Nummer 222 Dienstag, den 23. September 1914. 7. Jahrgang eite Ta tc „Neue <> aarsreitung" cid) eint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Knurr aus t'jckfen", „Die Spi»nst»be". Denrgspreis: Bei den Postanstalten oiecieliäi)clid) 3J(f. 1,95 lei den Agenten monatlich 50 Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen: Erund.ciie 20 Pfg.. lokale 15 Pjg^ Anzeigen von auswärts werden durch Po.tnachn.r'ine er jobcsi ___ Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Derlag Friedberg (Hessen), Hanauer Lraffe 12. Fernsprecher -18. Post;check»Tauto !1lr. -1859, Amt Franlsurt a. M. Im »ormar © Staatliche Festsetzung der (>>etreidcpreise. — Fortschritte vor Reims und Verdun, englischer Grenzer zerstört. — Serbien vor dem Zusammenbruch. Ein 5'tlültsrtllllsterlttlyfjjrdknGttrtidrprtls. Tic „Fiankf. 3tn-" brachte einen Aussatz, der lief) mit der Betrcibrtecriorgnng Tentichlnnds beschästigt und der in der Forderung gipsest, die Getreidepreise nach oben hin sestzn- seben. Neben manchem, dem man ohne weiteres zustimmen könnte, enthält derAnssatz viel schieses, den, nicht nur im Interesse der Landwirtschast, sondern auch wegen dem srenndnachbarlichen Zusammenarbeiten aller Berussstände in dieser harten Zeit entgegengetreten werden muß. Ls läge ja nur zu nahe, wenn man die Freihandelsparteien ans ihre gänzlich verkehrte Stellung, die sie seither eingenommen hat, Hinweisen wollte. Wie oft haben wir aus die Gefahr hingewiesen, die entstehen würde, wenn uns die Geireidezufnhr abgeschnitten sei und wir den sreihänd- lerischen Naischlag, die Getreideselder in Viehweiden »mzu- wandeln, befolgt hätte». Damals wurde diese Möglichkeit verlacht. Heute ist sie da und wenn die Pläne unserer Gegner, die daraus hinauslaufen, uns auszuhunger», zu- schänden werden, dann ist unsere fürsorgliche, aber dennoch so vielgeschmähte Agrarpolitik daran schuld, die gesorgt hat, daß wir bis auf ein weniges, da^ aber leicht auszugleichen ist, unseren Brotbedarf, benebst dem dazu -nötigen Fleisch, selbst erzeugen können. Wie gesagt, cs läge nahe, diese Fäden weiter zu spinnen; doch wir wollen den Burgfrieden hnlten und uns ans den besagten Aussatz beschränken. Zunächst sei der Behauptung enigegengetreten, daß an der Verteuerung des Mehles ,.gnnz überwiegend die ungeheure Preistreiberei in Getreide" die Schuld trage. Festgestellt sei, daß der Preis für Roggen in der Woche vor dem Kriegsausbruch 18 Mk. »nd der des Weizens 21 Mk. — nicht 19»/ 2 Mk.— betragen hat. '.Im die Zeit, als die Franks. Bäckereien und Brotfabriken den Bratansschlag an die Oesfentlichkeit brachten, kostete der Weizen 24.50 Mk. und der Roggen 21 Mk. Die Erhöhung hat also 3 Mk. betragen. Die Großmühlen sind aber mit bei» Mehl nm 6 Mk. und darüber per 100 Kilo in die Höhe gegangen. Aber noch mehrt Schon vor der Kri-gs.-r- klärung, als den Großmühlen noch Hunderitatisende von Säcken Mehl, die aus billiger Frucht gemahlen waren, zur Dersügung standen, sind die Vroßmühien mit einer Preiserhöhung von l2 Mk. per 100 Kilo Mehl und 3 Mk. per 100 Kilo Kleie vorangegangen. Am 31. Juli, einen Tag vor der Kriegserklärung tagten die Bäcker Fron ksurts im „Storch" um zu der durch die Preiserhöhung der Süddeutschen Mühlenvereinigung geschossene Lage, Stellung zu nehmen. Wer also in ganz ungerecht- fertigter Weise sich die Kriegslage pn Schaden der Allgemeinheit zunlitzemachen wollte, das waren nur die Groß- wllhlen und es steht der „Franks. Ztg." schlecht an. wenn sie bestrebt ist, über diese de,-, schützenden Mantel zu decken. Daß für die Landwirtschaft eine Preiserhöhung ttn'r- rechtigt sei, stimmt auch nicht. Tie „Frankl- Zig. i'Qt front und frei: Tie Ernte war gut. Wahr ist. daß der Körnerertrag um etwa Vi bis % hinter dem Vorjahre zurückgeblieben ist. Daß dies nicht nur in unserer G.-g.ad so ist, dasür müssen wir die „Franls. Ztg." als Zeuge ins- rufen, dir am 10. Scpt. eine Zuschrist ans Berlin wildere - geben hat in der es wörtlich heißt: „Tic Körnerernte bestsi- digt nicht so, wie allgemein angenonuncn wurde." Wir wallen aus gewissen Gründen aus dieses Thema nicht weiter eingehen und nur versichern, daß trotz alledem, ein Versagen unserer Getreidevorräte nicht zu besorgen ist. Endlich findet die „Franks. Ztg." den Kern des Nebels darin, daß die Landtvirte mit ihrem Angebot zurückhielt m, um später höhere Preise zu erholten. Das Blatt bernst nch dabei aus eine Mahnung Tr. Heim'S, der den Landwirt davor gewarnt hat. Wir bemetken dazu, daß dies ein koni- pleter Unsinn. Weitaus die meisten Landwirte sind re- zwungen, um ihre Schulden zu bezahlen, ihr geerntete-., Getreide w schnell als möglich zu verkaufen. Wenn sie cs auch aufheben wollten, so würden die Verhältnisse sie dazu zwingen, recht bald loszuschlagen. Wenn die „Freuss. Zig." in ihrem Handelsteil der früheren Jahre Nachsehen wollte, io würde sie finden, daß in den letzten 20 Jahren die Getreide- Preise immer nur in Jahreszeiten eine nnsiergewölmlm e Höhe hatten, wo der Bauer keine Frucht mehr auf dem Speicher hatte, also auch keinen Nutzen an den hohen Frnckt- Preisen mehr hatte. Taß es auch Landwirte gibt, die auf hohe Getreidepreise spekulieren, ist zweifellos: sie besiuden sich aber in einer verschwindenden Minderheit. Wenn cic- scS Jahr manche Landwirte noch nicht in der Lage sind, Frucht anznbieten, so liegt dies an der späte» Ernte, die durch den Arbeitcrmangel eingetretene H>iuf»ng an Arbeit, die zmi: Trcsckten »och keine Zeit übrig gelassen hat. Tr. Heine hat seine betr. Mahnung in einem rein landwirtschrstl. Fackststatt ertönen lassen, er hat damit einen vaterländischen Zweck verfolgt, es ist nicht gerade sein, daß man nun versucht, daraus Kapital gegen die Landwirisckiast z» münzen. Das muß zur Klärung der Verhältnisse erst entgegnet werden. Was dann den Vorschlag der ftaatlidgcn Festsetzung der Getreidepreisc anbetrifft, so freuen wir uns, daß cs die Not der Zeit wieder einmal mit sich gebracht hat, uns mit der „Franks. Ztg." auf einen, Boden zu begegnen. Ter Gedanke ist nicht neu und kein anderer als Gras Kanitz hat ihn schon von 20 Jahren durch seinen bekannten Antrag im Reichstag Ausdruck gegeben. Wie bei den Schweine- preisen, so erstrebt die Landwirtschaft auch bei den Frucht- Preisen st e t i g e Verhältnisse. Sie zieht mittlere Preise, die den Bctricb ernähren können, de» schwankenden Zuständen, die einmal bis in die unterste Tiefe sinke», ein ander Mal wieder schwindelhast in die Höhe schnellen, bei weiieni vor. lim der Gerechtigkeit willen darf aber dann der Preis nicht nur nach oben, sondern er muß auch noch unten festgesetzt werden. Demi gerade die Gegenwart lehrt, wie eisern notwendig unser Getreidebau für unser Vaterland ist. Wie man mit Recht vorbauen will, daß unser Volk nicht durch Wucherpreise ausgebeutet werde, so mutz man auch Vorsorgen, daß der Körnerbau nicht durch ruinöse Preise vernichtet werde, llud dann halten wir es auch für jelbstverstäiidlich, daß diese Preise nicht sür d. Landwirtschaft, sondern auch sür die Mühlen — in Betracht kommen in allererster Linie die Großmühlen! — festgesetzt werden. Auch da muß ein Riegel vorgeschoben werden, damit die Mehl- u. Futtermittelpreise sich in angemessenen Grenzen halten. Heute werden Kleiepreise v. 13 Mk. u. darüber sür 100 Kilo verlangt. Eine derartige Preiserhöhung birgt die künftige Gefahr eines Vieh- und Milchuiangels in sich. Wir sind erfreut, daß wir uns in dieser Forderung mit der „Franks. Bokksstimine" begegnen, die in Besprechung dcs Vorschlages dcr „Franks, Ztg." schreibt: „Cs muß aber dann auch als selbstverständlich gelten, daß aus Grund dieser Höchstpreise dcr Landwirischast Höchstpreise sür Mehl und Kleie sestgcsctzt ivcrdcu, und »war unter Ausschaltung dcr Mühlenvercinigung, aber unter Hinzuziehung unparteiischer Sachverständiger, damit endlich dem wucherischen Treiben dcr Großmühlen ein Ende gemacht wird. Die Festsetzung dc-r Höchslpics.- sür Mehl ist jetzt um so leichter, als nur deuischcr Weizen zur Vermahlung kommt, und das van den Großmühlen ausgebrachle Märchen von dem Vermahlen des vielen teure» Welzens nicht mehr haltbar ist." Wir Ion teil dem Wort für Wort zustimmen. Auf alle Fälle zeigt cs sich, daß der Vorschlag zu prüfen ist und daß die Landwirtschaft leine Ursache hat, den Vorschlag von dcr Hand zu weisen. Eine große Zeit crsordcrt große Maßnahmen und die Ernährung unseres Volke-- und unseres Heeres ist eine der nichtigsten Ausgaben unserer Zeit. Die Schlecht im Westen. Srezreiche Kämpfe um Reims. WTB, (-grosses Hauptquartier, 21. Tcpt., nbcnds. (Amtlich.) Bei vcn Kämpfe» um Reims wurde» die fcstttnftsartigcu Höhen von Craonelle erobert und im Vo» 5 ,ers«i» qegen das brcuneude Reims der £rt B'lhcuft e.cuomlueu. Ter Angriff gegen die Sperr,'ortlinie südlich UciJtm überschritt sie reich de» Qsttativ der oor.-e- kagcrtcu, vom französtfchci» Yül. Armee- j korps vcrrc.digLcii i£ö-c Lorraine. Cfi rt Ausfall aus der Nordostfrout von Verdun wurde zurütkgewieseu. Nördlich Tonl wirr- dcn französische Truppe» im Biwak durch > Artillerie «euer überrascht. Tu» übrige»» ! fanden heute auf dem franiösischen K»ie.i§- schanplatz keine gröstcrc» Kämpfe flat,'. Zn B e ! g i e »» und in» 5D st e tt ist die Lage unbei ändert. (*s geht vorwärts! Kurz und trcssend wird in dcr „Franlsurtcr Zeitung" der seitherige Verlaus dcr Schlachicn n» dcr Oise und dcr Marne gcschlldcrtt Wie günstig bisher die Entwiälung in dieser Schlacht für uns verlausen-ist, wird klar aus einer Zusammenstcllvug dcr amilichc» Berichte der letzte» Woche, wie sie i» den hiesigen Blättern sich findet. Am >3. September wurde gemeldet. Die Opc>,l!onen habe» zu einer neuen Schlacht gesuhlt, die günstig steht. Am 1t. Sepieniber: Ein von den Franzosen versuchter Durchbruch wird siegreich zurückgcschlage». Am 1 >. September, An einige» Stellen des ausgedehnten Kampsscldcs waren bisher Tcilcrsolgc dcr deutschen Waise» zu verzeichne». Am 16. September, Angriffe sranzösischer Truppe» zurück- gewiesen; einzelne Ecgenangrisse der deutschen ersolgreich. Am 17. September: Die Widcrstandskrast des Gegners beginnt zu erlahmen. Die Mitte dcr deutschen Armee gewinnt langsam, aber sicher Bode». Am 18. September: Zwei sranzösische Armeekorps sei Royon entscheidend geschlagen. Feindliche Angrisse blutig zu- saininengebrochcn. Am tg. September, Das cnglijch-sranzöstschc Heer auf der ganzen Schlachtsront in die Verteidigung gedrängt. Ain 20. September, Im Angriss gegen das französisch englische Heer sind an einzelnen Stellen Fortschritte gemacht. Mit voller Deutlichkeit ist hieraus dcr Verlauf dcr Operationen zu ersehen: Zunächst versucht dcr Gegner einen Angriff, dann beginnt seine Widerstandskrast zu erlahmen, die Deutschen erössne» die Ossensive, die Feinde werden aus die Verteidigung beschränkt und beginnen schließlich uiiserem An- griss zu weichen. Es geht also vorwärts, und kein Zweifel kann obwalten, daß der endgültige Erfolg unser sein muß. Die Kathedrale von Reims. Französische Blätter behnupten die herrliche Kathedrale von Reims, ein Meisterwerk gothischer Baukunst, sei vo» den Deutschen in Brand geschossen und zerstört worden. Ohne Zweifel soll diese Rnchricht wieder dazu dienen, die Deutschen »lS Barbaren, denen nichts heilig ist, hinzustelleii. Wir erinnern demgegenüber dnra», daß es gestern in dem amtlichen Bericht ausdrücklich hieß, daß Weisung gegeben sei, jenes Bauwerk zu schonen. Konnte dies nickst in volleiii Umfang geschehen, so ist niemand daran Schuld nls die Frnnzosen, die RciiiiS iiiid damit dessen Kathedrale in die Feuerlinie gestellt haben. Uebrigens wird von deutscher Seite behanv» tet. daß es nicht-wahr sei, daß die Kathedrale zerstört lei, nur die Fassade sei beschädigt, die Schäden seien jedoch ans- zubessern. Smdeubnrg vor den Toren! Berlin, 21. Scpt. Die „Voss. Zeitung" meldet ans Stockholm, Tie Londoner „Taily Mail" hat Nachricht aus Petersburg, daß man dort außerordentliche Maßnahmen trifft, >,m den General von Hi,idenburg aufzuhalten, der mit 750,000 Rnnn schon auf russischem Boden stehe, bereit, o:e Offensive zu ergreifen und ans Wnrschan zu marschieren. Hierdurch wäre man genötigi, einen beträchtlicheil Teil von den in Galizien gegen die Oesterreicher operierenden russischen Armeen gegen von Hindenburg zu senden. Das Eiserne Kreuz. D,e Srrßherzog von Hesse», Ernst Ludwig, hat, wie die Eroßh Kabinetisdirektion mittcilt, das Eiserne Krc» zcrhal- ie». — Daeselb- erhielt auch der Schwiegersohn des Kaisers, dcr He,zeg August oen Braniischweig-vünrburg. D ' Ergebnis der Kriegsanleihe. Berlin, 21. Sept. Das endgültige Ergebnis der Zeich^ nungen auf Ne Kriegsanleihen kann auch heute Abend v'C) nicht bckanntgcgcbcn werden, da noch immer Anmeldungen üilaufen, die noch berücksichtigt werden müssen, da sie rechtzei- st ccacf 'n und lediglich wegen der Verlangsamung 222 Seite 2 c« postalische» Werkehrs nicht bis zum Schluß des Zeichnungs- ermins eingetroffen sind. Wien, 21. Sept. Die „Montagsrevue" schreibt in Be- grechung des glänzenden Erfolges der R e i ch s a n l e i h e : 3e: Erfolg war vorauszusehe». Das Deutsche Reich führt mit •inem bewunderungswürdige» Heere und seiner tadellosen, aus nerschütterlichen Grundlagen beruhenden, blühenden Wirt- hast gleich kraftvoll den Krieg, Dem glanzenden Sieger auf en Schlachtfeldern ist nun ein ebenso überwältigende: Triumph seiner Kapitalkraft zuteil geworden, »och dazu in emsclben Augenblicke, in dem die Regierung des reichen Frankreich mit drei nebeneinander versuchten Anleihen ebenso üel Niederlagen daheim und im Auslande erlitten hat. Die ttliche Kraft des Deutschen Reiches wird von seinem Feinde tariert und doch ist sie es, die ans allen Siegen hervorlodert, etzt kann man in Paris und London eine Ahnung von dem teichtum Deutschlands bekommen. Die Tätigkeit unserer Flotte. Berlin, 21. Sept, Nach einer Mitteilung aus Amster- am hat die englische Admiralität am 20, September folgendes bekannt gegeben: Der deutsche Kreuzer „Emden" •«» der Chinastation, der sechs Wochen lang ganz aus unserem Gesichtskreis verschwunden war, erschien am 10. September tlötzlich im Eols von Bengalen und nahm sechs Schiffe, >ersenkte fünf und sandte das sechste mit der Bemannung nach tialcutta. Der englische kleine Kreuzer „Pegasus", der von iansibar kam, zerstörte Daressalaam und versenkte da- ttbst das Kanonenboot „Möve", Der „Pegasus" wurde heute Morgen, als ax in der Bucht von Sansibar lag und die Maschinen reinigte, von dem Kleinen Kreuzer „Königsberg" angerissen und vollständig unbrauchbar gemacht. 25 Mann sind ot, 38 wurden verwundet. Hierzu wird von zuständiger Seite folgendes mitgeteilt: sei der „Möve" handelt cs sich keineswegs__um ein kampf- ahigcs Kanonenboot, Es war vielmehr ein^j!>«z»chcisungs- ahrzeug ohne jeden Kampfwcrt, Bei Beginn des Krieges ist s als für die Kriegssllhrung wertlos abgerüstet worden. Der nglische kleine Kreuzer „Pegasus" hat eine Armierung von 8 ötllck 10 Ztm. Schnelladekanoncn, während unser kleiner Kreu- cr „Königsberg", denn um diesen handelt cs sich in dem vor- iegenden Falle, eine solche von 10 Stück 10 Ztm, Schnelladc- anonen hat, Tie englische Admiralität macht weiter bekannt: Jin englischer Hilfskreuzer „Carmania" hat am 14. September einen bewaffneten deutschen Dampfer versenkt, vermutlich den Cap Trafalgar" oder die „Berlin", nach zweistündigem Ee- echt. Die „Carmania" hatte neun Tote, Zu diecsr Londoner Meldung wird von zuständiger Stelle bckanntgcgeben: S, M. stilfskreuzer „Cap Trafalgar" ist am 14, September in der !ähe der brasilianlschen Küste nach heftigem Kampfe mit eng. ischem Hilfskreuzer „Carmania" untergegangen. Die Besatzung wurde durch den deutschen Dampfer „Eleonore Wocrmann" :erettet. Schließlich macht die englische Admiralität folgendes sekannt: In der Nacht vom 14, zum 1ö. September versuchte in deutscher Dampfer auf dem Kamerunsluß das englische Ka- wnenboot „Dwars" durch eine Bombe zu versenken. Der Ver- nch mißglückte, der Dampfer wurde erbeutet. Am 16, September versuchte ein anderer deutscher Dampser den „Dwarf" zu 'ammcn. Der „Dwarf" wurde nur wenig beschädigt, der deutsche Dampser vernichtet, ebenso zwei Boote mit Explosions- nitteln, Brüssel ist«. wird nicht geräumt. Berlin, 21, Sept, (W, B, Amtlich.) Die i:n Anslande dcrbrcitctc Meldung, das, Brüssel von den deutschen Truppen geräumt sei, ist falsch, Ebensowenig trifft die Behanp- nng zu, das, der deutsche Befehlshaber die Räumung der Stadt als nahe bevorstehend angckündigt habe. Testen cich-Ungarn mrd Italien. B u d a p c st, 20, Sept. Der „Pestcr Lloyd" schreibt über das Verhältnis Oesterreich-Ungarns und Italiens: Es iann sestgeftcllt werden, daß das Verhältnis beider Staaten :etzt nicht minder sreundschaftlich und vertrauensvoll ist als vor Ausbruch des Krieges, Es ist zu hassen, wie dies auch der tcgcnwärtige Bertreter der Monarchie in Rom, Frhr, v, Mac- !>io, erklärte, daß durch den Krieg die wechselseitigen Beziehungen nur noch verbessert werden, Zwxi Argumente tragen dazu wesentlich bei: Oesterreich-Ungarn ist unter allen Umständen für Italien ein bequemer Nachbar als jeder Staat auf nationaler Grundlage, Zweitens hat dxr Krieg die Solidarität der einzelnen Nationalitäten der Monarchie befestigt. Künftighin werden nationale Streitigkeiten einen weit milderen Charakter tragen. Es ist also bestimmte Hossnung, daß die österreichische Regierung für das italienische Element ihr Wohlwollen wirksam wird betätigen können, ohne durch die Parteien im Rcichsrate daran verhindert zu werden. Die Kämpfe vor Kiantfchon. Aus Peking wird über Rotterdam gemeldet: Der zweite deutsche Legationssetretär in Peking, Freiherr von Riedescl zu Etsenbach, wurde bei einem Vorpostcngesecht in Tsingtau, wo er als ^ Kriegsfreiwilliger Dienst tat, getötet. Die Japaner tähcrn sich langsam den Befestigungen von Tsingtau, Aus Tokio wird amtlich gemeldet: Japanische Truppen lurden am Freitag mit Unterstützung der Flotte in der Bucht ^aoschau nördlich von Kiautschou gelandet. Die Haltung Rumäniens. Köln, 20, Sept, Der „Kölnischen Zeitung" ist von unterrichteter Stelle die Mitteilung zugegangen, die rumänische Kulturliga habe alle Rumänen ausgefordert, der durch den König von Rumänien bestimmte» Richtung (die Neutralität z» wahren, D. Red.) treu zu jolgen, weil jede Abschweifung für Rumänien verhängnisvoll werden könnte. Der Erklärung der Neue Tageszeitung. Dienstag, den 22. Sepremver ]9i4 Kulturliga als einflußreichsten Körperschaft Rumäniens sei auch besondere Bedeutung beizumesien, Zerbitn vor dem 3«!ntnmrn&niri». Sofia, 21. Sept, Hiesige Blätter melden aus Risch, die Moral der serbische» Armee sei vollständig erschüttert. Bisher seien 12 000 Cholerajällc in der serbischen Armee sestgcstellt worden. Täglich stürbe» 200 bis 380 Mann. Die staatlichen Banken seien von Balicoo, Eornji, Milanomac und Krajuge- wac noch Risch üb-rgesiedelt. In einigen Artillcric-Regimen- tcr» hätten die Mannschaften gemeutert und die eigenen Kanonen zerstört. Berlin, 21, Scpt, Die „Bost, Ztg," meldet aus Sofia: Die hiesigen maßgebenden Stellen haben vertrauliche Berichte aus Risch erhalten, nach denen österreichisch-ungarische Truppen siegreich über die Drina vorgedrungcn sind und bereits drei serbische Regimenter gesungen und mehrere Kanonen erbeutet haben Gkjchcittrlk sransvßllhe Avikihevkrliichl'. Stockholm, 21, Sept, Ein Londoner Telegramm an das „Stockholms Dagblad" teilt mit, daß die sranzösischen Anleihevcrsnche in Amerika endgültig gescheitert sind, da die amerikanische Regierung ihre Zustimmung verweigerte, Frankreich soll Ersatz in London suchen. Ans Frankreich. Europäische Kulturträger. Was jetzt an afrikanischen' Wilden nach Frankreich hinübergeschafft wird, -davon macht man sich außerhalb dieses Landes absolut keinen Begriff. Von Algier, Timesim, Marolko, bis hinab zum Kap der guten Hoffnung wird es wohl kaum noch einen Dolksstamm geben, der, sofern er unter französlschcr, englischer oder belgischer Herrschaft steht, nicht Krieger an Frailkreich abgeben würde. Die Feinde Deutschlands handeln offenbar nach dem Grundsatz der Warenhaus- bcsitzer: die Masse soll es fdjaffen! Es mögen jetzt schon cm 200,000 farbige „Soldaten" auf französischem Boden stehen. Lyoner Blätter spreche» schon von drei Viertel Millionen. Aber die sehen in ihrer geistigen Trunkenheit doppelt, dreifach und vierfach. Was in aller Welt diese Gattung Soldat gegen einen so stirchtbaren Feind wie cs die Deutschen schon für die gewiß nicht schleckst gedrillten Franzosen sind, cm- fangen will, darüber ist man sich, scheint's auch in den leitenden Kreisen des Gencralstabes noch nicht klar geworden. Uniform und Schuhmerk hat man noch nicht einmal für die regulären französischen Truppen zur Genüge übrig. An Waffen fehlt es schon längst. Man ist jetzt dabei, die Waffenläden auch in Italien aufzukaufen. Womit sollen nun die Wilden fechten, schießen, wenn inan auch annehmen will, daß sic sich dem Feinde in ihrer paradiesischen Nacktheit präsentieren wollen? In Lyon wiinmelt cs von Buschkleppern, Hottentotten, Kongoncgern, Marokkanern, Doch, wer kennt die Völker, nennt die Namen! Will Frankreich und England eine große Afrikanerschau veranstalten? Es heißt, man will sie in die Fcnerlinie vorsllhren. damit sie „den Feind beunruhigen, mürbemachen, verwirren, peinigen", schreibt der „Lyon Republicain", und die anderen schreibens nach, und alle, alle glauben es! Was den Franzosen fehlt, das wollen die Engländer noch ersetzen. Neben indischen Völkcrstämmen, sollen jetzt auch aus Neuseeland Maoris an- rücken. Rußland ergänzt- diese Sammlung durch Tungusen, Buschkiren, Jakuten, Kalmücken und ähnliche Herrschaften. Und das nennt sich dann europäische Kulturstaaten. • Dcr bcrunglülltc französische Saiiitätszug. Nach Meldungen italienischer Blätter enthielt der in die Marne gestürzte französische Sanitätszug auch sechs Wagen, in welchem deutsche Verwundete untcrzcbcacht waren. Gerade diese Wagen aber blieben zum Glück auf dem einzig unversehrten Brückenjoche hängen. Von den verunglückten französischen Verwundeten sollen ungefähr 43 vermißt werden und 12 Leichen geborgen sein. Das Unglück wurde dadurch herbeigefllhrt, daß die Zugführer nicht wußten, daß die Brücke von den französischen Truppen bereits zerstört worden war. Ans Rußland. Wie Rciuiciikamps Insterburg verließ. Dcr russische General von Rennenkampf, der sein Hauptquartier zuletzt im Dessauer Hof zu Insterburg hatte, liebte cs, den Kriegsdienst mit Sektgelagen — nicht zu selten — abwcchseln zu lassen. Natürlich währten die Gelage bis in die späte Nach-, wenn nicht bis zum dämmernden Morgen, und daher schlief dcr General recht häilfig bis in die zehnte Vormittagsstlinde, Das war auch, so wird erzählt, an dem Tage der Fall, an welchem er durch seinen Adjutanten mit dcr Botschaft geweckt wurde, „die Deutschen seien da!" Jedenfalls fand dcr General infolge der eigenartigen Veranlassung zlir Unterbrechung der „verdienten Nachtruhe" nicht gleich seine Uniform, denn er kleidete sich in Zivil und bestieg sein Schlachlioß? — nein, ein Auto, um im schnellsten Tempo die Grenze des „heiligen Rußland" zu erreich:«. Auch Nikolai Nikolojewitsch soll sich in Zivil der Autofahrt angcschlossen haben. Rußland kämpst gegen das Deutschtum — auch im eigenen Landr. Ein Vertreter des baltischen Deutschtums bat den tussi- schen Ministerpräsidenten Goremykin um Schutz dcr deutsch- baltischen Bcsitzmigen gegen drohende Angriffe des deutschfeindlichen Pöbels. Der russische Ministerpräsident gab ihm solgendc Antwort: „Sic lind im Irrtum, wenn Sic alanben, unsere Regierung werde sich beeilen, besoudere Vorkehrungen zu Ihrem Schutz zu treffen, Rußland kämpft nicht nur gegen Deutschland, es kämpft auch gegen das Deutschtum!" Die russische Barbarei. Nach der Mitteilung russischer Blätter wlirde das Gesindel, das wegen dcr Plünderung der deutschen Gesandtschaft in Petersburg verhaftet worden war, wieder aus freien Fuß gesetzt, mit der Begründung, cs habe nicht aus Pliin- dernngslust, sondern aus edlen patriotischen Gründe» ge handelt! Aus Odessa wird zugleich ein neuer russischer Völker- rechtsbruch gemeldet: der dortige österreichische Generalron- jul Baumgartner wurde am Tage der Kriegserklärung verhaftet und unter dcr Beschuldigung dcr Spionage in das Gefängnis geführt. An dieser Beschuldigung ist jelbstoe» ständlich kein wahres Wort, dcr Generalkonsul befindet sich aber heute noch in Hast. Mau befürchtet, daß noch andere österreichische Konsulatsbcamte in Rußland ein ähuliche- Schicksal erlitten haben, da nur zwei von ihnen bisher nach Oesterreich zurückgelangt sind. (ffiift Mil; Arndt an England. Arndt hat im ersten Teil seines „Geistes der Zeit" im. Herbst 1803 folgende prophetischen Worte über die Engländer geschrieben: „Gemeine Verachtung des Edelsten, Schätz- ung aller Dinge nach denr Golde, Würdigung dcr Nationen nach den Ncichtümern, Niedertretung der Armut und Heber- Mut eurer Nabobs sprechen euer Todesurteil. Ein Volk,- wclches das Schönste und Größte verachtet, wenn cs von einem fremden Volke kam, welches, aller Zucht unverbesserlich, nur in Altengland das Paradies und allenthalben sonst Barbarei sindct, ei» Volk endlich, das selbst nichts Geruches niehr empfinden und erschaffen kann, sondern geizig und klein wie ein Kaufmann zur Prahlerei ausschichtct und aus- stcllt, was größere Väter erfanden und erschufen — wenn ein solches verstocktes und verhärtetes Volk nicht knechtisch und gemein wird, wie es die Dinge und die Menschen knechtisch und gemein ansteht und würdigt, so trügen alle bisto- rischen Zeichen. Noch seid ihr mehr eine Nafton, als wir meisten waren, aber wie lange? Doch so groß wäret ihr. daß der Fall eurer Ruinen die Erde erschüttern wird." Znr Ehrenrettung kathvlijcher Geistlicher. Wie dos bischöfliche Ordinariat in Metz feststcllt, hat der Pfarrer von Lagarde, der des Einverständnisses mit den Franzosen beschuldigt'war, in Wirklichkeit nach Kräften zu verhindern gesucht, daß die Franzosen den Kirchturm zur Aufstellung von Maschinengewchreir benutzte»! dcr Pfarrer ist von deutschen Offizieren wegen seines Verhaltens belobt worden. Bon deutschen Truppen in Belgieniwar-wiederholt behauptet worden, daß gerade auch katholische Geistliche au dem Baudenkriege teilnühmen. Von geistlicher Seite ist diese Behauptung wenigstens soweit sie bekanntere Vor- gänge, wie den Hebersall von Löwen betraf, in glatibwür- diger Weise bestritten worden. Eine Erklärung dieses Widerspruches gibt wohl am besten folgende Mitteilung eines protestantischen deutschen Offiziers über niederträchtigen Mißbrauch des geistlichen Gewandes durch belgische Banditen: „Die schlimmsten Frankttteurs sind die unter dem Mantel des katholischen Pfarrers lausenden Leute, Jedem dieser „Brüder" lasse ich den Hut-abnohnien und kontrolliere die Tonsur, Heute haben wir acht Mann von diesen „Brüdern" als Gefangene festyenommen. Es war kein einziger Geistlicher." Der Wiener Bürgermeister für die Ostpreußen. Wien, 19. Sept. Bürgermeister Wciskirchner hat an den deutschen Boischaster von Tschirschky ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: Das schreckliche Schicksal dcr Bewohner Ostpreußens, die während dcr vorübergehenden Besitzung durch die russischen Truppen unter den furchtbaren Greuclteten und Verwüstungen der barbarischen Kosaken- hordcn schwer zu leiden hatten, hat alich in unseren siir die Brüder im Deutschen Reiche treu schlagenden Herzen das tiesste Mitleid hervorgerufen. Die Gemeinde Wien, die an dem traurigen Lose dcr schwergeprüften Bewohner Ostpreußens wärmsten Anteil nimnit, will auch zur Linderung dcr Not und des Elends ihr Serflcin beitragen. Sie widmet zu diesem Zwecke den Betrag von 23,000 Kronen. Vier Brüder als Generale im Feld. Von vier Brüdern Schoch, die sämtlich als General«! bei der bayerischen Armee im Felde stehen, hoben drei das Eiserne Kreuz, einer den Max-Joseph-Ordcn, den bayerischen Pour Ic merite, erhalten. Der König hat die Auszeichnung ihrer Söhne der 82jährigen Mutter der Generale durch ciucn Adjutanten mitteilen lassen. Warmes Vnleneilg für die Truppen. Die Versorgung der Truppen mit warmem Unterzeug für die kalte Jahreszeit gehört mit vielen anderen Maßnahmen zu den Mobilmachungsvorarbeiten der Heeresverwaltung. Warmes Unterzeug ist ebenso wie Waffen, Bekleidung. Verbandspückchen ujw. für jeden einzelnen Mann der Heeresstarke sichergestellt und gelangt demnächst zur Ausgabe an die Truppen. Dazu gehören wollene Unterjacken, Unterhosen. Strümpfe, Pulswärmer und Kopfschützer. Wenn private Sammlungen nebenher den gleichen Zweck verfolgen, so kann das selbstverständlich nur willkommen geheimen werden, und die Anregung des Kronprinzen in dieser Hinsicht ist höchst dankenswert. Besonders Strümpfe und Pulswärmer sind ja rasch verschlissen und können nicht genug vor» banden sein. fceite 3. Sir. 222 Hmn dt« |rnni)n)drtfr=llntug. Skurum sagen wir beim Auseinandergehen „adieu'', das sich so schön in das deutsche „Mit Gott" übersetzen läßt! Wir grüßen am Vormittag beim Kommen und Gehen mit „Guten Morgen", am Abend mit „Guten Abend" ebenso können wir doch am Mittag auch beim auseinandrr- gehen „Guten Tag" sagen. „Auf Wiedersehen", sagen manche, ist die beste Lösung, jedoch ist dies nicht in allen Fällen anwendbar. Mit Gott oder Guten Tag und auf Wiedersehen, diese Gruße bieten so schönen Ersatz für das in seiner Bedeutung meist ungekannte und deshalb stnnkos hingcspröchene französische adieu (auch "...adschee, adschö, adje!") und man sollte nieinen, daß die Umwandlung in einen der obigen deutschen Grüße nicht so schwer fallen könnte, als dies in der Tat der Fall ist. Bereits wirkt hier die Klasse einer Lehrerin an der Volksschule vorbildlich und ist cs reizend anzuhörcn, wie die wackeren Kleinen bei Gelegenheit die Erwachsenen verbessern. Ja, die Schule wäre zuerst berufen mit gutem Beispiel voranzugehen. Praktisch wäre es wohl auch, wenn jede Familie eine Sammelbüchse ausstelltc in welche derjenige, der ein Fremdwort gebraucht, das er gut hätte verdeutschen können, min- , bestens ein Zweipfennigstllck einwersen muß. Was käme da zusammen II Und Keiner merkte cs besonders. Der Ertrag könnte der Kriegsfürsorge oder dem Roten Kreuz zugewendct werden. Also frisch ans Werk! Aus der Heimat. • Friedberg, 22. Sept. Für die Obcr-Postdirektionsbezirke Danzig und Straßburg ist der Nachnahme- und Postauftrags- verkchr für den Ober-Postdircktionsbczirk Königsberg der Baroerlchr wieder zugelassen. • Friedberg, 22. Sept. Die von Frau Dr. August Trapp im städtischen Museum veranstaltete Ausstellung abcstqnischei Waffen usw. erfreut sich fortgesetzt regen Besuches. Es ist dringend zu wünschen, daß möglichst viele di« Gelegenheit benutzen, ihre Kenntnis des alten, interessanten Kulturländer auf die- Icin bequemen Wege zu erweitern, zumal da die damit verbundenen geringen Kosten (10 Psg.) kaum in Bettacht kommen. Das eingehende Geld fließt unverkürzt der Liebestätigkeit des Roten Kreuzes und der Kriegsfürsorge zu. Die Nein« Ausstellung kann nur kurze Zett offen bleiben. Unsere verwundeten Kriegsteilnehmer können sie ohne Kosten besichtigen. Eingang nur vom Pfarrgäßchen (nicht von der Haagstraße). • Friedberg, 22. Sept. Wie uns mitgeteilt wird, hat Eg. Weiß, Feldwebel im Infanterie-Regiment Rr. 71, Erfurt, ein geborener Friedberger, das Eiserne Kreuz erhalten. Er hat mit seiner Maschinengewchrabieilung 2 Schwadronen Kosaken zufainmengeschossen. • Asienheim, 22. Sept. Auch in hiesiger Gemeind« hat di« Kriegsfürsorge sich lebhaft beteiligt. Ich habe die Sammcl- stelle für die Liebesgaben übernommen und danke hierdurch herzlich für das Vertrauen und die Beihülfe, die ich seither von fast allen Gliedern der Gemeinde erfahren habe. Wir konnten durch das Eeldeinfammeln der jungen Mädchen an da» Rote Kreuz Fricdberg, das Elisabethenstift Darmstadt, Missionar Esell, Frankfurt a. M., wie auch für die Flüchtlinge der Anstalt des Herrn Pfarrers Zöcklcr aus Stanislau größere Geldsendungen abgcben. Eine lausende Geldsammlung wird durch die hiesigen weiblichen Konfirmanden alle Samstag vor- gcnommen, sobald größere Bcttäge beisammen sind, senden wir wieder ein. Zwei Wagen Naturalien konnten nach Friedberg, vier Kisten mit Naturalien (Tabak und Bekleidungsgegenständen) an das 18. Armeekorps nach Frankfurt a. M, Abnahme- stcllc II, zwei Körbe an das Elisabethenstift nach Darmstadt gesandt werden. Für Ausnahme von Verwundeten ist in zwei Häusern für 12 und 11 Mann alles eingerichtet, ebenso können bC Erholungsbedürftige in einzelnen Häusern untcrgcbracht werden. Allein 156 Paar Socken sind schon abgeliefert. Bei dein Nähen und Stricken wird nach Möglichkeit dafür gesorgt, Bedürftige damit zu unterstützen und zu beschäftigen. Die Vorräte werden, soviel es irgend geht, in Asienheim gekauft. Die Gemccnde Bönstadt hat sich jetzt auch an mich angeschlosicn und wird mir ihre gesammelten Vorräte zur Weitersendung übergeben. Es fei an dieser Stelle öffentlich Dank gesagt für ihr Vertrauen, Wir wollen weiter arbeiten nach Hebräer 11, 16. Die Gräfin zu Solms-Rödelheim. • Echzell, 21. Sept. Zn Nr. 219 der „Neuen Tageszeitung" wird mitgctcilt, daß wieder eine Samnilung unter Vermittlung des Roten Kreuzes stattfindcn soll. Diese Nachricht entspricht nicht der Wahrheit. Das Rot- Kreuz Echzell hält vorläufig keine Masiensammlung ab, wie Einsender des Artikels den Lesern Vorreden will. Ja es kann nicht dringend genug vor einer solchen Sammlung gewarnt werden, da hierbei ein Teil der Gegenstände der Gefahr des Verderbens ausgesetzt ist und wir mit unseren Vorräten haushälterisch wirtschaften müssen. Die Lazarette sind nicht in der Lage, größere Mengen Naturalien auszubcwahre», da es ihnen an den entsprechenden Räumen dazu sehlt, während der Einzelne vielmehr Sorge aus eine richtige Aufbewahrung legen kann. Fallobst und Gemüse lccfcrc man an die bekannte Sammelstelle bei Frau v. Harnte:. Hier wird Sorge getragen, daß nichts umkommt und daß das Obst regelrecht verabreicht wird, damtt ein Vorrat für den Winter da ist, auch Gemüse aller Art wird eingekocht und für ipäter ausbewahrt. Wer selbst cinkochen will, erhält die Büchsen kostenfrei geliefert. Vielleicht entschließen sich hierzu die juugea Mädchen, die dies ja in den Obstverwertnngskursen gelernt haben. Kartoffeln liefere man überhaupt nicht, da am 1. Ottober das hiesige Lazarett cröjfnet wird und wir Vorsorge treffen müssen, daß für den ganzen Winter genügend Vorrat hiervon da ist. Hat da» Lazarett Echzell feinen Bedarf mit Nahrungsmitteln gedeckt, si> werden Ucberschüsie in erster Linie an die Lazarette in Büdingen, Nidda und Salzhausen zu liefern sein. Laste sich als» niemand durch schöne Reden irre machen. Der Winter ltebt vor der Türe, der F-ldzua kann noch lanae Rene Tageszeitung. Dienstag, Un 22. September 19li dauern und wir brauchen noch sehe viel Nahrungsmittel, deshalb sparsam unkd oorsichttg damit umgehen, nicht; wegwerfcn und umkommen lasten. Wenn ei« jeder aus eigne Faust sammeln wollte, das sollte ein schönes Durcheinander geben, und wenn die Not am größten ist, wäre dann nichts da. Auch die Bürger von Bistes werden gebeten, sich nicht irre machen zu lassen. Hebt Eure Vorräte gut auf, wenn sie nötig sind, werden sie geholt, die Kriegsfürsorge liegt in den besten Händen. Ueb rigcns erteilen gerne Auskunft: Frau v. Harnier, Herr Pfarrer Strack und Großh. Bürgermeisterei Echzell. In einigen Tagen gehen die ersten Liebesgaben an unsere Krieger ab. Wer Sttümpfe, Leibbinden, Pulswärmer, Taschentücher usw. fertig hat, liefere sie sofort bei Frau v. Harnier ab. * Unter-Widdershcim mit Grund-Schwalheim, 22. Septbr. Wie wohl überall in unserem bedrohten Vaterland«, so wird auch in unserem Orte fleißig sür's Rote Kreuz gearbeitet. Die Frauen und Mädchen stricken eifrig Strümps«, Pulswärmer n. dcrgl. Ein großer Leiterwagen voll Liebesgaben aller Art wurde vorige Woche in das Lazarett nach Nidda gesandt. Auch das Ergebnis der beiden Sammlungen war ein recht erfreuliches, indem bei der ersten Sammlung 225,66 bei der zweiten 298,16 ,# zum Besten des Roten Kreuzes cingingen. — Einen sehr lobenswerten Beschluß faßte der hiesige Eemeinde- ratz er bewilligte einen größeren Bettag, wovon Unterhosen, Hemden und Strümpfe speziell für die im Felde stehenden hiesigen Krieger beschafft werden sollen. — Der Kriegervcrcin bewilligte 166 ,tt für das Rote Kreuz. * Frankfurt a. M„ 22. Sept. Ein Pilzsegcn steht in den Waldungen des Taunus, des Vogclsberges, des Spcstart und der Rhön bevor. Der Preußische Landwirtschaftsministcr hat deshalb die Königliche Regierung angewiesen, die bisherigen taxmößigen Gebühren für die Erlaubnisscheine zum Sammeln von Pilzen und Beeren für den laufenden Herbst durchweg auf 5 Psg. je Zettel zu ermäßigen und zugleich dem für das Familienhaupt ausgestellten Zette! Eilttgkeit für die ganze Familie zu geben. Der Minister wünscht, daß besonders das Einsammeln der eßbaren Pilze, die der Wald in große» Masse» erzeugt, von der Verwaltung in jeder Weis« begünstigt wird. Hesien-Naffau. * f. Wcl/lhcii», 22. Sept. Die Haussammlung für das Rote Kreuz ergab hier einen Betrag von 666 Mark 86 Pfg. Für di« Kriegshilfebedllrftigen wurden dem Ausschuß übergeben: von der Turngemcindc 166 Mark, vom Gesangverein „Sängerkranz" 25 Mark, vom Turnverein „Vorwärts" 25 Mark, vom llad- fchrerverein 56 Mark, vom Gesangverein „Eintracht" 56 Mark, von der israelitischen Kultusgemcinde 25 Mark, vom Taunusklub Wehrhcim 166 Mark: dazu kommt noch die Sammlung au» den AkittwochsKriegsgottesdiensten, vorläufig zirka 166 Mark betragend. Die beiden Frauenvercine zu Wehrheim und Obern- hain haben sich dem Vaterländischen Fraucnvcrein angeschlosicn und 16 Mark Beitrag für dieses Jahr gegeben. Eine beträchtliche Kiste mit Liebesgaben ist für die kämpfenden Soldaten nach Frankfurt zur Beförderung an das 18. Armeekorps aige- gangen, eine andere mit Artikeln zur Pflege der Verwundeten folgt nach. Eine Geldsammlung, zum Teil für Ostpreußen, soll noch stattfinden. * x. Obernhai«, 22. Sept. Der hiesige Gesangverein „Ludwig Uhland" bewilligte 26 Mark für das Rote Kreuz und 86 Mark für die im Feld stehenden Krieger und deren Angehörigen. * j. Usingen, 22. Sept. Einen Ricfenkürbis im ansehnlichen Gewicht von 1854 Pfund erntete der hiesige Adlerwirt C. Härth. * Wiesbaden, 22. Sept. Generaloberst v. Hausen, der seitherige ruhmreiche Führer der 1. Armee, der infolge der Anstrengungen des Felddienstes erkrankt ist, hat sich ins St. Jo- fefshospital »ach Wiesbaden zur Wiederherstellung seiner Gesundheit begeben. Wie nun sestgestellt worden ist, ist die Er- kranfiing nur leichterer Natur, sodaß es dem berühmten Heerführer gestatten wird, in Kürze in das Feld zurllckzukehren und die Führung seiner Armee wieder zu übernehmen. * Wiesbaden, 22. Sept. Mit Rücksicht auf de» Krieg wird von der Erhebung der Waisenkollektc für 1911 im Regierungsbezirk Wiesbaden Abstand genomncen. * Aus dem Spessart, 22. Sept. Vor den Rüsten und Fran- zcsen versteckte ein Landwirt in einem Spcstarldorse bei Ausbruch des Krieges 766 Mark in Reichskastenscheinen im Gewölbe seines Stalles. Diesen Aufbewahrungsort hielt er am sichersten, sicherer wie die Käst'. Als das Bäuerlein in diesen Tagen Geld brauchte, und die blauen und rotbraunen Lappen aus dem Verstecke holen wollte, fand er das Papiergeld bis auf zwei Scheine zu 56 und 26 Emmchen, die noch notdürftig die Nummern zeigten, von Mäusen zernagt. * Hcrsseld, 22. Sept. Die Fleischer-Innung Hersfeld hat den Preis für das Kalbfleisch von 86 aus 76 Pfg. pro Pfund herabgesetzt. •“ ' Starkenburg. * Darmstadt, 22. Sept. Ein kaum neun Jahre alter Knirps, der Sohn eines Landwirts aus Groß-Gerau, traf am Samstag mit der Bahn hier ein und fiel es dem Bahnhossbuchhändler auf, wie er sich für 2 Mark eine Reiselektüre kaufte. Da das Bürschchen »och mehr Geld sehen ließ, stellte sich bei seiner Festnahme heraus, daß er in Griesheim bei Bekannten einen Besuch machen und auch die französischen Gefangene» einmal sehen wollte. Er hatte seinem Vater einen Geldbetrag au» der Kaste stibitzt und damit ausgerückt. Der herbeigecilte Vater hat nach alsbald eingetrctcner handgreiflicher Belehrung die beabsichtigte Reise gewaltsam abgekürzt. — Am Samstag nachmittag kamen etwa 566 französisch- Eesangene aus dem Wege nach einem bayerischen Truppenübungsplatz, wo sie Aufenthalt finden, hier durch. Die auf dem hiesigen Truppenübungsplatz befindlichen nahezu 3666 Franzosen wurden aus den militärischen Wellblechbaracken, in denen sie seither wohnten, in die neu für sie errichteten Holzbaracken, bei welchen auch besondere Schutzmaßregeln gegen Flucht vorgesehen sind, unter- gebracht. , V * Darmstadt, 22. Sept. Ein.Preisausschreiben hat die „Frauenhilse im Kriege 1911" erlasten, nach welcher eine Freundin den Beirat, »an'266 Mark mit der Besfimmung zur' Verfügung gestellt hat. damit di- beste Arbeit über da» Thema. „Wir muß sich eine Frau, deren Mann im Kriege ist, einteilen, wenn sie und ihre vier Kinder (Altersstufe 2—16 Jahren) im komnicndcn Winter mit 66 Mark pro Monat auskommcn soll. Die Ausstellung muß den Landcsproduktcn und deren Preise» angcpaßt und in Wochenrubriken über Wohnung, Ernährung, Kleidung, Feuerung usw. eingeteilt sein. Eine Vergünstigung durch kleine Nebenverdienste bis zu 12 Mark im Monat kann berücksichtigt werden. Eine praktische Arbeitseinteilung der Mutier mit gleichzeitiger Anleitung der Kinder zu kleinen Dienstleistungen im Haushalt geben der Lösung der Aufgabe höheren Wert. Die Bewerbungen sind bis zum 1. Oktober an die „Frauenhilfe 1911" in Darmstadt cinzusendcn. Nrrlnstliste. (schvw. — schwer verwundet, low. — leicht verwundet, orn. =ä vermißt). Feldartillerie-Regiment Nr. 81, Darmstadt. 2. Batterie: Kanonier Will). Werner, Höchst, Kreis Büdingen schwer verwundet. — Kanonier Karl Schmidt, Langgöns. Kreis Gießen, schwer verwundet. — Gefreite Wilhelm Ender, Erüningen, Kreis Gießen, leicht verwundet. LahrprristrmäsnDng für Anythörige{um lud) kranker oder »rrnnindtlrr driitilhrr Krirarr. Zur Erleichterung des Besuches kranker oder verwundeter - deutscher Krieger, die sich innerhalb Deutschlands in ärztliche! Pflege befinden, werden mit sofortiger Gültigkeit für das Gebiet der deutschen Staatseijenbahncn nachstehende Tarifbestini- inungcn eingesührt: 1. Angehörige kranker oder verwundeter, ln ärztlicher Pflege innerhalb Dentschlands befindlicher deutscher Krieger werden zu deren Besuch in der zweiten, dritten oder vierten glaste zum halben Fahrpreis, in Schnellzügen außerdem gegen tarifmäßigen Zuschlag, befördert. 2. Als Angehörige gelten Ellern, Kinder, Geschwister, Ehefrau und Verlobte. 3. Zwei Kinder vom vollendeten 1. bis zum vollendeten 16. Lebensjahre werden für eine Person gerechnet: für ein einzelnes Kind innerhalb dieser Altersgrenze ist ohne weitere Ermäßigung eine halbe Fahrkarte zu lösen. 4 Die Fahrpreisermäßigung wird nur sür Reisen über 56 Ki lometer gewährt. 5. Die Fahrkarten zum halben Preise werden von den Fahrkartenausgaben auf Grund der von der zuständigen Orts- polizeibehörde ausgestellten Ausweise verabfolgt. l>, Die Ausweise müssen enthalten: Namen der Reisenden, Anfangs- und Endstation der Reise, Rciscweg, Bescheinigung mit Stempel und Unterschrift der Ortspolizeibchörde, daß die Reisenden Angehörige kranker oder verwundeter deutscher Krieger sind. Vordrucke zu den Ausweisen werden von der Fahrknr tenausgabe kostenlos an die Ortspolizeibehörden abgegeben 7. Die Ausweise werden von den Fahrkartenausgaben bei jeder Lösung einer Fahrkarte abgestempclt und den Inhaber» zurückgegcben, die sie dem Fahrpersonal aus Verlangen vor. zuzeigen haben. Bei Beendigung der Rückfahrt sind die Ausweise mit den Fahrkarten abzugebcn. Liebesgaben für die 188er. * Ossenbach «. M., 22. Sept. Aus dem Geschäftszimmer des Ersatz Bataillons in der Infanterie Kaserne, Bicbercrstraße, werden ununterbrochen Liebesgaben für unsere im Felde stehenden tapfere» 168er angenommen. Weiterbeförderung findet durch das Ersatz Bataillon auf dem vorgeschriebenen Etappe» Wege statt. Es ist hierdurch gewährleistet, daß die Sendungen auch an die vom Absender besonders gewünschte Stelle gelan gen. — Ebenfalls durch das Ersatzbataillon werden Sendungen mit Einzeladrcstcn, also an bestimmte Personen weiterbcfördcrt. Derartige Pakete von auswärts müssen mit der Post an das Ersatzbataillon J.-R. 168 gesandt werden, dürfen jedoch nicht über 5 Kilogramm schwer sein. Sie müssen bahnversandfähig verpackt sein und haben außer der Adresse des Ersatz-Bataillons genaue Fcldadreste des Einzelempsängers zu enthalten. Es ist auch zulässig und durchführbar, Liebesgaben für bestimmte Kompagnien oder Bataillone einzuliefcrn. — Um weitere Verbreitung dieser Nachricht wird gebeten. Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst in der Stadtkirch«. Mittwoch, den 23. Sept., abends 8y, Uhr: Krlcgsbittan- dacht: Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach: Mittwoch, den 23. Sept., abends 519 Uhr: Kr' z-5 dacht: Herr Pfarrer Zatzmann. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wolkig bis heiter, trocken, tags etwas wär- incr, nachts kühl, Nordost-Winde. Am Mittwoch, den 23. September findet zu Fricdberg Schwemeniarrr statt. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto tzirschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schm i dr. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung '' r 8f. G., Friedberg i. & Nr. ZZ? Am 9. September starb den Heldentod für's Vaterland unser innigstgcliebter Sohn ' und Bruder Georg fimifMttit 11. Kompagnie, Füsilier Regiment von Eerstzorff, Kurhess. Nr. 80 Bad Homburg | im 22. Lebensjahre. Rodheim v. d. H., den 22. Sept. 1914. Iic ticföcöcuatcn Atmi u. Wivistkr: Johann Eg. Kausmann 2., Fleischbrlchituer und Frau Ernestine Elisabeth Biarg. Kausmann geb. Schmolbach Heinrich Philipp Kausmann August Kaufmann Emma Kaufmann. Neue Tageszeitung. Dienstag, den 22. September 1914. Betr.: Sicherheitsmaßnahmen im Kriege. Bekanntmachung. Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die seither von der Bürgerwehr befehlen Bahnwachen nunmehr wieder bis aus Weiteres von den Mannschaften des vor Kurzem dahier neu formierten Landsturm- Bataillons übernommen worden find. Fricdberg, den 21. Sept. 1914. Ser Bürgermeister. Sloh l. Seife Ü rz Statt Karlen. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Marie Dauch Heinrich Kaus Lehrer Staden Nieder-Gemünden im September 1914 fei*?I Soldatenpakete mit > Wollenen Westen, Hemden, Unterhosen, Socken, Fusslappen, Kniewärmer, Pulswärmer, Lungenschützer, Leibbinden etc. Wasserdichte Unterwesten, neu und infolge ihrer Leichtigkeit sehr vorteilhaft, werden von mir feldpostfertig gemacht und zur Weiterbeförderung an die entsprechenden Bataillone gesandt. Fr. Weber, Fricdberg (Messen). Von Mittwoch früh ab steht wieder eine große Auswahl Oldenburger, Holsteiner und schwere Hrbeits-Pferde wobei eine große Anzahl 3- und 4-jährige, sowie egale Gespanne zum Verlauf. Wir sichern koulanteste Bedingungen zu. JsenburgerLCo. Friedberg. Ao- iioii Vmaiif tiiikS Fasclochsen. Dir Gemeinde Heldenbeigen beabsichtigt einen fetten Fasel- ochjen aus dem Submrssionswege z» OMfaufev. Kaufliebhaber wollen ihre Offerten bis zum Freitag den 2b. September 1914 vormittags ll Uhr auf unserem Büro einreichen, woselbst die Eröffnung der eingelausenett Offert, erfolgt. Gleich,eitig beabsichtigt d. Gemeinde einen jungen jprung- sähige» Sutten anzutäufen. Besitzer solcher Tiere wollen sich bei Unterzeichneter Stelle melden. Hcldenbergen. 21. Sept. 1914. Erotzh. Bürgermeisterei. Eoy. Schöne 4 -Ziiiiiimnichinnli mit geichlosjener Veranda, Bad, Zubehör per 1. Oktober zu vermieten. Fauerbacherstratze 44. Wß-Uersttigtriiug. Donnerstag, den 24. l. Mts. soll das der hiesigen Gemeinde gehörige Obst zirka 35 Itloltrv Arpfel it. 15 Mllitcr Oilüdifiibirnni an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Anfang und Zuiammenlunft am Viehlummet- platz vormittags um 10 Uhr. Nieder-Wcisel, 18. Sept. 1914. Erotzh. Bürgermeisterei. Krausgrill. Primo Fatzrtnh mit oder ohne Kalb zu ver- kansen bei Heinrich So«»mcr I., Södel (Wetterau.) « Pferd, 12 Jahre alt, mit oder ohne Fohlen zu verlausen. Ansrageu unter AI. O. 2415 an die Tages-. Liebesgaben für das ßuniijhiriiiöiitiiUloii Fritüberg. _ Da, wie man hört, bei dem Landsturmbataillon Friedberg, das sich nur aus Leuten aus Friedberg und der Wetterau zusammensetzt, es an Eßwaren und Tabak fehlt, will das Rote Kreuz durch Vermittlung des Er. Vezirkskommandos Friedberg eine Sendung solcher Liebesgaben am Freitag dieser Woche absenden und bittet die Bewohner Friedbergs und der Wetterau um Zuweisung solcher Liebesgaben für das Bataillon. Erwünscht in der Hauptsache geräucherte Wurst- und Fteischwaren, Cigarren, Cigaretten und Tabak. Um Einlieferung der Liebesgaben bis zum Mittwoch Abend, spätestens Donnerstag früh, wird gebeten. Zwcigverein vom Roten Kreuz Friedberg-Hessen. $$ MliiintWchililg. 5—G tüchtige Braunkohlen Bergleute werden gesucht. Sofort zn melden in Wölfersheim. töroiifi. Criibe LudmMWW. ( Zur Herbstsaat empfehle ich ro;t der Landwirtschastskammer anerkannte Saaten: I bei Abnahme v. -20 3tr. Ml. bei Ab- tei ifdoahm, nähme v. , u. 100 3fr. 21-100 Zlr. j iiüö mehr. Mk. 1 Mk. Strube's Sgunre l,cad Weisen. 1. u. 2. Abs.^ 28.- 27.- 26.- . Die Preise verstehen sich ab Hof oder frei Station Assenheim oder Friedberg in neuen Säcken, die zum Selbstkostenpreis in Rechnung gestellt werden. Petkuser Roggen ist au 'verkauft. ij. Alles, llikiiel-FliMt, SsatSmiitclle. Für eine Liebesgabe im Kriege find unsere Söhne, Sender n. Freunde dankbar. Ich empfehle deshalb als Feldpostbrief zu 250 Gramm brutto verpackt: Sortiment 1 20 Etck. Zigarren Mt. 1.20 lehr prrisw. „ 2 „ „ „ „ 1.40 sehr m empfehle». , 3 „ „ „ 1.60 (Onalitatm. „ 4 „ „ „ „ 2.— ff. hochfein „ 5 „ „ „ „ 2.40 Oananna Arolelr Verpackung frei, Porto 20 Pfg. Portofreie Feldpostpriefe 4—5 Zigarre» 20—25 Stück Zigaretten, Gewichtsgrenze 50 g, Briefe können beigelegt werden. Versandt erfolgt direkt ab meinem Geschäft nach Aufgabe vorschriftsinähiger Adresse. ssMMIlhullS Adolf Wolff X gttcniili»' dem neuen Sahnst »ff. Friedberg i. A. Fernsprecher llr. 221. 4 Von heute Samstag Mittag ab stehen in unseren Sallungen Wrrdr 3- und 5jährkge Dcutschbelgier, dabei verschiedene trächtige, billig zu verlaufen. Solomon Roth Frankfurt Vockcr;hrrm Gr. Seestraße Nr 11. Ntiik Hliriiigk l Ll.il P'g. g'-he Sfllprfen ',».!> Pfg. 8 Ä,Jäic W.40W. Prima Zwiebeln l0istd.lt, 20pid.»0jU,, lAlr.4jlld. I. L. Paulq, Friedbera, Ecke Hanauer- und Haaqstrafre. Tüchtige Zimnrerlepte aus sofort gesucht. Th. Morlchcl, Zimmcrplatz Bad-Nauheim. Jenttaljammlling für Kriegsftrjorge. Hausjammlung (Fortsetzung). Familie Nathan Rothschild 100 Jt; E. Oppenheimer 20 ZU; E. Rosenthal 5 Jt; Ungenannt 5 Jt; August Valentin 10 Jt; Otto Erb 2 Jt; Otto Hauck, Reg.-Bmstr. 15 Jt; Kiefer 1 Jt; Frau Karl Schäfer Ww. 5 Jt; Dr. Willenbücher 5 Jt; Jeannette Metzler Ww. 5 Jt; Wilh. Häuser 25 Jt; Frau L. Augst Ww. 5 Jt; Frau L. Werner 2 Jt; Ferd. Damm 10 Jt; Gustav Brake 15 Jt; Major v. Helmolt 10 Jt; Ungenannt 10 Jt; Kath. Weis 5 dt; 21. Umsonst 20 Psg,.' Christ. Hanstein 1 Friede. Geyer 1 >tt; I. Wilhelm 3 dt; Ä. Wilhelm 3 dt; Johs. Thomas 1 dt; H. Ehrig 3 dt; Otto Erünberg 1 dt; M. Jacobi 1 dt; Ed. Luckau 1 Jt; Wilh. Ulrich Ww. 5 Jt; Georg Kraft 1 Jt; Schuldiener Kling 3 Jt; Jalob Schreiner 5 Jt; Jalob Müller 1 Jt; Georg Mayer 1 Jt; Otto Petri 5 Jt; K. Geißler 2 Jt; Georg Hartmann 1 Jt; Peter Mondiglcr 10 Jt; Ludwig Jost ü Jt; Frau Daniel Ww. 1 Jt; Adam Höck 1 Jt; Ecrh. Seifet 2 Jt; I. Oberländer 2 Jt; Geschwister Wagner 3 Jt; Anna Kemps 2 Jt; Lehrer Reuning 10 .tt; Heim. Zöll 2 Jt; Frau Wehn 1 Jt; Sc6. Heil 2 Jt, Frau Bingel 1 Zinsheimer 1 Jt; Heinrich Lcbeau 2 Jt; Karl Lebeau 1,50 Jt; Klara Kniff 1 Jt; Franz Fischer 1 Jt; Heim. Stieme 5 .tt; I. Kolmarschlag 2 Jt; Christ. Schmidt 10 Jt; Frau Wilhelm Ww. 1 Jt; Konr. Langgöns 4 .«; Moses Eckstein 1 .6; Beruh. Deutsch 3 Jt; Ro- senseld 2 .fl; Lehrer H. Ehrmann 10 Jt; Frau Jakobi 1 Jt; Frau Krug 5 Jt; Benj. Toscani 2 .tt; Frau Kempel 30 Pfg.; Frau Seckinger 1 -tt; Gg. Will 3 Jt; Witwe Appel 2 Ji; Phil. Klein 30 Pfennig; Frau Lehrer Stein Wwe. 2 Jt; Eg. Eehrig 1 .#; Johs. Linlmänn 50 Psg.; Ludwig Rupp 5 jt; Ungenannt 10 .6; Rietz 1 ,ft; Ungenannt 5 Ungenannt 1 Jt; Böttner 3 Jt; Wilh. Philipp! 2 Jt; Ungenannt 1 .tt; Ungen. 50 Psg.; Ungenannt 25 Pfg.; Ungenannt 50 Psg.; Ungenannt 30 Psg.; Marg. Mack 30 Psg.; Paul Schütz 50 Pfg.; Dretzler 2 Frau Henrich 50 Pfg.; Frau Schmidt 20 Pfg.; Ungenannt 50 Psg., Ungenannt 50 Pfg.; Gustav Harth 5 -tt; Wilh. Schul 2 .tt; H. Rüger 2 -tt; Herm. Baumann 50 Psg.; Reallehrcr Klös (erste Gabe) 10 .tt; Hohmann 2 -tt; Albach 1 -tt; Dahmer 3 .tt; Bük- ker 5 Jt; Schweitzer 1 Jt; Scherzinger 1 -tt; Wollrab 1 Jt; Barth 2 -lt; Th. Ereb 5 -tt; A. Ereb Ww. 3 .tt; Gantz 1 .tt; Bonarips I -tt; Dingel 5 -tt; Gustav Kühn 10 -tt; Herm. Meier 1 M, Ungenannt 50 Pfg.; Frau Eottmann 2 Jt; Frau Klos 3 Jt; Karl Eisenmann 3 -tt; Gustav Sichel 10 Jt; Adolf Wolss 10 Jt; Jakob Reeg 3 Jt; Eg. Schmidt 10 Jt; A. M. 5 Jt; L. S. 2 -tt; Frau Trosse 3 -tt; Ludwig Kochendörfer 4 Jt; Hch. Sang 5 dl, E. Bitsch 3 .tt; M. Rau 3 Jt; Reue Tageszeitung 20 Jt; Karl Schmidt 5 Jt; Metzler 3 Jt; Hetzet 3 .tt; Dao. Krämer Ww. 5 .tt; Frau Jul. Engel 5 Jt; Karl Dönges 3 -tt; I. L. Pauly 3 -tt; Karl Bartholmai 20 Jt; Willk Kirchhof 20 .tt; M. und I. Stahl 25 Jt; W. Schönberg 15 .tt; Frau Ellermeier 5 Jt; W. Jordis 5 Jt; H. Stoffel 2 Jt; Ph. Dicken 2 Jt; Willy Stern 5 .tt; I. G. 2 .tt; P. Ritzcrt 10 .tt; Ungenannt 10 Jt: Geometer Eg. Holler 5 .6; Bahnhof Fricdberg (Stationsbüro) 11 .tt, Friedrich Theobald, Franksurt 100 Jt; Schneidermeister 21. Wals 10 .tt; Schade u. Füllgrabe 20 .tt; Rentner Gg. Hanftein 10 Jt; Schultheis Ww. 1 Jt; Wiechard 2 Jt; K. Kiefer. Tapezier 3 Jt; Phil. Eorvinus l .tt; August Stötzinger 25 Friebr. Streckfutz 10 .tt; Karl Moll 1 Hrch. Kurr 5 -lt; Willi Kahn 2 .tt; B. Weitzmann 2 .tt; Frau Licbmann 1 tt; Sally Kahn 5 .tt; Bcrnh. Jakob 3 '.tt; Adolf Fink 1 .(C