zs,mimer 212 Fonnrrsiag, den 10. September 1014. 7. Jal-rgang tut Tageszeitm v'r' f'o'F«'* ' "ce»!'>t>ing srd;cmt;eöen ILerttog. Regelmäßige Beilagen „Orr rotier ans fitlTtn", „Pie Spninltüle". gSefUgaprcia: «ei den Postanstalten oierieliährlich 2Iik. '' ,Cn ™ monaiiuf) SO Wg. Hinzu mit Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeit-20 Psg„ lokale 15 Psg, An,eigen von auswärts werden durch Ponnachnahme er /r r„ i (v • . / j— a , . ® u ^ 10 *e * * *13 u uviwu v 3 v v 11 PUl *lß U, l ittUUunosort „nedderg. ?chr>ktl»itu»s und Verlag Friedberg (Hellen-, Hananerllraße 12. Fernlprecher 48. Postsheck-Lvut» Sir. 4859. VImt Fronlsurt a. 2)1. 1,95 inachnahine erhoben Ein neuer Kampf um Lemberg. Kämpfe vor Paris. — Die Deutschen tit Gent. — Englische Bestialitäten. Eine Schlacht vor Paris. Tiotzdcin noch keine amtlichen Nachrichten vorliegen fck int cS wahrscheinlich, daß nördlich und östlich von Paris gekämpft wird. Enahrnngsgemäß werden wir erst dann was ge.disseS crsahrcn, wenn der Sieg errungen ist. Englische und sranzösiscl>e Blätter wußten anfangs bereits einen großen Sieg zu verkünden u. a. sei die preußische Garde vollständig vernichtet worden, spätere Nachrichten geben kleinlaut zu, daß die Osfcusivc der Verbündeten nicht aufrecht erhallen worden sei. TaS sicht dem Eingeständnis einer Niederlage verdaimnt ähnlich. Wir werden hören! Die Deutschen in Gent. Ein Privattelegranim der „Franks. Ztg." meldet: Amsterdam, 9. Sept. General von Bowith forderte aon der Stadt Gent 10,000 Liter Benzin, 1000 Liter Mineralwasser, 150,000 Kilo Hafer, ferner Fahrräder, Autocc- scrvetcile, 100,000 Zigarren usw., aber er verschonte die Stadt mit einer weiteren Kriegsabgabe und dem Durchzug der Truppen. Kurz nachdem Bürgermeister Braun von der Unterredung mit dem deutschen General zuriickgekehrt war, scuertc in Gent ein auf einem Auto befestigtes Maschincn- gclvehr auf zwei bcutfdjc Offiziere, wovon einer tot, der andere verwundet ist. Bürgermeister Braun fuhr sofort wieder zu dein deutschen General, um etwaige üble Folgen dieses Mißverständnisses abznwendcn. Paris, 9. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Aus Ostende wird vom 7. September gemeldet: Die Deutschen gingen gestern nordwestlich von Brüssel zwischen Gent und Antwerpen vor. Alle Verbindungen zwischen diesen beiden Städten sind unterbrochen. Bei Lordegcm, in der Nähe von Wet- lernt, fand gestern ein Gefecht statt. Die Belgier mußten sich vor der feindlichen Ucbcrmacht zurückziehen; der Koin- mandant Eoi^ininck ist gefallen. Antwerpen, 9. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Wie gemeldet wird, soll das südlich von Antwerpen liegende Land m einer Ausdehnung von 70 Oundratmcilen überschwemmt werden, um die Deutschen am Einmarsch zu hindern. Die Wasscrtiefc wird zwischen einigen Zoll und mehreren Fuß schlvankcn. fififiuina -kr il)alfild)bai durch dir vrutlchkn. London, 9. Sept. Deutsche Truppen besetzten die Wal- fischbai. Tie britische Regierung bemerkt dazu: Die Dai kann leicht wiedergewonnen werden, sobald die südafrikanische Regierung ihre Vorbereitungen beendigt hat, in Dcutsch-Südwest-Afrika cinzufallen. Ein Scharmützel ans der See. Berlin, !>. Sept. Die „V. Z. am Mittag" meldet aus Wilhelmshaven: Der kleine Kreuzer „Karlsruhe" hatte, wie englische Blätter melden, in diesen Tagen ein kleines Scharmützel mit englischen Kreuzern zu bestehen. Ein Flieger Depot erbeutet. Berlin, g. Sept. Wie amtlich mitgeteilt worden ist, haben unsere deutschen Truppen bei der Einnahme von Reims nach das Mtlitärslugzcug-Depot beseht: 1» Eindecker, 29 Doppeldecker und eine Anzahl der auch in Deutschland bekannten Gnome-Motoren sielen in die Hände der Eroberer. Besonders >ie Motore, die in den Enomc-Werlen hergcstellt werden, sin» tut verwendbar. Auch die 2» erbeuteten Doppeldecker, di- neist nach »cm Tnp Maurice Farman gebaut sind, sin» recht- «ermendbar. Die Steuerung und Bedienung der Flugzcuge unterscheidet sich von derjenigen deutscher Militärmaschinen nicht so stark, daß unsere Ossiziere die Apparate nicht ohne wei- tcreo steuern könnten. Große Schlacht bei Lcmvera. Wien, 9. Sept. m Südostcn. die mit dem vollen Siege der Lcst-rr-icher im Zentrum und aus dem linken Flügel, aber mit einem in oller Ordnung vollzogenem Zurückweichen vor dem an Zahl weit überlegenen E-aner aus dem rechten Flügel geendet bat. wird also von den Lcstcrrcichern an dem Punkt wieder begoiliicn, wo ca nicht gelungen ist, den Sieg an ihre Fahnen zu sesicln. Daß die Oestcrrcichcr die Offensive ergrissen haben, läßt Hessen, bah sie ihre Kräfte wirksam ergänzt haben nud daß die Russen auch vor Lemberg eine ganz gehörige Niederlage erleiden Ein likiikr ((rfola argen Serbin!. Budapest, 9. Sept. Eine aus etwa 1590 Mann bestchendr Abteilung der bei dem Kampf um Mitrowitza zersprengten Serben wurde bei India nach kurzem Gefecht teils getötet, teils gefangen genommen. 1250000 Kritgsfremillige in COrOrrrrirf/. 1,250,000 Kriegsfreiwillige haben sich bis setzt in Oesterreich gemeldet. Für das Rote Kreuz wurden 205 Millionen Kronen gesammelt. Ueber die Dauer des Krieges. WTB. Budapest, 9. Sept. (Nichtamtlich.) Ein Be- richterstatter des „Esti Ujag" hatte eine Unterredung mit deni ehemaligen österreichisch-ungarischen Botschafter in Berlin, Grasen Szögheni-Marickt, in welcher dieser u. a. aus die Frage nach der wahrscheinlichen Dauer des Krieges sagte: Eine bestimmte Meinung könne niemand anssprechen, cs scheine aber, daß selbst der Fall von Paris nicht das Ende des Krieges bedeute. Daraus lieh wenigstens die Verlegung der Regierung von Paris schließen. Erst empfindliche Niederlagen der Russen würden die Geneigtheit zum Friedensschluß beschleunigen. Zum Schlüsse äußerte der Botschafter noch, die Zeichen huldvollen Wohlwollens, mit denen Kaiser Wilhelni und Kaiser Franz Josef ihn überschüttet, erfüllten ihn mit dem befriedigenden Bewußtsein, daß er stets seine Pflicht getan habe. Die hnmnnc Wirkung der dtiltldicn törldjoflf. Wie dem „Nicuwe Rotterdamschen Courant" aus Paris gemeldet wird, besagen Berichte von bekannten Chirurgen, wie Delbert, Raymond, Soulgion, Bufficr und Doyen die nach den hauptsächlichsten Hospitalzentrcn gesandt Ware», daß die Schußwunden, soweit keine Lebensorgane getroffen, stets gutartig sind und schnell heilen. Unsere Kolonien wehren sich. Fürst Bismarck hat einmal gesagt, das Schicksal unserer Kolonien werde vor den Toren von Metz ausgesochten werden. Demgemäß können wir schon einigermaßen beruhigt sein, soweit das Schicksal unserer Kolonien von Frankreich abhängt, denn der Sieg von Metz wird uns nicht entrissen werden und auch für Paris rückt die Katastrophe mit jedem Tag näher. Allein der Ausspruch Bismarcks sollte auch gegenüber britischen Gelüsten nach unscrn Kolonien gelten, er vertraute darauf, daß die Niederlage Frankreichs einen niederschmetternden Eindruck in England machen und unsere „Vettern" jenseits des Kanals zur Besinnung bringen werde. Nun erleben wir zu unserer sreudigen Genugtuung, daß auch das erste britische Feldheer bereits von unseren braven Truppen aus sranzösischcm Boden niedcrgcrungcn worden ist, und dllrscn die Zuversicht hegen, daß ein zweites britisches Feldheer, falls cs wirklich zu desien Entsendung kommen sollte, ebenso unter den deutschen Hieben zusanimensinken wird. Aber auch gegenüber unfern Kolonien selbst werden die Briten herbe Enttäuschungen erleben, dasllr bürgen schon die lurzen Nachrichten von dorther, die uns trotz der britischen Sperre zugeganae» sind. Wie aus der Vcröfsentlichung des Rcichskolonialamts hervorgehr, haben gegen die vereinigte sranzösisch-englilche Macht, die sich unserer Kolonie Togo „hel- d-nhast" b-mächtigle, nutzer der Schutz- und Polizeitruppe auch deutsche Ansiedler als Soldatct, des Bcurlaubtenstandes gekämpft: zwei von ihnen wurden gelotet, drei verwundet. Auch in unseren übrigen Kolonien werden die deutschen Ansiedler zu den Wassen eilen und unsere Schutz- und Polizeitruppen gegen fremde Eindringlinge unterstützen. Zn unseren Kolonien bestehen nicht nur militärische Organisationen iür die Friedenszcit. Zn Südwestafrika hasst man, 15 000 Gewehre znsammcnzuhringcn und den Feinden enlgcgcnzustellen. Britische Schifte haben sich bisher an der Küste dieser Kolonie noch nicht gezeigt, obwohl cs für sie ebenso verlockend sein müßte, Lüdcritzbuch und Swalopmnnd zu bombardieren, wie die un- bciestigte Tozolüste zu besetzen. Wenn Dcutschsüdwcst bisher von britischen schissen verschont geblieben ist, so ist bieje Enthaltsamkeit vielleicht auf die Erwägung zurückzusührcn, daß »ach der Eroberung jener Küstenpunlte der britische Sicgeszug in b-m mcilcnbrcitcn Dünensand der Küste vorrücken würde, I La unsererseits sicher alle Bahnverbindungen nach dem Innern I aitsgerisien würden. Auch nach Kamerun haben die Briten mit ihren Helfershelfern die Hand »och nicht ausgestrcckt, da die Hauptorte Ka- te.cruns, äuala und Buca, für Kriegsschiffe nicht zugänglich sind und Landungsvcrsuchc im Kamerundelta heiß erkämpft werden müßten. Zn, Wuri-Fluß liegt überdies eine Felsen- darre, die selbst llcinc Handclsschissc arg behindert, Gattz gewiß sind auch in Kamerun bereits alle waftcnsähigcn deutschen Pflanzer zu den Wassen gerufen worden, cs wird auch nicht schwer geworden sein, die sarbigc Schutztruppe zu verstärken Za der Drang, a» den Feind hcranzukvmmcn, hat eine» Teil unserer Kameruner Truppe schon zur Besetzung von Libreville, der Hauptstadt des sranzösischcn Kongo, sortgcrissen. Vermut lich ist der Vorstoß nach Libreville von der Truppe ausgcgan. gen, die i» dem benachbarten, im Kongvvertrag uns zugesalle- ncn langen, schmalen Cüdstrciscn steht unterhalb der spanischen Kolonie Rio Muni. Derselbe Tatendrang fühlte uuscre Südwest-Aftilauer bereits ins Kapland nach Upington und unsere Ostasrikancr nach Tavcta am britischen Fuß des Kilimandscharo. Da Tavcla 199 Kilometer von der Ugandabahn entfernt ist, wird cs den Engländern nicht leicht sein, diesen Punkt zu entsetzen. Dank der günstigen Bahnverbindungen in Ostafrika sind bestimmt schon alle waftcnsähigcn Ansiedler au die Küste geeilt, um die Briten hinauszuwerfen, man darf auch annehmcn, daß die 2599 Köpfe starke sarbige Schutztruppc inzwischen erheblich verstärkt worden ist. Selbst Tsingtau wird der vereinigten japanisch englischen Flotte zu schassen machen, ist doch jetzt schon ein britischer Kreuzer mit empfindlichen Verlusten zurückgcwiescn worden. Schließlich wird nach einem siegreichen Kriege in Europa unser Kolonialbesitz, sofern er in seindlichc Hände gesallcn ist, zurückgcgcbcn werden müsien. Damit können wir uns jür alle Fälle trösten. Ans Frankreich. Kein Zurück! Paris, 9. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Anitlich wird gemeldet, daß der französische Generalissimus an die Truppen folgenden Tagesbefehl erlassen hat: Es ist jetzt nicht mehr der Angenblick, rückwärts zn schauen, sondern anzugreifcn,. den Feind zurückzudrängen >md das gewonnene Terrain, koste es was es wolle, z» bc- haupten. Das wäre alles ganz sck)ön, wenn es mit Worten c-llcin getan wäre. Frankreich in Nöten. Paris, 8. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Im Minister- rat am 3. September in Bordeaux berichtete Millerattd über die militärische Lage. Tann wurde eine Reihe von Frage» beraten, besonders über die Lebcnsmittelzusnhr. Die Session der Kammer ist geschlossen. Ministerpräsident Viviani weist in einem diesbezüglichen Brief an den Präsidenten der Kammer darauf hin, daß zahlreiche Abgeordnete im Felde stehen, und daß die Nöte, die Frankreich drückten und die sich täglich häuften, der Kammer die Möglichkeit des Zusamtnenttittes nähmen. Ferner sei Frankreich durch höhere Gewalt und die Ereignisse gezwungen gewesen, den Sih der Regierung zu verlegen, um den Widerstand des Laitdcs zu verstärken und auszndchncn. Lord Kitchcnrr im sranzösischcn Ministerrat. Mailand, 8. Sept. Ter Mailänder „Eorrierc de la Sera" will aus bester Quelle wissen, daß der Entschluß der französischen Negierung, nach Bordeaux überzusiedcln, aus das persönliche Eingreifen Lord Kitcheirers zurückzufübreu sei. Ter Vorschlag der Uebersiedclung sei auf Widerspruch bei beu sozialistischen Minister Gucsde und Sctnbat ge- stoßen, die den Ausbruch von Unruhen in Paris befürchte, ten, wenn das Volk die Nachricht von der Verlegung des Regierungssitzes erfahre. Es habe schon eine Ministerkrise gedroht, als Kitchencr am 31. August in Paris mit Frcnch Jossrc und Gallien, ini Ministerrat erschienen sei, der schließlich die Uebersiedclung einstimmig genehmigt habe. Ueber das Franzosenlagcr aus dem Truppenübungsplatz Ohrdrus erfährt ein Eewährsntann der Weimarischen Landeszeitung „Deutschland": Den Gefangenen bereitet man hier ein menschenwürdiges Leben. Allerdings benehmen sich die „Gäste" (angesichts der scharfgeladenen Gewehre, auf denen die geschlissenen Bajonette blitzen!) bis jetzt auch im allgemeinen willig Von den ebenfalls hier cingeliejerten belgischen Franltircurs ist das leider nicht zn sagen. Trotz Begleitmannschaft und obwohl unsere Kameraden zahlreich dem Einmarsch beiwohnten, versuchte einer der Hall-rnkcn. mit schnell ausaeraftten otein-a «r- 211 Seite 2 uif einen unserer Offiziere loszugehen. Er und noch einige rudere, die den Augenblick zur Flucht benutzen wollten, haben erfahren muffen, wie deutsche Soldaten zu ihren Offizieren ckehen. Man hat die Kerle zufammengefchlagen und ihnen rann, als sie trotzalledem erneute Fluchtversuche unternahmen, euch noch einige blaue Bohnen als Wegzehrung in die Ewig- teit miigegeben. Als die übrigen „Herren" fahen, daß die gemütlichen Thüringer auch anders fein können, hoben sie wie auf Kommando die Hände, um ihren Gehorsam zu bekunden. Schade, daß deutsche Erde mit solchem Gesindel verunreinigt werden mutz. Und ein Staat, welcher derartige Verbrecher großzieht, wagt sich auf das Völkerrecht zu berufen! Französische Ilcbergrissc gegen Holland. Rotterdam, 9. Scpt. (SB. B. Nichtamtlich.) Der von einem französischen Kreuzer aufgebrachte holländische Dam- yfer „Nieuwc Amsterdam" ist gestern Morgen hier cinge- rossen. Ein Teil seiner Ladung wurde in Brest als .lriegSkontrcbandc beschlagnahmt. Ter Kapitän des Dam- vsers protestierte gegen diese Verletzung der Londoner Deklaration. Ans Keiftien. Die Zustände im Lande. Berlin, 9. Sept. Die „Nordd. Allg. Ztg." bring? cutt weitere ausführliche Schilderung des Direktors der Deutschen Zank De Helfferich über den Zustand Belgiens. Dr. Helf- erich sagt u. a.: Einige Ortschaften sind völlig zerstört ; teils st in diesen Ortschaften heftig gefachten worden, zum anderen keile erfolgte die Zerstörung wegen heimtückischer Ueberfälle »ach friedlicher Kapitulation. So wurde die kleine Stadt B a t- i c e niedenröbrannt, weil der Bürgermeister des Ortes nach iner Bewillkommnungsanfprache den Führer der deutschen Ab- .eilung niedcrschoß. Gleichzeitig wurde aus allen Fenstern ein wütendes Feuer auf die in den Straßen haltenden deutschen Kolonnen eröffnet. Dagegen ist der große Jndustrieort Verslers völlig unversehrt. Die Stadt Lüttich selbst zeigt nur an wenigen Stellen Spuren des Krieges. Gegenüber der ilniversttät sind allerdings eine Anzahl Häuser zufammenge- schosien, weil nach der Besetzung der Stadt auf unsere Soldaten von hier gefchosfen wurde, wie behauptet wurde von russischen Studenten. Die schönste Brücke Lüttichs und die meisten Brücken im Maastal sind von den Belgiern ganz zweckloser Weise selbst gesprengt worden. Unsere Truppen errichteten in kürzester Zeit Notbrücken. Zwischen Lüttich und T i r l e m o n t, wo unsere Truppen in breiter Front sich vorwärts bewegten, sieht es bis auf wenige Stellen friedlich aus, als ob nie der Fuß eines feindlichen Soldaten sie betreten hätte. Nirgends hat man den Eindruck als ob unsere Truppen ohne Slot zerstört und verbrannt hätten. T i r l e m o n t selbst ist gänzlich unversehrt. Bon Löwen ist lediglich derjenige Stadtteil niedergebrannt, in dem die heimtückischen Ueberfälle und die anhaltenden Stratzenkämpse stattgesunden haben. liniere Truppen selbst versuchten zu retten, was zu retten war. Zn der Stadt Brüssel ist keinem menschlichen Wesen auch nur ein Haar gekrümmt worden. Das Eigentum der Bürger wird auf das Peinlichste respektiert! Requisitionen der Truppen, wie alle Einkäufe der einzelnen Soldaten erfolgten gegen bare Bezahlung. Das große Jndustriebecken von E h a r l e r o i ist jo gut wie vollständig verschont geblieben. Alle Fabriken und Werke sind intakt. In der weiteren Umgegend von M a u- Ueuge sind die großen Ortschaften im wesentlichen unberührt, dagegen sind die Zerstörungen in der näheren Umgebung, soweit sie im Bereich der Geschütze der Festung liegt, erheblich. An dieser Stelle schaltet Dr. Helfferich ein, daß die bei den Ausfällen aus Maubeuge gefangenen englischen Soldaten übereinstimmend aussagten, daß sie ihre scharfe Munition aus einem in Maubeuge eingerichteten Depot erhielten, wobei zu beachten ist, daß das englische Gewehrkaliber nicht mit dem französischen identisch ist, daß also speziell die Slluirition für die englischen Truppen bereitgehaltcu worden war. Bei den englischen Soldaten wurden große Mengen van Dum-Dum-Ge- schosien vorgefunden. In der Gegend zwischen Sambre und Maas kehrten die Einwohner zurück. Nachdem dort erbitterte Kämpfe stattgefunden hatten, haben sich die Einwohner überzeugt. daß der deutsche Soldat, solange man ihm nicht ins Leben geht, der f r i e d li ch st e Mensch der ganzen Welt ist. Fm Tal der Maas wurde D i n a n t total zerstört, weil unsere Truppen nach friedlicher Kapitulation der Stadt und mehrtägigem Aufenthalt plötzlich von allen Seiten her von den Einwohnern beschossen wurden. Aus dem gleichen Grunde mußte die Zerstörung eines großen Teils der Stadt Andenne erfolgen. Den meisten übrigen Orten des Maastales ist von teil Schrecken des Krieges nichts anzumerken. Der Eesamtein- druck ist, daß unsere Truppen nur dort zerstört haben, wo die bittere Notwendigkeit des Gefechtes es verlangte oder wo das Verhalten der Einwohnerschajt tie schwersten Nepressalien nötig machte. An zahlreichen Stellen ist es tlar ersichtlich, daß unsere Truppen geradezu bemüht waren, die Zerstörungen auf den notwendigen Umfang zu beschränken und alles zu schonen, was geschont werden durste. Eine der wichtigsten Aufgaben des deutschen Generalgouvernements wird es sein, den Wirtschastsbetrieb, die Landwirtschaft, die Industrie S** das kaufmännische Gewerbe wieder in Gang zu »ringen. Aus Ettgland. Englische Bestialität. Toni „Stettiner Generalanzeiger" wird von feinem Bc- kirl.tei statter iin Westhccrc, Hugo Eacler, folgende? geschrieben : „Keine halbe Stunde ist öS her, wurden uns in Mons etwa 800 gefangene Engländer vorgcfiihrt, und dabei lvnrde uns durch den Major bckanntgegebcn, welche unglaublichen und nnnienfchlichen Gräueltaten fielt die Träger der britischen Humanität gegen imscre braven Truppen und vor allem gegen unsere Verwundeten baden zuschulden kommen laileu. Neu« Tageszenung. Donnerstag, den 1 ». September 181«. Nicht genug, daß sie die Hände aufheben, weiße Fahnen schwenken, um beim Heramraheu unserer Soldaten hinterrücks zu schießen, viel schlimmer sind die Entsetzlichkeiten gegen unsere Verwundeten. Er fuhr fort: Den Gesänge- ucn lind Verwundeten wurden mit Hakenmessern und eisernen Haken die Wunden aufgerissen, die Kehlen mit Messern durchstochen usw. Hier stehen die Burschen. Alles dies, was ich sage, beruht auf amtlicher Untersuchung. Mit solchen Bestien muffen unsere braven Truppen kämpfen." Ein Schrei der Entrüstung und Wnt ging durch unsere Reihen, ein Pfui über Englands Truppen. Nur die eiserne Disziplin hielt uns zurück, diese Bestien niederzumachen. Unbeschreiblich war die Erbitterung unserer Aerzte, die selbst unsere verstümmelten Verwundeten gesehen haben. Warum ich Ihnen das schreibe: Damit unsere deutschen Frauen und Mädchen wissen, welche Bestien in Menschengestalt diese Engländer find. Damit sie das an sich .so schöne deutsche Mitleid aus ihrem Herzen bannen, wenn cs sich um Engländer handelt. Damit sie nicht, um ihr bißchen Englisch an den Mann zu bringen, diesen Auswürsen der Menschheit mit Liebesgaben nahen, die unseren braven Jungen entzogen werden. Damit sie sich nicht unwürdig zeigen ihres großen Vaterlandes und ihrer großen Zeit. Wir Leute vom Roten Kreuz würden ihnen ins Gesicht spucken, wenn sie diese Schmach aus sich laden. ' Wir sind ausdrücklich ersucht worden, für weitere Verbreitung der britischen Greuel zu sorgen." Sllfo auch aus dem Gebiete bestialischer Schandtaten haben die Engländer den Wettbewerb mit Belgiern und Kosaken erfolgreich aufgeuommen. Man wird vielleicht hier und da in Deutschland solche englischen Schandtaten kaum glauben wollen. Man darf aber nicht vergessen, daß das englische Heer nicht nur aus Söldnern, sondern zugleich auch, zumal der Waffendienst zu Laude in England wenig geachtet ist, zum Teil aus dem Abschaum der Bevölkerung besteht. Natürlich entlastet das das englische Volk in seiner Gesamtheit nicht im geringsten von der Verantwortlichkeit für solche Schändlichkeitcn. Eine englische Bestätigung der Franktireiirnngrisfe. London, 9. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Der Korrespondent des „Daily Chroniclc" in Bordeaux bestätigt, daß Franktireurs Angriffe unternommen haben. Ein Flüchtling aus einem Ardenncndorf bei Vallaieres habe ihm erzählt, daß junge Leute und Frauen bewaffnet wurden, welche eine Ulanenpatrouille aus dem Hinterhalt niedergeschossen haben. Das Dorf sei daraus zerstört worden. Wieder zwci Schlepper gesunken! London, 9. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterscheu Bureaus. Zwci weitere Schlepper sind in der Nordsee auf Minen gelaufen und gesunken. Es handelt sich um die Schlepper „Imperialist" und „Revigo". Zwei Mann der Besatzung des „Imperialist" werden vermißt. Ans Rußland. Aufruhr in der Schwarze Meer-Flotte. Wien, 8. Sept. Nach einer Konstantinopeler Meldung der „Polit. Korresp." wird bestätigt, daß ein Teil der russischen Schwarze-Meerslotte sich im Zustande der Revolte befinde. Drei in dem Aufruhr verwickelte Kriegsschiffe sollen vor kurzem in Trapezunt eingetrossen sein, um eine große Menge Lebensmitteln anzukaufen und nachher abgedampft fein. Russische Lugen. Wien, 9. Sept. Die Petersburger Telegraphen-Agentur hat die vom Wiener Korr.-Bur. gemeldeten Siege der Armee Auffenberg bei Zamosc und Tyszowce dementiert. Sie wußte dagegen von einem Riesensieg der Russen bei Lemberg sowie von dort gemachter reicher Beute, von 70 000 Kriegsgefangenen, Eroberung von Hunderten von Geschützen usw. zu melden. Demgegenüber ist das Wiener Korr.-Bur. ermächtigt zu erklären, daß bei Lemberg überhaupt keine Schlacht stattge- fnnden hat und daher von einem russischen Siege nicht gesprochen werden kann. Wie bereits gemeldet, wurde Lemberg von den österreichischen Truppen aus strategischen Gründen freiwillig geräumt. Ebenso sind die Berichte von reicher Beute der Russen und 70 000 Gefangenen vollkommen aus der Luft gegriffen, es wäre denn, daß die russischen Truppen sämtliche Einwohner von Lemberg als Kriegsgefangene betrachten, um eine recht imponierende Zahl herauszubekommen. Was die Erfolge der in Rußland siegreich vorgedrungenen Armeen betrifft, so genügt es, aus die entsprechenden ersten Meldungen des österreichisch-ungarischen Armeeoberkommandos hinzuweisen, die seither glücklicherweise durch neue Erfolge nur bestätigt worden sind. Der Petersburger Telegraphen-Agentur wird es auch durch das bunteste Lügengewebe nicht gelingen, die Siege unserer Armee wettzumachen. Dit Abnahrne kr piitörtiidiliahrit des riilßicheii Volkes Aus wissenschaftlichen Kreisen wird uns geschrieben: In einer anitlichen russischen Statistik wird ein zahlenmäßiger Ilebcrblick über die Militärtaiiglichkcit des rnssiichen Volkes veröffentlicht, woraus hervorgeht, daß die Kriegs- Dichtigkeit de-s russischen Volkes in einer Abnahme begriffen ist. Don Jahrfünft zu Jahrfünft betrug die Zahl der Mi- litärtauglichen 99,7, 91,6, 91,3, 91,1, 81,9 von 100 definitiv Slbgcscrtigten. Dem aus deni Papier stehenden Rückgang der Militärtguglichkcit können formale Ursachen zu Grunde liegen. In den letzten Jahren hat vielleicht eine weniger sorgfältige Kontrolle der körperlichen Tüchtigkeit staUge- fnnden. auch ist die Abneigung gegen den Militärdienst im Znsammenhang mit der revolutionären Bewegung wahrscheinlich gewachsen. Um am Mnsierungstoge untauglich zu scheinen, werden oft sehr drastische Mittel angewmdt: „Einer brannte fitfi mit ätzenden Salben ein Locki in die Brust: ein anderer fastete monatelang, nahm dabei Abfiihr- mittel ein und entzog sich dem Schlaf. Dazu kommt noch, daß viele sich durD Bestechung freischwindeln." So lauten die amtlichen Berichte. Immerhin läßt sich der Verderb- liche Einfluß des industriellen Betriebes auf den Gestiad- heitszustand der Bevölkerung nicht leugnen. Das Gouvernement Petersburg, das die größte industrielle Bevölkerung hat, gehört seiner Tauglichkeitszissor zu den drei schlechtesten Gouvernements. Hier hat die stärkste Abnahme der Tang, lichkcitsziffer stattgefunden. Zu diesen Momenten kämmt noch die Sterblichkeit und der große Einfluß der Infektionskrankheiten hinzu. Tie einzelnen Länder verhalten sich gerade im letzten Punkte folgendermaßen: Deutschland 6,1. Frankreich 9,0, Schweden 10,1, Rußland 12,6. Man sieht daß diese Krankheiten relativ häufig beim russischen Heere sind, vielleicht am häufigsten, wenn die großen Armeen Europas miteinander verglichen werden. Von den Japsen. Tokio, 9. Sept. (W. B. Nichtamtlich). Japanische Flieger haben Bomben aus Tsingtau geworfen. Ausbruch von Unruhen in Aegypten. Uebcrcinstimmende Nachrichten türkischer Blätter zu- folge soll in Aegypten eine ernste Ausstandsbewegung r.ns- gebrochen sein. Die offiziöse „Agence de Constantinoplc" teilt mit, daß in Sllcxandricn große Transporte indischer Truppen cintreffen, die zur Derstärung der Garnisonen von Alexandrien und Kairo bestimmt sind. In diesen Städten habe eine äußerst beunruhigende Bewegung mit aufständischem Charakter eingesetzt. Der „Lloyd" meldet, daß die Eisenbahnlinie von Alexandrien nach Kairo von den Aufständischen zerstört worden sei, ym die Truppentransporte zu verhindern. Im Innern des Landes sei eS zu blutigen Unruhen gekommen. Die Zahl der Verhafteten sei enorm. Gegen englische Waren hat eine allgemeine Boykottbcwcgung eingesetzt. Um die eingeborene Bevölkerung über die tatsächlichen Verhältnisse auf den Kriegsschauplätzen im unklaren zu erhalten, hat die englische Regierung die Weitervcrbreitung der Telegramme des Berliner Wolsf-Bureaus und der Wiener amtlichen Depeschen verboten und das in deutscher Sprache erscheinende Blatt „Ae- gyptische Nachrichten" unterdrückt. Dagegen läßt die englische Regierimg durch ihr Organ „Rayco el Sudan" die unglaublichsten Berichte über englische, ftanzöfische und rus- fische Siege verbreiten. Der „Jkdam" hängt diese Praktiken der englischen Regierung im Sudan niedriger und sagt, cs werde den Engländern trotzdem nicht gelingen, die Bevölkerung auf die Dauer zu täuschen. Die Wahrh-it in Kriege gehe mit den Siegern. Englische Lügen in Amerika. lieber die Stimmung der Deutschen in den Vereinigter, Staaten von Amerika und über den Mißerfolg, den englischen Lügen dort zu verzeichnen haben, gibt der Brief eines geborenen Fauerbachcrs aus Saginaw (Michigan), der uns zur Verfügung gestellt wurde, eine bezeichnende Kunde. Wir lesen da:.....Es ist eine große Zeit: ein Volk in Waffen! aber hoffen wir, daß unser Vaterland vcn dem Schrecken und von der Verwüstung des Krieges verschont bleibe. Nun ihr braucht euch nicht zu ängstigen, denn wie wir sehen, wird Deutschland noch nicht zum Tummel- platz der Feinde gemacht. Das ist unsere feste Ueberzeug- ung, so sehr wir auch über den Hergang des Krieges betrogen werden. Da sollen die deutschen Truppen bei de- Festung Lüttich schwere Verluste erlitten haben, das 10. Armeekorps sei mit einem Verlust von 25,000 Mann zurück- geschlagen, auf belgischer Seite sei kein Mann gefallen. Wir wissen aber, daß diese Nachricht von London kommt, denn nur ein englischer Cabei verbindet uns noch mit Europa. Wir können doch nicht glauben, daß die deutschen Truppen ihre Patronen vergessen hätten, weil sie keinen ihrer Feinde töten konnten. Heute müssen wir erfahren, daß die Deutschen ihre Infanterie in Massen in die Festung geworfen hätten und von der belgischen Artillerie völlig aufgcriebcu worden seien. Vom Seekrieg hörten wir, daß Englands Flotte die deutschen Schlachtschiffe von der Nnrd- see h i n w e g g c f c g t habe: hintenherum aber wurde dann zugegeben, daß ein evglischcr Kreuzer gesunken sei. All' diesen Schwindel glauben wir nicht: aber ihr werdet ci-eh denken können, daß wir »ns sehr sllr den wahren Tatbest tnd interessieren und so möchte ich Dich bitten, l. H., uns die „Neue Tageszeitung" zu schicken. Du weißt, wie sehr >. ir unser altes Vaterland lieben. Heute ist hier die amtliche Bekanntmachung erschienen, daß sich alle dcutsck>cn Wehr- pflichtigen beim deutschen Konsulat zu nicldcn hätten. Der Landsturm ist bis jetzt noch nicht hier aufgerufcn worden ». ich hosfc, daß unsere Vaterlandsvertcidigcr schon mit unseren Feinden fertig werden. Slber wenn der Ruf kommt, dann sind wir auch da, dawcrdcichsowcnigzögerntvic Du und werde den Schießprügel in die Hand nehmen, zu st rei t c» für unser altes- Vaterland ..... Laß" uns wissen, wie es in Friedberg während der Mobilniachung ausgeschen hat und schreibe uns, wo Janerbach's Krieger alle kämpfen, sei bestens gegrüßt H. Drr llüiiituir mnfi kin Nachbarn hellt». Ter Landrat des Kreises Kottbus bat tolgendc? bekannt gegeben: „Die Genieindevorstchcr werden dringend ersucht, daraus zu achten, daß eine sachgemäße Herbstbestell- und ermöglicht wird. Wo dies nicht der Fall ist, mache ich es den Vorstcbcrn zur Ebrenpflicht. unbedingt dafür zu sorgen, daß kein Land ans Mangel an ArbeitS- und Ge- lvannkrätten unbestellt bleibt. !>->»» »2 lammt jetzt vor ollem »r. 212 ***** i«9«»ltitan8. ^onattala*, bcn 10. September 1IU Seite 3. darauf cm, Latz die nächstjährige Ernte in volle-».U.aiang durch eine gute Bestellung gesichert wird. Ter Nachbar muh dem Nachbar Helsen und jede kleinliche Selbstsucht muß ersterben vor der Größe unserer ernsten Zeit. Zeigt aber diese Hilfe nicht Len ausreichenden Erfolg, dann haben die Vorsteher durch Beschluß der Geincindevertretungen die Natnraldienstpflicht einzusührcn. Unterstützt die Geschäftsleute. Mitglieder des Detaillisten-Bereins von Frankfurt a. M. versenden zur Zeit an ihre Kunden Rechnungen, denen rote Zettel angehcftet sind mit dem Wortlaute: Die augenblickliche Eeldlnapphett zwingt den Kaufmann zur Einsorderung seiner Außenstände. Es ergeht deshalb an Alle, di- dazu in der Lage sind, das dringende Ersuchen, zur ilusrechtcrhaltung geordneter Wirtschastsoerhältnisie ihren Ver. Kindlichkeiten, soweit als irgend möglich, nachzulorirreu und oor allem ältere Rechnungen zu bezahlen. Hierzu wird uns erklärend mitgeteilt, daß sich die Detaillisten durchgängig in einer üblen Lage befinden. Die hohen Ladenmieten gehen weiter, Entlastung von Personal soll vermieden werden und wenn auch viele Geschäfte ihre Lichtspesen durch 7-llhr-Ladcnschluß zu verringern suchen, sä find doch anderseits neue Waren von den Lieferanten nur gegen Barzahlung zu erlangen, auch fordern die Fabrikanten und Grossisten meist energisch von Detailliften ihre Guthaben ein, gezwungen durch die augenblicklichen schweren Verhältniste. Ein jeder also wird von den Kriegszeiten betroffen. Um I» unverständlicher ist es daher, wenn sich einzelne Privatleute durch Zusendung einer Rechnung mit dem angcsügten obigen Zettel beleidigt fühlen. Leute, die zahlen können, sollten schon im Interesse des Allgemeinwohls ihren Beipflichtungen Nachkommen. Auf die Familien aber unserer tapferen Soldaten wird und muß jeder Geschäftsmann selbstredend die allergrößte Rücksicht nehmen. So wenig wie das (Publikum) Privatpubli- kum Gold zu Hause im Kasten einschließen sollte, ebensowenig sollte auch dem Detaillisten von denen die zahlen können, das Geld vorcnthalten werden. PerlnlMste. (schvw. — schwer verwundet, lvw. — leicht verwundet, um. — vermißt). Es ist uns unmöglich, di« amtlichen Derlustlisten im Wortlaut zu bringen. Wir werden uns für die Folge daraus beschränken, Auszüge zu bringen, die für unsere Heimat von In, teresse sind. Zusanteric-Regiment Nr. 88 in Hanau. ». Kompagnie: Gefi. d. R. Rrisert, Bergen, Kr. Hanau tot. — Hornist Wilh. Bölp, Bergen, Kr. Hanau, tot. — Res. Jakob Bölp, Bergen, Kr. Hanau, tot. — Res. Hrch. Jakobi I., Leidheckcn, vw. — Wilh. Koch L, Himbach, vw. — Res. Kaspar Koch IL, Radmühl, »w. — Wilh. Legier, Hainchen, vw. — Res. Joh. Jak. Wilh. Lenz, Kilianstädten, Kr. Hanau, vw. — Res. Konrad Zeh, Kilianstädten, Kr. Hanau, vw. — Res. Wilh. Jssland, Hofkobel, Kr. Hanau, vm. — Res. Hrch. Lust, Herbstein vw. — Res. Wilh. Weil, Heckheim, Kr. Hanau, vm. 8. Kompagnie: Rud. Erk, Elasetten, OberhestcN, tot. i— Gefi. Friedr. Boltz I., Rommelhausen, tot. — Res. Wilh. Groß, Langendiebach, -m. — Res. Clemens Stadler, Höchst, schvw. —- Gesr. d. R. Daniel Strauß, Wachenbuche», Kr. Hanau, lvw. — Res. Hrch. Wiel, Rückingen, Kr. Hanau, lvw. — Gefi. Franz Happel, K-ssclstadt, Kr. Hanau, low. 7. Kompagnie: Hch. Bauer, Hochstadt, Kr. Hanau, lvw. — Res. Karl Klüh, Marburg, low. — Res. Nathan Kaufmann, Groß-Krotzenburg, Kr. Hanau, schvw. — Gesr. d. R. Jakob Lapp, Dörnigheim, Kr. Hanau, low. — Res. Hrch. Wörner, Langendiebach. schvw. — Res. Christian Jüngling I., Eichen, schvw. — Res. Ph. Peter Jeipel, Hochstadt, Kr. Hanau, lvw. — Wilhelm Laubach, Eichen, Kr. Hanau, low. — Gefi. d. R. Karl Leib, Dörnigheim, Kr. Hanau, lvw. — Friedlich Weber, Hosköbel, Kr. Hanau, lvw. — Res. Christian Rausch, Ob-rbreitenbach, Kr. Alsfeld, lvw. — Res. Simon Uhrig, Hüttengesäß, Kr. Hanau, vw. — Res. Heinrich Dictz, Mittelbuchen, Kr. Hanau, lvw. — Peter Weitzel, Langenselbold, Kr. Hanau, low. — Gesr. Hrch. Leis, L-idenbach, Kr. Büdingen, lvw. — Res. Ignaz Gräuel, Soden, low. — Res. Adols Krämer, Oberrodenbach. Kr. Hanau, lvw. 8. Kompagnie: Res. Johann Müller, EelichauseN, vm. * Res. Johann Siebenlist, Unterlicderbach, Kr. Gelnhausen, vm. — Res. Theodor Vogler, Uttrichshausen, vm. — Johann Mark- losf, Seulberg, lvw. — Johs. Schmidt I., Bischossheim, Kreis Hanau, lvw. — Jakob Kalbskopf, Hofheim, Kr. Höchst, low. — Ans der Heimat. » Friedberg, ia. S-pt. Zur Beschleunigung des Zeitungs- bezugs der im Felde stehende» Truppen können Zeitungen und Zeitschriften für Hcercsangehörige auch durch Familienmitglieder in der Heimt oder sonstige Personen bei den R-ichspostan- stalten bestellt werden. Di« näheren Bestimmungen können Lei den Postanstalten «rfiagt werden. * Zriedberg. 10. Sept. Bienenzüchter, die zur Auffütterung ihrer Völker vergällten Zucker beziehen wollen, wenden sich um Zusendung einer „Erklärung'* an das Großh. Steueramt ,-ried. dcrg. Nach Einsendung der ausgesüllten Erklärung erhalten >,e einen „Berechtigungsschein zum Bezug« vergällten Zuckers , d:n sie dann von der Aktien-Zuckersabrik Groß-Gerau gegen Cinsendung dieses Scheines beziehen können. Es empfiehlt sich, daß alle Imker einer Gemeinde zwecks Frachtersparnis gemein- 7 jam bestellen. * Zriedberg Fauerbach, 9. Sept. Den Heldentod fürs Vaterland starb der Reservenrann Fritz Engel. Derselbe stammt aus Hießen, wohnte seit einigen Wochen hier- ' Nieder Florstadt. 9. Sept. Auf dem Felde der Ehre siel der Unteroffizier Karl Stelz. Er diente im ^nf.- Rcgt. Nr. 168 in Offenbach. . , , ^ , , . • «eichen, 10. Sept. Der Gemeinderat hat einstimmig v«. schleiiea» all« bier unterftübunosberechtigte Krieasleilnehmer. - ctoa 50, der der hessischen Kriegsoersicherung mit je einem An- teistchein zu versichern. Man schloß die Begüterteu von dieser Maßnahme nicht ans, damit dt« Hess. Kricgsvcrficheruag kräftig unterstützt würde und in Stand gefetzt würde, ein möglichst hohes Sterbegeld zu zahlen. Auch fönst hat eine lebhafte Hilf,- arbrlt eingesetzt. Die Beiträge zum Roten Kreuz belaufen sich bis jetzt auf 000 Mark, darunter Beiträge von allen hiesigen Vereinen. Ein Wagen mit Nahrungsmitteln tft nach Fricd- bcrg vor kurzer Zeit abgegangen. Eine recht große Zahl von Wäschestücken ist bereits gesammelt, fleißig wird gestrickt. Von der ev. Gemeinde erhalten alle Kriegsteilnehmer aus der Gemeinde wöchentlich ein Sonntagsblatt, da sfür unsere Krieger besonders geeignet ist lV-rlag Steintöpf Stuttgart). — Im Kampf fürs Vaterland ist »ach Mitteilungen von Kameraden Heinrüh Marlin, der Sohn unseres Fcldschützen Martin, gefallen. * Franksurt a. M., 10. Sept. In den letzter Tagen nahm der Kaiser, wie von einem Rcgiincntsangehörigen nach Höchst a. M. berichtet wird, Gelegenheit, dem Regiment 80 für die vor dem Feinde bewiesene Tapscrleit ein besonderes Lob aus- zusprcchcn. Das Regiment hat sich besonders bei Neuschatcan am 22. August tapfer geschlagen, wo cs als Spitze das erste Feuer empfing, sodann am 21. bei Trcmbloin, am 21. bei Carignan. * Frankfurt a. M., 10. Sept. Bei den Kämpfen um die Uebcrgänge über die Maas am 28. August siel Oberstleutnant S. Stwolsnski, Kommandeur eines Landwehr Regiments, ein in Frankfurt und Umgegend bekannter Offizier. Stand er doch 28 Jahre, zuletzt als Major bei den hiesigen 8lcrn und wurde vor 1 Jahren zu dem 86. Infanterie-Regiment nach Flensburg versetzt. Er war ein Enkel des letzten Kommandeurs des Frankfurter Linienbataillons, Oberstleutnant Hcmnierich. Sein Vater lebt als Generalmajor hochbctagt in Wiesbaden im Ruhestände Aus dem Kreise Hana». * Hanau, 10. Sept. Der Hauptmann und Kompagniechef der 10. Kompagnie Jnf.-Regts. Nr. 80, Baehren, und der Sauptmann der Reserve Ostus, ebenfalls vom 80. Jnf.-Regt., sielen am 28. August bei den Kämpfen bei Earignann usw. in Nordfrankreich. Letzterer war ein bekannter und angesehener Rechtsanwalt in Hanau, ein Enkel des Dichters Karl Gutzkow. daselbst in liebenswürdiger uad herzlicher Weise, für das Wohl der Verwundeten besorgt und bei den meisten sich eingehend über ihre Erlebnisse von dem Kriegsschauplatz- erkundigend. — Weitere Siegesbeute traf im Laufe des gestrige» Tages in verschiedenen Zügen wieder hier ein. Es waren wieder Geschützprotzen mit ungeheuren Mengen von Munition für Geschütze und Gewehre, außerdem sonstiges Kricgsgerät aller Art, praltischc Fleischttan-portwagen usw. Bei dem Transport, der gestern abend eintraf, befand sich auch ein Wagen mit hübschen belgischen Pferden. Eine mit dem gleichen Zuge angekomniene Anzahl verwundeter Franzosen wurden nach lknlersuchung wieder weitcrbesördert. * Auerbach, 10. Sept. Ein Schadenfeuer ist gestern nacht in den z. Zt. nicht bewohnten Wirtschastsräumcn des A»er- bacher Schlosics entstanden, das durch die benachbarte Feuer- wehr gelöscht werden konnte. Di- Ursache ist noch nicht nusgc- klärt. Ankauf von Naturalien für das Heer. Nach einer zwischen dem Rcichsamt des Innern und dem Kgl. Preußischen Kriegsministerium getrossenen Vereinbarung wurde für die Beschaffung der Hccresverpslegung eine Zentralstelle zur Beschaffung der Heeresoerpslegung sür das Reich errichtet. In den einzelnen Landcsteilen übernehmen die zuständigen Landwirtschaftskammern die Beschasfung der für die Truppen nötigen Naturalien. — Die Ländmirtschastskominet fiic das Eroßhcrzoglum Hessen kaust daher zur Zeit ». a. größere Mengen Hafer, Wiesenhcu und Stroh. In- teressentcn werden ausgefordert, schristltche Angebote in waggonweiser Lieferung genannter Naturalien sofort die Landwirtschastskammer Darmstadt, Rheinstraße 31,' l. St. zu richten. Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst in der Stadtkirche. Freitag, den 11, Sept., abends 8'A Uhr: Kriege'ittmdal)». Herr Pfarrer Ritter. , / Frankfurter Wetterbericht. Voraus>age: Ziemlich heiter, trocken, warm, östliche bH südliche Winde. Hesieu-Nassau. * x. Usingen, 10. Sept. Die hiesige Polizeiverwaltung gibt bekannt, daß das Schießen mit Feuerwaffen, hierzu gehören auch die „Knallfixpistolen", sowie das Abbrennen jeglicher Feuerwerkskörper an bewohnten oder von Menschen besuchten Orte«, verboten ist und bestraft wird. Anlaß hierzu gibt, daß hauptsächlich jüngere Leute, nach erngegangenen Siegesmeldungen, glaubten, den allgemeinen Jubel durch Abbrennen von Fcuerwerkskörpern und das Abfeuern von Schußwaffen noch erhöhen zu müsien. Der Unfug war manchmal so groß, daß man glaubte, in der Silvesternacht sich zu besinden. Die unsinnige Knallerei ist gegen die gesetzlichen Bestimmungen und «ine große Gefahr sür das Publilum. — Dem Schutzmann Dauskardt aus Kasiel ist die Stelle des Kreisboten am hiesigen Landratsamt vom 1, Oktober ad übertragen worden. * %. Obernrfel, 10. Sept. Die Erummeternie ist bei der günstigen Witterung rasch beendet und gut eingebracht worden. Qualität und Ouanittät vorzüglich. * Wiesbaden, 10. Sept. Die Handelskammer Wiesbaden tettt mit, daß die Handels- und Eewerbekammer zu Bozen in Südtirol sie gebeten hat, die Weinhändler und Gastwirte ihres Bezirks auf Tirol als Bezugsquelle für Weine aufmerksam zu machen und sie aufzufordern, auch aus völkischen Gründen und zur Förderung der Wirtschaft des verbündeten Nachbars Wein aus Tttol anstatt aus Frankreich zu beziehen. Die Handelsund Eewerbekammer Bozen cmpsiehlt Anfragen über vorhandene Mengen, Sorten und Bezugsquellen, sowie über sonstige in Frage kommenden Verhältniste an die annähernd 250 Mitglieder besitzende Eenostenschast der Weinhändlcr Dcutsch- Südiirols mit dem Sitz in Bozen zu richten. * Wiesbaden, 10. Sept. Die Ehefrau Elisabeth Pischatzch in Wiesbaden hatte kürzlich spät Nachts einen hier zur Kur weilenden Rechnungsrat aus Altona auf der Straße getroffen, ihn umarmt und ihn gebeten, mit ihr zu kommen. Der Kur- gast lehnte dies jedoch ab. Zu Haufe angelangt, bemerkte er daß feine Geldbörse fehlte. Seine Vermutung, daß sie ihm bei dem Zusammentreffen mit der „Dame" weggekommen sei, sollte sich bald bestätigen. Die „Dame", die kurz- Zeit nach der Tat sestgenommcn wurde, hatte bei der Umarmung in die hintere Hosentasche des Kurfremdcn gelangt und aus derselben das Portemonnaie mit 250 Mark Bargeld und sonstigen Wert- gegenständen herausbesördert. Vor der Straskammer suchte ste sich mit vollständiger Bewußtlosigkeit herauszureden. Das Gericht folgte indesicn ihren Auslastungen nicht, sondern erkannte mit Rücksicht auf die große Dreifttgkeit bei Ausführung der Tat auf -in Jahr sechs Monate Gefängnis. » Wiesbaden, 10. Sepk. Die Maul- und Klauenseuche ist' in Zeilsheim im Kreise Höchst a. M. amtlich festgestelli worden. Dadurch ist der Regierungsbezirk Wiesbaden, der feil einer Woche von dieser Geißel der Landwirte befreit gewesen, davon wieder heimgesucht. * Oestrich i. Rheingau, 10. Sept. Der 17 Jahre alte Bäcker- - gehilse Karl Walter badete trotz sttengsten Verbots im freien Rhein. Er ertrank. - Oberlahnstein. 10. Sept. Beim Baden in der Lahn ertrank die 20jährige.Eleonore Rottermann von hier. Die Leichwurde geborgen. ’■ r ; ; ■ Vorläufiger Fahrplan. Butzbach-Lich-Erünberg. ob Butzbach: 8* 2-« 8J ab Lich: 0“ 4» Orr in Ernnderg: 10“ 5“ — Erünberg-Lich-Butzbach. ab Gründerg: — 12“ 62 ab Lich: 8“ 1“ 6s» in Butzbach: 7« 2“ 7ss Bad-Nauheim-Eriedel. ab Bad-Nauheim: 8“ 3« 8s» in Griebel: 8« 3“ 82 Vutzbach-Eriedel-Bad-Nauheim ab Butzbach: 7“ 2“ 7a ab Griedel: 7» 2“ 8ss in Bad-Rauheim: 7« 2* Ssi. Butzbach-Pohlgöns. ob Butzbach: 6» 12“ 6« Pohlgöns-Butzbach. ab Pohlgöns: 7“ 1« 72 Berichtigung: In unserem lehtveröffcntlichlcu Zu;>plan M bei V-Zug ab Gießen zu ändern ab griebbe-" Z - w ■ sutt 6-1. Von morgen Freitag Wittag ab stehen in unseren Stallungen zirka 30 Stück Oldenburger, Holsteiner und schwere Arbeits-Pferde zum Verkauf. . . Starken barg. * Darmiiadt. 10. Sept. 6 Flugzeugführer, die im letzten "Jahre auf dem Truppenübungsplatz Griesheim unter hervorragender Führung de, Leiters der hiesigen Flugstation Haupt- • mann von Dewal tättg waren,-wurden dieser Tage mit dem eisernen Kreuz für ihr« hervorragenden Flugleistungen ausgezeichnet. Dies« hohe Anerkennung . wurde ihnen durch den Herzog Albrecht von Württemberg persönlich überreicht. * Darmstadt, 10. Sept. DieTbroßherzogia traf in der Nacht -zum 3. Sept. wieder,am Bahnhof bei den von dem Schlachffeld 'znrickkommendr» Krteaern ein und. verweilte über'«ine Stundei JsenburgerLCo. : ............ Friedberg. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschcl. Friedberg: sür den Anzeigenteil: K. Schm i dl. Friedbera. Druck und Verlag der „Reiien Tageszeitung", stl. S., Friedbera i. H ,m Raihause zu Bingenheim die nachverzetchneten Arbeiten vergeben werden. Voranschlag. Los 1) Herstellung des Waldgrenzgrabens Nr. 67 mit Weganlage vom Abtsbusch bis zum Echzellei Markmald von Profil 0—807,4 Los 2) desgleichen von Profil 807,4—1634 Los 3) 1 t'os 5) l Herstellung der neuen Eewannwege Los 6) j Die Verdingungsunterlagen liegen bei Erosth. Bürgermeisterei Bingenheim zur Einsicht offen. Angebote in Prozenten des Voranschlags sind bis zum obigen Termin verschlossen und mit der Aufschrift: Angebot Feldberetnigung Bingenheim versehen, der Erosth. Bürgermeisterei Bingenheim einzureichen, griedberg. den 8. September 1914. Erohherzogliche Kulturinspeltion. 3. 33.: Haust. 162,42 Mt. 1314,30 „ 900,— „ 915,- „ 1800,50 „ 1084,50 und bei der Bekanntmachung. Die in Bürgerquartieren untergebrachten Unteroffiziere und Mannschaften des 2. Bataillons Reserve-Inf.-Rcgts. 222 werden am Freitag, den 11. d. M., vormittags umquarticrt. Die für diese bis jetzt ausgegebenen Ouartierbillets haben daher nur für die Zeit vom Datum der Ausstellung bis einschliest- lich 10. September Gültigkeit. Friedberg, den 8. September 1914. Der Bürgermeister: Stahl. Kommenden Freitag ll. Samstag treffen bei uns wieder ca. 140 Oekonsmie- n. Arveits- Pferde darunter erstklassige rheinisch-belgische zwei- u. dreijährige Gespanne und einzelne, ein. GolDhchmidt & Dörnberg Frankfurt a. W. Wnsllrantennirg 78 . Telefon Hansa 2600. Beste Qualitäten. Alle Preislagen. Schublager Heinrich Hess Telefon 420. Frirditt'i'jr Kaiserslr. 40. Reue Tageszeitung. Donnerstag den 1V. September 1911 „Hast du noch eine Erinnerung an die Vorgänge der letzten Stunden?" wandte er sich dann an Ilse. „Gewiß, Vater, der Blitz hat eingeschlagen. Meine Erinnerungen reichen bis zu dem Augenblick, wo mir ein plötzliches Flimmern und Leuchten die Augen blendete, dann war es mit cinemale Nacht um mich." „Nicht reden jetzt, mein Kind!" mahnte der Arzt, „hübsch warten bis Sie sich wieder einigermaßen erholt haben. Vorläufig werden Sie noch hier liegen bleiben — freilich ein gewaltiger Kontrast zwischen dem schwellenden Lager im Vaterhause und diesem Bund Stroh, allein mein alter Freund hier wird sofort ein Zimmer für Sie Herrichten lassen, in welchem Sie dann in Ruhe Ihre völlige Genesung abwarten können. An guter Pflege und liebreichen Pflegerinnen fehlt es hier nicht," setzte er hinzu und ließ den Blick über die beiden hübschen Mädchen gleiten. „Gewiß, gewiß!" versicherte das Forstmeisterehepaar, „es kann unseren beiden Nichten nichts willkommener sein, wie eine dritte im Bunde," fügte die Frau Forstmeisterin freundlich hinzu. „Wir wollen sie pflegen wie eine Schwester," gelobten die Mädchen. — Noch che es Abend wurde lag Ilse in einem schönen Zimmer der Villa in den schwellenden Kissen ihres Bettes in tiefem Schlaf. Der Arzt hatte versichert, daß sie vor morgen früh nicht aufwachen würde, man könne sie deshalb ganz ruhig allein lassen; dann war er mit dem Versprechen, morgen wicderzukommen, ^gangen. Als MpMbriefe folgende Zusammenstellungen: 1. :1 Paar Socken. 2. 1 Unterhose, 1 Talchentnch.l Waschlappen, 3. 1 Unterjacke, 1 Abreibetuch. 4. 1 Paar Fußlappen, 1 Handtuch, 1 Taschentuch, 3. 1 Keibbinde, 2 Paar Socken. 6. 1 Paar Hosenträger, 1 Leibbinde, V. 1 >, „ 2 Paar Socken, 8. 3 Taschentücher, 6 Zunggelellendiitipfe, 9. 1 Abreibrtuch, 1 Taschentuch» 10. 1 gestrickte Weste. Fr. Weder, Friedberg i. H., Kaiserjtrahe 62. Feldpostpastetc find vorläufig nicht zuläsfig. ßlcftrifrf) angetrieliener TresW. Da es in der jetzigen Kriegszeit schwierig ist, Kohlen für mit Dampf betriebene Dreschsätze zu erhalten und außerdem das elektrische Dreschen wesentlich billiger, bequemer und vorteilhafter ist (3% höherer Ausdrusch) hat sich die Bau- und Betriebsleitung der elektrischen Ueberland-Anlage der Provinz Oberhessen in zuvorkommender Weise zur Stromabgabe für besagten Zweck bereit erklärt. Landwirte, die eventuell gesonnen sind, sich des schönen und guten Angebots bedienen zu wollen, wird seitens des Landwirtschaftskammer-Ausschusses angeraten, sich gefl. an die elektrische Ueberland-Anlage der Provinz Oberhessen in Friedberg zu wenden, von welcher die Stromlieferungsbedingungen etc. erhältlich sind. Färberei iraiibach 8 Fischer CHEM. WaSCHfiNSTÜLT Fabrik und Zentrale: Butzbach Telefon No. 24 Gegründet 1848 Telefon No. 24 16 eigene Läden Fräedberg: Kaiserstrasse 63, Telefon 439 Bad-Nauheim: Alicenptatz, Telefon 229 Bingen, Coblenz, Darmstadt, Eltville, Frankfurt a. M Giessen, Hanau, Mainz, Offenbach, Wetzlar. Grassier Betrieb der Branche Im Grossherzogtum Hessen. Xultrlge, die uns furch fit Bahn oder Post Cbermiitelt «erden, Enden promp- laste Erledigen;. Wir feilte« solche direkt an die Fabrik richten m «rollen. taiiciilifii! u. Sfoljtirop, PliinMnlagen billigst. Stefan Kuhn, Juhcideu-Huugen. Für das ^rote Kren; Es gingen weitere Spenden ein: 1. Geld: Von Lokomotivführern, Rejeroeführern und Anwärter» zu Frlcdberg <2. Sammlung) 100 .tt: Herr Pf. H. 10 Ji ; Herr Pros. Peutz ( 1 . Ende) 10 Herr Lehrer Wirthwein 10 Gemeinde Ka.chen durch Rcichsbanknebenstelle 70 Ji; Herr Stadtbaumeister Hohler 20 .8: Herr Hugo Enget 20 .8: Herr Lehrer Kratz 10 Ji; Herr Potizeikommissär Weist 10 Ji; Herr Spenglermeister Corvinus 5 Herr Geometer 1. KI. Müller 10 Ji; Herr Oberförster Junker 10 Ji; Herren Lind u. Jbold 10 Frau Dr. Fleckenstein 5 Ji; ein bjähriger Junge (Inhalt einer Sparbüchse) 5.25 .8: Scotti Siothschild aus seiner Spar- Herr Ruth hatte in den Vorschlag des Forstmeisters, von jetzt ab bei ihm zu wohnen^ eingewilligt und wollte diesbezüglich sobald wie möglich Rücksprache mit seinem bisherigen Wirte nehmen- Als der Arzt am anderen Morgen erschien, fand er Ilse zwar verhältnismäßig wohl aber doch sehr schwach. Der Schreck war für den zarten Körper von nachteiligeren Folgen gewesen, als er anfangs gedacht, auch hatte er noch etwas anderes entdeckt — doch davon wollte er vorläufig schweigen. — Das jüngere der beiden Mädchen fühlte sich ganz besonders zu der kranken Ilse hingezogen, die in ihrer rührenden Hilflosigkeit so märchenhaft schön war und deren edelgeschnittene Züge die verkörperte Unschuld personifizierten. Das Reine fühlt sich im Reinen, das Schöne zum Schönen, die Unschuld zur Unschuld hingezogen, das grade Gegenteil zweier Pole, die sich, wenn gleichartig, von einander abstoßen. Der Arzt ging und die beiden Mädchen waren allein. „Sagen Sie mir, bitte, Ihren Namen," bat Ilse mit leiser schmeichelnder Stimme, „damit ich weiß, wie ich Sic anzureden habe-" „Ich heiße Ema," lautete die freundliche Erwiderung. Erna? — Erna? —" Ilse schloß die Augen, wie um über etwas nachzudenken. „Erna!" sagte sie dann laut, „woran erinnert mich eigentlich der Name? Ach so, — jetzt weiß ich es!" _ (Fortsetzung folgt). _ büchse 1 Dienstpersonal des Herrn Kommerzienrat Trapp 10 Ji; 5 Schulkinder für verkaufte Fähnchen 10 Ji; Herr Ph. Eteinhäußer SO Ji; Herr Ernst Windecker II. 100 Ji; Fräulein 3t- N 10 Ji; Fräulein H. Wertheimer 5 Ji; Herr Kaufmann Windecker 20 Ji; Herr Zahnarzt Eiegfr. Stern 25 Jl; Fräulein Minni Weber (Sparkaffe) 1 Ji; Frau Z. 100 Ji; Frau O. M. 10 Ji; Herr Pfarrer Pichon 20 M ; Herr Kaplan Frhr. Gedult von Jungenfeld (1. Gabe) 20 Ji; Herr Pfarrer Dr. Praxmarer 20 .8; Herr Franz Weber, Kaiserstraste (Erlös für schwarz- weist-role Fähnchen) 40 Jl; Frau Zanke 3 Jl; ein taubstummer Junge für verkaufte Schleischen 4.45 Jl; ein taubstummer Junge sür verlauste Schleischen 1.35 Jl; Herr Joses Müller 50 Ji; Hr Hellmeister 20 Jl; Ein Schulmädchen für verkaufte Fähnchen 4.12 Jl; Von der Prima der Augustinerschule Friedberg durch Herrn Pros. Helmke 120 Jl; Herr Otto Badergoll 1 .44; Sechs Schulkinder für verkaufte Fähnchen 45.65 Ji; ein 8jähriger Junge (Inhalt seiner Sparbüchse) 5.11 Jl; ein Schulmädchen sür verkaufte Fähnchen 5.70 Jl; ein Schulmädchen für verkaufte Fähnchen 6.50 Jl; Herr Dr. Egon Meier 20 Jl; Quarta der Realschule (Sammlung) 3 Jl; Frau M. H. 3 Ji; Herr Lokomotivführer König 10 Jl; Herr Oberlehrer Koch 20 Jl; Herr O. I. 20 Ji; Skatgesellschaft „Kaiserhos" 3.25 Jl; Herr Seminarlehrer Höcker (1. Gabe) 20 Ji; Ein Schüler sür verkaufte Schleischen 2.30 Jl; Gemeinde Kaichen (3. Rate durch Herrn Psr. Grein 200 Jl; Herr Schmeel 10 Jl; Frau Hauptmann Domizlasf (2. Gabe) 100 Jl; Herr Bäckermeister K. Engel 20 ,ii; Herr Steitz, Lehrer i. P. 10 Jl; Gemeinde Bönstadt 9 Ji; Gesangverein „Frohsinn", Ockstadt 75 Jl; Herr I. Laubner, Eroßh. Katastergeometer 20 Jl; Zwei Schulmädchen für verkaufte Schleischen 7 Jl; Ein Schüler für verkaufte Schleischen 1.85 Jl; Herr Prokurist Huth 20 Jl; Frau Sally Jsenburger 10 Jl; Frau Hauptmann Soldan 20 Jl. Sammelstelle des Herr» Pfarrer Ritter: Frau Hofphotograph Schmidt Ww. 10 Jl; Herr Hofphotograph Schmidt 10 Jl; Frau Pfarrer S. Tr. (2. Gabe) 5 Jl; Frau Sattlermeister Gönner (1. Gabe) 5 Jl; Frau E. Ww., Bad-Nauheim 5 Ji; Herr Abplanalp 10 Ji; Herr Seminarlehrer Thierolf 8 Jl; Herr Fuhrunternehmer ffi. 5 Ji; Frau Rud. Drott 5 ,8; Herr Privatier Sieck 10 Ji; Einige Lokomotivbe- amte (3. Gabe) 4 Herr Herm. Werner, Gymnasiast 1 ji; Sammlung in Friedberg-Fauerbach (1. Gabe) 75.75 Ji; Herl Amend, Bahnpförtner i. P. 5 Ji; Herr Karl Eanst (aus seiner Sparbüchse) 5 Ji; Frau Kanzleirat Kreuder 20 Ji; Herr Seminardiener Emich 5 Ji; Frau Oberamtmann Hahn 10 Ji; Frau Lehrer Zimmer Ww. 3 .8; Frau Fritz Hecht Ww. 50 Ji; Frau Geometer Hosmann 20 Ji; Herr Metzgermeister Engel 50 Ji. fWislWt lits Hilm Srri|iS, Kiigsrijr 16. Sir fifc» SiKÄS zum Verteilen von Erakisproben f. Schweistpuder „Köhler-trocken". Off. an fiöhlerrafeleDfalrTikJHr«-?rtnbnrg. Toiletteartikel !ür-VorlMN,FenstMtt, LlhivüiiM, Sinoltntn uni) PlikWchnibbtr, Mbesen imii Ükhliilllschilikll empfiehlt M3l!lStl!illl!l WW. Inh.: Jos. Bxob Friedberg. Kaiserstr. 75. Wiitichjft schwarz-weiß-rot und rot-weiß 140 nit. breit, mtr. 1.40 AI. Netscher & Hauck Friedberq ». H. Laternen sturmsicher, selbftversertigt, große Auswahl, Reparaturen billigst« Hch. Schmidt, Speit,lermeillrr, Friedberg. Vorstadt z. 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