——— 2 — jeitung Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. * Oberbessische VBolksseltuns erscheint seden Werkta 6 n o Abend in ießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg. monatlich 0 g Vfg. einschl. Bringerlohn Durch die Vost bezogen vierteljährl. 1 80 Ml. Redaktlon und Expedition Gießen, Babnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telepbon 2008. Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 fg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Ahn für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben Nr. 1 Gießen, Samstag, den 2. Januar 1915 10. Jahrgang Wie wird der Krieg enden? Ein schwedisches Urteil über Stand und schließliches Ergebnis des Weltkrieges. Das Stockholmer Aftonbladet schreibt:„. Als Anfang August die 8 riegserklärungen über Deutschland und dessen Bundesgenossen förmlich herniederhagelten, prophezeite die öffentliche Meinung im alggemeinen den Deutschen eine gründliche Niederlage. Gegen Ruß⸗ lands ungeheure Heeresmassen, gegenüber dem glühenden National⸗ haß der Franzosen und der mächtigen englischen Flotte würden e— so meinte man— sich nicht behaupten können. Nur in solchen Keisen, in denen man die Stärke des deutschen Kriegswesens kannte, war man anderer Ansicht. 5 Nach einer bald fünfmonatigen Kriegsdauer ist zunächst eines vollkommen klar: das Hervorwälzen der russischen Heeresmassen nach Deutschland hinein, dem man in England und Frankreich so Heffnungs voll entgegensah, hat ein jähes Ende bekommen. Eine Mederaufnahme der russischen Offensive ist jetzt ein Ding der Un⸗ möglichkeit. Vor allem scheint der innere Zusammenhalt und die 5 Sa iplin im russischen Heere so bedenklich erschüttert zu sein, daß schon dieser Umstand der Wiederaufnahme einer Angriffsbewegung gegen die festorganisierten Armeen Hindenburgs hindennd im Wege icht. Unter solchen Verhältnissen sind die technischen Hilfsmittel von doppelter Bedeutung für ein Heer. Die Russen haben aber in einem beunruhigenden Grade diese Hilfsmittel verloren, ohne Er⸗ st dafür zu bekommen. Wahrscheinlich hat das russische Heer nicht alein sein Angriffsvermögen, sondern auch die Voraussetzungen i folg ung eingebüßt. Hat die Lawine erst rollen angefangen, läßt sie sich schwer aufhalten, namentlich weil i deutsch⸗österreichisch⸗ungarischen Heere den Russen keine Zeit ir Reorganisation übrig lassen. Gleichzeitig beginnen in Rußland denkliche Zeichen eines inneren Gärungsprogesses sich zu zeigen. gußlands Aussichten sind somit schlecht. Hierzu t, daß die russische hundertjährige Balkanpolitik eine empfind⸗ iche Niederlage erlitten hat. Die in Frankreich und Belgien vorhandenen deutschen ere haben bisher alle Angriffe der verbündeten Franzosen, Eng⸗ linder umd Belgier erfolgreich abgewiesen. Wenn die Dreiverbands⸗ nuͤchte im Westen einen für sich günstigen Ausfall herbeiführen pollen, müßten sie rassch eine für sie erfolgreiche Entscheidung er⸗ zwingen. Es scheint aber, als sollte der französische„Elan“ seine Sürn gegen den deutschen„Schneid“ blutig stoßen. Und wenn Hhrdenburg bald seine Rechnung mit den Slawen fertig gemacht en wird, werden Hunderttausende der besten und erprobtesten Tumppen der Welt von den Deutschen vom östlichen nach dem west⸗ lien Kriegsschauplatze geführt werden, um eine Entscheidung zu⸗ güisten Deutschlands zu beschleunigen. Die sogenaunten„Millionen⸗ hare des Lord Kitchener“ werden anderes zu tun bekommen, als af französischem Grund umd Boden zu streiten! Wenn eine deut⸗ Landung von der Nordküste Frankreichs aus droht, wird es uf der britischen Auffassung der Dinge nicht übereinstimmen, das egzlische Inselreich von Truppen zu entblößen! Die numerische Ueberlegenheit der englischen Flotte kn das siegreiche Vorrücken der deutschen und österreichisch⸗ mwarischen Heere nie verhindern. Die Entscheidung liegt in einem Hitinentalkriege, nicht auf dem Meere. Die Hauptaufgabe der ehlischen Flotte wird die sein, die britischen Inseln möglichst gegen ee deutsche Invasion zu verteidigen. 4 Die endliche Entscheidung zugunsten Deutschlands nnd nicht allzu lange auf sich warten lassen. Rußland wird die Danaumonarchie nicht zusammenstürzen, sondern fester zusammen⸗ gligt sehen. Frankreichs Revancheplan wird niemals die Wieder⸗ spinnung des deutschen Reichslandes erreichen: es ist vielmehr ifelhaft ob Frankreich die Grubengebiete in seiner nordöstlichen (te künftig behalten darf. Und England wird fortan die deutsche Nchsflagge als Konkurrentin auf den Meeren dulden müsssen. Die Nationalpolen gegen Rußland. Den Mitteilangen des polnischen Preßbureaus, das h seit einiger Zeit in Berlin befindet, entnehmen wir folgendes: Das jetzt in Wien(1. Bezirk Neutorgasse 9) amtierende Herste polnische Nationalkomitee ist in eine neue Phase seiner ligkeit getreten. Es hat sich mit der polnischen Nationalorgaui⸗ ton verbunden, die seit dem Ausbruche des Krieges auf dem Ge⸗ ee Russisch⸗Polens hervorragende Dienste gegen das russische Re⸗ ine geleistet hat. Als Repräsentanten der Nationalorganisation uh dem obersten Nationalkomitee Universitätsprofessor Dr. Tokarz Dr. Sokolnicki beigetreten. Diese Vereinigung der aktipsten en Politiker, die bis jetzt getrennt in Galizien und in sisch⸗Polen gearbeitet haben, verleiht dem Strome der zanti⸗ sufischen Bewegung mehr Wucht und Einheitlichkeit. Ein Resultat ui größter Tragweite ift schon jetzt zu verzeichnen: das Militär⸗ artement des polnischen Nationalkomitees, das Legionäre. an⸗ Hübt und organisiert, verlegt seinen Sitz aus Jablonka(Oesterr. kellesien) nach Russisch⸗Polen. Es ist das er ste Mal, daß auf dam biete Kongreß⸗ Polens eine ational⸗polnische litär verwaltung öffentlich und offiziell— im Einper⸗ inen mit Regierungen von zwei mächtigen Staaten A polrische teitkräfte gegen den russischen Erbfeind organisiert. Diese Tat⸗ ce wird nicht verfehlen, auf die Gemlüiter der Vevölkerung den essten Eindruck auszuüben. Die Schlacht bei de Falklands⸗Inseln. Eine Schilderung des Kommandanten der 4„Dresden“. London, 30. Dez.(WE. Nichtamtlich.) n kegraph berichtet nach einem Telegramm der New Pork Titus Buenos Aires vom 17. Dezember; Der Komman dan 100 emen Kreuzers„Dresden“ gab dem deutschen Konsul in 1 0 7 umas folgende Schilderung des Kampfes bei den Falke Der gestrige Daily landsinseln: Das deutsche Geschwader verließ den Stillen Ozean und ging un das Kap Horn nach den Falkfandsinseln. Ehe es dort ankam, sandte Aoͤmiral Graf v. Spee einen Kreuzer voraus, um festzustellen, ob englische Schiffe anwesend seien. Der Kreuzer berichtete die Anwesenheit zweier englischer Kreuzer. Der Ad⸗ miral traf sofort die Vorbereitungen zum Kampfe. Als wir uns den Inseln näherten, sahen wir nicht zwei, sondern sechs Kreuzer, aber der Abmiral hielt an seinem Entschluß fest. Noch später be⸗ merkten wir zwei Schlachtkreuzer der Lionklasse am Buchteingange. Die Wetterbedingungen waren ausgezeichnet. Der Admiral be⸗ schloß, mit der„Scharnhorst“ und der„Gneisenau“ den Kampf auf⸗ zunehmen und befahl den drei anderen Schiffen, sich zu zerstreuen. Das englische Geschwader wurde hierauf von der„Scharnhorst“ und der„Gneisenau“ angegriffen, während die„Leipzig“,„Nürnberg“ und„Dresden“ versuchten, außer Schußweite zu gelangen. Die eng⸗ lischen Schiffe führten 34.3 Zentimeter⸗Geschütze, die beiden deutschen Panzerkreuzer nur 21 Zentimeter⸗Geschütze. Der Kommandant der „Dresden“ entnahm englischen Radiogrammen den Untergang der „Scharnhorst“ und„Gneisenau“, wußte aber nichts über das Schick⸗ sal der„Leipzig“ und„Nürnberg“. Der Kapitän des englischen Dampfers„Orissa“ berichtet, das englische Geschwader hätte so wenig Kohle an Bord gehabt, daß einige Schiffe ihre Boote und andere verbrennbare Gegenstände verheizten. Der Panzerkreuzer„Cornwall“ wurde umter der Wasser⸗ linie leicht beschädigt. Seekampf in der Adria? Rom, 30. Dez.(J. U.) Aus Venedig wird gemeldet, daß die englisch⸗französische Flotte mit 30 Schlachtschiffen und vielen Torpedobvoten vor dem Kanal von Fasana erschienen sein soll, wo die äußeren Befestigungen von Pola liegen. Darauf soll sie Rovigno beschossen haben, weil vom Kirch⸗ turm aus Signale gegeben worden sind. Auch ein Friedensprediger! Der belgische Minister Vandervelde, bislang Vor⸗ sitzender des Exekutivkomitees des internationa⸗ len sozialistischen Bureaus, hielt am 11. De⸗ zember in der Royal Society of Arts London einen Vortrag, in dem er u. a. ausführte: „Der Vorsitzende hat mich als belgischen Kriegsminister an⸗ in gesprochen. Ich Kriegsminister! Wer hätte je so etwas erträumt! Und doch ist in meiner Stellung nichts Widerspruchs⸗ volles. Als Sozialist, Pazifist, Inter nationalist erkläre ich mich für den Krieg bis zum äußersten. Obschon wir Pazifisten sind, wünschen wir diesen Krieg, denn er ist der Krieg gegen den Krieg. Wenn es je einen guten Krieg gegeben hat, so ist es der Belgiens, des Opfers des deutschen Ueberfalls. Das Verbrechen dieses Krieges darf nicht dem deutschen Volke zugeschrieben werden, sondern den preußischen und österreichischen Feudalen, den Panzerplattenfabrikanten und allen denen, die sich am Kriege mästen. Einige Zeit vor Ausbruch des Krieges ließ ein deutscher Staatssekretär einen deutschen Sozialdemokraten zu sich rufen. „Wir sind Pazifisten wie Ihr,“ sagte er,„aber es wäre gefährlich, die Friedensliebe des Volkes jetzt durch Versammlungen zu er⸗ mutigen.“ Er log. Der Krieg wurde gewünscht, durchdacht und vorbereitet. Monate vor dem Mord von Sarajewo komplottier⸗ ten Deutschland und Oesterreich miteinander, um Serbien den Krieg zu erklären. Das deutsche Volk hat den Krieg nicht ge⸗ wollt, aber sein politisches Sustem beraubte es aller Mittel, um sich Geltung zu verschaffen. Nun aber muß mit dem Junkertum und dem preußischen Militarismus aufgeräumt werden. Was sollen die Friedensbedingungen sein? Wir müssen uns wehren gegen die Jin gos, die Deutschland in Stücke reißen wollen, aber auch gegen die Pazifisten, die, den Frieden nur um seiner selbst willen wollen. Es gibt viele solcher Leute in England. Aber sie werden keinen Er⸗ folg haben, denn zwischen ihnen und der Erflfillung ihrer Wünsche liegt der geschändete und gemarterte Leib Belgiens. Frankreich muß Elsaß⸗Lothringen, Dänemark Schleswig⸗Hol⸗ stein wiederbekommen und Italien Trentino und Tric st. Was Belgien anbetrifft, so wird Brüssel noch die belgischen Sol⸗ daten mit Ruhm und Sieg bedeckt heimkehren sehen. 5 Was Vandervelde an„Geschichtstatsachen bringt, beweist seine völlige Unkenntnis der Vorgänge in Deutschland, und es wäre interessant, zu erfahren, wer ihn „informiert“ hat. Daß bis knapp vor Kriegsausbruch Riesenversammlungen für den Frieden sprachen, weiß er offenbar nicht. Und geradezu kindlich ist seine Ansicht, daß Deutschland und Oesterreich monatelang für den Krieg mit Serbien wirkten. Dann hätte am Ende Bethmann: Hollweg den Mond in Sarajewo veranlaßt? Und nun die Friedens bedingungen: Elsaß-Loth⸗ ringen, Schleswig⸗Holstein, Trentino und Triest als Beute — ohne die Bewohner dieser Länder auch nur zu fragen, ob sie eine andere Staatsangehörigkeit wünschten, Fürwahr, der Sozialist hat als Minister schnell umgelern 1. Landgerichtsurteile in Oesterreich. Die Bezirkshauptmannschaft(politische Behörde) von Mäh⸗ risch⸗Ostrau hat in der letzten Zeit eine Anzahl militärgerichtlicher Urteile bekannt gegeben. Die letzten davon sind diese: Ein Maler- gehilse, der auf öffentlichem Platze in Proßnitz(Mähren) vor hier vor⸗ mehreren Personen russophile Redensarten geführt hatte, Wie wird es enden? wurde zum Tode verurteilt, vom Militärkommandanten aber zu 5 Jahren schweren Kerkers begnadigt.— Ein Schneider wurde wegen Majestätsbeleidigung(Ehrfurchtsverletzung) und anderer Aeußerungen zum Tode durch den Strang verurteilt. Die Kundmachung fährt fort:„Dieses Urteil wurde durch Kaiser⸗ liche Gnade in Todesstrafe durch Erschießen umgewandelt, welches Urteil am 9. Dezember vollzogen wurde.“ Das Todesurteil gegen Lonsdale. In einer Zuschrift an den Vorwärts hat sich der Reichs⸗ tagsabgeordnete Genosse Dr. David über das Todesurteil gegen den englischen Kriegsgefangenen Lonsdale in gleichem Sinn ausgesprochen, wie dies hier geschehen ist. Leider findet sich ein deutsches Blatt, das gegen seine Ausführungen lebhaften Widerspruch erhebt. Es ist das— was niemanden überraschen wird— die Berliner Post. Sie schreibt: „Auffallend ist nur, daß Dr. David nur jetzt im Namen der Menschlichkeit seine Stimme erhebt, während er schwieg, wenig⸗ stens so weit uns bekannt ist, als auf der Insel Man mehrere deutsche Zivilgefangene erschossen wurden, nur weil sie sich über die hündische Kost beschwerten, die ihnen in unanständigster Form tagelang geboten worden war. Wo war da Dr. Davids Stimme für die Menschlichkeit? Sie scheint sich nicht für die Deutschen zu erheben, sondern nur für unsere Feinde und Gegner. Wir verlangen Recht und Gerechtigkeit nach unseren Gesetzen gegen jeden englischen Verbrecher, denn nur so werden wir viel⸗ leicht die Engländer selbst zu Recht und Gerechtigkeit gegen unsere Landsleute erziehen können.“. 5 a Wenn sich die deutschen Sozialisten in bestimmten ihnen geeignet erscheinenden Fällen der in Deutschland befindlichen Kriegsgefangenen annehmen, so tun sie das in der Voraus⸗ setzung, daß die englischen und die französischen Sozialisten gegenüber den deutschen Kriegsgefangenen in gleicher Weise handeln. Wenn unser Vorgehen im Fall Lonsdale die eng⸗ lischen und französischen Sozialisten zu ähnlichem Handeln anregt, so ist damit für die Sache unserer gefangenen Lands⸗ leute mehr gewonnen als durch die Methoden der Ein- schüchterung, wie sie die Post empfiehlt. Diese Methoden können höchstens Anlaß zu Verge ltungsmaß⸗ regeln geben, und die wehrlos in Feindeshand gefallenen. Deutschen haben den Schaden davon. Uebrigens ist im Pro⸗ zeß Lonsdale die Revision beim Reichsgericht angemeldet. Aber selbst wenn das Urteil des Oberkriegsgerichts Giltig⸗ keit behält, bleibt noch ein Appell an die Gnade des Monarchen möglich. An diese Gnade zu appellieren würden die deutschen Sozialdemokraten, die für sich selbst niemals Gnade verlangten, in einem so außer⸗ ordentlichen Fall kein Bedenken tragen. Gegen die Pessimisten. General v. Gayl, der Kommandierende des 7. Armee⸗ korps, richtet in den Zeitungen seines Bezirks eine Mahn⸗ ung an die Bevölkerung, auszuharren und zu vertrauen. Er stellt zunächst die Frage:„Ist es wahr, daß dieses Vertrauen hie und da zu wanken beginnt? Daß Schwarzseher am Werke sind, um in ihren Kreisen flau zu machen und die frohe Zuversicht zu dämpfen?“ Die Antwart, die er darauf gibt, lautet: „Sollte dem so sein, dann mag es mit voller Deutlichkeit gesagt werden: Weder jetzt noch je haben wir irgend welche Ur⸗ sache, in dem Vertrauen auf den glücklichen Ausgang des Krieges uns beirren zu lassen. Vor 44 Jahren hat unser Schwert sieben Monate hindurch nicht gerastet; heute aber sind die Verhältnisse der Kriegführung, die Zahl der Kämpfer, die Ausdehnung der Fronten ins Ungemessene gewachsen. Und Feinde ringsum! Die Abrechnung mit ihnen, an der uns treue Verbündete helfen, ist aber wahrlich im besten Gange. Im Sturme haben wir, dem Gebote der Notwehr folgend, Belgien erobert: unsere Truppen stehen unbezwinglich in West und Ost auf fremdem Boden, unsere Schiffe sind der Schrecken der Feinde. Ein Krieg freilich, in dem jeder Tag einen neuen Sieg brächte, in dem es keinen Wechselfall, keinen Rückschlag gäbe, wäre in der Tat ein merkwürdiger Krieg! Die beste Gewähr für einen glücklichen Ausgang ist der herrliche Geist unserer Truppen. Je näher an dem Feind, desto stürmi⸗ scher ihr Kampfesmut, ihre Begeisterung, ihr Wille zum Siege. Und unter uns, die wir hinter der Front wie im Schatten des Friedens leben, sollte einer verzagen? Tue ein jeder in er⸗ höhtem Maße seine Pflicht und helfe ex vor allem wirtschaftlich mit an der Stärkung unserer Kriegsrüstung: dann dürfen wir mit fester Zuversicht auf den Sieg unserer guten Sache hinüber; treten ins neue Jahr!“ 8 Verschärfsung der Regierungs⸗Maßnahmen Berlin, 30. Dez.(W. B. Nichtamtlich.) Da in den Weih⸗ nachtstagen beobachtet werden konnte, daß die an die Be völkerung gerichtete Mahnung, den Verbrauch an Back, waren zu beschränken, nicht die gebührende Beacht ung gefunden hat, so sollen die bisher getroffenen Maß regeln zur sogenannten Streckung unserer Ge⸗ treidevorräte, wie wir hören, eine Verschärfung erfahren, iusbesondere sowohl hinsichtlich des Zusatzes von Noggen- bezw. Kartoffelmehl zu Backwaren, als auch hinsicht. lich der stärkeren Ausmahlung des Mehles. Unbedingt er⸗ forderlich erscheint aber außerdem, daß jedermann sich die slrengste Sparsamkeit mit Brot zur Gewohnheit macht und nameutlich seinen Verbrauch an Weißbrot und Kuchen einschränkt oder ganz darauf verzichtet. Uebertriebene Furcht vor Spionage. Unablässig hört man, daß in Ostpreußen Spione ge⸗ fangen worden sind und es läge nahe, daraus den Schluß zu ziehen, daß es in Ostpreußen von, Spionen geradezu wimmelt. Und doch wäre dieser Schluß falsch, denn die meisten Meldungen über die Ergreifung von Spionen entsprechen nicht den Tat⸗ sachen. In recht anschaulicher Weise legt das ein höherer ost⸗ pꝛeußischer Beamter in einer Zuschrift an den Lokalanzeiger dar. Er führt u. a. aus: „Das Mühlchen, das sich in emsiger Arbeit dreht, sobald deutsche Soldaten in Anmarsch sind, und stillsteht, wenn die Ge⸗ legenheit zum russischen Einfall günstig ist, steht in den Kreisen Heydekrug, Pillkallen, Ortelsberg und Lyck.— Wo, weiß niemand. Der Bauer, der zur Unzeit auf einer, Anhöhe in Hemdärmeln zu des wärmenden Rockes bedarf, beim An⸗ en dem Feinde Zeichen gibt, pflügt Wo, weiß niemand. Zivil deutlich beobachtet chts zerflossen. heruntergeschossen R di d — 5 pflügt, nur ab und ziehen aber durch Armbewegung in Littauen und Massuren.— Lichtsignale, die von Militär und worden sind, sind bei näherer Beobachtung in ni 0 Ein Bauer ist in L. aus dem Kirchturm worden,„weil er mit einem rotbunten Taschentuch dem vier Kilo⸗ meter entfernten Feinde Zeichen gegeben hatte“. Nein! Er starb nicht als Verräter, sondern infolge seiner Dummheit und Un⸗ vorsichtigkeit. Wäre dem Posten bekanent gewesen, daß der Bauer den Kirchturm bestiegen, um festzustellen, ob auch sein Ge⸗ höft in Flammen aufgegangen sei, daß er oben mit dem Taschen⸗ tuch wahrscheinlich nur eine Träne zerdrückt hat, der Mann wäre zur Wache gebracht worden un d mit einer Verwarnung davonge⸗ kommen. Der Tod hat ihn ereilt, weil er beim Anruf des Postens während des Abstieges nicht stand, sondern kopflos nach oben flüchtete.“ Fälle ähnlicher Art, wenn auch nicht immer mit so tragischem Ausgang, werden in großer Anzahl registriert und unter diesen Umständen ist es in der Tat das einfachste, daß die deutsche Heeres— leitung jetzt die bedrohten Orte von der Zivilbevölkerung räumen läßt. Diese Maßnahme ist hart, aber sie ist notwendig und schützt so manchen Einwohner vor den Folgen des Spionageverdachts. Deutsche Besestigungen in Belgien. Kopenhagen, 31. Dez.(T. U.) Der Berlingske Tidende wird aus Paris gemeldet: Ganz Flandern ist in beinahe un: durchdringlichen Nebel gehüllt, der alle Opera⸗ tionen unmöglich macht. Die Deutschen setzen ihre Be⸗ festigungsarbeiten an der belgischen Küste nördlich Ostende energisch fort. Alle Forts von Antwerpen sind wie— der instand gesetzt worden und es sollen nicht weniger als 200 000 Mann in und um Antwerpen konzentriert sein. Alles das bekräftigt ganz die Annahme, daß die Deutschen Antwerpen zu ihrem Hauptstützpunkt in Belgien machen wollen. 9 0 n 1 t a 3 0 0 1 f u Meuterei im russischen Heere. Budapest, 31. Dez.(J. U.) Dem Pesti Naplo wird aus Petersburg gemeldet: In sibirischen Landsturmregimentern ist Meuterei ausgebrochen. In Tomsk wurde der Gouverneur von Soldaten ermordet. Zusammenstöße zwischen Polizei und Landsturm fanden statt. Die zum größten Teil aus jüdisch⸗poluischen Mannschaften bestehenden Bialystoker Regimenter, denen die Behörden nicht trauen, sind teils nach Tomsk, teils nach Irkutsk ver⸗ setzt worden. Schwere Kämpfe in Südosten. Rotterdam, 31. Dez.(T. U.) Der Morning Post wird gemeldet: Der Kampf in den Karpathen dauert mit ver- zweifelter Heftigkeit unter für beide Parteien äußerst schweren Um ständen statt. Die Russen ver⸗ Truppen auf der ganzen südlichen Front. Sie 66 der Pässe und gelangen. Die Am letzten stärkten ihre führen wütende Angriffe aus, um in den Besi festen Stellungen im Latorcza-Tale zu Schlacht wütet in dieser Gegend besonders heftig. Sonntag gang zu verhindern. gegen die Störung möglich zu vermeiden, nicht steht si geführt wird, gewiß Unz begonnen worden ist, Deutschland un zum großen Teile von dieser Amerikaner auf eigene Faust will, die er in so belagerten erhalten kann, See am schwersten betroffen ist, fi kanische Regierun wie den Inhalt der wie die anderen Proteste der Nie Denn allen Rechten un seine eigenen Interessen Deutschland die Zufuh weil sie den deutlichsten Beweis d wissen Lagern au wenn auch nur indirekt, navien gleich wichtigen Frage rechnen zu können. daneben, wenn man diese Note als eine Zusammenkunft kanischen Note, daß Ska besser behandelt würden als Selbst wenn es wollte, aus Skandinavien garnich d kanal lagen und, obwohl sie sich auf dessen Neutra riefen, das Gebiet innerhalb 24 Stunden verlassen mußten, sind bei der Ausfahrt aus dem Kanal von englischen Schiffen österreichische Schiffe, liefert und voraussichtlich N war der Latorcza⸗Fluß zugefroren. Die ussen brachen das Eis auf, um die Oesterreicher am Ueber- Am folgenden Abend war der Fluß. 8 e kämpfenden Offiziere un en in dem eiskalten Wasser. Die amerikanische Note an England. Der Eindruck im Ausla d. Amsterdam, 31. Dez.(I.) Zu dem amerikanischen Protest der neutralen Schiffahrt durch England sagt der aily Chronicle: Es wird der Wunsch eines jeden sein, soviel als daß der Handel der neutralen Mächte und ereinigten Staaten getroffen wird. Es ver⸗ ber die ganze Welt bringt. Die neue eutschland rings um nen riesi⸗ 9 p Ff 0 1 zuletzt der der V E ch aber von selbst, daß ein Krieg, der u 9 uträglichkeiten mit sich zelhode, einen Seekrieg zu führen, wie er von D (5) zwingt die Verbündeten, d Oestereich⸗Ungarn ei. Der Erfolg dieses Krieges hängt Einschließung ab. Wenn ein von den Preisen profitieren Ländern für Petroleum, Kupfer usw. daun tut er es auf eigenes Risiko. 5 and, das durch die englische Gewaltherrschaft auf udet die Protestnote ein leb⸗ Das Allgemeene Handelsblad lobt die ameri⸗ g wegen ihres Vorgehens und ebenso den Ton Note, sagt dann aber: Ob dieser Protest etwas wagen wir bezweifeln zu dürfen. Ebenso derlande, Dänemarks, Schwedens wird England diesen zuseinen Akten legen. d Interessen der Neutralen stellt England voran und das bedeutet, daß r rücksichtslos abgeschnit⸗ en wird. Diesem Interesse werden die neutralen Staaten uf geopfert. In Skandi ufolge die ameri en Wall zu ziehen. 5 In Holl aftes Echo. ü ßen wird, das nd Norwegens 7 navien macht einem Telegramm aus Kristiania kanische Protestnote den tiessten Eindruck, afür gibt, daß Skandinavien bei einem Einspruch gegen die willkärliche Behandlung seines gesetz⸗ ichen Ueberseehandels nicht allein steht, wie man in ge ßerhalb Skandinaviens gehofft hat. Man glaubt Zusammenwirken mit Washington, in dieser für Amerika und Skandi⸗ Man rät nicht Folge der Malmö er ansieht. Zu der Behauptung der ameri⸗ ndinaviens Kupferladungen von England die amerikanischen, wird hier bemerkt: England könnte die Verschiffungen verhindern, da es die Ostsee ortan auf ein nicht beherrscht. Aufbringung deutscher Schiffe. Kristiania, 31. Dez.(T. U.) Die Dampfer des Nord— eulschen Lloyd„Derfflinger“ und„Lützow“, die im Suez— lität be⸗ Dort liegen noch mehrere deutsche und die dem dortigen Kriegsgericht über— für gute Prisen erklärt werden. 16 englische Handelsscchiffe versenkt! Nach einer Meldung des Amsterdamer Courant sind im Monat Dezember 16 englische Handelsschiffe auf der Fahrt von der Südsee und an der amerikanischen Küste als überfällig gemeldet worden. Es besteht die Annahme, daß sie von feindlichen Hilfskreuzern in den Grund gebohrt wurden. Euglische Sorgen um den Suezkanal. Rom, 31. Dez.(T. U.) Dem Messagero wird aus Port Said berichtet: Seit 14 Tagen wird die Linie Ismailia-Port Said mit größter Strenge bewa cht. Den Grund zu dieser scharfen Beauffichtigung des Personenverkehrs haben zahlreiche 3 wischenfälle gegeben, die sich in letzter zufgebracht worden. * Afraja. Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 10 Er hörte lauge zu und sagte dann mit einem eigentüm⸗ lichen Glanz seiner lauernden Augen::„So fällt die Ratte über die Blindmaus her, der Marder über die Ratte, der Wolf über den Marder, und der Bär über alle. Es ist im Wasser, in der Luft, und wohin man sehen mag, überall die⸗ selbe Gewalt, aber Trost ist es, daß ein Räuber von dem an⸗ deren gefressen wird, und endlich schickt Jubinal seinen schwarzen Boten, vor dem die allerwildesten und stärksten zittern. Bringe uns einen Trunk, Mädchen. Laßt uns trinken, daß die Ungerechten sich so lange selbst verschlingen, bis keiner von allen übrig bleibt.“ Gula brachte hölzerne Becher und zu Marstrands Ver— wunderung eine Flasche so guten, alten Madeira, wie er nie— mals nur schlechten hier vermutet hatte. Afraja hatte sie mit einigen anderen auf dem letzten Markt gekauft, und bald strömte das duftige Feuer durch alle Adern und regte Hirn und Nerven auf. Die Sonne sank inzwischen und das tiefe mit Schatten. Sie saßen beisammen, und die gingen, die Sterne gingen am Himmel auf. Der Wasserfall donnerte und blitzte weißleuchtend durch die Nacht; Mar- strand ging durch den fliegenden Staub, der sein heißes Ge— sicht kühlte. Seine Augen suchten Gulas Augen, die glühend an ihm hingen, wenn er von seines Vaters altem Schlosse auf Seeland sprach und von Tagen, die da kommen sollten, von den Jagden in Buchenwäldern, die von lieblichen Hügel— wänden sich im blauen Oeresund wiederspiegelten, von Rossen mit falben Mähnen, auf welchen Damen reiten, von prächtigen Sälen voll Krystalleuchter und von schmetternder Musik, durch Mohren mit silbernen Halsbändern um die Arme und Perlen in den Ohren ausgeführt. Gula sah das alles. Sie sah die Türme und die Brücken, die glänzenden, schönen Männer und die Damen mit langen Schleppen. Sie sah die gläsernen Paläste und hörte Pauken und Trompeten, die zum Feste riefen; dann Tal füllte sich Stunden ver— Stirne aufhob und der Nachtwind ihr welke Blätter darauf warf, meinte sie schwere Goldketten und Diademe zu fühlen. All ihr Denken und Sinnen war damit beschäftigt. Un⸗ ermeßlich glücklich saß sie bei dem geliebten Mann und be— merkte den armen Mortuno nicht. der sie aus dem Winkel betrachtete. Endlich holte sie auf Johannes Wunsch ihre Zither und sang ihm Lieder vor, die so süß und lieblich klangen, und welche sie mit so ausdrucksvollen Blicken und Gebärden begleitete, daß Marstrand, obwohl er die Worte nicht verstand, doch den Inhalt deutlich erriet. „Es sind Liebeslieder,“ sagte er. „Es sind die Klagen und Bitten eines Mädchens, die ihren Geliebten erwartet,“ antwortete sie. Marstrand sah zu Mortuno hinüber. Er hatte seinen Kopf vorgebeugt, als hörte er etwas, das ihn entzückte. Seine Hände waren gefaltet, sein Gesicht wurde von dem Herd— feuer erhellt, es schien sich zu vergrößern und zu verschönern, ein Lächeln, wie Johann es nie an ihm bemerkt hatte. schwebte auf seinen Lippen. Afraja dagegen hatte sich nach seiner Gewohnheit zusammengekrümmt, er rauchte aus seiner kleinen schwarzen Lappenpfeife und stierte in die Flammen, die seine eckigen, grimmigen Züge rot und scharf machten. Nach einigen Augenblicken sagte Marstrand:„Nun, Mortuno, wie steht es mit dir? Willst du nicht noch einmal das Lied singen, das ich gestern hörte, oder hast du ein neues gedichtet?“ Mit demselben sanften, lächelnden Gesichte nickte ihm der arme Bursche zu; dann stand er auf, nahm die dreisaitige Zither aus Gulas Hand und begann einen Gesang, von welchem Johann noch lange nachher sich einer Strophe er— innerte. „Nimm die Blume des Kilpis,“ sang er,„ach! ich sehe wohl, sie blüht für dich. Wenn die jungen Birken wieder grün werden, wird meine Hand sie nicht pflücken, wenn die Lämmer schreien und ihre Mütter umspringen, werde ich sie nicht mehr hören. Nimm die Blume des Kilpis und ver— wahre sie an deinem Herzen. Keinem würde ich sie geben, dir gebe ich sie. Was ist Menschenwille, was ist Gottes Wille! Seine Stimme spricht zu mir. Fliege, weiße Taube, fliege über See und Wolken, meine Augen werden dich begleiten, 0 C werden. gobracht. sind tragen runde Filzhüte. aus Th wurden vom Kriegsgeri Landesverrats erlassen. Die Vorarbeiten Zeit ereigneten u eklärt blieben. nahe am Suezkanal den Kesseln so schwere Havarien, esfunken wäre. olizei in dem ahrt im K chwörung Nacht beide Ufer eichen Kavalle rsten Anruf ni eschossen. Au sir Kopenhagen, tiken aus London sprünglich für di lnkunft zurückge Sie wu Sie si D „ wird, der englische Falklands⸗Inseln gerettet haben. land unterwegs schäden in preußens Um der u burg kaufen. Zentner an die der städtischen Infolgedessen si kasse zu zahlen. lichen Häuser i alten Stadtteil Der 15 ä Verdacht bestätigt zu bedroht sei. des Kanals in ihrer ganzen Länge trouillen durchstreift, und wer auf den ohne weiteres nieder Mailand, 31. Dez. Imparzial wir bedroht. d Tanger a In den letzt zurückgehenden Franzo Die Ueberlebenden der„Leipzig“. d 13 Mann des kleinen deutschen Kreuzer Zeitung aus Valparaiso ge in der Schlacht Geretteten seien nach En Sechs Offiziere und 132 eipzig“ soll, wie der Kölnischen Der Gouverneur der Festung sach eiserne Fi ich für Eisen“ sen zum Verkauf ang rischeir Bedeutung solcher ferner die Gefahr, daß Vorstellung erweckt werd dischen Int und der Verkau nisstrafe bis zu einem Jahre verboten. Gegen den flüchtigen ann und den Fabrikdirektor eresse verwendet. sind jetzt soweit vorgeschritten, lung der Vorentschäd Auch die fälligen Steuern. Hypothekenzinsen usw. werden vorlä von den Kriegshilfsausschüssen bezahlt. f tofseln entgegenzutreten, beschlossen, Speisekartofseln Die Kartoffeln Quantitäten bis zu einem kartoffeln auf 4,50 bis 5,50 Mark thal im sächsischen Erzgebirge, Feld zog, erwarb sich das Eiserne Kreuz. 8 Der australischen Sektion des irischen Bu Sinn Fein wurden 60 000 Pfund weggenommen, weil dias angeblich zu englandfeindlichen Zwecken bestimmt waren. So flogen in rascher zwei g auf neue dort zugefroren, so daß der Uebergang an ber die Luft. Das g 0 a schiedenen Stellen möglich war. An einzelnen Punkten ent⸗ dem Waffentran sport für die standen auf dem Eis Gefe chte. Das Eis brach ein und[ Trup pen beauftragt war. Wen d Mannschaften verschwan— ein holländischer Dampfer an de Diese Vorkomn anal von einer riepa 0 cht stehen bleibt, wird alische 31. Dez. e Westfront bestimmt waren, in halten worden, um gegen die T ürden in großen Lagern bei ind mit graugrünen Tanger in Gefahr? (T en Gefechten nördlich von Kreuzer„Glasgow“ Die Kriegsno izen. eboten würden. Unverein e, der Kaufpreis Daher f derartiger Ringe unter 2 Sägereibesitzer Josef cht in Neubreisach Ste Beha für die Erstattung den von den Russen igungen begonnen nerhörten Preissteiger hat der Magistrat der werden im Käufer abgegeben. Verkaufsstelle lebhaft. nd die am 1. Januar fälligen Miet Die Zahl der noch in franz st be recht beträchtlich. hrige Kurt S nd die trotz aller Nachforschungen 1 Aufeinande roße Benzinzisterne leiche Los traf einen Dampfer, d i en glische⸗ ige Stunden später e n beiden Schrauben und a daß er ohne rasche Hi inisse scheinen die Staa haben, daß die Schiff, geheimen Ver⸗ Denn jetzt werden Tag und Truppen für Aegypten. (TU.) Nach einem Telegramm der P 1 sind 20000 Mann australischer Truppen, die u Aegypten bei ihr ürken verwendet; den Pyramiden unte Khakinniformen bekleidet U.) Nach einer Meldung des Madri bermals' von aufständischen Stämn Fez verloren sen über 140 Mann und zahlreiche Offiziere Köln macht bekannt, daß viel ngerringe mit der Inschrift„Gold ga in den Handel gebracht und zu hohen Prei bar mit der hist Ringe sei der käufliche Erwerb; es be das Publikum getäusch d werde im vater län würden das Feilhe Androhung einer Gefäng Scbastian Horstei ckbriefe wege von Kriegs verwüsteten Teen daß mit der Ausza ung bei& Stadt Au in größeren Mengen städtischen Lagerhaus! Zentner zum Preise von 3.80 Mark ge Da die Marktpreise für Sp gestiegen sind, ist der Der Bürgermeister der Stadt Ster 5 er die Z w angsverwa ltung über den in handenen französischen Haus besitz übernommen en an die ösischem Besitz sonders in dem vor 1870 schon chuffenbauer aus Oberwesel der als Kriegsfreiwilliger mit se mit! 0 von zahl. — gei diesem I Härchen 51 97 eueste al inisteriur ektenbet! ehen, fühl erbandes 7 „Auf nachrichtig beiter bei Es ble nehmer kö! über den 2 dürsen sie ugust ber. niegsminis ehmer ode penstig ma währung des Verbof estraft wer ohen. bei den t un Alttha⸗ aus Of Da nien dachte und a Schmid in schon lange Mitternacht und träum; weren Ge under und Hann gestric fiumte die! Andern. Um Mitt ite. Wie werden Abfaß vorha u daß führten ihn, al inal allnächtlich die Erde umre getragen, Als es n der eine, der Pa bruch davon. „Wo ist Entdeckung. Höhle, durch um.“ meine Seele wird bei dir sein!“ sab sie sich am Arme des geliebten Mannes, und wie sie die den der Junker schwer wie Blei werden, fühlte kaum, daß Gulas Arme noch einmal fest hielten; ihre zärtlichen Wünsche aus weiter Ferne. Er lachte, als er strauchelte un dann ging er mit beiden Männern, un wie er meinte, durch die Schlucht, die Stu hinauf in das Zelt, das wieder in der Saita aufgeschla war. Er glaubte die Lampe brennen zu- sehen, oder wal ein flammender Holzspahn, der vor seine Augen geha wurde. Dann kam es ihm vor, als werde er aufgehoben sitze er auf dem ungeheuren Renntier, itet; plötzlich ihn unterstützte, welchem Jubi er schwindelnd in einen unermeßlichen Abgru sich halten und empfanden bekommen hatte. 8 ichts mehr. 6 litten in der Nach ul Peters er geblieben?“ fragte Olaf. (Fortsetzung folgt.) Bei seinen letzten Worten ließ Afraja sein heiseres Lach N 0 5 Er steckte die Pfeife in ein Gürtel, schenkte die hölzernen Becher noch einmal voll 1 t war, standen in den Stein Saita mehrere Männer, die sich leise unterredeten.„ „Wir werden ohne Zweifel den Hals brechen,“ sagte er f ei en war,„und ich wollte, Egede base ihn zuerst, so kämen wir vielleicht mit einem Arm- o „Er ist dort am Felsen hinuntergeklettert,“ ankwon 1 Paul,„weil sein Hund oder sein Teufel ihn dazu au und ihm den Weg zeigte. Da kommt er. Bist du es, „Ja, ja, Herr,“ flüsterte der Quäner.„Eine wich Stufen führen hinunter, unten ist eine we die der Wind pfeift. Der Hund zog m der Leine fort, ich folgte ihm, endlich hörte ich Bü Wasser rauschen. Da stand er still und knurrte; an des eimal 10 el dir eg fe Nun frühe kamen wi. d. Er wo 5 der Ban Ege ichli wel 1 ich — Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 1915. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. Keine Höchstlohnfestsetzung für Arbeiter in den Lederausrüstungsfabriken. Der außerorde iche Mo 1 5 2 37 5 Der außerordentliche Bedarf an Heeresausrüstungs⸗ stücken aus Leder hat eine starke Nachfrage nach Arbeitern n die Löhne der geübten Sattler über en Tarif gestiegen sind. Einem Teil Unternehmer, haupt⸗ eee 8 0 15 8 10 1 Krach 1 sächlich Zwischenhändlern, die erst vor wenigen Wochen die nat , dez II en du t det F W es lch t mf aterssh Feile ner 8 dotß 1 A se ut kriegsministeriellen Verfügung vom 8. Oktober, daß Unter⸗ spenstig machen unter Versprechungen höherer 1„ e 0 ihnen sonst fremde Fabrikation aufgenommen haben, ist der etzt erzielte Verdienst der Sattler zu hoch, sie möchten für sich ch höhere Profite auf Kosten der Arbeiter herausschlagen. i diesem Bestreben genieren sie sich nicht, allerhand ärchen zu verbreiten, um die Arbeiter einzuschüchtern. Das eueste auf diesem Gebiete ist die Behauptung, das Kriegs⸗ inisterium habe Höchstlöhne für die Arbeiter der Militär- ffektenbetriebe festgesezt. Um der Sache auf den Grund zu sehen, fühlte sich der Vorstand des Sattler- und Portefeuiller⸗ erbandes veranlaßt, beim Kriegsministerium anzufragen, an dieser Behauptung Wahres sei. Darauf ist unter 22. Dezember folgende Antwort eingegangen: „Auf die Eingabe vom 8. 12. 14 werden Sie ergebenst be⸗ nachrichtigt, daß eine Festsetzung von Höchstarbeitslöhnen für Ar⸗ beiter bei den Militärlieferanten nicht stattgefunden hat.“ Es bleibt also bei dem bisherigen Zustand. Die Unter— iehmer können mit den bei ihnen beschäftigten Arbeitern iber den Tarif hinausgehende Löhne vereinbaren. Auch ürfen sie ihnen höhere Kriegszuschläge als die am 20. ugust vereinbarten zahlen. Verboten ist auf Grund der nehmer oder ihre Beauftragte Arbeiter anderer Betriebe ab— Löhne und Gwährung von Vergünstigung und Prämien. Wer gegen dies Verbot handelt, kann wegen unlauteren Wettbewerbs bestraft werden; auch werden ihm die Kriegslieferungen ent⸗ zogen. Ein Gesicht. Da niemand an die verlassene Frau in ihrem kleinen Haus dachte und alle Leute mit sich selbst beschäftigt waren, ging Mutter Schmid in der Silvesternacht früh zu Bett. Die Kinder schliefen schon lange und kümmerten sich nicht darum, daß man heute um Mitternacht sein Leben in ein neues Jahr hineinschob. Sie lagen und träumten. Aber die Mutter bangte sich gerade heute vor deren Gedanken. Müde war sie auch. Den ganzen Tag über inder und Arbeit, am Abend hatte sie an der Wolljacke für den ann gestrickt. Jetzt sanken ihr die Holznadeln in den Schoß. Sie Fumte die Arbeit in den Korb ein und atmete bald mit den ilt n caßbug nommg an die Vesit vorhng Diem liger n Ul eu 1. ren. 1 ö 0 185 ie nal rug kn . 70 f . perz klagen möchte. zen bärtigen, schmutzbedeckten Mann. bm Gutes tun könnte. Kindern. Um Mitternacht, als sie im besten Schlaf lag, klopfte es an die fre. Wie nur einer pochte. Mutter und Kinder erwachten und prafgen alle zusammen jubelnd zur Tür. Der Vater kam herein, ber was für ein Mann war er. Gestiefelt, am Kopf umwickelt gegen die Kälte, mit dicken Handschuhen, schnauzbärtig und einer auhen, viel zu tiefen Stimme. Aber die Freude zitterte darin und as war so schön wie hellster Gesang. Ein Kind te ihn von zinten, das andere kletterte ihm vorn auf die Arme. Er herzte und üßte die Kleinen.„Aber wir wollen nun auch nach Mutter sehen“, prach der Vater. Er umarmte die Frau und dann setzten sich alle f seinen Schoß. Die Mutter vermochte kein Wort hervorzubrin⸗ gen.„Kinder“, rief der Vater,„die Mutter ist ganz still vor Freude Aber Ihr dürft doch nicht erlauben, daß sie so klein und schmal wird zor lauter Sehnen. Ach, Ihr müßt doch lustig sein, auch wenn das Denkt Euch, jedes Lachen tönt in unsere Gre zen hin, gewiß, dann gibt es uns einen Ruck und wärmt uns auf“ Der Vater streichelte die Hände der Mutter. Sie waren ganz eblos und zitterten. Wie einen Helden betrachtete das kleine Weib In der warmen Stube be⸗ sein Bart zu tropfen. Die Frau wußte gar nicht, was es Dann lehnte es seinen Kopf an die Schul⸗ rn des Mannes.„Guter, Du, verzeih mir alles, wenn ich Dich inmal gekränkt habe.. oder oft. Ach. wie ist das alles ver⸗ n Du uns fern bist, da Du in Gefahr lebst und Oyfer sitzen am warmen Herd, verzeih mir. Wir wollen zuch draußen nicht mit unsern Seufzern das Herz bedrücken, wie ir es früher ohne Not getan haben. Auch, all das Kleine ist ver⸗ nken, wenn ich nur Hoffnung babe, daß Du lebst“. N Unter Tränen lächelte die Mutter. Die Tränen standen ihr haber, aber das Lächeln war für ihn. 1 „Ja“, erwiderte der Mann zärtlich tröstend,„begraben wir das 100 hinter uns. Ins Neue Jahr treten wir mit sauberen und shönen Gefühlen. Laßt Euch nochmals umarmen, und dann 81 ih beruhigt wieder fort und hoffen, daß ich bald mit Euch die Früchte des Friedens genießen werde“. 1 „Vater“, rief das Töchterchen,„ich glaube auch, daß es eit zum Frieden ist. Weißt Du, das Kriegspielen war sa gars 1 cher so immer ist es nichts. Wir wollen auch Frieden schließen ind wieder mal eine richtige Arbeit machen, von der man etwas 2 „Frieden bekommt „Ja“, bat das Kleine und nickte mit dem Köpfchen, it schon besser als Krieg. Jetzt muß man schimpfen, Frügel und muß prügeln. Ach nein, lieber Frieden“. 0 Dann ging der Vater. Drunten auf der Straße begegueten m Bekannte. Sie wünschten ihm Glück und ein gutes Neusahr. Tie Mutter stand hinterm Vorhang im Dunkeln und sah ihm nach, les sie vor Kälte schauerte. Dann tastete sie sich ins Bett 1 95 Am Neujahrmorgen erwachte sie heiter. Diese Begegnung, 11 0 ir gar keinen Trennungsschmerz verursacht. Als sie die, Kinder peckte, erzählten die ihr:„Mutter, heute nacht war Aa. Fause. Das war so schön. Und er sagte, wir würden uns bald biedersehen und darauf sollten wir uns freuen. d Tias „Je mehr wir uns freuen, desto kürzer werden ihm die Tage“, tewiderte die Mutter.„, Noch nie hatte ein schönerer Traum sie in das neue ernste Jahr ungeführt. Der Genossenschastsgedanke als Helfer in der Not. Der fortschrittliche Reichstagsabgeordnete Dr. Ablab zählt über seine Erlebnisse in russischer Kriegsgefangen⸗ schaft in der Frankfurter Zeitung u. a. folgendes 1 Inn Wologda zeigte sich das deutsche Orgauisationstalent in er Weise. Die Deutschen, etwa 35 3000 en ee 1„weinschaftlichen Bäckerei-, straff und errichteten einen gemeinschaftliche schafllichen meinschaftlichen Schlächterei⸗ und einen gemein 0 0 0 auften ge⸗ meinschaftlich die Lebensmittel ein sowie die Kleidungsstücke, die notwendig waren, um die zunächst nur mit sommerlicher Kleidung Ausgestatteten mit wollenen Sachen zu versorgen, die einen Schutz gewähren sollten gegen die bald eintretende Kälte bis zu 16 Grad. Als härteste Strafe empfanden die Deutschen, daß es ihnen ver⸗ boten war, auf der Straße und an öffentlichen Orten deutsch zu sprechen und Besuche zu empfangen. Es durften nie mehr als drei Deutsche zusammengehen. Der Besuch des Bahnhofs und aller Gastwirtschaften war den Deutschen verboten, und wer zuwiderhandelte, wurde mit Gefängnis von einer Woche bis zu drei Wochen bestraft. Die deutschen Kriegsgefangenen werden teilwerse mit unglaublicher Härte behandelt. Begleitet von Militär unter Vorautvitt von Kettensträflingen wurden die Deutschen von einem Orte zum anderen transportiert; sie mußten bei Schnee und Eis in dlürftigen Sommerkleidern und mit ab⸗ gerissenem Schuhwerk stundenlang Märsche zurücklegen! Und gerade hier hat der Genossenschaftsbetrieb in Wologda einige Linderung geschaffen, indem man den weiter Verschickten wenig⸗ stens wärmere Kleidung und ordentliches Schuhzeug mit auf den Weg gibt. 2 Lobredner des privatkapitalistischen Warenver⸗ schleißes werden indigniert fragen, ob denn unter den Deut⸗ schen kein Händler war, der die Sache in die Hand nehmen und sich einen„legalen Gewinn“ sichern konnte; es muß für sie peinlich sein, zu sehen, wie die Genossenschaft das Mitte! bildet, in der Not die Interessen der Allgemeinheit zu wahren. 2 Der Feldpaletdienst. Bei der Versendung von Paketen an mobile Truppen handelt es sich um eine militärische Einrichtung. Die Versendung ist zu⸗ lässig entweder über die Ersatz Truppenteile der im Felde stehenden mobilen Truppenkörper oder über Paketdepots. Die Beteiligung der Post beschränkt sich in beiden Fällen darauf, die Pakete anzunehmen und den in der Heimat befindlichen Ersatz⸗ Truppenteilen oder Paketdepots auszuhändigen. Pakete durch Ver⸗ mittelunng der Ersatz⸗Truppenteile sind jederzeit zugelassen und nicht an eine Gewichtsgrenze von 5 Kilogramm gebunden. Das Porto für sie ist dasselbe wie für Soldatenpakete im Frieden. Die Pakete müssen an den Ersatz⸗Truppenteil adressiert werden. Sie werden ohne Mitwirkung der Post nach der Front als Frachtgut der Heeresverwaltung befördert und den Empfängern im Felde durch die Heeresverwaltung, nicht also durch die Feldpost, zugestellt. Sind solche Pakete im Felde unbestellbar, so sollen sie nach den von der Heeresverwaltung erlassenen Bestimmungen an den Absender zurückbefördert werden. Pakete durch Vermitte⸗ lung der Paketdepots werden nur für bestimmte Fristen und nur bis zum Gewiche von 5 Kilogramm durch die Heeresverwaltung zu⸗ gelassen. Hierüber ergeht jedesmal eine Bekanntmachung, worin die Frist genau bezeichnet ist. Wenn die Pakete bei der Post ein⸗ geliefert werden, erhebt diese ein Porto von 25 Pfg. Auch bei dieser Paketbeförderung hat die Post mit der Weiterleitung der Pakete von den Paket⸗Depots nach dem Felde und der Zustellung an die Truppen nichs zu tun, dies liegt vielmehr ebenfalls in den Händen der Heeresverwaltung. Hiernach ist es unrichtig, für das Ausbleiben der an Heeres⸗ angehörige im Felde abgesandten Pakete stets die Postverwaltung verantwortlich zu machen. Diese hat nur die Beförderung von der Aufgabepostanstalt in dem einen Falle zum Ersatz⸗Truppenteil, in dem anderen Falle zum Militär⸗Paketdepot zu vertreten, wobei Ver⸗ luste oder große Verzögerungen nahezu ausgeschlossen sind. Die Schwierigkeit liegt in der Beförderung der Feldpakete in Feindes⸗ land, namentlich wenn militärische Operationen stattfinden. Auch die dem Truppenteil obliegende Zustellung der Pakete an den Emp⸗ fänger ist keineswegs so leicht ausführbar, wie das Publikum viel⸗ fach annimmt. Viele Beschwerden der Absender von Feldpaketen darüber, daß diese nicht angekommen seien, erweisen sich als nicht zutreffend, weil sie zu früh erhoben waren. In anderen Fällen läßt das Publikum unberücksichtigt, daß die über die Militär⸗Paket⸗ depots gegangenen Pakete bestimmungsgemäß nicht an den Absender zurückgesandt, sondern zum Besten des Truppenteils verwandt wer⸗ den, wenn sich der Empfänger nicht mehr bei diesem befindet. Ebenso wird im Felde mit Paketen dieser Art verfahren, die wegen falscher oder ungenügender Aufschrift nicht bestellt werden können. Außer den vorstebend erwähnten Feldpaketen an mobile Trup⸗ pen kommen noch Pakete an Heeresangehörige in Garnisonen des Deutschen Reiches in Betracht, die— mit Ausnahme der Stand⸗ orte in den elsässischen Kreisen Altkirch, Mülhausen, Gebweiler, Thann und Colmar jederzeit zugelassen sind und den Vorschriften und Taxen des Friedensdienstes unterliegen. Anträge auf Gewährung der Reichswochenhilfe werden nunmehr für ihren Wirkungsbereich auch von der Land⸗ krankenkasse und von der Allgemeinen Ortskrankenkasse für die Landgemeinden des Kreises Offenbach von den Melde— und Zahlstellen beider Kassen entgegengenommen. Die Zentrale für Säuglingsfürsorge in Darmstadt hat sich bereit erklärt, die Fürsorge für die Wöchnerinnen zu übernehmen, wenn letztere das ihr zustehende Stillgeld an die Säuglings— fürsorge abtritt. E ss s liegt dies nur im Interesse von Mutter und Kind. Die Säuglingsfürsorge wird die Wöchnerin mit entsprechenden sachdienlichen Nahrungs- und Kräftigungs— mitteln versorgen und ihr außerdem mit Rat durch sachver— ständige Personen zur Seite stehen. Die hessische Säuglings⸗ fürsorge ist eine der ersten in Deutschland gewesen und wohl am weitesten ausgebaut. Der Nutzen und die Wohltaten, die von ihr ausgehen, werden allseits anerkannt und bestätigt durch die sichtbaren Erfolge. Die soziale Einrichtung zu unterstützen und fördern zu helfen, nicht nur im Interesse der zunächst davon berührten Wöchnerin nebst dem Neugeborenen, sondern auch im Interesse des Allgemeinwohls, gebietet sich daher. — Or ankenkasse. Die am Mittwoch im Saale des Gewerlschaftshauses abgehaltene Sitzung des Ausschusses wurde von dem Vorsitzenden desselben, Herrn Fabrikant Horst, zur angesetzten Zeit eröffnet. Zunächst wurde der vom Geschäftsführer Fourier erstattete Jahresbericht für 1913 entgegengenommen, aus dem wir bereits vor einiger Zeit die hauptsächlichsten Zahlen wiedergegeben haben. Vom Referenten wurde dazu noch bemerkt, daß durch die Kriegs⸗ verhältnisse manche Aenderungen im Krankenkassenwesen bedingt wurden, anderseits blieben noch verschiedene Vor— schriften der Reichsversicherung unausgeführt. Deshalb sah der Vorstand davon ab, einen ausführlichen Geschäftsbericht wie sonstige Jahre zu geben, doch soll dies nächstes Jahr nach⸗ geholt werden. Im Einverständnis mit der Aufsichtsbehörde wurde aus dem gleichen Grunde auch von der Vorlage eines Voranschlags für 1914/15 abgesehen. Der Abschluß ist für dieses Jahr zwar nicht ungünstig, aber infolge erhöhter Auf⸗ wendungen erfüllte es doch nicht die gehegten Erwartungen. — Die Jahresrechnung wurde genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die bisherigen Revisionen Horst, Laudenbach und Nau wurden wiedergewählt.— Hierauf hielt der Geschäftsführer Fourier einen kurzen Vortrag über das Notgesetz betr. die Krankenkassen und die sich daraus ergebenden Aenderungen. Zunächst zählte der Redner die Mehrleistungen auf, welche die Gießener Ortskrankenkasse über die Vorschriften der Versicherungs⸗ ordnung hinaus gewährte. Es wurde zum Beispiel die Karrenzzeit auf 1 Tag herabgesetzt, das Krankengeld auf 55 Proz. erhöht und auch für Feiertage bezahlt, das Haus⸗ geld für im Krankenhaus befindliche Mitglieder wurde er⸗ höht, für ärztliche Behandlung der Familie, Wöchnerinnen⸗ Unterstützung, Fürsorge für Genesende usw. seien erhebliche Aufwendungen gemacht worden. Im ganzen betragen diese Aufwendungen für Mehrleistungen in den letzten 17 Jahren auf 4—500 000 Mk. Das Notgesetz setzte die Leistungen auf die Regelleistungen herab. Das bedeutete Aufhebung der Mehrleistungen und Erhöhung des Beitrags auf 4% Prozent. Vom Vorstand wurde beschlossen, von einer Bei⸗ tragserhöhung abzusehen und wenigstens die Familienhilfe beizubehalten. Diese hielt der Vorstand für unbedingt not⸗ wendig; doch konnte er sich auch nicht für die vom Gesetz ge⸗ forderte Beitragserhöhung entscheiden, weil dadurch nicht nur die Mitglieder, sondern auch viele kleine Arbeitgeber mehr belastet werden würden, die durch den Krieg ohnehin geschäftlich geschädigt würden. Das Versicherungsamt er⸗ klärte zu den Beschlüssen des Vorstandes, daß es einer Mehr⸗ leistung ohne Beitragserhöhung nicht zustimmen könne, erst nach nochmaligen Vorstellungen des Vorstandes erklärte es sich damit einverstanden. Die Familienhilfe zu gewähren war nur möglich dadurch, daß die Aerzte nicht auf ihren Forderungen bestanden; sie verpflichteten sich, nach ge⸗ führten Verhandlungen die Mitglieder zu denselben Be⸗ dingungen wie vor dem 31. Dezember 1913 zu behandeln. Was die Kriegswochenhilfe betrifft, so wurden bereits früher im Reichstage Anträge gestellt, die sich etwa in der Richtung der jetzt geltenden Bestimmungen bewegen. Diese gehen im wesentlichen dahin: Wöchnerinnen, deren Ehemänner zum Heere eingezogen sind und vorher inner⸗ halb eines Jahres mindestens 6 Wochen oder unmittelbar vor Eintritt ins Heer mindestens 6 Wochen gegen Krankheit versichert waren, erhalten eine Wochenhilfe. Diese be⸗ steht aus folgendem: 1. einem einmaligen Beitrag zu den Kosten der Ent⸗ bindung in Höhe von 25 Mk., 2. einem Wochengeld von 1 Mk. täglich, einschließlich der Sonn⸗ und Feiertage, für 8 Wochen, von denen mindestens 6 in die Zeit nach der Nieder⸗ kunft fallen müssen, 3. einer Beihilfe bis zum Betrage von 10 Mk. für Hebammendienste und ärztliche Behandlung, falls solche bei Schwangerschaftsbeschwerden erforderlich werden, J. für Wöchnerinnen, solange sie ihren Neugeborenen stillen, in einem Stillgeld in Höhe von einer halben Mark täg⸗ lich, einschließlich der Sonn- und Feiertage, bis zum Ablauf der zwölften Woche nach der Niederkunft. Die Wochenhilfe wird geleistet durch die Orts⸗ oder Landkrankenkasse usw., welcher der Ehemann angehört oder zuletzt angehört hat. Ist die Wöchnerin selbst bei einer an⸗ deren Kasse der bezeichneten Art versichert, so muß diese die Wochenhilfe leisten. Die Kassenvorstände können beschließen, statt der 25 Mk. zu den Kosten der Entbindung die freie Behandlung durch Hebamme oder Arzt sowie die erfor⸗ derliche Arznei bei der Niederkunft zu gewähren. Das gleiche gilt auch hinsichtlich der baren Beihilfe bei Schwangerschafts⸗ beschwerden. Für die gegen Krankheit versicherten Wöchnerinnen, die Anspruch auf Wochengeld haben, gilt während der Dauer des Krieges dasselbe, was für die nicht⸗ versicherten Wöchnerinnen festgesetzt ist. Diese Vorschriften sind am 3. Dezember in Kraft ge⸗ treten. Wöchnerinnen, die an diesem Tage schon geboren hatten, erhalten von da an die Leistungen abzüglich der Tage, die zwischen der Niederkunft und dem 3. Dezember liegen. Ist eine Niederkunft mithin etwa am 12. November erfolgt, so erhält diese Wöchnerin vom 3. Dezember ab noch 5 Wochen lang das Wochengeld und noch 9 Wochen lang das Stillgeld, weil am 3. Dezember bereits 3 Wochen seit ihrer Niederkunft verstrichen waren. Redner bedauerte noch, daß nur Ehefrauen der Ver⸗ sicherten die Wochenhilfe gewährt wird, obwohl oft genug Nichtversicherungspflichtige, z. B. kleine Handwerksmeister usw. sich in keiner besseren Lage als Versicherte befinden.— Eine Besprechung knüpfte sich an die Darlegungen nicht, es wurden nur einige Anfragen gestellt.— Die Sitzung wurde darauf geschlossen. — Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Wehrmann Heinrich Ludwig Brück aus Alten⸗Buseck, Inf. Regt. Nr. 87.— Unteroffizier Otto Peusch aus Kinzenbach, Garde⸗ Gren.-Regt. Nr. 2.— Leutnant der Reserve Fritz Hinckel, Gerichtsassessor aus Wetzlar, Jäger-Bataillon Nr. 8.— Unteroffizier der Reserve Karl Bielecke aus Ehringshausen, Kr. Wetzlar, 1. Garde⸗Ersatz⸗Regt. — Gefr. Wilhelm Zörb, Bürgermeistereisekretär aus Hohensolms, Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 81.— Wehrmann Heinrich Wahl aus Renzen⸗ dorf bei Alsfeld, Res.⸗Inf.⸗Rogt. Nr. 116.— Gefr. Christoph Steinacker aus Schlitz Inf. Reg. 107.— Freiwillfger Heinrich Stier, cand. phil, aus Nidda, Infant.⸗Regt. 222. — Gemeindesteuer⸗Rückstände. Unter den heutigen amtlichen Bebanntmachung der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des 4. Zieles Gemeindesteuern und Kanal⸗Gebühven für das Rech nungsjahr 1914. Die Zahlung kann mach bis Zum 16. Janmar 1915 ohne Kosten bei der Stadtkasse erfolgen. Nach Ablauf diefer Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vorgeschriebenen Pfändungskosten erhoben werden. WG — Die eufjahrsnacht verlief in diesem Jahre matürlich be⸗ deutend ruhiger als früher. Von dem sonst üblichen Lärmen. Schl ven und Feuerwerk war fast nichts zu bemerken, nur hier und da erinnerte das Knallen eines Frosches oder das Abbrennen eines bengalischen Streichholzes, womit sich einige Jugendliche vergnügten, an das sonstige neujahrsnächtliche Treiben. Jugendliche waren es nuch meistens, die nach Mitternacht durch Gröhlen in den Straßen die Ruhe störten. Es ist selbstverständlich, daß in jetziger Zeit solche lärmende Kundgebungen der Freude unterbleiben, wozu nicht ein⸗ mal in ruhiger Zeit eine Veranlassung vorliegt. In den letzten Jahren flaute die Sache ja auch mehr und mehr ab. — Arbeitszeit Jugendlicher in Bleifarben⸗Fabrilen usw. Im Jahre 1903 hatte der Bundesrat für den Betrieb von Anlagen zur Herstellung von Bleifarben und anderer Bleiprodukte eine Verord⸗ nung erlassen, in der für die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern Beschränkungen enthalten waren. Diese Be⸗ stimmungen galten ursprünglich nur bis 1. Juli 1913, sie wurden dann aber bis 1. Januar 1915 ausgedehnt. Mit Ablauf dieses Jahres hätten also die Schutzbestimmungen für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter in diesen Betrieben ihr Ende erreicht. Beab⸗ sichtigt war, die geltende Bekanntmachung noch vor Ablauf des Jahres in wesentlichen Punkten abzuändern. Die Vorarbeiten dazu waren auch bereits abgeschlossen. Die durch den Krieg geschaffenen besonderen Verhältnisse verzögern aber naturgemäß den Erlaß einer neuen Bekanntmachung. Infolgedessen ist die Geltungsdauer der Schutzbestimmung für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter einstweilen bis zum 1. Januar 1917 verlänge rt worden. — Die praktischen Engländer. Ein Kriegsteilnehmer schreibt der Frankfurter Zeitung:„Wir machen täglich die Erfahrung, daß wir einen Gegner von einer Hartnäckigkeit und Zähigkeit ohne⸗ gleichen vor uns haben, der durch das schärfste Schützenfeuer, durch den furchtbarsten Schrapnell- und Granatregen kaum zu erschüttern ist. Langsam, unendlich langsam gewinnen wir an Boden und jeder Fußbreit Erde wird mit Opfern teuer erkauft. In den erstürmten Schützengräben liegen die Engländer reihenweise niedergemäht, so wie sie, die nicht wankten und wichen, Kolben und Bajonett dahin⸗ gerafft. Man muß anerkennen, daß dieser Gegner vom militärischen Standpunkt aus die höchste Achtung verdient. Wir haben die beste Armee der Welt und können uns dessen mit berechtigtem Stolze rühmen, wollen uns deshalb aber nicht der Einsicht verschließen, daß wir in mancher Hinsicht von der englischen Kriegführung lernen können. In vielen praktischen Dingen, besonders was Kleidung, Verpflegung, Technik der Nachrichtenübermittlung anlangt, dür f⸗ ten uns die Briten überlegen sein. Gang erstaunlich war, um nur eine Einzelheit anzuführen, welche Massen von vorzüglichen Konserven aller Art wir in den er⸗ stürmten englischen Schützengräben vorfanden. Vortrefflich ist an⸗ scheinend das Fliegerwesen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht 5 bis 10 Flieger unsere Stellungen erkunden, während die deutschen Flieger, deren Leistungen allerdings besser sein mögen, sich nur recht selten blicken lassen. In besonders geschickter Weise haben die Engländer die Er⸗ fahrungen ihrer Kolonfalkriege auf europäische Verbältnisse über⸗ tragen. Ich sah bei Présmesques ein verlassenes Truppenlager, ganz aus Stroh erbaut, mit hohen Strohmquern und zahllosen Strobhütten im Innern, offenbar südafrikanischen oder indischen Eingeborenen nachgeahmt— ein hervorragender Schutz gegen Wind und Kälte. Schnitt und Farbe der Uniformen, ebenfalls in den Kolonien erprobt, sind die denkbar praktischsten; besonders nachahmenswert erscheinen mir die elastischen Wickelgamaschen, bei uns nur zum Sport gebräuchlich, die selbst den nach tagelangen Kämpfen Gefalle⸗ nen noch wie angegossen sitzen und eine bequeme, warme und nach dem Naßwerden schnell wieder austrocknende Beimbekleidung bilden. Gar manchen unserer Offiziere sieht man jetzt schon diese englischen Wickelgamaschen tragen.“ Zur Kassenarztfrage. Von den preußischen Ministern des Handels und Gewerbes, der Landwirtschaft und des Innern ist am 3. November ein neuer Erlaß in der Kassenarztfrage herausgegeben worden. Es wird bierin den Oberversicherungsämtern konsequente Durchflihrung der Bestimmungen des Berliner Abkommens vom 23 Dezember 1913 zwischen Kassen und Aerzten aufgegeben. Von der Fachpresse wird den Krankenkassen die genaue Befolgung des Erlasses durch die Zentralstellen empfohlen. Eine konseguente Aus⸗ führung der Ideen des Erlasses würde nur zur Beseitigung von Widersprüchen beitragen. Auch die Offenbacher verbündeten freien Krankenkassen haben eine Eingabe an den Staatssekvetär ergehen lassen. Es steht zu erwarten, daß man auch den übrigen Kranken⸗ kossen bezw. Versicherungsvereinen Rechnung tragen wird, um die strittig Vertrauensarztfrage nach Wunsch lösen zu können. Kürschners Jahrbuch, der soeben erschienene 18. Jahrgang für 1915, hat auch in dieser schweren Zeit seinen alten Ruf, immer ge⸗ rade das zu bringen, was den Zeitgenossen am interessantesten ist und zu wissen am meisten nottut, bewahrt. Es ist auf den Krieg gestimmt. Naturgemäß ist ein oder das andere, was die Leser im Frieden zu finden gewöhnt waren, weggelassen worden, weil es während des Krieges seine Bedeutung verloren hatte. Dafür aber sind alle Fragen, die durch den Krieg hervorgerufen wurden, in eingehender Weise behandelt worden. Die Statistik nimmt schon Rücksicht auf die Umwälzungen, die in Handel und Wandel wäh⸗ rend der ersten Kriegsmonate eingetreten sind. Ein ausführlicher Aufsatz beschäftiat sich mit dem Kriege selber und ein dauernden Wert behaltendes Kriegswörterbuch gibt erschöpsende Auskunft über alle Worte und Begriffe, die im Kriege Bedeutung gewonnen haben. Das Jahrbuch unterrichtet über die Technik mit besonderer Berücksichtigung der Krieastechnik, es unterrichtet über die wich⸗ tigsten völkerrechtlichen Bestimmungen, es gibt Aufschluß über die Kriegsfürsorge für die Hinterbliebenen der Opfer des Krieges. Diese knappe Uebersicht erschöpft bei weitem nicht den außerge⸗ wöhnlich reichen Inhalt des Buches, das einen besonderen Wert noch dadurch gewinnt, daß es die Kriegsnotgesetze und Verord— nungen enthält. Als ein unentbehrlicher und treuer Berater wird es in allen Geschäftsräumen von Behörden, Kaufleuten und In⸗ dustriellen, sowie auch in allen Familien deutsch sprechender Völker sich bewähren. Der Preis ist nicht erhöht worden. Für 1.20 Mk. ist das im Hermann Hillger-Verlag in Berlin W. 9 erschienene Buch geheftet, für 1,80 Mk. elegant gebunden durch jede Buchhand— lung zu beziehen. Ein Vollmond⸗Kuriosum beschert uns das neue Jahr. Nach dem neuen Kalender wird der Mond im Januar zweimal in vollem Glanze erstrahlen, am 1. und 31. Januar; dafür hat der Februar keinen Vollmond. Bestätigung. Die neu⸗ und wiedergewählten Wetzlarer Stadt⸗ verordneten sind nach amtlicher Bekanntmachung bestätigt worden. Die Bekanntmachung erfolgt auf Grund der Rheinischen Städteord⸗ nung aus dem Jahre 1856, die demnach schon auf ein ganz ehrwür⸗ diges Alter zurückblickt. Arbeiter⸗Jugend. Die soeben erschienene Nr. 1 des siebenten Jahrgangs hat u. a. folgenden Inhalt: Der Wille zur Tapferkeit. — Der Freiheitsdichter Platen. Von Frans Diederich.— Frang. Ein Erlebnis aus der Lehrlingszeit. Von Karl Löwe, Bielefeld.— Blumen im Schnee. Von Heing Welten. deutsche Soldat und seine Sprache.— Der Turm und die Do Eine Fabel.— „Ritter, Tod und Teufel“. Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer. — Die Arbeiterfsugend in Thüringen während des Krieges.— Aus der Jugendbewegung.— Ein Kampf um„Jungvolk“. Kreis Wetzlar. Bh. Unwürdige Zustände. Schon seit vielen Jahren kann man beobachten, wie alte Berginvaliden oder deren Angehörige in Wind und Wetter und bei Kälte im Garten des Rendanten der Knapp⸗ schaftskasse Wetzlar warten miissen, bis sie ihre kümmerliche Rente ausgezahlt erhalten. Sollte Herr Wolf nicht so viel Mietszuschuß erhalten um für genügenden Warteraum zu sorgen? h. Neues Postgebäude. it nun bald abgeholfen. Am Bahnhof Wetzlar wird ein neues Post⸗ Einem längst vorhandenen Bedürfnis gebaude erbaut, das sogenaunnte„Richtfest“ wurde am Mittwoch ge⸗ seiert. Für die große Ausdehnung der Stadt Wetzlar war ein Postamt auch nicht ausreichend. Westerwald und Uuterlahn. * Eine freudige Ueberraschung erlebten vor etlic Tagen die Eltern eines im Lazarett in Diez liegenden Soldaten. Den in Elberfeld wohnenden Eltern war die Nachricht zugegangen, daß ihr Sohn an seiner Verwundung gestorben sei. Vater und Mutter trafen am Weihnachtsabend in tiefer Trauer in Diez ein. Groß war aber ihre Freude, als sie von dem Totgeglaubten gesund und munter empfangen wurden. Von Nah und ern. Verfälschung von Lebensmitteln. Die Preise für Kakao⸗ pulver sind seit Ausbruch des Krieges außerordentlich gestiegen. In einer Sitzung der Aachener Lebensmittelkommission wurde nun mitgeteilt, daß sich die gegenwärtige Situation gewinnsüchtige Firmen zunutze machen und ein Gemengsel als Kakao auf den Markt bringen, das größtenteils aus Kakaoschalen und Säge⸗ mehl besteht. Wer in Friedenszeiten Kakao verkaufte, der mehr als drei Prozent Schalen enthielt, wurde bestraft. Heute wird Stadtverwaltungen und Lazaretten ein Gemisch als Kakao ange⸗ boten, dem 100 und mehr Prozent Schalen und Sägemehl beige⸗ mischt sind. Große Mengen dieses„Nahrungsmittels“ sollen in der Zollniederlage Aachen lagern. Das Denkmal einer Sozialistin. Aus Amsterdam schreibt man uns: Am letzten Sonntag ist, wie dieß Londoner Blätter be⸗ richten, dort ein Denkmal der 1911 verstorbenen Genossin Margaret Macdonald, der Frau des Genossen Ramsay Macdonald, enthüllt worden. Es stellt eine spielende Kinderschar dar, in deren Mi Margaret Macdonald mit beschirmend ausgebreiteten Armen stitzt. Auf einer Bronzetafel steht: „Sie gab Freude jenen, mit denen und für die sie lebte und arbeitete. Ihr Herz war der Kameradschaft für ihre Mitfrauen und der Liebe für die Kinder des Volkes geweiht, denen sie als Bürgerin diente und als Schwester half. Durch ihr Leben weckte sie Glauben und Hingabe in anderen und hörte nicht auf, wohl⸗ zutun.“ Das Denkmal steht nicht weit von dem Haus in Lincolns an Fields, wo sie so manches Jahr gelebt und gewirkt hat. Kosten sind durch eine Sammlung bestritten worden, zu denen eine Reihe Oraganisationen beigetragen hat. Ein Denkmal anderer Art, das das Gedächtnis der Verstorbenen aufrechterhält, ist die von der Womens Labor League(Verband arbeitender Frauen) in Ken⸗ sington errichtete Margaret Memorial Clinie.— Die Enthüllungs⸗ rede hielt der bekannte Folklorist Sir Laurence Pomme, der Margaret Macdonald neben Florence Nigthingale und Mary Kingsley stellte. Man könnte sie sich wohl als Jeanne d' Are denken, aber als eine Jeanne d' Are des Friedens. Vereins kalender. Sonntag, 3. Januar. Launsbach. Wahl verein. Nachmittags 3½ Uhr Mit⸗ gliederversammlung bei Wirt Friedrich Pfaff. Alles erscheinen! Stadttheater Gießen. Spielplan. Sonntag, den? Januar 1915, nachmittags 3½ Uhr:„Die Schmetterlingsschlacht“, Komödie in 4 Akten von Hermann Sudermann. Ende nach 6 Uhr. Volks⸗ preise.— Abends 7½ Uhr, Neuheit:„Der Schlagbaum“, Volks⸗ lustspiel in 4 Akten von Heinrich Lee. Ende gegen 10% Uhr. Kleine Preise.— Dienstag, den 5. Januar 1915, abends 8 Uhr, Neuheit: „Als ich noch im Flügelkleide“. Ein fröhliches Spiel in 4 Aufzügen von Albert Kehm und Martin Frehsee. Ende nach 10 Uhr. Außer Abonnement. Kleine Preise.— Freitag, den 8. Januar 1915, abends 8 Uhr, Neuheit:„Der Schlagbaum“, Volkslustspiel in 4 Akten von Heinrich Lee. Ende gegen 10% Uhr. 7. Freitag⸗ Abonnements⸗Vorstellung. Gewöhnliche Preise(ermäßigt).— Sonntag, den 10. Januar 1915, nachmittags 3) Uhr:„Colberg“, historisches Schauspiel in 5 Akten von Paul Heyse. Ende 6 Uhr. Volkspreise. Abends 7 Uhr:„Als ich noch im Flügelkleide“, ein fröhliches Spiel in 4 Aufssigen von Albert Kehm und Marti Frehsee. Ende nach 10% uhr. Kleine Preise.— Voranzeige! roi 3 145 1 1 Freitag, den 15. Januar 1915, abends 8 Uhr: Vaterländischer Abend in Ernst und Scherz von Professor Marcell Salzer. Pekanntmachung. Mahnung des 4. Zieles Gemeindestenern und Kanalgebühren für das Ri. 1914. Das im Monat November 1914 fällig gewesene 4. Ziel Ge⸗ meindesteuern und Kanalgebühren kann noch bis zum 16. Januar 1915 ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstande sind, werden hiermit gem Abgabe bis zum 16. Januar 1915 an die Stadtkasse zu e Vom 18. Januar 1915 an gelangt das 4. Ziel zur Bei wodurch Pfändungskosten entstehen. Ueberweisungen im Bank- und Postscheckverkehr müssen am 16. Januar 1915 ebenfalls bei der Stadtkasse gutgeschrieben sein, andernfalls die vorgeschriebenen Beitreibungskosten erhoben werden. Gießen, den 31. Dezember 1914. Der Stadtrechner: Mäser. Städtischer Arbeits nachweis Gießen. Es können eingestellt werden: g a) bei hiesigen Arbeitgebern: 5 Dreher, 3 Former, 2 Schlosser, 2 Kupferschmiede, 1 Heizungs⸗ trichten. eibung, und 2 Elektromonteure, 2 Schmiede und Automobilschlosser, 1 Spengler, 1 Gerber, 2 Bäcker, 1 Schneider, 3 macher, 3 Sattler, 1 Friseur, 1 jlingerer Kellner, Toglöhner und Hau burschen, Dienstmädchen. by) bei auswärtigen Arbeitgebern: Automatendreher, Elektromonteure, Eisendreher, Feuerschmiede, Schlosser, Werkzeugmacher, Klempner und Installateure, 2 B r und Konditor, 1 Fuhrmann, mürer, Handlanger, Kalkbrenner, Steinbrucharbeiter und Taglöhner, Bau⸗, Nahr Neparaturschlosser sowie ungelernte Fabrikarbeiter und Bleilöter für eine Fabrik bei freier Hinreise und hohem Lohn. Es suchen Arbeit: 4 landwirtschaftliche Fuhrleute, 3 Schlosser, 1 Spengler, Schmied, 2 Buchbinder, 1 Polsterer und Tapezierer Schreiner, Küfer, 1 Glaser, 1 Miiller. 5 Schuhmacher, 3 Schneider, 4 Mauxer, 7 Zimmerleute, 6 Weißbinder und Lackierer, Kaufleute, Schreiber, landwirtschaftliche Arbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Taglöhner, Kellner, Hausburschen, Putz⸗, Wasch⸗ und Lauffrauen. 212 2 2 Städtischer Wohnungsnachweis Gießen. Es sind zu vermieten: 1 1 Wohnung von 7 Zimmer eventl. mit Mansarde, 1 Wohnung von 6 Zimmer, 1. Wohnung von 5 Zimmer und 1 Mansarden⸗ zimmer, 1 Wohnung von 5 Zimmer, 2 Wohnungen von 4 Zimmer, 2 Wohnungen von 4—5 Zimmer, 5 Wohnungen von 3 Zimmer, 5 Wohnungen von 2 Zimmer, 1 Lager- oder Fabrikraum, 6 möblierte Zimmer, davon 2 nebeneinanderliegende. Zu mieten gesucht: 5 Zimmer. und 22 8 Wohnungen von 2 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald (Forstwartei Gießen III. Fortwart Geisel⸗Gießen.) Montag, den 4. Januar 1915, vormittags 91 Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Fuchsbau, Weißerberg. Ruhe und Hölle(Kot. 71—70) versteigert: Seine ahnt, die 26 Eichenstämme(Grubenholz) mit 27/1 Festmeter, 18 2 stämme mit 2,89 Festm., 32 Eichen⸗Derbstangen mit 1,5 Fesim 7 (sänmttlich W.: 5 Derbstangen mit 8748. 11 1274 Fichten⸗ 5 i 400 Fichten⸗Bohnen⸗ 10 it 0,9 Fesüm., 1 ppelholz, 19, 0 11,4 Rm D 13 Erlen⸗s 27,9 Spen⸗Knüppelholz, 150 5 stangen m Kefer Buchen⸗Reisig, 9220 Welle Reisig, 320 Wellen Bi; 4 darunter 90 Wellen Besenreisig 30 Wellen Kiefern⸗Reisig 20 ur 9 Wellen Fichten⸗Reisig, 2 Rmtr. Fichten⸗Steckholz, 4,4 Rmtr. K ö 5 e Stockholz a g als adol Die Zusammenkunft ist auf der Wannenschneise an der Kreu in 11 5 mit der 7. Schneise. lage 0 Gießen, den 28. Dezember 1914. weg iche Der Oberbürgermeister: Giüd e N J. V.: Grünewald. ben e 7 i ö ir Freis Belauntmachung. ie ker D t 5 Aushebungsgeschäft für 1915 für über 2 9 Militär Stadt Gießen Finder an 7. und 8. Jama Trotzdell. its„ ae in der Turnhatke der Stadtknadenschule Piordanlage 8) 5 11 5 statt. urg Es haben sich zu stellen: 5 5 geben W5 Am Donnerstag, den 7. Januar 1915, vormigags 7¹ Uhr die Landtag Jahre 1894 und früher geborenen Militärpflichtigen: eines eig am Freitag, den 8. Januar, vormittags 7% Uhr die im Jahre 1 blatt 200 geborenen Militärpflichtigen. jeder 7 In den oben genannten Terminen haben pünktlich zu erschei dieser er 1. Alle Militärpflichtigen, die sich überhaupt noch nicht Muste rung gestellt haben. l 2. Alle Militärpflichtigen, die beim Kriegsersatzgeschäft zuri Aus worden sind. 1 5 es Unser Zu den Militärpflichtigen gehören auch diejenigen Personen, Frrvölker im Besitze des Berechtigungsschoines zum einjährig⸗freiwilligen perlag g Dienst sind. b 13 1 im West Die wegen Untauglichkeit von Truppenteilen zur Verfügung der für une Ersatzbehörden emtlassenen Mannmschaften haben sich in dem e- st, um nannten Lokale am 9., 11. und 12. Januar 1915, vormittags 7.45 lumen. hierzu gehen ihnen besondere Ladungen durch das. ommando Gießen zu 3 Die zur Verfügung der nen Mannschaften N mien haben die Pflicht, sich beim Skommando an 0 111 1 melden; wer die Anmeld Büchlein holen. 5 richte Militärpflichtige, die in den obengenannten Terminen nicht boden darbeiter, ünktlich erf nen, werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder Haft zu drei n bestraft. Ist die Nichtgestellung absichtlich er⸗ folgt, so können die Betreffenden als unfichere Heerespflichtige be⸗ handelt und sofort cingestellt werden. f Wer sich nicht zur Stammrolle angemeldet hat, ist trotzdem ven N pflichtet, sich stellen. 7 1 Die Mi flichtigen haben ihre Musterungsgusweise Berechtigungsscheine mitzubringen. 1 Gesuche auf Zurückstellung oder Befreiung vom Militärdienst sind micht zul 5 Die Mi ichtigen haben reinlich an Körper und in ord ent⸗ lichem Anzuge zu erscheinen. 5 Diese Bekanntmachung gilt für die Militärpflichtigen a5 Ladung: besondere Ladungen ergehen nicht.. V. Gießen, den 28. Dezember 1914. W Der Oberbürgermeister: An J. V.: Emmelius. legte s 5„— 1 5 1 WSP nt 0 störte Bekanntmachung. ah Dem Einigungsamt für Mietsstreitigkeiten liegt fortan auch ö In 0 Zwecke eines billigen Ausgleichs in Ang 5 heiten der Hypothekengläubiger und Hr ekenschuldner zu fa 5* ompaf 5 Ministerium des Innern hat angeordnet, St vachung des Reichskanzlers, Einig ämter Dezember 1914, für das hiesig hal. Geltung he Danach sind die Beteiligten bei Me In nungestrafe verpflichtet, a Erfordern vor dem Einigungsamt Truppe escheinen und über die für die Vermittelung erheblichen Tatsi Gräben Auskunft zu erteilen. lich Bo Gießen, den 28. ember 1914. i 5 Oberbürgermeister: In 3 Keller. sranzös N Mofa In Bekanntmachung. bei * 7 5 1 eim . un Jamilienunterstützungen für zum Feuer r 1.15. Januar 1915 findet an n des vo von 8—1 Uhr im Stadthaus, Zi N nere tag, den 2. Januar. 7 O d 4. Januar 5 „den 4. Januar. 9 La „den 5. Januar., „den 6. Januar. Veit g, den 7. Januar. A den 8. Januar. der Ge 45 5 Ar bürgermeister: eller. 1 Magen 3 1* g 5 Mädschenschule in Giesen) Die Anmeldungen der Mädchen, die vom Beginn des kommen⸗ est den Schuljahres ab unsere Schule besuchen sollen, werden Don Lugnete den 15. Januar, von 9½ bis 1 Uhr, im 14, entgegengenommen, und zwar Freilag für die Erweiterte Mädchen irtsurkunde, Impfschein oder Wiede f en, die aus einer anderen Schule kommen ein Abgangszeugnis. hen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Schülerinnen, die früher N in unserer Schule waren und wieder eintreten sollen, sind ebenfalls anzumelden. g 95 Anmeldungen nach festgesetzten Zeit können nur berück⸗ sichtigt werden, insofern die betreffenden Klassen nicht schon voll zählig sind. Gießen, den 23. tag, dei rstag für Vorzulegen epfschein und bei Kind 2 lir Ader Garne e Städtischer Kartoffelverkau f. Da die Kartofselzusuhr auf den letzten Wochenmärkten, 9 ausreichte, den Bedarf der hiesigen Bevölkerung zu decken, wird vom 2 19. ds. Mts. ab der städtische Kartosfelvertauf wieder eingeri ö al Der Verkauf findet statt, bis auf weiteres jeden Dienstag Sams te zrmittags von 8 bis 12 Uhr in der Schule in der Ne stadt. Der Verkaufspreis beträgt 7 Pfg. für das Kilogramm. Die Abgabe erfolgt in Mengen bis zu 50 Kilogramm: Gießen, den 16. Dezember 1914. Der Oberbürgermeister: Keller. wir Reichhaltiges Lager in Abren- Gele, Laund Silherwafere, Lieferant des Konsum⸗ Gießen u. Umg. und d bahn⸗Konsumvere — Man verlange Rabattu 5 F D. Kaminka, Gießen Marktplatz Il. ane und Goldarbeiter. See schende Reaktion das Blatt zu vernichten drohte. 1 f 1 Parteinachrichten. 1 1 Ein Jubiläum. m 1. Januar 1915 werden es 25 Ja 5 i i. nua 40 5 25 Jahre, daß in Rudol l erste Nummer des Volksblatt, heute Saalfelder Bone e 32—— Sachsen-Meiningen und Schwarzburg⸗Rudolstadt er⸗ e e n Thüringens noch in den fangsstadien befand, hatte das neu gegründete Blatt mit beson⸗ dee 5 5 55 und oft mußte in den A er Verleger und Gründer, jetziger Reichstags idneter Arthur Hofmann, neben seiner Ei ee e ee —„ seiner Eigenschaft als Redakteur auch no als d Drucker und Expedient fungieren. Das neue Blatt fag 1 e keine Heimstätte. Trotz der Aufhebung des Soziali⸗ gesetzes mußte es am 15. April 1890 nach mehrmali Titel⸗ gesetzes 8 i 185 b mehrmaligem Titel⸗ S805 sein Domizil in dem 2 Stunden entfernten meiningischen Städtchen Saalfeld aufschlagen, da die damals in Rudolstadt herr⸗ Daß auch under de bera Nee 0 ei mi ns 0 5 dem liberalen Regime Meiningens unsfer Parteiorgan seinen Kampf für Freiheit und Recht noch teuer genug bezahlen mußte, geht da⸗ raus hervor, daß gegen die 8 bisherigen Redakteure des Blattes auf über 2 Jahre Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe erkannt wurde Trotzdem konnte sich unser Parteiorgan halten und es kann heute mit Genugtuung als Erfolg seiner!! gbeit seststellen daß in Sachsen⸗Meiningen zur letzten Reichstagswahl 26434 in' Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt 10 167 Stimmen für die Sozlaldemokratse abge⸗ geben wurden, während im Meininger Landtag 9, im Rudolstädter Landtag 8 Parteigenossen eingezogen sind. Durch die Gründung eines eigenen Parteiorgans 1907 in Sonneberg verlor das Volks⸗ blatt 2000 Abonnenten, es konnte aber trotzdem am 1. August 1914 wieder 7300 Leser mustern. Möge unser Saalfelder Parteiorgan in dieser erfreulichen Weiterentwicklung fortfahren. 10 Deutsch⸗Polnisch für Feldsoldaten. Aus vielen Feldpostbriefen klingt immer wieder die Klage, daß es unseren Kriegern nicht möglich ist, eine Verständigung mit der Bevölkerung in Feindesland zu erreichen. Unser Berliner Partei⸗ verlag gab daher vor längerer Zeit ein Sprachbüchlein für unsere im Westen kämpfenden Truppen heraus. Jetzt folgt nun ein solches für unfere Soldaten in Polen. Der Inhalt umfaßt alles, was nötig . um sich der polnischen Bevölkerung verständlich machen zu önnen. Die Angehörigen unserer Krieger werden diesen sicher einen großen Dienst erweisen, wenn sie ihnen das Sprachbüchlein ins Feld 8 Der Preis beträgt nur 15 Pfennige. Der Ver⸗ sand kann als Feldpostbrief portofrei geschehen. Vorrätig ist das Büchlein in allen Volksbuchhandlungen. Dort ist auch das früher Fate Heftchen Deutsch⸗Französisch zum gleichen Preise noch zu aben. Telegramme. Tagesberichte des Großen Hauptauartiers Die französische Offensive vergeblich. In Rußland steter Fortschreit. WB. Großes Hauptquartier, 31. Dez., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: An der Küste war im allgemeinen Ruhe. Der Feind legte sein Artilleriefeuer auf Westende⸗ Bad und zer⸗ störte einen Teil der Häuser, ohne militärischen Schaden an⸗ zurichten. In der von uns gesprengten Alger-⸗Auberge⸗ Ferme südöstlich Reims wurde eine ganze französische Kompagnie vernichtet. Starke französische Angriffe nördlich des Lagers von Chalons wurden überall abgewiesen. Im östlichen Teile der Argonnen gewannen unsere Truppen unter Fortnahme mehrerer hintereinanderliegender Gräben und Gefangennahme von über 250 Franzosen erheb⸗ lich Boden. In der Gegend Flirey französische Angriffsversuche. Im Ober⸗Elsaß in der Gegend westlich Senn⸗ heim brachen sämtliche Angriffe der Franzosen in unserem Feuer zusammen. Systematisch schossen sie Haus für Haus des von uns besetzten Dorfes Steinbach in Trümmer. Unsere Verluste waren aber gering. Oestlicher Kriegsschauplatz: Lage in Ostpreuß en und in Polen nördlich der Weichsel unverändert. Am und östlich der Bzura dauern die Kämpfe fort. In der Gegend Rawa machte unsere Offensive Fortschritte. Auf dem Ostufer der Pilica ist die Lage unverändert. Die oberste Heeresleitung. * Großes Hauptquartier, 1. Jan., vorm.(WB. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Bei Nieuport er⸗ eignete sich nichts Wesentliches. Von einer Wiedereinnahme des durch feindliches Artilleriefeuer vollkommen zusammen⸗ geschossenen Gehöftes St. Georges wurde mit Rücksicht auf den dort befindlichen hohen Wasserstand abgesehen. Oestlich Be thune südlich des Kauals entrissen wir den Engländern einen Schützengraben. In den Argonnen kamen unsere Angriffe weiter vor⸗ wärts; wieder fielen 400 Gefangene, 6 Maschinengewehre, 4 Minenwerfer und zahlreiche andere Waffen und Munition in unsere Hände... Ein nordwestlich St. Mihiel bei Lahaymeix liegendes französisches Lager schossen wir in Brand. Angriffe bei Flirey und westlich Sennheim, die sich gestern wieder— holten, wurden sämtlich abgesch la gen. f Oestlicher Kriegsschauplatz: An der ostpreußi⸗ schen Grenze und in Polen blieb die Lage unverändert. Starker Nebel behindert die Operationen.. Oberste Heeres leitung. 136000 russische Gefangene! Aus dem Großen Hauptquartier erfahren wir, daß unsere in Polen kämpfenden Truppen bei der an die Kämpfe bei Lodz und Lowicz anschließenden Verfolgung über 56000 Ge⸗ sangene gemacht und viele Geschütze und Maschinenge ehre erbeutet wurden. Die Ge⸗ samtbeute unserer am 11. November un Polen eingesetzten Offensive beträgt somit 136 000 nördlich Tou! scheiterten Gefangene, über 100 Geschütze und über 300 Maschinengewehre. 5* Die Gesamtzahl der Kriegsgefangenen. Bis Jahresschluß interniert: 8138 Offiziere und 577875 Mann. Berlin, 31. Dez.(W. B. Amtlich.) Die Gesamtzahl der bei Jahresschluß in Deutschland befindlichen und inter⸗ nierten Kriegsgefangenen(keine Zivilgefangenen) beträgt 8138 Offiziere und 577875 Mann. In dieser Zahl sind ein Teil der bei der Verfolgung in Russisch⸗Polen gemachten sowie alle noch im Abtrans⸗ port befindlichen Gefangenen noch nicht enthalten. Die Gesamtzahl setzt sich folgendermaßen zusammen: Franzosen: 3459 Offiziere, 215905 Mann, darunter 7 Generäle; Russen; 3575 Offiziere, 306 294 Mann, darunter 18 Generäle; Belgier: 612 Offiziere, 36 852 Mann, darunter 3 Generäle; England: 492 Offiziere, 18 824 Mann. * 5 Die über Kopenhagen verbreitete, angeblich von dem russi⸗ schen Kriegsminister stammende Meldung, daß in Ruß⸗ land 1140 Offiziere und 134700 Mann deutsche Kriegsgefangene sich befänden, ist irreführen d. Die Russen zählen in die Ge⸗ samtzahl die Zivilgefangenen hinein, die zu Kriegsbeginn zurückgehalten und interniert worden sind. Die Kriegsgefangenen sind auf allerhöchstens 15 Prozent der angegebenen Summe zu veranschlagen. Hierbei ist zu beachten, daß ein großer Teil auch dieser Gefangenen verwundet in die Hände der Russen gefallen ist. * Der Kaiser an Heer und Volk! Großes Hauptquartier, 31. Dez.(W. B. Amtlich.) An das deutsche Heer und die deutsche Marine! „Nach fünf Monate langem schwerem und heißem Ringen treten wir ins neue Jahr. Glänzende Siege sind erfochten, große Er⸗ folge errungen. Die deutschen Armeen stehen fast überall in Feindesland und wiederholte Versuche der Gegner, mit ihren Heeresmassen deutschen Boden zu überschwemmen. sind gescheitert. In allen Meeren haben sich meine Schiffe mit Ruhm bedeckt. Ihre Besatzungen haben bewiesen, daß sie nicht nur siegreich zu fechten, sondern, von Uebermacht erdrückt, auch heldenhaft zu sterben vermögen. Hinter dem Heer und der Flotte steht das deutsche Volk in beispielloser Eintracht, bereit, sein Bestes her⸗ zugeben für den heiligen heimischen Herd, den wir gegen frevelhaften Ueberfall verteidigen. Viel ist im alten Jahr geschehen. Noch aber sind die Feinde nicht niedergerungen. Immer neue Scharen wälzen sie gegen uns und unsere treuen verbündeten Heere heran. Doch ihre Zahlen schrecken uns nicht. Ob auch die Zeit ernst, die vor uns liegende Aufgabe schwer ist— voll fester Zuversicht dürfen wir in die Zukunft blicken. Nächst Gottes weiser Führung vertraue ich auf die un⸗ vergleichliche Tapferkeit der Armee und Marine und weiß mich eins mit dem ganzen deutschen Volke. Darum unverzagt dem neuen Jahre entgegen, zu neuen Taten, zu neuen Siegen für das geliebte Vaterland! Großes Hauptquartier, 31. Dezember 1914. (gez.) Wilhelm J. R. * Erfolge unserer Verbündeten. Oesterreickisch⸗ungarische Tagesberichte. Wien, 31. Dez.(WB.) Amtlich wird bekanntgegeben: 31. Dezember, mittags: Gestern entwickelten die Russen in der Bukowina und in den Karpathen eine lebhaftere Tätigkeit. Unsere Truppen halten am Suczawa⸗Flusse im oberen Gebiet des Czernemosz, weiter westlich und auf den Kammhöhen der Karpathen, dann im Nagy⸗Ag⸗Tale bei Oekörmezö, wo gestern wieder ein An⸗ griff des Feindes unter schweren Verlusten sche iterte, endlich im oberen Gebiet der Latoveza und nördlich des Uszoker Passes. Nörd⸗ lich dieses Passes hat der Gegner, der seine Vorrückung hier ein⸗ stellte, keinen Karpathen⸗Uebergang in Händen. Im Raume von Gorlice und nordöstlich Zaklizyn wurden die Gefechte auch in der vergangenen Nacht fortgesetzt. Heftige An⸗ griffe der Russen wurden si berallabgewiesen. 5 An der Nida herrschte Ruhe: weiter nordwärts schrei⸗ tet der Angriff der Verbündeten fort.— Vor Prze⸗ my sl wurden russische Patrouillen in österreich⸗ungari⸗ schen Uniformen festgeste[lt. Offiziere und Mannschaften bes Feindes, die sich dieser unzulässigen Kriegslist bedienen. haben auf die Begünstigung der internationalen Gesetze und Gebräuche im Kriege keinen Anspruch. Die Ruhe auf dem Balkan ⸗Kriegsschauplatz hält an. Oestlich Trebinje zwang unsere Artillerie die Montenegriner nach mehrstsün⸗ digem Geschützkampfe zum Rückzuge. 8 (WB.) Amtlich wird verlautbart: 1. Januar Kämpfe in den Karpathen und in der Buko⸗ Sie führten gestern zukeiner Aenderung Wien, 1. Jan. 1915, mittags. Die wina dauern an. der Situation. Am Bila⸗Abschnitt südlich von Tarnow wurden tagsüber und während der Nacht wiederholte feindliche Angriffe unter schwe⸗ ren Verlusten des Gegners a bgewiesen. Unsere Truppen mach⸗ ten hierbei 2000 Gefangene und erbeuteten 6 Maschinen⸗ ewehre. 1 Norduich der Weichsel behindert andauernd starker Nebel die Gefechtstätigkeit. Es herrscht daher teils Ruhe, teils wurden kleinere Fortschritte gemacht. Am südlichen Kriegsschauplatz hat sich ni chts ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 8 Ein großer Erfolg unserer Verbündeten. Budapest, 1. Jan.(J. U.) Aus Kurzas wird gemeldet: Die Eroberung des Uszoker Passes, die bereits amtlich ge⸗ meldet worden ist, war eine der glänzendsten Waffentaten der Landwehrtruppen. Im Anschluß an die amtliche Meld- ung kann bereits jetzt festgestellt werden, daß unsere Trup— pen mehr als 9000 Gefangene machten, vier Geschütze und 16 Maschinengewehre nebst viel Munition erbeuteten. * 2* Die Kriegsbeute in den Argonnen. Berlin, 1. Jan.(Nichtamtlich.) Aus dem Gro ßen Hauptquartier erfahren wir: Die im Monat Dezember von unseren in den Argonnen kämpfenden Truppen ge⸗ machte Kriegsbeute beträgt insgesamt 2950 unvet⸗ wundete Gefangene, 21 Maschinengewehre, 14 Minenwerfer, 2 Revolverkanonen, 1 Broncemörser. *** Der frauzösische Tagesbericht. Genf, 31. Dez.(Ctr. Frkft.) Der amtliche französische Bericht von heute Nachmittag 3 Uhr lautet: vom Meer bis zur Ais ne war der Tag so ziemlichruhig. Auf einigen Punkten der Front gab es Artillerieduelle. In der Cham⸗ page, westlich der Farm von Alger(nördlich von Sillery, Sektor von Reims) sprengte der Feind während der Nacht zwei unserer Gräben in die Luft und richtete gegen dieselben einen Angriff, den wir zurückschlugen. Nördlich von Le Mes⸗ nil les Hurlus haben wir Stücke der zweiten feindlichen Ver⸗ teidigungslinie erobert. In derselben Gegend, nördlich der Farm Beauseour, nahmen wir gleichfalls feindliche Gräben. Der Feind unternahm einen Gegenangriff, wurde aber zurück⸗ geschlagen, und indem wir unsererseits die Offensive er⸗ griffen, gewannen wir neues Terrain. In derselben Zone, weiter östlich, rückten deutsche Streitkräfte vor, um einen Gegenangriff auf uns auszuführen; sie wurden von unserer Artillerie unter Feuek genommen und zerstreut. In den Ar⸗ gonnen, gegen Fontaine Madame, machten wir leichte Fort⸗ schritte, indem wir eine Mine sprengten und den freigewor⸗ denen Raum besetzten. Zwischen Maas und Mos el in der Gegend des Gehölzes Mortmare sind ungefähr 150 Meter deutsche Gräben in unsere Hände gefallen. Im Oberelsaß sind unsere Truppen in Steinbach eingedrungen und nahmen die Hälfte des Dorfes Haus für Haus.(Daß die Franzosen, das Dorf zusammenschossen, hat schon der deutsche Tages⸗ bericht gemeldet. Red.) * Ein englisches Linienschiff gesunken. Berlin, 1. Jan.(W. B.) Aus London wird amtlich gemeldet: Das englische Linien⸗ schiff„Formidable“ ist heute früh im Kanal gesunken. 71 Mann der Besatzung sind durch einen kleinen Kreuzer gerettet. Es ist möglich, daß weitere Ueberlebende von anderen Schiffen aufgenommen wurden. Das englische Preßbureau fügt hinzu, es sei noch unsicher, ob die Ursache eine Miene oder der Torpedoschuß eines Unterseebootes sei. * Die„Formidable“ ist ein älteres Linienschiff aus dem Jahre 1898, hat eine Wasserverdrängung von 15 240 Tonnen, eine Ar⸗ mierung von vier 30,5 Zentimeter⸗, zwölf 15 Zentimeter, 18 leich⸗ teren Geschützen und vier Torpedoausstoßrohren. Die Maschinen⸗ leif ung beträgt 15000 PS, die Geschwindigkeit 18 Seemeilen, die Be stzung 760 Mann. Die„Formidable“ gehört zum 5. Linien⸗ schi fsgeschwader und wurde mehrfach unter den Schiffen genannt, die die belgische Küste in letzter Zeit beschossen. ** * Deutsche Flieger über Dünkirchen. Amsterdam, 1. Jan.(T. U.) Londoner Blätter melden: Am Mittwoch mittag erschien ein Luftgeschwader von vier deutschen Flugzeugen über Dünkirchen, welche eine große Zahl von Bomben und andere Geschosse auf die Stadt war⸗ fen. Kaum war eine Maschine verschwunden, so erschien eine andere, die das Bombardement fortsetzte. Alle Teile der Stadt wurden getroffen. Bomben fielen in die Verteidi⸗ gungswerke, auf das Arsenal und in die Gärten des Militär⸗ hospitals. Am Abend zählte man 15 Tote und 32 Schwer⸗ verwundete, von denen einige auf dem Transport zum Hospital starben. Es erschien kein französischer oder eng⸗ lischer Flieger, sodaß die deutschen Flugzeuge nach einem halbstündigem Bombardement unbehelligt abziehen konnten. ** * Die Not in Belgien. Die englische Arbeiterpartei hat bei der englischen Regierung angeregt, daß diese alles tun möchte, was in ihren Kräften steht, um der Not unzähliger Frauen und Kinder, die der Kälte und dem Hunger preisgegeben seien, zu steuern. Die Partei beantragt, daß die Verbündeten bei Deutschland Schritte tun sollen, um die Aus⸗ teilung von Nahrungsmitteln unter dem belgischen Volke zu ver⸗ anlassen. Der Berl. Lok.⸗Anz. bemerkt hierzu, sein Düsseldorfer Mit⸗ arbeiter habe sich dieser Tage in der industriereichen belgischen Provinz Hennegau aufgehalten und dabei Gelegenheit gehabt, in diese Frage Einblick zu tun. Er konnte feststellen, daß die deutsche Zivilverwaltung sehr energische und sehr erfolgreiche Anstrengungen macht, die Frage der Ernährung der belgischen Zivilbevölkerung in befriedigender Weise zu lösen, und daß sie dabei von den belgi⸗ schen Provinzialräten tatkräftig unterstützt wird. Rach einer Meldung aus Newyork sind von Dampfer mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln für den Belgier abgegangen. Der Wert der Ladungen Million Dollar. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M. dort zwei weitere die uotleiden⸗ beträgt eine Hinterbliebenenversorgung gefallener Krieger. Auf Grund des Militär⸗ und Beamten⸗Hinterbliebenengesetzes vom 17. Mai 1907 haben die Hinterbliebenen der im gegenwärtigen Kriege gefallenen, infolge einer erlittenen Verwundung oder Kricgs⸗ dienstbeschädigung gestorbenen und verschollenen Heevesangehövigen Anspruch auf Versorgung. Es wird Kriegswitwen⸗, Kriogswaisen⸗ und Kviegselterngeld gewährt; das Krfegselterngeld jedoch nur unter der Vorqussetzung, daß der verstorbene Kriegsbeilnehmer don Lebonsunterhalt der Eltern usw. gantz oder überwiegend bestritten hat. Die Anträge auf diese Verforgung werden im Stadthaus. 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