7 Oberhessi Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 0 közei Redaktion und Expedition Viehen, Babnbofstraße 23, Ecke Löwensasse. Telephon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt Kolonelgeile oder deren Raum 15 Pig Bei größeren Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man bis abends 7 Hur für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben Gießen, Montag, den 4. Januar 1915 N N 1 die Ober N 5 1 Volkszeitung erscheint seden Werktag Abend in 4— der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich f a. einschl. Vringerlohn Durch die Vost besogen vierteljährl. 1 80 Mk. Nr. 2 — Das L . s Land des Elend 0 us Lan E ends. . N Noch nie, so wird den Münchener Neuesten Nachrichten von . 1 nischer Seite geschrieben, ist die Grausamkeit und der moralische Isinn der Dreiteilung des polnischen Landes so grell hervorge— . Aten wie jet, wo etwa eine Million Polen unter die feindlichen Ameen verteilt ist, wo Brüder auch im leiblichen Sinne des en rtes einander töten müssen. Noch nie war das wirtschafr⸗ ich e Elend des Königreichs Polen und Galiziens so furchtbar 0 e zu dieser Stunde. Und doch war Polen noch vor vier Monaten ach bevölkert und wohlhabend. Seine Felder trugen ungewöhn— 1 ic gute Saaten, die zur Ernte zu bringen in ganzen Landesstreifen 1 iht gelang. Weite Gegenden, wie das Gouvernement Lublin oder 90„ Süd⸗ und Mittelgalizien, sind durch Truppenübergänge und 1 ahützeng äben so verheert, daß an die Oberfläche statt fruchtbarer 1 Aden die untere Erdkruste aus Lehm und Steinen gekommen ist. 2 neue Saat und eine Ernte im folgenden Jahre ist nicht zu Aken. Wälder wurden abgehauen. Ganze Dörfer sind ver⸗ cvunden. In der dicht bevölkerten Umgebung von Krakau hausen 55 Bauern in Erdhöhlen, im Königreich(Russisch-Polen) verbergen à sich in den Wäldern. Die Industrie des Königreiches Polen ist entwickelt dank der 1 10 hen Kohlenzufuhr aus dem Süden: heute ist der Süden von 3054 1 und Warschau abgeschnitten, die Gruben sind zerstört, es harscht Kohlenmangel. Lodz, wo jeder dritte Mensch Industrie⸗ acheiter ist, durchlebt seit zwei Monaten eine Krise, die Hundert⸗ el lusende brotlos gemacht hat. Die Kämpfe in der Gegend 0 Lowicz, Brzeziny, Zyrardew, Kohnzy wüten in der Gegend der 8 ten Bevölkerungsanhäufung, an Industriestätten. Es wohnt ein Sechstel aller Einwohner des Königsreiches, Die Städte Mszezonow, Blonie, Grodzisk, A etwa zwei lionen Leute. f Na⸗ Wiyn, Grojee, Piaseczuo, Kalwarya, Zyrardow mit großen Lein⸗ idfabriten sind zerstört, zwanzig Kirchen liegen in Trümmerg, der Wien— Worschau⸗Bahn bis Skierniewice keine Spur, Bahn⸗ und dreiundzwanzig Brücken sind gesprengt, die schmalspuri⸗ 9 Bahnen der Umgebung Warschaus demoliert als Opfer der kiegsnotwendigkeit“. Die Bevölkerung flieht in einer unsäg⸗ n Panik. Ein Beweis dafür ist, daß nicht nur Warschau voll Flüchtlingen ist, sondern auch Petersburg, Moskau und andere idte Rußlands— dieses Erbfeindes der Polen. Gänzlich verbrannt von den Russen wurden allein im Gou⸗ N ement Lublin Trawniki, Josefow, Krasnystaw, Bychowa, e oopol. Keine Spur von dlesen früher blühenden Städtchen. eselbe Los erfuhr Saudomierz und Opatow. Die Gegend von 115 lee, Suchedniowo, Wachoel wurde von Kosaken ausgeplündert ae„Buße“ für die zu große Freundlichkeit, mit der im August die goeltt! Fhischen Legionen und die österreichischen Truppen aufgenommen r 106 den. Solbstverständlich ist bei dieser Politik die Verprovian⸗ E ung der russischen Millionenheere im Lande, wo alles zerstört de und Getreide, Vieh, Wagen, Geflügel von jedem der Heere riert, ganz unmöglich. Man kann sich vorstellen, welche Verwüstungen Galizien on kAleten hat. Es muß jedoch hier dasjenige Gebiet unterschieden 1 aden, das die Russen zu ihrem Eigentum machen wollen. Der arte nnte Publizist Menschikow schrieb ja unlängst, daß die Erobe-⸗ 3 ig von Ostgalizien und Lemberg mit seiner„russischen“ Bevölke⸗ nn zig den ideologischen Kampfzweck des Krieges bilde. Demgemäß Lemberg verschont und in aller Hast russifiziert werden, wozu L it die Elite der Polizei und der Popen aus Rußland gebracht hat. . at verwüstet ist auch der nordöstliche Landesstreifen von Tarno⸗ 5 nach Lemberg und vermutlich Stanislau. Desto mehr aber Prtilt betkow, Stryj, Brody, Halicz wegen ihrer stark jüdischen und — einischen Bevölkerung. Die Zuckerfabrik Chodorow ist einge⸗ — fert. Die Zeitspanne, während deren die Russen aus Mittel⸗ Altzien weggezogen waren, hat zu kurz gedauert, um alle Plünde⸗ aber bekannt, daß die Städte nen festzustellen. Es wurde 5 4 ü evo, Dembica, Mielce, Rozwadow, Kolbuszowa, Tarnobrzeg, „ Wut, Jaroslaw furchtbar gelitten haben. Plünderungen wurden lommandierenden Offiziere vorgenommen, und so⸗ der 5 der Bevölkerung vorstellten Befehl als Beschützer 1 ich n 4 Alelens Unabhängigkeit“ hochleben ließen. Geplündert wur⸗ K. in den Städten vor allem die Wohnungen der Geflüchteten und 10 dem Lande die Schlösser der Großgrundbesitzer. Die Zei⸗ 4 nien haben schon über den Raub von Kunstschätzen aus dem +(lineum in Lemberg und den Schlössern Zawada, Sieniawa, 5 Moly berichtet, die auf Wagen gepackt und nach Rußland ver⸗ 5 et worden sind. 5 0 7 Eine Massenflucht der Bevölkerung, die heute im ganzen Lande „e Wohnstätten verläßt und nach Wien, Ungarn, Mähren, Böh⸗ . ja sogar nach Steiermark und Tirol wandert, ist die erste 7 sbe der bisherigen Kriegsereignisse in Galizien. Alle Bevölke⸗ 7. A sschichten im Königreich Polen und in Galizien, ja man Lauf lu Aeupten, jeder einzelne Bürger: Arme und Reiche, Bauern, lsbesitzer, Arbeiter, Unternehmer sowohl wie die Angehör n senaler Berufe und Beamte sind in ihren Einnahmen ver 700 a vollständig verarmt, ja oft brotlos. Und die Kriegswellen u dabei immer höher in polnischen Gauen, als ob eine Sint⸗ t Land und Leute verschlingen sollte. Glücklich die Völker, die u schrecklichen Krieg nicht auf eigenem Boden auszukämpfen uchen! Das Friedensprogramm des Genossen Troelstra. 7 In einer Weihnachtsrede, die Genosse Troelstra in einer interdamer Volksversammlung hielt, hat er das Friedens biramm entwickelt, das nach seiner Meinung die e tonale zu akzeptieren hat, will sie nicht bei den l elm klandlungen ebenso machtlos daneben stehen, als wie be igsausbruch. Es lautet: Keine Annektionen: Aender en der Karte nur nach Vornahme einer Urabstimmtan ö Bevölkerung des betreffenden Landesteils: der Frieden N internationalen Abkommens zur allmähligen Abrüstung geschlossen werden; Freihandel in den Kolonien; das Recht der Kriegserklärung und des Frie— densschlusses soll an die Parlamente kommen; Ueberwachung soll auf der Grundlage eines der ausländischen Politik von einer ständigen Kommission aus dem Parlament; schließlich: Tagung eines internatio— nalen, interparlamentarischen Kongresses gleichzeitig mit der Friedenskonferenz der Diplomaten, wobei der Kongreß aus Delegierten der Parlamente aller beteiligten Staaten be⸗ stehen soll, aber auch der Parlamente der neutralen Staaten, deren Interessen beim Friedensschluß mit einbezogen sind. Der Kongreß soll die Aufgabe haben, in den großen Fragen, die beim Friedensschluß zu lösen sind, die Arbeit der Diplo⸗ maten mit seinen Kundgebungen zu überwachen. Die amerikanische Protestnote. Der amerikanische Kongreß ist einhellig für Wilsons Kontrebande-Note, der al he amerikanischen Staaten beistimmen dürften. Daily Mail meldet aus Newyork: Die amerikanische Note wurde beschleunigt durch die neuen britischen Bestimmungen, nach denen Harz und Terpentin Konterbande sein soll, da Deutschland sie zur Herstellung neuer Bomben brauche. Preßstimmen. Ein langes Telegramm des Times⸗Korrespondenten aus Washington hebt deutlich hervor, welchen Eindruck die amerikani Note in England gemacht hat. Der Korrespondent bemerkt: wäre zu sensationell, zu sagen, daß die Note eine Krisis hervor⸗ gerufen hat, aber wir konstatieren nur eine nüchterne Tatsache, wenn wir sagen, daß infolge der Note eine schwere Gefähr⸗ dung der freundschaftlichen Sympathien entstehen kann, die für uns bei Beginn des Krieges von sehr großem Nutzen gewesen sind. Der deutschen Propaganda, die sich überall bemerkbar macht, wird durch die Note nur ein neuer Impuls und neue Ermutigung gegeben, um die neutralen Mächte dazu zu bringen, einen allgemeinen Streik gegen unsere Gebräuche und unsere Kontrolle auf dem Meere hervor⸗ zurufen. Unsere Bemühungen, den preußischen Drachen des Mili⸗ taxismus zu töten, werden hierburch gestört. Niemals vorher ist bisher nötig gewesen, über die Haltung, die wir einzunehmen haben, genau nachzudenken. Es ist wohl leicht in England zu sagen, daß die Vereinigten Staaten an unsere Rechte als Kriegführende denken müssen, aber in diesem Kampfe zählt dies wenig, wenn es sich um den amerikanischen Geldbeutel handelt. Mit solchen Ansichten wird den Deutschen lediglich geholfen, ihren Feldzug noch vorteilhafter durchzuführen, wir würden ihnen hierbei in einem Tage mehr helsen, als ihr Führer das in einem Ja hre erhoffte. Unter den Preßstimmen, die von den englischen Blättern an⸗ geführt werden, ist die der Tribune bemerkenswert. Es heißt da: Die Hauptquelle der heutigen Schwierigkeiten liogt bei der Be⸗ handlung der relativen Konterbande. In der Londoner Deklaration war es vollständig klar, ausgesprochen, daß die Be⸗ dingungen der fortgesetzten Reise nicht für die relative Konterbande in Kraft treten sollten, das heißt also, daß Nahrung mittel und andere Produkte, die nicht notwendigerweise für Militärzwecke dienen, nicht als Konterbande behandelt werden dürfen, wenn sie von Amerika nach Holland gehen und wenn es selbst fest⸗ steht, daß sie von Holland aus weiter nach der Armee des Kaisers gebracht werden. Die einzige Ausnahme hierbei war die, wenn das Land der Bestimmung keine Seeküste hatte und diese Ausnahme kann man doch nicht auf Deutschland anwenden; Eng⸗ land habe jedoch die Londoner Deklaration nicht ratifiziert und frühere Bestimmungen entschieden die Frage nicht. 5 Der Newyork Globe schreibt, daß das englische Volk in der Tat nicht dadurch gewinne, wenn man Nahrungsmittel und andere ähnliche Dinge als Konterbande von Deutschland fern⸗ hält. Wenn man die Nahrung von Deutschland feruhalte, so ver⸗ größere man nur das Elend von Frauen und Kindern und Nicht⸗ kämpfenden, aber den Krieg könne man hiermit nicht gewinnen und noch nicht einmal ernsthaft beeinflussen. Andererseits werde Groß⸗ britannien mit derartigen Versuchen in der Meinung der Welt verlieren und in dem allgemeinen Wettkampf um die Sympathien Amerikas werde Großbritannien mit dieser Methode sich nur Nachteil verschaffen. Keine rumänische Hilfe für Serbien. Wie die Baseler Nachrichten schreiben, hat das russi⸗ sche Auswärtige Amt den Rußkoje Slowo über die Lage auf dem Balkan dahin unterrichtet, daß gleich⸗ zeitig mit dem Abschluß eines formellen griechisch-rumäni⸗ schen Verteidigungsvertrages gegenüber Bulgarien, Griechen— land die Garantie von Rumänien verlangt habe, daß Bul— garien die Neutralität nicht verletze. Dies habe Rumänien verweigert. Daraus gehe abermals hervor, daß Rumänien nicht geneigt sei, Serbien irgendwie zu helfen. Verfolgungen in Mazedonien. Sofia, 31. Dez.(W. B. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare: Die Serben sahren fort, die Bulgaren in Mazedonien zu verfolgen. Allein im Laufe der letzten acht Tage kamen mehr als 200 Flüchtlinge aus dem Gebiete von Gornadjumafa an. Die Flüchtlinge erzählen, daß der Verkehr zwischen den Dörfern des Landes von den Behörden mit äußerster Strenge unterbrochen st und 10. Jahrgang Uest! worden ist. Die Militärbehörden hätten angefangen, die 50⸗ bi⸗ 60jährjigen Männer in die Stammrolle einzuschreiben. Die Haltung Persiens. Wien, 31. Dez.(W. B. Nichtamtlich.) Die Neue Freie Presse veröffentlicht ein Gespräch ihres Konstantinopeler Korrespondenten mit dem persischen Scheich ul Reis, der, von der Pilgerfahrt nach Hedjas kommend, als Gast des Komitees „Einheit und Fortschritt“ in Konstantinopel weilt. Der Schoich ul Reis bezeichnete das Eingreifen Persiens in den Weltkrieg als unbedingt notwendig. Vor allen Dingen müßte aber ein neues Ministerium kommen. Es sei ein Irrtum, wenn behauptet werde, Persien habe nicht die Mittel zu einer Erhebung. Alles, auch Truppen, sei vorhanden. Die Haupt⸗ sache sei, daß die Arbeit planmäßig vorbereitet werde. Die Schiiten und Sunniten seien vollkommen einig. Die arabi⸗ sche Bevölkerung Syriens sei ausgesprochen dreiverband⸗ feindlich. Der Aufstand in Südafrika. Ein Sieg des Oberst Maritz. Amsterdam, 1. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Die Ansicht des Nieuwe Rotterdamschen Courant, die Reutermeldung aus Pretoria über ein Gefecht zwischen Regierungstruppen und dem Burenobersten Maritz, die von der Gefangennahme von 92 Mann, sowie von der Erbeutung eines Maxim⸗ geschützes und anderem Kriegsmaterial sprach, sei dahin zu verstehen, daß die füdafrikanischen Regierungstruppen 92 Gefangene und Kriegsmaterjal verloren, be⸗ stätigt sichals richtig. Hirngespinste über Belgiens Zukunft. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: „Das Journal de Geneve behauptet auf Grund besonderer Informationen aus Paris, das Abkommen der Dreiverbands⸗ mächte vom 4. September, wonach sie nur gemeinsam Frieden schließen wollen, sei die Antwort auf schon damals einsetzende und seitdem sortgesezte Bemühungen Deutschlands um einen Sonderfrieden mit Frankreich gewesen. Der Pariser Gewährsmann des Journal de Geneve vermutet, Deutschland denke vielleicht daran, Elsaß-Lothringen an Frank⸗ reich zurückzugeben und dafür Belgien zu behalten, möglicher⸗ weise unter Abtretung des wallonischen Stückes an Frankreich. Diese Pariser Mitteilungen sind ein neues Beispiel dafür, was französische Politiker der neutralen Presse aufzubinden wagen. Seitdem Frankreich sür englische und russische Interessen den Krieg mit Deutschland begonnen hat, ist an die Bewilligung eines Sonderfriedens für den französischen Gegner von uns nie⸗ mals gedacht worden, geschweige daß eine Bemühung in diesem Sinne von Deutschland ausgegangen wäre. Was der Gewährs mann des Journal de Geneve als den von uns vielleicht beabsich⸗ tigten Inhalt eines deutsch-französischen Sonderfriedens ver⸗ muten will, sind Hirngespinste. Eine elsaß⸗lothringische Frage gibt es für Deutschland nicht. Ueber Belgiens Zukunft schon jetzt zu entscheiden, überlassen wir den Politikern und Strategen, die keine Verantwortung zu tragen haben.“ 5 Die immer wiederkehrenden Gerüchte über einen Son⸗ derfrieden mit Frankreich erklären sich aus de Umstand, daß für den gegenwärtigen Krieg Deutschlands mit seinem westlichen Nachbarn kein anderer Grund vorliegt als beider seitige Bündnispflichten. Von Haß und Kriegslust war vor Beginn des Krieges bei keinem der beiden Völker etwas zu püren. Und jetzt kämpft man— wie zahllose Feldpostbriefe beweisen— gegeneinander ungefähr mit denselben Gefühlen, mit denen 1866 Preußen und Oesterreich gegeneinander wortungslosen Politiker und Strategen, die jetzt schon über die Zukunft Belgiens entschieden haben. Diese Leute haben wahrhaftig auch schon Schaden genug angerichtet! Beschlagnahme eines französischen Lenkballons bei Koblenz. Koblenz, 1. Jan.(Ctr. Frkft.) Direktor Rumpfwinkel von der Traß⸗Industrie(Koblenz) macht folgende Mitteilungen: Gestern ist auf unserer Grube„Idylle“ bei Kruft ein französi⸗ scher Lenkballon niedergegangen, und zwar gegen 6 Uhr abends. Eine Gondel war nicht vorhanden, das Schleppseil riß einen Leitungsmast von der Starkstrom⸗ und Licht⸗ leitung aus und setzte sich auf einem Gebäude fest. Der Ballon schwebte über unseren Grubenfeldern. Das Bezirks-Generalkom⸗ mando erhielt Mitteilung davon, und es wurden daraufhin 200 Mann alarmiert. Nachts gegen 12 Uhr war der Ballon glücklich heruntergeholt, er war ungefähr 18—20 Meter lang und hatte einen Durchmesser von 1—5 Meter. Der Ballon wurde vom Militär verladen und nach Koblenz gebracht. An der Landungs⸗ stelle fand man französische Karten, Instrumente und ein Signal⸗ horn ferner zwei Flaggen, eine deutsche und eine französische. Nahrungsmittelversorgung.. In der Fleischvernichtungsanstalt zu Rudnitz bei Berlin wurden in der letzten Woche 700-800 Zentner Fleisch⸗ lonserven zur Vernichtung eingeliefert. Das Fleisch ist durch einen Fabrikationsfehler in den Dosen verdorben. Man sollte gerade jetzt die größte Vorsicht walten lassen, damit das Verderben solch großer Massen von Nahrungsmitteln ver⸗ hindert wird. Wir haben in Deutschland wahrlich keinen Ueberfluß an Fleisch und müssen haushälterisch umgehen. Es geht da nicht allein um den persönlichen Schaden des frag⸗ lichen Fabrikanten, sondern es geht um die Interessen der Gesamtheit. Die Heeresverwaltung hat vor einiger Zeit schon Gelegenheit genommen, den Fleischkonservenfabriken nahe zu legen, die Nachtarbeit einzuschränken, weil sie mit Recht befürchtet, daß dabei in sanitärer Hinsicht nicht so ein⸗ wandsfrei gearbeitet werden kann wie am Tage. Sie ist auch sonst sehr bemüht, in den Fabriken, die Fleischkonserven für den Heeresbedarf herstellen, allen Grundbedingungen der Hygiene Geltung zu verschaffen und hat auch schon öfters eingegriffen, wo Mißstände in dieser Hinsicht offensichtlich wurden. Wenn solche enorme Posten Fleischkonserven der Ver⸗ nichtung anheimfallen, so liegt das nicht zuletzt daran, daß heute alle möglichen Leute, die in ihrem Leben noch keine Fleischkonservenfabrik gesehen haben, Betriebe eröffnen und die fachmännische Leitung oft Personen übertragen, die schon jahrelang nicht mehr in dem Beruf tätig waren und denen für die Konservierung des Fleisches jedwede praktische Kennt⸗ nisse abgehen. Zu folgern ist daraus, daß, ehe solche Liefer⸗ ungen vergeben werden, zunächst zu prüfen ist, ob der Be⸗ trieb die erforderlichen fachmännische Leitung hat, damit der Vernichtung großer Massen von Nahrungsmitteln nach Möglichkeit vorgebeugt wird. Die Nahrungsmittelproduk. tion darf in dieser schweren Zeit nicht Objekt profithungeriger! Unternehmer sein. Die japanischen Kriegsgefangenen in Deutschland. Zu Meldungen russischer Blätter, daß die japanischen Kriegs⸗ gefangenen in deutscher Kriegsgefangenschaft, besonders in Frank⸗ furt a. M., mißhandelt worden seien, erfährt die Frankfurter Zei⸗ tung durch Erkundigung an zuständiger Stelle, daß in Frankfurt gegenwärtig überhaupt keine Kriegsgefangenen untergebracht sind, außer gefangenen Verwundeten. Japanische Kriegsgefangene sind in Frankfurt a. M. nie untergebracht gewesen. In den ersten Kriegswochen waren dort einige Japaner in Schutzhaft, sie sind aber alle längst wieder entlassen. Natürlich eutsprach ihre Behandlung während der kurzen Schutzhaft allen Geboten der Menschlichkeit. Verjüngung des Offizierkorps. Der Krieg hat die Sehnsucht jener Kreise gestillt, die seit Jahren eine erhebliche Verjüngung unseres Offizierkorps verlangt haben. Allerdings ist dieses Ziel jetzt dadurch er— reicht worden, daß der Tod auf dem Schlachtfeld gewaltig unter unseren Offizieren aufgeräumt hat. Die Beförderungs⸗ verhältnisse sind auf diese Weise geradezu glänzend gewor⸗ den. Der Leutnant' hat Aussicht, bereits nach neun Dienst⸗ jahren Hauptmann zu werden, bisher hat das fünfzehn bis sechszehn Jahre gedauert. Wie bürgerliche Blätter berechnet haben, brauchen die Hauptleute 7½ Jahre zum Major, diese brauchen 5 Jahre zum Oberstleutnant und letztere wieder 2 Jahre bis zum. Obersten, sodaß man also vom Major bis zum Regimentskommandeur 7 Jahre braucht. Oberst ist man zurzeit auch nur 2 Jahre, und ebenso Generalmajor. Wir werden also nach dem Feldzuge ein wesentlich verjüngtes Offizierkorps haben. Allerdings wird bald wieder eine Stockung eintreten, denn die künftigen jungen Generäle bleiben natürlich länger als bis jetzt in diesen Stellungen und halten damit naturgemäß das Vorrücken ihrer Hinter⸗ männer entsprechend auf. Einschränkung des Zahlungsverbots. Das Zahlungsverbot an Angehörige der mit uns im Kriege befindlichen Staaten hat dazu geführt, daß auch Zahlungen an Deutsche verweigert werden, die bis zum Beginn des Krieges im Ausland als Kaufleute oder Unternehmer ansässig waren und nun wieder ihren Wohnsitz in Deutschland haben Der Reichskanzler hat deshalb die fragliche Verordnung dahin ergänzt, daß das Zah— lungsverbot nicht gilt für Zahlungen aus einem Schuldverhältnis gegenüber einem im feindlichen Ausland ansässigen Unternehmen, sofern die Zahlung an einen Deutschen erfolgt, der Inhaber oder Teilhaber des Unternehmes ist und anläßlich des Krieges das feindliche Ausland verlassen hat 1 9 Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 151 „Es muß das Tal sein, das du gesehen hast, Olaf,“ sprach der Schreiber.„Hinter der steilen Wand muß es liegen, sagst du, und gerade da, wo man allein hinüber kann hat Afraja sich mit seinen kläffenden Hunden und dem ganzen Gesindel festgesetzt. Ich will meinen Kopf wetten, daß die Prinzessin da unten steckt.“ Björnarne, der auf dem Opfersteine saß, stand auf und sagte:„Geh' voran, die Zeit eilt.“ „Mein guter Junge,“ lachte Paul, indem er ihn fest— hielt,„du kommst früh genug dazu, entweder deinen Kopf selbst zu zerschlagen, oder ihn dir zerschlagen zu lassen. Steh also ein paar Minuten still und laß uns überlegen. Es ist möglich, daß dies ein geheimer Eingang in die waldige Schlucht ist, von der wir vermuten, daß der alte Schlaukopf dort sein geraubtes Töchterchen verwahrt, es ist also möglich, daß wir sie finden; aber es scheint mir nicht glaublich, daß sie, ohne von Drachen und Hexen und anderen schrecklichen Geschöpfen umringt zu sein, allda in Frieden schläft, und wäre es auch nur, daß vielleicht der liebliche Mortuno mit einigen andern jungen galanten Herren an ihrer Schwelle lagerte, so könnten wir gewiß darauf rechnen, durch ein paar unangenehme Löcher unsere Hüte und Röcke verderben zu sehen.“ „Weshalb sind wir hierher gekommen, wenn wir uns fürchten wollen?“ antwortete Björnarne.„Ich will es auf jeden Fall versuchen.“ Nach kurzem Kriegsrat ward der Beschluß gefaßt, eine nähere Untersuchung anzustellen, und als sie glücklich die tiefe Schlucht erreicht hatten, fanden sie bestätigt, daß dort ein Gang durch die Felsen führe. Bald hörten sie, was ihr Führer gehört hatte; sie standen an dem Ausgange, und unter ihnen fuhr der Wind durch Baumwipfel, Wasser rauschten, der dumpfe Lärm der Kaskaden tönte zu ihnen her. Joffres Neujahrsgruß. Zu der Joffreschen Neujahrsnote wird dem Berliner Lokalanzeiger aus Genf telegraphiert: Joffres Jahresschluß⸗ note läßt die Pariser militärische Presse unbefriedigt, vor⸗ nehmlich wegen der böllig unzureichenden französischen Operationen in der Champagne, wo die Deutschen in der Umgebung von Reims auch gestern wieder die Ueberlegenheit ihrer Artillerie, Minenwerfer und Infanterie an mehreren wichtigen Punkten erprobten. Joffre verschweigt die Schlappe im Argonner Wald. Die militärische Presse weist dagegen auf den deutschen Gesamtvorteil im Westen des Ar⸗ gonner Waldes hin. In einem von dem Minister Delcassé beabsichtige, den Waffen stehen williger reiche für die zu löse auf. von 300 Reitern eingetroffen ist die nach dem Landesverteidigungsgesetz den Streitkräfte zum Dienst gegen Deu Südwestafrika zu verwenden und sich nicht ausschließlich au Freiwillige zu beschränken. Die Rekrutierung Frer⸗ nde Aufgabe nicht aus. Eine Proklamation ruft die erste und zweite Klasse der Nationalreserve in ganz Transvaal außer im Witwaters⸗ randbezirk und im Nordwestkapland bis zur deutschen Grenze Die Drusen im Heiligen Kriege. 9 W. B. Konstantinopel, 2. Jan. Ein Telegramm aus Damas⸗ lus besagt, daß der Drusenführer Emir Said dort an der Spitze und dem Wali angekündigt hat, Nach einer neuen Beratung blieb Olaf in einer tiefen wecken.“ trachtete.(Fortsetzung 1— inspirierten Artikel des Temps werden die einem Abkommen daß 20 000 freiwillige Drusen nach dem Kriegsschauplatz unter mit Japan widerstrebenden Kolonialkreise dringend gebeten, wegs seien. 7 Ei ihre Opposition einzustellen, da die Verhand- China zurück zur Monarchie. gest lungen mit Tokio sich wegen der dortigen, jeder Intervention W. B. London, 2. Jan. Daily Telegraph meldet aus Peking. permiß in Europa abgeneigten Haltung der leitenden Kreise, ohne— uan-schi⸗kai habe ein Geset eingebracht, durch das ihm die Präsi⸗ Hehrich dies schwierig gestalteten. Der Artikel des Temps spielt] dentschaft auf Lebenszeit und das Recht, den Nachfolger zu bee? ng auch auf ein scharfes Mißtrauen Washingtons an. stimmen, übertragen wird.. 5 15 5 Serbische Niederla Großes Eisenbahnunglück bei London. jtelie 5 ge.. London, 2. Jan.(T. U.) Gestern früh fand auf der Station mißt, Budapest, 2. Jan.(T. U.) Az Est meldet aus Semlin:] Ilford, einem Vororte im Osten Londons, ein Eisenbahnzusammen mißt, Starke feindliche Truppen versuchten nach der neuerlichen stoß statt. Eine Lokomotive und mehrere Wagen stürzten den Bahn⸗ verw. Sprengung der Semliner Donaubrücke in Sormien einzu⸗ e 1 205 1 wurden getötet, 20 schwer und mehrere licher dringen. Vier serbische Infanterieregimenter, unterstützt von andes leiczt Feen, f gelen der Artillerie, die auf der Zigeunerinsel Stellung genommen 5 l bach,! hatte, überschritten unter dem Schutze der Dunkelheit die Hessen und Nachbargebiete 8 Elben Donau und gingen etwa 20 Klm. weit westlich Semlin vor. 2 2 f All. Hier wurden sie von unseren Truppen, die günstige Stell⸗ Gießen und Umgebung. 3 sugsen ungen eingenommen hatten, erwartet. Es entspann sich ein* 9 Lauter heftiges, mehrere Stunden dauerndes Gefecht. Unsere Auf dem Wege zur neuen Wirtschaftsform. Dante ungarischen Landwehrtruppen schlugen sich heldenhaft. Schäden unseres Wirtschaftslebens, die sich zu normalen 1 5 Schließlich wurden die Serben unter schweren Verlusten ge. Zeiten im kleinen zeigten, erscheinen jetzt in großen und gau, schlagen, so daß sie sich in unordentlicher Flucht zurückziehen fallen deshalb allgemein in ihrer ganzen Unnatürlichkeit auf. Vetker mußten. Mehrere Hundert Tote und Verwundete bedeckten Daß dagegen keine Reformen durch Höchstpreisbestimmung Wörle den Kampfplatz. Unsere Truppen machten etwa 1100 Ge⸗ bei Lebensmitteln und neuem den Verbrauch regelnde und 1 fangene. Auf der Flucht fanden viele Serben den Tod in seinschränkende Bestimmungen wirken, sieht man jetzt mehr 5 1 der Donau. und mehr auch im bürgerlichen Lager ein und man bewegt Stump Blockade von Dedeagatsch 2 sich mehr und mehr in der Richtung unseres alten Zieles, in Holfhe Wien, 2. Jau.(Spezialtelegram der P. U.) Das Sofioter der Richtung der Vergesellschaftung und Zentralisierung. 9000 Blatt Narodni Zavet meldet in einer Extraausgabe, daß die In diesem Sinne tritt jetzt z. B. auch die Handelskammer in ben f Verlängerung der Blockade von Dedeagatsch durch die eng⸗Stuttgart in einer Eingabe an das Reichsamt des Innern Vile, lische Flotte unmittelbar bevorstehe. Eine Eskadre der ver⸗ für eine planmäßige Verteilung der vorhandenen Lebens- Ne. 2 einigten Flotten kreuzt bereits vor Dedeagatsch und hält] mittelvorräte durch eine Reichszentralstelle ein. Unerläßlich Ne. i Schiffe au, die in den bulgarischen Hafen einlaufen wollen. ferscheint es, so heißt es da, daß sich 0 Reich in den ü 100 N 0 773 aller vorhandenen Getreide- und Mehlvorräte unverzüglich alle 3 Se ee e setzt und damit das unbedingt nötige volle Verfügungsrecht b zu Empfanges bei Hofes äußerte sich König Konstantin in Anwesen⸗ und damit zugleich die Möglichkeit straffer Durchführung. 5 N 1 5. 7 7 5 1 5918 8 J. Tr. heit diplomatischer Vertreter: Griechenland will seine Neutralität der erforderlichen Preispolitik erhält. Unsere Kammer, so gesto bis ans Ende des europäischen Krieges bewahren. Wenn der Fall! heißt es weiter, hat nach anfänglichem, aus grundsätzlichen 1d eintreten sollte, daß irgend ein Staat uns angreift, dann werben Erwägungen begreiflichem Zögern, einer in die sonstige verm. wir uns wehren und unfer Land aus, eigener Kraft oder mit Hilfe Wirtschaftsverfassung so tief einschneidenden Maßnahme als unserer Verbündeten gegen jeden Feind verteidigen. 8 2 5. 8 Interessenvertretung des Handels und der Industrie zuzu⸗ 10 Englischer Kolonialerfolg. stimmen, in ihrer Plenarsitzung einstimmig sich hierzu ent. Lem Amsterdam, 2. Jan.(J. U.) Nach einer Reutermeldung schlossen, da in den langwierigen Verhandlungen, insbeson. fein, aus Melbourne haben australische Truppen Bougainville, dere auch aus den Aeußerungen der Sachverständigen de fuß, 8 die größte der Salomon-Inseln östlich von Neu-Guinea be- Getreidehandels. und Nahrungsmittelverkehrs, hervorging, 9 75 setzt und die englische Flagge gehißt. daß auf anderen Wege bei der durch den Krieg geschaffenen] Ferse Chincsischer Boykott gegen Japan. Lage auf die Dauer jedenfalls nicht mit der erforderlichen 3 0 Rotterdam, 2. Jan.(Privattelegramm der TU.). Aus den Sicherheit eine gleichmäßige und hinreichende Ernährung igt C richten der hier vorliegenden holländischen Presse geht hervor, daß des Volkes gewährleistet wäre. Die Durchführung dieses auf den unter niederländischer Herrschaft stehenden Sunda⸗anseln][ Gedankens, so fährt die Kammer fort, erscheint auf den 5 zahlreich dort wohnenden hinesen eine lephaste Bewegung im Gange sersten Blick vielleicht schwieriger, als sie bei Benutzung a Kuche 1 85 ee e e, eee der zur Verfügung stehenden Kräfte und Organisationen tats nerste chinesischen Neutralität wegen des Kiatutschoufeldzuges angeklagt lich ist. Eine vollkommene Ausschaltung des Handels wär außer wird. Da die Republik nicht imstande ist, sich gegen das überlegene weder erforderlich, noch überhaupt ratsam; vielmehr sollten Notiz Japan zu schützen, so suchen die chinesischen Kauflente, deren seine Erfahrungen, wie seine vielseitigen Geschäftsverbin dem! 6 1 e von großer Bedeutung ist, dungen auch nach dem Auslande, in den Dienst der Rei Weize 5 e 1 organisation des Verbrauchs und zwar unter Gewährleistung keichet Gegen Deutsch⸗Südwestafrika. angemessener Provisionssätze gestellt werden. Ein langes gehe. Pretoria, 1. Jan.(W. T. B. Nichtämtlich) Meldung] Zögern, so heißt es an anderer Stelle, würde die Durch- fuche des Reuterschen Bureaus: Die Regierung teilt mit, daß sie!“ führung dieses ernsten nationalwirtschaftlichen porder 0 a r——.— 18 Icke des Gewölbes stehen; seine Hand lag am Gewehr, Ohren An der linken Seite hing ihm in der Lederscheide schwel und Augen hielt er nach allen Seiten offen. Die andern Messer, das er leise lachend herauszog und horchte. Backe kletterten über den Schuttsturz hinunter, bis sie auf die Sohle„Narr!“ sagte der Schreiber,„Afraja schläft in keinem lohne⸗ des Tales und an den polternden Bach gelangten, wo Egedes]Hause von Hols; ist jemand hier, so ist es Gula. Für diese die J Spürhund nicht recht zu wissen schien, was zu beginnen sei, zarte Schönheit haben sie den Palast gebaut.“ Recht denn sowohl nach links wie nach rechts hin schien er Ver— Zu gleicher Zeit hielt er Björnarne fest, der seine Hand legen vorgenes zu wittern. 12 nach der Tür erhob.„Steh still, wenn du nicht alles ver⸗ nahm Der Himmel war mit weißlichen Dunststreifen bedeckt, lieren willst,“ fuhr er flüsternd fort.—„Hier ist die kleine Kuche durch welche an verschiedenen Stellen die Sterne sichtbar Laterne, hier die Zunderbüchse; mach' Feuer, Egede, du ver-] sehen wurden, und mitten durch diese leichte Umhüllung des stehst es am besten.“ derun Firmaments huschte dann und wann ein falber, krausee Der Quäner vollzog den Befehl mit größer Gewandtheit. lasfer Schein, der wie eine Locke zusammengeringelt im nächsten] In einem Augenblicke brannte der Schwefelfaden und mit der Auf Augenblick feuriger zusammenzuckte und auseinander Klappe wurde der Lichtschein der Laterne so gut zugedeckt, daß 8 fü flatternd mit Gedankenschnelligkeit verschwand. In dem nur ein schmaler Streif auf die Tür fiel, die weder Schloß Get matten Blitzen ließen sich zuweilen die waldbewachsenen] noch Riegel hatte. Ohne Widerstand drehte sie sich geräuso halte Wände des Tales erkennen samt dem Felsenwalle, welcher los in den Schlingen von Birkenruten, und mit der aufge · denn dies zu verschließen schien, und Petersen flüsterte lächelnd: hobenen Leuchte in der Hand trat Paul herein, dicht gefolgt 10 „So ist dies Teufelsfeuer doch wenigstens dazu gut, uns zu] von seinen Gefährten. Er ließ den Schimmer umherfliegen bor zeigen, wo wir sind. Es muß ein liebliches Plätzchen sein und seine Augen flogen ihm nach. Da war der Herdstein, 10 f 0 dort hinauf dürfen wir nicht, da müssen ihre Gammen stehen.“ tand ein Tisch mit Geräten, da Kasten, aber plötzlich streckte 15 Sie schlichen vorsichtig zur Linken an dem Bache fort, er schweigend den Finger aus und deutete auf eine Ecke, w 02 und als ein helleres Leuchten über das Tal zuckte, sagte aus Kissen und Fellen eine Lagerstätte bereitet war, aul nen Paul:„Was ist das? Es war mir, als sähe ich eine Hütte, welcher ein menschliches Wesen sanft und fest schlief. Der 300 ein Haus mit Fenstern. Bei Gott! da steht es noch einmal.“]Lichtblitz lief über dunkles, lang aufgelöstes Haar, der Kopf 11 — Der rötliche Schimmer fiel auf die leuchtende Birkenrinde, ruhte auf einem Arm, so daß das Gesicht nicht gesehen wet“ dar: sie sahen es alle deutlich, dann verschwand es. Es war, als] den konnte, der andere Arm ftreckte sich über den weichen dure habe eine dämonische Macht ihnen den Weg zum Bösen zeigen] Luchspelz aus und schimmerte fein und wohlgeformt. Wer ein wollen, denn das Nordlichtzucken hörte auf. es war, ließ sich nicht verkennen, und wenn ein Zweifel noc) 1 Vorsichtig folgten die drei Männer den Windungen des gewesen wäre, so wurde er augenblicklich beseitigt, denn nic Wassers. Egede hielt seinen Hund fest, der ein leises Knurren] Gula, vielleicht durch den Lichtschimmer beunruhigt oder von ö hören ließ, so schlichen sie über den Grasplatz und standen einem ahnenden Gefühl erfaßt, drehte sich um und schlief 00 vor der Hütte still, in welcher sich nichts regte. weiter. 1 „Wer mag darin sein!“ murmelte Paul.„Nichts!“ Bei ihrer Bewegung hatte Paul die Laterne gänzlich ge. 10 „Fühlt her, wie sein Haar hochsteht, sagte der Quäner, sschlossen. Nach einigen Minuten öffnete er sie wieder, lielt 10 der die Hand auf Hals und Rücken seines Hundes legte, sie so, daß Björnarne sich dem Lager nahte, daran nie 10 „Lappen schlafen darin— Afraja! Mortuno! Ich will sie] kniete, sich auf seine Hände stützte und die Schlafende 1 derli forderl Ernäb ung dg Gedankens nicht nur erschwer ed 1 schweren, sondern vielleicht un⸗ 8 n So wird die Durchführung dieses mae e jetz gar als eine vaterländische Pflicht angesehen Natürlich mit Recht. Es sche Geist auch so groß ist, daß die Idee zur Prapis führt. Aus den Verlustlisten. Infanterie⸗Regiment Nr. 116. Gi . Gießen. 2. Bataillon. 1 5. Kompagnie. Wehrmann Heinrich Körbächer, Od ö i ieß 5 8 5 ich Körbächer. O enhausen, Kreis Gießen, ver⸗ wundet, 27. 9. 14— Krgfr. Karl Schäfer, Gießen, durch Unfall low. Berichtigung früherer Angaben. . 155 Kompagnie. inj. Freinv. Utoffz. Karl Hahn, Nieder-Florstadt, bish. verw gestorben.— Einj. Freiw. Ernst Karl Eibach, Büdingen, bisher vermißt, verspreugt zum Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 88.— Gefr. Richard Hedrich, Eibelshausen, bisher vermißt, verw.— Gefr. d. Res. Wil⸗ helm Pabst, Babenhausen, bisher vermißt, gefallen.— Gefr. d. Res. Hermann Roth, Nieder⸗Ohmen, bisher verw., gefallen.— Gefr. Johann Baptist Rauch, Diedelshausen, bisher verw., ge⸗ fallen.— Res. Georg Klee, Altenburg, Kreis Alsfeld, bisher ver⸗ mißt, gefallen.— Krgsfr. Ernst Bender, Hun isher i len.— Krgsfr. der, gen, bisher ver⸗ mißt, verw. in Gefgsch. 85 Res. Hermann Rock, Queckborn, bisher verw., gefallen.— Musk. Johann Adam Faust II., Münster, bisher verw., gefallen.— Musk. Leo Guittre(Gaitre), Wangen⸗ burg. bisher verw., gefallen.— Res. ade i Fellerdilln, bisher verw., gefallen.— Musk. Ludwig Pfaff; Kub⸗ bach, bisher verwundet, gefallen.— Res. Wilhelm Schlosser Elbenrod, bisher vermißt, gefallen.— Res. Gustav Führ, Feller⸗ dilln, bisher vermißt, gefallen.— Res. Luis Bast, Solms⸗Ils⸗ dorf, bisher vermißt, gefallen.— Res. Ludwig Loth, Rüddings⸗ hausen, bisher vermißt, gefallen.— Res. Konrad Fiedler, Lauterbach, bisher vermißt, gefallen.— Res. Karl Knieriem, Danterode, bisher vermißt, gefallen.— Res. Hermann Olbrich, Dornholzhausen. bisher vermißt, gefallen.— Musk. Anton Michel, Neuhausen, bisher verw., gefallen.— Res. Arnold Hrch. Neuß, Plettenberg, bisher verw., gefallen.— Musk. Rudolf Becker II., Dexbach, bisher verw., gefallen.— Musk. Georg Wörle, Reinheim, bisher verw., gefallen.— Res. Heinrich Bo⸗ denbender, Fellerdilln, bisher verw. gefallen.— Res. Wilhelm Hartung, Düsseldorf, bisher vermißt, z. Tr. zurück.— Res. Heinrich Weigel, Garbenteich, bisher vermißt, verw.— Res. Heinrich Weitzel Stumpertenrod, bisher verw., vermißt.— Musk. Heinrich Wetz, Holzheim, bisher verw., verw. i. Gefgsch.— Musk. Heinrich Weide, Sterzhausen, bisher vermißt, verw.— Res. Philipp Wallhäuser, Bosenheim bisher vermißt, verw.— Musk. Heinrich Schaub, Mühl⸗ heim, bisher vermißt, verw.— Gefr. Franz Hoffterheide, Buer⸗ Bülse, bisher vermißt, versprengt zum Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 88.— Res. Wilhelm Port, Ruppertsburg, bisher vermißt, verwundet.— Res. Alfred Müller, Lang⸗Göns, bisher vermißt, verw. und ge⸗ storben.— Musk. Joseph Meyer, Wennemen, bisher verw, ge⸗ storben.— Res. Wilhelm Stock, Plettenberg, bisher vermißt, ge⸗ fallen.— Res. Wilhelm Lein, Ruppertsburg, bisher vermißt, z. Tr. zurück.— Musk. Karl Harres, Romrod, Alsfeld, bisher ver⸗ mißt, i. Laz.— Musk. August Schulge, Schönebeck, bisher vermißt, 3. Tr. zurück.— Res. Friedrich Köhler, Freiensteinau, bisher verw., gestorben.— Res. Karl Karle, Groß-Felda, bisher vermißt, ver⸗ wundet.— Wehrm. Heinrich Stumpf, Maulbach, bisher vermißt, verw.— Musk. Wilh. Kraft, Gießen, bisher verm., verw. 6. Kompagnie. Ein. Hans Haagner, Nürnberg, bisher verw., gefallen in Clermont⸗Ferrand 26. 9. 14.— Ref. Ludwig Bamberger, Muschen⸗ heim, bisher verwundet, gefallen 6. 9. 14.— Musk. Adolf Drei⸗ fuß, Heßloch, bisher verwundet, gefallen Kriegslazapett Vou⸗ ziers 18. 9. 14.— Musk. Aug. Riedel, Heinrichsdorf, bisher verw., gefallen Gießen 6. 10. 14.— Einj. Freiw. Julius Weinberg, Gersfeld, bisher verw., gefallen 15. 11. 14.— Musk. Heinr. Launspach, Beuren, bisher verwundet, gefallen 2. 11. 14. beer⸗ digt Charleroi⸗Süd. —„Ju ein deutsches Haus gehört in dieser Zeit kein Kuchen!“ Diese Mahnung zur Sparsamkeit war am Don—⸗ nerstag in großen Lettern in unserem Blatte zu lesen; außerdem befand sich noch auf der 3. Seite der Beilage eine Notiz, in der auf die Notwendigkeit hingewiesen wurde, mit dem Weizenmehl möglichst sparsam umzugehen, weil unser Weizenvorrat mangels der Einfuhr nur noch bis April reichen würde, wenn es mit dem Verbrauch wie bisher weiter gehe. Auch in der Notiz ist wieder gesagt, daß jetzt kein Kuchen mehr in ein deutsches Haus gehöre. Diese Auf forderungen sind uns von verschiedenen Lesern übel genom- men worden, weil dadurch der Anschein erweckt werde, als schwelge das arbeitende Volk in Kuchen und feinen Bäckereien, als würde ein großer Prozentsatz des Arbeits- lohnes bei dem Konditor umgesetzt. Ganz begreiflich, wenn die Mahnungen mißbilligt wurden, jeder sagte sich mit Recht, daß wir doch ganz genau wissen, wie die Verhältnisse liegen; daß die Arbeiterbevölkerung mit ganz wenigen Aus⸗ nahmen sich nur zu den hohen Feiertagen ein Stückchen Kuchen leisten kann, sonst aber das ganze Jahr keins zu sehen bekommt. Wie lächerlich daher, eine solche Auffor⸗ derung wie die obige in einem Arbeiterblatte ergehen zu lassen! Ganz richtig. Wir hättens auch nicht getan. Diese Aufforderungen gehen nämlich mi cht von uns aus, sondern es sind Inserate einer Firma und zwar der„Kriegs Getreide⸗Gesellschaft“ m. b. H. in Berlin. Wir halten es für zweckmäßig, darüber noch einiges zu erklären, denn die Sache verdient trotzdem 2 achtung: f Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der Getreide— 1 vorrat, der dem deutschen Volke in diesem Jahre zur Ver— fügung steht, beträchtlich geringer ist, als in normalen Frledenszeiten. Im Durchschnitt der Jahre 1908/09 bis 1912/13 waren in Deutschland nach Abzug der Aussaat zum menschlichen Verbrauch, für Viehfütterung und industrielle Zwecke an Roggen, Weizen und Spelz(unter Einschluß der auf Gotreids umgerechneten Nettoeinfuhr an Mehl) verfüg⸗ bar: 15 000 000 Tonnen. Davon brachte die Nettoeinfuhr durchschnittlich 1 200 000 Tonnen oder rund 8 Proz. Mit der Einfuhr kann, obschon es falsch wäre, von einer völligen Unterbindung derselben zu sprechen, während des Krieges nicht gerechnet werden. Was unsere Ernte angeht, so ist etwas geringer einzuschätzen als die de f ferner zu bedenken, daß in Teilen von Ostpreu elsaß die Felder verwüstet, die 7 5 1 daß Deutschland überdies an die Schweiz Getreide abgegeben hat. So erhöht sich der Fehlbetrag an Brotgetreide, der 55 schon aus der Unterbindung der Einfuhr ergibt, noch ar lich er dürfte auf 15, vielleicht auf 20 Pro zn veran; diese im Jahre 1914 3 Vorjahres. Es ist ßen und Ober- fragt sich nur, ob der vaterländische Vorräte vernichtet sind und sein. Gleichwohl kann die Sorge um die Ernährung de deutschen Bevölkerung bis zur nächsten Ernte unbedenklic abgewiesen werden, weil die bekannten Maßregeln zu Streckung der Getreide-Vorräte auch ihre Wirkung ausüben. e Immerhin erscheint es notwendig, nach Möglichkeit schon jetzt Vorsorge für eine angemessene Verteilung der Vor⸗ rate und für eine Sicherstellung des Bedarfs in den kritischen Monaten vor Hereinbringung der neuen Ernte zu treffen. Zu diesem Zwecke hat die preußische Regierung unter starker Beteiligung der deutschen Städte mit über 100 000 Ein⸗ wohnern und eines Teiles der großen Industrie eine Ge— sellschaft mit beschränkter Haftung mit bedeutendem Kapital gegründet. Dieser Gesellschaft, die mit dem Recht der Enteignung ausgestattet wird, ist die Aufgabe zuge— wiesen, große Mengen von Brotgetreide zu erwerben, zu lagern und vornehmlich für die Sicherung des Bedarfs der letzten Monate des Erntejahres zu sorgen. Die Gesellschaft ist eine gemeinnützige, ihre Dividende ist auf höchstens 5 Proz. des eingezahlten Kapitals beschränkt, etwaige darüber hinausgehende Gewinne sind dem Reich für gemeinnützige Zwecke, insbesondere zugunsten der Kriegs und Hinterbliebenenversorgung zu überweisen. Gründung und Organisation dieser Gesellschaft gehör: zu den Mitteln, die viele Leute nicht gern in Gebrauch ge— nommen sehen, während andere in ihnen ein Stück Sozia⸗ lismus erblicken. In einer Zeit, da das Wirtschaftsleben bis auf den Grund gestört ist, geht es ohne solche Mittel nicht, was immerhin als eine Konzession an den Sozialismus be— urteilt werden mag. Nach dem Kriege werden solche Mittel schnellstens wieder verschwinden und alle jetzt aus Gründen der Not ausgeschalteten„Regulatoren“ der kapitalistischen Warenproduktion wieder in Aktion treten. Eine Erfüllung der bereits zu Anfang des Krieges von Partei und Gewerkschaften gestellten Forderung ist die Gründung der Kriegs⸗Getreide-Gesellschaft auf keinen Fall. Und ganz entschieden muß davor gewarnt werden, daß man jetzt von einem Extrem ins andere fällt. Noch heute ist eine vernünftige Regelung der Verteilung der Vorräte nicht vorgesehen, obwohl man viel zu lange da⸗ mit gewartet hat; dann setzte man viel zu spät die Höchst⸗ preise fest, nicht, ohne trotz aller fachmännischen War⸗ nungen allerhand Fehler dabei zu machen und nun wird in einigen Gegenden Deutschlands schon mit einem Kuchen⸗ verbot begonnen, um zu verhindern, daß zu viel Weizen: mehl konsumiert wird. Möglich, daß es allgemein ratsamer gewesen wäre, um die Zeit der Festtage etwas sparsamer mit dem Weizenmehl umzugehen, als es geschah. Soweit aber die Arbeiterschaft in Frage kommt, kann davon keine Rede sein; es sind andere Kreise der Vevölkerung, wo„zu viel“ Kuchen und Weizengebäck konsu⸗ miert wird; wo die Mahnungen der Kriegs-Getreide-Ge— sellschaft am Platze sind. Zu bezweifeln ist aber sehr, ob sie dort die nötige Beachtung finden werden. Bei der arbeiten⸗ den Bevölkerung ist in Friedenszeiten der Konsum von Kuchen nicht so stark, viel weniger während des Krieges bei Teuerung aller Lebensmittel! — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Adam Gregorius aus Gießen, Feldartillerie-Regiment Nr. 33.— Gefr. Philipp Rühl aus Ruttershausen, Res.⸗ Infant.⸗Regt. Nr. 83.— Gefr. Fritz E ckhardt aus Hochel⸗ heim, stud. math., Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 223.—. Wehrmann Wilhelm Koch und Wehrmann Wilhelm Brauer, beide aus Waldgirmes, Inf.-Regt. Nr. 143.— Ersetzreservist Friedrich Schatz aus Blasbach, Inf. Regt. Nr. 99.— Er⸗ satzreservist Peter Schaub aus Bermoll, Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 222. — Allerhand Schwindel. Der Gouverneur der Festung Köln macht bekannt, daß vielfach eiserne Fingerringe mit der Inschrift „Gold gab ich für Eisen“ in den Handel gebracht und zu hohen Preisen zum Kauf angeboten würden. Unvereinbar mit der historischen Bedeutung solcher Ringe sei der käufliche Erwerb; es bestehe ferner die Gefahr, daß das Publikum getäuscht und die Vorstellung erweckt werde, der Kaufpreis werde im vaterländischen Interesse verwendet. Daher würden das Feilhalten und der Ver⸗ kauf derartiger Ringe unter Androhung einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre verboten. — Arbeitslosenfürsorge. Das Correspondenzblatt der General- kommission der Gewerkschaften Deutschlands gibt einen ausführ- lichen Bericht über eine am Ende September erlassene Umfrage bei den Gewerkschaftskartellen. Dazu wird gesagt:„So anerkennens⸗ wert es ist, daß verschiedene Gemeinden, zum Teil bereits in den ersten Kriegswochen, Fürsorge für die Arbeitslosen getroffen haben, so bedauerlich ist es, daß auch heute noch zahlreiche Ge⸗ meinden nicht das Geringste auf diesem Gebiete taten. Es gibt in Deutschland 3740 Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern: davon 2441 mit 2000 bis 5000, 1028 mit 5000 bis 20 600, 223 mit 20 000 bis 100 000 und 48 mit über 100 000 Einwohnern. Die meisten der Gemeinden mit 2000 bis 5000 Ein⸗ wohnern dürften in Industrie und Handwerk tätige Arbeiterschaft haben, die unmittelbar unter, der Wirkung des Krieges leidet. Die Umfrage betreffend Arbeitslosenfürsorge erging au 800 Gewerk- schaftskartelle. Von diesen wurden Angaben für 61² Gemeinden gemacht. Nach den Berichten i u; 3 01 dieser Ge⸗ meinden in irgend einer Form etwas für die Arbeitslosen ge⸗ tan. Auch das Geringste, was nach dieser Richtung hin geschehen ist, wurde in unseren Tabellen verzeichnet, sei es nur die gelegent⸗ liche Gewährung von Naturalien, selbst wenn die Mittel hierfür aus Sammlungen oder von Privatpersonen kamen. Für 120 Ge⸗ meinden wird berichtet, daß keine oder nur sehr wenige Arbeits⸗ lose vorhanden sind. Es sind dies Orte, in denen die Industrie sast ausschließlich Kriegsmaterial herstellt, oder Grenzorte, in denen die männliche Bevölkerung bei Schanzarbeiten tätig ist. In letzteren Orten gibt es aber vielfach eine größere Zahl weiblicher Arbeitslosen, welche der Fürsorge dringend bedürfen.“ 795 Wie nur ein Teil der Gemeinden eine gexegelte Arbeitslosenfürsorge ein⸗ geführt hat, so gibt es nach den Ermittelungen, der Gewerkschafts⸗ kartelle auch in der Art und Höhe der Unterstützungen sehr erheb⸗ liche Unterschiede. Gießen gehört mit zu den Gemeinden, in denen noch nichts auf diesem Gebiete getan worden ist. — Gewerkschafts⸗Unterstützungen. Im T abakarbeiter⸗ Verband haben Vorstand und Ausschuß in einer gemeinsamen Sitzung, die am 27. Dezomber d. J. in Bremen abgehalten wurde, beschlossen, vom 1. Februar 1915 an alle im Statut vorgesehenen Unterstützungsrechte(Rechtsschutzunterstützung, Erwerbslosenunter⸗ stützung, Umzugsumterstültzung und Sterbeunterstützung) wieder in Kraft treten zu lassen mit der Einschränkung, daß bis auf weiteres die Erwerbslosenunterstützungssätze bei Arbeitslosigkeit und bei Krankheit nur in Höhe von 75% der im Staut vorgesehenen Unter⸗ stützungssätze(d Ja und he) gezahlt werden sollen. Die Unter⸗ . bel Erwerdslosigkeit betragen demnach vom 1. Februar 0. J. an in: Im Falle der Arbeitslosigkeit. Kl. 1 0,60/ pro Tag 3,060 pro Woche; Kl. II 0,90% pro Tag= 5,40 pro 8 7 Kl. III 1,20 4 pro Tag= 7,20% pro Woche. Im Falle r Krankheit: Kl. 1 030/ pro Tag= 1,80 pro Woche; II 0,5 Mark pro Tag= 2,70„ pro Woche; Kl. III 0,60% pro Tag= 3,60 Mark pro Woche 1 Die erste Auszahlung düeser so sestgesetzten Unterstützungssätze ersolgt zum ersten Male am Samstag, den 6. Februar d. J. für die Woche vom 1. bis 6. Februar 1915. 0 Die an 7 er in der für sie sestgesetzten 78 wöchigen Un⸗ terstützungsper gezahlte Erwerbslosen⸗Unterstützung(Unter⸗ stützung bei A si oder bei Krankheit oder Fahrgeldunter⸗ stützung! ist don Erwerblosen-Unterstützung beziehenden Mitglie⸗ dern in Anrec zu bringen. Die aus v den lüssen sich ergebende Erweiterung der Unterstfitz⸗ rd sicherlich in den Kreisen der Tabaf⸗ arbeiter frerdig 8 5 mit Recht die Hoffnung zu⸗ lassen, daß bald der Augen n sein wird, wo die vollen statutarischen Unterstsitzung r in Kraft gesetzt worden können. — Feldpostwinke für das Publikum. Von postalischer Seite wird auf eine Reihe von Dingen aufmerksam gemacht, die bei Ver⸗ sendung von Postsachen zu beachten sind. Die wichtigsten davon wollen wir hier anführen: 1. Man schreibe nicht jeden Tag einen Feldpostbrief an denselben Empfänger und schicke ihm nicht mehr Päckchen, als er mit Nutzen gebrauchen kann. Ülk- und Bierkarten sind unseren Kriegern gegenüber nicht am Platze! 2. Man verwende für die Briefe und Postkarten an mobile Truppen nur Briefumschläge und Postkarten mit Vordruck, weil von einer klaren und übersichtlichen Aufschrift die unver⸗ zögerte Beförderung der Sendungen wesentlich abhängt. 5 3. Man gebe einen Bestimmungsort nur den Feldpost⸗ briesen, deren Empfänger sich in festen Standorten(Garnisonen) des Deutschen Reiches befinden. Wo es sich dagegen um Sendungen an mobile Truppen handelt, lassse man den Bestimmungsort un⸗ bedingt weg. ö 4. Man lasse sich durch den Vordruck auf den Feldpost⸗Bries⸗ umschlägen und ⸗Poftkarten nicht verleiten, bloß um diesen Vor⸗ druck auszufüllen, etwas niederzuschreiben, was der Empfänger aus dem Felde nicht mitgeteilt hat. Der Vordruck„Armeekorps“ wird oft unausgefüllt bleiben müssen, bei manchen Formationen vielleicht der ganze Vordruck. Für alle Fälle kann der Vordruck. nicht passend gemacht werden; er gilt in erster Linie den großen Massen der in gewöhnlicher Weise zusammengesetzten Truppen. 5. Bei Niederschrift der Feldadresse unterscheide man genau. ob es sich um einen Linien-, Reserve⸗, Er satz⸗, Land⸗ wehr⸗ oder Landstu r m truppenteil handelt, und beachte, daß daneben u. U. noch ein Ersatzbataillon und ein Rekrutendepot vor⸗ handen sind, die alle dieselbe Nummer tragen, meist aber ganz ver⸗ schiedenen Verbänden angehören. 6. Man vermeide in der Feldadresse jede Abkürzung. Kürzt man z. B.„Garde“ mit„G“ ab, so wird G leicht für 9 ge⸗ lesen; Sendungen für das„Garde-Reservekorps“ gelangen dann zum„9. Reservekorps“ und werden dort unanbringlich. Solche zusätzlichen Bezeichnungen„Garde“,„bauer.“ usw. müssen bei allen entsprechenden Angaben der Aufschrift stehen: schreibt man z. B. bei Feldpostsendungen an Angehörige des 22. bayer. Infanterie Regiment den Zusatz nur beim Armeekorps, läßt ihn aber beim Regiment weg, so gelangen die Sendungen leicht an das Infanterie⸗ Regiment Nr. 22, also an ein preußisches Regiment, und werden dort unanbringlich. Feldpostsendungen mit unverständlichen Ab⸗ kürzungen des Truppenteils werden von der Post nicht befördert. 7. Oft genügen scheinbar nur kleine Fehler oder Abweichungen in der Feldadresse, um die Sendung im Felde unanbringlich zu machen oder doch sehr zu verzögern. So sind „Sanitäts⸗Kompagnie Nr. 2 des Garde⸗Reservekorps“ und„Garde⸗ Reserve⸗Sanitäts⸗Kompagnie Nr. 2“ zwei ganz verschiedene Trup⸗ penteile. Die Feldadresse soll daher peinlichst genau nieder⸗ geschrieben werden. ö — Der Neubau des Hotel„Einhorn“ ist soweit gefördert, daß das Dachgebälk aufgeschlagen werden konnte. Die bisherige gelinde Witterung war der Fortführung der Bauarbeiten glünstig; leider kann von einer regen Bautätigkeit nicht gesprochen werden; wie wir früher bereits einmal bemerkten, sind in Gießen nur sehr wenige Neubauten in Angriff genommen. Auch für das Frühjahr sind die Aussichten erklärlicherweise nur gering. S. Darmstadt, 2. Jan. Ein schweres Autounglück er⸗ eignete sich am Donnerstag nachmittag auf ber Landstraße Mör⸗ folden⸗Langen, anscheinend durch Versagen der Steuerung. Das Automobil wurde vollständig zertrümmert und der Besitzer, Privatier Georg Hennig aus Frankfurt, der den Wagen lenkte, getötet. Die beiden Franksurter Mitsahrenden, der Kaufmann K. Nagel aus der Niddastraße, wie der Kaufmann R. Haak in der Elisabethenstraße, wurden schaver verletzt. Drei andere Insfassen kamen mit leichten Verletzungen davon. Die ersten Ermittelungen hat das Amtsgericht Groß-Gerau angestellt.. Kreis Wetzlar. * Betrügerische Ausbeutung der Aermsten unter frommer Maske. Amtlich wird im Bochumer Volksblatt mitgeteilt: Der Kellner Karl Biene, geboren 14. 2. 1887 zu Köpenick, hatte in Frankfurt a. M. eine Filiale der sogenannten„Grund ⸗ mannschen Hausmission“— auch Grundmannschen Institut— eingerichtet, dessen Hauptsitz sich in Berlin, Invaliden⸗ straße 127, befindet. Gegen den Gründer Mar Grundmann wird bei dem Untersuchungsrichter 2 in Hamburg unter D. III. 969/12 bereits Vorunterfuchung wegen Betrugs geführt. Grundmann läßt durch Hausierer Postkarten oder Briefpapier in Umschlägen verkaufen, die außer kirchlichen Emblemen folgende Aufschrift tragen: Die Stellungslosen bitten herzlichst sie durch Kauf von Karten für den Preis von 10 Pfg. zu unterstützen; damit ist ihnen geholfen. Wir sagen unseren herzlichsten Dank für Ihre liebe Mit⸗ hilse. Grundmannsche Hausmission zur Bekämpfung der Stellungslosigkeit. (Stempel der Station.) Hierdurch wird der Irrtum erregt, offizielles oder halboffizielles wohltätiges Unternehmen, das den Erlös zur Unterstützung Arbeitsloser verwendet. Dieses ist aber nicht der Fall, sondern die„Hausmission“ ist eine rein private Schöpfung des Grundmann, mit dem Zweck, ihn zu bereichern. Die angeblichen„Arbeitslosen“ sind seine eigenen Hausierer, die für ihn die Karten usw. absetzen. Um das Unternehmen noch einträglicher zu gestalten, richtet er Filiglen in den verschiedensten Städten Deutschlands ein. Vor Ankauf der genannten Gegenstände wird gewarnt.— Was übrigens jetzt alles gesammelt und aus„Wohl- tätigkeit“ verkauft wird, geht ins Aschgraue. Es ist bei diesen Dingen jederzeit Vorsicht geboten. h. Für Ostpreußen hat der Kreis Altenkirchen bis jetzt 16 000 Mark gespendet, wie aus einem Dankschreiben des Oberbürger⸗ meisters von Königsberg hervorgeht. Westerwald und Unterlahn. Traurige Folgen des Spiels mit Schießgewehren. In Limburg spiolten am Donnerstag mehrere Jungen mit einem Terzerol. Als einer der Jungen zu schießen versuchte, ging der Schuß nicht sofort los. Der 14jährige Karl Faust, Sohn des Kauf⸗ manns Faust in Limburg, wollte den Jungen, der die Wafse in der Hand hatte, über den Gebrauch derselben aufklären. In dem Mo⸗ ment ging ein Schuß los und traf den Genaunnten aus unmittel⸗ barer Nähe in die Bauchgegend. Der Schwerverletzte wurde so⸗ fort im Krankenhause operiert; er starb jedoch Samstag nach ⸗ mittag an seinen schweven Wunden. — 1 C W. rechte wie 2 es handle sich um ein 0 1 1 1 5 —— ——TT—TVTCTCCTCTCTv—T——T————— den vorwärts kämen. 5 Telegramme. Tage Neo 1559 2 Tagesberichte des Großen Hauptguartiers Dentsche Fortschritte auf der Westfront. Weiter vorwärts auf Warschau. W. B. Großes Hauptquartier, 2. Jan, vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen in und an Dünen nördlich Nieuport wurden abgewiesen. In den Argonn en machten unsere Truppen auf der ganzen Front weitere Fortschritte. Heftige französische An⸗ griffe nördlich Verdun sowie gegen die Front Ailly⸗ Apremont nördlich Commerey wurden unter schweren Verlusten für die Franzosen abgeschlagen, 3 Offi⸗ ziere und 100 Franzosen gefaugen genommen. Es gelang unseren Truppen hierbei, den heiß umstrittenen Bois⸗ Brulsé ganz zu nehmen. Kleinere Gefechte südwestlich Saarburg hatten den von uns gewünschten Erfolg. Die Franzosen beschießen in der letzten Zeit systematisch die Orte hinter unserer Front. Im Unterkunftsraume einer unserer Divisionen gelang es ihnen, 50 Einwohner zu töten. Die französischen amtlichen Berichte meldeten, daß die Franzosen in dem Dorfe Steinbach Schritt für Schritt Von Steinbach ist unsererseits kein Haus verloren. Sämtliche sranzösische Angriffe auf den Ort sind zurückgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz: An der ostpreußischen Grenze ist die Lage un⸗ verändert. Oestlich des Bzura- und Rawka⸗Ab⸗ schnittes gingen unsere Angriffe bei einigermaßen günstigem Wetter weiter vorwärts. In Polen östlich der Pilica keine Veränderung. Oberste Heeresleitung. * V. B. Großes Hauptquartier, 3. Jan, vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Vor Westende erschienen gestern mittag einige von Tor⸗ pedobooten begleitete feindliche Schiffe, ohne zu feuern. Auf der ganzen Westfront fanden Artilleriekämpfe statt. Ein feindlicher Jufanterieangriff erfolgte nur nordwestlich Menehould, der unter schwersten Verlusten für die Fran— zosen abgewiesen wurde. Oestlicher Kriegsschauplatz: In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine Ver⸗ Hinderung. b 0 In Polen westlich der Weichsel gelang es unseren Trup⸗ pen, nach mehrtägigem hartem Ringen den besonders stark befestigten Stützpunkt der russischen Hauptstellung Bor⸗ zynvow zu nehmen, dabei 1000 Gefangene zu machen und 6 Maschinengewehre zu erbeuten. In drei Nachtangriffen versuchten die Russen Borzynow wieder zurück zu gewinnen. Ihre Angriffe wurden unter großen Verlusten zurückge— wiesen.. Auch östlich Raun kamen unsere Angriffe laugsam vorwärls. Die in den russischen Berichten mehrfach erwähnten russischen Erfolge bei Inowlodz sind glatt erfunden. Sämk⸗ liche russischen Angriffe in jener Gegend sind sehr verlust— leich für die Russen abgewiesen und gestern nicht mehr wie derholt worden. Im übrigen ist die Lage östlich der Pilica unverändert. Oberste Heeresleitung. * 8** Französische Berichte. . Kopenhagen, 2. Jan.(Etr. Frkft.) National-Tidende Lrfährt aus Paris: Die Kämpfe zwischen Ypres und dein Meer entwickeln sich sehr heftig. Die Deutschen be— mühen sich, die Stellungen nördlich Nieuport und Dir⸗ muiden möglichst zu kräftigen und das Vorrücken der Alliierten zu hemmen. Sie suchen durch ausgedehnten Brückenbau über zahlreiche Wasserläufe Gebiet zu gewinnen. Bei Lombartzyde ist der Kampf am erbittertsten. Die Alliierten versuchen dort den Durchbruch der deutschen Linien. Lombartzyde und Westende liegen in Ruinen; es gibt dort keinen einzigen Einwohner mehr. * Genf, 3. Jan.(Tu.) Aus Flandern und Nordfrank— reich werden starke Schäden durch deutsche Flie⸗ gerbomben gemeldet. Nächst Furnes, dem Haptquartier König Alberts, sind getroffen Romiremont und Umgegend. Die Militärtransporte werden durch Taubengeschosse schwer besthädigt. Infolge geschickt kombinierter hartnäckig durch— geführter Tag⸗ und Nachtangriffe sind die deutschen Fort- schritte bei Arras, Albert und Roy, im Woevpregebiet und auf den Maashöhen sehr bedeutend gewesen. Gegen unsere schweren Geschütze in der Reimser Umgegend sind erbitterte Kämpfe im Gange. Im Gruerie⸗Gehölz des Argonnen— waldes, wo die Deutschen neulich starkefortgeschritten sind, wurden die Fortschritte fortgesetzt. 1** Der Kampf um Warschau. Russische Hoffnung. Laut Lokal⸗Anzeiger meldet die Daily Mail aus Peters— burg: Der Kampf un Warschan hat begonnen. unmittelbarer Nähe der Stadt ist eine große Schlacht im Gange., Die Deutschen zogen bedeutendere Reserven heran.. Die Times meldet aus Warschau, daß auf der Ostfront sechs deutsche Armeekorps plötzlich verschoben worden seien. Die Russen gäben sich infolgedessen der Hoff—⸗ nung hin, daß die Franzosen in Belgien einen derartigen Druck ausgeübt hätten, daß dort Verstär kungen nötig seien.. Das Reutersche Bureau berichtet aus Petersburg; Der Kampf an der Bzura und Rawka trug einen wahnwitzi⸗ gen Charakter. Die Deutschen haben es fertig gebracht, nachts die Flüsse zu überqueren, und beim Morgengrauen befanden sie sich drei Viertel englische Meilen von den russi⸗ schen Stellungen entfernt, über welche sie nun wie toll her⸗ fielen und wo sie die Russen zum Weichen brachten. Doch sammelten sich die Russen wieder und umringten die Deut⸗ schen. Es kam zu einem furchtbaren Bajonett⸗ kampf. Pardon wurde nicht gegeben und nicht verlangt. Wie die Russen hausen. Die Krakauer Nowa Reform berichtet, daß die Russen im Petroleumgebiet von Drohobyez arg gehaust haben. Ju Drohobycz selbst wurden große Verwüstungen angerichtet. Viele Häuser wüur⸗ den eingeäschert. Mehrere mit Bomben und Einrichtungsgegen⸗ gegenständen vollbeladene Waggons wurden weggeführt. Die Petroleumgruben französischer, englischer und belgischer Firmen in Voryslaw blieben unversehrt. Dagegen ließen die Russen mehr als 200 Zisternen Rohöl aus den Gruben des galizischen Landes⸗ produktenvereins auslaufen. Der Untergang des„Formidable“ Die Heldentat eines deutschen Unterseebootes. Berlin, 3. Jan.(W. B. Amtlich.) An: 1. Javuar 3 Uhr vormittags hat eines un⸗ serer Unterseeboote. wie es durch Funk⸗ spruch meldet, im englischen Kanal unweit Plymouth, das englische Linienschiff „Formidable“ durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht. Das Boot wurde durch Zerstörer verfolgt, aber nicht beschädigt. Der Stellvertretende Chef des Admiralstabes: Behncke. Die Sperrung des Kanalzugangs mit Minen vermag die englische Flotte und die englische Handelsschiffahrt ebensoweng zu schützen, wie solche Minensperren bie englische Küste vor Angriffen deutscher Kriegsschiffe zu bewahren vermocht hat. In der Nähe des eigenen Hafens ist das Linienschiff„Formidable“ angegriffen und vernichtet worden, also unter Bedingungen, die dem deutsch Unterseeboot so ungünmstig wie möglich waren. Es zeugt ebensosehr von frischem Wagemut wie von außer- ordentlichem Geschick, daß der Angriff so glänzend gelang, und mit besonderer Freunde muß es erfüllen, daß das Unterseeboot und seine tapfere Besatzung nach diesem Erfolg unversehrt den Rückweg antreten konnten. 4 2 28 2 Oesterreichisch⸗ungarische Tagesberichte. Wien, 2. Jau.(W., B.) Amtlich wird verlautbart: 2. Januar 1915 mittags: Die allgemeine Lage ist unver änder: Nach den erbitterten Kämpfen in den letzten Tagen im Raume süd lich von Tarno w und in ben mittleren Karpathen ist vorübergehend Ruhe eingetreten. Die om Uzsoker⸗Paß tämpfende Gruppe wurde vor überlegenen seindlichen Kräften von den Kammhöhen etwas zurückgenommen. Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs: u. Höfer, Feldmarschalleutnant.. * Wien, 3. Jau.(W. 3.) Amtlich wird verlautbart: 3. Januar 1915 mittags: Die abermaligen Versuche des Feindes, uusere Schlachtfront westlich und nordwestlich Gorlice zu durchbrechen, scheiterten wieder unter schweren Ver⸗ lusten des Gegners. Während dieser Kämpfe, die den ganzen Tag andauerten, wurde eine vielumstrittene Höhe südlich Gorlice von unseren Truppen im Sturme genommen, ein feind⸗ liches Bataillon niedergemacht, ein Stabsoffizier, 4 Subalternoffiziere und 850 Mann gefangen, 2 Maschinen⸗ gewehre erbeutet. Auch ein Aeroplan des Gegners, der herab⸗ geschossen wurde, gehört zur Siegesbeute. An der übrigen Front keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: n. Höfer, Feldmarschalleutnant. Arbeiterbewegung. Weihnachtsunterstützung im Schneiderverband. In welchem Maße die Gewerkschaften für die wirtschaftlichen Opfer des Krieges zu sorgen sich bemühen, zeigt eine Zusammen⸗ stellung des Schneiderverbandes, nach der als Notstaudsunter— stützung 122 378,50 Mk. ausgezahlt wurden. Davon entfallen auf Arbeitslosenunterstützung rund 109 000 Mk. und auf Familien- unterstützung 213 462 Mk. Der Vorstand hat trotz dieser Ausgaben beschlossen, allen Mitgliedern, die sich auf der Reise befinden, ohne Rücksicht auf die Dauer ihrer Mitgliedschaft für die beiden Weih⸗ nachtsfeiertage 4 Mk. und auch für den Neujahrstag 2 Mk. Unter⸗ stlizung zu zahlen. Da außer der Notstandsunterstützung im J. Quartal noch an Kranken⸗ und Reise⸗Unterstützung sowie an Sterbegeld insgesamt 58 000 Mk. ausgezahlt worden sind, so über⸗ steigen die Ausgaben um ein wesentliches die Einnahmen; es wird damit gerechnet, daß mindestens 300 000 Mk. aus der Hauptkasse an Unterstützungen mehr gezahlt, wie an Beiträgen eingenommen wor— den sind, und zwar an Unterstützungen, die den Mitgliedern über die statutarischen Rechte hinaus gewährt wurden. Für die durch den Krieg schwer heimgesuchten Reichs klang Elsaß⸗Lothringen sind bei dem Sberbürgermeister weiter ei angen: 5 5 5 ebene Gießen 25 Mk. Rechtsanwalt Mendelsohn 20 Mk., Architekt Hamann 20 Mk., Hoflieferant Franz Brück; 15 1 N. W. 20 Mk., M. L. Kattrein 10 Mk., E. K. 3 Mk. Kt. 5 Mk., Ph. K. 10 Mk., Stadtkasse⸗Kassierer Röhrich 3 Mk., Friedrich Kühnhold 10 Mk., Marie Nagel Ww. 5 Mk., G. E. 20 Mk. M. O. N. 10 Mk., Siegmund Hammerschlag 25 Mk., Postsektreär Hölgel 10 Mk., Hein⸗ rich Freund II. aus Alten⸗Buseck 5 Mk., Gemeinde Bellersheim 25 Mk., M. E. A. 10 Mk., Pfarrer Hainebach⸗Großen⸗Linden 5 Mk., Bäckermeister Ernst Muth 20 Mk., zusammen 276 Mk. 10 Mit herzlichem Dauk für diese Gabon wird um weitere Zu⸗ wendungen gebeten. 0 5 Für die durch den Krieg besonders schwer heimgesuchte Provinz Ostpreußen sind bei dem Oberbürgermeister weiter eingegangen:; Von Hauptlehrer Knauß 5 Mk., fünf Oberrealschülern aus Großen⸗Buseck 3 Mk., Louis Stroh 10 Mk., Rechtsanwalt Mendel⸗ sohn 20 Mk., Architekt Hamann 20 Mk., L. Kattrein 10 Mk., Tertia des Realqymnasiums 10 Mk., P. H. 3 Mk., Ph. K. 10 Mk. Staßt⸗ kasse⸗Kassterer Röhrich 3 Mk., Frau M. Eckhardt 20 Mk. Friedrich Kühnheld 10 Mk., Marie Nagel Ww. 5 Mk., G. E. 20 Mk., O. N. 10 Mk., W. W. 5 Ml., Siegmund Hamnerschlag 25 Mk., eine An⸗ zahl Gumnasiasten 5 Mk., Quinta des Realgumnasiums 10 Mk. Klasse 1b der erweiterten Mädchenschule 13,25 Mk. Pfarrer Haine⸗ bach⸗Großen⸗Linden 10 Mk., Bäckermeister Karl Sommer 10 Mk. Väckermeister Ernst Muth 30 Mk., zusammen 287 Mk. 25 Pfg. l Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird unn weitere Zu⸗ wendungen gebeten... Verstorbene. Gberhardt DI T. in Alten⸗Buseck, 79 Jahre alt.— Frau Marie Wil l, geb. Feu, in Kleinlinden.— Jakob Oppenheimer in Lich, 65 Jahve alt.— Frau Ida Wagner, 0 geb. Hofmann, in Wetzlar, 34 Jahre alt.— Jakob Dörr, Ge⸗ meindevorsteher in Erda b. Wetzlar,(65 Jahre alt.. 1 Wochen marktpreise in Gießen 1 age am 2. Januar 1915 4 0 Butter ber Pfd. 1.30 1.40 Mk.] Schweinefleisch ver Pfd. 8096 Pfg. die Mah Milch Liter 22 Pfg.] Hammelfleisch per Pfd. 70—90 5 0 säcünken, Hühuereier Stück 12—13 Pfg. Kartoffeln p. Malter 00 Mk. Abesterpfan Gäusceeier Stück— Pfg.] Kartoffeln 1 Pfd. 4 Pfg. 2 Negierung Küse Stück 6—8 Pfg.] Zwiebeln ver Pfund 12—15 Pfau, swendung de düsematte 2 Stück 5—6 Pfg. Blumenkohl per Stck. 15—30 Pfg. shfhrung be Tauben per Paar 0.80 1.20 We Kohlrabi Stck. 5—10 Pfa. I Kartoffeln Hühner per Stück 1.20—1.80 Mk.] Weißkraut p. Haupt 8—12 Pfg. Wie kom Hähne ber Stück 1.50—2.50 Mk. Rotkraut p. Haupt 15—25 Pfg. fsnteit nicht l Gänse per Pfund 0.80 0.90. Pfg.] Wirsing p. Haupt 10—20 Pfg. Alen Eten un Ochseufleisch per Pfd. 0.86—90.94 Mk.] Aepfel per Pfund 12—20 Pfg. selennechl g. Kalbfleisch ver Psd. 7080 Pfg. Birnen Pfund 10—15 ie.. ben Grun Kuh⸗ u. Rindfl. per Pfd. 8084 Pfg.] Nüsse 100 Stück 40—45 8. ö fange zur 90 —— eim Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 75 en dn Verlag von Krumm& Cie., Gießen. eorders die Drück: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. et daran, a. 5 1505 b übervoll, ö Torten un 7 5 h wenn die Ie sind, noc K vorhande ben verzeh 0 lhabenden den, ehe sie Zweifello sogenann ebene Me diese Nei filz, K- Bre ent Karto stozent Kan Statt lesondtrer Auzeige. Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mit⸗ teilung, daß unser lieber Sohn Alter von 3½ Jahren plötzlich verschieden ist. Mit der Bitte um stille Teilnahme. bug 2 f 2 2 u erwägen Die trauernden Hinterbliebenen ae, eges mehre 5 ar, wenn n 8 1 Aten von Bi 2 Uhr von ung hin d ö 1 kann ma rend die Fall no Controle I in den re Tortenba en, daß Iamten Mer i wenigste fach verwen „as auch geln, d. sässelegen, d. Fer nicht k U ppäter e nen sollen ligen. Otto Heyder nebst Fran und Kinder. a nachmitlag 2% Nasionaler Frauendienst Allg. Dentscher Frauenverein Ortsgruppe Gießen. Das Verbacken, Schreiben und Adressieren von Feldvostsendungen besorgt bereitwilligst und unentgelllich Montags, Mittwochs und Freitags von 10 bis 12 Uhr vormittags L 9 2 12 Frau Professor Kalbfleisch 1 Südanlage Nr. 4, 2. St. ale Außerdem erteilt Auskunft über Adresse und Rat für Feldpostbriefe gern und unentgeltlich in ihrer Sprechstunde die 1 e„ 9* + Frauenrechtsschutzstelle Gießen Mittwoch nachmittags von 6½ bis 8 Uhr im alten Rathaus. 9 2 2 D N gal- er dee Dienstag, den 5. Januar 1915, abends 8 Uhr Außer Abonnement: A ieh Hoch im Flageweide Ein fröhliches Spiel in ain J28le von Albert Kehm u. Martin Frehsee Ende nach 10% Uhr. n Taler. in jeder Ausführung und Preislage. . Locventha Kleine Preise. zu verkehren, ist Pflicht eines jeden organisierten Arbeiters. Durch den Besuch desde werkschaftshauses un- terstützt der Arbeiter sein eig. Beim, Ia Speisen u. Gstränke. Billig Logis