl Krein, Wattenheim, Pfalz ge. — Musk. Gottfried Seriba, Nieder⸗Moos, gef.— Musk. Heinrich Schnabel, Nieder⸗Ohmen, gef. Musk. Wilh. n, Langsdorff, ge f.— Musk. Adolf Lindenstruth, gef.— Musk. Emi“ Eck, Obersinn, Gemünden, gef.— Musk. Friedrich Holte, Alten bochum, gef.— Musk. August Gorr, Gießen gef.— Musk. Wil Hennich, Herborn, Dillkreis, gef.— Musk. Wilh. Essel, Ober ö Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mugge. 168 Endlich wurde die Tür geöffnet, und als er umblickte stand sein Oheim vor ihm. Der Vogt hatte noch die Reise⸗ mütze auf dem Kopfe und seinen Mantel auf den Schultern. „Friede und Glück mit dir, Paul,“ sagte er.„Sie sind alle hier. Komme vom Lyngenfjord mit Helgestad, Ilda und Hanna. Aber wie siehst du aus,“ fuhr er besorgt fort, und kopfschüttelnd fügte er dann hinzu:„Siehst übel aus, Paul, hast glühend heiße Hände und ein seltsam verzerrtes Gesicht. Was ist es?“ „Nichts,“ antwortete Petersen lachend. gearbeitet, dazu die größte Plage mit den Schuften. geht es Helgestad?“ „Leidlich gut,“ meinte der Vogt.„Er spricht mit Ruh über Björnarnes Tod. Sie haben den Körper im Kaagsund aufgefunden, aber so fest umklammert mit der Dirne, daß die Narren sie nicht trennen mochten. Haben sie beide in ein Grab gelegt. „Also auf ewig vereint,“ sagte Paul spottend. steht's mit Ilda?“ „Alles wohl. Das ist keine, die weint und klagt.“ „Nun, rief der Schreiber,„warum soll sie weinen? Biörnarne, wäre er nicht ertrunken, würde ihr Gram genug gemacht haben, denn von der schwarzäugigen Hexe hätte er nie gelassen. Jetzt ist er hin, und sie hat das Erbe allein.“ „Und wenn die nächste Woche kommt?“ nickte der Vogt. „Jawohl,“ sagte Paul.„Der Pastor hat die Hochzeit schon angekündigt. Wie sich alles gut fügt, Onkel!“ Onkel und Neffe sahen sich leise lachend an.—„Bewahre dich nur, daß du munter bleibst,“ flüsterte der Vogt.„Denke euch, Helgestad wird's nicht ewig mehr treiben. Wie er war, „Ich habe viel Wie „Wie wenig. Das Sprechen wird ihm auch sauer, ist ein Schlag gewefen, von dem er sich nicht erholt. Es kann nicht lange dauern, so muß er dir alles lassen.“ sich Paul hörte gleichgültig zu.—„Wie Afraja?“ fragte sein Onkel. N „Es ist kein Wort aus ihm herauszubringen,“ sagte Paul. „Aber was habt Ihr am Balsfjord gefunden?“ „Nichts. Keinerlei Schrift oder was uns dienen könnte. Nur die Urkunde über den Besitz und ein paar Säcke mit Geld.“ „Die können doch als ein Beweis gelten“, murmelte der Schreiber.„Der stolze Junker verweigerte jede Antwort: wir wollen ihm zeigen, daß wir die nicht brauchen. Gebt die Urkunde her, Oheim.„So“,— er legte seine Hand darauf, be⸗ trachtete sie, und seine Augen glänzten voll Hohn und Lust. „Bei Gott! Der Narr soll sie niemals wiederbekommen.“ „Denke, nein!“ sagte der Vogt leise,„aber was willst du mit ihm machen?“ Panl sah vor sich hin, bis er nach einiger Zeit antwortete: „Am besten wäre es gewesen, ich hätte mich an der Lyngen⸗ kirche nicht eingemischt, als die Quäner und Fischer ihre Messer aus den Scheiden zogen. Indes, wer weiß, was sich noch mit ihm machen läßt. „Und der Zauberer?“ flüsterte der Vogt. „Still!“ sagte der Schreiber,„ich höre sprechen. hinüber zu unsern Gästen, Oheim, ich komme nach.“ Als der Vogt fort war, stand er auf, nahm das Licht und stellte sich vor den Spiegel. Sein Gesicht war hohl, und ob⸗ wohl mehr gerötet als sonst, sah es verzerrt und krank aus.— „Meine Schönheit vermehrt sich nicht“, rief er sich selbst ver⸗ spottend,„aber um so besser werde ich ihr gefallen.“ Er warf seinen Rock ab und entblößte seine Seite, wo er die Wunde erhalten hatte. Diese war nicht geheilt, sondern ge— schwollen, dunkel entzündet und bot einen widerlichen Anblick benimmt Geht wird er nimmer mehr. Er sitzt und sinnt, grübelt und spricht „Verdammt!“ murmelte er,„ich muß etwas tun. Jah leide Schmerzen und mag mich doch niemandem vertrauen — Er strich eine Salbe darauf, wickelte eine Binde um und kleidete sich mit möglichster Sorgfalt an, 1 Als er in das Gastzimmer trat, saß Helgestad in den großen Stuhl am Feuer. Die beiden Mädchen am Tische und der Vogt zwischen beiden. Helgestad hielt ein Glas in einen Fingern, aber er war nicht wie sonst lustig dabei, um es unter N allerhand Kalkulationen zu leeren. Vorgebeugt starrte er auf N das dampfende Getränk, hob langsam dann den Kopf in die Höhe, als er des Schreibers Stimme hörte und streckte sein sehnige, magere Hand aus. Sein ganzer Körper und sein Kopf schienen ins Schwinden gekommen zu sein. Die mäck⸗ tigen Knochen traten überall hervor, und die gelbe, harle Haut legte sich wie Pergament daran fest. „Herzlich willkommen“, sagte Paul,„und dir, meine ge⸗ liebte Ilda, meinen besonderen Gruß.“ 1 Ilda sprach ein paar Worte, dann wurde über die Hen reise verhandelt, über Helgestads Krankheit und Gesundhei! aber es klang alles eintönig und abgebrochen, sie betrachteten N sich gegenseitig und dachten über die Veränderung naß, Auch Ilda sah anders aus. Das große, starke Mädchen war freilich nicht abgefallen, aber der tiefe Ernst ihres Wesern hatte sich vermehrt. Sonst lachte sie wohl einmal, und dan wurde ihr Gesicht wunderbar hell und schön, nun aber hatten sich ihre Lippen dicht geschlossen, ihre Hautfarbe war durch sichtig geworden und der Blick ihrer Augen war so starr, daß Paul ihn nicht aushalten konnte. Er bemühte sich froh zr sein und strengte alle Kraft an, um seine alte, gewandte G1 selligkeit zu zeigen, doch es wollte ihm auf die Dauer nie glücken. Er sah recht gut, wie alle ihn betrachteten, und Hels stad schüttelte den Kopf und sagte mit seiner schweren Zung „War anders, Paul, wie Björnarne noch lebte. wieder, wird dir auch wohl tun.“ 5 . 1 dar. (Fortsetzung folgt.) . hurnr ö ö ö ö teeffen; 1 9 Arbe n 8 ers b lem deussth durch gu, untertan alp Chrune fetten 1 0 E die day Sicherheit y Paris zur,, en. et: Die au ende Arm gerückt ationen burger de zu, daß lr aufgeben uhrscheinlt stadt. gef.— Mud. Wilh. Balser, Gießen, gef.— Musk. Wilh Alban, Thale a. Harz, gef.— Musk. Heinrich Walter, Gießen ge. 55 1 5 7„ 2 11 e gef. 1951 Musk. Heinz Köhler, 2 dt, H. gef.— Musk. Karl Herzer, Alssele 5. Peter Schaub, Bermoll, Wetzlar, gef. 5 Musk. Selur ieh Londorf gef.— Musk. Friedrich Kuhlmann, Wetzlar gef 85 Musk. Peter Fleck, Wißmar, gef.— Gefr. Wilh. Rupp, Gießen vw a Musk. Wilh. Karp, Frledrichshitte. Schotten, pw.— Musk. Wilh. Kaiser, Langenhain, vw.— Musk. Otto Kunkel, Grünber 0 vw.— Musk. Wilh. Kling, Wiefeck, Gießen, vw.— Musk Georg Christ, Butzbach, vw.— Musk. Oskar Derbeck, Wetzlar vw 5 Mus. Heinr. Dern, Gr⸗Linden, vw.— Musk. Erhard Tröde, Wet lar, 9— Musk. Heinr. Gerhardt, Nieder⸗-Ohmen, vw.— Musk. Otto Häuser, Steinberg, Gießen, vw.— Musk. Martin Höll, Wieseck, dw.— Musk. Heinr. Loth, Rüddingshausen, vw.— Musk. Hermann Lohn, Wetzlar, vw.— Musk. Friedr. Müller, Leun, Wetzlar, vw.—. Musk. Otto Neeb, Heimertsgausen, Alsfeld, vw.— Musk. Karl Reitz, Nieder⸗Ohmen, vw.— Musk. Johs Rühl, Petterweil, vw.— Musk. Otto Schäfer, Leshgeßern vw.— Musk. Herm. Scheel, Nup⸗ vertsburg, vw.— Musk. Wilh. Seibert, Birklar, vw.— Musk Peter Sturm, Nieder⸗Kleen, vw.— Musk. Otto Wacker, Wieseck, vw.— Musk. Karl Gerlach, Krofdorf, vw.— Musk. Georg Müller, Eudorf, vw.— Musk. Wilh. Wießner, Elimbach, vw g 2. Kompagnie: Ltn. d. R. Heinrich Schättler, Gr. Linden, gestorben an seinen Wunden.— Utffz. Georg Volland, Heubach, e. Musk. Leonhard Denner, Heppenheim, gef.— Musk. Alb. Reinh. Kring, Steinbach, Dillkreis, gef.— Musk. Hrch. Orth, Ehringshausen, Alsfeld, gef.— Gefr. Karl Ad. Lenhardt, Nieder⸗Wöllstadt gef.— Musk. Joh. Gg. Hirschhorn, Wetzlar, gef. 5 Musk. Rudolf Hennrich, Modenbach, Dillkreis, gef.— Musk. Gustav Wirth Ober⸗Schmitten, gef.— Musk. Otto Jäger, Eichels⸗ dorf, vw.— Musk. Konrad Seth, Trais a. d. L., vw.— Musk. Otto Trapp, Gießen, vw.— Musk. Heinr. Theis, Hoeingen(2), Alsfeld, Wen 3. K o m pa gnie: Off.⸗Stellv. Rudolf Schlosser, Gießen, vw. — Vzfw. Wilh. Euler, Trais, Gießen, vw.— Utffz. Willy Lahr, Gießen, vw.— Gefr. Karl Zöller, Watzenborn, gef.— Gefr. Rob. Busch, Bergebersbach, gef.— Musk. Wilh. Morkel, Gedern, gef. — Musk. Walter Harnisch, Freiburg a. U., gef.— Musk. Josef Bach, Ickingen. E, ge f.— Musk. Adolf Häuser, Burg, Dillkreis, gef.— Musk. Wilh. Schulte, Ehringshausen, Altena i. W., ge f.— Musk. Joh. Aug. Loh, Dutenhofen, Wetzlar, gef.— Musk. Wilh. Schnorr, Schwalbach, Wetzlar, gef. Gefr. Karl Pfannstiel, Hain⸗ bach, Alsfeld, vw.— Gefr. Helmuth Köhler, Bramsche, gestorben an seinen Wunden.— Musk. Wilhelm Müller I., Langgöns, Gießen, vw.— Musk. Fritz Freudt, Oberndorf, Wetzlar, vw.— Musk. Rein⸗ hard Schulte I., Engelrod, Lauterbach, vw.— Musk. Heinr. Burger, Wotzenborn, vw.— Musk. Karl Rausch, Maar, Lauterbach, vw.— Gefr. Anton Rohrer, Gießen, vw.— Musk. Karl Keipp, Wallen rod, Lauterbach, vw.— Musk. Otto Schmidt VII., Berns feld, Alsfeld, vw— Musk. Heinr. Balser, Albach, gestorben an seinen Wunden. — Musk. Karl Schmitt III., Waldgirmes, vw.— Musk. Otto Will, Wetzlar, vw.— Musk. Wilh. Deibel, Staufenberg, Gießen, vw.— Musk. Aug. Albert, Ruppertsburg, an seinen Wunden gestorben.— Musk. Karl Renkel, Ober⸗Lais, Schotten, vw.— Musk. Johs. Döring, Sandlofs, Lauterbach, vw.— Musk. Ludw. Schäser 12 Gießen, vw.— Musk. Ludwig Schön, Beuern, vw.— Musk. Georg Reitz, Merlau, Alsfeld, vw.— Musk. Josef Schad, Herbstein, Lauter⸗ bach, vw.— Musk. Johs Hainstadt, Oppershofen, Friedberg, vw. — Musk. Heinr. Schäfer 11., Sandlofs, vw— Musk. Wilh. Schin⸗ del, Ebersgöns, Wetzlar, vw.— Musk. Reinhard Schienbein, Berns⸗ hausen, vw.— Musk. Ludwig Vogt, Oberrosbach, vw.— Gefr. Lud⸗ wig Rinn, Gießen, vw.— Musk. Wilh. Beckel, Selters, Büdingen. vw.— Musk. Johs. Berger, Oppershofen, vw.— Musk. Friedrich Gerhardt, Dutenhofen, Wetzlar, vw.— Musk. Heinr. Biedenkopf, Gießen, gestorben an seinen Wunden.—, Musk. Friedrich Volkert, Klein⸗Linden, Gießen, vw.— Musk. Adolf Claudy, Nauborn, Wetz⸗ Jar, vermißt. 4. Kompagnie: Utffz. Hans Heister, Wolfenbüttel, gef.— Utffz. Wilh Kern, Mainzlar, gestorben an seinen Wunden.— Musk. Auguft Eifert, Vilbel, Friedberg, o w.— Musk. Alfred Roth, Oehningen, Konstanz, gef.— Musk. Marx Steinhorst, Kl. Tuchen, Bsttow, gef.— Musk. Heinrich Graß, Wetzlar, vw.— Musk. Lud⸗ wig Gilbert, Heuchelheim vw.— Musk. Hermann Zugchor, Frauk⸗ furt a. M., gestorben an seinen Wunden. 6. Kompagnie: Utffz. Wilhelm Bode, Gießen, vw.— Gefr Heinr. Müller, Eberstadt, Darmstadt gef.— Gefr. August Benner, Löhnberg, Oberlahnkreis, gef.— Gefr. Franz Aßbauer, Erlings⸗ haufen, Brilon, gef. Erf.⸗Res. August Kimmel, Caub a. Rh. ge 7 — Ers.⸗Res. Karl Wilh. Schnug, Hilgert, Unterwesterwald, gef. Erf.⸗Res. Herm. Schelper, Gießen, gef.— Kriegsfr. Wilh. Brand⸗ stätter, Wetzlar, gef.— Ers.⸗Res. Hugo Brodersen, Flensburg, Schleswig⸗Holstein, gef.— Erf.⸗Res. Adolf Kraft, Rupper“shausen, gef.— Ers.⸗Res. Wilhelm Back, Hol⸗hausen, gef.— Ers.⸗Res. Karl Steiner, Maxein, gef.— Ers.⸗Nes. Peter Partenheimer, Waldböckel⸗ heim, gef.— Kriegsfr. Kurt Schwabe, Stumpertenrod, vw.— Kriegsfr. Karl Lier, Ellkirch, Erfurt, gef.— Ers.⸗Ref. Bernhard Pahle, Arborn, Schweig, gef.— Kriegsfr. Johann Brety, Fürfeld, gef.— Musk. Edmund Farny, Niederbrück, Thann, gef.— Kriegsfr. Paul Stratmann, Niederbergheim, Arnsberg, gef.— Musk. Eugen Daller, Mausbach, gef. 12. Kompagnie. Feldw.⸗Ltn. Max Matthäus, Schwenmig Nimptsch, gef.— Utssz. Karl Schuchert, Höchst a. M., gef.— Mask. Auguͤft Schuhmann, Hassenbach, Unterfranken, gef.— Musk. Joh. Spälh, Dittelsheim, Worms, gef. Musk. Ernst Bernshausen. Fendingen, gef.— Musk. August Grimm, Storkenauen, Thann, gef.— Musk. Hubert Dierstein, Storkenauen, gef.— Musk. Wilh. Paulus, Schweinscheid, Meifenheim, gefallen. — Verkauf von Mehl untersagt. Das Kreisamt Gießen gibt auf Grund der Bundesrats⸗Verordnung bekannt, daß allen in Stadt und Land mit Mehl Handel Treibenden ver⸗ boten ist, bis zum 1. Februar Weizen⸗, Roggen-, Haser⸗ und Gerstenmehl an Privathaushaltungen zu veräußern oder sonstwie abzugeben. Wer trotzdem Mehl verkauft, verfällt in Strafe.. — Die Steigerung der Lebens mittelpreise und die Für⸗ sorge für die Kriegerfamilien. Vom Vorstand des Gewerk⸗ schaftskartells Gießen wird uns geschrieben: Seit Kriegsbeginn haben die Lebensmittelpreise eine derartige Steigerung erfahren, daß es sich wohl rechtfertigt zu unter⸗ suchen, ob es einer Kriegerfamilie zur Zeit noch möglich ist, sich so zu ernähren, wie es die Volksgesundheit erfordert. Der Anstoß zu einer derartigen Untersuchung liegt nicht nur auf dem Gebiet der zu befürchtenden größeren Kindersterblichkeit und der Schäden, die der Volkskraft daraus entwachsen. Es läßt sich an Hand der von den einzelnen Gemeinden gezahl⸗ ten Zuschüsse sehr leicht feststellen, in welchem Umfang diese ihren Pflichten nachkommen. Aus einer von der General⸗ kommission der Gewerkschaften gemachten Zusammenstellung geht hervor, daß es große Städte gibt, die nur ganz minimale Zuschüsse gewähren, während eine Reihe kleinerer Gemein⸗ den den Ernst der Lage voll erfaßten. Im Nachstehenden sei ein Vergleich mit Gemeinden aller Größenklassen mit den Zuschüssen, wie sie bier in Gießen gezahlt werden, erlaubt. Bei den Zuschüssen ist die Reichsunterstützung, nicht inbe. griffen. Es werden nur die Unterstützungen für die Frauen der Kriegsteilnehmer angeführt und es bedeuten die Zahlen in Klammern immer die Zahl der Einwohner nach der Volks⸗ zählung im Jahre%. Die für Kinder gezahlten Summen kommen hier außer Betracht. Es zahlt monatlich Bremen 40 Mark Zuschuß(246 827), Hannover 21 Mark(302 384), Nürnberg 18 Mark(332 651), Hamburg 26 Mark(932 078), Harburg a. Elbe 21 Mark(67 024), Lübeck 27 Mark(98 620), Zwickau i. S. 19,50 Mark(73 152), Kottbus 12 Mark(48 644), Krimmitschau 12 Mark(28 804), Düren i. Ahld. 12 Mare (32 460), Gera, Thüringen 18 Mark(49 283), Glauchau 19,50. Mark(25 194), Hohensalza 12 Mark(25 695), Jena 12 Mark (38 487), Konstanz 18 Mk.(27 582), Reichenbach i. V. 18,33 Mk. (29,681), Zittau 12 Mark(37 084), Gießen“) 6 Mark 31 047), Altena i. W. 12 Mark(14579), Aumund 13 Mark (zirka 6000), Cleve 13 Mark(18 048), Cuxhaven 26 Mark (14 624), Emden 20 Mark(24034), Grimma 13,35 Mark (11 441), Merseburg 12 bis 16 Mark(21 231), Niederplanitz 16 Mark(zirka 10 000), Ronsdorf i. Rhld. 19,50 Mar? (15 376), Velbert 15 Mark(23 127), Zuffenhausen 24 Mark 42 752). Von den nachfolgenden Gemeinden mit 2—10 000 Einwohnern zahlt Altenesch i. O. 27 Mark, Crossen i. S. 30 Mark, Dorsten 12 Mark, Geesthacht 39 Mark, Lindenthal i. S, 28,50 Mark, Meuselwitz 19 Mark, Pinneberg 20 Mark, Vege⸗ sack 16 Mark, Walsrode 16 Mark. Das ist eine Reihe Städte, von denen viele sich nicht mit der Universitätsstädt Gießen messen können, und trotzdem leisten sie mehr als Gießen. Es mag zwar zugegeben werden, daß es auch viele Orte gibt, in denen die Zuschüsse noch unter dem Gießener Satz stehen, aber diese braucht man sich nicht als Muster dienen zu lassen. Es steht statistisch fest, daß der Aufwand für Lebensmittel und Miete in Gießen bedeutend höher ist als in einer Reihe Großstädte. Es ist bezeichnend, daß 3. B. die Inderziffern für Lebensmittel(das ist der Betrag, den durchschnittlich eine Familie für Lebensunterhalt— Nahrungsmittel— auf⸗ wenden muß) in Gießen höher sind, als in Frankfurt g. M. Gerade aber die Lebensmittelpreise sind es, die ganz beson⸗ ders unsere Kriegerfamilien am meisten drücken. Weil dem so ist, ist es vornehmste Aufgabe der in Frage kommenden Stellen, sofort in die Prüfung darüber einzutreten, ob die in Gießen gezahlten Zuschüsse durch das Emporschnellen der Lebensmittelpreise noch angemessen sind. In den nächsten Tagen wollen wir an dieser Stelle einmal die Bewegung der Lebensmittelpreise einer Beleuchtung unterziehen und nach⸗ weisen, daß die hier gezahlte Barunterstützung nicht mehr zu⸗ reicht, mindestens seit den ersten Kriegsmonaten das Verhält⸗ nis fich zu ungunsten der Kriegerfamilien verschlechtert hat. Je eher eine Besserung eintritt, desto besser, denn bereits dies Jahr spricht der Standesamtsbericht eine deutliche Sprache, die wir um des Burgfriedens willen hier nicht behandeln wollen. 5) Außerdem können 3 Mk. aus Kreismitteln gezahlt werden. Wer mit dem Brote spart, erwirbt sich :: ein Verdienst vor dem Vaterland:: — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Leutnant der Reserve Otto Geisel aus Alsfeld, 5. bayr. Infanterie⸗Regiment.— Wehrmann Otto Weil aus Ermenrod, Reserve⸗Infanterie⸗Kegiment 116.— Kriegs- freiwilliger Werner Schulte, stud. theol. aus Großen⸗ Linden, Reserve⸗Infanterie⸗Regiment 222.— Musketier Wilhelm Spaar aus Reiskirchen, Infanterie⸗Regiment 168. — Einjährig⸗Freiwilliger Karl Roth aus Nidda, Infanterie⸗ Regiment 80.— Seesoldat Jakob Mignon aus Wetzlar, 2. Marine⸗Infanterie-Regiment.— Ulan Karl Kern aus Werdorf bei Wetzlar, Ulanen⸗Reaiment 6. — Wahlverein Gießen. Im Wahlverein sprach Genosse Vetters am Montag abend über Jean Jaureès, der bekanntlich am 31. Juli am Tage vor Kriegsausbruch, durch Mörderhand fiel. Als am 1. August die Tat bekannt wurde, sei wohl jeder Partei⸗ genosfe schmerzlich ergriffen worden. Daß dieser bedeutende Kämpfer für den internationalen Sozialismus im besten Mannes⸗ alter fallen mußte, wirkte auch innerhalb der deutschen Partei fast erschütternder als der Tod Bebeis, don dem man wußte, daß seine Tage gezählt waren. Redner gab in kurzen Umrissen ein Bild über den Entwicklungsgang Jaureès', der im Jahre 1859 in Castres in Südfrankreich geboren, aus einer wohlhabenden und einfluß⸗ reichen Beamtenfamilie stammte. Er war ni geneigt, sich der Beamtenlaufbahn zu widmen, sondern wandte sich den Wissen⸗ schoften, besonders dem Studium der Philosophie zu, wobei er die beutschen Philosophen bevorzugte. Im Jahre 1885 nahm er zum ersten Male ein Deputiertenmandat an, das er bis 1889 behielt. Er hatte sich einer gemäßigt republikanischen Gruppe an⸗ geschlossen und trat im Parlament als Redner wenig hervor. 1893 wurde er wiedergewäßlt, doch fetzt hatte er sich bereits dem Sozia⸗ lismus zugewandt, als dessen eifrigster, wissenschaftlich hochstehen⸗ der Verbechter er nunmehr im Parlamente wie außerhalb des⸗ selben auftrat. Dabei kam ihm feine ganz außergewöhnliche Rednergabe zu statten, man durfte ihn als den besten Reduer Europas be⸗eichnen. Ihm gelang, es selbst in aufgeregtesten De⸗ batten, die Hörer und auch seine Gegner zur Ruhe zu zwingen und alle hörten ihm mit Interesse zu. Das war auch bei den heftigen Debatten auf dem internationalen Kongreß in London(1896) der Fall, wo er mit den damaligen Genossen Millerand und Viviani als Vertreter der französischen sogialistischen Kammerfraktion er⸗ schien. Die Mandate der drei(Vivianf ist bekanntlich fetzt Mi⸗ nisterpräsident. Millerand Kriegsminister) wurden damals von den französischen Gewerkschaften und Anarchisten beftig bestritten, ven Kongreß aber anerkannt. Jairres hat sich große Verdienste um die Einigung der französischen Sogialisten erworben, die sich früher in eine ganze Anzahl von Richtungen spalteten. Er hat die Einsaung bewirkt und der Partei auch ein täglich erscheinendes Blatt l Humanité(Menschlichkeit) geschaffen, das erfreulichsten Auf⸗ schwung nahm. Seine ganze Kraft widmete er den Friedensbe⸗ strebungen und namentlich wirkte er unablässig für eine Verständi⸗ gung zwischen Frankreich und Deutschland. Er konnte es wagen. auf der Tribüne der französischen Kammer für den Verzicht auf Elfaß⸗Lothringen einzutreten. was vor ihm keiner getan. Hätte ihn nicht die Kugel des Mörders niedergestveckt, vielleicht wäre s seinem Einflusse sogar möglich gewesen den Ausbruch des Krieges zu verhindern, wenigstens zwischen Deutschland und Frankreich. Unter allen Vorkämpfern des Sozialismus wird Jaurés sdets einen hervorragenden Platz einnehmen.— Nach dem Vortrag er⸗ ledigte die Versammlung einige geschäftliche Angelegenheiten. Was die Neichswollwoche ergeben hat. Wenn auch die Ergeb⸗ nisse der Reichswollwoche noch nicht genau übersehen werden können, so ist doch schon deutlich zu erkennen, daß die Teilnahme der Bevöl⸗ kerung au dieser Veranstaltung zum Wohle unserer Krieger im ganzen Reiche eine alle Erwartungen übersteigende gewesen ist. Der Kriegsausschuß für warme Unterkleidung macht jetzt alle mit ihm in Verbindung stehenden Stellen darauf aufmerk- sam, daß gut erhaltene Kleidungsstücke unter keinen Umständen zer⸗ schnitten werden, fondern zum Beispiel zugunsten der notleidenden ostpreußischen und elsaß⸗lothringischen Bevölkerung verwendet wer⸗ den sollen. Im florrgen ist die Herstellung von Decken fur tzen⸗ gräben überall, wo ein besonders gutes Ergebnis der vorliegt, das Allerdringendste. Die vom Krieg⸗ministerium für die, Abnahme der Decken gestellte Frist läuft am 28. Februar ab. An diesem Tage müssen die Decken an der zuständigen Abnahmestelle für freiwillige Gaben im Bezirk jedes Armeekorps eingellefert sein. Deshalb ist eine gewisse Eile in dieser Beziehung geboten. ES empfiehlt sich auch mit diesen Stellen schon vorher in Verbindung zu treten und schon bei der Herstellung der Decken durch= ständige(Schneldermeister usw.) dafür Vorsorge zu treffen, daß die fertiggestellten Gegenstände den Anforderungen der Militärbehö rden eutsprechend beschafsen sind. — Bezüge der im Krieg befindlichen Beamten. Kürzlich gingen Artikel durch die Presse, in denen das Einkommen der Be⸗ amten, die sich im Kriege befinden, erörtert wurde. Es befanden sich darin aber einige Unrichtigkeiten. Ueber bie Sache teilte vor kurzem das Kriegsministerium dem Reichstagsabgeordneten Kuckhoff auf Anfrage folgendes mit:„Die Festsetzungen über die Gehaltsbezüge der Beamten, die zum Heeresdienst herangezogen werden, gründen sich auf 8 66 des Reichs militärgesetzes vom 2, Mai 1874 und 6, Mai 1880 und auf den darauf ergangenen Staatsministerialbeschluß vom 1. Juni 1888. 5 66 bes Reichs⸗ militärgesetzes lautet:„Reichs⸗, Staats⸗ und Kom⸗ munalbeamte sollen durch ihre Einberufung zum Militär⸗ dienst in ihren bürgerlichen Dienstverhältnissen keinen Nachteil er⸗ leiden. Ihre Stellen, ihr persönliches Diensteinkommen aus dem⸗ selben und ihre Anclennität sowie alle sich daraus ergebenden An⸗ sprüche bleiben ihnen in der Zeit der Einberufung zum Militär⸗ bienste gewahrt. Erhalten dieselben Offiziersbesold⸗ ungen, so kann ihnen der reine Betrag derselben auf dle Zivilbesoldung angerechnet werden.“ Der Staatsministerial⸗ beschluß bestimmt hierzu:„Erhält der Beamte die Besoldung eines Offiziers oder oberen Beamten der Militärverwaltung, so wird der reine Betrag derselben, als welcher sieben Zehntel der Kriegsbesoldung angesehen werden, auf das Diensteinkommen ge⸗ rechnet.“ Hiernach werden sieben Zehntel— nicht drei Zehntel— der Kriegsbesoldung denjenigen Beamten vom Zivileinkommen ab⸗ gezogen, die die Besoldung eines Offiziers oder oberen Beamten erhalten. Feldwebelleutnants gehören zu den zieren im Range der Leutnants und erhalten auch die Gebührnisse des Leutnants. Offiziersstellvertreter, Vizeseldwebel und Unter⸗ offiziere gehören zu den Mannschaften. Für sie ist ein Abzug nicht vorgeschrieben. Sie erhalten daher neben ihren Kriegs⸗ bebürfnissen das Zivildiensteinkommen un verkürzt weiter. — Gegen Lebensmittelwucher droht das Bezirksamt Frei⸗ burg 1. B. energische Maßnahmen an. Unter Bekanntgabe der vom Bundesrat für Verkäufer und Käufer festgesetzten Höchstpreise warntes das Publikum dringend, sich, um auf alle Fälle Lebensmittel zu erhalten, auf Preisübertreibungen ein⸗ zulassen. Da die Kartoffelhändler sich weigern, zu den festgesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, und die Landwirte keine Kartoffeln mehr auf den Markt bringen, so hat das Bezirksamt zunächst das Zwangsverfahren gegen die Händler beschlossen. Die Händler werden unter Androhung von Strafen aufgefordert, ihren Vorrat an Kartoffeln be dem für die Stadt festgesetzten Höchstpreise auf den Markt zu bringen: tun sie es nicht, dann nehme das Bezirks⸗ amt den zwangsweisen Verkauf vor. An die Landwirte wird die dringende Mahnung erteilt, die Speisekartoffeln auf den Markt zu bringen, im andern Falle auch hier weitere Maßnahmen ergrissen werden.— So muß es schon gemacht werden. — Die Kaninchenzucht in Hessen. Im Großherzogtum Hessen werden nach dem eben erschienenen wirtschaftlich⸗statistischen Jahresbericht im ganzen 150 670 Stallhasen gehalten. Für die Kriegszeit ist die Zucht von Kaninchen äußerst wichtig. Sie erhöht mit den geringsten Mitteln auf mühelose Weise den Fleischbestand Deutschlands. Möglichst allgemein sollten von jeder einzelnen Fa⸗ milie Kaninchen gezüchtet werden. Es ist eine kleine Mühe und das Futter ist leicht zu beschaffen. Die Zucht rentiert sich vor⸗ trefflich. N — Die Landsturmpflicht dauert bis zum vollendeten 45. Lebens⸗ jahre. Nach Erlaß des Aufrufs bis zur Auflösung des Land⸗ sturms findet ein Ausscheiden aus dem Landsturm nicht statt. Der Erlaß des Aufrufes für das preußische Kontingent ist erfolgt: in den Bezirken des 1., 2., 5, 6., 8., 9., 10., 14., 15., 16, 17% 18 20. und 21. Armeekorps für den ausgebildeten und unausgebilbeten am 1. August 1914, in den übrigen preußischen Korpsbezirken 1. für den ausgebildeten Landsturm am 15. August 1914, 2, für den nicht ausgebildeten Landsturm am 4. Dezember 1914. Alle Landsturmpflichtigen, die an diesen Tagen ihr 45. Lebensjahr no nicht vollendet hatten, d. h. alle am 2. 8., 16. 8. und 5. 17 oder später Geborenen sind also nicht ausgeschieden, sondern bis zur Auflösung des Landsturms wehrpflichtig. Die Auflösung wird vom Kaiser angeordnet. Vom Frankfurter Getreidemarkt. Auf dem Markte am Mon⸗ tag war das Geschäft ruhig. Der Handel war durch behördliche Beschlaanahmen beeinflußt. Das Angebot war gexing, die Nach⸗ frage groß. Gerste wurde nur wenig gehandelt, Hafer war still, Mehl, besonder« Roggenmehl, sehr sest. Futtermittel zogen an. Es notierten: Weizen 27,80 Mk., Noacen 20.80 Mk., Hafer 23,30 Mark ab Station zuzüglich der zuläfstoen Proviston, Weizenmehl 4850 Mk., Roggenmehl 40—42 Mk., Kleie 15 Mark. eis Merlar — Ein feines Geschäft. In der Generglversamm beg Kölner Metzger⸗Innung kam u. a, auch die Preistrei 5 für Leder zur Sprache. Dabei wurde mitgeteilt, daß Kölner Knochen⸗ und. Dumpenhändler kürzlich nach, Brüssel fuhr und dort für 8000 Mark Häute kaufte. Innerhalb 10 Minuten habe er diese Häute an die Heeresverwaltung für 68 900 Mark weiterver⸗ kauft.— In der gleichen Versammlung beschlossen die Metzger, einen Antrag an die maßgebenden Stellen zu richten, wonach diefe das Leder, das nicht zu militärischen Zwecken gebraucht wende, zur Deckung des Zivilbedarfs zu normalen Preisen abgeben solle. Non Nan und Fern. Mordversuch von einem Dienstmädchen. Am Montag machte in Langen das 19fährig⸗ Dienstmädchen Margar. Schmidt des dort wohnenden 81säbrigen Rechners Fäller auf diesen einen Mordversuch, der glücklicherweise nur mit einer leichteren Verwun⸗ dung Fällers endete. Fäller hatte am Montag morgen Dienstmädchen Vorhaltungen gemacht weil dieses in seiner Kammer einen Burschen empfangen hat f dem alten Herrn auf d'e Vorwürfe umverschämte Antworten gab, ließ dieser sich dazu hinreißen, dem Mädchen eine Ohrfeige zu geben. Das Mädchen lieh sich nun, um sich zu rächen. angeblich von einem haber einen Revolver und gab auf den Dienstherrn zwei Schlisse ab, bis es entwaffnet werden konnte. Eine Kugel hatte den alten Herrn am Gesicht gestreift. e Die Schmidt wurde sofort der Polizei übergeben und ins nis überführt. Die Unterfuchung soll sich auch auf den Liebhaber der Berhafteten erstrecken, ob dieser die Schmidt zur Tat verau⸗ laßt halte. der erei ein Telegramme. f Aagesbericht des Großen Hauptguartiers. Eine Schlappe der Engländer. Lebhafte Kämpfe in Oftpreußen. W. B. Großes Hauptquartier, 26. Jan., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Der Feind nahm gestern wie gewöhnlich Mittel- Keerke und Westende Bad unter Artilleriefeuer. Eine grüßere Anzahl Einwohner ist durch dieses Feuer getötet und verletzt worden, darunter der Bürgermeister von Mittel⸗ Keerke. Unsere Verluste gestern waren ganz gering. Beiderseits des Kanals von La Bassce griffen unsere Truppen Stellungen der Engländer au. Während der Angriff nördlich des Kanals zwischen Givenchy und Kanal wegen starker Flankierung nicht zur Wegnahme der englischen Stel⸗ lung führte, hatte der Angriff der Badener südlich des Kanals Erfolg. Hier wurden die englischen Stellungen in einer Front von 1100 Meter im Sturm überrannt, zwei starke Stel⸗ lungen erobert, 3 Offiziere, 110 Mann gefangen genommen, 1 Geschütz, 3 Maschinengewehre erbeutet. Die Engländer ver⸗ suchten vergeblich, die von uns sofort für unsere Zwecke ausge⸗ bauten Stellungen zurückzuerobern, wurden aber mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Unsere Verluste sind verhältnis mäßig gering. Auf der Höhe von Craonne, südöstlich Laon, fanden für unsere Truppen erfolgreiche Kämpfe statt. Im Südteile der Vogesen wurden sämtliche Angriffe der Franzosen abgewiesen. Auch 50 Gefangene fielen in un⸗ sere Hände. f Oestlicher Kriegsschauplatz: Nordöstlich Gumbinnen griffen die Russen Stellun⸗ gen unserer Kavallerie erfolglos an. Auf der übrigen Front in Ostpreußen fanden heftige Artilleriekämpfe statt. Kleinere Gefechte nordöstlich Wlozlawec waren für] uns erfolgreich. 5 In Polen westlich der Weichsel und östlich 100 er Bi ilica ereignete sich nichts von Bedeutung. Oberste Heeresleitung. 0 Die neuen englischen Heere. Amsterdam, 26. Jan.(Ctr. Frkft.) Der Berichterstatter der Tyd, der sich durch seine durchaus mit den Verbündeten sompathisierenden Berichte auszeichnet, meldet aus Sluis: Schon seit einer Woche berichtete ich, daß die neuen eng⸗ lischen Truppen in Frankreich gelandet wurden. Jetzt kann von verschiedenen Seiten dieser Bericht bestätigt werden. Ich kann mitteilen, daß vorläufig der Transport von Truppen aus England nach Frankreich jetzt nicht mehr in großem Maßstabe erfolgen wird; denn im ganzen sind bereits 720 000 Mann gelandet worden, die das neue Heer bilden, und erst im Frühjahr wird das zweite Heer folgen. Ein englischer Hilfskreuzer gesunken. Amsterdam, 26. Jan.(Ctr. Blu.) Nieuwes van den Dag meldet aus London: Die Admiralität berichtet, daß das bewaffnete Kauffahrteischiff„Victor“, das seit einigen Tagen vermißt wird, mit seiner ganzen Besatzung, Offizieren und Matrosen, untergegangen sei. Einige Leichen und Stücke des Wracks sind an der nordirischen Küste(J) an das 2 des Sturmes der letzten Tage stoßen und untergegangen ist. Der österreichisch aungarische Tagesbericht Wien, 26. Jan. bart: 26. Januar 1915 mittags. Die allgemeine Lage hat sich nicht verändert. Zm Geschützkampf, der gestern beider⸗ seits der Weichsel stärker als in den letzten Tagen tagsüber an⸗ hielt, wirkte unsere schwere Artillerie westlich Tarnow mit Erfolg. Ein Fuhrwerkspark des Gegners wurde zersprengt, mehrere feindliche Kompagnien bei Zglobice, südwestlich Tarnow, vertrieben. Das Artilleriefeuer dauerte bei einer Gruppe an der Nida die Nacht hindurch bis zum Morgen an und setzte 1975 Tageslicht neu verstärkt ein. In den Karpathen wurde auch gestern gekämpft. Im oberen Ung⸗, Latoreza- und Nagy Ag⸗Tale mußte der Gegner nach von ihm wiederholt unternommenen, aber vergeblichen Gegen⸗ angriffen, die ihm schwere Opfer kosteten, einige wichtige Höhen räumen. In der Bukowina keine Kämpfe. Am südlichen e ee herrscht Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstas v. N Feldmarschalleutnant. Wien, 26. Jan.(ECtr. Frkft.) Auf den Kriegsschau⸗ plätzen stellen die militärischen Beurteiler überall das Er⸗ auf eine deutsche Mine ge⸗J Lö (W. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaut⸗ verkennbaren strategischen Fortschritten der Unsrigen fest. Verantwortlicher Redakteur; F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., 1 e Druck: Verlag Offenbacher n G. m. 5 Offenbach a. M. TTT... e u Holzversteigerung im Gießener Sab wald. (Forstwartei Gießen III, Sena Geisel⸗Gießen.) Montog, den 1. Februar 1915, vormittags 9% Uhr beginnend. werden in den Waldungen 0 Stadt Gießen in den Distrikten Wannefeld, Sauhütte und Weibmanuslust(Abt. 55, 57b, 60e und 1 76) versteigert: 11 72 Fichten⸗Derbstangen mit 3,67 Festmeter, 22 Rm. Buchen⸗ 1 Scheitholz, 6 Rm. Scheitholg, 3 Rm. Erlen⸗Scheitholz, 4 Rm. Fichten⸗Scheitholz, 10 Rm. Buche„Anüppelholz⸗ 20,8 Rm. Eichen⸗Knüppelholz. 310 Wellen Buchen⸗Reisig, 7470 Wellen Hainbuchen⸗Reisig(Durchforstung), 660 Wellen Eiche 15 Reisig, 310 Wellen Fichten⸗Reisig, 100 Wellen Aspen⸗Reisig, 4 Rm. Buchen⸗ Stockholz, 15 Rm. Eichen⸗Stockholz, 3 Rm. Kiesern Stockholß, 30,7 Rm. Fichten⸗Stockholz. 5 Die Zuspmwenkunft ist auf der Wannschneise an der Scree Gießen, 25. Januar 1915. 5 Der Oberbürgermeister: J. V.: Grünewald. Vereinskalender. Samstag, 30. Januar. Heuchelheim. Arbeiter⸗ Bildungsverein. Abends 229 Uhr Mitgliederversammlung bei Wirt Ludwig Schäfer. Vortrag. ie. Frau Elise Beppler in Wetzlar, 74 Jahre alt. ge ee e e 8 S unsun-Vertin Giesen u. Angeg. An unsere Mitglieder. U Die fortgesetzten Mehlpreissteigerungen haben eine Höhe erreicht, die uns zwingen, die Brotpreise bedeutend zu erhöhen uns genötigt, das Von heute Dienstag, den 26. Januar ab sehen wir 4 Pfund ⸗Brot zu 70 Pfg. 8 2 Pfund⸗Brot zu 35 Pfg. 1 verlaufen. Die bundesrätlichen Verfügungen bed ede Herstellung von Weißbroten. Um nun unseren kranken T und magenleidenden Witgliedern nach Möglichkeit ent⸗ 2 gegenzukommen, werden wir von jetzt ab ein sogenanntes Grahambrot(Weigenschrotbrot) 2 backen, das nach den ärztlichen Gutachten sehr leicht verdaulich U sein soll. Das Grahambrot wird jedoch nur auf besondere Bestellung gebacken und sind die Bestellungen rechtzeitig U in den Verteilungsstellen abzugeben. Der Vorstand. e Tach Spezlalmarke Lennder 6 j 10.50 16.50 Giessen 12 50 10 7* Bahnhofstrasse 34 12. 4 abe Schuhhaus J 9 100 Telephon 2077 188 ö n Friedrich Magus du G0 Inhaber: Cor. Maanus LFomn 5 8 2 Gletee 5 6144 dann 55 2 20 on 4 f Grösstes, eleganteste + 5 und modernstes 8 et Lichtspiel-Theater 0 0 0 1 da 8 2 l Der e em Fl, F llll-Taedder besen: Direktion: Hermann Steingoetter ö 2 Freitag, den 29. Jannar 1915, Jahr abends 8 libe ahm gan 9 19 Freitag⸗Abonnements⸗ boten Johannis feuer. 5 Schauspieli in 4 Alten von 2 Sudermann. a Ende nach 10% Uhr- Land 5.—.— Man 5—— daß das Schiff während Ca. 90 Filialen ene GlES SEN: Bahnhofstrasse 26, Ludwigstrasse 20, Walltorstrasse 24. Gewöhnliche— 5 mräbtan Zentrale Frankfurt Gegr. 1878 .(käse und Butter: Aaeselnaren I Falte K beste deutsche Produkte. OuSeil, Sn Stramme reel Fapfunz. ö 7 Pid. Limburger.. 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