— 3 Organ für die Interessen des werktäti gen Volles det 85 K der Provinz Oder 6 87 e Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. a— 0 8 eee e Abend in Redaktion und Expedition Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelgeile oder deren Raum 15 Pig. 15 Pfg., monatlich Gießen, Babnbofftraße 28, Ecke Löwengasse. Telepbon 2008. Bei größeren Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man bis abends 7 Abr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben Gießen, Freitag, den 15. Januar 1915 10. Jahrgang m— Pia. eimschl. Bringerlohn Durch die Vost bezogen vierteljäbrl. 180 MI Nr. 12 e, . 00. d der N dier em a g 2 en don * Zwischenakt. 3 Von Richard Gäd ke.) 1 In großen betrachtet, hat die kriegerische Handlung in der en Seen ine Weiterentwicklung gezeigt: die Lage der feind⸗ ach a. N. ichen 79 5 ist auf allen Kriegsschauplätzen unverändert ge⸗ — ben. Natürlich ist das nur zutreffend, wenn man auf die suseren Ergebnisse blickt. Welche iuneren Veränderungen sich in Zustande, in der Stärke, in der kriegerischen Kraft der Heere, in der Verteilung der Streitkräfte vollzogen haben, entzieht sich Seger, erer Kenntnis. Aber es ist wahrscheinlich, daß sie ein⸗ Vicki eketen sind, und sich später geltend machen werden. Aus den Lahrichten, die wir amtlich und gelegentlich auch nicht amtlich er⸗ — aalen, lassen sich aber Schlüsse auf die wahrscheinlichen oder selbst 1 U f auf die möglichen Absichten der seindlichen Heeresleistungen — mit größter Vorsicht und in sehr vager Weise ziehen. Selbst in man annehmen wollte, daß alle diese Mitteilungen der gießen 8. klichkeit der Dinge entsprächen. Das ist aber— man möchte af sagen meist— nicht der all, da sie sich in schroffster Weise zu NN 5 dersprechen pflegen. Schon dem einzelnen Feldherrn wird 0 fg. chwer, in diesem Nebel des Irrtums seinen Weg zu finden, wie 4 8 mehr uns, die wir nicht im Geheimnis sind, weder der eigenen 06„ och der fremden Heereslejitung. Und wenn wir es einml zu sein Siehe lalbten, dieses glücklich gefundene Korn für uns behalten müßten! eden in bleibt nur die rückblickende Betrachtung über das, was bereits beds Pg e ehen ist, und auch sie nur, wenn die neue Lage unabänderlich 1 e steht und bereits der Ausgangspunkt neuer Ereignisse ge⸗ — den ist. Die Tatenlosigkeit der letzten Woche— trotzdem Blut genug in hegeflossen ist— hat ihren Grund zum Teil gewiß in der unge⸗ etrehntt Phe lich schlechten Witterung, hie und da, besonders g neten. Osten, auch in der zeitweisen Erschöpfung der Truppen. Die küpt aber mag doch wohl sein, daß die Kräfte der ener sich gegenwärtig überall die Wage halten. Die — Altärischen Akkumulatoren müssen erst neu geladen werden, um! um in mächtigen Gewitterschlägen da oder dort die Vernichtung es Gegners zu versuchen. Auf dem westlichen Kriegsschauplatze ist allerdings an den würdige, leschießensten Stellen, teilweise recht hitzig, gekämpft worden; sichelheim. et alle Gefechte sind bisher von rein örtlicher Bedeutung ge⸗ ben. Die allgemeine Offensive, der Versuch, mit einer gen unbe- epaltigen Anspannung, die deutsche Front zurückzuwerfen oder zu ger Bil, uihbrechen, hat sich noch an keiner Stelle deutlicher markiert. in bevor e sind denn auch auf der einen wie auf der anderen ung Ver, ele nur kleine wesenlose Erfolge erzielt worden. Hier ein 0 zclitzengraben, manchmal nur von 50 Meter Länge, dort ein ojgeriche⸗ Hizel, einmal ein Gehöft, im günstigsten Falle ein ganzes Dorf: u ind d a5 waren die Ergebnisse, die man uns mitgeteilt hat. Und sie den, wie gesagt, vom Gegner oft genug bestritten. Oder wenn Itiedtit eine westlich einer Stadt Fortschritte gemacht haben wollte, 5 te uns der andere verkünden, daß östlich dieser Stadt die 31. Jen ublichen Angriffe zusammengebrochen seien. Am wenigsten Wert * natürlich die französischen Mitteilungen, wonach die deutsche llerie bald hier, bald da durch die überlegene Wirkung der en Batterien schwer gelitten haben oder zum Schweigen ge⸗ —— t worden sei. Sie hat offenbar geschwiegen, weil sie nicht noch rechner in Munition unnütz verknallen, sondern nur dort scharf ein⸗ cb Heuset r sen wollte, wo feindliches Fußvolk zum Sturm vorging. Mau 5 eshießt eben einige Schüsse, um zu zeigen, daß man noch da ist — Maufpaßt; dann geht man zufrieden zum Frühstück oder Abend⸗ hen in die Unterstände zurück.. 1 Immerhin haben sich einige Punkte in der langen. Front päter 18gestellt, wo die Franzosen hartnäckig und Tag für Tag an⸗ griffen haben, und man mag dem vielleicht eine sumptomatische 4 Miutung beimessen. Das ist zunächst natürlich am Meeres⸗ wache en d und in seiner Nähe unnötig, auseinanderzusetzen, daß die her Auhündeten ein besonderes Interesse an Fortschritten in jener ö Mind haben. 25 1 5 Hosser Den Engländern fiele mehr als ein Stein von der Seele, uf die Deutschen nicht mehr in Ostende und Zeebrügge wären. cles henn sind die Franzosen ziemlich scharf in der Umgebung von 1 sons vorgegangen, bisher ohne jeden Erfolg. Am heftigsten nne i zähesten aber versuchten sie zwischen Reims und dem Argonnen⸗ iger e mit wechselndem Erfolg vorzudringen. Neutrale Beurteiler el u daraus den Schluß gezogen, daß Joffre hier den her wachen Druck der deutschen Linie suche und mit neu⸗ a kamelten Kräften in der Richtung auf Bethel(35 Kilometer 1 Adsstlich Reims), weiterhin etwa gegen die Linie Mezisres 10 ien durchstoßen solle. Die Zukunft wird zeigen, ob die Annahme 1(tg war. Schließlich sind die Franzosen nach wie vor im Ober⸗ 41 aß fehr rührig. Sie suchen die Stellung, die sie im Ge⸗ ne! i um Thann behauptet haben, nach der Ebene hin auf Mül⸗ * a 1 3 V lände der 44 asen auszudehnen. Ob sie damit nur das Vorgelände d ng Belfort erweitern wollen, oder tatsächlich noch weiter⸗ . eien de Pläne verfolgen, läßt sich gleichfalls noch nicht übersehen. 1 2bHeutsche Heeresleitung aber 1 beiden Gebieten sicher schon Ihe Aufmerksamkeit zugewendet haben. 3 a 5 Beli blefel Gelegenheit mag es interessant sein, einen Blick auf Husammensetzung des feindlichen. zu werfen, wie sie von eee eit alen Zeitungen angegeben wird.„ 275 u Der linke Flügel 1 verbündeten Streitkräfte soll hiernach ae. de dem gemeinsamen Vefehl des Generals Foch stehen. Er 1 Ig wei französische Armeen, Castelnau und Maudhun, sowie 65 nent. der unter sich, dann folgen die Engländer unter French, 110 115 ind zurzeit anscheinend bereits in zwei Armeen geteilt un N n en einschließlich der Inder sechs Armeekorps. Demnächst 1 0 leihe nach die Armeen von Maunury, Cars de Langle, e.) Der Verfasser ist der frühere Oberst Gädke, ein 5 Ur. lamer und angesehener Militärschriftsteller. Wir werden 1 10 e Feder regelmäßig zusammenfassende Berichte über den (bod des Weltkriegs bringen. Franchet d'Esperey, Dubail, Sarwail, Pütey(dieser im Elsaß). Nimmt man die französischen Armeen nach der Normalgliederung zu je vier Armeekorps, so kämen wir nach jenen Quellen auf eine Gesamtstärke des französischen Feldheeres von höchstens 39 Armee⸗ korps oder rund 1800 000 Mann. Nachprüfen lassen sich jene An⸗ gaben natürlich nicht. Vollständiger als im Westen ist die Waffenruhe im Osten. Nachdem wir den Unterlauf der Bsura an einzelnen Stellen über⸗ schritten und weiterhin von der Raska bis an und über die Sucha vorgedrungen waren, ist unsere Offensive dort vorläufig zum Still⸗ Die Russen ihrerseits sollen sogar zum Angriff stand gekommen. übergegangen sein. Nach anderen Quellen haben sie allerdings die Garde aus der Gefechtslinie zurückziehen und durch vier Reservedivisionen ersetzen müssen. An der Pillza und Nida fanden in den letzten Tagen fast ausschließlich Geschützkämpfe statt. Die Gegner stehen sich hier, wie auf dem westlichen Kriegsschauplatze, stark verschanzt gegenüber. In West⸗Galizien aber ist es der sehr entschlossenen und stark überlegenen russischen Offensive nicht geglückt, über den Abschnitt des unteren Dunajee und der stark verschneiten Karpathenkämme vorzudringen. Der Still⸗ stand scheint hier vorläufig ein vollständiger zu sein, nur über den Uteck⸗Paß im Quellgebiet der Ungflusses und weiter östlich fanden noch einige Angriffsversuche statt. Wie stark die hier vorgehenden russischen Kräfte sind, ist nicht bekannt. Dagegen scheint die Be⸗ lagerungsarmee gegen das tapfer verteidigte Przemysl zugunsten des Feldbeeres so geschwächt zu sein, daß die Festung nur noch ein⸗ geschlossen ist. Es besteht also begründete Hoffnung, daß sie sich noch lange wird halten können. 8 Sobald das Wetter günstiger wird, darf man wohl erwarten, daß der bisher so glückliche deutsche Angriff auf den russischen rechten Flügel mit aller Kraft von neuem einsetzen wird. Im Süden der verbündeten Donaumonarchie wird nach neutralen Zeitungen ein neuer Angriff auf Serbien vor⸗ bereitet. Auf alle Fälle haben sich die serbischen Streitkräfte als nicht stark oder wagemutig genug erwiesen, um ihrerseits in Oester⸗ reich einzufallen. Es scheint, als ob sie sich auf die Verteidigung des Heimatlandes beschränken wollten oder müßten. Ueber den Kaukasus lauten die Nachrichten derart wider⸗ sprechend, daß man sich ein klares Bild über die dortige Lage nicht machen kann. In jedem Fall handelt es sich um einen Neben⸗ kriegsschauplatz. In Aegypten sollen 125 000 Mann englischer indischer und australischer Truppen festgehalten sein, eine immer⸗ hin für uns erfreuliche Folge der türkischen Kriegserklärung. Zum Schluß mag es interessant sein, aus französischen Quellen die bisherigen Gesamtverluste der Franzosen und Russen zu hören. Danach sollen die letzteren an Toten Verwundeten und Gefangenen einen Abgang von 1650 000 Mann erlitten haben, die Franzosen aber von 1200000 Mann. Rechnet man hinzu den englischen und den belgischen Verlust mit je 125000 Mann, so ergibt das die hohe Zahl von 3 100 000 Köpfen. Natürlich darf man nicht etwa an⸗ nehmen, daß die feindlichen Heere um ebensoviel bereits dauernd geschwächt seien. Ein erheblicher Teil der Verwundeten ist zweifel— los schon wieder in die Reihen zurückgetreten. Bei den Franzosen wird letztere Zahl auf 250000 Mann angegeben, andererseits sollen bei ihnen 498 000 Kranke und Verwundete die Spitäler gefüllt haben. Kaum nötig hinzuzufügen, daß wir keine Mittel haben, die Richtigkeit dieser Angaben zu erhärten. Aber die Quellen selbst, aus denen sie stammen, sprechen dafür, daß sie eher zu niedrig als zu hoch bemessen sind. Frankreichs zweites Heer. Die französische Regierung hat mitgeteilt, daß sie ein zweites Heer in Bereitschaft setzen werde. Ein militärischer Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung untersucht nun die Frage, wie groß und welcher Art dieses neue Heer sein werde. Er schreibt:„Schon bisher ist in Frankreich von hundert Männern im militärischen Alter der größte Teil eingezogen worden. Der Prozentsatz betrug im allgemeinen 78—82 vom Hundert. Es gab sogar Jahre, in denen er höher war, während andere Jahre wieder dahinter zurück— blieben. Kimmt man noch an, daß von den Nichtausge— hobenen, die sicherlich nicht gesund waren, ein Teil verstorben ist und ein anderer Teil selbst den geringsten Anforderungen nicht genügt, dann bleiben auf 100 Mann nur noch sehe wenig übrig.... Dann sind die beiden Jahrgänge 1916 und 1917 zu erwähnen. Der Jahrgang 1916 ist 220 000 Mann stark. Der Jahrgang 1917 ist, wie auf Grund einer statisti⸗ schen Geburtenübersicht des Jahres 1897 festgestellt werden kann, geringer. Während das Jahr 1896 rund 834 000 Ge⸗ burten aufzuweisen hatte, hat das Jahr 1897 nur 821000 Geburten gehabt. Zieht man davon die Anzahl der Mäd- chen und die Verstorbenen ab, so ergibt sich, daß der Jahr⸗ gang rund 300 000 junge Leute umfaßt. Davon müssen als bereits im Heeresdienst befindliche Freiwillige, als Feld— dienstuntaugliche und als zu Schwache 90 000 abgezogen werden. Es bleiben demgemäß 210000 Mann übrig, die bei ihrer Jugend kein erfreuliches Soldatenmaterial sind. Man wird hoch rechnen, wenn man die gesamte zweite Armee auf 400450 000 Mann veranschlagt.“ Kälte und Sturm. Die Tagesberichte aller Kriegsparteien lassen in den wenfgen Worten, die sie gelegentlich über die Unbilden des rauhen und nassen Wetters aussprechen, nur schwer erkennen, welchen furchtbaren Strapazen die Soldaten durch Frost und Wind ausgesetzt sind. Folgende Tatsachen, die wir der Kraug⸗Ztg. entnehmen, lassen er⸗ lositionskrieg. raten, wie groß die Ausfälle sein mögen, die allein die Eng⸗ länder bisher schon dadurch erlitten haben. Es heißt dort: Die Kälte und der Frost an der Front fordern beinahe ebensoviele Opfer wie die deutschen Geschosse. Offiziere, die krank von der Front zurückgekehrt sind, erzählten, daß augenblicklich über 1500 englische Soldaten in Boulogne und Umgegend liegen, die alle an erfrorenen Füßen leiden. Ueber tausend von ihnen mußten ein oder beide Beine amputiert werden, und besonders er⸗ schwerend fällt es ins Gewicht, weil bei den vielen verwundeten Sol⸗ daten ein vollständiger Nervenzusammenbruch jeden Versuch zur Heilung zunichte macht. Die großen Verluste, die die englische Armee durch diese vielen Amputationen gehabt hat, haben die englische Front mehr verdünnt als alle Kugeln und Schrapnelle. Hauptmann Ballyntyne vom Territorial⸗Bataillon der Royal⸗Scots, der jetzt im Lady Islingston Hospital in Mayfair liegt, erzählte folgendes:„Von dem Augenblick an, wo ich vor drei Wochen an der Front ankam, bis gestern Abend, wo ich im Hospital eingeliefert wurde, bin ich nicht ein einziges Mal warm geworden, so fürchterlich hat uns die Kälte zugesetzt.“ 8 g Eine Mahnung zur Menschlichkeit. Die sozialistische Humanits erhebt nach einem Tele⸗ gramm der Frankf. Ztg. Widerspruch dagegen, daß die französische Regierung Repressalien gegen die deutschen Kriegsgefangenen anwende. Eine der⸗ artige Folterpraxis sei Frankreichs unwürdig. Die Seeschlacht bei„Mühlhausen“. 5 Amsterdam, 13. Jan.(Ctr. Frkft.) Das Vaterland veröffent⸗ licht folgende Mitteilung ihres Korrespondenten aus Buenos Aires: Dieser Tage brachte das portugiesische Blatt der brastlia⸗ nischen Stadt Corumba folgendes Telegramm: Eine große Seeschlacht zwischen der deutschen und englischen Flotte fand bei Mülhausen() statt. Die Deutschen wurden total ge⸗ schlagen; sie verloren 36000 Mann und die Engländer nahmen ihnen 96 Kriegsschiffe ab. 5 Russische Jude verfolgung in Polen. Im Joraelit veröffentlicht der zur Zeit im Felde stehende Rabbiner Dr. Arthur Levy aus Lodz einen offenen Brief an The American Hebrew in Newyork, das eine— wohl von Zangwill und Genossen stammende— die russischen„Kulturtaten“ in Radom ab⸗ schwächende Mitteilung gebracht hatte. Er gibt darin eine Zusam⸗ menstellung russischer Greuel, aus der wir folgendes ent⸗ nehmen: Die Russen haben in Radom drei unschuldige Juden ohne Gericht und ohne Urteil aufgehängt. Die Pogrome früherer Zeiten sind ein Nichts gegen die rasende Vernichtung jüdischer Häuser und jüdischen Lebens, die mit dem russischen Heere sich durch ganz Polen wälzt, mit ihm vorwärts, utit ihm rückwärts geht und es begleitet wie ein drohender Schatten. In mehr als 215 Ortschaften wurde bisher progromiert, und es ist kein Ende dieses Schreckens abzusehen. 5 In Staschew wurden am Jaum Kippur 11 Juden in der Synagoge aufgehängt. In Klodowa wurden zwei der ange⸗ sahensten Juden an einem Freitag Abend am Balkon des eigenen Hauses aufgeknüpft, nachdem die Frau des einen selber die Stricke hatte herbeiholen müssen. 24 Stunden mußten die Leichen hängen bleiben, und die Juden der Nachbarschaft durften die Fensterläden nicht schließen, damit sie sich nicht dem entsetzlichen An⸗ blick entzögen. Auf die Brust hatte man den Getöteten einen Zettel mit der Aufschrift geheftet: Gehängt, weil sie ein Dreirubel⸗ st ück nicht wechseln wollten. In Schidlowice haben sich füdische Mädchen in den Pilizer Teich geworfen, weil sie geschändet worden waren und diese Schmach nicht durchs Leben tragen wollten. Aus Zyrardow, Pruschkow, Bialobrzeg, Iwan⸗ gorod, Grodzisk, Skiernewice und vielen anderen Orten wurden sämtliche Juden fortgejagt. In Skiernewice traf sie der Ausweisungsbefehl am Freitag Abend, als sie gerade die Sabbatlichter angezündet hatten. Und so gingen die tausend Skierne⸗ wicer Juden aus ihren Häusern und zogem der Rabbiner an ihrer Spitze, hinaus ins Dunkle der Nacht. Die Grodzisker Juden woll⸗ ten sich nach Warschau wenden und baten durch eine Deputation um Erlaubnis. Der General hieß sie nach dem linken Weichselufer gehen, und da sie ihm antworteten, das wäre dasselbe wie in die Weichsel gehen, meinte er zynisch: das wäre das allerbeste. In Lowyz wurden zwei junge Juden wegen angeb⸗ licher Spionage, nach vorheriger Verstümmelung des einen, auf⸗ gehängt; dasselbe Los wurde einem angesehenen Getreidehänd⸗ ler zuteil, weil er— vor dem Kriege— nach Deutschland Geschäfte gemacht hatte. 5 In Bechawa(ubliner Gouv.) wurden im Oktober 78 Juden an einem Tag wegen„Spionage“ aufgehängt. In Kramostaw(Lubliner Gouv.) wurden viele Häuser eingeäschert, die Juden(200 Familien) zum großen Teil mit Frauen und Kindern vernichtet. In Lodz sind 15000 Kleinhändler ihrer Habe beraubt und zu Bettlern gemacht worden. In Zdunska Wola wurden sämtliche Frauen und Mädchen geschändet; selbst eine Wöchnerin am dritten Tage ihrer Niederkunft, und Kinder von sechs und fünf Jahren blieben nicht ver⸗ schont. Eine Frau, deren Mann im Krieg war, starb an den Folgen einer Vergewaltigung. Die Verge altigung der Neutralen. Kristiania, 13. Jan.(Ctr. Frkft.) Zum zweiten Male ist der der staatlich subventionierten norwegischen Amerika⸗ Linie gehörende Dampfer„Bergensfjord“, wie bestimmt angenom⸗ men wird, von den Engländern aufgebracht worden. Der Dampfer wurde gestern in Bergen erwartet, kam aber nicht und sett Montag Morgen 9 Uhr liegt keine Meldung von ihm vor. Leiter der Linie erklärt offiziell, er nehme an, daß der Dampfer zur Untersuchung nach Kirkwall gebracht worden sei. Der Dampfer hat mehrere tausend Tonnen Lebensmittel au Bord. Für die Waren, die auf der englischen Konterbandeliste stehen, hat die norwegische Regierung die nötige Gavantieerklärung abgegeben. Das Auf⸗ bringen des Schiffes erscheint daher merkwürdig. In dem norwegischen Regierungsbericht über den Zustand des Handes wird Ab bestätigt, daß die englische Regie⸗ rung zwei Panzerschiffe, die Norwegen in England be⸗ stellt hatte, mit Beschlag belegt hat. Neutrales aus Amerika. In dem Brief eines in Newyork lebenden Deutschen, den das Hamb. Fremdenbl. veröffentlicht, heißt es:„.. Hoffent⸗ lich geht Deutschland als Sieger aus dem furchtbaren Ringen hervor, und zwar recht bald, bevor all das Kriegsmaterial fertig ist, das hier für die Alliierten gebaut wird. Die Neu⸗ tralität unserer demokratischen Regierung ist eine Schande für die ganze Nation. Für viele hundert Millionen Dollar werden hier Getreide, Schuhe, Wollsachen, Pferde, Gewehre und Munition an die Engländer und Franzosen verkauft. Schwab(der Leiter der Carnegie-Werke) allein hat Aufträge für über hundert Millionen Dollar für Unterseeboote und anderes Kriegsmaterial. Allerdings darf er sie nicht hier bauen, aber mit amerikanischem Geld und Arbeitern in Kanada. Wenn aber ein Schiff mit Petroleum geladen wird für Deutschland, darf es nicht abfahren, und was hilft da alles Protestieren der hiesigen Deutschen und Irländer, die fast alle auf Seite Deutschlands sind. Unser einziger Trost ist, daß wir es die Herren bei der nächsten Wahl fühlen lassen und daß Deutschland nach dem Krieg die Gesellschaft so be⸗ handelt wie sie es verdient.“ Die Ueberlebenden vom Falklands⸗Seekampf Berlin, 13. Jan.(Ctr. Bln.) Im Reichsmarineamt ist jetzt die Liste der Geretteten von unserem ostastatischen Kreuzergeschwader, das bes den Falklands⸗Inseln vernichtet wurde, einge⸗ troffen. Danach wurde von dem Flaggschiff„Scharnhorst“ nie⸗ mand gerettet. Von dem Panzerkreuzer„Gneisenau“ sind ge⸗ rettet 17 Offiziere und 171 Deckoffiiere, Unteroffiziere und Mann⸗ schaften: von dem Kleinen Kreuzer„Nürnberg“: kein Offigier, 7 Unteroffiziere und Mannschaften, von dem Kleinen Kreuzer„Leip⸗ zig“: 4 Offiziere und 15 Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mamm⸗ schaften. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich die Zahl der Geretteten um den einen oder anderen noch vermehrt. Von den beiden Begleit⸗ schiffen des Geschwaders, der„Baden“ und der„Santa Isabella“, 15 die gesamten Besatzungen gerettet; die Namen liegen jedoch noch nicht vor. Tagung des imternationalen Friedensbureaus. Bern, 13. Jan.(Ctr. Frkft.) Der Ausschuß des inter. nationalen Friedensbureaus hielt hier eine Tagung ab, auf der fast alle neutralen und kriegführenden Staaten vertreten waren. In einem Arbeitsprogramm wurden die Grund— sätze festgelgt, auf denen sich nach der Auffassung der Pazifisten der zukünftige Friede gründen müsse, wenn er von Dauer sein solle. Alle Friedensvereine wurden eingeladen, dieses Programm zu unterstützen. Alle internationalen Organisationen sowie die Intellektuellen aller Länder werden ebenfalls um ihre Mitarbeit ersucht. Diese Kundgebungen sollen unverzüglich veröffentlicht werden. Ein Vorschlag, den Bundesrat einzuladen, die Initiative zu einer Friedens intervention der Neutralen zu ergreifen, wurde verschoben. Generalstreik in Horkshire! Die Morning Post meldet, daß eine Versammlung der Berg⸗ arbeiter der 7717775 von Porkshire einstimmig beschlossen habe, zum Generalstreik zu schreiten, wenn nicht eine be⸗ stimmte Lohnerhöhung, die allen zugestanden worden war, eingeführt würde. Ungefähr 50 000 Mann würden alsdann in den Streik ein⸗ treten. Ein Beschluß darüber wird in den nächsten Tagen gefaßt werden. Ein Interview mit Vandervelde veröffentlicht der frühere Londoner Korrespondent einiger deutscher Parteiblätter, M. Beer, im Daily Chronicle. Vandervelde, der bekanntlich Vorsitzender des Internationalen Sozialistischen Bureaus war, sagte da u. a.: „Die durch den Krieg geschaffene Lage ist voll der größten Schwierigkeiten; der sicherste Weg für uns ist, nach bestem Wissen und Können der Sache der natio⸗ Freiheit gerecht zu werden. So werden wir auch den Inter⸗ essen des internationalen Sozialismus dienen. Ich glaube, daß dieser Krieg zu einer internationalen Schlichtung führen wird, die den nationalen Eifersüchteleien und Bedrückungen ein Ende machen und damit der gegenseitigen Achtung und freien Entwicklung der Völker den Weg ebnen wird. Das ist wenigstens der Wunsch und der Leitstern der demokratischen Elemente im Dreiverband.“ Ueber die voraussichtlichen Wirkungen des Krieges auf den Sozialismus äußerte sich Vandervelde folgender⸗ maßen:„Die Frage ist schwer zu beantworten. Soweit Belgien in Betracht kommt, bin ich sicher, daß wir vorwärts⸗ gehen werden. Die kräftige Verteidigung, die unsere Ar⸗ beiter und Sozialisten geleistet haben, hat sehr viele Vor⸗ urteile gegen den Sozialismus entwaffnet. Selbst die Konservativen unter den Belgiern mußten jetzt einsehen, daß Sozialismus nicht gleichbedeutend mit Landesverrat ist. Ich sprach in den Schützengräben zu unseren Soldaten und forderte sie auf, ihre Pflicht als Sozialisten wie als Bürger zu tun, als Kämpfer für die soziale Gerechtigkeit und die nationale Freiheit. Und wenn das Resultat des Krieges die Diskreditierung des Militaris⸗ mus sein wird, dann wird er sicherlich eines der Hindernisse weggeräumt haben, die dem sozialistischen Fortschritt im Wege stehen.“ Schwedisches Verbot für Waffenschmuggel nach Rußland. Das in nuher Berührung mit offiziellen Kreisen stehende Stock⸗ holmer Dagblad erfährt nach der Frankft. Zig. daß die schwedische Regierung den von russischer Seite geplanten Waffenschmuggel über Narwik, Boden und Karungi nicht zulassen wird. In diesem Sinne ist eine vom 9. Jannar datierte Verordnung erlassen worden, die unter Berufung auf das Ausfuhrverbot vom 22. August und vom 9. Oktober 1914 nun auch die Durchfuhr von fertigem, wie unbear⸗ beitetem Kriegsmaterial und anderen zu Kriegszwecken dienlichen Gegenständen, wie Motorräder, untersagt. Diese energische Maß⸗ nahme erweckt in allen schwedischen Kreisen Zufriedenheit, weil man in ihr das Bestreben der Regierung erkennt, sich ernsthaft für ihre Neutralitätspolitik einzusetzen. Ein kräftiges Wort. Der Vorsitzende des Staats⸗ und Gemeindearbeiter-Ver⸗ bandes, Genosse Heckmann, schreibt irgendwo aus dem Westen vom Schützengraben her an den Redakteur des Verbands⸗ organs: „Deinen im Schreiben vom 9. 12. 14 entwickelten Ansichten kann ich mich im allgemeinen anschließen, besonders die Not⸗ wendigkeit der Bewilligung der Kriegskredite scheint mir schlagend dargetan. Was mich aber ein wenig wundert, ist die Tatsache, daß Ihr Euch mit solchen Beweisen überhaupt abquälen müßt! Vielleicht denken und empfinden wir, die wir im Felde stehen, eim wenig anders als ge⸗ wisse Maulhelden und Prahlhänse, die mit fein geputzten Stiefeln daheim hinter dem Schreibtisch fitzen und das Bedürfnis empfinden, der staunenden Mit⸗ und Nachwelt ihre verschrobenen Ideen mit großartiger Pose vorzutragen, damit ihre werte Person Ia icht vergessen werde. Gewiß haben wir den Krieg icht gewollt, aber nun er eimnal gegen unseren Wil⸗ en daist, können wir nicht mit den Händen in den Hosen⸗ taschen zufehen, als ob uns die Sache nichts anginge, son⸗ dern wir müssen alles tun, um in dem uns aufgezwungenen Kampf Sieger zu bleiben! Wer das unsägliche Elend der Be⸗ völkerung in den Gebieten kennt, in denen der Krieg tobt (von dem oft unersetzlichen Verlust materieller Güter ganz abge⸗ sehen), der bedarf keiner weiteren Gründe mehr für die Be⸗ willigung der Kriegskredite, denn er müßte ein Narr sein oder noch Schlimmeres, wenn er nicht alles auf⸗ böte, die Schrecken des Krieges möglichst von unseren Grenzen fernzuhalten. Schließlich steht das Wohler⸗ gehen umseres eigenen Volkes und damit auch der Ar⸗ beiter höher als die Träume unverbesserlicher Träumer. Vielleicht setzen wir uns nach dem Kriege einmal mit den Leutey auseinander, jetzt wäre das unnötige Zeitverschwendung.“ 5 Es ist unsere feste Ueberzeugung, daß so ähnlich die drei— viertelmillion organisierten Parteigenossen denken, die im Schützengraben liegen. Sie sehnen den Frieden herbei, wie übrigens alle Kriegsteilnehmer, sie leiden schwer unter den Strapazen und Entbehrungen des Feldzuges, besonders jetzt n n U durch die Bilder des Grauens und der Verwüstung, die Krieg und besonders den gegenwärtigen Maschinenkrieg gleiten, aber es ist ihnen selbstverständlich, daß Deutschland geschlossen zusammenhalten muß, bis die Gefahr, die der Krieg über alle Glieder des deutschen Volkes, namentlich auch über die Arbeiter bringt, abgewendet ist. Möge diese An schauungsweise von denen, die es angeht, gewissenhaft b achtet werden! Was der Jugend fehlt. 1 Wir lesen in unserem Kölner Parteiblatt, der Rheinischen Zeitung: 1 „In einer großen rheimsschen Stadt wurde die seit einggen Wochen übende neue Jugendwehr an einem Sonntag im Dezem⸗ ber zu einer Besichtigung befohlen. An der Spitze eines Stabes von Offizieren ließ sich ein General die Leistungen der Jung⸗ mammschaften vorführen. Beim Abschreiten der Front fielen il eine Anzahl körperlich noch unentwickelter junger Leute auf, ihm noch nicht das vorgeschribene Mindestalter(16. Lebensjahr zu haben schienen. Der General war etwas erstaunt, als er er- fuhr, daß sie alle das 16. Lebensjahr schon vollendet hätten. Er wandte sich an seine Umgebung mit den Worten:„Sehen Sie, meine Herren, das sind die Ergebnisse unserer heutigen Schulen und der langen Arbeitszeit in den Bureaus, den Kontoren, den Werkstätten, den Fabriken. Die jungen Leute werden im Wachs⸗ tum gehindert.“ 1 9 Wir freuen uns, Sr. Exzellenzz vollkommen zustimmen zu können. Wir unterschätzen den Wert der körperlichen Aus⸗ bildung der Jugend durch Turnen und andere Uebungen keineswegs. Aber wer die Großstadtjugend vor geistiger und körperlicher Verkümmerung bewahren will, muß dafür sorgen, daß nicht die 14jährigen eine nahezu ebenso lange Arbeitszeit bekommen wie die Erwachsenen, sondern jeden Tag ausgiebig weiteren wissenschaftlichen und beruflichen Unterricht und körperliche Ausbildung erfahren. Das kann natürlich nur bei einer weitgehenden Herabsetzung der Ar⸗ beitszeit der Jugendlichen durchgeführt werden. Wir sind überzeugt, daß jeder, der sich ein Jahr lang ernsthaft der Jugendpflege widmet, zu dieser Einsicht kommen muß, die z. B. auch von dem ganz rechtsstehenden Richard Nor d⸗ hausen vertreten wird. Hoffentlich helfen nach dem Frieden gerade die Militärs mit, das durchzusetzen, was zur Erhaltung der deutschen Wehrkraft unerläßlich ist. i Die Cholera in Deutschland erloschen. Die Cholera ist im neuen Jahre bei der einheimischen Bevöl⸗ kerung vollständig erloschen. In der Woche vom 3. bis 9. Januar sind nach einer Mitteilung des Kaiserlichen Gesundheitsamts in Rosonberg im Regierungsbezirk Oppeln eine Erkrankung bei einem österreichischen Militärarbeiter umd eine Erkrankung in Torgau im Regierungsbezirk Merseburg bei einem deutschen Soldaten fest⸗ gestellt worden, der in einem Lazarett eingeliefert worden war. Außerdem sind einige Cholergerkrankungen unter russischen Krie gefangenen in den Regierungsbezirken Marienwerder, Stettin, Kös⸗ lin, Bromberg, Oppeln, Merseburg und Hannover in den Gefange⸗ nenlagern vorgekommen g Wichtiger Fortschritt im Westen. Der Nieuwe Rotterdamsche Courant führt in einer Uebersicht über die militärische Lage aus, daß die Deutschen, salienist Wege er Etwas Hen soll. gellen e hishe retet nachdem sie in den Argonnen die Römerstraße erreicht haben, k 90 neben den Erfolgen von Soissons einen wichtigen Fort⸗ mmen, schritt zu verzeichnen haben. Die Zeitung kommt nach Langen einer militärischen Erörterung zu dem Schluß, daß die duch Dei Deutschen zwischen Aisne und Aire einen Keil von zirka 10 Kilometern in die französische Front getrieben haben Aus und der Kreis um Verdun damit bis zur Hälfte geschlossen ite sei, während südlich von St. Mihiel die nördliche Krümmung Saat u in der französischen Front von den Deutschen abgeflacht wor⸗ den sei. Englisch⸗französische Abwehr. g Die Tijd meldet aus Sluis, daß in den letzten Wochen in aller Stille größere englische Truppenmassen in den französischen Küstenstädten gelandet und nach der Küste transportiert wurden. In London wird ein Spezialkorps zur Abwehr von Luftangriffen organisiert. Bis jetzt sollen diesem Korps 800 Offiziere und 1 0 Mannschaften einverleibt worden sein. 9 Auf burden fr 3 t 0 b d unr ungehör Etr.⸗G.⸗ nalen und internationalen Gerechtigkeit und sin den tropfenden Unterständen, ihre Seele ist schmerzbewegt Die französische Armee hat nach neueren Angaben seit 1 0 2— graz billig und recht, wenn du Ersatz begehrst, nehme also das Ge-] Glaubens sind, in einigen Stunden alles umsonst haben zu 1 9 Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mugge. 159 Es ist eine Schande!“ rief einer der Kaufleute, der eben hereintrat,„ein solcher Tag ist noch nicht dagewesen. Ist das ein Markt, wo man kein Schreien, kein Lachen, keine Lustig⸗ keit und keine Betrunkenen hört und sieht, wenn es Mittag werden will? Im vorigen Jahre lagen sie an der Kirche dort in ganzen Reihen. Die Geiker saßen im Kreise, brüllten, bis sie umfielen und fortgeschleppt wurden, und mancher von den armen Inselleuten und Kolonisten kaufte ein fettes Tier für einen Spezies, einen Pelz für die Hälfte, eine Mütze für acht Schillinge und ein paar prächtige Komager für einen frischen Schluck. Heut stehen die Schufte und grinsen uns an, ver— schlingen unsere Waren mit den Augen, als wollten sie dam't fortfliegen, mögen aber selbst nichts hergeben, denn für bares Geld und hohen Preis. Ich kann es den Männern nicht verdenken, die in ihrer Wut über ein Paar der höhnen— 105 Schelme hergefallen sind und sie ordentlich abgedroschen haben.“ Jetzt trat auch Helgestad herein, aber der grimmige große Mann hatte mehr Hohn in seinem Gesicht als Aerger— „Ist richtig kalkuliert,“ sagte er,„wird uns aber nichts helfen. Sind verstockte Geschöpfe, die auch durch Prügel nichts besser werden. Müssen Geduld haben mit ihnen, wer— den zum Einsehen kommen, ehe es Abend wird. Geht jetzt hinaus ihr Mädchen,“ fuhr er fort, indem er sich zu der Ge— sellschaft wandte.„Helft den Markt lebendig machen und begleitet Ilda, die Paul Petersen erwartet. Will ihr ein Hochzeitsgeschenk kaufen, das beste, was er finden kann. Helft suchen, wo das schönste Mäntelchen von Federn zu haben ist. Trefft vielleicht den lustigen Mortuno, hat der Schelin sonst immer gute Sachen.“— Er legte auf Hannas Schulter eine seiner mächtigen Hände und grinste sie an.„Bist wire im Sinn,“ rief er,„weil dein Schatz ausbleibt? Sollst dich schenk auf mich. Wähle, was du willst, kaufe, was dein Herz begehrt, komm dann und hole Geld und laß es nicht wenig sein. Bist Niels Helgestads Schwiegerkind, muß Ilda selbst dir weichen.“ Das Erstaunen war nicht gering, als der genaue Han⸗ delsmann trotz des schlechten Marktes zu möglichst vielem Geldausgaben aufforderte. Aber er war ja der Reichste im Lande, und Fandrems Tochter brachte ihm gefüllte Kasten in sein gefülltes Haus.— Die jungen Mädchen beneideten ihre Freundinnen um das Glück, das Teuerste und Beste ohne Beschränkung wählen zu können, und weil das Wetter besser geworden war, liefen sie hinaus, nach dem Prächtigsten zu suchen. Helgestad blieb an der Tür stehen und blickte von dort in seine Warenzelte, wo seine Schaffner vergebens Käufer an— riefen. Ein paarmal ging er auf und ab, stampfte heftig auf und bekämpfte seine Ungeduld, bis Paul Petersen herein— trat, der lustig lachte und nach Ilda fragte. „Ist eben gegangen, dich aufzusuchen“, sagte Helgestad. „Wart einen Augenblick, Paul. Bin doch in Sorgen um die Dinge, die da kommen sollen; wollte, Björnarne wäre hier, wollte, hätten den Höllenkerl erst beim Leibe. Bin in Zweifel, ob er in dein Netz läuft.“ „Seid doch ohne Sorge“, erwiderte der Schreiber.„Wes⸗ halb warten die Lappen und stecken die Köpfe zusammen? Sie warten auf ihn und denken, daß der Tanz dann losgehen soll. Alles, was ich erfahren habe, stimmt damit überein, daß sie von allen Seiten gekommen sind, um ihre Klagen vor den Vogt zu bringen. Afraja und Mortuno samt ihren Helfers⸗ helsern haben seit Wochen in allen Gammen gearbeitet, um das furchtsame Gesindel auf die Beine zu bringen. Was es gefruchtet hat, seht Ihr. Die Weiber und Greise haben sie zuhause gelassen, ein paar tausend rüstige Burschen treiben sich hier umher; viele darunter möchten uns mit Vergnügen den Hals umdrehen und den Markt plündern. Daß sie nichts können.“— Helgestad grinste voll Hohn und Verachtung auf den Kirchplatz hinaus, aber Paul fuhr lächelnd fort:„Glaubt mir, damit wäre nicht zu spaßen, wenn Mortuno mit seiner 1 Bande kommen könnte und überhaupt nur ein paar mutvolle, ö den Tod verachtende Männer darunter wären.“ g 1 „Wirst mir niemals einreden wollen“, sagte der Kauf- mann,„daß Lappen uns auf offenem Markt angreifen 9 könnten.“ auß „Sie würden Euch noch ganz andere Dinge beweisen, an wenn wir es dazu kommen ließen. Doch die Umstände haben sich geändert. Mortuno schießt weder den Vogt von seinem 1 1 lud Stuhl noch den Sorenskriver oder Niels Helgestad vom 0 größten Warenballen. Ein anderer wagt das nicht.“. „Habt das Mädchen also an den Maursund geschafft?“ „Sie ist sicher aufgehoben.“ 1 „Waren wilde Nächte“, murmelte der Alte.„Wird kein Unglück geschehen sein?“ 1 „Wo soll Unglück herkommen? Was wir wollten, ist un? geglückt, und alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, um 0 nichts zu fürchten. Ueberlaßt mir alles. So wie wir den Vogel haben, soll er in einen guten Käfig. Er soll nicht einen Laut von sich geben, ich bürge dafür. Da liegt die Schalußpe a fertig, die ihn nach Tromsö bringt: wie ich winke, soll er am Bord sein. Und schon dauert es den Tölpeln zu lange, ehe ihr berühmter Meister erscheint“, fuhr er lachend fort. 1„ „Schon fangen sie an zu schachern und zu trinken. Kommt er 1 in der nächsten Stunde nicht, so haben sie ihn vergessen. Geht, 0 Schwiegervater, und seht nach Handel und Geschäft. Haben en wir den alten Burschen, so wollen wir Silber aus seinen 0 schlechten Streichen pressen, und dann habe ich Lust, Euch 1 einige andere Vorschläge zu machen.“ N 20 „Nuh!“ sagte Helgestad,„wirst aufrichtig sein?“ f „Aufrichtig wie ein Däne!“ rief Paul,„aber da ist Ildag Ich will zu ihr hin, seht, wie ihre Augen umhersuchen, um wen kann sie anders suchen als mich.“ 4 trösten, Mädchen, denke, er bleibt nicht lange. Ist jedoch kaufen, hat, so wahr ich lebe, den einzigen Grund, weil sie des (Fortsetzung folgt.) 0 stimme en Aus iebungg geistige 5 dafl ö so lang“ rn jeden ö rufliche Dos kal det J N Wir sh haft un muß W Noth, ich dee was zu 0 0 0 n. en Ben 9. Hane teamts f bei eim Torgen daten ih rden vn en Kr ettin, Ka 0 . Gefan 1 En. in Deutschen cht hab n Fort mmt nt daß l. von zich en hahe geschloßz 1 1 2 gtifst fizierr bird im Pariser Journal mit dem zussischen Niederlagen in Ostpreußen . Wien, 14. Jan. eldet len solle. 5 ellen erfolgen sollte, wäre Italien gezwungen, aus seiner 1. streng bewahrten Neutralität herauszu⸗ sreten. 0 ssentengruppen in Aussicht, Staat und für andere Zwecke in Anspruch genommen wird. siuß man fsugemutet wird tlaubt! buch deginn des Krieges über lestandes verloren. . Wa den masurischen Seen. e' Deutschen auf den masurischen Seen 1 8 z i epanzerte Motorboote als reger 1 95 i. Zusatz besproche ie D 1 16 59 75 Interesse daran, die wasarischen Seen an assterbar zu machen. Die engen Stellen zwischen dem Seen⸗ 60 Prozent ihres Pferde- febiet zusammen mit den Seenflächen felbst seien für eine Front 80 Werst eine fast uneinnehmbare Schranke. 3 Es tracht im Gebält! openhagen, 14. Jan.(T. U.) Hier si ialisti⸗ ch e Abgeordnete der e offen, denen es gelungen ist, über Schweden aus Rußland u ent ko mmen. Sie entgingen dadurch ihrer Verhaftung den Berichten der Flüchtlinge ist zu entehmen, daß bisher llein in Petersburg seit Kriegsausbruch über 2009 olitische Verhaftungen erfolgt sind und daß die fückbe förderung der Garderegimenter des aren aus Polen nach Petersburg zu dem ausgesprochenen zwecke des Schutzes des Kaiserhauses und der erzeitigen Regierung erfolgt ist. Die großen und Polen sind in zetersburg durch die Briefe der eingezogenen Soldaten be— annt geworden. Der Zar ist erkältet. Kopenhagen, 14. Jan.(T. U.) Aus zuverlässiger Quelle ver⸗ hutet, daß der Zar seit der Rückkehr von der e sch 450 5 Erkältung leidet und das Bett hüten muß. Infolge⸗ sessen sind die Neujahrsempfänge bedeutend eingeschränkt. Der Krieg im Orient. Die Kämpfe im Kaukasus. Amsterdam, 14. Jan.(T. U.) Der Daily Telegraph ieldet aus Petersburg: Den Kämpfen im Kaukasus wird ier die größte Bedeutung beigelegt, größere 2 i chtigkeit als irgend einem anderen Vorgang auf dem driegsschauplatz. Die türkische Armee kämpft helden⸗ aft um Sarykamischs Es erscheine unklar, wo die Ver⸗ kär kungen herkämen, vielleicht aus Erzerum. Auf eden Fall sind sie da. Die Türken haben eine gute Stellung une. Die Kämpfe dauern seit drei Tagen mit ununter⸗ rochener Kraft an. Aus Petersburg wird verschiedenen Blättern über London be⸗ 5 die türkische Vorhut in Täbris einge⸗ t. Italiens Neutralität gefährdet. (T. U.) Das offiziöse Wiener Fremdenblatt aus Konstantinopel: Nach sicheren Meldungen hat die stalienische Regierung in London und Paris auf deplomatischem Wege erklärt, daß sie nicht untätig bleiben könne, wenn twas gegen die Dardanellen unternommen wer⸗ Wenn nichtsdestoweniger eine Aktion gegen die Darda⸗ Den Engländern entwischt? An Bord eines italienischen Dampfers sind laut Berl. Tagebl. e Genua 200 deutsche Reservisten aus Spanien ange⸗ jommen, die den Nachstellungen der feindlichen Schiffe glücklich ent⸗ angen sind. Die Reservisten wurden von dem deutschen Konsul fach Deutschland weiter befördert. Bayrische Bierpreiserhöhung? Aus München läßt sich das Berl. Tagebl. melden, eine Bier⸗ reiserhöhung sei in Bayern nach den Angaben der Inter⸗ weil die Gerste hauptsächlich vom Ein Abtreibungsprozeß in Sicht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft beim Landgericht 1 Berlin urden Mittwoch vormittag mehrere Berliner Frauen⸗ rzte, zum Teil mit großen Namen, sowie mehrere verheiratete nd unverheiratete Frauen, die meist den besten Gesellschaftskreisen 6 und einige Hebammen wegen Verletzung des 8 218 und Nachbargebiete. essen a Gießen und Umgebung. — Gemeiner Schwindel. Es ist schon mehrfach in der 1 Presse die Rede von allerlei Schwindel gewesen, durch den lumme Defter schon wurde vor geprellt werden. solchen Betrügern gewarnt, die Dummen werden aber bekanntlich nicht alle. Nebenbei treiben eber auch noch Muckersekten ihr Wesen, die es vielleicht nicht n erster Linie auf finanziellen Gewinn, sondern mehr auf und abergläubische Menschen Sirnverkleisterung der Menschheit abgesehen haben, worin ahnehin schon von den verschiedensten Seiten und auf allen möglichen Gebieten Staunenswertes geleistet wird. Staunen nämlich darüber, was den Leuten alles zu glauben und was ein großer Teil auch wirklich Neben andern unheilvollen Folgen hat der Krieg die gehabt, daß bei manchen Leuten der gesund. Menschenverstand erschüttert oder etwas getrübt worden ist, 0 daß sie das unsinnigste Zeug glauben. Das machen sich atürlich die Schwindler zu Nutze. So wird uns aus dem Zogelsberg ein sogenannter„Himmelsbrief“ zugeschickt, mit em ein Schwindler in Berlin Dumme zu fangen sucht. Das Ding ist mit der Schreibmaschine geschrieben; es wird zunächst uf eine Notiz der Verliner Morgenpost vom 9. Dezember ingewiesen, nach welcher viele deutsche Soldaten„Himmels— briefe“ tragen,„die ihrem Träger Schild und Schutz gegen lle Fährnis des Leibes und der Seele bieten“.— Dann olgt dieses Reim⸗Gestotter: N „Kein Waffen kann verwunden— Kein Krankheit be⸗ allen,— Jed Gefahr und Not— Wunden und Not— Bird siegreich bestanden!— Heil und. gesund vom Unglück leibt der Träger des Himmelsbriefes.“ Zuletzt folgt die Hauptsache daß nämlich diese Himmelsbriefe gegen Ein⸗ endung von drei Mark und 30 Pfg. Nachnahme das Stück von H. L. Diegmann, Verlag, Pankow-Berlin. gersendet wird. Das ist also der Schwindler. Ob sich die Staatsanwaltschaft den Menschen nicht mal etwas genauer unsieht? ö Unsere Leser sollten, wo sie einem derartigen Schwindel Schaden bewahrt bleiben. Daß es heute noch solche gibt, daran trägt die Schule auch einen Teil der Schuld. — Offenhalten der Apotheken an Sonn⸗ und Feiertagen. Von nächsten Sonntag ab ist von 3 Uhr nachmittags an die Nacht hindurch nur noch eine Apotheke geöffnet, während früher alle nachts Rezepte anfertigten. Bis 3 Uhr nach⸗ mittags sind sämtliche geöffnet, welche den Nachtdienst hat, wird regelmäßig bekannt gegeben. Nächsten Sonntag ist es die Pelikan⸗ Apotheke. —— Veranstaltung im„Soldatenheim“. Uns wird ge⸗ schrieben: Im Gießener Soldatenheim(Café Ebel, Burggraben, Eingang von der Marktgasse aus) wird am nächsten Samstag, den 16. d. M., um 3½ Uhr eine Nach⸗ mittagsvorstellung stattfinden. Außer musikali⸗ schen Darbietungen werden ernste und heitere Dichtungen seitens der Herren Göttig und Holcker zum Vortrag kommen. Alle Verwundeten und Kranken der Gießener Lazarette, aber auch alle Angehörigen der Gießener Garni— son sind hierzu freundlich eingeladen. Kriegsauskunftsstelle für Arbeiter⸗ und Angestelltenversiche⸗ rung bei ber Landes versicherungsanstalt in Darmstadt. Wie schon vor einiger Zeit bekannt gegeben wurde, hat der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen in seinem Verwaltungs⸗ gebäude in Darmstadt, Wilhelminenstraße 34, eine Kriegsauskunfts⸗ stelle für Arbeiter⸗ und Angestelltenversicherung eingerichtet. Der Vorstand ist bereit, allen im Großherzogtum Hessen wohnenden Kriegsteilnehmern sowie deren Angehörigen und Hinterbliebenen kostenlos mündlich und schriftlich Auskunft in allen Angelegen⸗ heiten der Arbeiter⸗(RNranken⸗, Unfall⸗, Invaliden⸗ und Hinter⸗ bliebenenversicherung) und Angestelltenversicherung zu, erteilen. Schriftliche Anfragen wolle man an den Vorstand der Landesver⸗ sicherungsanstalt Großh. Hessen in Darmstadt, Wilhelminen⸗ straße 34, richten.— Wir machen auf diese Einrichtung, von der bereits sehr Gebrauch gemacht wird, wiederholt aufmerksam und empfehlen deren Benutzung. „— Die organisterten Bäcker und die Bäckereij⸗Verordnung. Die Bäcker⸗ und Konditoren⸗Zeitung, das Organ des Deutschen Bäckerverbandes, macht zu der Bäckerei⸗Verordnung längere Aus⸗ führungen. Aus diesen ist folgendes hervorzuheben: Die Bäcker hätten gewünscht, daß dieses Verbot der Nachtarbeit nicht so plötzlich gekommen wäre, sondern eine gewisse Uebergangszeit in die neuen Verhältnisse zugelassen worden wäre. Aber es scheint, daß die Reichsregierung dieses Verbot der Nachtarbeit zur Streckung der Getreidevorräte und dabei besonders des Weizens für unbedingt notwendig gehalten hat und damit erzielen will, daß der Verbrauch von kleinem Weißgebäck in der 0 ganz bedeutend eingeschränkt werden soll; daß ferner größeres Weizen⸗ gebäck(über 100 Gramm Gewicht) überhaupt nicht mehr herge⸗ stellt werden soll: und daß alles Roggenbrot erst 24 Stunden nach seiner Herstellung, also mindestens einen Tag alt, zum Verbrauche kommen soll. Durch das Verbot der Nachtarbeit gan abends 7 und morgens 7 Uhr) wird unzweifelhaft erreicht, daß die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung auf den Genuß des kleinen eiß⸗ gebäcks verzichten wird, denn wenn die Bevölkerung dasselbe nur in altem Zustande(abends hergestellt und am anderen Morgen zum Verkauf geboten) zum Genusse bekommen könnte, wird ste zum größten Teile auf diesen Genuß verzichten. Vielleicht wird dann die Bevölkerung etwas mehr zum Nach⸗ mittags⸗Kaffee von dem dann eventuell frisch zum Verkaufe kom⸗ mendem kleinen Weißgebäck konsumieren. Durch das Verbot der Nachtarbeit werden die meisten Groß⸗ betriebe, die in der Hauptsache für die Versorgung der Be⸗ völkerung mit Brot in Frage kommen, ihre Betriebe und Be⸗ triebsmittel(Backöfen und Maschinen) nicht mehr wie bisher täg⸗ lich 24, sondern nur noch 12 Stunden ausnutzen können. Es wird deshalb zunächst auch ein empfindlicher Mangel an Brot eintreten, der sich aber bald wieder beheben dürfte, indem die Kleinbäckerelen wieder zur Herstellung des Brotes in größerem Maße als bisher anstelle des bisher hergestellten Weißgebäcks übergehen, außerdem viele Großbetriebe die Zahl ihrer Backöfen vermehren werden, um größere Quanten Brot herzustellen. Diese bedeutsamen Veränderungen bringen zunächst eine arößere Arbeitslosigkeit unter den Bäckereiarbeltern mit sich, aber aus oben angedenteten Gründen dürfte bald wieder ein Ausgleich geschaffen und diese vorübergehende Arbeitslosiakest vermindert werden. Auch die bedauerlicher Weise eintretende Ar⸗ beitslostakeit so vieler Brotausträger und ⸗Trägerinnen dürfte bald weniger in die Erscheinung treten, weil auch hier sich ein Ausgleich einstellen wird. Die organfsierten Bäckereiarbeiter werden alles daran setzen, was in ihren Kräften steht, daß größere Schäden der Versorgung der Bevölkerung mit dem notwendiasten Nahrungsmittel ver⸗ mieden werden. Nun sie aber so plötzlich ihre so alte und be⸗ recktjate Forderung„Beseitjaung der Nachtarbeit“ durch die Ver⸗ ordnung erfüllt bekommen haben, werden sie auch alles daran seten, daß dieselhe vollständia durchgeführt wird und dann auch als dauernde Einrichtung erhalten bleibt. — Der Großbetrieb in der Bäckerei. Um die schnell wachsende Bevölkerung mit Brot zu verseben, ist in der Bäckerei eine Wand⸗ lung zum Großbetrieb eingetreten. Mam findet in Volkswirtschafts⸗ kreisen vielfach die Auffassymg, daß die einfachen Kleinbetriebe beute aufterstande seien, die gensscende Brotmenge für die Großstadk⸗ bevölkerung zu schaffen. Die Bindesratsverordpumng greift in diese Großbetriebe tief ein und es wird sich zeigen, ob diese sich den ge⸗ forderten Verhältnissen ameywassen und dabei doch ihre Aufgabe als Brotlieseranten zu erfüllen vermögen. Der Konsumvevein Leipzig⸗Plagwitz prodysierte im Jahre 1913/ö14 550 191 Stick 4⸗Kilogrammm⸗Brote und 7020 114 Stück 2⸗Kilograrpan-Brote, das ist von der ersten Sorte, das Fahr zu 300 Arbeitstagen ge⸗ rechnet, pro Tag 1834 S'ück, von der zweiten Sarte pro Tag 23 400 Stück. Außerdem wurden obye größere Weißibvole und Kuchen 34 Millionen Weißgebäck. 2 Stück a 5 Pfg. hergestellt. Der seit 1866 besteßende Konsumverein in Breslau, der nabe an 40 Back⸗ öfen im Betriebe hat, auch nur 8 Stunden pro Tag seine Arbeiter arbeiten läßt und gar kein Wesßgabäck herstellt, ist noch stärfer in seiner Brotproduktion. Im Nohre 1913 produszerte er 22867 846 Kilogramm Schwarebrot, das ist pro Tog. das Jahr zu 300 Arbeits⸗ tagen, 76 223 Kilogramm oder 1524,76 Zentner. — Alle Schriftstücke und Beweise aufbewahren! In jetziger Zeit ist es von größter Wichtigkeit schrieb dieser Tage die Frankf. Ztg.—, daß alles das, was an einem umserer Krieger oder über ihn oder von ihm geschrieben wird. sorgfältig aufbewahrt wird Nicht nur als teure Erinnerung, sondern unter dem Gesichtspunkte, daß solche Schriftstsicke möglicherweise einmal als Ergängungen zu amtlichen Feststellungen des Verbleibs von Vermißten oder Ver⸗ wundeten oder Gefallenen von größter Bedeutung werden können. Wer je in amtlichen Auskunftsstellen Gelegenheit hatte zu beob⸗ achten, wie wenig sorgfältia Nochrichten aus dem Felde, z. B. Briese oder Postkarten von Truppen, Feldwebeln, Kameraden, die den Tod eines Kriegers den Angebörigen mitteilen, von diesen— natür⸗ lich aus Unkenntnis der Folgen— behandelt werden: wie diese Schriftstlicke verknittert, verwischt, beschrieben werden: wie mam sie andern Händen anvertraut, sie mit der Post versendet, ins Feld, vielleicht auf Nimmerwiedersehen— der fühlt sich zu der ernsten Mahmung verpflichtet:. „Bewahrt wie ein Kleinod alles, was ihr von solchen Schrift⸗ stücken erhaltet Macht euch Abschriften, oder laßt euch solche fertigen, vergeßt dabei nscht scheinbar unwichtige Kleinigkeiten, wie Stempel und Aufschrift, und sorgt womöglich für eine amtliche Beglaubigung der Abschriften. Gebt die Urschriften nicht ohne Not weg— ste auf die Spur kommen, mit dazu beitragen, daß solche geistig Arme, die etwa darauf hereinfallen wanen. andere— stellt die Namen der Mitteeiler sest, schreibt es auf und laßt die Betressenden es unterzeichnen, wenn es geht. Und hütet das alles getreu und mit Liebe. f 0 — Aus einem französischen Gefangenenlager. Ein Feldwebel Bauer schreibt aus dem Gefangenenlager von Camp de Cos tguiden(Wesifrankreich) an die Köln. Volksgztg.: Vor allem hervscht hier kein Rauchverbot, es werden im Gegenteil jetzt auch Sendungen von Tabak, Zigarren usw. aus Deutschland am⸗ standslos ausgefolgt, nur keine Streichhölzer. Die Postverbindung mit der Heimat ist eine vegelmäßige geworden, so daß täglich etwa 300 Pabete und etwa 1000 bis 1500 Karten oder Briefe hier am⸗ kommen und jeden Tag etwa 350 Karten und 50 Briefe hier ab⸗ gehen. Jeder Gefangene hat die Erlaubnis, je eine Karte in der Woche zu schreiben; oft werden, wenn nötig, auch mehr erlaubt, und in besonderen Fällen auch Briefe. Die Feldwebel dürfen, Briefe schreiben, während den Kompagn hrern(Feldwobeln), welche die beinahe selbständige Führung ihver Kompagnien übertragen ist und welche für ihre Leute bie Verantwortung tragen, auch den Verkehr mit der Kommandantur vermitteln zu jeder Zeit gestattet ist, Briefe zu schreiben. Geld aus Geldsendungen werden jeden Tag aus⸗ bezahlt, und zwar sollen die Gefangenen 25 Franken die Woche aus⸗ bezahlt erhalten. Die Ernährung geschieht in drei Küchen durch die Gefangenen selbst, und zwar erhalten sie morgens Kaffee und mittags sowie abends je eine Suppe, worin sich Fleisch und Kar⸗ toffeln, auch Reis befindet; dazu ein halbes Brot gleich 375 Gramm den Tag. Bis zum 10. Dezember erhielten die Gefangenen eine Löhnung von 5 Pfg. pro Tag, jedoch für geleistete Arbeit keine Ver⸗ gütung. Jetzt gibt es keine Löhnung mehr, seitdem bekannt ge⸗ worden ist, daß die Gefangenen im Deutschland trotz der Genfer Vereinbarung keine Löhnung erhalten; dafür werden nun die⸗ jenigen Gefangenen, wolche bei Unternehmern oder für die fvanzöst⸗ 0 sche Armee beschäftigt werden, mit 20 Pfg. pro Tag bezahlt. Die Arbeit ist nicht zu schwer, auch nicht für diefenigen welche in dem Steinbrüchen arbeiten. Holzwpantoffoln sind fast für joden Mann und Hemden in großer Anzahl für die Bedürftigen ausgegeben worden. Die Behandlung ist durchweg gut. Das einzig Unan⸗ genehme ist, hervorgerufen durch die immerwährenden Regengüsse der letzten Wochen, der aus Lehn bestehende durchweichte Boden, wogegen man aber machtlos ist. Im allgemeinen ist die framzösi⸗ sch Regterung bemüht, uns das Leben so erträglich wie möglich zu machen, und geht uns in jeder Weise an die Hand, um die Ver⸗ bindung mit unseren Lieben in der Heimat zu erleichtern und immer mehr zu verbessern. Dies gilt auch ganz besonders für die for schu„welche von dem Roten Kreuz und auch direkt einlaufen. Mit diesen Nachforschungen ist spoziell ein Feldwebelleutnant be⸗ auftragt, welcher täglich durchschnittlich 10 bis 20 Anfragen zu beantworten hat.. Wenns überall so it, muß man zufrieden sein.. — Der liebe Gott in Verlegenheit. Norbert Jacques schil⸗ dert in der Fruft. Zig. seine Reise durch Frankreich während der gegenwärtigen Kriegszeit. Wir lesen da: 80 „Ich Kung in Dijon an einem Sonntagmorgen ins Hoch⸗ amt der Kathedrale des Hl. Benignus. Der Bischof saß unter seinem Baldachin, groß, mit einem stolzen bürgerlichen Kopf, wie ste die gotischen Heiligen haben, und dann ging ein Geistlicher auf die Kanzel und las das Wochenprogramm der Kirchen von Dion. Mehrmals hieß es: Gebete und Messen sür die Belgier.“ Eine Nummer des Prograumms aber lautete:„St. Jean, am Mittwoch ie die militärische und kommerzielle Niederlage Deutsch⸗ ands. In Deutschland wird der liebe Gott natürlich eifrig ange ⸗ Te in umgekehrtem Simme zu verfahren, und Franzosen, Russen, ngländern und sämtlichen Hilssvölkern eine„mikitärische und kom⸗ merzielle Niederlccge“ zu bereiten. Der Herrgott hat es nicht leicht, es allen Nationen recht zu machen. — Verfehlte Spekulation. Aus Marburg wird berichtet: Die Karloffelkrise drohte in Marburg im Monat Oktober v. J. einen ernsthaften Charakter angunehmen. Fir Geld und gute Worte waren keine Kartoffeln von den Bauern und Händlern zu erhalten. Der Magistrat sah sich daher veransaßt, einen Höchswreis von 3.50 Mark festzusetzen. Die Fosge war, das keine Kartoffeln zum Ver⸗ kaufe feilgehalten wurden. Der Magistrat nahm die Versorgung der Stadt mit Kartoffeln dann selbst in die Hand. Anerkannt muß werden, daß trotz aller Schwserigfeiten der V erkauf durch die Stadt gelungen ist. Die Händler erklärten öffentlich, daß sie keine Kartoffeln beschaffen könnten. Da mum ingwischen alle Haus⸗ haltungen versorgt sind, rücken eingelne Händler so nach und nech mit dem Angebot von Kartoffeln heraus. Um die Sache etwas schmackhafter zu machen, schsitzt man Platzmangel vor. Sollten ssch die Herrschaften diesmal nicht verrechnet haben? — Der Kommandeur des Landsturm⸗Bataillons Gießen, Herr Oberst Chalons, ist, wie wir hören, von hier versetzt worden. 5 — Stadttheater. Nochmals sei in letzter Stunde auf den heutigen„Vaterländischen Abend in Ernst und Scherz“ von Prof. Marcell Salzer hirgewidsen, der nach den auswärtigen Berichten gang besonderen Genuß verspricht. 0 — Watzenborn⸗Steinberg. Aus unserm Orte hat der Krieg schon verkältnismäßsg viele Opfer gefordert. Bis jetzt werden im ganzen 13 Mann Gefallene gezählt, worumter sich natürlich eine Angahl Familienväter befinden. 5 5 „ Alten⸗Buseck, Seit Boginn des Krieges sind von hier 99 Mann zum Kriegsdienst eingezogen. Davon sind bis fetzt fieben Mann gefallen und einer ist in Frankreich an einer Kranbheit gestorben. Drei sind schon seit längerer Zeit vermißt, fünf erkrank⸗ ten im Felde und 19 wurden verwundet. Von Letzteren befindet sich wieder eine Ansahl nach erfolgter Heilung im Felde. Frankfurter Viehmarkt. Auftrieb: 136 Rinder, 10 Ochsen, 128 Kühe, 851 Kälber, 316 Schafe, 1256 Schweine. Geschäft bei Kälbern flau, bei Schafen rege, Schweinen gedrlickt, bleibt Ueberstand. Kreis Wes sar. In dem Wetzlarer Gefangenenlager sind fetzt 6400 Gefangene (fast nur Franzosen) untergebvocht.— In Hohensolms wurden vor einigen Tagen zwei belgische Zirilüsten festgen amen. die e Nee 0 5 Gießener Gefangenenlager entflohen waren. Sie wur nach Gießen zurückgebracht. Telegramme. Tagesbericht des Großen Hauptquartiers. Eine glänzende W'e ffentat im Wesien. In Polen vorwärts. W. B. Großes Hauptquartier, 14. Jan., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: In den Dünen bei Nieuport und südöstlich Npern Artilleriekümpfe. Besonders starkes Feuer richtete der Feind auf Westende⸗Bad, das er bald gänzlich zerstört haben wird. Feindliche Torpedoboote verschwanden, sobald sie Feuer erhielten. In Fortsetzung des Angriffs vom 12. Januar nordöstlich Soissons griffen unsere Truppen erneut bei den Höhen von Vreguy an und fäuberten auch diese Hochfläche vom Feinde. Im strömenden Regen und tief aufgeweichtem Lehm⸗ boden wurde bis in die Dunkelheit Graben auf Graben im Sturme genommen und der Feind bis an den Rand der Hoch- fläche zurückgetrieben. 14 französische Offiziere und 1130 können verloren gehen, und damit Beweisstslcke von unschätzbarem Wert. Und was ihr mündlich ersehrt— durch Kameredan und Mann wurden gefangen genommen, 4 Geschütze, 4 Maschinen⸗ U gewehre und 1 Scheinwerfer erbeutet. Eine glänzende Waffen⸗ tat unserer Truppen unter den Augen ihres allerhöchsten Kriegsherrn! Die Gesamtbeute aus den Kämpfen des 12. und 13. Januar nordöstlich Soissons hat sich nach genauer Fest⸗ stellung erhöht auf 3150 Gefangene, 8 schwere Geschütze, 1 Revolverkanone, 6 Maschinengewehre und sonstiges Material. Nordöstlich des Lagers von Chalons griffen die Franzosen gestern vor- und nachmittag mit starken Kräften östlich Perthes an. An einigen Stellen drangen sie in unsere Gräben ein, wurden aber durch kräftige Gegenstöße hinaus und unter schweren Verlusten in ihre Stellungen zurückgeworfen. Sie ließen 160 Gefangene in unseren Händen. In den Argonnen und Vogesen nichts von Be⸗ deutung. Oestlicher Kriegsschauplatz: Südöstlich Gumbinnen und östlich Lötzen sind russische Angriffe abgeschlagen worden, wobei mehrere hundert Gefangene gemacht wurden. Im nördlichen Polen ist die Lage unverändert. b In Polen westlich der Weichsel wurden unsere Angriffe fortgesetzt. Auf dem östlichen Pilica⸗Ufer ereignet sich nichts Besonderes. Oberste Heersleitung. Schrecken in England! „Unterseeboote in Sicht!“ Amsterdam, 14. Jan.(Ctr. Blu.) Reuter meldet aus Dover: Gestern abend um ½12 Uhr sind zwei Kanonen⸗ schüssse in dem Hafen von Dover abgefeuert worden. Es soll ein feindliches Unterseeboot im Hafeneingang gesehen worden sein. Ein anderer englischer Bericht sagt: Gestern abend liefen hartnäckige Gerüchte um über die Anwesenheit von Unterseebooten im Kanal. Von verschiedenen Stellen der Küste aus sind heute morgen zwei feindliche Unterseeboote auf der Höhe von Dover gesehen worden. Die Batterien eröffneten das Feuer. Der Angriff wurde abgeschlagen. Weiter wird gemeldet, daß zweimal auf die Unterseeboote aus den schweren Kanonen der Zitadelle ge⸗ schossen worden sei. Der Angriff wurde im Dunkeln unter⸗ nonimen, aber die Scheinwerfer hatten die Anwesenheit der Unterseeboote festgestellt. W. B. berichtet aus London: Der gestern nacht er⸗ folgte zweite Angriff deutscher Unterseeboote ist mißglückt. Das Feuer schwerer Geschütze verursachte einige Aufregung, aber man sah nichts. Die Wache meldete, daß ein deutsches Unterseeboot, welches gefeuert hatte, im Dunkel verschwunden war. Heute näherte sich ein zweites Unterseeboot dem Hafen, löste einige Schüsse, wurde aber von den Batterien vertrieben, ohne daß es etwas ausrichtete. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Alle feindlichen Angriffe gescheitert. Wien, 14. Jan.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: In Westgalizien und in Russisch⸗ Polen ist der gestrige Tag im allgemeinen ruhig verlaufen. An unserer festgefügten Front entlang der Nida scheiterten alle feindlichen Angriffe der letzten Tage. In den Ostkarpathen und in der südlichen Buko⸗ win a neuerdings unbedeutende Rekognoszierungsgefechte. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Felbmarschalleutnant. Ein harter Schlag für Rußland. Kein Waffenschmuggel über Schweden! Stockholm, 13. Jan.(Ctr. Frkft.) Die hiesigen Abend⸗ blätter bringen die ersten Kommentare zu dem schwedischen Regierungsbeschluß, der den Waffenschmug⸗ gel nach Rußland endgültig unterbindet. Die Bedeutung der getroffenen Entscheidung liegt darin, daß Rußland nun der letzten Möglichkeit einer Waffemn⸗ zu fuhr aus dem Ausland beraubt ist. Afton⸗ bladet schreibt: Die Russen können die entstehenden Lücken in ihren Kriegsvorräten infolge dieser schwedischen Maßnahme nicht mehr aus England oder Amerika auffüllen. Unsfere Regierung wird sich alle denkbaren Folgen ihres Beschlusses klargemacht haben. Ihre Entscheidung steht in vollkommener Uebereinstimmung mit den Lebensinteressen Schwedens in diesem Weltkrieg. Wir begrüßen sie als Zeichen ihrer starken und zielbewußten Neutralitäts⸗ politik.— In ähnlicher Weise äußert sich die konservative Nya Daglig Allehanda, die ferner folgendes ausführt: Ruß⸗ land war von aller Zufuhr von Kriegsmaterial abgeschlossen außer über Schweden. Hätten wir unter diesen besonderen Umständen den Transithandel stillschweigend zugelassen, so wären wir Rußlands Gehilfe geworden. Schweden hat durch die nunmehr gefallene Entscheidung seine Stellung e lung klar und unparteiisch dokumentiert. Nicht e Form, sondern insbesondere in der Sa ch e. Der Krieg im Orient. Die Türken in Täbris. Konstantinopel, 14 Jan.(Ctr. Frkft.) Die kürkischen Vortruppen rückten in Täbris ein. Die persische Bevöseß e empfing sie mit großer Begeisterung. Das türkische Hauptquartier teilt mit: Unsere Truphen rücken, unterstützt von persischen Kontingenten, beständig in Aserbeidschan vor, um das Land von 1 e Joche zu befreien. Sie haben dort einen neuen großen Er folg davongetragen, indem sie gestern Täbris Selmas, die beiden letzten russischen Stütz punkte in dieser Gegend, besetzt haben. Di Russen, welche die Absicht hatten, sich hartnäckig zu ver. leidigen, verließen in Unordnung diese beiden Orte. Eine Anzahl Meharisten, die einen Teil der englischen Besatzungs⸗ truppen in Aegypten gebildet haben, haben sich unserer hut ergeben. Ueber Petersburg kommt das russische Einge⸗ ständnis, daß die persi ische Bevölkerung dem türkischen Vorrücken keinen Widerstand entgegensetze. Von Djulfa sind 15000 Flüchtlinge in Eriwan angelangt. Türkische Vortruppen haben 2 Täbris besetzt. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 1 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. i Vereinskalender. Samstag, 16. Jann Gießen. Freie Turnerschaft. Abends 8% Uhr General⸗ im Gewerkscha stshaus(Doppelzimmer). Wichtige 8 Tagesordnung. Sonntag, 17. Janugar. Krofdorf⸗ Gleiberg. Wahlwerein. Nachmittags 3 E Mitgliederversammlung im„Schwarzen Walfisch“. Es ist dringend erwünscht, daß alle Genossen' aus berden Orten erscheinen. 1 Verstorbene. — Frau 7 8 5 5 inn Lich, 27— alt. 8 Mahlan's grauer Taschenfahrplan für Aan 1975 ist soeben im Verlage von Mahlau& Waloschmidt, Frankfurt a. M., Gr. Gallusstr. 3, in der bekannten reichhaltigen und gediegenen Ausstattung zum Preise von 30 Pfg. erschienen. — Frauerssen und Blerbhandlungen Union Brauerei Allgemeines feanbetg Feel Seile lat de Beste erhliltliehl. d, Kolonielw. Geschäft. Aktlen-Gesellsch. Giessen empfiehlt ihre ff. Biere Hund Kraftbier en Alkoholgehalt ung moblle un Fahrräder. Obe 9D Alicestr. 25 Tel. 786 Ad uer-Autos u. Fahrräder Ko utrollkassen, Reptwkst. Gerlach& Euler vormals J. Luy Fade re en und Blerkandlungen Butzbach Georg Hebstreit Telephon 163 Spex. Kup ferkessel. Vortr.: Gleßen. ortbrauerel Jaun iachrädd d. m.. l. Pfungstadt Niederlage: Gießen Flelener Hrauhaus an Dern Ulekeng egr. 1883 Wee lage 315 aumaterialien-Grothandlg. Hrentensabr. m. 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Frau Marie Becker geb. eee 5 Gießen. 2 Zu Von . bialistif Haupt dens fo Die saltung s ist fi dusländif krieg bei Landes Unter die Jen, und ur beine Diese eigen ö e Unters lte Arb