. 5 1 E 9 hel E * 5 A Organ für die Interessen des werktätigen Voltes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. die Oberbessische Volkssettuna erscheint jeden Werktag Abend in Redaktion und Exvedition Gießen, Babnbofftraße 23, Ecke Löwengasse. Telepbon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man bis abends 7 Nor für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben Gießen, Donnerstag, den 7. Jauuar 1915 10. Jahrgang vn ietzen Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich — 0 Bfa. einschl. Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. d am. r vet den . J Höchsl⸗ * Ne. Hö e K 3 2240 0 1 öhere Höchstpreise? der- Die Höchstpreise für Brotgetreide erfahren ab 1. Januar eir nauer Fbtomatische Steiger ung von 3 Mark im Mong, außerdan de mit d sie durch eine Zusatzverordnung schon am 21. Dezember wieder Pre 14 Mark pro Tonne erhöht worden, die als reeller Gewinn dem de an wischenhandel zugesprochen wurden. Trotzdem sind Bestrebungen n pol Gange, um die Höchstpreise abermals, diesmal um ein beträcht⸗ ufs. es Stück, weiter in die Höhe zu treiben. Zum Wortführer dieser ie fel estrebungen macht sich der Rektor der Handelshochschule in Berlin, 28 frof El öbacher. Er verlangt in einem Artikel der Täglichen 0 n sundschau die Erhöhung der Höchstpreise um 30 un d g 1 4 8 5 1 0 ssah also in Berlin am 1. Februar die 5 9 Roggen auf 257 Mark, die Tonne Weiz rauf 317 Mark n N len würde ne Weizen gar auf 317 Mark en e Natürlich läßt sich eine solche Forderung nicht mit der Not der e undwirtschaft begründen. Diese Not mag bei kleineren Land⸗ Grosch rten vorhanden sein, ist aber durch die Verhältnisse des Kriegs⸗ standes hervorgerufen und kann durch noch so hohe Getreide⸗ dn eise nicht beseitigt sein. Die Getreide verkaufenden Großgrund⸗ — ssitzer sind aber schon bei den gegenwärtigen Höchstpreisen gewiß Gekes Les eher als Märtyrer. Prof. Eltzbacher begründet darum sein ** rlangen nach höheren Höchstpreisen nicht in der Weise, wie sie 0 66. Friedenszeiten üblich ist, sondern er will die Verteuerung des b otes als kriegswirtschaftlichen Selbstzweck, um — urch sie ein sparsameres Umgehen mit den wichtigsten Ahrungsstoffen zu erzwingen. Nach seiner Rechnung fehlen 85 us infolge abgeschnittener Zufuhr 2 Millionen Tonnen Weizen, nessend Millionen Tonnen Gerste und 1 Million Tonnen Mais, sodaß it 1014 ran mit der inländischen Erzeugung von 15 Millionen Tonnen 4, und krotgetreide auf das sorgfältigste haushalten müsse. Der langen ede kurzer Sinn ist: das Brot muß teurer werden, damit seniger Brot gegessen wird! Die Gründe, die gegen Eltzbachers Forderung sprechen, liegen uf der Hand. Brot ist für die Massen der Bevölkerung— zum — I terschied von den Besitzenden, die es nur als Zubrot genießen bre al. e das Hauptnahrungs mittel. Woher für die aus⸗ Alsfeld, ünlenden Mengen Ersatz beschafft werden soll, ist bei den Nilbeln ben Preisen für Hülsenfrüchte nicht abzusehen. Die zuständigen hre alt. I tellen werden sich darum gewiß nicht der Erkenntnis verschließen, ß es den breiten Massen schwere Entbehrungen 7 Aferlegen hieße, wollte man den Brotpreis absichtlich noch her treiben, als er ohnehin schon ist. Eine solche Maßnahme l. kürde die Stärke Deutschlands als kriegführende Macht nicht leigern, ja schon das öffentliche Verlangen nach ihr dürfte die ind ein isgner in der Hoffnung bestärken, daß ihre Versuche, Deutsch⸗ wandert lend auszuhungern, am Ende doch Erfolg haben könnten. Mit Recht vergleicht man Deutschlands Stellung mit der einer 10 lagerten Festung. Doch in einer belagerten Festung muß zu rerst für diejenigen gesorgt werden, bei denen die Gefahr einer Offen ktischen Aushungerung am größten ist. Wenn, sagen wir bei⸗ 10 stelsweise, die geforderten Höchstpreise von 5 Prozent der Be⸗ gonsun ulkerung so gut wie gar nicht empfunden werden, wenn sie für ngebum leiter 80 Prozent in verschiedenen Stufengraden gerade noch eträglich sein sollten, so blieben immer noch 15 Prozent der Be⸗ — I lterung, für die bei ihrem geringen Einkommen eine weitere Er⸗ 1 chung der Brotpreise eine direkte Gefährdung bedeuten würde. Bevölkerung, so groß oder so klein er sein mag ie Verhältniszahlen sind willkürlich angenommen), müßte dann uch eine viel höhere Fürsorge entfaltet werden, damit er nicht in iner Ernährung so gut wie ganz auf die Kartoffeln ange⸗ mesen sei. Wenn Brot gespart werden muß, so soll es gleich- häßig an allen gespart werden, nicht aber an den lermsten allein! Was soll nun nach Eltzbachers Vorschlag mit den 30 Mark und om 50 Mark geschehen, um die die Tonne Roggen resp. Weizen ver⸗ ert werden soll? Herr Eltzbacher enthüllt da den agrarischen ud kapitalistischen Pferdefuß seines Vorschlags, indem er wohl⸗ mut schreibt: Man steigere den ffür Weizen um 50 Mark. sogut Erhöhung der Getreidezölle möglich gewesen ist. ür diesen Teil der Höchstpreis für Roggen um 30 Mark, den Das ist ebensogut möglich, wie eine Man stoße sich un micht daran, daß dabei manchem ein unverdienter Gewinn in den 6 Schoß fällt, denn den größten Gewinn von der Erhöhung der 5 Höchstpreise hat die Gesamtheit,(1) Man fürchte auch nicht den — Groll der Verbraucher: die zahlreichen Kräfte, die sich jetzt den 2 Fragen der Volksernährung widmen, werden imstande sein, die i Verbraucher darüber aufzuklären, daß die Erhöhung der Höchst⸗ 9e preise nur um ihretwillen geboten ist. Wahrlich, eine prächtige Fürsorge für die„Gesamtheit“, bei dr die Geldbeutel der Getreideproduzenten und Händler in geichem Maße voll werden, wie die Mägen der Verbraucher ber! Nein, wenn wirklich zu irgendeinem Zeitpunkt. eine weitere Jreiserhöhung aus kriegswirtschaftlichen Gründen für notwendig gchalten werden sollte, dann darf kein Pfennig davon in die Taschen bir Produzenten und der Händler fließen! Dann muß, der schon lüngst da sein sollte, der staatliche Getreide vertrieb kmmen, der die vorhandenen Vorräte zu angemessenen Preisen vin den Besitzern übernimmt, um sie zu Preisen, wie sie aus kriegs⸗ nirtschaftlichen Gründen notwendig sind, an die Verbraucher neiterzugeben. Dann kann die Differenz, der unter Umständen schr hohe„Handelsgewinn“, der sich daraus für den Staat ergibt, auf dem Wege der sozialen Fürsorge wieder denen du geführt nerden, die unter der Teuerung am schwersten leiden. 5 WMollten die zuständigen Stellen den Weg Eltzbachers gehen, so nürden sie den Armen nehmen, um den Reichen zu geben. Was 1 5 die geltenden Höchstpreise den Produzenten und Händlern an rausbezahlter„Kriegsentschädigung“ geleistet wird, ist aber wahrhaftig schon mehr als genug! Eine weitere Steigerung 15 uwendungen auf Kosten der Verbraucher würde von diesen als schlimme Ungerechtigkeit empfunden und mit tiefer Erbitterung Albanien, der neue 3 Für die Behandlung der ganzen schwierigen und wichtigen Brotfrage gilt die Forderung: Weniger Rücksichtnahme auf agrarische und kapitalistische Interessen!l Mehr Sozialismus! ** Der albanische Hexenkessel. Neuer Zündstoff ist am Balkan entstanden durch daz wilde Aufflackern des Aufruhrs in Albanien. Die Angriffe der muselmanischen Aufständigen auf Durazzo, das Essad Pascha hält, hat Italien auf den Plan gerufen, das angeb⸗ lich zum Schutze der Fremden Kriegsschiffe nach Durazzo sendet. Auch Griechenland wird dem nicht ruhig zusehen. In russischen Kreisen zeigt man sich sehr beunruhigt und geärgert über das Vorgehen Italiens am Balkan. Folgende Nachrichten liegen aus Albanien vor. Rom, 5. Jan.(J.) Nach der Tribuna verlangten die mohammedanischen Aufständischen in Durazzo namens der Türkei die Auslieferung des serbischen und französischen Ge⸗ sandten. Nachdem Essad Pascha dies abgelehnt hatte, griffen die Aufständischen die Stadt an, wurden aber durch die Ge— schütze der italienischen Schiffe zurückgeschlagen. Die italie⸗ nische Kolonie sowie die Gesandtschaften Italiens, Frank⸗ reichs und Serbiens hatten sich mittlerweile an Bord der italienischen Schiffe zurückgezogen. Rom, 5. Jan.(TU.) Die Idea Nazionale veröffenk⸗ licht ein Telegramm aus Durazzo, wonach Essad Pascha dorthin zurückgekehrt sei und in der nächsten Nähe der Stadt mit den Rebellen Kämpfe stattfinden. Alles sei zur Ver⸗ teldigung Durazzos vorbereitet. Von kompetenter Seite werden diese Nachrichten bestätigt und wiederum versichert, daß die italienische Regierung keine Landung beabsichtige, sondern nur den Italienern und Fremden eine Zuflucht an Bord der„Sardegna“ bieten will.. Rom, 5. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Wie Giornale d'Italia ausführt, wird die Lage bei Durazzo ernster, weil die Aufständischen entschlossen sind, die Stadt zu besetzen, von der sie nicht mehr weit entfernt sind. Nach ganz neuen Meldungen, die abends bei der Re⸗ gierung eingetroffen sind, erscheint gegenwärtig eine Gefahr ausgeschlossen zu sein, da beträchtliche Streitkräfte Essad Paschas energisch Widerstand leisten. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die in Durazzo und anderen Orten umlaufenden Gerüchte über eine bevorstehende Landung italienischer Matrosen nicht zu der Annahme führen dürfen, daß die Regierung zu einer solchen Maßregel ent. schlossen sei. Sie entspringen einzig der berechtigten Besorg⸗ nis der italienischen und anderen fremden Kolonien. Das einzige, was sicher ist, ist, daß die italienische Regerung cutschlossen ist, die Sicherheit der Fremdenkolo⸗ nien in Durazzo zu gewährleisten. Zu diesem Zwecke wird, falls die Aufständischen dazu übergehen sollten, Durazzo unmittelbar anzugreifen, ein Transportschiff zur Verfügung des Admirals Patris entsandt. Italiens Absichten. Rom, 5. Jan.(Ctr. Frkft.) Die gesamte italienische Presse sagt, daß Italien nicht daran denke, sich um die inneren Händel Albaniens zu kümmern. Die Blätter, welche von den albanischen Exeignissen eine Fest⸗ legung und Ablenkung Italiens von der Beteiligung am Großen Krieg fürchten, tadeln es, daß die italienischen Schiffe vor Durazzo sich am Kampf beteiligt hätten, wodurch die Aufständischen veranlaßt werden könnten, nach Valona zu marschieren. Wenn Italien Valong halten wolle, so wären dazu 50 000 Mann nötig, die jetzt unentbehrlich seien. Russische Eifersucht. Rom, 5. Jan.(Ctr. Frkft.) Die herben und eifersüch⸗ tigen Kommentare russischer Blätter über die Besetzung von Valona und die angeblichen Aspirationen Italiens nach der Vorherrschaft am Balkan, erregen hier peinliches Aufsehen. Die drohende Sprache der russischen Presse zeigt deutlich, daß Italien für seine Ansprüche, wegen deren es die Kriegs⸗ parteien zum Krieg gegen Oesterreich an der Seite der En— tente drängen, von der Entente selbst nichts zu hoffen hat. Griechenland mischt sich ein. Wie die Stampa meldet, wird in Durazzo ein griechi⸗ sches Kriegsschiff erwartet. Die Athener Regierung hat sich zu seiner Entsendung entschlossen, ohne die Signatarmächte der Londoner Beschlüsse zu befragen, auf Bericht des griechi⸗ ünd Der Krieg im Orient. Nach Meldungen aus Kairo fanden zwischen den Beduinen und den anglo⸗indischen Posten jenseits des Suezkanals kleine Zusammenstöße statt. 5 Englische Flugzeuge sollen über Jerusalem und der Sinasiwüste fliegen.— Zwischen dem Groß⸗Sen ussen und den Engländern soll eine Verständigunag erzielt sein. Der Groß⸗Senusse soll dem neuen Sultan von Aegypten ein Glückwunsch⸗ telegramm gesandt haben und soll die Absicht haben, ihn durch eine Sonderabordnung beglückwünschen zu lassen. Das Athener Blatt Akropolis meldet aus Alexandrien: Die griechischen Bankiers und Großkaufleute in Aegypten liquidierten, größtenteils mit enormem Schaden, ihre Geschäfte und zögen sich nach Griechenland zurück. Eine Königsbegegnung am Balkan. Die Nachricht bestätigt sich, daß in den nächsten Tagen eine Zusammenkunft des Königs von Rumänien mit dem Zaren von Bulgarien auf rumänischem Gebiet stattfinden wird. Die diplomatischen Verhandlungen sollen so gut wie abgeschlossen sein. Beide Monarchen werden von ihren Mi⸗ nistern des Aeußeren begleitet sein. 5 Beschießung Dares Salaams. Reuter meldet aus Nairobi, daß die beiden englischen Kriegs⸗ schiffe„Fox“(älterer geschützter Kreuzer) und„Goliath“(älteres Linienschiff Dares Salaam bombardiert haben. Sie beschädigten feindliche Schiffe, die im Hafen lagen und nahmen 14 Europäer und ebensoviele Eingeborenen gefangen. Die englischen Verluste betrugen nur einen Mann an Toten und 12 Verwundete. Amerikanische Bemühungen für den Frieden. Rom, 5. Jan.(W. J. Nichtamtlich.) Eine Korrespon⸗ denz erfährt, daß die amerikanischen Kardinäle Gibbons, Farley und O'Connel in der Absicht, ein Zusammenarbeiten der Vereinigten Staaten mit dem Heiligen Stuhl in der Bestrebungen zugunsten des Friedens und zur Linderung der Kriegsfolgen herbeizuführen, sich mit einem dahingehen⸗ den Vorschlage an Wilson wandten. Dieser nahm die An⸗ regung sehr günstig auf. Er werde sehr wahrscheinlich einen außerordentlichen Gesandten nach Rom entsenden, um den Wapst zur Thronbesteigung zu beglückwünschen und zur Be⸗ ruhigung der Geister und einer schnellen Lösung des euro- päischen Konfliktes geeignete Abmachungen zu treffen. Kriegsgeschäftemacher in Italien. In Genua ist man nach dem Corriere d'Italia einer Genossen⸗ schaft von Kaufleuten und ehemaligen Offizieren auf die Spur ge⸗ kommen, die für das französische Heer Waaren ausführen wollten, deren Ausfuhr verboten ist. Vierzigtausend Kilo Trikot⸗ waren, für die ein Ausfuhrschein nach Palermo gefordert worden war, die aber nach dem Eingeständnis der verhafteten Exporteure nach Nigza gebracht werden sollten, wurden beschlagnahmt. Man entdeckte ferner, daß noch zehntausend Tonnen Waren im Hafen lagern, die aus allen Teilen Italiens stammen und von einer Kom⸗ mission französischer Offiziere zusammengebracht waren, die alle Fabriken Oberitaliens besuchten, und alles, was für das Heer nütz⸗ lich ist, wie Stiefel, Leinwand, Tuche für Uniformen usw., zusam⸗ mengekauft hatten. Man beschlagnahmte ferner einen zwischen der Militärintendantur Nizza und zwischen einer Firma in Oberitalien abgeschlossenen Vertrag, nach dem eine große Menge Trikotwaren für das französische Heer gegen Vorauszahlung von 300 000 Lire geliefert werden sollte. Die Firma entschuldigte sich damit, daß sie von dem französischen Botschafter in Rom die Versicherung erhalten habe, die A yr würde erlaubt. Diese Versicherungen erwiesen sich als unrichtig. Die italienische Regierung versolgt einer Umgehung der Ausfuhrverbote; sie hat vor einigen Tagen vierzig nach Frankreich bestimmte Waggons in Turin beschlag⸗ nahmt und vierzig andere Waggons, die nach Genua unterwegs waren, sollen dort sequestriert werden. Auch ern aus Newyork über Neapel in Genua eingetroffener Dampfer„Rotterdam“ ist von den italienischen Behörden beschlagnahmt worden, weil Kriegskonter⸗ bande an Bord gefunden wurde. 5 Parlamentspräsident und Zensur in Oesterreich. Aus einem Weihnachtsartikel des Präside nten des österreichischen Abgeordnetenhauses, Dr. Sylvester, über die Notwendigkeiten der Zukunft hat die K. K. Zensur verschiedene Absätze gestrichen. Und dabei hatte mit Energie jeden Versuch der Herr Präsident mit keinem Wort erwähnt, daß Oesterreich der einzige Staat ist, der sein Parlament aus Anlaß des Weltkrieges und seiner enormen Lasten nicht einberufen hat. So wie alle Maß- nahmen und Ausgaben hat sich die Regierung eben erst ein Budget selbst bewilligt. Kriegsgefangene in Deutschland und in Frankreich. Das frangösische Kriegsministerium unterwirft nach einem der Frankfurter Zeitung zugehenden Bericht die von ihren Angehörigen an die deutschen Kriegsgefangenen gerichteten Briefe einer sehr genauen Kontrolle und teilt der Presse daraus regel⸗ mäßige Auszüge mit. In der letzten an die Pariser Zeitungen übermittelten Note befinden sich Uebersetzungen aus Briefen, deren schen Geschäftsträgers in Durazzo, welcher die Lage als äußerst kritisch darstellt. 0 cufgenommen werden. Absender in naiver Weise von dem Mangel an Petroleum, von der g 1 flüür England!“ Verwendung von Kartoffelmehl zum Brotbacken und ähnlichen Er⸗ scheinungen des Alltagslebens in Kriegszeiten spvechen. Die fran⸗ zösische Presse beutet natürlich diese Klagen zu ihren Zwecken aus und es wäre ohne Zweisel besser, wenn die Angehörigen der deut⸗ schen Kriegsgefangenen in Frankreich in ihren Briefen sich auf rein persönliche Angelegenheiten beschränken würden. Das Echo de Paris stellt die unzutreffende Behauptung auf, daß die französischen Kriegsgefangenen in Deutschland und zwar sowohl die Offiziere wie die Mannschaften, nicht denjenigen Sold erhielten, der durch die internationalen kriegsrechtlichen Bestim⸗ mungen vorgeschrieben sei. Infolgedessen habe auch die französische Regierung den Sold der kriegsgefangenen Soldaten und Unteroffiziere auf 5 Cent. pro Tag, den Sold der Leutnants auf 75 Franes und für die Offiziere vom Hauptmann aufwärts auf 125 Francs pro Monat herabgesetzt. Zum englisch⸗amerikanischen Konflikt. Der Londoner Berichterstatter des Nieuwe Rotter damsche Courant hatte einem Rotterdamer Tageblatt zufolge eine Unerredung mit einem englischen Diplomaten über die amerikanische Note. Dieser erklärte ihm, daß man in englischen diplomatischen Kreisen davon überzeugt sei, daß der deutsche Botschafter Graf Bernstorff und Dern⸗ burg hinter der Sache stecken. Besonders Dernburg se! einer der klügsten Köpfe, über welche Deutschland verfüge, und er habe mit einem ganzen Stabe von Helfern Amerika bearbeitet, mit zu dem Zweck, die dortige öffentliche Meinung zu beeinflussen, und er habe auch diese Artikel in der ameri⸗ kanischen Presse inspiriert. In England, so sagte der Diplomat, wisse man sich betreffs der Beantwortung der Note noch keinen Rat. Die Position sämtlicher neutraler Mächte sei durch die Note sehr gestärkt worden. Kein an⸗ deres Land außer Amerika hätte es gewagt, eine solche Sprache England gegenüber zu führen, sogar Italien wäre mit einer überlegenen Gebärde abgewiesen worden, falls es in dieser Weise protestiert hätte. Jedenfalls sei die Streitfrage die schwierigste, womit sich die englische Diplomatie seit dem Ausbruch des Krieges zu befassen ge⸗ habt habe. Der holländische Journalist bemerkte dazu dem Diplomaten, daß England doch wohl nachgeben müsse. Der Diplomat antwortete: In der Kupferfrage können wir um keinen Zoll zurückweichen, darin sind Grey die Hände gebunden. Churchill und Lord Kitchener stecken hinter ihm und schreiben ihm seine Handlungen vor. Der große Schul⸗ dige in der Kupferfrage sei Italien; und Sie können darauf rechnen“— so schloß der Diplomat—„daß die Engländer ihre Konterbande politik italienischen Schmugglern und amerikanischen Händlern zuliebe nicht preisgeben werden. Aber— es bleibt eine äußerst schwierige Frage Enalische Maßnahmen. London, 5. Jan.(Ctr. Frkft.) Offiziös wird mitgeteilt, daß die englische Regierung die amerikanische Protestnote prüft. Eine amtliche Antwort werde vorbereitet. Diese werde nicht nur diplo⸗ matische Erwägungen, sondern auch die kriegerischen Erfordernisse berücksichtigen. Die englische Presse meldet, die amerikanische Regierung habe die Reeder aufgefordert, auf den Konnossementen peinlich genaue Angaben zu machen und keine Konterbande unter anderen Waren zu verbergen. Amerikanische Flottendemonstration? Die Neue Freie Presse meldet: Die amerikanische Re— gierung hat Auftrag gegeben, daß die Flotte, die im Begriffe war, zur Eröffnung der Weltausstellung in San Francisco nach dem Stillen Ozean abzudampfen, im Atlantischen Ozean zurückgehalten werde. Dies ist selbstverständlich nicht so zu deuten, daß sich in den Beziehungen zwischen Washington und London eine Krise, die über diplomatische Reibungen hinausgeht, vorbereitet, aber diese Maßregel zeigt, daß Präsident Wilson durch die öffentliche Meinung des Landes gedrängt wird, seinen Standpunkt in der für Amerika so wichtigen Schiffahrtsfrage tatkräftig geltend zu machen und in London durch unzweideutige Kundgebungen merken zu lassen, daß seine Forderungen berücksichtigt werden müssen. e Es dämmert! Als Zeichen beginnender Ernüchterung in den Reihen der französischen Arbeiter zitiert der Vorwärts aus der Bataille Syndicaliste folgende Sätze des alten Kommunarden Jean Grave:„Der Fehler vieler unserer Genossen besteht darin, daß sie bei der Rechtfertigung ihrer Teilnahme am Kriege und in der Predigt der Ver— teidigung unserer Rechte und unserer Freiheit alle Gren⸗ zen überschreiten. Sie vergleichen die heutige Situation mit der Lage im Jahre 1792. Sie sprechen von den„Wehen der Freiheit“ und daß Euro pa gegen Deutsch⸗ land mobil gemacht habe. Dies alles sind nur leere Phrasen, die natürlich jetzt angewendet werden. Im Jahre 1792 zerbrach Frankreich die Ketten der Willkür und der absoluten Monarchie. Es vernichtete die letzten Ueber⸗ reste der feudalen Sklaverei, es eroberte die politischen Frei⸗ heiten; es wurde die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz proklamirt. Das Volk befreite sich, weil es an seine Be⸗ freiung glaubte. Es hatte noch nicht an Erfahrungen gelernt, daß politische Freiheit und Gleichheit ein trügerischer Wahn sind, solange nicht die ökonomische Gleichheit besteht. Uns standen damals alle reaktonären Mächte Europas gegenüber: wir mußten innerlich und außerhalb des Landes gegen die Reaktion kämpfen. Jetzt jedoch verteidigen wir nicht die Freiheit, denn wir besitzen sie nicht. Der Krieg hat sogar das wenige beschränkt, was wir besaßen hinter ihm steht die am wenigsten freie Nation Europas(Rußland). Wir kämpfen bloß gegen die Möglichkeit einer noch größeren Bedrückung, gegen eine Doppelexploitation. Wir ertragen den Krieg genau so wie die Unterdrückung und die Ausbeutung des bestehenden sozialen Mechanismus, denn unsere Zahl ist zu gering, um diesen umzustürzen, und die Dummheit der Ausgebeuteten gestattet den Ausbeutern, die Unterdrückung nach wie vor aufrechtzuerhalten.“ Brüderlichkeit— Meuschli keit! Der Frankf. Ztg. wird aus London geschrieben: Die englischen Zeitungen sind voll von Erzählungen über die merkwürdige Verbrüderung von englischen Soldaten mit deutschen, die über einen großen Teil der Frontlinie an den Weihnachtstagen in Flandern erfolgt ist. Allenthalben wurden danach Zigarren, Eßwaren und selbst Photographien aus⸗ getauscht; man lachte und sang zusammen Lieder und Choräle, wo⸗ bei einige deutsche Soldaten Mundharmonika spielten, und nahm dann wehmütig von einander Abschied. In einem Brief, den die Daily News veröffentlicht, erzählt ein Feldwebel vom 6. Cheshire⸗ Regiment voller Entzücken, daß die Deutschen sogar an einem eng⸗ lischen Fußballmatch teilgenommen hätten. Andere berichten erstaunt, wie gut die Deutschen aus gerüstet sind.„Sie haben vollauf Kleider, Stiefel und Munition, jedermann hat einen Feld- stecher und eine wundervolle Uhr“, sagt der Kanonier Carson von der 45. Brigade voll Bewunderung. Das spontan aufflammende Bedürfnis, die Ausübung der furchtbaren Vernichtungspflicht durch Bekundungen reiner Menschlichkeit zu unterbrechen, ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen dieses Krieges. Wie in einem Brief eines englischen Offiziers in der Morning Post zu lesen ist, ging es so weit, daß eine ganze deutsche Kompagnie, die abgelöst werden sollte, noch zuvor zu den Engländern herüber⸗ kam, um von den Feinden Abschied zu nehmen! Die Morning Post veröffentlicht auch einen Brief eines briti⸗ schen Offiziers aus einem Hospital in Frankfurt a. M., der an die Mutter eines englischen Soldaten gerichtet ist, der in Frank⸗ furt seinen Wunden erlag. Die Mutter, die den Brief richtig er⸗ halten hat, bringt ihn zur Veröffentlichung, in der Erwartung, daß er manch anderer Mutter Beruhigung verschaffen werde. Der Brief lautet:„Wenn Sie irgend etwas trösten kann, so ist es, wie ich wohl sagen kann, der Gedanke, daß alles, was nur überhaupt für Ihren Sohn zu tun möglich war, auch geschehen ist. Ich selbst bin hier vier Wochen mit zwei schweren Wunden gewesen und ich kann nicht genug des Lobes sagen über die Geschicklichkeit, die Freundlichkeit und die Höflichkeit des Verpflegungspersonals. Was auch immer über die Abneigung zwischen den beiden Völkern anderswo gesagt werden mag— solche Abneigung fehlt hier vollkommen und alle-Beamte, mit denen die Patienten in Berührung kommen, sind Gentlemen im besten englischen Sinne. Der Geistliche, der Ihren Sohn beerdigte, besuchte mich und ich kann Ihnen sagen, daß die Beerdigungsfeier sehr würdig von statten ging. Die Tatsache, daß Ihrem Sohn ein militärisches Be⸗ genau als ob er ein Sohn des d. i i rde, gräbnis zu teil wur und seine S Volkes gewesen wäre, zeigt, wie sehr sein Rang gewürdigt wurden.“. Die Unabhängige Arbeiterpartei England Dieser Tage sprach Keir Hardie in der alljährlich schottischen Abteilungsversammlung der Unabhängigen beiterpartei in Glasgow. Anwesend waren 82 Delegier die 120 verschiedene Sektionen vertraten. Die Presse wurd zugelassen, jedoch verständigt, daß die Verhandlungen er. 10 traulich seien. Die Rede Keir Hardies soll später in ö Na 15 Oeffentlichkeit bekanntgegeben werden. Zwei Polizist 10 gage und zwei polizeiliche Stenographen wurden ersucht, die B r. Ver 0 sammlung zu verlassen. Es lag ein Vorschlag der Sektion 155 von Mary Hill vor, daß jedes Mitglied, das die Regierung bet ihrer Rekrutenwerbng unterstütze, aus 1 Pa Arbeiterpartei ausgeschlossen werden solle. Man be 1 fan öf dauerte sehr, daß Mitglieder der Parlamentsfraktion af 5 irg Rekrutenwerber mit Mitgliedern anderer Parteien der Re Fbomme gierung Hilfe geleistet haben. Schließlich wurde ein Besch uß Indust angenommen, der alle Mitglieder der Unabhängigen Ar 00 Arb beiterpartei auffordert, sich dem Feldzug der Regierung be Lund 0 der Truppenwerbung fernzuhalten. 5 lich au Die deutschen„Mörder“. zu mer Der Pariser Matin hält es für nötig, gegen die kamerad⸗] Porste schaftlichen Beziehungen zu protestieren„die sich an ein⸗⸗ wiegen zelnen Punkten der Schlachtlinie zwischen den Insassen franz ö scher und deutscher Schützengräben herausgebildet haben; 1855 a Die französischen Offiziere hätten die Pflicht, ihre Soldaten davor Heima zu warnen, daß sie den Deutschen trauten, die doch nur Mör dene lich, ol seien. 5 a 5 dieser Die erste Enteignung. Die preußischen Ministerien für Handel, für Landwirtschaft ind 8 das Ministerium des Innern haben folgende Verfügung erla 75 „Die Trockenkartoffel⸗Verwertungsgesellschaft mit beschr 10 der Haftung zu Berlin wird ermächtigt, die Besitzer von Kartoffelf 0 Kartoffelwalzmehl, Kartoffelstärke und Kartoffelstärkemehl aufzu⸗ lus 1 fordern, ihr bestimmte Mengen dieser Gegenstände Zu überlassen 9 Eine solche Aufforderung hat die Wirkung, daß Verfügungen über 8 Er die von ihr betroffenen Gegenstände nichtig sind; den rechtsges chäft⸗ im lichen Verfügungen stehen Verfügungen gleich, die im Wege der Zwangsvollstreckung oder Arrestvollziehung erfolgen. Die A 9 forderung wird unwirksam, wenn sie nicht binnen etner Woche, nachdem sie dom von ihr Betroffenen zugegangen ist, durch Erlaß zuhelf der Behörde bestätigt wird. Zuständig sind die Landräte(in Hohe merk zollern die Oberamtmänner), in deren Bezirk sich die Gegenstände l befinden; für den Landespolizeibezirk ist der Polizeipräsident von Legel, Berlin zuständig. 8 jehach Die ostpreußischen Flüchtlinge. notlei Königsberg i. Pr., 5. Jan.(W. B. Nichtamtlich) u ale d einer Versammlung von Ostpreußen in Berlin wurden die eingez Zeitungsnachrichten erwähnt, aus denen hervorgeht, daß die Aufge Zahl der aus Ostpreußen geflüchteten Personen insgesamt h auf 500 000 bis 600 000 zu schätzen sei, und daß der Ober dunn präsident der Provinz Ostpreußen annehme, 200 000 bi 300 000 Flüchtlinge würden nicht mehr in die Heimat zurüc 2 kehren. Diese Angaben sind, wie schon der Vorsitzende jenet gester Versammlung betonte, völlig unzutreffend. Es ist keine Red fl davon, daß eine halbe Million oder mehr Ostpreußen ihr ni Heimat verlassen haben. Die Zahl der Flüchtlinge ist auß stunde 200 000 bis 300 000 zu schätzen. Selbstverständlich ist ni Munit mand der Ansicht, daß die Flüchtlinge in der Anzahl, die si der letzten Ziffer nähert, nach Friedenschluß nicht mehr nach f der Heimat zurückkehren werden.— Daß ein Teil, insbesom hene dere solche Personen, die schon in anderen Provinzen Ver 05 wandte wohnen haben, endgültig fortbleiben werde, ist leide gester zu befürchten. Die große Heimatsliebe bei der überwiegen“ fassur den l der Ostpreußen und die Maßregeln, welche del ande Staat später zur wirtschaftlichen Förderung der Zur kehrenden zu ergreifen entschlossen ist, bieten aber die G 9 währ, daß bei weitem die Mehrzahl der jetzt Geflüchte 1 0 zurückkehren wird. Darüber hinaus muß aber nach den die 8 Kriege alles daran gesetzt werden, um durch Maßregeln Fanz inneren Kolonisation und durch die Förderung der Ente dem lung aller Gewerbe, vor allem durch die Zurückführung von 990 Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 15⁴ „Falscher Mann, du hast sie gestohlen!“ schrie der Lappe. „Gib sie heraus! Wo ist sie?“ „Hier! Mortuno, hier! Was du für ein närrischer Junge bist, und wie schrecklich du deine Augen verdrehst. Gula hat uns selbst eingeladen, sie hat uns Nachricht von ihrem Aufenthalt gegeben, wie hätten wir sie sonst auffinden können? Ihr innigster Wunsch ist, wieder bei uns, bei ihrem Wohltäter Helgestad und bei ihrem Freund Björnarne zu leben. Wie kannst du darüber so böse sein?“ „Du lügst!“ rief Mortuno.„Ein Geschrei hat mich auf— geweckt; ich habe das Tier gefunden, Gulas treues Tier, das du gemordet hast. Wohin dein Fuß tritt, ist Blut, wohin dein Auge sieht, verdorrt Gras und Blume.“ „Ich habe es immer gesagt,“ lachte Paul, indem er lang— sam sein Gewehr aufhob und den Hahn spannte,„daß du ein Poet bist, und du hast mir einen Gesang versprochen. Den will ich jetzt haben, mein guter Junge, oder ich will dich anders singen lehren. Rühr' dich nicht, ich bitte dich darum, denn so wie du eine Bewegung machst, gibt es ein Unglück. Heda, Egede, Olaf! geht zu ihm und reicht ihm eure brüderlichen Hände.“ Indem er dies sagte, hörte Mortuno einen gellenden Schrei. Er stand der Büchsenmündung des listigen Schreibers gegenüber, der auf ihn angelegt hatte, und zweifelte nicht, daß die geringste Bewegung ihn niederstrecken würde. Bei dem Schrei jedoch rollten seine Augen nach dem Steine hin. Er sah Gula nicht, aber es war ihre Stimme, und mit Blitzes— schnelle duckte er sich zusammen, machte einen Sprung dem Versteck entgegen und drückte seine unbehilfliche Waffe in demselben Augenblicke auf Paul ab, wo die Gefangene zwischen den Steinen hervor ihm entgegenlief. Paul schoß mit einem Fluche nach dem Lappen, der jedoch ohne Zweifel unverletzt geblieben wäre, hätte nicht fast zugleich noch ein Schuß geknallt, welcher besser traf.— Mortuno stürzte laut⸗ los nieder, und Gula warf fich über ihn hin, ohne einen weiteren Versuch zur Flucht zu machen, die nicht gelingen konnte, denn Björnarne war dicht hinter ihr, und Olaf sprang mit seinem rauchenden Gewehr an ihr vorüber. Aber alle blieben stehen, und selbst Paul, so boshaft und unrührbar er war, sagte kein freches Wort, als er das arme Kind an der Seite des unglücklichen Jünglings knien sah. Sie hatte ihm das Haar zurückgestrichen; ein paar kleine blutige Rinnen liefen über seine Stirn. So blickte sie in seine starren, ge— brochenen Augen, ihre zitternden Hände auf seinen Kopf, und plötzlich schien ihr eine Hoffnung zu kommen. Der Körper regte sich, die Füße zuckten, als wollte er sich auf— richten; es war, als gewönnen seine Blicke noch einmal Leben und Verständnis. „O! wache auf,“ rief sie ihm zu;„hörst du mich, Mortuno, hörst du mich? Hat mein Ruf, den du über Seen und Wolken hören wolltest, keine Macht an deinem Ohr?“ Der Sterbende tat seine Augen noch einmal auf, und indem er sie tief und starr ansah, lag er als Leiche vor ihr. „Helft ihm! helft ihm!“ schrie Gula kläglich. Ihrem Schrei folgte ein Wimmern, als sie den Kopf an sich preßte und ihn aufzurichten suchte. „Warum habt ihr sie schreien und laufen lassen“, sagte Paul zornig.„Wäre das nicht gewesen, so hätten wir ihn lebendig bekommen.“ i „Sie hatte Björnarne flehentlich gebeten, ihre Arme loszuschnüren“, antwortete Olaf,„und wurde wie toll, als sie den Burschen hörte.“ „Sie wird ihn niemals mehr hören“, murmelte der Schreiber.„Einen guten Zoll tiefer hast du ihm seinen Meisterschuß durch deinen Hut zurückgegeben, das reicht hin für alle Zeit. Aber, wahrhaftig“, fuhr er fort, indem er an seine Seite faßte, ich glaube, der Schelm hat nicht allein dir den Hut, sondern mir Rock und Hemd verdorben. Er merkte jetzt erst, daß Mortuno eine Kugel in seinem Lauf gehabt, und als er in seine linke Seite faßte, brachte er die Finger blutig zurück. Olaf sah hin und sagte dann:„Die Haut ist fortgerissen; ein ziemlich langes Stück Fleisch und Fell sind verloren ge⸗ gangen.“. „Wie kann man so niedrig rachsüchtig sein,“ spotte Paul,„einem Menschen, der so wenig Fleisch übrig hat, noch 0 dies wenige verkürzen zu wollen. Jetzt aber müssen wit f dieser Szene ein Ende machen. Da kommt Egede mit den in E Pferden, gib acht auf sein liebenswürdiges Lächeln, wenn 0 er den Burschen, den er so lange haben wollte, ohne ihn 1 1 bekommen zu können, jetzt als einen stillen Mann vor sich sieht, der ihm nie wieder entspringen wird.“ „Hier trennt sich unser Weg,“ fuhr er fort.„Ich m geradeaus an den Lyngenfjord, wo morgen der Markt er⸗ scht öffnet wird, du wirst mit Egede und dieser betrübten Puppe kan linkswärts auf die hohe Jaure losziehen, die soeben im Morgenschein sich sehen läßt. Es ist die Reisajaure, hinter ihr liegt der Quänarnerfjord. Egede ist dort gut bekannt, sein er hat eine Art Vetter oder Freund an der Lachself wohnen, dessen Boot euch zu Diensten steht.“ 5 „Und dann?“ fragte Olaf. N „Du willst sie nicht mitnehmen? Nicht Helgestad geben? „Nein,“ sagte Paul,„ich habe es anders überlegt und habe meine Gründe dafür. Erst muß der Markt vorübe sein. Brächten wir Gula dahin, es würde Lärm und Ge schrei entstehen; morgen früh gebe es keinen Stein in de Finnmarken, der nicht davon erzählte. Sie muß verschwin? den, bis wir den alten Schelm in unserer Macht haben, 5* je geheimer wir es halten, um so eher wird es geschehen.“ und „Und Björnarne?“ e „Ich nähme ihn am liebsten mit mir,“ antwortete der a Schreiber,„aber er wird nicht gehen wollen. Du mußt mit,] Olaf, denn Egede würde dem armen Dinge den Hals um 0 drehen, ehe sie den Quänanger sähe. Björnarne aber muß 00 wiederum dich bewachen,“ setzte er hinzu,„damit die fe 0 rigen Augen der kleinen Hexe keinen Schaden anrichten.“. „Höre,“ erwiderte Olaf mit einem finsteren Blicke, 0 bin kein Mann für deine Witzeleien. Ich habe den Bursch 0 niedergeschossen, weil ich nicht anders konnte, weil er au 1 dich losbrannte, und weil er es verdient hat, aber lachen kann ich weder darüber noch über den Jammer und die No Dirne. Alles Böse in dieser Sache fällt auf dich.“ (Fortsetzung folgt.) N 5— Regie f aus Nm tion i der n Besch diam erung 0 reußen nge ist ich ist! ahl, dieß meht l, insbe binzen e, ist ln überwieh welche der 8 ber die Geflüs ß, nach n 75 f 40 1176% Hessen oder geschrotet und auch nicht mehr zur U 4 1 1 Auslande nach Ostpreußen schon vor Be⸗ — 9 80 der menschenarmen Provinz neues Die Kämpfe im Ober⸗Elsaß. Ueber die Kämpfe bei Steinbach heißt es in einem Genfer Telegramm des Berl. Lok.-Anz.: Die Gefechte auf den Höhen von Cernay und um den Besitz des Dorfes Stein⸗ a bach gehören nach den französischen Darstellungen zu den blutigsten des Feldzuges. Am erbittertsten wurde in der Nacht auf Montag um die Steinbacher Kirchenplatzhäuser gerungen. Hier erlitten die Franzosen die allerschwersten Verluste. Von einer endgültigen Entscheidung kann, da beiderseits Verstärkungen erwartet wurden, keine Rede sein. „Die französische Rekrutierung. Paris, 6. Jan.(T. U.) Die Art und Weise, in der die französischen Rekrutierungsbehörden die Einreihung jedes nur irgendwie tauglichen Mannes in die Feldarmee vorge⸗ nen haben, beginnt ihre schlimmen Folgen zu zeitigen. Industrie sowohl wie Ackerbau liegen infolge des Mangels an Arbeitskräften vollkommen brach und in vielen Städten und Orten Frankreichs, besonders in der Provinz, ist tatsäch⸗ lich außer Kindern und Greisen keine männliche Person mehr zu merken. Das Kriegsministerium hat sich infolge dringendet Vorstellungen des Handelsministeriums zu einer schwer⸗ wiegenden Maßnahme entschlossen. Die Jahrgänge 1887 und 1888 der Territorialreserve sind aus der Front in ihre Heimat entlassen worden. Es erscheint allerdings sehr frag⸗ lich, ob der Mangel an Arbeitskräften durch die Entlassung dieser 47. und 48jährigen Männer bedeutend gebessert wird. Französische Reiter als Flieger. a Zürich, 6. Jan.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Neuen Züricher Zeitung zufolge werden die französischen Kavallerieoffiziere jetzt, da der Stellungskrieg vorherrscht und der infolge der großen Ver⸗ luste eingetretene Pferdemangel durch die Ankaufs⸗ kommission in Amerika nicht beseitigt worden ist, dem Fliegerkorps zugeteilt, wozu sie sich besonders eignen, da sie im Erkunden gut geübt sind. Finanzmisere der Russen. Petersburg, 6. Jan.(T. U.) Um dem Geldmangel ab⸗ zuhelfen, hat das russische Finanzministerium bereits die merkwürdigsten Steuern ausgeschrieben. Eine neue Maß⸗ regel, die binnen kurzem zur Durchführung gelangt, kann jedoch nicht verfehlen, die höchste Unzufriedenheit unter der notleidenden Bevölkerung hervorzurufen. Es sollen danach alle dienstuntauglich befundenen Männer, wie alle noch nicht eingezogenen Reservisten der Reichswehr ersten und zweiten Aufgebots mit einer hohen Abgabe zu Militärzwecken belegt wrden. Diese provisorische Maßnahme wird binnen kurzem zum Gesetz erhoben werden. Russische Hilfe für Serbien. Bukarest, 6. Jan.(T. U.) Aus Galatz wird gemeldet: Vor⸗ gestern nachmittag fuhr an unserem Hafen das mit Kanonen aus⸗ gerüstete russische Schiff„Ignatiew“ vorüber. Das Schiff ge⸗ leitete eine Anzahl von Transportschiffen, die mit Waffen und Maunition für die serbische Armee bestimmt waren. Eine Viertel⸗ fstunde später fuhr das russische Schiff„Sorbia“, das gleichfalls Munition an Bord hatte, vorüber. Portugiesisches. 1 Lyon, 6. Jan.(WB. Nichtamtlich.) Aus Lissabon wird gemeldet: Die unionistischen Senatoren sind dem Beispiel der unionistischen Kammerdeputierten gefolgt, und haben gestern ihre Mandate niedergelegt. Da die durch die Ver⸗ fassung geforderte Anzahl von Abgeordneten nicht mehr vor⸗ handen ist, so können die Kammern nicht mehr tagen. Mie England Schweden behandelt. Stockholm, 5. Jan.(Ctr. Frkft.) Wie das schwedische Mini⸗ sterium des Aeußern bekanntgibt, haben die englischen Behörden die Beschlagnahme der für ein schwedisches Kriegsschiff bestimmten Panzerplatten zurückgezogen. Die Engländern verzögern aber trotz⸗ dem noch weiter diese wichtige Lieferung, indem sie auf einen anderen Teil der Ladung des in Newcastle eingebrachten Dampfers legten. e Ein Attentat. Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Kairo: Ueber Kopenhagen wird berichtet, daß der frühere türkische Marine⸗ minister Djemal Pascha, der das Kommando des Heeres in Syrien hatte und am letzten Freitag in Jerusalem ange⸗ kommen war, in seiner Wohnung tot aufgefunden wurde. Wahrscheinlich liegt ein Attentat vor. Japan in Rom. Kopenhagen, 6. Jan.(Tu.) Wie gemeldet wird, beab⸗ sichtigt Japan, einen diplomatischen Vertreter bei dem Vati⸗ kan zu ernennen. Ammnestic⸗Erlaß des bayerischen 3 1 i TU.) Der König begnadigte nlaß . ane größere Ausahl von Verurteilten und zwar überwiegend Angehörige von Kriegsteilnehanerm. und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung Die neuen Bundesratsbestimmungen über die 5 Getreidevorräte. Der Bundesrat hat die Bestimmungen über eine weitere 1 unserer Getreidevorräte nach mehreren Richtungen auf Grund der inzwischen gemachten Erfahrungen, ergänd und erweitert. Roggen ist künftig mindestens bis zu 82 Prozent, Weizen bis zu 80 Prozent durchzumahlen, woßer bon den Landeszentralbehörden bei einer einzelnen Mühle aus besonderen Gründen Ausnahmen zugelassen werden können. Es können ferner wie bisher Roggen. und Weizen⸗ auszugsmehle, aber nur bis zur Höhe von 10 Prozent, zu. gelassen werden. Weizenmehl darf von den Mühlen 2 nur in einer Mischung abgegeben werden, die auf 30 15 Roggenmehl 70 Teile Weizenmehl enthält. Dies gilt 15 für die Kunden- und Lohnmüllerei. Die Vorschriften 0 er das Verfütterungsverbot sind ebenfalls verschärft worden. blfähi zen nicht mehr verfüttert sodaß mahlfähiger Roggen und Weite 5 eme were. tung verwendet werden dürfen.— Das Verbot erstreckt sich auch auf den Roggen und Weizen, der mit anderer Frucht gemischt ist, sowie auf Roggen und Weizenmehl, das allein oder mit anderen Mehlen gemischt und zur Brotbereitung geeignet ist. Endlich darf auch kein Brot mehr verfüttert werden, mit Ausnahme von verdorbenem Brot und Brot— abfällen. Die Landeszentralbehörden können die Verwen⸗ dung von Roggen- und Weizenmehlen zu anderen Zwecken als zur menschlichen Nahrung noch weiter beschränken oder verbieten. Zur Bereitung von Roggen- und Weizenbrot dürfen Auszugsmehle nicht verwendet werden. Weizenmehl muß 30 Prozent Roggenmehl enthalten. Das Weizenmehl kann dabei bis zu 20 Prozent durch Kartoffelstärkemehl ersetzt werden. Roggenbrot muß auf 90 Teile Roggenmehl 10 Teile Kartoffelflocken, Kartoffelwalzmehl oder Kartoffel- stärkemehl und 30 Teile gequetschte oder geriebene Kartoffeln enthalten. Bei größerem Kartoffelzusatz muß das Brot mit der Bezeichnung„K“ versehen werden. Statt Kartoffel⸗ kann auch Gerstenmehl, Hafermehl und Reismehl oder Gerstenschrot zugesetzt werden. Reines Roggenbrot, zu dessen Herstellung der Roggen bis zu mehr als 93 Prozent durch⸗ gemahlen ist, braucht keinen Kartoffelzusatz zu enthalten. Weizenbrot darf nur in Stücken bis zu höchstens 100 Gramm hergestellt werden. Die Landeszentralbehörden können hier⸗ über zur Einschränkung des Weizenbrotverbrauches anders bestimmen. Sie können auch für Roggen und Weizenbrot bestimmte Formen und Gewichte vorschreiben. Bei der Kuchenbereitung darf nicht mehr als die Hälfte des Gewichts des verwendeten Mehls oder mehlartigen Stoffe aus Weizen bestehen. Die Landeszentralbehörden können die Kuchen⸗ bereitung auf bestimmte Wochentage beschränken. In Bäcke⸗ reien, Konditoreien, einschließlich der Hotelbäckereien, und in ähnlichen Betrieben wird alle Nachtarbeit verboten. Roggen⸗ brot von über 50 Gramm Gewicht darf erst 24 Stunden nach Beendigung des Backens aus der Bäckerei abgegeben werden. Backfähiges Mehl darf nicht mehr als Streumehl zur Isolierung der Teigware verwendet werden. Zur genauen Durchführung dieser Vorschriften erhalten die Polizeibe⸗ amten und die hierfür besonders beauftragten Sachverstän⸗ digen das Recht, in Mühlen, in Bäckereien, in Lager⸗ und Geschäftsräume und in Futterräume jederzeit hineinzugehen und Besichtigungen vorzunehmen und Proben zu entnehmen. Die Verordnung über das Ausmahlen des Brotgetreides wie das Verfütterungsverbot tritt am 11. Januar, die Ver⸗ ordnung über die Bereitung der Backware am 15. Januar 1915 in Kraft. — Das Lied vom Sparen. Nicht nur beim Verbrauch von Brot und sonstigen Lebensmitteln muß gespart werden, sondern auch an anderen Artikeln des täglichen Bedarfs. Bei manchen muß der Haushalt schon des hohen Preises wegen sparen, den sie jetzt erklommen haben. Seife z. B. kostet jetzt beinahe das Doppelte dessen, als vor dem Kriege. Da muß also der Verbrauch von Seife möglichst eingeschränkt werden, obwohl einmal ein berühmter Mann gesagt hat, daß die Kulturhöhe eines Volkes durch seinen Verbrauch von Seife gekennzeichnet werde. Also müssen wir einige Stufen von unserer Kulturhöhe heruntersteigen. Besonders muß aber auch an Petroleum gespart werden, namentlich auch deshalb, weil Spekulanten bemüht sind, die Preise für das Leuchtmittel in die Höhe zu treiben. Die Gemeinden könnten dem ihrerseits etwas mehr entgegenwirken dadurch, daß sie nach Möglichkeit die Einführung des Gas- und elektrischen Lichtes förderten. In dieser Hinsicht kann noch manches geschehen, wie Beispiele aus anderen Städten lehren. In Dresden z. B. zahlt die Stadt Zuschüsse bei der Einrichtung von Gas- und elektrischen Beleuchtungsan⸗ lagen für Wohnungen und Treppenhäuser. In der jetzigen Zeit ist es vielen Hausbesitzern nicht möglich, große Aufwendungen für das Legen der Innenleitungen, Steig⸗ leitungen und Hausanschlüsse zu machen. Es wurden des- halb dort von den städtischen Körperschaften zunächst 50 000 Mark für die Gaswerke und 30 000 Mk. für die Elektrizi⸗ tätswerke zur Gewährung von Beiträgen zu obigen Zwecken bereitgestellt. Es werden für jede Verwendungsstelle bei Gas 8 Mk., bei Elektrizität 10 Mk. und die Hausanschluß⸗ kosten in voller Höhe als Beitrag zu den Einrichtungskosten gewährt. Diese Zuschüsse stellen ungefähr ¼ der Leitungs: kosten dar und sollen in vier Jahren ohne Zinsvergütung zurückgezahlt werden. Diese Einrichtungen haben dem Automatengas gegenüber den Vorteil, daß der Mieter seine eigenen Beleuchtungs⸗ und Kocheinrichtungen verwenden kann und das Gas zu dem normalen Preise erhält, bei den Beitragsanlagen für Elektrizität sollen überhaupt keine Zähler gestellt werden, sondern der Verbrauch wird nach einer Pauschgebühr verrechnet. Unser Dresdener Parteiblatt spricht dazu die Hoffnung aus, daß das Entgegenkommen der Stadt dazu beitragen werde,„die Zahl der Petroleumlampen noch wesentlich zu vermindern und das Publikum schnell von der Billigkeit und Bequemlichkeit der Gas- und elektrischen Beleuchtung zu überzeugen.“ 5 Hoffentlich werden auch in Gießen bald ähnliche Maß⸗ nahmen ergriffen; die Beratungen der Kommissionen sind noch nicht abgeschlossen. g — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten: Wehrmann Gottlieb Docter aus Oberndorf b. Wetzlar, Res.⸗Inf.⸗Reg. Nr. 81.— Freiw. Wilhelm Brandstetter aus Wetzlar, Inf.-Regt. Nr. 222. Musketier Wilhelm Rupp aus Alsfeld, Inf.⸗Reg. Nr. 118.— Ersatz⸗Reservist Gustav Deibel aus Wieseck, Inf.⸗Reg. Nr. 99.— Unteroff. Heinrich Becker aus Reiskirchen, Res.⸗Inf.⸗Reg. Nr. 116. Wehrmann Ludwig Spaar aus Beuern, Res.⸗Inf.⸗Reg. Nr. 116.— Wehrman Ludwig Wacker, Landwehr⸗Inf.⸗ Regt. Nr. 87. — Sucht nach dem Hoflieferantentitel. Einen interessanten Beitrag zu der weitverbreiteton Titelsucht bietet ein Rechts⸗ streit, der kürzlich das Reichsgericht beschäftigt hat. Er kann als Warnung davor dienen, flir die versprochene Vermittlung von Titeln vor Erhalt der letzteren dem Vermittser den vereinbarten Lohn zu zahlen. Es spagte sich in dem Rechtsstreit, ob ein Ver ⸗ trag, durch den jemand gegen Entgelt die Verschaffung eines Hoflieferantentitels übernommen hat, gegen ie guten Sitten verstößt. Das ist der Fall und deshalb ist der Vertrag nichtig. Der Venmittler hat dann keinen Anspruch auf die versprochene Verglitung; sst sie aber bereits gezahlt, so kann sie nicht zurückverlangt werden, auch wenn der Titel nicht vorlichen worden ist und selbst dann, wenn für diesen Fall der Vermittler die Rückzahlung ausdrücklich versprochen hatte. Der Sachvorhalt des Streits war folgender: Der Architekt K. in Berlin erließ im eimer hessischen Zeitung eine Chiffreanzeige „Rasche und billige Beschafsung von Hoflieferantentiteln“. Auf Grund dieser Angeige trat der Kaufmann D. in Gießen mit K. in Verbindung. Beide schlossen am 20, März 1912 einen Vertrag, wo⸗ nach K. sein Möglichstes tun sollte, damit der Titel als Hoflieferant des Fürsten von Lippe⸗Detmold an D. verliehen werde; zur Durch⸗ führung dieser Bemühungen als Spesen und Honorar hatte D. an K. 4500 Mark zu zahlen, jedoch nur für den Fall, daß der Titel wirklich verliehen wird; sollte der Titel nicht innerhalb sech⸗ Wochen verliehen sein, so sollte D. die im voraus zu zahlenden 4500 Mark zurückverlangen können; für die Beschaffung des König⸗ lich spanischen Hoflieferantentitols anstelle des lippischen Titels sollte D. 5000 Mark zahlen. Ueber die 4500 Mark stellte D. einen Wechsel aus, den er auch bei Verfall einlöste. Mit dem lipp ichen Hoflieferantentitel wurde es aber nichts. Es wurde dann der Ver⸗ such gemacht, den spanischen Hoflieferantentitel zu erlangen. In einem Nachtvagsabkommen vom 17. Januar 1913 verpflichtete sich K., die erhaltenen 4500 Mark an D. Zurückzuzahlen, wenn D. nicht bis zum 20. Maj 1913 die Grnennungsurkunde, laut welcher er zum Hofleferanten des Königs von Spanien ernannt sei, im Besitz haben follte. Aber auch der spanische Titel blieb eine schöne Hoff⸗ nung Ds; bis heute hat er ihn nicht erhalten. Er verlangt nun von K. auf Grumd der beidem Verträge Rückzahlung der 4500 Mark. Während das Landgericht Berlin dem Beklagten zur Rückzah⸗ lung verurteilte, hat das Kammergericht die Klage abge⸗ wiesen. In seiner Urteilsbegründung führt das Kamanergericht aus: Der Vertrag vom März 1912, durch den der Beklagte sich zur Verschaffung des Hofliefe vantentitels gegen Bezahlung verpflich⸗ tete und der sich als Werkvertrag im Sinne des§ 631 B. G. B. darstellt, verstößt gegen die guten Sitten. Das herrschende Volksbewußtsein empfindet es als unsittlich, daß ein Titel gegen Entgelt verkauft wird. Der Vertrag vom März 1912 ist daher nichtig, und dor Kläger würde deshalb weder zur Hingabe des Vor⸗ schusses, noch sonst zur Erfüllung des Vertrages verpflichtet ge⸗ wesen sein. Nachdem er aber den Wechsel eingelöst hat, kann er den gezahlten Betrag micht mehr zurücksorbern. Ohne Erfolg versuchte es der Kläger, hiergegen mit dem Rechtsmittel der Re⸗ vision: das Reichsgericht hat am 5. Januar das Urteil des Kammergerichts bestätigt und die Revision zuriick⸗ gewiesen. 1. Tabakarbeiter protestiert! Uns wird geschrieben: Schon vor kurzem wiesen wir darauf hin, daß die Tabakarbeiter von Gießen und Umgegend den Burgfrieden von einer andern Seite kennen lernton, als man dioses unter den jetzigen Zeitverhältnissen anzu⸗ nehmen glaubt. So war es die Weltfirma Rinn u. Cloos, welche, anstatt das Los ihrer Arbeiter in der jetzigen Zeit zu er⸗ leichte rn, noch dadurch erschwerte, daß fie die 14tägige Lohnzahlung einführte. Flugs kommt auch schon eine zweite Firma, und zwar die Firma Sachser, und macht ebenfalls derartige Verfuche. Zu ihrem Erstaunen mußten die Arbeiter am vorigen Samstag er⸗ fahren, daß ihnen kein Lohn ausgezahlt wurde. Wer sich in die Lage eines Arbeiters zu setzen vermag, wird es begreiflich finden, daß gerade am Quartals schluß der Lohnausfall außerordentlich hart auf den Haushalt einwirkt und manche Familie muß Trübsal blasen, weils dem Herrn Fabrikanten so beliebt. Es ist geradezu unbegreiflich, wie die Tabakfabrikanten sich das Recht anmaßen, so mit ihren Arbeitern Fangball zu spielen. Die Tabakarbeiter haben alle Uvfache, sich ganz energisch gegen derartige Verschlech⸗ terungen zu wehren. Draußen kämpfen unsere Männer, und Brüder und hüten Deutschland vor einer feindlichen Invasion, schützen auch die großen Geldbeutel der Tabakfabrikanten, zum Dank dafür können die Arbeiter jetzt schon dartiber nachdenken, daß das Wort Burgfrieden nur ein leever Wahn ist. — um die Wurst. Ein Feldwebel⸗Leutnant aus Dortmund, der sich seit e des Krieges im Felde befindet, schreibt: Ver⸗ gangenheit, Zukunft, Gegenwart— alles ist mir Wurscht— ich denke nur noch an den Tod! Aber ab und zu gibts doch noch eine Episode, die einen aufheitert, hier in unseren Schützengräben(Nord⸗ frankreich). Wir liegen 25 Meter mit den Franzosen auseinander und unterhalten uns gegenseitig, freilich ohne den Kopf über die Brüstung zu erheben. Da ruft ein Franzose eines Tages zu uns hinüber:„Avez-vVous de la saucisse?“(Habt ihr Wurst?) Ich als Dolmetscher bejahte das und da rief der Franzose weiter:„Wir werfen Geld hinüber, gebt uns dafür eine Wurst!“ Kurz darauf flog ein in Papier gewickeltes Fünffrankstück in unseren Schützen⸗ graben. Das war zu viel. Wir packen eine schöne Fleischwurst in Papier und auch ein Zweimarkstück und werfen beides hinüber. Das Zweimarkstück erreichte sein Ziel, aber die schöne Wurst blieb zwei bis drei Meter vom feindlichen Schützengraben entfernt liegen. Das war fatal. Wir sahen in kurzer Zeit mehrere Dutzend Käppis blitzschnell auftauchen und verschwinden und hatten schließlich mit den Leuten Mitleid. Ich rief ihnen zu, sie sollten sich die Wurst nur ruhig holen, wir würden nicht schießen. Und um mein Wort zu bekräftigen, befahl ich meinen Leuten, ihr Gewehr am Lauf an⸗ zufassen, um so den Franzosen den Kolben zu zeigen. Kaum war dieses geschehen, als ein junger Franzose aus dem Schützengraben sprang, die Wurst ergriff, sie hoch hielt und dann rief:„Bravo, Prussiens, j'ai la saucisse!“(Bravo, Preußen, ich habe die Wurst!) Und dann war er blitzschnell verschwunden. — Die Leistungsfähigkeit der Krankenkassen ist durch den Krieg bisher nicht in dem Maße ungünstig beeinflußt worden, wie es bei Beginn des Krieges den Anschein haben mochte. Das An⸗ fang August vom Reichstag angenommene Notgesetz hat bekanntlich die Krankenkassen allgemein auf die„Regelleistungen“ beschränkt und die Beiträge auf 4½ Prozent festgesetzt, gestattet aber den leistungsfähigeren Kassen, neben den Regelleistungen durch die Satzung höhere Leistungen zu übernehmen und niedrigere Beiträge als 4½ Prozent des Grundlohnes zu erheben.(Die Ortskranken⸗ kasse Gießen hat bekanntlich davon Gebrauch gemacht.) Das Reichs⸗ amt des Innern hat nun Erhebungen darüber angestellt, wieviele Krankenkassen von der erwähnten Ermächtigung Gebrauch gemacht haben. Danach erheben, wie die Medizinische Klinik schreibt, niedrigere Beiträge 2091 Kassen; es gewähren mehr Leistungen 922 Kassen; es erheben niedrigere Beiträge und gewähren aleich⸗ zeitig höhere Leistungen 2539 Kassen. Insgesamt ist also fast bei der Hälfte der Krankenkassen eine für die Versicherten günstigere Gestaltung eingetreten. Von dem in genanntem Gesetze gleichfalls gegebenen Rechte, die Versicherung der Hausgewerbetreibenden durch statutarische Bestimmung aufrecht zu erhalten oder einzu⸗ führen, ist in 121 Fällen Gebrauch gemacht worden. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. d. Lauterbach. Am Montag wurde eine Frau von hier, eine Witwe, am Rudloser Wege als Leiche aufgefunden. Vermutlich ist die Frau erfroren, da sie nur sehr leicht bekleidet war. Man nimmt an, daß sie sich in einem Anfall von Geistesstörung aus ihrer Wohnung entfernt hat. Einer von ihren Söhnen ist vor kurzem in Frankreich gefallen. Von Nah und Fern. k. Frankfurt a. M., 6, Jan. In der gestrigen Stadtver⸗ ordnetensitzung wurden die neugewählten. Stadtverordneten eingefiihrt. Bei der Wahl des Präsidilums wurden die seitherigen Mitglieder einmütig wiedergewählt. Genosse Gräf ist also auch in diesem Jahre zweiter Vorsitender der Stadtver⸗ ordnetenversammlung. die Deutschen auf dem nördlichen Teile der Front sich neuer— Grubenunglück auf der Zeche Radbod. Kürzlich hat sich auf der Grube Radbod, deren Name von dem furchtbaren Unglück vom 12. November 1908 noch in Erinnerung steht, wieder eine Schlagwetter⸗Erplosion. ereignet, von der in den Zeitungen nichts zu lesen war. Die Bergarbeiter-Zeitung berichtet darüber: Das von vielen Belegschaftsmitgliedern befürchtete Un⸗ glück ist da. Am 1. Januar, nachmittags, geriet im Revier 10 Flöz 14 in Brand, der wahrscheinlich eine kleinere Schlagwetter— explosion verursachte. Nach den bisherigen Meldungen ist ein Mann tot, sechs schwer verletzt. Eine größere Anzahl bewußtlos aufgefundener Kameraden konnte durch Sauerstoff— behandlung dem Leben wieder zurückgegeben werden. An die Un⸗ glücksstelle stößt Revier 6 an, in dessen Flöz 14 seit fast zwei Monaten ein Brandherd wütet, gegen den aber anscheinend nicht die genügenden Gegenmaßregeln getroffen wurden. Tatsächlich be⸗ fürchteten die an der gefährdeten Stelle arbeitenden Kameraden seit Wochen eine Katastrophe. Tahesbericht des Großen auptguartiers. Kleinere Erfolge in Ost und West. W. B. Großes Hauptquartier, 6. Jan. vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Die Franzosen setzten gestern die planmäßige Beschießung der Orte hinter unserer Front fort. Ob sie damit ihre eigenen Landsleute obdachlos machen oder töten, scheint ihnen (gleichgültig zu sein. Uns schadet die Beschießung wenig. Bei Souain und im Argonneuwalde bemächtigten wir uns verschiedener Schützengräben, schlugen verschiedene feind— liche Angriffe zurück, machten zwei französische Offiziere und über 200 Mann zu Gefangenen. Auf der viel umstrittenen Höhe westlich Sennheim faßten die Franzosen gestern früh erneut Fuß, wurden aber mit kräftigem Bajonettangriff wieder von der Höhe geworfen und wagten keine neuen Vorstöße. 50 Alpenjüger wurden von uns gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz: An der ostpreußischen Grenze und im nördlichen Polen auch Hgestern keine Veränderung. In Polen westlich der Weichsel stießen unsere Truppen nach Fortnahme mehrerer feindlicher Stützpunkte bis zum Sucha⸗ Abschnitt durch. 1400 Gefangene und 9 Maschinen⸗ gewehre blieben in unserer Hand. Auf dem östlichen Pilica⸗Ufer ist die Lage unverändert. Oberste Heeresleitung. Deutsche Vorbereitungen im Westen. 5 Der Berichterstatter der Times in Nancy meldet, daß laut den von Fliegern überbrachten Nachrichten aus Metz dings zum Vorgehen rüsten. In Metz wie in Straßburg würden Truppenteile zusammengezogen. Mehrere Regi⸗ menter, die im Norden von Dixmuiden und Ypern gekämpft und von denen einzelne schwere Verluste erlitten haben, sind nach der Grenzfestung Metz gebracht und dort wieder auf sind neue Erdwerke errichtet worden. Es wird auch eine Eisenbahn gelegt, die möglicherweise, wenn nicht wahrschein⸗ lich, für die Beförderung von schweren Geschützen nach St. Mihiel und Thiaucourt bestimmt ist. Man hat im allge⸗ meinen den Eindruck, daß hier eine fieberhafte Tätigkeit mit einem bestimmten Ziele im Auge entwickelt wird. Der Berichterstatter des Nieuwe Dotterdamsche Courant in Sluis erwähnt, daß die Deutschen an der Küste sehr rege mit der Errichtung von Verteidigungswerken beschäfigt sind. Die Oesterreicher im Osten. Ueber die militärischen Operationen unserer Verbünde⸗ ien gegen die Russen erfährt der L.-A., daß die Kämpfe auf ihrem Südflügel an den Flüssen Nida und Dunajee mehr und mehr einen stetigen Charakter angenommen haben. Alle russischen Angriffe konnten hier zurückgeschlagen werden. Allein nicht nur die österreichisch-ungarischen Truppen, son⸗ dern ebenso die russischen Streitkräfte nehmen stark befestigte Stellungen ein, sodaß auch sie nur schwer anzugreifen sind. Sie schließen sich an den Biala⸗Fluß gegen den Winkel von Gorlico und den Karpathenkamm. Die Russen richten ihre Anstrengungen auch westlich gegen den Winkel von Gorlico, aber sie sind vergeblich. Alle ihre Angriffe sind bisher zer⸗ schellt. Die Kämpfe in den Karpathen sind größtenteils nur von geringerer Bedeutung. Es handelt sich hier zumeist um belanglose Episoden und Einbrüche von Kosaken. Doch stoßen die Bewegungen in den jetzt verschneiten Bergen auf große Schwierigkeiten. Eine Gefahr würde nur darin liegen, wenn es den Russen gelänge, den Duklapaß zu durchbrechen, aber auch diese Gefahr liegt ferne, da die Russen hier abge⸗ drängt werden können. In Serbien stehen neue Operatio⸗ nen bevor, denen die Verbündeten mit großer Zuversicht entgegenblicken, da sie mit erheblich verstärkten Kräften unternommen werden. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 6. Jan.(WB.) Amtlich wird verlautbart: Die nun schon mehrere Monate mit wachsendem Erfolg geführten Gefechte im kar⸗ pathischen Waldgebirge dauern an; sie charakterisieren sich als Unter⸗ nehmungen kleineren Stils in oft weit getrennten einsamen Tälern. In den letzten Tagen durch Eintreffen von Ergänzungen verstärkt, versucht der Feind an einzelnen Flußoberläufen Raum zu gewinnen. Westlich des Uzsoker Passes und in den O st⸗ Beskiden herrscht Ruhe. An der Front nördlich und süd⸗ lich der Weichsel gestern Geschüß kampf. Der ee des Chefs des Generalstabs: kes, Feldmarschalleutnant. e 6. Jan.(Etr. Frkft.) Seit der russische Offensivstoß von den östereichisch-ungarischen Trup⸗ pen siegreich zurückgeschlagen wurde, ist in Westgalizien eine Kampfpause eingetreten. Auf unserer Seite ist das Bestreben borhanden, die Truppen bei dem elenden Regenwetter und den grundlosen Wegen möglichst zu schonen. Die Russen leiden offenbar unter Verpflegungsschwierigkeiten und der Nachwirkung der jüngsten sehr schweren Verluste. Budapest, G. Jan.(Etr. 1 857 Die Situati 8 tat hat für uns eine wesentliche Besserung erfahrem. Die N haben sich im Ungtal zurückgezogen und auf den Höhen rings Fenyvesvölgy Stellung genommen. Das Vorrücken umserer 1 pen ist dadurch erschwert, daß es seit gestern unaufhörlich N ibodurch die Wege völlig wan geworden find. Budapest, 6. Jan. Zeit andauernden Pause haben die Russen ihren Vormarsch Bukowina gegen die rumänische wie gegen die ungarische wieder aufgenommen. Unsere Grenzschutztruppen haben sich in 1 ihnen bereits früher bezeichneten Schutzstellungen zurückgezog durch es den Russen möglich wurde, die über 7000 nwo zählende Stadt Sereth zu besetzen und dadurch in die Nähe der rumänischen Grenze zu gelangen. Die Aunäherung der Russen an (Ctr. Flst) Nach eimer bereits seit längerer in der reich verhindert. Der Krieg im Orient. Neue türkische Erfolge. Konstantinopel, 6. Jan.(W. B türkische Generalstab macht bekannt: Gestern kam es im Schwarzen Meer bei Sinope zu einem Zusammentreffen zwischen zwei türkischen Kreuzern und einem aus 17 Ein- heiten zusammengesetzten russischen Geschwader. Einzel⸗ heiten fehlen noch. Auf jeden Fall vermochte der Feind trotz seiner numerischen Ueberlegenheit nicht, unsere Schiffe zu beschädigen. 8 Nach heute angelangten Nachrichten errangen unsere Truppen im Verein mit den verbündeten Stämmen in Aserbeidschan noch weitere Erfolge außer dem Sieg bei Miandoab. Die Russen verloren auf ihrem Rückzuge zwei Geschütze und zahlreiche Gefangene. Südlich Miandoab schlug eine andere türkische Kolonne den Feind und erbeutete eine beträchtliche Menge von Waffen und Munition. Vereinskalender. Samstag, 9. Januar. 8 Gießen. Buchdrucker. Abends 9 Uhr Hauptversamm⸗ lung im Gewerkschaftshause. Wieseck. Gesangverein„Sängerkranz“. Abends 9 Uhr Generalversammlung im Vereinslokal. Zahlreich 1 pünktlich erscheinen! Die Marktpreise für Vieh und Frucht 5 und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 4. Januar 1914. 5 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. ihre ursprüngliche Stärke erhöht worden. Vor der Stadt Frhr. v. Reden, Kriegsberichterstatter. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach. M. F Jeldposlschachteln -Karten und-Kartenbriefe in allen Größen. Feld postmappen, Aufflebezettel und empfiehlt dichtes Oelpapier Oberhessische Volkszeitung Gießen, Bahnhofstraße 23. e e ee e risch Kabliau, mittel Donnerstag eintreffend: Bratschellfische Pfund 22 Pfg Grosse Schellfische Pfd. 42 Pfg. Ortsgruppe Gießen. Auskunftstelle für Frauenberufe. Jee unentgeltlich Rat und Aus⸗ kunft für alle Berufe im alten Rathaus, Marktplatz 14. libr. tags nachm. von 6½ 7 ½ Uhr. Pfund 24 Pfg. 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Lälber ½„ 5 6885 A%„ 8084„ Schweine%, 5 8386,.%„ 8096 Getreidepreise in Mannheim. Brotpreise in Gießen g Weizen 100 kg.———.— Mk.] Weißbrot 21g 68 Pfg Roggen„„—.———.—„ Schwarzbrot 2„ 64„ Ig. Deutscher ranenperen Frauen und Mädchen erhalten sofort lig Schriftliche fer Direktion: Hermann Steinagoetter 0 * 0 0 Das Das Er subeten 1 sten gebiet siche in Ot chäden des saburch ilbe srig am, 2 gels, ist i er Juduf lite bildet! ad und gef tem beschrä Ausdehnu ls unter werke un deer selbst Ert geba smischen La gen, um d kacsen zu b. ens in un fenden Lar i wiederu ten Ver ner für I Schuld ils von G sttelbar scten kaun, ii wieder Al das! glänzend ger gene engung rieden g elne gat sretermasse inen. All. ten! Es u wird, sppen in k flat war Unteren, 5 9 1 9 Heinrich Le, 22