Ob K olf Organ für die Juteressen des werktätigen Volkes zeitung d. 8 tag 7 N 8 de v N f r Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Oberbessische Volks *— 8 1 e e e 5 10 Redaktion und Expedition Inserate kosten die 6 mal gespalr Kolonelgeile oder deren Raum 15 Pio. N Uta. einschl. Bringerlobhn Durch die Bost begogen vierteljährl. 1 80 Mk. 1 e 7008. ee 1 e e 2 Na Keen, Nr. 8 f g 5 Gießen, Montag, den 11. Jauuar 1915 10. Jahrgang er vez Die Arbeiter⸗Internationale. Der Krieg hat lähmend, zum Teil auch zerstörend auf di Tätigkeit und Organisation der sozialistischen eee nale eingewirkt. Es war vorauszusehen, daß die bürgerliche Presse er Parteischattierungen sowie die christlich-nationalen und gelben beiterorgane ob dieser Kriegswirkung ihre volle Genugtuung ssprechen würden. Das geschieht denn auch. Was an Spott und Sheit aufgebracht werden kann, wird jetzt auf die Sozialdemo— tie ausgeschüttet. Trotz des sogenannten Burgfriedens! Die bezeichnete Presse fühlt, daß der sozialistischen Arbeiterinternatio— nale durch den Krieg ein schwerer Schlag versetzt worden ist, und su nutzt die Gelegenheit aus, ihren Mut an der Sozialdemokratie be zu kühlen— gerade jetzt, wo sie weiß, daß die sozial⸗ okratische Presse an eine gründliche Abwehr nicht denken kann. ch an dieser Stelle können wir den Angreifern nicht die Antwort 9 15 5 wir geben möchten, aber an einige Tatsachen sei doch er Der Krieg hat alle Beziehungen der Völker untereinander trs, lh g istört, die sozialistische Arbeiterinternationale macht keine Aus⸗ chen, nahme Selbst das so festgefügte Lehrgebäude der internatio⸗ en. nalen katholischen Kirche hat schwere Erschütterungen etfahren Und während das Oberhaupt dieser Kirche um den 8. leden der Welt betet, flehen und beten die katholischen Laien und Riester bis zu den Bischöfen hinauf in den einzelnen kriegführenden Saaten um den Sieg der Waffen. Um den Sieg der einen Nation über die andere! Die Zentrumspresse hat also dle Ursache, sich weniger um die sozialdemokratische, als um die kholische Internationale zu kümmern. Und der ihr nahestehenden istlichen Gewerkschaftspresse wird es viel schwerer fallen, die istliche internationale Gewerkschaftsbewegung— die jetzt auch erschwunden ist— erneut ins Leben zu rufen, als sie sich das de kt. Man muß sich wundern, daß sie sich über die Lähmung der Maldemokratischen Arbeiterinternationale so freuen kann, da doch ö eigene internationale Verbindung noch größeren Schaden als ne erlitten hat. Nicht ein Restchen dieser Verbindung besteht hr. Den Organen der gelben Werkvereine haben wir folgendes t sagen: Der Krieg hat, wie schon gesagt, die Beziehungen der e untereinander gestört, weniger aber die internationalen Be⸗ gehungen der Kapitalisten und Spekulanten. Zum Beispiel ist el ausländisches Kapital in der rheinisch⸗westfälischen Montan⸗ bustrie investiert, einige Werke befinden sich ganz im Besitz aus⸗ ischer Kapitalisten. Riesig lang ist die Liste der ausländischen ren in den Aufsichtsratsstellen und sonstigen Posten in der bntanindustrie. Wir haben bis jetzt nicht gehört, daß diese aus⸗ adischen Herrschaften, die aus der Ausbeutung deutscher Arbeiter ite Profite schmieden, aus der rheinisch⸗westfälischen Industrie sahsgeschaltet worden sind. Im Gegenteil, diese kapitalistische ternationale hat sich als so festgefügt erwiesen, daß selbst der eg vorübergehen wird, ohne das bisherige Verhältnis aufge⸗ ben zu haben. Und was wir der gelben Presse ganz besonders Stammbuch schreiben wollen, ist, daß die gelben Werkvereine n den in der Montanindustrie mitwirkenden ausländischen Kapi⸗ tlisten mit erhalten werden; nicht nur vor dem Kriege war das e Fall, so ist es nochheute! Die Gelben sind also am wenigsten Aan über die internationale sozialistische Arbeiterbewegung zu hitteln. Der Krieg wird zu Ende gehen. Die Regierungen werden die ute unterbrochenen internationalen diplomatischen Beziehungen Reber aufnehmen, die Nationen werden den gestörten internatio⸗ nen Handel wieder in die Höhe zu bringen versuchen, die eng⸗ N 1 en, französischen, russischen, österreichischen, türkischen und deut⸗ n Geschäftsleute richten ihren gegenseitigen Verkehr in, alter se wieder ein: was an religiösen Gütern zugrunde ge— Argen ist, wird die Kirche wieder aufbauen. Kurz und gut, es Ard wieder so werden wie vor dem Kriege. Und da der Jem pf zwischen Kapital und Arbeit durch den Krieg micht Krschwindet, unseres Erachtens nicht einmal eine Linderung anger, ahren wird, werden die klassenbewußten Arbeiter aller Länder, stochtt, E(die Dinge liegen, nicht nur ihre nationalen Organisationen ln, i stärken, sondern auch ihre internationalen Beziehungen wieder u Le Auknüpfen haben Was zur internationalen Solidarität der Ar⸗ nter geführt hat, ist durch den Krieg nicht b eseitigt worden. (fer selbst wird sogar das Verhältnis zwischen den Arbeitern ir Länder erst recht innig gestalten. Die Schrecken des seges sind zu nachhaltig, als daß die vernünftig denkenden Ar⸗ ter nicht wüßten, welche Lehren sie aus ihnen zu ziehen hätten. un sich die bürgerliche U n tut sie gut, mit ihrem Spott und Hohn gegen die sozialdemo⸗ ische Arbeiterinternationale zurückzuhalten. Diese Inter⸗ tonale ist durch den Krieg geschwücht worden, aber sie ist nicht sie wird zum Leidwesen der Arbeiterfeinde erneut gesunden schließlich auch die Mission erfüllen, die sie zu erfüllen hat. England und Amerika. Wie der Nieuwe Rotterdamsche Courant aus London meldet, did der Times aus Washington gedrahtet:. „Es hat hier großes Aufsehen erregt, daß wir(die Engländer „Denver“ angehalten haben, ein Schiff, das ein Ladung aumwolle für Bremen hatte und aus Norfolk abfuhr mit einem sertifikat des englischen Konsuls, daß sich keine Konterbande an d befinde Man fürchtet, daß die Beschlagnahme dieses Schiffes vornherein kundmachen wolle, daß England nicht vermöge, 81. merikanischen Plan anzunehmen, nach dem die amerikanischen Jolle mien ein Zertifikat bezüglich der Fracht abgeben, um auf die deise den Aufenthalt auf See zu vermeiden. Erst, bestand der Plau, Tore und Luken der Frachträume durch englische und amer!⸗ ische Behörden versiegeln zu lassen. Ein anderer Grund 50 kemeinen Iuteresses des Schicksals der„Denver“ ist die Art 555 dacht. Im ganzen Stiden Amerikas wird eine eifrige deutsche Mon den Eindruck stärlen, daß trotz der durch England gegebanen 0 n „ 2 ler sicd Presse vor Enttäuschungen bewahren will, ungen der Baumwollhandel mach Deutschland durch Eng⸗ 5 Eranzösische Angriffe. land belästigt werden solle. Mit jedem Tag wächst in der Tat die Gefahr, daß die Mißverständnisse hinsichtlich der Handelsangelegen⸗ heiten zwischen England und Amerika wachsen, wenn nicht rasch eine Aenderung durch verschieden Fragen gefunden wird. Man muß nicht allein in Amerika Handelskonzessionen machen, die sich mit dem Kriegszustand vertragen, sondern man muß auch eine gang genaue Grundlegung der Verhältnisse geben. Warum zum Beispiel wurde die„Denver“ mit Beschlag belegt? Wenn dafür kein ganz triftiger Grund angegeben werden kamm, wird man stets geneigt sein, anzu⸗ nehmen, daß wenn England auch nicht direkt den Baumwollhandel belästigen will, so doch willkürlich auf bloße Verdachtsgründe hin vorgeht. In England freundschaftlich gesinnten Kreisen wird darauf angespielt, daß die Engländer aus Nervosität übermäßig ängstlich seien und daß unser Verdacht, es läge Schmuggelei vor, mehr auf Mutmaßungen als auf Tatsachen beruhe. So weit bekannt ist, hat die englische Regierung bis jetzt noch keinen positiven und annahm⸗ baren Beweis für die unerlaubten Praktiken der amerikanischen Exporteure geliefert. Wenn der Eindruck an Boden gewinnt, wird ex ums viel Schaden verursachen. Die Mefnungsverschiedenheit über die Konterbande ist nicht die einzige, mit der wir gegenwärtig zu tun haben. Es steht ziemlich fest, daß eine Reibung durch den Ankauf deutscher Schiffe durch Amerika entstehen wird. Ich habe Grund zu glauben, daß die amerikanische Regierung bereits weiß, daß England gegen den An⸗ kauf der„Dacia“ protestieren wird, wenn dieses Schiff unter ameri⸗ kanischer Flagge den früheren Handel nach Deutschland fortsetzt. Die Möglichkeit, daß der Gesetzentwurf betreffend den Ankauf von Schiffen durch die Regierung angenommen wird, kann nicht außer⸗ halb der Betrachtungen gelassen werden, und er wird, wie Senator Root sagte, bei seiner Annahme die Gefahr für manche Verwick⸗ lungen entstehen lassen. Gleichzeitig verdoppeln die deutschen Propagandisten ihre Versuche, indem sie fortdauernd Ströme von Broschitren und andere Lektüve über das Land ergießen, und sie nehmen sich der Zeitungen auf eine Weise an. die der Organisation und der Geldunterstützung einer Kampagne für die Präsidentenwahl alle Ehre machen würde. Der Zweck ist nicht mehr, nur moralische Unterstützung für Deutschland zu erreichen, sondern man trachtet danach, greifbare Resultate zu erzielen. Sie wollen ein Aussuhr⸗ verbot von Kriegsmaterial nach den Ländern der Tripleentente zu erhalten suchen und sie wünschen, daß die Regierung einzelne ihrer Dampfschisse ankaufen solle. Weiter wollen sie die öffentliche Mei⸗ nung bearbeiten, um einen Teil der demnächst erfolgenden deutschen Anleihen zu übernehmen, und vor allem eine Stimmung entstehen lassen, die der Spannung zwischen England und den Vereinigten Staaten förderlich ist.“ Englische Zensurfrechheiten. Als neues Beispiel, mit welcher Dreistigkeit die Zensur der neutralen Post von den Engländern gehandhabt wird, teilt das Berl. Tagebl. folgendes mit:„Ein Freund von mir, Holländer, der seit Jahren in Buitenzorg auf Java wohnt. und für gewisse Zahlungen ein Konto auf der Dresdner Bank in Steglitz unterhält, wollte seinen Verwandten, deren Söhne im deutschen Heer im Felde stehen, Ueberweisungen machen und schrieb zu diesem Zweck von dort aus an die Bank. Dieser Brief ist in London geöffnet worden und mit dem bekannten Zenfurvermerk„Opened by Censor“ wieder zurückgeschickt worden, so daß bis jetzt die Ueberweisung unmöglich war. Dieser Fall zeigt wieder einmal, daß die Engländer vor einer Durchsuchung der Briefsäcke, die von einem neutralen Lande kommen, nicht zurückscheuen. Es bedeutet gleichzeitig einen Eingriff in die Rechte der neutralen Staaten, speziell Hol— lands; denn die Briefe von den holländischen Kolonien gehen über Holland, scheinen aber von den Engländern abgefangen und zensuriert zu werden. Es paßt dies vortrefflich zu der Zenfur, die sich die Engländer über Postsendungen anmaßen, die über Holland von hier aus ins neutrale Ausland gehen.“ (Der Fall würde an Interesse gewinnen, wenn man wüßte, ob diese Sendung auch mit einem holländischen Dampfer befördert worden ist. D. Red.) Deutsche auf italienischen Schiffen. Berlin, 8. Jan.(WB. Nichtanntlich.) Die Norddeutsche Allge⸗ meine Zeitung schreibt: Die französischen Streitkräfte haben neuer⸗ dings das Vorgehen gegen die auf neutralen Schiffen veisenden Reichs angehörigen noch verschär 16575 auch in solchen Fällen, in denen die deutschon Reisenden nicht nach Deutsch⸗ land heimkehren, sondern nach überseeischen Gebieten sich begeben wollen, also für eine militärische Verwendung nicht in Betracht kommen. Ueberdies wurde die Grenze des wehrpflichtigen Alters von 45 Jahren auf 50 Jahre hinaufgesetzt. Mit Rlicksicht hie vauf schließen jetzt die italienischen Schiffsgesellschaften alle männlichen Personen unter 50 Jahren von der Beförderung mit ihren Dampfern aus. Der Hirtenbrief des Kardinal Mercier. Berlin, 8. Jan.(W. B. Amtlich.) Die Norddeutsch⸗ Allgemeine Zeitung bringt heute folgendes Communiqus: Der Erzbischof von Mecheln, Kardinal Mercier, hat zu Weihnachten einen Hirtenbrief erlassen, der seiner Weisung nach am 1. Januar und den darauf folgenden Sonntagen von den Kanzeln verlesen werden sollte. Der Hirtenbrief enthält neben seinen rein religiösen Dar— legungen eine Reihe von politischen Ausführungen, die sich mit dem gegenwärtigen Zustand der, Okkupation nicht bertragen und es daher den deutschen Behörden zur Pflicht machen, gegen seine weitere Verbreitung einzuschreiten. Hierauf vom Generalgouverneur aufmerksam gemacht, er⸗ klärte der Kardinal schriftlich und mündlich, daß es ihm ferngelegen habe, durch seine Kundgebungen aufreizend zu wirken. Er sei im Gegenteil von der Absicht geleitet, die Bevölkerung zu beruhigen und sie unter Schonung ihrer patriotischen Gefühle zur Botmäßigkeit und äußerlichen Unterordnung unter die bestehende deutsche Gewalt zu er⸗ mahnen. Da aber der Generalgouverneur über den Hirten⸗ brief anderer Ansicht sei und von ihm eine aufreizende Wir⸗ kung besorge, so bestehe er nicht auf der Aus füh⸗ rung seiner Weisung an die ihm unterstellte Geist⸗ lichkeit, den Hirtenbrief fernerhin zu verlesen und zu ver⸗ breiten. Verlesung und Verbreitung des Hirtenbriefes untersagt. Hiermit kann die Angelegenheit als erledigt angesehen werden. Guten Eindwvuck macht eine in Italien bekaumtgegebene Depesche des Deutschen Kaisers an den Papst, die die Behauptungen von einer Verhaftung des Kardinals Mercier dementiert und fest⸗ stellt, daß die deutschen Behörden den Kardinal lediglich ersucht hätten, die deutschfeindliche Propaganda zu beschwichtigen. Die Veröffentlichung dieser Depesche wird dazu beitragen, der Auf⸗ regung der deutschfeindlichen Blätter Italiens in dieser Angelegen⸗ heit ein Ende zu machen. 0 Albanisches.* Der Aufstand. Die Aufstandsbewegung soll sich auf ganz Mittelalbanien von San Giovanni di Medua bis Vojussa ausgedehnt haben. Die aufständischen Muselmanen sollen die Durchfuhr nach Montenegro gewaltsam verhindern. Italien hat den Kreuzer „Piemonte“ nach San Giovanni gesandt. In Berat soll die türkische Flagge gehißt und darauf der Gouverneur, der Essad ergeben war, geflohen sein. Griechische Einmischung. Das Erscheinen des griechischen Kreuzers„Helli“ vor Durazzo verursacht in den politischen Kreisen Italiens Un⸗ behagen. Da die griechische Kolonie von Durazzo nur einige wenige Personen zählt, schließt man, daß Griechenland sich als albanische Interessenmacht bemerkbar machen wolle, was Italien nicht dulden könne, da Griechenland nicht auf der Londoner Konferenz vertreten gewesen sei und seine Inter⸗ essen durch die Besetzung von Epirus mehr als befriedigt seien. Oesterreich droht mit Vergeltung. Der spanische Botschafter in Wien hat die Mehrzahl der in. Oesterreich errichteten Gefangenenlager besucht, trat mit Mannschaften und Offizieren in ungehinderten Verkehr und über⸗ — Der Generalgouverneur hatte bereits vorher die zeugte sich davon, daß deren Behandlung den strengsten Vorschriften des Völkerrechts und der Humanität entspricht. Nunmehr wird, wie dem Berliner Tageblatt telegraphiert wird, von Oeste rreich⸗Ungarn an die feindlichen Staaten eine befristete Forderung nach einer ebenso zuverlässigen Prüsung des Loses der österreichisch⸗ ungarischen Kriegsgefangenen gestellt werden. Sollte dieses Fest⸗ stellung nicht termingemäß erfolgen oder ein nicht befriedigendes 5 Resultat haben, dann werden, wie an zuständiger Stelle erklärt wird, über die weitere Behandlung der feindlichen Kriegsgefange⸗ nen neue Entschlüsse gefaßt werden. Der Krieg als Lehrmeister. Die Wiener Arbeiterzeitung schreibt: 5 Lehrmeister und ein, zwei Jahrzehnte nach dem Frieden werden wir noch immer an ihm zu studieren haben. 5 Der Krieg lehrt uns auch wirtschaftlich denken. Die Fürsorge für die Allgemeinheit durch die Allgemeinheit selbst bricht an allen Punkten des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens gewaltig durch. Der Krieg ist ein Uebel, aber ein belehrsames und erzieherisches Uebel: in der furchtbaren Bedrängnis der Volksgesamtheit ersteht auch vor den Augen des Verblendetsten und Blindesten mit einem⸗ mal der große Gedanke: wie gewaltig die Menschengesamtheit und wie armselig neben ihr der einzelne, und wäre er noch so reich oder vornehm! Welch unwiderstehliche Macht ist die Gemeinschaft, schon da, wo sie auf Abwehr und Zerstörung gerichtet ist; wie herrlich wird ihr Wirken erst werden, wenn sie aufbauen und schaffen wird! Wie verständig, wie rationell, wie praktisch, wie wirksam ist vor allem das direkte Schaffen der Allgemeinheit für sich selbst! Dieses gesellschaftliche System, das nunmehr auch auf das Er⸗ nährungssystem ausgedehnt werden will, ist jedoch kein unbekanntes und namenloses mehr. Wenn auch bis jetzt nur vom Staate anzu⸗ wenden. wenn auch nur„Staatssozialismus“, so ist es doch das Gesellschafts⸗ und Wirtschaftssystem des Sozialismus. Und wenn es auch heute bloß im Kriege und für seine Dauer berechnet, wenn es auch nur Kriegssozialismus ist, so ist es doch Sozialismus! Das kann nicht mißverstanden werden— da es weder proletarisch noch demokratisch ist, ist es auch beileibe nicht Sozialdemokratie. Aber als bewußte Selbstfürsorge der Gemeinschaft trägt es das Grund⸗ merkmal des neuen Systems, für das die Sozialdemokratie kämpft. Wenn die Waffen rasten, geht ihe Kampf fort; auch sie führt einen ständigen, hundertjährigen Krieg gegen die Erbfeinde des Menschengeschlechtes, gegen Unwissenheit, Krankheit, Armut und Rechtlosigkeit, gegen Ausbentung und Knechtschaft. Gegen sie will sie die menschliche Allgemeinheit mobilisieren und jenen Zustand auf Erden begründen, den sie— auf die gesamten gesellschaftlichen Be⸗ ziehungen ausgedehnt— Sozialismus nennt und in dem sie die * Der Krieg ist ein großer erkennt. jede wie be⸗ dochste Vollendung der menschlichen Gemeinschaftsidee Jeder Tag der Geschichte, jede ihrer schweren Heimsuchungen, in Leid und Not gemachte Erfahrung bestätigen aufs neue, einsach, wie leicht und sicher durchführbar, wie praktisch, wie zwingend, wie unumgänglich das neue System geworden ist! 5 Genen die Agrarspekulanten. Die mecklenburgisch⸗schwerinsche Regierung hatte die Land⸗ wirte aufgefordert, freihändig den Hafer an die Heeresverwaltung zu verkaufen, sonst würde bei weiterem Zurückhalten requiriert werden. Die Landwirte glaubten aber, die mecklenburgischen Minister besser zu kennen und schlugen jene Mahnung und Warnung in den Wind. Nun hat die Schweriner Regierung jedoch ihre Ankündigung wahr gemacht und den Hafer mit Beschlag be— legt: sie erließ folgende Bekanntmachung: Unter Bezugnahme auf die Bekann zember v. J. wird weiter bekannt gegeben, Spezialkommission zur Veschaffung der Landlieferungen gemachten Angeboten der Haferbedarf der Heeresverwaltung durch frei⸗ händigen Ankauf 3. Z. nicht gedeckt werden kann. Demgemäß sieht sich das Ministerium gezwungen, den Haferbedarf auf Grund des Kriegsleistungsgesetzes vom 13. Juni 1873 und der dazu ergangenen Ausführungsvorschriften gemäß ergangener Re⸗ quisitionen der Militärbehörde anzufordern und hat die Spezialkommission beauftragt, ihrerseits die zur Ausführung der Requisition erforderlichen Anordnungen an die Gemeindebehörden bezw. unmittelbar an die Leistungspflichtigen in den Gemeinden ergehen zu lassen. Die Gemeindebehörden werden angewiesen, den bezüglichen Anforderungen der Spezialkommission zu entsprechen. Um den Haferbedarf der Heeresverwaltung zu decken, ergeht die Anordnung, daß sämtliche Bestände an gedroschenem und unge⸗ droschenem Hafer, soweit solche nicht in dem eigenen Betriebe unbe⸗ dingt notwendige Verwendung finden müssen, für die Zwecke der tmachung vom 28. De⸗ daß nach den der Heeresverwaltung hiermit nach Maßgabe der gesetzlichen Be⸗ stimmungen sichergestellt werden. Wenn somit den Be⸗ sitzern die freie Verfügung über ihre Haferbestände ge⸗ hnen doch die Verpflichtung ob, für die sorgsame Behanblung und Aufbewahrung der Vorräte Sorge zu tragen, da die Verantwortung für etwaige nach der Sicherstellung entstehende Schädigungen und Verluste den Besitzern verbleibt und Entschädigungsansprüche dieserhalb nicht erhoben werden dürfen. Den Besitzern wird anheimgegeben, die noch nicht gedroschenen Haferbestände möglichst beschleunigt ausdreschen zu lassen. Die Abgabe von Hafer an andere Abnehmer ist nur auf Grund einer vorgängig zu erwirkenden Erlaubnis der Spezial⸗ kommission zulässig. Veräußerungen oder Fortgabe der sicher⸗ gestellten Vorräte ohne Erlaubnis der Spezialkommisston ziehen die gesetzlichen Rechtsfolgen nach sich. 8 Kundgebung rumänischer Studenten. Die an der Technischen Hochschule in Charlottenburg studierenden Rumänen haben von ihrer Heimat aus, wo sie ihre Ferien verbringen, dem Rektor der Hochschule folgende Kundgebung zugehen lassen: Die unterzeichneten augenblick lich beurlaubten rumänischen Studierenden der Königl. Tech⸗ nischen Hochschule Berlin haben den Wunsch, ihren auf den Schlachtfeldern verwundeten Kameraden anläßlich des Weih⸗ nachtsfestes und neuen Jahres Glück zu wünschen, sowie gleichzeitig allen denjenigen ihr tiefstes Mitgefühl auszu. drücken, die um gefallene Kommilitonen trauern. Die Hindenburgspende. Die Stadt Berlin wollte sich an der Hindenburgspende der e e mit 50 000 bis 150 000 Mark beteiligen. Wie die Tägliche Rundschau erfährt, hat sich jedoch nach Rücksprache mit den maßgebenden Stellen, insbesondere mit dem Kriegsministerium er⸗ geben, daß die 7 Verwendung der Gelder den Beifall der maßgebenden Stellen nicht hat. An Aus⸗ rilstungsgegenständen fehle es den e nicht, auch warme Kleidungsstücke seien für sie in reichem Maße vorhanden. Wenn man spenden wolle, so möge man Lebens⸗ und Genuß⸗ mittel senden. Mit Rilcksicht darauf, daß über die Verwendung der Spende noch Ungewißheit herrscht, hat Berlin die Sache einst⸗ weilen vertagt. Die Angelegenheit der deutschen Ossiziers⸗ Patrouille. Wie der Lokalanzeiger hört, liegt an zuständiger Stelle eine Nachricht darüber vor, daß durch Vermittelung einer neutralen Macht die Angelegenheit der deutschen Offiziers⸗ patrouille Graf Strachwitz und Schlierstädt und ihrer Be⸗ gleitmannschaften bei der französischen Regierung in dem von der deutschen Regierung gewünschten Sinne bereits zur Sprache gebracht worden ist. nommen ist, so liegt i Georg Weill. Berlin, 8. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Mitglied des Reichstages Dr. Georg Weill aus Straßburg ist nach dem Be⸗ kanntwerden seines Briefes, aus dem hervorgeht, daß er in die französische Armee eingetreten ist, gemäß§ 27 des Neichs⸗ und Staatsangehörigkeitsgesetzes vom 22. Juli 1913 durch Beschluß des Ministeriums in Elsaß⸗Lothringen vom 3. Jan. 1915 seiner Staats⸗ angehörigkeit verlustig erklärt worden. Dr. Weill hat damit auf⸗ gehört, Deutscher zu sein und zugleich die Wahlberechtigung zum Reichstage verloren. Hiervon hat der Stellvertreter des Reichs⸗ kanzlers dem Präsidenten des Reichstages mit dem Anheimstellen der weiteren Veranlassung Mitteilung gemacht. „ 5 8 2 2 8 2 7 Die französischen Angriffe. In den Vogesen. Vasel, 9. Jan.(U.) In den Vogesen auf der Front zwischen Diedolshausen und den Höhen von St. Dis ist die frauzösische Offensive zum Stehen gekommen. Die deutschen Truppen haben die Strecke von St. Dis bis nach St. Leon⸗ hardt besetzt. Alle französischen Angriffe wurden glänzend zurückgewiesen. Die Deutschen erhalten fortwährend bedeu⸗ tende Infanterie- und Artillerieverstärkungen. Die neue Sundgau⸗Bahn Walzighofen—St. Ludwig leistet der Heeres leitung beim Truppentransport vorzügliche Dienste. Die Zahl der aus dem elsässischen Operationsgebiet nach St. Ludwig und Leopoldshöhe kommenden Verwundeten ist auf⸗ fallend klein. Sie weisen meist nur kleinere Verletzungen auf. Das französische Artilleriefeuer vermochte den Deut⸗ schen keinen besonderen Schaden zuzufügen. Die Verwun⸗ deten erzählen, die Schützengräben seien bis zu 20 und 30 Zentimeter mit Wasser angefüllt gewesen. Tagelang hätten die Manuschaften bis über die Knie im Wasser gestanden. Bei den Franzosen, deren Schützengräben keine Ablaufgräben gehabt hätten, sei es noch viel schlimmer gewesen. Die Kämpfe um Steinbach. Basel, 9. Jan.(TU.) Im Dreieck Thann, Steinbach⸗ Sennheim(Ober⸗Elsaß) wird noch immer fortwährend gekämpft. Die Deutschen sind endgültig in Steinbach eingezogen. Die Franzosen ziehen sich unter schweren Verlusten nach Thann zurück. Die Verluste der Garibaldianer. Mailand, 9. Jan. Nach ausführlichen Bexichten erfolgte der Tod Konstantin Garibaldis beim Kampf um Laufgräben während eines deutschen Gegenangriffs bei Courte⸗Chaussee in den Ar⸗ gonnen. Garibaldi erhielt einen Halsschuß. Seine Begleiter er⸗ litten dabei so starke Verluste, daß sie vorläufig nicht ins Feuer zursickkehren können; von 23 Offizieren wurden 15 getroffen. Aus dem Osten. Meuternde russische Matrosen. Wie dem Berliner Tageblatt aus Odessa gemeldet wird, wurden dort 57 Matrosen der Schwarzen Meer-Flotte wegen revolutionärer Propaganda zu Kerkerstrafen bis zu 10 Jahren verurteilt. Verwundete Generäle. Den Basler Nachrichten wird berichtet, daß in den Kämpfen um Lodz und Lowicz acht russische Gene⸗ rale schwer verwundet worden sind, darunter Graf Keller und General Orlow. Die russische Landwehr. Kopenhagen, 9. Jan.(J.) Die Nationaltidende meldet aus Petersburg die Einziehung der beiden letzten Jahrgänge der russischen Landwehr zum 1. Januar russischen Stils. 8 Die Helden der„Emden“. Kopenhagen, 9. Jan.(T. U.) Die Berlinske Tid licht eine Reihe weiterer Informationen über die Freiheit befindlichen Emden-Mannschaft. Danach die ca. 50 Mann starke Mannschaft zunächst eines alten eng⸗ lischen Dreimasters namens„Ayesha“. In das Schiff setzte sie einige Kanonen und ein ihnen zur Verfügung stehendes Maschinengewehr ein. Diese Geschütze bilden zusammen mit einem ende veröffent- Taten der in bemächtigte sich Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mugge. 15 „Was ich sehe, ist wunderbar!“ rief der Junker.„Ich stehe erstaunt und kann es nicht fassen; doch läge alles Silber der Erde hier beisammen und sollte mein sein, so würde ich es dennoch glühend finden und fortwerfen, ehe ich täte, was du wolltest.“ „Du willst nicht?“ fragte der Lappe, nachdem er seine roten Augen lauernd starr auf ihn geheftet hatte. „Ich kann nicht,“ antwortete Johann.„Ich begehe kein Verbrechen.“ „Hier straft dich niemand“, flüsterte Afraja. „Aber mein Gewissen! Ich bin ein Mensch, ein Christ! Ich habe dir geschworen, zu allem Guten dir zu helfen. Ich will nach Trondhjem, nach Kopenhagen eilen, will dem Könige mich zu Füßen werfen, will ihm deine Geschichte er— zählen, und was die Gewalt der Wahrheit und des Rechtes nicht tut, das wird dein Silber vermögen. Laß ab, Afraja. Du wirst dich und alle verderben, die mit dir sind. Du bist klug, du mußt mit Klugheit handeln.“ Der alte Mann lächelte arglistig und ungläubig. Er schien es nicht begreifen zu können, daß Marstrand auch jetzt nicht wollte, nachdem er ihm das kostbare Gut gezeigt hatte, um welches die Menschen alles kun. Er betrachtete ihn ge— nau und scharf und hob die Fackel hoch, indem er ihm noch— mals seine verführerischen Worte zuflüsterte. „Ich gebe dir alles“, fagte er.„Was ich besitze, was ich Weiß, soll dein sein. Wo ist Hilfe für dich? Du mußt ver⸗ derben. Du wirst mächtig vor ihnen stehen, wirst Rache nehmen an deinen Feinden, sie hassen dich, sie verraten dich, Jüngling. Willst du dich zertreten lassen, bist du ein Mann?! Du rätst mir Klugheit, sei selbst klug. Du willst nicht? Und Gula— denkst du an Gula?“ „Nein, nein!“ rief Johann, daß es schallte und dröhnte, „auch um Gulas willen sollst du mich nicht haben!“ Afraja schüttelte zornig den Kopf. In dem roten Schein Nordens wohnten. Vielleicht waren es auch Zaubersprüche, die er vor sich hinmurmelte, während er unverwandt, die rollenden, blitzenden Augen-auf den Widerspenstigen richtete, der ein unheimliches Grausen davor empfand. „Laß uns gehen,“ sagte Marstrand,„ich will alles tun, was ich kann.“ „Du willst mich verraten?“ rief Afraja. „Niemals, ich bin kein Verräter.“ „Habe ich dir nicht Gutes getan, und bist du kein Nor⸗ mann?“ „Ich hoffe dir zu beweisen, daß ich dankbar bin.“ „Du sollst nicht fort!“ rief der Lappe. Marstrand stand still. Das wilde, drohende Gesicht des Häuptlings ließ ihn Böses ahnen.—„Was willst du tun?“ fragte er, indem er nach seinem Arme griff. Aber mit jugendlicher Gelenkigkeit sprang Afraja zurück, und indem er die Fackel über sich schwang und ein entsetz⸗ liches Gelächter ausstieß, floh er aus dem Gange in das weite Gewölbe, und plötzlich war überall dort Nacht und tiefes Schweigen. Nach wenigen strauchelnden Schritten hatte Marstrand die Verfolgung eingestellt. Er tappte bis an die Wand der Höhle und legte seine Hand auf einen der vorspringenden Kristalle. Der Gedanke ergriff ihn, daß er hier elend mitten unter Schätzen umkommen könne, aber er schwieg und unter⸗ drückte die aufkeimende Verzweiflung, da es ihm nicht denk⸗ bar schien, daß Afraja seine Gewalt bis zur äußersten Grau- samkeit treiben würde. Nirgends war ein Lichtschimmer zu entdecken, nirgends ein Spalt, durch den ein Hoffnungsstern herein schien, nirgends ein Luftzug, der die Nähe eines Aus— gangs verraten hätte. Er hatte keine Ahnung, wo er sich be⸗ fand, ob nah, ob fern vom Kilpis, ob in den Eingeweiden dieses heiligen Berges, ob in der Tiefe eines Fields. Sein Nachdenken brachte nichts heraus, er hörte auch kein Geräusch, während das leiseste sich hier bemerklich gemacht hätte. Mit steigendem Entsetzen dachte er daran, daß Afraja sich wirkilch entfernt haben könnte. „Ich weiß nicht, ob du mich hörst,“ sagte er endlich, so seiner Fackel sah er wie einer der tückischen, zauberkundigen Zwerge aus, die einst in solchen Höhlen und Klüften des wiederhergestellten alten „Ayesha“. Dieses arm augenblicklich die ganze wässern aufs äußerste D „2 Traesk.“ gefaßt er es vermochte,„aber ich hoffe es von deiner Redlich Han Mö ier Dies einzige Wort goß einen neuen Le Johanns Adern. In diesem Augenblick erst empf Grausige seiner Verlassenheit, und mit einem Griff packte er den treulosen Lappen. u rufst nach Gula,“ sagte der Alte,„ich will ihr führen. Mag sie dein Herz erweichen, du starr Mann, dessen Kopf härter ist wie die E (Fortsetzung folgt.) rser die artillerisisce Bewaff te Segelschiff stört und d delsschiffahrt in den ostindischen und trotzt allen Verfolgungen eng bensstrom d and er d isenberge im fieberhaft f dich ur agen 1 Schiffe. Vor einiger Zeit kaperte die„Ayesha“ einen eualischen Kohlendampfer namens„Oxford“. Der größte Teil der deut 1 Mannschaft siedelte auf den Dampfer über, der jetzt gewisserma 2 eine zweite„Emden“ geworden ist und Jagd auf englische 1 französische Handelsschifse macht. Englischerseits befürchtet man Zuüdte daß bereits eine Anzahl von Fahrzeugen den Sl, Dampfer zum Opfer gefallen sind. Den ostindis solbst Hafenbehörden sind bereits eine Reihe von Handelsdampfern wende ae. gemeldet worden. Die Hafenbehörden in Rangoon. ha laub eine öffentliche Warnung vor der„Ayesha ken „Oxford“ erlassen mit genauer Beschreibung der beide 175 Der Heilige Krieg. 15 Mailand, 9. Jan.(TU.) Die Unione meldet aus K sorder stantinopel: Der Scheik⸗ül-Islam hat dem Präsidenten der Tran ottomanischen Kammer die Mitteilung zugehen lassen, da lünger bisher 320 Millionen Mohammedaner sich für den Heiligen een Krieg erklärt haben und mit großer Begeisterung dem Rufe Preh des Padischah Folge leisten wollen. a I Sgchve Kopenhagen, 9. Jan.(T. U.) Nach Petersburge gunze Wremja⸗Nachrichten erklärte die p er sische Regierung fili ihre Unmöglichkeit, die russischen Forderungen nach ert Verhinderung des Zuzugs der persischen Stämme zum 17 9 Kalifenheer zu erfüllen. I Rumänisches. LCbam Basel, 8. Jan.(W. T. B. Nichtamtlich.) Wie den Basele 1 fü Nachrichten aus London berichtet wird, haben alle Rumänen, d 60 dem aktiven Heere angehören und im Auslande wohnen, den mache fehl erhalten, zurückzukehren. 0 1 Hotel Die Gekangenen der Engländer. 5 sonde Aus Madrid wird dem Berliner Tageblatt gemeldet: Am lassen Donnerstag wurden die meisten deutschen und österreichisch-ungar„Deu schen Kriegsgefangenen von Gibraltar fortgeschafft, und zwar, wie gehle die Blätter melden, nach St. Helena oder Malta, wahrscheinlich ihe aber nach England. 400 über 40 jährige sind vorläufig zurückge sreih blieben. Angeblich beabsichtigt England, alle Gefangenen don“ verrat Gibraltar zu entfernen. Bel dem Transport versuchte ein zu verb rlickgebliebener deutscher Gesangener zu entweichen. Er wurde für jedoch vom Posten erschossen. Er erhielt ein ehrenvoll milltärssches. Begräbnis. Den Sarg deckte die deutsche Flagge.— In Gibraltar] bersag ist die Spfonenfurcht besonders groß. Man hat dort die schärfsten 6 Maßnahmen getroffen. massen Kämpfe in Kamerun. aber London, 9. Jan.(J. U.) Hier vorliegende Meldungen! Indus aus Duala besagen, daß ein kleiner Teil der deutschen Streit. ö ordent lräfte, und zwar 10 Weiße und etwa 100 Farbige, sich nach 1 allem einem Ueberfall einer englischen Patrouille sich durch das von 1 kann den Engländern besetzte Gebiet geschlagen haben und c Einfu augenblicklich auf der St. Albertshöhe befinden. Diese von Hand. der Natur sehr geschützte Höhe ist von der handvoll Deutsche Das noch weiter geschützt worden und trotzte bisher jedem Am. Krieg, griff. Eine Operation größeren Stils wird gegen das kleine“ 2 Fort eingeleitet werden müssen. 3 dient. Das Explosions⸗Un lück in New Vork. deut Kopenhagen, 9. Jan.(T. U.) Wie aus Newyork gemeldet w schlag ist der Brand in der Untergrundbahn durch Kurzschluß entstand N Pro Das Unglück geschah morgens, als die Bahn den stärksten Betti kurz! aufwies und alle Geschäftsleute und Angestellten auf der Fahrt gesagt Arbeitsstätte waren. Die Feuerwehr stleg in der 55. Avenue ae Brandleitern in den Tunnel. Sie fand in zwei Zügen 700 Ret Doren infolge des starken Rauches der Brandkabel besinnungslos Zeit Mit Ausnahme einer Frau gelang es, alle ins Leben zur 0 höeten rufen. 900 dagegen mußten teils schwer verletzt, teils wos rauchvergiftet, ins Krankenhaus gebracht werden. 1 haft Winter in Italien.* 4 Genua, 8. Jan.(T. U.) Seit Anfang Januar ist in großen Teile Ober⸗ und Mittelttaliens heftiger Schneefall zu 9 8 zeichnen. Hier liegt der Schnee bereits 10 Itmtr. hoch. Die Agent haben große Verspätungen. Auch einige Straßenbahnlinien, in gtöße Umge ung mußten den Verkehr einstellen. Aus Mailand,& die g und anderen Orten werden ebenfalls Verkehrsstörungen gemel de Die Züge aus Mailand kommen mit mehrstündigen Ver und ungen an. aller. n. Ware 5 8 8 die wolle keit. Ich bin als dein Gast zu dir gekommen, und selbst die“ fit jenigen, welche deinen Stamm hassen und verachten, loben bereit seine Gastfreundschaft und Treue. Welche Schmach wo Mü es für dich, wenn du mich hierher gelockt hättest, um mich u nee verderben! Du willst mich erschrecken, doch du wirst nicht“ Per dadurch erreichen; lieber will ich tausendmal umkommen, ehe r ich mein Seelenheil verliere. Ich kann nicht und darf 11 die 9 Wisse aber, daß diese Tat dich verfolgen wird, und was wird ech Gula sagen, wenn du vor ihr stehst? Was willst du ant 5 worten, wenn sie dich nach mir frägt?“ l 0 Er schwieg, und es verging eine geraume Zeit, ohne de el ein Laut zu hören war. Der Verlassene wagte es nich ddl Stelle, wo er stand, aufzugeben. Er wußte nicht, ob er bein lch nächsten Schritte nicht schon in eine Tiefe stürzen oder, wenn mnie er einen Ausweg suche, sich unrettbar in diesen unterirdischen ind Hallen verlieren könne, die ihm unermeßlich groß schienen„ Je mehr er überlegte, um so weniger konnte er sich dart gez desinnen, wie er hierher gelangt sei; nur so viel war ih 15 gewiß, daß Afraja ihm irgend ein schwer betäubendes Geng. tränk gereicht haben mußte, und daß er dann seine Bewußk 1000 losigkeit benutzt hatte, um ihn an diesen verborgenen Ort duft bringen. Vielleicht war er dicht bei dem Tale, vielleicht gau“ 00 in Gulas Nähe, hinter der Wand ihrer Hütte, und sie konnte 10 seinen Ruf vernehmen. Von dieser Vorstellung ergriffen 1 rief er plötzlich mit großer Gewalt ihren Namen, der von 1 Echos wiederholt wurde. 1 0 „Zu mir, meine Gula, zu mir!— Oh! Du hörst mie id nicht. Du, die einzige, die mich nie verlassen“ und betrüges würde.“ 1 „Komm!“ sagte Afraja, indem er ihn am Arm ergris'] df Er mußte dicht neben ihm gestanden haben. bat 3 ersbun let Agen mme 0 n Da nänen, n, den eldet: 4 1 Gibtar i fen * ork. meldet i entstn Asten Veh er Fah „Apen 700 Nach ungslos en gurt teilb“ ist in! Kefall ch. Dit linien land,% ien e, gen 1 a sehß 1 achtel, 7 verraten, verbotene Geschäfte machen, das ist eine Gemeinheit, 28 fur versagt.“ schlagen, Hessen und Nachbargebiete. Gießen und umgebung. Profitpatrioten. Dem Hamburger Echo wird aus Kopenhagen geschrieben; 2„Was gegenwärtig in den größeren standinavischen Städten vorgeht, ist ein Skandal, und zwar so arg, daß selbst die einheimische Bevölkerung sich davon mit Ekel 1 wendet. Dem Schreiber dieser Zeilen wurde von durchaus glaubwürdiger Seite versichert und von einem höheren Be⸗ amten der dänischen Staatseisenbahnen bestätigt, daß ge— radezu ungeheure Mengen von Waren aus Deutschland nach Rußland und England über Dänemark und Schweden be— fordert würden. Die dänische Staatsbahn ist infolge dieses Transitverkehrs 0 so vollauf beschäftigt, daß die Beamten länger als gewöhnlich und angestrengter arbeiten müssen. Vesonders seien eine Zeit lang ganze Eisenbahnzüge voller Dreh bänke nach Rußland gegangen. In Dänemark und Schweden— sicher auch in Norwegen— befinden sich eine ganze Anzahl deutscher und russischer Agenten, die gegen— seitig Geschäfte abschließen. Die Waren werden natürlich zuerst an dänische oder schwedische Firmen adressiert, aber von diesen gleich weitergesandt. Und wenn dann ein Tag so recht„fett“ gewesen war, kann man sie sicher abends beim Champagner finden— natürlich hier nur nationenweise—, wo sie sich Patriotismus antrinken und patriotischen Radau machen, wie kürzlich in einem vornehmen Kopenhagener Hotel, so daß die einheimischen Gäste nicht allein protestierten, sondern auch angeekelt von diesen Gesellen, das Lokal ver— lassen. Patriotische Lieder, wie„Die Wacht am Rhein“, „Deutschland, Deutschland über alles“ usw., aus solchen Kehlen und in einem neutralen Lande gesungen, dessen Gast⸗ freiheit sie benutzen, um täglich ihr eigenes Vaterland zu indem sie mit den Feinden desselben Geschäfte, deren Charakterisierung die deutsche Sprache einfach Es ist bekannt, daß Rußland zwar immer neue Menschen⸗ massen aufbringen und in seine Heere stecken kann, daß es aber schon jetzt an Kriegsmaterial mangelt. Die russische Industrie ist noch nicht genug entwickelt, um den außer— ordentlichen Anforderungen nachkommen zu können; vor allem verfügt sie nicht über hinreichend Werkzeugnaschinen, kann diese auch nicht schnell genug herstellen. Daß da die Einfuhr von Drehbänken eine große Hilfe ist, liegt auf der Hand. Diese Drehbänke aber kommen aus Deutschland? Das ist nicht viel besser als die Lieferung eigentlichen Kriegsmaterials. Aber bei diesem Geschäft wird ja verdient, kolossal ver dient. Und das ist die Hauptsache! Laß sich die Blüte der deutschen Nation mit den Feinden Deutschlands herum⸗ tot oder zum Krüppel schießen, wenn nur der Profit blüht und die Geschäftemacherei dabei nicht zu kurz kommt. Vor kurzem wurde dem Schreiber dieser Zeilen gesagt:„Können Sie Zeißsche Instrumente und Gummi⸗ waren aus Deutschland herbeischaffen, sind Sie in kurzer Zeit ein reicher Mann!“ Und es soll wahr sein; die Russen bieten fabelhafte Preise für alles, was sie notwendig haben, was sie gerne aus Deutschland— auch trotz des Krieges— beziehen möchten.“ Weiter schreibt das Hamburger Parteiblatt: Leider gibt es außer diesen Lieferanten und ihren Agenten noch andere Profitpatrioten, die vielleicht noch größeren Schaden anrichten, Profitpatrioten, die im Inland die Kriegsnot ausbeuten. Wir meinen die Schar der großen und kleinen Lebensmittelwucherer, die durch allerlei Manöver, hauptsächlich durch Zurückhaltung der Waren, eine künstliche Teuerung schaffen und sie so steigern wollen, daß eines Tages ein gewaltiger Gewinn für sie ab— fällt. Von militärischen wie von bürgerlichen Behörden sind bereits mancherlei Maßregeln gegen diese dunklen Ehren⸗ männer unternommen worden, und die Festsetzung von Höchst⸗ preisen für bestimmte Artikel hat die Spekulation gemindert. Aber nicht ganz beseitigt! In der Erwartung, daß früher oder später die Preise eine Erhöhung erfahren würden, halten die Profitpatrioten ihren Vorrat zurück, um doch noch ein Geschäft machen zu können. Sie wissen ganz genau, daß es sich gerade bei den Höchstpreisen um ein sehr verwickeltes und schwieriges wirtschaftliches Problem handelt und daß die Neigung besteht, den„Hauptinteressenten“, nämlich ihnen selbst, starken Einfluß zu gewähren— an sich ja ganz begreik⸗ lich, weil die Beamten und Offiziere sich auf diesem Gebiet unsicher fühlen und auf den Rat von„Tachleuten“ angewiesen sind, die sich selbst natürlich nicht vergessen. Hier erscheinen durchgreifende Maßregeln am Platze: Beschlagnahmeder für Ernährungdes Volkes notwendigen Artikel. Genau so, wie der Staat mit vollem Recht seine Hand auf das legt, was ihm zur Aus rüstung und Versorgung des Heeres erforderlich erscheint genau so lege er auch die Hand auf das, wessen die Bevölke— rung bedarf! Und das muß beizeiten geschehen! Je länger „das freie Spiel der wirtschaftlichen Kröfte“ dauern kann desto mehr werden es die geriebenen Profitpatrioten ermög- lichen, sich selbst mit großem Gewinn zur Seite zu drücken und andere ihre Spekulation bezahlen zu lassen.“ — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Offizierstellvertreter Adolf Feidel aus Gießen, Jäger— bataillon Nr. 14. Unteroffizier Heinrich Nagel aus Gießen, Res.-Inf.⸗Reg. Nr. 116.— Feldwebel Ludwig Jung aus Kleinlinden, Infanterie-Regiment Nr. 116.— Wehr⸗ mann Jakob Brick aus Garbenheim, Res.⸗Inf.Reg. Nr. 87 — Wehrmann Karl Keiner aus Werdorf, Landswoo: Infanterie-Regiment Nr. 116.— Freiwilliger Walter Schreiber aus Ulm be Wetzlar, Inf. Reg. Nr. 1 D Ein Impf⸗Prozeß. Am Freitag hatte sich Rechtsanwalt Dr. Spohr Gießen vor der Strafkammer wegen Vergehen Patte das Impfgesetz zu verantworten. Spohr, der Impfgegner ist, ha seinen Sohn bis zu dessen achtem Lebensjahre der Impfung zu entziehen verstanden und beabsichtigte dies auch fernerhin zu tun. Ende Mai 1913 reichte er ein Zeugnis des Arztes Dr. Fischer in Wiesbaden ein, wonach die Impfung des jungen Spohr zur Zeit lebensgefährlich für diesen sei und serner, daß dieser vor 1. Juni 1914 nicht geimpft werden könne. Durch das Zeugnis glaubte der Vater die Impfung wieder um ein Jahr hinauszuschieben. Das Kreisgesundheitsamt ließ sich aber darauf nicht ein, sondern forderte Dr. Spohr auf Grund des§ 2 des Impfgesetzes auf, seinen Sohn dem Impfarzt vorzuführen, um festzustellen, ob die Lebensgefähr⸗ lichkeit des Impfens beim jungen Spohr noch besteht.— Als dieser Aufforderung nicht entsprochen wurde, erhielt Dr. Spohr einen Strafbefehl in Höhe von 10 Mark eventuell Haft, wogegen er Ein⸗ spruch erhob. Das Schöffengericht bestätigte die Strafe, wo⸗ gegen Dr. Spohr Berufung verfolgte. Vor der Strafkammer kam die Angelegenheit zwar zur Verhandlung, wurde aber nicht zu Ende geführt, weil Angeklagter seine Berufung zurücknahm, sodaß das Urteil des Schöffengerichts rechtskräftig wurde. Nun begann das Spiel wieder von vorne. Das Kreisgesundheitsamt forderte den Vater wieder auf, den Sohn zur Feststellung seines Gesundheits⸗ zustandes vorzuführen, oder ihn impfen zu lassen. Die Auf⸗ forderung wurde wieder nicht beachtet, es erfolgte Strafbefehl, den das Schöffengericht bestätigte. um die gegen das Schöffengerichts⸗ urteil eingelegte Berufung handelt es sich hier. Angeklagter bean⸗ tragt seine kostenlose Freisprechung. Er begründet dies damit, daß die neue Aufforderung zur Vorführung völlig überflüssig gewesen sei; er gebe zu, daß der Gesundheitszustand seines Sohnes jetzt die Impfung erlaube, er habe nach dem Gesetz aber ein ganzes Jahr Zeit— nach dem 1. Juni 1914— sie bewirken zu lassen, die Frist laufe also erst am 1. Juni dieses Jahres ab. Der Staatsanwalt beantragte Verurteilung. Nach Lage des Falles komme das privat⸗ ärztliche Zeugnis nicht mehr in Betracht. Die Verkündung des Urteils wurde ausgesetzt. — Beschäftigung der Kriegsgefangenen. Es 0 nicht ganz leicht, für die Gefangenen eine entsprechende Beschäftigung zu finden. Als die ersten Transporte nach Deutschland kamen, war mehrfach davon die Rede, die Gefangenen zur Kultivierung großer Strecken Oedland zu verwenden. Diese Absicht scheint aufgegeben zu sein, weil die Ueberwachung der zu solchen Arbeiten verwen⸗ deten Gefangenen auf ganz erhebliche Schwierigkeiten stößt. Trotz⸗ dem wird man darauf bedacht sein müssen, für die Gefangenen Be⸗ schäftigung zu finden, und es wird vielleicht doch nichts weiter übrig bleiben, als zu dem erstgehegten Plan zurlickzugreifen.— Für den weitaus größten Teil der Gefangenen bedeutet Arbeit eine will⸗ kommene Ablenkung, sie leiden nicht wenig unter der erzwungenen Nichttätigkeit und Langeweile.— Auf dem Trieb werden viele noch mit Herstellung der Wege und Instandsetzung des Platzes und der Baracken beschäftigt. Bei längerer Dauer des Krieges wird man voraussichtlich geeignete Arbeit beschaffen müssen. Bei jeder Art Arbeit muß natürlich auch berücksichtigt werden, daß den freien Ar⸗ beitern keine zu empfindliche Konkurrenz gemacht wird. — Besuch Verwundeter in Belgien. Amtlich wird bekannt ge⸗ geben: Dem Besuch verwundeter und kranker Krieger in den Lazaretten Belgiens stehen im allgemeinen Bedenken nicht mehr entgegen. Auch ist die Weiterfahrt mit der Eisenbahn über die Grenze für Besucher von Lazaretten in Belgien möglich. Die Weiterfahrt wird jedoch nur gestattet, wenn der Reisende im Befitz eines vom stellvertretenden Generalkommando vorschriftsmäßig ausgefertigten Ausweises ist. Weiblichen Angehörigen wird der Aufenthalt in Belgien nur ausnahmsweise erlaubt. Unter diesen Umständen ist die für Reisen zum Besuch kranker oder verwundeter, sowie zur Beerdigung verstorbener deutscher Krieger bestehende Fahrpreisermäßigung auf den Strecken der preußisch⸗hessischen Staatseisenbahnen und der Reichseisenbahnen in Elsaß⸗Lothringen auch bei Reisen bis zu den Uebergangs⸗ stationen nach Belgien gewährt worden, wenn die zu Besuchenden in belgischen Lazaretten liegen oder die Verstorbenen in Belgien beerdigt werden. — Einigungsämter. In den letzten Jahren sind zahlreiche Einigungsämter gegründet worden, die bestrebt sind, bei Streitig⸗ keiten und Zahlungsschwierigkeiten einen angemessenen Interessen⸗ ausgleich herbeizuführen und dadurch den Beteiligten langwierige und kostspielige Prozesse zu ersparen. In besonders großer Zahl sind diese Einigungsämter unter dem Drucke der Kriegsnot ent⸗ standen. Stadtverwaltungen, gemeinnützige Rechtsauskunfts⸗ stellen, Handels- und Gewerbevertretungen, sowie gemeinnützige Vereine sind Träger dieser Einrichtungen. An ihrer Spitze pflegt ein Rechtskundiger zu stehen, Beisitzer und Mitarbeiter sind Männer aus den verschiedensten Volks⸗ und Berufskreisen. Der⸗ artige Einigungsämter haben sich, bewährt. Daher hat nunmehr der Bundesrat durch eine Verordnung die Landeszentralbehörden ermächtigt, solchen Einigungsämtern eine Reihe von bedeutungs⸗ vollen Rechten zu verleihen, die geeignet sind, ihre Wirksamkeit zu fördern. So kann für Mieter und Vermieter, Hypothekenschuldner und Hypothekengläubiger die Verpflichtung zum Ae vor dem Eintaungsamte, sowie zur Auskunftserteilung festgesetzt und durch Ordnungsstrafen dieser Verpflichtung Nachdruck gegeben werden. Außerdem find beim Vorhandensein derartiger, durch die Landeszentralbehörden anerkannter Einioungsämter die Gerichte verpflichtet, in gewissen Fällen, zum Beispiel bei der Gewährung von Zahlunasfristen, vor der Entschefdung das Einigungsamt gut⸗ achtlich zu hören.— Wie wir vor kurzem mitteilten, hat das Gießener Elnigungsamt schon eine umfangreiche Tätigkeit ent⸗ wickelt. — Kriegsopfer des Buchdrucker⸗Verbandes. Das Verbands⸗ organ des Buchdruckerverbandes, der Korrespondent, teilt mit: Unsere Kriegsopfer beliefen sich nach den Meldungen bis zum Jahresschluß auf 754 Mann aus den Reihen des Verbandes. Auf jeden der fünf Kriegsmonate entflelen mithin 151 Kollegen, die der grimmige Völkerkampf erforderte. Leipzig, das allerdings ein sehr großes Kontingent seiner Mftalieder ins Feld rücken sah, hat schon 5 Prozent in seiner Verlustliste zu buchen. Das ist eine betrübend hohe Zahl. Außerdem sind 24 Prinzipale und 5 Fak⸗ toren gefallen. — Warnung vor einem Petroleum⸗Ersatzmittel. Es wird be⸗ kannt gemacht: Infolge des Petroleummangels werden in neuerer Zeit meßrere Petroleum-Exsatzmittel in, den Handel gebracht. So⸗ weit solche unter Verwendung von Rohnaphtha, Benzin oder Benzol hergestellt sind. was an den benzinartigen Geruch erkenn⸗ bar ist, muß vor deren Verwendung in gewöhylichen Petroleum⸗ lampen gewarnt werden, da sie mit erheblicher Explosions⸗ gefahr verbunden ist. Auch die Ersatzmittel, die diese Stoffe nicht enthalten, sind nur mit Vorsicht zu gebrauchen, insbesondere ist zu fohes Füllen der Oelbehälter und das Umhertragen der brennen⸗ Lampen zu vermeiden. — Vom Wetter. Die bisherige gelinde Witterung ist insofern nützlich, als weniger für Heizung aufgewendet zu werden braucht, was bei den heutigen Kohlenppeisen bei unbemittelten Leuten er⸗ heblich ins Gewicht fällt. Doch hat das für diese Jahreszeit warme Wetter auch seime Nachteile und bekanntlich sagen viele Bauernregeln einem warmen Fanmar manche schlimane Folgen noch. Nicht ohne Grund. Denm wenn jetzt durch das warme Wetter die Knospen an den Bäumen use. herausgelockt werden, so sind späteve Fröste, die doch wicht ausbleiben, um, so gefährlicher und wirken oft geradezu verheerend. Ausbleiben des Forstes bewirkt nebenbef auch Vermehrung des Ungezitefers, das für Frucht und Pflanzen gefährlich ist. Das Hochwasser der Lahn und Wieseck ist 1 wieder be⸗ deutend zurückgegangen. Dagegen wird vom Rhein, der Mosel und anderen Rhein⸗Nebenflüsson noch Steigen, gemeldet. Aus Worms wird vom Samsdag berichtet, daß der Rhein dort um 86 Zentimeter stieg; während die Mosel in Trier mit 482 Zentimoter den höchston Pegelstand seit 1910 erreichte. Kreis Wehlar. n. Kreistag bes Kreises Wetzlar. Bei den letzten Ergänzungs⸗ wahlen zum Kreistage sind folgende Mitglieder neu⸗ be, iehungs⸗ weise wiedergewählt worden: Fürst Karl zu Solms⸗Hohensolms⸗ Lich, Dr. Evnst Leitz, Fab ritbesiber in Wetzlar, Rentner August Hölmanm⸗Wetzlar, Landwirt Gustav Waldschmidt⸗Wetzlar, Holg⸗ händler Christian Cloos⸗Wetzlar, Generaldirektor Bergrat Gröbler⸗ Wetzlar, Apothekenbesitzer Sigmund Hiepe⸗Wetzlar, Fab rikbesitzer Adolf Neum glar, Bürgermeister Dr. Heinrich Kühm⸗Wetzlar, Stadtv. Mechaniker Kaspar Michaeli⸗Wetzlar, Gemeindevorsteher Karl Schmidt⸗Krofdorf, Gemeindevorsteher a. D. Georg Baussch⸗ Wißmar, Betriebsleiter Richard Spörer⸗Burgsolms, Beigeordneter Wilhelm Schupp⸗Hohensolms, Gemeindevorsteher Johannes Borck⸗ Hörnsheim und Gemeindevorsteher Karl Schmidt⸗Reiskirchen. * Rodheim a. d. Bieber. In japanischer Ge fangen⸗ schaft befindet sich ein Sohn des hiesigen Schreinermeistens K. Schlierbach. Dieser Tage ist ein Brief des Sohnes, der in Tsingtau mt der übrigen deutschen Besatzung gefangen genommen wurde, eingetrofsen, in dem er mitteilt, daß er sich in Fuko⸗Oko befinde, wo die deutschen Gefangenen gut verpflegt und behandelt würden. Sie erhielten europäische Kost.— Daß es den deutschen Ge⸗ fangenen in Japan nicht schlecht geht, sagt auch der Sohn eines unserer Partesgenossen in Breslau im einem vom 17. November datierten Briefe, der vor einigen Tagen im Breslauer Parteiblatt veröffentlicht wurde. Der Briefschreiber, der ebenfalls in Tsingtau gefangen wurde, ist bei Kummme in Südjapan untergebracht. Er schreiht u. a.:„Am 15. November, morgens 4 Uhr, kamen wir auf der Außenreede von Moji an; um 9 Uhr wurden wir ausgeschifft und um 1 Uhr ging es mit der Bahn per Extragzug 6 Stunden lang quer durch das herrliche Japan biz nach Kurume. Hier ist unsere 3. Kompagnie untergebracht, wo die anderen hingekommen sind, weiß ich nicht. Wie schon gesagt, geht es mir jetzt gut, wir sind in einer herrlichen Gegend, sehr gut unterge⸗ bracht, bekommen gutes Essen(heut' abend gab's zum Bespiel ge⸗ kochten Haifisch ff.). Zum Zeitvortreib werden wir in der Stadt herunngeführt, auch machen wir allerhand Turnspiele oder erhalten japanischen Sprachunterricht. Neben Essen und Schlafen ein herr⸗ liches Soldatenleben, was? Num möchten wir bloß gern wissen, wie es zu Hause steht, ob nun bald Frieden ist oder nicht. Nur sehr wenig von den Siegen unserer Kameraden zu Hause ist bisher zu uns gedrungen. Schreibt mir bald mal, wie es zu Hause steht, hoffentlich ist alles gesund und munter, so wie ich.“ Die Heilbehandlung in der Iuvaliden⸗Versicherung. Einen der wichtigsten Zweige der Invalidenversicherung bildet die Heilbehandlung, deren Zweck es ist, den invaliden Personen nach Möglichkeit Gesundheit und Arbeitsfähigkeit wiederzugeben. Die Zahl der heilbehandelten Personen ist in raschem Steigen begriffen. Sie wuchs von 10 564 im ersten Versicherungsjahr 1897 auf 114310 Personen im Jahre 1910 und 153 636 Personen im Jahre 1913. Unter den Krankheiten, die sich zur Heilbehandlung eignen, steht an erster Stelle die Lungen und Kehlkopftuber⸗ kulose. Auf sie entfielen 52 831 oder über ein Drittel der überhaupt Behandelten. 283 wurden wegen Lupus be⸗ handelt; weitere Unterscheidungen macht die Statistik nicht. Von den Tuberkulösen sind 99 Prozent, von den anderen Kranken 50,7 Prozent in„ständiger“ Behandlung. Unter „ständiger“ Behandlung ist das planmäßige Heilverfahren in Krankenhäusern, Bädern usw., unter„nichtständiger“ die Be⸗ handlung in der Sprechstunde des Arztes sowie alle ein⸗ maligen oder vorübergehenden Maßnahmen zu verstehen. Unter den Kranken befanden sich 89 796 Männer und 68 340 Frauen. Während bei den männlichen Patienten die Zahl der Tuberkulösen die der Nichttuberkulösen etwa um ein Drittel übersteigt, ist das Verhältnis bei den weiblichen Patienten gerade umgekehrt. Die Kosten des gesamten Heilverfahrens stellten sich im Jahre 1913 auf insgesamt 34 128 088 Mk. Davon entfielen 20 668 814 Mk. auf Lungen- tuberkulöse und 98 046 Mk. auf Lupuskranke; der Rest in Höhe von 13 366 228 Mk. auf andere Kranke. Von diesen Gesamtausgaben wurden den Trägern der Invalidenver— sicherung ein Bruchteil in Höhe von 8,0 Millionen Mark von den Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Gemeinden usw. ersetzt. 49 Millionen Mark der Gesamtkosten entfallen auf Hausgeld, hauptsächlich für die Angehörigen der Behandelten. Während im Jahre 1913 die„ständige“ Behandlung einen Kostenaufwand von 31/9 Millionen Mark verursachte, be⸗ liefen sich die Kosten der„nichtständigen“ Behandlung, die hauptsächlich in der Gewährung von Bruchbändern, Brillen, künstlichen Gliedern, Zahnersatz usw. besteht, auf 2,3 Mil⸗ lionen Mark. Die Kosten für einen„ständigen“ Behand- lungsfall stellten sich bei tuberkulösen Männern auf 6/07 Mk. pro Tag, bei tuberkulösen Frauen auf 4,41 Mk., bei den anderen Kranken auf 5,68 und 4.32 Mk. Die Behandlung der erkrankten Versicherten geschieht zum großen Teile in eigenen Heilanstalten, deren im letzten Jahre 79 in Betrieb waren. Davon waren 40 Heilstätten für Lungen ⸗ kranke und 39 Sanatorien, Krankenhäuser usw. Ferner wur⸗ den im Berichtsjahre 61 Wald⸗Erholungsstätten benutzt. Von den Lungenkranken wird ein großer Teil zunächst den Vor⸗ stationen überwiesen, die in zweifelhaften Fällen die Be⸗ werber längere Zeit beobachten, um festzustellen, ob eine Heilstättenbehandlung nötig ist oder noch Aussicht auf Erfolg bietet. Es sollen dadurch die stark in Anspruch genommenen Seilanstalten entlastet werden. Welches sind nun die Er⸗ folge der Heilbehandlung? Rechtfertigen sie die die Kassen ganz bedeutend belastenden Ausgaben? Die Statistik der Heilbehandlung unterscheidet zwischen Anfangs⸗ und Dauer- erfolgen. Der Zweck der Heilbehandlung ist die Wieder⸗ herbeiführung der Erwerbsfähigkeit im Sinne des§ 5, Ab- satz 4 des Invalidenversicherungsgesetzes. Ein Anfangs- erfolg wird angenommen, wenn bei der Entlassung aus der Heilbehandlung Erwerbsfähigkeit in jenem Sinne vorhanden ist, ein Dauererfolg, wenn dieser Zustand auch bei der Nach⸗ prüfung, die dreimal in Zwischenräumen von je 2 Jahren stattfindet, noch vorhanden ist. Betrachten wir zunächst die Tuberkulösen. Die Behandlung hatte hier den über⸗ raschenden Erfolg, daß von je 100„ständig“ behandelten Personen 92 als geheilt entlassen werden konnten. 44841 Personen konnten so der schrecklichen Krankheit entrissen wer den. Der Prozentsatz der Anfangserfolge ist im Laufe der Jahre wesentlich gestiegen. Nicht so günstig wie die Anfangs- erfolge sind die Dauererfolge, da mancher scheinbar Geheilte später doch wieder dem Leiden verfällt. Andererseits. werden freilich auch garnicht so selten noch nachträgliche Heilerfolge festgestellt. Von den im Jahre 1908 Behandelten waren am Schlusse des Jahres 1913 nur noch 48 Prozent voll erwerbs⸗ Franzosen fähig. Von den 1911 Behandelten Waren es noch 66 Prozent und von den 1912 Behandelten noch 83 Prozent. Auch die Dauererfolge haben sich im Laufe der Jahre gebessert. Es ist anzunehmen, daß mit der zunehmenden Behandlung der Krankheit gleich im Anfangsstadium schließlich wenigstens zwei Drittel aller behandelten Schwindsüchtigen definitiv ge⸗— heilt werden. Damit würden sich aber die Aufwendungen der Kassen auch vom rein rechnerischen Standpunkt aus recht⸗ fertigen, da ohne diese Kuren die Kranken und mit ihnen ihre Familien unter Umständen der Kasse jahrelang zur Last fallen. Bei den Lupuskranken wurde für 88 Prozent, bei den übrigen Kranken für 91 Prozent ein Anfangserfolg erzielt. Tahesberichte des Hroßen Hauptguartiers Im Westen Einzelerfolge. Lage im Osten unverändert. W. B. Großes Hauptquartier, 9. Jan. vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Die ungünstige Witterung— zeitweise wolkenbruch— artige Regen mit Gewitter— hielt auch gestern an. Die Lys trat an einzelnen Stellen über ihre Ufer. Mehrere feindliche Angriffe nordöstlich Svoissons wurden unter erheblichen Verlusten für die Franzosen zurück⸗ geschlagen. Ein französischer Angriff bei Perthes, nördlich des Lagers von Chalons, wurde unter schweren Verlusten für den Feind abgewiesen. Im Ostteile der Argonnen machten unsere Truppen einen erfolgreichen Sturmangriff, nahmen 1200 Franzosen gefangen und erbeuteten einige Minenwerfer und einen Bronzemörser. Schlesische Jäger, ein lothringisches Batzillon und hessische Landwehr zeichnete sich hier aus. Ein vorgeschobener, von uns nicht besetzter Graben bei Flirey wurde in dem Augenblicke gesprengt, in dem die von ihm Besitz genommen hatten. Die ganze französische Besatzung wurde vernichtet. Oestlich und südlich Sennheim änderte sich nichts. Die Franzosen wurden aus Ober-Burnhaupft von den vorgelagerten Gräben in ihre Stellungen zurückgeworfen und ließen über 190 Gefangene in unseren Händen. Oestlicher Kriegsschauplatz: Die Lage im Osten ist bei anhaltend schlechtem Wetter unverändert. Unsere Beute vom 7. Januar hat sich auf 2000 Ge⸗ fangene und 7 Maschinengewehre erhöht. * W. B. Großes Hauptquartier, 10. Jan., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: 5 Das schlechte Wetter hielt auch gestern an. Die Lys ist an einzelnen Stellen bis zur Breite von 80 Meter über die Ufer getreten. Feindliche Versuche, uns aus unserer Stellung in den Dünen bei Nieuport zurückzudrängen, schlugen fehl. 5 Nordöstlich Soissons wiederholten die Franzosen ihre Angriffe, die gestern sämtlich unter großen Verlusten für sie abgewiesen wurden. Ueber 100 Gefangene blieben in unserer Hand. Die Kämpfe dortselbst sind heute wieder im Gange. Westlich und östlich Perthes(nordöstlich des Lagers von Chalons) griffen die Franzosen erneut heftig an. Die Augriffe brachen unter sehr schweren Verlusten für die Franzosen zusammen. Wir machten etwa 150 Gefangene. In den Argon nen gewannen wir weiter Gelände. Hier wie in der Gegend von Apremont, nördlich Toul, dauern die Kämpfe noch an. Am 8. Januar abends versuchten die Franzosen erneut das Dorf Ober Burnhaupt im Nachtangriff zu nehmen. Der Angriff scheiterte gänzlich. Unsere Truppen machten weitere 230 Franzosen zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinengewehr, sodaß sich die Beute von Ober-Burn⸗ haupt auf zwei Offiziere, 420 Mann und ein Maschinengewehr erhöht. Die Franzosen hatten auch hier scheinbar schwere Verluste. Eine große Menge an Toten und Verwundeten liegen vor der Front und in den angrenzenden Wäldern. Gestern fanden nur kleine Gefechte im Ober-Elsaß statt. Gegen Mitternacht wiesen unsere Truppen bei Nieder— Asbach einen französischen Angriff ab. Oestlicher Kriegsschauplatz: Die Witterung hat sich noch nicht geändert. Auf der ganzen Front blieb die Lage unverändert. Kleinere russische Vorstöße südlich Mlawa wurden abgewiesen. Oberste Heersleitung. Russischer Bericht. Kopenhagen, 10. Jan.(T. U.) In dem letzten des russischen Generalstabes heißt es: Auf dem linken Ufer der Weichsel nehmen die Kämpfe auf der Linie von Sucha bis zum Gutshofe Moghely einen immer hart⸗ näckigeren Charakter um. Die Deutschen greifen an verschiedenen Punkten unsere Stellung trotz der ernstlichen Verluste, die sie er⸗ leiden, hartnäckig an. An verschiedenen Stellen gelaug es dem Feinde, sich vorübergehend einiger unserer vorgeschobenen Lauf⸗ gräben zu bemächtigen. Die Kriegslage. Oesterreichische Stimmen. Die Wochenrückblicke auf die Kriegslage konstatieren das Scheitern aller Offensivversuche der Franzosen und Russen und durch die Witterung zwar gehemmte, aber doch unauf⸗ haltsame Fortschritte der deutschen Offensive gegen Warschau, wo die Entscheidung für den ganzen östlichen Kriegsschauplatz fallen müsse. Streffleurs Militärblatt berichtet von einer Ermattung der Russen in der Gegend von Dukla und Schwierigkeiten des Nachschubs westlich von Przemysl. Ein Schweizer Urteil. Der Berner Bund schreibt zur Kriegslage: Nach und mach sind vier Trotzstellen an der deutschen Front sichtbar ge— worden: Lombardtzyde Ypern, Lens Albert, Perthes— Jemesnil und Flirey—Cirey, aber stärker als die Kämpfe Commumique an diesen Punkten, wo ein Durchbruch geplant oder gewisser⸗ maßen vorerokiert schien, spielt sich der erzentrische Kampf um Steinbach ab, der vermehrte Aufmerksamkeit fordert. Zu dem Vorstoß der Deutschen am Sucha⸗Abschnitt schreibt das Blatt, daß dieser Kampf die Entscheidung der Schlacht vorbereite. Jeder Streifen, welcher hier von den Russen abgeschält werde, entblöße und schwäche ihren rechten Flügel und mache das dahinter liegende Warschau sichtbarer und verwundbarer. Der Bund hält daher die strategische Lage der Deutschen und Oesterreicher im Osten für gesund und vielversprechend, die der Russen für weniger günstig, ohne daß schon eine Entscheidung nach irgendeiner Seite ge⸗ fallen wäre. Der Abnützungskrieg. In einem Artikel über die Entwicklung des Krieges schreibt der Temps: Der Krieg hat einen Charakter ange⸗ nommen, den man nicht erwartet habe. Man müsse jetzt mit einem Abnützungskriege rechnen und deshalb die gefährliche Ungeduld vermeiden. Deutschland könne trotz großer Menschenverluste noch viele Reserven aufstellen. Die Ver⸗ bündeten könnten den Sieg nur um den Preis härtester Opfer erringen. Deutschland sei noch nicht am Ende. Die großen Schwierigkeiten würden im Frühjahr beginnen, namentlich wenn die Neutralen hart blieben. Der Krieg, den Frankreich augenblicklich führe, sei eine harte Prüfung. Die Ungeduld wünsche eine Beschleunigung der Operationen, aber es sei Geduld nötig. Oesterreichisch⸗ungarische Tagesberichte. Wien, 9. Zaun.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: 9. Jan., mittags. In Westgalizien, wo sich die Gegner zumeist bis auf die nächsten Distanzen gegenüberstehen, wurde gestern ein Nacht ⸗ angriff des Feindes auf den Höhen nordöstlich Zak⸗ liezyn abgewiesen. Nördlich der Weichsel dauert der Geschützkampf an. Die Kirche einer größeren Ortschaft in Russisch⸗Polen mußte gestern in Brand geschossen werden, da die Russen auf dem Kirchturme Ma⸗ schinengewehre eingestellt hatten. In der südlichen Bukowina und in den Karpathen nur Plänkeleien Wien, 10. Jan.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: 10. Januar: Die allgemeine Lage hat sich nicht geän⸗ dert. Südlich der Weichsel beschossen die Russen gestern unsere Stellungen ohne jeden Erfolg; sie richteten ihr Feuer namentlich gegen eine von uns besetzte Höhe nordöstlich von Zaklicezyn. Nördlich der Weichsel stellenweise heftiger Geschütztampf Ein Ver⸗ such des Gegners, mit schwächeren Kräften die Nida zu passieren, mißlang. In den Karpathen herrscht Ruhe. Zwei Aufklärungs⸗ detachements des Feindes, die sich in der Bukowina zu nahe an unsere Vorpostenlinien heranwagten, wurden durch Artillerie- und Maschinengewehrfeuer zersprengt. Am südlichen Kriegsschauplatz kurzer Geschützkampf bei den östlich Trebinje bis an die Grenze vorgeschobenen eige⸗ nen Stellungen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant., Der Krieg im Orient. Türkische Erfolge. Konstantinopel, 10. Jan.(Ctr. Frkft.) Nach zuver⸗ schon vor einiger Zeit das Stadtgebiet von Täbris verlassen hatten, jetzt auch dessen Umgebung und zogen sich mit ihren Besatzungsabteilungen nach Dschulfa zurück. Die Russen ver⸗ sammeln dort größere Streitkräfte, um den Uebergang über den Araxes zu verteidigen. Die Preisgabe der Interessen⸗ zone in Nordpersien vollzieht sich für Rußland unter ehernem Zwange: Auf der einen Seite rückt die türkische Armee siegreich vor, auf der anderen Seite haben sich die Schach se— wennen, der mächtigste Kriegerstamm Persiens, jetzt ein⸗ mütig gegen die russischen Bedrücker erhoben und machen gemeinsame Sache mit den Türken. Deutscher Sieg in Ostafrika. Aus den Mitteilungen des Reichskolonialamts ist schon bekant geworden, daß die Engländer in Deutsch-Ostafrika eine empfindliche Schlappe erlitten haben. Nun wird der Morgenpost ein Bericht zur Verfügung gestellt, dem folgende interessante Einzelheiten zu entnehmen sind: Die Kämpfe in unseren Kolonien sind fast durchweg siegreich für uns ver— laufen. Der größte Sieg wurde in Tanga erfochten. Dort landeten die Engländer und Inder in einer Stärke von 8000 Mann. Die Deutschen, höchstwahrscheinlich nur 2000 Mann stark, lockten sie in eine Falle und brachten ihnen am ersten Tage einen Verlust von 600 Mann an Toten und Verwundeten bei. Am nächsten Tage erhielten sie Verstärkungen und schlugen die Engländer vollständig. Diese verloren insge— samt 3000 Maun und flüchteten auf ihre Transportschiffe zurück. Unsere Verluste waren verhältnismäßig gering. Kämpfe in Kamerun. Der Gouverneur von Westafrika telegraphiert: Die Deut⸗ schen haben mit starten Kräften Edeg in Kamerun heftig ange⸗ griffen. Sie wurden mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen. 10 Europäer und 34 eingeborene Schützen wurden auf dom Felde gefunden. Wir haben ein Mnuschinengewehr und 50 Gewehre er⸗ beutet. Unsere Verluste sind ganz gering. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Wochen marktpreise in Gießen am 9. Januar 1915 Butter per Pfd. 1.05—1.20 Mk.] Schweinefleisch ver Pfd. 80—96 Pfg. Milch Liter 22 Pfg.] Hammelfleisch per Pfd. 70—90 Pfg. Hühnereier Stück 12—13 Pfg Kartoffeln p. Malter 7.00 Mk. Gänseeier Stück— Pfg.] Kartoffeln Pfd. 4 Pfg. Käse Stiick 6—8 Pfg. Zwiebeln per Pfund 12—15 Pfg. Käsematte 2 Stück 5—6 Pfg.] Blumenkohl per Stck. 15—30 Pfg Tauben ver Paar 0.80— 1.20 Mk Kohlrabi Stck. 5— 10 Pfg. Hühner per Stück 1.20—1.80 Mk.] Weißkraut p. Haupt 8—12 Pfg. Hähne ver Stück 1.50—2.50 Mk.] Rotkraut p. Haupt 15—25 Pfg. Gänse ver Pfund 0.80—0.90 Pfg.] Wirsing vp. Haupt 10—20 Pfg. Ochsenfleisch per Pfd. 0.86—0.94 Mk.] Aepfel ver Pfund 12— 20 Pfg. Kalbfleisch per Pfd. 70—80 Pfg.] Birnen Pfund 10 15 Pfg. Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 80—84 Pfg.] Nüsse 100 Stück 40—50 Pfg Verstorbene. Georg Schultheis in Gießen, 82 Jahre alt. — Wilh. Weitzel, Lehrer in Lollar, 50 Jahre alt.— Balthasar Mootz 2. in Großen-Buseck, 72 Jahre alt.— Eduard Nix, Korb⸗ machermeister in Alsfeld, 66 Jahre alt.— Marja Zinn, gab. Dörr, in Eifa b. Alsfeld, 73 Inhre alt.— Anna Margaretha Steuernagel, geb. Heddrich, in Rainrod b. Alsfeld, 37 Jahre alt a 85 2 Vergebung von Sielbauarbeit Die Sielbau arbeiten für die Herstellung der 0 zwischen Kaiser⸗Allce, Licherstraße und Alter Steinbacherweg sollen Montag, den 18. Januar dieses Jahres, vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Die Bedingungsunterlagen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote nuf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum ve N Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzureichen.— Zuschlagsfrist 5 Wochen.. Gießen, den 8. Januar 1915. t Städtisches Tiefbauamt. Braubach. empfehlen wir: Ein Pfund-Pakete und halb Pfund- Pakete mit Schokolade, Tee Kakao- Würfel, Keks, Lebkuchen und Kaffee Cefabu, sowie Kaffee- Würfel. Asbach-Cognac, Rum etc. in Feld- postpackungen fertig zum Versand. Ausserdem: 15 Schokoladen, Pralinen, Likör- und Cognac-Bohnen von nur erst- klassigen Firmen. N Beschwister Leo Schokoladenhaus Giessen Bahnhofstr. 23 Giessen Bahnhofstr. 23 ——— Freie Turnerschaft Gießen. Samstag, den 16. Januar, abends 8½ Ahr, im Gewerlischaftshaus(Doppelzimmer) liegen vor genaunten — — bermlefül .—————— General⸗Versammlung. In Anbetracht der sehr wichtigen. Tagesordnung ersucht 9 Der Vorstand. 2 Frauendienst um vollzäh' iges Erscheinen Nationaler Allg. Deutscher Frauenverein Ortsgruppe Gießen. Das Verpacken, Schreiben und Adresfieren von Feldpostsendungen besorgt bereitwilligst und unentgeltlich Montags, Mittwochs und Freitags von 10 bis 12 Uhr vormittags: Frau Professor Kalbfleisch Südaulage Nr. 4, 2. St. Außerdem erteilt Auskunft über Adresse und Rat für Feldpostbriefe gern und unentgeltlich in ihrer Sprechstunde die 5 Frauenrechtsschutzstelle Gießen Mittwoch nachmittags von 6½¼½ bis 8 Uhr im alten Rathaus. r ̃.]” Orainagearbeifer Sue anlage militärfrei,(Stenogr. u. Maschinen⸗ schreiber) wünscht sich per 1. April gesucht nach 1915 zu verändern. Heuchelheim. Unternehmer L. Schneider Offerten unter Nr. 32 an die Exped. der Oberhess. Volksatg. Tüchtiger Ein gebrauchter: Kassen schrank Werkzeugmacher für Ausgabe u Instandhaltung der zu kaufen gesucht. Werkzeuge, mit Universal⸗Fräs⸗ u. Angebote unter C. D. 1234 an die Geschäftsstelle der Oberhesf, Schleifmaschinen vertraut, für dau⸗ ernde Beschäftigung gesucht. Volksgtg. erbeten. 0 Offerten mit Angabe der Militär⸗ Hadl- peer esse verhältnisse und Lohnansprüche bei Direktion: Hermann Steingobetter freier Wohnung unter Nr. 12 an Dienstag, 12. Januar, die Oberh. Volkszeitung erbeten. abends 8 Uhr 8. Dienstag⸗ Abonn.Vorstellung.. 0 5 3„. Weh' dem, der lügt Tustspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Ende gegen 11 Uhr. Gewöhnliche Preise(erm J f die 11 Zu obi, b Arbeite ustav N kesponde Zu der schienen mn lung ver gien eine Aegeführt, olph K 5 ien offen sucht, die ea Arbeite ie bewe c will ver ens ich der In der ich nach u, weder gen sozialb sbales Un l burch? t vertret übermitte ien in D lungen die Mi len. Mie L entgeg ühten. uns für ausgeste Um ein des auf e der Ar die Ma Ufteil fen. Das * sich g uber smiss seitage 1 wurde g liert. S er Haup haltun Vorers 2 lehr