;i,immer 215 Montag, oen September 1UI4. 7. Jalsrgong Dl« „litiie CoB*»!«itun8“ «iidjeint reden Werltag. Regelmäßige Beilagen „3tt l nett aus licITcn", „Pie Opiiislliilit''. {Icitjcjuti.: Bel den Postanstalten v>criel,ahrl>ä, Alk. I,üä lei den Agenten monallich SO Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Auicist». Grund,ctte SO Pjo, totale IS Big, Lnieigen von auswar,s werden durch Postnachnahnie erhoben Erfüllungsort ff riedberg. S-t,riftle,tana u»d Verla, Friedb.'ig (Heffcnl, «>anauer trage 12. Fern-prechcr 48. Postjitzeck-Lon«- Rr. 48s». Am> Franftort Sit. Es steht gut? (?me Lchlacht im Westen. — Abermals 20—Austen qesanaen! — tteber 309,000 Kriegsgefangene! — Erfolge der Oesterrr^cher. Die LchlachL steht günstig! Aus dein westlichen Kriegsschauplatz haben die Opera- tioncii der verschiedenen Armeekorps zu cincin neuen großen Zusammenstoß geführt: Die Schlacht st c h t g ü n it i g I das ist das kurze znsammensassendc Urteil, das uns das Hauptquartier wissen Iaht. Und wir haben allen Anlaß, ihm Wim,fc» zu schenken und das Dertraucn auf Wott, lin- scr wackeres Heer und seine Führer zu haben, daß uns ein voller Sieg in dicscin Kampse werde. Im Osten sind wir vorerst der Feinde los. In mehrtägigen Schlachten, ans einem Plan, der sich über etwa "00 Kilometer hinstreckt, haben die wackere» Ostprcutz.'n die Feinde geschlagen und sic in wilde Flucht gejagt. Erst kam Gottes Strafgericht über sie bei Tannenbcrg »nd seht bei Lyck und weiter hinaus nach Norden. Ter Ort der letzten entscheidenden Kämpfe ist in den amtlichen Angaben »er nicht mitgeteilt worden. Es genügt uns zu wissen, daß Ostpreußen vom Feinde frei ist und daß cs dem Generalobersten von Hiiidenbnrg gelang, in den Rücken der Rnsssn zu kommen, die nun in wilde Flucht dem Riemen znströmcn. Gestern wurden 10,000 Gefangene gemeldet, dabei war der verheißungsvolle Vermerk: Tie Beute steigert sich fortgesetzt. Heute sind es schon 20—30,000 Gefangene, daneben 150 Geschütze und eine unermeßliche Kriegsbeute. Fürs erste sind wir der Russen kedig. Sie werden unzweifelhaft per- suchen, wiedcrzukomnicn. Ihre Hauptkrast aber dürste gebrockten sein. Oesterreich hat mit einer ungeheuren Uebermacht zu kämpsen. Trotzdem konnte cs sich in vorteilhaften Stellungen halten und den erschöpften Kriegern, die nun schon 15 Tage tapfer streiten, einige Ruhe gönnen. Daß unsere Verbündeten 10,000 Gefangene machten und zahlreiche Ge- schütze eroberten, bestätigt ihr siegreiches Vorgehen. Die Stellung unseres Verbündeten wird als vorteilhaft angc- sehen und auch dort dürsten sich die Russen die Backenzähne ansbcihen. Ter Versuch der Serbe», den Krieg nach Oesterreich zu tragen, ist kläglich gescheitert, er hat mit der Vernichtung der serbisckien Tiniokdivision geendet. Es soll auf direl- ten Auftrag der Russen geschehen sein, die den Serben vor- logcn, daß die österreichischen Kräfte ganz schwach seien. Tic Lcslerreicher ließen die Serben ruhig in die Fall: her- ein, bis die Betörten zu spat mvrkte», daß sie verloren seien. Heute wird gemeldet, daß die Serben überall trieb:;- über die Save zurückgegangen sind. Die eigentliche Abrechnung mit den Königsmördern und Hammeldicbcn wird bekannt- lich später ersolgen. Ein neuer grotzer Lieg im Osten! Großes Hauptquartier, 13. September« (A m t l i ch.) Tic Armee des Gcncrul- oberste» von H i n d e n b n r g hat dje Russen in Ostpreußen in mehrtägis.cn Kämpfen v o l l st ä n d i q geschlagen. Ter Rückzug der Russen ist zur Flucht geworden. Generaloberst von Hindenbnrg hat in der Bcrsolgung bereits die Grenze überschritten und bisher über 10 000 «u- vcrwnndctc Gefangene gemacht und 30 Geschütze erobert. Außerdem sind Maschiucn- gewchrc, Flugzeuge und Fährzenge aller Art erbeutet worden. Tic Kriegsbeute steigert sich fortgesetzt. WTü. Serliir, 13. Scpf. (Amtlich.) Auf dem westliche» Kr.iogslchanp>.!i liabc» die Gpcratioucn. über die Ciilir!- tzritrn noch nicht veröffentlicht werde:; können, zu einer neuen Schlacht geführt, die günstig steht. Die von dem Feinde mit gllen Mittel» verbreitete» für uns «»- aünstige» Nachrichten, find faifch. In Kclgie» ist heute ein Ausfall ans Antwerpen, von 3 belgischen Div!sie::e! nnternomme», znrüchgelchlagrn worden. In Gstpreulien ist die Lage hervorragend gut. Die vulfijdje Armee ftictzl in voller Anftöjuug. Kisher hat ste 150 Gelchiitze und 20—30000 imvernniii- dete Gefangene verloren Die Schlacht in Galizien. Wien. Amtlich wird bekannt gegeben: In der Schlacht von Lemberg gelang es unseren an und südlich der Grodcker Chaussee eingesetzten Streitkrästen den Feind nach fünftägigem hartem Ringen zurückzudrängen, an 10 000 Gefangene zu machen und zahlreiche Geschütze zu erbeuten. Dieser Erfolg konnte jedoch nicht voll ausgenutzt werden, da unser Rordslügel bei Rawaruska von großer Uebermacht bedroht wurde, überdies andere russische Kräfte sowohl gegen die Armee Dankt als in dem Raume zwischen dieser Armee und dein Schlachtfeld von Lemberg vordrangen. Angesichts der sehr bedeutenden Ueberlegenheit des Feindes war geboten, unsere schon seit 3 Wochen fast ununterbrochen heldenmütig kämpfende Armee in einem guten Abschnitt zu sammeln und für weitere Operationen bereit zu stellen. ~ 2er sMiicrlrfffr des 6jjf js DfS ßtnt rtlfiil: v. Höfcr, Generalmajor. Die Zerben znrückgedrängt. Budapest. 13. Srpt.' (ATB. Nichtamtlich.) Tic Blät- fei melden ans Vukcrnr: Der Stndtrnt von Scmlin hat an iic Rcdaktivn des Blattes „$vijcmcfi Rovinc" folgendes Telr-ramm gerichlrt: stirch cinir Mittkilimg des hiesige» Militärkvuimandos ist jede Gefahr brznolich der Stadt 2. mlin ecschn-miden indem unsere Truppen die Serbe» ans der ganzen Linie über die Save znrückdrängtrn. (kjlit ssrkliimlg des Neichsklinzltrs. Kopenhagen, !3. Sept. Ritzaus Bureau hat von dem Reichskanzler v. B c l h n> a n n Hollwcg nachstehende Mitteilung erhallen: Der englische Pecunerministcr hat in der Guildhall in einer Rede für England die Rolle des Beschützers der kleinere», schwächeren Staaten in Anspruch genommen und von der Neu- trali:ät Belgiens, Hollands und der Schweiz gesprochen, die von Dcuischland gcsahidet sei. Es ist richtig, wir haben Belgiens Rcntrelilät verletzt, weil bittere Rot ans zwang, aber wir hatten Belgien volle Integrität und Schadlos- balivng zugesagt, wenn cs mit dieser Notlage rechnen wollte. Belgien wäre ebenso wenig etwas geschehen wie z. B. Luxemburg Härte England als Beschützer der schwächeren Staaten Belgien unendliches Leid ersparen wollen, dann hätte cs ihm den Rat erteilen müssen, unser Anerbieten anzunehmen. Geschützt hat cs unseres Wissens Belgien nicht. Ist also England wirtlich ein so selbstloser Beschützer? Wir wissen genau, daß der französische Kricgsplan den Durchmarsch durch Belgien znm Angrift aui die unbeschütztcn Rhcinlande vorsrh. Gibt es i: iimiib, der glaubt, England würde dann zunl Schutze der belgischen Freiheit gegen Franlrcich eillgcschrittcn sein? Die Rcu- tralität Hollands und der Schweiz haben wir streng respeiiiert und auch die geringste Erenzüberschrcitung des niederländischen Limburgs peinlichst vermieden. Es ist cuftällig, daß Bsqui-h nur Belgien, Holland und die Schweiz, nicht aber auch die skandinavischen Länder erwähnt. Die Schweiz mag er genannt haben lni Hinblick aus Frankreich. Holland und Belgien aber liegen England gegenüber an der anderen Küste des Kanals. Darum ist England um die Reurralität dieser Länder so besorgt. Warum schweigt Asquüh von den skandinavischen Reichen? Vielleicht, weil er | weiß, daß cs uns nicht in den Sin» komm«, die Neutralität j dieser Länder anzutaslcn? Oder sollte England etwa für eine» i Verstoß in die Ostsee oder für die Kricgsührung Rußlands die I dänische 'Neutralität doch nicht für rin noli me tangere halten? Asquith will gtauben machen, daß der Kamps Englanis gegen uns ein Kamps der Freiheit gegen die Gewalt sei. An diese Ausdruck-weise ist die Welt gewohnt. Im Namen der Freiheit bat England mit Gewalt und einer Politik des riick- ; slchtolosesten Egoisnnis sein gewaltiges Kolonialreich begrün, det, im Ramcn der Freiheit hat cs noch um die Wende dieses Jahrhunderts die Selbständigkeit der Vurcnrcpnblikcn Vernich Ict, im Namen der Freiheit behandelt cs jetzt Aegypten unter Verletzung internationaler Verträge und eines feierlich gegebenen Versprechens als englische Kolonie. Im Namen der Freiheit verliert einer der malayischen Schutzstaaten nach dem andern seine Sclbstänüiglcit zu Gunsten Englands. Im Ra> i::cn der Freiheit sucht cs durch Zerschneidung der dculschc» Kabel zu verhindern, daß die Wahrheit in die Welt dringt. Der englische Ministerpräsident irkt sich. Seit England sich init Rußland »nd Japan gegen Deutschland verband, hat es in einer in der Geschichte der Welt einzig dastehenden Verblendung die Zivilisation verrate» und die Sache der Freiheit der europäischen Völker und Staaten dem deutschen Schwert zur Wahrung übertragen. gez. von Vcthmann Hollweg. K rLcgsgcsattgene in Deutschland. 51 :n 11 i d) c s TclegraIN IN. Berlin. Bis 1. September waren in Deutschland 220 000 Kriegsgefangene ntttcrgcbracht. Davon sind Franzosen 1030 Offiziere, 86,700 Mann, Russen 1830 „ 01,400 „ Belgier 440 „ 30,200 Engländer 180 „ 7,350 Mann. Bon den Offizieren sind bei den Franzosen 2 Generäle, bei den Russen 2 kommandierende und 13 Generäle und in Belgien der Kommandant von Lüttich. Eine große Zahl weiterer Kriegsgefangener find auf dem Transport zir den Gefangenenlagern. Bctiiii, 12. Sept. lW. B. Amtlich.) In der heule Mittag vcrössentlichlen Angabe über die Zahl der in den Gefangenenlagern in Teutschland nntergebrachten K/iege- gefiiiigenc» sind die bei Maubenge gesungenen -lll,0l>0 Franzosen sowie ein großer Teil der in Ostpreußen in der Schlackt bci Tannenberg kriegsgefangenen Russen nicht enthalten. Nach der amtlichen Zusammenstellung waren am 1. Sept., also 30 Tage nach der Kriegscrklärnng, 220/100 Gefangene in den Gcsangcnenlagern untergebracht, dazu kommen noch die zahlicickten Gefangenentransporte, io baß man getrost 230,000 Gefangene annehmen kann. ES diirite inten ii' ini, wieviel Gefangene wir 1-170 gemacht ballen, als der Krieg 30 Tage gewährt hatte. Amtlich wird gemeldet: 4. August Weißcnburg: 800, 7, August Sptchern: 2000, 8. August Wörth: 8000, 17. August Mars-Ia-tonr: 2-100, 18. Anglist Gravelotte: 5000 Mann zusammen 17,800 Mann, rechnet man noch chic in kleineren Gefechten Gefangenen, so kommen höchstens 20,000 Mann zusammen. Wie der amtliche Bericht hervorhebt, fehlen in der Ans- Ausstellung die bei Maubenge gi nngcnen 10,000 Franzose», d: ; so fehlt ein großer Teil der bei Tannenberg ge- sangenen Russen. Tort wurden insgesamt 92,000 Ralfen gefangen, vorher wurden am 18. Anglist bei Stallnpönen :;ooo und bei Gumbinnen 8500 Russen gesungen, das u- :itc zusammen, ohne die Anderen, die nicht gemeldet wnr- :», ll. '-O, die den 92,000 bei Tannenberg zu zu zählen nd, d..S gibt 103,5>00; in der Zusammenstellung wiieden ber nur 91,000 gemeldet, also sind es mindestens 12,000 lehr. Tann wurden am 5. Sept. rund 13,000 Franzosen 5 entce v. Biilow als Gefangene gemeldet. Be: de» än.pfen vor Paris weitere 4000, endlich hat Hindenbnrg brr 20 50,000 Ruiscn gcsangcn, so daß den 230,000 Mann in l. Scvt- »vch mindestens l0 -100,000 Mann zuznzählen nd, wenn man den heutigen Stand ermitteln will. Dor- ach halten wir gegenwärtig schon über 320—330.0--0 lriegraesangcne, .nt denen noch etwa 50 60,000 Runen Nr. 215 Seite 2 und pttoo 6000 Serben kommen, die von den Oesterreichern gefangen genommen wurden, das ergäbe zusammen die runde Zahl von nahezu 400,000 Kriegsgefangenen, die heule schon von den verbündeten Deutschen und Oesterreichern in sicheres Gewahrsam gebracht worden sind. Dazu kouunl noch eine gewaltige Siegcsbeute an Kriegsmaterial, namentlich an Geschützen, von denen mindestens 1500 bereits erbeutet sind. Tannenbrir und Mukden. Die Schlacht bei Mukden im russisch-japanischen Kriege galt seither als die Schlacht, in der seit Kenntnis der Weltgeschichte die an Zahl größten Truppcnmassen sich gegenüber,',eslanden haben. Die Japaner sind sehr stolz daraus, dah sie diese Schlacht gegen die Russen gewonnen haben Es haben in Muk- dcn etwa 350 000 Russen mit 1192 Feld- und 290 schweren Ge schützen annähernd der gleichen Zahl von Japanesen mit 892 Feld- und 170 schweren Geschützen gegcnllbergcstanden. Die Russen mögen in Dannenberg nicht viel hinter dieser Zahl zurückgeblieben sein, die Deutschen haben aber ohne Zweifel mit viel geringerer Zahl dem übermächtigen Feind gegenübergestanden. Und doch war ihr Sieg weit herrlicher als der japa- nesische bei Mukden. Dort machten die Japanesen rund 30 000 Russen zu Gefangenen, bei Dannenberg verloren die Russen an Gesungenen 92 000 aKnim; die Japanesen erbeuteten nach eigener Angabe 58 russische Geschütze, nach russischer Aussage waren cs sogar nur 33. Die Deutschen dagegen nahmen den Russen bei Dannenberg über 500 Geschütze ab. Auch der Erfolg der Deutschen ragt weit über den japanesiscben bei Mukden hinaus, denn damqls lagerten sich beide feindliche Arinecn nach der Schlacht gegenüber, während unser Hindenburg sich sofort zur Verfolgung des geschlagenen Feindes ausmachte, und ihn in seine Steppen zurückwarf. Ans den deutschere Kolonien. Berlin, 13. Scpt. (W. B. Aurtlicb.) lieber Kämpfe in den Kolonien liegen wieder verschiedene englische Meldungen vor. In Kamerun find dabei drei englische Offiziere gefallen und mehrere Mannschaften verwundet worden. Einzelheiten werden über diese Kämpfe merkwürdigerweise nicht berichtet. Aus den Namen der gefallenen Offiziere ist zu ersehen, daß Truppen aus Nigeria an dem Kampfe teilgenomnicn haben. Aus der Südsce meldet der Kommandeur der australischen Marine, daß am letzten Freitag .Hcrbcrtshöhe im Bismarckarchipcl von den Engländern besetzt worden ist. Die funkcnlelegraphische Station vnrüc zerstört. Aus den englischen Berichten ist zu culnetimen, daß die kleine Anzahl der dortigen Deutschen heldenmütigen Widerstand geleistet hat. Aus Frankreich. Poincnrä, der Kommödiant. Bordeaux, 12. Sept. Poiiicarö telegraphierte an Wilson, nicht die Franzosen, sondern die Deutschen verwendeten Dum-Dum-Geschosse inid suchten nun die Wahrheit zu verdrehen, um neue Barbareien begehen zu können. Tic Turkos unterwegs. Aus Ainsterdain wird gemeldet: Ter Pariser Korre- spondent des Londoner „Daily Telegraph" schreibt: Wüh- reiid der letzten Tage zogen Taufende von Turkos auf ihrem Marsch von Marseille nach der Front durch Paris. DaZ Pnblikiiiu war begeistert. Frauen lind Mädchen warfen ihnen Blume» und Bonbons z» und viele küßten die schwarzen Soldaten. Tie Turkos machten Gebärden mit der Hund nach der Kehle, womit sie ausdrückeu lvollteu, lvas das zukünftige Los der deutschen Soldaten sei. Ans England. Einr neue Verlustliste. London, 12. Scpt. (SB. B. Nichtamtlich.) Eine )rci- ?crc Verlustliste der englischen Truppen in ncreich. die bis ziiui 10. Scpt. reicht, gibt au: 10 jDifi.y . ,: 'd 61 Mann tot, 63 Offiziere und 510 Mann verwundet, 61 Offiziere liiid 3883 Mann vermißt. Vorher wurden bereits etwa 16,000 zugegeben. Englische Hvfsnnno.cn. London, 12. Scpt. kW. B. Nichtamtlich.) Lord Enr- zon sagte in einer Rede in Glasgow, er bofse es 31 t erleben, daß die Lanzen bengalischer Reiter ans den Straßen Berlins funkeln und dunkelhäutige Gurkha? eS sich in den Potsdamer Parks beguem machen würden, lind dieses Subjekt, da? seine Hoffnung zur Vernichtung des deutschen Volkes auf die Schwarzen, Braunen und Gelben setzt, rühmt sich, ein Enkel des Herzogs von Malbervughv zu fein! Aufstand in Indien? Stockholm, 13. Scpt. Rech einem Londoner Telegramm iet „Göteborg Morgenpost" werden zwar in der englischen Presse optimistische Schilderungen über die Lage in Indien vcrosientlicht, doch gibt man im Indio Office de» Ausbruch des Aufstandes zu. Man bezeichnet die Situation als ernst. K 0 n st a n t i n 0 p e l, 13. Sept. Die englische, zwischen Bagdad und Basra verkehrende Lynch Schijjahrts Linie hat ihcei! Berkehr eingestellt: ebenso hob England den daran an schließenden Verkehr vo» Basra nach Bombay auf. Diesen eng lischer. Maßnahmen kann, da sonstige Störungen dieser einträglichen Lniien nicht zu befurchten stehen, nur die Tendenz inne nM)!»**»,, wegen der zunehmenden Erregung in Indien Selsen lebba'te-c Wechselverkehr mit dem türkischen Reiche »ach Mög liebkeit zu unterSinden. Enttäuschung in der Triple-Euteule. »etersdi. ra. lll. Sept. Die „Rowoje Wremja" ühr.'ibt Neue Tageszeitung. Montag den 11. Sep-ember 1914 Rußland ist über die geringe Anzahl der englischen hilsstruppen in Frankreich enttäuscht und erwartet bestimmt, daß England keine Anstrengungen scheuen wird, mehr Mannschaften auf den Kontinent zu werfen. Gotha, der Schuft! Kapstadt, 12. Scpt. Eencral Botho, der ehemalige Burcngcneeal, beantragte im südafrikanische» Parlament, den König zu ersuchen, dem König der Belgier die Bewunderung und das Mitgefühl für das belgische Volk zum Ausdruck zu bringen. Lokha cviläite sodann, da das Reich sich im Kriegszustände befinde, siehe auch Südajrika im Kriegszustand mit cem gemeinsamen Gegner. Dieses Vorgehen Botha's wird Niemanden enttäuschen. Als Botha im Burrnkricg das Kommando übernahm, konnte man fofort wahrnehmen, daß die Kriegsführung crlahnite, bis er seinen Frieden mit England machte. Von englischem Geld gedungen, war Bolha forinn der Sachwalter Englands in de» Burenstaatcn, wo er dis Stellung eines Ministerpräsidenten cinnahm. Im Burenparlamcut wurde er dicserhalb wiederholt und scharf von seinem ehemalige» Kameraden hertzog angegriffen, der als Führer der echten Buren gilt und desten Partei im steten Wachsen bcgrisscn ist. Wenn sich jetzt Botha auf die Seite der Engländer siclli, so handelt er in Konsequenz seines bisherigen vollsvcrräierischc» Treibens. Auch von ihm kann man dcreinstJagcn: Rennt man die größten Lumpen, wird auch der Botha genannt. Rnfsifche Greuel. Berlin, 12. Scpt. Der Kriegsberichterstatter der „Boss. Zeitung" berichtet über empörende ll » m e » s ch l i ch k e i t c n russischer heer'fllhrsr, und zwar: erstens habe der mf» fische Generalissimus den Beseht erlassen, alle Förster der Ro- minlcner Heide aushcbcn und erschießen zu lasten. Zweitens: Der inzwischen gefangene General Marios hat befohlen, alle Ortschaften im Bereich der russischen Truppen zu verbrennen und alle männlichen Einwohner zu erschießen, auch wenn sie sich nicht an den Kämpfen beteiligt haben, noch die hcrgabc von Nahrungsmitteln ufw. verweigern. Der Berichterstatter fügt hinzu: „hier handelt es sich um die zweisellos zum Teil aus den Akten des Generals Marios festgestellte Tatsache, daß russische Heerführer eine unmenschliche Kriegssüh- rung befehlen. Ich glaube, daß die össentliche Meinung sich gegen die Einführung asiatischer Barbarei aus deutschem Boden mit dem Verlangen auslchnen wird, die Völkerrechtsschändcr, sobald sie gefangen sind, nicht als Soldat-», sondern als Verbrecher zu behandeln." Die enthaltsamen Russen. Wien, 8. Sept. Der Kriegsberichterstatter der „Wiener Neuen Freien Presse", Roda Roda, meldet aus dem Hauptquartier: Ich höre aus privater Quelle, daß die Rüsten Lemberg nur mit sehr schwachen Kräfte» besetzten. Sie haben sofort alle alkoholischen Getränke siir sich requiriert. Mein Gewährsmann sagt, daß die mit der Bewachung des Bahnhofes betrauten Mannschaften vollkommen betrunken waren. Ar Widtrstand truntöfililjfr ffftinijjfti 187071. Die Einnahme der Festungen Lüttich, Ramur usw. durch unsere Truppen nach verhältnismäßig kurzer Zeit, lohnt einen Rückblick auf die Dauer der Belagerung sranzösischer Festungen im Kriege 1870-71. Es kapitulierte: Paris nach 132 Tagen Pfalzburg nach 128 Tagen Metz nach 70 Tagen Verdun nach 47 Tagen Straßburg »ach 45 Tagen Longwy n»ch 42 Tagen Toul nach 41 Tage» Reu-Breifach nach 40 Tagen Schlettstadt »ach 15 Tagen Diedenhofen nach 15 Tagen Pcronnc nach 14 Tagen La Fere nach 13 Tagen Soisions nach 10 Tagen Montmedy nach 8 Tage» Mezieres nach 2 Tagen Lichtenbcrg nach 2 Tagen Rur die kleine Festung Hagenau und die Festung Rocroi sAr- dennen) kamen durch Handstreich in den Besitz der Deutschen. Delfort wurde »ach 103tügiger Belagerung nur dem Falle nahe gebracht, auch die Festung Bltsch hielt sich tapfer »nd kam ohne Kapitulation durch. In beiden Fällen wurde, ebenso wie bei Reu-Brrisach, der Besatzung ehrenvoller Abzug gewährt. Vater und Sohn für das Vaterland gestorben. Mainz, 4. Sept. Del den letzten blutigen Kämpfen in Lothringen ist an der Spitze seines Bataillons auch der früher hier ln Garnison stehende Major v. Langsdorf den Heldentod für das Vaterland gestorben. In der gleichen Stunde siel auch der im gleichen Bataillon stehende Sohn des Gefallenen, Leutnant Walter p. Langsdorf. Majar v. Langsdorf er sreutc sich während seines langjährige» Aufenthalts als Hauptmann bei de» 87crn dahier sowohl bei seinen Regimcntslamcra- dcn als auch bei den Soldaten einer außerordenllichcn Bcliebl- heit. 29 999 Militärzüge über den Rhein Wie der „Köln. Ztg." mitgetcilt wird, wurden allein >m Eisenbahndirektionsbezirk Köln während 19 Mobilniachungs- tagcn und über fünf Rheinbrücken westwärts über 28 900 Militärzüge bejördcrt. Diese Züge schasste» über 2 Millionen Strci- tcr und die zu ihnen gehörigen Geschütze. Pserdematerial, Bagage, Munition, Proviant usw. zur Grenze. Deutsche Lriegsbriefe. Von unserem Kriegsberichterstatter. V. Tie Sache mit der kleinen Maricttc ans Ronen »>-d ihrem gefangen genommenen Oetave hatte mich doct> etwas nachdenklich gestimmt, denn ichließlich haben wir alle drei- mal irgend jemanden damit zu ärgern gesucht, daß wir ihn: von ganz imaginären Eroberungen erzählten und darauf erfahren nmßlen, daß die Gegenseite das gleiche Geschütz auffahrcn konnte. 9f»c mit dem Unterschiede, das, die Sache früher oder später mündlich wieder geregelt wurde, während ich wirklich etwas in Sorge bin, wie die Antwort ans den kleinen rosa Liebesbrief zustande kommen wird, den ich als Erinnerung an das schöne Montmedy in meiner Brief, lasche trage. Aber es ist in diesen Angenblickon keine Zeii. darüber weiter nachzndenkcn, denn schon fesselt ei» ganz absonderlicher Anblick unsere Anfnierksomkeit. Unter der Feste hindurch führte bis vor einigen Tagen ein rund 1000 Meter langer Eisenbai,ntnnncl, den die Franzosen vor der llcbergabc der Festung an beiden Seiten gesprengt halten. Nun stehen auf der Böschung etwa 200 Mann der gefangen genommenen Besatzung unter der Leitung eines bayerischen Pioiiier-UntcrofsizierS und graben im Schweiße ihres Angesichts beii Tunuclcingang wieder aus. Das äußerst sar- bensrcudige Bild begeisterte sowohl die Maler wie dic Photographen unter uns und wird somit der Nachwelt erhalten bleiben. Leider nicht auch die bayerischen Kraft- ausdrücke, mit denen der Führer der Kolonne die Lässigen bedachte, lind dic unmittelbar dem wegen seiner Urwüchsig kcit beschlagnahintcn Werke „Kraft-Bayvisch" des fröhlichen Starnberger Dichtcrmanncs Georg Oucri entnommen zr sein schienen. Jedes dem Tier- oder Pflanzenreich mit liebevollem Verständnis angcpaßte Gleichnis schloß der Brave mit einem drohend hcrvorgcstoßcncn „Oui v>vc!" ab, jedenfalls in der Erinnerung an den guten alten Schul- incister in Tölz oder Micsbach, der dic seinem Bakel unterstellten Zöglinge mit der Drohung einzuschüchtern pstegte, sic schon ans den „Oui vivc" bringen zu wollen. Deutsche Tunnelarbciter leiteten diese Arbeiten, und auch hier wie- der zeigte sich das wunderbar ineinander greifende Räderwerk unseres Generalstabes im hellsten Lichte. Denn nicht nur an der Wiederherstellung des Tunnels wurde gearbeitet, schon legte man drüben eine zweigleisige Umgehungs- bnhn an und mitten in der Stadt deckten württembergifche Pioniere mehrere Häuser ab, dic der neuen Bahntrasse im Wege standen. Dum Dnm-Geschofie. Allein mitten in diese friedliche Arbeit hinein trug ein Feldwebel der Feste uns weder trübe Nachricht zu. In ganzen Paketen verpackt hatte man inzwischen oben unter dcr ebenfalls sehr stattlichen Menge aufgestapeltcr Munition ausgeprägte Dumdumgeschosse aufgefundcn. Es handelt sich dabei um Gcwchrpatronen älteren Modells, bei denen die Spitze des Nickclmantels abgcschnitten und der Bleiker» von der Spitze her trichterförmig angcbohrt war. Die Verwundungen, dic ein solches Geschoß erzeugt, sind, >vie ich mich im Trierer Lazarett selbst überzeugen konnte, geradezu entsetzlich, und es muß immer und immer wieder betont werden, daß die sogenannte Kulturnation mit Waffen kämpft, die nicht einmal von den Hottentoten und Herecos angewandt worden sind. Da diese Munition inzwischen auch in ganzen Kisten nebst einer Bohrmaschine auf Longwy gesunden worden ist, so kaiili es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß sic planmäßig von der französischen Armeevcrwaltung für diesen Krieg ausgcgeben worden ist, und es erscheint an der Zeit, an den neuen Kricgsminister und früheren französischen Sozialistenführer Millerand die Frage zu richten, ab noch weiterhin nicht nur deutsche Bourgeosie, sondern auch deutsche Arbeiter durch Dnindiimgeschossc verstümmelt werde» sollen. Was nützt uns dic Libertc und Egaltitc, wenn die Fraternite dabei ausgeschaltet wird? In Montmedy. Unter solchen Gedanken kommen wir zur Mairie von Montmedy. Sic ist von dcni Stabe der in der Stadt Iie gcndcn Truppen besetzt und von etwa 300 gefangenen Rrt- Hosen uingeben, dic hier ihren Abtransport nach einer deutschen Festung entgegenschen. Man hat sic »ach und nach noch eingesammelt, als sie, vom Hunger getrieben, aus den umliegenden Wäldern hcrausgetretcn waren- Unter ihnen befindet sich auch ein Major, der den mit einem goldverschnürten Käppi bedeckten Kopf tief zu Boden senkt, llcbcr- hcrzipt ist zu beobachten, daß den fast durchweg sehr ehrgciz- igcn Leiltc» der Gegenseite die Gesangennahine außerordentlich nahcgclegt, und daß sie ganz apathisch werden, ivährcnd unsere Jungen als Geafiigene drüben verbissen und trotzig anftreten und nur die Gelegenheit abwartcn, um »weder nuszurücken. Der im Dcutschei, steckende Wandertrieb, die gute Schulbildung, vor allem der Sinn für Geographie, dcr dem fast nie ins Ausland kommenden Franzosen abgeht, und schließlich die scharfe Beobachtung der Natur, alle diese Momente zusammen Helsen dem deutschen Flüchtling dann scbr bald den Weg zur Truppe wieder zurückzusinde». Dann wciß der HÄd so grausige Geschichten von der vielgerühintce französischen Küche zu erzählen, daß sich jeder im Stellen gelobt, lieber toi, denn als Gefangener in Frankreich z» bleiben. Ueber die Maas. Dir verlassen mm das Tal der Ebicrc, kreuzen in rast», der Fahrt dic lustig dahin eilende Noison und kommen im Angesicht der meilenweite» Wälder von Woevre nach Stenvy einem ansehnlichen Städtchen an der Maas, die wir hier nach dem ersten Zustimmentressc» in Lüttich zum zweiter- Mal grüßen. Ans dem ganzen Wege passieren »vir »vieder lange Mnnilions- »nd Proviantkolonncn, die unsere vor Verdun liegenden Truppe» vertoi-oe». Aut der anderen »ir. Z15 _ ©eite der Chaussee kehren die leeren Gefährte zurück, und wieder konstatiere ich mit Vergnügen, daß z. B. die Wagen des Magdeburger Konsumvereins hier am Ufer der Maas norb durch ihre auffallenden Inschriften Mitglieder zu werben suchen, und daß eine Karlsruher Brauerei des Glaubens zu sein scheint, ihr Bier würde demnächst auch in Stenay Eingang finden. In Wirklichkeit enthalten natürlich alle diese Wagen Schanzkörbc, Heu und ©trotz und ähnliche schöne ©achcn. Merkur muh schweigen, wo Mars sprich!! Zn Stcnay geht cs überaus geschäftig zu. Zn einem Hause am Marti hat sich bereits die deutsche Feldpost eingerichtet und verlaust die zu de» Ansichtskarten erforderlichen dcuischcn Marken, Dabei ist die Stadt kaum 2t Stunden IN unserem Besitz, Mich treibt die Neugier durch die Stadt. Hier und da wird ein verschüchterter Kops sichtbar, aber bei meiner Annäherung zieht er sich sofort wieder ins Dunkel des Keller- Halses oder des Heuschobers zurück. Der „Prussien" ist eben in der französischen Prcsie immer noch der Barbar, der den Leuten den Bauch aufschncidet, Kinder am Bajonett aufspießt und Pendulen stiehlt. Dabei steht vor dem einzigen Zuwelicrladen der Stadt ein besonderer deutscher Posten, und wiederholt hörte ich unsere Soldaten den verängstigten Leuten hinter ihren ver- Ichlossenen Läden gut zureden, doch zu öffnen, da sic für gutes deutsches Geld kleine Einläufe machen wollten. Allein, wenn es nach diesen Leuten geht, kann man in Sttknay verhungern, und so kroch ich kurz entschlossen in einen dunklen Hausgang hinein, um mit irgend etwas meinen seit 5 Uhr früh leeren Magen um diese späte Nachmittagsstundc zu füllen. Da — o Wunder, es riecht so angenehm nach Kaffee, und ich höre unverfälschtes „Frankforderisch". Mitte» i» der Feldküche sieht ein riesiger Sergeant der geheimen Feldpolizei und kocht für mehrere Kameraden, Im Handumdrehen ist ein Frankfurter Rollschinken, herrliches Weißbrot und ein Glas alten Burgunders da, um den halbver- schmackitcten Zeitungsmann zu stärken. Sogar ein srischgesange- ner Maasfisch soll daran glauben, als man hört, daß es heute für uns kein Mittagesicn gibt, aber ich lehne ab, weil man so zu schwelgen sich sörmlich schämen muß, zu einer Zeit, wo da draußen im heißen Sonnenbrände Tausende an derattige Sachen überhaupt nicht denken, Zcd« Bezahlung lehnen die Wackeren vom Main mit Entrüstung ab, aber der Mutter Adresie bclommc ich von jedem freudig überreicht, als ich erkläre, ihr eine Zeitungsnummcr mit diesem Reisebricf senden zu wollen. Als sich kurze Zett danach unser Automobilzug wieder in Bewegung setzt und wir an den schönen alten Ecwerbslauben de» Städtchens vorüberfahreu, sieh«, wer taucht da im Rahmen einer Ladentür auf: der Herr Oldenburg », Janufchau, ftöhlich und guter Dinge, wie damals im Extrazuge nach Kassel, und »oller Genugtuung, daß er sein Ziel erreicht hat. Die Artillerie in Bereitschaft. Run geht es, immer am User der Maas entlang, über Mouzay nach Du» sur Meuse. Wieder genießen wir ein herrliches Stadtbild, aber sobald wir um He von einer zer- hhossciicn Kirche gekrönte Anhöhe hcrumkommen, erblicken wir auch hier die Greuel der Verwüstung, Einer Berwüstung, deren sich di« gr'anzosen selbst schuldig gemacht haben, da ihre Artillerie bei einem Ausfall au» Verdun zu niedrig schdß und dadurch fast den ganzen Ort zerstörte. Mitten in der Maas ruht die zerstörte Straßenbrücke, Doch schon haben auch hier wieder unsere Pioniere gute Dienste getan. Denn mit fast unverminderter Geschwindigkeit sausen unsere schweren Automobile über die von ihnen hergestcllte Pantonbrücke, Fröhlich winken di« in de» Pontons fitzenden Mannschaften zu uns herüber, obwohl die Hitze fast unerträglich geworden ist und der Fluß ihnen nur geringe Kühlung bietet. Das Großartigste aber ist, daß für den Abend bereits eine elettrische Beleuchtung der Brücke montiert ist. Und immer noch rollen Munition»- und Provantkolonnen an uns vorüber. Es ist hochinteressant, zu beobachteu, wie stets die eine Seite der Straße dem Nachschub an Menschen, Pferden, Lebensbedürfnissen, Munition, Sani- täts und Poftpersonal dient, während aus der anderen all das abgeschoben wird, was die Schlagfertigkeit der Truppen beeinträchtigen könnte, also leere Gesährte, eroberte Waffen, Munition» und Lebensmittel, Verwundete, Gefangene, unbrauchbares Kriegsmaterial, abgefcrtigte Post und unsichere Kanto- niftcn aller Art, Unter den letzteren beobachteten wir mehrfach Soldaten, die mit dem Umziehen noch nicht ganz fertig geworden waren. Auch in französischen Tornistern ist nämlich oft Zivilzeug gefunden worden, und cs fchcint, daß cs sich hier um solche Vcrwaudlungskünstlcr handelt, die nach dem belgischen Vorbilde das ftiedlichc Gewand des Bürgers anlegten, um dann noch etwas Franktireurs zu spielen. Um ihnen das aus- zntrelden. hatte man sie fest an die Iransportwagen angebunden und wird wohl daheim wenig Umstände mtt ihnen machen. Ein schönes kriegerisches Bild hatten wir dann noch, als wir kurze Zeit danach unserer schweren Feldartilleric begegneten, Wir sahen die aus drei verschiedene Gesährte verladenen Ungeheuer vvn Mörsern, die vor wenigen Stunden noch Tod und Verderben gespieq^chatten und schon wieder für Verdun tu Bereitschaft gesetzt wurde». Mitte» zwischen den eitrig putzenden und schmierenden Mannschaften aber stand ihr Häuptling und gab uns, mit dem Moncl« im Auge, seine interessanten Erläuterungen, nicht al» ob er in den nächsten Augenblicke» vielleicht schon aus de» vier gewaltigen Feuer- fchlünden aus die Grüße aus Verdun zu antworten hätte, sanier» als ob es sich um eine Kasinounterhaltung handle. Diese jiimofe Ruhe und Sicherheit wittt« hier geradezu verblüssend, Welchen Einfluß muß dieser Manu in der Stunde der Gefahr vitf seine ganze Umgebung auszuüben imstande sein! Und dann gleich iu der Nähe eine unjcrer Lustschisferabteilungen, Auch hier ganz kühle Berechnung und absolut« Ruhe in ' er Disposition, Es würde zu weit führe», wollte ich alle uns genannten Zahlen und Angaben wiederholen, deren Endresultat es ist, daß so ein Beobachtungsschiff in 15—20 Minuten nach dem Ein tresscn der Abteilung nicht n»r anfgefüvt ist, sondern auch schon i» 11t! Meter Höh« schweb«, ,« durch Telephon und Signale Reu« Tageszeitung. Montag, den »1. Septemvcr I8i*. eine Geschoßwirkung beim Feinde zu melden. Sinnreiche Vorrichtungen ermöglichen dann auch den Wciterttansport des schwebenden Ballons selbst über Bäume und Telcgraphcnleitun- gen hinweg und schließlich gestattet eine überaus rasch wirkende Ankerwinde die Rettung des durch feindliche Geschosse gefährdeten Ballons. Am unvergeßlichsten aber wird mir die halbe Stunde sein, die ich dann noch auf dem Hof der Chanzy-Kaserne im Kreise unserer Ossizicrssliegcr verbringen durste. Sie erzählten von ihren am frühen Morgen über den Sttaßcn von Paris vollführten Erkundigungssahrten, als wenn sic von Dö- bcritz nach Berlin geflogen wären, und ich mußte immer wieder daran denken, daß dieses junge Blut doch nur deshalb so gelassen sein kann, weil cs dem Himmel schon alle Tage so viel näher ist, als der alten guten Mutter Erde. Auf fitim Schlachtfeld im Argonneiimald. Und immer weiter ging unsere tolle Fahrt, bis sie schließlich zu Füßen des Argonncrwaldes bei Epinonville und dem brennenden Montfaucckn ein sehr plötzliches Ende erreichte. Denn zum erstenmal in diesem Kriege standen wir hier unmittelbar auf einem noch ganz frischen Schlachtfclde und den letzten Dingen dieses Lebens gegenüber. Erst eine und dann immer mehrere, schließlich hunderte von Leichen feindlicher Krieger lagen am schmalen Feldrain und drüben in den niederge- trctcncn Haferscldcrn, während in der Ferne unsere Truppen die letzten Reste unserer Braven bereits der kühlen Erde übergaben. In Gräbern zu je acht bis zehn Mann wurden sie bei- gcsetzt und stets zeigte ein schmuckloses Holzkrcuz an, wo wieder ein paar Tapfere ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten. Rach Möglichkeit wurden Feststellungen über Namen und Art gc- trosfen und da hier nur Znsanterie gewirkt hatte, so konnten eingehende Angaben an den Gedenktafeln und für die Hinterbliebenen gemacht werden. Ich hatte mir den Anblick eines modernen Schlachtfeldes weit grausiger vorgestellt und war erstaunt über den fast friedlichen Ecsichtsausdruck der durchweg von Kopfschüssen gctrosjencn Franzosen. Die vielfach noch kindlichen Gesichter machten de» Eindruck, als ob der Tod im Schlaf gekommen fei und boi manchem mußte ich mich wirklich fragen, ob denn der Mann tot sei oder nur träume. Aber ein entsetzlicher Geruch, der einem das Atmen fast zur Unmöglichkeit machte, ließ mich die traurige Wahrheit erkennen und erschüttert wandte ich mich ab. Drüben aus der anderen Wegseite hatten schwarze Scnegalschützen gekämpft und hier sah man schon mehr verzerrte Gesichter, Besonders der Anblick eines riesigen Negers, der ganz in sich zusammcngekrümmt dalag und um dessen breitgeöffneten Mund mit dem prachtvollen Gebiß ein unheimliches Grinsen spiegelte, wird mir unvergeßlich sein, Rings um Verdun. Jedenfalls war ich froh, als in diesem Augenblick unser Führer mit all der ruhigen Gelassenheit die unsere Generalstäbler nun einmal auszeichnet, konstatierte, daß wir uns ziemlich nahe den Kanonenschlünden von Verdun befänden und daß bei einem etwaigen Ausfall wir nahe an der Feuerlinie wären. Alsbald waren die Motoren an unseren Wagen angekurbelt und fort gings, den Berg hinab über Dannevoux an die Maas zurück und heimwätts über Dun, Auch Dannevoux mit feiner originellen Barockkirche stand in Hellen Flammen, aber niemand dachte in diesem Augenblick ans Löschen, denn unsere braven Truppen standen in schweigender Erwartung des Feindes mit dem Gewehr in der Hand und den Patronenkranz um den aHls, Trotzdem mußten sie unwillkürlich über die fratzenhaften Gesichter in unseren Wagen lächeln, denn die 12- stündige Fahrt durch den undurchdringlichen Staub der luxemburgischen, belgischen und französischen Landstraßen hatte uns alle vollständig unkenntlich gemacht und noch 48 Stunden später hat man das Gefühl, ein schönes Stück Frankreich mitsamt einem verteufelten Kadaver- und Brandgeruch überhaupt nicht inehr aus der Lunge- herausbckommen zu können. Noch weitere acht Stunden waren erforderlich, um uns in den Erdenwinkel zurückzubringen, in den uns der Große Ec- neralstab einlogiert hat. Und kaum, daß wir mehr tot als lebendig gelandet sind, kommt die Kunde, daß es nächstens wieder nach dem Norden in die Linie Maubeuge-Antwcrpcn gehen soll. Hoffentlich kommen wir gerade zu dem Fall einer der beiden gewichtigen Festungen zurecht, dann soll uns trotz aller Sttapatzen auch dieser Tag ein gesegneter sein. Paul Schweder, Kriegsberichterstatter, Ans der Heimat. Die amtlichen Verlustlisten liegen in unserem Geschäftszimmer zu Jedermanns Einsicht auf. Wer nicht genau Bescheid weiß, wie die Adressen an Angehörige des Heeres fTruppenteil, Rcgiemnt, Kompagnie usw) bei Feldbriefen anzugcben ist, dem geben wir gerne Auskunft und sind bereit die Adressen zu schreiben. Schriftleitung der .Neuen Tageszeitung". * Dorheim, 14. Sept, Als ganz besonders anerkennenswert dürste hervorzuheben sein, daß auch die aus dem Dorheimer Hof beschäftigten Schlesinger Arbeiter — darunter 12 russischer Nationalität — unter sich eine Sammlung für das Rote Kreu- veranstaltet hohen, Dieselbe ergab einen Betrag von lg Mk, * Frankfurt a. M„ 14, Sept. Wegen der israelitischen Feiertage finden folgende Biehmarkts-Verlegungen statt: Von Montag, den 21, 9. auf Mittwoch, den 23. 9., von Montag, den 5, 10. auf Mittwoch, den 7. 10,, von Montag, den 12, 10, auf Mittwoch, den 14, 10, Der Kälberhauptmarkt und zweite Rin vermarkt findet in diesen Wochen unverändert Donnerstags statt. Hesse».Nassau. * k Usingen, 14. Sept Die hiesigen Bäcker haben aus Anlaß der haßen Mehlpreise, bi« Brei!« kür Brot erhöht: er ko- Eeite 3, sten jetzt erste Sorte 80 Pfg,, zweite Sorte 58 Psg,, dritte Sorte 50 Pf, der Laib. Die sogen. Zu- und Dreingaben bei Bröt- chen fällt weg, dieselben weiden nur »och zu 3 Psg, das Stück, ohne Unterschied aus die zu entnehmende Zahl verkauft, — Da nach eincrMittcilung der Landwirtschastskammcr der beabsichtigte Ankauf dänischer Pferde gescheitert ist, ist die Landwirtschastskammcr in Wiesbaden bereit, auch den Ankauf von gut gefahrenen Zugochsen zu vermitteln. * Höchst o. 9)1., 14. Sept, Der Jagdschutz»ereilt, Abteilung Höchst a, M,, wendet sich an die Waidmiiencr des Kreises und bittet, während der jetzigen Hühner- und Fasancnjagd das erlegte Wild den verwundeten und kranke» Krieger» in den verschiedenen Vercinslazarctten im Kreise zu Gute kommen zu lassen, * Vom Main, 14. Sept, Di« Maul und Klauenseuche ist weiter in Okriftel, ebenso aus der Rettbcrgsau im Kreise Wiesbaden-Land unter den dort untcrgebrachte» Rindern der Proviantamts 9)kainz ausgcbrochc», * Wiesbaden, 14. Sept, Der Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments v, Eersdorff Nr, 80 in Wiesbaden, von Hake, ist verwundet worden und wird in Wiesbaden cintreffc», — Der durch einen Brustschutz bei den Kämpfen in Nord-Frank- reich verwundete Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen, der bei den Ulanen in Hanau als Leutnant steht, wird demnächst soweit hergestellt sein, daß seine Uebcrsührung nach der Heimat möglich wird, * Wiesbaden, 14. Sept, In der Frühe des 23. August, ain Tage nach dem blutigen Waldgcfccht bei Bertrix i» Belgien, wo die Infanterie-Regimenter 81 und 80 besonders tapfer fochten, wurde der Wald nach Verwundete» und Tote» durchsucht. Hierbei wurde festgcstcllt, daß z. V. der Füsilier Kugelstadt von der 5. Kompagnie des Regiments Nr, 80, der tage zuvor einen Bauchschuß erhalten, jedoch am Abend nach der Schlacht noch am Leben war, von einer feindlichen Kugel nochmals durchbohrt, tot am Boden lag. Der Füsilier Kilian aus Erbenheim von demselben Regiment, der einen Beinschuß da- vongctragen und über Nacht in dem Walde liegen blieb, meldete, daß leichtverwundete Franzosen im Walde sich nachts erhoben hätten und mehrere Verwundete der Unftigen in ihrem hilflosen Zustande erschossen hätten. Einige leichtvcrwiindcte von unseren Kameraden, die das mit angesehen, seien jrdost herzugeeilt und hätten diese Barbaren in französischer Uniform einfach rücksichtslos mit dem Gewehrkolben totgeschlige», * Marburg a. d, Lahn, 14, Sept, Der Landwirt Plug i» Treysa, ein Veteran von 1870, hat sieben Söhne unt-r die Fab nen gesandt im Alter von 19—30 Jahren, Bei dem Jüngsten hat der Kaiser in üblicher Weise Pathe gestanden. Hierbei kam Vater Plug etwas in Berlegenheit, b«nn in der Namensreihe der ersten sechs Kinder befand sich bereits ein „Wilhelm" Was nun tu»? Doch Plug half sich auf eine verblüffend originelle Weis« und nannle seinen Jüngsten „Wilhelm II." Starken bürg. * Darmstadt, 14. Sept, 54 Feldgeschütze, 2 Maschinengewehre, 1 Gebirgshaubitze, über 100 Munitionswage» mit vic len tausenden von Geschossen aller Art kamen am Freitag in 3 Sonderzügen vom ftanzöfischen Kriegsschauplatz wieder hieran sodaß in den Räumen des Artilleriedepots der Platz schon ziemlich beschränkt wird, * Darmstadt, 14. Sept, 106 „Geiseln" aus Französisch Lothringen kamen am Freitag hier durch, wurden hier gespeist und dann nach einer deutschen Festung gebracht, nach kurzem Aufenthalt, Wie wir erfahren, sollen dieselben als Ersatz für deutsche Geiseln, welche von den Franzose» w«ggeschleppt wur den, zurückbehalten und evtl, ausgctauscht werdeii. Es siiid männliche Personen jeden Alters von lg-70 Jahren und da sie von den Franzosen nicht mehr für militärtauglich befunden werden, kann man sich deuten, daß cs nicht gerade die hübschesten Figur»» waren und nicht den besten Eindruck machten. — Festgenommen wurde der etwa 25jährige Kupferschmied W, dahier, der einen hiesigen Treibriemenjabrikanten mit einem Revolver schwer verletzte, sodaß dessen Ausnahme in das Krankenhaus erfolge» mußte, — Der preußische Gesandte am Hess, Hof, Frhr, v, d, Lancken-Walenitz, der als Rittmeister beim Garde du corps am Kriege gegen Frankreich tcilnimmt, ist nunmehr der deutschen Verwaltung Belgiens Ziigcteilt worden und hat seinen Wohnsitz in Brüssel genommen, * Darmstadt, 14. Sept, Das Ersatz-Pferde Depot des 18, Armeekorps läßt am Mittwoch, den 16, d, M,, vorm, 10 Uhr in der neuen Train-Kaserne dahier vier zugkräftige französische Maulliere, die in einer der letzten Schlachten erbeutet wurden, meistbietend versteigern, da die Tiere, welche seither meist zum Transport der Ecbirgskanonen verwendet wurden, jür unsere militärische Zwecke wenig geeignet scheinen. Außerdem kam Nie» noch etwa 20 zum Militärdienst nicht geeignete ausgeho- dene Zugpferde zur Versteigerung, — Ueber 200 Kinder, deren Väter im Felde stehen, bekommen seit kurzem täglich in der hauswittschastlichen Fortbildungsschule dahier ihr Mittagessen, Es sind selbstverständlich nur Angehörige unbemftteltcr Familien. Die Frauenhülse, Lehrer, Lehrerinnen und sonstige Kreise suchen die nötigen Mittel für die Massenspeisung aufzu- bringen und nehmen Spenden von Gartenbesitzern usw, entgegen. Sriefliafirn. Nack, Vleichenbach, Eine hessische Verlustliste erscheint nicht, da die hessischen Regimenter zur preußischen Armee ge- hören. Die Verlustlisten selbst können wir nicht veröffentlichen, da sie zuviel Raum cinnchnien. So weit es angeht, werden wir die Gefallenen und Verwundeten aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung im Auszug bringen. Fxanksnrler Wetterbericht, Voraussage: Ziemlich bedeckt, Niederschläge, kühl, südwcst liche Winde, Verantwortlich für den politische» und lokalen Teil: Otto H i r s ch e I. Fricdberg: für den Anzeigenteil: K. Schin i d l. Friedbcrg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. ®„ lkriedbera > f! 'Jlr. 215 Von vielen Seiten wurde bei Eintritt der Mobilmachung angeregt, den ins Feld ziehenden Soldaten zu empfehlen, die Mitgliedschaft bei ihrer seitherigen Krankenkasse zu erhalten, und gleichzeitig wurden die Arbeitgeber aufgefordert, die Beiträge für die Erhaltung der Mitgliedschaft bei den Krankenkassen für die Dauer des Krieges für ihre Kriegsdienstzeit leistenden Arbeiter zu zahlen. Eine solche Aiakinahme hat jedoch nur Wert bei den verschwindend wenigen Kassen, die seither Familiennnterftntzung yrivährtci» und diese nnch während des Krieges beibehallr». Aus dieser Erwägung heraus haben die beiden Krankrn- kajjenvcrbändc im Großhelzogtum Hessen im Einvernehmen niit dem Direktor des Großh. Oberversichernngsanites beschlossen, eine Hessische Krieg-Versicherung aus Gegenseitig- keil für den Krieg 1914 ins Leben trete» z» lasse» und erlasse» den nachstehende» Ausruf. Einigkeit macht stark! Auch die Kraulcnkasscu wollen in dieser großen Zeit mithelfen. Die aus Friedenszcitcn berechneten Vorschriften der Reichsvcrsicherung bilden aber keine geeignete Grundlage, um den zuin Dienst cinbcrufcncn Mitgliedern und ihren Angehörigen entsprechende Fürsorge zu verbürgen. Außerordentliche Zeiten verlange» außerordentliche Maßnahmen. Es haben daher die beiden Krankenkassenvcr- bände unter dem Borsitz des Direktors des Großh. Ober- versichcruntzsamis nach dem Vorbild der für den Regierungsbezirk Wiesbaden bereits ini Kriege 1870—71 mit größtem Erfolg tätig gewesenen und daher auch jetzt wieder ins Leben getretenen Nassauischcn Kriegsversicherung zur Unterstützung der Hinterbliebenen hessischer Soldaten eine llntcrstütz- ungskaffc aus Gegenseitigkeit errichtctTritlrr/der Vezeich- nung: Hessische Kriegsversicherung auf Gegenseitigkeit für den Krieg 1914. Wir hoffen hierbei auch auf die Opfcrwilligkeit der Ar- bcitgebcr. Um jedoch den Angehörigen einer möglichst großen Anzahl der zu den Fahnen Einberufenen die Möglichkeit der Versicherung zu bieten, soll die Versicherung auf die Mitglieder der Krankenkassen nicht beschränkt, sondern auf alle anläßlich der diesmaligen Mobilmachung zum Dienst Eingetretenen ausgedehnt werden. (8 1 des Gesetzes, letr. die Unterstützung von Familien in den Dienst eingctretencr Mannschaften vom 28. II. 1888). Der Anteilschein kostet 10 Mk. Es können jedoch für jeden Einberufenen bis zu 20 Anteilscheine gelöst werden. Jede Krankenkasse und jede örtliche Verwaltungsstelle einer solchen nimmt Anmeldungen entgegen. Falls die Verluste nicht größer sein werden wie im Kriege 1870—71 werden auf jeden Anteilschein mindestens 2äv Mark verteilt werden. Sind die Verluste geringer, dann erhöht sich dieser Betrag, sind sie größer, dann erniedrigt sich der Betrag. Slrbeitgcber, versichert Eure Slagestettte» und Arbeiter, Ottern, versichert Eure Löhne, Frauen, versichert Eure Männer! Die gesamte Verwaltung erfolgt ehrenamtlich, so daß hierfür — abgesehen von den geringfügigen baren Auslagen — Kosten nicht entstehen. Großh. Minlstcrium des Innern hat zugcsagt, die Bestrebungen der Hessischen Krjcgsvcrsicherung 1914 zu unterstützen. iw Eile tut Not! Bedingungen: § l. Die Teilnahme'steht allen im Eroßheizogtum Hessen wohnhaften oder vor ihrer Einberufung zuletzt wohnhaft gewesene» Personen, die zur Kriegsdicnstleistung beim Heere ein- getreten sind (8 1 des Gesetzes, bctrefscnd die Unterstützung von Familien in den Dienst getretener Mannschaften vom 28. Febr. 1S*8) offen und erfolgt durch Lösung von mindestens 1 Anteilschein über tü Mark. Die Lösung der Anteilscheine, deren Ausgabe überall durch die Krantenlaffen und deren örtliche Verwaltungsstellen oder durch fönst kenntlich gemachte Annah mcstellcn erfolgt, kann für die bereits in den Heeresdienst Ein- gelretcncn auch durch deren Arbeitgeber, Angehörige ujw. bewirkt werben und hat in bar zu geschehen. 8 2. Für jeden in den Heeresdienst Eingetretenen können mehrere, höchstens jedoch 2g Anteilscheine gelost werden. 8 3. Für bereits Gefallene oder Verwundete können Anteilscheine nicht mehr getost werden, jalls dicie Tatsache den! Anmeldendcn bekannt war. Diese Bestimmung trifft nicht zu, wenn eine Gesamtheit von Personen, z. V. die sämtlichen An gestellten und Arbeiter einer Fabrik versichert werden. 8 4. Die Leistungen der Kasse bestehen darin, dah die an gesammelten Gelder aus die eingctrctcncn Kricgssterbcsalle an! die hinterbUebcnc» verteilt werden. Als kkriegssterbesällc gel- ' tcn aüe Todcssältc, die Versicherte während des Kriegs oder infolge einer im Kriege erlittenen Verletzung oder erworbenen! Krankheit bis spätestens 2 Monate nach Beendigung des Kri, ! ges erleiden. Die Angehörige» haben etwaige Stcrbeiällc der! Persichcrtcn alsbald der Geschäftsstelle Obcrvcrstchcrungsamt, Kriegsversicherung Darmstadt, Aeckarslraße l, mitzuteilen. D> Abrechnung erfolgt drei Atonale nach Beendigung des .Krieges und wird auszugsweise össcntlich bekannt gegeben. Abschlags-! Reue Tageszeitung. Alsntag, den 1«. September 191« Seite 1 Laternen ilurmsicher, seldstoerfcrtigt, große Auswahl. Reparaturen billigst. Hch. Schmidt, SfienglkriiikiSer, Friedb erg, Vorstadt z. Garten 13. Mehrere gedmachtc I mit Rohr billigst zn v kausen. Reite Tageszeitung Druckerei u. Verlag A. G. Fried!: erg i. Sj. iTrfl . tf * Ä jj Mihemll 6 ( 1 $ ist nicht ausgeschlagcn und kostet sm Zentner und Einzcl- oerkauf den gleichen Preis wie seither. Leere Salzsäcke die ganz und sauber sind werden zurückgenomnlen. Salzniederlage Friedberg. Fraiierstralre Telefon 452. Feinsten Emmenth. SchWeizerkäse l%mcr,!)irtluniiJopciort, 13 . LiiiibiiWr ii. Hmidkilst, kliiiikiübcrt, Frischling i»iö ^niikskl» etc. empfiehlt I l ISii'licl Fetcsbcrg >. S>. zahlungcu dürfen aus Wunsch schon jrüher geleistet werden. Die Auszahlung erfolgt gegen Rückgabe der Anteilscheine und darf an den Inhaber der Anteilscheine erfolgen. 8 b. Die Geschäfte werden unter dem Vorsitz des Eroßher- zoglichen Oberoersicherungsamts durch die beiden hessischen Krankenkassenverbände geführt. 8 6. Alle etwaigen Streitfälle weiden endgültig unter Ausschluß des Rechtswegs durch die Befchlußkammcr des Oberver- sicheiungsamtes entschieden. 8 7. Werden in . anderen Bundesstaaten ähnliche Einrichtungen getroffen, sv ist die Verwaltung berechtigt, sich mit diesen zu einer Kriegsversicherung aus derselben Grundlage im Interesse einer Ausgleichung des Risikos zusammenzuschließen Darmstadt, den 20. Anglist 1914. Verband der Krankcnknsscn »nd Gemeinden als Träger der Krankenversicherung für das Großhcrzogtum Hessen. Großhkrzogliches Obervcrsichcrungsamt. Krankcnkasscnverband für das Großhcrzogtum Hessen. $agung. Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Sohnes sprechen wir im Namen der trauernden Hinterbliebenen innigsten Dank aus. Wickstadt, den 13. Sept. 1914. Georg Heil u. Frau Marie geb. Alles. Fallobst-Versteigerung. Donnerstag, den 17. d. Mts., vormittags 11 Uhr weiden im hiesigen Stadthaus 40—50 Doppelzentner Falläpsel (Kcltcräpfel versteigert. Friedlerg, den 14. Sept. 1914- Tcr Bürgermeister. Stahl. k'Ieklrislij (iiiflcfi'iebener DresW. Da es in der jetzigen Kriegszeit schwierig ist, Kohlen für mit Dampf betriebene Dreschsätze zu erhalten und außerdem das elektrische Dreschen wesentlich billiger, bequemer und vorteilhafter ist (3°/, höherer Ausdrusch) hat sich die Bau- und Betriebsleitung der elektrischen lleberlnnd Anlage der Provinz Oberhessen in zuvor- kominender Weise zur Stromabgabe für besagten Zweck bereit erklärt. Landwirte, die eventuell gesonnen sind, sich des schönen und guten Angebots bedienen zu wollen, wird seitens des Landwirlschaftstammer-Ausschusses angeraten, sich gesl. an die elektrische Ueberland-Anlage der Provinz Oberhessen in Friedberg zu wenden, von welcher die Stromliesernngsbedingungen etc. erhältlich sind. Die Dezirkslparknsse .Mathildenstift' frirblirro nimmt Zeichnungen auf die Kriegsanleihe bis zum 19. ds. Mts. entgegen. Die Direktion. Färberei Irauijaoii S Fischer CKEM. WASCHANSTALT Fabrik und Zentrale: Butzbach Telefon No. 24 Gegründet 1848 Tele'on No. 24 Iß eigene I>äden kl', iedbsi-,;: Kaiserslrasse 63, Telefon 439 Alicenptatz, Telefon 229 Dinger, Coblenz, Darmstadt, Eltville, Frankfurt a. Al (ile::en, Henau, Alainz, Offenbach, Wetzlar. Grdssier Cetrieb Cer Branche im Grossherzogtum Hessen. fnltrJre, m uns furch (in Balm oder Post übermittelt werCen, Juden prompter» trlidirene. Wir bitten «lebe direkt an die Fabrik richten in wollen. Feldpostbriefe fertig verpackt zu 4 und 5 Stück %l..nri-c-ii von 30 Pfg. an das Packet portofrei, auch zu 10 u. 20 Pig. Packungen versandfertig aul Lager. S.cctc ICisiclteii werden auch auf Wunsch mit *ä~»rr<-ii oder Kigarrften in jeder Preislage gefüllt und für besten Versand Gewähr geleistet! Ed. Oppenheimer Nachfolger. Gegründet 1868. Friedberg. Telefon 75. Erstes ältestes Zigarren-Spezialgeschäft am Platze!