rin mm er 2L6 Dienstag, den IS. September 7. Jahrgang Mene Tageszeitung rue v n[e*mtnng“ fidjeint leöen Sl'trltüg. Regelmäßige Beilagen „Ser llnurr au» <1 eilen", „Oie Spinnttube". iieiiiQcprrio: Lei den Postanstalte» vteriel|ährlich Mk. 1,85 lei len Agenten monatlich so Pig. hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. .Xu,eigen: Grund-,eile 20 Psg„ lolale 15 Pfg, An,eigen von auswäri, werden durch Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Verlag Friedberg (hesten), Hanauer trage 12. Fern:preck»ei 4S. Postiheck-Eonlo Nr. 4859, Amt Feanlluet o. M. Schwere Unser Sieg im Osten. — Das (Englands gefährliches Spiel. Schmach über Schmach häuft Großbritannien auf seinen Namen. Mit einem Lügengewebe zettelte es den Krieg an, machle sich Frankreichs Nachegedanken zunutze und verbündete sich mit dein kosakischen Rußland. Kein Mittel war ihni zu niedrig, selbst der Beirat an der weiße» Rasse nicht, um Deutschland nieder»,uversen. Nicht das militärische Deutsch land, wie es jetzt heuchlerisch in englischen Blättern mit dem phrasenhaften Wort heißt, die Welt solle vom Geiste des deutschen Militarismus befreit werden, sondern das wirtschastüche Deutschland, dessen Handel und Weltmachtstellung Britannien unerträglich schien. Unjähig den deutschen Konkurrenten auf dem Weltmarkt niederzuringen, unfähig auch ihn mit eigenen militärischen Mitteln zu vernichten, mußte es fremde Helfer haben, um sein brutales Gelüst zu befriedigen. Nur die Art des Borgehens ist daran neu, nicht so das Wesen der englischen Politik, die allen seefahrenden Bollern bisher in gleicher Weil» angewandt wurde. Durch Englands Seeräuberpolitik wurde 1578 die deutsche Hansa vernichtet, 1588 der spanische Handel lahmgelegt, Eromwells Navigationsakte schädigte den Niederländischen Handel und mehr als einmal wurden die Niederländer durch England in schamloser Weise vergewaltigt, so 1684 durch die Ueberrumpelung von Neu Amsterdam. Portugal kam durch den Methuen Vertrag 1703 in die wirtschastüche Abhängigkeit von England. 1807 überfiel England im tiefsten Frieden Dänemark und führte die dänische Flotte aus Kopenhagen fort. Sein jetziger Derbünüeter, Frankreich, büßte durch Englands Raubpolilik dreimal die Flotte ein, so in den Kriegen gegen Ludwig XIV., im Siebenjährigen Krieg und während der Kontinentalsperre Napoleons I. Gar zu gern hätte jetzt England Deutschland ein ähnliches S-i'tttfal bereitet. Nur der deutschen'Wachsamkeit gelang es 1805 und 1911 die englischen Flibustierstreiche zu verhindern. f3!an steht, die englische Politik hat sich seit Jahrhunderten in nichts geändert und während sonst alle seefahrenden Völker sich der fortschreitenden Sittigung nicht verschlosten, trifft aus England noch heute zu, was der bekannte Historiker E. heyrk sagt, „Seefahrt und Seeraub sind Zwittingsgeschwister, die in der Frühgeschichte der Meervöller kaum voneinander zu unterscheiden sind." Noch immer wird England von der Moral primitiver See röuber geleitet, nur darin ift's moderner geworden, daß es, wo seine eigene Krast nicht ausreicht, sich der anderer Böller bedient, und die ihm nicht willsährige» Böller, wie die Skandinavier in diesem Kriege, einzuschüchtern versucht, um deren Handel mit dem ihm unbequemen Gegner zu unterbinden. Jetzt schon, nach kaum vier Wochen Kriegsdauer, scheint man in England allerdings einzusehen, daß Deutschland auch mit dem Ausgebot aller Kräfte nicht so leicht zu vernichten ist. Es ent- blödet sich nicht, mit seinen eigenen Schissen Rußlands halb- asiatische Horden nach dem Westen zu schaffen, um Erfolge auf dem Festlande zu erzielen, denn nur da kan» die Entscheidung fallen. Da England zumal seine eigene Flotte wahlweise wie seine Krondiamanten hütet, zeigt sich immer mehr, daß der wegen des Krieges aus dem Ministeriuin ausgeschiedene John Burns recht hatte, wenn er ausführte: Der Krieg mit Kontinentalstaaten ist für Eiigland ein ganz unmögliches Ding. Die englische Industrie — sei es Textil oder Maschinenindustrie — ist aus den Kontinenlal- export angewiesen, kann ohne ihn überhaupt nicht existieren, da England selbst nicht ein Biertel von den industriellen Erzeugnisten abnehmen kann, die es produziert. So gräbt sich England selbst sein Grab. Der Versuch, den deutsche» Handel zu vernichten, wird in seinen Folgen nur den Urheber treffen. Das um so mehr, wenn England versuchen sollte, die Absicht zu verwirklichen, den Krieg aus zwei Fahrzehnte hinaus z» verschleppen. Die Hoffnung, Deutschland auszuhungern, muß an unserer gulgegründeten und leistungs lähigen Landwirtschaft zuschanden werden. Nicht so steht es mit England. Schon jetzt wagen kaum noch neutrale Schiffe sich seine» Küsten zu nähern, da sie nicht sicher sind, gekapert zu werden oder aus englische Mine» aufzulausen Mehr als Deutschland ist England der Gefahr des Aushungerns pre.sge. geben. Schvii hat Lord Milner einen Aufruf an die Landwirtschaft treibende Bevölkerung Großbritanniens gerichtet. Es sei notwendig, auch das kleinste Stärk Land zur Produktion von Nahrungsmitteln zu benutzen. Das Fahr 1915 werde gcw.'ttige Veränderungen in der Produktion und der Zufuhr Hervorrufen. Die Iriegsührenden Staate» hätten eine ungeheure Zahl ar beitstüchtiger Männer im Feld, die der rationellen Bodenbe- wirtschajtung entzogen sind. Die anderen, Getreide produzierenden Länder könnten diesen Ausfall nicht decken. Jedes Land lei daher aus Selbsthilfe angewiesen. — Die englische Selbst- Kämpfe (Gouvernement Suwalki mrter deutscher Verwaltung. — Verlust eines Kreuzers. Oer gefälligkeit und Sicherheit ist also stark im Wanken, England spielt, wie Fohlt Burns sagte, ein gefährliches Spiel Mi! seiner , Existenz und hat, wenn nicht alles trugt, dies Spiel schon zur Hälfte verloren und über seine Buiidesgenossen namenloses Elend herauibeschwore». Zur Kriegslage. fl TB, Großes Hauptquartier, 14. Lept. Im Westen finden ans dem rechten Heeresflütfcl schwere, bisher unentschiedene Kämpfe statt. Gin von den Franzosen versuchter Durchbruch wurde fiegreich zurückgeworsen. sonst ist au keiner -stelle eine Gntscheidung gefallen. Im Osten schreitet die Vcr- nichtung der russischen 1. Armee fort. Die eigenen Verluste sind verhältnismäßig gering. Die Armee von H i n d c u b n r g ist mit starken Kräften bereits jenseits der Grenze. Das Gouvernement Suwalki wurde «utcr deutsche Verwaltung gestellt. 6 roh es Hauptquartier, 14. Sept. (W. V. Amtlich). General v. Hindcnburg telegraphierte an Se. Maje- stät: „Die Wilnaer Armee (2., 3., 4., 20. Armeekorps, 3. und 4. Reseroedivision, fünf Kavallcriedioisioncn) ist durch die Schlacht an den masurischen Seen und die sich daran schlichendc Verfolgung vollständig geschlagen. Die Gradnoer Reesrvearmce (22. Armeekorps, Rest des 6. Armeekorps, Teile des dritten sibirischen Armeekorps) hat in besonderem Gefecht bei Lyck schwer gelitten. Der Feind hat st a r k e B e r l u st e an Toten und Verwundeten. Die Zahl der Gefangenen steigert sich, Kriegsbeute au'gcrordcntlich. Bei Frontbreite der Armee von über hundert Kilometer ungeheure Marschleistungen von zum Teil 150 Kilometern in vier Tagen. Bei auf dieser ganzen Front und Tiefe abspielendcn Kämpfen, kann ich den vollsten Umfang noch nicht melden. Einige unserer Verbände sind scharf ins Gefecht gekommen, Verluste aber doch nur gering. Die' Armee war siegreich auf der ganzen Linie gegen hartnäckig kämpfenden, aber schließlich fliehenden Feind. Die Armee ist stolz daraf, dah kaiserlicher Prinz in ihren Reihen gekämpft und geblutet. vtr kltine fuTiiirr „siklii" grlnnbftr. Berlin, 14. Sept, (Amtlich) Am 13. September vorm, wurde S. M. Heiner Kreuzer „heia" durch einen Torpedoschuß eines seindlichen Iluteijeeüsoles zum Sinken gebracht. Die gejomie Dinnnschojl wurde gerettet. Der steltuertr. Ches des Admiralstabes gcz. Behacke. Der kleine Kreuzer „Heia" ist das älteste und kleinste Schiis der Kreuzerstotte und eigentlich längst überaltert. „Heia" lies schon Ende März >805 vcm Stapel und hatte 2040 Tonnen Wasserverdrängung. Seine Besatzung beträgt rund 191 Mann. Da d e Mannschaft erfreulicher 'Weise vollständig gerettet ist, so bejchränlt sich der Verlust aus den Materialschaden, der, wie gesagt, verhältnismäßig wenig ins Gewicht fällt. Die Kämpfe in Galizien. Wien, 14. Sept. (Nichtamtlich). Ter Kriegsberichterstatter des „Morgen" meldet. Die Schlacht bei Lemberg wurde abgebrochen. Unsere Truppe» wurden zurückgezogen und in einem Abschnitt versammelt, der für die Verteidigung die günstigsten Bedingungen bietet. Unser Plan, die russische Armee durch eine rasche »nd lUhne Ossensive zu zerschlagen, scheiierie nicht wegen der mangelnden Führung oder der Fnserioritäi unserer Truppen, im Gegenteil, die Führung und die Drup.en leisteten Uebermenschliches, aber der Heroismus der Truppen scheiterte an ö.-r lolossale» Uebermacht des Feindes, Es ist srstgestellt, daß die Uebermacht der Rügen viele Divisionen betrügt, wobei zu bedenken ist, duß eine russische Division stär- ler ist, als eine unsrige. Ferner sind die Rasten in d:r M'-l.i- lisicrung weit voraus, da sie dan'.it lange vor de n offiziellen Kriegebeginu cinsctzien. Endlich haben wir fast die gesamte Hauptmacht der Russen gegen uns. Wenn man das bedenlt, kann man erst die Leistung unserer Truppen richtig -bschätzen, Fn säst ununterbrochenen dreiwöchigen Kämpfen Hielien sie nicht nur in foriwährender Offensive dem Feinde überall stand, fond:rn nahmen ihn, auch fast 60 000 Gefangene und 300 Ge- ,„',utze ab Aber^dlese Teilerfolge, so groß sie auch waren, konn- nicht zu dem gewünschten Eesamtresultai vereinigt wer» I.n, weil die Russen buchstäblich |Ur eine jede geschlagene Division eine neue Heranwersen konnten, höhere strategische Rücksichten verlangen setzt die Versammlung unserer Truppen IN einer Stellung, an der sich die Uebermacht der Rüsten brechen v-uß. Wir tonnen hier ruhig den Angriff abwarten, Fch wiederhole nochmals: Unsere Truppe» sind nicht geschlagen und suhlen sich auch nicht geschlagen. Die österreichisch-ungarische Armee bezieht eine Stellung, die so stark ist, daß sie jedem Feinde Trotz bieten kan». Ausgezeichnete Stimmung. Der Kriegsberichterstatter der „Franks, Ztg" meldet am 14, September aus dem Kriegsprestequartier: Der durch die neue strategische Lage bedingte 'Abmarsch unserer Truppen in die neuen Stellungen westlich von Lemberg vollzog sich in vollster Ordnung. Die Truppe» waren im Bewußtsein ihrer Erfolge trotz des eingetretenen schlechten Wetters in ausgezeichneter Stimmung: sie sührien über 10000 Gesänge n e »nd SO erbeutete Geschütze mit sich und haben ihre neuen Stellungen bereits bezogen. Waffengrnf; an Oesterreich. Die „Kreuzzettung" bemerti zu dem Ausgang der Schlacht bei Lemberg: Mit höchster Bewunderung mästen wir die unvergleichlichen wnb übermenschlichen Tate» unserer Berbündeie» anerlennen. Eine Pause in den, surchibaren Kampfe wird ihnen durch Zuführung von Reserven neue Kräfte bringe». Einer Stärkung iqres Heldenmutes bedürfen sie nach dem, was wir von ihnen erlebt haben, sicherlich nicht. Die Schlacht bei Lemberg ist also noch unentschieden, Wir dürfe» uns aber nicht verhehlen, daß die Russen jetzt sich einen Sieg zuschreiben werden und das wird leider nicht ohne Eindruck aus gewisse unschlüssige Neutrale bleibe». Wenn aber nun bald wieder die beiden Doppeladler ihre Schwingen zu neuen Kämpfen breiten, dann wird hossentlich der volle Sieg aus österreichisch-ungarischer Seite sei», Fn diesem Sinne senden wir den tapferen Freunden unseren Wassengruß, Ans Frankreich. Ein wertvolles Eingeständnis. Ein hoher jranzosischer Ossizier Hai dem Pariser Korrespondenten der „Tijd", des großen holländischen Katholiken- blattes, folgende Mitteilung gemacht. Er sagte, das Gerede über die Verwendung von Dum-Dum Kugeln sei vermutlich dadurch entstanden, daß ein Stabsossizier in der Festung Longwg sich mit Studien übex die Ansertigung »euer Patronen be- schästigte. Es hätten sich auch in einer Rumpellanimer aus der Festung noch einige K i st e n a u 2 g e h ä h 1 t e I Kugeln befunden, die aus der Zeit stammte», als diese noch nicht durch die Haager Friedenskonferenz verboten waren, und die man später durch maschinelle Umleitung brauchbar zu machen versucht habe. Es sei möglich, daß einige Schachteln verbotener Patrone» unabsichtlich (!) an die sranzäsischen Fnsanieiisien verteilt (!) worden seien, aber von einer regelrechten Fabrikation der Dum-Dum-Kugeln könne nicht die Rede sein, Fn dieser Erklärung wird zum ersten Mal bas Vorhandensein von Dum-Dum-Kugeln in sranzösischem Besitz zugegeben. Abgesehen davon, daß es eine sehr merkwürdige „Ruinpellammer" sein muß, aus dcr im Kriegsfall Munition geholt und an di« Truppen verteilt wird, ist es natürlich einfach lächerlich, daß man uns vormachen will, die Franzosen Hütten in ihren Magazinen 10 Fahre lang Patrone» aufgehoben, die wegen des haa> gcr Verbots ausrangiert worden waren. Der Beschluß der Haager Konferenz stammt nämlich aus dem Fahre 1899. Für welchen Zweck und für welchen Gegner hat man die Dum-Dum-Ee- schosse ausbewahri'? — Herr Poiueare, der gestern noch einen unverschämten Protest gegen die angebliche Verwendung von Dum Du: . Geschossen durch die Deutschen erlassen hatte, ist ra< scher, als er gedacht, Lügen gestraft worden. Englisch-srauzästiche Brüderlichkeit. Der „Berliner Dörsen-Zeiiung" geht folgendes Stimm»,igs- bttd aus Ehamberg zu, vas Zeugnis ablegt für die „englisch- sranzäsische Einigkeit": „Es r at i: >r interessant, sestzustellen, daß die französischen Ossiziere keine allzu Hetze Meinung vo» den kriegerischen Tutenden ihrer englischen Kampsgenolfen haben, wie umgekehrt nie Söhne Albions kein gutes haar an den militärischen Fähig- keiten und der Disziplin der Franzmänner lasten. Wie schwierig es gewesen sein muß, den Konlali zwischen den Heeressäule» der Franzosen und Enaländer ausrcchizuerhalten davon Vir. 216 ©eite 2 erzählte mir ein Arttlleriehauptman» aus der Garnison Reims iezcichncnde Züge. Die Engländer gehören ins Konior, begann er, aber nicht >uss Schlachtfeld! Die werden im Leben keine brauchbaren Soldaten stellen können. In ihren Kolonien mögen sie mit >en Wilden fertig werden, aber gegenüber einer Festlandsar- nee stehen sie da, wie ein Ochs vor einem Gemälde von Rügens. Sie vermögen einfach in den Geist des modernen Heeres nicht einzudringen. Einige leidlich gut vorgebildete Führer ausgenommen, sind die Offiziere, auch wenn sie noch so kaltblii- ,g ihre Befehle geben, gar nicht fähig, selbstschöpferische Aktio- ren auszudenken. Ihnen fehlt die Konzeption, der Gedanke, Sie sind Automaten, die einem mechanischen Druck nachgeben, Oie ganz unverhältnismäßig große Zahl an Toten, welche die Engländer zu beklagen haben, beweist dies schlagend. Wenn re sich weiter wie bisher auf die Schlachtbank führen lassen wie die Kälber, dann kommen noch nicht zehn Prozent lebendig in ihre Heimat zurück, O, wenn sie nur drüben geblieben wären; Sie haben ja die Hauptschuld an der heillosen Verwirrung bei Maubcuge, Charleroi und vor Ramur. Ohne die Engländer wären wir aus keinen Fall geschlagen worden! Jetzt gilt es, die ganz ungeheuerlichen Fehler schnell wieder gutzumachen. Man setze die Engländer zur Ruhe irgendwohin, wo sie keinen Schaden anridjten; aber um Eotteswillen nur keine Vereinigung mehr mit den Elitctruppen der Franzosen. Stellen Sie sich vor: Mit dem Diktionär in der Hand halte» wir miteinan- |3rid)iirt die Jirirgüiinlfilifii! | der die Verbindungen im wütendsten Schlachtgetümmel ausrecht. Doch Sie können es sich ja gar nicht vorstellen, welch groteske Mitzverständniffe infolge ungenügender Aussprache der Meldereiter, dann der kooperierenden höheren Offiziere entstanden sind. Mein Regiment war drauf und dsrv^gegen eine Division Engländer das höllische Feuer zu erüfsnen7"-«!as sie in einer Viertelstunde niedergemäht hätte, wenn von seiten der Euglän- Scr nicht im letzten Augenblick ein Parlamentär wegen der Uebcrgabe erschienen wäre. Auch sie mutzten nicht, datz wir nicht die Feinde waren. Hätten wir srüher einmal zusammen manövriert, nimmermehr würde geduldet worden sein, datz England auch nur 1888 Mann UNS zu Hilfe schickte," Ans England. Die Engländer in Maubeuge. Die Hosfnung, datz sich unter den 48 888 Gefangenen recht viele Engländer befinden würden, hat sich leider nicht erfüllt, Es waren nur 120 versprengte Engländer, zumeist Bürschchen im Alter von 18—20 Jahren darunter. Als diese die Festung verliehen, ging ein Murnreln des Unwillens durch die Reihen der deutschen Truppen, In ihm gelangte zum Ausdruck, wie das deutsche Volk so recht das perfide Albion als die Triebscder und den Anstifter des ganzen gegenwärtigen Blut- acrgietzens ansieht. Die englische» Jünglinge hatten die Naivität, dem deutschen Sieger als Zeichen des Besiegtseins die Hand zu bieten. Sie wollten damit nach aller englischer Sitte die Angelegenheit aus der Welt jchajsen, wie man cs bei Futz- ballkampfen zu tun pflegt. Unsere Truppen wiesen jedoch diese Zumutung mit abweisenden Eeberden ab. Das Kommando der englische» Mitlelmeerflotte Rom, 13. Sept. Der seitherige kommandierende Admiral des in den türkischen Gewässern besindlichcn englischen Geschwaders übernahm de» Oberbefehl über das Mittelmcergeschwaders, dessen bisheriger Kommandant abberufen wurde, wie man annimmt, wegen mangelnder Aktionskrast. Englische Furcht vor Aegypten. Wien, 11, Sept, Die „Wiener Sonn- und Montagsztg," meldet aus Konstantinopcl: Hier verlautet, datz England be- absichiige, den Khedivc, der sich gegenwärtig in Konstanti- ncpel befindet, während der Kricgsdauer an der Rückkehr nach Aegypten zu verhindern. Ans Rußland. Der Zar und der Krieg. Wie von wohlunterrichteter Seite gemeldet wird, soll der Zar den auf Dräirgen der Großfürstenpartei erlassenen Mobilijiernngsbefehl dreimal wieder vernichtet haben. Erst als sich auch der Minister des Aeutzeren Sasonow uns die Seite der Kriegspartei gestellt hat, hat der Zar zum vierten Mal das Mobilijiernngsdekret unterzeichnet und dabei ist eS 'geblieben, lieber die Vorgänge, die sich vor dem Kriegsausbruch ani Zarenhofe abgespielt haben, berichtet ein Mitarbeiter der „B, Z. am Mittag": „Der 25. Juli war siir Rußlands Geschick ein kritischer Tag allererster Ordnung. An diesem Tage nämlich erschien Nikolaus Nikolajewitsch beim Zaren und stellte ihm im Namen der Großsürstenpar- tei ein Ultimatum: entweder' abdanken oder die Mobilmach- ungSorder unterschreiben, lieber die unerhört schroffe Form, in der diese Forderung dem Zaren gestellt wurde, über die Heftigkeit, mit der die Auseinandersetzung stattfand, erzählt man sich die seltsamsten Tinge, Fest steht aber jedenfalls, datz der Zar am 25. Juli dem je",' -en Ge- neralisjimuS die Mobilrnachnugsorder iibergeberi, sich dann au> mehrere Tage in sein Zinuner eingeschlossen und weder Snsvnolv, geschweige denn den Kriegsminister vorgelassen hat. Am 27. Juli konnte dann der rirssische Kriegsnrinister öeni deutschen Militärbevollmächtigten ehrenwörtlich erklä- reu, es sei kein Mobilrnachiurgsbefehl ergangen. Am 2l», Juli hat der russische Geueralstabsches diese ehrenwörtliche Erklärung wiederholt. Nun wissen wir ja, datz man ein russisches Ehrerrwort nicht auf die Goldwage legen darf: abor der Schern bleibt gewahrt, denn weder der Kriegsminister noch der Geueralstabsches haben am 27. oder 29. Juli Neue Tageszeitung. Dienstag den 15. September 1914 den Zaren zu Gesicht bekommen, während die Mobilrnach- ungsorder sich schon arn 25. Juli in der Tasche des Generalissimus befand. Damit wäre eine der Lücken in den Über den Krieg veröfsentlichten Weißbüchern geschlossen. Der Großfürst hat eben ohne Wissen und Willen der anderen Instanzen denr Zaren am 25, Juli die Mobilnrachrrngsorder nicht etwa abgelisret, sondern abgetrotzt, abgezwungen, ab- gepreßt." Er» gefangener russischer Offizier als Meuchclinörder, Einem dem „Tag" zur Verfügung gestellten Brief eines Berliners von der Ostgrenze wird entnoinmen: .... „Tie Russen hatten bei dem Gefecht etwa 200 Tote und Berwundete. Unter diesen befand sich auch ein russischer Leutnant, der an der linken Hand verwundet war. Man hatte ihn nicht so genau untersucht, und er hatte noch euren Revolver in der Tasche. Zwischen den Verwundeten bewegte sich ein deutscher Oberst, der die Rrrssen ausfragte. Er wurde hinterrücks von dern russischen Leutnant erschossen. Ihm ging es unn auch nicht anders, er nrrrßte sich selbst sein Grab graben, und wurde von uns ersckfdjsen durch fünf Schuß. — Diese Maßregel klingt ja zunächst etwas hart, aber sie wird sich als praktisch erweisen. Anders ist eben die ausländische Meerchelnrörderbande nicht zu kurieren. Ter russische Gcrreral und die Bowle des preußische,r Land- rntö. „Bei den Kämpfen, die sich östlich von Neidenburg am 30. und 31. August unmittelbar an die cigcntlidje Schlacht von Tanncnberg vom 27.—29. August anschlofsen, wurde auch der Kommandierende General des 15, russischen Armeekorps, als er im Auto entfliehen wollte, gefangen geuornmen. Natürlich wurde der Kraftwagen Sr. Ereellenz alsbald durch einen Offizier einer eingehenden Revision unterzogen, und da fand sich: eine silberne Bowle a»S dem Besitze des Landrats von Neidenburg." Es handelt sich also um einen „echt russischen" General. Wo bleiben die Verlustlisten? Wir sind wirklich nervös geworden. Wenn einmal einen Tag keine Sicgesbotschast kommt, werden wir ungeduldig, wenn die Feldpostbriefe nicht pünktlich anlommen, beklagen wir UNS und immer und immer wird die Frage gestellt: Wo bleiben die Verlustlisten der hessischen, kurhessische» und naffauischen Regimenter, Man glaubt vielsach, der Vertrieb müßte so ganz ruhig weitergehen, ganz wie in Friedenszeiten. Gewiß geht auch bei uns im Kriege alles wie am Schnürchen, aber man mutz doch auch ein Einsehen haben. Die schnell vorwärts stürmenden Regimenter nehmen sich nicht und haben auch wohl nicht die Zeit, Verlustlisten aufzustellen, und man kann das begreifen, wenn man weiß, datz die Truppe in der Regel spät am Abend todmüde, „fast bewußtlos", wie es in einem uns vorliegenden amtlichen Schreiben heißt, hinsinkt. Die Regimenter sind tagelang, von morgens 1 bis nachts 12 Uhr, auf den Beinen: da ist ihnen die kurze Ruhe nach der Heldenarbcit des langen Tages sicher zu gönnen. Es müssen die Tage abgewartet werden, an denen mehr Ruhe ist, bevor an die Zusammenstellung der Verluste gedacht werden kann, zumal, weil die Verlustlisten so einwandsfrei wie möglich fein müsien. Sie müsien über jeden Zweifel erhaben fein. Schon aus diesem Grunde allein erklärt sich, bei der im deutschen Heere herrschenden Ee- wissenhaftigleit, das späte Einreichen der Listen. Dazu kommt, datz die Listen von einer Zentralstelle, in Berlin, zusammengc- stclli werden, denn das gäbe ein schönes Durcheinander, wenn ein jedes Regiment feine Liste für sich veröffentlichen wollte. Häufig gehen die Listen verloren, sie sind verbrannt, einige Male den Franktireurs in die Hände gefallen ujw. Alles das wolle man beherzige» und sich mit Geduld rüsten, bis die Verlustlisten von dem oder jenem Regiment auch veröffentlicht werden. (*m Feldpostbrief. Eine hiesige Familie stellt uns einen Brief und eine Postkarte ihres INI Felde stehenden Sohnes zur Verfügung: Belgien, den 24. 8. 14. Liebe Eltern und Geschwister! Wir haben am Samstag die erste blutige Schlacht gehabt und die Feuertause erhalten. Ilnserc Division war noch im Anmarsch und noch nicht entwickelt, als uns die Franzosen plötzlich mit Feuer überschütteten. Wir hatte» nur 2 Infanterie Regimenter mit Maschinengewehren, 2 Artillerie-Regimenter und etwas Aufklärungskavalleric zur Verfügung, während der Feind, »ach der Aussage verwundeter Franzosen, ein ganzes Armeekorps stark war. Wir kamen jedoch bis dicht an die französischen Stellungen heran, bis der Feind feine ganzen Kräfte einfetzcn und wir zurückmutzten. Wir halten an 38 Prozent Verluste, aber meist Verwundete und nur wenig Tote, dagegen waren ziemlich viele Offiziere tot und verwunde!. Von den drei Leutnants unserer Kompagnie ist einer tot und zwei verwundet. Unser Hauptmann ist daoongskommcn, auch ich bin heil und unversehrt, trotzdem ich plötzlich auf 138 Meter vor feindlichem Maschinengewehr lag. Es war ei» Glück, datz ich mich gerade in einem hohen Kornfclde befand und dir Feinde uns nicht sehen konnten. Es war unterdetz Abend geworden, tausende von tote» Franzosen bedeckten das Schlachtfeld, ganze Schützenlinien lagen tot in ihren Stellungen, unsere Artillerie hatte vorzüglich gearbeitet, unsere Infanterie hatte dem Feind verhältnismäßig wenig Schaden zugejügt. Am Tage darauf, am Sonntag, rückten die Franzosen tolonnen- wcise vor, sie wurden aus allen Stellungen geworfen und mutzten weit zurück. Wir kamen gegen Abend durch das Schlacht jcld und konnte» dies alles beobachten. Auch heute, am Montag, verfolgen wir den Feind weiter und sind schon bis auf 28 Kiloineter von der französischen Grenze gekommen. Gebe der liebe Gott, datz unsere Infanterie nächstens mehr Gelegenheiten 5 » größeren Taten gegeben werden, datz wir namentlich ein besseres Schntzfeld bekommen, den» daran hat es gefehlt, so datz untere Artillerie das meiste allein machen mutzte. Ich mul: nun schließen, da es wieder weiter geht. Hoffentlich leben wi, uns bald wieder: geht unsere Sache so gut weiter, dann sehen wir uns vielleicht schon Weihnachten. Herzlichen Gruß! Fritz Postkarte v. 38. August. Am Donnerstag und Freitag waren wir im Gefecht in den Wäldern bei Sedan. Die Franzvjen wehrten sich verzweifelt ohne datz sie ihre Stellungen aufgaben, wir haben sie aber doch herausgeworfen. Gleich zu Anfang des Gefechtes wurde unser verehrter Hauptmann getroffen und war sofort tot. Ich bin noch gesund und munter. Herzlichen Gruß! Fritz. Zur Zilhrrlitliiiilg drr ^IrilrijofrJöraimg. Berlin, 12. Sept. Rach Kriegsausbruch sind übereil! Schlachtungen von noch nicht schlachtreifen Rindern trotz der reichlichen Versorgung Deutschlands mit Schlachtvieh, b-sondcr- mit Schweine» vorgenommcn worden. Zur Sicherstellung der künftigen Flcischoersorgung und Erhaltung des Nachwuchses har daher der Bundesrat laut „Nordd. Allg. Ztg." angeoiöiict, daß Schlachtungen von Kälbern mit weniger als 73 Kilogramm Lebendgewicht und von weiblichen noch nicht sieben Jahren allen Rindern für die Dauer von drei Monaten vom 11. Sept. ab gerechnet verboten sind. Das Verbot findet leine Anwendung auf Weideinastvieh, auf vom Ausland cingcfiihrtes Schlachtvieh und auf Notschlachtungen. Ausnahmen können in Einzelfälle» zugelasien werden. Der Zweck der Maßnahme ist die Sicherung der Fleischversorgung für das kommende Jahr zu erträgliche» Preisen. Ferner wurden die Verwaltungen der größeren preußischen Städte angeregt, für den baldigen umfangreichen Aufkauf von Schweinen zur Verarbeitung von Dauerware, besonders Speck, Pökelfleisch, Schinken und Wurst zu sorgen. Auch die preußische Heeresverwaltung wird in ihren Konservenfabriken Schweinefleisch in größerem Umfange als bisher verarbeiten lasten. Der Leutnant UN» 28 Mann. Die „Bost. Ztg." meldet aus Babenhausen: Erbgraf Fuggen Babenhausen, der beim Eardekorps steht, hat bei einem Patrouillenritt mit 28 Mann eine ganze englische Schwadron gefangen genommen. Deutsche Kriegsbriefe. Bon unserem Kriegsberichterstatter. *J VI. (Kriegssonntag an der Westgrenzes. Heller Sonnenschein liegt über der ältesten Stadt Deutschlands, der ehrwürdigen Augusta Trevirorum am grünen Moselstrand. Po» den roten Sandsteinwänden der gesegneten Rc- benhiigel widerhallt der Klang der Glocken, die zum Gebet in die kühlen Hallen des hohen Domes laden. Und in langem Zuge nahen die katholischen Landwehr- und Landsturmleute, die heute zum letztenmal auf deutscher Erde stehen und mit den Gläubigen der Stadt den Sieg aus Alldeutschlands Fahnen herabflehen wollen, Wohl an keinem anderen Orte des Reiches dringen so viele geschichtliche und damit auch kriegerische Erinnerungen aus den aus dem Innern Deutschlands Kommenden ein wie gerade hier, wo bereits Cäsar im Kampfe gegen den Eallierstamm der Treverer stand und nach ihrer Riedcrringung Kaiser Augustus den Grund zu dem heutigen Trier legte. Be Teils im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt, besten heilt ger und heißumstrittener Rock die größte Sehenswürdigkeit des auf dem Unterbau einer römischen Markthalle erbauten Domes bildet, hatte die Stadt 88 888 Einwohner und blieb bis ins vierte Jahrhundert hinein eine gern besuchte Residenz der römischen Kaiser. Aber auch heute noch, wo Trier trotz einer regen Ecwerbetätigkeit und vor allem als Mittelpunkt des Mosel-, Saar- und Ruwerwcinhandels die Einwohnerzahl der römischen Zeit nicht wieder erreicht hat, ist es hier gut sei» Das hat auch unsere Heeresleitung erkannt und anerkannt, indem sie hier das Hauptquartier des segensreichen Roten Kreu zes errichtete. Draußen auf dem großen Hauptbahnhof rollt Zug um Zug mit Verwundeten ein, die hier die Heimat grüßen und von der opferwilligen Bürgerschaft mit rührender Sorgfalt zum ersten Mal auf deutschem Boden mit deutschem Brot und deutschem Wern verpslegt werden. Denn den Moselanern ha! man naturgemäß nicht mit dem Alloholverbot kommen dürfen. Sie haben die edelsten Sorten in tausenden von Flaschen als Medizin durchgeschmuggelt und manchem halbverschwachteten von der glühenden Sonnenhitze dieser Tage ausgedörrten braven Jungen damit neuen Lebensmut eingeflötzt. Aber auch andere Stärkung finden sic. Mit einer großen Kaffeekanne bewaff net, geht die Gattin eines Trierer Redalteurs von Wagen zu Wagen und die geistige Stärkung bringen die Jünger des Bischofs Korum, die gleich den evangelischen Geistlichen den schwarzen Rock und das Rote Kreuz am Arm tragen, um jedem, der ihrer bedarf, ein freundliches Wort zu sagen und kleine Gefälligkeiten aller Art zu erweisen. Dazwischen tauchen barm herzige Klostcrschwcstern auf, die Freund und Feind neue Verbände anlegen, die Strohlager auflockern und mit ihrer milden gütigen Hand a» andere Hände erinnern, die in dieser Stunde dahcim in der kleine» Dorfkirche zu Gebet und Flehen gefaltet sind. Im Dome zelebriert heute der Bischof selbst das Hochamt Gallier. Römer, Franken und Normannen haben dieses wahrscheinlich älteste Heiligtum auf deutscher Erde in bunter Folge nufgcbaut und zerstört und wieder dringt der Kriegsruj in seine stillen Räunre. Erschütternd braust das Kyrie eleison durch den historischen Bau und rings liegt das Volk am Schluß des tränenreichen Gottesdienstes aus den Knieen. Aber draußen im hellen Sonnenschein, wo die würzige Lust des schönen Moseltales den Weihrauchdujt ablöst, schlagen die Herzen höher, denn es geht ja doch auch für dies herrllche *) Genehmigung zur Veröjjentlichung erteilt «m 7. 9 1911 I A des Chefs des Gencralstabes des Feldheeres (gez.j von Rohrscheidt, Maior im Großen Generalftab. *t. 216 Seite 3. Stückchen deutschen Bodens, für die Freiheit und Unabhängigkeit dieser Landschaft, die vor rund 1666 Jahren wiederholten Einsüll«» der Franken ausgesetzt war, 1689 die Sprengung der altrümischen Grundpfeiler ihrer historischen Moselbrücke durch die Franzosen mit ansehen muhte, und in den jüngsten Tagen, sreilich ganz unbegründeter Weise, einen erneuten Einfall von drüben besürchtet hat. Es wäre ja auch gar zu schade gewesen, wen» etwa ein neuer Melac hier an dieser historischen Stätte gewütet hätte. Steht doch hier eine ganze Anzahl von uralten Bauresten, wie sie sonst kein Ort im Norden der Alpen auszu- rrcisen hat. Gerade gegenüber meinem Hotel vor allem die berühmt« Prota Nigra, das Nordtor der römischen Etadtbe- jestigung aus dem dritten Jahrhundert nach Christi, dessen gewaltige Ausmahc noch heute die Bewunderung der Architekten erregen. Dann die Ruine des römische» Kaiscrpalaftes, die nach römischen und pompcjanischen Mustern gehaltene Gcrichts- stätte, deren Mauerwcrl Konstantin der Große zur Schaffung einer Basilika benutzte, und schließlich das römische Amphitheater, das einzige aus deutschem Boden, das unter Kaiser Trajan oder Hadrian erbaut wurde und 8066 Zuschauern Raum tot. Auch weist Trier noch die Feste der römischen Stadtmauer, «roher antiker Bäderanlagen und in allernächster Nähe der Stadt sogar eines der merkwürdigste» Römcrwcrke dieseits der Alpen aus, die sogenannte „Igelcr Säule", ein 23 Meter hohes Ehrcudenkmal der Familie der Secundier aus dem 2. Jahrhundert n. Ehr. Grund genug zu dem Schillcrschen Wunsche: Möge nie der Tag erscheinen, wo des Krieges wilde Horden dieses stille Tal durchreiten! Eine kriegerische Tragödie hat Trier aber doch schon hinter sich. Tenn am gestrigen Tage haben sie aus dem hiesigen Schiehslande 5 belgische Franktireurs durch einige wohlgczielte Schüße nach stattgchabtem Kriegsgericht vom Leben zum Tode bcsördcrt. Gräßliche Einzelheiten werden auch hier von den Greueln der belgische» Freischärler und ihrer Weiber erzählt. Langsam zieht der große Transportzug nach Luxemburg aus dem Trierer Westbahnboj hinaus. Er ist vollgcpsropst mit katholischen Ordensschwester» und -Brüdern, die sich zur Pslegc der Verwundeten nach den Schlachtfeldern bei Longwy und darüber hinaus begeben wollen. „Jahrelang, so sagte mir eine :vanpclische Dame in Tri« «ffcnhcrjig, haben wir für Mann, Kind und Haushalt sorgende» Frauen »ns vergeblich gefragt, welchen Zweck den« heute noch die Abschlicßung der Kloster ftauen vom frisch pulsierenden Leben der Ration haben könne Jetzt aber bin ich es zufrieden! Sie glauben nicht, welcher Segen i» diesen Tage» aus de» stillen Räumen der Klöster am Rhein und an bei Mosel für unser ganzes Volk gefloffen ist. Wie die Heinzelniännchc» haben di« Schwestern seit Jahr und Tag unglaubliche Mengen Weißzeng, Strümpfe, Hemden, Binden und Bandagen ausgestapelt und nur selbstgesponnenem Flach» ganze Ballen Leinwand ausgetürmt, mit denen sie unseren Verwundeten zu Hilfe gekommen sind. Di« vorsorgliche Arbeit des Roten Kreuzes und de» Vaterländische» Frauen- »ereins in allen Ehren, aber man sieht es aus de« ersten Blick, wer von unsere» Verwundeten in einem Kloster und wer in einem Lazarett die ersten Handreichunge» erhalten hat. Da ist keiner, der nicht vom Kops bis zn den Füßen gewaschen und mit ftijchcr Wäsche »ersehen worden ist. Und kein Stäubchen ist mehr in der ost zerrisienen «der gar zerschnitten gewesenen Uniform,« sehen. Wenn die Tagesarbeit an den Verwundeten zu Ende war, habe» die Klosterfrauen sich noch hingesetzt und die Uniformen gereinigt und genäht, während in den Lazaretten das nicht immer möglich gewesen sei» mag. Unseren verwöhnten jungen Mädchen hätten wir solche Arbeit nicht gut zumuten können " Ja, unsere lieben jungen Mädchen! Sie müssen noch viel, sehr viel in diesem Krieg- und mehr noch aus ihm lernen, selbst diejenigen, welche sich mit anerkennenswerter Bereitwilligkeit in de» Dienst des Roten Kreuzes und des Vaterländische» Frauenvereins gestellt haben. Es ist ja sicher viel hübscher und anregender, mit weißen Kleidern, hohen Frisuren und lokettcn Häubchen aus dem Bahnsteig hin- und herzuwandcln, Ansichtskarten zu verteilen, sich von den Verwundeten Kriegs- »rlebnisie erzählen zu lasten, bis einem die Haut angenehm schaudert, und Erfrischungen zu reichen, als schmutzige Binden gu erneuern und lehmige Uniformen zu reinigen. Immer mehr «rkennt man auch in diesen Tagen wieder die Berechtigung der Forderung nach einem weiblichen Dienstjahr, das vor allem den heilsamen Zwang der Ausbildung in der praktischen Krankenpflege auch aus diejenigen auszudehnen bestimmt ist, die cs auch heule noch fertig bekommen, mit FcderhÄen, durchbrochenen Bluse» und Lackschuhen einhcrzustolzicren, als ob cs sich bei dem Schicksal des Vaterlandes nicht auch um ihr- Zukunft sondern um das Schicksal irgend eines Botokudcnvolkes handelte. Sehnsüchtig blicken sie zu den geschlostcnen Kientöppen ffnüber. ob denn nicht bald die blutig-schaurigen Bilder vom Kriegsschauplatz ihnen im bequemen Parkettsitz geboten werden, üot! sei Dank hat der Große Eenerafftab keinen einzigen der Kurbelonkel zu unserer Armee zugelasten, und auch für die we- -.igcn photographischen Aufnahmen, die gemacht werden dürfen, die allcrstrengjte Zensur eingeführt. Auch die paar Schlachtenmaler. die heute aus Berlin, München und Leipzig kommend, etngcrüüt sind, haben naturgemäß ihre Zeichnungen zunächst vorzulegen. Unter diesen Umständen wird es von Zntercste lein, zu beobachten, wieweit die Heeresleitung des Mutterlandes der Filmindustrie, Frankreich, dieser entgegengekommen sein mag. Biel Erfreuliches werden die Pathe Freres und Ge- nostcn ihren Landsleuten nach dem Kriege ja wohl nicht oor- zujühren haben! Inzwischen ist unser Zug in Luxemburg cingelaufen. Die smaragdgrüne Mosel, deren sonst von fröhlichen Au-slüglern besetzte Dampfer jetzt in sanfte Fahrt Tausende von Verwundete» nach den rheinischen Kurorten tragen, ist verschwunden und hat der kleinen Alzette und dem Pctrusbach Platz gemacht, in deren kühlen Fluten deutsche Soldaten ihre Pserde baden Ganz Luxemburg steht im Zeichen des Krieges, und allem Anschein nach macht das Land infolge seiner Reutralität glän^nb« Geschäfte, wenn auch offiziell «brr die unvermeidlichen Ver- kthrsbeschränkungen geklagt wird. Auf dem Schloß der jugendlichen Droßherzoain weht die rok-weißchkan« Fahne, ein Zei- Noue Tageszeitung. Dienstag, den 15. September 1914. chen, daß die Fürstin mtt dem deutschen Blut in den Adern nicht, wie er die uns feindliche Preste behauptet hat, von unseren Soldaten gefangen genommen oder gar sortgesührt worden ist. Im Gegenteil, mitten unter den Damen und Herren des luxemburgischen Roten Kreuzes, die heute auf dem Haupt- bahnhof die durchfahrenden deutschen und französischen Verwundeten mit Brot und Wurst, Limonade, Kaffee und Zigaretten labten, gingen zwei srcundlichc junge Damen einher, die aus großen Kafscckanncn den braunen Trank der Levante schänkten und durch nichts in Kleidung und Benehmen zu erkennen gaben, daß sie die Eroßhcrzogin Marie Adelheid und Marie Anna waren. In anerkennenswerter Weise nehmen die in deutscher Sprache erscheinenden luxemburgischen Zeitungen Stellung gegen die Havaslügcn der uns feindlichen Auslanbspreste und zeigen sich bemüht, der deutschen Invasion die beste Seite ab- zugcwinnen. Bunt gcnug hat sich ja das Leben in der ohnehin pittoresken Stadt durch das Heerlager gestaltet, das unscre Truppen notgedrungen hier haben ausschlagen müsten. Besonders auf dem Bourbonplatze — nonien cst omen! — fallen die dort errichteten braunen Lagcrzcltc ins Auge, unter denen ein ganzes Kavallerieregiment mit seinen Pferden bequem Unterkommen kan». Automobile, die noch vor wenigen Wochen in dem Dienst eines großen Berliner Warenhauses standen, Leiterwagen Thüringer Bauerngüter und Hamburger Fremdcn- vcrlchrsautomobile rolle» hintereinander die Rue de la Libcrte hinauf und hinunter, deren zweisprachige Straßenschilder auch die deutsche Ucbcrsetzung aufwcisen. In den schönsten Anlagen am Petrusbach ruhen sich einige Thüringer Landsturmlcute von dem Postenstchen in der glühenden Mittagshitze aus. Ihr urgemütliches Gebühren hat die Luxemburger offensichtlich sür unscre Truppen eingenommen, denn am Abend sehe ich sie überall mit ihren Wirtslcutcn vor den Türe» sitzen. Da erzählen sic denn von der seinen waldgiüncn Heimat und singen die schönen Volksweise», die dem durch Clairontrompetenge- schmertcr und Eabarettgedudel verdorbenen Luxemburger Ohr ganz seltsam klingen müssen. Und wenn man diese braven blonden Mannen aus der Wartburggcgend sieht, muß man unwillkürlich an stille Thüringer Bauernhäuser denken, vor denen erwartungsvoll die Alten sitzen und aus neue frohe Kunde harren am Tage vor Sedan! Ans der Heimat. * Friedbcrg. 14. Sept. (Amtliche Verlustlisten.) Sei. (ens des Großh. Kreisamts sind weiter die Nr. 8—20 der amtlichen Verlustlisten überlassen worden und liegen diese ini Lesezimmer de- Dolksbildungsvereins (Haazstr.) zur Jedcrinanns Einsicht offen. Die amllichen Verlustlisten sind genau, und übersichtlich geordnet und nach den einzelnen Regimentern zusam- viengestellt. Die Listen können auch für monatlich 60 Pfg. durch die Post bezogen werden. * Friedberg, 14. Sept. Der hiesigen Sanitätskolonnc vom „Roten Kreuz" sind zwei weitere Krankcnfahrstühle zur Benützung überlasten worden und zwar turn Herrn Kaufmann Sulzmann (Schuhhaus Weckerling) in Friedberg und Herrn Oekonomierat Alles in Nieder-Florstadt. Für die gütige Ueberlassung sei herzlichst gedankt. Die Fahrstühle babrn bei imseren Verwundeten bereits gute Dienste geleistet. Damit ist das Bedürfnis für Fahrstühle, fiir die Sanitätskolonne vorerst befriedigt. * Friedbcrg, 13. Sept. (Rotes Kreuz). Wie in den hiefigen Blättern schon mitgetcilt wurde, hat der Zweigvercin vom Roten Kreuz am 4. September eine größere Sendung Liebesgaben nach Frankfurt a. M. gesandt, von wo dieselben an die Truppen des 18. Aimcelorps weiterbefördert wurden. Da derartige größere Sammelsendungcn immer längere Zeit gebrauchen bis sie in den Besitz der Truppen gelangen, aus allen Meldungen aber hervorgeht, daß unsere tapferen Krieger ost bittere Rot an den allernotwendigsten Dingen leiden, haben verschiedene hiesige Herren Automobilbesitzer sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, eine weitere Sendung von Liebesgaben, die das Rote Kreuz Ende dieser Woche absenden wollte, persönlich in das Etappengebiet zu bringen. Dieses hochherzige Anerbieten hat den großen Vorteil, baß die Liebesgaben innerhalb weniger Tage sicher in die Hände unserer Tapferen kommen. Während die erste Sendung zur Verfügung des 18. Armeekorps stand, soll die voraussichtlich Samstag, den lg. oder Sonntag, den 26. September abgehende Sendung für unsere Hesi. Division bestimmt sein. Für alle, mögen sie Lieben draußen im Felde haben, oder mögen sie unsere Krieger im allgemeinen Liebesgaben zuweiscn wollen, wird diese Mitteilung von größtem Interesie sein, haben sie doch di« beste Gewähr, daß die auf diese Weise befördernde Sendung auch sicher an ihren Bestimmungsort gelangt. Die Geschäftsstelle vom Roten Kreuz, Haagstraße 16, nimmt alle für diese Sendung be- stimnften Gaben gerne an. Geeignete Liebesgaben find: Wollene und baumwollene Hemden, Jacken und Unterhosen, woll. Strümpfe, Leibbinden, Fußlappen (weiß. Flanell), Taschentücher, Zwieback, Bisquits, Wurst, Schinken, Schokolade, Tee, gemahlenen Kaffee, Würfelzucker, Zigarren, Zigaretten, Tabak und Seife. * Friedberg-Fauerbach, 15. Sept. Unter deutschen und russischen Sommerarbeitern aus dem Fauerbacher Hos wurden durch den Aufseher Erundmann 36 Mark gesammelt und dem Roten Kreuz überwiesen. Wie es von dem Scherffein der Witwe in der heiligen Schrist heißt, so kommt auch diese Gabe aus vollem Herzen und ist besonders hoch anzurechnrn. * W. Bruchenbrücken, 14. Sept. Aus unserem Orte hat jetzt der Krieg auch ein Opfer gefordert. Friedrich Röder, der 25jährige ©oljn des hiesigen Landwirts Wilh. Röder, ein braver, leutseliger und allzeit gegen jedermann gefälliger junger Mann, ist in Frankreich den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Die Familie wird allgemein sehr bedauert, zumal vor kaum 9 Wochen die Mutter rasch und unerwartet ihrem Sohn« im Tode doranging. Nr sollte der tzro^e Schmer, erkpart Weif*«. Doch wer den Tod im heiligen Kampfe fand, ruht auch in frcuider Eide iin Vaterland. Dem tapferen Gefallenen wird die ganze Gemciiide ein bleibendes Andenken bewahren. * Lich, 14. Sept. Gestern Morgen um 6 Uhr wurde die Einwohnerschaft durch Feueralarm aus dein Schlafe geweckt. Bei dein Zimmermeister Hrch. Ehr. Schmidt, Balni- bofstraße brannte ein Schuppen und die Maschinenhalle. Die hiesige freiwillige Feuerwehr beschränkte ü, kurzer Zeit den Brand auf feinen Herd. Während der Schuppen fast ganz nicdcrbrannte, wurde die Halle und die Dampfuia- schinc nur wenig beschädigt. Die Entstehungsursacke ist noch nicht bekannt. Bei dem herrschenden Sturm hätte das Feuer leicht gröberen Umfang annehiuen können. — Ten Heldentod fürs- Vaterland fand der an der hiesigen landwirffchaftlichen Wintcrschulc tätig gewesene und in der Umgegend gut bekannte Landwirtschastslebrer Tamm. — Ter erste Derwnnbeten-Transport (Sachsen) nach hier ca. 20 Mann traf an, Samftag rin. Sie fanden in der alt Lazarett eingerichteten landwirtschaftlichen Winterschule Aufnahme. Ein zweiter Transport traf gestern ein. * Frankfurt a. M.. 15. Sept. Der hiesige „Landwirtschaftliche Verein" hat für die Rot in Ostpreußen 2666 Marl ge spendct. Hesse».Nassau. * Wiesbaden, 15. Sept. Der 16jährige Schuhmachcrgchilse Julius Weber aus Mcijcnheim war bis vor kurzem bei», Schuhmacher Schuch in Biebrich a Rh bcdicnstet. Als dieser am Sonntag, den 12. Juli mit seiner Familie eine» Ausflug machte, benutzte Weber diese Abwesenheit, um einen Einbruch bei seinem Brotherrn auszujühren In einer Schublade, die er gewaltsam öffnete, fand er 116 Mark. Mit diesen wußte er nichts besseres zu tun, als schnurstracks »ach Erbcnheun zu den Rennen zu fahren, zu wetten und zwar mit dem Ersolg, daß er nach Schluß der Rennen gerade noch das Fahrgeld »ach Hause hatle. Die Sache wurde ruchbar und Weber von der Stras- kaminer, trotzdem seine Mutter inzwischen de» Schaden sogar mit 146 Mark gutgemacht hat, zu 1 Monaten Gefängnis »er ui teilt. * Aus dem Liindchcn, 13. Sept. Die Stürme in der letzte» Nacht haben in den Gemarkungen des Ländchcns stark« Verwüstungen an den Obstanlagen, die schwer beladen mit Fräch ten, die zum Teil erst ihrer Reise entgegen gingen, angerichtet. Zentnerweise liegt das Obst, vor allem Kernobst, am Boden. Starkcnburg. * Dnrmjtadt, 15. Sept. Schwer verunglückt ist am Sonntag abend ein junger Kaufmann dahier, der mit einer in feinen Besitz gelangten französischen Patrone spielte. Die Patrone er- plodierte und dem Menschen wurde ein Teil der Hand wcgge- risien und beide Augen verletzt, auch die andere Hand wurde bc- schädigt, sodaß er in ärztliche Behandlung genommen werden mußte. Es ist dies eine Mahnung, mit derartige» Eeschosien ehe sie entladen sind, sehr vorsichtig z« fein. Perlnstliste. (schvw. — schwer verwundet, lvw. — leicht verwundet, um. — . vermißt). Bom Füsilier-Regiment Rr. 16, Rastatt: Karl Schaffer, Seckbach, Kr. Frankfurt a. M. verw. — Vom Insa-'icric Regiment Nr. 131, Mörchingcn: Peter Heschcr, Sindlingen, Kleff Höchst, tot. — Maschinengewehr Kompagnie: Leutn. Bruno Höpfner, Höchst a. M., schvw. — Von, Jägcrbataillon Nr. II Marburg: Hauptm. Frhr. v. Harnier, Echzell, schvw. — Wilh. Küster, Ehringshausen, Kr. Alsfeld, schvw. — Bon der Kaiserl. Marine, II. Werstdivision: Heizcr Johann List, Höchst i. Odw., tot. Kriegstrophäe». Aus die in vcrschiedenen Blättern (auch im „Gicßencr Anzeiger" erfolgten Wünsche betr. die Ausstellung der von unseren Baterlandsoerteidigern eroberten Geschütze an den einzelnen Earnisonsorten wird uns von maßgebender Stelle mitgetcilt, baß während der Kriegszeit anßer in Tarmstadt noch in einer westdeutschen, sowie in einer ostdeutschen Stadt sogen. Kricgs- beutesammelstellen bestehen, nach welchen alle vom Feind er oberte, rejp. zuriickgelasiene Geschütze, sonstige Waffen, Muni, tionsvorräte und sonstige Kriegsgcräte vorläufig gebracht und aufbewahrt werden. Alle aber persönlich im Sturm erbeutete» Geschütze, Waffen usw., die mit der Hand dem Feinde di- rekt abgcrungen wurden, werde» zunächst in Potsdam gesammelt. Wünsche nach der Aufstellung derartiger Beuten werden meist mit Beendigung des Krieges auf Anordnung der Garnisonen oder sonstiger Faktoren erfüllt. Hilfsverein deutscher Frauen zum Besten der Kinder im Felde stehender Männer sucht im ganzen Reiche, in Stadt und Land, freiwillige Helferinnen als Vertrauenspersonen zur Errichtung von Zoeigstcllen und als Mitarbeiterinnen. Meldungen erbeten an die Vorsitzende Frau Elfe von Rothe, Berlin W. 66, Preußisches Herrenhaus. Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst IN dec Stabtkirche. Mittwoch, den 16. Sept., abends 8J4 Uhr: Kriegsbittan- bacht: Herr Pfarrer Dicht. Gottesdienst >m Staditeil Fauerbach. Mittwoch, den 16. Sept., abends J49 Uhr: Kriegsbitt»» dacht: Herr Pfarrer Zatzmann. Frankfurter Wetterbericht. Borousfag«: Wollig, meist trocken, mäßig warm, westliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschei. Friedberg: kür den Anzeigenteil: K. Schm i dl, Friedbcrg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeit»»,", «l. G, Frirdberg i. H. Nr. 219 Seite r. Weite Tageszeitung. Dienstag. Len 15. September 1»l4 DaiikNa^nisg'. $üt die vielen Beweise ivohlluendcr Teilnahine bei dein plötzlichen Hinfcheiden unseres lieben G5alteit und Bciters B 3 insbesondere Herrn San.-Rat Dr. Becker und dem Personal vorn Roten Kreuz für die erwiesene letzte Hilfe am Friedbcrgcr Bahnhof, sowie Herin Pfarrer Strack, Echzell, für die trostreiche Grabrede, dem Gewerbeverein Echzell und allen die ihn zur letzten Ruhestatt begleiteten, sowie für die vielen Kranzspenden sei hiermit herzlicher Dank gesagt. Echzell, den 14. Sept. 1914. ?ic ticftniiimiiifii gnlrrfilirttirx: Frau Marie Mögt und Kinder. n Frieiiöors il mit beschränkter Haftpflicht. aus unserer monatlichen Bekannt- Eingetr. Qenossenscliaft ' Wie machung hervorgeht, nehmen wir Zeia-iiuitgc» auf alle an drn deutschen Äörse» ;ur Auflage kommenden Anleihe» jeder Art, insbesondere auf die gegenwärtige Kriegsanleihe zu den Ausgabe-Bedingungen entgegen, ohne dag dies in den einzelnen Fällen besonders bekannt gemacht wird. Täglich 60-80 Ar. Vollmilch per 1. Oktober nach Franifurl- Wcst gesucht. Zu erfragen in Frankfurt, Am Weingarten 17. (% Schöne -t-KlNNlttMhNNW mit geschlossener Veranda, Bad, Zubehör per 1. Oltober zu rcr- inieten. Fauerbatf.ersiraffe 44. Ein Deutscher (Westfale), der auf einem Hofe bei Lüttich al>5 Schweizer tätig war. dort der Votlswnt zum Opfer gefallen u. oerwundct wurde, sucht auf einem Hofe eine gleiche Stelle. Er ist außerdem bereit bei allen Erntearbeiten mitzuhelfcn. Anfragen befördert ! die Ezp. d. Neuen Tageszeitung. 2-3 Schinchmiiiieii mit prima Zeugnissen suchen Stelle zu 39—35 Kühen und mehr. Zeau Abplauntp Geu^crösmüffia. Slellenvermittlet Frie-itkl'g, Kismliriltstr. 4'». »iksttzki, Ää; zum Verteilen von Gratisproben f. Schwcistpuder ..Köhler-trocken". Off. an KohIrrsolilrnfalirikFeu-Zseniiing. jur Herbstsaat Landwirtschaftskammer anerkannte Für eine Liebesgabe im Kriege find unsere Söhne. Brüder u. Frcnndc dankbar. Ich empfehle deshalb als Feldpostbrief zu 250 Gramm brutto verpackt: Sortiment 1 20 Stck. Zigarren Mk. 1.20 sehr preisw. „ 2 „ „ „ „ 1.40 sehr ru rmpfehleu. „ 3 .. „ „ „ 1.60 l|id)f. fflualitätri. „ 4 „ „ „ „ 2.— ff. hochfein. „ 5 ^ „ 2.40 tsavania Auslese Verpackung frei, Porto 20 Pfg. portofreie Feldpostbriefe 4—5 Zigarren 20—25 Stück Zigaretten, Gewichtsgrenze 50 g, Briefe können beigelegt werden. Versandt erfolgt direkt ab meinem Geschäft nach Aufgabe vorschriftsmäßiger Adresse. CigarmllMg Adolf Woiff gegenüber dem neuen Kahnhof. Friedberg i. K. Fernspreihkr Nr. 221. EinQeiraüene Gonossensdialt mit descnränhter l Gegr. 1894. Kcichsbaiik-Giro-Conto. Tel.-No. 15 Entgegennahme von Spar-Einlagen, ac Provisionsfreier Checkverkehr, ar Conto-Corrent-Credit- Gewährung. Diskontierung von Wechseln, Verwahrung u. Verwaltung von Wertpapieren. Beleihung von Wertpapieren. ar An- und Verkauf von Wertpapieren. ar Einlösung von Coupons etc. a* Vermittelungaller in das Bankfach einschlagen- don Geschäfte zu den mässigst, Bedingungen, Feuer- und diebessichere Stahlkammer, in der eiserne Schrankfächer (Safes) in verschied. Grössen vermietet werden. ZelcIiiKunKCit auf alle an den deutschen Börsen zur Auflage kommenden neuen Anleihen jeder Art werden von uns zu den Ausgabe-Bedingungen angenommen, ohne daüdles in den einzelnen Fällen lM‘«oi»«lers bekannt gemacht wird. empfehle ich von der Saaten: |lf(hnfrr üöflörit 1. u. 2. Absaat Strnbc's Square head weiren, 1. u. 2. Abs. Die Preise verstehen sich ab Hof oder frei Station Asscnhcim oder s^riedberg in neuen Säcken, die zum Selbstkostenpreis in Rechnung gestellt werden. K. Alles, llirbrrflorltnbt. Saatbaustelle. bei Ab- bei Ab- tri 3bnal|mc nähme v. nähme v. ». 100 Zlr. 1—20 Zlr. 2I-I0V lir. und mehr. 91! k. SM Mk. 28.— 24.- — 28.— 27.— 26.— Flechten. 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Gabe) 50 .k; Loge Ludwig zu den drei Sternen 500 ,k, Erlös für ein Paar Ohrringe l .k; Herr E. Al. 5 Herr Rath. Stern 20 ,k; Herr Hrch. Geyer 5 ,k; Herr Jalob Engel 30 Herr Richard Hock 20 ,k; Elisabeth Schmidt (aus ihrer Sparkasse) 2.50 ,k; Herr Direktor Dr. Ritzeri, Taubstummenanstalt 25 M’, Frau Dicimann 7 Fräulein W. S. 10 Herr Christian Müller 10 ,k; Schülerinnen für verkaufte Schleischcn 5.86 .k; Herr A. Reeder, Oberbahnassistent 10 ,k; Fra» Emmi von Stadler 10 .k; Friedbcrger Bäckcrinnung 50 .11; Frau Kautz Ww. 2 «k; I Frau Zahlmeister Wolfj 10 .k; Gemeinde Oeberwöllstadi i Sammlung) 208 M: Frau Hrc:el 5 ; Herr Gundermann, s Büdesheim 30 .k; Jngeborg und Waldirau; Weyergang 6 ,k; Herr Ernst Mörschel 20 ,k; Herr Reo.IIchrer Kemps 10 .k; Herr Rcallehrer Ringshausen 15 .k; Herr Sally Ehrmann 10 ,k; Herr Th. T. 10 .k. Ladcmeister K. Kautz 7>.k; Herr Ed. Keller 20 .k; Herr H Obst 1 silb. ruff- Orden zur Verwertung; Herr W. B. (Verkauf für Postkarte» 5.55 ,k; Herr SB. Kreuder 50 ,k; Herr Jean Doerr 20 ,W; Herr Isaak Mai (1. Gabe) 100 .k; Gemeinde Ockstadt (1 Gabe )500 .k, Herr K SB. 3 ,k; Frl. M. SB. 2 ^k; Frl. Lina Haustcin 5 .k; Für Hilfe einer leidenden Dame 2 .k; Frl. D. 5 Jl; Frau M. E. 5 ,k; Frau I. 1 .k; Herr Photograph Sirautz 10 .k; Herr F. R. 20 »k: Herr Rcchnungsrat Dönges 10 .11; Frau Stabsarzt Dr. Dunges 10 -k; Verein für Hundc- srcundc Weitcrau jetzt cingcgaugen 500 ,k. Sammeljicllc Maihildcnstift. Durch Herrn Ungelenk von unbekannt 4 .k; F. Sch. (2 5« Markstücke) 9.30; Geschwister Lena und Anna Faatz (alte Eold- jachcn) 6.10 .k; Herr Landwirt Hern,. Hanstein 10 ,k. 2. Naturalien. Sanimiung in Affeuhcuu durch grau Gräsin zu Colms-Rö- deiheim. Brot. Kolonlalwaren, Kartojjeln, Obst. Gemüse, Zigarren. Mehl, Eier; Herr Wirt Holler. Dorheim: Gemüse und Zigarren; Frau Krcisamlmann Schnittfpahn: 0 Gläser Obst; Frl. Biudewald: 4 Gläser Obst; Herr Osthcim II.. Gettenau: 2 Hähne r,5 Obst; Herr 9J(. Jehuer. Schwalheim: 2 Sack Kartoffeln, ! :b Birnen, 1 Korb Gemüse. 1 Topf Honig. 3. (Zische und G e b r a u ch s g c g c n st ä n d e : Frau Biudewald: 1 P. neue Socken; Frau Oberlehrer Koch: 0 FI. Wein. 2 P. Stauchen; Frl. El. Lcidncr; 2 P. Pulswärmer; Frl Spacher: 1 P. neue Socken; Frau Jul. Engel; 6 Hemden, I Bell; Frau Hock: 2 P. neue Socken. 2 gebt. Bett- tücher, s Taffen. 4 Gläser, 1 Milchkännchen. 1 Zuckerdose; Frau Bäcker Kromm, Riederwöllstadt: 6 gctr. Hemden; Frau Säger: 1 P. neue Socken; Frau Prof. Werner: 1 P. neue Socken; Herr Prof. Walz: 5 gctr. Hemden; Frl. Dichl: 2 Bellpfannen. 1 P. neue Unterhosen, 1 P. Strumpfe, altes Leine»; Herr Heinrich Heft: 10 P. neue Pantoffeln, 1 gelr. Unterhose; Herr Pabst: 2 Gunimibindeu, Herr Strcckfutz: 10 Gläser Tinte, Briefpapier; Herr Diehl: 3 neue Wamse; Herr Sch.: 12 gctr. Hemden, 12 P. Socken. 12 Binden; Frau G.: 5 P. gctr. Socken; Frau Lin. Irr: 1 P. neue Socken; Frl. Linker: 1 P. neue Socken; Frl. Bnchhold: 2 P. lluicrhofen (neu), 2 P. neue Socken, 0 neue Taschentücher; Gemeinde Fauerbach durch Herrn Pfarrer Ritter; 0 P. geir. Unterhofen. 1 P. neue Unterhofen. 6 Hemden, 10 Taschentücher. 3 Handtücher, 1 Bettuch. 1 P. gebt. Strümpfe; Ungc». H. Pf. R.: 17 P. banmw. Strümpfe; Schülerinnen der Musrerschnle: 16 P. Socken, 8 Hemden, 1 P. Pulswärmer; Frau Büttel: Fußlappen; Lehrer D.: 2 gelr. Hemden; Frl. v. Stadler: 3 P. neue Socken; Herr Jca» Engetter: 12 Spazierstöcke; Frau Gräfin Solms-Rödelheim: 18 P. neue Socken; Iran Eg. Ulrich: 3 gctr. Hemden, 3 P. gelr. Socken, altes Leinen; Herr Ad. Müller: 1 P. Kniewärmer; Frau Allcndörfcr; 2 geir. Hemden, 4 P. geir. Strumpfe, 1 Topf Honig; Frl. Sophie Lippold: 1 P. neue Socken; Waldtraut Weyergang: 1 P. Pulswärmer: Jngeborg Weycrgang: 1 P. Pulswärmer; Frl. Will; 1 P. neue Socken; Frau Hecht; 1 Pack Zwieback; Frl. Elfe Erler; 1 P. neue Socken; Frl. Oberländer; 1 P. neue Socken; Frl. D. Riederhöfer: 1 P. neue Soeckn; Frl. R. Fleifch- mann; 1 P. neue Socken; Herr Kaufmann Mörschel; 200 Zigarren, 300 Zigaretten, 20 Pak. Tabak; Frau Reallehrer Ringshaufe»; 3 P. neue Socken, 2 P. neue Unterhofen, 2 Pak. Zwieback; Frl. Trieifch: 1 P. neue Socken; Frau Oberlehrer Dreher: 1 P. neue Socken, Fußlappen; Frl. Marie Schmidt: 3 P. neue Socken, 6 neue Taschentücher, 1 gebt. Hemd. Zigaretten, 2 getr. Unterjacken, 1 Pack Leinen. 1 Tisch; Frl. Weckerling; 1 P. neue Socken; Frl. M. Sch.: Krankenartikek, 6 gebt. Handtücher, altes Leinen; Gemeinde Holzhanfcn durch Frau Pauline Clotz; 235 wciß-Iein. Hemden, 28 Bettücher, 4 weiß» Deckbezüge, 6 bunte Deckbezüge. 22 Kopskiffen, 72 Handtücher^ 75 Küchentücher, 30 bunte Taschentücher, 00 weiße Taschentüch., 4 P. Strümpfe. 24 P. Socken, 120 P. Pulswärmer, 8 Waschlappen. 1 Leibbinde. 2 P. Unterhosen, 15 P. Fußlappen, 1 b. Hemd. 9 Frauenhemden, Spiillücher, 64 Psd. Kernseife, 3 Ft. Himbeersaft; Frau Hilbrecht: 6 P. neu- Socken; Frau Müller: 1 P. neue Socken; Frau Br. D.: 1 P. getr. Socken, 2 gebraucht. Bettücher, 1 Uebcrzug, 1 Kopsbezug; Geschwister Mayer: neun woll. Hemden. 6 P. Unterhosen, 36 neue Taschentücher, 6 Normalhemden, 12 P. neue Socken, 12 P. Pulswärmer, 5 Flaschen Wein; Gemeinde Södel durch Herrn Pfarrer Böckek (zweite Sammlung): 2 gehr. Kopskiffen. 1 Uebcrzug, 2 Bettücher, 30 weiße Hemden, 5 woll. gebt. Hemden, 3 P. Unterhosen, 1 Unterjacke. 11 neue Handtücher, 1 weißes und 7 bunte neue Hemden. 30 P. neue Socken, 21 P. Pulswärmer, 8 Taschentücher, 12 Fußlappe», Allen Gebern herzlichen Dank! Wäsche und Eebrauchsgegenstände, Frau Ed. Keller: 12 getr. Hemden, 3 Unterjacken, 1 Paar neue Socken, 1 P. Pulswärmer; Frl, Eoldbeck: 3 P. getragene Socken, 2 P. Hausschuhe; Frl. Mela SReyer; 2 P. neue Socken, 1 P. Pulswärmer; Frl. Spier; 1 P. getr. Socken, 1 P. Unterhosen, 1 Pack Leinen; Frau Zugführer Müller: 1 P. neue Sollen; Frl, M. W.; 1 P. neue Socken; Schl. W. H: 6 P. neue Socken; Lehrer P. B.: 6 geir. Hemden, 2 Glas Bienenhonig, altes Leinen; Frl. Reitz, Weckesheim: 6 geir. Hemden, 2 Paar getr. Unterhofen, altes Leinen; Frau Weber, Dorheim: 6 P. neue Pulswärmer; Frau Aliuar Feil; 1 Betipfannc; Fräul. Bopp: 4 P. neue Socken, 4 P. Pulswärmer; Frau H. Strauß: 3 P. Socken; Frl. Lina Hanstein: 6 Löffel, 3 P. geir. Stiesel, alles Leinen; Frl. Blum: 5 Gläser Birnen; Pensionat Blum: 4 P. neue Socken; Frl. Marie Schmidt, Rieder-Wöllstadt: 3 P. neue Socken; Frau Lina Kiefer, Blaseld; 40 frische Eier; Frau Baurai Haag; 12 geir. Hemden; Frl. Draviel: 1 Seffel; Fra» Haase: 1 P. neue Socken; Frau K. W.: 3 P. neue Socken, 1 P. getr. Socken, 6 Gabeln; Herr Photograph Strauß: eine Siurzflaschc mit Glas, 1 Wajchkanne, 6 Gabeln, 1 Dose Gelee, 1 Taschenmeffer, 4 Binden; Frau Dr. A. Tr.: 5 P. geir. Unterhosen, 3 geir, Hemden, 8 Taschentücher, Fußlappen, alles Leinen, 6 P. neue Socken, 2 P. neue Pulswärmer, 7 P. gelr. Socken, 2 Jacken, Binden, 1 Leibbinde; Frau Klos; 2 P. geir, Socke», 3 Taschentücher, 1 P. Hausschuhe; Frt. Aennchen Wei- ßcnbach: 12 neue Taschentücher, 1 P. neue Socken; Herr Sani- tätsrat Dr. Becker: 6 neue Bicbcrhcmden; Herr Hrch. Faber. Dorheim: 6 P. geir. Socken, 1 P. Pulswärmer; Frl. Gustcl Winkler: 2 P. neue Socken; Frau Beck: 1 P. Socken; Herr Landwirt Staubt: 3 P. neue Socken; Frau L: 6 P. Pulswär mer; Frl. W.; 12 neue Taschentücher; Herr Dr. Stromann: 2 Pfund Tee; Frl. E. Zimmermann: 1 P. neue Socken; Frl. El. Leidner und Else Beulelspacher: 1 P. neue Socken; Schulkinder der Gemeinde Bruchenbrücken durch Frau Schudl: 10 P. neue Socke», 3 P. Pulswärmer; Frl. Maricche» Mulh: 3 P. neue Socken; Frau B. St.: 8 P. neue Unterhofen; Frau Schuhmacher Füller; 6 P. neue Socken, 4 Leibbinden; Frau Stauß: 3 gctr. Hemden, 1 P. neue Socken, 1 P. Pulswärmer; Herr Leopold Ehrlich: 100 P. Pantosseln, Sillen Gebern herzlicher Dank! Gclchäiisstellc vom Roten Kreuz, Haaastr. 16, Tel. 243,