Uummer 231 Freilag, den 2. Whtoucv 11)14, 7. Jahrgang Sic „?l»ur !citun8“ eridjcint zedcn Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Paucr au« tsessen", „Die Spiiinllubr". üeiugoprci»: Bei den Postanstalten merlel[ät,rlid, 'JJÜ. 1,45 tci ccn Slgenten monatlich SO Psg. Hinzu tritt Postgebühr ober Trägerlohn. Anzeigen: Grund,eile 20 Psg., lokale 15 Psg, Anreizen von auswärts werden Lurch Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Verlag Friedberg (Hegen), Hanaueritraße 12. Ferniprecher 4S. Poftscheck-Conto 91t. 4859, Ami Franliurt a. M. Vorwärts auf dem rechten Flügel! y\n französischer Ausfall ans Toul zurückgcworfen. — Gine abermalige ferbifche Niederlage. — Afghanistan gegen Indien. Immer voran! Neunzehn Tage dauert schon das Völkerringen in den gesegneten Gefilden Frankreichs. Unsere Geduld wird fürwahr auf eine harte chrrobe gestellt, aber sie wird belohnt werden, dessen sind gewiß. Mit Sang und Klang und slic- genden Fahnen zogen die verbündeten Heere der Franzosen und Engländer hinaus in die Schlacht und glaubten unsere Truppen Wersen zu können. Unser wohlerwogener Rück- inarsch schien ihnen der Anfang ihrer Siege zu bedeuten. Gar bald aber kam der feindliche Vormarsch zum Stehen und seit geranmcr Zeit sind unsere Feinde wieder in die Verteidigung gedrängt. Nur auf ihreni linken Flügel, an dem nordwestlichen Ende der Schlacht, versuchten sie es immer und immer wieder mit ihren Angrisfen.Abgcsehen von vielen kleineren Kämpfen, sind die Verbündeten dreimal, bei Nohous, bei Bapaume und bei Albert, entscheidend geschlagen worden. Fetzt sind sie auch dort in die Verteidigung gedrängt war- den, denn die Erstürmung der Höhen von Rohe und Fres- nov durch die Deutschen zeigt, daß wir jetzt auch auf unserem rcchten Flügel im Vorgehen begriffen sind. Verzweifelte Anstrengungen machen die Franzos m unseren Vormarsch an der Maas aufzuhalten. Gestern schon wurden Ausfälle aus den Festungen Verdun und Toul gemeldet, die aber blutig zurückgewiesen worden sind und heute wird abermals von einem zurückgeschlagenen Ausfall aus Toul berichtet, bei dem sich der Feind schwere Verluste geholt hat. Vor Antwerpen schreitet der Angriff erfolgreich fort. Der Kreis um die Festung schließt sich immer enger. Sind erst die Forts gefallen, so wird die von Flüchtlingen aller Art vollgepfropfte, von schlechten Soldaten vcrteidchte Stadt nicht lange mehr Widerstand lc-sten können. Dann werden wieder große Heeresmassen zu neuen Taten frei. Im Osten, auf dem galizischen Kriegsschauplatz berei- teu sich große Tinge vor. Wcnu nicht alles trägt, wird cs vereinter Deutscher und Ocsterreichischer Tapferkeit auch dort gelingen, die Russen zu paaren zu treiben und den Krieg in Feindesland zu tragen. „Feinde ringsum!" das ist für uns Deutsche die Losung in diesem Kriege. Einen Freund scheinen wir doch gefunden zu haben. Weniger uni unserer schönen Augen willen, sondern weil er die Stunde nahen sieht, die die jahr- zehntc lang gchuldcte Schmach und Erniedrigung rächen 'soll, erhebt sich der Islam allenthalben, um seinen Feinden, die auch unsere Feinde sind, die Zähne zu zeigen. Rußland und England, denen sich Frankreich in Algier, Tunis und Marokko angeschlossen hat, sind die Unterdrücker der mohamedanischen Welt. Tic Anhänger des Propheten ziehen deshalb die nötigen Folgerungen ans den Nöten, in die der Dreiverband geraten ist. Eine Gährung hat allenthalben die Welt ergriffen die, in der zu Allah gebetet wird. In der Türkei begann sie pflanzte sich fort nach Aegypten und dem Kaukasus und scheint nunmehr in Persien und in Afghanistan zum lieber- schäumen zu kommen. Wenn auch sicherlich bei den Nachrichten, die von 700,000 bewaffneten Afghanen sprechen, die orientalische Fantasie eine große Rolle spielt, so dürfte doch feststehen, daß den Russen u. Engländern ernstliche Sorgen bevorstehen, die umso schwerer wiegen, als England über 100 Millionen und Rußland über 20 Millionen islamitische Untertanen gebietet. Auch in der Haltung der Türkei ist nichts mehr von dem „kranken Mann" von ehedem zu verspüren. Ziel- und selbstbewußt tritt die Regierung auf und die Tage sind vorbei, wo sich die Türken gehorsam den Wünschen des Drei- Verbandes gefügt haben. Die Türken sch'ckeu sich an, in der Weltgeschichte wieder eine Rolle zu spielen. Und das ist kein Unglück, denn schon Bismarck hat gesagt, daß die Türken die.einzigen anständigen Leute im Orient seien. Die Kriegslage. Amtliches Telegramm. Großes Hauptquartier, 1. Otk.. abends. Am 31. ^epember wurden die Höhen von Roqe und Fresnoy (nordwestlich von Noyon) den Franzosen entrissen. Südöstlich von St. Mihiel wurden am 1. Oktober Angriffe von Toul her zurückgewiesen. Die Franzosen hatten dabei schwere Verluste. Der Angriff auf Antwerpen schreitet erfolgreich fort. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz keine Veränderung. Wer vornmrilh in KaiiMdl-tolhriM!. Rotterdam, 1. Olt. Eine Depesche der „Tiincs" aus Rancy vom 24. September besagt: Die Deutschen rücken wieder vor. Sie besetzten Thinancourt und Romcny. Die Deutschen rücken durch das Bezonjc-Tal vor. Vor Antwerpen. Aus Antwerpen wird dem „Perl. Tagcbl." gemeldet: Beim gort Waclhcm sprengten die Deutschen das Pulvermagazin. Sic sollen die dortigen Trinlwassccwcrle zerstört und die Plätze Lier und hcrrcntal besetzt haben. — Ans Ostende wird gemeldet, daß Bergcm (Bcrchem, südlich Antwerpen) brennt Dom jiidöülichkn Kriegsichaiiplah. Berlin, 1. Ott. Aus dem österreichisch-ungarischen Haupi- guartier wird dem „Bcrl. Tagebl." gemeldet: Die dritte Ent- wutlungsstufe des Ringens aus galizischem Boden hat begonnen. In den letzten beiden Wochen konnte sich die österreichisch- ungarische Armee unter dem Schutze ihrer starten neuen Positionen hinter der Sanlinie in Ruhe gründlich verproviantieren, die Verluste, die bei einzelnen Regimentern ziemlich hohe Prozente betragen, durch frische Mannschaften ausglcichen und den Eesamtbestand durch große Reserven erhöhen. Dank ihrer Erschöpfung und Munitionsverausgabung kamen die Russen während dessen nicht über die Besetzung der srciwillig überlassenen Gebietsteile Galiziens und der Nordbukowina und kleinere Plänkeleien hinaus. Ueberdics erschwerte der wochenlangc Regen die russischen Zufuhren und Nachtschübe. Infolgedessen setzten die russischen Operationen gegen das Heranziehen und den Aufmarsch der deutschen Truppen zu spät ein und blieben wirkungslos. Es reicht nunmehr die deutsche Armee ihre Hand der verbündeten österreichisch-ungarischen Armee, die im Vertrauen daraus monatelang den Stoß der gegen sie konzentrierten, weit überlegene» russischen Hauptmacht aufgehalten und den geplanten Durchbruch zweimal vereitelt hat. Außerstande, diese für sic verhängnisvolle Vereinigung im Nordwesten zu verhindern, suchten die Russen, durch strategisch bedeutungslose Einbrüche in die Karpathcnpässe den Südwcstcn Ungarns zu beunruhigen und eine Krästezersplitterung der österreichisch- ungarischen Armee herbcizusuhren. Nachdem auch dies mißlungen ist, sind sie jetzt durch die eingeleitete österreichisch-ungarisch deutsche Ofscnflve gezwungen, den Kamps in dem von den Bcrbündcten vorgesehene» und vorbereiteten Gelände auszu- »ehmcn. Wieder eine vernichiende Wederlage der Zerben. Budapest. 1. Okt. Ein neuerlicher Einfall der Serben auf kroatisches Gebiet hat abernrals mit einer schweren Niederlage der Serben geendet. Unsere Armecleitnng hat einen neuerlichen Vorstoß der Serben planmäßig gefördert, um die Serben aus nnscreni Boden fassen zu können, was, wie aus Miirowitzn gemeldet wird, vollständig gelungen ist. Ter Einfall, der Montag erfolgte, endete mit einer Vernich, tcnden Niederlage der Serben, die Tausende Verwundete Tote und Gefangene hatten. Nur wenige erreichten wieder das serbische User. Die Montenegriner. Wien, l. Okt. Aus Sarajewo wird der „Südslawischen Korrespondenz" berichtet: Die montenegrinischen Truppen, die durch die ihnen beigebrachten schweren Schläge sichtlich erschöpft sind, haben in den letzten Woche» nur zu tnbedeu- tcndcn Greuzafsürcn Anlaß gegeben. Tic Montenegriner versuchten an mehreren Stellen über unsere Grenze zu kom- men, wurden aber von den Grcnzschutztruppen überall ab- gcwiescn. Nur einigen kleinen Banden gelang es, nach Bosnien cinzubrechens zwei davon sollen bereits gefangen sein. In den letzten Tagen gelang es einer Patrouille von ] sechs Mann, auf montenegrinischem Boden eine Abteilung von 130 Montenegrinern, bei denen sich wie gewöhnlich auch ihre Weiber befanden, bei Nacht zu überraschen. — Die Zahl der Deserteure und Ucbcrlänfcr ninnnt immer mehr zu. Die Leute sind vielfach in einem erbarmungswürdigen Zustand und erzählen, daß in Montenegro die Not arg sei, da die von den Franzosen über Antivari gelieferten Provinn!? nicht genügten. Nachträglich wird auch gemeldet, daß in den letzten Kämpfen mit den Montenegrinern französische Soldaten auf montenegrinischer Seite gefallen sind. Ticic Soldaten dürften zu dem französischen Skutari-Tetacheinent gchö.t baden. Die Kriegsanleihen. Die Reichssinanzvcrwultung beschloß, die aus die Kriegsanleihen gezeichneten Beträge voll zuzutcilen. Für den die aufgelegte Summe übersteigenden Betrag an Schatzenweistrn gen wird Reichsanleihe zugctcilt, wofür durch die reichlich sin- gcgangencn Wahlzcichnungen die Möglichlcil gefchaffen worden ist. Die Zeichner erhalten die Zutcilungsfchrcibcn von der Stelle, bei der sie gezeichnet haben. Vom Empfang der Zu- teilungsschrciben an können Zahlungen geleistet werden. Guter Geiiludheitsrilstliiid nuirrrr imiMil. Nach authentischen Nachrichten von der westlichen Front soll der Gesundheitszustand unserer Truppen trotz der großen Anstrengungen und mancherlei Entbehrungen, die der Feldzug mit sich bringt, vorzüglich sein. Auch hinter der Front herrscht tadellose Ordnung. Die Stimmung ist überall zuversichtlich. Auch von den maßgebenden militärischen Stellen wird die Lage als eine für uns günstige betrachtet, so daß man der bevorstehenden Entscheidung mit aller Zuversicht entgegensehcn kann. Ansliruchsuerluch gefangener pullen. Crossen, 1. Olt. In dem hiesigen Lager russischer Gefangener benutzten vor einigen Tagen etwa 200 dort untcrjse- brachte Russen einen Augenblick schweren Unwetters mit heftigem Sturm und Regen zu einem A u s b r u ch v c r s u ch. Sie stürmten aus den nahe der Kantine gelegenen Baracken aus den Platz zu, w die Gewehrpyramide» der wachthabenden Kompagnie aufgestellt waren. Der Posten erössnete sofort das Feuer aus die Ausbrechenden und alarmierte das Wachtkom inando, das zum Teil ebenfalls die Waffe gebrauchte. Als die vordersten der Gefangenen sielen, wurde der Ausbruch sofort aufgegeben. Drei Russen sind getötet, acht schwer und mehrere leicht verletzt. Eine abirrende Kugel traf den Karnison- verwaltungsinspektor a. D. Schulz an der Lunge. Außerdem verletzte eine Kugel einen Posten der Landsturmleuie am lin- tcn Unterarm leicht. Aerztliche Hilse war sosort zur Stelle. Infolge der Vorfälle wurde dann noch eine Kompagnie des Landsturms alarmiert und zur Berstärlung des Wachtkomman- dos herangczogen. Es trat aber bald wieder Ruhe und Ordnung ein. Die scharfen Schüsse, die weithin hörbar waren, vcrursach- !cn große Aufregung in der Stadt. Die Untersuchung soll ergeben haben, daß der Ausbruch tatsächlich von einer kleinen Gruppe, die des Zwanges des La- gerlebcns überdrüssig war, vorbereitet wurde. Dr Wind soll vorher dazu benutzt worden sein, um Zettel zur gegenseitigen Verständigung nach den anderen Baracken zu vermitteln. Ein getüteter Ausbrecher war dicht bei den Gewehrpyramiden zu sammengestürzt. Unsere Feldgranen. Der „Berner Bund" schreibt über die Wirkung des Fcldgraus: In der sranzästschen und englischen Presse liest man in der letzten Zeit wiederholt, daß die Infanteristen sich bitter über die Unsichtbarkeit des Feindes bellagcn. Mau wisse im Gefecht nur, daß Gefahr in der Nähe sei, aber wo sie stecke, könne nicht herausgcfunden werden. ventiche Verwaltung in Cienftodinu. In Czcnstochan ist nach der „Schlesischen Volkszeitnng" am 24. Scptcnibcr durch Anschlag folgende Bekanntmachung cifutflt: . „Im Aufträge des stellvertretenden Generalkommandos des 6. Armeekorps habe ich am heutigen Tage die Verwaltung des Kreises Czensiochau übernommen. von Kries, Königlicher Landrat." Ter Landrat Tr. von KcieS, bisher Landrat von Filch- nc, gehört der konservativen Fraktion des preußischen Abgc> I ordnctenhauseS ans er ist als ein besonders tüchtiger Vcr- waltungsbeamter anerkannt. Die Haltung Italiens. Zürich, 30. Sept. Die „Neue Züricher Zeitung" gibt einen Artikel aus dem „Corricre Subalpino di Cunco" wieder, der Giolitti zugcschricben wird und der sich mit der italicni- ichcn Neutralität besaßt. Nachdem der Versager das Anerbieten der Triple Entente, das durch Delcaste und Pichon gemacht wurde, und in dem Italien Trient, Triest und Dalmatien versprochen wird, sowie das Anerbieten Andrastys, das 9!izza, Savoyen, Korsita und Malta bctrtsft, launig zurückweist, weil die hochherzigen Geber tie Geschenke gar nicht in der Tasch, hätten, iaat er » n : Nr. 23t____ Italien schwankt nicht wie Buridans Esel zwischen Heu- biindeln; es will weder das eine noch das andere. Aber wir »erden uns nicht der Falschheit und des Treubruchs schuldig machen und unser- Freunde hinterrücks ansallen. Nicht cin- mal Macchiavelli war- in der Aufrcchterhaltung der Staats- doltrin zu einem solchen Zynismus heruntergesunken. Ueber alles geht die Würde einer Nation. Der Mensch lebt nicht non Brot allein, sondern auch von seiner Würde und Ehre. Wir wissen nicht, ob der Dreibund noch vorteilhaft ist, dürse» aber den Gewinn nicht vergessen, den er UNS in drei Jahrzehnten gebracht hat. Es sind heute Symptome vorhanden, daß das Land ebenso wenig sur einen Krieg gegen wie mit Oesterreich begeistert ist. Vielleicht wird er gewünscht von den Republikanern und Nationalisten, sicher nicht von allen. Das Land will überhaupt keinen Krieg, es braucht den Frieden. Wir haben schon mit dem lybischen Krieg übergenug. Wir wissen nicht, was der Sieg bringen würde, wisien aber gewiß, ^ dag eine Niederlage den Zusammenbreuch des Landes zur Folge hätte. Au- R o m meldet der „Berl. L.-Anz.": Di- Versammlung der liberalen Partei in Montecitrio lehnte di- Tagesordnung Arlottas mit ihren irredcntistischen Anspielungen und der Erklärung, daß der Krieg heilig- Verträge verletze und Italien aller Vertragspslichten entbunden habe, nahm eine maßvolle Tagesordnung Erippo an, die die Neutralität billigt. Bezeichnenderweise stimmte auch der Führer der Nationalisten für diese Entschließung. Sie wurde durch eine Abordnng dem Ministerpräsidenten überreicht. Die „Neutralität" Belgiens. Der in London ansässige italienische Journalist Dr. Vitto- -io Ambrosini hat einen Bries geschrieben über seine Eindrücke während eines Ausenthaltes in Brüssel und der Reise durch Belgien. Wir erhalten so ein wertvolles unparteiisches Urteil von zum Teil vielleicht schon bekannten Vorgängen und Zuständen: „Am 2«. September, einem Sonntag, bin ich in Brüssel eingetrossen. Mein erster Eindruck war ein Erstaunen, denn alles sieht so friedlich aus, so friedlich, daß man denken könnte, die deutschen Soldaten seien hier zu Besuch geladen. Von einer Soldateska, die, wie man in London behauptete, plündert und raubt, ist nichts zu sehen; es sind alles anständige, ruhige Leute, die überall bar bezahlen. Man kann fragen, wen man will, niemandem hat ein deutscher Soldat Böses getan. Der Ordnungsdienst in der Stadt wird von belgischen Polizisten ausrechtcrhalten. Das Nachtleben steht dem aus normalen Zeiten wenig nach. Die Lasehäuser sind voller elegan- .er Leute und die Boulevards bunt belebt. Am nächste» Morgen ging ich zum deutschen Kommando. Ich kam ein- Stunde zr» spät, weil man sich in Brüssel nun nach der deutschen Zeit richtet, die mit der belgischen nicht zusammensällt. Das Kommando besindct sich im Eenatspalast, und ich hatte genügend Zeit, mich überall umzusehen, und stellte gleich sest, daß Wände, Bilder und Möbel sich im besten Zustande befanden. „Ich muß gestehen", benlerkte ich, „daß ich nach dem, was in den englischen Zeitungen zu lesen war, nicht erwartet hatte, alles so tadellos zu finden. Ich habe von angeblichen Plündercien nichts gesehen." Mein Nundgang durch die Stadt bestätigte meinen ersten günstigen Eindruck von der milden Herrschaft der Eroberer und der strammen Ordnung. Mit der größten Hüs- lichlcit steht jeder Soldat Rede und Antwort. Alle gehen ohne Massen wie aus dem Kasernenhof, um sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen und sich Andenken zu kaufen. Die meisten Geschäfte und Warenhäuser sind offen. Die Milde des deutschen Regiments geht so weit, daß man sogar deulschseind- liche belgische Zeitungen verlausen darf, wie z. B. „La Flandre liberale". Man läßt den Belgiern vielleicht nur zu viele Freiheiten. „Hier darf jeder treibe», was er will, solange er den Deutschen nicht schadet", ist die liberale Formel des deutschen Kommandos. In dem Easthof, wo ich wohnte, waren auch deutsche Soldaten untergebracht, deren Betragen die Inhaberin sehr lobte. Zum Thema der belgischen Neutralität meinte der Kommandant: „Wir haben jetzt den Beweis, daß Belgien schon lange vorher bereit war, die englischen Truppen durch- lommen zu lassen. Ich kann Ihnen Dokumente zeigen, die Sic überzeugen dürften, daß die Deutschen nicht die ersten gewesen sind, die die belgische Neutralität gebrochen haben." Der Kommandant wies mir ein blaugebundencs Aktenbündel vor, das den Titel trug: Projet du» debarqucment de troupes an- glarscs cn Belgique, zu deutsch: Plan einer Landung englischer »ruppen in Belgien. Die dazu gehörigen Mappe» waren in der Vielzahl. Die erste handelte von den Häsen, in denen die englischen Truppen landen sollten: Dünkirchen, Boulogne, Calais. Die zweite von den Eisenbahnftrccken, welche die Truppen benützen sollten: nach Brügge, Eent und Brüssel: die dritte und vierie behandelten die Versorgung mit Munition und Proviant. Die eine von den Häfen, die andere von den Strek- len. Sic enthielten ferner Abbildungen der englischen Truppen, um sie erkennen zu können, Stoffmuster und Zeichnungen. Außer diesen Dokumenten sand ich ein zerlegtes und in eine zlstc verpacktes englisches Gewehr vor. Wahrscheinlich wurde s von der englischen Regierung der belgischen als Muster ge-, chiät. Dem gleichen Zwecke diente ein englisches Seitenge- vehr. Die Unterzeichnete« Dokumente waren in französischer Sprache abgesagt. dursten „der in Brüssel ausgearbeitet waren sein und tragen das Datum 199«. r!kr (fiiliililjof non \\t\m als Zenac tiir die deullcht zimksltitiliia.' Rom, ‘29. Tept. Ter „Popolo Romano" gibt einm llnrf des Erzbiselzofs von Reims, Kardinal Lncon, toiob’V, » dem es beißt, das; die Türme, die Fassade und die Orgel icr Kathedrale zu Reines „nbeschädigt find. Ta? Blatt neint dazu, die Künstler und Gelehrten hätten gescheit-.',: dann getan, genaue Nachrichten ab,»warten, bevor sie ihrm Protest losliehen. Cu: andere? italienische? Blatt drückt sich allgemein da- in an?, dast der Erzbischof von Reim? den Bericht de? dent- Sieue Tageszeitung. Freitag, oen 2. Oktober 1914 fchen Gencralstabes über die Beschießung des Domes bestätigt habeidamit würde der Erzbischof auch dafür Zeugnis abgelegt haben, daß die Franzosen das Gotteshaus zu Militär- ischeu Zwecken mißbrauchten und deshalb allein die Schuld an seiner Beschädigung tragen. Die Türken und Polier. Konstamtinopel, 30. Sept. Der offiziöse „Jkdam" beschäftigt sich in seinem Leitartilel mit den brüderlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Persien und gibt seiner Teilnahme an Persiens Leid in der Vergangenheit und seiner Befriedigung Ausdruck über die besonders feit dem Regierungsantritte des liberalen Kabinetts Mostowfi-el-Memalik bemerkbaren Fortschritte und Wandlungen. Dasselbe Erwachen könne man in der ganzen islamitischen Welt, besonders in Afghanistan, konstatieren. — Der Korrespondent des „Tasvir-i-Efkiar" in Sofia meldet: Erklärungen des Ministerpräsidenten Ra- doslawo und Eenediews ihm gegenüber sowie Feststellungen anderer kompetenter politischer Kreise ergebe», daß Buxtons Bemühungen wirkungslos geblieben feien. Ebenso wenig Erfolg bei der Regierung oder der öffentlichen Meinung habe die propagandistische Tätigkeit der Opposition. Radoslawo habe auf die innigen türkisch-bulgarischen Beziehungen verwiesen, die das gegenwärtige Kabinett entschieden aufrecht erhalten werde. Rach den in hiesigen persischen Kreisen -vorliegenden Nachrichten haben die schiitischen Eeistlichen und die Oberhäupter von Kerbelah und Redschcf (Türkei), die als oberste religiöse Instanz für die Perser gelten, eine Kundgebung an die Nation und die persischen Stämme gerichtet, in welcher es heißt, daß der Augenblick für die Befreiung Persiens vom russischen Joche gekommen sei. Der Führer des Stammes Kar- dar, Jalik Khan, soll mit den Schachsevennen die russische Grenze überschritten haben und in Transkaukasien bis Kisil Agatsch bei Lenkoran vorgedrungen sein. Ans Frankreich. Die französtiche Kriegsvorbereitung. Köln, 1. Okt. Als Beweis, daß die seinblichen Kriegsvor- bereitungen bereits im April getrosten wurden, veröffentlicht der römische Korrespondent der „Kölnischen Volkszeitung" einen Brief, wonach eine Mailänder Firma am 1. April auf- gesordert wurde, Angebote aus Lieferung einer großen Zahl beweglicher Feldöfen und Feldküchen an die französische Militärverwaltung zu machen. Der Zuschlag sollte bereits am 1t. April erfolgen, der Auftrag blieb aber unausgeführt, „Der Mensch i» Ketten". Aus Gens wird dem „Berl, Tagebl," gemeldet: Da der Kriegsminister Clemenceaus Blatt „L'homme livre" (der freie Mensch) auf eine Woche verboten hat, läßt Clemenceau jetzt eine neue Zeitung „L'homme en chaines" (der Mensch in Ketten) erscheinen. 7000 Zuavcn vernichtet. Berlin, 1, Okt, Ein Mittagsblatt gibt eine Unterredung wieder, die der Korrespondent der „Daily Mail" in Paris mit einem unverwundetcn Zuavenoffizier hatte. Dieser erzählte, am 20. September sei eine Brigade von 8000 Z u a v e n in das deutsche Maschinengewehrscuer gerate» und bis auf 1800 Leichtverwundete ausgcriebe n worden. Die Schändlichkeiten der Turkos. O f e n p e st, 30. Sept. Einer der Reisegefährten des aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Grafen Michael Ka- roly, Ingenieur Friedrich, berichtet, daß die Gefangenen in einem engen Raum zusammengepfercht worden seien. Eines Tages wurden auch verwundete Turkos dorthin gesteckt. Jeder Tnrko batte an einer Schnur abgefchnittene Ohren, Rasen und beringte menschstche Finger, die sie mit bestialischem Triumph- gehcul jedermann vorwiescn. Das sind die Kämpfe: für — Zivilisation! Aus Belgien. Die Stimmung in Antwerpen. Bordeaux, 1 . Oktober. Ueber die Stimmung in der belagerten belgischen Hauptstadt berichtet sehr anschaulich ein Brief, den der belgische Gesandte in London an eine politische Persönlichkeit in Bordeaux gerichtet hat. Der Brief enthält die Worte: Wir fechten mit den letzten Trümmern unseres kleinen Heeres. Wir leisten Wider- üand. um die Zuversicht der Verbündeten nicht zu zerstören, doch habe ich wenig Hoffnung, daß unsere Anstrengungen einen sichtlichen Erfolg bringen werde». Die Uebcrmacht unseres Feindes ist zu groß. Wir selbst haben die geschulten Soldaten fast gänzlich cingebüßl und beschränken uns jetzt auf die notdürftige Ausbildung willcnskräftigcr Bürger. Aus dem westlichen Belgien. Rotterdam, 30. Sept. Der „Rotterdanische Courant" meldet aus Eindhoven vom 29. September: Hier sind 300 Flüchtlings aus Mall eingetrosten, das Samstag »och von ciu.r Abteilung belgischer Infanterie besetzt war. Eine starke deulsche Truppenraacht mit Artillerie : scheint den Ort besetzt zu haben. — Am Sonntag srüh ist Alost von de» Bewohnern verlassen worden. Ans England. Ein zutrestendes englisches Urteil über die englischen Lii- gennnchrichten. Rotterdam, 29. Sept. In seltener Selbsterkenntnis haben die „Times" den englischen Lügenfeldzug gekennzeichnet. In einer Polemik mit der „Kölnstche» Zeitung" bezeichne:« das Eityblatt Nachrichten, die durch Vermittlung der holländstchen Presse als Miltcilungcn des englische» Ministers des Auswärtigen in die Lestentlichkeit gelangten, als „Depeschen aus einer Liigenfabrik". Der „Nisuwe Rotter- dumsche Courant" weist nun den „Times" »ach, daß die betres- f nden Mitteilungen am 11. September durch die englische Gesandtschaft im Haag an die holländische Presse ausgegebcn worden sind. Die englische Gesandtschaft hatte die Nachrichten ausdrücklich mit der Notiz gekennzeichnet: „Alle diese Mittei- ____Seite 8 Iungcn tragen die Unterschrift des Ministers für Auswärtig, Angelegenheiten Erey". Wenn die „Times" diese Nachrichten als aus einer Lllgcnsabrik stammend bezeichnen, so ist gegen das Urteil nichts einzuwcnden. „Timcs"-Phantasic. Rotterdam, 30. Sept. Die „Times" schreibt: Allgemein wundere man sich darüber, wie schnell die schwere Artillerie der Deutschen vor Maubcugc das Feuer eröffnen koitute. Man könne sich dies nicht anders erklären, als daß die Deutschen bereits vor Kriegsausbruch die nötigen Vorbereitungen zur Ausstellung ihrer schweren Geschütze getrossen hotteii! ^znr ^zuli 1911 seien die nahe der Stadt gelegenen Waldungen von einem gewissen Herrn Gilbert Murty au- Brüssel angekauft worden, der jedoch nur der Strohmann des wirklichen Käufers, Krupp in Essen, gewesen fei. — Die Neichtümer der Bank von England sind ärmlich gegen dieses Ucbcrmaß Lberschlauer Phantasie! Englische „Fricdcnsschalmrikn". Unter dieser Uebrc- schrift berichtet ein holländisches Blatt: Rotterdam, 26. Sept. Die oft als offiziös angesp-ock,- cne „Wsstmiiiftcr Gazette", die aber mit mehr Recht lvoh! als das Sprachrohr Greys angesehen werden darf, erklirr, Endlands Ziel sei nicht die Vernichtung Deutschlands. Je- der Frieden, der Wunden und Revancheidecn zurückiasse- vcrfchle seinen Zweck, und darum sei England bereit, sofern Deutschland nach dem Grundsatz „Lehen »nd leben lassen" handeln wolle, den glimmenden Hoffnunzsfuukm nicht auszuläschcn. Wir lasten dahingestellt sein, ob das holländische Blatt, den Sinn der Aeußerungcn der „Wcsstninster Gazette" richtig wicdergegcbcn hat: in Dcntschland weiß man jedenfalls, woran man mit England ist: daß nämlich England die Hauptschuld an diesem Kriege gegen uns trägt, und daß England vermutlich auch alle seine Kräfte daran setzen wird, Deutschland niederzuringen oder doch möglichst schwer zu schädigen. Darnach werden und können wir allein unsere Haltung gegenüber England cinrichtcn. Die gütigen Anerbietungen des englischen Blattes, Deutschland nicht zu „vernichten", können uns also, auch von ihrer windigen Prahlerei abgesehen, völlig gleichgültig lassen. Albion stiehlt wieder Kriegsschiffe. Rotterdam, 29. Sept. Wie der „Amsterdamer Tclegraas" aus London meldet, wurden die zwei auf englischen Wersten im Bau befindlichen spanischen Kriegsschiffe von der Admiralität beschlagnahmt. Ein „Kanadier" fordert den Deutschen Kaiser. Rew- pork, 28. Sept. Die hiesigen Zeitungen veröffentlichen die Zuschrift eines Kanadiers, der den Weltkrieg durch ei't Gottesgericht aus der Welt schaffen will. Zu diesem Zweck hat er angeblich den Deutschen Kaiser gefordert. Er nennt Kitchener und French als seine Zeugen, und erwartet von dem Kaiser, daß er ihm gleichfalls seine Zeugen nennen solle. Bezeichnend für die deutsch-feindliche Gesinnung eines Tei- lcs der amerikanischen Presse ist der Umstand, daß sie die Forderung des guten Mannes, der nur Reklame für sich machen will, ernst nehmen und den offenen Brief an den Kaiser zum Abdruck bringen. Ncuyork scheint neuerdings nach — Arizona verlegt zu sein. Ein britischer Dampfer im Schwarzen Meer gesunken. A m st e r d a m, 30. Sept. Aus London wird gemeldet: Die „Times" erhielten ein Telegramm von Lloyds .wonach der triiische Dampfer „Belgian King" in der Nähe von Kap Kurcli nach einer Fahrt aus Trapezunt auf dein Weg nach Konstantinopel gesunken sei. An Bord befanden sich 120 Passagiere und Mannschaften. 98 von ihnen wurden von dem rnssischcn Dampfer „Prinzeß Eugenie" gerettet. Der Wert des Schiffes, das anßerdeni 3000 Schafe »nd 4Ö0 Ochsen geladen hatte, beläuft sich auf etwa 15000 Pfund Sterling. - Leider wird nicht gesagt, wodurch da? Sinken des Dampfers veranlaßt wurde. Verschiedene Stimmung bei den Buren. Wie über Rotterdam berichtet wird, hat sich gelegentlich einer Versammlung von Buren in Lichtenbcrg (Transvaal) ein Zwischenfall ereignet, der ziemliches Aufsehen erregt hat. Nachdem die Generäle Beyers und de Wct ihre Haltung verteidigt hatten, entfalteten mehrere Zuhörer unter lautem Beifallc die alte Flagge des Freistaates. Ter Vorsitzende der Versammlung rügte zwar die Kundgebung, tat es aber sehr lau. — Wir legen unsererseits ans derartige Stimmungsknnd- gebungen kein besonderes Gewicht, glauben sie aber verzeichn nen zu sollen. Ans Ztntzlnnd. 100,000 Russen in Galizien gefallen. Zürich, 1. Okt. (W T. B. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der „Neuen Züricher Ztg." veröffentlichen die Londoner Blätter glaubwürdige Meldungen über die Verluste der Russen in Ost- prcußen und Ostgalizien. Darnach seien auf dem gnlizischen Schlachtseide gegen 100,000 Russen gefallen. Wie gut wir die Russen behnndcl». Stockholm, 30. Sept. „Tagblad" zufolge wird Stockholm von Russen überschwemmt, die aus den Badeorten Deutschlands an- koniineu. Alle sind voll Bewunderung für das deutsche Volk, weil sie trotz des Krieges und ihrer Nationalität in Deutschland so liebenswürdig behandelt worden sind. Sie versichern, sie ‘würden nicht versäumen, von Per erfahrenen guten Behandlung in Rußland zn berichten. Die Beraubung des Lcmbergcr Museums. K r a k a u, 30. Sept. Zu der Fortschassung der Schätze des OstolrneumS von Lemberg nach Petersburg wird noch gemeldet: Dieser Verlust wird in der dortigen Bevölkerung überaus schmerzlich empfunden. Das Museum bestand aus einer Bibliothek von etwa 112.000 Bünden. 5000 Handschriften, Auto- 9lt. 231 Seite 3. zraphen und Urkunden. Ferner befanden sich in dem Museum zahlreiche Reliquien und Andenken an polnische Könige rann ein Kupserstichkabinett von 28,000 Stücken und ein Münzkabinett von 17,000 Münzen, 43,600 Medaillen und 500 Banknoten, ferner eine Bildergalerie von 1034 Gemäl- den. darunter von Cannalete, Giorgiono u. o. Tcr Zar vor der Kriegserklärung. Die „Coburger Zeitung" erfährt über die Vorgänge in den letzten Julitagen in Petersburg folgendest „In Zarskoje Selo haben in den letzten Tagen des Juli zwischen dem Zaren und dem Großfürsten Nikolaj Nikolaje» witsch heftige Auseinandersetzungen stattgesunden. Es mutz festgestellt werden, daß der Zar unter allen Umständen gewillt war, den Frieden zu erhalten. So konnte er denn auch ehrlichsten Herzens noch am 31. Juli dem deutschen Kaiser das feierliche Wort geben, daß „Rußland" keinen Krieg wünsche. Mit dem Zaren hatten mehrere Großfürsten, denen die behagliche Ruhe und das friedlich-sorglose Leben wertvoller ist als ein Krieg mit sehr ungewissem Ausgang,, fer- »er auch der Ackerbauminister Kriwoschin, der sehr einflußreiche Fürst Trubetzkoj und nicht zulehc d>r > Zarin alles versucht, die von dem egoistischn Großfürsten Nikolaj Nikolaje- witsch geführte Kriegspartei von den schweren Folgen eines kriegerischen Konflikts mit Deutschland zu überzeugen. Inzwischen ordnete Großfürst Nikolaj ohne Wissen des Zaren die Mobilisierung der Armee an. Er war es auch, der mit der ihm ergebene» Hofbeamtenschaft dafür sorgte, daß der Zar noch mehr von der Außenwelt abgeschlossen und in Unkenntnis über die wirklichen militärischen Zustände im Reiche gehalten wurde. Als das russische Heer bereits den Vormarsch angetreten hatte, erzwang er vom Zaren mit der unwahren Behauptung, daß die Deutschen bereits in Polen einniarschiert seien und deutsche Agenten eine Neoolution zur Vernichtung des Zarentums und des ganzen Kaise.hiu- ses angezettelt hätten, den Mobilmachungsbefehl, der dann a»ch — unser Gewährsmann sagt „schwereii Herzens" — er- teilt worden ist." Die Verantwortlichkeit des Zaren wird durch diese Darstellung nicht im mindesten eingeschränkt. Aus mancher Erfahrung mußte er wissen, daß er von Ministern u. Hof- beamten schamlos belogen wurde. Bevor er daher dem Deutschen Kaiser jene falschen Erklärungen abgab, hätte er sich unbedingt der vollen Wahrheit versichern müssen, was selbst für den russischen Zaren keine Unmöglichkeit ist. Rnsiische Offiziere berauben ihre eigene Kriegskasse. Zu der von uns veröffentlichten Notiz, „Russische Offiziere und Soldaten berauben ihre eigene Kriegskasse" erfahren ivir noch, daß die russischen Gefangenen übereinstimmend ange- geben haben, es hätten sich vornehmlich russische Offiziere an dem Raub beteiligt. Alis dkl Welt des Islams. Afghanistan gegen Indien. Konstantinopel, 1. Olt. tim hiesiges Blatt gibt die Meldung des offiziösen afghanischen Organs „Aradjulah BarusaOhan" wieder, nach welchem der Emir von Asghanistan eine Streitmacht von etwa 400000 Mann regulärer Truppen unter dem Oberbefehl seines Bruders Racr Ullah Khan mit dem Austrage entsandt Hab«, die Stadt Feschawar, den Schlüssel Indiens, zu besetze», und eine andere aus 300 000 Mann bestehende afghanische Streitmacht unter dein Vesehl des Thronfolgers Narec Jere gegen Rußland. Die Türkei bleibt fest. Konstantinopel, 1. Oktober. Die Botschafter der Ententemächte üben starke Druckmittel aus die P s o r t e aus, um diese zur O e s s n u n g der Dardanellen zu bewege»! bisher erfolglos. Die englische und französische Flott«, die sich gestern von den Dardanellen bis Tc- ttedvs zurückgezogen, hat sich heute noch weiter westlich entfernt. — Der „Tanin" schreibt: Vom heutigen Tage an gehören die Kapitulationen der Geschichte an. Andererseits können wir versichern, daß die Pforte beschlossen hat, den neuen Zustand in einem liberalen von Mäßigung und Entgegenkommen beseelten Geiste zu handhaben, um den Fremden in der Türkei den Uebergang zu erleichtern. Der Khcdioe gibt uicht «ach. Das Vorgehen Englands gegen den Khediocn Abbas wird hier allgemein als eine arge Verletzung der türkischen Souveränität über Aegypten ausge- saßt. In diesem Sinne erhielt auch gestern der englische Botschafter, Louis Mallet, aus der Pforte einen unzweideutigen Bescheid: er ging dahin, daß der Khedive, einer Forderung seines Souveräns entsprechend, in Konstantinopel blei- hen werde. Hurra! In der gestrigen Abhandlung über den Ursprung des Wor- at „Hurra" ist versehentlich keine Korrektur vorgenommen «orden und infolgedessen einige unliebsame Druckfehler stehen geblieben. Ilm den Sinn des Aussatzes nicht zu beeinträchtigen, geben wir ihn nochmals wieder. Der Forderung, die Sie in Ihrer Nummer 228 erheben, »die deutsche Sprache von unnötigem sremdländischem Zeug zu reinigen", darf des Dankes aller guten Deutschen sicher sein. Länger als ein Dierteljahrhundcrt kämpft der deutsche Sprachverein unermüdlich für die Durchsetzung dieser Forderung. „Adje" oder gar „Adjö" zu beseitigen, dafür sollte sich jeder Deutsche und jede Deutsche etnsetzen. Wenn es aber dann je ißt. vor allem fei auch das „tatarische" Hurra zu bekämpfen, » enthält dieser zweite Teil Ihrer Ausführungen einen sprech- «schichtlichen Irrtum. Der Ausrus „Hurra" ist nämlich l ut deutsch. Er ist nichts anderes als die Besehlssorm eines »mischen Zeitworts „Hurren" mit angeführtem langen a. Die Bedeutung des Zeitworts „Hurren" ist „sich schnell bewegen, eilen" und die Besehlssorm ohne Anfügung findet sich in einer berühmte» Stelle von Bürgers Lenorc „Und hurre, hurre, shopp, hop» hopp, gings fort in sausende« Salopp". Die Anfügung der tönenden ü.im langtönenden Ruf. ^ur Bersteckung «eue Tageszeitung. Freitag, den 2. Oktober l«li des ausklingenden Schalles ist eine durchaus altdeutsche Gewohnheit: als eine so von der Befehlsform abgeleitete Form sei hier nur auf „holla" hingewiesen, das nichts anderes ist, als ein verlängertes „hol", (so ruft man heute noch am Rhein den Fährmann vom anderen Ufer an) vom Zeitwort „holen". „Hurra", das sowohl auf der ersten wie aus der zweiten Silbe betont vorkommt, ist also ein kerndeutsches Wort, das Franzosen, Engländer und Russen (dort heißt's urS, mit dem Ton aus dcr letzten Silbe) erst von uns entlehnt haben. Es hat die sieghafte Bedeutung „eilig, drauf und dran". Dieser Sieges- rus möge unseren Feinden noch recht oft in die Ohren gellen, wenn unsere wackeren Feldgrauen mit ausgepflanztem Seitengewehr zum letzten Sturme ausspringen. Und auch seiner in Heereskrcisen ja schon lange üblichen Verwendung an Stelle des gegen des klingenden „Hurrah" stets stumps und gepreßt tönenden „Hoch" möchte ich warm das Wort reden. Prof. Gebhard. Nachschrift der Schrlstleitung: In dem Eigen- schajtswort: „Hurtig", das vielfach von unserer Landbevölkerung gebraucht wird und ebenfalls „schnell, eilig" bedeutet, kommt die Wurzel „hurren" auch deutlich zum Ausdruck. Bekannt dürfte sein, daß der althessische Kriegsruf „Schurr i" gelautet hat. Ans der Hermat. * Frankfurt a. 9)1., 2. Okt. Die Masseuse Emilie Ploch hatte von der Polizei in Frankfurt a. M. die Erlaubnis zum Betriebe einer Badcanstalr erhalten. Diese wurde auch in Betrieb gesetzt und zwar derart, daß bald darauf die Badeanstaltsinhaberin wegen Kuppelei in ihrer Badeanstalt begangen zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Nun hielt es aber auch der Polizeipräsident in Frankfurt an der Zeit, diesen lukrativen Betrieb einzustellen und erhob deshalb beim Bezirksausschuß Wiesbaden Klage auf Entziehung der Erlaubnis. Dieser Klage wurde heute stattgegeben. * Frankfurt a. M., 2. Okt. Ein Zweigverein des Deutschen Vereins für Sanitätshunde wurde für die Provinz Hessen- Nassau, für das bayerische Unterfranken und für das Eroßher- zogtum Hessen mit dem Sitz in Frankfurt gebildet. Den Ehren- vorsitz des Zweigvercins hat dcr Kommandierende General des 18. Armeekorps, Freiherr v. Eall, übernommen. — Dcr Nutzen gut ausgebildeter Sanitätshunde im Feltze ist durch die Erfahrungen dieses Krieges mit 12 Sanitätshunden beim Earde- korps erwiesen. Zahlreiche Verwundete, die durch die Sanitätsmannschaften bei Nacht und Nebel usw. nicht rechtzeitig gesunden werden und so einem traurigen Tode verfallen könnte», wurde» durch die Hilfe der Hunde ihren Angehörigen und dem Daterlande erhalten. * Frankfurt a. M., 2. Okt. Die preußische, bayerische, sächsische und württembergische Heeresverwaltung wollen der Förderung des deutschen Viehstandes Rechnung tragen. Die deutsche Landwirtschaft hat bekanntlich in der letzten Zeit zur Erleichterung der Fleischversorgung sich in großem Umfange der Schweinezucht gewidmet, insolgedessen gegenwärtig an Schweinen ein überreiches Angebot vorhanden ist. Diese günstige Konjunktur wollen sich jetzt die deutschen Heeresverwaltungen zu Nutze machen, indem sie in ihren eigenen Konservenfabriken und den privaten Unternehmungen, die für den Heeresbedarf Lieferungen erhalten, vorwiegend Schweinefleisch verarbeiten lassen. Auf diese Weise erzielt die Heeresverwaltung günstige Einkaufsbedingungen für ihre Vorräte und die Landwirtschaft findet Absatz für ihre Schweinezucht, sodaß deren Rückgang infolge gänzlicher Unrentabilität vermieden wird. Die vorwiegende Verwendung von Schweinefleisch für den Heeresbedarf hat zugleich eine Schonung unserer Rindvichbestände zur Folge die im Interesse unserer Volksernährung erwünscht ist. — Wie wir hören, sind von der preußischen Heeresverwaltung in Mainz bereits große Einkäufe von Schweinen bewerkstelligt worden. Starkenburg. * Landwirtschaftskammer für das Eroßh. Hessen. Die Land- wirtschaftskammer, welche, wie bereits früher bekannt gemacht, den Ankauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen für die Heeresverwaltung durchführt, nimmt Angebote auf Hafer, Roggen, Wiesenheu und Roggenstroh entgegen. Alle Interessenten, welche diese Erzeugnisse anzubieten haben, wollen sich mit Preisangaben an die Landwirtschastskammer in Darmstadt, Rheinallee g wenden. * Darmstadt, 2. Okt. Die Darmstädter Väckerinnung hat die ihrer Vereinigung angehürenden Meister mit 3 und die bei den Innungsmitgliedern beschäftigten Gehilfen, welch« zu den Waffen gerufen wurden, mit je 2 Anteilen bei dcr hessischen Kriegsvcrsicherung aufnehuien lassen und beschlossen, die Koste» hierfür zu tragen. * Eberstadt b. Darmstadt, 2. Okt. Die Bürgermeisterei gibt bekannt, daß sie einige, ihr bekannte Klage» über Mißstände in Bezug auf die Verpslegung und einzelne schlechte Quartier« der einquartierten Truppe», näher untersuchen werde. Sie müßte bedauern, wenn die Klagen berechtigt erschienen, wird sich aber veranlaßt sehen, cinzuschreiten und die Namen dcr betreffende» Ouarticrgeber in der Zeitung veröffentlichen, wenn die Klagen begründet sind. • Lampertheim, 2. Okt. Hier haben sich die Landwirt« gegenüber den Metzgern, welche schlechte Preise für die Schweine zahlten, dadurch geholfen, daß sie ihre Schweine selbst schlachteten. Als dann die Metzger abschlugen, gingen die Landwirte bis zu 00 Pfg. herunter und sollen hierbei immer noch bessere Geschäfte mache», als wenn sie ihre Schweine den Metzgern liefern. Aufruf an die Kurtrufpitler. Von einem hiesigen angesehenen israelitischen Mitbürger geht uns folgende Mahnung zu: Ein jeder trägt dazu bei, die Not dieser Kriegszeit zu lindern. Hinter dem Namen ans den Sammellisten findet sich hier und da der Vermerk: „Spielpartie" oder „Skatge- winn". Doch bisher nur vereinzelt. Es wäre aber an der Zeit, die Gesamtheit der Kartenspieler in Deutschland zur Wohltätigkeit zu mobilisieren, damit auch sie sich eine Act freiwillige Kriegssteuer auferlegen. Viele nehmen jetzt zu einem Spiele die Zuflucht, um der Sorge und auch dem zu andauernden Politisieren für einige Stunden zu entfliehen. Beim Spiel gibt man seinen Gedanken eine andere Richtung, eine Skatpartie hilft über bange Stunden hinweg. Man sollte aber das angenehme mit dem nützlichen verbinden. Diejenigen, die nur des Vergnügens halber Karten spielen, sind schlechte Patrioten. Vollends ist cs verwerflich, wenn man gar des Gewinnes wegen spielen wollte. Der Name „Spieler" mit verächtlichem Beigeschmack bezieht sich auf solche, die beim Spiel was verdienen wollen. Wenn aber das Spiel eine Unterhaltung sein soll, so soll man sie, wie heutzutage alles übrige, in dr» Dienst der gute» Sache des Vaterlandes stellen. Darum ergeht an alle Kartenfpieler der Ruf, den Gewinn für die Kriegsfürsorge, für die Frauen und Kinder der Wehrmänner und für die Arbeitslosen a b - rugeben« Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wolkig, meist trocken, keine Tempcraturver, änderung, nordwestliche Winde. Wie sorgt der Staat für die Hinterbliebenen gefallener Krieger? Die Frage ist in dieser Zeit Gegenstand besonderen Interesses, vor allem möchten aber die Hinterbliebenen selbst wissen, auf welche Hilfe sie in ihrer plötzlichen Notlage rechnen können. Mit nachbarlichem Rat ist es gerade in diesem Punkte schlecht bestellt, hat doch die lange Friedenszeit uns jahrzehntelang solche ernste Kriegssragen serngehalten. Es dürste deshalb angebracht sein, daraus hinzuweifen, daß das gesamte Militär Hintcrbliebenengesctz für nur 80 Pfg. im Druck zu haben ist (Verlag Gerhard Stalling in Oldenburg i. E.) und zwar mit klaren Erläuterungen und Beispielen nach den kriegsministeriellen Ausführungsbestimmungen versehen. Das Gesetz gibt in seiner Abteilung „Kriegsoersorgung" ausführlich Bescheid. führt u. a. für jeden einzelnen Dienstgrad, vom General und Admiral bis zum Gemeinen, für die Hceresbcamten, die auf den Kriegsschauplätzen verwendeten Personen der freiwilligen Krankenpflege usw. die Rente auf, die der Staat den Witwen und Waisen unseren den Heldentod gestorbenen Vaterlandsverteidigern gewährt. Es kann nur empfohlen werden, sich aus dem Heftchen Rat zu holen. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsches, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Sch m i d t. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. G., Friedberg i. H. Nachruf. Am 24. Seplember starb den Heldentod für Kaiser und Reich unser 1. Kommandant Heinrich Friedrich Bär Res. SDluit. Kol. Nr. 47, XVIII. Res. Armee Korps. Wir werden dem pflichttreuen und liebenswürdigen Kameraden ein ehrendes Andenken bewahren. Erotz-Karben, den 2. Oktober 1914. Las KinnuMi nni) der Vorstand der Fmivilligkil Ktmulthr: I. 21.: Höhr. Seile 4. Nr. 23i Für den Krieg empiehle ich Regenschutz ä Mk. 4.50 und wasserdicht imprägnierte Westen von Mk. 6.50 an, halbseidene u. seid.wasserdicht imprägnierte Westen Leder- und gestrickte Westen unter dem Walfenrock zu tragen äusserst preiswert. 11 . Weber Fricdberg >. II. Kniserstr. 6 'i. itlilitär-Uiiterwesten garantiert wasserdicht und warmhaltend liefert 5 „ „ „ „ 2.40 her»»»» lulrft Verpackung frei, Porto 20 Pfg. Portofreie Feldpostpriefe 4—5 Zigarren 20—25 Stück Zigaretten, Gewichtsgrenze SO g, Briefs können beigelegt werden. Versandt erfolgt direkt ab meinem Geschäft nach Ausgabe vorschriftsmäßiger Adresse. ssiglirmllMs Adolf Wolff gegenüber dem neue» Kahnhof. Friedlierg i. H. Fkrichreihkr Ur. 221. iWWSS ffflffflll 355 Pecken-u.Snllren-Iioiiren $tloni*l>, IHoirtiol. w - . ( ' Ocl-todtfarbc __HHO J ÜfBlDll ff II. in 6 prachtvollen Nuanren. Äkiell-Allktrsabrik l^ch-^triul empfiehlt ihre Trolltiislhiiitzkl uiiö Mtlch'Ziilktkschilitzel in vorzüglichster Qualität billigst. Preisosferten und Muster auf gefl. Llnsrage. TRS j ßußtreber 3ut Fütterung von Mast- und Riilchviel lOwie von Kchmeine», empfehlen wir unsere Namrebe ^>ese lind aus kllkais, Eersie und Malzkeimen heraestell . ^ durch einen Brand unsere Treberirsckenanlaqe ve mchtet wurde, geben wir die Natztreber billigst ab. 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Der Bürgermeister: Stahl. jZelrannImachnnfl. Ich bringe hierdurch zur ösfentlichen Kenntnis, daß bei der am 29. September 1914 vorgenommenen Auslosung von Aktien des städtischen Schwimmbades die nachstehenden Nummern gezogen worden sind: Litra A Nr. 6 . Litra B Nr. 7 14 20 24 26 51 86 120 146. Die Einlösung der gezogenen Aktien erfolgt vom 1. April 1915 ab, bei der Stadtlofic. Fricdberg, den 30. September 1914. Der Bürgermeister: Stahl. Freiwillige Galien. Für das Ecnesungslazarett Reichelsheim i. d. W. gingen bis zum 9. September folgende Gaben ein: Fam. Ad. Schmid: Birnen, 10 Eier, Milch, Endivien, Gemüse, Zwiebeln, Kartof- seln. Fam. Hrch. Wilh. Ad. Nohl: 3 P. Strümpfe, 2 Glas Gelee, Kartoffeln. Fam. K. W. Nohl: Mirabellen, Rainc- ciaudcn. Fam. L. Veitlf: Birnen. Fam. Friedrich WUHcln Eoburger: Frühäpfel, 6 Eier. Fam. H. Meier: 10 Pfd. Zucker. Frau Schwabeland: 2 Klos Kirschen. Jam. Ad. Faiß: Milch, 3 Hemden, 10 Eier. Fam. Roß: 1 Wurst, 1 P. Pantosscln, 2 P. Strümpfe, 3 Hemden, 3 P. Unterhosen, 100 Zigaretten. Familie Dullstciii: Gurken. Fam. Ad. Weitz: 100 Zigaretten, 10 Eier, 2 P. Pfejfermünz, 3 Hemden, 3 Taschentücher, Fußlappen, Aepfcl. Fam. Wilh. Eimer: Milch, 16 Eier, 1 P. Pantoffel, .. P. Strümpfe. Fam. Fich: Gurlen, Bohne». Fam. Herm. August Vogt: 10 Eier. Fam. Alb. Ulrich: 1 Pfd. Butter, Eur- lcn, Kartcsfcln. Fam. Meiß: 4 Eier, Milch. Fam. Capretti: I Pfd. Kasfee, 1 Pfd. Zucker, 6 Eier, 1 Bro:, Seife, 5 Hemden, 6 Taschentücher. Fam. Heinrich Bcckel: Gurlen. Frau Sus. Müller: Wirsing. Fam. Höres: 100 Zigaretten. Fam. Völker: t Eier. Fam. Wilh. Sprengel: Wurst. Fam. Gustav Eimer: Wirsing, Milch, 10 Eier. Fam. Bäckermeister Vogt: 1 Brot. Fam. Heinrich Hinkel: Tee, Kakao, 12 Eier. Fam. Äd. Keller: Acpsel, Wurst, 20 Eier. Fam. Karl Eoburger I.: 3 Körbe Birnen, 5 Eier, Oberkohlraben, 2 Hemden, Salat. Fam. Ad. Beckel: 2 Glas Mirabellen, Kartoffeln, Gemüse. Fam. Mikyl: Schreibpapier, 25 Ansichtskarten, 100 Zigarren, 12 Hefte, Weiß- lraut. Fam. Heinrich Bcith: 10 Eier, Zwiebeln. 1 EI. Gelee. -lepfcl. Fam. Karl Detter in Grund-Schwalheim: 10 Gier, 3 Hemden, 3 P. Strümpfe, Wurst, 2 Brot, Aepfel. Frau Brief- tiägcr Müller: 20 Zigarren. Frl. Becker: lg Waschlappen. Fa milie Hermann Eoburger: 22 Eier, täglich Milch. Fam Fritz' 10 Eier. Fam. Th. Weitz: 1 EI. Kirschen, 13 Hefte. Rell. Uni. rerfum, 20 Eier, Wurst. Fam. Karl Möser: 2 Gl. Gelee, Zwie- bcln, Seife. 10 Eier. Gurlen. Fra» Fisch: I Gl. Gelee. Fam. Schnell: 1 Tops Gelee. Fam. Eondols: 6 Taschentücher, 12 Blumenkohl, Endivien, Blumen. Fam. Stelz: Gemüse, Kar- tefscln, Brennmaterial. Fam. Wilh. Karl Schäfer: Milch, Wurst, Brot. Fam. Michel: Milch, 1 El. Gelee, 6 Taschentücher. Fam. Herm. Meub: 10 Zigarren. Fam Wilh Wolf 2 Ww.: Milch. Fam. Wilh. Nagel: 5 Eier. Fam. Lehrer Schäfer: 5 Eier. Familie Thum: 7 Eier. Fam. Karl Maly: 8 Eier, Salat, Zwiebeln, täglich Milch. Fam. Koch: 8 Eier, Endivien. Fam. K. Friedrich Wilhelm Schäfer: 10 Eier, Milch. Fam. Friedrich Eros: 12 Eier, Kraut. Fam. Weine:' Weiß- :>nd Rotkraut, Zwiebeln. Fam. Karl Nohl: Gemüse. Fam. Heinrich Dörr: Gemüse. Fam. Karl Stier: Aepfeln. Familie Fleischhauer: Milch. Fam. Konrad Wilhelm Schäfer: 1 Glas Gelee, 1 Pfd. Kaffee, 12 Eier. Fam. P. Lang: 20 Eier, 1 Brot. Fam. Ohly: 1 Gl. Gelee. Fam. Karl Steten: Wirsing, 15 Eier. Fam. Ad. Nohl: Birnen. Fam. Sauer: 2 Pfd. Bienenhonig, y. Pfd. Butter. Fam. Gustav Stier: 12 Eier, I El. Bohnen. 1 Gl. Mirabellen, 1 El. Gelee, Vrennniaterial. Fam. K Heinrich Wilhelm Faist: Milch, Weißkraut. Fam. Wilh. i Maley: 20 Eier, Birnen, Aepfel. Fam. K. Sprengel: Eelbe- ! rüden. — Herzlichsten Dank! Pfarrer Vogel. Für das Rote Frren; Es gingen weitere Spenden ein: Wäsche und Eebrauchsgegcn stände. Zahnarzt Landau: 1 Kiftchen Liebesgaben für das Feld: Herr Karl Damm: 1 Kiftchen Zigarren: Ungenannt: 1 Partie Stöcke: Frl. Anna Schmidt, Melbach: 1 Topf Honig, 1 Glas Gelee, 16 Gier: Ungenannt: 6 P, getr. Socken: Herr Bäckermeister Weifensee: 10 Palet Zwieback, 2 Paket Kalao: Herr Balthasar Schneider: 500 Zigarren: Frau Dr. Schäfer: 1 P. neue Socken, 2 P. Pulswärmer: Frau Jnfpekt. John: 3 P. woll. Strümpfe, 12 Taschentücher, 12 Pälchen Tabak: Frau Georg Ulrich: 1 Kiftchen Zigarren: Frau Lindenau, Fauerbach: 3 getr. Hemden, altes Leinen: Frau Wagnermeister Fales: 3 P. neue Sollen, I P. Schuhe: Frau Hotz: 5 P. getr. Socken, 5 P. Fußlappen: Frau Oberlehrer Koch: 3 getr. Hemden, 4 P. Pulswärmer: Frl. Hochne: 6 P. neue Socken, 3 P. Pulswärmer: Zwei Mädchen: 2 P. Socken: Frl. Kätchen Briel: 2 P. neue Socken; Frl. Rieß: 4 P. neue Socken, 1 P. Pulswärmer, 1 Ohrenwärmer: Ungenannt: 2 Dutzend Fußlappen; Herr Hrch. Drott: für 10 M Zigarren und Zigaretten; Frl. S.: 2 Pfd. gemahl. Kaffee, 5 Palet Tee, 3 Pfd. Zucker, 6 neue Hemden; Herr Bernhard Rofenthal: 6 Taschentücher, 6 P. neue Unterhosen, 4 neue Hemden, 1 P. Kniewärmer; Herr Josef Krämer: 4 P. neue Socken, 1 P. Kniewärmer, 2 Flaschen Himbeersaft; Ungenannt: 1 Paket Zigaretten, 2 P. neue Socken, 2 P. neue Unterhosen; Die Damen des Montagskranzes: 12 Bieberhewden, 6 weiße Hemden, 10 P. getr. Unterhosen, 18 P. Fußlappen, 14 P neue Socken, 8 P. getr. Socken, 3 P. Pulswärmer; Meta Meyer: 1 P. Pulswärmer; Ungenannt: 24 Taschentücher; Ungenannt: 1 Pfd. Schokolade: Frl. Dittmar: 1 P. neue Socken; Frl. Milli und Emmy Hanstein: 2 P. Pulswärmer; Herr Dr. K. und Dr. Sch.: I Pack Taschentücher, 5 Leibbinden, 1 Brust- schlltzer, 2 P. neue Socken, 5 P. Pulswärmer; Frau Profeffor Kramer und Tochter: 1 Pack Liebesgaben für das Feld: Herr Josef Müller: 6 P. neue Socken; Frau Ewald: 2 woll. Hemden, 1 P. Unterhosen: Ungenannt: 2 wollene Binden, 1 P. weiße Socken: Frau R.: 4P. neue Socken, 3 neue Unterjacken, 3 P. Unterhosen; Frau Schmidt: 5 P. Hosenträger, 12 Waschlappen, i P. Unterhosen, 9 baumw. Hemden; Herr Dr. W.: 2 P. Unterhosen, 1 Hemd; Frl. C.: 1 Paket Liebesgaben; Gemeinde Kirchgäns durch Herrn Pfarrer Helwig: 55 P. neue Socken, 34 neue Bieberhemden, 6 P. Pulswärmer; Gemeinde Niederflorstadt (2. Gabe": 50 P. neue Socken, 50 P. Fußlappen, 38 P. Pulswärmer, 5 Waschlappen; Frau Sch.: 1 P. Unterhosen, 1 Paket Schokolade, Fußlappen; Gemeinde Hochweisel: 7 P. Unterhosen, 5 Unterjacken, 30 P. neue Socken; Frau Bauinspektor Witzler: 5 P. getr. Socke», 6 P. getr. Unterhosen, 2 Paar Pulswärmer, 4 Palet Zwieback, 4 Pfd. Seife; Frau Kaufmann Stamm: Tabak; Herr Ph. Steinhäuser: 1 Pack Liebesgaben für das Feld; Frau H. Str.: 3 Unterjacken, 3 P. Unterhosen, 3 Leibbinden, 2 P. Pulswärmer, Fußlappen; Frau Müller: 1 P. neue Socken; Gemeinde Weckesheim durch Herrn Lehrer Kuhn ( 2 . Gabe): 100 P. Socken, 25 P. Pulswärmer; Gemeinde Wölfersheim durch Frau Paul. Clotz: 83 P. Socken, 28 P->ar Pulswärmer, Zigarren und Tabak; Frau Seminarlehrer Mitth: 3 P. neue Uuterhoen, 5 Unterjacken: Frl. Thea Winller: 1 P. neue Socken; Frau Zahnarzt Winller: Tabak, Streichhölzer, 2 P. neue Socken; Frau Winller fen.: 6 Taschentücher, 2 P. neue Socken, 1 Unterjacke: Frl. Else und Bertha Mohr: 4 P. neue Socken, 2 P. Pulswärmer; Ungenannt: 4 P. neue Socken, 1 Paket Zwieback: Herr Michael Scheuer: 4 neue woll. Hemden, 12 Taschentücher: Frau Metzger Engel: 2 neue Hemden, 2 P. Unterhose», 12 neue Taschentücher, 5 P. neue Socken, 5 P. getragene Socken: Frau Lehrer Klingelhöser: 2 P. neue Socken; Frau u: 2 P. neue Socken: Gemeinde Södel: 34 P. neue Socken, 10 Pulswärmer, 10 Psd. Seife, 3 P. Unterhosen, 2 P. getr. Socken, ferner 24 Hemden, 11 P. neue Socken, 18 P. getr. Socken, 8 Tachentllcher, 3 P. Unterhosen, 2 Bieberbettücher, 1 weißes Bettuch, 2 St. Seife; K. R., Schwalheim: 1 P. neue Socken, 1 P. Pulswärmer: Herr F: 2 P. neue Socken, 4 P. Pulswärmer: Frl. Auguste Suppes: 2 neue Hemden, 3 P. neue Socken, ii Tachentücher; Frau Ferd. Stern: 3 P. Pulswärmer: Herr Ph. Steinhäuser: 6 P. neue Socken, 6 P. Fußlappen, 3 Unterjacken; Herr Heinz: 14 P. Fußlappen, 12 Taschentücher. Allen Gebern herzlichen Dank! GWWclle des 9 »otcn Kreuzes, HaMÄ 16 .