Die „Hleue ^agrszeitung" nw.t ieden B/erltag. Negelmätzige Beilagen „Der Dauer aus riesle»", „Die Kpmnstubr". Denrgapreis: Bei den Postanitalt'n vierlelrährlich Mk. 1,95 lei den Agenten monallich 50 .» v,im,u Uitt Postgebühr oder Trägerlohn. Aukeigen: Grund',eile 20 Pfg., lokale 15 Psg^ Anzeige» von auswärts werden dur h Po'tnr.hnah?ns erhoben ErfüNungsorr ^riedberg. Schriftleilung und Verlag ^riedberg (Hessen). Hanauer'trage 12. Fern precher 48. PostschrL-Lsnto Nr. 4859, Amt Franlsurt a. ivl. Uummer 330 Donnerstag, den 1. (Oktober 1014 1 . Jahrgang Zwei Forts von Antwerpen zerstört. — Offensive in (Galizien. — Greneltaten der Franktireurs. Gärung unter den Mohameudauern. Gs geht voran! Tie Franzosen setzen ihre ganze Hossmmg zum glück- Tin :it Allegange der Riesenschlacht an der Man'.e'.Ma.i? Ais- ne-Oije aus ihren linken Flügel, der anfangs die schrächsie, weil Vorgeschobenste Stellung der Tciltschen bedeute!.'. Mehrfach mit ungeheuren Verlusten zurückgeworsen, setzten sic mit lrncnten Kräften stets von neuem ein, ohne bessere Erfolge zu erzielen. Gestern wurde wieder gemeldet, daß auf dcni deutschen rechten Flügel — dem französischen linken — heftige Kämpfe tobten, deren Ausgang noch unentschieden fei. heut; komint die Botscl>ast, daß dieser abermalige Angriff aus unseren rechten Flügel wiederum, u. zwar mit schweren Verlusten für die Franzosen zurückgeworfen worden sei. Unterdessen reift die Entscheidung imnier näher heran; je mehr Erfolge wir an der Maaslinie gegen di; französi- schen Spcrrforts erzielen, u:. , mißlicher wird die Lage der feindlichen Arince, die sich nach dem Durchstoß au diesem Flügel der ungeheuren Schlacht, schwerlich einer Umklammerung wird clitziehen können. Aus diesem G-und wird im Centrum nur schwach vorgestoßen, um die französische Front nicht vorzeitig zum Weichen zu bringen. Französische Der- luche im mittleren Elsaß vorzudringen ” irden kräftig zu- rückgeworfcn. Vor Antwerpen wird's jetzt ernst. Nicht allein, daß die Forts so kräftig in Bearbeitung genommen wurden, daß 2 davon bereits zerstört sind; auch im Osten der Festung umklammern deutsche Armeen die Stadt und haben verschiedene wichtige Stelsimgcn bereits eingenommen. Hoffentlich ist dieser letzte Hort der belgischen Schlangenbrut für die Eroberung zur Reife geschritten. Daß von dem ö st l i ch c n Kriegsschauplatz noch nichts neues zu melden ist, klingt verheißungsvoll. Aus dem letzten Bericht des stellvertretenden General- stabschess Höfcr wird man mit größter Freude von dem Zu» sauunenwirken der verbündeten deutschen und österreichisch- ungarischen Streitkräfte Kenntnis nehmen. Man kann an- nchmcn, daß die neuen Operationen der verbündeten Armeen, die mit so schönem Erfolge beginnen, nur die Einleit- ung neuer großer Kämpfe bcdeutou und wie wir hoffen dürfen, auch neuer großer Erfolge. Jur Kriegslage. Amtliche 'eltgtamm. Großes Dliuptguarticr, 30. Scpt. (SK?. T. B-> Abends 0.30 Uhr. Nördlich und südlich von Albert vorgchendc überlegene feindliche Kräfte sind unter schweren Verlusten sür sic zurückgeschlage». Aus der Front der Schlachtliuic ist nicht-s Neucs zu melden. Bei den Argonnen geht unser Angriff stetig, wenn auch langsam vorwärts. Vor den Spcrrforts an der Maaslinic keine Veränderung. In Elsaß Lothr. i- gcn stieß der Feind gcstekn in den mittleren Vogesen vor; seine Angriffe wurden kräftig zurückgeworsen. Vor Antwerpen sind zwei der unter Feuer geuoinmcnm Forts zerstört. Vom östlichen Kriegsschauplatz ist noch nichts Besonderes zu melden. ssrchmgg frirörirf) m (Offtrrrfirij iibrr die ßriegsilm. Wien, 39. September, (Amtlich). Der Oberkommandant Erzherz. Friedrich erläßt einen Armer- bcsehl, in dem cs unter anderem helft: Ti- Sltu-ti-n ist für uns r.n» "r das deutsche Heer gä-i- stig. Die russische Ossensio- in Galizien ist im V-gri s z: -' menznbrechcii. Gegen Frankreich steht ein neuer ".roher Sieg bevor. Ans dem Valkaukriegsschauplatz lt'Mpsr:: wir glelchsalls im Feindesland. Innere tir.ruhen, Ausiiaud, Eiend und '' gersnot bedechen unsere Feinde im Böcken, r ; ' ^ die Monarchie und dos verbündete Deutsche Z'.:'. elr.i; I d u Zuversicht dastehen, um'diesen uns aufz.'Zirrnrrr.::: Krieg t'x zum siegreichen Ende dnrchzvsiihrcn. Krjchiching dkr uon Aimucr^'. Amsterdam, 30. Scpt. Ein offizieller bei.:, xx ü'.t.cM sagt, daß gestern den ganzen Dag über die Antwerpen.'!: Anßenforts Waclhciu, Kathclyne und Wavrc durch die Deut- scheu beschossen worden seien. Zeitweise seien dir Forts- in Rauchwolken verschwunden, die durch die Ezplosio» der deutschen Granaten entstanden seien. 15 Meter doch sei der Schutt in die Luft geflogen. Tic gewaltige Beschießung habe aber den Mut der Truppen nicht gebrochen. Verein- zelle Granaten seien auch gegen die Forts Liczelc u. Brrru- donk gcslogcu. Tic belgischen Truppen seien in den Räumen zwiscl>en den Forts ausgestellt. Aus weiteren Berichten geht hervor, daß die Teutscheu von Moll aus auf Turnhout vorrückcn und nur wenige Kilometer von dieser Stadt entfernt stehen. Auch von Hcyst op den Berg aus begann die Beschießung der Antwerpener Au- ßenforts. Ebenso wird der Ort Licr beschossen. Tie Deutschen halten Mccheln vollkommen besetzt. IIöiu liiööillidjrii KliegsjchaiiM. Budapest, 30. Scpt. (SB. B. Nichtamtlich.) Ein aus Ilzsok cingctroffcner hoher GcneralstabSoffizicr hat dem Obcrgespan die amtliche Meldung erstattet, daß die Kämpfe, die vorgestern und gestern um ilzsok stattgesunden haben, von Erfolg begleitet waren und die Russen bis Sianki zurückgedrängt wurden. Ter Uzsokcr Paß befindet sich wieder in unseren Händen. Tie Russen haben sehr schwere Verluste erlitten. Aus dem Gebiete des Ungerkoniitats befindet sich kein Russe »ichr. Nene Taten des Emden. London, 39. Sept. (Nichtamtlich). Die Admiralität gibt bekannt, dah während der letzten Tage der deutsche Kreuzer „Emden" die vier Dampfer „Tumc- rico", „Kinglud", „Riberio" und „Toyle" weggenommcn, in de» Grund gebohrt und ein Kohlenschiff weggenommen hat. Die Bemannungen der Schisse wurdcn auf dem Dampfer „Ey- sedale", der ebenfalls weggenommcn, aber wieder sreigekasicu wurde, nach Eolomba gebracht, wo sie gestern früh eintrascn. Kämpfe in Tsingtau. Tokio, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Reuterm.'kd- img. Tie Japaner haben ani Sonntag die Deutschen 5 Meilen von Tsingtau entfernt angegrisfen. Tokio, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Eine ämtlichc Mitteilung besagt: Bei ihrem Landangriff auf die nächsten Umgebungen von Linatao hatten die Javaner drei Tote und 12 Vcrivundete Amtlich tjfiiiflbfte ssirrurltattn der Frap-Ktireurs. Großes Hauptquartier. 39. Scpt. (Slmtlich). Der Generalstabsarzt der Armee und Ehe; des Feldsanitäiswesens v. S ch j c r n > u g hat dem Kaiser folgende Meldung erstattet: Vor einigen Tagen wurde in Orchics ein Lazarett von Franktireurs überfallen. Vci der am 24. September gegen Dickstes »ntcrnrnnuciicn Strafexpedition durch das Landwehrbataillon Ar. :stieß dieses aus überlegene feindliche Truppen aller Gattungen und mußte unter Verlusten von acht Toten und s.i Verr uud.tcn zurück. Ein am nächsten Tage ent- sandtes bayerisches Pionierbataillon stieß aus keinen Feind mehr. Es fand Dickstes von den Einwohnern verlassen. Fm Orte wurden 29 beim Gefecht am vorhergehenden Tage verwundete Deutsche grauenhaft verstümmelt ausgc- sunden. Ohren und Aasen waren ihnen abgeschnitten und man halte sie durch Einfuhren von Sagemehl in Mund und Aase e l st i ck t. Die Richtigkeit des darüber aufgenom- inenen Befundes ist von zwei htzanzostschen Geistlichen unter- schriftlich bcftätigi. Drchies ist dem Erdboden glcichgemacht. Ein Teil der Franzosen ist über die Niederlagen ihres Heeres in eine geradezu sinnlose Wut geraten, die sich über jede MeuschiiL-rit hinwegsetzt und Schandtaten begehen läßt, gegen Li: Gräuel, wie sie im Balkon und anderen halbwilden E'gendrn rorgekommcn sind, geradezu Kindereien gewesen sind. Diese Schandtaten lassen sich nicht damit entschuldigen, daß cs sanatisierte Vcllsinaffcn gewesen sind, von denen sie be gongen woroen, nein die Verbrecher, von Lenen Frankreich r' giert wird, sind die eigcnllichen Urheber jener Gräuel di: z.:.-i Himmel schreien. Ein Beweis ist die Handhabung der "r- tuugezciisur di!ich die sranzosische Regierung. So lat der P.i- riser „B'atin" essen zur Ermordung der deutschen G c - sangencn au-gesvrdert. während die Zensur d.n T.-d.l der ..Huvianlie" über solche Roheiten gestrichen hat. Der brtres- scndc Satz des „Matin" lautet nach dem „Avanti' w-riiich: „Und 'ein Mitleid in Len nächsten Kämpfen, wenn wir diese iiichiswürdigeii Verbrecher gegen Las gemeine Rech! in unsere: Gewalt haben werde», aus denen Wilhelm II. vielleicht siine Leibwache gebildet hat, die aber wert sind, abgcschlachtet zu werden wie die Schweine! Ganz Frankreich würde einen v;t- widcrstehlichrn Protest ciuicgen, wenn es glauben oder sürchtcn sollte, daß man cs mit derartigen Gefangenen belästigen mochte. Sic sind keinen Pardon wert! Sie müssen »iedergcmacht werden wir wilde Tiere." Eine Gesellschaft, die so etwas zu sagen wagt, muß von Gott und den Menschen verlassen sein, denn der vergiftete Pfeil, der damit auf den Bogen gelegt wird, würde grausam aus den heimtückischen Schützen zurückprallcn. Haben wir doch weit über 139 999 französische Gefangene, an denen sür jede Schandtat, die an deutschen Gefangenen verübt wurde, grausame Rache genommen werden könnte, — wenn unsere Regierung aus ocnfelbcii schlechten Kerlen bestände wie i» o.I- reich. Dank des Kaisers. Berlin, 30. Scpt. (W. B. Nichtamtlich.) 91»; daS von der Versammlung der deutschen Erwerbsstäude an den Kaiser gerichtete Huldigungstelcgramm ist beim Dentschen Han- dclstagc nachstehende telegraphische Antwort cingcgangen: Rcichstagspräsidcnt Kacmpf, Berlin. Ter einmütige Zusammenschluß der Vertreter des gesamten deutschen Wirtschaftslebens und die kraftvolle Bekuudnng des testen Willens, den unserem Vnterlandc ausgcdrängtcn Eristenz- krieg auch auf wirtschaftlichem Gebiete siegreich durchzufüh- rcn, haben mich außerordentlich erfreut. Mein herzlicher Tank und ineine wärmsten Wünsche geleiten diese ernste patriotische Arbeit. Gott der Herr kröne das Werk mit seinem Segen und lasse alle schweren Opfer unserer Tage zu einer guten Saat werden sür die glückliche Zukunst des deutschen Volkes und Vaterlandes. Wilhelm I. 13. Pa*« MiiilgMrbot mm ssiiylai,-. Berlin, 30. Sept. (W. B. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde über die Erstattung der Jahresberichte der Gcwcrbeaussichtsbeamten für 1914 Beschluß gefaßt. Dein Entwurf einer Bekanntmachung betreffe id Zahsuugsvcrbot gegen England wurde die Zustimmung erteilt. Aeldpoftscndrmgen. Berlin, 30. Scpt. (W. B. Amtlich.) Vom Montag den 5. Oitober bis einschließlich Sonntag den 1l. Oktober werden versuchsweise Fcldposisendnngcn im Gewicht von 250 bis 500 Gramm gegen eine Gebühr von 20 Pfennig nnge- nomnicn. Tie Gebühr für Fcldpostsendnngen im Gewicht von über 50 bis 250 Gramm wird gleichzeitig dauernd aus 10 Pfennig herabgesetzt. (kngiilchkg Zindium brr dkMkn?Jfi!üfl! :ri en. Die cutzlischr Presse studiert eifrig die amtlichen deutschen Derlustlisten, die sie über Rotterdam erhält. Sic hat hcraus- gesvnde». Laß die deutsche Mobilisierung „unerschöpfliche Mengen Soldaten" liefert lDailp News"1, weil zu den seltsamsten Bezeichnungen gegriffen werden müsse, um die Truppcnre-rper zu tennzcichue». So finde man nicht nur ein Regiment 93, sondern ein erstes und zweites Rcscrvcregiment 93, ein Land- wchiregiment 93, ein Ersatzbataillon zum Landwehrrcgiment v i. Ersatzbataillone zum zweiten Reserveregiment 93 und anderes mehr. Die Friedensstärke sei glatt ocrviersacht, wahrscheinlich aber versünfsacht, denn alle diese Formationen seien kiiegestarr. Sämtliche Eaidercglmcnter aller SlZasscngattun- ge» seien dreimal vorhanden. Man dürfe nicht glauben, daß die Reseroereginiriitcr keinen Littirucharalier hätten, denn unter d:n G.sallencn dieser Reseiveregimentcr befinde sich aktive Manvsthäst neben Sl-servist-n. In Landwchrrcgimcutern seien auch Reservisten eingestellt, wohl weil ihrer zu viel vorhanden sind. An Dstiziercn Herr,che kein Mangels denn bei ein und derseibrn Keuipaguie finde man als getötet oder verwundet so viele Ls-i.'i-re, daß man drei andere Ziompagnien damit versehen 1 Aussehen erregen die vielen Reserocformation-n ! bei der Frld-riMerte, weil sie aus gewaltig- Gcschützbcstände ichstrß:: lassen. Die englische Presse hat beim Studium der i Ve-.l"' . . , re.'.tdrckl, daß ven der schweren Artillerie und ' der O :» n.'sar-illerie des deutschen Heeres bis jetzt fast leine .'ritast-'x» rerzcichiicn sind, weil diese Artillerie wahr- scheinttch a:'.er d:.:i Schußbereich der Festungen sin aufstellen tönne. A, M dcs 5ktis LhiM-des-Romains. Le:, do:i, 3!. Sept. Der militärische Mitarbeiter der „Tii.'.es" ltäsici sich iibrr den Fall des Forts Camp-dcs-Ro- ain folz.nderr. . :: Der Fall des Forts ist sehr traurig. Aber der sranzosische rech!- Flügel besitzt starke Reserven. Wir erwarten, daß im Lause ganz kurzer Zeit die Deutschen wieder zuri -oeirieben werden. Die sranzäsischen Sperrsart» Lud nie- ')jr. Zdu ial 5 als lange widerstandssähig a-agesehcn worden. Ihre lusgnbe war. die Zusuhrwcgc des Feindes zu sperren. Diese iiissio» haben sie ersullt. Die Hauptinteretzen richten sich nigcnblicklich auf die Gegend von Pcronne, wo sich die seind- ichcn Heere in einer grotzen Schlacht befinden. Viele gute und rsuhrene Ossizicre habe» kein grobes Vertraue» aus die jetzt II der Bildung begrissene Armee. Nicht, weil sie die Ouali- ät des Menschcninatcrials an Körper und Geist bezweifeln, adern weil sie sie nicht vor Ablaus von achtzehn Monaten sür chig zum Feldzuge, zumal gegenüber der modernen Artillerie, alten, und selbst dann laum, wenn sie durch Beru>soi,r>>erc ausgebildet werden würde. Aber die Anzahl der Ossizicre l nicht nur an sich beschrankt, sondern sie wird auch durch die rotzen Verluste sortdauernd verringert. Ans Frankreich. Ei» Pariser Verlagsbuchhändlcr über Len Krieg. Einer Nachrichtenstelle liegt ein Rundschreiben -ine- o:- anntcn Pariser Verlagbuchhändlcrs an seine ausländ.sche Uiidschast vor, aus dem man sich über die Stimmung der ge. ildeten Kreise in Frankreich in bgzug aus den Krieg ein Bild lachen kann. Aber auch aus die Haltung des belgischen Vol :s gegenüber der Flüchtlingen wirft das Schreiben beachtens- erte Streiflichter. Es wird zunächst mitgeteilt, dag der Vcr- rg, wie alle anderen in Paris, geschlc ien sei. da das gesamte iersonal vom 20. bis zu», 45. Lebensjahre eingezogen wurde, bgeschen von einigen Tageszeitungen, die aber auch bald aus iangcl an Papier zu erscheinen aushörcn würden, seien alle eitschristen cingegangen. Es Hecht daiin weiter. „Kein verständiger Arensch hat in Frankreich deii Krieg gewollt: ich hasste noch immer, er köniite vermieden werden: denn der friedliebende Geschäftsmann hat dabei zwar alles zu verlieren, aber nichts zu gewinne». Mein gesamter Besitz, die Werke meines Verlages, das Wohnhaus, alles bewegliche und unbewegliche Eigentum, die Frucht 41 ,übriger Arbeit, mutzte ich Verlusten. Wie auch das Ende dieses 'urchtbaren Krieges fein möge, für den jchlietzlichen Sieger wird der Erfolg die surchtbaren Schrecken des Kriegse nicht auswiegen, besten erste Wirkungen ich beim Ueberschreiten zweier Grenzen, der jranzösisch-belgische» und der belgisch- holländischen, zu sehen Gelegenheit harte. Tausende von armen Flüchtlingen und Vertriebenen, wehklagende Männer, Frauen und Kinder sah ich, die alles verlassen mutzten, um eines Krieges willen, mit dem sie jede Eemeinschast ab- Ichnen. Ich habe Vertriebene aller Nationen gelrossen, die durch sranzösische Bahnen an eine Grenzstation gebracht waren, fliehend bei Nacht und Nebel, zu Futz, nur mit dem Notdiirstigsten versehen, arme Kinder, die kaum lausen konnten, Mütter mit Säuglingen im Arm, Greise und Kranke, Verwundete ohne Zobl. Aber das belgische Volk mar grausam gegen die Vertriebenen. In langen Reihen strömten sie nach belgischen Bahnstationen, jedoch auch aus Belgien wurden sic vertrieben und mutzten ihre Wanderung wieder aujnehmen bis zu einer holländichen Grenzstation, wo sie die Bahnhöfe umlagerten, auf den Stratzen nächtig ten ohne Geld und ohne jede Hille. Diese Summe von Elend mutz man gesehen haben, um das Matz von Verantwortung derjenigen beurteilen zu können, die schuld an dem Kriege sind." Die Beschädigungen des Doms in Reims sehr geringsügig. Gegenüber der immer von neuem ausgestellten Behauptung, 'atz der Dom von Reims „beinahe" zerstört sei, .möchten wir olgende Feststellungen eines Vrrtrc ers der „Daily Mail" oiedergeben, der doch in diesem Falle gewitz ein unverdächtiger senge ist: „Die Türme und Mauern siche» noch, und die Schrammen an den schönen gotischen Ornamenten, die von de» deutschen Granaten verursacht wurden, sind nicht leicht zu unterscheiden von denen, die der Zahn der Zeit durch 600 Jahre genagt. Nur die grasten Tore gähnen jetzt nackt, den» die alten eichenen Türen sind verbrannt. Man erzählte mir, datz einer der Türme beschädigt sei, aber soweit ich fcststellen konnte, besteht die Möglichkeit, die Kathedrale ganz wiederherzustellen. Das grotze Fenster an der Rose im Westen, das aus wundervollen, bernsteinfarbenem Glas besteht, ist glücklicherweise erhalten, nur einige Lecher sind darin." Auch ein anderes englisches Blatt jagt rund heraus, die ranzösische Regierung sei sehr schlecht unterrichtet gewesen, als “ die Behauptung ausstellte der Tom sei zerstört. Strenge Getifnr. Vorder, » r, 30. 2ept. (W. B.) stille erd hat für allst Tage das Erscheinen des „Hoimne stbre verboten, da Gleneencean sich geweigert hat, einige stellen eines Artikels zu slrrillcn. Ta» Weine,' um S»s- enbicrung des Blattes war van h ., lommgi-dicrendeg (Le- ieroI be-3 17. Militärbezirks cusacivnaer. 2er Fall von Mnubrugr. London 7 2’l't (W ’• Nichtamtlich.) Tie ..Times" m tdrt ans Paris unterm b. September: Der Fall von Maul,enge ist j.-.,r Fennk- mch allgemein bekannt geworden, obwohl er bis j. . amt- ") noch nicht Angegeben wilb. Ans Engend. Echt englisch! Md ~ ic Herrn Krupp v. Bohlen 2acht „Germania" befindet sich „n- rr dm, von den Engländern genommenen Fahrzeugen. Das gestrige Priscugerillst ordnete die Einbehaltung der Jocht an, die icmerjctt m Sonthginpto» einiros, um an den N"- Satte» in Cowcs teilzunehmen I Eine Ansprache Lord Roberts ' incr Meldung au« London hat T* w rr t§ 6cl hct E'nschissnng des 10. Bataillons der ^"s.l.ere -w- Ansprache gehalten, in der er sagt' SWunc Empfindungen für Enll, sind die grober Bewnu. Neue Tageszeitung. Donnerstag, den 1. Vttover 1»14 derung. Wie verschieden ist Eure Haltung von der jener Leute, die fortfahren, Kricket und Fußball zu spielen, als ob die Existenz des Landes nicht auf dem Spiele stände. Es ist nicht der Augenblick zu spielen. Wir besinde» »»§ in einem Kampf auf Leben und Tod, Alls iuT Mit dkü Islams. Die Sperrung der Dardanellen. K o u st a n t i n o p e l, 30. Srpt. Eine halbamtliche Note stellt zur Rechtfertigung der vollständigen Sperrung der Dardanellen sest, datz eine englische und eine sranzöstiche Flotte seit einiger Zeit am Eingang der Dardanellen kreuzten, wobei sie die ein- und ausfahrenden Schiffe anhielten, durchfuchlen und die Besatzung aussragten, was der Freiheit der Schifsahrt in den Dardanellen tatsächlich Abbruch tat. Deshalb hat die Regierung beschlossen, die Dar- danelleii zu sperren und nicht wieder zu öffnen, bis die genannten Flotten sich von der Meerenge enlferiit Hütten und die bisherigen abnormalen Verhältnisse geschwunden seien, j Die russischen Presseverlrcler verlassen die Türkei. Wien, 2g. Scpt. Die Blätter mcldeii aus Konstantiuopel: Die hiest- geii Bcrtreter russischer Blällcr haben gemätz der ihnen von der russischen Regierung erteilten Weisung die Türkei verlassen. Von russischer Seite wird die Maßregel damit erklärt, datz man von der Absicht der türkische» Regierung, alle russischen Zci- lungslorresopndeiiten aus dem ottomanischen Gebiet auszuwei- stn, Kenntnis erlangt und es für zweckmützig erachtet habe, der Ausführung des Planes zuvorzukommcn. Russische Verluste. K o n st a n t i II o p e l, 30. Sept. „Jk- dam" erfährt, datz der Pcrserstami» der Sumai bei Bachsale an der Grenze die russische Stellung von Sirdsthick angegrissen hat. Zwei russische Ossizicre und 200 Mann wurden getötet, 4 Offiziere und 40 Mann verwundet. Der Rest der Russen ist geflohen und hat 4 Maschinengewehre, Wasse» und Munition zurllckgelassen, Sprengung eines Tunnels, Konstantinopcl, 30. Scp. Gestern hier eingelrofienc persische Blätter enthalten die Bestätigung eines Zwischcnsalts bezüglich eines Tunnels an der russisch-afghanischen Grenze. Die Russe» hätten seit Jahren heimlich an einem Tunnel von der Grenzstadt Kuscht »ach Helot gebaut. Der Eouoeriieur von Herat sei hiervon verständigt gewesen. Der Emir von Afghanistan hat die Zerstörung des Tunnels angcordnct. Gerüchten zufolge sind 2000 Russen und zahlreiche Arbeiter in dem Tunnel umgekommen. Der Zwischenfall hat in den Beziehungen zwischen Rutzland und Afghanistan eine grotze Spannung hervorgerufen. Russen und Muselmanen, konstant ino pel, 30. Sept. Die hiesige offiziöse Agentur erfährt: Die russische Regierung wollte muselnianische „Freiwillige" in de» russischen Distrikten am Schwarzen Meer, insbesondere in Adschara, Tschurusku und der Umgebung Batums, in ihr Heer einreihcn. Da die Muselmanen sich weigerten, wurden die Rotadcln eingekerkert. Die muselmanische Bevölkerung sei sehr erregt. Die Einwohner Adscharas hätten zu den Waffen gegrisfen. Trostlose Lage in Serbien. Wie», 30. Sept. Wie die „Südslawische Korrespondenz" meldet, sagen die in Sarajewo eiligetrofscnen serbischen Kriegsgefangenen übereinstimmend aus, nur ein kleiner Teil der Ofsizierspartei sei in Serbien noch f ü r den Krieg und halte, von Rutzland angetrieben, den Widerstand der Armee noch mit grötzter Anstrengueg ausrccht. Vevöikerung und Armee seien längst kriegsmllde und bereit, die Waffen zu strecke». Bei einem kürzlich stattgchabten Kampfe wurden neuerdings inehrcre serbische Geschütze erobert. Eine feindliche Batterie, die wegen des schwierigen Terrains vorerst nicht in Sicherheit gebracht werden konnte, wurde durch Entfernen der Verschlüsse unbrauchbar gemacht. Ungefähr 3000 Gesangenc sind neuerdings ins Laudcsinnere abgeschoben wor- dr». Ihre Zahl dürste sich in der nächsten Zeit wesentlich ver- mehren.ba bezüglich der in Bosnien cingedrungenen Abieil- ungcn bekanntlich eine Akiion ciugeleitet worden ist. Bandenkümpse in Mazedonien. Wien, 30. Sept. Die „Rcichspost" meldet aus Saloniki Der Kompf zwischen den Aufständischen und den Militorbanden dauert unvermindert an. Die Zahl der Freischarrn wird immer grötzer. Im Kreise Wales kam cs bei dem Dorfe Skatsthanzi zu einem erbitterten Gcsechte. Die Serben verloren 180 Leute und konnten nicht verhindern, datz die Eisenbahnstrecke auf fünf Kilometer weit zerstört wurde. Am anderen Tage erhielten die Ausständischen i Verstärkungen, durch 300 wohlbewaffnetc Männer, worauf die von dem Major Stapanowitsch kommandierte Serbenbande in Die des rulfilrJjrn Gnikrulißiiiiug aus Mkltrnra. Ueber den Aufrnihalt des Erotzfürsten Nikolaus und des Generals Rencnkamps in Insterburg und ihre Flucht berirbiet der , Käiiigsierger Anzeiger" folgende Einzelheiten: ,,I» dem „Dc'jaucr °ms", in dem der Erohsürst Nikolai und General , Rennenknmps neu bnt hatten, — der Grotzsürst vcrabschi-ocie , s> h »c» \ " Wirt mv den Worten: „In vierzehn Tagen I.-Hen wir n„ 'i i-.oer:" sicht N>"N jetzt wieder deutsche llnisor- INN' Der Air, tes „Desiaucr Hofes"' hat in den neunp.'hn ^ Igen, i» denen der russische Eeneratstab bei ihm wohnte, sehr i^rrctzante Ersahrnngen gemocht. Als das Oberkommando im „2 eisauer Hos' Wohnung nahm, wurde erst das ganze Haus nach Bomben abgesucht. Die im Keller liegenden Kohlensäure- slaschen hielten die Russen sür — Höllenmaschiiien und lietzen ’ sie weit hin-, s auf einen freien Platz bringen. Erst als ihnen das Bier n.ifl! mundete, und der Wirt ihnen die nötigen Er- llllrnngen gno. wurde eine der Flaschen unter starker Bedeck, ung berbeigeholt, »nd die Nutzen überzeugten sich von der Iln- gri. .'.lichkeit der „Bomben". Natürlich haben die Russen im ere rl sehr gut gelebt und brr Sekt slotz in Strömen, »nd der Ad,utant des Gratzfürsten Nikolai, Oberst v. Grämen, forderte i'en dem Wirk, datz er die Kellner durch Damcnbedienung er- etzc. Als General Renne,ikamps bei seiner Rückkehr von die- scr „Neuerung" erfuhr, war er nicht sonderlich davon erbaut und schrie: „Hinaus mit dem Weiberpack!" Die russischen Os- st-.icre gaben sehr viel Geld aus Als schlirtzlich dem Adiutan- _____ *V<< '> ten des Erotzfürsten es an Geld mangelte, blieb er de::- Wir: die Hotelrechnung schuldig und versprach ihn-, sg^ . Kolonialwaren zu schicken. Als die Waren in bi* rc:: Insterburg kamen, halle jedoch schon die russische H-rrsthait ihr Endc erreicht und die Bagage siel in die Hände der d.i. v, c , Truppen. Der Abzug der Russen vollzog sich ziemlich r-gch. Erotzsürst Nikolai und General Neimcnlampj verließen. hastig Insterburg, aber noch in Unisorm. Erst i» Gumbinnen legten sic Zivilkleider an. Die wenigen russischen Patrouille:,, die noch in Insterburg waren, warfen, als die deutsche Kavallerie onrückte, die Gewehre hin und ergaben sich. Dtr 3ulaimttrnbrud) der roten Jntmutfoinlr. Die sozialdemokratische „Schwäbische Tagwacht" versnstent- Ncht einen längeren Leitaussatz, der mit folgenden Sätzen beginnt: „Wenn cs schon beim Beginn des Krieges keinem Zweifel unterliegen konnte, datz die Jniernaiionole in ihren Grundfesten wankte, so hat der Ausruf, den belgische und französische Sozialdcmolraten an das dculsthe Volk erlassen und die Antwort, die der deutsche Parteivorstond daraus gegeben hat, den letzten Schleier vo» der Tatsache xe'og:n datz die Internationale zerlrümmert am Boden liegt. Es darf und soll nicht bestritten werden, datz die Antwort d?s deutschen Parteivorstandes herausgefordert worden war, aber sich bemühte, den Ritz nicht tiefer zu ziehen, als die notwendige Abwehr crsorderle. Das ist für jeden dcutP en Parteigenotzen ein Trost, allein, wenn er sonst je den Gedanken von der internationalen Solidarität des Proletariats in seiner ganzen Erhabenheit crfatzt hat, doch nur ein magerer Trost. Der Zusammenbruch eines gewaltigen Gebäudes, sür besten Errichtung seit nunmehr gerade einen halben Jahrhundert unsere grotzen Vorkämpfer den kostbarsten Schweitz ihrer Hirne und ihrer Hände geopfert haben, bleibt eine erschütternde Tatsache, über die man nicht mit diesem und jenem Trostgrunde, noch weniger mit wohlfeilen Redewendungen und am wenigste» mit pharisäischem Gebaren hinwegkommen kann." Feldbriks eines wetteraiier fthrers. Oestk. Reims, IS, Sept. 7811. Liebe Redaktion der „Neuen Tageszeitung"! Zum Dank für eine mir gütigst übersandte Nummer der „Neuen Tageszeitung" stelle ich nachfolgendes Stimmungsbild aus dem Kriege für die Zeitung zur Verfügung: Meine Heimatzeitung erhielt ich heute mit der Feldpost. Ist freilich schon vom 24. August. Schadet aber nichts. Ist es doch eine Nummer, die mich besonders interessiert. Erstens, weil von unserem Sieg bei Anlog berichtet wird und dann, weil ich in einem Berichte von Holzhauscn lese, wie tätig meine Schüler sür das Rote Kreuz sind. — Ich kann Sie versichern, ich habe die Zeitung von vorn bis hinten durchgeelen, alles war mir interctzant. Verkörperte sie doch sür mich die Heimat, zu deren Verteidigung wir ausgezogen sind. Liebe Menchen, mit denen ich manch« fröhliche Stunde verlebte, steigen vor meinem geistigen Auge auf. Gott gebe den Tag, wo wir ein fröhliches Wiedersehen feiern können! — Doch vorläufig donnern noch die Kanonen um den Marnekanal. Sie donnern seit dem sür uns Hetzen so ruhmreichen Tage von Anloy. Selten gibt es eine Unterbrechung. Ost liegen wir im feindlichen Eranatseuer. man achtets kaum noch: Rur noch einen kurzen Blick für verwundete Kameraden, was uns anfangs ei» Ereignis war! Der Krieg macht stumpf. Eben führen sie gesungene Franzosen vorbei. Finster der Blick, mutlos das Herz traurig ihre Zukunst! Man schaut auch einmal hin und be trachtet ihre Gesichter. Der einzelne Franzose ist ja schlirtzlich auch unschuldig am Krieg« — und doch ist's das Volk in seiner Gesamtheit! — Glorreich sind unsere Waffentaten, würdig unserer Väter Und doch geht ein Sehnen nach Frieden durch unsere Reiheich wie es auch wohl die meisten der verehrten Wettcrauer Leser wünschten. In den schönen Augusttagcn war mehr Mut da, letzt im ewigen Regenwetter heitzt s alle Krast zusammenge- »ommen, um nicht mutlos zu werden. Und wir diirscn nicht erlahmen, bis dieser letzte verzweifelte Widerstand der Franzosen gebrochen ist. Ein Kamerad »ach dem anderen sinkt dahin, eben hörte ich wieder von zweien, die mir nahe standen, die die Kanonenkugel zerschmetterte. Gott nehme sie auf! Dar feindliche Feuer wird schwächer — die Sonne durchbricht di, Wolken. Schau hin, wo sie steht, ist die Heimat. Krast mutz dir der Gedanke an die Heimat geben, auszuharrcn. Keine Gegend, durch die ich gekommen, gleicht meinem Oberhetzcn, meiner Wetterau. Wie ist da alles im Ausblühcn! Hier alles steril in Frankreich. Moderne Maschinen sind genug da. Aber die Früchte, die damit abgemacht werden, sind bei uns in schlechtesten Jahren bester! Die Leute sind scheinbar weiter vor in der „Kultur", wie meine obcrhessischen Volksgenotzcn' aber das ist gerade das schlimme, — die Naturwüchsigkeit fehlt. Solange wir sie noch haben, kriegt man uns nicht unter. Auch uns hat die Kultur schon stark belebt. Als wir neulich nachts im kalten Regen lagen, jammerte gar mancher — und die polnischen Sominermädchen machen im strömenden Regen Zuckerrüben aus. Das verhindert salietzlich nicht, datz auch die Russe» ihre Hane bekommen. Noch ein wichtiger Punkt fällt ir die Wagschale — der Geist der Nation. Mit dem ^fs bei uns gut bestellt. Wo solche OpferwUligkcit herrscht, wie bei »ns im kleinsten Dörfchen, mutz der Ersolg sicher sein. — Manch einer hätte sich der Krieg anders vorgcstellt: Eine grotze Schlacht dann noch einige Scharmützel. Aber der ganze Krieg ist eine Schlacht. Gibt cs auch mal einig« Tage der Pause, so dienen sie dazu, zu marschieren und den Feind wieder auszusiichen. Ruhetage flibfs im mooernen Kriege niat. Alles Marsch- Mersch-Tcinpo, unserer modernen Zeit gemätz. — Gott schenke uns bald den Friede», den wohl alle Völker nötig brauchen. Fr. Br. .Hurra! Der Forderung, die Eie in Ihrer Nummer 228 erheben, ..die deutsche Spiaid« von vnnötiaew Irkwdlänpilcktew üfl’Tfl 7 Dl r»v W««t ^ag«,z«it»ng. K üTto6«r 1*11. »*•*»«>' , darf der Danke» aller gute» Deutschen sicher sein. Linker al« ein Vierteljahrhundert kämpft der deutsch- Sprach- verri» unermüdlich für di« Durchsetzung dieser Forderung. oder gar „Adjo" zu beseitigen, dafür sollt« sich jeder DerHchr und jede Deutsche einsetzen. Wenn er aber dann Hecht, vor allem sei auch das „tatarische" Hurra zu bekämpfen, so enktM dieser zweite Teil Ihrer Ausführungen einen fprech- g,sch»chtltchen Irrtum. Der Ausruf „Hurra" ist nämlich gut deutsch. Er ist nichts anderes als die Befehlsform eines dextdh«» Zeitworts „hurrau" mit angeführtem langen a. Die tBedcntung des Zeitworts „Hurrau" ist „sich schnell bewegen, jetten" und die Befehlsform ohne Anfügung findet sich in einer 'berühmten Stelle von Bürgers Lenorc „Und hurra, hurra, sh«np, hopp hopp, gings fort in sausendem Galopp". Die An «siigung des tönenden ft. im langtöncuden Ruf, zur Verstellung ausklingenden Schalles ist eine durchaus altdeutsche Ec- v«hnheit; als eine so von der Befehlssorm abgeleiteten Form ! F«t hier nur auf „holla" hingewiesen, das nichts anderes ist, f»ls ein verlängertes „hol", (so ruft man heut« noch am Rhein 'den Fährmann vom anderen Ufer an) vom Zeitwort „holen". „Hurra", das sowohl auf der erste» wie auf der zweiten Silbe -betont vorkommt, ist also ein kerndeutsches Wort, das Franza | jjcn, Engländer und Russen (dort heißt's urä, mit dem Ton au! | j bet letzten Silbe) erst von uns entlehnt haben. Es hat die | sieghafte Bedeutung „eilig, drauf und dran". Dieser Sieges- rnf möge unseren Feinden noch recht oft in die Ohren gellen, wen» unsere wackeren Feldgrauen mit aufgepflanztem Seitengewehr zum letzten Sturme aufspringen. Und auch seiner in heereskreisen ja schon lange üblichen Verwendung an Stelle des gegen des klingenden „hurrah" stets stumpf und gepreßt töncndcn „hoch" möchte ich warm das Wort reden. Prof. Gebhard. Der Landsturm. Und ruft das Vaterland uns wieder Als Reservist, als Landsturmmann, S» legen wir die Arbeit nieder Und folgen treu der Fahne dann. Von unserem Verbandsredner und Kameraden, Herrn Lehrer Keil, Klein-Linden, z. Zt. bei dem Landsturm-Bataillon, 1. Kompagnie, zu Eiehen, ist eine Sammlung der gebräuchlichsten i^nd beliebtesten Vaterlands-, Soldaten- u. Volksl-ede- .zusammengestellt worden. Die in derselben mit Melod e angabe enchaltcnen Lieder sind ein treuer Gefährte der Land- sturmmüniier. Sie eignen sich sehr zum Singen bei festlichen t ^Gelegenheiten und sonstigen Veranstaltungen. Ganz besondere -werden sie bei Märschen ihre Mrkung nicht verfehlen. Wie r-st fehlt cs bei solchen Gelegenheiten an richtigen begeisternden vaterländischen Liedern. Gerade in der jetzigen schweren Zett »sind dieselben von unschätzbarem Werte. Herr Kamerad Keil hat in seiner Sammlung die richtige Auswahl getroffen, und > müssen wir ihm hierfür herzlich Dank sagen. Auch den Kriegervereinen sei das Büchlein warm empfohlen. Der Preis betragt pro Stück 15 Pfg. Bei Herrn Keil, der di« Sammlung ! selbst im Verlag hat, kann alles Nähere erfahren werde». Bei i »grobem Absatz wird sich vielleicht der Preis etwas billiger Wellen. Nachschrift: Das Lied Nr. '47, nach der Melodie J „Sieh' ich in finst'rer Mitternacht", hat Herrn Keil selbst z- t. , Verfasser. Es heißt: . .et» Der Kaiser rief, der Landsturm kam, f Mit strammen Schlitten, Mann sür Mann (7 Fürs Vaterland sind wir bereit, - In dieser schweren Kriegeszeit. y Die Feinde, die das Deutsche Reich fr In Ost und West bedroh'» zugleich Sie werde» deutsche hiebe spür'», Denn auch der Landsturm tut sich rühr'n. . Sorgend« Mütter vor Angst verzagen^ . . " . Krönten vor Schmerz dos Herz fast bricht» lIDer deutsche Krieger, er kämpft und siegtl Mit uns ist Gott! Wenn Kanonendonner umbraust das Ohr, Wenn die Trompeten schmettern im Chor, Sausende Kugeln dem Rohr entslich'n, Eiserne Vögel die Luft durchzieh'n, Weng die Schicksalswag' die Parteien wiegt: Der deutsche Krieger, er kämpft und siegtl Nun geht's hinaus! Voll froher Hoffnung die Brust geschwellt, Blitzenden Auges denr Feinde gestellt, Fest umklaminert den Kolbenlauf Mit dem Kronprinz: Immer feste drauf I Dis Franzmann und Russe zu Kreuze kriecht, Der deutsche Krieger, er kämpft und siegtl Nach der Schlacht von Allloh am 22. August 1914. Heiß war das Nillgen in blutiger Schlacht, Ter Tag entschwand, ein brach die Nacht. Auf waldigem Berg, hoch über dom Tal Da sammeln sich nun die Kämpen all. Hier und da ein Schuh aus verlorenem Lauf, Offiziere, die Hand noch am Dcgenknauf, Tie Mannen, sie liegen so hungrig und müd". Manch junges Leben war heute verblüht. Es war ganz still; ein jeder Soldat Dacht an die Lieben, die zu Hause er hat, Er dachte trauernd der Kameraden, Die auch zu Hans ihre Lieben hatten. Und die nun plötzlich mit blutiger Hand Der Tod geführt in ein ander Land, lind die nun nimmer werden schauen Ihrer Mutter Aug', der Heiinat Auen. Auf einmal wurde das heilige Sinne», Unterbrochen von einer Stimme Klingeli, Erst tönte sie leise und ganz allein, Allmählich sielen die anderen ein. lind stärker und stärker wurd' der Choral, Es sangen die müden Krieger all. Es war das Gefühl, das dem Herz sich entrang, Als endlich erloschen der Schlachtenklang. ..§N Ta fühlten die Helden, wer in dieser Schlacht, Sie hat zu den Herrschern der Wahlftatt gemacht. Und sie wußtens alle, daß das Eine war not: Der Glaube an Ihn, an den helfenden Gott. Und wenn auch so mancher gefallen und tot. So fangen sie doch: Run dankt alle Gott! Sie dankten, daß er so treu sie geführt. Und ein jeder war tief im Herzen gerührt. Sie baten, daß er in kommenden Tagen, Verhüten mög' alles Leiden und Klagen, Und daß die ersehnte Zeit bräche an. Wo sie heimwärts kehrten, Mann für Man». Ans der Heimat. Sie schicken gegen's deutsche Heer, Ein wild Gesindel uns daher. /. Zuaven, Turkos, Annamit, " . Vereint mit Franzmann und mit Brit. Der Reger selbst oom Kongofluß, 41" Für „Grand Ration" jetzt streiten muß; <77 Doch er hat'? Laufen grad so los, 7' Wie Englishmen und Schelm-Franzos. Ein jeder Schuß, das ist ein Ruß, Ein jeder Tritt ein Brit sein muß. Ein jeder Stoß sei ein Franzos, So werden wir die Bande los. Wir Deutsch, sind zum Sturm bereit, F Wir zeigten'» schon in alter Zeit; Bei Rosiach, Leipzig und Sedan, Bei Gravelott«, Metz, Orlean. Jetzt da der Feind das Reich bedroht, Der Kaiser ruft zum Kampf und Tod Jetzt Kaiser ist der Landsturm da, heil Kaiser Wilhelm! hoch! Hurra! R, M- 8w ei Lieder vom Schlachtfeld Frau Waas von hier stellt uns zwei tiefempfundene Düker zur Verfügung, die Herr Lehrer Fritz Stoll zu Mkibecken (Kr. Hanaus auf den Schlachtfeldern iw jetd} Hechtet hat. tt gibt fein »streck! ' Mcm iiw die Träne (HF. SQcnu auch bk Lchpe weint und fWft- . frmiifmfcr SrraiKJi bert jGatteu WfaatXfv’ * Friedbcrg, 1. Olt. Am heutigen Tage feiert der hiesige Vorschuß- und Kredit-Verein E. m. b. H. sein goldenes Jubiläum, ein Ereignis, welches in friedlichen Zeiten wohl das Interesse und die Teilnahme weiterer Kreise auf sich gezogen hätte, welches aber jetzt zurllcktreten muß unter dem schweren Ernst der Kriegszeit, in welche unser deutsches Vaterland gegenwärtig verwickelt ist. Der Beschluß des Vorstandes und Aussichtsratcs, gemeinsam mit den dazu geladenen Gästen und Mitgliedern eine schöne Jubelfeier zu veranstalten, ist unter diesen Umständen wieder aufgehoben worden, dagegen soll die von dem Verein herausgegebene Festschrift in den nächsten Tagen an alle Mitglieder verschickt werden; dieselbe gibt ein klares Bild über die Entwicklung, welche der Verein in dem ersten halben Jahrhundert seines Bestehens genommen hat und wird hoffentlich allen Mitgliedern eine willkommene Erinnerungsgabe an das segensreiche Wirken dieser Genossenschaft sein. Es soll deshalb auch nicht die Aufgabe dieser Zeilen sein, hier eine zahlenmäßige Aufstellung über die Entwicklung des Vereins zu geben, die Festschrift, eine gewissenhafte Arbeit des Vorstandsmitgliedes Jean Dörr bietet jedem, der dafür Interesse hat, das nötige Material. Wir glauben aber im Sinne des größten Teils unserer Einwohnerschaft zu sprechen, wenn wir dem Verein zu seiner goldenen Jubelfeier unsere herzlichsten Glückwünsche aussprcchen und der Hoffnung Ausdruck geben, daß das beginnende zweite halbe Jahrhundert der Geschäftstätigkeit in gleicher günstiger und fortschreitender Entwicklung verlaufen möchte wie das erste. Wir glaube» feststellen zu dürfen, daß von Gründung des Vereins bis zur Jetztzeit die ganze Leitung im Geiste unseres Altmeisters Schulze-Delitzsch erfolgte, daß der Gedanl« der genossenschastlichen Selbsthilfe Selbstverantwortung und Selbstverwaltung stets hoch gehalten wurde. Dankbar wollen wir daher der wackeren Friedberger Bürger gedenken, welch« im Sommer des Jahres 1864 zuerst zu« Gründung zusammentraten und welch« veranlaßt«», daß die Geschäftstätigkeit am 1. Oktober 1864 ausgenommen wurde. Au» kleinen Anfängen, in einem b«schetdenen Stübchen des da- maltaen „VoMchkS^SL'^ hat sich allmählich der Verein in stetig fortschreitender Weise zu seiner jetzigen 'S:' : ;Utn| er wickelt, heute übt er seine Geschäftstätigkeit in dem fchö;; praktischen und mit allen modernen Hilfsmitteln v tcn Eeschäftshause in der haagstraßc aus. Wir können i: : Genugtuung feststellen, daß der Friedberger Verein h« "e ir der ganzen genossenschaftlichen Welt einen guten Klang I. die Revisionen, welche nach den gesetzlichen Bestimmung-::, c- ■ zwei Jahre erfolgen müssen, haben nach niemals zu irgend irc! cher ernstlichen Beanstandung Veranlassung gegeben und stets mit der Bemerkung geschlossen, daß Vorstand und Aussichtt:-.! in vollstem Maße ihre Schuldigkeit getan Hütten. Die an de: Spitze des Vereins stehenden Vorstandsmitgliedern sind fSmili : schon seit langen Jahren in ihrem Amte tätig und geben UNS die volle Bürgschaft dafür, daß die Geschäfte stets in oorji ■ -i gcr und vertrauenerweckender Weise gesührt werden-. Ein Beweis für diese Tatsache ist wohl der, daß bis jetzt »och keinerlei Verluste von irgend welcher Bedeutung z» verbuchen find. Die Mitgliederzahl beträgt zur Zeit nahezu 1406, der Umsatz etwa 52 Millionen, die Reserven eine halbe Million, Auch in sozialer Hinsicht hat sich der Verein stets bewährt und im Lause der Jahre schon mehr wie 35 Tausend Mark Beiträge an hiesige gemeinnützige Institute und sür wohltätige Zwecke verteilt. Der Vorschuß- und Kreditverein hat niemals seine Aufgabe darin gesucht, ein Bankinstitut sür die Interessen des Großkapitals zu sein, sondern sein höchster Ehrgeiz bestand darin, eine Volksbank im wahren Sinne des Wortes zu sein, d. h. die Interessen des laufmännischen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Mittelstandes, jedem Arbeiter und Handwerker in Stadt und Land durch Gewährung von Kredit zu dienen und wir können mit Befriedigung feststellen, daß er cs veritanden hat, in dieser Beziehung segensreich zu wirken, so daß man sich heute das Gcschäftsleben von Friedbcrg und Umgebung gar nicht mehr recht ohne di- Mitwirkung des Vereins vorstellen kann. Möge der Verein diesen bewahrten Grundsätzen stets treu bleiben, möge er auch fernerhin umsichtig, gewissenhaft und vorsichtig weiter arbeiten, dann wird ihm eine gedeihliche Fortentwicklung beschieden sein und die Anerkennung und An, hänglichleit weiter Kreise werden ihm auch sür die Zulun!: treu zur Seite stehen. In diesem Sinne nochmals de», Jubilar« unsere herzlichsten Glückwünsche! * Friedberg, 1. Oktober, (Schöffengericht), Die Prioat- tlage eines prall. Arztes von Lcidhecken gegen einen Landwirt von da wegen Beleidigung wurde zwecks weiterer Vewciser Hebung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. — Ein Landwirt von Lcidhecken klagte gegen eine ledige Landwirtin von da wegen Beleidigung. Es kam ein Vergleich zustande. Die Angeklagte trägt alle Kosten, nimmt die Beleidigung zurück und zahlt 5 .!! Buße sür das Rote Kreuz. — Die Privatklage zwischen einem Landwirt von Burg-Gräfenrode und einem Weißbinder von da wurde verglichen. Letzterer nimmt die Beleidigung zurück und trägt die Kosten. — In gleicher Weise wurde die Privat klage zwischen zwei Bergleuten vo» Ober-Rosbach erledigt. * Friedbcrg, 1. Okt. (Auszeichnung »uch dem Tode.) Herr Schutzmann Kaiser erhielt heute eiue Feldposttarte, worin ihm der Rittmeister Freih. Rogalla von B-berfteiu mitteilt, daß seinem Sohn, dein Gefreiten Martin K als« r das E i f e r n e K r e u z für vor dem Feinde bewiesene Tapferkeit verliehen worden sei. In der Posttarte gab der Rittmeister der Ver-mutting Ausdrurh daß der Geehrte, der verwundet zu Longuyon im Lazarett gelegen habe, wobl in französische Gefangenschaft geraten fei. Leider ist die Der- mutiing unrichtig, indem bekanntlich der Gefreiter Kaiser au den Folgen seiner Verwundung gestorben ist. Für seine Angehörigen aber bedeutet die Ehrung des Dahingeschiede- nen einen Trost im Schmerze. * Eroßlarben, 1. Okt. Immer reicher sollen die Opfer, die das Vaterland verlangt. Mit ganz besonderem Schmerz hat uns der Tod des Landwehrmannes Heinrich Bär erfüllt, der jahrelang ein getreuer Freund uuserer Sache und einer ihrer eifrigsten Förderer gewesen ist- Ein fanzüsischer Flieger warf eine Bombe aus eine Munttionskolonne, die 6 Mann tötete und viele Leute verwundete. Unter den Getöteten befand sich auch der Landwehrmann Bär. Wir werden dein Freunde, der den Heldentod für's Vaterland erlitt, ein getreues Andenken bewahren. Hessen.Nassau. * j. Usingen, 1. Okt. In anerkennenswerter Weise ha! der Vorstand des 10. landwirtschaftlicheu Bczirksvereins beschlossen, aus die diesem Vereine nassauischer Land- und Forstwirte ctatsmäßig zustehenden Beihilfe van 600 Mark zu Gunsten des Uuterstützuugsoereins für die Landwirte der Provinz Ostpreußen zu verzichten. Es wäre erfreulich, wenn diesem schönen Beispiel die übrigen 15 landw. schastlichcn Bezirlsvcreine des Kammerbezirks Wiesbaden folgen würden. Den armen, von Haus und Hof vertriebenen ostprcußischen Berufsgenossen kämen dann allein auf diesem Wege 9600 Mark zugute. — Goldene Hochzeit feierten Wagnermeister Wern und Ehefrau Elisabeth geb. Erny-Usingen, im 78. bezw. 75. Lebenssahre. * %. Cratzenbach, 1. Okt, Unser Bürgermeister Rühl, an Alter wie an Dienstjahrcn der älteste Bürgermeister des Kreises, er ist über 38 Jahre Bürgermeister, legt aus Gesundheitsrücksichten sein Amt mit dem 1, Oktober nieder. Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst in der Siadtlirche. Freitag. 2. Okt, nbevds 8(4 Uhr: Kriegsbittandacht. Herr Pfarrer Kleberger. Franksnrler Wetterbericht. B-raussage: Wolkig, messt trocken, mäßig warm, westliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschek, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch m i d t, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. G., Friedbcrg i. H. Rr. Z30 Seife I. Jleue Tageszeitung. Donnerstag, den i. Oktober 181« Liirnpciiiiie 3 ioiif)cini v. i). -K. Nachruf. Sfuf dem Felde der Ehre fanden den Heldentod unsere langjährigen treuen Mitglieder Kn Georg Kaufmann und Herr Wir verlieren in den Dahingeschiedenen treue Freunde, zwei unserer tücdtigsten Atitglieder und eifrige Förderer der Turnsache. Ein ehrendes Andenken werden wir Ihnen stets bewahren. Rodheim v. d. H., den 1. Oktober 1914. Der Vorstand. Schöne 4» b'iv. Z-Zii!iliimi>öh»lliiji Diefenbachfiraße 3 mit Bad. Trockenboden nebst Gar- tenanteil per I. Januar eoenN. früher zu vermieten. Th. Morfchel, Friedberg. Neserve-Fazarel» (l)ber-Urfel a. er, Tlhililiiiimk, Sinolcum uni Pulkktsschrilbbtt, Wollbkjen «ni Kehmaschinen empfiehlt MillSHüotl Mn. Inh.: Jos, Vuob Friedberg, Kaiserstr. 75. Gallensteine. Hatte ich doch früher gewußt, daß die ltZr»»-l*e»y,»e»4e ein io mild wirtendes und doch so vorzügliches Mittel gegen Gallensteine find. Ich lut fo unaussprechlich an Eallensteinlolilen, daß schließlich nichts anderes übrig blieb, als die Gallenblase hcraus- nehmen zu laßen. Leider war die Folge davon eine schrecklicher Nachdem die Wunde vernarbt war. kamen die Koliken wie zuvor ja noch furchtbarer. Nach jeder Mahlzeit bekam ich Magenkrämp e und Erbrechen. so daß ich bis fast zum Sklctt obmagerte. Mein Zustand war ein hoffnungsloser und qualvoller, und als ich wieder operiert werden sollte, ließ ich cs nicht zu und griff zu den Du»- pilic» Gleichzeitig legte ich mir ein etwa 20 cm breites Du»- ptkaffer wie einen Gürtel um den Leib. Wie ein Wunder verspürte fast augenblicklich Linderung, die Kämpse und das Erbrechen ließen nach und ich tonnte wieder bester essen. Nach 3—4 Wochen hatte ich bereits lg Pfund zugenommen. Nach einigen Wochen bekam ich noch einmal 2 Tage lang heftige Kolik, wobei der zu- ruckgeblie.ene Gallenstein, der bei der Operation nicht gefunden worden war. abging. Bon dicfem Tage an, während ich Pillen »nd Salbe weiter nehme, habe ich bereits 1 Jahr lang weder Kolitcn. noch Krampfe, noch Erbrechen -c. gehabt und außerdem weitere 2.> P und zugenommen, so daß ich mein altes Gewicht wieder habe und alle schweren Hausarbeiten wie früher verrichten tan», ja daß ich mich noch lebensfroher und gesünder fühle. — Im vergangenen Sonimer haben die Dunvillen und -Salbe meinen Junge» Max. als er an Masern erkrankte, innerhalb 3 Ta en wiederhergestellt. desgl. später bei einem Anfall an Diphtherie und Halseniiündung. D. S. (1.30) D. P. (1.30) D. 7. (2 0). Darmstadl. 22. 9. 1912. , Frau S. Müllers „ . (Untcrfchrifl ortsgerichtlich beglaubigt.) Bon mc vertagendem Erfolg gegen Flechten. Binjchäd-n. -Katarrh. Influenza, Keuchhusten, Rheumatismus. Ischias Hexenschuß und Brandwunden. 4 Zu haben m Apotheken oder durch Vermittlung der Fabrik " 0 "?. *-* c 1 0 ‘ » - Dun-Präparate. S m. b. H.. Darinfiavt, RoßdorierNrage 22. Prospekt kostettlos und frei. Dur Knat empfehlen: Winter-Weizen l. Absaat mit 99°/, Reinheit Jb » Keimkraft, anerkannt von der D. L. E. zum Preise von Mir. 30.-— per 100 kg einschließlich neuen Säcken ab unserem Lager Friedberg (Hessen). LMili.BMs-li.MschZkiitM Faukkdatlikrlr. llr. 4.'». Friedberg i.g. relrfon |lr. 442. Ulzhiitt, Mützen, Kragen u. Kravatten zu den billigsten Preisen empfiehlt A. Sternbach Friedberg, Kaiserstr. 47. i Betr.: Feldbereinigung Etammhcini. Arbeits- unD Lielerunlts-Bertzebnntz. Dienstag, den k. Oktober 1914 vormittags im Rathause zu Stammhcim die nachverzeichneten Lieferungen vergeben werden: 11 Uhr sollen Arbeiten und Voran'chlag. und Ehaus- der Kreis- 1402,' 1402 50 2505,00 Mk. 1205,70 Los 1) Planierung der Eewannwege Los 2) desgl. Los 3) desgl. Los 4) Erd-, Rohrverlegungs-, Pflasterer- fierun-sarbeiten zur Herstellung ftraßenabfahrten Los 5) Etwa 55 cbm Basaltpflastersteine 2. Sorte zu 22 Mark für den etirn und etwa 280 cbm Raultpflaitersteine. mindenens 20 cm hoch, zu 7 Mark für den cbm frei Baustelle anzuliefern 3l70,— Los 6) Etwa 415 chm ton- und lehmireien Gruben and frei Baustelle anzuliejern 1245,— Los 7) 2' 5 lfdm Zementrohrs und 78 Bösch-ngsstücke bester Güte, 30 cm Orv frei Baustelle anzu- liefern 910,50 Los 8) Fuhrleistungen 4".— Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns und bei Eroßh: Büigermeifterei Stummheit» zur Einncht offen. Angebote in Prozenten des Voranschlags find bis zum obigen Teiinin verschlossen und mit der Aus chiift: ./Angebot Feldbereinigung ^lamm- heiin' versehen, der Eroßh. Bürgermeisterei ctanimheini einzureichen. Friedberg, den 20. September 1914. Eroßh Kulturinspektion. I. V.: Hau ck. der Non Dienstag ab steht »ein lfrosjer Transport darunter 2 und 3jähric;e Fohlen und Fuchs- stuten zum Verkauf. Salomon Roth Frankfurt-Bocke «heim Er. Seestratze Nr 11. Telefon Taun u s 3730. $ruiinenl)iiu«. üBoljrnnp, Pllinpcnlnilagen billigst. 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Um das Zahlgefchäft zu erleichtern, wird den Empfangs- berechiigtcn empfohlen, sich schon vorher über die Zahl der tat- fachlichen Berpflegungstagc unter Abzug der auswärtigen Wache», für welche leine Vergütung erfolgt, zu verläf- figen. Friedberg, den 30. September 1914. Der Bürgermeister; Stahl. Kekannlmachnng. Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß bei der am 29. September 1914 vorgenommenen Auslosung von Aktien des städtischen Schwimmbades die nachstehenden Nummern gezogen worden find: Litra A Nr. 6. Litra B Nr. 7 14 20 24 26 51 86 120 14«. Die Einlösung der gezogenen Aktien erfolgt von- ' April 1915 ab. bei der Stadtkaffe. Friedberg, den 30. September 1914. Der Bürgermrister; Stahl. Für das 1!oke Frreit? Wäsche und Eebrauchsgegcnstände. Es gingen weitere Gaben ein: Von den Damen des Gustav« Adolf-Frauenvereins: 12 neue Bieberhemdcn, 15 P. Fußlappen. 27 P. neue Socken, 3 P. Pulswärmer; N. N.: 2 P. neue Socken; Frau Louis Hirsch: 2 Pfd. Tee, 12 neue Taschentücher, 3 P. getr. Unterhosen, 6 P. Fußlappen, Tabak; Frau Holler: 1 P. neue Socken; Frl. Blum: 1 P. neue Socken, 5 Gläser Obst; lliigenannt: 6 Taschentücher, 9 Handtücher, Zigarren, Tabak. 1 Hemd, 3 P. neue Socken; Frl. Will: 1 P. Socken; Frau Bankoorstand Fro»»»e: 6 P. neue Socken, 1 Armbinde; Frau Korcll. 3 P. neue Socken; Frau Itter: 1 P. neue Socken; Frau E.:2 P. neue Socke», 2 P. Pulswärmer; Gemeind- Holz- houscn durch Pfarrer Elotz: 3. Gabe 3 getr. w. Hemden i neue Unterjacke, 1 neue Unterhose, 4 P. Pulswärmer, 3 P. neue Socken, 1 Glas Bienenhonig; Ungenannt: 1 P. neue Socken, 2 getr. Hemden, 9 P. getr. Socken; Frau Hecht: 3 neue Unterjacken. 20 Waschlappetl, 37 gehr. Taschentücher; Frau Gendar- mcriewachtmeistcr Frick: 2 P. neue Socken, 2 Etas Eingemachtes, 20 Eicr^ Gemeinde Rockenberg: Tabak, Zigarren, Zigaretten. Wllrsclzuckcr, Schokolade. 2 Tosen Kassec, 1 Dose Tee. 2 Psund Seife, Streichhölzer. 1 Schinken, Echwartcmagen, 15 P. neue Socken. 1 P. getr. Socken. 1 getr. Hemd. 8 neue Taschentücher; Metzgcrnieistcr August Wols. Rockenberg: 8 Würste: Ee- incinde Nieder-Florstadt (3. Gabe) gesammelt durch die Gemeint--. schioesier: 8 lein. Hemden. 17 neue wall. weiß. Hemden, 8 neue " cberhcmden, 2 getr. Hemden, 1 P. Unterhosen, 24 Handtücher, : neue Bettücher, versch. Binden, 7 P. Kniewär- ttter. 2 neue Bettbezüge, 3 Ohreukappen; Frl. Hampel: 1 Paar neue Socken, Frl. Grlpp: 1 P. neue Socken: Frau Lokomotivs. Ball: 1 P. neue Socken, 2 P. Pulswärmer, 8 P. Fußlappen. 1 getr. Hemd, Bäcker Kratz. Schwalheim: 1 Kiste Zigarren, 300 Zigaretten, lt Glas Bienenhonig, Gurken. Frau Steinhardt: 3 P. Hausschuhe, 5 P. neue Socken. 8 Taschentücher; Frau Lehrer Wilthcis: 1 P. Tee, 1 P. Zucker, 2 P. Zwieback, 2 P. getr. Socken, 3 getr. Hemden; Herr Adolf Hensel-Dorteliveil: 2 P. Schuhe. 2 P. neue Socken. 1 P. Kniewärmer, 5 P. Pulswürnicr. 3 Taschentücher. 4 P. Schokolade, I Dose Kakao. 6 P. Zigaretten, 4 Waschlappen, 2 neue Hemden, 1 P. Unterhosen. 18 Fußlappen, 5 Binden. 3 Paket Pfcsfer- münz, 3 Psund Kernseife; Frau Lehrer Wilhelm: 3 P. neue Socken, 1 getr. Hemd, 1 Paket Tee; Frau Direktor Michenfel- der: 9 getr. Hemden; Geschwister Schloß: 3 P. neue Socken. l2 neue Taschentücher; Frau Lehrer Wirtwein: 2 P. neue Socken, 1 Wurst; Erna Wirtwein: 2 Pulswärmer; Frau Stößinger: 2 Kittchen Schokolade; Ungenannt: 1 Kistchcn Seife,