Du- „8 («< ffnrrsiritiHia" n djtint ic6«n Slitrltag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer an» stellen", „Die ^pinullube". ileiiigoprei»! Lei de» Postaiistalte» meetcliährlich Mk. l.tfö * ci ec» Agenten nionalUch 50 Pjg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeige»: Grundzeile 20 Pfg., lokale >5 Psg, Anzeige» von auswärts werben sur.h Po inachnn ),ne erhoben Ersüllungsorl Friedberg. SchrifttkjtuNg und Verlag Friedberg (Hessen), Hanauer-traße 1L Fern precher 48. Postjchea-Lonlo Sir. 48>0, Amt Feantsurt a. AI. Zeichnet die Kriegsanleihen! Ti? Reichsbankdirektion bittet um Aufnahme solzwuden dliisruses: Wir stehen allein gegen eine Welt in Waffen. Bcni neutralen Ausland ist nennenswerte finanzielle Hilfe nicht z» erwarten, auch siir die Geldbeschaffung sind wir auf die eigene Kraft angewiesen. Tiefe Kraft ist vorhanden und wird sich betätigen, wie draußen vor denz Feinde, so in den Grenzen des deutschen Vaterlandes jetzt, wo es gilt, ihm die Mittel zu schaffen, deren es siir den Kampf um seine Existenz und seine Weltgeltung bedarf. Tie Liege, die unser herrliches Heer schon jetzt i» West und Ost errungen, berechtigen zu der Hoffnung, daß auch diKmal wie einst nach 1870—71 die Kosten und Lasten des Krieges schließlich ans diejenigen fallen werden, die des Tentschen Reiches Frieden gestört haben. Vorerst aber müssen wir »ns selbst helfen. Großes steht aus dem Spiele. Noch crwart-t der Feind von unsrer vcruici»Ilick>cn finanziellen Schwäch: sein Heil. Ter Erfolg der Anleihe niuß diese Hoffnung zerstören. Tcntsche Kapitalisten! Zeigt, daß Ihr vom gleich,» Geiste beseelt seid wie unsere Helden, die in der Schlacht il r Herzblut verspritzen! Tcntsche Sparer! Zeigt, das; Idr nicht nur für Euch, sondern auch für das Vaterland gespart habt! Deutsche Korporationen, Anstalten, Sparkassen, Institute, Gesellschaften, die Ihr unter dem mächtigen Schuh: des Reichs erblüht und gewachsen seid! Erstattet dem Reiche Enern Tank in dieser schicksalsschweren Stunde! Deutsche Banken und Bankiers! Zeigt, was Eure glänzend: Orga- visation, Euer Einfluß auf die Kundschaft z» leisten vermag! Nicht einmal ein Opfer ist cs, was von Euch verlangt wird! Man bietet Euch zu billigem Kurse Wertpap.iicre von hervorragender Sicherheit niit ansgezeick,e!er Vergasung! Sage Keiner, daß ihm die flüssigen Mittel schien! Durch die Kriegsdarlelmc kästen ist in, weitesten Umfang bafiir gesorgt, daß die nötigen Gelder flüssig ge>nacht »erden können. Eine vorübergehende kleine Zinseinbnße bei de. Flüssigmachung muß heute jeder vaterländisch gesinnte Deutsche ohne Zandern auf sich nehmen. Tic deutschen Sparkassen werden den Einleger» gegenüber, die ihre Sparguthaben für diese» Zweck verwende» wallen, nack Möglichkeit in weitherziger Weise aus die Einhaltung der Kündigungsfrist verzichten. Näheres über die Anleihen ergibt die Bckanntlu chung unseres Reick svank-Tirektonnnis, die heute an anderer Stelle diese-; Blattes erscheint. Ein neuer Sieg inr Osten. Das finnische Armeekorps der Rnffen znrückgeworfen. — Vordringen der Oesterrcicher. — Ein wichtiges Dokument. S'djon luirkr rin §ikg v. siindtnbmgs. Rechte Heldentaten verrichtet Dcictschlands Ostarnice unter der hervorragenden Führung ihres heldenmütigen Generalobersten vo>t Hindcnburg. Nachdcni er die russische Narcw-Armec in den Sümpfen Masurcns vernichtet hatte, warf er vorgestern die nach Ostpreußen befindlichen russische Heere bis an den Njemen ziwiick und heute wird bereits ein neuer Sieg gcnieldet. Das bei Lyck vocdringcnde finnische Armeekorps wurde geschlagen. Gott hat unsere Waffen abermals gesegnet. Unser Kaiser hat aus dem Herzen des deutschen Volkes heraus gesprochen, wenn er an den heldenhaften Verteidiger Ostpreußens folgende Depesche gerichtet hat: „Ihr Telegramm von heute bereitete mir unsagbare Freude. Sic haben eine Wasfentat vollbracht, die, nahezu einzig in ddr Geschichte, Ihnen und Ihren Truppen für alle Zeiten unvergänglichen Ruhm sichert, und, so Gott tcull, unser teures Vaterland siir immer vom Feinde befreien wird. Als Zeichen »icincr dankbaren Anerkennung verleihe ich Ihnen den Orden ponr lc möritc und ersuche Sk-, den braven und unvergleichlichen Truppen Ihrer Armee für die herrlichen Taten meinen kaiserlichen Tank auszusprechen. Ich bin stok auk urcine preußischen Regimenter. gez.: Wilhelm l. It." Unsere Siege in Ostpreußen erhalten dadurch erhöhte Bedeutung, weil damit der russische Angriff aus Deutschland, auf den die Franzosen ihre ganze Hoffnung gesetzt r. den, znsainmcngebrochen ist. Bereits hatten die Russen eigene Münzen prägen lassen mit der Aufschrift: 1011 Ein- -,,g in Berlin. Damit hat cs noch gute Wege. Tie Rüssen !.-erden Berlin niemals, höchstens als Gefangene zu stbcu l aniuie». Wir vertrauen weiter auf Gottes Hilfe und ' -d ge» > . daß wir damit aller Feinde Herr werden. ^funl'w mies rnlfijdjfn Arii!tk!rolps. Velin, 11. Scpt. (W. B. Amtlich.) Tag 22. russische Ar, -eclerps fZinlaud) hat versucht, über L»< in den Kampf in Os p'.c mm cinzugrcifen. Es ist bei Lack geschlagen war- ufsifchc uzerr gefallen'. - rie, 11. Sept. (W. B. Nichtamtlich) Tcm ,.New- o.-.ald zufolge, sind in der Sckilacht bei Gunibinn.-n, r d russische Eardekorps große Verluste hatte, d,e , ?! ce des Großfürsten Konstantin Konsion! :>o- . . P i uze» Johann und Ol g Konstantinowitjch. l 'f:ii;nyfr in AfiÜui. ' , :. richten bat in der Nähe des Songwe-Ftusi: > » ..r Gr., re von Tciitsch-Lstafrika und Briti'ck-Nsa - ;wisch-rn deutschen und englischen Trupp,» ein Kamps vu.tt- gefundcn, wobei aus beiden Seiten mehrere Europäer oc- sallcn sind. AliS der gleichen Quelle wird auch von To'eu und Verwundctcu in Kamerun berichtet. Eine anitlichc Bestätigung liegt bisher nicht vor. Die Kämpfe im Südosten. Wien, 1l. Sept. Die „Reue Freie Presse" gibt solgende Uebcrsicht über die Kämpfe aus dem nördliche» Kriegsschauplatz- Die Reihe der Schlachten begann mit der dreitägigen Schlacht, welche die Armee D a n lbei Krasnik stegreich qc liefert hat. Am 25. August hat die Armee Auffenbrrg ihren glorreichen Feldzug begonnen, der in den Schlachien und Siegen bei Z amos c und K o m a r o w gipfelte. Am 28. August ist das Eingreifen der Gruppe des Erzherzogs Zofef Ferdinand fühlbar geworden. Am 30. und 3t. August erfolgten umsasfcndc Operationen und am l. September war der Sieg entschieden, dessen äußere Zeichen beinahe 20 00» Gesangene und 200 erbeutete Geschütze gewesen sind. Inzwischen hatte die Armee Dank! am 27. August die zweite Schlacht bei Nieder- z-wicze geschlagen und ist nach Ucberwindung des Feindes dis gegen Lublin oorgedrungca Am 4. September meldete die Armee Ausfenbcrg, daß der Feind in vollem Rückzug sei, von den Unsrigen mit ganzer Kraft verfolgt. Eine Depesche meldete am 4. September gleichfalls di- energisch- Verfolgung des Feindes. Zwischen dem 4. September und heute sind über die Armee Alsenberg leine amtlichen Meldungen ocrössent- licht worden. Mr sind überzeugt, daß diese fünf Tage nicht verloren gegangen und aus» üußc.stc mit der Tatkraft, welche unsere Armee und unsere Führer auszcichncn, ausgcnutzt worden find. SC-.: die Armee Dank! Lctrifft, so haben wir gemeldet, daß stc r icrdings in heftigem Kampfe bei Lublin sich befinde, wo der Feind mit der Bahn namhafte Verstärkungen hrrangezegcn tttc. Weiter wird berichtet, daß die Gruppe unter General Kcstrauek die Russe» zuiückgeschlagen hat, was 000 Gefangene cinbrachte. Das Eommuniquc vom 3. September betresfend di- Kämpio in Ostgalizicn umsaßt den Zeitraum vom 27. bis 30. August. Es hat festgcstcllt, daß wir i» alle» Schlachten und Kämpsen mit den Russen etwa 40 Zn- sauteriedioisionc» und 11 Kaoallcricdivisioncn gegen uns gehabt haben, daß mindestens die Hülste dieser Truppen intcr großen Verlusten zurückgcwiesc» worden ist. Ein Kriegs- bullctin vom 7. September meldete, daß auf den Kauipfplützcn von Eati-ic» Ruhe herrscht. Rach dieser Ruhe hat gestern unsere Armee die Ostens ive sortgesetzt. Die Stimmung ist heut« zuversichtlich und erwarten wir mit Vertrauen das Ergebnis. Die Schlacht bei Lemberg. WTB. Wien, 1l. Sept. l:' . I Tclegr >c f: r K ricgSbcricht! -rslajter ans dem Kr presse: - n-ticr ill Ten übrrcinstii !.. ,cnd. daß die Kälirp' Senil g >- it Ui u.ündcrlcp i ieftigkoit sortdc ,-r». T ic Ossepiiv: d;r ttschcg Trupp.! irf rciblich sei, », cha- große Farts Sii- Lao: . . e veriichtlich beur teilt. Crzherzo, g-Thronst Jojcf hat gestern die Feucrtcuis e erhalte. ii. Währ ; - Kc anpses b.snnd so .) der Armee -Oberkv!,! Mandant . g Friedrich mit seinem Genera lstabsches General r Jufc itcrie Frccherrn von Eonrad - »ui den» ch chtielde. Desterreichifche Sicgesbeute. Wie», 11. Sept. (WTB.) Gestern trafen hier cnie große Anzahl russische Geschütze ein und wurden vor dein Arsen l ausgestellt. Es sind erbeutete Trophäen d:r Armeen des General Aliffcnbepg und Tankl. per lielMe Generillstab nur« Aniivtrpk». Berlin, 11. Sept. Nach einer Rotterdamer Meldung der „Vossischen Zeitiiiig" ist der belgische Gcncralst.il> mit unbekanntem Ziel Zins Antwerpen abgercist. Denlfche üriegsbriefe. Von unserem Kriegsberichterstatter. Genehmigung ziir Verösfentlichnng erteilt am 0. 2. 10l l. I. A. des Ehcfs des Geueralflahes des Feldste: cs (gez.) von liohrscheidt, Major im Großen Gcncralst:ö. V. Großes Haiiptquartier, 6. Sept. ES ist gewiß ein sehr anschauliches und interessantct Bild, wenn mnn sich den Kriegsberichterstatter inmitten des wildesten Schlachtengetünimels ruhig an seiner Schrcibma- / schine tippend denkt. Rings um ihn feuern die sch.-vereu Fcldhanbincn, rasseln die Maschinengewehre und rollt un mite obre -n das Feuer der Infanteriekolonnen, während man ihni von rechts und links den Fortgang der Operativ- nen zürnst. Ab und z» pinselt der mutige Man» die Schrap- nellsplittcr aus de» Typen »nd endet schließlich, in -sa-.-ut Meer von Blut sitzend, als einziger Ueberlcbendec init dct Siege. Meldung. Znm Schaden der Kriegsbcrichterst ilter hat der unselige Kollege Wippchen aiis Berlin diesen Typ auch „och in die Lil eratur eingesühr-, und so ist es denn kein Wunder, wenn heule dgr Berichterstatter den Vogel nb- schießt, deni eine kurze Wolsidcpcschc den Anlaß zu seitenlangen Schlachtbcrichten gibt. In Wirklichkeit haben wir Kricged:tichterslatter anßer dcr allerdings unvergeßlich cr- hcbcudcu Fahrt nach Lüttich und in das eben eroberte gla- uuir binein nicht viel anderes erlebe» können, als >v»S hcnte in manche» mittleren deutschen Stadt auch an Ereigniss,!,. wie Verwundeten- »nd ltzesangenentransport:» »nd ähnliö -n Dingen vor sich gebt, »nd dies zu fc-.fitn in den, -«nacublick, wo ich von einem weiteren und wirklich arc- n Erlebnis, wie cs »n- re gestrige Fahrt in dis Zeiil, i iliiscrer Wcstarniec bei Verdun bis unmittelbar in die < fed linie hinein war, erscheint >»ir um so net- we, - als wir ja doch nicht da;» d» stnd, den Ruf der rrftattiiiig durch Sensation zu schädig-». Tie l'luj . !, de nach den Ereignissen im türkisch-bulgarisch--» - : yiicut die Ki>: bericllerstatter kurzer Hand in rincit ■' . je» Iper;! ,,„d erst nach den Schlachte» >. ;■[ ch jch.clcl! habe, weil kein moderner L ni L. . gestatt:, l rö: -. sie zn seinci- kri.-ae- ris.l:u ?..ip.1icucn zuzulasjen, ist jedenfalls für Te-.-ttch- wic in die in - gcnbki ' in-.-N um Verdu,: vor ->ch a.-cn. -. i>d uns in d.-r lib ^ Weile der Zugang zu 51«. ri»__ solchen weltgeschichtlich einzig dastehenden Ereignissen frei gemacht, sogar auf die Gefahr hin — in der wir heute alle für eine kurze Zeit schwebten — bei einem Ausfall der Besatzung der wichtigsten Feste am jenseitigen Maasufer in die Feiierlinic zu kommen. Und noch etwas möge mir zu te- merken gestattet sein. Wir stehen trotz aller freudigen und sich fast überstürzenden Ereignisse doch erst am Anfang des Krieges mit dem westlichen Nachbar. Wir haben glücklicher Weise noch keinen einzigen Rückstoß anszuhalten g 'hobt, noch keinen größeren Fehlschlag unserer Operationen erlebt und müssen somit erst noch erweisen, daß wir auch dann nicht gleich den Mut pcrlicrcn werden, wenn es wider Erwarten auch einmal schief gehen sollte. Da erscheint cS wohl doppelt wichtig, daß sich auch der Berichterstatter, der an der Quelle sitzt, trotz aller großen und erhebenden Eindrücke nach Möglichkeit zurückhält, damit in jenen Augenblicken nicht das zuviel Gesagte den Rückschlag um !o fühlbarer macht. Wieder war es zu nachtschlafender Zeit, als unsere Automobile sich zur Reise nach Verdun anschickten. Diesmal hatte ich den eben erst unter allerlei Fährnissen aus Siid- rnßland zurückgekchrten Schlachtenmaler Professor Ungewitter zum Fahrtgenossen, dessen großes Diorama „Der Ucbcrgang bei Eaub" noch vor wenigen Wochen den Berlinern die große Zeit vor 100 Jahren näherbrachte, ohne daß sie auch nur eine Ahnung von der viel größeren und unmittelbar bevorstehenden hatten. Im Großen Hauptquartier hatten wir das Vergnügen, dem Generalstabsches aus seinem Morgenspaziergang zu begegnen, nachdem ich ihm Tags zuvor schon einmal ganz allein durch einen Zufall in die Arme gelaufen war. Das Gefühl absoluter Ruhe und Sicherheit, das von ihm ausgeht, überträgt sich sichtbar auch auf seine ganze Umgebung, die gewiß kein kleines Vergnügen daran gehabt haben mag, als ich urplötzlich infolge eines Mißverständnisies in das Allerheiligste einbrach und nicht gleich im Bilde war. Aber mit echt Moltke'scher Strategie hals mir die Exzellenz selbst in der liebenswürdigsten Weise, und ich hatte die Genugtuung, zu konstatieren, daß meine früheren Angaben über die ruhige und bestimmte Arbeit des Großen Ecneralstabs in keiner Weise einer Remcdur bedürfen. — Nachdem die letzten Instruktionen für unsere lange Fahrt entgegen- genommcn waren, ging es im 7l>-Kilometer-Tempo zum Tore hinaus, dieselbe Strecke entlang, die wenige Tage vorher der Kaiserliche Automobilzug nach den Schlachtfeldern bei Longwq und, in das Kronprinzliche Hauptquartier passiert hatte. Auch unser Weg führte zunächst durch Luxemburg und Belgien nach der französischen Erenzfeste Longwq, die gegen Ende August gefallen ist, nachdem schon in den Tagen vorher die kronprinzliche Armee einfach um sie herummarschiert war. Auf die heftigen Kämpfe, die auch hier unsere Truppen mit Franktireurbanden zu bestehen hatten, wies »ns eine Anzahl verbrannter Und zerstörter Häuser in den belgischen Dörfern Athus und Aubande hin, die wir zuerst passierte». Hier im Tal der vielbesungenen und auch von Goethe bei seiner Kriegsfahrt nach Longwq mehrfach erwähnte» Chiers blüht heute eine große Berg- und Hüttenindustrie, und die aus aller Welt herbeigsströmtc Arbeiterschaft sieht naturgemäß in der herangebrochenen Kriegsnot keine sehr angenehme Erscheinung. Doch sind die Leute bei Anfragen höflich und entgegenkommend, und in dem nächsten Städtchen, dem arg mitgenommenen Halanzq, sehe ich sogar mehrere, die mit der Binde des Roten Kreuzes am Arm Sama- literdienste tun. Gleich hinter dem Orte liegen lg unserer schönsten Lastautomobile, die, mit Hafer beladen, kurz nach Beginn der Beschießung hier cintrasen und durch einen unglücklichen Zufall in Brand gerieten. Hoch oben wird nunmehr Longwq sichtbar. Aber während Longwq Haut ganz zerschossen erscheint und sogar der schönste Baumbestand total vernichtet ist, haben die großen Hüttenwerke in Longwq Bas fast gar- nicht gelitten, ein Zeichen, wie sorgsam unsere Geschütze vom ersten Augenblick der Beschießung a» aus die Höhenbesestigun- gen selbst eingestellt waren. — In Halanzq liegt ein riesiger Hausen französischer und auch einige deutsche Tornister, Waffen »nd Munition vor der Maiso» communale ausgcftapelt. Unsere bra en Landwchrleute sortieren die Sachen mit pe' cnüjcher Genauigkeit und ich sah, wie einer von ihnen mit einer Postkarte. die er in einem Tornister gesunden hatte, zum Feldpost- brieskasten hiniibcrging und diesen letzten Gruß eines vor Longwq Gefallenen a» die richtige Adresse beförderte. Jenseits Longwq finden sich die ersten Schützengräben der Franzosen. Sie sind sehr bequem, aber nicht praktisch angelegt und schon nach kurzer Zeit verlassen worden, da das Schußfeld nur ein begrenztes war. Sic sind mitten in Haferfeldern gegraben, auf denen die Ernte noch steht und vielleicht langsam dem Verderben cntgegengeht, wenn es nicht gelingen sollte, vielleicht einige der vielen französischen Gefangenen zu ihrer Einbringung an- zustcllen. Es wäre das nur eine kleine Gegenleistung für die ihnen von uns gewährte Verpflegung. Hoch über diesem kriegerischen Bilde wiegen sich die schon langsam Hcrbstlaub zeigenden wunderschönen Ardennenwäldcr, in denen es in diesem Jahre keine fröhlichen Auerhahnjagden der französischen Granseigneurs geben wird. — In dem folgenden Orte Mufson, der ebenfalls halb ausgebrannt ist, fällt uns auf, daß ein waghalsiger deutscher Kletterkllnstler an der Außenseite des ganz spitz zulausenden Turmes heraufgcklettert ist und dort die deutsche Fahne aufgcfteckt hat, die so leicht wohl niemand wieder hcruntcrholen wird. Dann passieren wir Baranzq, das bis «uf zwei oder drei Häuser vernichtet ist und hinter seine» letzten Brandruinen Massengräber unserer Krieger aufweist, die hier einem wütenden Straßcnkampfe zum Opfer gefallen sind. Mit Entrüstung zeigen uns hier Soldaten unserer Ortswache wieder Geschosse mit abgescilter Spitze, die sie in den Patronentaschen französischer Infanteristen gefunden haben. Wenig- Augenblicke später haben wir selbst Gelegenheit, inmitten eines nur halbaujgeräumtcn Schlachtfeldes französische Tornister und Patronentaschen zu öffnen, in denen wir »och die Patronenpäckchen, wie sie aus der Fabrik gekommen find, und den Soldaten übergeben wurden.entdecken. Auch sie zeigen die abge- leillen Spitzen und nun bricht die Helle Entriistunq vor allem 9 («»t Tageszeitung. Samstag, den 12. September 1914. bei den ausländischen Militärattachees durch, die bisher vielleicht nur an die besonder« Niedertracht einzelner verbrecherischer Pioupious geglaubt hatten und nun mit uns erkennen müssen, daß wir es mit einer planmäßigen und bewußten Ausrüstung der französischen Truppen mit diesen verderblichen Ee- fchosien zu tun haben. Auch hier finden wir lange Schützengräben in den umliegenden Feldern, von denen der größte Teil aber überhaupt nicht besetzt gewesen ist. Bedenklich für die Schützen ist der Umstand, daß zu Armstützen gewöhnliche Holzbrctter benutzt sind, die beim Aufschlagen feindlicher Geschosse splittern und den eigenen Leuten somit gefährlich werden konnten. — Und weiter gehts durch Signeulx, wo am Bahnhof ebenfalls noch tüchtig unter den Tornistern und sonstigen, aus dem Wege gefundenen Ausrüstungsgegenständen der französischen Truppen durch unsere Landwehr aufgeräumt wird, nach Latour, wo wieder die Kirche hoch am Turm die deutsche Fahne zeigt und am Ausgang ein einzelnes Osfizicrsgrab unsere Aufmerksamkeit fesselt. Im Kreise herum dehnen sich Massengräber, in die man Freund und Feind ohne Unterschied nach dem großen Ringen am 23. August gebettet hat. — Dann kommt Virton, das letztere größere Städtchen an der belgisch- französischen Grenze, wo drei Eisenbahnlinien zusammenlaufen. Inmitten des kriegerischen Chaos liegt, obwohl unmittelbar an der Hauptstraße, jo doch fast unberührt, ein Nonnenkloster „zur heiligen Lucio", mit dem ei» Pensionat für höhere Töchter verbunden ist. Nur eine Granate hat sich in die Mauer eingebohrt, hinter der noch vor kurzem junge Mädchen unschuldigen Träumereien nachginge», und-pe wirkt heute, wie sie so harmlos da- fitzt, mehr wie eine etwas MSb^Annchtskarte eines abgewiesenen Liebhabers denn als verderbei/bringcndes feindliches Geschoß. Jetzt ist das Kloster dem Roten Kreuz unterstellt. Der große Bahnhof in Virton ist zwar ganz zerstört, und die Tele- graphenleitung nach allen Richtungen hi» durchschnitten. Doch das hindert einige deutsche Zugführer keineswegs mit unseren schweren Schnellzugsmaschinen die Strecke zu prüfen und dann lange Züge für den Verwundeten- und Gefangenentransport zufammenzustcllen. Jetzt wird mir auch mit einem Male klar, weshalb ich die letzicn Nächte vor meiner Abreise nach. Ems fortwährend die schönen tieuen Schnellzugsmaschinen der Hallenser Strecke erst einzeln, dann paarweise und schließlich in ganzen Zügen bei Nacht und Nebel aus dem Anhalter Bahnhof in Berlin ausrücken sah. O, dieser Eeneralstab! — In Dam- picourt finden wir, wie in der ganzen Gegend, sormidable Artilleriestellungen für einen energischen Verteidiger vor. Die sehr zahlreich vorhandenen Schützengräben sind hier nicht durchlaufend angebracht, sondern dem Gelände angepaßt und da sie zahlreich sind, so blieb kaum ein Winkel unbestrichen. Die Unseren müssen also auch hier einen recht schweren Stand gehabt haben. Bekanntlich wurde die Besatzung von Montmedq bei einem Ausfall zur Ucbergabe gezwungen, fodaß die hoch über dem Tale ragende Feste überhaupt nicht beschossen zu werden brauchte. Dadurch ist ein kleines Juwel mittelalterlicher Festungsbaukunst unsere» Tagen erhalten geblieben. Denn Mont- medy, die alte Hauptstadt der Grasen von Chiny und der Herzoge von Luxemburg, besitzt gerade in der alten Feste und der herrliche», unmittelbar in sie eingebauten Barockkirche eine Sehenswürdigkeit, deren Zerstörung nach dem Untergang schon so vieler wertvollen Bauten und Kunstschätze infolge dieses Krieges doppelt schmerzlich gewesen wäre. Weithin rage» die Doppeltürm- der Festungskirche in di- an den Thüringer Wald gemahnende Landschaft hinein, und die Feste selbst mit ihren Zugbrücken und Laufgräben, den, schweren Fallgatter und dem zinncngekrönten Mauerwerk erinnert stark an die Wartburg. Unglaublich erscheint es fast, daß die Gegner gerade diese, gar- nicht ernsthaft verteidigte Stellung zu einem förmlichen Proviantmagazin ausgebaut haben. Zn hohe» und hellen kühlen Kellern fangen wir große Weinlägcr und daneben Taufende von Konservenbüchsen, Kisten mit Reis, Kaffee und anderen Kolonialwaren und Lebensmitteln, die jetzt fromme bayerische und württembergische Patres mit lustigem Augenzwinkern aus die Schultern luden und zu den Wagen des Roten Kreuzes auf dem Hofe hinuntertrugen, um ihren Kranken und Verwundeten damit ein Fest zu bereiten. Wie man uns erzählte, sind die Vorräte so reichhaltig, daß wir nicht nur unsere Truppen, sondern auch das Rote Kreuz und die Lazarette in der näheren Umgebung aus Monate hinaus damit versorgen können. Ein besonderes Vergnügen war es für mich, hier oben in dieser luftigen Höhe Schwarzwälder Bauernwagen aus Hinterzarten, Totmoos, Lörrach und Waldktrch und daneben den Luxusautomobilen aus St. Blasien, Baden-Baden und Freiburg i. Br. wieder zu begegnen, nur daß heute nicht hochmütige Engländer, ruppige Russen und kalauernde Berliner drin faßen, sondern schwäbische und bayerische Landsleute, die der böse Franzmann ungcschossen hatte, und die nun den Lazaretten zugesllhrt wurden. Mitten in dem geschäftigen Getriebe sah ich auch den Mann austauchen, der uns Journalisten, die bei den ersten Zeppclinaufstiegen in Manzell zugegen waren, als treuester Freund und Förderer des greifen Grafen bekannt geworden war, den Freiherr» v. Eemmingen, der jetzt hier die Sache des Roten Kreuzes führt. Furchtbar hat die Zivilbevölkerung der Feste, anscheinend schon unmittelbar nach dem Abzug der Be- sotzung, die doch auch zu ihrem Schutze marschierte, gehaust. Schränke und Sachen der Truppen sind geöffnet und, ebenso wie die Betten, durchwühlt worden. Auch hat man versucht, in die Prooianträttine einzudringen, um de» Eroberern zuvorzukommen. „Gott schütze mich vor meinen Freunden!" —können die Franzosen auch hier ausruscn. Indem ich mich durch die wüste Unordnung hindurcharbeitctc, stößt mein Fuß an einen Hausen Bücher und Papiere, die jemand aus einem Schranke herausgerissc» und dann als wertlos hingeworfcn hat. Ich hebe sie auf und finde zunächst ein ganzes Kompendium französischer Chansons, dann Notizbücher mit eingezeich- ncte» Noten und Liedern und schließlich sogar einige Gedichte mit Bleistift geschrieben. — Wie schade, daß dieser sicherlich begabte Junge, der nun schon in einem Transportzug nach Deutschland sitzt, diese angesangene Sachen niemals wieder sehen wird. Und was wird die kleine Rouanefer-Modistin sagen, von deren Hand ich einen zierlichen Liebesbrief an ihren lieben braven Ortave unter den wild verstreuten Sachen fand! — Ach. sie ___Seite 2 beide haben nie an einen Krieg mit Deutschland gedacht. Ihr, Herzen waren ganz allein erfüllt von dem Gedanken an ei« baldiges Wiedersehen, trotzdem Octave so unvorsichtig gewesen war, ihr von einigen hübschen Tänzerinnen zu erzählen, die er am 14. Juli unten in der Stadt getroffen und als am Natio- nalfcsttage nicht ungeküßt hatte Vorbeigehen lassen. Dafür revanchiert sie sich in ihrem Briese mit der Andeutung, daß in Rouen noch einige junge Leute vorhanden seien, die für seine angebetete Marictte Interesse zeigten, und daß Octave daher sich seine Eskapaden doch etwas mehr überlegen solle. Nun, teuerste Mariette, die „Prussicns" halt.:» deinen Octave in treuer Hut, und er wird dir »ach feiner Rückkehr wohl aus der Hand essen. Paul Echweocr, Kriegsberichterstatter. Ein wichtiger Gericht des belMe» («Sfldjäftö triigers in Petersburg. Laut einer Beröfscntlichung der „Nordd. Allg. Ztg." wurde am 31. Juli in Berlin unter einer Deckadresse ein Bericht des belgischen Geschäftsträgers in Petersburg vom 30. Juli an den belgischen Minister des Aeußern zur Post gegeben. Der Brief wurde wegen des inzwischen cingetretencn Kriegszustandes von der Post nicht befördert, später zur Ermittelung des Absenders geöffnet und sodann wegen seine: politischen Bedeutung de.» Auswärtigen Amt zugcstellt. Der Bericht schildert die politische Lage in Petersburg am 30. Juli und besagt u. a.: „Unbestreitbar bleibt nur, daß Deutschland sich hier ebenso sehr wie in Wien bemüht hat, irgend ein Mittel zu finden, um einen allgemeinen Konflikt zu vermeiden, daß cs dabei aber einerseits auf die feste Entschlossenheit des Wiener Kabinetts gestoßen ist,- keinen Schritt zurück- zuwcichcn, und andererseits auf das Mißtrauen des Petersburger Kabinetts gegenüber den Versicherungen von Oesterreich- Ungarn, daß es nur an die Bestrafung und nicht an eine Besitzergreifung Serbiens denke. Sasanow hat erklärt, daß es für Rußland unmöglich fei, sich nicht bereit zu halten und nicht zu mobilisieren, daß aber diese Vorbereitungen nicht gegen Deutschland gerichtet seien. Heute morgen kündet ein offizielles kommuniqne an die Zeitungen an, daß die Reservisten in einer bestimmten Anzahl von Gouvernements zu den Fahnen gerufen sind. Wer die Zurückhaltung der offiziellen russischen Communiques kennt, kann ruhig behaupten, daß überall m o - b i l gemacht wird. Heute ist man in Petersburg fest davon überzeugt, ja, man hat sogar die Zusicherung, daß England Frankreich beistehen wird. Dieser Beistand fällt ganz außerordentlich ins Gewicht und hat nicht wenig dazu beigctragen, der Kriegspartei Oberwasser zu verschaffen. Die russische Regierung ließ in den letzten Tagen allen Serbien freundlichen und Oesterreich feindlichen Kundgebungen freien Lauf und versuchte in keiner Weife, sic zu ersticken. Heute früh um 4 Uhr wurde die Mobilisierung bekanntgegeben. Die russische Marine ist von der Verwirklichung ihres Erneuerungs- und Reorganisationsplanes noch so weit entfernt, daß mit ihr wirklich kaum zu rechnen ist. Darin eben liegt der Grund, warum die Zusicherung des englischen Beistandes z» große Bedeutung gewonnen hat. Jegliche Hoffnung auf ein« friedliche Lösung scheint dahin zu sei»! das ist die Ansicht der diplomatischen Kreise." Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt gegenüber der verleumderischen Erklärung unserer Feinde, durch Deutschlands schroffes, jede Verständigung unmöglich machendes Verhalten zum Kriege gezwungen zu fein, daß das vorliegende Dokument als Beweis dafür wertvoll sei, daß man in den diplomatischen Kreisen Petersburgs noch am 30. Juli, also zwei Tage qpr der deutschen Mobilmachung, die Ueberzcugung hatte, Deutschland habe sich in Wien wie in Petersburg die größte Mühe gegeben, den österreichisch-serbischen Konflikt zu lokalisieren und den Ausbruch eines allgemeinen Weltbrandes zu verhindern. Das Blatt inacht daraus aufmerksam, England habe durch die Zusicherung, cs werde in einem etwaigen Kriege nicht neutral bleiben, fon dein Frankreich gegen Deutschland beistehen, der russische» Kriegspartei den Rücken gestärkt und damit wesentlich zur Provozierung des Krieges bcigetragen. Schließlich sei dieses Dokument auch noch deshalb von Interesse, weil sein Verfasser die Versicherungen Rußlands, nur in einzelnen Gouvernements würden die Truppen zu den Fahnen gerufen, eine allgemeine Mobilmachung finde aber nicht statt, für Schwindel hält. 110 eilttlit lirfuif in finrm Regiment. •Staffel. 11. Gef>t. Nicht weniger als 110 Eiserne Kreuze 2. Klasse sind an die tapferen Angehörigen des hier und in Arolsen gainisonierenden Infanterie-Regiments von Wit- tich (3. Knrhessisches N. 83) verliehen worden. Ossiziere und Mannschaften haben sich bei dein Sturm ans Lüttich in Belgien ausgezeichnet. Obenan steht der Oberst des Regiments Graf Moltke. Dann folgen: Major v. Winter- feld, 0 Hanptleute, 3 Oberleutnants, 12 Leutnants, davon 6 Reserveleutnants, 5 Feldwebel, 15 Unteroffiziere und Sergeanten und 65 Einj.-Freiwillige und Musketiere. Dem Hiiegerleutnant Seehagen ist siir gute Dienstleistungen in' Elsaß das Eiserne Kreuz verliehe» worden. Der jüngste Soldal. Ter jüngste Soldat der deutschen Armee dürste wohl jetzt der Mittelschüler Rudolf Jäckel ans Breslau i ':i, teil- chcr,am 7. d. M. bei deni Ersatzbataillon des Jns.inte Regiments Nr. 51 im Alter von 15>/> Jahren als Oriee:- freiwilliger eingestellt worden ist. Sein jetzt 1S> ia:: -,.t Bruder kämpft in demselben Regiment bereits in ,V i land. Austausch vou Soldaten. Blrn, 11. Sept. Ter schweizerische Bnndesrat hat im Einverständnis mit Deutschland und Frankreich beschloss m in der Schweiz internierte Offiziere und Soldaten der feilt Wr. *14 Meie '-lagtsjutnng. Sam wog, ken 12. veptemdee 1914 Seit« 3. scheu und der französischen Armee ihren Landern zurückzu- stcllcn. Auf beiden Seiten wird die gleiche Anzahl Ion internierten Kämpfern ihren Regimentern zugcführt. Bis seht sind jedoch nur je zwei Internierte frcigclassen worden. Ter Bundesrat sicht aber einen weiteren Anrtausckr vor im Interesse der Schweiz und der beiden kriegführenden Länder. Ans Frankreich. Zur Flucht aus Paris. Berlin, 10. Scpt. Aus Mailand wird bcriilitet: In der vorigen Woche haben, wie die vorgenommcnc Zählung ergibt, über 800,000 Personen Paris verlassen. Die anwesende Bevölcrung wurde vorige Woche mit wenig mehr als zwei Millionen Seelen sestgestcllt, während die letzte allgemeine Volkszählung 1911 2,880,000 Personen ergeben hat. In den letzten Tagen aber haben zahlreiche weitere Scharen Paris verlassen. Nach diesem Bericht des franzosruf ünd» lickicn „Corricre dclla Serra" herrscht volle Verzweijlur.g in der auf allen Punkten geschlagenen Armee, lind die bürgerlichen Flüchtlinge, die sich in großen Wagenkarawanen nach Paris bewegen, sind hoffnungslos. Sie finden die Straßen und Tore nach Paris gesperrt und wissen nicht, >äo- hin sich wenden. ti Di« Stimmung in Paris schildert eine telegraphisch« Meldung der „Stampa" aus Paris dort sehr düstere Die herrschende Angst sei unbeschreiblich. Bis zum letzten Augenblick, sagt der Korrespondent, war die Bevölkerung von den Siegen über Deutschland fest Überzeugt und glaubte, das, General Ioffrc nur aus strategischen Erün- dcn die Deutsche» ins Land hereinlietz. Erst als die Verlegung der Regierung bekannt wurde, brach sich die Wahrheit Bahn und der Optimismus schlug in schwärzesten Pessimismus um. Jedermann will jetzt fliehen. Hunderttausende und aber Hunderttausende drängen nach den Bahnhösen und verzichten selbst aus die Mitnahme ihres Gepäcks: sie wollen nur das Lebe» retten und sich vor den schrecklichen Ulanen in Sicherheit bringe». Von Verwundeten, die in Paris ankamen, cr- snhr der Korrespondent, daß die Deutschen sich mit unerhöe- ter Tapserleit schlagen, immer Vorgehen und niemals zurück- wcichcn. Ein Bericht des Präsidenten Poincare an den Zaren? Die „Vosi. Zeitung" erhält folgende Drahtnachricht aus München vom 8. September: „Rach der Meldung eines bayerischen Offiziers teilt heute die „München-Augsburger Abendzeitung" mit, daß bei Nancy einige französische Flieger heruntergeschosien worden seien. Unter diesen befand sich auch ein Pilot, der »inen Bericht an den Zaren von dem Präsidenten Poincare bringen wollte, worin der Präsident den Zaren ersucht, die kräftigste Ossensive zu ergreifen, damit Franko reich für acht Tage ruhen könnte, da es sich sonst nicht mehr halten könne." . * ^ Die Fahne im Invalidendom. e- Berlin, 8. Sept Eine in Nizza erscheinende französische Zeitung hat eine» pomphaften Bericht gebracht über die Nie- berlegung einer eroberten deutschen Fahne im Pariser Invali- dcndom. Was es damit aus sich hat, lehrt die feststehende Tatsache, daß bis heute noch kein deutscher Truppenteil eines seiner Feldzeichen cingebäßl hat. (Wahrscheinlich hat die Franzosen der Ruhm ihrer ruf,. Verbündeten nicht schlafen lasien, die kürzlich eine deutsche P o st s a h n e „erobert" hatten. D. R.) Tic Pariser und die englische Einquartierung. Einer jungen Elsässerin in Paris ist cs geglückt (wie man uns mitteilt), auf Grund ihres Nachweises, daß iie und ihre Eltern Elsässer sind, die Erlaubnis zur Heiinrcisc zu-rrhaltcn. Sie bat Paris am 0. September verlassen und erzählt hier, daß in der Stadt im großen und ganzen Ruhe herrsche. Man sei ztvar niedergeschlagen, weil die deutsche Armee Frankreich iiberrcnnen und auch mit der Zeit Paris einnclrnen werde, aber an der endgültigen Entscheidung könne das nichts ändern, da die englische Flotte und die russische Millioncnarmee Deutschland doch besiegen w-.rdc. Im Pariser Straßenbild herrsche die englische Uniform vor. Tie englischen Soldaten seien aber durchaus nicht populär in, Gegenteil verspotte sic der Pariser und verachte ihren Mangel an Mut gegenüber der Tapferkeit des französisch-.'» Soldaten, lieber die Engländer sagen die Pariser: „Tie sind immer die Sieger, aber sie tun gar nichts, außer daß sie davonlaufcn und ihre Pfeife rauchen." Es sei überh >upt l -eicknend, daß die im Grunde eines jeden französischen Herzens ruhende Abneigung gegen den Engländer >ebc oft n spöttischen Redewendungen zuni Ausdruck omme. Poincaräs Leibgarde. Aus Paris wird gemeldet: Vor dem Hause Poffirrräs in Bordeaur hält eine Leibgarde Wache, weil man rff.-nbar rlttentate aus den Präsidenten befürchtet. Ans England. Englisch« Mincnopser. Berlin, ll. Scpt. Das „Becl. Tagbl." meldet aus Lon Apn Die „Daily Chronicle" vecöffcntlicht in ihrer Ausgabe vom 1. September solgcnocn Bericht des englischen ojsiziellen Prejscbureaus: Eine Meldung des konimandiercnden Ossiziers des Schisses „Cpccdy" besagt, das, der Dampfer „L i n s b e l l" am Donnerstag morgen ans eine Mine gestoßen und gesunken ist. Eine Viertelstunde später streß auch der „Speed y" ans eine Mine und sank etwa 30 Meilen von der Osltüste c»t scrnt. „Speedy" war ein Kriegsjahrzeug, das zum Zweck des Fijchereischutzes in der Nordsee diente und im Jahre 1893 gebaut worden war. Bei dem Untergang der beiden Schisse sind mehrere Personen umgelommcn und verwundet worden. — In der Nordsee ist das Wrack dcs englischen Dampfers „Ottawa" aujgcsunden worden, der vermutlich aus eine Mine ausgclau- fa ist. Zuchthaus fit Zahlungen an Deutsche! London, 1L Sept. Im englischen Parlament wurde ein Gesetzentwurf etugebracht, wonach Zahlungen an das feindliche Ausland verboten werden, selbst zur Abwicklung von Engagements, dle vor dem Ausbruch des Krieges eingegangen sind. Die Büchcrcinsicht soll in Vcrdachtfällen erlaubt werden. Der Verkehr mit außereuropäischen Filialen deutscher Geschäfte wird gestattet sein. Verstöße gegen das Gesetz können mit sieben Jahren Zuchthaus bestraft werden. Die Zeiten ändern sich! Wien, 1l. Sept. Die „Wiener Allg. Ztg." gibt Aeuße- rungcn englischer Staatsmänner der letzten Jahre über Serbien wieder. Im Jahre 1909, während der Anncxionskrisis, riet der damalige englische Botschafter in Wien, Cartwright, zu einem raschen Krieg gegen Serbien mit den Worten: Das Verschwinden Serbiens wäre ein Glück für ganz Europa. 1912 äußerte Erey: Serbien bedeutet eine stete Gefahr für den europäischen Frieden. Seine ungemesicnen Aspirationen bedrohen ohne Aushören unsere Ruhe. Die königsmördcrische Dynastie kann sich eben nur durch äußere Erfolge behaupten. Noch vor dem Ausbruch de» jetzigen Krieges sagte der englische Botschafter: Das ganze englische Volk verdammt das fluchwürdige Verbrechen von Sarajewo. Es gibt nicht einen einziger! Engländer, der die geringste Sympathie für Serbien hegt und der nicht von Herzen wünschte, daß die Serben einmal eine derbe Lektion erhielten. Die Zeitung fügt hinzu: Mit diesem so klar und richtig eingcschätztcn Staat kämpst nun England Schulter an Schulter. Ans Rußland. Kttmpfesweife der Russen. Wien, 11. Scpt. (W. B. Nichtanitlich.) In den Abend- blättern veröffentlicht ein verwundeter Offizier Erzählungen verwundeter Soldaten, die bei Towaschow und Lublin gekänrpft haben. Die Soldaten erzählen: Am Walü- rande bei Tomaschow fchwcnktcu die in den Fcldschanzen angegriffenen Russen Weiße Fahnen und legten die Gewehre nieder. Der Regimentskommandant hatte darauf da? Feuer einstellen lassen, um die Gefangennahme cinzuleiten. Das ruhig onmarschicrcnde Regiment wurde hierauf von Feuer überschüttet. Russische Maschinengewehre waren auf Deumen postiert. Selbst die Sanitätsanstalt ist durch Schrop- nells vernichtet worden. Aerzte und Verwundete sind getötet und ausgeraubt worden. Alle Ortschaften, auS denen die Russen zurückgehcn, sind in Schutthaufen verwandelt. Einige Artilleristen, die sich in den vergifteten Brunnen wuschen, weisen schreckliche Hautwunden am Hals, im Gesicht und an den Händen auf. „Einzug in Berlin 1911". Berlin, 11. Sept. Die „B. Z. a. M." meldet: Nach brieflicher Mitteilung eines Berliner Arztes fand man in einem Kasten der erbeuteten russischen Geschütze hundert Stück einer frisch geprägten Kupfermünze, die auf der einen Seite das Bild des Zaren, auf der andern Seite die Aufschrift: „Einzug in Berlin 1914" trägt. Uom ÄaUrnn. Koustantinopel, 11. Sept. (W. B. Amtlich.) Aus Besorgnis vor einem vermeintlichen Eingreifen der Türkei zu Gunsten Deutschlands und Oesterreich-Ungarns hab.'n die drei Ententemächte der Türkei ihr Einverständnis mit der Abschasfung der Kapitulationen für den Fall zu erkennen gegeben, daß die Türkei in dem gegenwärtigen Kriege neutral bleibe. Die Pforte hat erwidert, daß ihre Neutralität nicht käuflich sei, sic hat aber gleichzeitig ans der Eröffnung der Entente-Botschafter die Konsequenzen gezogen, indcin sic ein kaiserliches Jrade erwirkt hat, das die Kapitulationen aushebt. • (frrfanng unter den Arabern. Rom, 1l. Scpt. Der Bologneser „Rcsto del Earl'io" nieldet aus Kairo, daß die Araber in lebhafter Gärurg :»d) befänden. Am 1. Scpt. plünderten arbeitslose Arab.r >>n vier verschiedenen Punkten der Stadt die NahrungSmitt. l- läden und beschimpften vorübergehende Europäer: erst als ägyptisches Militär mit Maschinengewehren erschien, beruhigte sich die Menge. Infolge der Schwierigkeit.-r d. sein Leben vor dem Feinde lassen mußte. — Schmerzlich wurde in Nieder Wöllstadt die heute cingetrossene Kunde empfunden, daß der Dragoner W i l h. O c r t c l, der Sohn dcs Bicrfuhrmanncs Hrch. Ocrtel, ein hoffnungsvoller junger Mgnn in einem Lazarett aus dem Kricgsschi.iplatz seinen Verwundungen erlegen sei. Wir schließen .ins der Trauer der Angehörigen über den Verlust der Icnr.'n Gefallenen an. Möge cs ihnen znni Tröste dienen, daß ibic Angehörigen auf dem Felde der Ehre für das Vaterland gefallen sind: FcindeSadler sahst ihr fallen, hörlet Siegesdonner sckillni. Als der Tod das Auge brach. Heil euch, Lieben, träumet drüben Von des Siege? gold'ncm Tag! * Fricdbrrg, 12. Scpt. Tic ossizicllrn Berlnstiinen licgcn im Lesezimiiirr dcs Volsbildniigsvrrciito, Harigstr.iße 16, zur nllgrmcincii Einsicht osscn. * Ranstadt, 8. Scpt. Heute Nacht kurz nach 1 Uhr wurdcn unsere Einwohner durch den Feucirus alarmiert. Ein in der Behausung des Herrn Julius Heß wohnendes Fräulein Z. K hatte ihre eigene Wohnung und Dachraum in Brand gesteckt um die daneben wohnende Familie dcs Herrn I. H. zu vcr Nichten. Letzterer gelang es jedoch sich in Sicherheit zu bringen. Unsere Feuerwehr konnte mit drei Schlauchlinicn »ach einer halben Stunde des Brandes Herr werden. Man nahm zuerst an, die Brandstifterin sei in den Flammen umgelominc», sie hatte jedoch die brennende Wohnung, die im zweiten Stocke lag, durch das Fenster verlaßen. Nach 2 Stunden fand man sic mit schweren Brandwunden auf dem Abort im Hofe vor. nachdem sie zuvor versucht hatte, in dem Psuhlloch ihr Leben zu beenden. Cie wurde durch den schnell herbeigeiuseircn Arzt Dr. Koch verbunden und am Morgen noch Gießen verbracht Das llnglück, das sie anderen zugedacht hatte, hat sie ereilt. * Gießen, 12. Sept. Bei der Universität Gießen sind an« dem Berzeichnis der Studierenden gestrichen worden: 1) Sin dierende aus Rußland: Isaak Abramowitsch aus Wilna, Jodid Aranc aus Zoslr, Witold Bcndctson aus Warschau, Meer Ftier aus St, Petersburg, Isaak Ipp aus Kowno, Boruch Israels witsch aus Mitau, Alex Jaroslawzew aus Perm, Solomon Kahon aus Orani, Cäcilie Katznelsohn aus Libau, Sosche Lei kin aus Riga, Wolf Lichtenfeld aus Kowno, Hersch Lubicz aus Lodz, Alex Moschlowlzeff aus Moskau, Gustav Meyerowiü aus Riga, Lewon Mrrimairian aus Tiflis, Maschkochaim Moros aus Kiew, Beno Nesielstrauß aus Kowno, Melanie Neuhaus aus Tuckum, Boris Pincs aus Warschau, Samuil Reines aur Cmorgon, Eyta Rosenstein aus Libau, Michael Rosenihal aus Baku, Abraham Schinderoff aus Elisabethgrad, Joses Sega! aus Schilele», Paul Sißle aus Riga, PauUnc Slcinhauer au« Lodz. Jakob Suritz aus Dwinsk, Anna Umanska aus Ekaleri Iwslaw, Rogalc Werpe aus Kurland, Moses Meier-Wischnick aus Riga, Viktoria Woqtial aus Petersburg, Joses Wulssohu aus Friedrichstadt, "Sinarda Melik-Schah Rasarjanz aus Schuscha, Gregor Petioss aus Poltawa. — 2) Studierende aus England: Stephan Brichta aus London, Archib. Rich. Cusden ans Reading, Leo Jung aus London, Marschall Montgomery aus Liverpool. — 2) Studierende aus Serbien: Daniza Boirl« schits aus Berlgrad, Marisfaw Joximowiisch aus Barlschinn. -- 4) Studierende aus Belgien: Jan Rocst aus Antwerpen, - 5) Studierende aus Japan: Sozo Jida au» Ehiba. Hessen-Nassau. * x. Usingen, 11. Sept. Aus dem Schweinemarkt war den Austrieb zahlreich, 207 Ferkel und 24 größere Tiere: das An» gebot überstieg die Nachträge. Preise: gesallen, hauptsächlich für Ferkel. Preise für letztere: bis 0 Wochen olle ll—10 Mark, ll-8 Woche» alte 10—12 Mark, 8—12 Wochen olle 12—20 Mt; Läufer 2—1 Monat alte 20-30 MI., 4—5 Monat alte 30^10 Mark, über 2 Monat alte 40—20 Mark. Der Rindoichmarkl war von wenig Belang. Nächster Markt am 22. d. Mts. * x. Eichbach, 11. Scpt. Der hiesige Gesangverein „Liedcr- Iranz" beschloß, dem Roten Kreuz den Betrag von 100 Mark aus feiner Kasse zu stiften, * r Wernborn, 11. Sept. Unser Lehrer K. Katsch starb als Offizier-Stellvertreter der Reserve den Tod fürs Vaterland. Franksurler Wetterbericht. Boraussag«: Unbeständig, zeitweise Niederschläge, kühl nordwestliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch c I, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. S ch in i d t, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. G., Friedberg i. H. ^odes Anzeige. Am 1U. September erlag seinen vor dem Feinde erhrllenen Wunden durch Hinzutritt von Siarrkramps in, hiesigen Reservelazarett der Reserve-Radfahrer Willii änrij aus Bierstadt (kreis Wiesbaden). Ehre seinem Andenken. viaruison-Kommando Friedberg. v. Branconi. Major u. Garnisonältester. «r. 214 r>iouc Tazeszcitung. Samstag de» 12. Lcpremdcr 1914 Seite 4. Kiegsanleihen. n LM RtichsschlltzliMlil'lsWlieii 5iLSRWWltihtmk.M i.c ' c Stücke 51 t 5)7.50 — Sperrstücke (bis 15.4.1915 zu 97.30. Zeichnungen werden bei »ns entgegengenommen. Laudgräflich Hessische ^onecssiouicrte Kricdbnts i.h. Telefon Nr. 20. Sandesbank,''^LL 5"o Deutsche Reichsschatzanweisungen 5"'o Deutsche Reichsanleihe, M-n« w i. Mb» M. (Kriegsanleihen.) Zur Be' rcilung der durch de» Krieg erwachsenen Ausgaben werden 5% Reichsschatzanlveisnngen und 5% LchnivvcrschrcibttUgc!» der Neichsanleihc hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Bedingungen. 1. Zeichnungöstelle ist Neichsbank» Zeichnungen werden bis einschließlich Lonnabcnd den 19. September, mittag» l Uhr Lei re.» Kontor der Reichshauptbanl für Sl’cctpopictc in. B-rlin tind bei allen Reichsbanl-Houptstellen. Reichsbankstellen und Reichsbank-Rebknstellc«, mit Kaffeiikinricktung entgegengenommen. Die Zeichnungen lönnc > aber auch lu.ch Vermittlung der Königlichen Seehandirni «Prengiichen Staatsbanll und der Prcugiichen Lentral-Gciioffenjchastslaff« in Tcrlm, rer Köni'lichen Zauptbank in Nürnberg und ihrer Zweieanlialten, sämtlicher deütschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, jeder Leuijchcn öffentlichen Sparkaffc sowie jeder deutschen Lchensoerstcheiungsgesellschast erfolge». Die Lchatzaittpcisunge!» werben in Höhe von l 000 000 000 aufgelegt. Sie sind ei,«geteilt in 5 Serien zu je 20» Millionen 'Mark und ausgejcrtigt in Stücken zu: 100OrjO, 50 000, 20 000. .10000/ 5001, 2000, 1000,. 5c0, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen zahlbar am I Aprit und 1. Oktober jedes Wahres. Der Zinsqniauf beginnt am 1. Oktober 101t, der erste Zinsjchein ist am 1. April 1015 fällig. Die Tilgung"der Schotzanweismtgen erfolgt durch Auslosung ron je einer Serie zum »Oktober 1018, 1. Sptil 1919 I, Oktober 10>n, >. April 1020 und J. Oktober 1020 Die A»slo ungcii finden im April und Oktober jeden. Jahres, erstmals in April 1018 statt / Die Rücktatstuug geschieht an dem aus die Auslosung folgenden l. Oktober bezw. 1. April. Welcher Serie die einzelne Schatzanweisung angehört, ist aus ihreni Text crstchtlich. ■ ’ ■ ' Die Reichsanlcikic ist in derselben Stüüeeintcilung von 10920) bis 100 Marl ausgesertigt und mit dem gleichen Zinsenlauf und den gleiche» Zinstermin^n wie die Schatzanweisungen äusgestället. 4. Der Zeirhnunrspreis beiragld-^^ a) für diejenigen Stücke der Reichsanlerhe, die mit.Sperre bis 15. April 1915 in das Reichs- > Ichuldbuch cinzulragen sind, W ol,30 Nkttl'k siic je-100 Mark Nennwert, s unter ^Verrechnung b) siir alle äbiigen Stücke der tüeichäankcihe und für die Lchatzanwcisuugcir A7,59 MlN'k ! Stiick- fiir je 100 Ohark Nennwert ' ' ) ■ zm en Kriegskartell Dcirtsffli-Französisclior Kriegsschauplatz Jlk. 1.— Dciitvch-Ocstcrr.-Itiiss. K riegsscliaiiplatz „ 1.— Ocstcrr.-rngar.-Sbrbiscli. Kriegsschauplat z „ 1.— Kriegsschauplatz in Hclgicn „ 1.— llcntsch-Englischer Scckriegsschnnplatz ,, 1.— Kriegsschauplätze Europas >, 1»- 2u-beziehe» durch '' ■' i Friedr. Streckfuss, Frittierl i. H Kreuzfygndporto für 2 Karten 10, 4 Karten 20, 3 Karten 30 Pfg. Zum Versand? verscliliessbar mit auswechselbaren Adressen l>illtgs( bei Fr. Weber, Friedberg, Kaiserstr. 62 , (■iriillteh fl.a&'cr am IMalze! zm&zsmji (Tupften, Cinlirnfta, Glii^eißen, Farben, fndtr, Pinjel nirgends besser, nirgends billiger wie bei Bechilcin, Ä« nlt.JloiTnnti. L r lr«l!»o» r; i. II. Schulilr 5. Trieft», 459. 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Mark - . ,L_ 5 ®/o Reichöanleihc und verpflichte mich zu deren Abnahme oder zur Abnahme desjenigen geringeren Betrages, der mir auf Grund gegenwärtiger Anmeldung zugeieilt wird. ■ - • Soiceit meine Zeichnung auf. Schatzanweisungcn bei der Zuteilung nicht berücksichtigt wird, bin ich einverstanden, datz statt Schatzanweisungen auch Reichsanlcihe zugeleiit wird, b-l I 3 • .. . ... ”. Tje Zuteilung erfolgt tunlichst bald nach der Zeichnung. Ueber die 'Höhe der Zuteilung entscheidet das Ermessen der Zeichnungsstelle. Anmeldungen auf bestimmte Stücke und Serien können nur insowett berücksichtigt werden, als dies mit den Interessen der andern Zeichner, verträglich, e.rscheiuj.. . , 8. Die Zeichner können die ihnen zugeteilien Beträge vom Zuteilungsiage gb jederzeit voll bezahlen; sie sind jedoch verpflichtet: 4»?/o des zugeteilien Betrages spätestens am 5. Oktöber d. 2. ' . i . '&)»/“ „ „ „ ' ., i„ 28. Oktober d. I. > •• ; . . 30% „ „ „ 25. November d. I. zu bezahlen. Beträge bis 1000 Mark einschließlich sinh bis zum 5. Oktober b. I, ungeteilt zu berichtigen. 9. Die Zeichner erhalten vom Reichsbank-Dircktorium ausgestellte Zwischenscheine, über deren Umtausch in Schuldverschreibungen beznu Schatzanweisungen das Erforderliche vffentkch bekanntgemacht werden wird. Berlin, rm September 1914. Das Nichtzutreffende ist fortzulassen. Neichsbank-Direttorium. Havenstein. v. Grimm. I«hsder: L. Kochendörfer FRIEDBERG i.H. direkt am neuen Italinliof — Hanauerstr. 22 — Steinhäusser Bier, gute Weine, vorzügl. Mittagstisch ven 70 Pfg. an Spezialität: Warme Rippchen u. Haspel zu jeder Tageszeit. Hausmacher Wurst. freundliches Kolleg mit Klavier geeignet für Zusammenkünfte und kleinere Festlichkeiten. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Moselstrage 6 a. Teleson-Numrner 9208 Amt l. Bürostunden: Montag nach«», von 5—7. — Dienstag nach«», von 5—7. — Donnerstag nachm, von 5—7. — Freitag nachm, von 5—7 Uhi Zn verkaufen. 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Psalm 118, 15. 1 „Tie Fahnen flattern hoch im Wind", stürmend drängen^ < Bonner unserer Truppen vorwärts, so singt man mit Freu-^ d.n von, Sieg in den Hütten der Gerechte»^ Wieder ersähet ^.»Ischiand die biblische Freud«: Dies ist der lag, de» der ;> ir gemacht hat, wiederum zieht durch die Lande der evange- ,"l,e Choral. Nun danlet alle Gott! (hott gibt Sieg: welch ein Segen liegt darin! Große Teile : • rc« Dolles muhten Nichts mehr da»«», glaubte» Nicht darr» Im regelmäßige» Gang der Geschulte, im gleichtönige» '.'ans des Lebens hat man vielsach den Schritt Gottes durch die Welt überhört. Jetzt merlt man wieder, daß wir uns wohl rasten, auch lapser tämpsen können, aber der Sieg kommt non dein großen Siegeshelden, der Wollen, Lust und Winde» gibt Wege, Laus and Bahn. Nun schreibt Gott mit eisernem Gris- kel in unsere Gegenwart das alte Wort von neuem in großen Buchft^en: Ach bin der allmächtige Gott, waiidl« vor Mir und ><> sromm. Trotz aller Sünde und allem Widersprechen hält (öot: und sei» Wort, seine Sache und sein Geist «inen Siegeszug durch die Welt. An Jesus sehen wirs, an der Geschichte der christlichen Kirche ossenbart sich's: Die Rechte des Herr» behält den Sieg. Er dringt mit seinem Heil und Frieden vor in die Herzen der Mensche». Dem soll auch der Wasfensieg dienen, den -nie besubcln. Es bewahrheitet sich wieder, wie im 118. Psalm: .Sie iimgcben mich allenthalben"! „man stützt mich, datz ich fallen soll", mutz Deutschland heute sagen. Feinde ringsum. b -r nich! die Ungerechtigleit und die Gottlose», solider» die Rechte des Herrn behält den Sieg. Er teilt ihn aus, und er l'.-liält sich vor, den Siegeskranz zu schenken, In de» Hütten d., Gerechten sreut man sich über den Sieg. Diese Freude hat freilich einen besonderen Ernst: denn jeder Sieg ist mit einer Niederlage verbunden. Dar Jubelwort: Sieg, Sieg! übertönt doch nur einen Augenblick das Gestöhne der Derwundclen und das Schluchzen derer, die um ihre Gefal- lencn weinen, Siegen aus dem Schlachtfeld ist ein blutiges Geschäft Aus dem Hintergrund von Scham und Schande, von Niederlagen und Flucht, von Tausenden von Toten und Verwundeten erhebt sich der Sieg. Gott behüte uns, datz wir ihn nicht entheiligen und das War. >icht mitzbrauchen. Sieg ist ein teuer erworbenes, »on Gott geschenltes köstliches Gut, das uns die Knie beugt und zum Loben und Danken drängt. Nicht vor der brutalen Macht der Kanonen, nicht vor der rohen Kraft Ser Menschen, nicht vor den gewaltigen Anstrengungen von Hunderllaujcnden, auch nicht vor der genialen Leitung der Führer stehen wir ehrsurchisvoll still: wir bleibe» bei dem Ps-ilin- Ivoit. di« Rechte des Herrn behält den Sieg! Wie sollen und können wir ihm dafür danken? Mit Wor- : n, im Gebet und Sieb, mit Taten in der rechten Lebenshaltung und mit gute» Werken in Ausübung der Nächstenliebe, Gott gibt Sieg. Doch nicht blotz drautzen aus dem Schlachtfeld! Wir dürse» dieselbe Erfahrung mache» im Kamps mit der Sünde, im Streit mit der Selbstsucht, im Darbringen der grotzcn und kleinen Opfer aus dem Altar des Baterlandes, im Erira ' »: des Schweren und Schwersten! Wo es gilt Wunden heile» uns Not linder», Traurig: trösten und Sterbende» helse», da schauen wir aus Gott, der Sieg gibt. So zeigt sich der Dank in Gestalt von vertiefter Frömmigkeit, von völliger Hingabe an ihn, von teuerem Fleitz in gute» Werken, Ein siegreich Doll, ein gottbegnadet Doll, das seine Knie beugt und lobsingt: Nun daulet alle Gott: das sieghast ist in allein guten Werk der Ge rechtigkeit. Chronik« der Frricgss,elchich1c. 28, August. Oesterrei-h hat au Belgien den Krieg erklärt. — Der Kaiser fordert die Ostpreutzen zum Vertrauen aus die Macht unseres heidcnmllligcn Heeres aus, 28, August. Grotzer Sieg der Deutschen in »tägiger Schlacht bei Tan- nenberg unter Generaloberst o. Hindenburg über die russische Rarew-Armee, oie 5:. Armeekorps stark oorgegangen war, — Beginn der russischen Offensive gegen Nord- und Ostgalizien. Untergang des deutschen Kreuzers „Ariadne" und des Tor- i doboots ,.\ 187" im Kamps« gegen weitaus überlegene eng 3'Tttitriiftc nördlich von Helgoland. 3g. August. Es w:rb gemeldet, datz in der Schlacht bei Tannenberg i» Russen mit viele» hohe» Offizieren in deutsche Gesan- yen-chaft gerate» sind. — Der linke Flügel der österreichischen :::: e..i der russisch galizischen Grenze schreitet siegreich vor. In einer zweiten Schlacht wurden die Höhen von Niebrz- a-ica B»za siegreich erstürmt, 2000 Russen, darunter ein Gene- ' eer-e ."> in jterre.chinhe Gesangenschift, 3t. August. Eeneralobcrst » Kluck schlug eine» französischen Flanken ».'.riss gegen Eombl« zurück. — Generaloberst o. Bülow hat > ei St. Oneutin eine überlegene jranzösijche Armee vollständig gesch'age». Die Niederlage der Rüste» stellt sich noch »er . roiead I dar, es wurden 'i'/, Arureelorps ganz vernichtet und . f: ,0 Gesängen«, darunter 2 kommandierende Generäle, gemacht Tie sämtliche Artillerie siel in unsere Hände, — Die R::ft»schlacht in Galizien dauert weiter an, 2» der ersten Schlacht bei Krasnik machten die Oestcrreicher 0000 Gefangene - nd erbeuteten 23 Kanone» und 3 Fahnen — Der erste deutsche gtieg'r ist über Paris geflogen. — Die Festung Givet ist ge- sallen 1, September. Apia, die Hauptstadt »on Samoa, hat vor den Engländern kapituliert. — Die Kinder des belgischen Königspaares sind ,itach England geflüchtet, — Eine deutsche Post wurde in Lüttich eingerichtet. 2. Septembee. Die »ittlere Heeresgruppe de« Franzosen fei»« lü Armee- lorpsj wurde zwischen Reim» und veednn zurückgeworsen. Der Kaiser «ahnte den Kämpfen bei. — Da« Jentrom der österreichisch»» Armee unter Anssrnderg errang im Ranm Zamose- Tvozowe «ine« vollständigen Sieg über M« Rüsten. Scharen von Gefangenen und etwa 20V Geschütze wnrden erbeniet, 3. September, Di« Sperrfestunge» Hirson les Ayvclles, La Fere und Laon wurden ohne Kamps genommen, — Die Kavallerie de» Een« raloberste» KInck streift bi» Pari», — Die Zahl der gefangc nen Rüsten aus der Schlacht bei Tannenberg hat 90 000 bereits überstiegen, darunter befinden sich drei kommandierende Generale, — Die französische Regierung hat Pari» »erlasten und sich nach Bordeaux begeben, — Der Präsident Poincare richtet ein« lügenhasie Veröffentlichung an die Franzosen. 4. September. Reims ist ohne Kamps besetzt worden, — Die Siegesbeuie der Armee v Bülow beträgt bis heute: 12 934 Gefangene, 0 Fahnen. 233 schwere Geschütze, 16» Feldgeschütze und 79 Ma schinengewehre, — Die Franzosen habe» Boulogne für Mer geräumt 3, September, Aus strategischen Gründen haben die Oestrrreicher die Stadt Lemberg geräumt, — Um Nauru haben die itn grsssskümpse um die Befestigungen begonnen, welchen der deutsche Kaster beiwohnte, — Im deutschen Reichsiagsgebäude fand eine interne Besprechung der Führer der verschiedenen bürgerlichen Parteien statt, nach welcher der Regierung die Zusage gegeben wurde, in weitgehendstem Matze die Mittel sür den sojortigen Ausbau der Flotte zu bewillligen, 8, September. Die Deutschen haben Tier Monde bei Antwerpen beschosten, —Die deutschen Diplomaten in Aegypten wurden von dem englischen Miliiärtommandante» ausgesordert, inner halb 24 Stunden Aegypten zu verlosten, — Die Türkei hat die Mobilmachung auch des Landsturms bis zum 45, Lebensjahr angeordnet, — Das offizielle englische Pretzbüro gibt den Verlust mehrerer englischer Schisse, darunter Torpedoboote und Kreuzer, durch Mine» und IN Gefechten mit deutschen Schisse» zu, 7, September, 3 Forts von Maubeuge sind vollständig zerstört, die Bcschietzung der übrigen Forts wird fortgesetzt, — Die Ocsterreicher haben bei M i t r o w i tz a »ach heitzen, siegreichen Kämpsen 5000 Serbe» gefangen genommen, — Die Regierungen von England, Frankreich und Rutzland trösten sich über ihre Niederlage» damit hinweg, datz sie sich gegenseitig verspreche», leinen Separatsriede» abzuschlietze», 8. September. Bekanntgabe der Kapitulation van Maubeuqe, 4v 000 Kriegsgefangene, 4 Generäle, 400 Geschütze und zahlreiches Kricgsqerät wurde van den Deutschen erbeutet. — Die Dc»t- schcn haben Radom in Russisch Polen besetz!, — Die „Nordd, Allg, Zeitung" verössentlicht ein Telegramm des deutschen Kaisers an Präsident Wilson, in welchem gegen die völterrechiswidrige Kriegssuhrung der Engländer und Franzosen durch Anwendung der Dum Dum-Geschosse, sowie gegen die von der Zivilbeoölterung in Belgien an deutschen Soldaten uno Verwundeten begangenen Grausamkeiten energischer Protest eingelegt wird, 9, September. Vor Paris haben die ft ä m p f e begonnen und ist von den Deutschen dem Angriss iiberlegeneer Kräste» Stand gehalten worden, 50 Geschüge und einige Tausend Gefangene sind den Deutschen in die Hände gejallen, — Die Oesterreicher hoben eine aus 1500 Man» bestehende serbische Ab teilung teils getötet, teils gefangen genommen. Japanische Flieger haben wirlungslo» Bomben über Tsingtau geworfen. — Die belgische Stadt Eent ist von den Deutschen besetzt, 10. September Der deutsche Kronprinz hat mit seiner Armee die beseitigte feindliche Stellung südwestlich Berdu» genommen und die Beschietzung der in der Nähe besindlichen Spcrrsorts mit schwerer Artillerie begonnen. — Prinz Joachim von Prentzen ist in seiner Eigenschaft als Ordonanzossizier durch einen Schrapnellschutz am rechten Oberschenkel verwundet worden. — Im Osten hat Generaloberst v. H i n d e „ bürg de» linten Flügel der noch in Ostpreußen besindlichen russischen Armee geschlagen. Der Feind hat den Rückzug ange- treten und wurde von deutscher Seite die Berjolgung ausgenommen. — Auch in den Schlachten um Lemberg wird ei» siegreiches Vordringen der österreichische» Ossensive gegen die rnssischcn Stellungen gemeldet, — Bei einem Einsall in Sla- oonien haben die Serbe» eine ganz empsindliche Niederlage erlitten. Franwstscher AersaU. Von Julius Adler, Friedberg i, H. *1 Seit Ausbruch des Krieges ist bereits vielerlei über Man gel an Vorbereitung, Ausrüstung und Organisation unseres westliche» Gegners geschrieben worden. Das Meiste, was in Der Verfasser dieses bemerkenswerten Aufsatzes ist ein lebhaft auffasiender Beobachter französischer Verhältniste, Er lebte mehrere Jahre in Limoges und wurde durch den Kriegsausbruch gezwungen, nach Deutschland zurüch, »kehren dieser Hinsicht gesagt wurde, bleibt jedoch »och hinter der Wirklichkeit zurück. Die Hauptgründe hierfilr und sür den sranzösischen Versa« im Allgemeinen sind: Mangel an Selbstertenntnis, an «US- Sauer und an Disziplin.--All' dies wurzelt tief im fran- zösischen Charakter: frühere Niederlagen, sowohl aus dem Schlachtselde als auch aus den Gebieten des Handels und der -Industrie, führten leine neiinensloerte Aendernngen herbei und künftige Ereignisie werden ebensowenig Einslntz ausüben. Einstens marschierte Frankreich an der Spitze der Eioili. satt»» und der Kultur und von überall her kam man, um sich französisches Witzen und Kannen anzueignen. Diese Zeiten sind aber lange vorbei und die übrigen Kuliurvöller machten Riesensortschritte. — Der Franzose verschmähte es, sich seinerseits anderwärts umzuschauen, überzeugt wie er war und nach ist, datz kein Land dem seinen an Kultur auch nur nahe käme, wie auch lei» Land so schön wie das seine sein könne. Das ist nicht Rationalsiolz. sonder» Rational-Dünlel >,»d die Folgen zeigten sich denn auch, indem Frankreich aus vielen Gebieten von anderen Böllern bald überflügelt wurde, — Doch die Verblendung ging noch weiter. Als im Kriege von 1870-71 di« große fianzüsische Niederlage lam, da wurde dieselbe — und wird noch heule — im Land« nicht etwa der Minderwertigkeit der Truppen resp. der Kricgsleilung zugefchobe», sondern man redet sich ein, von allen Seiten im eigenen Lande verraten worden zu sein und viele sonst vernünftig« Leute sagen noch heute: „En 70 nous aoons ete vendlis de «ous les rotes": „Im Jahr «0 sind wir an allen Ecken und Enden verraten worden". Auch die Auswüchse des republikanischen System» und andere sich zeigende Schäden werden meistens auf die gleiche Art erktärt. Hat ein Minister oder ein Staatsmann sich aus Kosten der Allgemeinheit bereichert. — (die Versuchung dasiir liegt zu nahe bei dem republilanische» Systems — fällt eine diplomatische Transaltio» zu Ungunsten Frankreichs aus. pre oigt ein Utopist de» Weltfrieden, gehl eine Industrie zurück, - in allen diesen Fällen wittert der größere Teil der Beoölle rung einen Pakt mit dem Rutzland als letzte Ursache: „vendu 0 l'ötranger", „dem Ausland verraten", ist die Erklärung für so ziemlich Alles, was schief geh«, — Ueberall ist ferner auch die Regierung schuld, oder soll verantwortlich gemacht werde» swährend sic sich in Wirklichkeit der Veraiitwortung gerade weit mehr als in irgend einem anderen Lande entzieht) und bei allen möglichen Uebelftänden fall sie Abhilfe schaffen. - — bei denen lein anderes Voll an eine Staatshilse auch nur dächte, — Man erinnere sich B, au die Wein Ueberprodul tia» i» Süd Frankreich vor einige» Jahren, die Spottpreise sür den Wein zur Folge hatte. Damals wurde» in de» Weingegenden riesenhafte Demonstrationen veranstaltet: die Regie rang sollte für die Erhöhung der Preise sorgen Wie da» aber anznsangen sei, wurde nicht verrate», — Kommt nun irgend ei» Mitzcrsolg vor, den man durchaus weder den Verrätern noch der Regierung in die Schuhe schie ben kan», so sucht die sranzösischc Bevöllerung denselben aus andere Art zu beschönigen und mnzudeutel», — anstatl sich ehrlich die Schlappe einzugcstche» und ans Abhilfe zu arbeite» Ein typisches Beispiel ist die Geschichte das beim grotzen französischen Automobil Rennen vor einigen Wochen von nnserem brauen Lautenschlagcr aus deutschem Mercedes Wagen glön zcnd errungene» Sieges, — Vorausbemerti fall werden, datz schon voriges Jahr, nachdem mir Deutsche schon einmal den cvieg in diesem wichtigen Renne» davongctragen. von vieleti sranzösischen Stellen angeregt wurde, diese Rundsahrt künftig überhaupt abzuschasscn, unter dem Vorwand, datz sie sür die llebcrlegenheit oder Minderwertigkeit der einen oder anderen Marte „doch nichts beweisen können", — Das Rennen fand trotzdem statt, der Deutsche Lautenschläger siegte und die drei erste» Preise wurden sämtlich van dem deutschen Mercedes Wagen daoongetragen. Aber viele, sonst ernsthaste Pariser Blätter fanden heraus, der sranzösische Favorit aus Pengeol- Wagen habe doch den „moralischen Sieg" daoongetragen. Er sei nur deshalb ins Hintertreffen gekommen, weil er öfters zu reparieren gehabt habe und weil jede einzelne Reparatur auck länger dauerte, als bei den deutschen Wagen! Eine solche Ver bohrtheit ist unglaublich!!! --- Ja, das französische Voll bringt es nicht über'» Herz, wo immer es auch sei, sich einzu- gestchcn, datz es überholt ist, — und hat es selbst die in di« Augen springenden Beweise vor sich. — So kommt es u. a. auch, datz der Riesenersolg der deutschen Industrie aus dem sranzösischen Markt — bewirkt durch bessere und preiswertere Arbeit — in weiten Kreisen damit erklärt wird, datz Deutschland nur billige» Schund, „la camelote allemande" liefere! — Das z» widerlege», verlohnt sich wahrlich nicht. Ein in Frankreich oft angewandtes Argument, um sich an praktischen Neuerungen und Verbesserungen vorbeizudrücken, die anderwärts guten Erfolg hatten, ist, datz die beiressende Einrichtung „dem sranzösischen Charakter nicht entspreche." — Deshalb werden solche Neuerungen entweder vor der Einfuh rnng nmgearbeitet und oann stets verpsuscht oder aber über Haupt bei Seite gelatzen. So kommt es, datz Frankreich von den meisten inodernen Einrichtunqan der Hygiene, der Bolls- sürsorge usw. kaum zaghafte Ansänge besitzt. — Hier rühren wir nun an de» zweiten Hauptgrund des französischen Verfalls : mangelnde Beharrlichleit und Ausdauer, — Im Allge meinen gebt der Franzose an die Arbeit im Anfang mit einen- gewitzen Ungestüm »nd Feuereifer, dem sogen, „elan" heran, der auch ei».- Zeitlang vorhält, wenn sofortige und unmittelbare Ersolge ersichtlich sind. Stellt sich das Resultat aber nicht rasch ein, oder kommt ein zäher, womöglich noch glücklicher Konkurrent hinzu, dann erlahmt die französische Tatkraft ebenso rasch wie sie entstanden und bald wird da» Begonnene einfach mitzmutlg zur Seit« gelegt. Ein Beispiel hierfür unle» vielen sind di« FU«a»r. — Bei deren erste« prakiiüber Beiäiig- Nr. 214 :mg mut Frankreich an der Spitze und die Begeisterung war, ,»glaublich im Lande, als französische Flieger einige Zeit lang eile Rekorde behaupteten. — Dann bemächtigte sich deutsche G.ändlichkeit der Ausgabe und förderte nach einiger Zeit ruhiger ausdauernder Arbeit ohne begleitendes Geschrei und ohne Reklame in Presse und Oessentlichkeit, viele glanzende überlegene Resultate,--und sofort flaute das Interesse für sie Sache in Frankreich ganz kolossal ab. — Dieses Gebiet ist für Frankreich wohl auch schon soweit verloren, wenigstens was Neuschaffungen und Verbesserungen betrifft:--es hat kein Interesse mehr! — Wollte man nun wenigstens in solchen Fallen den wahren Sachverhalt den anderen oder doch sich selbst cingestehen, — nämlich: daß man durch die Erfolge der anderen. sich hat abschrecken lasien! — Aber nein, es heißt dann immer nur: „Wir Franzosen machen alle bedeutenden Erfindungen", sind aber schwach genug, sie uns vor der Rase wegnehmen zu lasien, von anderen, die dieselben dann kommerziell ausbeuten. — Wir allein haben den Erfindergeist, die andere» verstehen, uns schlau um die Fruchte unserer Arbeit zu bringen.--Den Franzosen nach, ist das Diphtcrie-Serum uon Roux, das Serum gegen die Havarie von Dogen entdeckt worden, das Telephon hat auch ein Franzose erfunden usw.: die Behring, Ehrlich, Reiß usw, waren nur schlaue Ausbeuter jranzösischen Genies!! Et Voile teilt!!J Und nun der schlimmste Grund französischen Verfalls, — nämlich die absolute Disziplinlosigkeit, die allenthalben herrscht: >e äußert sich aus Schritt und Tritt, im öffentlichen und im jeschäftlichen Leben, wie auch im Staatswcsen, — Ist es nicht unvereinbar mit den elementarsten Ordnungsbegriffen, daß des Staatsoberhaupt, jeder Minister oder höhere Beamte öffentlich mit Ehrenbczeichnungen wie: filou, brigand, imbecile, vendre usw. (Schuft, Räuber, Dummkops, Verräter usw,) belegt werden kann! — Im Prozeß gegen Madame Caillaux vor wenigen Tagen kam in öffentlicher Gerichtssitzung etwas recht Bezeichnendes in dieser Hinsicht vor. — Dem Präsidenten Poin- care waren s. Zt. aus dem Ealmette'schen Nachlaß p-Lftische Schriftstücke s„la document vert") übergeben worden, — angeblich die Marokko-Affäre betreffend, und die für Madame Eaillaux resp. ihren Mann belastend waren und soll M. Poin- eare lebhaft für Ueberbringung dieser Schriftstücke gedankt haben. Die Regierung ließ aber im Verlause des Prozesies eine Lrklärung abgeben, diese Schriftstücke seien nicht authentisch und von keinerlei Belang. Daraufhin äußerte ein Belastungszeuge in seiner Aussage: „Entweder ist die Regierungserklärung lügenhaft, oder der Präsident Poincare ist „ein Dumm- !opf erster Güte": — so geschehen in öffentlicher Gerichtssitzung und ohne daß der Vorsitzende oder sonst Jemand irgendwie .»»griff!-- In Frankreich sicht jeder Einzelne kn sich selbst verkörpert „le peuple souverain": das selbstherrscherische Volk, — daher die absolute Abneigung irgendeine Autorität anzucrkennen, oder sich irgendwelcher Disziplin unterzuordnen. — Ein Volk aber, das so gänzlich bar aller Disziplin und Manneszucht ist, kann als Gegner auf dem Schlachtfelde kaum ernst zu nehmen fein. Ein tandralttlalr gegen anmatzende Leanile. Im schlesischen Kreise Waldenburg hat der Landrat von Zedlitz folgenden Erlaß an die Gemeindebehörden gerichtet: Es sind mir Klagen und Beschwerden darüber zu Ohren gekommen, daß Frauen, deren Ehemänner zur Fahne ein- berusen sind und daher die Familienunterstützung bei den Ortsbchörden beantragen, teilweise durch die betreffenden Angestellten der Gemeindebehörden in schroffer oder sonst unangemesicner Weise behandelt werden. Dieses Verfahren ist nicht geeignet, die bisherige Begeisterung und Opferwilligkeit in der Bevölkerung wachzuhaltcn und muß durchaus verurteilt werden. Ich spreche die dringende Erwartung aus, daß sämtliche mit der Bearbeitung von Familienun- terstützungssachcn befaßten Dienststellen im Kreise zu derartigen Klagen in Zukunft keinen Anlaß mehr geben, daß vielmehr die Anträge auf Unterstützung in wohlwollender Art und Weise geprüft und die Nachsuchenden, wohl meistens Frauen, in einem den jetzige» Derhältnisien angepaßten ruhigen Ton behandelt werden, ihnen auch bei Wohnungsund Mietstreitigkciten in weitgehendstem Maße mit Rat und Tat zur Seite gestanden und geholfen wird. Die Mahnung ist sehr vernünftig. Winterfeld;ng in Licht. Die österreichischen Statthalter haben den Zeitungen folgende Mitteilung zugehen lasien: „Es liegt im Interesse der Nichiakriven und Landsturmpslichtigen, sowie des Personals der von der Armee gekauften und gemieteten Fuhrwerke, Tragtiere usw., mit einem Paar fester, gutpasiender, bequemer Schuhe (Stiesel, Opanken:, dann mit einer brauchbaren schafwollenen Weste mit Aermeln (Wolleibchen, Sweater) sowie mit warmen wollenen Socken, Wollhandschuhen, einer Schneehaube und einer warmen, nicht über l'A Kilogramm schweren Wolldecke (Kotze) einzurücken. Im Besitz der Nichtaktiven und Landsturmpslichtigen der Fußtruppen befindliche Schneeschuhe (Skier) samt Stock und Schneereifen sind gleichfalls mitzubrin- gc». Diese Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände bleiben >n> Eigentum der Mannschaft und werden ihr — soweit sie ieldbrauchbar sind — zu ihrer militärischen Bekleidung belasten. Für Fußbekleidungen, die mindestens gleichwertig mit den ö>arischen Schuhen befunden werden, wird der volle Preis eines Paares ärarischer Schuhe, bezw. Stiefel bar ausbezahlt. Die übrigen ieldbrauchbar befundenen vorerwähnten Beklci- bungs- und Ausrüstung-gegenstände werden auf Grund der ortsüblichen Preise nach Abschätzung des wahren Wertes bar vergütet. Die nichtaktiven Eagisten weiden gleichfalls ausge- jordcrt, entsprechende Winterausrüstung (bei den Fußtruppen auch Schneeschuh« und Schneereifen) sowie einen Rucksack mit- «ubringen." „Zu enge Frust!'' (Geschehen im Rheinland.)' Ein Sekundaner, sechzehn Jahr. Steht im Beiirks-Gedräng — Reue Tageszeuung. Samstag, den 12- September 1914 Der Stabsarzt sagt ihm klipp und klar: „Die Brust ist viel- zu eng!" „Für eine Kugel breit genug". Sagt keck dä junge Schneuz, „Und wenu es Gott im Himmel will. Airch für ein Eisern Kreuz!" Max B c w c r. Wein Kriegsfreiwilliger. In öcr „Kattowitzec Zeitung" hat ein Vater von feinem 17jährigen Sohn, der als Kriegsfreiwilliger eintrat, mit folgendem Gedicht Abschied genommen, das der Verbreitling würdig ist: Noch einmal die Hand! — Nein, ich halte dich nicht, Du lieber, sonniger Junge. Ich sch' dich, ich fühl' dich, ich spreche ja nicht, Ich meift'rc die bebende Zunge. Nun ziehst du dahin und ich bleibe zurück, Muß ohne dich wciterlcbcn: Ans den Augen leuchtet dir edelstes Glück, Wie du selbst es uiir immer gegeben. Du opferst dich willig dem Vaterland, Du fürchtest den Tod nicht — nicht Wunden In dir ist ein heiliges Feuer entbrannt. Das ich schaudernd Hab' initempfundcn. Ich hielt dich, als Gott dich mir hatte gcscheiilr, Als wollt ich dich nimnier lassen. Heut halt' ich dich nicht, weil es Gott so gelenkt: Ich kann es mit Mühe nur fassen So zieh denn, mein Junge, von Siege zu Sieg. Wie du hoffest in heißem Verlangen, lind kehrst du heim aus deni heiligen Krieg, Will mit Stolz ich dich zärtlich umfangen. lind kehrst du nicht heim, dann klage ich nicht, Dann wart' ich voll Deniut im stillen, Bis zum eigenen Tod, — bis zum jüngsten Gericht, lind füge mich Gottes Willen. Wenn aber dann an dem jüngsten Tag Ter große Weckruf crklnngen, Tann weiß ich, ist meine erste Frag' Nach meinem geliebten Jungen. „Deutsche Schrift." Die „Aachener Post" brachte folgendes V-: G. dicht' Ruht aus, Ihr Diplomaten, Ihr habt genug getan, Jetzt treten wir Soldaten Statt Eurer machtvoll an. Das Schreibzeug ist die Flinte Di« Feder ist vorbei, Wir schreiben nicht mit Tinte, Wir schreiben nur niit Blei. Und was mit Blei wir schreibe: . Tie Schrift ist echt, die sitzt, Wird unauslöschlich bleiben: Der Sttft ist zugespitzt Was niemals dagewesen. Das geht jetzt ganz famos. Das „Deutsch" wird England lesen, Ter Russe und Franzos'. Da gibt's kein Wenn und Aber, Das Blei schreibt wie noch nie, Ist besser noch als Faber Und „made in Germany". Leo M e y c r. Heiteres ans ernster Zeit. Unser Kriegsberichterstatter Vinzenz telegraphiert uns: Nach Einsetzung des General-Feldmarschalls v. d. Goltz wurde sofort mit der Durchsuchung des Archivs für Völkerkunde im Museum zu Lüttich begonnen. Hierbei stellte es sich heraus, daß der belgische Löwe im Wappen v. Belgien bisher verkannt worden ist. Es hat sich nämlich herausgc- stellt, daß dies kein Löwe sondern eine Hyäne ist, wie dies auch von unseren Truppen, die das Biest nach kurzer Zeit meisterhaft dressiert haben, bestätigt worden ist. Das orhcr meisterhafte Gebiß ist infolge der ungewöhnlichen Nahrung, die es nur ungern zu sich nimmt und welche hauptsächlich aus Gemüse und zwar aus blauen Bohnen, besteht, schadhaft geworden. Die beiden gefährlichen Schneidezähne „Namur" und „Lüttich" sind faul geworden und sind durch einen operativen Eingriff eines unserer besten Chirurgen des Herrn Prof. v. Enimich herausgezogen worden, während der Stoßzahn „Antwerpen" bereits wackelt und durch einen kurzen Zug in nächster Zeit entfernt sein dürfte. Wie man uns mittcilt, wird dann die Hyäne durch eine kombinierte Kreuzung bald als Schoßhündchcn präsentiert werden. Die Nahrung die ihm dann vorgesetzt wird, dürfte es in der ersten Zeit nur widerwillig nehmen. Jedoch hofft man, daß es sich bald an alles gewöhnen wird. Vorläufig wird ihm dieses Futter uoch vorgekaut werden müssen. Die ganze Welt ist über diese einzig dastehende Art einer Verwandlung des aclürchtete» Löwcn-Hvänentiers erstaunt. Die __ Seff - 2 Inhaberin dieses Tieres „Germania" soll, wie :m hären später einem Ruf an die Universität in Tokio (Japa-i) als Privatüozent folgen, um daselbst Proben ihres Können a». den dort vorkommenden gelben, schlitzäugigen Assen i-zu. legen, welche dann in Europa vorgezcigt werden sollen. Diese gelben Asse» sollen in Kiauffcho» sich den Magen vee- dorben habe,:, indem Sie einen seilen Bissen unrecht...' giger Weise verschlingen wolllen, den Sie jedoch nicht zu verdauen int Stande waren. Als Folge dieser Ueberlegenheit in der Dressur von Ungeziefer sind die in England auf,jetauchten Gesichter verschiedener Minister, die an sich schau sehr lang süid, .wch bedeutend mehr in die Länge gegangen. Wci- tere Mitteilungen unseres Berichtcrstetters folgen nach. Die Schafe zur Nechtrn, die Böcke zur Linken .... An das bekannte Bibclwort ans Matthäus 25, 33 wild man — so lesen wir in der „Franks. Ztg." — wohl erinnert wenn man von der klugen Musterung hört, die ein Heidelberger Professor dieser Tage unter den Damen hielt, die sich zur Dcrwundctcnpflcgc gcincldct hatten, und denen er Unterricht erteilen sollte. Er trat, lvic uns berichtet wird, vor die Schar der Versammelten und begann: „Meine Da- men! Diejenigen, welche sich der Pflege von Offizieren widmen wollen, bitte ich auf die linke Seite zii treten und die andern zur Rechten." Etwa sieben stellte» sich zur Linken des Arztes auf. An diese wendete sich der Professor zii- erst und sagte: „Sie köniicn nach Hanse gehen: für Tarnen die nur Offiziere pflegen wollen, haben wir feine Verwendung und die Unterrichtszeit ist für die anderen Taiiien vollständig in Anspruch genommen." Ter Kenner. Ten jetzt wie Pilze nu§ der sicheren Erde schießenden Wirtshaus-Strategen widiiiet der Münch ner „Simplizissimus" folgenden satirischen Dialog „ans der Kleinstadt": Der Kenner: Also Leut, jetzt ist es ganz klar, wie die G'schicht geht. Dorn druckt der Kronprinz Rnpprecht nei, oben drnck'n die andcrii rei, und von unten druck'» mir erst recht nei. Dem Franzos'» geht die Luft ans, er ist zerrieben. Der Zweifler: Js scho recht, Herr Hingcrl, aber ob mies aushalt'n? Der Kenner: Ob mir was aushalt'n? Der Zweifler: Ich »icinc, die nnzchciirc Masse der Feinde . . . Ter Kenner: Herr Klcinmaycr, wenn ich jcniand zerdrücke. dann ist nicht die Frage ob ich's aushaltc, sondern ob cr's aushall. Vcrstand'en? Mehrere: JawvhlI Sehr guat! Bravo! Der Kenner: Und --Herr Kleimnaycr — wenn Sie eine Ahnung hält'», dann müßt » Sie sag'», daß es ganz genau so koiiimen is, wie ich g'sagt Hab . . . Der Zweifler: Oho: Herr Hingerl! Sie hauiiii g'sagt zum Beispiel, daß der Japaner zu »ns hülst . . . Der Kenner: I? Ter Zweifler: Jawohl! Sie Hamm mir's aus der Kart'n zeigt, wo der Japaner in die Mandschurei eindringt. Ter Kenner: Müßte, Hab i g'sagt. Verstengen Sie? Wo er eindringen inüßtc, wenn er a bissel an Griwisgrawis hätte verstengrn Sie? Daß er's nicht tut, beweist gar nix, als daß er eben keinen Griwisgrawis nicht hat. Versb'ngcn Sie? Der Zweifler: Sic hab'n dciitlich g'sagt, der Niiss' iS verlor'n vor er a'fongt . . . Der Kenner: Js er vielleicht nicht verlor'»? Der Zweifler: Ja, aber weg'» bcni Japaner Hamm Cie g'sagt. . . Der Kenner: Herr Klcinmaycr, der Japaner existiert nicht mehr für mich. Der Japaner existiert für keinen an- ständigen Menschen mehr. Mehrere: Bravo I Der Zweifler: Aber . . . Der Kenner: Nix aber! Uebcc das ivied nicht »lehr g'sproch'n. — Also Cent, die strategische Lag is jetzt vollkom- inen klar. Vorn druckt unser Kronprinz Riwpcecht nei, oben druckt der deutsche Kronprinz rei, und von niit'n schieb'» mir erst recht nach . . . Frankreich ist zerdrückt . . . Warni» wir's verstehen. A. : Tie Deutschen verstehen den Krieg besser als di« Franzosen I B. : Kilnststück! Nachdem er ihnen siebenmal erklärt worden istl Kalkstickstoff-Marlrtbericht. Im Interesse der glatten Abwicklung der Geschäfte gibt die Verkaufsvcrcinigung für Stickstoffdünger G. :». b. H., Berlin, bekannt, daß sie für alle Abrufe von Waggonladungen von 5,000 Kg. aufwärts, welche bis zum 15. Okt. zur Herbstdüngung in Berlin einlaufcn, eine Sondervergütung von Mk. 30.— per 10,000 Kg. gewährt. Außerdem bleiben die nachstehenden bereits früher bc- kaniit gegebenen Sondervergütungen bestehen wie folgt: für Abrufe im November Mk. 35.— für Abrufe im Dezember Mk. 30.— für Abrufe im Januar Mk. 25.— per 10.000 Kg. Die jeweiligen Abrufe müssen bis zum 20. der betreffenden Monate cingehen. >?.'i t Bei dieser Gelegenheit sei noch einmal darauf hinge» lvicscn, daß der Bezug der hochprozentigen A-Sfflare, (17 22%) sich besonders in diesem Jahre empfiehlt, da die Herstellung der niedrigprozentigen Ware längere Zeit in Anspruch nimnit als die der hochprozentigen und da sich außerdem der St'ckstoss in der A-Ware wesentlich billig^ stelli als in der tz'-ehaltslage B. , Wllicjjlicfj mit £>eu Üiiürfpi. r > Kriegs thronik Erinnenungsbkättci' aus ynoßon Aeit Scbloft und ScMoQplatz In Brüssel, am von den siegreichen deutschen Iruppen besetzt worden Ist. vom belsiscben Kriegsschauplatz ■ Ruhepause In deurschen Enger. Der Weltkrieg. ieg über Sieg. Die Erfolge von Mühlhausen und Lagarde waren nur ein kleines Vorspiel zu den gewaltigen Tale», die eine kurze Zeitspanne später einsetzen sollten. Zwischen den Vogesen und Metz, auf einem Kampfplätze, größer als alle Schlachtfelder des Krieges von 1870/71 zusammengenommen, hat eine aus allen deutschen Stämmen sich zusammensetzende Armee unter Führung des Kronprinzen Nupprecht von Bagern ein aus mehr als acht Korps bestehendes Fpanzosenheer in den Tagen von 20. August ab vollständig geschlagen und in hartnäckiger Verfolgung dezi- Bjorn Biornson und «ein Eintreten kür deutsche Interessen. Ter Sohn deS berühmte» norwegischen Dichters Björnstjerne Björnßon hat in Berlin ein Nachrichtenbüro errichte», um die skandinavische Presse nül wahrheitsgetreuen Nach H richten über Teutschland lind Österreich zu versorgen. Wie bekannt, treten alle drei skandinavischen Länder: Dänemark. Schweden und Norwegen, durch strikte Einhaltung der Neutralität mannhaft für das Teutschtl»:» ein. miert. Zur selben Zeit hat der Deutsche Kronprinz den Feind über Longwy hinaus in glänzendem Siege zu- rückgeworfen. ebenso die Armee des Herzogs Albrecht von Wärtiemberg eine über den Semois vordringende feindliche Macht vernichtet. So sehen ivir das eherne Schicksal mit zermalmenden Tritten über Frankreich hinwegschreiten — hören wir den phantastischen Ban eingebildeter französischer Größe in allen Fugen krachen. Wie es ein ein• sichtiger, nüchtern denkender Franzose vorausschaute, so ist e-s schon j. tzt gekommen, und so ivird es weiter kommen. — Es ist dies Boulangers Schioiegersohii. der nationalistische Major und Abgeordnete Driant. werden wie 1870. Noch vollkonnnener sogar wird die Niederlage fein; denn ivir werden heute Beispiele von Panik und Feigheit erleben, wie sie unsere Väter nicht kannten. Und das ist leider die Wahrheit und das Übel: die französische Armee hat keinen Führer mehr.. Dort drüben weiß man zu befehlen; jedermann kennt ihn, den germanischen Eäsar. Sein Geist belebt die ganze Armee vom höchsten General bis zum letzten Soldaten. Ich habe die feste Überzeugung, daß er in der Stunde der Gefahr alle Welt mit sich fortreifeeil und elektrisieren wird, und daß da, wo es gilt, einen großen Erfolg zu erringen, seine Gegenivart ein ganzes Armeekorps auf- iuiegen wird. Und sein souveräner Wille allein herrscht auf dem Schlachtfelde. Sein Wille treibt die Massen vorwärts, deren Bewegung man in den Taleinschnitten, den düsteren Wäldern ahnt, und die sich mit unbestimmten fernem Geräusch zur Um- zingelung zusammen- schlietzen. Er ist der Feldherr. der befehligt, ihm gehorcht man. Und hinter ihm steht das ganze Deutschland luie ein Mann, bereit zu allenOpfern, wenn er sie fordert. der in f hotrat Alfred Kattner, Petersburg ermordete deutsch, Aotschasl«- veamte. Hofrat Alfred Kattner. der während der Plünderung des deutschen Botschaftsgebäudes in Petersburg durch die bestialische Volksmenge in grauenvoller Weise umS Leben kam. ist seit mehr alS dreitz g Jahren im deutschen konsularischen und diplomatischen Dienst in Rußland tätig gewesen und war jüngst vei der Abreise des Botschaftspersonals als Hüter deS Inventars und der Archive im BotschafterpalaiS zurückgeblieben. Der Mob ftedte nach der Plünderung den Prachtbau ln Brand. Er fuhrt it. a. aus: „Gewiß, wir haben Befestigungen, Proviant, ein Geschützmaterial, wie wir es 1870 nicht hatten; ivir sind selbst in gewissen Punkten besser auSgestattet, als unsere Nachbarn, aber das moralische Element fehlt uns. Die frühere Organisation. Führung und Disziplin haben ivir nicht mehr. Unter solchen Umständen in den Kampf zu treten, wäre ein Verbrechen, das an Wahnsinn grenzt. Aber in Frankreich gibt es Leute, führende Persönlichkeiten, die das Land um englischer Inter essen willen in das ungeheuerlichste aller Abenteuer stürzen. An einem von England festgesetzten Tage wird der große Kampf beginnen. Im übrigen ivird es England sehr gleichgültig sein, wenn Frankreich bis ins tiefste Mark getroffen danieder liegt. Wenn man uns heute zu einem Kriege gegen Deutschland hetzt, so wird es ein Unglückskrieg sein. Wir werden geschlagen Belgische Gefangene. Die Sozialdemokraten liegen mit in den Reihen, den Finger am Abzug, und auch sie denken an nichts anderes, als an das Heil des Vaterlandes." Auf das japanische Ultimatum, das Deutschland auffordert. seine in den chinesischen und japanischen Gewässern beftndlichen Kriegsschiffe abzumontieren und Kiautschou auszuliefern (daS Schamloseste und Ziinischste. was die Weltgeschichte je verzeichnet hat, wie ein schivedisches Blatt treffend sagt) hat oie deutsche Negierung einzig richtige Antwort gegeben, nämlich keine. Sie hat dem japanischen Geschäftsträger seine Pässe zn- gestellt, das heißt. deutsch geredet, sie hat den Berliner Vertreter dieser edlen - Schlitzangenritter von dem Stegreif einfach hinaus- geworsen. — In der Kiautschousrage Ivird Amerika jedenfalls ein Wort mitreden. j! Hu« dtr Österreichischen Armee. | Ein österreichischer Feldgeistlicher in Uniform. Zur Heise des Italienischen Botschafters am Berliner fiofe nach Rom. Der Vertreter Italiens am Berliner Hof Riccardo Bollati begab sich kürzlich nach Rom. um mit den dortigen amtlichen Persönlichkeiten Rücksprache über die neuen politischen Verhältnisse zu nehmen und über den wirklichen Stand der deutschen Waffentaten zu berichten Wie im übrigen Auslande, war auch in Italien durch die lügenhafte französische Presse ein ganz falsches Bild von Deutschland geschaffen worden Uoiksspelsung durch das Rote Kreuz In Berlin. Kronprinz Rupprecht von Bayern, der Lieger uou Mey. Uolksspelsuns durch das Rote Kreuz In Berlin. lZu linls obeiistchcndem Bilde.) Um die Rot der ärmeren Bevölkerung von Berlin zu lindern, werden jetzt täglich groste Volks- sneisnngen abgehalten. DaS Rote Kreuz gibt allen Bedürftigen Kontrollmarken und gegen Vorzeigung dieser Marken und Zahlung von 10 Pf. wird ein reichliches und kräftiges warmes Mittagbrot verabreicht. Die erheblichen Mehrkosten werden vom Roten Kreuz bestritten. Cs ist zu wünschen, dag die Gaben zur Unterstützung dieser Bestrebungen in ihrer weiteren Ausdehnung recht reichlich fliesten. General Trcnch >.rechr-,. der Oberkommandierende der englischen Teldarmce, die den Franzosen und Belgiern Helfen soll. Allerdings ist die versprochene Aufstellung von 600 000 Mann kläglich gescheitert, da sich bisher nur etwa 2000 Mann gemeldet haben. Ausbildung der Berliner Kriegsfreiwilligen. Für die Berliner Kriegsfreiwilligen, die noch nicht zur Fahne einberufen werden können, ist in Wilmersdorf unter Leitung des Hauptmanns a. D. Hering eine Stelle geschaffen, wo die Freiwilligen sich im Schieben und anderen militärischen Funktionen ausbilden können. Eine große Anzahl Kriegsfreiwilliger nimmt bereits an einem solchen Kursus teil. Unser Bild zeigt eine Abteilung beim Gewehcexerzieren. Der erste deutsche Prinz gefallen. Prinz Friedrich Wilhelm zu Lippe fiel auf dem Felde der Ehre als erster der deutschen Fürsten in den Kämpfen an der Westgrenze. Er ist ein Oheim deS ledigen regierenden Fürsten zu Lippe. Die ersten russischen Befangenen, die in Königsberg i. Pr. eintrafen. Sie gehören dem 3. russischen Ulanenregiment an. Hosphor. «. Kühlewindl. Aus Oesterreich. Abfahrende jubelnde Truppen. Bedeutetes russisches Beschütz ln Allenstein. ' TS- -•>: mV"'55 Y7X Am«!*] KV & *> keranlwortlichcr Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. — Druck und Verlag von Georg E. Rage! in Berlin-SchZ.iebecz. 11 9it- 21 Ne»« Xage»|«nung, «tag, den lj. Stptemter 1914. Seife 3. Erna und Ilse. Roman von D. Feußner. s * 42 t< (Foitsetzungl. Dann versank sie in tiefes Schweigen, welches Grnä* frWuiiltcf) mit den Worten unterbrach' „Fräulein Ilse» kann, ich Ihnen womit nützlich sein? Haben Sie irgend, welche- Wünsche, deren Erfüllung in meiner Macht steht.?^- „Ich Wünsche?" sagte diese kaum hörbar/ „meine' Wünsche sind unerfüllbar, mein Sehnen wird ungestillt blei- len, denn ich vermag mir selbst nicht klar darüber zu werden. wonach ich mich in Sehnsucht verzehre. Doch ja," setzte iic nach einer Pause hinzu, „Sie können mir einen Wunsch erfüllen, ich möchte sogern ein Lied hören." Erna ließ sich am lllavier nieder und weich wie Blu- mengeslüster klangen die Töne durch das stille Zimmer. An- länglich hatte sie das Lied nur spielen, nicht singen wollen, aber als sie fast am Schlüsse desselben war, erfaßte sie ein Sturm der Leidenschaft und Sehnsucht, sie mußte singen, denn grade dieses Lied, das sie gewählt, erweckte in ihr mit aller Macht die süßesten Erinnerungen. Wenn auch die Wellen mich tragen übers Meer Weit in ferne Lande hin — Heimwärts steht doch stets mein Sinn, Wird in der Fremde das Herz mir auch schwer, Eins niich tröstet, kehr ich wieder blüht ein Glück niir so sehr Nun ade, ade, leb' tvohl, behalt' niich lieb etc. . . so entströmte es den zarten Lippen der Sängerin. Nach Beendigung des Liedes stand sie leise auf und trat an das Bett der Kranken. „Sie weinen ja!" rief Erna er- schrecken, und beugte sich über Ilse. „O. wie schön, Fräulein Erna," flüsterte diese und schlang ihre Arme zärtlich um Ernas Hals, „das war es ja — das Große, Schöne, Himmlische, welchem mein rätselhaf- tes Sehnen gilt, das sie eben durch Ihren herrlichen Gesang, - dnrch Ihr göttliches Spiel aus unerreichbaren Sphären, her- untergezwungen, um es mir vor die Seele zu zaubern. O — ich danke Ihnen!" Sie drückte einen beißen Kuß auf Ernas Stirn. „Erna." fuhr sie dann bittend fort, „Erna, wollen Sie meine Freundin werden?" „Ich bin es schon, Ilse, ich bin es schon und versiehe Sie gut." „Sage du," bat Ilse, „denn nickst nur Freundin, sondern auch Schwester muht du mir sein, denn ich habe ja niemand außer meinem lieben Vater." „Ja, ich will deine Schwester sein," gelobte Erna. „Und wenn ich wieder fort bin von hier, dann mußt du »lief) besuchen — es ist nicht allzuweit — ich wohne in wir schreiben uns Ruch." Mit einem Ruck riß sich Erna von ihr los, jeder Blutstropfen war aus ihrem lieblichen Gesrüst gewichen und in der zarten Brust arbeitete es gewaltig. Gleich einenr kalten Stronre hatten die wenigen Worte auf sie eingewirkt: „Ich bin aus L., wir schreiben uns Ruth." „Was ist dir?" rief Ilse erschrocken, „habe ich dir weh getan?" „Ich — ich — bin schon wieder ruhig, ich — ich hatte jemand Bekanntes in 3t., doch davon werde ich dir später erzählen, entschuldige mich auf kurze Zeit, ich must ein wenig an die frische Lust." Vergebens Hemühte sie sich ihrer Stimme Festigkeit zu geben, es klang dnrch wie der Wehschrei eines Herzens, dessen kaum vernarbte Wunde, durch unsanfte Berührung aufs neue zu bluten beginnt. Sie drückte einen fluchtigen Kuß ans Ilses weiße Stirn, dann eilte sie raschen «Schrittes hinaus. Ter herrliche Garten der Villa reickste mit der einen Seite an den Hochwald heran, in welchen man durch ein kleines Psörtchen gelangte: dorthin lenkte das ausS tiesste erregte Mädchen seine Schritte. Hinaus! Nur hinaus! In die Natur, in den düsteren versckstviegenen Wald! Sie ninßte allein sein mit ihrem namenlosen Weh, mußte sich sammeln, mußte sich in der Einsamkeit ausweinen und Trost suchen. Trost? Für was? Hatte ihr jemand etwas zu Leide getan? '' ' v-' O nein. Heut war etwas längst Begrabenes neu erstanden, um ihr, die einst so rätselhaft, so unnahbar, so still und stark war, den Vorwurf zu machen: „Du hast mich um mein Glück gebracht!" Es war das kleine rebellische Herz, das doch so ver- schwiegen gewesen war, als es hätte reden solle», reden zu seinen eigenen Gunsten, für sein eigenes Glück! „Sck-weig', o Herz, schweige! Denn du bist selbst schuld, sckmld an deinen, llnglück und nun sei stark und trage dein Leid! Trage es still, ohne Murren, ohne Klagen! Tein LcS ist — Entsagung." Erna rang mit einem Entschlüsse. Wie sollte sie sich von jetzt ab dem Mädchen, dem schönen unschuldigen Wesen gegenüber verhalten? „Sie ist des Glückes würdiger als ich," murmelten ihre bleichen Lippen, „ich habe keinen Anspruch mehr darauf, drum will ich versuchen die Vergangenheit in des Herzens Schrein zu bestatten." „Aber >vas soll sie nur, oder ich ihr von jetzt ab sein? Nichts? Ihr Freundschaft heucheln? Konnte sie über- Haupt heucheln? Nein, denn ihr Herz tvar klar, wie das Wasser des vorüberrauschenden Waldbaches und treu wie das tiefe Azurblau des Himmels. Ein sanfter Windhauch strich kosend durch ihre Locken, durch die Kronen der düsteren Tannen, und wie Flüstern der Waldaeister drana das oebeinipisvolle Raunen an ibr Lhr, und fic - — Verstands Es waren die Worte ihres eioe- : ne» Gelübdes, daS sie dem, der jetzt ferne iveilte und den sie doch über, alles liebte, einst geschrieben hatte: „Ich lvill Ihre Schwester- bleiben und dem Mädchen, das Sie eben ^sq^ties.Iiebt als ich, eine wahre Freundin werden," ? Und sie wollte halten was sie versprochen und hasste zu ^Gott„ daß er ihr die nötige Kraft dazu verleihen werde. — Munter rauschte der Waldbach in seinem steinernen > Bette, der. Ebene-zu, Instig fbitlerten. die Vögel von Baum zu Baun,. Für sie gab es keine Sorgen, denn wenn es Herbst ward, fanden sie in, sonnigen Süden eür neues Land der Liebe, ein Land voll schillernder Tropenmacht und Märchenschönheit, ein Land, wo Polmenhaine die Höhen schmücken und die Strahlen des Mondes mit. Lotosblumen kosen. O Sehnsucht, Sehnsucht, wo findest du Genüge, wo ist dein Urquell, wo die Freistatt deines Zieles, wo das,Wesen deiner > traft? O Sehnsucht! Sehnsucht! — ' " In tiefes Sinnen versunken schritt Erna dem heimatlichen Garten wieder zu. CFortsetzung folgt.) Kirchliche Auzcigcn. Evangelische Gemeinde. 14. Sonntag »ach Irin., 13. September. Gottesdienst in der Stadttirch». Vorm. 9ti Uhr: Herr Direktor Echoell. Abends 8% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst in der Burgkirche. Vorm. S’A Uhr: Herr Kandidat Jaudt. Vorm. 11 Uhr: Knndergottesdienst: Herr Pfr. Dicht. Nachm. 2 Uhr: Kaiechismuslehre für die männlich« Fugend Herr Pfarrer Klebergcr. Gottesdienst im Stadtteil Fanerbach. Dorm. 19 Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann. Katholische Gemeinde. 15. Sonntag nach Pfingsten. Nachseier des Festes Mariä Geburt. Beichtgclegenheit am Samstag nachm, von 5 Uhr, Sonntag früh von J16 Uhr an. 'Al Uhr: Frühmesse 8 Uhr: Militärgottesdienst (Singmesse mit Predigt). ’/AO Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2'/ t Uhr: Segensandacht, danach Versammlung de» Jünglingsvereins. Die Abendandachten aus Anlaß der Kriegsnot sind kommende Woche wieder um 8'A Uhr am Mittwoch und Freitag. Feierabend Friedberg. Sonntag, den 13. Eept.: Einzeichnnng in die Liste Derjenigen, die zu militärischen Hilfeleistungen bereit sind. Für das Kote Kreuz Es gingen weitere Spenden ein: 1. Geld: Eammelstelle Maihildenftift. Frl. Mathilde RühIZicgenberg 4 Jl; Frau Dr. Seyd 10 IH; Herr Eg. Mahr 20 Herr Jakob Hengst 10 Kegelklub „Mai" 16 Ut; Herr Scminarlehrer Muth 100 \M; Frl. F. B, 5 ’Ji. *' ' * 2. Naturalien: Frau Staudt-Niedcrwöllstadt: 2 Flaschen Himbeersaft, 5 Glas Gelee: Bürger der Gemeinde Echzell durch Herrn Konr, Haub: Kartoffeln, Gemüse, Wurst, Speck, Zigarren, Eier: Ee- meinde Stammheim: Obst, Gemüse: Gemeinde Fauerbach bei Friedberg: Gemüse, Eier, Butter: Frau Moscherosch, Okarben: 25 Eier: Frau Obersörster Numpf, Ockstadt: 3 Korbe Obst: Frauen W. und O. Ulrich: 14 Gläser Obst: Frau Eg. Alt, Nie- berslofftadt: 1 Korb Bohnen: Herr Franz Fourier: 1 Korb mit 5 Gläsern Bienenhonig: Herr Pfarrer Bcrnbeck, Okarben: Nudeln, junge Täubchen: Herren Lind u, Jbold: 1 Flasche Himbeersast, 3 Kisten Zigarren, 3 Kästchen Zigaretten: Herr Siegm. Mayer: 50 Flaschen Süßwein: Frau Karl Keller, Bönstadt: Acpsel, Gemüse: Frau Oberförster Rumpf, Ockstadt: 1 Korb Mirabellen, Gemüse: Frau Kurt Bindcrnagel: Kaffee, Te«: Hotel Trapp: 12 Flaschen Wem: Herr Ludwig Haas, Fauerbach: 0 Flaschen Südwein: Firma David Eroedel Sühne: mehrere Gläser Eingemachtes: Frau Max Kahn: 2 Flaschen Rheinwein: Frau Eteuerausseher Beck: 1 Korb Bohnen. Frau Schuchardt, Friebberg-Fauerbach: Gemüse. 31 Bewohner der Gemeinde Dorheim: Wurst, Speck, Tauben, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Eier, Mehl, 2 Flaschen Wein. Herr Ph. Holl VII., Rodheim: 1 Sack Gemüse. Herr Peter Dietz: 1 Korb Gemüse. Herr K. Schndt, Ossenheim: 6 Säcke Kartoffeln. Herr Eg. Reitz, Södel: 2 Säcke Gemüse. - 3. Wäsche und Ecbrauchsgegenstände: Gemeinde Södel durch Herrn Pfarrei Deckel: 14 bunte w. gebr. Hemden, 56 weiß-Iein. Hemden, 6 weiße Bettücher, 1 woll. Bettuch, 2 P. leinene Unterhosen, 2 Bettbezüge, 2 Kops- Itssen, 34 P. neue Socken, 11 P, Pulswärmer, 0 Handtücher, 3 neue Bettücher, 11 neue bunte Flanellhemdcn, 3 weiße Flanell- Hemden, 2 P. baumw. Socken, 5 gebr. Handtücher, alte» Leinen, und Flanell, 4 getr. weiße Hemden, 187 Teller, 18 Dessertteller, 108 Tassen und Untertassen, 2 Milchkännchen, 33 Messer, 55 Gabeln, 23 Löffel, 25 Gläser, versch. Schüsselchen. Frau Apotheker Sames: 2 P. neue Socken, 3 getr. Hemden. Frau Fr,: 2 Hemden, 3 gebr. Bettücher, alte» Leinen. Frau L, Hofmann: 1 P. neue Socken, 6 P. Pulswärmer, 2 P, getr. Socken, 3 P. getr. Unterhosen. Frl. L. Haustein: 3 Kämme, 3 Zahnbürsten. Frau Christian Renß: 2 P. neu« Socken, 12 Krankcntassen, 4 Wasserslaschen, 18 Kaffeelöffel, 1 Bettpfanne, 2 P. neue Unterhosen, 1 P. getr. Socken: Frau E. Wiudecker II,: 10 getr. Hemde», 24 P. getr, Socken. Ungenannt: 3 getr. Hemden, altes Leinen. Ungen,: 1 Nachthemd, 1 Unterhemd, 24 Taschentücher. Ungen.: 1 P. Pulswärmer. Frau Kaufmann Stamm: 12 Kaffeelöffel, 4 neue woll, Hemden, 2 getr. Hemden. Frau H. Strauß: 3 neu« Hemden, 12 Tücher. Frau Geometer Michel: 3 B. neue Socken, llrau Pros. R.: 2 getr. Hemden, 12 Taschentücher, 2 Sturzslaschen, 1 Polsterscsscl. Maurermeister Loth, Fauerbach: 6 getr. Hemden. Kulturffigen. Ereb: 1 Liegestuhl, 3 Hemden, 1 gebr, Bettuch. Frau B.: 2 P. neue Socken. Kaufmann Flaschenträger: 8 getr Hemden, 3 P. getr. Strümpfe, 4 Schüsseln, 0 Teller, 12 Untertassen. Herren Becker ». Engel: 36 Handtücher, 11 P. Strümpfe, 6 P. Kindcrhoscn. Frau M. Bangel: 3 gebr. Ucberzüge, 4 Kopsbczügc, altes Leinen, 1 Kaffeekanne. Frau Rendant Mcißingcr: 1 Bettpsanne, 1 Kran, kcniasse, 1 Luftkissen, 4 getr. Hemden, 1 P. Unterhosen. Frau Zahnarzt Winkler: 6 P. Pulswärmer. Bücher. Ludwig Haas, Fauerbach: 12 getr. Hemden. Frau Geometer Müller: 8 getr. Hemden. Frau Gr.: 6 Kasfeeläffel, 6 Gabeln, 3 P. Schuhe, 3 P. neue Socken, 4 P. Pulswärmer, altes Leinen. Fra» Ostheim 1 P. neue Socken, 1 P. Pulswärmer, 6 neue Handtücher. K. R.: 6 Hemden, 3 Taschentücher, 2 P. Unterhosen, 6 P. Sock. Frau F. B.: 7 P. getr. Socke», 2 Schüssel», altes Leine». Aniti Berg: 3 P. ueue Pulswärmer, 7 Tasse». 7 Teller. Iran Ge- richtsvollzieher Wagner: 3 Bettücher, 1 Uebcrzng, 6 P. Unterhosen, 1 Kolter, 1 Unterhemd, 2 Unterjacken, 1 Tischchen. Frau Lehrer Braun: 1 Bettstelle, 3 Seegrasmatratzen. Frl. Stamm: 1 P. neue Socken. Frau Jda Rumps. Ockstadt: 2 P. neue Sock. R. R.: 10 P. getr. Socken, 1 getr. Hemd. Bon den Schülerinnen der Musterschule: 22 P. neue Socken, 15 P. Pulswärmer, 2 Hemden. Frau Taubftnmmenlchrer Usinger: 2 P. neue Socken, 6 Teller, 6 Tasse», 6 Gabeln, 1 Wasserflasche mit Glas, 1 Milch- lanne, 1 Trinkbecher. Frau Ascher: 12 P. getr. Socken, Bücher. Frau PH. Steinhäuser: 5 getr. Hemden. Frau G.: 4 P. neue Socke», 1 P. Pulswärmer, 6 Taschentücher, 0 getr. Hemden. Frau Waldschmidt: 1 P. neue Socken. Frau William Rothschild: 3 w. Hemden, 3 Unterhemden. Frl. Käthe Berg: 1 P. ncne Socken. Herr Schneidermeister Z.: 21 Dtzd. Knöpfe. Frau Arnstein: 1 P. neue Socken. Frau Pros. Lampas: 3 getragene Hemden, 3 P. neue Socken, 1 Pack Leinen, lüg Zigarren. Herr Dr. Stromann: 8 P. getr. Socken, 2 P. getr. Schuhe. Herr Tob. Petri, Dornassenheim: 9 getr. Hemden. Frl. H. Werthcimcr: Verschiedenes sür Krankenpflege. Herr Franz Weber, Kaiser- straßc (wiederholt, weil vordem ungenauj: 10 neue Hemden, 3 P. neue Unterhosen, 8 neue Unterjacken, 9 Psd. Wolle, 10 getr. Hemden. Frl. H. Wertheimer: Verschiedene Krankcnariikek. Frau Bindernagel: 2 P. neue Unterhosen, 1 neues Jäckchen, 1 P. Gamaschen. Frl. Aron: 4 getr. Hemden. Frl. Thea Winkler: 1 P. Strümpfe, 2 P. Socken, I Spiel, 3 P. Stauchen, 2 Fußlappen. Herr Joses Engel: 0 Leibbinden, 6 neue Hemden, 6 Taschentücher, altes Leinen. Frl. Hüffel: 12 P. Socken, 12 Taschentücher, 3 Zeitungen. Frau Gräfin Solms-Rödelheim: 40 P. neue Socken. Herr Leopold Bär: 6 Pfeifen, 6 Pakete Tabak, 3 getr. Hemden. Frau Oelonomierat Alles: 4 Hemden, 10 P. Strümpfe, 6 Bettücher, 6 P. Unterhofen. Frau D. Mayer: 6 P. getr. Socken, 3 P. Stauchen, 1 Joppe Frau Weißenbach: 10 Kästchen Zigaretten, 2 Fl. Wein, 2 P. Unterhosen, 2 Unter- jäckchen. R. R.: 2 P. Strümpfe, 12 Taschentücher, 6 Gabeln, Herr Hicronimus: 12 Handtücher Herr Stahl: 3 P. Socke», 6 Taschentücher, 3 P. Unterhosen, 3 Unterjacken, Frau Pfarrer Trantwein: 1 P, neue Socken. Herr Sz.: 6 P. getr. Socken, 2 getr Unterjacken, 2 P. Hosen, Frau König: 4 neue Hemden, 2 P Socken. Frau Marianne Reichenberg: 12 neue Taschentücher, 2 Bettücher, 2 Ueberzüge, 2 Kopfkissen. Frau Pfarrer Werner: 2 P. neue Socken, 3 neue Handtücher, 3 Kopfkissen, 5 P. getr. Unterhosen. Zahnarzt Stern: 3 Bettücher, 3 P. Unterhosen, 5 Unterjäckchcn, 8 getr. Hemden. Herr. K. O.: 4 getr. Hemden, 6 getr. Etrümpse. Frau Dr. Baiser: 3 P. Unterhosen, 1 P. Socken. Frau Dr. Schäfer: 1 P. neue Socken, 1 P. Kniewärmer, 2 P. getr. Unterhemden. Frau Emilie Falk: 1 Kran- kenslasche, 1 Wasserflasche. Frau Johann Huber: 2 Gläser, 8 Tassen, 8 Taschentücher, neue Socken. Frau Oberamtmann Kimmel: 8 Tassen, 6 gebr Handtücher, 6 gebr. Servietten, gebr. Kopskissen und Ueberzüge, Wurst, Watte, altes Leinen, Tischchen. Frl. Diener, Ossenheim: 8 Glas Honig. Frau Abplanalp: 2 P. neue Socken, 8 neue Taschentücher, 4 Obertassen, 4 Untertassen, 9 Teller. Frau Pros. Kraus: 5 P. Unterhose», 2 getr. Unterjäckchen, 12 Teller, 4 lassen, 6 Glaser. Frau Prof. Neuß: 8 getr. Hemden. Schülerinnen der Musterschule: 26 P. neue Socken, 14 P. Pulswärmer, 14 neue Hemden. Frau Goertz: 10 P. getr. Socken. Frau Apotheker Düren: 4 P. Unterhose» und Nachthemden, 4 P. getr. Socken, 12 Taschentücher. Vo» Fauerbach durch Herrn Psarrer Ritter: 20 getr. Hemden, 1 P. Unterhosen, altes Leinen. Herr Hrch. Fabel, Dorheim: 6 getr. Hemden. Frl. E. W.: 6 neue Handtücher, 1 Morphiumspritze. Frau Kögler: 1 P. neue Socken. Frl. Else Krämer: 1 P. neue Socken, 2 Pulswärmer. Frau Juilly: 1 P. Schuhe, 2 getr. Hemden, 2 Glas Gelee, 1 Kästchen Cakes. Frau Psarrer Becker: 9 P. neue Hosen, 6 getr. Hemden, 8 P. getr. Strümpfe, 6 Handtücher, 3 Jacken. Frau Dr. Vetth: 3 P. neue Socken, 22 P. getragene Socken, 3 P. getr. Unterhosen, 1 getr. Hemd. Frau Hahn und Frau Zimmer: 3 Bettücher, 3 gr. Bezüge, 8 Kissen, 9 P. gett. Socken, 6 Handtücher, 4 Hemden, 2 P. Unterhosen. Frau S. Jsenburger: 2 P. neue Socken, 4 P. Pulswärmer, 2 Flaschen Wein. Frau Hecht: 6 getr. Hemden, 3 P. getr.' Strümpfe, 8 P. Unterhosen, 8 Jacken. Frl. E. M.: 8 P. neue Unterhosen, 4 neue Hemden. Frl. Ottilie Handke: 3 P. neue Socken. Es wurden abgegeben: — 1 . für in'» Feld! 100 neue woll. Hemden; 30 P. Unterhosen; 245 Taschentücher; 230 P. neu« Socken: 24 P. Fußlappen: 14 Pfund Sch» kolade, Zigarren und Zigaretten; 1 Kiste Seife; 1 Feldstecher. 2. für tn die Lazarette: 472 Hemden; 88 P. Unterhosen; 336 Taschentücher: 275 P. Socken: 30 P. Pantosfeln; 430 Handtücher; 120 Bettücher: 73 Kissenbezüge; 28 Deckbezüge: 5 Koltern; seiner große Menge» Porzellan- und Elaswaren, Teller, Tassen, Gläser, Messer, Gabeln, Löffel, Zahnbürsten, Kämme, je einig« Hundert. Kran- kenartilel, Spazierstöcke, Pseisen, Tabak, Zigarren, Zigaretteys Briefpapier, Ansichtskarten, Federhalter^ Tinte, Bleistifttz Bücher, Allen Gebern herzlichsten Dank. Friedberg, den 8. September 1914. ' Zweigverein oom Rote« Kreuz, Ariedderg. JHr. 214 Neue Tageszeitung. Samstag den 12. September 1814 Vorläufiger Fahrplan, giltig m Sk-tembtt 1914 dis auf Sfitcrü 3um Ausschneiden. Frankfurt Friedberg Gießen. tv»'on tiurt o. M.-H. ifcaulfurt a M.>W. Eschersheim Bildet Dortelweil Erotz-Karben Otarben Nieder-Wöllstadt Bruchenbrücken Friedderg an Friebberg ab Stehen an 2ü 6» D 8>" D 8» 1 ' i®* 8-» 1»| 2» - 6u 8« 3u 6- 8» 1**| 3« 6a 6a 8a ?,H 6- 9» 1» 3 » 62 ! 62 9a 3u . 7,1 9*»| 2u ; 4 U ()5fi 7ll Ou 32 7” 9» 2” 4>t 7a 7u 92 42» 7" 9“! 2“ 4*5 7i± 7E 92 42 7 » 9*o 2 »! 4 » 7*Ä 7a 9a 4n 7" 9« 2", 4« 7 » 72 9a 4ü 7« 10« 2» 4 » 7 » 7» 10a 4u 754 8°' 9 «* 10» 2“! 3« 4 » 7u 7a lOu 4u 8» 8» 907 10»- 3‘0 3°* 5« 822 6” 8 » 9« 9 « 11» 4»|I3» 6» — 912 — Gießen Friedberg-Frankfurt. C 1 D ID D Siegen 12 4ü 6 » 8 -> > 2 » > 1 » 1» 5» 612 62 * Friedderg 3» 4M 6 »» 8 » 10 » 12 » 1 » 3“ 5” 7a 85* Bruchenbrücken 3ü 411 6 » 8«1 10 ” 1 ” 3« 8 a Nieder rvöiisladt 3a 4» 6 « 9 » 10 » : 1» 3« 8h Okarben 425 525 6 «5 9 06 11 “: 1*5 4 » 9'L lörotz-Karben 412 5ü 6* 9" 11 » 1 » 4 »! 9s Dortelweil 4i* 5i* 6- 9 » 11 » 1»|4» : 91* Bilbel 4in 5i* 7» 9” 11 ” 1« 4» : 9a Eschersheim 4h 5a 7” 9« 11 « 2 " 4 »; 9m Frankiurt a. M.-W. 525 6» 7*8 10 “ 12 » 2« 0 « 10 « Franlsurt a. M.-H. 5a 6” 8°* 10" 12”[ 1» 2«|5»| 6e 7s 10” Friedberg-Homburg-Frankfurt. ab Friedberg: 5a 6" 9" 12" 6a 8a. ab Homburg: S-e 6» 8» 11» 1» 7" Iva in Framtsurt: 6« 7” 9« 12<» 2» 8a 11a Frankfurt-Homburg-Friedberg^ ab Franksurt: 8-» 8" 12" 3" 6a 8“ 10a ab Homburg: 7“ 10'» 1"> 4“ 7a 9« 11 a in Friebberg: 8»» 11» 2» 5» 8a Iva Friedberg-Hanau. ad Friebberg: 4a 8" 11" 1" 5" 8* in Hanau: 6» 7» 12» 2» 6« 10a Hanau-Friedberg. ab Hanau: 6» 8» 12» 3» 6a 7a 10a in Friedberg: 7» I0>> 2" 4°' 8» 9a 12a Friedberg-Nidda. ab Friedderg: 9» 3» 6« (ab Beienheim Sa sriih> in Nidda: 10" 4« 7a Nidda-Friedberg. ad Nidda: 4a 6» 1« 4» tu Friedderg: 52 7“ 2« 6« Friedberg-Hungen. ab friedderg: 5»» 9»» 3 W 6"» in Hungen: 6n 9" 4 33 7i* Als FrldpoKbriefe folgende Zusammenstellungen: I. » Paar Socken, 3. 1 Unterhose, 1 Taschentuch, 1 Wasch lappen, 3. 1 Unterjacke, 1 Abrribrtnch, 4. 1 Paar Lnstkappen, 1 Handtuch, 1 Taschentuch, 5. 1 Leibbinde, 3 Paar Socken. 6. 1 Paar Hosenträger, 1 Leibbinde, 7. 1 „ „3 Paar Socken, 8. 5 Taschentücher, 6 junojtltllenlmijpff, 1). 1 Abreibelnch, 1 Taschentuch, 10. 1 gestrickte Weste. Fr. Weber. Friedberg i. H.. Kaiserstratzc 62. Feldpoftpacket« find vorläufig nicht zulässig. M£ !’io«v\ otizbuc*li enthaltend : Kalendarium von Aug. bis Dezember, Slotizblätter, Feldpoitkartcn, Briefbogen mit Umschlägen, Bleistift, im wetterfestem, wasserdichtem Umschlag Mk. 1. — FolgeEinlage dazu mit Kalendarium Januar bis Juni Mk. 0.30 Praktisches Geschenk für die im Feld stehenden Osfiziere und Soldaten. Poftveriand gegen Einsendung von Mk. 1.50. Friedr. Streckfuss, Flintes. 4 I Hungen-Friedberg. ab Hungen: 4» 8« 7» 4" in Friedberg: 52 7“ 2 « 5 » Gietzen-Büdingen. ab Sieben: 435 835 1235 , 715 . in Büdingen: 730, 1130 , 388 , 1010 . Büdingen-Eietzen. ab Büdingen: 7 * 0 , 340 , 620 1230. in Sieben: 1032, 6^0 9>5, nur bis Ridda Gießen-Grünberg-Alsfeld Eietzen ab. 6^0, 243. 6 L Erünberg ab: 800, 400 . M, Alsseld an: 1010 , 616. 10 ". ab Erünberg: — ob Lich : 6» 12« 6» 1" 6“ in Butzbach: 7» 2- 7m Bad-Nauheim-Eriedel. ab Bad Nauheim: 8" 3» 8ä in Griedel: 8 G » 3» 8a Alsfeld-Grünberg-Gießen. Alsfeld ab: 423 923, 423 Erünberg ab: oä. 1128. 628.' Eietzen an: 736. 1236. 736. Frankfurt-Darmstadt-Bensheim. Franksurt ab: 3a 5a 7" 8 " 11" 1" 3" 5" 6 a 828 8 a lla Darmstadtab: 4a 7» 8 » 10« 12» 2» 4» 6 a 82 8 a 10ss 12a Bensheim an: 5a 8 “ 9» 11« 1» 3» 5» 7a — 8 a llss 1» Bensheim-Darmstadt-Frankfurt. Bensheim ab: 3a 4a — 7>» 9» 12>»3 12» 1» 3» 5« 7a 9a Darmstadt ab: 4a 5a 6 »» 8 » 11« 12“ 1» 2“ 4» 6 a 8 a 11a Frankfurt an: 5a 6 » 7» 9« 12” 1» 2” 3” 5 - 7a 9a 12u Frankfurt—Höchst a. M. Franksurt ab 6 » 10» 1» 2» S. 6 a 8 a 10a Höchst an 1» 11" 2» 2« 7a 9a 11 a Höchst a. M.—Frankfurt. Höchst ab 5a 7» 11“ 5“ 6 a 8 . 8 a lla Franksurt an 5a 7» 11» 5» 6 a 8 a lla Höchst a. M.—Königstein. ab Höchst a. M. 6 », 9«, 12», 2», 5», 7a. U.a in künigstein 6 “, 9», 12», 2», 6 a, 7», 12a. Königstein-Höchst a. M. ab Königstein ti*-- ?5u, 7». IC», 1», 4», 6 a, 92 ab Obersiederbach L4», aLa, 7», 11», 1», 4», 6 a, 9a in Höchst a. M. N5», g,5a, 7«, 11“, 1», 5«, 6 a, 10» Frankfurt a. M.—Süd—Ost—Hanan. ab Fr«tN:furt-2üd 52*. — 11", — 5», — 812 , 10a*. ab Frankfurt-Ost 6 ü*. 9»», 11», 3«", 6 ^, Sis, 11»*. ab Mainlur 6 ®*, 9«, 12»*, 3*», 6 a, 6 «. 8 u, lla. in Hanau___ 9 *., 12' . 3»». 62 », 9^. II 25 . Landwirte, züchtet und m astet nur mit Schweizerische Lactina Panchaud. Hanan—Frankfurt a. M.—Ost- ab Hanau 3a, 5a, 6“, 9», 1», 3», 5», ab Mainkur 4n, 5a, 7“, 9”, 1”, 3”, 5«, ab Frankfurt-Ost 4a, 6», 7“, 10», 2«, 4», 6a' an Fr,nks«rt-Siid 5a, 6", — 10», — 4", —, Butzbach-Lich-Eriinberg. ab Butzbach: 8» 2» 8a ab Lich: 9» 4“ 9a in Erünberg: 10» 5» — Erünberg-Lich-Butzbach. Seile 4, Süd. Cu. Ca. 10a. 10a. : ab Butzbach: 7» ab Er,edel: 7« in Bad-Nauheim: 7« 8ü ea Butzbach-Eriedel-Bad-Nauheim. 2» 7« 2» 2 « Butzbach-Pohlgöns. ab Butzbach: 6» 12“ 6« Pohlgöns-Butzbach. . ab Pohlgön« 7« 1« 7s Frankfurt-Offenbach-Hanau ab Franksurt:12a 2a 8» 12” 1»0 2»>0 2" ab Offenbach: lu 3a 9» 1 » j» _ z» in Hanau: 1« 3a 9» 1» 2« 3“ 3» 6a 7n 8a 6H 8a 9a 7a Sa Ca Hanau-Offenbach-Frankfurt. ab Hanau: 12a 4a 5a 6» 9» 12» 3“ 4«s> 6a 6us> 9a ab Offenbach: lu 5a 6” 7" 10» 1« 4« _ 7s* 6a Hl« in Franksurt: 1« 5a 6» 7» 10« 1» 4» 4» 7a 7a 10a Frankfurt-Bilbel-Heldenbergen-Stockheim. ab Frankfurt: (Anschlutz an Main 2«eserbahn> 6 a ab Bildet: 7" 2» 72 ab Heldenbergen: 7« 2 " 8 a in Stockheim: 8 » 3 « g„ Stockheim-Heldenbergen-Vilbel-Frankfurt. ab Stockhein 35* 535 12» ft« 6» 1« 62 * 5a 7« 1“ 71* in Frankfurt: 6” lAnschlug an Main-Weserbahn». Homburg-Friedrichsdorf-Usingen. ab Homburg: 7"» ab Friedrichsdorf: 7»» in Usingen: 8" Usingen-Friedrichsdorf-Homburg. ab Usingen: 5sz 9» 10 “ 3 " va ab Friednchsdors: 6 » 10 » l-*> 3 « 7 « in Homburg: 6 » 10» 1 » _ 7 ., 7» 10» 1" 4» S 7*4 7» 10” 2" 5» 8ü 8” 11“ 3« 5” 9u öejirs Wilchrrfahmittel fiir die natürliche Milch, zur Auszucht von Jungvieh, Kälbern, Ferkeln, Ziegen und Lämmern. Bedeutende Ersparnisse, 1 Liter Lactina - Milch kostet nur »7, Pf,,. In Beutel von 5 Kilo. Niederlagen: Wilhelm Wiehler, Bnhbach. Karl Hch. Metzger, Eambach. Hans Bei», Reichelsheim I. W. Hern,. Bolp. Melbach. Homburyer Trauringhaus Inh. James Köwrnsteiu, UhrmaiHer, Juwelier u. Optiker 9a!>-Homdirrg o. d.H. Louisenstr.43'/r Telefon 380. Vorteilhafte Bezugsquelle von „Ä Tmrinztii LöL- in jedem Goldgehalt und Fasson. Gravieren und Beränder» gratis. «S J Meßberzer HMmk ;gci Pürvca C 3 fl Viikl n. Eemüfr für dir Kommende 3 ril — glänzend bewährt —----- empfiehlt W. A. lies», Friedberg i. 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