90 zei Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Redaktien und Expedition Giehen, Babnbofstraße 23, Ecke Löwengaße. Telepbon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man bis abends 7 Abr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben Gießen, Dienstag, den 5. Januar 1915 10. Jahrgang — ain . aus abt Irith D. Oberdessische Volksseituns erscheim eden Werktag Abend in An- ietzen Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich . Pig. einschl Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährl. 10 ML ne M. Nr. 3 Ju. — Jalob ner, „Ge⸗ —— 1* 0 Gegen die Verschwendung! 0 Ng. Die Mahnungen, den Genuß von Weizenbrot und Kuchen ein— YM. chränken, haben nicht viel genutzt. Weihnachtsstollen und 1g. vesterpfannkuchen sollen in großen Mengen gekauft worden sein; ö Pfg. du Regierung sieht sich genötigt, neue Maßregeln gegen die Ver⸗ 0 Ng. schwendung des Weizenmehles anzukündigen. Man spricht von der 0 Usg. führung bestimmter Backtage für Kuchen und von der Erhöhung 2 Pfg. deß Kartoffelmehlprozentsatzes im Brot. J Ufa. Wie kommt es, daß die Aufforderung der Regierung zur Spar⸗ 0 Pig. sahikeit nicht befolgt wurde? Schließlich wird doch jetzt so viel an 0 If a0 n Ecken und Enden gespart, daß die Verschwendung, die mit dem 0 Wiz 2 izenmehl getrieben wird, doppelt auffällt. Will man der Sache 5 Pig! a den Grund gehen, so muß man vor allen Dingen bedenken, daß, ä gange zur Kuchenbäckerei reines Weizenmehl verwendet werden darf und keinerlei Grenzen für die Menge der gebackenen Kuchen gogen sind, der Weizenmehlkonsum immer viel zu groß sein wird. Msonders die wohlhabenderen Schichten der Bevölkerung denken niht daran, auf Kuchen und Torten zu verzichten, die Konditoreien d übervoll, genau so wie in Friedenszeiten, ungeahnte Portionen 50 Torten und Schlagsahne werden vertilgt. Ist es da verwunder⸗ lig, wenn die minderbemittelten Familien, soweit sie noch in der Lage sind, noch Weißbrot und Sonntag die billigeren Sorten von lüchen kaufen? Sie müssen doch annehmen, daß genügend Weizen⸗ ahl vorhanden ist, wenn in den Konditoreien weiter solche Mengen guchen verzehrt werden dürfen, und sie sagen mit Recht, daß die lhabenden zuerst einmal auf Torten und Kuchen verzichten en, ehe sie daran denken, weniger Weißbrot zu verbrauchen. Zweifellos war es auch nicht gerade geschickt, den Preis für sogenannte K-Brot und für das Brot, das nur die vorge⸗ riebene Menge Kartoffelmehl enthält, ganz gleich festzusetzen. U diese Weise wurde dem minderbemittelten Konsumenten jeder lreig, K⸗Brot zu kaufen, genommen. Wäre das Vrot mit 20 pozent Kartoffelmehlgehalt um 5 Pfennige billiger als das mit rozent Kartoffelmehlzusatz, so würden sich schon Käufer finden. Bei der Ausgabe neuer Vorschriften für die Bäckereien wird m erwägen müssen, ob nicht überhaupt nur eine Sorte Weizen⸗ at erlaubt sein soll. Es ist durchaus nicht nötig, während des eges mehrere Sorten zum Verkauf zuzulassen, ja man könnte gar, wenn wirklich einmal Weizenmehl gespart werden soll, das cken von Brötchen einstellen und nur Kranken auf ärztliche Ver⸗ solnung hin den Genuß von Weißbrot gestatten. Vor allen Dingen lahr kann man nicht der Masse des Volkes Sparsamkeit predigen, rend die oberen Schichten im Ueberfluß leben. Die sind in Fall noch besser gestellt. Die Hausbäckerei entzieht sich ontrolle durch den Staat, und die Köchinnen von Berlin W. in den reichen Vierteln anderer Städte verstehen das Kuchen⸗ 1 Tortenbacken ausgezeichnet. Man könnte vielleicht noch ver- lingen, daß reines Weizenmehl nur gleichzeitig mit einer be- siamten Menge Roggenmehl verkauft werden darf, dann hätte kun wenigstens eine gewisse Gewähr dafür, daß beides nur ge⸗ 1 scht verwendet würde. ö Was auch beschlossen werden mag, man hüte sich vor den halben die nur den weniger kaufkräftigen Konsumenten Opfer Produzenten wie die vermögenden Ver⸗ Es muß beizeiten gespart werden, damit Mangel an Weizen eintritt, aber an dem Kreise der Bevölkerung in gleichem Maße ußregeln, erlegen, dagegen die rer nicht berühren. icht später ein großer Haren sollen sich al le Heiligen. kung! 8 un 8 75 Gegenüber der fortgesetzten Mahnung der Behörden, Kriegs⸗ tet herzustellen und zu konsumieren, wird dem Berliner Lok.-Anz. shrieben: 35 5 73 „Das als Zusatz nötige Kartoffelwalzmehl ist zurzeit sehr her erhältlich. Die Fabriken sind mit Aufträgen überhäuft und it imstande, die vielen Bestellungen auszuführen. Einzelne sabriken nehmen überhaupt keine Bestellungen mehr an. Die fäxer beschränken sich nun auf den gesetzlich vorgeschriebenen gozentigen Zusatz, denn sie müssen haushälterisch umgehen mit den Vorräten, um dem Gesetz zu genügen. Das Verfahren aber, de Kartoffel selbst zuzubereiten, ist, wenn auch gesetzlich gestattet, Au umständlich und gerade für die Berliner Bäcker mit be⸗ deren Schwierigkeiten verbunden, da die. Kartoffel erst eicher ö locht und zerrieben werden muß. Es wäre wohl Sache der Re⸗ erung, Abhilfe zu schaffen. Es muß dafür gesorgt werden, daß 0 e Bäcker Rohmaterial in ausreichenden Mengen erhalten. 10 Englischer Schmerz. Das Handelsblad berichtet aus London: Die Blätter er Amen an, daß die englische Nation durch das Sinken des Formidable“ einen großen Verlust erlitten hat. i Daily Telegraph sagt:„Der Feind hat uns einen ke lag beigebracht, der sehr schwer ist, wenn er 1 linen Einfluß auf die endgültigen Erfolge ausübt. Aber ner Ziel wird endlich erreicht werden. Weder dos ertrauen des englischen Volkes noch der Mut der Marine unter diesem Schlage leiden. Der Geist unserer Väter lid uns stärken, bis der Feind endlich besiegt und ver⸗ lichtet ist durch die größte Seemacht der Welt.. Reuter meldet aus London: Einer der Geretteten der Formi⸗ ole“ erzählt: Am Freitag morgen herrschte schwacher eenaß litzlich hörten wir eine furchtbare Exploston, und das ee 1 am sofort in das Schiff einzudringen. Die Feuer wurden 915 115 0 die Heizer kamen auf Deck. Glücklicherweise eee berkammer nicht, sonst wäre niemand mit dem Leben 05 demmen. Als ich auf Deck kam, hatte das Schiff ee igen an der Steuerbordseite. Die Boote wurden 1 0 . Kutter sank sedoch, während die Pinasse mit großer. e urn gelassen werden konnte. Wir ruderten weg, jedoch 9 0 7 , was wir tun konnten, war, daß wir uns über Wasser ha konnten. Wir sahen die„Formidable“ hinwegsinken. Ungefähr dreiviertel Stunden nach der Explosion hörten wir immer noch das Hornsignal der„Formidable“. Der Kapitän blieb bis zum Ende auf seinem Posten. Das Lichtsignal flimmerte, als das Schiff kenterte und unterging. Soweit man bis jetzt feststellen konnte, sind 201 Mann von der„Formidable“ gerettet: es wurde nämlich noch ein Boot mit 40 Geretteten bei Lyme Regis an der Südküste von England aufgefunden. London, 3. Jan.(WB. Nichtamtlich.) Die Polizei von East Suffolk hat alle Lichter an der Seeküste verboten. Die Küstenpatrouillen haben Auftrag, auf jeden, der Lichtsignale gibt, zu feuern. Ein weiterer Verlust. Amsterdam, 2. Jan.(Ctr. Frkft.) Aus einer Gerichts- verhandlung in Scarborough geht hervor, daß das englische Minenschiff„Night Hawke“ auf eine Mine gestoßen und gesunken ist. Nur ein Teil der Mannschaft wurde gerettet. vr ge—* Das französische Admiralsschiff Courbet untergegangen. Wien, 3. Jan.(Ctr. Frkft.) Das Neue Wiener Tage⸗ blatt erführt aus italienischer Quelle, daß das französische Admiralsschiff„Courbet“, das in der Straße von Otranto von dem österreichisch-ungarischen Unterseebvot „U 12“ torpediert wurde, vor Valona gesunken i st. Der Admiral und der größte Teil der Bemannung wurden von anderen Schiffen gerettet. Der„Courbet“ hatte durch den zweiten Torpedotreffer ein furchtbares Leck mitt⸗ schiffs erhalten. N a 6 Das französische Unterseeboot„Bernouilli“ ist gleichfalls gesunken. Von dem„Bernouilli“ wurde eine Telephonboje bei der Insel Lagosta gefunden. Eine amtliche österreichische Meldung über das Ereignis liegt noch nicht vor, die Nachricht ist also nur mit dem Vorbehalt der amtlichen Bestätigung aufzunehmen. Ist die Meldung richtig, dann hat die französische Flotte einen empfindlichen Verlust er⸗ litten. Das Admiralschiff„Courbet“ gehört zu ihren modernsten Linienschiffen. Es ist erst im Jahre 1911 vom Stapel gelaufen und faßt 23 500 Tonnen. Seine Geschwindigkeit ist 21,7 Seemeilen. Armiert war es mit 12 Geschützen von 30,5 Zentimeter, 22 von 14 Zentimeter und 4 von 4,7 Zentimeter-Kaliber. Die Bemannung zählte 1085 Personen. Das Unterseeboot„Bernouilli“ gehörte zu den in den Jahren 1910—13 gebauten. Es hat 400 Tonnen Deplacement. Der Untergang zweier französi cher Torpedoboote. Eine interessante Meldung hat kürzlich der Matin ver— öffentlicht. Er ließ sich aus Toulon melden, am 7. Dezem⸗ ber wurden zwei Marineoffiziere vor ein Marinekriegsge⸗ richt gestellt, weil sie sich wegen des Untergangs von zwei Kriegsschiffen, die sie befehligten, zu verant⸗ worten hätten. Es handle sich um die Torpedo boote Nr. 347 und 348, die in der Nacht vom 9. Oktober— an⸗ scheinend als sie einem Kreuzer auswichen— zusammen⸗ stießen und beide untergingen, wobei ein Unteroffizier seinen Tod fand. Die kleine Notiz scheint den wachsamen Augen der Pariser Zensurbehörden entgangen zu sein. Der Bund über die Kriegslage. In seiner Neujahrsbetrachtung über die Kriegslage stellt der Berner Bund zunächst fest, daß Ru ß land heute nach fünf Monaten bereits sein ganzes Westheer einschließlich aller ab⸗ kömmlichen asiatischen Korps und verfügbaren Reserven erster und zweiter Linie an den Feind gebracht und daß Frankreich alles bis auf 400 000 Mann vermindert Wehrfähiger unter den Waffen habe, darunter die sämtlichen verfügbaren afrikanischen Reserven weißer und dunkler Farbe und sogar Anamiten, daß ferner Eng⸗ land alles eingesetzt haben dürfte, was es herzugeben hat, daß es allerdings im Frühling mit neuen Truppenkörpern aufzu⸗ treten imstande sei, die freilich das treffliche Jeldheer an Aus⸗ bildung nicht entfernt erreichten, da nicht nur Routine, sondern auch Ausbildungskräfte fehlen. Der Bund resümiert:„Wir können also damit rechnen, daß der Dreiverband mit seinen Auf⸗ wendungen jetzt das höchste Maß militärischer Bereitschaft li ber⸗ schritten hat, sosern nicht Japan einspringt. Oester⸗ reich-Ungarns Truppen haben sich vorzüglich ge⸗ halten, ihre Kampfkraft ist noch nicht verbraucht. Deutsch⸗ land überraschte seine Gegner durch die Unersch öpflichkeit seiner Reserven. Die Feldarmee hat in den ersten Monaten die Last des Krieges allein getragen. Heute stehen große Truppen⸗ körper im Felde, die aus Reserve und Landwehr gebildet sind. Noch ist im Innern des Landes an neuen Nachschüben kein Mangel. Auch an Kriegsmatertal fehlt es nicht. Der Offiziers⸗ mangel wird durch den durch das. Ausscheiden der Schlachten⸗ kavallerie ermöglichten Uebertritt von Reiteroffizieren zur Fuß⸗ waffe sowie durch die verfügbaren zahlreichen langgedienten Unter- offtziere zum guten Teil ausgeglichen.“ 5 J Türtische Erfolge gegen die Russen. Die Einnahme von Ardakhan. Konstantinopel, 3. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: Unsere Truppen nahmen am 1. Ja. langsam an Steuerbord unar Ardakhan, worüber folgende Einzelheiten zu be⸗ Der siegreiche Halbmond. richten sind: Eine Abteilung unserer Truppen, die im Tscho⸗ rusgebiet operierte, traf bei ihrem Vormarsch auf Ardakhan am 28. Dezember westlich von Ardakhan auf Kosaken, die zurückgetrieben wurden. Ardakhan wurde von 3000 Mann Jufanterie und 1000 Kosaken verteidigt, die über sechs Feld⸗ geschütze und 2 Maschinengewehre verfügten und unter dem Befehl des Generals Zachen standen. Unsere Abteilung zögerte trotz ihrer geringeren Zahl nicht, am 29. Dezember morgens die gut befestigten, durch Artillerie verstärkten Stellungen des Feindes anzugreifen. Die blutige Schlacht endete gegen Abend mit der Flucht der Russen, die große Ver⸗ lu ste hatten. Unsere Verluste sind unbedeutend. Vor ihrer Flucht brannten die Russen einen großen Teil der Stadt, ihre Munitions⸗ und Lebeusmittelmagazine an, plünderten das Eigentum von Muselmanen, unter⸗ warfen sie tausenderlei Folterungen, töteten zahlreiche unbewaffnete Männer und Frauen mit dem Bajonett und stachen einem Manne die Augen aus. Eine große Menge Munition, Kriegs⸗ material und ein Teil der Truppentransportmittel des Fein⸗ des fiel in unsere Hände. Die Freude der vom russischen Joche befreiten Bevölkerung ist ungeheuer. Die von den Freiwilligen, die an der Seite unserer Armee kämpften, bewiesene Tapferheit ist des Lobes würdig. In Persien zeigen unsere persischen Brüder die gleiche Ergebenheit. Unsere Truppen schlugen im Verein mit persischen Stämmen 4000 Russen, die über zehn Ka⸗ nonen verfügten, bei Meyan Duwah Sis(2), 50 Kilo⸗ meter nordöstlich von Saudschbulak, vollständig. Die Russen hatten über 200 Tote, eine Anzahl von Verwundeten und verloren sechs Kanonen. Wir erbeuteten eine Anzahl Gewehre, Munition und Kriegsmaterial.. Nach einer Meldung aus Erzerum befinden sich große Transporte von russischen Kriegsgefangenen aus den letzten Kämpfen auf dem Wege dorthin. 600 sind bereits eingetroffen. Die Besetzung des kleinen Städtchens Ardakhan, das 1835 Meter über Meer an der Kreuzung einiger wichtiger Straßen liegt, ist nach den Ausführungen der Frankfurter Zeitung vielleicht der größte Erfolg, den die türkischen Truppen bisher gegen das russische Kaukasusheer davongetragen haben. die glücklich eingeleitete Offenfive gegen Batum dem Ab⸗ schluß entgegenzuführen, da die Russen, so lange sie Ardakhan besetzt hielten, von Kars aus stets eine Flankierung der im Tschorok⸗ gebiet operierenden Türken versuchen konnten. Auch politisch ist der neue türkische Erfolg von großer Tragweite. Er bestätigt nunmehr auch den Neutralen, die bisher vielleicht die russi⸗ schen, die Sachlage durchaus verschleiernden Bulletins erust nehmen mochten, daß nunmehr der Krieg auf russischem Gebiete geführt wird. Einige Reste der vor wenigen Tagen im Murad⸗ tal geschlagenen Russen mögen noch auf türkischem Boden stehen: ihr Rlickzug ist aber unvermeidlich. Von Lasistan aus ist die türkische Offensive am weitesten vorgedrungen; Ardakhan liegt dem nächsten Punkte der Grenze schon über 50 Kilometer entfernt. Aber auch bei Olty gehen die türkischen Truppen immer weiter vor und auf der direkten Straße von Erzerum nach Kars stehen die Türken, wie nunmehr selbst die russischen Berichte zugeben müssen, vor Sarikamysch, wo seit dem Herbst 1913 die russische Bahnlinie endigt. Daß die Bevölkerung dieser erst nach dem Balkankrieg 1878 der Türkei entrissenen, fast durchweg muselmanischen Gebiete das türkische Heer als Befreier begvüßt, ist felbstverständlich. Unbe⸗ greiflich erscheint dagegen das Verfahren der Russen, die vor ihrem Abzug aus Ardakhan ein Pogrom veranstaltet haben. Die Kunde davon wird sich blitzschnell über das ganze Kaukasusgebiet verbreiten und die Erregung der Musel⸗ manen natürlich noch steigern. Es ist kaum anzunehmen, daß diese Greuel mit Wissen und Willen der russischen Behörden und Offi⸗ ziere geschehen konnten, die wissen müssen, was dabei auf dem Spiele steht. Man wird sie daher als Anzeichen einer bedenklichen Locke⸗ rung der Disziplin unter den kaubasischen Truppen Rußlands zu betrachten haben. Nicht minder bemerkenswert ist die Meldung vom Kriegsschau⸗ platz in Aserbeidschan, wo die türkische Armee, die hier mit Ver⸗ stärkung kuwdischer Freiwilliger vorgeht, schon 50 Kilometer über Sautschbulak hinausgekommen ist. Der in der Meldung genannte Orte dürfte nahe bei der Stadt Merhamed Abad liegen, die noch einige veraltete Forts besitzt; vielleicht handelt es sich um diesen Ort selber. Die türkische Avmee kann nach diesem Erfolge bald an Ostufer des Urmiasees auftreten, wo die blühende, durch ein tausendjähriges astronomisches Observatorium berühmte Stadt Maraga ihr nächstes Ziel sein dürfte. Weitere türkische Siege. Konstantinopel, 3. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Die Kaukasusarmee setzt ihren siegreichen Vormarsch fort. Ein Teil unseres Heeres, der bis Sarikamysch vorrückte, trug nach einer erbitterten Schlacht einen endgültigen Sieg davon. Seit dem 25. De⸗ zember haben unsere Truppen mehr als 2000 Russen ge- fangen genommen, 8 Kanonen, 13 Schnellfeuergeschütze, eine große Menge Waffen und Munition sowie Kriegsmaterial und Lebensmittel erbeutet. Unsere Truppen bemächtigten . Sie erst ermöglicht es, Kars. marsch der Truppen gegen Aegypten einstelle. Diese Drohung wird in Konstantinopel als Schwäche Englands aufgefaßt. zeugen geworfenen Bomben haben ihr Ziel verfehlt, dagegen an dem Kriege beteiligt, um den Bündnisfall gegen Eng— nich zwischen Sarikamysch und Kars zweier Militärzüge samt ihrer Ladung und zerstörten die Eisenbahnlinie Sarikamysch— Unsere Truppen, die weiter nordwärts operierten, haben einen neuen Erfolg davongetragen. Unsere Truppen, die von Tauschkerd auf russisches Gebiet vorrücken, haben ein russisches Bataillon in einer Schlucht unter Feuer genommen. Die Russen verloren 200 Tote und 400 Gefangene, der Rest wurde zerstreut. Ein aus zuverlässiger Quelle stammendes Telegramm aus Ischdan, einem auf türkischem Gebiet westlich Tauschkerd oder Tavaskiar gelegenen Orte, besagt: Der Vormarsch der tür⸗ kischen Truppen im Kaukasus gleicht einem wahren Befreiungszuge. Außer Tavaskiar und Tischkerd haben die Truppen Zukule besetzt, wo ihnen ein glänzender Empfang bereitet wurde., Gestern versuchten Kosaken einen Angriff gegen türkische Abteilungen in der Umgebung von Panatschurd, mußten jedoch an⸗ gesichts des heldenmütigen Widerftandes der titrkischen Truppen unter großen Verlusten die Flucht ergreisen. In dem Telegramm heißt es weiter: Die Sympathiekundgebungen der muselmannischen Bevölkerung lassen erkennen, daß die Befreiungsstunde für den Kaukasus geschlagen hat. England droht der Türkei! Wien, 3. Jan.(TV.) Durch Vermittlung eines neu— tralen Staates ließ England der Pforte zur Kenntnis bringen, es sei entschlossen, zur Forzierung der Dardanellen zu schreiten, falls die türkische Regierung nicht den Vor— Verluste der englischen Handelsflotte. London, 3. Jan.(Priv.⸗Tel. Indir Ctr. Frkft.) Die Marine⸗ abtellung des Board of Trade empsing im vergangenen Monat den Bericht vom Verlust von 35 brltischen Dampfschiffen mit 119 Per⸗ onen und 32 britischen Segelschiffen mit einem Verlust von 25 ersonen. 5 Dampfer mit einem Gesamttonneninhalt von 15 795 Tonnen wurden durch deutsche Kriegsschiffe zum Sinken gebracht und 7 mit insgesamt 7492 Tonnen mit 25 Personen sanken durch Minen. Der Vorstoß gegen Cuxhaven. Die Vossische Zeitung meldet: Gegegenüber anders lautenden Mitteilungen können wir auf das Bestimmteste erklären, daß bei dem Vorstoß englischer leichter Streitkräfte gegen Cuxhaven dort keinerlei Schaden anger ich ⸗ tet worden ist. Die sämtlichen aus den englischen Flug— darf als sicher angenommen werden, daß die Engländer bei diesem Angriff vier Wasserflugzeuge verloren haben. Ferner wird von glaubhaften Augenzeugen ver— sichert, daß der englische kleine Kreuzer„Arethusa“ durch, Bombenwurf beschädigt worden ist. Auf einem weiteren englischen Schiffe, das ebenfalls von mehreren Bomben getroffen worden ist, wurde Brandwirkung be— obachtet. Endlich dürften noch zwei englische Torpedoboots. zerstörer beschädigt worden sein. Die Engländer dürften also mit dem Ergebnis ihres Angriffs, bei dem sich wiederum gezeigt hat, wie sehr die deutsche Küstenwacht auf dem Posten ist, recht wenig zufrieden sein. Keine japanische Truppen nach Europa. Stotkholm, 3. Jan.(W. BB. Nichtamtlich.) Die Zei⸗ tungen geben eine Meldung aus Tokio wieder, nach welcher aus hervorragender Quelle alle Gerüchte, daß Japan Truppen nach den europäischen Kriegsschau⸗ plätzen senden würde und daß japanische Offiziere bei der russischen Artillerie in Polen dienen, als falsch bezeichnet werden. Japanische Offiziere seien nur als Atkaches bei dem russischen Heere anwesend, Japan habe sich land zu erfüllen, der nur seine Mitwirkung zum Schutze der Intereffen im fernen Orient auferlegte, aber nicht die Hilfe an irgend einem Kampfe. Japanische Truppen werden nicht nach Europa gegen Lohn ver⸗ mietet. Da Kiautschau jetzt in japanischen Händen und die deulschen Kriegsschiffe im Stillen und im Indischen Ozean zerstört oder entwaffnet sind, ist Japans Rolle im Kriege praktisch ausgespielt und es wartet rulsia und mitcheduld den Schluß des allgemeinen Krieges ab. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 152 Ein unermeßlicher Hohn erfüllte sein Gesicht. Björnarne war bleich und abgemagert, aber in diesem Augenblick war er rot vor Aufregung und seine Augen glänzten vor Freude und Hoffnungen. Da lag sie vor ihm, leise atmend, und wie sein Hauch sie berührte, lächelten ihre Lippen und die schwarzen, kühn gebogenen Brauen zogen sich aufwärts, als erbickte sie einen Gegenstand, der ihr Entzücken erregte. Ein Zittern lief durch Björnarnes Herz. Ol wie schön war sie! Ihre kleinen weißen Zähne glänzten ihn an, mutwillig zogen kraufe Fältchen sich auf ihrer Stirn zusammen, er sah sie wie in den frohsten schönsten Tagen seines Lebens, wenn er abends heimkehrte, und sie aus der dunklen Ecke ihm ent⸗ gegen sprang, um ihn zu erschrecken. Bebend von seinen Er⸗ innerungen und hingerissen von seinen Empfindungen faßte er die Hand, die vor ihm lag, zugleich sagte Paul mit, ge⸗ dämpfter, aber doch lauter Stimme, in welcher sein ver⸗ haltenes Gelächter hörbar war:„Küsse sie wach, du verliebter Narr, denn wir haben keine Zeit zu verlieren!“ Er begleitete seine Worte mit einer raschen Wendung der Jaterne, deren volles Licht er jetzt auf die arme Verratene sallen ließ. Die Wirkung erfolgte augenblicklich. Wie von einem elektrischen Funken getroffen, zuckte Gula zusammen und saß im nächsten Augenblicke aufrecht. Ihr Haar flog zurück, ihr Auge fiel auf Björnarne, und damit zugleich schallte die Hütte von einem gellenden entsetzlichen Schrei. „Stopf ihr den Mund!“ rief Petersen, und Egede schleu⸗ derte ihr eine der Decken über den Kopf, warf sie nieder und griff mit feiner mörderischen Faust ihr nach der Kehle. Ehe jedoch Björnarne ihn davon zurückhalten konnte, erhielt jener von der anderen Seite einen so gewaltigen Stoß, daß China und Japan. Petersburg, 3. Jan.(W. Nichtamtlich.) Nowoje Wremja meldet aus Peking: Die offiziöse Peking Darsy News, die bisher immer zur Ruhe mahnte, greife jetzt die sapanische Regierung scharf wegen ihrer Aeußerungen über Kiautschou im Parlament an und erklärt, China hole sich, was ihm gehöre. Der amerikanische Protest. Ein amerikanischer Gegenzug. Wien, 3. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Die Neue Freie Presse erfährt, daß Präsident Wilson, falls England die amerikanische Protestnote nicht günstig beantwortet, ent⸗ schlossen sei, ein Aus fuhrverbot für gewisse Güter zu erlassen, deren Weiterbezug für England eine dringende Notwendigkeit sei. London, 3. Jan.(WB. Nichtamtlich.) Die Times melden en⸗ Washington: Ridder schreibt in der Staats zeitung: Die Bericle iber die britische Haltung zu dem Protest der Vereinigten Staaten sind nicht so, wie wir zu erwarten Grund hatten. Auf englischer Seite besteht offenbar der Wunsch, der Verantwortlichkeit auszuweichen. Die Briten scheinen die Angelegenheit er⸗ örtern zu wollen. Wir wünschen keine Erörterung. Hatten wir Unrecht, müssen wir den Protest zurückziehen, haben wir aber Recht, dann muß Großbritannien seinen Kriegsschiffen Einhalt gebieten. Die britische Regierung erkennt eingestandener⸗ maßen die Berechtigung unseres Schrittes an, wozu also die Exörte⸗ rung? Wir ließen die Verletzung unserer Rechte durch England fünf Monate über uns ergehen, das ist genug. Wir wol len unser Recht, wir wünschen nicht zu warten, bis es Groß⸗ britannien gefällt, es uns zu geben. Englische Vergewaltigung Neutraler. Stockholm, 2. Jan.(Etr. Frkft.) Ein Konflikt ist zwischen dem schwedischen Auswärtigen Amt und der eng⸗ lischen Regierung entstanden. Ein englisches Kriegsfahrzeug hat den schwedischen Dampfer„New Sveden“ angehalten und nach Neweastle eingebracht. Auf der„New Sveden“ befinden sich 300 Tonnen Panzerplatten, die von der amerikanischen Firma Carnegie in Pittsburg für den Bau des schwedischen Panzerschiffes„Sverige“ geliefert wur⸗ den. Diese Panzerplatten wurden von den englischen Be⸗ hörden beschlagnahmt, obwohl die Papiere des schwedischen Dampfers in bester Ordnung waren und die Bestimmung der Panzerplatten offensichtlich war. Der Stapellauf des Panzerschiffes„Sverige“, das auf den Götawerften in Gotenburg gebaut wird, sollte im April stattfinden, ist aber durch das englische Vorgehen in Frage gestellt. Die Enr⸗ rüstung über den neuen englischen Völkerrechtsbruch ist hier um so größer, als das Baugeld für die„Sverige“ durch eine Nationalsammlung aufgebracht wurde und der gegen die Fertigstellung des Panzerschiffes gerichtete englische Ueber⸗ griff das schwedische Volksempfinden verletzt. Die Verwundeten in Frankreich. Nach Mitteilungen des Direktors des fränzösischen Sanitäts⸗ wesens vor der Militärkommisstion der Kammer waren im Zeit⸗ raum vom 15. September bis 30. November 489 000 französtsche Verwundeke in Behandlung. Von ihnen sind 250 000 zur Front zuriickgebehrt, 120 000 sind in Rekonvaleszenz, 60 000 befinden sich noch in ärztlicher Behandlung. Frankreich verfügt über 3963 Spitäler mit 366 000 Betten. Belgischer Protest gegen die deutschen Reqnisitionen Nach einer Reutermeldung hat der belgische Gesandte in Washington der amerikanischen Regierung einen ausführ⸗ lich begründeten Protest gegen die von der deutschen Heeres— verwaltung in Belgien gemachten Requfsitionen über⸗ reicht. Die requfrierten Waren und Güter im Werte von etwa 57 Millionen Franken, darunter Kattun, Kautschuk, Werkzeuge, Maschinen, Eßwaren und Metalle, würden nicht für Heereszwecke verwendet, weshalb eine Verletzung des Völkerrechts gegeben sei. Die Handlungsweise Deutschlands bedeute den Untergang der belgischen Industrie. Kräftige Worte gegen die Deutschenhetze in Italien findet der Neapeler Mattino. Das Blatt zollt Deutschland seine höchste Bewunderung und erinnert an die nur durch Deutschlands Hilse vollendete Einheit Italiens. Bald werde guch in Rußland und Fvankreich die Ueberzeugung durchbrechen, daß sie nur für die englische Weltherrschaft kämpfen. Dann werde der zweite Akt des Weltkrieges beginnen: der Kampf gegen England mit veränderter Rollenbesetzung. Dann käme auch flir Italien die Stunde der Ent⸗ : bis dahin folle Italien den Aufreizungen der Phari⸗ gesprungen seiner unglücklichen Herrin Beistand leisteke, und einige Minuten lang geschah dies in wirksamster Art ganz in der Weise, wie Renntiere in ihrer Wut es machen, die mit dem Kopf den Angegriffenen niederennen und mit den Füßen auf ihn loshämmern. ö Egede war so erschrocken, daß er lautlos still lag; sobald er aber seinen Gegner erkannte, war auch sein Messer dem getreuen Geschöpf durch die Rippen gefahren, das sogleich von ihm abließ, sich umwandte, an Gulas Lager wankte und ohne einen Laut zu tun, auf seine Vorderfüße zusammensank. „Höre mich an, Gula!“ sagte Björnarne.„Du sollst mich hören, ich bitte dich. Sei ohne Furcht, ich bin es ja, Björnarne, dein Freund. Liebe und Frieden über dich, niemand will dir ein Leid tim!“ s a „Blut! Blut! schrie das arme Mädchen, die den fürchter⸗ lichen Quäner und das sterbende Tier ansah. „Wechselbalg!“ murmelte Egede grimmig,„sei still, oder ich schneide dir den Hals ab.“ 2 „Ol habt Erbarmen, Erbarmen!“ rief Gula auf ihren Knien, dann stieß sie einen neuen durchdringenden, kläglichen Schrei aus, der damit endete, daß sie mit derfelben Heftigkeit: „Johann! Johann! Johann!“ schrie und einen Versuch machte, sich von Björnarne zu befreien. „Mach ein Ende,“ sagte Petersen hervorkretend,„wenn es mit uns kein Ende nehmen soll. Dies Geschrei muß ein Lappenohr auf eine Meile hören. Willst du still halten, Schätzchen, oder soll Egede seine sanften Finger an deine Kehle bringen? Zieh die Jacke an, rasch! Das Tuch hier um den Mund, die Hände auf den Rücken. Vorwärts]! Und wenn du einen Laut von dir gibst Egedel greif an ihren Armen und halt dein Messer bereit. N Aber Gula schien die Stimme und sede Macht zum er köpflings zu Boden stürzte, und über ihm richtete sich ein Widerstande verlo en zu hoben. Sobald sie die Gegemoart Kaiser Wilhelm und Papft i 7 Großes Hauptquartier, 2. Jan.(Amtlich.) Zwiseh S. M. dem Kaiser und S. Heiligkeit dem Papst hat gestte folgender Telegrammwechsel stattgefunden:„An. Wilhelm II., Deutscher Kaiser. Im Vertrauen auf die fühle christlicher Nächstenliebe, von der Eure Majestät be seelt sind, bitte ich Eure Majestät, dieses unheilvolle Jahre zu beenden und das neue zu eröffnen mit einer Handlung kaiserlicher Großmut, indem Eure Majestät unseren Vor⸗ schlag annehmen, daß zwischen den kriegführenden Staate 5 ein Austausch der für den Militärdienst künftighin als untauglich anzusehenden Kriegsgefangenen stattfinden möge. Pa pst Benedikt XV.“ „An Seine Heiligkeit den Papst, Rom. Indem ic 5 Sitter Heiligkeit für Ihr Telegramm danke, ist es mir ein Herzensbedürfnis, zu versichern, daß Eure Heiligkeit Vorschlag, das Los der für den ferneren Militär dienst untauglichen Kriegsgefangenen zu lindern, meine volle Sympathie findet. Die Gefühle christlicher Nächstenliebe, von der dieser Vorschlag eingegeben ist, ent⸗ sprechen durchaus meinen eigenen Ueberzeu⸗ gungen und Wünschen. Wilhelm.“ 5 Englische Anerken ung deutscher Wissenschaft In der Times hatte ein wildgewordener Professor— die Sorte kommt natürlich auch in England vor— an die deutsche Wissenschaft eine Kriegserklärung gerichtet und sie in einer Weise kritisiert, daß an ihr kein ganzer Faden blieb. Gegen diese Ausschreitung des Nationalismus richtete sich aber sofort ein lebhafter Protest aus der englischen Ge⸗ lehrtenwelt, und die Times muß jetzt als Antwort auf den Artikel des Deutschenfressers Saybe eine Reihe von Zu. schriften abdrucken, in denen der deutschen Wissenschaft in allen Tönen Lob gesungen wird. So schreibt Percy Gar⸗ dener⸗Orford: g Gewiß, wenn man die Niederbrennung Löwens und die Metzelei von Scarborough frisch im Gedächtnis hat, ist es schwer, unserer geistigen Schuld an Deutschland gerecht zu werden; aber so ziemlich jeder Studierende und Gelehrte wird zugeben, daß sie ganz gewaltig ist. In gleichem Sinne äußert sich F. A. Bather-Wimbledon⸗ Jeder, der Naturwissenschaft studiert, wird auch künftig seine geistige Schuld an Deutschland anerkennen. Et kann das, ohne die Newton und Darwin von ihrem höhen Plaz herabzuziehen und ohne die Schuld Deutschlands an uns zu ver⸗ kleinern. Jetzt ist es unsere Pflicht zu kämpfen und als Männer in den Kampf zu gehen, wenn man will, auch unseren Protest soider Barbarei zu erheben— nicht aber unseren Atem a 1 enossen, 11 1 Kriege festigun lichen e Straßen peiche, De Die ruf der Bal und der gebe! seine B Man hl. ein, daß habe id bemerkb sie zu v. auf la Die ungerechte Vergleiche zu verschwenden. Wenn der Friede wieder⸗ kehrt und mit ihm die Verfolgung wissenschaftlicher Ziele, dann wird das Werk jedes ehrlichen Arbeiters wie zuvor willkommen sein, gleichgiltig, welcher Nationalität er angehöre— und sollte ein Genie erstehen, so wird sich klein kluger Mann bei dem Ge⸗ danken aufhalten, in welches Land er wohl reisen müsse, um jenem seine Verehrung darzubringen. 7 Das Verständnis für die Internationalität der Wissen⸗ schaft ist also trotz aller Kriegsleidenschaft auch in Englan id lebendig geblieben. Von diesem Verständnis ist aber nur ein Schritt zu dem Bedauern darüber, daß zwei Völker, für den Fortschritt der Kultur so Großes geleistet haben, w das deutsche und das englische, nun in der Zerstörung von Kulturwerten mit einander wetteifern müssen. Daran ist nun freilich nichts zu ändern, solange der Krieg dauert, abet das Verständnis für die Notwendigkeit späterer gemeinsamer Arbeit soll und braucht inzwischen weder bei den Intellek⸗ tuellen noch— was uns viel wichtiger ist— im Proles tariat verloren zu gehen. 5 1 Die Zuversicht der deutschen Gewerkschaften. In seinem Jahresrückblick schreibt das Korresponden- blatt der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands folgende kräftig zuversichtliche Sätze:„Kein Mensch weiß, ob wir jetzt im Mittelpunkt stehen, ob wir uns dem Ende des Krieges nähern oder noch in den Anfängen der Kriegsjahre stecken. Nur eins wissen wir, daß wir durchhalten müssen und durchhalten werden, daß 0 unser Vaterland durch keine Ueberzahl von Feinden, durch 9 keine Ueberlegenheit der Waffen und durch keine Aushunge⸗ 1 2 1 1 e des Schreibers bemerkte, war ihr Blut zu Eis geronnen. Ein Schauder ging durch ihr Herz und eine entsetzliche Angst trieb ihr den Schweiß auf die Stirn. Sie warf einen un: aussprechlich flehenden Blick auf Björnarne, allein ihr Hilfs⸗ v daß er regungslos mit geballten Fäuften und wilden Mienen zusah, wie Paul und Egede ihre Arbeit verrichteten. In der allerkürzesten Zeit war das Mädchen in den Kleidern, ge⸗ geschrei: Johann! hatte diesen so mit Wut und Haß erfüllt, ö U bunden und ihr Mund verstopft. Nichts regte sich draußen. Petersen horchte hinaus, kehrke noch einmal um und leuchtete durch die Hütte. Das sterbende Renntier machte einen letzten Versuch, sich aufzurichten, um seiner Herrin zu folgen, es war vergebens. Der Strahl der Laterne fiel in seine sanften stillen Augen, und Paul flüsterte spottend:„Nehme sich doch jeder ein Beispiel an diesem ver⸗ ständigen Geschöpf, wie man sich in Unvermeidliches findes und mit Anstand selbst sterben kann. Ein Rennkier mit der Wunde im Herzen klagt niemals unnützerweise, so mache denn auch du keinen Versuch dazu, später weine und schreie 1 viel du willst, mein Wort darauf, du sollst volle Freiheit dazu haben.“ Während er dies sagte, untersuchte er die Kasten, und was er fand, setzte ihn in Erstaunen. Es lagen Waffen in dem einen. Mehr als zwei Dutzend kurze Büchsen, alle in guten Stande und neu. In dem andern fand er Fäßchen gefüllt mit Pulver und eine Anzahl Bleibarren. Pukverfässer trugen Marstrands Namen, und Paul starrte sie einen Augenblick an; schnell rief er Egede, der sie nehmen und in den Bach werfen mußte, und als dies alles kasch ge- schehen war, schloß et die Blendlaterne. Er ging voran, da brachte der Quäner die Gefangene, Björnarne folgte hinter⸗ her. Olaf stand unter dem finstern Bogen und wurde von dem glücklichen Erfolg benachrichtigt. Er selbst hatte. gehört und nichts gesehen und betrachtete ziemlich gleichg Gulas bleiches, entsetztes Gesicht, als der Schreiber di leuchtete. 1 (Sortsetzung folgt.! 1 zeitung große berei Mi Ki kussisch dem E eröffnet die sich Kon aus den taten fe schaften Bevölket Di Migiste gestimn treid erppirbt eilt we summ die Tre 1 „ Fü 4 genf di gangene ch au Altikely Kundge 11 1 rung unrerzurrriegen pft. stützt sich nicht allein auf die Stärke unserer Heeresmacht und auf ihre gute Organisation, Ausbildung und Disziplin f sondern vor allem auf die Vaterlandslieb e, 555 der alle Deutschen ohne Ausnahme einig lind und bereit, für dessen Verteidigung jedes O p fer 3 u brin gen, Mag der Krieg noch Monate oder Ja 5 7 e dauern, er wird das Volk eher fester Fu en schweiß en und seine Kräfte ins Ungeahnte wachsen lassen Die Hoffnung, daß Deutschland in diesem Ringen schließ⸗ lich doch noch unterliegen werde, mögen die Feinde getrost aufgeben. Eher würden sie selbst verbl 1 e n und in den Stau b sinken. Deutschland ist es, das am kräftigsten aus diesem Weltkrieg hervorgehen wird!“ Vieles Setopwertrrauen 8 ‚ Peuen 15g cc solche Maßnahmen? 8 Geg en esischen Sekretär des L bei Eure Genossen Grützner, war ein Verfahren Sehe A a den Win fälschung(1) eingeleitet worden, weil er Beschwerden von 55 eriegerfraunen wegen verweigerter Familienunterstützung 1 e mit deren Namen unterzeschnet hatte! Natifrlich geschah das im lich Ein ver st ändnis mit den Frauen und deshalb mußte das it el Verfahren jetzt eingestellt werden. Wozu stiften die der Landräte erst solche verbitternde Maßnahme an? An der Bzura. schaf An der Bzura soll wegen schlechten Wetters ein Still⸗ 0 st a n d der Operationen eingetreten sein. Die Times bezw. Mor der Mailänder Corriere melden aus Warschau, die deutsche 55 0 Offensive setze zur Zeit aus, die Deutschen stellten Be⸗ m festigungen her an der Bzura. Die Ursache des augenblick⸗ . lichen Stillstandes bildet das Tauwetter, das die 79 sh Straßen in Schlamm verwandele und die Felder derart auf⸗ — 1 weiche, daß für schwere Artillerie kein Fortkommen sei. 2 8 * Vergebliche Balkan⸗ Hoffnungen. ast u Dem Temps schreibt ein Petersburger Berichterstatter ch Gap Die russische Presse erörtert noch immer eifrig die Haltung . der Balkanstaaten. Nach dem dringenden Aufruf in Bukarest und 1 und den bisherigen Vorwürfen gegen Sofia ist man müde i sche, geworden, tauben Ohren zu predigen. Bulgarien hat 8 seine Beschützer verärgert, Rumänien sie enttäuscht. Man hört auf, sich für sie zu interessieren, denn man sieht ein, daß der Sieg nicht von ihrer Hilfe abhängt. Dagegen habe ich festgestellt, daß eine mißtrauische Stimmung sich bemerkbar macht. Bukarest und Sofia sollten erwägen, was sie zu verlieren haben, wenn sie der neuen Stimmung freien Lauf lassen. Ein Angriff auf die Dardanellen. Die türkische Heeresleitung soll der Deutschen Tages⸗ zeitung zufolge überzeugt sein, daß die Alliierten einen 5 großen Angriff auf die Dardanellen vor⸗ bereiten. Die Türken befestigen ihre Werke fieberhaft. Mißglückter Landungsversuch der Russen. 9 1 Konstantinopel, 4. Jan.(T. U.) Vot Jaffa ist der russische Kreuzer„Askold“ erschienen. Als der Kreuzer unter dem Schutze seiner Geschütze Truppen zu landen versuchte, eröffneten die Türken Feuer gegen die Landungsabteilung, die sich unter Verlusten zurückziehen mußte. Russische Greueltaten. Konstantinopel, 4. Jan.(T. U.) Nach der Flucht der Russen aus den Grenzgebieten Ost⸗Anatoliens wurden zahlreiche Greuel⸗ taten festgestellt. Die Russen brannten über 40 osmanische Ort⸗ schaften nieder, metzelten an mehreren Orten die ganze männliche Bevölkerung nieder oder schleppten sie als kriegsgefangen weg. Wie Rußland sich Geld verschafft. Die Baseler Nachrichten melden, daß der geinsan Intelg Prolt russische Haft 6 Ministerrat einem Vorschlag der französischen Regierung zu⸗ Fponden gestimmt habe, demzufolge sie 25 Millionen Pud Ge— kreide und 6 Millionen Pud Zucker von Rußland erwirbt. Obwohl die Lieferung auf mehrere Monate ver⸗ teilt worden sei, habe Frankreich bereits die ganze Kauf⸗ summe der russischen Regierung gutges chrieben und die Transport⸗ und Versicherungskosten vorausbezahlt. Rückgabe invalider Kriegs⸗ Gefangener. Für die Rickbeförderung invalider Kriegsgefangener wird Genf die Zentralstelle sein. Dem Danke der internationalen Ge⸗ fangenenintendantur an Kaiser Wilhelm und den Papst schließt sich laut Berl. Lok.⸗Anz. die Schweizer Presse in schwungvollen Artikeln an. Auch aus anderen neutralen Staaten werden solche Kundgebungen gemeldet. Die Kämpfe in Deutsch⸗Ostafrika. Kopenhagen, 4. Jan.(T. U.) In London ist man sich klar 9 1 darüber, daß der Kampf um Deutsch⸗Ostafrika langwierig und Die Deutschen leisten gewaltigen Widerstand in Tabora erwartet 500 Soldaten von Dar⸗ Begebenheiten vor. blutig sein wird. stark befestigten Lagern.. ern Es⸗Salam. Dort bereiten sich wichtige Hessen und Nachbargebiete. Gießen und umgebung. Der Waschlappen mit dem Eisernen Kreuz Herausgeber, Frhr. von Grotthuß, Im Türmer schreibt dessen unter vorstehender Ueberschrift: 5 a „Ich spreche natürlich von keinem, der da lebt. Sondern nur von einem, der gewoben ist und aus einem Berliner westlichen Kaufhause stammt, einem leinenen Seifenlappen mit dent schwarzen, ernsten Eisernen Kreuz in natürlicher Größe mitten wee f Es gehörte zu der Schönheit der Mobil machungstage, daß wir mit einem Schlage so vieles Erkünstelte wegsinken und dafür Takt und rechten Sinn wieder an die Oberfläche dringen sahen. Aber auf die Dauer scheint es dem gegenwärtigen Geschlecht nicht ge⸗ geben zu sein, das Große und Verehrungswürdige nicht unn lich im Munde oder auf seinen geschäftlichen Erzeugnissen zu führen. ö Man kann nicht dankbar und herzlich genug an unsere Mannschaften denken, aber gerade dann verstimmt es den Empfindlichen, wenn er auf ausgehängten Schaufensterplakaten.o süßlich gur 1 an„unsere braven Truppen“ die ihnen oft entbehrlichsten egen stände auspreisen steht. Ich mache keine Anklage daraus, daß man den berühmten 42⸗Zentimeter⸗Granaten in den unmöglichen Materialien und an den unmöglichsten Orten. in Nachbildungen begegnet: Kindlichkeit will ihr Spiel haben, die Parodie ist nun ein⸗ mal ihr Weg, um sich dem Großen und Ueherlegenen In ee und der Geschäftsgeist macht das teils aus erfahrungsreicher Klüg⸗ chkeit, teils auch, weil er selber nicht anders beschaffen ist mit. 11 Srune vorretnmmirch fern, daß fan sre perautagrscht, Trqzestert und ihr Bildnis verwaschlappt. Wie wenig wird doch, soviel man sie liest und auslegt, die Bibel in ihren erzieherischen Feinheiten be⸗ griffen! Und wie wenig wird von der großen Zahl dieser Zeit⸗ genossen, die im Nachahmen und Uebertragen so überaus eilig und beflissen sind, über das, was sie dann damit tun, noch irgendwie selbstkritisch nachgedacht.“ Etwas ähnliches ist's mit dem Eisernen Kreuz als Broschen, in Armfloren, Schlipsen, Schlummerrollen(„Nur ein viertel Stündchen“) und— Hauspantoffeln! Aus den Verlustlisten. Nef. K. eee Nr. 116, Gießen. Res. Karl Decher(2. Komp.), gestorben infolge Krankhelt, Krgs.⸗ Laz. St. Quentin 16. 11. 14. f f f. Berichtigung früherer Angaben. Kriegsfreiw. Theodor Henn(1. Komp.), Braunfels, bisher verm., low.— Res. Paul Breitländer(2. Komp.), Unna, bisher verm., gefallen.— Wehrmann Ludwig Klingelhöfer(2. Komp.), Oppenrod, bisher verw., gestorben Res.⸗Laz. Sachsenhausen 8, 12. 14.— Musk. Karl Trapp(2. Komp.), Nonnenrod, bisher low., ge⸗ fallen.— Kriegsfreiw. Karl Spies(3. Komp.), Gießen, bisher schwv., gef a len.— Res. Karl Caspar(4. Komp.), Heimerte⸗ hausen, bisher vw. gestorben Feldlaz. Nr. 7 Orainville 23. 9. 14. 5. Kompagnie: Res. Otto Jost, Rainrod, bisher verm., gefallen.— Nes. Moritz Jost, Ulrichstein, bisher verw verm. 8 Re. Jakob Schneider aus Nieder⸗Girmes, nicht Mathias Schneider aus Herbstein, gefallen.— Res. Heinrich Weigel, nicht Weichel, Garbenteich, verm.— Res. Jakob Hagner, nicht Friedrich Hagner(6. Komp.), Oberbiel, gefallen. Musk. Hermann Knöß(6. Komp.), Ettingshausen, bisher verw., ge⸗ storben in franz. Gefgsch. 25. 9. 14.— Gefr. Herm. Launspach (6. Komp.). Beuern, bisher schwo, gestorben 2. 11. 14.— Res. Karl Heinrich Schmidt(7. Komp.), Offdille, bisher verm., lwo. Musk. Heinrich Deichmann(8. Komp.), Schalke, bisher schwo, ge⸗ storben Krgs.⸗Laz. Chateau Roumont 31. 8. 14. 10. Kompagnie: Wehr. Ludwig Steinmüller, Allendorf, bisher verm., vw.— Wehrm. Eberhard Vogel, Alten⸗Vufeck, bisher verm., vw.— Gefr,. d. Res. Karl Steuernagel, Groß⸗Felda, bisher verm., vw.— Tamb. Adolf Schäfer, Diez, bisher verm., vw. Musk. Siegfried Katz, Rauschholzhausen, nicht gefallen, sondern in Gefgsch.— Gefr. Jakob Loos, Holzheim, bisher verm., vw.— Ref. Adolf Grotensohn II., Altena, bisher verm., in Gefgsch. Res. Wilhelm Friedr. Beckmerhagen, Dahle, bisher verm, ge⸗ fallen.— Res. Heinrich Dippel, Eifa, bisher verm., gestorben. — Res. Heinrich Maar, nicht Mahr, Homburg, verm.— Res. Otto Schulte, nicht Schelte, Ohle, verm. Res. Christian Walbott, Garbenteich, verm.— Res. Heinr. Zimmer, Ulsa, bisher verw., vm. — Res. Karl Bischoff, Michelbach, bisher verm., vw.— Gefr. Otto Bischoff, Frankfurt a. M., bisher verw. verm. Res. Otto Edel⸗ mann, Stornfels, bisher verm., ow.— Musk. Adolf Engelbrecht, Ahausen, bisher verm., vw. Neserve⸗Infanterie⸗Re siment Nr. 116, Gießen. Res. Konr. Rhein(4. Komp.), gestorben infolge Krankheit Res.⸗ Laz. Mlinster i. W. 24. 11. 14. 1 Berichtigung früherer Angaben. Ref, Joh. Stockum(1. Komp.), Erbach, bisher low, gestorben Res.⸗Feldlaz., 68 Comines 13. 11. 14. Musk. Heinrich Braun (5. Komp.), Daubringen, bisher low., gestorben Res.⸗Laz 2 Trier 2. 12. 14.— Res. Heinrich Fischer(5. Komp.), Storndorf, bisher low., gestorben Res.⸗Laz. Northeim 4. 12. 14.— des. Karl Brund Spieß(6. Komp.), Nordhausen, bisher verm,⸗, gestorben Laz. Comines 11. 11. 14.— Res. Philipp Jakob Tückel(9. Komp.), Dornheim, bisher schwervw, gestorben Vereins⸗Laz. München 3. 12. 14.— Gefr. Konr. Reinhardt(9. Komp.), Gambach, bisher verm., i. Laz. In ein deulsches Haus gehört in dieser Zeit kein Kuchen! 1 Kriegsopfer. Fast jeder, der im Kriege gefallen ist, hat Angehörige, die sein Fehlen schmerzlich empfinden. Am schmerzlichsten ist es natürlich für die Familie, die ihren Vater und Ernährer verloren hat, wo die Witwe sich nun mit ihren Kindern mühevoll durchs Leben kämpfen muß. Doch nicht minder schwer ist für Eltern der Verlust ihrer Söhne, an deren Erziehung und Ausbildung vielleicht alles nur mögliche gewendet wurde, während die Eltern sich Ent⸗ behrungen auferlegten. Nun der Sohn soweit war, sich auf eigene Füße zu stellen, die Sorgen der Alten geringer wur⸗ den— trifft ihn die tödliche Kugel! Wie zahlreich sind diese Fälle. Auch unser Genosse Theodor Leipart, der erste Vorsitzende des Holzarbeiter⸗ Verbandes hat einen derartigen schweren Verlust erlitten. Sein einziger Sohn, dessen geistige Begabung zu den fchönsten Hoffnungen berechtigte, ist auf dein Schlachtfelde gefallen. Unter schweren Opfern hat ihm sein Vater eine höhere Schuk⸗ bildung zuteil werden lassen, und Ernst Leipart ihm entgegengebrachte Liebe durch regen Fleiß, wobei ihm seine natürliche Veranlagung das Lernen leicht machte. Beim Ausbruch des Krieges stand er nahe vor dem Abgang zur Universität. Alle, die Theodor Leipart kennen und seine großen Verdienste um die Arbeiterbewegung würdigen, wer⸗ den an seinem Schmerze aufrichtigen Anteil nehmen. — Feldpostbriefe nach dem Feldlager im Gewicht über 250 Gr. bis 500 Gr. werden für die Zeit dom 11. bis e i n⸗ schließlich 17. Januar 1915 von neuem zugekassen. Die Gebühr beträgt 20 Pfg. Die Sendungen müssen dauer⸗ haft verpackt sein. Nur sehr starke Pappkasten, fe stes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des Verpackungsstoffes ist die Natur des Inhalts maßgebend; zerbrechliche Gegen⸗ stände sind nach Umhüllung mit Papier oder Leinwand aus⸗ schließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Die Päckchen, auch die mit Klammerverschluß versehenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindfaden fest umschnürt werden, bei Sendungen von größerer Aus⸗ dehnung in mehrfacher Kreuzung. Die Aufschriften sind auf die Sendungen niederzuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu befestigen und miüssen deutlich und richtig sein.— Außer kleinen Bekleidungs⸗ und Ge⸗ brauchsgegenständen sind auch Lebens- und Genuß mättel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Bef 6 r* derung mit der Feldpost eignen. Ansge⸗ schlossen sind leicht verderbliche Ware, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst; ferner feuer gefährliche Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Taschen⸗ feuerzeuue mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüs sigkeit sind nur zugelassen, wenn die Flüssigkeit in einem starken sicher verschlossenem Behälter enthalten und dieser in vergalt die Pappe sest verpackt ist, und sämlliche Zwischenräume mit Baumwolle, Sägespähnen oder einem schwammigen Stoffe so angefüllt sind, daß beim Schadhaftwerden des Behälters die F it f Die Postanstalten sind an⸗ gewiesen, Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, unweigerlich zurückzuweisen. — Vom Urbeiter⸗Turnerbund. Unter dem Titel„Ein Opser⸗ 8 jahr“ bringt das frühen Tod gefunden. Männer der kriegführend zu Boden gestreckt wo 8 Dreimal größer dürfte die Zahl derer sein, die dauerndes Siechtum oder Ver⸗ krüppelung als Erinnerung für das ganze Leben davongetragen haben. Und noch ist kein Ende zu sehen. Furchtbar sind die Opfer, die allein von den Angehörigen unseres Bundes gebracht worden sind. Nahezu 2000 wackere Turngenossen find gefallen, bis zum 23. Dezember waren 1633 Tote gemeldet. Da aber mehr als der dritte Teil unserer Vereine jede Tätigkeit hat einstellen müssen, so werden auch die Verluste dieser Vereine uns nicht gemeldet. Die Zahl der gefallenen Genossen dürfte also noch wesentlich höher sein.“ Im weiteren weist der Artikel auf den großen wirtschaftlichen Schaden hin, den der Bund erlitten hat infolge von geringeren Beitragseinnahmen usw. und fordert zu lebhafter Agitation für die Arbeiter⸗Turnsache auf. Zum Schluß heißt es:„Das kommende Jahr wird noch Monate hindurch unter der Herrschaft des Krieges stehen, es ist nicht einmal sicher, ob Mars es nicht ganz regieren wird. Wir wollen schon jetzt mit aller Kraft an unsere gewohnte Arbeit gehen, um am Tage des Friedens völlig gerüstet dazustehen. Freilich wird uns noch manche Lücke gerissen werden, die Musterung des Landsturms führt noch manchen Turngenossen hinaus, der bis⸗ her den Verein zusammenhielt. Sorgen wir dafür, daß jede Lücke sofort wieder geschlossen wird. Sorgen wir aber auch für unsere finanzielle Rüstung. Das Opfer, das wir unserer eigenen Sache bringen, ist verschwindend klein gegen die Kriegsopfer, die wir alle tagtäglich bringen.“— Diese Mahnungen gelten im gleichen Maße für Partei und Gewerkschaften! — Die Lederpreise sind in den letzten Wochen ganz gewaltig in die Höhe gegangen und die Folge davon ist, daß auch die Preise der Stiefel und Schuhe steigen und die Reparaturen werden eben⸗ falls teurer. Auf dem Ledermarkte ist aber wie auf manchem anderen Gebiete auch die Spekulat kon gesthäftig gewesen, die Preise hochzutreiben. Man kennt ja die Leute, welche den Weltkrieg als Gelegenheit benutzen, sich dabei die Taschen zu füllen. An dem Kartoffelmarkte im Herbste war das ja ebenfalls zu beob⸗ achten. Woher die hohen Lederpretse kommen, darüber führte Herr Belling aus Hannover in einer Versammlung der Bremer Schuh⸗ macherinnung u. a. aus, daß das Schuhmachergewerbe schwer unter den gestiegenen Lederpreisen leide. Als Beispiel für die Steigerung der Fellpreise führte der Referent an, daß in zwei Städten in gleicher Gegend, die gleiche Materialien auf den Markt bringen, sich die Höchstpreise für Rind⸗ und Kuhleder wie folgt stellten: in Konstanz im Mai auf 78½ Pfg., in Heilbronn im November auf 1,64 Mk. pro Pfund. Für Kalbfelle stiegen die Preise von 1,19 auf 1,59 Mk. im November, und es ist mit einer weiteren Steigerung zu rechnen, da neuerdings Dinge aus Kalbleder verfertigt werden, für die früher anderes Material benutzt wurde. Da zwei Pfund rohe Haut im allgemeinen ein Pfund Leder geben, so stellt sich dieses bei einem Durchschnittsfellpreise der Haut von 1,45 Mk. auf 2,90. Mark; hinzu kommen noch die Kosten der Gerbung usw. Das Schlimme ist, das im Lederhandel die Spekulation eine be⸗ deutende Rolle spielt. Bei Ausbruch des Krieges war eine Menge 1 Rohmaterial vorhanden, aber die Felle wer den zurückge⸗ halten, zeitweise auch das Leder. Unter Zustimmung. der Versammlung verurteilte der Referent das Treihen der Lederspekulanten aufs schärfste und betonte die Notwendig⸗ keit, auch Höchstpreise für das Leder festzusezen als äußerst dringend, was nach Gründung der Kriegs⸗Leder⸗Aktiengesellschaft hinsichtlich der Felle bereits geschehen ist. Wenn der Fellpreis um 100 Prozent gestiegen ist, so ist eine Steigerung der Lederpreise um 200 Prozent völlig ungerechtfertigt. Die Spekulanten müßten an den Pranger gestellt werden. Ueber die Lederpreise machte der Referent dann noch folgende Mitteilungen: Rindleder, das vor dem Kriege pro Pfund 2,50 Mk. kostete, stellt sich heute auf 7,50 Mk., Boxcalf ist pro Quadratfuß von 1,05 Mk. im Jahre 1900 auf 1,75 Mark gestiegen und steigt weiter. Bodenleder hat während des Krieges eine Steigerung von 2,70 Mk. auf 5 Mk. pro Pfund er⸗ sahren. Der Referent bemerkte, daß unter diesen Umständen das Schuhmächergewerbe mit der bisher vorgenommenen Erhöhung der Preise namentlich für Reparaturen nicht lange mehr auskommen könne, sicher nicht, wenn das schon vorhandene Material aufge⸗ braucht sei und neue Lederankäufe nötig würden. — Ueber den Getreidemarkt wird berichtet: Besondere Auf⸗ merkfamkeit wurde den Meldungen zu Teil, daß bereits Ent⸗ eignungen von Getreide auch in ungedroschener Form vorge- kommen seien, auf deren weitere Wirkung man um so gespannter ist, als sie zum Teil auch bei Händlern erfolgten, dse sich weigerten, zu den Höchstpreisen abzugeben. Man wird gut tun, die Be⸗ deutung diefer Maßnahmen nicht gar zu hoch anzuschlagen. Die Neigung zur Zurückhaltung, die nun einmal in Produ⸗ zenten⸗ sowie in Händlerkreisen(trotz des Bestehens der Kriegs⸗ getreibe⸗G. m. b. H., die bekanntlich zu dem Zwecke gegründet wor⸗ den ist, für den Schluß des Erutejahres vorzusorgen) anschefnend nicht auszurotten ist, dürfte auf diesem Wege um so wenfger be⸗ kämpft werden können, als Interessentenkreise auf Erhöhungen der Höchstpreis⸗Notierungen hinarbeiten. Durchgreifend können nur Beschlagnahmen im großen helfen, bet denen man sich nicht von der Erwägung leiten läßt, wie die Tatsache der Beschlagnahme, sondern wie die beschlagnahmte Menge auf den Markt wirken wird. Ob die häufig ausge⸗ sprochene Meinung, der Witterungsumschlag der letzten Zeit werde angebotsteigernd wirken, sich bestätigt, ist noch fraglich. Kleiner als in Roggen noch ist das Angebot in Weizen, während das Hafer⸗ kleinhandelsgeschäft hie und da etwas größere Lebhaftigkeit geigte. — Deutsch⸗französische Annäherung im Schützengraben. In einem im Hamburger Echo veröffentlichten Feldpostbriefe wird erzählt:„... Wir hatten ja mun bisher auch schon allerhand er⸗ lebt, aber was ich gestern erlebte, habe ich doch nicht für möglich gehalten. Ich will Euch diese kleine Geschichte, die uns passiert ist, erzählen, ohne irgendwelche Uebertreibungen. Wochenlang liegen wir nun schon hier und beschleßen uns gegenseitig. Einen Tag ragnet es, ant mächsten Tag ist wieder ganz schönes Weiter. In der Nacht vom Sonntag auf Montag setzte ein genvaliger Regen ein. Am Montag morgen waren wir alle durchnäßt. Den Franzosen wird diese Feuchtigkeit auch übel mitgespielt haben, denn ihre Schützengräben lagen tiefer im Grunde. Nun war es vielleicht so gegen 12 Uhr mittags, as sich eigger der Unsrigen den Witz machte und seine Zeltbahn ein paarmal hoch in die Luft warf. Darauf saheu wir, daß drüben eintge Franzosen plötzlich mit der Mütze winkten. Das erweckte fatürlsch Gelächter. Kurg, das Wiütken wurde hüben und drüben stärker. Ein Frautzmann wurde schon so frech, daß er sich mit der ganzen Bvust zeigte, unnd wir hörten ihn rufen:„Nicht schieße, alte Kamerad.“ Wie ein Blitz ginng es du unsern Schlitzergraben, daß keiner schießen sollte. Auf beiden Seiten wurde man zutrastlicher unnd es daterte wensce Alrgefblicke, so gut wie drüben alles mit der Der Hauptmacher der spraug nun quis Mann so zeigte sich auf unsorer Seite gangen Brust über dem Rasnd des Grabens. Franzosen, der uns züerst zugerufen hatte hatte, seinem Graben und bedentete uns, wir folften ihm einen entgegenschicken. Ein Gefreiter unserer Konspagnto, Postassistent, wolcher einigermaßen französisch fpricht, 5 und geht ihm entgegen. Als dann auf französischer Seite 11 esch e Bei alledem sollte man sich über die Grenze, klar sein, wo man en entweihen beginnt. Das Oahe und das Heilige sollen nicht in dem nem durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker einer heraussteigt, schicken wir auch noch einen Man daus. — TT 5 pefähr in der Mitte der beiden Gräben treffen sich nun diese vie. Mann, begrüßen sich und schütteln sich kräftig die Hände. Etwa fünf Minuten unterhielten sich diese Vier. Als dann unsere beiden zurückkehrten, hörten wir, daß einer der beiden Franzosen Lehrer und der andere Notar sei. Sie hätten gesagt, wir sollten nicht schießen, die meisten von ihnen wären Familienväter. Sie wollten auch nicht schießen. Bald darauf stieg aus einem Schützengraben, der unserm linken Flügel gegenüberliegt, auch ein Franzmann heraus. Auch dem schickten wir einen Mann entgegen, welcher mit ihm Schokolade eintauschte. Die beiden saßen zwischen den beiden Schlitzengräben in einem Granatloch und machten die größten Zicken miteinander. Dann schickten wir ihnen einen Zettel rüber, wenn sie sich ergeben wollten, sollten sie bei Abendanbruch rüberkommen. Doch sie antworteten, das ginge nicht, schon wegen ihrer Offiziere könnten sie das nicht machen. Doch jedenfalls hatten wir dadurch einen gemütlichen Nachmittag. Es wurde von beiden Seiten nicht mehr geschossen. Nur die Artillerie machte nicht mit. Die Gra⸗ naten sausten bei diesen Verhandlungen immer über unsere Köpfe 8 Stadttheater. Es sei hiermit darauf hingewiesen, daß die heutige Aufführung des ungemein beliebten, fröhlichen Spieles„Als ich noch im Flügelkleide“ außer Abonnement und bei kleinen Preisen stattfindet.— Am Freitag, den 15. d. M. findet ein Vaterländischer Vortragsabend in Scherz und Ernst von Professor Marzell Salzer statt. Der Name des ersten deutschen Vortragskünstlers allein schon dürfte genügen, das Theater zu füllen, zudem der Künstler schon öfter bewiesen hat, daß er es vorzüglich versteht, auch im Ernst ergreifende Töne anzuschlagen. Es gelten für diesen Abend gewöhnliche Preise, die ja dieses Jahr ermäßigt sind und es wer⸗ den jederzeit Vorbestellungen im Theaterbureau angenommen. Frankfurter Fruchtmarkt. Der erste Markttag im neuen Jahre zeigt dasselbe Bild, wie die Märkte im alten Jahr. Das Angebot in Weizen und Roggen ist klein, die Nachfrage lebhaft. Es wurde motiert Weizen 27,65, Roggen 23,65, Gerste 22,50, Hafer 22,30, alles zab Station zuzüglich der gesetzlich zulässigen Provision. Weizen⸗ mehl 4244,50, Roggenmehl 35,50—36, Futtermittel fest, Kleie 15 für 100 Kilogramm ohne Sack. Kreis Wetzlar. * Ersatzwahlen zum preußischen Landtage. Für die er⸗ ledigten Mandate zum preußischen Landtag sollen so rasch als möglich die Ersatzwahlen vorgenommen werden. Dabei stößt man aber insofern auf Schwierigkeiten, als ein Teil der Wahlmänner sich im Felde befindet. Wie die Kreuzzeitung mitteilt, werden in einer zu diesem Zwecke stattfindenden Besprechung die Zweifel darüber zu beheben sein, wie es mit den Ersatzwahlen für diejenigen Wahlmänner, die zum Heere eingezogen sind, zu halten ist. Wird die Auffassung, daß solche Wahlmänner infolge der Einberufung zun Heeresdienste ihre Stimmberechtigung als Urwähler ver⸗ loren haben, als richtig anerkannt, so würde, um die Vor⸗ mahme von Ersatzwahlen zu ermöglichen, die Wahl anderer Wahlmänner erforderlich werden. Kreis Mardurg⸗Kirchhain. 5 Vom Zuge überfahren. Am letzten Abend des alten Jahres fand der Fabrikarbeiter und jetzige Postgehilfe Dietrich Herberg aus Marburg im dortigen Hauptbahnhofe einen gräßlichen und plötzlichen To d. Er war damit be⸗ schäftigt, seinen Postkarren über die Gleise zu drücken, als er von einer herankommenden Lokomotive erfaßt und voll— ständig zermalmt wurde. Westerwald und Unterlahn. * Wieder ein Bahnbewachungsposten vom Zuge über⸗ fahren. In der Nähe von Station Arfurt der Lahntalbahn 15 10 wurde der Wehrmann Wilhelm Korte von einem Schnell— zuge überfahren und getötet. An der Lahntalbahn sind schon mehrere solcher Unglücksfälle vorgekommen. Es ist überhaupt nicht verständlich, warum die Leute auf den Gleisen herumlaufen; das ist doch sicher nicht vorgeschrieben. Ueberfahren wurde der erst 15 Jahre alte Lokomotip⸗ heizer Kleine aus Wilgersdorf, der am Bahnbau in Dill⸗ brecht bei Haiger beschäftigt war. Er lief unter die von ihm bediente Maschine, wobei ihm beide Beine abgefahren wurden. Auf dem Transport nach dem Krankenhaus in Haiger verstarb der Unglückliche. Sollte man es für möglich halten, einen Jungen von 15 Jahren für solch ge— kährlichen Posten zu verwenden? f Von Nah und Fern. * Ein neuer Postwagenbrand. Unlängst ist wieder eine größere Postladung, offenbar durch Selbstentzündung einer Sen⸗ dung, verbrannt, nämlich auf der Station Altenessen, als ein mit Postpaketen beladener Eisenbahnpostwagen dort rangiert wurde. Aus dem Wagen schlugen plötzlich die hellen Flammen heraus. Als man ihn öffnete, war der Inhalt schon in voller Glut, so daß nur noch wenige Pakete gerettet werden konnten. In dem Schutt des Wageninhalts sind u. a. Behältnisse gefunden worden, die augen⸗ sscheinlich mit Benzin oder dergleichen gefüllt gewesen sind. Aus der Selbstentzündung eines solchen Pakets erklärt sich auch das außerordentlich schnelle Umsichgreifen des Feuers: denn der Wagen brannte mit seinem Inhalt, der etwa 500 Pakete umfaßte, binnen wenigen Minuten bis auf das Untergestell nieder.— Es wird er⸗ neut vor der Versendung feuergefährlicher Gegenstände durch die Post dringend gewarnt. Wer sich darüber hinwegsetzt und leicht entzündbare Gegenstände versendet, kann die Allgemeinheit auf das empfindlichste schädigen und dabei auch die Wohltaten zu⸗ nichte machen, die Liebe und Opfersinn unsern Soldaten im Felde zugedacht haben. Telegramme. Augesbericht des Großen Hmuptmattier, Erbitterte Kämpfe im Ober⸗Elsaß. Fortschreitende Angriffe an der Rawka. W. B. Großes Hauptquartier, 4. Jan. vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: ö Abgesehen von mehr oder weniger schweren Artillerie- kämpfen herrschte an der Front im allgemeinen Ruhe. Nur bei Thann im Ober⸗Elsaß zeigte der Feind lebhafte Tätig⸗ keit. Nach einem überwältigenden Feuer auf die Höhe west⸗ lich Sennheim gelang es ihne in den Abendstunden, unseren zusammengeschossenen Schützengraben auf dieser Höhe und anschließßend das von uns hartnäckig verteidigte— — in den letzten Tagen öfters erwähnte— Dorf Stein⸗ bach zu nehmen. Die Höhe wurde nachts im Bajonett⸗ angriff von uns wieder genommen. Um den Ort Stein be wird noch gekänapft. Oestlicher Kriegsschauplfaß: Die Lage im Osten hat sich nicht verändert. Unsere An⸗ griffe in Polen östlich der Rawka werden fortgesetzt. Oberste Heeresleitung. Schütze grabenkämpfe im Osten. Mailand, 4. Jan.(TU.) Der Secolo erfährt aus Petersburg: Am linken Weichselufer dauern die Artillerie duelle an, ebenso die Kämpfe um die Schützengräben, die oft erobert und wieder verloren werden, wobei es zu wütenden Bajonettkämpfen kommt. An der Front Sachaozew⸗Rawa trachten die Deutschen mit wilder Macht darnach, die russische Front zu durchbrechen und nach Warschau zu gelangen. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Wien, 4. Jan.(W. B.) Amtlich wird verlautbart: 4. Januar 1915. In den hartnäckigen Kämpfen im Raume südlich Gorlice, die sich unter den schwierigsten Witterungsverhältnissen abspielten, sicherten sich unsere braven Truppen durch Besitznahme einer wich⸗ tigen Höhenlinie eine günstige Basis für die weiteren Ereignisse, In den Karpathen keine Veränderung. Im oberen Ungtale nur kleinere Gefechte. Während der Kämpfe der Weihnachtszeit wurden am nörd⸗ lichen Kriegsschauplatz 37 Offiziere und 12698 Mann gefangen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutuant., Die Kämpfe in den Karpathen. Budapest, 4. Jan.(Ctr. Frkft.) Im Unger Komitat, wo die Russen in der Silvesternacht mit großer Uebermacht eindrangen, kam es, nachdem unsere Truppen bei Patakofalu und Kisvoelgg ein Umgehungsmanöver der Russen ver⸗ citelt hatten, bei Ligetes zu einem erbitterten Kampfe, in dessen Verlaufe Oberst Csermak fiel. Es gelang, die Russen bei Csontos aufzuhalten. Aus strategischen Gründen wur⸗ den Nagyberezua und einige kleinere Ortschaften geräumt. Neuerliche Beschießung Belgrads. Aus Nisch wird gemeldet: Da die österreichischen Donau⸗ monitore neuerdings Belgrad beschießen, erwarten die Serben eine neue österreichische Offensive gegen Belgrad und haben deshalb ihre Truppen um Belgrad verstärkt. Der Krieg im Orient. Russische Grausamkeiten. Konstantinopel, 4. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Das Pressebureau teilte mit: Der Wali von Erzerum berichtet, daß die Russen bei ihrem gegenwärtigen Rückzuge 40 Dörfer, die sie vorher besetzt hatten, eingeäschert, einen Teil der männlichen Einwohner getötet und den Rest als Gefangene nach Rußland gebracht haben. Als Beweis für die Ver⸗ wüstungen möge dienen, daß der Wali allein in drei Dörfern, die er besichtigte, 75 Leichen gesehen hat. Kopenhagen, 4. Jan.(Ctr. Frkft.) Polititen erfährt aus Paris, die Türken befestigten, wie aus Athen gedrahtet werde, die Inseln des Marmarameeres und die Gegend um San Stefano und Kadiköi. Der Exsultan Abdul Hamid sei ins Innere Kleinasiens geführt worden. Die türkischen Be⸗ hörden sollen den fremden Banken verboten haben, Staats⸗ angehörigen aus den Ländern des Dreiverbands Darlehen zu geben und ihnen Wertpapiere zurückzugeben. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. (Forstwartei Gießen I, Forstwart Brück⸗Rödgen.) Montag, den 11. Januar 1915, vormittags 9g beginnen, wer⸗ den in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Rain und Hubertusbrunnen(Abt. 50a, 51a und 54) versteigert: 264, Rm. Buchen⸗Scheitholz, 24,5 Rm. Eichen⸗Scheitholz, 1 Rm. Erlen⸗Scheitholz. 1 Rm. Aspen⸗Scheitholz, 58,6 Rm. Buchen⸗ Knüppelholz, 9,5 Rm. Eichen⸗Knüppelholz, 3460 Wellen Buchen⸗ Reisig, 190 Wellen Eichen⸗Reisig, 46,8 Rm. Buchen⸗Stockholz, 4,8 Rm. Eichen⸗Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Wannenschneise an der Kreu⸗ zung mit der 8. Schneise. Gießen, den 4. Januar 1915. Der Oberbürgermeister: J. V.: Grünewald. Bekanntmachung. Betrifft: Aufnahme in die Militärvorbereitungsanstalt Weilburg. 1. Junge Leute, die mindestens das 16. Lebensjahr vollendet haben, am Tage der Einstellug jedoch nicht älter als 16% Ja! vollendetem 17. Lebensjahre felddienstfähig sein werden, kön 0 sich bis spätestens 13. Januar bei einem Bezirkskommando des Weilburg melden. Lebensjahre erfolgt, eine vorwiegend militärische Ausbildung. Die Einstellung erfolgt am 20. Januar 1915 und bei nacht räg lichen Anmeldungen an später noch zu bestimmenden 8. 2. Die Aufnahme erfolgt nach ärztlicher Untersuchung. ö Bewerber müssen vollkommen gesund und frei von körperlichen Ge⸗ brechen und wahrnehmbaren Anlagen zu chronischen Krankheiten sein. Eine Prüfung auf Schulbildung findet bei der Aufnahme nicht statt.. Erlittene leichte Strafen schließen die Annahme nicht aus. 3. Eine Verpflichtung, über die gesetzliche Dienstpflicht hinaus zu dienen, erwüchst den Aufgenommenen nicht. 4. Diejenigen Freiwilligen, welche mit vollendetem 17. Lebens⸗ jahre noch nicht felddienstfähig sind, können auf ihren Wunsch eimer Unteroffizier⸗Schule überwiesen oder bis zur erlangten Folddienst⸗ fähigkeit in der Anstalt belassen werden. Andernfalls würde ihre Entlassung notwendig sein. 5. Bei der Demobilmachung können die Aufgenommenen auf ihren Wunsch, soweit sie noch nicht ausgebildet sind, in eine Unter⸗ offiziervorschule, soweit sie sich bereits bei einem Truppenteil be⸗ finden, in eine Unteroffizierschule unter den für diefe Schuhen vor⸗ geschriebenen Bedingungen, die auf den Bezirkskommandos einzu⸗ sehen sind, aufgenommen werden. Frankfurt a. M., den 30. Dezember 1914. 5 3314 Der Kommandierende General: gez. Freiherr von Gall, General der Infanterie. W Bebanntmachung wird mit folgenden Zusätzen ver⸗ öffentlicht: Jeder sich Meldende hat Geburtsurkunde, polizeiliches Führungszeugnis, sowie eine Eimpvillungserklärung des gesetzlichen Vertreters(Vater, Mutter, Vormund oder Pfleger) nach n stehendem Muster vorzulegen: Einwilligungs⸗Erklärung. Meinem Sohn— Mlindel n.. geboren am.. a Geis erteile ich hiermit die Genehmigung zum freiwilligen Eintritt in die Militär⸗Vorbereitungs⸗Anstalt Weilburg und mit dem 17. Lebensjahr in die Truppe. .„ dem ßʃtʃtũ⁊́.ĩnmn 8 1 Die eigenhändige Unterschrift de wird beglaubigt. „„o.: 755 (L..)(Polizei.) Ferner ist es erforderlich, daß die Freiwilligen bei der Mel⸗ dung über Gewerbe, Stand, Vermögens⸗ und Militär verhältnis ihres Vatems genau unterrichtet sind. ö. Gießen, den 1. Januar 1915. g 125 Großherzogliches Bezirkstkommando: Naumamm, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. Verstorbene. Richard Striegnitz in Lollar, 34 Jahre alt. Täglich frischs Kuchen und Torten sowie alle sonstigen. Backwaren Ludwig Muller, Bahnhofstr. 52a Martin Krug, Gießen 1 g Schulstraße 5 5 Zigarren⸗ Spezial⸗ Geschäft 2 1 5 5 empfiehl, seine aus rein überseeischen Tabaten hergestellten Fabrikate bestens Zigaretten u. Zigarrilos, Nauch⸗, Kau⸗ u. Schunpftabale. Lig. Deusscher rabeuveren Ortsgruppe Gießen. + 1 Aus kunftstelle für Frauenberufe. 1 1 1 N N 1 1 1 1 Frauen und Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Aus⸗ kunft für alle Berufe im alten Rathaus, Marktplatz 14. Diens⸗ tags nachm. von 6¼ 7 Uhr. Rechtsschutzstelle. Frauen und Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechts angelegenheiten im alten Rathaus Marktplatz 14 Mittwoch nachmittags von 6/ bis 8 Uhr. Gadl-Tusder biesse Direktion: Hermann Steinaoetter Dienstag, den 5. Januar 1915, abends 8 Uhr Außer Abonnement: U ich och im Plägedeide Ein fröhliches Spiel in 4 Aufzügen von Albert Kebm u. Martin Frehsee nach 10 ¾ Uhr. Kleine Preise. 2 und — 1 1 1 2 2 1 1 2 1 — 1 2 Feldpostmappen, Karten Auffilebezettel und wasser⸗ dichtes Oelpapier Obethessische Volkszeitung Gießen, Bahnhofstraße 23. FDD F Teldposlschachleln 2 in allen Größen. -Kartenbriefe empfiehlt alt sind, und von denen mit Sicherheit zu erwarten ist, daß sie mid Korpsbereiches zur Aufnahme in die Militär⸗Vorbeveitungsanstalt 1 Sie erhalten in dieser Anstalt bis zum Uebertritt zur Trude, 1 welcher, die Felddienstfähigkeit vorausgesetzt, mit vollondetem 17) Kaffee⸗ und Teegebäck Dr der Das Ko sawerkschaft lter den en sche Arbeit chen die del Der Sek olg, erklärt chen in der ihmerverbal men habe inder ersetzt e Deutschen such auf die fach sonst ga ade danach lter eine tisen- un er Kundg. „Die Pfl ain, bei de chem Gel scan in den tober n. los bleib tbeit sn heit! Jes r mit unf f aber e fordern. uch bei s Mill penigen saanisation. sslelt, die ilitärta igkeit vers chen der oenunte file der M un dementß sahenen B willie( lsttender lomitee de