N»immer 213 Freilag, den Jl, September 1914. 7. Jahrgang ' ' c ," c V n C**! , '* un 8' erscheint irden Werliag. Regelmäßige BeUagen „Her vaucr au» Felsen", „Dir SpinnHubr". v«>ugaprei»: Bei den Postanstallen vierleliährlich Mk. l,9d c, «cn ..centcn monatlich SO Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohm An,eigen - Grundzeile 20 Psg., lokale IS Psg, An, eigen von auswärts werden durch Pastnachnahme erhoben __Erfüllungsort ??riedberg. Schriktl»i1»ng nnd Verla- Friedberg IHestens, Hanaueritraße 12. Ferniprechek 48. Posticheck-Lonto Re. 183», Amt Franlsurt a. LI. G«tk i(nrt)rifl)trn ans iirni iUrllrn, (Ollrn nnii Zitdalien. Ziämpfe vor Paris. — Die (Entscheidung naht. — v. Hindenburg, der Lieger. — Vordringen der Qesterrcicher. Kämpfe im Osten und Westen. Großrs Hauptquartier, 18. Scpt. Die östlich Paris in drr Verfolgung au und über die Marne vorgcdrungcnen Heeressäulen sind aus Paris und zwischen Meaux u. Mont- inirajl von überlegenen Kräften angegriffen worden. Sic haben in schweren zweitägigen Kämpfen den Gegner ans- gehalten und selbst Fortschritte gemacht. Als der Anmarsch neuer starker Kolonnen gemeldet wurde, ist der Flügel zurückgezogen worden. Ter Feind ist an keiner Stelle gefolgt. Als Sieges- bcute dieser Kämpfe sind bisher L0 Geschütze und einige' 1808 Gefangene gemeldet. Die westlich Verdun kämpfende» Heeressäulen befinden sich in fortschreitenden Kämpsen. In Lothringen und den Vogesen ist die Lage »nver. ändert. Aus dem östlichen Kriegsschauplatz hat der Kamps wieder begonnen. Lieg um Verdun. Amtliches T e l e g r a m in. AVTH. Wroftce Hauptquartier, 10. Lept. Ter Deutsche Kronprinz hat heute mit seiner Armee die befestigt« feindliche Stellung südwestlich von Berdun genommen. Teile der Armee greifen die südlich von Berdnn liegenden Sperrforts an; die Forts werden seit gestern durch schwere Artillerie beschossen. Cin neuer Sieg in Ostpreußen. (W.T.H.) (Hroszcs Hauptquartier 10. Scpt. Generaloberst von Hindenburg hat mit dem Osthcer den linken Flügel der noch in Ostpreuhen befindlichen russischen Armee geschlagen und sich dadurch den Zugang in den Rücken des Feindes geöffnet. Der Feind hat de« Kampf ausgegeben und befindet sich in vollem Rückzuge. Das Ostheer verfolgt ihn in nordöstlicher Richtung gegen den Njemen. . §tr (Bfnfralquartimnnftn: v. Stein. Die Entscheidung naht! Zwei Kriegsberichte an cincm Tage hat der sonst so schweigsame Generalquarticrnicister veröffentlicht. Ter erste klart die Gerüchte auf, die über eine große Schlacht vor Paris in, Umlauf waren, und die von unseren Gegnern so hingcstcllt worden sind, als hätten die Deutschen eine große Niederlage erlitten. Das war natürlich gelogen. Unsere Truppen sind vor Paris trotz energischen scmdlichen Widerstandes im Vorrücken. Wenn vorgeschobene Heeres- sänken vorübergehend vor feindlickhu: Ucbermacht zurückge- Wonnen wurden, so bedeutet das gar nichts, »mso weniger, wenn der Feind nicht nachdrängcn konnte. Wenn cs sogar gelungen ist, ihm einige Tausend Gefangene und mehrere Geschütze abzunehmen, so muß auch dem Unbefangenen klar werden, auf welcher Seite der Erfolg zu suchen ist. Diel wichtiger ist aber die zweite Nachricht. Tic Ar- mce de-s deutsche» Kronprinzen hat die befestigten Stell- unge» der Franzosen bei Verdun genommen und die Sperr- sorls werden von unserer schlvercu Artillerie in Behandlung genommen. Das will sagen, daß wir in wenigen Tagen deren Fall zu hören bekommen. Tann wird auch die krön- prinzliche Armee frei, die dann mit der des Kronprinzen von Bayern vereint de» französischen Generalissimus^ zu fasse» bekommt. Tie Entscheidung steht also vor der Tür-, wie sie ansfallcn wird, darüber brauchen wir uns nach dem . vorongcgangenen keine Sorgen zu machen. Generaloberst von Hindenburg, der wackere Sieger von Tannenberg, hat die Russen abermals zu packen gekriegt. Er hat sie geworfen und es gelang ihm, in ihren Rücke» zu kommen. Die Russen befinden sich in voller Flucht noch dem Riemen (so beißt die Memel aus russischem Gebiet.) Hoffen wir, daß die Nachlese dieses Sieges so ergiebig aus- fallen möge, wie bei Tannenbcrg. Auch aus Oesterreich kommt gute. Botschaft. Tie Serben haben sich blutige Köpfe geholt bei ihren Versuch«-», in Oesterreich cinzufallen, nicht minder die Montenegriner. Tic Hauptsache aber ist, daß die Schlacht »n> Lemberg gut steht. Nach übereinstimnieudcn Nachrichten gehen die Oester- reicher wohl überlegt vor und befinden sich im siegreichen Vordringen. Daß die Erzherzöge Friedrich und Karl und der Generalstabschef des österreichischen Heeres Hötzendorf auf der Wahlstatt tätig sind, berechtigt zu den besten Hass- nungcn. Auch von dort wird hoftcntlich bald der Ruf konmien: Gloria, Gloria, Viktorial Verwundung Prin; Joachim s. Prinz Joachim von Prenfzen ist gestern durch einen Schrapnelschufi verwundet worden. Die Kugel ging durch den rechten Oberschenkel ohne den Knochen zu verletzen. Der Prinz war als Ordonanzoffizier tätig gewesen. Er ist in das Nächstliegende Earnisonslazaret gebracht worden. vie belgischen llftlnftc bei ilaniur. London, 10. Sept. Nach Meldungen -hiesiger Blätter soll der Fall Namurs den Belgiern einen Verlust von M.OOO Mann ausschließlich der Verwundeten verursacht haben. Die Besatzung und das Vertcidigungshcer hätte» 24,000 Mann betragen. Der Fall Namnrs wird dem Zaudern des belgischen Generals Michel zugeschricben, der auf dem einen Ufer der Maas so lange gezögert habe, bis die Deutschen an dem anderen Ufer ihre schweren Geschütze ausgestellt hatten. Vordringen der Verbündeten. Kriegsprcffequarticr, 10. §>cpt. Die ösirrreichifchc Offensive im Daum um Lemberg schreitet erfolgreich vor. Der Armre-Oberkommniidanl Errhrrrog Friedrich, der Oeneralsiabschrf Snron Conrad v. Hö 1? e n dorf und der Erzherzog Karl hatten sich vom Hauptquartier auf das Schlachtfeld begeben, nm persönlich die Entwicklung der Errigniffe zu verfolgen. Die Niederlage der Serbe«. B u d a p c st, 10. Sept. Zn heute hier eingetrofsene» Esseg- gcr Zeitungen, die die Zensur passierte», wird mitgeteilt, daß die Einfälle der Serben in Slawonien am Montag begannen. Trotz der vernichtenden Niederlage der Serben bei M i t r o w i tz a wurden sic am Dienstag an anderer Stelle fortgesetzt. Dabei kam cs zwischen Erabowitsch und Ncrtko- witsch zu Kämpfen, bei öc«,en unsere aus Peterwardein ver- stärlicn Truppen eii.7» glänzenden Sieg erfochten. Zm Lause der letzten zwei Tage sind mehr als 6000 Gefangene nach Ungarn gebracht worden. Der Einbruch der serbi- ichen Truppen in slawonischcs Gebiet wuroe mit einer Beschießung vom serbischen User aus eingeleitci, woraus unsere Monitoren und großen Uferbefdstigungen von Semlin aus Belgrad Mit stärkstem Erfolg bombardierten. Vit Uirbrrlage der IHontfnfgrinrr bei öilcho. Wien, 10. Sept. lieber die am 4. September gemeldete vollständige Niederlage der Montenegriner bei Bileka gegen unsere Z. Ecbirgsbrigade unter Generalmajor Pongracz ver- öftenilichcn die Blätter einen anssührlichcn Bericht, in dem es heißt: Die in der Linie Awowatfch-Lipnik und südwärts stehende 3. Gcbirgsbrigade begann am 30. August, die Ossensivc gegen die im Raume von Bileka stehenden seindlichcu anderthalb Brigaden, die sich zu einem allgemeinen Angriff aus die bescstigtcn Positionen von Bileka anschickien, gegen die die Montenegriner an den drei oorangegangcnen Tagen bereits ein Bombardement aus schwerem Feldgeschütz mit geringem Erfolg unterhalten hatten. Generalmajor Pongrarz besaht einen allgemeinen in Front geführten Angriff. Zn den ersten Morgenstunden crötineten unsere Truppen den Kamps gegen den in Ucberzahl bcsindliche» Feind, der von serbischen »nd russischen Offizieren gesuhlt wurde, de» Oberbesehl über die Montenegriner jührtc Brigadier Wukotiisch, der als einer der dcstcn montenegrinischen Offiziere gilt. Die von unseren Trnp. pen mit großem Schneid cingeleitctcn Gefechte warfen zwar die Montenegriner im ersten Ansturm aus den durch Erdbe- feftigungcn geschützlen Positionen. Es gelang aber dem mit Bravour lämpfenden Feinde, sich wieder zu sammeln und Gegensätze zu unternehmen. Unsere Truppen warfen jedoch am Abend des zweiten Kampstages de» Feind neuerlich im Bajonctlsturm. bei dem unsere Gebirgsarlilleric den Montc- licgrincrn sehr schwere Verluste zujügle, Ei» am dritten Kanipstagc unternommener letzter Bersuch der Montenegriner, unsere vorgehcnden Truppen au» den neue» Stellungen wieder zu verdrängen, endete mit dem vollständige» Zusammenbruch der Angrciscr, die unter Zurücklassung des schweren Geschützes und zweier Gcbirgskolonnc» sich zurück- zogen, ohne die Bcrwundetcn mitnehmen zu können. 130 Montenegriner wurden abgcschnittcn und gefangen. Di- Zahl der gcsalleiicn Montenegriner ist sehr groß: unsere Verluste sind relativ gering. » . Die Kriegsanleihe. Berlin 10. Sept. Aus die Kriegsanleihe siiid dcl der Reichsbonk bereits erhebliche Zeichnungen cingegangen. Unter den Zeichnern befinden sich die Firma und Familie Krupp mit-cinc-n Betrage vo» 30 Millionen Mark. Vas iHifitärfanttätsbrru; in fjeffn. D a r m st a d t, 11. Sept. Rach einer Bekailntmachung in d«r „Darmstädtcr Zeitung" hat der Kroßherzog von Hessen sich bewogen gefunden, das voii seinem Großaheim, dem Großhcrzog Ludwig III., am 23. August 1870 gestiftete Mili- tärsanitätskrcuz wieder auslcbcu zu lassen. Die Vorderseite des Kreuzes erhält die Worte: „Für Pflege der Soldaten '.» 11 ". (fin mnrrihanildifü Zeugnis für die bnitirfini Truppen. Berlin, 10. Scpt. Nachstehende Erklärung der Kriegs- karrejpondentcn hervorragender Organe der amerikanischen Presie wird uns zur Dcrüzsenllichiuig übergeben: Um der Wahrheit die Ehre zu gebe», erklären wir einstimmig die deutschen Greuel, soweit wir beobachten konnte», für unwahr. Rach zweiwöchigem Aufenthalt im deutschen Heer, die Truppe» über 10» Meile» begleitend, sind wir tatsächlich nicht in der Lage, auch nur einen einzigen Fall unverdienter Strafe und Vergeltungsmaßregeln zu berichten. Wir sind ferner nicht in der Lage, die Gerüchte Uber Mißhandlungen von Gefangenen und Richikombatianlen zu bestätigen. Mit beit deutschen Truppen durch Landen, Brüsiel, Rivelles, Binche, Hautcs-Wihercs, Mcrbes-lc-Ehaieau, Sorlesiir-Sambrc, Beau- mont, haben wir nicht die geringste Unterlage für einen einzigen Fall von Zügcllosigleit. Zahlreiche Gerüchte fanden wir »ach Uiiicrsuchung grundlos. Wir sahen überall die deulschcn Soldaten ihre Einkäuse bezahlen und das persönliche Eigentum und die Rechte der Bürger achten. Rach der Schlacht von Buiffcrc sanden wir belgische Frauen und Kinder im Gefühl völliger Sicherheit. Zn Mcrbes le Chateau wurde ein Bürger getötet, doch konnte niemand seine Schuldlosigkeit beweisen. Flüchtlinge, welche von Grausamkeiten und Gewalttätigkeiten erzähle», konnten absolut keinen Beweis beibringen. Die Disziplin der deutschen Soldaten ist hervorragend. Keine Trunkenheit kommt vor. Der Bürgermeister von Sorle sur-Sambre hat unaufgefordert die Gerüchte von Grausamkeiten in der dortigen Gegend widcrrusen. Für die Wahrheit dieses sichen wir mit unserem beruslichcn Ehrenwort. Ecz.: Roger Lewis, Associated Preß: Zrvin S. Eobb, Saturday, Evening Post: Philadelphia Public Ledger Philad: Harry Hansen, Chicago Daily News: Chicago Zames O'- T e n n c l - Bennci Zahn T. Mac C u tch co n Chicago: Tribüne Chicago. London, 10. Sept. Die „Times" vom 3. Scpt. behauptet in einem Bericht, daß am 29. August in Lüttich 330 gefangene Engländer erschossen worden seien, weil bei ihnen Dum Dum-Gcschosse gesunden wurden. Diese Nachricht ist erlogen. Kein Sonderfriede mit England. Köln. 7. Sept. Zum Beschlüsse des Dreiverbandes, keinen Sonderfrieden abzuschlietzen, bemerkt die „Köln. Bolks- r.eitung": «»• XIS JJeu« Xag«»j«itung. Freitag, »en 11. 191«. Seite 2 Sollte etwas wm den unmaßgeblichen Fricdcnswünschen einiger Leute aus Bank- und Börsenkreisen und von Diploma- en, die noch immer den Traum einer englisch-deutschen Freund- chast weitrrträumen, über den Kanal gedrungen sein, so müßte )ie Kundgebung der Vertreter des Deutschen Reichstages England und jenen kurzsichtigen Leuten gezeigt haben, daß das deutsche Volk am wenigstens an einen Sonderfrieden mit England denkt. Jeder, der die Stimmung im deutschen Volke kennt, wird bestätigen, daß damit die deutsche volksmeinung durchaus zuressend wiedergegeben ist. Ans Frankreich. Die allerletzten Reserven in Frankreich. Bordeaux, 10. Ecpt. Ein gestern nachmittag zusam- eengetrctencr M i n i st e r r a t unterbreitete dem Präsidenten ssoinc»re zur Unterschrift einen Erlaß, durch den diejenigen Männer, die bisher dien st untauglich oder zurück- I e st e l l t waren, aufgesordert werden, sich einer neuen ärzt- lichen Untersuchung zu unterziehen. Diejenigen, die als dicnst- lauglich befunden werden, sollen unverzüglich ausgchoben werden. Dicejnigen, die sich nach dem Erlaß nicht stellen, verden als diensttauglich angesehen werden. Die angebliche» Russen-Landungen. London, 10. Sept. Der russische Botschafter in London dementiert die Meldung, daß russische Truppen in Frankreich an Land gesetzt worden seien. Kommandenr eine» Armeekorps ernannt, und »»letzt war er zum Befehlshaber der Truppen In Turkeflan befördert worden. Bis zum Ausbruch des Krieges stand er in Taschlend. Er war sehr populär, und sein Name war allen Schichten der Bevölkerung vertraut. General Marios kommandierte ein Armeekorps, während General Pestitsch dem Gencral- stab zugeteilt war. Girre saubere Gesellschaft. Breslau, g. Sept. Die „Schlesische Korrespondenz" meldet aus Strieqau: Zwei russische Kriegsgefangene gerieten in Streit miteinander, wobei das Messer eine Rolle spielte. Einer verriet nämlich, daß der andere an der Plünderung der Regimentslasse beteiligt war. Die Untersuchung, die von den Bewachungsmannschaften vorgenommen wurde, förderte tatsächlich 10,000 Mark russisches Papiergeld zutage. Auch die übrigen Gefangenen verfügten über reiche Geldmittel, die sie vor dem Kriege sicher nicht besaßen. Wie dik Mni in Ostpreußen hanlen. Soeben geht dem Grasen von» Mirbach Sorquitten seitens eines hohen Militärs die Nachricht zu, daß sein schönes, vielen bekanntes Schloß durch die russische Kavallerie, ohne daß bei Sorquitten ein Kampf stattgcfunden hat, in Brand geschossen ist. Nur ein Teil der Ringmauern ist stehen geblieben. — Wäre cs gegenüber solchen Greueln außerhalb des Kampfgebietes nicht doch vielleicht angezeigt, die russischen Vermögen in Deutschland mit Beschlag zu belegen? manns Joachim von König, des Oberleutnants Hans ton König »nd des Leutnants d. R. Kurt von König. Deutsche Krieysbriefe. IV. Von unserem Kriegsberichterstatter. Großes Hauptquartier, 31. Aug. Das Große Hauptquartier des Kaisers ist heute rund 176 Kilometer westlich gelegt worden und damit hieß es auch für uns Kriegsberichterstatter dem kleinen freundlichen Städtchen Lebewohl sagen, das uns seit unserer Abreise von Berlin mit seinen trefflichen Bädern und Quellen, seinen schönen Promc- nadenwegen und sanftgeschwungenen bewaldeten Höhen bald hätte vcrgepen lassen, daß nur wenige Stunden entfernt unser siegreiches Heer sich de» Einmarsch ins feindliche Land zu r< Zwingen suchte. Nur die fortwährenden Truppentransporte nach der Westgrenze, die Tag und Nacht vorüber rollten, während fast gleichzeitig auf dem anderen Geleise lange Verwundeten- und Gesangcnenzüge nach dem Osten liefen, brachten einen anderen, in der tiefen Stille dieses gesegneten Tales sei« 11 Jahren nicht mehr gehörten Ton hinein. Und cs kam auch ein trüber Tag während unseres Hierseins, als nämlich Tho malle frühmorgens trotz allen Rufens nicht erschien und ich das ganze Hotel nach ihm durchforschen mußte, um schließlich seine stämmige Figur inmitten eines ihn umdrängenden Menschenknäuels zu entdecken. Auf dem Rücken aber schleppte er einen tapferen Württemberger, dem sie bei Neuschateau beide Füße -erschossen hatten. Und es kamen immer mehr. Leicht- und Schwervcrwundcte und wir mußten unseren Kriegswagen an- fpannen und sie in die Kur- und Badchäuser fahren, wo sie sich nach den heißen Tagen in Feindesland bald wie im Paradies fühlten. Als es dann gar zu viele wurden, öffnete auch ein incnschenfreundlicher Hotelier dicht am Bahnhof die Pforten seines infolge des allgemeinen Frcmdenabzuge« verödeten Hauses und schuf ein Kricgslazarett, in das ich gestern Abend tele, phänisch gerufen wurde, weil ein alter Bekannter eingeliefert worden sein sollte. Und richtig, es war Seiner Maestät schön- ster Soldat, der Redakteur H. aus Bremen, der ebenfalls bei Skeufchateau verwundet und nun außerordentlich froh war, gerade ins Kriegsberichterstattersquartier geraten zu sein. Er hatte Schrapnellsplitter in Händen und Füßen und war traurig darüber, daß man ihn nicht bei seinen liebenswürdigen Wirts leuten belasten wollte, sondern seinen Abtransport für den nächsten Tag in ein allgemeines Kriegslazarett in der Stadt angeordnet hatte. Plötzlich wurde bekannt, daß der K a i s e t den Wunsch geäußert habe, die Lazarette, deren Jnsastenzahl inzwischen auf über 000 angewachsen war, besichtigen zu wollen. Und richtig brauste in den späten Nachmittagsslunden des heutigen Tages die Kaiserliche Automobilkarawane heran und der Kaiser in der Hosjagduniform gab sich mit einem riesigen Blu mcnstrauße in der Hand an die Schmerzenslager seiner braven Jungen, um sie durch freundlichen Zuspruch und kleine Liebesgaben zu erfreuen. Gleichzeitig hatte die Kaiserin drüben in den Taunus- und Lahnkurorten die dortigen Bcrwundctenlagel zu demselben Zweck ausgesucht. Den Kaiser aber hatte wohl noch etwas anderes hergetrieben. Er ist wie wir auf der Reise ins Große Hauptquartier an historischen Stätten wie Potsdam, dem Kyffhäuscr, Wilhelmshöhe und dem Niederwalddenkmal vorübcrgekommen und suhlte unmittelbar vor dem Verlassen deutschen Bodens wohl noch einmal das Bedürfnis, eine Stätte zu besuchen, die durch Kaiser Wilhelm'» Anwesenheit vor 11 Jahren eine weltgeschichtliche Bedeutung erlangt hat. Mit welchen Gefühlen mag del Monarch in dem bescheidenen kleinen Zimmer geweilt habe» dessen vier Wände den schweren Entschluß des greisen Groß vaters keimen sahen, dem übermächtigen Torsen den Krieg zu erklären! Noch einmal mag der- Kaiser hier mit seinem Ge wissen zu Rate gegangen sein, vertrauliche Zwiesprache mit den Helden von 1870-71 gepflogen und den Segen des Siegers von Weißenburg und Wörth aus unsere Fahnen herabgefleht haben Als er nach langer Zeit wieder auf der Straße erschien, fehlten die Blumen in seiner Hand, aber ein freundlicher Zug war in das sonst so ernste Gesicht gekommen. Mit dem Großen Hauptquartier ist auch das engere und weitere Gefolge weiter nach Westen übergesiedelt, von wo aus in den nächsten Tagen und Wochen die weiteren kriegerischen Operationen gegen die Westgrenze geleitet werden. Der Nam>> muß vorläufig geheim bleiben, doch kann ich so viel sagen, daß auch hier der oberste Kriegsherr sein Haupt ruhig betten kann. Mit dem Kaiser kam auch Gras Zeppelin und der Großadmiral Tirpiz, sodaß, da ja der alte Haeselcr bereits seit allem Anfang als deus ex machina hier unten weilt, das Dreigestirr unserer Macht zu Lande, zu Wasser und in der Luft, in schönster Reinheit und durch die populärsten Namen vertreten erstrahlt. Uns Kriegsberichterstatter hat man ebenso wie auch schon im ersten Hauptquartier etwas abseits gesetzt, um unsere Beweg ungsfreiheit, die ja in unmittelbarer Nähe des Kaisers naturgemäß sehr beschränkt wäre, in keiner Weise zu behindern. Dar hat den Vorteil, daß wir die ausgedehnten Informationsreisen nach Lüttich und Namur und heute wieder nach dem Echlachtselde des Kronprinzen bei Metz durchführen konnten, ohne die Dispositionen der Heeresleitung zu stören oder durt sie gestört zu werden. Wir gelten, obwohl unter den Militärgesetzen stehend und als Kriegsfreiwillige angesehen, offiziell doch vollkominen als Privatleute und sind nur durch die liebenswürdige Begleitung der Generalstabsosfiziere sowie durch unsere Armbinden und besondere Legitimationen vor dem Be > dachte bewahrt, sogen. „Schlachtenbummler" zu sein. Uns«' Domizil befindet sich auch nicht mehr auf deutschem Boden aber in allernächster Nähe der letzten großen deutschen Grenz stadt, die einen deutschen Zeitungsverleger beherbergt, der das nur sozusagen im Nebenamt« ist, weil, soweit da» Auge die Weinberge an einer bestimmten Stell- des lieblichen Saartales zu umfassen vermag, er der glücklich« Besitzer ist und in seinen Kellern die Zeitungspapiereollen neben den Fässern edelster Auslese absolut keine Rolle spielen. Und die erst« Flasch«, die er heute aus dem Keller holte, ging als Feldpostpaket an den verwundeten Kollegen im ersten Hauptauartter ah. Aus England. Englische Verwaltung in Samoa. Berlin, 10. Sept. In Samoa haben die E n g l ä n - ! e r nach ihrer am 20. August vollzogenen Besitzergreifung eine provisorische Negierung eingerichtet. Einzelheiten fehlen noch. Mit solchem Gesindel muß man sich herumschlagen! Es ist wirklich hochbezeichnend, daß sich das Lumpengesin- »el der ganzen Erde bei unseren Feinden znsammenfindet. Wir ionnten schon berichten, daß der Exkönig Manuel, der Ne- zerboxer Johnson und der mexikanische Banditenchef Villa ;irf) aus die Seite Englands und Frankreichs gestellt haben. Heute erfahren wir, daß sich auch Frau P a n k h u r st mit ihrem Susfragettenpack gegen uns erklärt hat, weil cs die Frauen nirgends so schlimm wie in Deutschland hätten. Hoffentlich habe» die wütenden Wahlweiber nicht gegen uns mobN gemacht. Es könnte sonst wirklich gefährlich werden. Ein holländischer Dmupscr von England ausgebracht. Amsterdam, 10. Sept. Das „Handelsblad" meldet: Der Dampfer „Z u i d e r d y k" von der Holland-Amerika-Linie ist auf der Fahrt von Philadelphia nach Rotterdam von Engländern ausgebracht und in einen irisckfcn Hafen zejchasst worden. Ein tnOilllier Mslirmer unlorriu WTB. London, 10. Spt. (Nichtamtl.) Die Admiralität gibt bekannt, dass der als Hilfskreuzer armierte Dnni- pscr „Ozcanic" von der Withc Star.Line gestern nahe der Nordküste Schottlands Schissbruch gelitten hat. Das Schiff ist vollständig verloren. Die Offiziere und Mnnnfchastc» sind gerettet. Ans Rußland. Dreiste russische Lüge». Petersburg, 8. Sept. Der amtliche Moniteur veröf- sentlicht eine lange Liste von Fällen von Grausamkeit, welch« »ie Bevölkerung und die Behörden in Deutschland gegen russische Untertanen sich zuschulden kommen ließen, die sich im Augenblick der Kriegserklärung auf deutschem Boden bcsanden. Dazu bemerkt das „W. T. B": Der spanische Botschafter, dem die Wahrung der Interessen der im Deutschen Reich besindlichen Russen anvcrk-raut ist, hat bezeugt, daß seine Schutzbefohlenen über ihre Lage, unter Berücksichtigung der mit dem Kriegsausbruch eingetretcnen Umstände, Nicht zu klagen haben. Die deutschen Behörde» Haien auch russischen Staatsangehörigen gegenüber ihre Pflichten erfüllt. Schwere Schädigungen oder gar Totschläge, wie sie in Rußland an Deutsche» begangen worden sind, haben sich in Deutschland gegen Russen nicht ereignet. — Die Erklärung »cs russischen Amtsblattes ist eine dreiste Verleumdung. Sic steht aus der Höhe der Vcrficherungc» „aus Osfizicrsparole" imtlicher russischer Persönlichkeiten. Die Russen möchten den Eindruck der unter Duldung der Behörden ins Werk gesetzten Mordbrcnncrci gegen die deutsche Botschaft in St. Petersburg und der von russische» Truppen verübten Schandtaten in Ostpreußen abschwächen. Der russische amtliche Bericht über Tannenbcrg. Die Londoner „Times" vom 2. September veröffentlicht folgende Drahtnachricht aus Petersburg vom 1. September: Das Hauptquartier meldet heute: Dank ihrem hochentwickelten Eisenbahnsystsm famineltcn sich stark überlegene deutsche Strcitkräste von allen Seite» und warfen sich aus etwa zwei unserer Armeekorps. Diese waren dem außerordentlich heftigen Feuer der schweren Artillerie ausgesetzt, das starke Verluste verursachte. Den hierher gelangten Nachrichten zufolge fochten unsere Truppen heldenmütig. Die Generäle Samsonow, Marios, Pestitsch und mehrere Stabsoffiziere find gefallen. Alle möglichen Maßnahmen sind getroffen worden, um dieses beklagenswerte Ereignis auszugleichen. Der Obcrkommandiercnde vertraut nach wie vor daraus, daß Gott uns helfe» wird, unsere Pläne erfolgreich durchzujiihren. . . . General Samsonow galt für einen der fähigsten und begabtesten russischen Heerführer. Er zeichnete sich hervorragend im russisch japanischen Kriege aus, in dem er eine sibirisch« Kosaken-Divisivn befehligt«. Später wurde er zum Deutsche Prinzen nnd Loldaterr. Das „Göttinger Tageblatt" schreibt: Das beste Zeugnis für den kameradschaftlichen Geist, der im deutschen Heere Osfi- zielc und Mannschaften verbindet, dürfte eine Tatsache sein, die bei einem Truppentransporte beobachtet wurde. Ein Sohn unseres Kaiscrpaares, welcher, darf nicht gesagt werde», fuhr bei diesem Transport nicht, wie der englische General French, im Salonwagen, sondern im Güterwagen mitten zwischen seine» Soldaten, mit denen er sich aufs beste unterhielt. Daß unsere braven Streiter sich über die Eefellschast ihres Kameraden „Königliche Hoheit" königlich gefreut haben, versteht sich von selbst. Sie nutzten diese Kameradschaft auch weidlich in haimloser Weise aus, denn so viele Ansichts- und Fcldpostkar- ten dürste der Hohenzollernprinze lange nicht unterschrieben haben. Prinz ffitki Mdrich nls ssnmbom. Verioundete Gardisten, die in einem Sanitätszuge in Solingen eintrafen, erzählten einem Mitarbeiter der „Rheinisch- Westfälischen Zeitung" über die Kämpfe um St. Quentin folgendes: Drei Tage standen wir in ununterbrochenem Gefecht, am 28., 20. und 30. August, schließlich haben wir aber doch den Feind gründlich geschlagen und geworfen. Da hätten Sie mal unseren Prinzen (Eitel Friedrich) sehen müssen! Beim letzten entscheidende» Sturm ergriff der Prinz die Trommel eine» gesalzenen Tambours, schlug sie selbst und rief uns zu: „Vorwärts, Kameraden, vorwärts!" Das gab frischen Mut, und wie ein Donnerwetter stürzten wir uns aus de» Feind. Die Schlacht wurde gewonnen. pkrwimdnny eints baijr. fflnMagsaNfortnftfn. Nach einer Münchener Meldung ist der bayerische Land- tagsabgcordnete Loibl (Zentrum) in Frankreich schwer verwundet worden. Er befindet sich auf dem Weg der Besserung im Lazarett. Die Nachricht von seinem Tod bestätigt sich nicht. Er war Hauptmann der Landwehr und vertritt seit 1903 den Wahlkreis Neuburg in der Bayerischen Kammer der Abgeordneten. ftldbrick rinfö pnlcross. d.p. «ins bfriMmiu. Belgien, den 24. 8. 14. Liebe Eltern! Will Euch nur schreiben wie es mir in letzter Zeit erging. Gott sei Dank bin ich noch gesund und die feindlichen Kugeln haben mich nicht getroffen. War das ein Tag am Samstag! Was war Gravelotte gegen diesen Tag! Diel viel Blut von wackeren Hessen ist geflossen, aber wir haben gesiegt und das Vaterland ist gerettet. Ihr könnt ruhig schlafen. Diel Verluste hatten wir. Nach der letzten Feststellung fehlen bei der Konipagnie 120 Mann. Die Fran- züsen hatten eine sehr gute Stellung. Aber mit Bajonett und Hurra wurden sic herausgetriebcn. Ich war bei einem Sturrn auf 4 Geschütze. Kaum waren wir da, so wurdeii wir von Franzosen, die noch im Walde waren umzingelt. Ich befand mich mit 25—30 Mann an einem Geschütz und hatte das Kommando „Ruhig, ihr seid Deutsche, keiner zurück, sonst sind wir verloren, wer sich zeigt, wird erschossen," rief ich. Tic Franzosen bliesen wohl zum Sturm, konnten aber nicht vor unserem Kugelregen herankommen. Diele sielen vielleicht nur 10 Meier von uns entfernt. Ich hebe weiter nichts, wie meinen Dienst getan, wie alle die tapferen Hessen, die bei A. bluteten. Hoftcntlich schließen die Franzosen bald Frieden, nachdem sic solche Schmisse bekommen haben. Gestern holte» wir die Verwundet:» aus dem Schlachtfelde ab. Welches Bild! Hunderte von Toten, Deutsche und Franzosen .... An Essen fehlt cs uns jetzt nicht mehr. Unsere Feldküche ist nicht zu bezahle», ein großer Vorteil gegen 1870. Hier sind fast olle Dörfer abgebrannt, weil die Einwohner auf unsere Soldaten geschossen haben. Ich liege hier auf einem Heuboden. Richtet in G. nnd W. viele Grüße aus. Nehmt den Brief mit. Nun Gott befohlen! Diele Grüße! F. Der .Heldentod dreier Brüder. In der „Deutschen Tageszeitung" meldet der Hanpt- mann Ernst von König-Zörnigelt als ältester Bruder den Heldentod seiner drei Brüder des .Haupt- M». *is Mnit *«*•*»«»»»- 9»«»*«*. Nb 11. eottaWr 1*1« Veit« 3. Bon unserem Krlegsbenchtefttatter _ first» -»»ptq»«rti«r. den 5 .Stpt. ttm St. Katharinenufer in Trier steht ein alt» grau» unscheinbar» Haus, das die Militärverwaltung vor einigen Jahren, als die Militärstrafprozehreform Gesetz wurde, zum Kriegsgerichtsgebäude für den Bezirk d» 8. Armeekorps Herrichten lieh. Da sind denn in der Folge alle die kleinen und gröhcren militärischen Vergehen uird Verbrechen zur Aburteilung gelangt, bis auch in dieses Haus der Kriegslärm drang und die Gerichtshcrren End« der vorigen Woche die Koffer packten, um mit ins Feld hinauszuziehen, damit die Soldateska nicht etwa zu dem Glauben komme, Gott Mars habe die Jungfer Themis nicht mehr nötig. Nur dah sie jetzt als „Feldgericht" ihr Urteil spricht. Aber in dem Augenblick, wo ihre Junger den grünen Rebenhügcln Valet sagen wollten, kam von der uralten Moselbrücke her ein trauriger und seltsamer Zug. Drüben im Belgischen hatten sie sechs Franktireure erwischt, darunter einen erst 14jährigen Jungen, und da das Feldgericht noch nicht hinubergekommen war, weil es sich so schamloser Tinge nicht versehen hatte, wie sie den sechsen zur Last gelegt wurden, so brachte man sie nach Trier. Alle 6 hatten aus unsere durchziehenden Truppen geschosien, und wenn man sie alsbald vom Leben zum Tode befördert hätte, so würde kein Hahn darnach gekräht haben, denn noch immer war der Freischärler bei allen Völkern ein todeswürdiger Verbrecher. Aber unsere braven Truppen muhten weiter und so wurden die sechs Nichts- würdigen noch der Ehre einer mehrstündigen Kriegsgerichtsocr- hondlung teilhaftig. Sie endete, wie nicht anders zu erwarten war, um 6 Uhr abends mit der Verurteilung der 5 Männer zum Tode, während der 14jährige mit Rücksicht auf feine Jugend mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe davonkam. Schon am folgenden Morgen wurde an den zum Tode Verurteilten droben im grünen Matheiserwalde in den Schiehständen der Trierer Garnison das Urteil vollstrcckt. Und dann ein ander Bild! Trier ist als erster deutscher Ort inmitten der von heftigen Kämpfen umtobten Wcstgrenze die natürlich« Zentrale der hilss- und Liebestätigkeit an unseren Verwundeten. Zu tausenden kommen sie hier an und die am schwersten Gctrofsenen finben hier grohartige Lazarette und die besten Chirurgen. Wenn trotzdem hier und da Todesfälle zu verzeichnen sind, so haben wir uns dasür bei unseren Feinden zu bedanken, die mit künstlich abgeplatteten Geschosien, wie ich sie mit eigenen Augen gesehen habe, und sogar mit Dum- Dum Geschossen arbeiten. Da ist es dann nicht zu verwundern, wenn fast zu derselben Zeit, wo hoch oben am Moseluser die Schüsse auf die fünf Franktireurs krachten, unten im Tale ein Trauerkondukt dahinzog, der in feiner Einfachheit nur umso erschütternder wirkte. Voran eine Kompagnie Infanterie mit geladenem Gewehr, dahinter eine AnMhl Soldaten, die das schwarze Erucisix mit dem Bilde des Erlösers hoch an der Stange und dazu Weih- rauchjäsier und Lichter trugen, und in ihrer Mitte «in weihhaariger Priester, den kleine rotwangige Ministranten geleiteten. Und dann — sechs einfache dunkelgelbe Särge ohne jeden Blumenschmuck. — Drinnen ln der Stadt klingelt laut und hell das Sterbeglöcklein und die Leute auf der Strahe ent- blöhcn ihr Haupt. — Gute, brave Jungen, die Ihr Euer Leben für uns alle gelassen habt! Fühlt Ihr er nicht vielleicht doch noch auf Eurem Wege nach Walhall, dah wir hier unten auch »hnc Blumen in den Händen und auf Euren Gräbern den Zoll der Dankbarkeit aus vollem Herzen Euch entrichten, indem wir geloben, jeder in feiner Art dem Vaterlande mit verdoppeltem Eifer weiter zu dienen, für das Euer Blut geflossen ist? Ihr habt das Glück, dah Eure Leiber in deutschem Heimatbodcn gebettet werden konnten, den Ihr verteidigt habt bis zum letzten Atemzuge. Und wie dieser Boden noch heute nach zweitausend Jahren durch seine gewaltigen Römerbautcn von grober Vergangenheit zeugt, so werden auch die Spuren Eurer Taten im Kampfe gegen Galliens uralte Falschheit und Niedertracht nicht in Aeonen untergehn! Im Hellen Sonnenglaft wirbeln kleine Wölkchen aus dem Weihrauchkessel in die Lüste. Der Priester spricht den Segen über dem offenen Massengrab und sprengt den Tau des geweihten Wassers über die schlichten Särge. Nun auch hier ein kurzes militärisches Kommando, dann brausen drei Salven über das Grab, das in engem Raume der Hoffnungen und Entwürfe gar viele umschlichen mag. Aber anders als da oben am schon vergessenen Franktireurgrab deuten wir hier den Klang der Schüsse: Ihr starbt als ruhmreiche Helden, damit wir leben! Kein fchönftcr Tod ist in der Welt, als wer vorm Feind erschlagen! Fahrt wohl. Ihr Getreuen! Kaiser und Fürsten im Feld. In Europa ist die Kriegsfackel entbrannt, Vernichten wollte man der Deutschen Land Man spekulierte vergeblich auf die Uneinigkeit: Aber heute ist alles und jeder bereit! Ob hoch ob niedrig, ob arm ob reich, Das ist bei dem deutscher Michel heut gleich. Di» Beispiel ist einzig in der ganzen Welt, Auch unser Kaiser steht mit den Fürsten im Feld! Steht Nikolaus II., der Herrscher der Reuhen Nicht auch de! den Truppen an der Grenze von Preuprn- O nein, nach Moskau hat er sich begeben. Und loht dort beschützen sein kostbares Leben. Auch von der hetzenden Kriegspartel, Von den mächtigen Erohfürsten ist keiner dabei. Die schwelgen zu Haus von gestohlenem Geld, Unser Kaiser aber steht mit den Fürsten im Feld! Und Frankreichs Oberhaupt, Herr Poincare Sitzt gemütlich im Frack im Elysee . Läht von Zeit zu Zeit in Lackstiesel» sich seh'n, Während die Truppen mit schlechten Schuhen im Felde steh'n. Wo ist in dieser schweren und ernsten Zeit Eure Freiheit. Gleichheit und Brüderlichkeit Während Poincare den Palast mit Doppelposten umstellt. Steht unser Kaiser mit seinen Fürsten im Feld! König Georg I., der Herrscher der Briten Ist auch nicbt mit den Truvven ins Feld geritten Man kSnut« ihm auch die Bügelfalten zerdrücken Und „Rade in Germaag" auf die Stirn« drücken. In London fitzt er im herrlichen Palast Und genieht die Ruh« und pflegt der Raft. Und sorstert die neuesten Briefmarken der Welt, Unser Kaiser aber steht mit den Fürsten im Feld' Auch Albert I., der Belgier König Zeigt bis letzt von seiner Tapferkeit wenig. Er lieh sich betören mit französischem Geld Und sieht nicht ein, dah man ihn geprellt. Er getraut sich nicht zu den Truppen hinaus, In Antwerpen sitzt er im sicheren Haus. Und zittert, wenn Festung aus Festung fällt, Unser Kaiser aber steht mit den Fürsten im Feld! Auch im Kriege sind Kaiser und Fürsten bereit Zu teilen mit ihrem Volke jedes Leid. Das mutz den Truppen neue Begeisterung geben! Ein jeder ist bereit zu opfern sein Leben. Nur dem Willen des Höchsten werden sie sich fügcit, Sie wollen sterben oder wollen siegen. Drum grützen wir euch, einen jeden als Held, Auch Dich Kaiser mit Deinen Fürsten im Feld. Vilbel. C. Wämser. Ans der Heimat. * Friedberg, ll. Scpt. Es sei darauf aufmerksam gemacht, datz in diesen Tagen in dem Schaufenster des Herrn Gärtner Schneider, Kaiferstratze, ein kleines, aber sehr ansprechendes Kunstwerk ausgestellt ist: eine Statuette des „Guten Hirte n", die Herr Bildhauer Hugo Siegler für das hiesige katholische Pfarrhaus angefertigt hat, damit sie dort über dem Eingang an Stelle einer früher dort gestandenen, aber ganz verwitterten Darstellung Platz fände. Die Figur ist aus einem für derartige Zwecke überaus geeignetem weitzen Kalkstein mit grotzer Genauigkeit und fein-künstlerischem Geschmack verfertigt. Herr Siegler hat damit einen tresslichen Beweis seines künstlerischen Arbeitens geliefert. Durch die verständnisvoll angcordnete Umrahmung mit Pflanzen- und Blumenschmuck tritt das Kunstwerk um so besser hervor. Es lohnt sich in der Tat, die kleine Muhe nicht zu scheuen und das Ganze einmal zu betrachten. * Frirdbcrg, 9. Scpt. Der „Manufakturist" enthält folgenden Ausruf an die Landwirte: Freudigen Herzens ist Euch Handel und Industrie zu Hilfe geeilt beim Einbringen Eurer Ernte. Nun zeigt auch Euere Dankbarkeit, Unter- stützt sie, indem Ihr bei Kaufleutcn und Industriellen Eure fälligen Rechnungen bezahlt oder Teilzahlungen macht. Das Geld wird so nötig gebraucht, verzichtet deshalb jetzt rxtf die Zinsen die Euch Sparkasse oder desgleichen bringen können. Bedenkt, cs greift eines ins andere, der Kaufmann kann seine Fabrikanten bezahlen und diese ihre Arbeiter, für die ein jeder jetzt dringend mitsorgen muß, schon ans Dankbarkeit für ihre lobenswerte politische Handlungsweise. " Versteigerung nicht mehr brauchbarer Militärpferdc durch das XVIII. Armeekorps. Die Landwirtschaftskam- mer hat bei dem Generalkommando den Antrag gestellt, daß nicht mehr brauchbare Militärpfcrde evtl, auch Beute- Pferde unter weitgehendster Bekanntmachung durch die Landwirtfchastskammer unter Ausschluß des Handels, c.n die Landwirte versteigert werden. Die Landwirtschaftskam- mcr wird die betreffenden Versteigerungen unter der Voraussetzung, daß der Antrag genehmigt wird, in der „Hessi- schcn landwirtschaftlichen Zeitschrift" und auch in den Tagcs- blättern bekanutgebcn. Pferde airs Dänemark bezw. aus Belgien zu bezi'hen, ist leider unmöglich gewesen. * Anerkennung für Dorn Assenheim. Der Präsident des Deutschen Flottenvercins Groß-Admiral von Koestcr hat gebeten, Mittel aufzubringen, tun zur Entlastung der Kriegslazarette Genesungsheime für unsere Marine zu schaffen. Ein besonderes günstiges Ergebnis haben die Santmlungen in Dorn-Asfenheim geliefert, wo 280 Mark cingegangcn sind, die durch Vermittelung des Hessischen Landesausschusses an die Präsidial-Gcschäftsstelle in Berlin abgeliefert worden sind. * Ockstadt, 10. Scpt. (Kriegsversicherung.) Die Verwaltung des.hiesigen Spar- und Darlebnskassenvereius hat außer einer für die rote Kreuz-Samnrlung des Raisst-ifen- Verbandes bewilligten Spende für sämtliche ini Felde stehenden Vereinsmitglieder — z. Zt. 15 an der Zahl — die An- eneldung zur Hess. Kriegsversicherung mit je einent Autcil- ' schein beschlossen. Möge diese Fürsorgemaßnahme dazu beitragen, das Interesse an der vielfach verkannten Kriegs- Versicherung auch in unserer Gemeinde zu wecken. * Fauerbach v b. H., 11. Sept. Unsere Gemeinde hat ein Wagen mit Gemüse, Butter, Eiern und sonstigen Etzwaren an das Butzbacher Kriegslazarett abgeliefert. * Riederweisel, 11. Scpt. Der Gemcinderat hat beschlossen, für alle sich im Feld befindlichen Gerne indeangehörigen di« Kriegsversicherung zu übernehmen. Auch sonst zeigt unsere Gemeinde in gewohnter Werse, datz sie an werktätiger Hülsvleistung und Opsersinn für das Vaterland hinter Niemanden zurückbleibt. * Bleichenbach, 11. Sept. Die hiesige Gemeinde hat die Leistung der Kriegsversicherung für sämtliche von hier in das Feld gezogenen Mannschaften (je einen Airteilschei») übernommen. Auch der Kriegerverein will es sich nicht nehmen lassen, jedem seiner Mitglieder noch besonders einen Anteilschein zu übernehmen. Mag dieser schöne Zug allen zur Nachahmung dienen, denn wo der Sohn, Vater oder Bruder sein Leben für uns Alle hingibt, da liegen auch den Hinterbliebenen schwere Lasten auf. Darum ist » eine heilige Sache, auch hier geschlossen und mit offenem Herzen einzutreten Aus dem Kreise Hanau. * Von der landwirtschaftlichen Ein und Verkaufs Ge- »ofjenschaft szioruhauss Hanau, werden trxr ersucht nach- 1 folgendes zu veröffentlichen: Eine außerordentliche Knappheit an Säcken erschwert gegenwärtig den Getreidehandel und wird sich noch fühlbarer machen, wenn durch die neuen Staffeltarife der Ge- trcideverkehr von Osten nach Westen noch schärfer in Zug genommen sein wird. Seither wurden die größten Ge- treidevcrsendungcn in Kähnen und in loser Schüttumz vorgenommcn, während gegenwärtig der Versand viel- mehr als wie bisher per Bahn erfolgen muß und duich die Staffeltarife auch ferner gefördert werden wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Sackknappheit die Benützung dieser neuen Ausnahmetarifc einschränkt, ztilnal die Fabriken infolge der Importsperre für Jute anscheinend nicht großen Ersatz schaffen können. Die Mühlen kaufen die gebrauchten Mchlsäcke zu höchsten Preisen, um sie wieder mit Mehl zu füllen. Früher wurden einmal gebrauchte Mchlsäcke stets in den Gctrcidchandel gegeben bezw. mit Getreide gefüllt: diese Säcke werden also auch dem Gctreidcvcrkehr entzogen. Selbst zu den höchsten Tagespreisen ist kaum der Bedarf in Getreide- säckcn herbei zu schaffen, der jetzt notwendig wird. Ebenso verhält cS sich mit den Futtermittel-Säcken. Auch hierin herrscht große Knappheit und die meisten Mühlen, die bei früheren Lieferungen eigenes Sackmaterial stellten, wollen jetzt nur noch Futternrittel verladen wenn von Seiten der Abnehmer die notwendigen leeren Säcke cingesandt werden. Die übrigen Kraftfuttermittel- Fabriken verfahren ebenso. Das KornhauS Hanau ersticht deshalb auf diesem Wege seine Mitglieder, Genossenschaften, landwirtschaftliche Vereine und alle sonstigen Abnehmer dringend, die noch in deren Besitz befindlichen, dem Kornbaus Hanau gebärenden Säcke unverzüglich franko nach der Station Hanau-Ost zurückzuscnden, daniit wenigstens einigermaßen dem großen Sackmangel vorgebcirgt werden kann. Diejenigen Säcke, die bis spätestens zum 1. Oktober iricht ' zurückgeliefert find, müssen zum Tagespreise dem betreffenden Schuldner in Rechnung gestellt werden und werden dann nicht mehr zurückgenommen. Hrssen-Nassa». * F. C. Wiesbaden, 9. Sept. Die Handelskammer Wiesbaden hat weil sich in letzter Zeit eine Reihe von Pri- vatkunden und Geschäfte in der Bezahlung von Geschists- schilldcn säumig gezeigt haben, obwohl die Kriegslage ungemein verbessert ist, einen Ausschuß mit der Ausarbeitung der Satzungen für ein Einigungsamt beauftragt. Sobald die Bemühungen der Geschäfte, die säumigen Kunden zi>r Zahlung anzuhalten, vergeblich sein sollten, wird das Ei- nigungsamt sofort in Wirksamkeit treten können. Starkrnburg. * Heubach !. Ob., 10. Scpt. Ein Raub der Flamme» wurd> am Sonntag die Hosreite des Landwirtes Karl Dintelmann daselbst. Die großen Heu- und Fruchtvorräte wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Das Wohnhaus konnte zum Teil gerettet werde», lieber dt« Entstehungsursoche des Feuers, die noch nicht aufgeklärt ist, sind Ermittelungen im Gange. Die Abgebrannten sind versichert. Aus Rheinhessrn. * Mainz, 10. Scpt. Fünf große eiserne Schiffe, die der Mainschiss-Verband während der Kriegsdauer der Militärver waltung zur Verfügung stellte, wurden völlig lazarcttmätzig eingerichtet. Diese Schiffe bringen Verwundete von Biebrich und Mainz den Main hinauf. Gingesandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Schriftleltuni nur di« pretzgesetzliche Verantwortung). * Friedderg. 11. Scpt. Eine Bitte. Wir sind nunmehr 1-1 Tage hier im Lazarett unterjebracht und haben gewiß über nichts zu Nagen außer, daß uns das Tor verschlossen blieb. Wenn wir sonst nicht so gut behandelt wurden, so könnte man meinen, wir wären verwundete Franzosen, denen man eine Wack>e vor das Tor stellt. Warum haben wir nicht das gleiche Recht, wie die, die in der Blindenanstalt untergebracht sind? Wir alle sind uns einig darüber, daß jeder von uns noch ein Gläschen Bier vertragen kann und daß jedem der gehen kann und sonst gesund ist, ein kleiner Spaziergang, besonders in der schönen Zeit, wie sie jetzt ist, nichts schadet. Wir haben auch garnichts verbrochen, das eine solche Strafe verdiente: denn als solche kann man das Eingesperrtwerden, wie man cs mit kleinen Kindern macht, wenn sie unartig sind, nur anftassen. Wir sind auch alle so alt und so vernünftig, daß jeder, ini eigenen Interesse und noch vielmehr im Interesse der Allge- ineinhcit einen Mißbrauch einer solchen Erlaubnis nicht beabsichtigt. Wir Höften olle, daß uns endlich jemand die Erlaubnis erwirkt, das Lazarett nur 3—1 Stunden verlassen zu dürfen. Die Derwundeten im Bürgerhospital Friedberg. Aus dem Gltah. Dank! Wir fühlen uns gedrungen, der Stadt Friedberg unseren b e st e n Dank für die gute Verpflegung auszusprechen. Im- mer werden wir in der Ferne dankbar und gerne der Einwohnerschaft von Fricdberg gedenken. 4. Kompagnie, Landsturm Regiment. I A Wehrmann Steindel und I. Schlettstadt. Frankfurter Wetterbericht. Boraasfag«: Ziemlich trüb, regnerisch, südwestlich« Wind« Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: O11 o Hirsches. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Sch m i d t. Friedberg. Druck und «erlag der „Neueu Tageszeitung". A. G. Friedbera i. H. Nr. Z1J Sleut Tageszeitung. Freitag den 11. September 1914 Am 25. Aug-ust starb in Frankreich den Heldentod tür’s Vaterland mein geliebter Mann, unser lieber Vater Ludwig Dern Hauptmann d. Res. a. D. Gräfl. SoIms=Rödelheim’scher Kammerdirektor. Assenheim, 9. September 1914. Emy Dern, geb. Qeyger, Helene, Ruth, Erika. mM o is ai « Allen denen, welche uns bei unserem herben Verlust ihre aufrichtige Teilnahme erwiesen haben, insbesondere Herrn Pfarrer Clotz für die tröstenden Worte und dem Krieger- und Turnverein für die letzte Ehrenbezeugung sagen wir innigen Dank. Wölfersheim, den 10. Sept. 1914. Kalliarina lieber u. ihre beiden Kinder. Mieil-Zuckerfakirik Krch-Keriui empfiehlt ihre TrlcknslhnW imö Melch-Werschllihkl in vorzüglichster Qualität billigst. >- Preisofferten und Muster aus gefl. Anfrage. I Schöne 4 -ZmineiWljilililg mit geschloffener Veranda, Bad, Zubehör per 1. Oltober zu vermieten. Fauerbacherstraste 11. L> Äaiilitiiütr ist nicht aufgeschlagen und kostet im Zentner und Einzel- verkauf den gleichen Preis wie seither. Leere Salz- iöcke die ganz und sauber sind werden zurückgenommen. Salzniederlage iribimuiö Ilnniin Friedberg, FlailcrNraffe iili. Teleso» 152. Feinsten Emmcnth. Schweizerkäse Lbainkr,Rahniu.Raquesl>rt, ia. Liinbur-kr u. SanMse, (Samciubrrt, Frislhling unD S'iuicfcin ttc. empfiehlt Friedrich fliehe! Friedbcrg i. H. Zucht des großen wrikrir Gdelschtveins. SdiwenozuiiilvBreiii Oberhörgern empfiehlt mehrere erstklassige ZuAeber«. -Lauen von vorzüglicher Absiamniun». Wir Mn, rÄÄ zum Verteilen von türatisproben f. Schweitzpuder ..Köhler-trocken". Off. an h-!j!krl«hl!»f»drid.llru.)st»d«rg. 2 Ia. zugfeste Pferde Belgier 5 rijimnicl zu verkaufen. Zu erfragen Lbernrscl Teleso» Nr. I. Eine 2'/,jährige Fnchsstuto mit Bläffe, belg. leicht einge- sahren, lehr fromm, lrästig gebaut (UV, Zentner) mit sehr lchönem Körperbau, steht, weil selbst zum ttandstuim eingezogen, zu verlausen, bei Wilhelm Leonhardt, Vieder-AIockstodt. Aelteres ArbeitsMii sofort zu verkaufen. Gustav Srfjiuarj <£ Löhne E. m. b. H. Friedberg (Hessen). Suche zum baldigen EintrUt einen evang. vermalter Persönliche Vorstellung erwünscht. Erhalt nach Übereinkunft, Kar, ilitltrl)of, Okarben. Wolfshund Luchs" hörend, Wiederbringer aus den Namen entlaufen. Belohnung. Larkfabrilr Hol, buch. Friedberg. Danhsagnny. Das Reserve-Lazarett Fricdbcrg ist seit der ersten Einrichtung.von allen Seiten und aus allen Ständen der Stadt Friedberg und vieler unilicgenden Ortschaften in so reichem Matze unterstützt worden, daß es möglich war, unsere braven verwundeten Soldaten in vorzüglichster Weife un- tcrzubringen und zu verpflegen. Neben der vom Militärfiskus festgesetzten Kost waren wir durch die überaus reichen Liebesgaben in der Lage, eine vorzügliche Beköstigung zu verabreichen. Alle diese Lienes-- dienstc u. Liebesgaben haben dazu beigetragen, die Sch.ner- zen der Verwundeten zu lindern und die rasche Heilung zu fördern. Auch die Verabreichung von Büchern durch die Herren Geistlichen und die Versorgung mit Zeitungen durch die hiesigen drei Verlage war eine wohltuende Erholung für unsere Kranken. Das Reserve-Lazarett spricht deshalb allen, die ans mit Gaben und Hilfeleistung bei der Pflege der verwundeten tapferen Krieger unterstützt haben, den wärnisten Tank aus. Insbesondere aber danken wir für die hochherzige lln- tcrstützung des Zwcigvcreins vom Roten Kreuz in Fried- bcrg, dem Herrn Direktor und Familie nebst dem Personal der Blindenanstalt, dem ganzen Vorstand der Gewerbeschule, dem Herrn Direktor und Frau nebst dein Personal der Militär-Musikschule, sowie den Gemeinden Reichelsheim, Okarben, Berstadt, Echzell, Niedcr-Florstadt, Bönstadt, Müniling-Grumbach, Fauerbach, Ossenheim, Assenheim, Forsthaus Lucius, Lützel-Wiebelsbach, Stammheim, Nicdcr- Wöllstadt, Staden. Das Reserve-Lazarett Friedbcrg. Ter Chefarzt: Dr. A ch c r t, Stabsarzt d. R. Koch, Lazarett-Oberinspektor. __SeMtz. 0r1llU»»»titmchimg. Verlegung voii öcflfiflcliu^tftfltionfn klrtfcnb. Nachbeiiaimte Leistungszuchtstationen sollen ander- rreing innerhalb der betreffenden Kreise »ntergebracht werden: 1) Die Leislringszuchtstationen für Emdcncr Cänsc, seither in Schlitz, Kreis Lautcrbach (Hessen). 2) Die Lcisiungszuchtstation für rcbhuhnfarbigc Italiener, seither in Nieder-Wöllstadt, Kreis Fried berg (Hessen). Bewerber um dieselben wollen sich bis zunr l. Oktober d. Fs. bei dem Landwittfchaftskammer-Ausschnsi für Oberhessen in Gießen melden, woselbst auch die Vertragsbestimmungen erhältlich sind. Gießen, den 10. September 1914. Jtr La llöniirtjlliaslskamiile r-Auss ihn h für Mhejskii . Herbst-Pferdemarkt fu Gieße». Ain Mittwoch, den 18. September 1914, vorm, von 7 Uhr ab findet auf den städtischen Marktanlaqeu an der Rodhcimerstraße Pserdemarkt statt. Der Äuf- trieb von Pferden aus Sperrbezirken ist unzulässig. Bezüglich der in der Nähe des Marktplatzes vorhandenen Stallungen erteilt Herr Lohnkutscher Huhn Auskunft. Mit dem Pferdemarkt ist eine P r ü m i * r u t« ij des besten Pferdematerials verbunden, wofür reichliche Mittel zur Verfügung stehen, darunter 250 M. aus Mitteln des Hessischen Landes-Pserdezuchtvereins. Der Prämierungsplan ist von Herrn Weinhändler August Schwan in Gießen erhältlich. Die Preisverteilung erfolgt nach Beendigung der Prämierung. Die für den Herbst-Pferdemarkt vorgesehene Verlosung ist mit Genehmigung Erohh. Ministeriums des Innern mit Rücksicht auf die eingetretene Mobilmachung bis auf Weiteres zurückgestellt worden. Gießen, den 4. September 1914. Die städtische Dferdemarkt-Drputatioi» Erüncwald, Beigeordneter. Nur noch kürze Zeit! Schuhhaus Bodenheirner Fürstenstratze Nr. 15. Da das gesamte Lager «»bedingt bis zum 30. September geräumt sein mutz, gewähre ich auf die schon ganz bedeutend herabgesetzten Ausverkaufspreise noch einen Extra-Rabatt von 10 Prozent. Das Warenlager ist noch gut sortiert in Herren-, Damen-, Knaben- und Mädchenstiefel von der gewöhnlichsten bis zur feinsten Sorte. Bad-Nauheim, September 1914. Der Konkursverwalter. 1 tznlsl Mansche! fioloniflU, ^aterial- uiid lai lunaren. Lpez.: Farben, Me, Pinsel Lager in Nip»-, Kreidr- Lrlkdblslli.K., Trlkfon 355 Dräien-nKalken-Nohrrn <9. Lritze's Kernstein- Oel-Lackfarbe in 6 prachtvollen Nuanzen. 'litmitiuriifr miK Uieder-Wöllstabt empfiehlt alle Sorten Shamrock Nutzkohlen I., II., III. Nnion KraunkohLenkrikells Harpen er Jechen-Koks ab meinem Lager hier, sowie Lieferung in prompten Waagonladunaen ab Zeche»