A »m„,er 221 _ Donnerstag, den 24. September 1914. 7. Jahrgang Die „I rue Gagesiritung" ci cheinl irden Werltag. Regelmäßige Beilagen „Der Sauer au« Helsen", ,,?i« Kplnnllul'»". Seiugaprei«: Bei den Posta,istallen oiericlialiritch Lik. 1,95 tii den Agenten monallld) 50 hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. »ureigen: Grund,eil- 20 Psg., lokale 15 Psg, Anzeigen von auswärts werden duri, Potnachnafm: er ,od-tt _Ersüllungsort Frledberg. Sittriftlcitung und Verlag Friedberg (Hessen), Hanaucrstrasze 12. Fernsprecher «8. Postscheck,Conto Sir. iS.ifl. Amt Franksuet a. SH. Die Heldentat des „U 9 ". (Sin deutsches Unterseeboot hat drei englische Pan;erkren;cr vernichtet. — 26 gegen 2700! Fortschritte im Westen. 26 gegen 2700! Tine besondere- Gefühl der Freude übcrlonunt das deutsche Bol!, wenn bekannt wird, Latz ein Lieg über die Engländer errungen sei. Man hat endlich erkannt, wo die Schlange unter den Böllern zu sinden sei, der den Kops zu zertreten des Schweißes der Edlen wert sein müsse. Man war sich seit Beginn des von England heimtückisch angezettelten Krieges bewußt. daß der Kamps zur Sec ein schwieriger sein werde. An Zahl de. icwassnctcn Schiffe stand uns ja England weit voran. Dag aber die Ueberzahl durch de» Geist, den eine Truppe beseelt, ersetzt werden kann, das hat Las perfide Albion jetzt schon zu seinem Schaden erfahren müssen. Zwar haben auch wir schon schmerzliche Schäden erleiden müsien, was wollen sic aber besagen im Vergleich zu Len Verlusten, die wir unseren Feinden zugesügt haben. Aus deutscher Seite sind in Verlust geraten die kleinen Kreuzer „Magdeburg", „Köln" und „Mainz" (über deren Schicksal ganz sichere Meldungen immer noch nicht vorliegen), ferner „Ariadne" und „hela", die zu den lleinsten und ältesten Schissen gehören; außerdem ein Unterseeboot, ein Torpedoboot und ein Mincndampscr und ein Vcrmesiungsdampscr. Die Engländer dagegen, die über die weitaus stärkeren Kräfte vcrsügen, haben bereits 11 Schisse, darunter vier große Panzerkreuzer verloren. Binnen zwei Stunden hat ein einziges deutsches Unterseeboot mit 25 Mann Besatzung unter Führung ihres wackeren Komniandantcn, Otto Weddigcn. drei große englische Panzerkreuzer mit über 2700 Wann Besatzung in den Grund gesenkt. Kaum 700 Mann konnten gerettet werden, so Laß also etwa 2000 Mann aus dem Meeresgrund« ruhen. Während die Kunde dieses herrlichen Erfolges ln Deutschland hohe Begeisterung ausgelöst hat, herrscht in England bleiches Entsetzen. Aus dem Gesühl der unbedingten Sicherheit ist man jäh erwacht. Zwar tröstet man sich mit dem Bewußtsein, daß man noch sehr viele Kreuzer zu verlieren habe. Wir meinen aber, der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. John Bull tröstet sich weiter mit dem Gedanken, daß leine Schisse die zweitgrößte Flotte der Welt zur Untii- tätigkeit gezwungen haben. Nun unsere wackeren Seeleute haben den Engländern einen neuen Beweis von ihrer Tgten- losigkeit gegeben. Sie haben eine Heldentat vollbracht, die unsere hossnung, die wir allenthalben aus sie gesetzt haben, vollauf gerechtfertigt hat: Wie stürmt unser Panzer so kühn und so schnell. Wie leuchten die Augen so srisch und so hell, Wie schön, für Deutschland zu fahren! Und sind auch die Meere vom Feinde erfüllt, Der rings aus Geschützen entgegen uns brüllt, Wir treiben ihn donnernd zu Paaren! Fortschritte im Westen. Gefangene, Maschinengcwctzrc und Geschütze erbeutet! WTB. Grotzcs Hauptquartier, 23. Lcpt., abds. (Amtlich.) Auf dem rechten Flügel des deutschen Wcsttzccrcs, jenseits der Oise, stctzt der Kampf. Umfassungsverfuchc der i>ranlosen tzabcn keinerlei G» folge gctzabt. Öcstlich der 'Argonncn ist Barennes i::i Laufe des Tages gcuommcu worden. Lcr 'Angriff schreitet weiter fort. Die gegen die Lperrforts südlich von Verdun nii- greifcndcn Armectcilc tzabcu heftige, aus Verdun über die Maas und aus Tont erfolgte Gegenangriffe siegreich abgeschlagen. Gefangene, Maschinen- gcwetzrc und Geschütze erbettlet. Tas Kener der schweren 'Artillerie ec crr die Lperrsorts Trohon» Los Pniochee-, Goiiip des Romains und Lioivillc ist mit sichtbarem Grsolg eröffnet worden. In fy r a » ,; ö s i s ch - Lothringen und an der e l s ä s s i s ch e n (Sven 3 c wurden die französischen Vortrrrppen an einzelnen stellen z « rü ck g c d r ä n q t. Eine wirkliche Gntscheidung ist noch nirgends .aciallen. Aus Belgien und ans O st e n ist nichts Neues zu melden. ?rei englische PlUljkckkiljtt von einem Mischen Unterseeboot vernichtet. Berlin, 23. Septbr. (W. B.) Das deutsche Unterseeboot „(I 9" hat am Morgen des 22. September etwa 20 Seemeilen nordwestlich von Hoek van Holland drei englische Panzerkreuzer „Aboukir". „Hogue" und „Cressy" zum Sinken gebracht. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. Behnke. Glücklich znrnckgekchrt! Berlin, 23. Seht. Es wird uns mitgeteilt, daß das Unterseeboot „U 9" und seine Besatzung heute nachmittag unversehrt zurückgekehrt sind. Die Besatzung des „II 9". Wilhelmshaven, 23. Scpt. (W. B. Nichtamtlich.) Zur Besatzung des Unterseebootes „U 9" gehören: Kapitönlmt- nant Weddigcn (Otto) Kommandant, Oberleutnant z. See Spieß, Marine-Ingenieur Schön, Obcrsteucrmann Träbert, Oöermaschinist Heinemann, Oberboots» maatc Schoppe, Hör, Matrosen Gc > st, Ros cma nn, Schenker, Schulz; Obermaschinislcnniaate Marlow, Stellmacher, Hinricki, Maschinistenmaate März, R c i ch a r d t, Obermaschinistcnanwärter Wollenberg, von Koslowski, Oberhc.zer Eisenblätter, S ch ü s ch k e, Heizer Karbe, Schober, Lied, Köster, W o l l st e l t, Fnnkenheizer S i c o c r S. ■ Der Hergang drs Krlrchies. Berlin, 23. Scpt. (W. B. Nichtanitlich) Der Angriff des Ulitetseebootes „U 9" auf die drei englischen Panzerkreuzer ei folgte gestern um (i Uhr bei Hellem klarem Wetter und zwar zunächst gegen den „Aboukir", der innerhalb 5 Minuten sank. Die beiden anderen englischen Panzerk en- zer beteiligten sich zunächst an dem Rettungswerke. Alsdann sank nach weiteren drei Minuten der zweite englische Kreuzer „Hogitc". Das Sinken des dritten Kreuzers erfolgte gegen 9 Uhr. Das Unterseeboot „U 9" entkam der schließlich an einen sicheren Ort gelangt ist. Die Meldu ige.i von anderer Seite, daß 5 deutsche Unterseeboote bei deni An- griff beteiligt gewesen seien, von denen drei nnteegeg rügen seien, sind falsch. Tatsächlich ist der Angriff nur von denr Untcrsecboet „O 9" erfolgt. .Berlin. 23. Scpt. (W. B. Nichtamtlich.) Tic „Voss. Ztg." meldet ans dem Haag: Wie die Uebericbenden der Besatzungen von den in Grund gebohrten englischen Kreuzern cf.üblen, lagen die meisten Leute, als der Angriff crfo.gle', noch in den Kojen; daraus erklärt sich, daß die Gerettete» meist nur mit einem Henid bekleidet waren. Sic känipsien drei Stunden mit den Wellen, che sic gcreitci wurden. Tie englische» Kreuzer gaben keinen Schuß ab. Wie der Kapitän des Tampsers „Titan" erzählt, konnte er III Mann u. 3 Offiziere ausnehmcn, unter ihnen den Kapitän Teils des Schiffes „Aboukir". der drei Stunden aus einem Wrackstück herumge'awommen war. Als dieser zu sich gekommen war, erklärte er grimmig lachcitd' Das war eine langivi.'iige Schwimmtour, und crzäbtte, daß er rund drei Stunden im Wasser gelegen habe. Er war von dem ersten Kreuzer, der getroffen war, über Bord gesprungen und von einem andern Kreuzer aufgefischt worden. Als auch dieser getroffen war. , spreng er von neuem ins Wasser und werde vom drillen Kreuzer ausgenommen. Ta auch d'.escr sank, so mußte er zun, dritten Mal über Bord springen. Ter Kapitän wurde daraus an Bord des Torpedojügers „Situier" gebrüht. Per!!», L3. Sept. (®. B. Nichtamtlich.) liri r die -Heldentat des „U 9" erfährt die „B. Z." noch folgende Eii- zelbciten: Kleieä Wetter herrschte nordwestlich Hoek ran Holland, als .v 9" unter Führung des Kepitänlentnants Otto Weddigen in der Frühe dcS gestrigen Morgens aus einer Patronillensohrt plötzlich die drei englischen Panzer- sreiczer „Aboukir". „Hogue" und „Crcssy" vor sich anstau- chen sab, die zn dem siebenten englischen kretizcrgeschw.ider gcbörten. Das oanre Gcitbwade: e. steht aus sechs Panzu- krenzern. Tie Gelegenheit ist günstig, dem Feinde, der misch? inend nichts ahnt, unbemerkt kräftig ank den Leib z» rücken. Es ist etwa ti Uhr morgens. Plötzlich erliil! der „Aboukir" einen gewaltigen Stoß; fünf Minuten iprler sinkt das Schiff, das über 12,000 Tonnen Wasserverdrängung und fast 800 Mann Besatzung hat. Ist es ans eine Mine gestoßen? Noch wissen es die Engländer nicht, aber sic fürchten es, denn gleich daraus ereilt den Kreuzer „Hegne" dasselbe Schicksal. Sofort werden die Boote ausge- setzt. Tor „Cressy" ist bemüht, die Uebcrlebcnden anszn- sischcn. Zwei Stunden vergehen mit der Bcrgnngs.irb nt. Ta plötzlich erhält auch der „Cressy" einen gewaltigen Stoß und versinkt gleichfalls alsbald in die Tiefe. Nun zweifeln die Engländer nicht mehr, daß ein deutsches Unterseeboot in der Nähe ist, und daß die drei Panzer von deutschen Torpedos in den Grund gebohrt worden sind. Nun beginnt eine wilde Jagd auf „ü 9", aber hoffentlich ist es ihm ge- lnngcn, seinen Verfolgern zu cntkomincn. Inzwischen naht der holländische Frachtdampfcr „Flora", der ans der Fahrt von Rotterdam nach Lcith begriffen war. Die Besatzung der „Flora" sieht einige Schisfsbootc auf dem Wasser treiben und erkennt beim Näherkommen, daß englische Ltsi- ziere und Matrosen darin sitzen, nur notdürftig bekleidet, im Zustand schwerer Erschöpfung. Sie werde» an Bord der „Flora" geborgen und von ihr nach Vmniden gebracht. Ainsirrdäm, 23. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Das „Handelsblad" meldet: Der Kapitän des „Titan" sab um 7,50 Uhr drei Kriegsschisse, die in Zcitabsiände» von ;e einer Piertclstnndc sanken. Der „Titan" erreichte um 9,20 Uhr die Stelle und fand dort Wracksiücke und eine große Anzahl Schiffbrüchige. Das Schiff setzte Boote ans, die zwei Fahrten machten. Viele Seeleute wurden an den Tauen empor- gezogen. Ter „Titan" nahm um 11.15 Uhr den Kurs nach Hock van Holland. Um 12.10 Uhr erschien das englische Torpedoboot „Luciser", da? einen Teil der Geretteten an Bord nahm. Tie Engländer befinden sich unter Bewach- ring des holländischen Militärs und werden beute in ein In- ternicrungslager befördert. Dir Bcninnnnng des .211 o*i fir" bcirug 900, „Hogne" 999 und „Eresit," 832 Monn, meist Reservisten zusammen also über 2700 Mann. Amsterdam. 23. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Kapitän der „Flora" hat niitacteilt. er befand sich mit sii- nem Schiss ans der Fahrt von Rotterdam nach Leith. als er etwa Ist Seemeilen hinter dem MarSlcuchtschisf ans 8 Meilen Entfernung einen Kreuzer mit 1 Schornsteinen blickte, der sich ctuf die Seite legte rmd langsam versank- Aul er sich dem Kreuzer näherte, sab er viele Rettungsboote üeiben. Er selbst nahm von 9 bis (.12 Uhr an dem Rettmigs» werke teil, dann erschienen andere englische Krieg-;schiite- Tcr Kapitän sah auch ein paar deniscbc Unterseeboot? not- tauchen und hielt cs für geraten, sich eiligst zu enffe,m?w Ein englischer Matrose vom Kreuzer „Cressy" erzählt?: Drei Kreuzer befanden sich gegen V>G Ufir früh etwa 30 Meilen von der holländischen Küste entfernt auf der Höhe des neuen Wasserwegs. Das Wetter war neblig. Plötzlich erfolgte eine bestigc Explosion, und wenige Augenblicke 'pater sah man, doß der „Aboukir" sich auf die Seite legt?. Die beiden anderen Schisse machten Boote los: sie hörten eine halb« Stunde später drei Erplosioncn in der Nähe der „Hogne , eine Viertelstunde danach traf ein Torpedo die „Er?ssy , die in vier Minuten sank. vir ssnolänber haben bisher 14 KnegsiW verloren. Noch der englischen Presse, die in diesem Fall ckncn gv wissen Anspruch aus Giaubwürdigkeit hat, steht der Verlust folgender englischer Kriegsschiffe fest: Name Baujahr „SBartiot" 19^. „Aboulir' liOO , käoguc" 1Ö0J „Grcijl“ i: o > „Acetzusa" 1913 .Glaucefter" 1909 ,Seailesj" 1912 „Vaihsiuder" 191 4 „Amptzion" 1 11 „Pegasuo" 18J7 „Druid" 1912 „Lacrics" 1913 „Phcnir" 1912 .. äpeedy ' lSb9 Bezüglich des „Warrior" Gattung Panzcrlreuzer Geich. Kreuzer T.-Zerstörer Torpedoboot Verdrängung 10700 T. 12200 T. 12200 T 122' 0 l“ 0600 T. 4000 T. 0500 T. 3000 T. 3500 T. 2200 T. 770 T. 950 I. 770 T. 800 T. dem Untergang des 6 Äniniti Pllilp*' imS hna Sir. Z24 »tut xagesjeituitg. Donnerstag, oen 24 . September 1914 Kette 2 englischen Kreuzers „Amphion" aus dem Mittelmeer die Nachricht kam, man habe dort nach dem Auftreten der beiden deutschen Kreuzer „Soeben" und „Breslau" Möbelstücke eines englischen Kreuzers auf See treibend aufgefunden. Es wurde zunächst die Vermutung gehegt, daß es sich nur um den Panzerkreuzer „Warrior" handeln könnte, der wahrscheinlich bei dem Beginn des Kampfes Möbelstücke über Bord geworfen habe. Später wurde aber gemeldet, daß man auch andere Schifssteile des „Warrior" aufgefischt hätte, und nun kommt von England die Bestätigung, dag der Kreuzer gesunken ist. Er war stark armiert, seine Schnelligkeit betrug 25,5 Seemeilen in der Stunde, Jus Cksanltergtbms örr Iniften Kriegsanleihe». Berlin, 23. Sept. (Amtlich.) Aus die Kriegsanleihen sind gezeichnet wörden: 1 318 199 800 Mark Reichsschatzanweisungen 1 177 205 000 Mark Reichsanleihe m. Schuldbucheintragung 1 894 171 200 Mark Reichsanleihe ohne , Schuldbucheintragung zusammen 4 389 576 009 Mark. iUuf viekrlngm kr Algier bei töwen. Aus Löwen erhält die „Köln, Bolksztg," vom 17, Sept, Mitteilungen über die in und bei Löwen von Donnerstag vergangener Woche bis einschließlich Sonntag Nachmittag 2 Uhr gelieferten Erfechte und Kämpfe, Nachdem schon am Donnerstag verschiedene kleinere Plänkeleien stattgesunden hatten, wurde die Lage am Freitag gegen Mittag ernster. Der Feind drang bis etwa zwei Kilometer zum Bahnhof, L ö w c n vor und überschüttete de» Bahnhof mit Granaten und Schrapnells, Unsere tleiue Besatzungstruppe, meist alte Landfturmleute, mußte vor der feindlichen lleber- niacht (es sollen drei Divisionen unter persönlicher Führung des Bclgierkönigs gewesen sein) langsam zurückgchen. Von der Bahnhofsbesatzung siel ein Mann. "Drs^tzöpig der Belgier befehligte, im grauen Auto drei Kilometer vor Löwen haltend, vas Kefecht selbst. Kaum aufgefahrcn, überschütten indessen unsere Haubitzen den Feind derartig, daß dieser nach kurzem Widerstand den Kamps ausgab und der rechte Flügel ins Wanken geriet. Inzwischen war auch schon vor dem Bahnhof Jn- santerie ausgestiegen, direkt ins Feuer geraten und mit »nver- xlerchlichcr Bravour vorgegangen. Der Feind erlitt schwere Verluste, Das Eefechtsseld, das unsere Artillerie unter Feuer genommen hatte, war mit Leichen Lbersät, während unsere Artillerie weder Tote noch Verwundete hatte, ein Beweis, wie schlecht die feindliche Artillerie schoß, In eiliger Flucht zogen sich die feindlichen Kräfte zurück und nisteten sich in der Gegend von Aerschot ein. Am Samstag früh erging der Befehl an unsere Truppen zum entscheidenden Vorgehen, Um cinhalb sechs Uhr früh standen sämtliche Teile an den vorgcschriebenen Punkten, und kurz nachher wurde unsererseits angcgriijcn Unsere Artillerie griff mächtig an beiden Flügeln ein, und die Erde bebte unter dem unaufhörlichen Kanonendonner, Es war wunderbar, mit welcher unvergleichlichen Bravour sich unsere Truppen schlugen. Der Kamps wurde schrecklich, als bekannt wurde, dag in die Erde cingegrabene Franktireurs unsere Artillerie nahe herankommen lietzen und dann die Bcdienungsmannschasten niederzuschieben versuchten. Wie haben unsere Jungens, namentlich die Sccbataillone, diesen Schurren das Handwerk gelegt. Gegen Mittag war der Feind aus seiner Position gcworsen und ging, fortwährend hartnäckigen Widerstand leistend, langsam zurück, obwohl er sich in vierfacher Uebermacht befarid, Eegen 5 Uhr abends war er vollständig geschlagen. Der Feind wurde während der Nacht zum Sonniag und den Sonnlag Vormittag über unlcr unserem Artillcricfeucr über Hegst op den Berg bis in die Nähe von Antwerpen zurückgeschlagen. Seine Verluste müssen sehr schwer gewesen sein. (fnormr IMüflc kr We-i ki Mit welch' ungchcnren die Nüssen die Einnahme von Lcmbepg erkaufen mussten, das sie nun, nach den Siegen Hindcnburgs, wohl nicht nichr lange werden halten können, geht aus einem Ct, Petersburger, also zugunsten der Russen gcsärbten Bericht des „Rictsch" hervor, Es heißt darin: An einem bestimmten Morgen wurde der kurze Befehl gegeben, nach Lemberg vorzurückcn. Und dann begann die Schlacht, die vier Tage lang von Morgengrauen bis zum Eintreten der Du» kelheit währte. Die Gegenangriffe der Ocfterreicher wurden mit der größten Erbitterung ausgesührt. Während die Russen vorriicktcn, waren sie buchstäblich einem Hagel von Blei und Eisen ausgejetzt. Der Vormarsch wurde ausserordentlich erschwert durch das bergige Terrain der Gegend, in der zahlreiche Krater-Ocsfnungen ehemaliger Vulkane (?) ausgezeichnete natürliche Verjchanzunge» bieten. Alle diese Positionen waren durch starke Abteilungen vertcidigi. Die »aiürlichen Hindernisse waren so große, daß die künstlichen Verlcidigungswerke eine weniger wichtige Rolle spielten. Die Russen hatten sehr unter Durst zu leiden, da die Gegend arm an Wasser ist. Während die Nächte schneidend kalt waren, herrschte am Tage eine unerträgliche Hitze, Beide Parteien kämpften mit äußerster Hartnäckigkeit, Zwei Tage lang wurde um die Forts gekämpft, Ein Hagel von mordendem Blei wütete über beide Armeen und verursachte enorme Verluste, Schließlich kamen wir kurz nach dem Abzug der Oesterreichcr nach Lemberg hin- cin," — Es ist erfreulich, von feindlicher Seite bestätigt zu hören, daß die Lesterreicher sich gegenüber der erdrückenden Uebcr macht der Russen sehr tapfer gehalten haben und daß der Besitz der strategisch minder wichtige» Stellung vom Feinde sehr teuer erlauft war. Günstige AnsWeri im Mosten. Krakau, 2i. Sept, Die „Rowa Reforina" erhält »on einem hervorragenden militärischen Fachmann folgende Mitteilung: Trotz dem furchtbaren Uebermaß, mit dem sich die Ras sen aus Galizien geworfen haben, hat die österreichisch,unga rische Armee die Rüste» nicht über eine acwine Grenze dinaus gelangen lasten. Trotz der Uebermacht mußte die russische Armee Halt machen und konnte nicht verhindern, daß sich eine Konzentration unserer Armee auf günstigem Terrain vollzog. Diesem wichtigen Ereigniste gegenüber mußte sich die russische Uebermacht passiv verhalten. Darin ist ein deutliches Zeichen einer günstigeren militärische» Lage zu erblicken Heute steht unsere Armee in einer neuen Position versammelt und wartet auf den Befehl zum wciieren Kampfe. Die Armee »nd ihre Füh»r sind bereit, die neu ausgcarbciteten Pläne mit aller Vehemenz zur Durchführung zu bringen. Die Ersdenmg von Maubengc. Ein österreichischer Festungsartrllericleutnant, der an der Belagerung von Maubeuge teilgenommen hat, richtete an seine Wiener Angehörigen einen Brief, den das „Neue Wiener Tageblatt" veröffentlicht und dem das „Berliner Tageblatt" folgende Stellen entnimmt: „Ergreifend war der Augenblick, als sich die ersten deutschen Truppen nach Abzug der französischen Garnison gegen Manbeuge in Bewegung setzten und die deutsche Militärmusik den Radetzky-Marsch uns zu Ehren hinausschmetterte. Mir schossen für einen Moment die Tränen in die Augen, ober nicht mir allein! Zum erstenmal nach langer Zeit wieder österreichische Musik und noch dazu diese Musik und in diesem herrlichen Augenblick! .... Am 5. September gegen 4 Uhr nachmittags kam ein französisches Automobil mit weißer Fahne in das deutsche Hauptquartier und fragte den Oberstkommandicrendc», einen prachtvollen alten Haudegen, ob er unter gewissen Bedingungen die Uebergabe der Festung annehmen würde. Da schlug aber der deutsche Befehlshaber mit der Faust auf den Tisch und rief: ,,Was, Bedingungen? Bedingungslos bis 8 Uhr'abends, oder ich schieße die ganze Bude in Grund und Boden," In begreiflicher Erschütterung ist daraufhin der Franzose abgezogen. Nun hat man nicht gewußt, ob der Oberstkommandierende sechs Uhr nach französischer oder nach deutscher Zeit gemeint hatte. Als es »ach deutscher Zeit 8 Uhr war, wurde cs jedoch klar, welche Zeit der Kommandeur gemeint hatte, denn er befahl die Fortsetzung der Beschießung. Kaum hatte diese aber eingesetzt, als auch schon in rasender Fahrt das Auto mit der weißen Fahne aus Maubeuge herauskam. Der Kommandant nahm den Brief, den der Parlamentär überbrachte, entgegen und sagte nichts weiter als „Schießen einstollen!" und damit war die bedingungslose Uebergabe von Maubeuge angenommen, . . , Als die Engländer dann als Gefangene vorüberzogen, schrieen wir alle auf vor Wut, denn wie soll nicht alles wahren Haß gegen die Engländer, diese infamen Verräter am Germanentum und an der weißen Raste überhaupt, empfinden," Die Kathedrale von Reims. Großes Hauptquartier, 22. Sept, (Amtlich). Die französische Regierung hat behauptet, daß die Beschießung der Kathedrale von Reims keine militärische Notwendigkeit gewesen sei. Demgegenüber sei folgendes festgestcllt: Nachdem die »Franzosen die Stadt Reims durch starke Vcrschanzungen zum Hauptstützpunkt ihrer Verteidigung gemacht hatten, zwangen sie uns selbst zum Angriff aus die Stadt mit allen zur Durchführung möglichen Mitteln, Die Kathedrale sollte auf Anordnung des deutsche» Armeeoberkommandos geschont werden, solange der Feind sie nicht zu seinen Gunsten ausnutzte. Seit dem 28, September wurde auf der Kathedrale die weiße Fahne gezeigt und von uns geachtet. Trotzdem konnten wir auf dem Turm einen Beobachtungsposten seststellen, der die gute Wirkung der feindlichen Artillerie gegen unsere angrcifende Infanterie erklärte. Es war nötig, ihn zu beseitige». Dies geschah durch Schrapnellseuer der Feldartillerie, Das Feuer schwerer Artillerie wurde auch jetzt noch nicht gestattet und das Feuer eingestellt, nachdem der Posten beseitigt war. Wie wir beobachten können, stehen Turm und Aeußeres der Kathedrale unzerstürt. Der Dachstuhl ist in Flamme» aus- gcgangen. Die angrcifende» Truppen sind also nur so weit gegangen, wie sie unbedingt gehen mußten. Die Verantwortung trägt der Feind, der ein ehrwürdiges Bauwerk unter dem Schutz der weiße» Flagge zu mißbrauchen versuchte. Russische Lügen. Wie», 23. Sept, Amtlich wird mitgeteilt: Die Meldungen der Presse der Triple-Entente über angebliche russische Siege in Galizien grenzen an das Lächerliche, Die Etgländer wollen wissen, daß sich eine nuferer siegreichen Ar- uieen in Galizien nur noch auf 60,000 bis 80,000 Mann belaufe, In Paris beruhigt man sich mit der Nachricht, unsere Verluste betrügen mehrere hunderttausend Mann und die uns angeblich zu Hilfe gekommenen deutschen Korps hätten den Riickzng antreten müssen. Man vermeint, unsere Festungen würden keine Rolle mehr spielen. Wen» inan den Gegner derart einschätzt, können lleberraschunge» nicht l ansbleiben. £nlpi : rn Art fid) nid)} finfanp. Wien, 23. Sept. (Nichtamtlich.) Tie „Südslawische Korrespondenz" uieldet aus Sofia: Nach Informationen ans unterrichteten Kreisen ist sestzustellen, daß die Sendung deS Präsidenten des Londoner Balkankoiuitees, Bürten, vollständig gescheitert ist, und die Bemühungen Bortons, die leitenden Kreise in Bulgarien zu einer Aenderung der bisherigen Haltung zu bewegen, erfolglos- geblieben sind. Sowohl der König als auch das Kabinett siladoslawo haben Burton darüber nicht in, Zweifel gelassen, daß man in Sofia die eilige- schlagene Richtung der bulgarischen Politik für die allein für das Land richtige hält und nicht daran denkt, von ihr abzu- gehen. Die Stimmung in der Türkei. Die Leipziger Verlagsbuchhandlung K, F, Koehler stellt de» „Leipziaer Neuesten Nachrichte»' den Brici eines türkischen Geschäftsfreundes aus Konstantinopel zur Verfügung. Der in deutscher Sprache geschriebene Brief lautet: „, . . . Es gilt! Fast rings herum find die Deutschen mit Feinden umgeben, die cs auf die Ausnahmestellung, welche Deutschland seiner riesigen Arbeit verdankt, aus die Früchte dieser segensreichen Arbeit und auf die ungeheuren Fortschritte, welche ja die deutsche Nation zur größten in der Welt machen, abgesehen haben. Aber auch nie war Deutschland so fest, so einig, so mächtig,' so opferwillig wie in dieser ernsten Stunde! Deutschland, das in seiner titanischen Fricdensarbeit unerreicht dasteht, ist auch fürchterlich in seiner Macht! Und Gott sei Dank, da haben die Deutschen bereits angefangcn, ihren Feinden die Schwere ihrer Faust fühlen zu lasten. Aus jeder Brust in der Türkei der teure Wunsch eines baldigen deutschen Entscheidungssieges, Es schauderte hier jedes Herz vor Freude, als man die Nachrichten von den deutschen glücklichen Wasscntatcn erfuhr. Es gereicht mir bei dieser Gelegenheit zum besonderen Vergnügen, Ihnen mitzuteilcn, daß ich seitens Seiner Exzellenz des türkischen.... Ministers beaujtragt bin. Ihnen seine persönlichen, aufrichtigen Wünsche für das Waf- fcnglück Deutschlands auszudrücken." Ilnprrlälfifjlirit kr ringrborftiru Miere in Aegypten. Zuverlässig wird aus Kairo gemeldet, daß die dortige» eingeborenen Offiziere auf Befragen ihrer englischen Vor- gesetzten einstimmig erklärten, daß sie es von sich weisen müßten, gegen die Kalifatsmacht zu kämpfen, falls der Krieg zwischen Aegypten und der Türkei ausbräche. Diese einstimmige Kundgebung hat bei den Engländern Bestürzung hervorgerufen. Sämtliche eingeborenen Offiziere wurden 24 Stunden später nach dem Sudan verschickt. Südafrika und der Krieg. Aus Köln wird gemeldet: Die „Köln, Ztg," ersährt sibel Holland: Die „Times" melden, daß im südafrikanischen Abgeordnetenhaus die Anträge auf Beteiligung am Krieg a b g «- lehnt wurden. Auch in Persien gürt es. Konstantinopel, 22. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) „Tardschuman-i-Hakikat" bespricht die Verhängung des Kriegszustandes und andere außergewöhnliche Maßnahmen und militärische Vorkehrungen, die der russische Statthalter Gras Woronzow-Daschkow im Kaukasus anordnete. Das Blatt glaubt, daß der Grund hierfür in der Wahrscheinlichkeit liege, daß Persien die augenblickliche Lage benutze, um den englisch-russischen Vertrag vom Jahre 1908 über di> Teilung Persiens in Interessensphären zu kündigen. D>ts Blatt sagt: Selbst wenn die persische Regierung den Vertrag unbeachtet laste, und keinen amtlichen Schritt unternimmt, stehe doch außer Zweifel, daß verschiedene Stammeshäuptlinge diese Gelegenheit nicht unbenutzt vorüber- gehen lassen würden. Nachrichten aus Persien zeigten, daß bei zahlreichen, so gut wie unabhängigen Stämmen eine Erregung vorhanden sei. Diese Stämme seien so stark, daß die persische Regierung sie nicht zurllckhalten könnte. Sie könnten die Beleidigungen durch die Engländer und die Russen in den letzten Jahren nicht vergeflen, besonders die Aufhängung des als heilig angesehenen Nationalhelden an dem größten religiösen Festtage. Australische Zorge wegen Japans. In dem Organ der australischen Arbeiterschast wendet sich cin australischer Bürger, W, Pitt, gegen das Kriegsbündnis mit Japan, Er behauptet, die englische Regierung habe Japan nicht nur Kiautschou, sondern auch Reu-Euinca und Sa- nioa versprochen. Mit dem Erwerb dieser deutschen Besitzungen würde der Einfluß Japans in bedenklicher Weise gcstei- gert. Es sei eine lächerliche Heuchelei, wenn Japan sich al- Erhalter des Friedens aufspiele, Pitt schließt seinen Artikel, wie wir dem „Vorwärts" entnehmen, mit folgenden Worten- „In der Tat, das Ultimatum Japans an Deutschland ist eine Bedrohung des Friedens im Fernen Osten. Es ist ein Schritt, der für Australien und Amerika von den schlimmsten Konsequenzen sein kann. Wie Deutschland, so hat auch Japan nie ein Hehl daraus gemacht, daß cs einen „Platz an der Sonne" fordert. Nun, jetzt hat es dazu die beste Gelegenheit Japans Vorgehen, bedeutet eine Kriegsdrohung an die ganze Welt," ->, Dir Verluste des kntldjfn Heeres w«ihren- kr ersten sechs Kriegsmacht». In der „Straßburger Post" finden wir die nachstehend» Zusammenstellung Uber die bisherigen Verlust- der Deutschen Es sind gefallen: 258 Offiziere und 3063 Mann (bemerkenswert die hohe Zahl der gesallcnen Ossizicre), verwun d c t sind 571 Ossizicre und 12,858 Mann, vermißt werden 43 Ossiziere und 4633 Mann, Die Gesamtvcrluste sind also 872 Ossizicre und 28,354 Mann, Hierbei ist zu berücksichtigen, daß etwa 28 Prozent der Vermißten allmählich sich wieder ein- sinden und 48 Prozent in Eesangcnjchasb (meist verwundet) gefallen sind, von den Vermißten sind rund 2880 als lebend abzurechnen, so daß nur etwa 1808 als tot (teilweise ermordet) z» gelten haben. Von den 13,223 Verwundeten find 27 Prozent leicht verwundet und nach Wochen wieder verwendungsjähig, so daß 8580 Mann als Schwerverwundete nur dauernd aus- sallen. Der dauernde Ecsamtvcrluft für das Heer beläuft sich aus 5388 Tot- (einschließlich der als tot zu geltenden «ermiß ten) und 8588 Schwerverletzte, insgesamt 13,800 Mann. Rette Bitte des Krorrprirrzen. Berlin. 19. Sept. Das „Deutsche Armeeblatt" hat vom Kronprinzen folgendes Telegramm erhalten: V * ^ Nr. 224 Seite 3. Kronprinz bittet sofort schleunigst umsangreiche Sammlung und sofortige Abfindung von Rum und Aral in Wege leiten. ' , (gez.) Major ». Planitz. Unwahre Gerüchte! WTB. Straßburg. r. G„ 23. Sept. (Nichtamtlich.) Der stellvertretende Gouverneur gibt bekannt: Es werden in der letzten Zeit wieder eine Unmenge unwabrcr Gerüchte verbreitet, u. a. über die Gefangennahme einer Landsturm- Arbeiterkolonne. über angebliche Erfolge unserer Feinde, und dadurch die Bevölkerung beunruhigt. Ich warne vor der Verbreitung solcher erlogener Gerüchte und werde die Verbreiter und Urheber vor das Kriegsgericht stellen. Ans Cnfllattd. Englische Marincossizicrc in Sewastopol. Koastantinopel. 21. Sept. Die englische Marinernisiion mit Admiral Limpus, welche vor einigen Tagen aus den türkischen Diensten ausschicd, empfing Beseht, sich nach Sewastopol zu begeben, um der russischen Marine zur Dersllg- »ng zu stehen. In Sewastopol sind bereits auch andere englische Srcossizicrc, von denen ein Teil schon vor dem Kriegsausbruch eintraf, tätig. (England hat also schon vorher Sccossizicre in das Schwarze Meer geschickt, um die russische Flotte für den Krieg vorzubercitcn. Aber dennoch hat natürlich die englische Regierung „alles getan, um den Frieden zu erhalten!" D. Red.) Kapstadt, 2». Scpt. Folgende weitere Einzelheiten über das Gefecht zwischen dem englischen Kreuzer „P e g a s u s“ und dem deutschen kleinen Kreuzer „Königsberg" bei Sansibar werden amtlich bekannt gegeben: Der „Königsberg" näherte sich am Sonntag früh 5 lthr mit hoher Geschwindigkeit und machte ein britisches Wachtboot durch drei Schüsse kampsun- sähig. Dann crösfnetc aus etwa 8000 Meter der „Königsberg" «in wohlgezieltes Feuer aus den „Pegasus" und setzte diese bis aus 6000 Meter Entfernung fort. Die Breitseite des „Pegasus" stand unter der Feuerwirkung und wurde in 15 Minuten zum Schweigen gebracht. Nach einer Kampfpause von 5 Mi», crössnete der „Königsberg" von neuem das Feuer, das eine Viertelstunde währte. Der „Pegasus" war nicht in der Lage, das Feuer zu erwidern. Beinahe alle Verluste der Engländer traten bei den Geschützen aus dem oberen Deck ein. Das Schiss, das mehrere Treffer in der Wasserlinie erhalten hatte, legte sich stark aus die Seite. Die britische Flagge wurde zweimal heruntergeschossen, aber von den britischen Matrosen immer mit der Hand hochgehalten. Der „Königsberg" hat anscheinend leine oder nur geringe Beschädigungen erlitten. Aus Rußland. 150,000 Russe» umgekommr». In einem Telegramm des Reichskanzlers an den deutschen Generalkonsul in Zürich, das die dortigen Blätter ver- öjscntlrchen, Hecht cs über die Kämpfe in Ostpreußen: Von der Armee Sansonows sind die geringen Teile, die sich aus de > schweren Niederlagen bei Tonnenberg retten konnten, in Anflösnng über die Rarew geflüchtet. Die Armee Rennenkampf (Njemcn-Armee) erlitt eine ähnliche Niederlage südlich von Insterburg und konnte das, was ihr noch übrig blieb, nur durch) schleunige Flucht über den Njemen hinter die Festungen Olita und Kowno retten. Nach vorläufigen Schätzungen sind allein bei Tannenberg und in den Masu- rische» Sümpfen 150,000 Russe» nmgekonnnen. Bis jetzt sind in deutschen Lagern untergcbracht: 200,000 Gefangene, davon 5000 Offiziere. Die Gesamtzahl aller Gefangenen übersteigt 300,000 Man», von denen also über die Hälfte Russen sind, lieber 2000 Geschütze aller Art wurden er- beutet. Da« Rügen als Befreie». Prag, 22. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Das „Prager Tagebl." meldet: Verläßliche Nachrichten aus Galizien stimmen darin überein, daß die Russen überall in Galizien, wo sic Ortschaften besetzen, mit systematischer Brutalität gegen die jüdischen Einwohner Vorgehen, die ruthenifche Bauernbevölkerung gegen die Juden anfhetzen und jüdisches Eigentum sowie das Eigentum der zumeist gefluchteten polnische» Gutsbesitzer den riithenischcn Bauern überantworten. Tie von den Russen an jüdischen Einwohnern verübten Gewalt- taten nähmen einen immer größeren Umfang an, wodurch der Ausruf des Zaren „An meine lieben Juden" eine sehr merkwürdige Beleuchtung erhalte. Aus der Heimat. Fricdbcrg, 23. Sept. Es empfiehlt sich zu Feldpostbriefen, die Schokolade. Zigarren, Tabak, Strünipse »sw. enthalten, dauerhafte llmschläge aus Pappe oder ans starkem Papier zu beiiutzen und die Sendungen f e st zu um- jchnürcn. Ter Vielfach benutzte Klammervcrschluß der Feldpostbriefe hat sich nicht immer bewährt, er lockert uiid fcjt sich leicht. Ter Grundsatz, das die Verpackung der ftatnr des Inhalt: und der Länge des Besörderungswegs entsprechen muß, gewinnt bei Feldpvstsendungen, die unter den besonderen Verhältnissen der Beförderungswcise auf den Etappenstraßen zum Teil eine wenig pflegliche Behandlung erfahren können, besondere Bedeutung. Friedberg Fauerbach, 24. Sept. Mit dem Eisernen Kreuz wurde der Schwiegersohn des Eisenbahn-Werk- sührcrs Adolf Kerii, Herr HeinzKrenier, ausgezeichnet. Kremer, der Unteroffizier der Reserve ist und beim Inf.- Reg. Nr. 8l 3. Conrp. in Frankfurt eingezogen wurde, zeichnete sich durch TäpfMit aus. Derselbe war früher hier als Lokomotivheizer und wurde kurz vorher nach Frankfurt a. M. versetzt. Rene Tageszeitung. Donnersrag, den 24. September 191* * Ruttershausen, 24. Sept. Am 20. September hielt Feuerwehr-Inspektor Loos in Gießen eine Ucbung der hiesigen Pslichtsruerwehr ab. Das Kommando hatte unser früherer Kommandant, der Vater des jetzigen, der eben im Kriege weilt, übernommen. Da fast die Hälfte der Mannschaften und Führer fehlten, so wurde auf einiges Verzicht geleistet und nur eine kurze Probe im Spritzen vorgcnommen. Rach Beendigung der Hebung hielt Herr Loos eine kurze Ansprache. Er betonte, daß viele Stellen i» der Feuerwehr dadurch nicht besetzt seien, weil ihre Inhaber sich a» dem Weltkrieg, der über uns hcreingebrochen sei. beteiligten. Er hoffe, daß sich dafür andere Bürger srciwillig melden wurden. Auch das Feuer sei ein Feind, der stets auch bekämpft werde» müsie. Da die heuttge Uebung zu seienr größten Zufriedenheit ausgefallen sei, so sei er auch fest überzeugt, daß sein Wunsch in Erfüllung ginge. Mit einem Danl wurde geschlosic». * Frankfurt a. BI., 24. Sept. Auf dem letzten Fruchtmarlt ist eine weitere nicht unerhebliche Steigerung der Gctrerdr- preise zu verzeichnen. Machte doch der Weizen einen Prcis- lprung aus 26—26.50 Mark, Roggen einen solchen auf 22.50—23 Mark. Die Preissteigerung beruht nach dem Urteil Sachverständiger in dem Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage infolge des Ausbleibens ausländischer Zufuhren. Trotz dieser Sprünge ist man in Kreisen des Handels gegen eine Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide, da diese de» legitimen Handel unmöglich machen würden. Der Handel will aber energisch einer Preistreiberei cntgegenarbcitcn. Bei diesem Steigen der Getreidepreise wird mit einer weiteren Hcraussetz- ung der Brotpreise gerechnet werden müsien, trotzdem diese schon seit einigen Wochen eine respektable Höhe erreicht haben. Zahlt man doch bereits z. B. in Gießen für vier Pfund Schwarzbrot 60 Psg,, in Gelnhausen für 354 Pfund Schwarzbrot 58 Psg,, in Marburg für ein Vicrpsündcr Schwarzbrot 54 Psg,, in Wiesbaden pro Pfund Schwarzbrot lg Psg, Die Bäcker schieben die Schuld für diese Brotpreise von sich ab und den süddeutschen Handelsmühlen zu, die mit den Mehlprciscn sprunghaft in die Höhe gehen. Haben bie Mühlen doch am 23, September eine weitere Erhöhung des Preises für Weizenmehl 0 um 50 Psg, auf 40 Mark für 100 Kilogramm eintreten lassen, nachdem stc erst am 18, September eine Erhöhung um 50 Psg. aus 39.50 Mark bekannt gegeben haben, * Franksurt a. M„ 24. Sept. Aus dem Kartoffelmarkt in Frankfurt a, M. wurde im Großhandel nur 4,50—5 Mark pro 200 Pfund Kartoffel gezahlt, das sind gegen die Vorwoche 1 bis ly, Mark weniger für dieselbe Menge, * Frankfurt a, M„ 24, Sept, Aus dem letzten Hauptviehmarkt waren 976 Stück Rinder ausgetrieben, darunter erstmals eine erheblich« Zahl ausländischer Zucht, nämlich 77 Stück aus Holland und 100 Stück aus Dänemark, Trotz dieser Zufuhr war kein Preisrückgang aus dem Rindermarkte, der rege verlief und geräumt wurde, zu spüren, Ochsen zogen sogar etwas im Preise an. Hissen-Nassau. * Höchst o. BI,, 24. Scpt, In der schändlichsten Weise hat sich am 30, August der aus Zotzenbach im Kreise Heppenheim gebürtige Arbeiter Georg Ewald in Zeilsheim an einem noch nicht schulpslichtigen Mädchen vergangen. Die Wiesbadener Strafkammer belegte den Unhold mit einem Jahr Zuchthaus und 3 Jahr Ehrverlust. * Okriftel, 24, Sept. Mehrere junge Leute aus Okriftel wollten am 20. September in einem Kahne den auf einem Schiffe vorbeifahrenden verwundeten Soldaten Erfrischungen und Liebesgaben überbringen. Bei diesem Liebcswerk kenterte der Kahn, sämtliche Jnsasien stürzten ins Wasser, Der 22 Jahre alte Arbeiter Heinrich Rink aus Okriftel ertrank. Seine Leiche wurde bald daraus geborgen. * Wiesbaden, 24. Sept, Um in den jetzigen Zeiten das Sparen von Etallfuttcr zu ermöglichen und dadurch die Erhaltung des Biehstandcs zu erleichtern, hat der Landwirtschaftsminister die Königliche Regierung angewiesen, die Abgabe von Walsstreu aus den Staatsforsten und den Eintrieb von Rindvieh und Schweinen in dieselben zu erheblich ermäßigten Sätzen in möglichst weitem Umsange zu gestatten, * Wiesbaden, 24. Sept, Daß Frankreich geraume Zeit vor Kriegsausbruch den Krieg beabsichtigt hat, geht auch aus einem Brief vom II, Jul! 1914 hervor, den Füsiliere der fünften Kompagnie des Infanterie-Regiments Rr, 80 nach den Kämpfen in Belgisch-Luzemburg bei einem toten französischen Korporal fanden. In dem Briese machte des Korporals Bruder die Mitteilung, daß er (der Bruder) am 12, Juli sich stellen müsie, um längere, größere Manöver an der deutschen Erenze mitzumachcn. * Wiesbaden, 24. Sept, Generalmajor z, D, Constantin v. Bonin, der hier im Ruhestande lebt, ist »ach kurzer Krankheit im 72, Lebensjahre verschieden. Der Verstorbene gehörte lange Jahre dem Füsilier-Regiment v, Eeisdorff (Kurhessisches) Rr, 80 an und war Ehes der 8, Kompagnie, deren Standort damals Hanau, dann Marburg gewesen. Sein ältester Sohn steht als Hauptmann im Jnfanterie-Leibiegiment Großherzogin Rr, 117 . * * Wiesbaden, 24. Sept, Die Ehefrau Reumann in Griesheim a, M. hatte vor kurzem von der Mainwiese, wo die Bürger Griesheims in der Regel ihre Wäsche bleichen, ein Bett- laen wcggenommen, Bor der Strafkammer erklärte sie, aus Rot gehandelt zu haben. Das Gericht konnte bie Feststellung, daß die Angeklagte in Rot gehandelt hatte, nicht treffen. Das Urteil lautete, weil die Angeklagte räcksällige Diebin ist, aus 3 Monate Gefängnis. Das Gericht empfahl der Verurteilten jedoch, auf dem Wege der Gnade eine Herabsetzung der Strafe z» erwirken, > * - ■•*'■*> ' * Wiesbaden, 24. Sept. Der 4X Jahre alte Sohn des im Feld« befindlichen Gastwirt» Gustav Leichtfuß in Wiesbaden wurde überfahren und trug derart sthwere^Kopsverletzungen davon, daß er bald darauf starb. '' S\ * Ban, Rhein, 24. Sept. 31791 Gefangen«: Franzosen, Belgier. Engländer und Franttireur» haben bis zum 20. September b. I. den Bahnhof Rieder lahustein iw der Richtung Rüdes- heim—SranAurt^und^GiHen—Rastel beim/ Fulda palnert, um 1 in die verschiedenen Gefangenenlager oder soweit sie verwun- det, in die Lazarette überführt zu werden. Starkrnburg. * Darmstadt, 24. Sept. Der erste Engländer, d. h. engl. Gesangenc, kam am 22. Sept. hier durch. Im gleichen Abteil wurden auch zwei französische Gefangene transportiert, doch war für die Begleitmannschaste» recht charaltcristisch zu beobachten, daß die Franzosen vo» ihrem englische» Wajsciibrnder absolut keinerlei Rottz nahmen, * Darmstadl, 24. Scpt. Eine Diirgcrwchr soll dahier aus Bcranlasiung des stellvertretende» Gcncrallommandos des 18 Armeekorps ausgestellt werde». Bei dem Präsidiuin der Kameradschaft Hassia wurde angesragt, wieviel Unteroffiziere unt Soldaten in nicht mehr landsturmpslichtigcn Alter gestellt werden lönne». Die vereinigten Kriegcrvcrcinc fordern ihre Mitglieder zum Beitritt aus und sind, wie wir hören, schon zahlreiche Anmeldungen erfolgt. * Darmstadt, 21. Sept. Ein Sahn des früheren hessischen Final,zministers Dr. G I, a u t h , der Großh. best, Regicrungs- baumeistcr Adolf Enauth, Leutnant der Reserve im hiesigen Reserve-Fcldartillcric Regiment Rr. 25 ist bei de» Kämpfen an der Maas am 15, September gefallen, * Reinheim i. Od„ 24, Scpt, Die Sorge» um ihren im Feld stehenden Eheniann haben anscheinend de» Verstand der Ehefrau Fr, Becker getrübt. Am 22. Scpt, nachts gegen 3 Uhr brach in der Hoftcitc der Leute Feuer aus. das mit Mühe von der Feuerwehr auf seinen Herd bcschräntt werden konnte. Man fand indesien die Leiche der unglückliche» Frau im Bett halb verkohlt vor. Wahrscheinlich hat sie das Feuer selbst verursacht. Abgabe von ausrangiertc» und Bciit.pserdcn. Das Kriegsministerium hat angeordnct, daß nicht mehr krauchbarc Militär- und evtl, auch Bcutepferdc de» Land wirtschaftskammcrn zur Abgabe an Landwirte überwiesen werden sollen. Die Pferde werden zu einem von zwei Sach verständigen festzusetzenden Schätzungswert abgegeben. Die Abgabe der Pferde erfolgt in der Reihenfolge de- An.-eldung bei der Landwirlschastslammer. Die Bezahlung der ' V erfolgt bei den stellvcrttetenden Intendanturen, Verkauf von Rindvieh. Das Viehdcpot des Reserve Magazin Wcsthasc» i , surt a. M, (Landw. Halle) verkauft freihändig gegen bo- 139 Zugochsen 37 junge Ochsen zur Aufzucht 261 ttächtige Kühe, Rinder und frischmelkende Kühe '62 junge Rinder. Landwirte aus seuchenfreien Gegenden haben in der Zeit vormittags von 954—1154 und nachmittags von halb 3 154 Uhr Zutritt zu den Ställen. An die Keßnaelttichter und Gkßüaelruljitiier- ki'ne in Merhessen. War machen wir mit dem Ueberschuß an gurcm Jui-gge stügel? Das ist IN der Kriegszeit für mele Züchter eine crnstl Frage. Die Geflügel Ausstellungen fallen für das Winlerhaib jahr 1914-15 voraussichtlich alle aus. Die Preise für Futtermittel steigen. Doch ist anzunehmen, daß Gebrauchseier bald mehr begehrt und bester bezahlt werden, (Ausbleiben vieler Auslandstiere, Knappwerden der Lebensmittels, Will der Züchter seine guten Tiere, besonders die Hähne, billig verlaufen? Bester bringt er sie dem Vaterland zum Kriegsopfer, indem er sie Kranlenhäuser» zur Pflege der Verwundeten stiftet. Damit werden die Tiere zu einem edlen Zweck verwendet. Die Kriegszeit geht vorüber, und es kommt dann voraussichtlich für Deutschland eine Zeit des Ausstiegs — auch für unsere Geflügelzucht, Darum: Kopf hoch, Ihr Geilügelzüchier und Vereine! Beratet in Euren Versammlungen und Zusammenlünsten! Sorget in selbstloser Weise dafür, daß die Zuchten der in das Kriegsfeld Gerückten erhalten werde»! Unterstützet mit Geld in Rot geratene Züchter! Hier finden besonders die Gc-lügelzuchtvcreine vornehmste Arbeit, Helfet und unterstützet, um Gutes zu erhalte»! Der Verband der oberhesi, Eeslügelzuihtverelne, Eingejandt. (Füi Aitilel unter dieser Rubrik übernimmt die Schiislleitung nur die picßgesetzliche Verantwortung), Ihre Aiitteilung, daß ein deutscher Stationsvorsteher es wagte, deutsche Verwundete aus einer Eisenbahnabteilung I Klasie zu entfernen, um verwundete französische Ossiziere hineinzusetzen, hat wohl tn jedem Ihrer Leser den heftigsten Zorn entslammt. Hiermit allein ist cs aber nicht getan, man inuß den Namen dieses Mannes seststellen und ihn der Ocsscntlichkeit preisgeben. Auch wird es am Platze sein, daß die Vorgesetzte Behörde sich mit diesem Fall beschäftigt und diesen Herrn auf einen Platz setzt, wa er nicht mehr in der Lage ist, derartige Verfügungen treffen zu können, A, W, ßlirchliche Anzeigen. Gottesdienst in der Stadttirch«. Freitag, den 25. Sept,, abends 854 Uhr: Kric ' b d-cht. Herr Direktor S ch o e l l, \ - - d- h Franks, irier Wetterbericht Borausjage: Heiter und trocken, nachts kalt, tags ziemlich warm, ruhig, ,4^ . ' \ • MM,--..'.. " Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: O t t r Hirschel. Friedbcrg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Frkedbera. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", «k. ®.. Friedüera i. L Nr. 224 Teile 4. Nachruf. Im Kampf fürs Vaterland starb unser treues und langjähriges Mitglied GkSiij (mitmm I Wir werden dem Dahingefchiedenen ein ehrendes i Andenken bewahren. Rodhrim o»d. 23. Sept. 1914. Gcsllllijverm „Cermiliilll". Kartoffeilief erring. Die Lieferung von 52» Ztr. prima Wettcrauer Speisckar- toffeln tJnoustrie) ousgelesene Ware, für das Bürgcrhospital und Berjorgungshaus, soll vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen im Geschäftszimmer der Armenverwaltung im Rathaus« offen. Angebote sind bis längitens zum 8. Oktober l. Is., vormit tags ll Uhr. daselbst schriftlich einzurcichen. Friedberg, den 22. Sept. 101-!. Die stiidiisa.e Armenlommission. - . Stahl. Kekarmlmachnng. Zur Erleichterung in der Versendung von Paleten an Mannschaften des Landfturm-Infanieric-Bataillons Friedberg gibt das Bezirkskommando betannt. datz solche Sendungen nicht an das Bezirlslomrnando Friedberg sondern an das Lan»st!>xm-Bj>ta>llon Friedberg in Marlirch (Eliatz) zur Aushändigung an vön Lund itnrmmann . ... X, Komp zu richten sind. von Branconi, Masor u. Bezirlslommandeur. Jur Saal empfehlen: Wter-vMi „l-trube's Squarehead" l. Absaat mit 99°/, Reinheit, 96°/, Keimkraft, anerkannt von der D. L. G. zum Preise von Wik. ltO.— per 100 kg einschliehlich neuen Säcken ab unserem Lager Friedberg (Hessen). LWl»».PtMs-ii.Msl>tzZtiitri>le JnHfrliorfirrltr. Ilr. 45. Lricübcrg i. H. sseleson ilr. 442. X Für eine Liebesgabe im Kriege sind unsere Sühne, Kruder «. Freunde X dankbar. Ich empfehle deshalb als Feldpostbrief zu 250 X Gramm brutto verpackt: Sortiment 1 20 Stck. Zigarren Mk. 1.20 lehr prrisw. „ 2 „ „ „ „ 1.40 sehr rmplehlkn. „ 3 „ „ „ „ 1.60 Hochs. Muatitiitrn. „ 4 „ „ „ 2.— ff. hochfein. „ 5 „ „ „ „ 2.40 Havanna Auslese Verpackung frei, Porto 20 Pfg. Portofreie Feldpostpriefe 4—5 Zigarren 20—25 Stück Zigaretten, Gewichtsgrenze 50 g, Briefe können beigelcgt werden. Versandt erfolgt direkt ab meinem Geschäft nach Ausgabe vorichristsmätzigcr Adresse. CjgllrrenhlNls Adolf Wolff gegenüber dem neue» Kal,»Hof. Friedberg i. A. Fkriifplchcr slik. 221. Hl!ail!!l!WlSjIl!ig. 5—6 tüchtige Braunkosilen-Berg- lente werden gesucht. Sofort ;.l melden in Wölfersheim. öiros jß. h )i'ilbe LMlsshllMilg. 8eItnllIriK6r Ueineieli felekon 420. leillkei K Xsiserslr. 40. Neue Tageszeitung. Donnerstag, den 24. Seprcmver 1014 ßlcftrijrf) angetritbtlltt JresW. Da es in der jetzigen Kriegszeit schwierig ist, Kohlen für mit Dampf betriebene Dies chsütze zu erhalten und autzerdem das elektrische Dreschen wesentlich billiger, bequemer und vorteilhafter ist (3°/, höherer Ausdrusch) hat sich die Bau- und Betriebsleitung der elektrischen Ueberland-Anlage der Provinz Oberhessen in zuvorkommender Weise zur Siromabgabe für besagten Zweck bereit erklärt. Landwirte, die eventuell gesonnen sind, sich des schönen »nd guten Angebots bediencti zu wollen, wird seitens des Landwirtschastskammer-Ausschustes angeraten, sich gefl. an die elektrische llcberland-Anlnge der Provinz Oberhessen in Friedberg zu wenden, von welcher die Stromlieferungs bedingungen clc. erhältlich sind. BlllllneMu u. BöylMD!, Pllmpellllnillgel! billigst. Slefan Ktüin, Anstciden-Huityktr. Schöne 4--'jii!ii!icni)öf)!infi(| mit geschloffener Veranda, Bad, Zubehör per 1. Oktober zu vermieten. Fauerba l,erstratze 44. 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Ilcinrirli Alles, Nieder-Florstadt. Prima Fahrknh mit oder ohne Kalb zu verkaufen bei Heinrich Sommer I., Södel (Wetterau.) Für das ^ole Kren; Es gingen weitere Spenden ein: 3. Wäsche und Ge brauchsgcgen stände. Herr Bäcker Häsner: 3 gctr. Hemden, 2 Pakete Kakao, Ge- meinde Dorheim: Gräfin Anna zu Solms-Rödelheim: 0 P. neue Unterhosen, 9 neue Hemden, 42 neue Taschentücher, 2 P. Pulswärmer: Frau Joh. Schudt 4.: 4 getr. Hemden: Eräsin Marie zu Solms-Rödelheim: 12 P. neue Socken: Frl. Hedwig Panzeram: 2 P. neue Socken: Frau Maneck: 1 P. neue Unterhofen: Frau Auguste Hosmann: 1 P. neue Socken: Herr Karl Bleidenbach: 12 getr. Hemden, 0 getr. Unterhosen, 8 P. getr. Strümpfe, 3 getr. Unterjacken, Kragen: Herr Ehr. Zcrb: 3 ge- tragcnde Hemden: Frl. Knoche: alt. Leinen: Frau Ph. Schäfer^ 3 P. neue Socken, 3 Taschentücher, 1 Unterhose: Frau Philipp Pfeffer: altes Leinen: Frau Lehrer Haber: 4 getr. Hemden, 6 gebr. Taschentücher, altes Leinen: Gemeinde Ober-Florstadt: 12 P. neue Socken, 18 P. Pulswärmer, 25 Ohrenschlltzer, 8 P. Kniewärmer, 2 Strumpftappen: Gemeinde Nieder-Florstadt: 40 P. neue Socken: Gemeinde Dornassenheim durch Hrn. Lehrer Becker: 150 getr. lein. Hemden, 6 getr. woll. Hemden, acht woll. Bettücher, 1 lein. Bettuch. 9 Kopfbczüge, 1 gr. Ucbcrzug, I-! getr. Strümpfe, 4 gctr. Unterhosen: Frau Haxt, Beienheim: 2 P. neue Socken: Frau Iah. Eorvinus: 2 gebr. Bettbezüge, 2 .Kopfbczüge, 10 Handtücher, 1 P. Unterhosen, 2 P. Socken, 2 Kochlöffel, Messer und Gabeln: Frau Hans Lust, Fricdbcrg- Faucrbach; 1 P. geh. Schuhe, 2 P. neue Socken, 4 P. Pulswärmer: Frau Blum: 1 P. neue Socken: Frau Schuhmacher Füller: 2 P. neue Socken: Frau Itter: 1 P. neue Socken: Frau H. Weith, Rieder Wöllstadt: 3 getr. Unterjacken, 3 P. Unterhosen, 10 gctr. Hemden, 1 Bettuch, 10 P. getr. Socken, 2 Kran- lentaffen: Fra» Willi Stern: 3 neue Hemden. 1 getr. Hemd, 2 Unterjacken: Frl. Lina und Maria Stracke: 2 P. neue Socken, 1 P. Pulswärmer, 2 Glas Gelee: Frl. v. Stadler: 1 P. neue Socken: Frau Adam Hetz: 2 P. neue Socken: Frl. Grochdtreis: 2 P. neue Socken: Frau Koob: 3 P. neue Socken: Personal der Görbelhcimcr Mühle durch Frau Schudt: 10 P. neue Sotten. 18 Pulswärmer: Frl. Will: 1 P. neue Socken: Frl. Kätch. Brill: 1 P. neue Socken: Gemeinde Heuchelhcim durch Herrn Lchrer Maurer: 80 lei», getr. Hemden, 8 Handtücher, 6 neue Taschentücher: Frau I. T.: 3 Biebcrhcmden, 3 Untcrjäckchen, 2 P. Pulswärmer: Frau Pfarrer Becker: 2 P. neue Socken, 30 Taschentücher: Frau Herm. Str.: 3 P. neue Strümpfe, 3 P. Putruermer: Herr Ant. Durchdewald: 5 Spazierstöcke, sechs neue !:....« Taschentücher. 1 Krankenjackc: Frau Lehrer Ehrmann: 2 P. neue Socken: Lcopoldiuc Stein: 1 P. neue Socken: Gertrud Becker: 6 Pulswärmer, 3 P. gctr. Socken: Frau Fröhlich: l P. neue Socken: Frau Schub: 2 P. neue Socken: Frau Zahnarzt Eiscnmann: 8 woll. Hemde»: Frl. Wichardt: 18 Taschentücher: Frau Müller: 2 P. neue Socken: Frau Forstmeister Augst: 2 P. neue Socken, 2 P. Pulswärmer: Frau K.: 4 getr. Hemden: Frau Zugführer Wittetind: 8 getr. Hemden, 100 Zigarren, 1 woll. Tuch: Herr Lehrer Mürschardt: 3 woll. Hemden, 3 w. Hemden, I P. Unterhosen: Gemeinde Fauerbach durch Hrn. Pfarrer Zatzmaun: 5 Bettücher, 12 gctr. Socken, altes Leinen: Gemeinde Obcr-Roshach: 50 Hemden, 14 Bettücher, 8 Kopsbc- ziige, 8 gr. Bettbezüge, altes Leinen, 12 neue Strohsäcke, sechs neue woll. Decken: Frau Köglcr: 2 P. neue Socken, 2 Gläser Gelee: Frau Bern: 2 P. neue Socken; Gemeinde Staden durch Haussammlung: 40 Bettücher, 9 weihe Kiffen, 9 bunte Kiffe», 5 gr. Deckbczüge, 54 Handtücher, 30 w. Taschentücher, 23 bunte Taschentücher, 18 getr. Unterhosen, 4 gctr. Unterjacken. 3 neue Unterjacken, 33 P. gctr. Socke», 17 P. neue Socken, 2 P. Kniewärmer, 6 P. Pulswärmer, 56 weih. lein. Hemden, 18 bunte fremden, 1 Waschlappen, 8 Stöcke, 10 P. Briefpapier, 40 Teller, 30 Tassen, 3 Glastcller, 34 Wassergläser, 2 Blumenvasen, 1 Milchtopf, 2 kl. Teller, 1 Kaffeeseiher, 3 St. Seist, 1 Tops Lntwerg, 200 Zigarren, 1200 Zigarette», 22 Löffel. 21 Messer, §2 Gabeln, Kaffeelöffel, Reibeisen, 70 Eier, 4 St. Wurst, 1 Pf. Kajjee, A Psd. Zucker, Tee, I Fl. Wein, 1 Fl. Himbeersaft, | 34 Gläser Eingemachtes, 2 El. Honig, 14 A Pfd. Kernseise: Frl. Berthe! Kann: 4 P. Pulswärmer; Frau Geometer Müller (2. Gabe): I Pscife, 6 P. Tabak, 3 P. gctr. Socken; Frau Schudt: 2 getr. Hemden; Frl. Paula Ehrmann: 6 P. Pulswärmer: Von den Frauen, Jungfrauen und Schulkindern der Gemeinde Stammheim durch Herrii Pfarrer Sattler Staden: 2-1 P. neue Socken, 12 P. Pulswärmer, 18 neue weihe Hemden, G neue woll. Hemden: Frl. Kiffcl: 1 P. neue Socken: Frl. Etipp' 3 P. neue Socken, 3 Pulswärmer, 1 Tops Honig: Frau Schäfer: 2 P. neue Socken, 8 neue Taschentücher, 12 P. Futz- lappen, 1 Pfd. Schokolade, 1 P. Zwieback, 180 Zigarren, 1 P. Pulswärmer: Frau Marg. Winheim Ww.: 8 P. getr. Strümpfe 84 Fußlappen, 2 Kistchen Zigarre»: Frau Dr. Flecksnstein: 4 P. neue Socken, 3 P. Pulswärmer, 2 Ohrenschützer; Herr Rieder-Wöllstadt: 3 P. neue Hosen, 1 getr. Hemd: Frau Jea» Müller: 4 Kopflisscn, 3 Hemden, 2 Bettücher; Frau Dircltor Meyer: 3 neue Jägerhemden, 3 P. neue Socken, 3 P. Pulswärmer; Gemeinde Ilbenstadt durch Herrn Lehrer Christian: 23 lein. Hemden, 9 Handtücher; Frl. HUfsell: 1 P. Kniewärmer; Frau Jaule: 1 Dose gemahl. Kaffee, 1 Dost Tee, 1 Dost Cakes, 3 Päckchen Cakes: Frau Kaufmann Wiudccker: 6 P neue Socken: Schülerinnen der Mustcrschulc: 53 P. neue Solle», 42 P. Pulswärmer, 7 weihe neue Hemden: Frl. Fr. und Frau H.: 3 P. neue Socken, 6 gctr. Hemden, 1 Eturmlappe, alt. Leinen: Frau Professor Dicht: 8 P. neue Unterhose»: Fräul. A. Holler: 1 P. neue Socken, 2 P. Pulswärmer, 3 P. Bctt- Ichuhe; Frau Waldschmidt: 2 P. neue Socken; Frau Dr. Z.: 4 P. neue Socken, 2 neue Macco-Hemdcn, 4 getr. Unterhemden/ 3 P. getr. Unterhosen, 1 weihe? Hemd. Allen Gebern herzlicher Danl! Allen Gebern herzlicher Danl! ktsWsstellc des Rckn Krciijcs, Saagstrah k 16 . Iknlrallanmllillg fiir Krikgsfiirjorgk. Eammelstcllc: Rathaus. Garteninspektor John 18 Jt; Th. Morsche' 100 Jt; Pofl- direktor Harras 180 Jt; Prof. Grein 20 ,8; Geh. Justizrat Jöckel 50 .8; Ungenannt 10 Max Strauß Ww. 10 Jt; Forstmeister Augst 50 Jt; Lehrer Kemps 10 ,8; Frau Heinrich Reich 10 .8; Dr. med. Heinrich Rcuh 10 Jt; Heinrich Busold 5 Jt; Sozialdem. Kreiswahlverein 20 ,k; Friedrich Weckerling 20 Jt; Schulrat Süh 20 Jt; Hans Plötz 20 ,8; Direktor Michcnfelder 50 Jt: Direktor der Taubstummen-Anstalt Dr. Ritzcrt 30 Jt; Gastwirt Schweinsberg 10 Jt; Hans Schweinsberg 5 .8; Alex. Lcwy i. Fa. Geschwister Mayer 50 Jt; Lg. 10 Jt; Ungenannt 3 .8; Hilfsverein 100 . k (erste Gabe); Bernh. Rosenthal (zweite Gabe) 50 Jt; Joses Krämer (zweite Gabe) 50 Jt; Bäckermeister Ripper wöchentlich 2—3 Laib Brot; D. E. 100 Jt; Karl Trapp, Kommerzienrat (zweite Gabe) 50 Jt; Gesammelt in der Eym- uasial-Untertertia 13,50 .8; Firma Gustav Schwarz u. Söhne, E. m. b. H., Wilhelm Schwarz, Johannes Schwarz, Otto Ulrich, Karl Ulrich, Wilhelm Ulrich zusammen 300 .k; zweite Sammlung im Lehrcrokllegium der Städt. Polytcchn. Lehranstalk 100 Jt. Haussammlung (Fortsetzung). Samstags-Kegelgcsellschast bei Weil 65 . k ; H. Stcuf 5 1*; D. B. 5 Jt; Schaas 1 Jt; Schneiter 1 Jt; Eg. Zöll 10 .k; Bauer 1 ,8; M. Holler 3 Jt; M. Mayer 5 Jt; Louis Hirsch 25 ,8; Frau Louis Hirsch 18 Jt; Josef Hirsch 3 Jt; Elise Rühle 2 .8, Ernst »nd Anni Hirsch 5 . k ; F. Damm, Inh. W. Otto 5 . k ; F. Weis 2 Jt; Burck 1 .8; Rapp 1 Jt; Geschwister Sühlind 5 .8; Donnerstag-Kezelllub b. Probst 30 .8; Amicitia (Schmidt, Metz. Hetz) 30 .8: Eng. Kilb 10 Jt; Wilh. Baum 3 .8; Oswald Turl 2 .8; R. Breidenstcin 1 Jt; E. Kiimmich 5 Jt; Ludwig Stern 10 .8; C. Scriba 10 ,8; Kitzler 3 Jt; Dora Schmidt 5 .8, Marie Rotzcnbach 5 Jt; 5. M. Falck 3 Jt; Johann Huber 3 .8, Karl Bindcrnagel 10 Jt; Adam Heidt 2 Jt; Eg. Stein* Hauer 5 Jt; D. Vogt (Hotel Trapp) 10 .8: Dieross 3 .8; Luft u Rausch 28 .8; Hrch. Drcbes 5 .8: Grotzhaus 1 .8: Fr. Muth 2 .8; Frau Lang 2 Jt; Schaps 3 Jt; Fr. Schmalz 3 .8; M. Reichenberg b .8; C. F. Flick 5 Jt; Ludwig Aaron 5 Jt: Frau Arthur Aaron, Rewyork 5 Jt; L. S. Wols 2 Jt; Schifsbenger 5 .8; S. Meyer 10 .8: Ungenannt 2 Jt; Gcrichtsdiener Lohnes 2 .8; Rentner Rumps 5 ,8; Karl und Wilhelm Hetz 4 .8; I. Eripp 3 .k; Alb. Schmidt, Photograph 10 Jt; Karl Hieroni- mus 18 .8: Konrad Pfeifser 5 ,8; Karl Harth 3 .8: Elise Bechstcin 10 .8; Gendarm i. P. Frick 3 .8; Phil. Hottcs Ww. 20 .8: Heinrich Holler Ww. 3 .8: Heinrich Opper 5 .8: Friedr. Rumpf 5 .8; Frau Langsdors Ww. 2 ,81 R. Eottsclig 3 .8; Frau Karoliue Reidel 2 .8; Wilh. BalKr 1 .8; Phil. Busch 2 .-8; Abraham Stern I. 1 Jt; Balih. Schneider (2. Gabe) 25. .8: W K. Müller 10 .8: Karl Sulzmann (1. Gabel 20 Jt,^