tlmumer 317 _ Mittwoch, den Ni. September 1914 7. Iahrgnny Tie „Neve ^.avesreilung" erscheint jeden Wertlag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Helfe»", ,.?ie Spinnstupe". Kemgepreis: Bei den Postanstallen vlerleljährUch Lik. 1,95 bei den Agenten monatlich 50 Pfg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anteilen: Grund,eile 20 Pfa.» lolale 15 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Po tnachna'iinr erhoben Erfüllungsott Friedberg. Schriflleitung und Verlag Fttedberq (Hessen), Hanauer krage 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Lonto Nr. 48 .»g. Amt Frankfurt a. M. Andauernder Kamps in Frankreich. Englands Verrat au Enropa. — Rußland gesteht feine Niederlage ein. — Finanzkrists in Frankreich. Mut und Zuversicht. Tiefe Eigenschaften geziemen UNS, den in Ruhe und Sicherheit Zurückgebliebenen, gerade jetzt doppelt, wo unser waitcres Herr tagtäglich unter Mühen «, Entbehrungen mit einem hartnäckigen Feinde ringt und dem Tode ins Angesicht schaut. Unsere Sache steh« gut im Osten und im Westen, Es ist keine Pause in den kriegerischen Ercignisicn cingetretcn, sondern nur eine Pause in der Berichterstattung, Gut Ding will Weile haben. Es war vorauszuschen, daß sich die Franzosen zu letzter Krastanstrcngnng ausrassen würden und daß sic nicht in einem halben Tage über den Hausen gerannt werden könnten, war eben so selbstverständlich. Es genügt für uns zu wissen, dag alle Berichte über französische und englische Erfolge erdichtet und erlogen sind. Unsere Sache steht günstig: aber unsere Heeresleitung ist nicht so schwatzhaft, datz sie jeden Einzclcrsolg bis über den Schellenkönig lobt und ihn in olle Lande verkündet. Wir dürfen nicht nur zufrieden fein mit'dem, was wir feit k> Wochen erreicht haben. Nein, wir sollen Gott auf den Knicen danken für all' die Erfolge, die uns beschicdcn worden sind. Wir sollen auch mit Dank unserer Krieger gedenken, die mit Lottes Hilfe den Feind von unseren Grenzen fcrngehalten und ö.n Krieg ins Feindesland getragen haben im Westen und im Osten, denn auch im Osten ist es gelungen, den letzten Russen au» Deutschland zu weisen und Le» Krieg aus russischem Gebiet fortzusetzcn. Beispiellos ist der Sieg, der unter Führung des wackeren Kinde,Iburg unsere heldenmütigen Truppen in Ostpreussen errungen haben. Wie einst das Barbarcnhecr, des Xcrxes zu hundcrtlausendcn aus Asien gegen Europa gesandt hat, vor der Tapferkeit eines Leonidas und Themiftokles zerstoben ist, so sind die russischen Zarcnknechte wie die Spreu vor dem Winde gefegt worden vor ostpreussischem Heldenmut. Nicht minder Grobes haben unsere Verbündeten in Galizien geleistet. Einer „Dampfwalze" gleich, wie bezeichnender Weise die Engländer rühmten, sollten die halb- und ganz- asiatlschcn Hccrschaarcn Russlands allen Widerstand vor sich zermalmen und Oesterreich und Deutschland überfluten und zerstören, Im heldenmütigen Kampse hat Oesterreichs Doppeladler das russische Untier zum Stehen gebracht und sein weiteres Vordringen verhindert. Das ist gewiss ein Erfolg, der einem Sieg glcichkomml, wenn ihm nicht ausserdem die grosse Anzahl von Gefangenen und die ungeheure Kriegsbeute, die den Oestcr- reichcrn zusiel, bestätigen würden, Oesterreichs Krieger sehen den kommenden Ereignissen voll Zuversicht entgegen und halten weiterhin getreue Wacht im Osten. Wenn noch etwas unsere» Akut und unsere Zuversicht heben soll, so ist cs die über alles Erwarten grosse Beteiligung an der Zeichnung für d i e Kriegsanleihe, Auch diese sreudigc Erscheinung kann sich nur gründen in der starken und jesten Siegesüberzeugung, die im deutschen Volke wurzelt, die aus Tatsachen gründet und überzeugt ist, Gott wird auch weiter helfen! Tie Kriegslage. WTB. Grosses Hauptquartier, 15. Scpt. Ter aus den, rechte» Flügel des WcsthccreS feit zwei Tagen siattsindrndc Kampf hat sich heute aus die nach Osten anschliessenden Armeen bis »ach Verdun hrra» auegedchnt. An einigen Sül- len de» ausgedehnte» Kampfscldcö waren bisher Teilersolge der deutschen Wasfcn zu verzeichnen. 2», übrigen steht die Schlacht »och. Aus dem östlichen Kriegsschauplatz ordnet sich die Armee von Hindenburg nach nbgcschlosic::cr Verfolgung. In Lbcrschlesicu vcrbrritetc Gerüchte übrr drohende chciahr sind nicht begründet Sirnrridir Kimpsc nm AnImiM. Rotterdam. 15. Scpt. (fine amtliche belgische Mitteilung besagt, dass die belgische Antwerpen Armee sich »ach viertägigem Kamps vor dem übermächtigen Gegner aus Antlverpen zurückgczrgc» habe. Tic Verluste seien beträchtlich gewesen und zeigte», dass der ficr erbittert pc* wese» sei. Kampf in den Kolonien. Berlin, lö. Scpt. Nach einer unbestätigten Reutern el- dung aus Livinastonia vom ll, Scpt. ist eine Abteilung der deutsch ostafrikanischen Schutztruppe am 5. Scpt, in Nord-liiho- desia eingefallen und hat die Nicec-lassuug Abcicorn angegriffen. Der Angriff wurde zurückgcfchlagc». Am >i. Scpt, wurde wieder geschossen, ohne dass ein regelrechter Angriff crsolgle. Am 9. Scpt, crosfnctcn die Deutschen ein Feuer mit leichten Feldgeschützen, die durch Maschincngcschütze zum Schweigen gebracht wurden. Die Deutschen verlicsscn ihre Stellung, Sic bcsandcn sich in der Nacht 15 Meilen östlich vo» Abercorn, Leutnant Mac Carthy machte mit 90 Mann und einem Ma° schincngeschütz einen nächtlichen Eilmarsch und versalzte den Feind bis an die Grenze. Eine weitere Rcutermeldung aus Nairobi vom 12, Scpt, berichtet über Kämpfe ait der Grenze von Deutsch-Ostasrika und Nyassaland, Eine bculschc Abteilung überschritt die Grenze bei Mohoru, besetzte Karungu und ruckt gegen Kisili vor. Eine andere dcutschr Abteilung, die nach Teavo zu Fuß vorgerückt war, hatte mit Truppe» aus Büro und Mtoto-Andei ein Gefecht, Einzelheiten find noch n cht bekannt. Zn Nairobi cin- getroffene verwundete englische Soldaten berichten, dass die Engländer im heftigsten Feuer deutscher Maschinengewehre gc- - standen und einen Bajonettangriff gemacht hätten, um die Maschinengewehre zu nehmen. Der Angriff sei jedoch miss glückt 172 Mann gerettet. Berlin, 15, Scpt, Bei dem Untergang unseres kleinen Kreuzers „Hela" wurden von der 191 Mann betragenden Besatzung 172 gerettet und zwar von deutschen Schissen, — Bon der Besatzung des englischen Kreuzers „Pathjindcr" sind englischen Berichten zufolge 270 Mann uingckommen, Slavonien vom Feinde frei! Wien, 15. Eept, (Amtlich). Die über die Save eingebro- chciicn serbischen Kräfte sind überall zurückgeschlagen. Banat und Syrmien sind daher vollständig vom Feinde frei. Der Stellvertreter des Chess des Ecneraljiabs: v, Höfcr, Generalmajor. (fnaianis unhmift fid) au Japan. Amsterdam 15. Ccpt, Das angesehene „Algcmecn Handelsblad" gibt folgendes als cssiziellcs Eomunique der deutschen Eesaudtjchast im Haag bekannte Tic dcuische Gesandtschaft in Peking teilt amtlich mit' „Fa pan bestätigte ossiziell der chinesischen Regierung den Ausbruch einer Revolution in Indien, Japan, durch - England um militärischen Beistand gegen Indien ersucht, hat gilfe zugesagt, aber unter schweren Bedingungen: freie E i n w a n de r un g in den britischen Besitzungen am Stillen Ozean, eine Anleihe ran 2V9 Millionen Dollar und freie Hand in Chi n a. England hat diese Bedingungen a n - jcntniii n." England und Aegypten. Genf, 1!, Scpt. De,» ständige Komitee der Iungägqpter >n Europa, das [eilten Sch in Genf hat, sandte am heutigen G,d.ultage des Einzugs der englische» Olkupationstruppcn in Kairo, die »ach kurzer Zeit zurüuzuziehe» Eladstone und Königin Viktoria feierlich rersprochcn haben, an den englischett Premierminister ein Pr.oiesticlcgramm, Dieses hebt hervor, dass die englische Regierung cnlrllstct sei über die Verletzung der Ncutrali. , Belgiens, oicje'tiigc Aegqpicus aber mit Füssen trete, das Land in den Krieg hincinziehe und zu leinem Ruin bciirage, Mau erinnert auch an das von England wiederholt abgegebene, nach immer uncrsülllc Verspreche», Aegypten seine Freiheit wicd.".zugeben. jjrr C'öuia vsn paijrrn an frinr Arinkk. M ii n ch c n , 14. Scpt. Die Korrespondenz Hosfmann mel- Dct: Gin von dem König am 11. September dem Kronprinzen von Bayern mitgetciltcr Tagesbefehl wird vom Kriegsmini- ftcreum mitgetcilt: Tagesbefehl! Meine braven Bayer.!! Voll Stolz und Freude i.bcr das heldenmütige Verhalten meiner Ar.nee b.tle ich. ^amtlichen Generalen, Offizieren, Untcroffizcrcn und Tü"- i'.jchaftcn meine rolle uneingeschränkte Anerkennung ui'.d ,-einen königlichen Dank auszufprechcn. Soldaten. C.'.re Taten verdienen, den besten kriegerischen Leistungen uiijcrcr Vorfahren an die Seite gestellt zu werden, und ge- rc.chen Euch zu unvergänglichem Ruhme. Diele und graste Erfolge sind bereits errungen, aber es werden noch schwere Kämpfe erforderlich sein, bis unsere Feinde, die frevelhaft uns angegriffen haben, niedergckämpft sind. Ich hege das feste Vertrauen zu Euch allen, dah Ihr in unerschütterlicher Treue und Tapferkeit aushaltcn werdet bis zum siegreichen Ende des Krieges. Soldaten, meine besten Segenswünsche begleiten Euch. Gott der Allmächtige möge den Sieg dauernd an unsere Fahnen heften! Dies ist mein tägliches Herstes Gebet in dieser grasten, aber für uns alle schweren Zeit. Gegeben in Lothringen am 11. September 1914. gez. Ludwig. Ein deutscher Fürst! Berlin. 13, Scpt, Ein Samariter der Berliner Etappen- kvlonne vom Rate» Kreuz hat dem Zentralburcau des Raten Kreuzes in Frantsurt a, M, folgende telcgrophijche Meldung über den Tod des Prinzen Ernst Ludwig von v! c i n > n . gen erstattet: Prinz Ernst Ludwig von Meiningen fiel an der Spitze seiner Truppen, von einer Kugel schwer gelrossen, Bon einem Samariter, der ihn auszunchmcn versuchte, erbat sich der Verwundete einen Schluck Wasser und überreichte ihm b,.nn einen Zettel aus einem Feldnotizblock, der salzende Worte enthielt: „Wenn ich aus dem Felde der Ehre für Deutschlands Grosse fallen sollte, so begrabt mich nicht in meiner Füslengrust, sondern scharrt mich in das Grab meiner tapferen Kameraden ein, Grüsst mir meine» Kaiser!" Eine öi riegstat »aefclers. Berlin, 15. Scpt. Eeneralscldmarschall Gras Hacseler wohnte in diesen Tage» dem Arrillcrickampf gegen ei» von den Franzosen stark besetztes Dorf bei,. Als in de» sciudlichen Stellungen das Feuer verstummte, schien cs wichtig, fcstzustellen, ob die Franzosen den Ort tatsächlich verlassen hätten, Graf Hacseler galoppierte nun, begleitet von eine,» Ordonnanzofjizier in las Dorf. Rur ein französischer Znjanterist war dort zurückgeblieben, dem der Gcncralscldmarschall in drohendem Tone zu> rief, sich zu ergeben. Der Franzose wurde von dem Gencral- seldmarschall persönlich gcsangcn genommen. Nachdem Graf Hacseler durch Ausfragcn feines Gefangenen die Rückzugsstellung der Franzosen fcstgestcllt hatte, übergab er ihn der kurz daraus im Dorfe eintrcffenden Ulanenpatrouille, (Olurlt Krntfrr auf dein frlür der (flirr arfallrn. Die „Kölnische Vollszcitung" meldet: Rach den Mitteilungen mehrerer in Brüssel cingcliejcrtcr verwundeter gefangener Lsfizierc ist im Krieg nun auch Oberst v, Reutter, vormals Kommandeur des 99, Insantcric-Rcgimcnts in Zaber», an der Spitz: des Grenadier Regiments Rr, l2 gefallen. Der Verstorbene sand den Tod als Kommandeur desselben Regiments, ur dessen Spitze auch fein Vater im Jahre 1879 siel. Rusiengreuel in Ostpreußen. Berlin, 15. Scpt, (Amtlich), Auch für den Regierungsbezirk Königsberg ist nunmehr eine Koinmissio» zur Fest- stclluiig des vötkerrcchtswidrigcn Auftreten» der Russe» eingesetzt worden, wie sie bereits für die Regierungsbezirke Alleu- stein und Gumbinnen besteht. Die Leitung der Kommission und die Berufung von Mitgliedern ist dem Regicrungspläsi- dentc» V 0 i> Königsberg übertragen. An diese Kommission werden baldigst alle Mrltcilungcn über Grausamkeiten und Ber- Wüstungen, die im Ncgicrungsbczirk Köiiigsbcrg voigckommcn sind, zu richten sein. JJrotrii Mn dir faliriiru Srilhiildiaiinaru. Kristiania, 14. Scpt. (SB. B. Nichtamtlich.) Der norwegische Gelehrte Hanns Aal veröffentlicht, wie schon fnrj ßcmclbet wurde, an der Spitze des „Tagbladct", das der Regierung nahe sicht, einen flammenden Protest gegen die im Auslände perbrciteten fatschen Bcschuldigiingeii über Tcutsch'and. Er beweist, dass während des Burenkr-eges der Zar dem dentsihcir Kaiser vorgcschlagen habe, das nii- blasste England anzugrcifen, was der Kaiser, ablchnte, ebenso. dass Tentschlnnd während des japanischen Krieges Russ- land nie'! in den Rücken siel, jonderi, Russland zu einem ehrenvollen Frieden vcrhals. Hätte der Il-aifer gewallt, hätte Teutichlavd daiirals dem Zarenrcick>e den Todcsstoss gegeben. Aal zitiert eine Rede des Kaisers vom 22. März 1905 i,i Bienicii. Jetzt fei Tcnlichland der Krieg aiifge- 'wring,,:, jeder rechtlich Denkende könnte das in allen Toku- menten vaaRussland, England und Frankreich standen fertig da und wollten de» Krieg. Frankreich iind Russland i i rschrittcn schon vor der Kriegserklärung die Grenze. gier! schloss mit Frankreich einen Vertrag. Das Lnf- trcten D..■ lid-lr r.1-3 gegen Belgien sei völkerrechtlich berechtigt. A-I sch'iesst: In den letzten !> Jahren war kein Land so akr neigt gegen den Krieg mit anderen zivilisierten Nation a. Io klar darüber. dan tcinc Eroberungen auf den Knl- )«r. 2i7 Seite 2 iurfeldern mit geistigen Waffen und nicht ans geographischem Gebiet mit dem Schwert erfolgen würden oder so sich seiner Verantwortung in der Politik bewußt, wie Deutschland. Will man auf dessen Rüstungen Hinweisen, so braucht man nur zu antworten, Deutschland hat keinen Pfennig und keine Excrzierstundc zu viel angewandt. — Der Inhalt des Artikels ist, daß Deutschland in der Notwehr handelte: seine Sache sei gerecht. Jeder rechtlich Denkende müßte dies laut vor aller Welt bekennen. pf Ml tnglillht fiaünilrrifbrigat>rii uttililhitt wurden. Berlin, 1ä. Sept. In einem, die Vernichtung zweier Kavallcriebrigaden am 24. August zwilchen Mono und Valen- ciennes schildernden Bericht der „Daily Mail" heißt es: Eine Zeitlang ging alles gut. Das deutsche Artillericfeucr leerte nur wenige Sättel. Scho» scheinen die deutschen Geschütze zu schwei- ->en und wir rücken in die Nahe des Feindes. Plötzlich kommt lc Tragödie. Direkt in das Antlitz der heranstürmendcn Krischen Kavallerie erösfncn die Dculschcn ein mörderisches Feuer, wenigstens 20 Maschinengewehre waren verborgen gewesen. Es 5ncte den Tod aus unsere Reiter aus eine Entfernung von ma 150 Meter. Niemand hatte eine Ahnung von diesen Ma- ü.cngewehrcn gehabt. Das Ergebnis war vernichtend. ht Seli>engeiß in nnjercr Mine. Ein hiesiger Bürger, dessen Sohn auf unserer Ostseeflotte steht, stellt uns in dankenswerter Weise folgenden Brief zur Verfügung: Ostsee, den 3. Sept. 1914. Liebe Eltern! Endlich! Nach allzu bangen Tagen des Warten^ treten wir endlich auch in Tätigkeit^, Schon einmal fuhren wir nach Osten, damals um die OBiklgdeburg" zu retten, heute um sie zu rächen. Dainuls fuhren wir zurück, da nichts mehr zu retten war und die Rügen sich wieder auf Kronstadt zurückgezogen hatten. Dann sollten wir wieder zu den ..... kräften stoßen, aber es kam und kam kein Befehl. Es ist zum Verzweifeln, so zusehen zu müssen. Am Tage der Mobilmachung waren wir schon ftar; aber immer nur üben and üben, bis es einem langsam zu viel wurde. Doch nun scheint es zum Schlagen zu kommen. Gestern wurden die Russen bei ..... in südöstlichem Kurse mit mehreren großen Schiffen gesichtet ..... Anscheinend „soll" es zum Schlagen kommen, wenigstens sind wir einmal unterwegs. Man schämt sich sonst an Land zu gehen. Auf dem Land scheint ja alles samos zu gehen. Wenn wir auf See auch schon einige Verluste gehabt haben, so soll uns das nicht schrecken. Es geht ein Geraune, daß unsere Unterseeboote schon viel mehr geleistet, als bis jetzt bekannt wurde, Ra! unser lieber Vetter wird schon Augen machen, wenn er sich mit seinen Linienschiffen in der Nordsee zeigt. Mit großer Fahrt geht's weiter. Hoffentlich fassen wir den, dem augenblicklich unsere Aufmerksamkeit gilt. Wir Höffen, daß unser Erfolg nicht zurückblcibt hinter den großen Siegen unseres Heeres, aus daß das deutsche Volk sieht, daß auch in der Flotte der Wille und die Kraft liegt zum Sieg. Gruß Euer Hans. Hurra für Hmdettbm-g! Das war der Herr von Hindenbnrg, Der sprach: „Mit Gott zur Tat!" Nun Jungcns Werst die Rnjscn raus Aus unserem Preuße »staat! , Raus da, raus da, aus dem Hans du Kein Preuße läßt euch durch! Es knallt und schallt und ballt: „Hurra für Hindenbnrg!" Dom Narcw kam mit große,» Troß Die Russcnkumponei, Da zielte Herr von Hindenbnrg lind zielte nicht vorbei: Raus da, raus da. ans dem Hank t lind macht cnch schleunigst fort. Mit Rumpf und Slumps in Sc“i Der Rest „ach Pclragord! Er ritt landauf, landab ini Tra . Kein 3!usse kam vorbei, tl nd als er stieg vom >■- '■ D a war Ost Preußen s: Raus da, raus da. ans dem ,'\v. -.! ,Schalles froh durchs Land t>> Und durch ganz Deutschland schall! .. und hallt»: Hurra für Hindenbnrg!" (GKtffeü im „Tag.") Ans Frankreich. Finanzielle Krisis. Berlin, 15. Sept. Nach der „Boss. Z-itiing" verschärft ich die sinanziclle Loge in Frankreich unheimlich schnell zu einer Zahinngskrisis. Nach Pariser Informationen werden die Kupons der Pariser Stadtanlcihcn und Psandbriese vom Kredit Foncier nicht bezahlt. Dies ist umso schwcrwicgcn der. al» beide Wertpapiere bisher als das Ideal der Vermi genslag« besonders für die kleinen Sparer galten. Die Regierung macht die größten Anstrengungen, um einzelne große sraii- zösischc Banken zu halten, deren Schwicrialcitc» bereits ei» oi- Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 1B. September 1914 senes Geheimnis sind. Die Einzahlungen auf die im Juli herausgegebene neue rUprozcntige Anleihe gehen unter diesen Umständen nur in ganz geringen Beiragen ein, Beunruhigung in Paris. Aus Paris wird über das Ausland gemeldet! In einem großen Teil der Bevölkerung beginnt sich bereits eine Beunruhigung bemerkbar zu machen. In Paris ist unter dem Titel: „Raus sommes trahis" sWir sind verraten) eine Broschüre erschienen, in der der Bersasscr den Franzosen ins Eewisicn redet, doch endlich einmal darüber klar zu werden, daß die französischen Soldaten lediglich sür das egoistische England kämpsen und die Prügelknaben sür Rußland sind. Der Versasser bedauert, daß zwischen Paris und Rom eine Verschlechterung der Beziehungen eingetrcten sei. Italien werde wohl eine Altion im Mittelmccr unternehmen, und auch die Türkei werde nicht ruhig zusehen. Er rät Frankreich, vor der völligen Zerschmetterung einen Frieden mit Deutschland zu schließe». Der Ver- saßer führt auch die Aussührungen des Generals Percin an, der sich bereits vor Beginn des Krieges sehr deutlich gegen das Dclrasse jr. gcsangen. Aus Heinsberg wird berichtet: Der in Kriegsgefangenschast geraten« Sohn des sranzösifchen Ministers Delcaffe wurde nach Halle gebracht. Arbciterunruhe» in Marseille. Aus Rom wird gemeldet, daß zu Anfang voriger Woche ln Marseille ernste Unruhen unter den Hafenarbeitern ausgc- brochcn seien. Als sic die Niederlagen des sranzösischen Heeres erfuhren, zogen sie unter Schmähruscn aus Poincare und seine Politik durch die Straßen. Rur durch das Eingreifen der Gendarmerie gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Aus Kelgir». Die armselige Unterstützung durch Engalnd. „L'iiidcpendanice bclge", die jetzt in Gent erscheint, schreibt, daß Belgien jetzt nun mehr von Rußland etwas erhoffen könne, England, das versprochen hätte, in der Borwoche bet Ostende 20 000 an's Land zu setzen, hat nur 4000 Mann dahin entsendet. Ans England. Furcht vor der Entscheidung. London, 15, Sept, Die „Times" schreibt in einem Leitartikel vom 12. Sept.: Admiral Jellicoe leistet dem britischen Reich einen unvergleichlichen Dienst, indem er die deutsche Flotte von der Hochsee sernhält. Eine große Seeschlacht zwischen der englischen und der deutschen Flotte könnte genau die Lage hcrbcisühren, welche die Einleitung des Deutschen Flottenge- sctzes vom Jahre 1900 skizierte. Wir würden siegen, aber der Preis könnte so hoch sein, daß wir lange Zeit aufhören würden, die größte Seemacht zu sein," Mißersolg der englischen Werbung in Irland. Trotzdem sich der Führer der irischen Nationalisten, Redmond, ein Verräter vom Kaliber eines Botha, für England, dem jahrhundertelangen Unterdrücker Irlands, mit Hochdruck cinsctzt, nehme» die englischen Truppcnwerbunge» in Irland einen geradezu kläglichen Berlaus, Bisher haben sich kaum einige tausend Mann, meist Stromer, Lumpenzeug u. Comp, gemeldet, während die englische Regierung aus über 100 000 Mann gerechnet hat. Bekanntlich haben die Iren in Amerika einen Protest gegen England erlaßen. Mit 140 Millionen erkauft. Aus der denkwürdigen Sitzung des Kap-Parlaments, In der Botha, der Schurke, für England eingetreten ist, wird be- tannt, daß sich der Widersacher Botha's, der alte Burengeneral Herzog, mit Entschiedenheit gegen England ausgesprochen hat. In dieser Verhandlung wurde aber zugleich mitgeteilt, daß der Krieg Englands gegen die deutschen Kolonialbrsitzungen nicht von der Kapkolonic finanziert wird, sondern daß England der Kapkolonie 7 Millionen Pfund Sterling oder, in deutsche Rcichswährung umgerechnct, 140 Millionen Mark dafür zugesandt hat. Man sicht also, daß England den Botha richtig eingeschätzt und an seiner empfindlichsten Stelle getroffen hat. Ans Pntzland. „Keine Offiziere". Dem „Bert. Lokal Anzeiger" wird solgende Mitteilung gemacht: Als vor einigen Jahren ein deutscher Prinz den Zaren besuchte, sagte er zu diesem nach einer Vorführung verschiedener russischer Regimenter: „Mit den Soldaten mußt Du doch die Welt erobern können!" Daraus der Zar mit der Hand am Munde, damit ihn die begleitende» Offiziere nicht hören konnten: „Keine Offiziere!" Der betreffende Prinz hat diese Worte des Zaren sofrt an amtliche deutsche Stellen weitergcmcldct. Sollte sich diese Mitteilung bewahrheiten, dann wäre der Zar doch mehr Schurke als Idiot, sür den er immer angesehen würde. Der glanzlos: Blick, der bei ihm ausällt, deutet allerdings aus beides hin. Wie die Russen ihre Niederlage in Ostpreußen erklären. K o p e II h ag e n , 15. Sept. Eine Rote des russischen Generalstabs erklärt die Niederlage in Ostpreußen damit, daß dort insolge der Operationen IN Galizien keine genügenden Kräfte vorhanden gewesen seien. Die Kämpsc dauerten sort. prtldjfifllirfjf Ciirtf Anfang 11)14. sMonatliche Zusammenstellung nach den Tages- ». Fachprcsienl. Milgeteilt von der Lanogr. Hess. conc. Landcsbank. Filiale Friedbcrg i H. (Konzern der Dresdner Bank). Allgenrcine. Das Gepräge des Wirtschastslcbcns wurde durch den Krieg in bedeutendem Maße verändert. Bedingt durch die Lahmlegung der Seeschiffahrt und die Sperrung der Grenze, die insbesondere gegen die feindlichen Länder, für manche Waren auch gegen neutrale Staaten durchgeführt ist, wurde der <4>itera»stausch mit dem Ausland größtenteils un- terbuudcn. Auch oer Verkehr im Inland war durch die militärische Inanspruchnahme der Eisenbahnen Ansangs August stark beeinträchtigt, wenn nicht gar unmöglich. Veranlaßt durch die Einberusung zahlreicher Arbeitskräfte in der Industrie, sowie durch die allgemeine Zurückhaltung im Eejchästs- verkehr und das Ausbleiben der Aufträge, mit Ausnahme der tlnternehmungen, die mit Lieferungen für den Hceresbedars betraut wurden, mußten viele Betnede wesentlich eingeschränkt werden Die Einnahmen der deutschen Eisenbahnen aus dem Eütcr- vcikehi blieben im Juli pro Km, um 2.88 Prozent hinter dein Vorjahr zurück. Vorerst wird nun die Beröffentlichung dieser Zahlen, wie auch der Ausweis für den Außenhandel eingestellt Die Beschäftigung aus dem Arbeitsmarkt zeigte im allgemeinen einen auf die sommerliche Abslauiing zurückzuführenden Rück gang. Der Prozentsatz der Arbeitslosen stieg von 2,5 Prozent aus 2,7 Prozent. Mitte August lagen bei einer Anzahl von Arbeitsnachweisen 77141 industrielle Arbeitsangebote vor gegen 2 771 offene Stel len. (Rcichsarbeitsblatt). Gegen de» Vormonat und das Vorfahr blieb im Juli die Konkursziffer zurück. Landwirtschaft. Die bei der Bergung der Einte wegen des Mangels a» Landarbeitern erwarteten Schwierigkeiten sind durch die Beistellung von Industriearbeitern überwunden worden und die Ernte konnte glücklich eingebracht werden. De. Wetze» verspricht befriedigende Erträge, wogegen der Erdrusch des Roggens teilweise enttäuscht hat (Landw. Rat). Die Ziffern der Vorschätzung der preußischen Ernte bleiben hinter den vorjährigen Rekordzisscrn zurück, aber dieses Jahr ist aller Weizen und Roggen als Brotgetreide brauchbar, während im Vorjahr ein Teil nur für Futterzwcckc verwendbar war: das minus an Quantität wird so durch die Qualität mehr als ausgewogen (Stal, Corr,, Berlin Börs. Ztg,, Vosi, Ztg.). Die Kar- toffelernte ist gut geraten und verspricht einen Rckordertrag (Landw, Rat). Die Zuckerrübcnernte dürfte ungefähr der vorjährigen gleichkommen: die meisten Rohizuckerfabriken sollen die Absicht haben, den Betrieb voll anszunehmcn, (Lcipz, Tageblatt). Kohle. Der Kohlenversand kam infolge der Verkehrsstörungen zeitweilig zum Stocken, doch ist es zu völligen Betricbs- cinftrllungcn wohl nirgends gekommen: die Belegschaften sind aus etwa ein Drittel (Vosi. Ztg.), die Kohlenbesördciung aus etwa 00 Prozent der normalen gesunken, und man hofft, sie auf dieser Höhe zu halten (Rhein. Wests. Ztg): zum mindesten aber glaubt man, wenigstens die Hälfte der bisherigen Förderung erzielen zu lönnen. Unter Berücksichtigung der Vorräte, der Einstellung des Exports und des voraussichtlichen geringeren Konsums in der Industrie glaubt man, daß die Kohlenindustrie den deutschen Bedarf ohne allzu große Schwierigkeiten wird decken können. (Berk. Börs. Cour., Berk. Lokal-Anz., Berliner Tageblatt). Eisen. Auch die Eisenindustrie hatte vielfach unser der Versandstockung besonders zu leiden. Infolge der Annullierung alter und des Ausbleibens neuer Aufträge wird nur eingeschränkt gearbeitet. (Köln. Ztg., Köln. Volksztg. u. a.) In Lothringen und Luxemburg mußten die Werke insolge des Ausbleibens der Kokszusuhr stillgelegt werden, dagegen befinden sich die rheinisch-westfälischen Unternehmungen in dieser Hinsicht in einer weniger ungünstigen Lage, und man hofft dort den Betrieb aufrecht erhalten zu können. (Köln. Ztg., Verl. Börs. Cour. u. a.) Die Preise wurden allenthalben erhöht. (Rhein. Wests. Zeitung). Im Sicgcrland sind die Betriebe stillgelegt oder eingeschränkt (Rhein. Wests. Ztg.), ebenso bei den oberschlestschen Hochosenwerken (Ester Ztg.) Die Eisenerzgruben hoffen insolge der erschwerten Zufuhr von Erzen aus dem Ausland auf erhöhten Absatz. Maschinen und Werkzeuge. In der Kleincisenindnstrie hatten einige Zweige durch de» vermehrten Heercsbedarf im August steigende Beschäftigung, die übrigen sind in der Mehrzahl zum Erliegen gekommen. (Verl. Börs. Cour. u. a.) De> de» Automobilfabrikcn wurden infolge der Nachfrage für Hce- rcszwecke die Lager ziemlich geräumt und große Bestellungen besonders den Lastfahrzeugsabriken erteilt. (Vosi. Ztg., Berl. Tagcbl.) Die Maschinenfabriken, die sür den Export tätig waren, sind durch den Krieg besonders schwer betroffen. (Vosi Zeitung). Metalle. In Zink sind Verbrauch und Produktion stark gesunken. (Vosi. Ztg.) Der Messingprcis ist erhöht und eine weitere herauffetzung angekllndigt worden. (Berl. Bürsen- Eourier). Zement. In der rheinisch-westsälischcn Zcmentindustric stockt der Absatz, abgesehen von einigen Heeresliescrungen, vollständig. Textil-Industrie. Abgesehen von den Militältuchsabriken ist der Betrieb in den meisten Webereien stillgclegt oder sehr eingeschränkt, man hofft indesien, daß späterhin der deutschen Tuchindustrie die Ausschaltung der englischen und belgischen Konkurrenz zustatten kommen wird. (Ester Ztg., Bert. Börs Ztg. u. -.) Brauereien. In der Drauindustrie haben nur die Export brauereien bis jetzt größere Störungen zu verzeichnen. (Dost. Zeitung). Chemische Industrie. Die pharmazeutischen Abteilungen haben zahlreiche Aufträge erhalten, doch ist die Beschäftigung in der Rohstosfabrikation für die Farbindustrie sehr gering, sodaß gegenwärtig allgemein die Betriebe eingeschränkt sind. (Voss. Ztg.). Glasindustrie. In der Flaschenindustric rechnet man mit einem Bedarf von nur ein Drittel des normalen und hält daher eine Betriebscinschränkung sür wahrscheinlich. (Voss. Ztg.). Kali. Für die zu einem Teil aus den Weltmarkt angewiesene Kaliinduftrie hatte bei Behinderung der Ausfuhr Betriebseinschränkungen zur Folge. (Beil. Börs. Cour.). Leder. Die sür de» Heercsbedarf arbeitende» Geschäft« waren stark beschäftigt, dagegen konnten die anderen Betriebe »ur mit Mühe ausrecht erhalten werden. (Münch. R. Rachr. Köln. Zeitung). Schiffahrt. Die deutsch« Handelsschiffahrt st»«kt vollständig, die Schiffe der deutschen Linienreedereien sollen sich in Sicherbeit befinden S Nr. 217 Kapitalisten n. Vemiiatnsverwaltunakn lmbar- diertivertpapikre u. reichnet dainitürirgsanleihe. Kapitalisten und Vermögensverwaltungen, die äugen- blicklich nicht über slüstigc Mittel verfügen, können trotzdem grünere Beträge aus die Krirgsauleihe de» Reich» zeichnen. Tie Besitzer von Wertpapieren können sich nämlich die Mittel zur Zeichnung aus die neue Anleche durch Verpfändung eines Teiles dieser Papiere bei den Kriegsdarlehnsklissen (Reilbsbankanstaltcn) beschossen. Der Lombard-Zinssatz ist für diesen Zweck auf 6% ermäßigt worden. Tic neuen Schatzanwcisungcn und die neue Rcichsanleihc rentieren nach Berechnungen der Fachpresse durchschnittlich etwa zu 5%%. Die Zeichner müßten also vorläufig einen Zinsverlust von etwa V 2 % auf sich nehmen. Dem steht |3rii1iiirl iiir lirirtjoanlritiru! | ober die Möglichkeit eines erheblichen Kursgewinns bei günstigem Ausgang der Krieges gegenüber. Aber selbst wenn die lombardierten Effekten demnächst mit einem erheblichen Kursverlust verkauft werben müßten, so würde dieser Bcrlust voraussichtlich dadurch ausgeglichen daß an Stelle von oder 4% Papieren 5% Reichsanleihe eventuell mit Rückzahlungsgewinn treten würde. Wenn z. B. 100,000 M. 4% Papiere, die zuletzt mit 96% notiert waren, zu 90% verkauft werden müßten, so wäre der Erlös OOPOO'Mk. und cs würden jährlich 4000 M. Zin- fen Wegfällen. ° Es ist dabei also mit einen, sehr erheblichen Kursrückgang gerechnet. Wenn für diese baren 90.000 M. 5% Reichsanlechc zu 97,50 gezeichnet werden, dann könnten noin. 92,000 M. bezogen werden, die sich jährlich mit 4,615 M. verzinsen würden. Es würde also ein jährlicher Zins- gewinn von 615 M. zur Verfügung stelzen. Die Frist zur Zeichnung lauft mit dem 19. September ob. (Oftprfitfini Lach ilfrtrribung der Men. (Ein Rlttarbeiter der „itoln. Vollszeitung" berichtet: „Nach einer die Nacht währende» Fahrt kamen wir in Lau- tcnburg in Westprenßen an. Da» Städtchen von ungefähr <666 bis 5060 Einwohnern stand noch tu Flammen. Die Stadt war vollständig verlassen. Sparen einer schrecklichen Vernichtung wiesen daraus hi», daß hier soeben die Kriegsfall« hindurchgc- rast war. Drückender Qualm und Brandgeruch gestatteten mir nicht länger, mich auszuhaltcn. Weiter ging'» nach dem 25 Kilometer cntsernten Städtchen Solda». An der Landstraße sind sämtliche Telegraphealeitungen zerstört, di« Tclcgraphenstangen liegen entweder quer über der Straße oder im Grabe«. Die Straße selbst war wegen gewaltiger Löcher, die von den Granaten herrührten, kaum noch passierbar. Die der Ehausiee entlang liegenden Felder waren mit Leichen und Verwundeten, meisten» Russen, bedeckt, tsiebea den Leichen liegen plhireiche Pserdekadaocr, tote Schweine, Gänse, Enten »sw. Waffen liegen zerstreut umher. Au» einigen Tornister» der gefallenen russischen Soldaten sicht man silberne Gegenstände, die jedcn- sall» geraubt worden sind, Herauslugen. Wir kommen iu das Baucrndors 2- Die Bauernhäuser sind zerstört, weisen jedoch keine Spuren eine» Brandes aus. Die Türen, Fenster, Spiegel, Porzellangegenstände sind von den Rüsten zertrümmert, Betten und Wäsche liegen zerstreut auf den Feldern. Die Möbel liegen im Feld«, neben den Betten stehen Sosas. An einem Baume neben der Landstraße hängt rin halb durchschnittenes Schwein, zum Teil gebraten, darunter Spuren der Speisenden. Es war wohl der Rest eines plötzlich abgebrochenen Soldatenschmauses. Wir gelangen nun in einen große» Wald. Die lautlos« beinahe Grabesstille wird fortwährend durch das löhnen der Verwundeten unterbrochen. Ei» russischer Soldat, dem eine Granate ein Bein abgeristen hatte, kam ächzend und wild- schreiend aus dem Walde heraus, indem er sich auf zwei Aeste stützte, und bat slchentNchft »m Ausnahme und Verband seiner Wunde. Ganz entkräftet ob des Gesehenen komme ich halb tot in Seldav an. Das herrlich an Seen gelegene und von schönen Wälder» umgebene, etwa 5000 Einwohner zählende Städtchen ist säst gänzlich leer, An einzelnen Stellen brannte es noch. Nirgend» konnte ich meinen Heißhunger stillen. Die Schaufenster der Geschäfte waren zerschlagen, hie Waren lagen zerstreut ans der Straße. Ich trete iu ein Kolonialwarengeschäst, aber auch da kann ich etwas Eßbares nicht erhaschen. Päckchen mit Perfil sWaschmittel), Karamelle«, Knons Hafermehl »sw. lagen zertreten auf dem Baden. vie rrsie ffnwklikii Örnrbikts XV. Die Kundgebung Bcnedil iS XV. ist die erste Enzyklika des neuen Papstes und ist säst ganz dem gegenwärtigen Kriege gewidmet. Der Papst führt darr» zunächst aus, daß seine Person hinter seiner hehre» Ausgabe zurückftche: er erklärt sodann, er zwcislc nicht a» der göttliche» Güte, die ihm nach Auferlegung diestr so drückenden Lust auch den nötigen Mut und Stärke verleihen werde. Der Papst drückt hieraus sein Entsetzen und leinen Kummer aus, die er empsinde beim Anblick des schreck- «lchcn Schauspiels des Krieg 4 und angesichts besten, daß ein Großer Teil von Europa mit Feuer und Schwert verheert uud »on Christenblut gerötet werde. Er wendet sich mit väterlicher Liebe an alle seile Kinder und crllärt, nichts Unterlasten zu wollen, was das Ende dieses Unglücks herbeiführen könne. Wie schon Pius X empfiehlt der Papst allen Söhnen der Kirche, besonders denen, weiche die Weihe» cmpsangea haben. Eatt in Kirche uud Haas i» Gebeten aozuruseu, aus daß der Krieg ein Ende nehme. Die Enzyklika schließt: „Wir wollen diejenigen, welche die Völker regieren, bitten und beschwören, daß sie oll« llieoe Tageszeitung. Mittwoch, den 16. September 1914 ihre Streitigkeiten beilegen.zum -Wohl der menschlichen Gesellschaft. Möge» sic bedenken, daß schon zu viel Trauer und Elend das Leben der Sterblichen'begleitet, - als daß es notwendig wäre, noch mehr Trauer? und' Leid hinzu zufügen. Mögen sic bedenken, daß der Trümmer und des vcrgostcncn Blutes bereits geaug sind, und mögen sie sich beeilen, Fiicdcnsvcrhandlungcn einzuleiteu und sich die Hand zu reichen. Wenn sie das tun, wird Gott sie und ihre Völker reich belohne». Sie mögen endlich wissen, daß dies dem Papste sehr angenehm und sehr erwünscht wäre, da er während dieser großen Verwirrung der Dinge sich den größten Schwierigkeiten auch in der Ausübung seines apostolischen Amtes gegenübersieht. Die Enzyklika trägt das Datum des 8. September, des Festtages von Mariä Geburt, Ans der Heimat. * Friedberg, 16, Scpt. Im „Franls. Gcncralaiiz." befindet sich unter der Ueberschrift eine „Patriotische Tal", daß in Fricdbcrg unter Leitung des Postbeamten Alles eine Versammlung von Staats- und Ecmcindcbcamtcn stattgcfunden hätte, iu der einmütig beschlossen worden wäre, dahin zu wirken, daß alle Beamten für die Dauer des Krieges auf ein Fünstel ihres Gehaltes zugunsten der Kriegsfürsorge verzichten sollten. Die ganze Nachricht ist ein schlechter Witz. Es hat weder eine Versammlung stattgesundcn, noch hat sic Herr Alles geleitet. Die Beamten stehen an Opfcrmutigkeit hinter keiner anderen Berussklasie zurück: leider gestatten ihnen aber ihre Verhältnisse nicht, ein derartiges Opfer zu bringen, wie oben angedeutet ist. * Friedberg, 16. Sept. Der Sohn des Herrn Gendarmen t. V. F r i ck, Gustav Jakob Fr ick, der als Unicroffizier im Infanterie-Regiment 116 die Schlachten in Belgien mitmachtc, erhielt das Eiserne Kreuz und wu-dc zum Sergeanten befördert. Wir beglückwünschen Herrn Flick von ganzem Herzen zu seiner Auszeichnung. Herr Frick war auch früher ein sehr tätiges Mitglied, des hiesigen Turnvereins. Es bewahrheitet sich hier wieder, der von den Turnvereinen vertretene Grundsatz, daß eine turnerische Ausbildung von großem Wert für die Militärzeit ist, * Ilbenstadt, 16. Sept. Unter den Gemeind,Ir. die sich in der Fürsorge um unsere tapscrcn Streiter für das Vaterland hervortun, besandet sich auch Ilbenstadt, Eine Sammlung für das Rote Kreuz hat 426 Marl ergeben, davon wurden für 75 Mark Wolle gekauft, womit die Kinder Socken und Stauchen stricken, die restlichen 366 Marl kamen zur Adlicsrung: außerdem befanden sich dabei eine größere Anzahl von Hemden und Handtüchern. Weiter ist cs mit der Hilse der hiesigen Einwohner gelungen, den Saal des Gastwirts Grix mit 2l Betten zur Aufnahme der Verwundeten auszustatten. Die Betten sind alle mit Matratzen, llnterbeit und sauberen Ueberzügen versehen, zwischen je 2 Betten befindet sich ein Nachtlasten, Herr Lehrer Christian, der sich die Ausstattung des Krankensaales besonders angelegen sein ließ, gebührt besonderer Dank für die tadellose Einrichtung. Somit ist alles für die Ausnahme von Verwundeten bereit, sie dürfen bei ihrer Ankunft der besten und sorgfältigsten Verpflegung sicher sein. Ilbenstadt, 15. Sept. Unser beliebter und in hiesiger Gegend geschätzter Arzt Herr Dr. med. Schocker aus Assenheim wurde von Sr. Erlaucht dem Herrn Grafen zu Leiningen-Lvesterburg zum H o f r a t ernannt. * Gieße», 14. Sept. Eine umfassende Tätigkeit für die verwundeten Soldaten wird in unserer Stadt entfaltet. In 17 zur Verfügung stehenden Anstalten sind bis heute schon 1164 Verwundete cingeliefcrt und gepflegt lvorden abgesehen .von einer Anzahl verwundeter Feinde, welche ebenfalls hier untergebracht sind. Belegt sind zur Zeit sei- gende Gebäude: „Heil- und Pslcgcanstalt, Siecheichaus, Steins Garten,Evangcl. Schwesternhaus, Lupusheim, Garnisonslazarctt, Turnhalle, Kaufmännisches DercinShaus, Katholisches Schwesternliaus, Kathol. Vereinshaus, solo,c folgende Kliniken: ckstrurgische, Frauenklinik, medizinische Klinik, Ohrenklinik, Augenklinik, Hautklinik und die Klinik für nervöse Kranke. Tie alte Klinik, in welcher die Gewerbcausstellnng untergebracht war, wird z, Zt. mit 350 Betten ausgestattct und dann ebenfalls diesem Zwecke dienstbar gemacht, auch sind dcni roten Kreuz »och eine Anzahl leerstehender Privatwohnnngcn angebotcn. Sämtliche Lazarette find der Aufsicht des Oberstabsarztes Dr. Siegelt unterstellt. Für alle diejenigen welche- Verwundete besuchen wollen diene zur Nachricht, daß in der Bürgermeisterei Zinmier Nr. 2 ein Büro errichtet ist, auf welchem bereitwilligst Auskunft über "alle bier cingcliefcrten Verwundete und in welchem Lazarette sie sich befinden, gegeben wird. Es genügt die Angabe des Naniens und Hciniatsortes des Verwundeten und der Suchende wird dann sofort gewahr ob und wo sich derselv« in Gießen befindet. * Giesse», 14. Sept. Dein nächst bekommt auch inserc Stadt eine größere Anzahl (befangenen zu beherbergen. Mau spricht von 10 bis 15,000 Mnnn. Ans bei» Trieb ist schon Holz zu Darackcnbauten angesahren. Es soll erst ein kleinerer Trupp Gefangener koninicn, welcher die Unterkunstsräume für die später eintreffcnden hcrstellt. Ob wir Franzosen. Russen, Engländer oder Belgier bekoiamen ist noch nicht bestimnit. In ciiiein kürzlich Abends hier durchgekommenen Gcfangcnenzugc waren in v schied,ncn Abteilungen Belgier, Franzosen »nd Engländer aneinander geraten, so daß die Beglcitmannschosten mit dem Bajonett Ruhe schaffen „lußteii. Tie Belgier warfen den Franzosen vor, sic seien Schuld on dem „grand malheur" und diese wicdernm schoben unseren Vettern Enzssündern die Schuld an der verlorenen „bataillc" zu, so daß sie schließlich ancin- auder gerieten wie die Kesselflicker. Wenn man in jeden Wagen-unter bieje drei Nationen noch ein paar Russen «ud Serben bringen konnte, dann gäbe dies ein Bild unter welches inan den Titel „Holder Friede —'Süße Eintracht" jeden könnte. ■ ', * . > Hesseu-Rosiai • Wiesbaden. 14. Sept. Schuldepulatton und Magistrat in Seite 3. Wiesbaden haben vor allem aus hygienischen Gründen die vernünftige Einrichtung getroffen, bei den oberen Schulklassen die dritte obligatorische Turnstunde in der Woche als Spielftuude im Walde abzuhaltcn, damit die Kinder an heißen Rachini«. lagen von den Straße» der Großstadt entfernt und in frischer Waldlust unterhalten werden, llnvcrständige Ettern Halle» ihre Kinder von dem Besuch dieser Turnstunde ab. weil sic durch den bin- und Rückweg in den Wald und längeres Spiel zu Turnstunden werde». Der Maschinist Pfeil hat aus diesen Gründen seine Tochter zu Hause behalten. Gegen den ihm darauf zugcstclltcn Strajbesehl verfolgte er heute ohne Erfolg Einspruch a» das Amtsgericht, das das Verhalte» der Eltern gegenüber dem guten. Willen der städtischen Verwaltung tadelte, ebenso wie cs der als Zeuge erschienene Rektor der Schule — im Landsturmrocke — tat. * Wiesbaden, 15. Sept. Der 13. laudwirlschastllche Bezirks verein (Wiesbaden-Stadt und -Land), der stärkste B zirlsvcrcln im Regierungsbezirk Wiesbaden, beschloß i» seiner stark besuchten Generalversammlung 666 Mark, die der Bczirksorrcln alftührlich vom Hauptverein, dem Verein »assauischer Land und Forstwirte als Zuschuß erhält, den uotlcideiiden Laudwir tcn i» Ostpreußen zu überweise,,. Die übrigen 2266 M. Ver elnsvcrmögcn solle» zur Zeichnung aus die Kriegsanleihe verwendet werde». Außerdem soll der Haupiverci» ersucht weiden, die übrigen 15 Bczirlsvercinc zu derselben Maßnahme zu vcranlaste». Interessante Mitteilungen über Maßnahme» die aus Anlaß des Krieges seitens der Landwirlschajiskammer ge trosfen wurden, wurden in der Versammlung gemacht. So zeigte sich bei der Beschassung von Arbeitskräften, daß absolut kein Bedürfnis für jugendliche Arbeiter vorhanden war. Von den innerhalb fünf Tagen sich stellenden 2666 Jugendlichen konnten 56 untergebracht werden, über die Klage» g.nrlg' lai wurden. Roch kläglicher war cs mit andercn Arbeitern, jür Di- auch kein übermäßiges Bedürfnis vordandcn war. In zuvo- kommender Welse stellten die Höchster Farbwerke 566 ihrer . beiter der Landwirtschaft zur Verfügung, indem die 2!rr gcbcr nur für Kost und Logis auszukommen brauchte-,. wänre ' die Höchster Farbwerke den Lohn weiter zahlten. Die H- Werke stellten diese Maßnahme aber sojort am 26. V . st als sie erfuhren, daß Landwirte ihre bezndllen Ardr- entließen, um dafür lastenfreie Farbwerlsarbeitcr ,>-i je' teil. — Bezüglich der diesjährigen Kartosscicrntc i.; . der Versammlung mitgetcilt, daß diese als gute Mittel.. r ■ zusprechen sei. Als Preis pro Zentner solle man :l ih ; setzen. Den Vorwurf in drr Presse »sw, die Londwi ; ■ den Wucher treiben, wenn sie ihre Kartosscln zu i >0 ! Zentner absetztcn, wies man mit Entrüstung zurück. Deullchc! Warum unterstützt Ihr unsere politischen Gegner in ihrer maßung gegen uns durch Bevorzugung ihier Eizcu-z Nisse und Rachässung ihrer Kleidung, Sitte» und Gebräuche? Warum verwendet Ihr immer noch Fremdwörter? Warum sprecht Ihr noch im Inland fremde Sprüchen ml! Ausländern, anstatt zu erheischen, daß sie sich unserer Sprache so gut als möglich bedienen, wie wir cs auch auf unseren Reisen im Ausland machen müssen? Warum besucht ihr »och Geschäfte, Gasthäuser und Bcranstal- tungen, wo wenigen Fremden zuliebe die deutsche Sprache und deutsche Art zurückgcsctzt wird durch Firmenbezeichnungen, Ladcnausschrisien, Gasihausnanic» und Speiselarten in fremden Sprachen? Warum verhindert Ihr nicht ein für allemal den Gebrauch fremder Sprachen. Namen und Bezeichnungen bei Spielen und Sportübungcn? Warum laßt Ihr es Euch gefallen, daß deutsche Fabrikanten Euch Erzeugnisse in fremdsprachlicher Ausmachung auszwingen, wie z. D. Bleistifte, Federhalter, Hüte, Halsbinden, Wäsch« uud andere Gcbrnuchsgcgenständ mit englischen und französischen Ansschristen, insbe sondere solche mit fremdländischen Flnggcn? Warum weist Ihr nicht Waren zurück, die srcmdsprachli he Bezeichnungen tragen? Wisset Ihr nicht, daß Ihr durch Euer glelchgülilges Verhall., gegenüber dem Mißbrauch ftcmdsprachlicher Ausdrücke in Handel, Presse, und Verkehr die Ueberhedung unserer Feinde und ihre Geringschätzung unserer Eigen art und unserer Sprache geradezu gezüchtet habt und daß selbst ties unter uns stehende Völker uns wegen dieser Fremdlümelei »nd Auslandsucht »erspotleu uut »erachten? Deutsch, wie wir selbst, sollen auch sei« unsere Sprache und un itten! Mfiijf heraus und pfiitfrijliim heraus! (finr Zlllihinnig au die Frauen. Im Auftrag von 82 Frauenvcreinen wendet sich der Ra tionale Franc »dien st mit folgender beherzigenswerter Mahnung an unsere Frauen: „Die große Zeit mahnt UNS mit gewaltiger Stimme zu wahrer schlichter Art. Deutsche Frauen! Kehret darum zurück zu seinsllhligem, bescheidenem Wesen! Fort mit Eitelkeit und Putzsucht und dem Auswuchs sranzösischer Halbwelt! Zeigt in eurem Benehmen jene Würde, die bei Freund und Feind Achtung gebieten muß. Laßt uns den Pulsschlag der ge waltigen Zeit fühlen und stolze Deutsche werden! Frankfurter Wetterbericht. r«or»u»>age: Wolkig, meist trocken, lühl, westliche Wende Verantwortlich für den politische« und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schi»! dl. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung , 8T. Frredbera i £>■ -Ir. 217 feg iltue Tageszeitung. Mittwoch, den IG. September 191« Seite 4. Nachruf. 3m Kampf für unser Vaterland fiel am 25. August der Gräfliche Kammerdirektor Herr Ludwig Dern Hauptmann d. R. des Garde-Zäger-Vataillous a. D. Konipagniesiihrcr in der mobilen Armee. Tief erfchuttert gibt der Krieger- und Mililär-Dercin Asscnheim Kund.- von dem Hinjcheiden seines langjährige», hocknerehrten Präsidenten. Fast 20 Jahre war Herr Kannncrdireitor Dern Mitglied und Präsident und unser Führer, der den Verein zu seiner jetzigen Blüte rcsiihrt lat und jedem einzelnen ein treuer Kamerad war. Aber die Saat die er geriet, soll nicht verlornen uud di« Treue, die er uns gehalten, wir wollen sie über das türab hinaus bewahren. Ehre dem Andenken dieses tapscrcn Kameraden! S\vic(|cr= iiiiD Militiir-Vereiil Ajstchim. Vatttlilndislh-iilltrilitisihe Vtrailsitiltiintf in FritSbcrg. IM" Im Saalbau: ^WU Sonntag, den 20- Sept. 1914, abends 8 Uhr. ! x.J ; das Kilogramm zu 8 Pig. I werden in tieinc» Mengen abenös von 5—7 Uhr in, Aalhaus abgegeben. Friedbeig, 1t. Sept. 1914. Der Bürgermeister. Stahl. Zu Gunsten des Uoten Kreures7 Familie Pfannkuch oder Heffentreue Hessisches Volksschauspiel aus schwerer Zeit in 3 Akten mit einem Prolog, Gesängen und lebenden Bildern. Dem Andenken braver Hessen, den Opfern und Helden der Befreiungskriege gewidmet von Otto Müller, Landwirt in Grebendorf. eountaa icimiffag 4 U|r: i IlG«. Aufführung für die Schüler der lg 4 llljt. höheren Schulen in Friedbeig Die Kontrolle über die Einnahme liegt in den Händen der Polizeivcrwaltung. Alles Nähere siehe Anschlag und Tageszettel. Johannes iJvciljolj, Tlsealrrdirektor. Inhaber verschiedener Diplome für höheres Kunstinteresie. Fallobst-Versteigerung. Donnerstag, den 17. d. Mts., vormittags 11 Uhr werden im hiesigen Stadthaus 40—50 Doppelzentner Falläpfel (Kelteräpfel versteigert. Frtedberg, den 14. Sept. 1914- Dcr Bürgcrmeistcr. Stahl. Suche zu», sosortigen Eintritt bei hohem Gehalt einen tüchtige» selbständige» Vermalter aus 500 Morgen grosses geschlossenes Gut, wo der Herr einberufen ist. Näheres durch Oekonomierat Brcnnemann, Ober-Erlenbach. üröllles Laser aiu l’latzc! 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Hieraus kam folgender Äcrolcich zu Stande: Die Angcklngte nimmt die gc- ianene Acufferung zurück und cr- ttärt, dast sie keine Veianlasiung hatte, den, Privatlläger irgend etwas Unehrenhaftes nachzusagc», sie übernimnit sämllichc entstauben« Kosten des Versahrcns, ein- schliesztich der dem Privatlläger erwachsenen notwendigen Auslagen, sic zahlt auszerdem eine Buffe von zehn Mark für den Turnverein in Erbstadt, die an den Prozcffbevollmächtigten Rechtsanwalt Dr.r>. Heiniolt zu entrichten ist. Aufferdem ist sie bannt einverstanden, daff der Privatkläger diese Ehrenerklärung einmal in der „Reuen Tageszeitung- auf ihre — der Angeklagten — Kosten veröffentlicht. Der Privatkläger ist hiermit einverstanden und zieht die Pri- vattlage zurück, sobald die Angeklagte ihre Verpflichtungen erfüllt hat. Vorgclejen und genehmigt Heckler. Eabel. Für die Abschrift: L. S. Schaubach, Eerichlsichrciber. Für die Abschrift: Dr. v. Helmolt, R.-A. Totles-An*ef gfe. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche I Mrttcilung, daff unsere liebe Eattin, Mutter, Schwester | Schwägerin und Tante ' ■ ■ » I 9 | geb. Eriinewal» I heute Nachmittag im Alter von 70 Jahren nach kur-ein ^ Leiden sanft verschieden ist. Dorheim, den 15. September 1914. Tie trautrttbtn ^interblicbeiirn: 3. d. 91. : Heinrich König« Di- Deerdigmig findet statt: Freitag, den 18. Septbr., | nachmittags 1 Uhr. ’ 1 -h Keliitillitiitachitilg, -- 5—6 tüchtige Braunkohlen-Berg- leute werden gesucht. Sofort zu melden in Wölfersheim. 8kH. ßnibc inöitiijisl)oimii(|. 1 Pleiter t Malaiin Inh. Heinrich Metzendors Frikdbkrg i. 8 ., Tel. 30 t. Reichhaltiges Lager aller Arten Holi-sowie Ptlstennöbel in nur solidester Ausführung bei Berechnung billigBtr preise. Um Besichtigung meiner ooll- ständig eingerichteten Musteizimmer wird hüfl. gebeten. Lieferung ftei ins Haus. Eigene Tapezier- u. Schreinerwerlstätte. Täglich 60-80 Llr. MM per 1. Oktober nach Frairksurt- West gesucht. 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Amtliche Notierung der Frankfurter Uieh- marktpreise vom 14. September. Zum Verlauf ltanden: 1336 Rinder, darunter 398 Ochfen 71 Lullen, 864 Färsen und Kühe, 462 Kälber, 103 Schafe, 2554 Schweine. Preise für 1 Zentner I. Rinder: ’Ä. Ochsen: a) 1. oollfleifch. ausgemästete höchsten Schlachtwerts, 4—7 Jahre alt 2. Die noch nicht gezogen haben (ungejochte) ....... b) junge, fteischige, nicht ausgemäjtete und ältere ausgemästete , , , , c) mäffig genährte junge, gut genährte älter« B. Butten: a) vollste,sänge, ausgemästete höchsten Lchlachtwerts ,,,,,,,, bl n-stlileischrge. jüngere..... c) moffig genährte, jvng« und gut genährte älter« O. Färsen und Kühe: vollsleischnze, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts , , » » . b) volljleiichige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts dis zu 7 I. c) 1. wenig gut entwickelte Färsen 2. ältere ausgemästete Kühe . . Kühe und Färsen isen 0 . Erring genährtes Jungvieh (Fresser) II. Kälber: a) Doppellender, feinste SkaRf , b) feinste MasKälber d) mäkiq genährte Kühe und Färiei e> gering genährte Kühe und Färse, cs mittlere Mast- und best? Saugkälber d) geringere Mast- und gure Saugkälber. o) geringere Saugkälber , , , , , IN. Schal«: a) Wcidemastschase: ..... p) Mastiämnier und Masthammel . c ) geringere Masthammel und Schafe d) Tcmig genährte Hammel u. Schass t -Irerzschafe) ■»•••■«• IV. Fettschwein«: t) Fetts»,Werne über 3 Ztr. Lebendgewicht GUM, ö) ve.sttclschige Schweine über 2H Ztr. Ledcnkgcwicht...... , e) voUiteischiae Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht d) volliieischiac Sihwcine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht e) fleiichiae Schweine » Sauen Marktverlaus: Langsamer Handel, bei tendcr, bei Schweine» mäffiger Ueberstand Lebend. gewicht A 52—56 45—49 41—44 47-50 40—44 44-48 40—45 39—43 36—40 30—35 24-28 50-52 44—48 40—14 44 46-48 46—48 45 — 48 Schlachtgewicht A 94-98 85-90 75-81 78-84 70—76 82—86 74- 84 75— 83 67—74 60-70 55—64 83-86 75-81 68—75 96 58-60 58-60 53- 60 Rindern unbedeu-