herhe 9 k Volkszeitung 2 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Die Oberbessische Volksseitung erscheint 2 ieden Werktag Ab Gießen Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Wfa, 89 fa. einschl. Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Ml. Redaktion und Expedition Giessen, Babnbofstraßse 23, Ecke Läwengasse. Telephon 2008. Juserate kosten die 6 mal gespalt Kolonelgeile oder deren Raum 15 Pf. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Abr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben . Nr. 13 Gießen, Samstag, den 16. Jaunar 1915 10. Jahrgang 8— Zur Kopenhagener Konferenz. Von Eduard David, M. d. R. N 3 5 4 5 Vom 16.—18. Januar werden in Kopenh Vertr „ 8 5 hagen Vertreter der uzialistischen Parteien in den 925 2 0 1 neutralen Ländern tagen. Der sauptgegenstand der Verhandlung soll die Frage der Frie⸗ 0 tgeger 0 0 F ge der Frie⸗ lens förderung sein. *. U Die deutsche Sozialdemokratie wird sich an dieser Veran⸗ ae deutse aial ra eser Veran ingen 155 ung in kleiner Weise beteiligen. Aus gewichtigen Gründen! 8 ist* uns unmöglich, inmitten des Krieges mit Vertretern 1 2 8* Parteien eine offene Aussprache über die den 0 rieg berührenden Fragen zu pflegen. Das Interesse unseres andes zwingt uns weitgehende Zu rückhaltung auf. —— 9185 2 umter diesen Umständen müßte eine Diskussion unfruchtbar blei⸗ at 1016 n, und wir könnten Beschlußfassungen keinen bindenden Charak— ma. N. r beimessen. diegene. Diese Zurückhaltung war um so mehr geboten, als von nigen führenden französischen Sozialisten in der Humanité die — gerdächt gung ausgesprochen wurde, die Kopenhagener Zu— — Immenkunft sei von der deutschen Partei inszeniert, um lurch Vermittlung der Neutralen für Deutschland um gut Wetter I bitten bei den künftigen Friedensverhandlungen. Die franzö⸗ schen Sogiglisten gehen dabei von der Annahme aus, der end— che Sieg der Alliierten sei so gut wie sicher, Deutschland be⸗ mne bereits auf dem letzten Loch zu pfeifen und jammere insge⸗ him nach Frieden. Jedes Wort der Erwiderung auf diese kind— che Phantasie wäre zuviel! So⸗ Nach dieser wenig freundlichen Stellung französischer de zalisten zu der Kopenhagener Konferenz überrascht es um so mehr, — 1 ß die Sozialisten der uns feindlichen Staaten es nunmehr doch 2 r angemessen halten, auf die neutrale Veranstaltung durch Ab⸗ 10 sandte oder Berichte in ihrem Sinne zu wirken. Nach einer itteilung des Stockholmer Sozialdemokraten soll vom fran⸗ ßsischen Parteivorstand ein Bericht an die Konferenz in Aus⸗ It gestellt worden sein. Die englische Social Demokratie garty(Gruppe Hyndman!] habe bereits ein Schreiben geschickt. us Rußland sei ein Bericht und möglicherweise auch eine lersönliche Vertretung zu erwarten. Von Belgien hätten Jandervelde und Huysmans ihr Erscheinen in Aus— gt gestellt. Bestätigt sich das, so würde die Veranstaltung auf keinen Fall hehr als eine neutrale angesehen werden können. So wenig de Unterstellung von französischer Seite, die Konferenz sei be⸗ lte Arbeit der deutschen Sozialdemokratie, zutraf, so wenig hitten wir andererseits einen Grund, einer solchen Beratschlagung . serer sozialistischen Freunde in den neutralen Ländern ab⸗ isend oder mißtrauisch gegenüberzustehen. Wir schätzen ihre einung, und alles, was ehrlich und unparteiisch der Sache des Fiedens dient, hat unseren Beifall.— Sollte sich nunmehr aber hrausstellen, daß sich die Konferenz der Beeinflussung durch ein⸗ itige, gegen uns gerichtete Informationen aussetzt, so äßten ihre Verhandlungen und Beschlüsse selbstverständlich für üs jedes moralische Gewicht verlieren. Die Haltung der deutschen Sozialdemokratie zum Kriege hat ik den Sozialisten der neutralen Länder wenig Zustimmung ge— unden. Zu unserem schmerzlichen Bedauern mußten wir wahr⸗ ühmen, daß die systematisch von der feindlichen Presse verbreite⸗ eu, erfundenen oder entstellten Berichte über deutsches Wesen und kutsche Krie rung auch in vielen sozialistischen Blättern der kwatralen Länder kritiklose Aufnahme fanden. Wir konnten wenig un, diese falsche Meinung zu korrigieren. Unsere Hoffnung war, ie mit der allmählichen Wiederkehr einer leidenschaftsloseren Fümmung ein objektiveres Urteil bei den Neutralen Platz greifen derde in dem Maße, wie sie eine tiefere Einsicht in die wirklichen bergänge und Verhältnisse erhielten. Wir geben diese Hoffnung uch heute nicht auf. Nur müßten wir bedauern, wenn der Prozeß her objektiven Aufklärung innerhalb der Internationale durch Anz einseitige, aber mit einer gewissen Autorität ausgestattete legungen von neuem verzögert würde. 5 5 Noch gegen eine andere Quelle der Irreführung müssen wir hs wenden. Die Gruppe Liebknecht⸗Luxemburg⸗ ehring hat es für angebracht gehalten, die Haltung der so⸗ illdemokratischen Reichstagsfraktion vor dem Forum der Inter⸗ . einer scharfen Kritik zu unterziehen. Wir werden „t angeklagt, Verrat an den Grundsätzen des Sozialismus 5 an der Internationale begangen zu haben. Außerdem aber brd die kühne Behauptung in die Welt hinausgeschleudert, in der keutschen Arbeiterschaft beginne bereits eine m acht volle byposition gegen die Haltung der Führer sich zu regen. Die slit' set nahe, wo die sozialdemokratischen Massen Deutschlands ne oder trotz dieser Führer in die Wege einlenkten, die ihnen von ter Gruppe gezeigt würden. 5 Natürlich finden diese Auslassungen überall dort guten Inuben und lautes Echo, wo man das Eintreten der deutschen So⸗ sldemokratie für die eigene nationale Sache als ein Verbrechen nieht und wo man der Meinung ist, wir hätten unser Land ruhig n den Heeresmassen des russischen Despoten und seiner Ver⸗ ndeten einschließlich ihrer sarbigen Hilfsvölker gerstampfen asen sollen. Demgegenüber möchten wir die Internationale vauf aufmerkfam machen., daß jene Behauptung von dem Iwie⸗ lt zwischen Führern und Massen in Sachen der Kriegskreditbe⸗ ligung entweder auf naiver Selbsttäuschung oder auf suwußtem Schwindel beruht.: rfeha f Die Haltung fast der gesamten politischen und gewerkschaft⸗ 155 Presse der modernen Arbeiterbewegung Deutschlands beweist, 1j die Politik des 4. August von der überwiegenden Mehrheit der ialdemokratischen Millionenvartef getragen wird. Man komme is nicht mit dem Einwand, das sei eine Wi rkung der mi li⸗ ürkschen Pressezensur. Die Zensur kann Kritik ver⸗ Adern, aber sie kann keine positive Zustimmung W. wingen, was die Haltung vereinzelter Blätter ja auch, 2 2 Massen haben aber auch durch die eigene praktische Tat deute nung gezeigt, wie sie zur Frage der, Landesverteidigung un serlonalen Selbstbehauptung stehen. Ihre opferbereite, eifrige Mitarbeit an allem, was zur Stärkung der militärischen und wirt⸗ schaftlichen Widerstandskraft Deutschlands beiträgt, ist die beste Bestätigung der von der Führung empfohlenen Politik, und die sozialdemokratischen Arbeiter, die draußen in den Schützengräben ihre harte Pflicht erfüllen, denken nicht anders, wie die in der Heimat Es wäre eine verhängnisvolle Täuschung, wenn sich in der Internationale die Meinung festsetzte, die genannte kleine Gruppe werde die deutsche Sozialdemokratie repräsentieren, wenn es sich um den Wiederaufbau der Internationale handelt. O, nein! Dieser Wiederaufbau— den die deutsche Paxtei nicht weniger aufrichtig wünscht, wie die irgendeines anderen Landes— kann nur auf dem Boden der Auffassungen sich vollgiehen, die die Mehrheit der Par— teileitung und der Fraktion in Uebereinstimmung mit der über⸗ wältigenden Mehrheit der Parteigenossen im Lande vertritt. Wir müssen unsere ausländischen Freunde schon bitten, diese Auf⸗ fassungen einer unbefangeneren Prüfung zu unterziehen, als es seither vielfach geschehen ist. Sie werden dann finden, daß wir für uns nichts verlangen, was nicht alle anderen Sektionen der Internationale in gleicher Weise in Anspruch nehmen: das Recht auf nationale Selbstbehauptung gegen jede Be— drohung von außen! Auch für die Frage der Friedens förderung ist ein richtiges Urteil über die Auffassungen der deutschen Paxtei in ihrer großen Mehrheit von Bedeutung. Wir sind der Meinung, daß das deutsche Volk für eine gerechte Sache kämpft und fühlen uns eins mit der ganzen Nation in dem sesten Willen, durchzu⸗ halten bis zu einem für uns ehrenvollen Frieden. Wir sehen auch in der militärischen Lage wahrhaftig keinen Grund, unsererseits auf einen schleunigen Frieden zu drängen. So stehen die Dinge glücklicherweise für Deutschland nicht, und wir sind überzeugt, so werden sie auch in Zukunft nicht stehen, selbst wenn der französische Schrei nach japanischer Hilfe Erhörung fände. Aber nichtsdestoweniger hat die deutsche Sozialdemo⸗ kratie ihren prinzipiellen Friedens standpunkt keinen Augenblick verleugnet. In der Erklärung der Reichstagsfraktlon vom 4. August hieß es:„Wir fordern, daß dem Kriege, sobald das Ziel der Sicherung erreicht ist und die Gegner zum Frieden geneigt sind, ein Ende gemacht wird durch einen Frieden, der die Freundschaft mit den Nachbarvölkern ermöglicht.“ — Diesem Satz haben wir durch Aufnahme auch in unsere Er⸗ klärung vom 2. Dezember erneut Nachdruck gegeben. 0 Danach wird uns niemand vorwerfen können, daß wir den Krieg als solchen und seine Fortsetzung über das Ziel der Sicherung unseres Landes hinaus wünschten. Die Kopenhagener Konferenz weiß also, daß die deutsche Partei ihr kein Hindernis bereiten wird bei dem Bestreben, der Sache des Friedens zu dienen. Wir glauben auch konstatieren zu dürfen, daß unsere Formu⸗ lierung viel mehr den Geist der Friedens- Internationale atmet, als die auf politische Zertrümmerung und wirt⸗ schaftliche Einschnürung des Deutschen Reiches einge⸗ stellten Wendungen, die wir in französischen und englischen Er— klärungen lesen mußten Im übrigen wird die Konferenz unseres Erachtens dem Frieden am besten dienen, wenn sie die Frage der Friedensbeding⸗ ungen auch in ihren allgemeinen Formulierungen aus dem Spiele läßt. Alle Festlegungen über den Inhalt der Friedensverträge sind verfrüht. Der Krieg hat uns alle aus dem Reiche der Illu⸗ sionen auf den Boden der Wirklichkeit geführt. Auch die Arbeit der Internationale wird fruchtbarer werden, wenn sie bei ihrer Politik den Blick nicht in die Wolken, sondern auf die Erde richtet. (Chemnitzer Volksstimme.) Ein russischer Bericht. Die Korrespondenz Rundschau meldet aus Kopenhagen: Amtliche Mitteilungen der russischen Heeresleitung stellen fest, daß zwischen Bialka und Rylka eine besonders intensive Tätigkeit der Verbündeten wahrzunehmen sei, welche die Russen zwinge, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um den Zusammenhang der feindlichen Aktions- pläne zu stören. Zwischen der unteren Weichsel und der Pilica sei es den Deutschen gelungen, unterstützt von ihrer schweren Artillerie, eine Reihe geschlossener Angriffe durchzuführen, vor denen die russi⸗ schen Truppen langsam und in voller Ordnung in besser gelegene Positionen zurückgewichen seien. Im Raume um Bolimow seien erbitterte Kämpfe im Gange, die zur Besetzung eines russischen Schützengrabens durch die Deut⸗ schen geführt hätten. Von Ostpreußen wird gesagt, daß dort und im Raume um Mlawa der partiellen Offensive der Deutschen standgehalten werde. Aus Galizien wird offiziell mitgeteilt, daß die russi— schen Truppen damit beschäftigt seien, wütende Angriffe der österreichisch-ungarischen Truppen, die zahlreiche Panzer— Automobile verwenden, mit Artilleriefeuer, Bajonettver— teidigung und Handgranaten zurückzuweisen. Im Gebiete von Gorlitze dauere der heftige Kampf unvermindert an. In der Bukowina nähmen die eingeleiteten Ope⸗ rationen ihren vorgezeichneten Verlauf. Die Städte Suczawa, Storozinetz und Radautz seien kampflos besetzt worden. Die Kriegsberichterstatter der russischen Blätter heben in ihren Meldungen hervor, man müsse mit einer langen Dauer und langsamen Art der Operationen rechnen und darauf gefaßt sein, daß sich der Erfolg bald der einen, bald der anderen Seite zuneige. 5 om Weltkrieg. Flieger über Dün kirchen. Amsterdam, 14. Jan.(T. U.) Das Blatt Het Volk berichtel aus Dünkirchen: Kein Tag vergeht mehr, ohne daß sich drei bis pier Flieger über der Stadt zeigen, ganz gleich wie das Wetter ist. Noch immer werden Bomben abgeworfen, die Schaden anrichten. Die Station ist schon mehrere Male angegriffen und Häuser in der Nach⸗ barschaft sind eingestürzt oder abgebrannt. Verschiedene Personen. sind durch Bomben getötet worden. Die belgischen Flieger wagten am Montag einen Gegenangriff. Beide Parteien flogen sehr hoch, Ein Gesecht in der Luft entspann sich, dem zwei deutsche und zwei belgische Flieger zum Opfer fielen. Die Wiener Ministerkrise. Der Rücktritt des Grafen Berchtold von den Führung der auswärtigen Politik Oesterreich⸗-Ungarns und seine Ersetzung durch den magyarischen Baron Burian von Rajec, einem ergebenen Freunde des ungarischen Minister⸗ präsidenten Grafen Tisza, ist das größte diplomatische Er-, eignis seit dem Ausbruch des Krieges. Ein Mann von Ehre und Gewissen— und als solcher gilt Graf Berchtold— verläßt in dieser Zeit nicht seinen Posten, wenn er von den Gründen, die ihn zu seinem Ent⸗ schluß führen, nicht geradezu überwältigt wird. Wenn Graf Berchtold die ungeheure Verantwortung, die er bis zum 18. Januar getragen, nun plötzlich von seinen Schultern wirft, so muß sich alle Welt fragen, was ihn zu einem so außerordentlichen Verhalten veranlaßt hat. Die Wiener „amtliche Verlautbarung“ macht nicht einmal den Versuch, die Krise auf die sonst mit Recht so beliebten„Gesundheits⸗ rücksichten“ zurückzuführen, sie spricht vielmehr von„ge⸗ wichtigen persönlichen Gründen“, die den Minister zu seinem Rücktritt bewogen haben und die vom Kaiser Franz Joseph„gewürdigt“ worden sind. Man geht kaum fehl, wenn man diese„persönlichen Gründe“ in dem Personenkreis sucht, der den Grafen Tisza umgibt und dem auch der Nachfolger des Grafen Berchtold entnommen ist. Von den zahllosen ausführlichen Kommentaren, mit denen die deutsche Presse den Wechsel in der Leitung der Wiener auswärtigen Politik begleitet, scheinen uns die folgenden besonders bemerkenswert. Der Berliner Lokalanzeiger läßt sich aus Prag tele⸗ graphieren: „Den Anlaß gaben nach außen hin die schon längere Zeit währenden Unstimmigkeiten mit dem Grafen Tisza— wie man ja eigentlich schon lange weiß, in eingeweihten Kreisen, daß nicht Graf Berchtold, sondern Graf Tisza der eigentliche Leiter der äußeren Politik war. Mitgespielt haben auch wirtschaftliche Fragen, insbesondere die Versorgung der Monarchje während des Krieges, in denen die beiden Staatsmänmer nicht miteinander übereinstimmen. Am Neujahrstage war die Spannung zwischen Berchtold und Tisza am größten, und die Folge war, daß Graf Berchtold am 5. Januar seine Demission überreichte. Es wurde versucht, diese Differenzen beizulegen, und zu diesem Zwecke fanden einige Besprechungen statt, die aber ohne Ergebnis blieben. Es zeigte sich, daß die Kluft zwischen den beiden Staatsmännern einfach unüberbrückbar war. Graf Berchtold überreichte darauf nochmals seime Demission.. N Die Berliner Post ist durch die Wiener Vorgänge stark beunruhigt. Sie nennt das Verhalten der dort leitenden Stellen, die„halbamtliche Beflissenheit“, die die wahren Gründe der Krise zu verbergen sucht,„geradezu unwürdig“. Den Grund für Berchtolds Rücktritt sieht sie in seinem Ver⸗ halten gegenüber den Rumänen in Ungarn, denen er, um sich Rumäniens Neutralität zu sichern, Zugeständnisse machen wollte, die von der ungarischen Regierung Tisza-Burjan verweigert wurden. Die Post schreibt dazu: „Die Forderung der rumänischen Nationalisten geht bekannt⸗ lich dahin, die 3½ Millionen Rumänen, die in Ungarn, vor allem in Siebenbürgen und um Banat, und in der Bukowina ansässig sind aus den ungarischen Unterdrückung und Umklaan⸗ merung zu erlösen. Diese schwierige Frage, die natürlich auch an das Herz Ungarns greift, dürfte wohl den entscheidenden Anlaß. zum Rlicktritt des Grafen Berchtold gegeben haben. Wie sich die Zusammenhänge im einzelnen gestalten, das freilich entzieht sich moch der Beurteilung. Vielleicht ist Graf Berchtold bei seinen Forderungen bei der ungarischen Regierung auf einen so starken Widerstand gestoßen, daß er glaubte, die Verantwortung nicht weiter tragen zu können und deshalb lieber von seinem Posten zurücktrat. 5 N Sollte der Rücktritt aus diesem naheliegenden Grunde erfolgt sein, so wäre es allerdings doppelt und dreifach zu bedauern, denn in der gegenwärtigen Lage wäre es geradezu unwerständlich, wie die Magnaren nicht alles tun sollten, um die Rumänen für die Zeutralmächte freundlich zu stümmen. Wir können uns wahrlich nicht den Lurus leisten, ein Reich von der Bedeutung Rumäniens durch eine Nationalitätenpolitik vor den Kopf zu stoßen, die aus den verschiedensten Gründen zu mißbilligen ist.“ Ein harter Schlag für Nusiland. Kein Waffenschmuggel über Schweden! Stockholm, 13. Jan.(Ctr. Frkft.) Die hiesigen Abend- blätter bringen die ersten Kommentare zu dem schwedischen Regierungsbeschluß, der den Waffenschmug gel nach Rußland endgültig unterbindet. Die Bedeutung der getroffenen Entscheidung liegt darin, daß Rußland nun der letzten Möglichkeit einer Waffen⸗ zufuhr aus dem Ausland beraubt ist. Afton⸗ bladet schreibt: Die Russen können die entstehenden Lücken in ihren Kriegsvorräten infolge dieser schwedischen Maßnahme nicht mehr aus England oder Amerika auffüllen. Unsere Regierung wird sich alle denkbaren Folgen ihres Beschlusses klargemacht haben. Ihre Entscheidung steht in vollkommener Uebereinstimmung mit den Lebens interessen Schwedens in diesem Weltkrieg. Wir begrüßen sie als Zeichen ihrer starken und zielbewußten Neutra litäts⸗ politik.— In ähnlicher Weise äußert sich die konservative Nya Daglig Allehanda, die ferner folgendes ausführt: Ruß⸗ land war von aller Zufuhr von Kriegsmaterial abgeschlossen außer über Schweden. Hätten wir unter diesen besonderen Umständen den Transithandel stillschweigend zugelassen, so wären wir Ruß lands Gehilfe geworden. Schweden hat durch die nunmehr gefallene Entscheidung seine Stellung klar und unparteiisch dokumentiert. Nicht allein in der Form, sondern insbesondere in der Sa ch e. Bernhard Shaw gegen Grey. Aus einem„offenen Brief“. Im Basler Anzeiger finden wir den folgenden Auszug aus einem„offenen Brief“, den Bernard Shaw, der Dichter und Sozialist, an The New Statesman gerichtet hat: „Ich mache kein Hehl daraus, daß ich nicht zart und senti⸗ mental mit Sir Edward Grey umgehe. Es ist wahr, daß ich ebenso leicht ein blutiges Bild seiner ganzen bisherigen Laufbahn hätte malen können. Ich hätte mit seinem ekelhaften Ver- rate in der persischen Angelegenheit beginnen können. Es ist eine einfache zugegebene Tatsache, wie unsere Diplomatie während des Krieges und vor dem Kriege gearbeitet hat. Aber es würde ein fataler Fehler sein, wenn man dies allein der per⸗ sönlichen käuflichen(?) Gesinnung des Sekretärs des Aus⸗ wärtigen Amtes zuschreiben wollte. Nein, ich schleudere meine Angriffe gegen die ganze englische autokratische und geheime Diplomatie, als deren Vater ich Grey be⸗ trachte. Bedenken Sie, daß die geheime Diplomatie sich unbe⸗ dingt zur lügnerischen Diplomatie entwickeln muß, solange in der Kammer gewisse Fragen erlaubt sind, denn es ist leicht, eine Frage in einer solchen Form zu stellen, daß sie zur Zufriedenheit der Re⸗ gierung beantwortet werden muß. Lord Roberts hat sein ganzes Leben dazu verwandt, um uns klarzumachen, daß Rußland unser erbitterter Feind ist, und Rudyard Kipling hat uns in zahllosen Gedichten und Geschichten vor Rußland gewarnt und uns immer wieder ermahnt, Rußland nie zu trauen. Und jetzt vergießen wir unser Blut, um Rußland zu der stärksten militärischen Autokratie Europas zu machen. Haben wir ver⸗ gessen, daß, nachdem die Hunnengefahr Jahrhunderte hinter uns lag, Oesterreich⸗Ungarn zwischen uns und den Türken stand? Haben wir Sobieski vergessen, ohne den wir jetzt viel⸗ leicht als Sklaven in Tripolis oder Algier sitzen könnten? Und doch führen wir Krieg mit Oesterreich⸗Ungarn? Ja, wir sind 5 hoffnungsloses Volk und fallen von einer Undarkbarkeit in e. Und wie benehmen wir uns den Deutschen gegenüber? Haben wir alle die braven Hessen vergessen, die für uns Eng⸗ länder von Marlborough bis Bourgogne so viele Lorbeeren ernteten? Und wie würde es um unsere protestantische Religion in England bestellt sein, wenn nicht der Deutsche Luther zur Welt gekommen wäre? Eine ewige Schande bleibt unser Vorgehen, und wir sollten darüber erröten. Wenn Professor Ramsay Muir mir Unklarheit und Widerspruch in meinen Ansichten über den Krieg vorwirft, so kanm ich darauf nur erwidern, daß er sich irrt. Ich sagte, daß der Vertrag von 1839 (der Vertrag über die belgische Neutralität) nicht das Papier wert ist, worauf er geschrieben wurde, und daß wir den Krieg auch erklärt hätten, wenn es diesen Vertrag gar nicht gegeben hätte. Aber jetzt gehe ich sogar noch weiter und behaupte, England hätte den Krieg auch erklärt, wenn zum Beispiel in dem Vertrage ein heiliges Ver⸗ sprechen enthalten gewesen wäre, nie das Schwert gegen Deutschland zu ziehen. Ich behaupte ganz ernsthaft, daß die englische Nation nur deshalb mit Sir Edward Greys Kriegser⸗ klärung einverstanden war, weil sie nicht haben wollte, daß Frankreich von Deutschland zerschmettert würde und nicht etwa. weil sie sich auch nur im geringsten um ein Stück Papier geküm⸗ mert hat, und dann behaupte ich ferner und werde natürlich auf Widerspruch stoßen, daß wir Engländer eine große Schuld an Belgien abzutragen haben. Natürlich wird sich der insulare Engländer gar nicht vorstellen können, daß ein Engländer jemals eine Pflicht gegen einen Ausländer(a mere foreigner) haben könne, die nicht in einem Vertrage genau formuliert sei, und er kann es nicht verstehen, daß ich wohl die Echtheit des Vertrages anzweiseln, aber gleichzeitig eine Dankesschuld der Engländer Bel⸗ gien gegenüber anerkennen kann. Ich habe nie behauptet, daß diese unsere heilige Pflicht in diesem Vertrage formuliert war, und selbst, wenn der ganze Vertrag eine Fälschung wäre, würde unsere Pflicht fortbestehen, weil Deutschland beweisen kann, daß die ganze belgische Desensive schon lan ge vorbe⸗ dacht und vorbereitet war, und weil es in Belgien all⸗ gemein bekannt war, weil alle belgischen militärischen Sachver⸗ ständigen es wußten, daß man mit einem Durchmarsch Deutschlands rechnen mußte. Auch sind die Belgier keine Narren, und selbstverständlich haben sie jahrelang vorher mit den Engländern eine Verständigung Belgiens gesucht. Belgien hat einfach die Tür gehalten und hat uns hierdurch die kost⸗ bare Zeit gegeben, unsere kriegerischen Vorbereitungen zu treffen, wenn auch unter schrecklichen Opfern für die Belgier selbst. Nachdem sie dies für uns getan haben, dürfen wir sie jetzt nicht im Stiche lassen, auch wenn alle Juristen der Welt den Vertrag für ungültig erklären würden. Unsere Ehre ganz allein und nicht etwa der Vertrag soll uns jetzt zu neuen Kraftanstrengungen veranlassen. Und da wollen wir uns von Mr. Asquith nicht länger durch dieses Stückchen Papier ver⸗ rückt machen lassen. Wir wollen Belgien helfen, das so fürchter⸗ lich gelitten hat durch die en glischen Truppen und durch die belgischen Truppen, und nicht etwa allein nur durch die deutschen.“ 2 2e 5 Die Tagung des französischen Parlaments Die französische Deputiertenkammer ist am letzten Jiens⸗ lag zu ihrer verfassungsmäßigen Tagung zusammengetreten. Zur Vorgeschichte dieses auch für Deutschland nicht gleich⸗ gültigen Wiederbeginns des parlamentarischen Lebens in Frankreich schreibt unser Pariser Korrespondent uns folgendes: Dienstag tritt das französische Parlament zu seiner ordent⸗ lichen Session zusammen. Bisher hatte es die Regierung in der Hand, das Parlament einzuberufen, zu vertagen oder zu schließen. In der Tat hatte das Parlament sozusagen aufgehört zu existieren. Es wurde wohl zweimal einberufen, jedoch seine Tagung reduzierte sich auf die debattelose Bewilligung dessen, was man die budgetäre Kriegsnotwendigleiten nennen kann. Man hielt das allgemein in Ordnung. Wohl gab es hie und da einige Unzufriedene, die fanden, daß man das Parlament, unter dem Vorwande der patriotischen Einigkeit, des notwendigen Schwei⸗ gens, wenn die Kanonen dröhnen usw. etwas zu kavaliermäßig behandle. Aber im allgemeinen war selbst die große Mehrheit der Parlamentarier überzeugt, daß es notwendig sei, das Parla⸗ ment, das sonst allmächtig ist, während des Krieges auf ein Nichts zu reduzieren. Die ordentliche Session läßt die Auf⸗ hebung des Parlaments von regierungswegen nicht mehr zu. Nach der Konstitution tritt das Parlament am ersten Dienstag des Jahres selbständig zusammen und kann während der folgen⸗ den fünf Monate weder vertagt noch geschlossen werden. Höchstens auflösen kann die Regierung die Kammer— die Kammer allein — aber auch nur mit Zustimmung des Senats. Die Perspektive einer fünfmonatlichen Parlamentstagung, die nur vermieden werden kann, wenn das Parlament selbst einen moralischen Selbstmord begeht, hat die französische Re⸗ aktion, die nur schlecht ihre moralisch⸗autokratischen Tendenzen verhehlen kann, in Aufregung vexsetzt. Fünf Monate lang hat man nichts vom Parlament gehört. Die frommen Schwestern, die nationalen Hilfskomitees, die freiwilligen Militärgeistlichen, die kriegbegeisterten Literaten, die Bischöfe und Kardinäle, die frommen Damen vom Roten Kreuz, die klerikal⸗nationalistische Presse schienen allein die geistige Funktion Frankreichs zu be⸗ sorgen. Selbst die Regierung verschwand hinter der geschäftigen Reklame der Reaktion. Man proklamierte den„pazifistischen Irrtum“, die„Rückkehr zu Gott“, die„heilsame Lehre des Krieges“ und ähnliche reaktionäre Fundamentalbegriffe. Das demokratische Regime, der revolutionäre Geist, schienen tot zu sein. Und nun sollte dieses schreckliche Parlament plötzlich wieder aus der Versenkung auftauchen. Das Parlament würde wieder die Volkssouveränität repräsentieren, dieses schreckliche Parlament mit seinen 100 Sozialisten und 300 Radikalen. Es wird wieder debattieren, kritssieren, Gesetze machen, regieren. Die Milch der frommen Denkungsart der Reaktionäre verwandelte sich bei diesem Gedanken in bittere Galle. Und das Gezeter und das Ge⸗ schrei gegen das Parlament schwoll an. Es muß gesagt werden, daß selbst die bürgerlichen Parla⸗ mentarier nicht weit entfernt waren, das Parlament während des Krieges für überflüssig zu halten. Der Krieg hat die finan⸗ ziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten ins Ungeheure ge⸗ steigert. Die Staatsfinanzen sind außer Rand und Band. Die Regierung hat zur Heilung der schreienden Uebelstände eine Reihe zwar wirkungsloser, aber einander widersprechender De⸗ krete erlassen. Den Rest besorgt die Präventivzensur, die jede öffentlich ausgedrückte Unzufriedenheit wegstreicht. Alles ging also im besten Geleise. Wozu also das unnütze parlamenteln? Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mugge. Helgestad sah ihm nach und murmelte vor sich hin: „Kann denken, nach wem sie ausschaut. Wird ihn aber nimmer finden. Denke, der dänische Narr ist davongelaufen, blieb ihm wahrlich wenig anderes mehr übrig.“ Mit diesem Troste begab er sich auf den Markt zurück, der wirklich an Lebendigkeit zugenommen hatte. Die Lappen schienen nicht zu wissen, wie sie sich das Ausbleiben Mor— tunos und Afrajas erklären sollten. Aus ihrem heimlichen Sprechen wurde bald das gewöhnliche laute Geschnatter, und da der allergrößte Teil nichts weiter wußte, als daß Afraja kommen und ihre Rechte vor dem Vogte verteidigen wollte, verloren sie den Glauben, daß es geschehen werde. Sie wußten recht gut, wie Afraja gehaßt war, und daß, wenn er sein Vorhaben aufgab und fortblieb, er sich wahr— scheinlich damit vor Strafe und Mißhandlungen schützte. Daß es darauf abgesehen sei, diese hervorzurufen, um plötzlich mit Büchsenkugeln zu antworten, wußten nur wenige, und auch diese hatten allein Vermutungen. Mortuno hatte zu seinen Freunden Worte gesprochen, die wohl darauf deuteten, doch einen Plan hatte er ihnen nicht mitgeteilt, eine Verschwörung nie zu stande gebracht. Er hatte sie ermahnt, ihre Waffen mitzubringen, ihre Pulverhörner zu füllen und ihren Gürtel mit Kugeln zu pflastern; seine Reden atmeten glühenden Haß gegen die Unterdrücker, und lebendig wußte er zu schil⸗ dern, wie anders es sein würde, wenn kein Normann mehr im Lande geduldet sein würde, alles denen wieder gehörte, deren uraltes Eigentum es sei.— Was er sagte, hatte die Begierden aufgeweckt, aber Vaterlandsliebe war das nicht. Doch hätte er sein nie fehlendes Gewehr zuerst abgedrückt, so würde mancher ihm gefolgt sein; etwas ohne ihn wagen mochte niemand. Wenn er mit seinem weisen Oheim nun nicht erschien, 160 Renntierschinken, Felle und Hörner in Menge, da standen die lebendigen Schlachttiere in ganzen Reihen. Mancher trug auf seinem Rücken an Birkenruten gespießt Wild und Vögel ver⸗— schiedener Art, und auf der Erde lagen bunt gesteppte Röcke, Haufen von Halbstiefeln aus Renntierhaut mit Sehnen ge— näht, Bären⸗ und Wolfspelze, Fuchs⸗ und Otternfelle, Ge⸗ hörne und Säcke voll Federn aus der Brust der großen, glänzend weißen Möwen, der Enten und anderer reich und warm gefiederten Vögel.— Das alles konnte doch nicht un⸗ verkauft bleiben, und worauf sollte man länger warten? Manchen faßte geheime Furcht, andere sehnten sich nach dem Branntwein der Kaufleute, wieder andere dachten daran, daß sie Mehl, Leinwand, Eisentöpfe und Beile nötig hätten, und endlich kam es den meisten vor, daß diese schönen Dinge und die Silberspezies der Norweger besser seien, als Streit mit ihnen anzufangen, der mit Beulen, Strafen, Peitschen⸗ hieben und blutigen Löchern enden könne. Es entwickelte sich daher an vielen Orten nach und nach der Verkehr unter Geschrei und Gelächter bei vollen Gläsern und Flaschen, nur ein kleiner Trupp junger Männer hielt sich noch lauernd beisammen, und diese trugen fast alle Ge— wehre und scharfe Messer an der Seite.“ Als die Mädchen auf den Platz traten, war der Handel schon im Gange. Riesenhafte Quäner feilschten unter wilden Flüchen mit boshaft grinsenden Lappen, die von ihren Preisen nicht ablassen wollten. Ihre Weiber hockten zusammen, rauchten die Pfeifen der Männer und mischten sich mit gellendem Geschrei in die Gebote.— Da wurden Renntiere betastet, ihr Gewicht untersucht und bezweifelt, die Forde- rungen mit Hohngelächter beantwortet, oder der Verkäufer wurde mit der Branntweinflasche zur Einsicht gebracht. An anderen Orten drehten sich Lärm und Geschrei um Pelzdecken und Komager, Fuchsmützen und Bärenfelle. Feuer waren angezündet, um welche Finnen und Bölappen, Fischer und Kolonisten lagerten und sich wärmten, aßen, tranken, schimpften und jubelten. Rauhe Stimmen brüllten dazwischen. was sollte dann aus Markt und Handel werden? Da waren Manche, die sich besser dünkten oder es waren, verzehrten an -B unverschämte Sprache 1 ef Sie begannen zunächst zu behaupten, a5 ment„keine Duma und kein Reichstag it. Ur em der sozialistischen Kammerfraktion entdeckten sie schließlich, daß die parlamentarische Tätigkeit nicht nur selbst, sondern erst recht in Kriegszeiten eine Notwendigkeit ist. Und so hat das über⸗ laute Geschrei der Reaktion die gegenteilige Wirkung als die ge⸗ wollte gehabt. Dieselben Parlamentarier, die noch vor wenigen; Wochen bereit waren, sich selbst für überflüssig zu erklären, sind heute nicht minder bereit, das Parlament in Permanenz zu er⸗ klären. Die reaktionären Hoffnungen sind jedenfalls zu Wasser 5 ftise geworden. 5 5 5 braue Soweit unser Korrespondent. Daß man sich auf mancherl öcerge 9 parlamentarische Kämpfe in Frankreich gefaßt machen muß, geht auch aus dem Verhalten sozialistischer Blätter hervor So greift Gustave Herve in seiner Guerre Sociale dis Regierung an und erklärte, der Beschluß Joffres und Millerands, der dem Kammerausschuß für das Gesundheits wesen Untersuchungen über den Gesundheitszustand in der Armee und das Funktionieren des Gesundheitsdienstes ver⸗ weigere, sei eine Ohrfeige für das Parlament, das berechtigt sei, Kontrolle auszuüben. Gerade der Gesun heitszustand sei sehr schlecht. Der Beschluß Joffres 10 Millerands, nur dem Vorsitzenden des Ausschusses und ein. zweiten Ausschußmitgliede die Besichtigung zu gestatten, be⸗ weise, daß die Leitung des Sanitätsdienstes eine Kontrolle fürchte, denn zwei Personen könnten unmöglich ein um⸗ fassendes Bild gewinnen. Der Ausschuß würde Schönes ge⸗ sehen haben, wenn er gewisse Ambulanzen besichtigt hätte, wo ansteckende Kranke derart gepflegt würden, daß die Kranken⸗ pflegerinnen überall ein wenig Wäsche, Arzneimittel und das allernotwendigste Material zusammenbetteln müßten, damit die Typhuskranken nicht wie Hunde verreckten. Frankreich würde einwilligen, daß die Mannschaften der jüngsten Klasse ehrlich durch Feindeskugeln fielen, aber es dürfe und werde nicht zulassen, daß 18 Jahre alte Knaben in den Kasernen Jungenentzündungen zugrunde gingen. Die Kammer dür Ir. Arn FHisensck ict. E bon 92 tunden doch Temper tehr ei Temper. dei 8 G die Ohrfeige, die der Beschluß Joffres und Millerands sei Der nicht einstecken. Aehnlich äußert sich die Libre Parole:„Bis, Tethode her haben wir stillgeschwiegen in der Ueberzeugung, daß der drhinde 5 Augenblick nicht für Schwätzereien geschaffen ist. Aber da 0 wir nur die Rednertribüne der Kammer haben, um die Kon meidu trolle fordern zu können, die zuweilen verweigert wird, pe höhere darf man sich nicht wundern, wenn einige das Schweigen, das 0 Kühle alle sich auferlegt haben, brechen.“ a 0 1 Der Verkauf der„Dacia“.. Daily Telegrasl meldet aus Washington: Der Hapag⸗Dampfer„Dacia“ wurde en, daf Edward Breitung in Marquette(Michiga und iin itreichef amerikanische Schiffsregister eingetragen. rad S veston und soll am Freitag abreisen, wie man g fe Die Times schreiben: Die beabsichtigte Uebernahme 79 00 Dampfers„Dacia“ der Hamburg⸗Amerika⸗Linie, der unter am e die s sgatz wei skereil Fonnene nehmen. angenehm empfunden werden. Die Schiffsbesitzer hätten bereits lauben, würde der Verkauf eines deutschen Dampfers an een chen, i amerikanischen Vesitzer als etwas gang anderes und eine vie her, ernstere Angelegenheit betrachtet werden. imm Amerikanische Rüstungen. echt Washington, 14. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Der Senn f bon ei hat eine von Senator Lodge eingebrachte Resolution am fa a—— e grob aufgerichteten Tischen Hammelfleisch, das in Zwiebel) but e fllg e läßt, Fausha ute Aird f ung wrhan; brühe schwamm. Lappen kochten in ihren blechernen schirren Fische, die sie halb roh verschlangen, wieder anden rösteten blutiges Fleisch und Vögel, und auch aus den Bude und Zelten der Kaufleute scholl der Handelslärm; um Helge stads Vorräte drängte sich ein dichter Schwarm abenteue licher Gestalten. 5 f Merkwürdig aber war es doch, daß, während die non. männischen Fischer sowohl wie die Finnen, Bölappen um andere Kolonisten auch nicht einen Mann oder ein Weib au! zuweisen hatten, welche aus den verwetterten Gestalten un rauhen, harten Gesichtern vorteilhaft hervorgetreten wären, die Lappen, diese verachteten Nomaden, einige ganz artige uf wohlgefällige Jünglinge und junge Mädchen auf den Mar geschickt hatten. Die kleinen Dirnen wurden zwar von den stolzen Töchtern der Kaufleute mit verächtlichen und spö i Blicken betrachtet und von den Männern aus besserem Bult kaum angesehen, allein sie waren hübscher und zierlicher al viele, die ihnen nachhöhnten. In ihren blauen Jacken um weiten Röcken, mit roten Litzen besetzt und bestickt, in ihrn weißen Häubchen und Faltenschürzen, ihren netten Jede taschen und geschnürten Halbstiefeln trippelten sie durch des i bers Gedränge; zwischen den breitschulterigen, mächtigen Gesta ö der Normänner und deren hochgewachsenen Frauen zeig sich ihre freundlich geformten Gesichter mit lebhaften Augen und frischen Farben. 0 Diese niedlichen Mädchen in der gefälligen Nation tracht waren Erbtöchter wohlhabender Familien oder Fraue im ersten jugendlichen Alter. Vielleicht besaßen sie zwe oder dreitausend Renntiere und hatten ein Dutzend ves grabener Töpfe voll Speziestaler zu erwarten. Es ware junge Aristokratinnen, die wohl wußten, wie sie begehr den, und was sie wert waren, und spröden Sinnes si wandten, wenn ein armer, schmutziger Landmann traulich zeigen wollte. chern (Fortsetzung folgt. t ie Kraft chweigen, 10 iln Tel. i“ wurd t und i et sich in U und ssen und Nachbargebiete. Gießen und umgebung. Frischhaltung des Brotes. g Vom 12. Januar ab wird es zum Frühstück atbackene Semmel geben, und da zähes, trockenes Weißbrot 9 cht jedermanns Geschmack ist, werden viele Familien statt der frischen Brötchen Schwarzbrot in irgend einer Gestalt erbrauchen. Auch daran wird man sich gewöhnen, und die Läckergesellen werden sich der lang ersehnten Nachtruhe er— feuen, wenigstens während des Krieges. Aber es ist viel⸗ Licht ganz angebracht, einmal zu untersuchen, ob denn über— ö upt in Friedenszeiten die Nachtarbeit im Bäckereigewerbe 0 bedingt notwendig ist. f 0 In der Nacht wird das Frühstücksgebäck gebacken, das 5 isch gegessen werden muß, wenn es schmackhaft sein soll. Jun hat aber bereits vor längerer Zeit ein Amsterdamer lrzt, Dr. J. R. Katz, festgestellt, daß unter bestimmten Vor⸗ enssetzungen Weißbrot 12—15 Stunden aufbewahrt werden knn, ohne daß die Kruste weich und die Krume trocken wird. Lie Resultate der Untersuchungen wurden in kurzer Zu⸗ een im März und November 1913 in der von 0 „ nur noch 5 Jr. Arnold Berliner herausgegebenen Zeitschrift Die Natur⸗ n 92—60 Grad während einer Versuchsdauer von 48 etunden frisch blieb, bei 50 Grad noch fast frisch, bei 40 Grad och schon etwas altbacken war. Mit dem Sinken der emperatur bis zu 2 Grad Minus nahm die Krume immer p ehr einen altbackenen Geschmack an, bei noch niedrigeren emperaturen hielt sich die Krume jedoch wieder besser frisch. ei 8 Grad Minus schmeckte sie halb altbacken und in flüssiger ft— immer nach 48 Stunden Versuchsdauer— ganz frisch. 1 Der erste Aufsatz kam zu dem Ergebnis, daß sich zwei Nethoden ergeben, um das Altbackenwerden des Brotes zu terhindern: Entweder kann man das frischgebackene Brot bei Ver⸗ meidung von Wasserverlust bei 50 Grad oder bei noch höheren Temperaturen aufbewahren oder man kann es in Kühlräume bringen, deren Temperatur allerdings be— deutend niedriger sein müßte, als es sonst bei der Auf— bewahrung von Lebensmitteln erforderlich ist. Um die Kruste knusprig zu erhalten, muß verhütet wer⸗ den, daß sie mehr als 18 Proz. Wasser enthält, und das ist zu reichen, wenn das Brot über Schwefelsäure von 75 bis 80 rad Spannung oder besser noch über einer gesättigten Koch⸗ lzlösung von 75 Grad Spannung aufbewahrt wird, durch e die Luft bis zu einem bestimmten Grade austrocknet. Dr. Jatz weist auf die Wichtigkeit dieser Erkenntnis für den Jäckereibetrieb hin, da eine allgemeine Verwertung der ge⸗ gonnenen Resultate die Nachtarbeit vielleicht überflüssig nacht. Es scheint jedoch, daß bei diesen Untersuchungen etwas daßer Acht gelassen wird. Zwar weist der Amsterdamer Arzt kmrauf hin, daß altbackene Brötchen, die in den Haushalt⸗ Aigen wieder angehitzt werden, den Geschmack von frischen grötchen annehmen, aber es wird nicht gesagt, daß die Bröt⸗ ten, wenn sie nach dem Erhitzen auch nur eine halbe Stunde sehen, in noch viel stärkerem Maße altbacken schmecken als brher, und es fragt sich, ob es mit dem Gebäck, das bei einer bestimmten Kälte temperatur und unter Beobachtung aller Jorsichtsmaßregeln nicht ebenso gehen würde. Gewiß ist es shon ein großer Fortschritt, wenn das Brot überhaupt 24 Etunden frisch erhalten werden kann, aber für den Einzel⸗ lnushalt hat es nur dann einen wirklichen Wert, wenn das Frot seine Frischheit nicht gleich verliert, wenn es den sorg⸗ siltig eingerichteten Aufbewahrungsraum in der Bäckerei t und erst nach einigen Stunden auf den Tisch des Faushalts kommt. Es wäre sehr wünschenswert, daß die mtersuchungen auch auf diese Frage ausgedehnt würden. Bird sie in günstigem Sinne gelöst, so wäre auch nicht der geringste Grund mehr für ein Fortbestehen der Nachtbäckeret korhanden. Zusammenschlußß und Moral. man jetzt oft, die verübt sein sollen. cht, das ist gewiß, daß der Von Kriegsgreueln liest 0 Pögen sie nun geschehen sein oder ni j 7 745 10 0 1 1 irkt srieg in gewissem Maße verrohend auf den Menschen einwirkt, ene auf den Menschen, der innerlich nicht genügend e Moral nicht tief genug gewurzelt ist. , dem die natürliche e e et von neil eben die Moral, die innerlich im 0 ste n U e Bedeutung ist, so können wir versichert sein, rann Funderttausende, die durch die Schule der Partei gegangeg 1 de so durch ein gemeinsames organisatorisches e e 1 9 0 ind, daß all die sich im Kriege so führen, wie es sich 15 1 ben, fr Kulturmenschen ziemt. Denn Organisation und Moral sind Legriffe, die sich nicht trennen lassen. Wer sich zum 9 0 sctionsgedanken entwickelt hat und im Geiste der Organisa 150 neiterlebt, der hat sich auch zur Moral entwickelt und kann nich auders 8 ralisch. 2 15 15 f e een nden wir in interessanter 1 5 l nenn wir die Natur da draußen und ihre Entwicklung e Juf je niederer Stufe der organisatorischen e die 1 hen stehen, auf um so niederer Stufe der Moral ste 75 ee Im unmoralischsten lebt der Einzelmensch, jener Mensch 15 1 1951 der von einem Zusammenschluß, wenn auch noch so eng l e drt, leine Ahnung hat. Und auch in der i 50 1 115 diefen Zusammenhang zwischen Jusammenschluß 1 655 2 355 imnen. Die neuen Forschungen haben uns gezeigt, daß en„Ste wele Tierarten gibt, die bereits den Zusammenschluß re lahren uns aber auch, daß diese Tiere ein planmäßiges, friedliches ne Zweife eine gewisse haben, im Durchschnitt ein gewisses Maß höherer Moral besitzt. Muß da nicht ein noch höherer Grad von Moral dem Organi⸗ sationsgedanken inne wohnen, den wir in unserer Parteibewegung kennen?— Wem gilt der Zusammeunschluß im heutigen Gemein⸗ schaftsleben? Zunächst denkt jeder doch an sich selbst, an seinen eigenen Gewinn. Erst indirekt hat das Ganze den Nutzen. Der Zusammenschluß, wie ihn die Parteibewegung darstellt, gilt aber zunächst dem Wohle des Ganzen.— Ueber allen das Gan ge. Das ist der Geist unseres Zusammenschlusses, der darum den höchsten Moralgedanken in sich schließt. Er bringt den Men⸗ schen dem Menschen näher, läßt alles verstehen und alles verzeihen. Unser Zusammenschluß ist der Organisatiosgedanke in seiner edelsten Form, er hat darum auch den tiefsten moralischen Wert. Und darum ist es auch, wenn man tiefer schaut, moralische Pflicht, ihm anzuhängen und all die Hunderttausende, die ihm bereits seit langem treu sind, werden, das ist ohne Zweifel, jetzt draußen im Felde durch die Tat zeigen, daß sie Parteigenossen sind, also Ver⸗ treter des höchsten Organisationsgedankens und das heißt moralisch. Mahnung aus dem Felde. In der Holzarbeiter⸗Zeitung finden wir einige Feldpost⸗ briefe, aus denen wir ein paar Stellen wiedergeben, weil sie auch von Leuten, die nicht Holzarbeiter sind, gelesen zu wer— den verdienen. So schreibt ein in Belgien stehender Holz- arbeiter aus Pinneberg: N Schmerzlich empfunden habe ich es, daß in mehreren Orten das Interesse an unserem Verbande nicht in dem Maße vor— handen ist, wie es sein müßte. Das schmerzt mich umso mehr, als ich seit reichlich 21 Jahren dem Verband angehöre. Der Be⸗ vollmächtigte der Zahlstelle Pinneberg teilte mir mit, daß es mit dem Versammlungsbesuch schlecht bestellt sei. Das ist eine sehr betrübende Nachricht. Ich meine doch, daß die Kollegen den Ernst der Zeit verstehen müßten und unserer Sache in dieser schweren Zeit ein größeres Interesse entegenbrächten. Lieber Freund und Kollege, ich kann Dir versichern, daß unsere Kollegen zum Schutze unserer Heimat gauz etwas anderes leisten müssen, als daß sie wegen der Extrabeiträge wankelmütig werden könnten. Ein anderer Holzarbeiter schreibt gleichfalls aus Belgien an die Verwaltung in Frankfurt a. M.: Ich glaube Dir gerne, daß es Euch jetzt kein leichtes ist, die Organisation auf der Höhe zu erhalten und den Anforderungen an die Kasse gerecht zu werden. Dabei muß aber auch stets da⸗ ran gedacht werden, daß nach dem Kriege unserer O die Stoßkraft erhalten bleibt. Sollten wir das Glück haben, aus diesen Wirrnissen glücklich wieder herauszukommen und dann wieder in Eurer Mitte weilen zu können, werden wir, was sehr nötig sein wird, mit freudigem Herzen und all unserer Kraft an die Arbeit gehen, um weiter zu bauen an der Sache der Ar⸗ beiterschaft. Das sind nur zwei Beispiele für viele. Aus zahllosen Feldpostbriefen klingt die Sorge wieder, in welchem Zu⸗ stande die Heimkehrenden einst die Organisationen der Ar⸗ beiterschaft finden werden. Es ist eine Pflicht der Daheim⸗ gebliebenen nicht nur gegen sich selbst, es ist noch mehr ihre Ehrenpflicht gegenüber ihren Kameraden im Felde, dafür zu sorgen, daß das, um dessen Erhaltung die draußen mit der Einsetzung ihres Lebens kämpfen, nicht durch die Lässigkeit derer daheim geschwächt wird und verfällt. Das gilt für die gewerkschaftliche wie für die politische Organisation. Aufruf an die deutschen Hausfrauen! In der Zeit vom 18. bis 24. Januar 1915 soll, unter wärmster Billigung Ihrer Majestät der Kaiserin, in ganz Deutschland eine Reichswollwoche. stattfinden. hanedenen überflüssigen warmen Sachen und getragenen Kleidung stücke(Herren- und Frauenkleidung, auch Unterkleidung) zu sam⸗ meln. Es sollen nicht nur wollene, sondern auch baumwollene Sachen, sowie Tuche eingesammelt werden, um daraus namentlich Ueberziehwesten, Unterjacken, Beinkleider, vor allem aber Decken rganisation Der Zweck dieser Reichswollwoche besteht darin, für unsere im Felde stehenden Truppen die in den deutschen Familien noch vor⸗ daß damals ein Ueberfluß an Futter in Feld und Flur vorhanden war und es daher nicht lohnend erschien, im Walde Gräser und Kräuter zusammenzusuchen. Auch war das Gras von den Wald⸗ wegen und Schneisen, das den Hauptertrag bildet, damals schon geerntet. Ueber den Wert und die Menge der in den Beständen selbst wachsenden Halbschattengräser und Kräuter pflegen vielfach übertriebene Vorstellungen obzuwalten. In den meisten Beständen sind es doch nur bescheidene Mengen, die zusammengebracht werden können. Aber doch sollten namentlich die Besitzer von Kleinvieh (Ziegen, Kaninchen usw.) die mit Beginn des Frühjahres sich bietende Gelegenheit zur Gewinnung solchen Futters benutzen. Auch durch Rupfen und Ausschneiden von Gras und Forstunkräu⸗ tern aus Hegen kann manche Last, mancher Handwagen Grünfutter gewonnen werden. Bei Beobachtung der für die Hegpflege und den Schutz der jungen Holgzpflanzen, sowie fsür Aufrechterhaltung der Ordnung unerläßlichen Vorschriften wird die Nutzung von Gras und Futterkräutern in geeigneten Beständen auch in diesem Jahre ohne Entgelt gestattet werden. Die Grasnutzung von Wegen und Mähplatten wird zweckmäßig, wie seither, flächenweise vergeben. Ob es sich empfiehlt, Grastage festzusetzen, wie das im Notjahr 1893 vielfach geschehen, kann nach den örtlichen Verhältnissen und dem eintretenden Bedarf erst beurteilt werden. Wo der Eintrieb von Vieh in den Wald sich als notwendig oder wünschenswert erweisen sollte, wird dieser nach Möglichkeit zugelassen werden. Auch in der Abgabe von Waldstreu darf sich die Landwirtschaft im Bedarfsfalle des weitgehendsten Entgegenkom⸗ mens versichert halten. Für das Sammeln von Beeren und Pilzen im offenen Walde ist bei uns eine besondere Erlaubnis nicht erforderlich. Auch auf diese Nutzungen wurde hingewiesen, sie sind aber nur in mäßigem Umfange ausgeübt worden. Dagegen wurde der reiche Anfall von Eicheln im Spätherbst ausgiebig benutzt. Tausende von Zentnern sind von Frauen und Kinder gelesen und damit nicht allein ein guter Arbeitsverdienst erzielt, sondern auch wertvolle Futtermittel eingebracht worden. Durch Ausschreiben am 2. Oktober 1914 ist darauf hingewiesen worden, daß die landwirtschaftliche Anbaufläche vergrößert und, der Ernteertrag unmittelbar vermehrt werden könnte, wenn die diesjährigen Abtriebsflächen in geeigneten Lagen zum Anbau von Feldfrüchten als landwirtschaftlicher Zwischenbau benutzt werden würden. Dieser sogenannte Waldfeldbaubetrieb, bei dem besonders gute Kartoffelernten erzielt werden können, war noch vor wenigen Jahrzehnten in den Wäldern der Rheinebene sehr verbreitet. Der Mangel an Arbeitskräften hat inzwischen zu nahezu gänzlicher Aufgabe dieses Betriebs genötigt. Es scheint, daß es aus diesem Grunde auch jetzt kaum gelingen wird, Liebhaber für den Kar⸗ toffelzwischenbau auf Waldland zu finden, selbst bei Verzicht auf jede Pachteinnahme. Vielleicht geben diese Zeilen doch dem einen oder anderen Anlaß, zu überlegen, ob die Aussicht, den eigenen Kartoffelbedarf im Herbst selbst einernten zu können, es nicht doch lohnt, sich der Mühe der Rodearbeit zu unterziehen. 2 — Stadtverordneten⸗Versammlung. Die gestrige erste Sitzung der Stadtverordneten im neuen Jahre wurde vom Oberbürgermeister Keller mit einer kurzen Ansprache er⸗ öffnet, in der er u. a., nachdem er dem Wunsche auf Sieg und Frieden Ausdruck gegeben hatte, folgendes ausführte: Einen ausführlichen Rückblick zu werfen auf die Entwick⸗ lung unseres kommunalen Lebens im vergangenen Jahre scheint mir kaum am Platze; alle Begebenheiten, so bedeutsam sie an sich sein mögen, treten zurück gegenüber den gewaltigen welt⸗ geschichtlichen Ereignissen, die sich vollziehen. Aber die Pflicht des Dankes gebietet, daß wir rückschauend des Mannes gedenken, der vor Jahresfrist an dieser Stelle gestanden hat, des verdienstvollen Oberbürgermeisters Mecum, der nach arbeitsreicher, segensvoller Tätigkeit am 1. April 1914 infolge geschwächter Ge⸗ sundheit vorzeitig in den Ruhestand treten mußte. Am 3. Mai ver⸗ starb der Stadtverordnete Dr. Gutfleisch, um unsere Stadt so reich verdient, daß ihm die Würde eines Ehenbürgers zuerkannt worden ist. Unerwartet entschlief am 26. September Stadtver⸗ ordneter Helm, der eifrige Förderer des Verkehrswesens unserer Stadt. Am 8. Dezember starb, kaum in den Ruhestand getreten, der Hauptlehrer der Stadtmädchenschule Schaaf, am 21. De⸗ zember erlöste von langem Leiden der Tod den Stadtgeometer Wißner. Beide haben in jahrzehntelanger Tätigkeit der Stadt sehr ersprießliche Dienste geleistet. Im Kampfe für das Vaterland fanden den Heldentod am 3. Oktober der Wagenführer der städti⸗ schen Straßenbahn Schmidt, ein pflichttreuer Bediensteter am 14. Oktober der Betriebsingenieur der städtischen Straßenbahn anzufertigen. Gerade an Decke tern und erträglich machen. Mit großem Erfolg sind bereits von sachverständiger Seite aus alten Kleidern aller Art Decken in der Größe von 150: 2 Meter hergestellt worden, die einen hervorragen⸗ den Ersatz für fabrikmäßig erzeugte wollene Decken bilden und deren Herstellungskosten nur ein Viertel einer fabrikmäßig herge⸗ stellten wollenen Decke betragen. Zu dieser Aufgabe bedürfen die unterzeichneten Stellen der tätigen Mitarbeit aller deutscher Frauen. e Die Organisation dieses Sammelwerkes wird sich in den Gauen des Vaterlandes verschiedenartig gestalten— je nach den Eigentümlichkeiten und den besonderen Lebensverhältnissen ihrer Bewohner. Aber Euch Allen Einzelheiten zugehen. wird rechtzeitig die Mitteilung über die denen zu widmen, die mit ihrer Brust und ihrem Blut uns Alle be⸗ schützen. Gebt, soviel Ihr irgendwie entbehren könnt! Nur diejenigen Familien, 0 herrschen, bitten wir, sich im Interesse der Allgemein Liebeswerk auf diese Weise nicht zu beteiligen. Also nochmals, deutsche Hausfrauen, frisch aus Werk! Sammelt aus Schränken und Truhen, was Ihr an Entbehr⸗ lichem findet! 25 Schnürt es zu Bündeln, packt es in Säcke und haltet, es zur Ab⸗ holung bereit, wenn alle unsere Helfer in der Reichswollwoche vom 18. bis 24. Januar an Eure Türen klopfen! Berlin, den 1. Januar 1915. g Kriegsausschuß für warme Unterkleidung E. V.: Für st zu Salm⸗Horstmar. heit an dem Die hessische Forstverwaltung und der Krieg. Dem Darmst. Tägl. Anz. wird geschrieben:. Mehrfach ist in den Zeitungen darauf hingewiesen worden, daß während des Krieges auch der Wald das Seinige dazu bei⸗ tragen müsse, die Viehstände zu erhalten und die Nahrungsmittel⸗ versorgung Deutschlands sicher zu stellen. Die Futtermittel des Waldes, besonders das Gras von Wegen, müßten in weitestem Umfang nutzbar gemacht werden. Diese Forderung ist selbstver⸗ ständlich; ebenso selbstverständlich war es aber auch, daß die Forst⸗ ummenleben im Verhältnisse zu jenen Cemeinschaftsleben fünren und damit ohn gel, elne“; B.] verwaltung nicht gewartet hat, bis derartige Wünsche laut gewor⸗ Jiermoral besitzen, während die eingeln adele Spur jener Moral den sind. Aallsbald nach Ausbruch des Krieges ist den Oberförste⸗ de Ratten, sehr streitfüchtig sind und nich reien empfohlen worden, in der Abgabe von Gras den Viehhaltern, ier gemeinsam lebenden Tiere kennen. der Mensch, der sich zu besonders den Besitzern von Kleinvieh, weitgehendstes Entgegen— 0 So, ist es nicht verwunderlich, weun 7 1 0 heutigen Zu⸗ kommen zu erweisen. Wenn hiervon von der Bevölkerung nur ver⸗ aner höheren Organisatjon, wie wir 15 bi denseven ohne Zweifel einzelt Gebrauch gemacht wurde, so lag der Grund hierfür darin, n besteht für die Truppen ein außerordentlicher 0 Bedarf, da sie den Aufenthalt in den Schützengräben sehr erleich⸗ Zunächst richtet Euch schon darauf ein, in! Euren Schränken nachzusehen, was Ihr entbehren könnt, um es! in denen ansteckende Krankheiten! Schmitz, ein hoffnungsvoller, sehr verdienter Beamter, am 31. Oktober der Lehrer Hertlein, ein vorbildlicher Erzieher der Jugend. Den Verstorbenen und Gefallenen wird die Stadt Gießen stets ein ehrendes, dankbares Andenken bewahren. Zu Beginn dieses Jahres konnte der städtische Bautechniker Altv ater auf eine 40 jährige Tätigkeit im Dienste unserer Stadt zurückblicken. Dem verdienten Beamten habe ich bei diesem Anlaß die Glück⸗ wünsche der Stadtvertretung übermittelt. Der Krieg hat die Or⸗ ganisation der städtischen Verwaltung merklich verändert. Eine große Zahl städtischer Beamter, Bediensteter und Arbeiter ist zum Heeresdienste einberufen. Hierdurch und namentlich durch die auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge den Städten erwachsenen zahlreichen Aufgaben ist dem verbleibenden Beamten eine sehr beträchtliche, zum Teil äußerste Kräfte⸗ anspannung erheischende Arbeitslast aufgebürdet worden. Ich spreche den Beamten für diese Tätigkeit meine volle Anerkennung aus. Zum Schluß noch eines: Möge das anbrechende bedeutungsvolle Jahr uns alle stark und bereit finden, mit aller Kraft die Aufgabe zu erfüllen, daß die Wunden, die der Krieg Bürgern unserer Stadt geschlagen hat, geheilt werden und daß unsere aus dem Felde der⸗ eimst zur gewohnten Arbeit heimkehrenden Krioger unser Gemein⸗ weson ebenso beschirmt wiederfinden, wie sie mit Leib und Leben unsere Sicherheit und unseren wirtschaftlichen Fortgang verteidigt haben.. In deu letzten Monaten ward es offenbar, daß dem deulschen Volke, über Parteien und Intzeressen erhoben, die höchsten Güter ge⸗ meinsam sind. So lassen Sie uns das, was in diesem Raume zu unserom Teile unser höchstes Schaffen und. Streben ist, immer uns ollen gemeinsam sein: das Glück und die Wohlfahrt der Stadt Gießen.. 1 95 2 9 8 Weiter teilte der Oberbürgermeister mit, daß ein. Ge⸗ such um Zuschuß für das Soldatenheim eingelaufen sei; es wird der Finanzkommission überwiesen.— Die städtischen Beamten und Arbeiter, die im Felde stehen, danken für die Liebesgaben, die ihnen zugewendet wurden.— Eine Ein- gabe der Arbeitsgemeinscha ft für das Baugewerbe wünscht, daß die Stadt nach Möglichkeit deren Bestrebungen fördern und Arbeiten baldigst vornehmen lassen möge. Vetters bemerkt dazu, daß in der letzten Zeit die Arbeits— losigkeit namentlich im Schreiner- und Holzarbeitergewerbe mehr überhand genommen habe und daß deshalb die Stadt nach Möglichkeit für Arbeit sorgen möge. Der Ober⸗ bürgermeister sagt zu, die Anregung an die Baukom⸗ mission weiter zu geben.— Weiter macht der Oberbürger— meister Mitteilung von der Anordnung der Städteordnung betreffend die Vornahme von Neuwahlen und Beschlußfähig⸗ keit der Stadtverordneten⸗Versammlung.— Das Gesuch betreffend die Einfriedigung des Militärwohngebäudes wird befürwortet.— Der Weg von der Licherstraße zu dem neu anzulegenden Sportplatze der Universität soll mit Bäumen bepflanzt werden, was etwa 1000 Mk. kosten wird. Hierzu hat der Rektor der Universität, Prof. Dr. Sommer, 750 Mark zur Verfügung gestellt. Die fehlenden 250 Mk. wer⸗ den bewilligt. Die Ausnahmetage für Offenhaltung der Läden werden wie im Vorjahre festgesetzt. Danach können an 18 Tagen(vor den Oster⸗, Pfingst⸗ und Weihnachtsfeiertagen) die Läden bis abends 10 Uhr offen gehalten werden. Die Rechnungsabschlüsse für das Gas-, Wasser⸗ und Elektrizitätswerk, sowie für die Straßenbahn für das Rechnungsjahr 1913 liegen vor. Die sich dabei ergebenden Kreditüberschreitungen, Uebertragungen usw. werden ge— nehmigt, eine Besprechung der Ergebnisse aber auf Vorschlag des Oberbürgermeisters zurückgestellt. Ueber die Anlage von Gärten an der Licherstraße und am Wißmarer Weg entspinnt sich eine längere Debatte. Gegen den Antrag der Kommission, an der Licherstraße Kartoffelfelder anzulegen, die in städtischer Regie bebaut werden sollen, wendet sich Simon, der Mitglied der Kom⸗ mission ist. Die Sache wird an die Kommission zurückver⸗ wiesen.— Zwei Wirtschaftsgesuche, das eine von J. Schweinsberg für Brandgasse 3, das andere von E. Horst für das Café Ebel(Soldatenheim) werden be⸗ fürwortet. — Das Frühstücksbrötchen fällt von jetzt ab ganz weg, oder es kommt in einer Qualität auf den Tisch, die den an ein anständiges Brötchen gewöhnten Leuten durchaus nicht gefallen und noch weniger munden wird. Während man bisher morgens nur vor die Tür zu treten und seine frischen Brötchen wegzunehmen brauchte, wo sie die Austrägerin in aller Frühe niedergelegt oder hübsch im Säckchen hingehängt hatte, muß man sie jetzt selbst beim Bäcker oder der Ver— kaufsstelle holen, oder holen lassen, denn das Austragen ist eingestellt. Und wie ganz anders als früher schmecken sie! Nach Vorschrift der Bäckereiverordnung müssen zum Frühstücksgebäck 30 Prozent Roggenmehl verwendet werden; die Brötchen werden also schwärzer als bisher sein, dann aber auch weniger gut schmecken, besonders wenn sie „altbacken“ geworden sind. Das will man aber ja gerade, damit der Konsum an Weißgebäck und damit an Weizenmehl möglichst eingeschränkt wird. Viele wird's zwar geben, die sich trotzdem zu helfen wissen und sich auf irgend eine Art Weißgebäck verschaffen. Aber die Maßnahmen haben sich notwendig gemacht, weil wir sonst mit den Weizenvorräten bald zu Ende sind. Und es ist schon besser, wenn sich jeder in der Zeit einige Beschränkungen auferlegt, als daß später gar nichts mehr vorhanden ist. Das wäre dann für kranke. alte und überhaupt solche Leute schlimm, deren Magen das Kartoffel⸗Roggenbrot absolut nicht vertragen kann. Also müssen wir uns schon mal einrichten!— Der Konsum⸗ verein läßt ebenfalls wie die Gießener Bäcker keine Brötchen mehr austragen, wird aber welche in den Verkaufs⸗ stellen bereit halten. Gestern sind sie, wie wir hören, in der vorgeschriebenen Zeit nicht fertig geworden. — Zum Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien sagt der Brotfabrikant, ein Unternehmerblatt:„Noch niemals hat eine Verordnung oder gesetzgeberische Maßnahme so tief in die Interessen, in den Lebensnerv eines Gewerbes eingeschnitten als diefe. Tausende von Bäckereibetrieben werden ihr Opfer, und die Brotversorgung wird aufhören. Durch die Bestimmung, daß in den Bäckereien jede Nachtarbeit verboten ist, werden auch zahlreiche Großbetriebe in ihrer Existenz erschüttert. Alle Betriebe, die mit doppelter Schicht arbeiten, werden die Hälfte ihrer Produktion aufgeben müssen. Es kommen Hunderte von Betrieben in Frage, die jetzt stärker beschäftigt sind als in Friedenszeiten, weil sie für eine Menge verwaister Kleinbetriebe die Ware mit herstellen. Das wird aufhören, und das Manko, das in der Produktion eintritt, wird keine andere Deckung finden, auch nicht durch die von dieser Verordnung beabsichtigte Verringerung des Brotkonsums. Wir können an dieser Stelle auf das Bestimmteste versichern, daß sehr viele Großbetriebe schließen müssen und der Produktionsausfall sich auf viele, viele Millionen beziffern wird. Die Brotfabri⸗ kanten sind es auch in der Tat leid, allein die Schwierigkeiten der Zeit zu tragen, wenn ihre Wünsche und Bitten, die ausschließlich beseelt sind von dem Bestreben, die Volksernährung sicherzustellen, so wenig, ja gar keine Beachtung finden. Die Regierung mag dann die Betriebe in eigene Verwaltung nehmen und sie wird er⸗ kennen, daß unsere Klagen berechtigt sind. Wir wissen, und können es beweisen, daß das Bäckergewerbe gewaltige materielle Opfer gebracht hat und noch bringt; wenn aber seine Vernichtung zum System erhoben wird, dann kann es kein Interesse mehr daran haben, an dieser Vernichtung selbst mitzuwirken. Mögen die die Schuld auf sich nehmen, die als Sachverständige die Re- gierung zu solchen Maßnahmen veranlaßten, denn sie— nicht die Regierung— tragen an diesen Maßnahmen die Schuld. Aus banger Sorge um das Wohl unseres Volkes und Vaterlandes rufen wir allen zu, die es hören wollen, und die schwere Pflichten tragen: Kehret um auf den falschen Wegen! Das Bäckergewerbe wird weiter bluten und opfern um des Vaterlandes willen, treibt es nicht zur Verzweiflung.“— Die Verordnung greift ja gewiß stark in die Brotherstellung und die Bäckerei ein, aber so schlimm ist es nicht, wie es das Blatt darstellt. Als ob die Herren Brot⸗ sabrikanten sich in der Sorge um das Wohl des Volkes verzehrt hätten und nicht in erster Linie auf ihren Gewinn bedacht gewesen wären! — Wechsel im Kommando des Landsturmbataillons Gießen. Wie wir gestern bereits mitteilten, ist der bisherige Kommandeur des Gießener Landsturmbataillons, Oberst Chalons von hier ver⸗ setzt worden. An seine Stelle tritt Generalmajor Petersdorf. Blattpflanzen für die Lazarette! Das Aufstellen von Blatt⸗ pflanzen in Lazaretten ist warm zu empfehlen, schon deshalb weil N ihr beruhigendes Grün eine sehr wohltuende Wirkung auf die an⸗ gegriffenen Nerven der Verwundeten ausübt. Festgestellt ist auch die interessante psychologische Tatsache, daß das von den Kranken mit Aufmerksamkeit verfolgte Wachsen und Gedeihen der Pflanzen den Lebenswillen jener erhöht. Weiter kommt die luftverbessernde und luftreinigende Wirkung der Pflanzen in Betracht, die Kohlen⸗ säure einatmen und Sauerstoff ausscheiden. Namentlich für die trockene Luft der durch Warmwasserheizung erwärmten Räume ist auch die beträchtliche Feuchtigkeitserhöhung durch die Blattaus⸗ scheidungen sehr wichtig. Andererseits sind ja die Ansprüche, die Blattpflanzen an ihre Pfleger stellen, sehr gering, und sie ver⸗ N auch aus diesem Grunde vielfach den Vorzug vor Schnitt⸗ umen. Haferflocken als Kriegsnahrungsmittel. Vor einiger Zeit hat der Minister des Innern die Berwendung von Haferflocken bei der Beköstigung der Gefangenen in den ihm unterstellten Gefangenen⸗ anstalten angeordnet. Im Auschluß daran empfiehlt ein zweiter Erlaß, bei der erheblichen Bedeutung, die jede Einführung eines neuen ebenso billigen wie guten Nahrungsmittels in der jetzigen Kriegszeit für die weitere Sicherstellung unserer Volksernährung hat, die Verwendung von Haferflocken für die tägliche Nahrung. Den Orts- und Kreiskommunalverwaltungen wird anheimgegeben, entsprechende Anordnungen für ihre Austalten in die Wege zu leiten. Die Gemeindeverwaltungen sollen auch mit den am Orte bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen, wie z. B. Rotes Kreuz, wegen Verwendung von Haferflocken in den Volks⸗ und Notstandsküchen und ähnlichen Anstalten in Verbindung treten. Kriegsverlängerung der Jagdpachten. Der Hessische Jagdͤklub hat kürzlich beim Großh. Ministerium den Antrag gestellt, man möchte die Gemeinden, deren demnächst ablaufende Jagden von im Felde Stehenden gepachtet sind, ermächtigen, die Pacht um 1 eventl. um 2 Jahre zu verlängern, damit die Jagden nicht zur Nach⸗ verpachtung kommen, während die jetzigen Pächter vor dem Feinde stehen. Diesem Antrag hat das Ministerium entsprochen, mit der Bestimmung, daß in Fällen dieser Art die Verlängerung auf dem Wege der freihändigen Vergebung erfolgen könne, deren Ge⸗ nehmigung durch die Regierung alsdann erfolgen werde. Das Großh. Ministerium hat dabei betont, daß außer der Gründe der zilligkeit gegenüber den Pächtern auch sehr beachtliche Interessen der Gemeinden dafür sprechen, im jetzigen Augenblick die Gemeinde⸗ jagden nicht dem Risiko einer öffentlichen Versteigerung auszu⸗ setzen. Der Kampf gegen die Flöhe. So umappetitlich die Sache auch sein mag, jetzt zur Kriegszeit hat auch diese Frage ihre Bedeutung, denn wer je zur Kriegszeit ein Lazarettbett oder überhaupt ein Soldatenbett zum Schlafen benutzen mußte, so schreibt Geh. San.⸗ Rat Berkhan, Braunschweig in der Münch. med. Wochenschrift, wird erfahren haben, wie der ersehnte Schlaf stundenlang hintangehalten wurde durch eine Unzahl von Flöhen. Hiergegen empfiehlt nun Geh.⸗Rat Berkhan folgendes sicheres Mittel: Man fülle ein 200⸗Gr.⸗ Glas oder eine halbe Weinflasche mit 2 Prozent Karbollösung, nässe damit den Zipfel eines Handtuches oder Taschentuches oder einen Bausch Wundwatte und betupfe damit in der Größe eines Zwei⸗ oder Dreimarkstückes das Hemd auf der Brust lin und rechts ein⸗ mal, ebenso auf der Bauch⸗ Rücken⸗ und Gesäßseite, desgleichen Oberarme und Unterarme, Oberschenkel und Unterschenkel, je nur einmal. Man wird sofort, so heißt es, von den lästigen Tieren be⸗ freit und der erwünschte und nötige kostbare Schlaf tritt ein. Gut wird es sein, dieses Vorgehen nochmals am zweiten Abende zu wiederholen. Das Armee ⸗Bekleidungs⸗Beschaffungsamt macht bekannt, daß, wie bereits amtlich veröffentlicht, Aufträge auf Lieferung von warmer Unterkleidung von ihm nicht vergeben werden. Laut Ver⸗ fügung des Kriegsministeriums, vom 23. Dezember 1914 verbleibt die Beschaffung dieser Stücke auch für Lieferungen nach dem 1. Febr. 1915 bei den einzelnen Kriegsbekleidungsämtern. Es handelt sich hierbei um wollene und halbwollene Hemden, Unterhosen, Unter⸗ jacken, Leibbinden, Socken, Pulswärmer, Kopfschützer; ferner ge⸗ hören hierzu Handschuhe und alle Ersatzstücke für warme Unter⸗ kleidung aus Wolle oder Baumwolle. Ferner wird darauf hin⸗ gewiesen, daß fertige Bekleidungsstücke, wie Mäntel, Hosen, Mützen, ebenfalls nicht vom Amte, sondern von den Kriegsbekleidungs⸗ ämtern beschafft werden, wobei von jetzt ab die Hergabe der Stoffe zur Anfertigung der Bekleidungsstücke den Bekleidungsämtern ob⸗ liegt. Mit Rücksicht auf die große Zahl fortgesetzt fälschlicherweise an das Amt geleiteter Angebote auf Lieferung der vorstehend er⸗ wähnten Artikel liegt es im Interesse der Anbieter selbst, solche An⸗ gebote nicht an das Bekleidungs⸗Beschaffungsamt, sondern an die einzelnen Bekleidungsämter zu richten, insbesondere auch nicht Muster der erwähnten Waren einzusenden, da diese Bemühungen, wie aus vorstehender Mitteilung hervorgeht, zwecklos sind und wegen Unzuständigkeit des Amtes unberücksichtigt und unbeantwortet bleiben müssen. Urlauber und Schnellzüge. Die Benutzung von Schnellzügen gegen Lösung einer Militärfahrkarte und Zahlung des Schnellzug⸗ zuschlages ist den beurlaubten Militärpersonen nur dann zu ge⸗ statten, wenn eine Mindestentsernung von 100 Kilometern erreicht wird. Die Offiziersstellvertreter sind Personen des Soldaten⸗ standes und Löhnungsempfänger und unterliegen den für diese gegebenen Bestimmungen. Sie haben daher kein Recht auf Be⸗ nutzung der 2. Wagenklasse. Dagegen haben sie bei Urlaubsreisen Anspruch auf Verabfolgung von Militärfahrkarten. Darmstadt, 15. Jan. Eine erfreuliche Urteilsrevision nahm das Oberkriegsgericht hier vor. Der 18jährige Kriegs⸗ freiwillige Karl Schneider aus Frankfurt hatte vom hiesigen Kriegsgericht wegen Fahnenflucht und Wegnahme eines Revolvers eine Gesamtstrafe von 5 Jahren 3 Wochen Gefängnis erhalten. Auf seine Berufung ermäßigte heute das Oberkriegsgericht die Strafe auf 9 Monate 3 Wochen Gefängnis, indem es von der An⸗ nahme ausging, daß es sich nicht um Fahnenflucht, sondern um „unerlaubte Entfernung über 7 Tage“ handelte. Der junge Mensch, Freiwilliger beim hiesigen Infanterie⸗Regiment, hatte seinem Schatz einen weggenommenen Armeerevolver zur Aufbewahrung bis zum Ausrücken übergeben. Das Mädchen aber schenkte die Waffe einem anderen ins Feld ziehenden Krieger. Als in der Kaserne der Revolver vermißt wurde, kam Schneider sofort in Verdacht. Aus Furcht vor Strafe ging er darauf flüchtig, als er die Waffe nicht mehr herbeischaffen konnte. Für die„unerlaubte Entfernung über 7 Tage“ ist die Mindeststrafe 6 Monate Gefäng⸗ nis. Möge der Fall anderen eine Warnung sein! — Gewerbe⸗ und Kaufmannsgericht. Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Gewerbegerichts, des Kaufmannsgerichts und des Versicherungsamtes wurde anstelle des eingezogenen juristischen Hilfsarbeiters Leib Rechtsanwalt Schenck v. Schweins⸗ berg bestimmt. 0 — Stadttheater Gießen. Der nächste Sonntag bringt wie⸗ derum zwei Stücke, die durch zahlreiche Wiederholungen ihre An⸗ ziehungskraft bewiesen haben. Am Nachmittag wird bei Volks⸗ preisen das neue Lustspiel„Der Schlagbau m“ gegeben, das der Verfasser mit Recht ein Volkslustspiel nennt, da es in humor⸗ voller und volkstümlicher Weise die Streitigkeiten behandelt, die der Erringung der deutschen Zolleinheit im Jahre 1833 vorauf⸗ gingen. Die Zolleinheit war bekanntlich die Voraus setzung der deutschen Einheit überhaupt.„Wie einst im Mai“, das am Abend bei kleinen Preisen gegeben wird, erlebt damit bereits die 10. Aufführung am Gießener Stadttheater und bewährt fort⸗ gesetzt die gleiche Anziehungskraft. Preis Alsfeld⸗Lauterbach. Einen tödlichen Unfall erlitt am Mittwoch Röhm aus Hutzdorf. Er war im Walddistrikt Y geriet dort unter sein beladenes Fuhrwerk, wobei er so f etzt wurde, daß sein Tod auf der Stelle ein⸗ trat. Röhm hinterläßt Frau und zwei kleine Kinder. reis Weglar. h. Aufruf der Bäckerinnung. Das Verbot der Nachtarbeit ab 15. ds. Mts. veranlaßt die Bäckerinnung, ihre Kundschaft zu er⸗ suchen, den veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen und das bisherige Frühgebäck möglichst am Abend vorher schon zu beziehen, das allerdings auch noch am folgenden Tage frisch und schmackhaft sein soll. Ferner wird das sogenannte„Gemischte Brot“ nicht mehr hergestellt, sondern nur noch Roggenbrot mit 10 Prozent Kar⸗ toffelzusatz und das vielgenannte Kriegsbrot mit 20 und mehr Pro⸗ zent Kartoffelmischung. n. Krofdorf⸗Gleiberg. Am Sonntag, den 15. Januar, nachmit⸗ tags punkt 3́ Uhr findet in Gleiberg, im Lokale„Zum schwarzen Walfisch“ eine gemeinsame Versammlung statt, in welcher Bezirks⸗ sekretär Geuosse Rob. Dißmann aus Frankfurt a. M über:„Die Fürsorge für die Opfer des Krieges(Witwen⸗ und Waisen, In⸗ validen usw.) und unsere Aufgaben im Jahre 1915“ referieren wird. Wir erwarten zahlreichen und pünktlichen Besuch der Versammlung. J. Schlitz. * Wiederholt war Zeitungen des Kreises Altenkirchen und auch anderswo daß die Organisation zur militärischen Vorbereitung der nicht nur keine Fortschritte mache, sondern einen elenden gang angetreten habe. Es wurde zornig verlangt zu organisieren. Kreis Marburg⸗Kirchhain. w. Marburg. In einem Busche bei Cölbe wurde am Die die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts funden. Von der Mutter hat man noch keine Spur, doch werden die Ermittelungen betrieben.— Ferner fand man im einem o Fenster eines Hauses in der Schwanenallee ein etwa zwei Tage altes Mädchen in ein Stück Leinenzeug eingewickelt. Offenbar ist Kind ausgesetzt worden. Von Nah und Fern. — Aus dem Erdbebengebiet wird berichtet, daß die Zahl Opfer, die mit 20 000 angegeben worden war, sich nicht so hoch laufen werde. Immerhin ist sie groß genug. Aus Apeg za wird u. a. mitgeteilt: Mit den Truppen sind viele Militärärzte angelangt und haben zwei Feldlazarette aufgeschlagen. Das 9 tungswerk verursacht große Se vierigkeiten infolge der starken störung der Häuser, welche vielfach nur Schutthaufen bilden. Unter den Trümmern des Mädchengymnasiums sind 150 Schülerün⸗ nen begraben worden, vom denen, durch die hingebende Arbei der Feuerwehr bisher nur eine lebend und zwei als Leichen ge⸗ borgen worden sind. Die Straßen find völlig verschüt tet mur der Hauptplatz ist freigeblieben. Das Rettungswerk während der Nacht bei Fackelschein fortgesetzt.— Das In städuchen Sora in der Provinz Caserta ist fat völlig zerstört; zwei Drittel der Häuser sind eingefallen, die anderem wu schädigt, zahlreiche müssen abgerissen werden. Der Palazzo Ro begrub bei dem Einsturz 20 Arbeiter, die auf dem Hofe beschäftf waren. Man befürchtet, daß 400 Personen der Katastrophe Opfer gefallen sind, davunter viele Beamte und Mitglieder vom vo nehmen Familien. Zahlreiche Soldaten sind zur Hilfeleistung getroffen.— Das Unglück soll an H keit und Umfang die bebenkataftrophe von Messina übert 5 Vereinskalender. Sonntag, 17. Jan ua Gießen. Tabakarbeiterverba nd. Generalversammlung im Gewerkschaftshause. a Krofdorf⸗Gleiberg. Wahl verein. Nachmittags 3% Uhr Mitgliederversammlung im„Schwarzen Walfisch“. Es ist dringen 8 55 g Nachmittags 3 erwünscht, daß alle Genossen aus beiden Orten erscheinen. Dienstag, 19. Januar. 5 55 Gießen. Freie Turnerschaft. Jeden Dienstag von 8 bis 10 Uhr Turnstunde in der Stadtknabenschule(Nordanlage). Wetzlar. Gewerkschaftskartell. Abends 8% Uhr ö Sitzung bei Schreier.* 9 de f So Standesamt Gießen. 50 Geborene. f 65 hät Jan. 5. Dem Hilfsheizer Ernst Hermann Orth eine Tochter me Elisabethe Luise.— Dem Schlosser Otto Martin Böcher Zwillinge 15 Berta Anna und Hedwig Elisabeth.— 6. Dem Fuhrmann Kar sch Schneider eine Tochter, Johanna.— 7. Dem Stationsarbeiter in Georg Köhler ein Sohn, Reinhold Richard.— 8. Dem Eisenbahn in gehilfen Ludwig Rungheimer eine Tochter, Elfriede.— Dem Fuß Hin unternehmer Adolf Heinrich Best ein Sohn, Karl Herman. 10. Dem Privatdozenten Dr. Adolf Wilhelm Karl Theodor ein Sohn, Otto Heinrich Ludwig. 12 Aufgebote. 6 Jan. 9. Ernst Adolf Oskar Reißmüller, Fabrikant, mit 5 Ber Sieglinde Jahn, beide in Köln.— 14. Karl Frieg, approl mel Arzt in Hombruch, Gemeinde Kirchhörde, mit Anna Elisab hef Specht in Annen. 5 0. Sterbefälle. i 0 Jan. 8. Georg Schultheis, Kürschnermeister, 81 Jahre alk, lun Marktstr. 3.— 9. Minna Spruck, geb. Sartorius, 75 Jahre alf unt Goethestr. 35.— 10. Martha Haas, geb. Langenberg, 63 Jahre alt die Glaubrechtstr. 14.— 11. Wilhelmine Berta Licher, 7 Monate 18 Rittergasse 23.— Johannes Hofmanm, landwirtschaftlicher wit beiter, 68 Jahre alt, Licherstr. 106.— 12. Nnma Maxie Elisabe daz Niße, 2 Jahre alt, Asterweg 46.— Marie Becker, geb. Hartman lin 64 Jahre alt, Crednerstr. 33. 1 un Im Felde gefallen. 7 8 Nov. 7. Georg Karl Peter Schmall, Forstassessor, Leutnant erk Reserve,? hre alt, bei Witschaete gefallen.— 11. Wilhelm Hah Pe Reichsbankassistent, Leutnant der Reserve, 30 Jahre alt, Lieb sic straße 68, bei Witschaete gefallen.— 4. Hans Müller⸗He 1 Leutnant, 26 Jahre alt, Landgraf Philipp⸗Platz 8, bei Lodz gef 85 E Standesamt Lollar. Geborene. Jan. 4. Dem Former Wilhelm Schupp eine Tochter, Elisabt — 1. Dem Schlosser Karl Deibel II. eine Tochter, Marie.— N. Metzgermeister Heinrich Moos VII. eine Tochter, Ella Marie. 1 Sterbefälle. 15 Jan. 2. Richard Striegnitz, Schreiner, 34 Jahre alt.— 7. A U Elisabeth Deibel geb. Ziegle, 25 Jahre alt.— Okt. 25. Form U Heinrich Bodes, 32 Jahre alt, bei La Quesne in Fran fl fallen. 15 Bekanntmachung. 5 Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 16. bis 15 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberusens findet: 9 Samstag, den 16. Januar, 2 Montag, den 18. Januar, t Dienstag, den 19. Januar, 9 Mittwoch, den 20. Januar, 1 vormittags von 8—1 Uhr, im Stadthaus Zimmer Nr. 16 statt. 0 Gießen, den 12. Januar 1915. 0 Der Oberbürgermeister: 0 Keller. f 0 Bekanntmachung. In Brandfäll lem empfiehlt es sich möglichst rasch die F wehr herbeizurusen. Dices geschieht durch Betätigen des nüch Jeuermelders. Um das r Auffinden der Feuermelder zu leichtern, sind für alle Hä gedruckte Hinweise angefertigt 5 den, die seftens der Hausbesitzer und Wohnungsinhaber un ent geltlich zum Aufhängen in den Fluren der Häuser und V plätzen der Wohnungen auf dem Tiefbauamt, Astenweg Nr. 9 abge⸗ holt werden können. 1 Gießen, den 15. Januar 1915. Der städtische Branddirektor: Braubach. D. Kaminka, Gießen zer Gele und Sülderwe Lieferant des enen Marktplatz II. Uhrmacher und Goldarbeiter.— Gießen u. Umg. und des bahn l schüttt dert 2 8 5 A er E 8 * Hermann Theodor E ee in 5 der Kriegssekretär ersucht wird, die vom Generalstab vor Ausbruch des europäischen Krieges ausge— arbeiteten Voranschläge, in de i f . e nen eine mobile Armee von nahezu 460 000 Mann und die von ihr benötigte Munition vorgesehen wird, dem Senat zu unterbreiten, sowie gleich— zeitig die Menge der am 1. Januar 1915 verfügbar gewesenen Munition anzugeben. 8* N 1 Aus Washington meldet Reuter: Die Marinekommission des Abgeordnetenhauses hieß das Programm für den Ausbau der Flotte gut. In diesem Programm wiro der Bau von jährlich 2 Pa i 5 ach fen Torpedobooten und 17 e 1 schlagen. Dieses Programm wird in das Marinegesetz auf⸗ genommen werden, das demnächst dem Hause vorgelegt wer— den wird. 8 N amerikanische Neutralität. Nach der Kö nischen Volksztg. hat der Vorsitzende des Deutsch⸗ amerikanischen Nationalbundes, der unlängst 129 0 die Nen verletzungen durch Kriegslieferungen an den Dreiverband protestiert hat, eine 8 Aktion unternommen. Er hat an die Deutsch⸗Amerika⸗ ner einen Aufruf erlassen, morgen in allen Städten Protestversamm⸗ 1 die englandfreundliche Haltung der Regierung zu ver⸗ Deutscher Erfolg in Angola. Madrid, 14. Jan.(J. U.) Hier ankommende offizielle portugiesische Depeschen aus Lissabon geben mit anerkennens⸗ wertem Freimut neue schwere portugiesische Niederlagen in Angola zu. Danach ist es den deut⸗ schen Truppen gelungen, eine Grenzwache der Portugiesen in Stärke von 650 Mann zu überrumpeln und alle in die Flucht zu schlagen. Die Deutschen drangen in das portu⸗ giesische Gebiet ein und marschierten nordwärts gegen starke portugiesische Streitkräfte. Da sie jedoch von einer revo— lutionären Bewegung unter den Eingeborenen unterstützt wurden, konnten sich die Portugiesen auch hier gegen den deutschen Ansturm nicht halten, sondern mußten sich zurück⸗ ziehen. Es sind jetzt von allen Seiten portugiesische Ver⸗ stärkungen nach diesem Teile Angolas abgegangen und die Portugiesen werden, sobald die Verstärkungen konzentriert sind, die Offensive gegen die Deutschen ergreifen. 8 Die Richtigkeit dieser Meldung entzieht sich der Nach⸗ prüfung deutscherseits, da die Kabel sich in englischen Händen befinden. Eine Taktlosigkeit. Der Vorwärts bemerkt zu einem Brief Vliegens, des holländischen sozialdemokratischen Führers, an Weill, in welchem er wünscht, daß Weill Metzer Abgeordneter bleibe, aber in der französischen Kammer, das folgende:„Diese demonstrative Stellungnahme eines führenden Sozialisten eines neutralen Landes muß aufs schärfste zurückgewiesen werden. Gerade neutrale Sozialisten hätten in der gegenwärtigen Zeit die Pflicht, alles zu ver⸗ meiden, was die Gegensätze in der Internationale noch ver⸗ schärfen muß. Sie haben besonders jetzt, wo die Sozialisten in den kriegführenden Ländern infolge der äußeren Umstände in jeder Weise gehemmt sind, die Aufgabe, uns die Ver⸗ bindungen in der Internationale aufrecht zu erhalten.“ Deutsche Erfolge im Westen. 0 Zu den deutschen Erfolgen bei Soissons wird dem Berliner Lokalanzeiger über Kopenhagen aus Paris ge— meldet: Nördlich Soissons wogt seit Anfang Januar ein heftiger Kampf um den 132 Meterhügel, der sich aus dem Josienne⸗Tal erhebt. Anfänglich war es den Franzosen ge⸗ lungen, die Deutschen von dem Hügel zu verdrängen. Gestern unternahmen die Deutschen einen Gegenangriff, vertrieben die Franzosen und setzten sich in den Besitz des strategisch wichtigen Hügels. Die Deutschen sind somit Herren über das Josienne⸗Tal mit seinen großen wichtigen Eisenbahn⸗ linien und den beiden wichtigen Chausseen zwischen Chauny und Laon. In der Champagne wurden gleichfalls eine Reihe erbitterter Kämpfe ausgefochten. In der Richtung auf Perthes und Becusejour unternahmen die Deutschen mit Aus⸗ sicht auf guten Erfolg ununterbrochen Vorstöße, Bei Becusejour wurden die Franzosen unter großen Verlusten Schritt für Schritt zum Rückzuge gezwungen. Bevorstehende Eroberung von Arras. Kopenhagen, 15. Jan.(T. U.) Nach Meldungen der Pariser Presse aus Arras hat die Stadt furchtbar unter dem wochenlangen Bombardement gelitten. Ganze Stadtteil? sind dem Erdboden gleichgemacht. Von der Bevölkerung sind nur 3500 Personen zurückgeblieben. Die anderen sind ge⸗ flüchtet. Die Deutschen nähern sich immer mehr der Stadt. Die erste Reihe der Laufgräben ist nur noch 150 Meter vom eigentlichen Stadtgebiet entfernt. Die französische Kammer. Lyon, 15. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Dem Progrés wird aus Paris berichtet: Die Kammergruppe der Sozialisten hat einen in welchem sie gegen die admini⸗ g nimmt und die Presse möglichst viele amtliche Nachrich⸗ ten über Ereignisse und Fragen zu übermitteln, die die Presse und das Publikum lebhaft interessierten. Die interparlamentarische Journalistengruppe des Senats und der Kammer hat einstimmig eine Erklärung angenommen, durch welche die Re erung aufge⸗ fordert wird, die ungesetzliche administratipe politische Zensur ab⸗ zuschaffen. Die Gruppe ernannte eine Abordnung, die mit dem Ministerpräsidenten Vipiani in Unterhandlungen treten soll. 5 Paris, 15. Jan.(Nichtamtlich.) In der Kammer wurde die Rede Deschanels beifällig aufgenommen. Bei den Worten über Italien und Garibaldi erhoben sich die Minister und klatschten Beifall. Die Tagesordnung wurde durch Handerheben einstimmig angenommen. Die Kammer hob die Sitzung auf und vertagte sich bis Dienstag. 10 15 Aushebungen in Finnland. Stockholm, 15. Jan.(J. U.) Das Dagblad meldet aus Finnland, daß der russische Generalgouverneur in Finnland die nochmalige Aushebung aller Dienstuntauglichen der letzten 12 Jahre verordnet hat. Die Verfügung des Gouverneurs bezeichnet die Einstellung von 80 000 Mann der Dienstunfaug⸗ lichen in Finnland als unbedingt notwendig. Der Krieg im Orient. Aus Petersburg wird der Times gemeldet, daß 1 Aserbeidschan fürchterliche Zustände herrschen. In Täbris sind die Banken geschlossen worden. Die armenische Be⸗ völkerung flüchtet nach dem Kaukasus, gepeinigt von Hunger und Kälte. Bereits mehr als 160 000 notleidende Armenier sind im Kaukasus eingetroffen. Sehr viele sind unterwegs den Entbehrungen erlegen. Der Rücktritt Berchtolds. Ueber den Rücktritt des Grafen Berchtold, so wird der Kölnischen Zeitung aus Mailand versichert, habe man in politischen Kreisen die Ueberzeugung, daß sich Oesterreich nie eine günstigere Gelegenheit bot, seine Beziehungen zu Italien besser zu gestalten und daß sich, gestützt auf eine freundliche Politik Oestereichs Italien gegenüber, ein Umschwung in der öffentlichen Meinung Italiens vollziehen könnte. Tugesbericht des Großen Haupthuariers. Ein Sieg im Westen! Vorwärts im Osten! W. B. Großes Hauptquartier, 15. Jan., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Vor Westende zeigten sich gestern einige Torpedoboote und kleinere Fahrzeuge, die sich der Küste bis auf etwa 14 Kilometer näherten. Französische Angriffe beiderseits Notre Dame de Lorette nordwestlich Arras wurden von unseren Truppen abge⸗ wiesen. Ein vor 8 Tagen bei Eeerie besetzter Schützengraben ging uns gestern verloren. Die Kämpfe an dieser Stelle sind heute wieder im Gange. Nördlich und nordöstlich Soissons ist das nördliche Aisne⸗User von Franzosen endgültig gesäubert worden. Die Deutschen eroberten in ununterbrochenen Angriffen die Orte Euffise, Crouy, Bucy⸗le⸗Long, Missy und die Gehöfte Vaux⸗ rot und Verrerie. Unsere Beute aus den dreitägigen Kämpfen nördlich Soissons beläuft sich jetzt auf rund 5200 Gefangene, 14 Geschütze, 6 Maschinengewehre und mehrere gievolverkauonen. Die Franzosen erlitten schwere Verluste. 4000 bis 5000 tote Franzosen wurden auf dem Kampffeld gefunden. Der Rückzug südlich der Aisne lag unter dem Feuer unserer schweren Batterien. Wie sehr sich die Verhältnisse gegen frühere Kriege ver— schoben haben, zeigt ein Vergleich der hier besprochenen Kämpfe mit Ereignissen von 1870. Wenn auch die Bedeutung der Gefechte nördlich Soissons mit denjenigen der Schlacht am 18. August 1870 nicht zu vergleichen ist, so entspricht die Breite des Kumpffeldes annähernd der von Gravelotte⸗St. Privat. Die französischen Verluste aber vom 12. bis 14. Ja⸗ nuar 1915 übersteigen aller Wahrscheinlichkeit nach die der Franzosen am 18. August 1870 um ein beträchtliches. Feindliche Angriffe nördlich Verdun bei Consenvoye scheiterten. Mehrere Vorstöße gegen unsere Stellungen bei Ailly südöstlich St. Mihiel wurden durch Gegenangriffe, nachdem sie stellenweise bis in unsere vordersten Gräben ge⸗ führt hatten, unter schweren Verlusten für den Feind zurück⸗ geschlagen. Im letzten Nachstoß eroberten unsere Truppen die feindlichen Stellungen, die aber nach Wiederaufbau un⸗ serer eigenen Stellung freiwillig und ohne Kampf während der Nacht wieder abgegeben wurden. Ein unbedeutender Angriff bei Mesnil nördlich St. Die wurde von unseren Truppen abgewiesen. Im übrigen fan⸗ den in den Vogesen nur Artilleriekämpfe statt. Oestlicher Kriegsschauplatz: In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine Ver⸗ änderung. 5 Die Angriffe in Polen westlich der Weichsel machten langsam Fortschritte. Bei Eroberung eines Stützpunktes nordöstlich Rawa blieben 500 Russen als Gefangene in un⸗ seren Händen. 3 Maschinengewehre wurden erobert. Hef⸗ tige russische Gegenangriffe wurden unter schwersten Ver⸗ lusten für die Russen zurückgeschlagen. Oberste Heeresleitung. Der Sieg von Soissons wird von der Frankf. Ztg. wie folgt besprochen: „Als die deutsche Heeresleitung gestern von einer glänzenden Waffentat sprach, konnte man wohl erwarten, daß nicht nur ein paar Gräben gewonnen oder ein paar kleine Höhen erstürmt waren, sondern man wußte, daß hier eine große Schlacht sich zum guten Ende neigte. Als dann der fkanzösische Tagesbericht den Rückzug über die Aisne bekannt gab und mit den Folgen des Hochwassers ein wenig zu er— klären suchte, als diese sonst so hochfahrenden Bulletins von deutschen Erfolgen sprachen, da wußte man, daß unseren Truppen ein großer Schlag geglückt ist. Unter furchtbaren Verlusten hat die französische Armee, nachdem sie von den Höhen im Norden und Nordosten von Soissons geworfen war, die Aisne im Feuer der deutschen Granaten überschreiten müssen. Gegen 5000 tote Feinde sind von den Deutschen auf⸗ gefunden worden. Viele andere werden nicht gezählt sein. Die deutsche Heeresleitung vergleicht die Schlacht bei Soissons mit den blutigen Kämpfen von Gravelotte— St. Privat. Nicht hinsichtlich des strategischen Erfolges, wohl aber was die Größe des Kampfes, die Ausdehnung des Schauplatzes und vor allem, was die Verluste der Feinde angeht. Am 18. August 1870 hat das französische Heer annähernd 20 000 Mann verloren. 2600 Gefangene sind damals in unsere Hände gefallen. In der dreitägigen Schlacht bei Soissons haben unsere Gegner eine Armee von Menschen verloren, deren Zahl nach der Angabe des Tagesberichts über jene des Tages von Gravelotte St. Privat um ein Beträchtliches hinausgeht. i Das ist für die französische Armee in ihrem heutigen Zustande ein gewaltiges Opfer. Aber abgesehen von der reichen Siegesbeute und den Verlusten unserer Gegner haben uns unsere herrlichen Truppen einen großen strategischen Gewinn er⸗ kämpft. In dem breiten Abschnitt von Soissons bis Vailly ist nunmehr das rechte Aisne-Ufer mit den beherrschenden Höhen— und deshalb auch mit den Uebergängen über den Fluß— in unserem Besitz. Das ist für die spätere Entwick⸗ lung des Feldzuges in Frankreich von uns chätz barem Wert. Ob der Druck nach Süden über die Aisne fort ⸗ gesetzt werden wird, wissen wir nicht. Wir halten es nicht für wahrscheinlich, aber wir möchten uns hüten, eine Prophezeiung auszusprechen. Die Lage der Stadt So issons selbst hat sich selbstverständlich erheblich verschlechter. Sie ist im Norden und Osten unmittelbar bedroht. Vauxroi und Verrerie— zwei Gehöfte, von denen der deutsche Be⸗ richt spricht— liegen etwa anderthalb Kilometer im Norden vor den Toren der Stadt.“ Ein Opfer. Ueber Genf wird der T. U. belegraphiert: Die Stellung des Generals Maumoury gilt wegen seines Miß⸗ geschicks bei Soissons als erschüttert. Die Joffresche Note beurteilt die Niederlage der dortigen Elite⸗Truppen zwar überaus mild, aber die Militärkritiker betrachten den beiden Gegnern gleich hinderlichen Austritt des Aiswe⸗Flusses als eine unzureichende Erklärung für die mangelhafte Aufstellung der französischen schweren Geschütze und allgemeine Verschlimmmerung der Lage der Maunoduryschen Streit⸗ kräfte. 5 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 15. Jan.(W. B. Amtlich wird verlautbart: 15. Januar: Während an der Front in Russisch⸗Polen nur stellenweise Geschütz⸗ und Maschinengewehrfeuer einsetzte, war gestern am Dunajeec heftigerer Geschützktampf im Gange. Beson⸗ ders unsere schwere Artillerie wirkte gut: sie schoß ein großes Magazin des Gegners in Brand und brachte nach einigen Schü ssen eine seit mehreren Tagen gut placierte feindliche schwere Batterie zum Schweigen. In den Karpathen herrscht Ruhe. Zunehmender Frost beeinflußt die Gefechtstätigkeit. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 5 Der Krieg im Orient. Ein französisches Unterseeboot zum Sinken gebracht. Konstantinopel, 15. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt mit: Das französische Untersee⸗ boot„Saphir“ versuchte, sich dem Eingang der Dardanellen⸗ straße zu nähern, wurde aber sofort durch unsere Artillerie zum Sinken gebracht. Ein Teil der Besatzung konnte ge⸗ rettet werden. Entlassung aus englischen Konzentrationslagern. London, 15. Jan.(Ctr. Frkft.) Wir haben vor einiger Zeit berichtet, daß die englische Regierung die Absicht habe, solche in den Konzentrationslagern untergebrachten Fremden, die sich eines guten Rufes erfreuten, wieder zu entlassen. Die Regierung hat nunmehr damit einen Anfang gemacht und sie wird weitere Ent⸗ lassungen vornehmen. Die Polizeichefßs müssen für die gute Ge⸗ sinnung der verhafteten Fremden einstehen, wonach das Kriegs⸗ ministerium die endgültige Freilassung der betreffenden Persön⸗ keiten anordnet.(Frankf. Ztg.) Die Behandlung der Internirten in Fray kreich. Paris, 15. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Gustave Herve verlangt, daß nach der Frage des Gesundheitsdienstes die dringende Frage der Interniertenlager erledigt werde, welche kein Ruhmesblatt in der französischen Ge⸗ schichte sei. Anfang August setzte sich ein Schwarm der Be⸗ völkerung in den Kopf, das Land sei voller Spione. Spione gab es, aber als die deutsche Lawine in Frankreich einbrach, sei es allzu einfach gewesen, die Niederlage durch die unge⸗ nügende Vorbereitung, die zahlenmäßige Unterlegenheit und das Fehlen schwerer Artillerie zu erklären. Man mußte einen Sündenbock finden, diesmal seien Spione der Sünden⸗ bock gewesen. Die Regierung verlor den Kopf und be⸗ fahl, alle Deutschen zu internieren. Die unglücklichen Opfer wurden ünter dem Johlen der Bevölkerung in Eisenbahnzüge gebracht und in die Waggons einge⸗ pfercht. In den für ihren Aufenthalt bestimmten Städten würden sie zwischen zwei Reihen von Soldaten und Schutz⸗ leuten in Lokale geführt, wo nichts zu ihrem Empfange vorbereitet sei und wo Männer, Frauen und Kinder wochenlang auf Stroh oder nacktem Boden in einem widerlichen Durcheinander hausen müßten und wie St räflinge behandelt würden. Man werde niemals die Zahl der armen Kinder kennen lernen, welche in diesen Zuchthäusern infolge des Elends und der Entbehrungen gestorben seien. Dies sei eine schöne Reklame für Frankreich im Aus ⸗ lande. Das Parlament solle Maßnahmen für eine würdige Behandlung der Internierten treffen, um den guten Ruf Frankreichs und die Ehre der Republik zu retten. Die Kriegsgefangenen in Deutschland. Berlin, 15. Jan.(W. B. Amtlich.) Die Presse des feindlichen Auslands behauptet, die Kriegsgefangenen in Deutschland würden schlecht behandelt, im Gegensatz zu der Behandlung der Kriegsgefangenen durch unsere Gegner. Eine durch die Agence Havas verbreitete Note des französischen Kriegsministeriums äußert sich in gleichem Sinne. Andererseits herrscht in Deutschland viel⸗ fach die Ansicht, die feindlichen Kriegsgefangenen würden verwöhnt. Beides ist falsch. Die Kriegs⸗ gefangenen werden in Deutschland nach dem Völkerrecht und den Vorschriften, die diesem entsprechen, behandelt, nicht besser und nicht schlechter. So wird es auch weiter gehalten werden. 1 Der französische Lügenfeldzug. Berlin, 15. Jan.(W. B. Amtlich.) Das Journal Officiel verbreitet einen amtlichen französischen Bericht über deutsche Grausamkeiten. Der Bericht bildet den Gipfel in dem Lügenfeldzuge, der seit Kriegsbeginn gegen Deutschland geführt wird. Er strotzt von den unerhörte⸗ st e n Greuelgeschichten. Die lediglich von Franzosen behaupteten Fälle werden als bewiesen dargestellt, ohne daß irgend eine Möglichkeit bestände, die unpart eiisch zu untersuchen.. Das deutsche Heer steht z u hoch, als daß es von diesem Schmutz erreicht werden künnte. Es nimmt aber davon Kenntnis, zu welch vergifteten Waffen oh mächt iger Haß einen Gegner getrieben hat, der einst für ritterlich galt. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 8 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Visits Glanz Mark 5 8⁰ matt 2 Andere Formate Familien- und Gruppen-Bilder entsgrechend billig. Bahnhofstrasse 64 Phot. Atelier Gebr. Strauss si2 kame Glanz Mark 23 matt. Sonntags geg Zu jeder Aufnahme eine Vergrösserung 3036 im Karton als Geschenk ganzen Tag geöffnet Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerz- liche Mitteilung, dass heute morgen 4½ Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante Katharine Elisabethe Benner geb. Ruppert nach langem schwerem Leiden im 73. Lebensjahre Sanft entschlafen ist. Heuchelheim, den 15. Januar 1915. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Benner Familie Karl Benner Familie Hildebrand Familie Ruppert. 1 Sonntag, den 17. Januar, mittags 12½ Uhr vom Sterbehause, Giessener Strasse Nr. 43, aus. agemene brsgranentabe dicten Die Beiträge zur Kranken⸗ und Inzvaliden⸗ versicherung pro Monat November 1914 können 1 zum 28. dss. Mts. ohne Kosten bezahlt 5 Gießen, den 15. Januar 1915. 3 Vorstand. . A.: Alb. Leutz. Fteie Turnerschaft Gießen. Samstag, den 16. Januar, abends 8½ Ahr, imm Gewerlischaftshaus(Doppelzimmer) General⸗Versammlung. In Anbetracht der sehr wichtigen Tagesordnung ersucht um vollzähsiges Erscheinen Der Vorstand. Nationaler Frauendienst Allg. Deutscher Frauenverein Ortsgruppe Gießen. Das Verpacken, Schreiben und Adreffieren von Feldpostsendungen besorgt bereitwilligst und unentgeltlich Montags, Mittwochs und Freitags von 10 bis 12 Uhr vormittags Frau Professor Kalbfleisch Südanlage Nr. 4, 2. Außerdem erteilt Auskunft über Adresse 75 Rat für Feldpostbriefe gern und unentgeltlich in ihrer Sprechstunde die Frauenrechtsschutzstelle Gießen Mittwoch nachmittags von 6 bis 8 Uhr im alten Rathaus. Oefen u. Herden aller besseren Systeme. wie: Junker& Ruh, Gebrüder Röder, Darmstädter Herdfabrik, Hirzenhainer, Aurora, Eibelshäuser Hüt⸗ ten, Frank'sche Eisenwerke, amerikanische und irische Oefen, halte ich ein großes Lager und liefere Ersatz⸗ und Zubehörteile auch für andere Fabrikate billigst. 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Der Vorstand. ieee eee eee Soeben eingetroffen! 1 1— 1 1 1 E Siriegskarte mit dem Stand der deutschen Heere auf dem westlichen und östlichen Kriegsschauplatz aufangs Januar 1915. Unentbehrlich für jeden, der sich genau über die jetzige Stellung unserer Armeen informieren will. Kann portofrei als Feldposibrief versandt werden. Preis nur 30 Pfennig. Buchhandlung der Oberhess. Volksztg., Gießen, Bahnhofftr. 25 V 3 Abakrel-Aebsselse falssabrik biegen zend Fabrik u. Verkaufsstelle Walltorstrasse 24. Wir empfehlen unsere vorzügl. Marken im Einzel- verkaufe zu 5, 6, 7, 8, 10 Pig. und höher(Abgabe div. Zigarretten, Rauch- und Kautabak. und Sonntags von 11—3 Uhr geöffnet. Die deschürrleltuns. Täglich frisches Kaffee und Teegebäc i Kuchen und Torten sowie alle sonstigen„Backwaren Bohnerwachs, Teppieukehrmaschinen, ska. Bürstenwaren, Scheuer- u. Putztücher, sousie sämtl. Haus- u. Küchengeräte empfiehlt bilsigst Ba Borrmann, Giessen Telephon 165. Neustadt 11. 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