Kummer 80? Freitag, den 4. September 1014. 7. Jahrgang Die „Iltur ei1«ng" ti'd;tint irt«n iL‘ttf*ag. Regelmatzige Beilagen „Der Knurr au» Hell»»,", „Die Spiniillub»". Üeiugspreia: Bei den Postanstaltc» vicrielsährlich Akt. >,S5 bei den Agenten monallich SO PIg. Hinzu »ritt Bostgebühr oder Trägerlohn. Anieigen: Grundzeit« 20 Psg^ lokale iS Pjg„ An,eigen oon auswätts werden durch Pilnachnatzm« erhoben Erfüllungsort Friedberg. Sf»i,itnNg und Verlag Friedberg (Hegen!, Hanauerstratze 12. ^Fer» precher 48, Pastichcck-Lanto Sir. «8.12. 2lm! Fraalsurt a. AI. Die Natten verlaßen das sinkende Schiff. Deutsche Kavallerie streift vor Paris. — Die Flucht der frauröfischen Negicruna. — 90 000 -inssen gefangen! Unüversehbare Kriegsvente steckt noch in -)en Wäldern Masurens! 50 000 Russen in Galizien gefangen. Gerade wie 18701 Nnchdem nnscre Truppe» und die österreichischen Der- bündctcn den Scdanstag 1914 mit je einem glänzenden Sieg verhcirlicht haben, hat auch die französische Negierung bas ihrige dazu bcigctragcn, uni die Festesstimmiing zu erhöhen. Sic hat einen phrasengcschwollcnen Ausruf an das französische Volk erlassen, der auf den endlichen Sieg vertröstet und in dem von dem entscheidenden Stotz der Russen in das Herz Deutschlands — 5 Tage nach der Katastrophe von Tanneubcrgl — die Rede ist. Der Ausruf gipfelt in die Bekanntgabe, dah die Regierung Paris z» verlassen gedenke, »in freie Hand zun» Handeln zu bekonime». Genau wie 1870 verlassen die Ratten das sinkende Schiff, nur mit dein Unterschied, daß es damals die imperialistischen Machthaber waren, heute aber die ra- dical-republikanischen Dolksbctrüger, im Verein mit dem faniosen Vertreter der roten Internationale, die das französische Hand und Volk dem Verderben ausliefcrn. Generalqnartiermeistcr v. Stein hat wieder einer se-ncr, durch ihre knappe, aber bestimmte Form sich auszcichnenden Kriegsberichte bekannt gegeben. Alle Festungen des Nordens, mit Ausnahme von Maubenge, sind in unserer Gewalt, danintcr auch Laon, wo 1811 beim Rückzug Napoleons I. eine Schlacht stattgcfunden und das sich 1870 ducch die Sprengung seiner Citadellc einen Namen gcniacht hat. Die Lage ist fortgesetzt gut, die Armeen befinden sich im Vormarsch. Die Kavnllcrir des (llriicralvberften von Kkuck streift bereits vor Paris. Neu ist die Bestätigung der Nachricht, die man seither nur gerüchtweise vernommen hatte, datz sich österreichische Artillerie und zwar Motorbattericn bei dem deutschen Heere in Frankreich befindet und ausqe- zeichnete Dienste geleistet hat. Ter Scdanssieg in Ostpreutzen liefert immer neue Früchten Heute sind bereits über 90,000 Gefangene gezahlt, und unübersehbar soll die Kriegsbeute an Geschähen und Material sein, die noch in den Wäldern und Sümvscn Ma- surcns steckt. Drei kommandierende Generäle sind -clan- gen und der Lberstkommandiercnde der russisil, soll gefallen sein. Und nach einem solchen beispiel!'s.. Tieg wagt es der Lügenprnsident Poincard von einem Bor, , »ich der Russen in das Herz Deutschlands zu sprechen! Zerschmetternd ist auch die Niederlage, die die D:sicr- reicher den Russen bereitet haben. An 50,000 Russen «nid über 200 Geschütze sollen die Lesterreicher erbeutet haben. Datz unter solchen Umständen jede Gefahr für Leinberg, wo noch erbittert gekämpft wird, geschwunden ist, wird alli>'il'g hcrvorgchobcn. Wie bei der Belagerung Wiens durch die Türken, so können wir auch heute sagen: Im W'vde wch'n die Fahnen, Septembcrsouue lacht Funkelnd um eure Häupter: auf, auf zur letzten Schlacht! Gott gib den Tapfer,» Segen, die dort zum Kampfe zieh» Tu Christcngott da oben: Wir beten heut für Wien! llkütßt Kriegsberichte. WTB. 6) v o ft c e Hauptquartier, 3. Scpt. Bei der Weqnal-me des hoch iu Felsen gelegenen Sperrforts Givct habe» sich, ebenso wie im Kampf um Namur, die von Oesterreich zugesandten schwere» Motorbatterien durch Beweglichkeit, Treffsicherheit und Wirkung vortrefflich bewährt. Tie haben uns ausgezeichnete Dienste geleistet. Tie SPerrbefestignngcn Hirson - lcs- Ahvcllcs, Conds, La J$erc und Laon sind ol,ne Kamps aenomtne». Damit befinde» sich sämtliche Tpcrrbcfcstignngc» im nördlichen Frankreich antzer der Festung Maubenge in unseren Händen. Gegen Rcims ist der Angriff cingelcitct. Tic Kavallerie der Armee des Generalobersten v. Kluck streift bis Paris. Das Westheer hat die Aisne-Linie überschritten und seht den Bormarsch gegen die Marne fort. Einzelne Vorhuten haben sie bereits erreicht. Ter Feind bcsindet sich vor den Armeen der Eencraloberste» v. Klttkk, von Bülow, v.Sanfen und des Herzogs von Württemberg im R ü «k z « g ans « n d hinter die Marne. Bor der Armee des deutschen Kronprinzen leistete er im Anschlug an Berdun Widerstand, wurde aber nach Süden zurückgeworfen. — Die Armee des Kronprinzen von Bayern und des Generalobersten von Heeringen haben immer noch starken Feind in befestigten Stellungen in Französisch-Loth- ringe» gegenüber. Im oberen Elsag streifen deutsche und französische Abteilungen unter gegenseitigen Kämpfen. Im Osten ernten die Truppen des Generalobersten von Hindenburg weitere Früchte ihres Sieges. Die Zahl der Gefangenen wächst täglich ; sie ist bereits auf 90 000 Mann gestiegen- Wieviel Geschütze und sonstige Siegeszeichen noch in den prcu- hischen Wäldern und Sümpfen stecken, lägt sich garnicht übersehen. Anscheinend sind nicht zwei, sondern drei russische Kommandierende Generäle gefangen. Der russische Armce- führer ist nach russischen Nachrichten gefallen. Der (i)fnfrfllpiirtifriimf!fr v. Zikin. Dlt,1 der fran;öfifrl?rii Ltgieriing. WTB. Paris, 3. Scpt. (Aichlamtl.) Tic Agenee Havas meldet: Ter Präsident der Republik und die Regierung haben Paris heute Nacht verlassen und sich nach Bordeaux begeben. (kill Aufruf ko PsWkntkll IJoinrnrö. Paris, 3. £cpl. Präsident P oi » c ar e und die Regierung richteten folgenden Aufiuf an das Land: Franzcjen! Seit nichrercn Tagen stellen erbitterte Kämpfe unsere heldenhaften Truppen und die feindliche Armee auf die Probe. Die Tapferkeit unserer Soldaten hat ihnen an mehreren Punkicn bemerkenswerte Vorteile eingetragen, dagegen ha, uns im Norde» der Norstotz der dcutfchcn Strcitlräste zum Riilkzngc gezwungen. Diese Lage nötigt den Präs,deute» der Republik und die Regierung zu einem schmcrzkichcn E n I f ch I u 11 e. Um über das Heil der Nation zu wachen, haben die Behörden die Pflicht, sich zeitweilig von Paris zu entferne». Jebesfen wird der hervorragende Obcrbc- fehlehaber der französischen Armee voll Mut und Begeisterung die Hauptstadt und ihre Bevölkerung gegen den Eindringling verteidigen. Aber der .Krieg soll gleichzeitig im übrigen Lande weitergcfiihrt werden: ohne die Furcht, nachzulasscn, ohne Aufschub cder Schwäche wild der heilige Kamps sür die Ehre der Nation und die Sühne des verletzten Rechtes wcitergehcn. Keine unserer Armeen ist in ihrem Bestände erschüttert. Wenn einige von ihuc» bemerkenswerte Bcrlustc erlitten haben, so sind die Lücken sofort vo» den Depots aus wieder ausgesüllt worden. Der Ausruf von Rekruten sichert neue Quellen an Mciischeneiiergie. Wi der stand und Kamps, das fall die Parole der vcibündctcn englischen, russischen, belgischen und französischen Heere sein. Widerstand und Kamps, mährend die Engländer uns zur See Helsen, die Verbindungen unserer Feinde mit der Welt abschncidcn. Widcistand und Kamps, wehrend die russischen Armeen weiter vorrückcn, um den entscheidenden Stotz in das Herz des Deutschen Reiches zu führen, Es ist die Ausgabe der republilanischc» Regierung, diesen hartnäckigen Widerstand zu leiten. Ilebcrall werden sich zum Schutze der Unebhängig'cit Franlrcichs die Länder erheben, um diesem surchlbaren Kampfe seine ganze» Kräfte und seine Wirksam- lcit zu verleihe». Es ist unumgänglich notwendig, datz die Regierung freie Hand zuin Handel» behätt. Aus Wunsch der Militärbehörden verlegt die Regierung daher für den Augenblick ilncn Aufenthalt nach einem Punkt Frankreichs, wo sie in uiuniterbrochener B.rbindung mit der Gesamtheit des Landes bleiben kann. Sie widert die Mitglieder des Partamcnics aus. sich nicht fern oon ihr zu Hallen, um gegenüber den, Feinde zusaminc» mit der Regierung und ihren Kollegen den Sammclpunlt der nationalen Einheit zu bilde». Die Regierung vcrlätzt Paris erst, nachdem sie die Verteidigung der Stadt und des befestigten Lagers durch alle in ihrer Macht stehenden Mittel sicher- gestellt hat. Sic wcitz, datz sie es nicht nötig hat, der bewunderungswürdigen Pariser Bevölkerung Ruhe, Enischlutzlrast und Kaltblütigkeit zu empfehlen. Die Bevölkerung von Paris zeigt jeden Tag, datz sic de» grützten Pflichten gewachsen ist, Franzose»! Zeigen wir uns dieser tragischen Umstände würdig. Wir werden den endlichen Sieg erringen, wir werden ihn erringe» durch de» unermüdlichen Willen zum Widerstand« und zur Beharrlichkeit. Eine Nation, die nicht untcrgehen will, die, um zu lebe», weder vor Leiden noch vor Opscr» zu- rückschrcckt, ist sicher zu siegen. Der Ausrnj ist von Poincarc und sämtliche» Ministern un- lcizcichnet. Der Kaiser bei den Truppen. Grobes H a u p t q u n r t i c r, Scpt. Am Sedan-Tage trafen sich der Kaiser und der K r o n p rinz bei Sorben l'üd- östlich von Louguyon. Der Kaiser zuhr dann im Kraftwagen weiter zi m Königs-Grenadier-Negiment Nr. 7, dessen Kommandeur Prinz Oskar ist; dort hielt er eine Ansprache, di« mit Hurra und der Nationalhymne endete, während die Sonne golden nntcrginI und di« Kanonen von Dcrdun hcrüberdröhn« tcu. Die Schlacht bei St. Quentin. Der Berichterstatter der „Frantsurter Zeitung" sür de» westlichen Kriegsschauplatz meldet: Erotzca Hauptquartier, 2, Scpt, Wie nachträglich gemeldet wird, hatte die Armee des Generals v, Bülom in der für sie siegreiche» Schlack,! bei S!. Quentin vier srair« zosischc Armeekorps und drei Rescrvedioisio cn gegen sich. Die Schlacht jeibst hat zwei Tage gedauert. 2 „forto vo» örlfcrt genommen? Wir lesen in dem zu Bern erscheinenden „Bund": Wie der Coriicre dclla scrra" initteilt, ginge» die Tentsch.'ii feit Donnerstag in, Angriffe gegen Bcssort vor und haben schon zwei Forts genommen und verschiedene Stellung«! i» der Gegcnd besetzt. In demselben Blatt lesen wir: Basel, 30. Ang. Tic im Eisatz zersprengten 1>,ü Brigade» sind südwestlich von Mülhaiisen gefangen genommen worden. Ter Abtransport der Gesnngenen soll begonnen haben. Die siegreiche Srfjlmljt in (OSlprfafmt. Der Schilderung des Kriegsberichterstatters der „Deutschen Tageszeitung' entnehmen wir folgendes: Tic Landwehr jchlug sich prächtig und warf schlietzlich di, Russen in erbitterten Kämpfen aus der Stadt. Zu beiden Seiten der Provinzstratzen nach Osterode, wo die Nutzen in unser Schrapncllseucr geraten waren, lagen die Gefallenen so dicht übereinander, datz sie die Gräben fast ausslllltcn. Die Haupistratze der brennenden Stadt war ein Trümmerfeld, so datz unsere Wagen kaum passieren konnten, Zm Süden hat eü:« rcchtc Rcbcndivision die Landwehrbri« gab- durch Einschwcnken aus Hohenstein unterstützt: namentlich die Wirkung unserer schwere» Artillerie hatte hier alles zer- Ichmettcrt. Zm Rordslügcl wurden die Nutzen durch andere Korps über A I l e n st e i n zurückgcworscn. Dann griffen die südlich der Landwehrsormationcn stehenden Armeekorps über Rcidenburg mit oorgcnommcncm rechten Flügel ein, während »ördtich über Allenstcin, Wartcnburg, Bischossburg starke Kräfte mir dem linken Flügel aus Passenheim vorstietzen, so datz die Russen von drei, beinahe vier Seiten cingekesselt wurden. Ihr Eros wurde in die Sümpfe und die wcitausgedehnte Seen- lctte geworfen. Der kühne und weitsichtige Schlachtcnplan des Oberkom- mandicrcndrn hatte zu cinci» Erfolg geführt, wie er kaum zu halfen war. Nur die Anspannung aller Mittel und teilweise ungchculc Marschleistungen hatte» cs ermöglicht, mit de» vorhandenen Kräften gegen grotze Ucberlegenheit diesen entscheidenden Sieg zu gewinnen. Die Zahl der Gcsangencn wächst stündlich, üvoo sah ich, ron unseren braven Landwehrleute» eskortiert, slumpssinnig in ihren grauen Hemdblusen oorbciziehcn. Kurz hinter Hohenheim irns ich ans Landwehrkavallerie aus Ludwiaslust. meist nt. 207 9 !«•» »«se»r«it»»g. Arelta, den 4. Leptemvee 1 » 1 « «eite 2 Hamburger Kinder. Eie waren fünfzig Stunden aus der Bahn gewesen und kamen dann sosort ins Gefecht: „Da haben wir uns ein bischen Bewegung gemacht. Grüßen Sie Hamburg, die Landwehr täte ihre Schuldigkeit." In ftraßengrauen Gesichtern, die Wasser nicht mehr zu kenn schienen, blickten die frischen blauen Augen. Ostpreußen weiß es, die Landwehr, unsere herrliche Landwehr, tat ihre Schuldigkeit. Wer die Riestnichlcht in Gnlmen. Seit gestern sind keine amtlichen Nachrichten über die Schlachten in Galizien bekannt gegeben worden. Meldungen aus dem Äriegspresiequarticr heben hervor, daß durch den durchschlagenden Erfolg im Zentrum und auf dem linken Flügel jede Gefahr für de» um Lemberg kämpfenden Teil des österreichischen Heeres entschieden sei. Ein Telegramm der „Franks. Ztg." das wir unten wiedergeben, meldet, daß amtlich die Zahl der erbeuteten Kanonen mit 2 00 und die Zahl der Gefangenen mit 6 0000 angegeben fei. Wien, 3. Sept. Die Telegramme der Kriegsberichterstatter an die Blätter bestätigen, daß das bisherige Ergebnis der R i e s e n s ch I a ch t als ei» vollständiger und glänzender Sieg an der ganzen Nordfront bezeichnet werden kann. Am Ostfliigel dauert das Ringen noch an. Die Berichterstatter weisen auf die ungleichmäßige Ausbildung und Wirkung der russischen Artillerie hin, welche stellenweise vorzüglich sei und anderwärts vollständig versage. Dagegen heben die Berichtertatter einmütig die durchweg glänzenden Leistungen der österreichisch-ungarischen Artillerie hervor. Einige Berichterstatter weisen namentlich aus die Bravour der Prcßburgcr und Ka- chauer Korps hin. Sämtliche Blätter stellen fest, daß sich aus österreichisch-ungarischer Seite, namenNich in Ostgalizicn, die Spionage und die Kundschajterdicnste rusicnsreundlicher Elemente unangenehm fühlbar machen. Der Sieg im Zentrum. b. R. Kriegopressequarticr, 2. Sept. Der offensive Vorstoß der Armeen Tanks und Anffcabrrg, unter deuc« sich die Korps Puhallo und Borocvic besonders ausgezeich- »et haben, ist bisher bon immer steigenden Erfolge gekrönt. Er hat nunmehr in ansierordcntlich hartnäckigen Kämpfe» den endgültigen Sieg errungen. Die Schlacht wurde besonders dadurch erschwert, das, die russische Artillerie die Stellungen vorzüglich verteidigte. Auch hatte der Feind eine Spionage in allergrößtem Umfangt organisiert und dazu die Hilfe der einheimischen Bevölkerung in Anspruch genommen, lvas das Vorgehen unserer Truppen vielfach sehr erschwerte. Tic Bevölkerung verriet mehrmals dem Feinde die österreichisch-ungarischen Stellungen und An- inarschiinie» durch vereinbarte Ranchfeuer, durch Spiegel- signalc und sogar durch Veranstaltung kirchlicher Prozessionen. Trotzdem gelang es der österreichischen Artillerie, die mit größter Wirkung wahre Schicßkunststücke vollbrachte, das Gelände znni endgültigen Vorgehen der Truppen vor- zuberrile». Im Norden ist mit dem Siege der Armee Alts- fcnbcrg die Ausgabe der österreichisch ungarischen Truppen vollnns erreicht und die Niederlage der Nnsien vollständig. Schwere Kämpfe finden noch var Lemberg statt. 50,000 CtsllNgclle. 201) GeslW. Berlin, 3. Sept. Amtlich wird uns mitgeteilt, daß nach hier vorliegende» Nachrichten die Oesterreicher in der großen Schlacht ungefähr 50,000 Nüssen gefangen und etwa 200 Geschütze erbeutet haben. Siegeszuversicht m Oesterreich. Wien, 3. Sept. Die Blätter begrüßen den durchschlagenden Erfolg der Armeen Ausfenberg und Dank! als ein hochbcdeutsames Ereignis, dos nicht nur in der Monarchie, sondern auch bei den Verbündeten freudige Empfindung Hervorrufen werde. Durch den Sieg der Armee Ausfenberg und das von siegreichen Gcfcchteti begleitete Vordringen der Armee Dank! bis Lublin erscheine das Ziel der Angrisssoperationen zwischen Bug und Weichsel vollständig erreicht. Was den noch fortdauernden Kampf in Ostgalizien betrcsje. so sei die Zuoer- icht wohl 'begründet, daß cs binnen kurzem gelingen werde, auch die in der Umgebung von Lemberg stehenden Truppen- nasjen nicdcrzuwcrsen. Das „Fremdenblatt" stellt fest, daß nunmehr durch die Erfolge der österreichisch ungarischen Truppen und der deutschen Truppen gegen Rußland und durch die durchschlagenden Erfolge Deutschlands an der Westsrcnt der gemeinsame russisch- fronzesischc Opcrationspla» vollständig zu Nichte gemacht sei. Die in drei Linie» geplante Osfcnsivc der Russe» — eine gegen Ostpreußen, die zweite gegen Preußen von Russisch Polen aus, die dritte gegen Galizien — sei gründlich gescheitert. Glückwunsch hü Oesterreich. Berlin, 3. Sept. Die „Norddeutsche Ailgem. Zeitung" schreibt: Mitten in den Jubel über den Sieg, der zwischen Reims und Derdun errungen wurde, fäll! die Meldung von dem herrlichen Erfolge unserer Verbündeten gegen die Rnsien. Nach hartnäckigem Ringen ist es den fiandhasien und tapferen Truppen Oesterreich-Ungarns gelungen, den Feind zum Weichen zu bringen und ihn, schwere Opfer zvzufügcn. In großen Wengen mußten sich di« Rnsien als Gefangene ergeben. Einen deutlichen Maßstab für die Größe des Sieges bietet die An jnM der erbeutete» Geschütze. Unter außerordentlichen Schwierigkeiten haben glänzende Führer Eigenschaften mit staunens- werlen Leistungen der Truppe» zusammen gewillt, nm eine gewaltige Schlacht gegen den Feind zu führen. In Deutsch land wird dies« ruhmreiche Wasjentat mit Begeisterung begrüßt werden. Wir beglückwünschen aus ticftHerzen dea Kaiser und König Franz Joses zu diesem Tag. der ein weiteres Ruhmesblatt i» die glorreiche Geschichte des öiterreichisch ungarischen Heeres etnfügt. Mit wärmsten Empfindungen gedenken wir auch der heldenhaften Streiter und Führer, die Liefen denkwürdigen Sieg erfochten haben. Vom Knegslchaiiplal! in Mpolkn. Budapest, L. Sept. Erzherzog Josef, der »am südlichen Kriegsschauplatz hier eintraf, erklärte aus die Gerüchte über seine Verwundung, daß er unvcrwundet geblieben sei und nur sein Mantel von einer Schrapncllkugel an mehreren Stelle» durchlöchert worden sei. Der Erzherzog rühmte besonders die hervorragenden Leistungen der österreichisch-ungarischen Artillerie und fügte hinzu, daß die Leistungen der österreichisch- ungarischen Truppen nicht genug gerühmt werden könnten, da das unwegsame, gebirgige Terrain, in dem die Operationen stattsinden, Schwierigkeiten bot, die nur durch außerordentliche Ausdauer und höchste Bravour überwunden werden lonnten. vik Pfmonflraiion vor Enttarn. Wien, 3. Sept. Amtlich wird bekannt gegeben: Am 1. September morgens erschien die französische Mittclmeerflotte, bestehend aus 16 große» Einheiten, nämlich Schlachtschiffen, Panzerkreuzern, sowie zahlreichen Torpedofahrzeugcn auf große Entfernung vor der Einfahrt in der Bucht von Cattaro und gab vierzig Schüße aus schwerem Kaliber gegen das veraltete Fort auf Punta d'Ostro ab, ohne den dortigen Werken Schaden zuzufügen. Von der Besatzung wurden drei Man» leicht verwundet. Die Flotte dampfte dann eine zeitlang in westlicher Richtung und wendete sich sodann mit südöstlichem Kurs um anscheinend die Adria zu verlaßen. Es handelte sich daher offenbar um eine wirkungslose Demonstration der französischen Strcitkräste an unserer südlichen Küste. Die Jifiitldifn Zkiltarikimpsn in Ulirn. Wien, 3. Sept. Heute um 1 llhr morgens ist das deutsche Slutari-Detachement, das rühmlich an den Kämpfen bei Vife g r a d tcilgcnommcn hat, aus der Durchreise nach Berlin aus dem hiesigen Slldbahnhof angelommen und wurde von Kriegsminister Krobattin, der Generalität, dem deutschen Botschafter, dem Minister des Innern und vom Bürgermeister empfangen und von einer oieltausendköpsigen Menschenmenge jubelnd begrüßt. Bürgermeister Weißtirchner begrüßte die Vertreter der verbündeten Macht herzlichst mit schmeichelhaften Worten, woraus Major Schneider die Ofsizicrc vorstellte. Als die 122 Soldaten des Detachements Aufstellung genommen hatten, hielt Kriegsministcr Krobatin eine Ansprache, in der er die Waffenbrüderschaft beider Armeen betonte und den deutschen Soldaten für ihre heldenhafte Unterstützung unserer Kämpfer im Süden Dank abstattcte. Er überreichte den Offizieren Auszeichnungen und schloß seine Rede mit einem Hoch aus beide Kaiser. Major Schneider dankte mit einem Hurra auf Kaiser Franz Josef, woraus die Offiziere und Mannschaften bewirtet wurden. Aus Frankreich. Bestürzung in Paris. Amsterdam, 3. Sept. Trotz der beschönigenden und grostsprechcrischen Darlegungen, mit denen Poinccarä und die französische Regierung ihre Flucht nach Bordeaux zu beschönigen suchen, rief die Proktamation in Paris unglaubliche Bestürzung hervor, da inan nun trotz der vorhergehenden Verheimlichungen an das Anrücken der Deutschen glaubt. Viele Pariser, vor allem Frauen und Kinder, verlassen die Stadt. Kopenhagen, 3. Sept. Clcmenceau fährt fort, im „L'homme Libre" über die Kundgebungen der Regierung zu spotten, weil diese nichts anderes niitteilten, als was man im voraus schon wüßte. Daß die Deutschen auf dem linken Flügel der Franzosen Fortschritte machen, bedeute nichts anderes, als daß sie sich Paris näher». Deshalb müsse Frankreich seine Leiter aufsordcrn, das Volk zur Tat aufzurufen. Der „Tcmps" sagt in einer Erörterung über das neue Ministerium, daß Viviani sofort nach Ausbruch des Krieges neue Mitarbeiter suchen wollte, jedoch sei jetzt nicht der Zeitpunkt, um zu enthüllen, weshalb. Es genüge, zu sagen, daß die Schlaffheit des einen und die Voreingenommenheit des anderen das Vaterland in Gefahr brachte. Glücklicherweise sei der kurze Zeit gehegte Plan, doppelte Ministerien zu bilden, fallen gelassen worden. Paris, 3. Sept. (W. B.) Der Börsenverkehr ist eingestellt worden. Nom, 2. Sept. Die Pariser Briefe der hiesigen Blätter fahren fort, die Lage in der Hauptstadt in den düstersten Farben z» schildern. Offenbar schiebt man alle Schuld dem früheren K-iegSminister Messt,ny zu, der Günstlinge der radilnlen Partei an wichtige Kommandostellen gebracht haben soll, io den General Perrin nach Lille, der abbcrufen werden wußte, weil er die Verteidigung vernachlässiike. Italienische Arbeiter ans Lille berichteten, daß die jlie- heiide Besatzung von Lille Kanonen in den Straßen zurück- gelassen habe. Kinder hätten dnraiif gespielt. Für die Re- scrvisten >,nd die Landwehr fehlten Waffen -nnd Uniformen. Ter Mangel an Artillerie macht sich bereits fühlbar. Tic Polemiken gen das Parlanicnt lassen ans einen u.'hri An. drn.h der Revolution schließen. *vvr.:i v.’frf) bietet Italien eine Milliarde. (Meldung der Franls.Ztg.) Fr ackreich hat, wie man uns berichtet, der italirni'chen Regierung durch eine Bantgriippe eine Anleihe von l Milliarde und mehr zu guten Bedingungen offerieren lassen. Ministerpräsident Salandra hat die Offerte mit dem Hin- weis abgclehnt, daß Italien nicht die Absicht habe, eine ai's- wärtigc Anleihe aiifzilncbnien. Aus Belgien. Die Knnstlchähe von förom gmttel. Amsterdam, 2 . Sept. Ein aus Löwen zurückgelehrtet Korrespondent des „Nieuwe Rotterdanische Courant" berichtet, daß das weltberühmte Rathaus inmitten der Träm- mcrhaufcn wie ein zierliches Kleinod erhalten geblieben ist, ebenso ist die herrliche Kathedrale nur zum Teil oeri-Hstet doch wieder herstellbar. Die reichen Knnstschätzc der Kirche sind gerettet, so das bekannte Abendmahl von Dirk Bonts. Ein englisches Lob. Die deutsch-fresierische „Daily Mail" bringt in einer ihrer letzten Nummern ein Stimmungsbild aus Brüsicl, das den Deutschen volle Eerechtiglcit widerfahren läßt. Das verdient umso höher veranschlagt zu werden, als das Londoner Blatt bisher gegen die deutschen „Barbaren" nicht genug Worte der Verachtung zu finden wußte. „Die 3üvv deutschen Soldaten" so schreibt der Berichterstatter, „die die Hauptstadt kesetzen, behandeln die Bevölkerung mit aller Mcnschlikeit und enthalten sich jeden herausfordernden Benehmens. Die Offiziere logieren in den großen Hotels, die Soldaten sind in Kasernen, auf Bahn hösen und in Eisenbahnschuppcn cinquartiert. Die Offiziere laßen große Vorräte von Konserven ankauscn. Ans Befehl des deutschen Generalkommandos wird alles bar bezahlt, während die großen Ankäufe mit Requisttionsfchcinen bezahlt werden. Die unentbehrlichen Lebensmittel haben keine bemerkenswerte Steigerung erfahren. Die Zeitungen haben ihr Erscheinen eingestellt, und der Polizeidienst wird von belgischen Zioilgar- disten besorgt. Die Stadt hat ihr gewöhnliches Aussehen wie- dcrgcwonncn. Die Easehäuscr sind wie in ftühcrer Zeit bis auf den letzten Platz gefüllt. Belgiens finanzielle Leistungssähigkeit. Aus Gründen, die zweifellos einer näheren Darlegung nicht bedürfen, haben wir gegenwärtig ein außerordentlich lebhaftes Jnteresie für die finanzielle Leistungssähigkcit des früher heimlichen, jetzt offenen Teilhabers der Triple-Erwerbsgejell- jchaft m. b. H. Man wird schwerlich sehlgchen, wenn man Belgien als das im Vergleich zu seiner Größe reichste Land der Erde bezeichnet. Diesen Reichtum verdankt es freilich nicht allein je nen kaufmännischen Talenten, die sich in seinem vorigen König so potenziert in nicht tminer ganz einwandfreier Weise verkörperten, sondern in hohem Grade auch der Gunst jener Lage, die es zu einem Vermittler des jo stark angcwachjencn deutschen Außenhandels — eines ebenso projilreichen wie undankbaren Verniittlers — machte. Wenn wir in der amtlichen belgischen Statistik Anhaltspunkte für die finanzielle Lcistungssähigkeit des Landes suchen, so finden wir in de» belgischen Staatssinanzen im Jahre 1912 eine Gesamteinnahme von über 766 Millionen Franken. Davon entfallen 73 Millionen auf die direkten Steuern (die leicht zu vervielfachen wären-, 68 Millionen aus Eingangszölle, 8l Millionen auf Konsumabgaben (reichlich zur Halste aus Branntwein), 77 Millionen aus sogenannte Registrierungsabgaben (darunter reichlich ein Drittel Erbschaftssteuer) und 372 Millionen aus Einnahmen aus den Verkehrsanstaltcn, insbesondere den Eisenbahnen. Wie groß die in Belgien für Anlage in fremdstaatlichen Unternehmungen verfügbaren Kapitalien sind, die natürlich noch in ganz anderer Weise für staatliche Zwecke durch Besteuerung herangezogen werden können, als cs in Belgien geschieht, erhellt aus der Tatsache, daß das kleine Belgien für manchen fremden Staat der weitaus größte Geldgeber ist, wenigstens soweit cs sich um unmittelbare Anlage in wirtschaftlichen Unternehmungen der betreffenden Länder handelt. Wir wollen nur das eine Beispiel Bulgariens erwähnen: Nach dem amtlicher Statistischen Jahrbuch für Bulgarien arbeiteten in bulgarischen Industrieanlagen aller Art nach dem Stande vom 31. Dezember 1904 (weitere Ermittelungen liegen bisher nicht vor) insgesamt 14,6 Millionen Franken. Davon entfiel weitaus der größte Teil, nämlich 10,2 Millionen, auf Belgien, außerdem noch 0,6 Millionen aus Unternehmungen, in denen belgisches und bulgarisches Kapital gemeinsam beteiligt waren. Wenn es in der zusammenfasienden Depesche des Ecneral- quarticrmeistcrs über das siegreiche Vordringen unserer sämtlichen Westarmcen zum Schluß mit Bezug aus Belgien hieß: „Dieses unter deutsche Verwaltung tretende Land soll für Hec- resbcdürfnisie aller Art ausgenutzt werden, um das Heimats- gebiet zu entlasten", so wißen wir, daß dieses Land insbesondere auch für Hecrcsbedürsniße finanzieller Art über eine ganz ungewöhnliche Leistungsfähigkeit verfügt. Ans England. Londoner Meinung. Amsterdam, 3. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Die Zeitung „Tclcgraaf" meldet aus London vom 2 . September: Jedermann beginnt langsam cinzusehen, daß die Deutschen sich Paris nähern. Man ist jedoch überzeugt, daß der Krieg mit der Belagerung von Paris nicht beendigt sein wird: man neigt allgemein der Ansicht zu, daß es nötig sei. den Krieg möglichst in die Länge zu ziehen, um schließlich zu siegen. Das könnte den Engländern paffen, wenn sich die Völker verbluten würden, während der tüchtige Job» Bull kaltblütig ans seiner sicheren Insel mitzusehen würde. ES kann aber auch anders konnnen. Holland und England ' Amsterdam, 2. Sept. Der englische Generalkonsul in Reiterdan, dementiert das Gerücht, England habe Hollind ein Illtiniatuni gestellt, um die Durchlüftung engli'cher Schisse durch die Schelde nach Antwerpen zu fordern. England werde Hollands Neutralität unter jeder Bedingung achten. Exkönig Manuel will England helfen London. 2 So»!. (Jndirekt.t Der Exkönig Manuel f)t*t 3**ita«. am 4. 6trttt*ott mit. Seite 9. 9h. MT _ schrieb dem Führer der portugiesischen Royalisten. Eonrinh« er fordere alle ehemaligen Untertanen und insbesondere seine Anhänger auf, für den Dreiverband zu kämpfen; er seihst habe seine Dienste dem König von England ange- Mcn. SJhrfnmrMg wie sich bei unseren Feinden alle Lumpen znsammenfinden! Ans Rußland. Barbarisch« Kriegssührung. Me uns von zuverlässiger Seite mitgc:te XVUl r, ____e.,, _ M- sttnTMnUntpit, 8. sSept. vßr MMlnftüfkr T»» Haas! ist von seiner Mission an» Bukarest pnd Sofia zurückge- llchrt. Di« muselmännisch. Presse schreib! mit Befriedigung »e»tsL»i^r»«»K«^LktNtkreich «d Rußland. Der Khediv« von Aegypten stattet« gestern dem deutschen vatfchaster in dessen Eommerresidenz in Therapia «ine» Besuch ob. Russisch« Intrige, aas dem Balkan. Wien, 2. Sept. Die russischen Pressionen auf Bulgarien dauern fort. Di« „Südslawische Korrespondenz" meldet, daß der russisch« Gesandte die Opposition versammle und ihr für den Fall wohlwollender Neutralität in einem russisch-türkischen Krieg die Grenzen von San Stefano oder die Linie Enos- Midia versprochen habe. Die Opposition verlangte einen Krön- rat, den der König aber verweigert. In Wiener offiziellen Kreisen ist man bezüglich Haltung Bulgariens beruhigt. R o m, 2. Scpt. Wie verlautet, versuchte Rußland noch kürzlich Bulgarien dadurch zur Intervention für den Dreiverband zu bewege», daß es Abtretungen jetzt serbischer Gebiete in Mazedonien versprach. Der egoistische russische Plan ist jedoch an der Weigerung Serbiens gescheitert, bindende Verpflichtung zu übernehmen. Darauf griff Rußland, wie schon von anderer Seite gemeldet wurde, zu Drohungen. Es erklärte, Warna bombardieren zu wollen, falls Bulgarien den Durchzug türkischer Truppen gestatte. KritMlikIchrill bfutlrtjrr Katholiktii. Köln, 2. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Die „Kölnische Volkszeitung" veröffentlicht eine Kricgsdcnkschrift an das Kardinalkollcgium in Roni, die von einer Anzahl hervorragender Führer der deutschen Katholiken veranlaßt wurde. Es wird darin die Uebcrzcugung dargelcgt, daß Recht und Gerechtigkeit auf Seiten Deutschlands sind, wobei betont wird, daß in dem deutschen Weißbuche von keiner Seite auch nur die geringste Unrichtigkeit nachgcwiesen werden konnte, daß auch von keiner Seite eine Ergänzung versucht wurde, welche deni Bilde eine andere Farbe hätte geben können. Ferner wird auf die Frömmigkeit der deutschen Katholiken hingewiesen. Auch hier gehe der Kaiser mit dem erbaulichsten Beispiel voran. Jede Depesche aus dem kaiserlichen Hauptquartier enthalte den Beisatz, daß der Sieg dem Herrn der Heerscharen zu danken sei. Die Denkschrift verteidigt die deutsche Armee gegen die Verleumdungen und hebt hervor, daß sie die bestdisziplinierte Armee ist. Ter schwerste Angriff in dem jetzigen Weltkriege komme von dem orthodoxen Moskowitcrtum, dessen Sieg die schwerste Schädigung des Katholizismus darstellen würde. Zum Schluß werden in der Denkschrift die Kardinale gebeten, sie möchten nur die Ueberzeugung gewinnen, daß das Deutsche Reich um seine Existenz kämpfe, in diesem Kampfe aber schon große Siege errungen habe. Das deutsche Volk vertraut auf Gott und seine gerechte Sache und wird den Sieg an seine Fahnen heften. Papst Benedikt XV. Kardinal belle Ehiesa wurde zum Papste gewählt und er hat den Namen Benedikt angenommen. Kardinal bella Ehiesa, der Erzbischof von Bologn«, hat unter dem Namen Benedikt XV. den Stuhl des heilige» Petrus bestiegen. In so kurzer Zeit, wie noch selten, ist das Konklave beendet und die Papstwahl vollzogen worden, schon nach dem Verlauf eines Tages konnte die Botschaft der Welt verkündet werden: Habemus papam: Wir haben wieder einen Papst! Wir wollen nicht dem Beispiel jener Blätter folgen, die jetzt mit Untersuchungen über die Gesinnung des neuen Pap- - ihre Spalten füllen. Wir sind überzeugt, daß Gott die »er, die zur Wahl berufen waren, mit dem richtigen Geist ..ilt hat und daß demgemäß ihre Wahl ausgefallen ist. Be- nediktus heißt der Gesegnete, der Wohltäter. In diesem Sinne ist der Name des heiligen Baters verheißungsvoll. Möge Papst Benedikt XV. nicht nur als Wohltäter seiner Kirche, sondern auch als Wohltäter der Menschheit sein gesegnetes Wirken ausllben. Ueber die Verkündigung der Wahl erfahren wir: Um 11,20 Uhr empfing Msgr. Misciatelli, der Gouverneur des Konklaves, die Benachrichtigung seitens des neugewählten Papstes, die ihn ersuchte, die Gitter der Pcterskirche zu öffnen, denn in kurzer Zeit ersolge die Bekanntgabe der Wahl. Um 11.25 Uhr erschien der Zeremonienmeister Msgr. Respigh! aus dem Mittelbalkon der Außenseite der Peterskirche und ließ einen roten Teppich ausbreitcn. Die vielen Tausende auf dem Platze vor der Kirche spendeten lebhaften Beifall. Um 11.35 Uhr erschien Kardinal della Polpe, der älteste Kardinaldiakone, aus dem Balkon, ihm zur Rechten Msgr. Capotosti mit dem päpstlichen Kreuz undsprach die übliche Formel: Habemus papam. Er fügte hinzu: Der Papst hat den Namen Benedikt XV. angenommen. Die Menge brach in begeisterte Zurufe aus und begab sich in das Inner: der Peterskirche zur ersten Segenscr- teilung des neuen Papstes. Jakob della Ehiesa ist 1851 geboren, steht also in dem für einen Papst verhältnismäßig jungen Alter von 80 Jahren. Seine Wiege stand in Genua. Er wurde Staatssekretär und kam 1g07 als Erzbischof nach Bologna. Im April vorigen Jahres wurde er Kardinal. Die „Germania" rühmt den neuen Papst als hervorragenden Diplomaten, der sich auch als Gelehrter eines hohen Rufes erfreue. In seiner Diözese wird er wegen seiner Güte und Menschenfreundlichkeit geliebt und geehrt. Das Blatt hofft, daß er jetzt in seinem neuen Amte der zerrissenen Welt den Oelzweig des Friedens reichen werde, Dessen sie, so sehr bedarf ' Ans der Heimat. • Friedberg, 4. Sepk. Den Lazaretten in Friedberg wurden 1« den letzten Tagen aus Friedberg and den umliegenden Orte» fo reichhalttge Liebesgaben gespendet, daß es nicht möglich ist. allen Gebern einzeln zu danken. Es feien besonders erwähnt: Wäsch«, wie H«»rd«n, Unterzeug, Taschentücher, altes Leinen, ferner rohe» eingemachte» Obst, Marmelade und Gele«. Lebensmittel, wie Würste, «t-r, Gemüse, Kuchen, Pud- Mog«. weiter Bücher, besonder» 75 Mark, welche sich auf der Darlehnskasse bcjinden, zu freiwilligen Zwecken für Krankenpflege für Verwundete im Kriege sende. Ich selbst werde in 24 Stunden abrücken usw. Aus Wiedersehen! Musketier W." Frankinrter Wetierberichi. Voraussage: Wolkig, zeitweise Regenfälle, kühler^ nordwestliche Winde. 1 Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e I. Friedberg; für den Anzeigenteil: K. S ch in i d t, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeit,ii-.a". A. G.. Friedbera i. N'. *07 Ceffe l Todes-Anzeige. ■ Hiermit die traurige Nachricht, daß heute I Abend 7 Uhr unser lieber, guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Christian Müller | ganz unerwartet sanft dem Herrn entschlafen ist. Holzhausen v. d. H., 3. Sept. 1914. Ji» Nanieii Her liejiriuifuiöfii Kiüterbükbknkll: Karl Weisbrod. Tie Beerdigung findet Sonntag, den 8. September, I nachm. 1 Uhr vom Trauerhaufe Weisvreds Rühle ans statt. Betrifft: Feldbereinigungsmelioiauonen Stammheim. Arbeitsvergebung. Mittwoch, den !>. September 1914, vormittags 10"', Uhr sollen im Roihause zu Stammhcim die nachoerzeichneten Arbeiten vergeben werden. Voranschlag: Los 1: Herstellung eines Grabens vo: dem Waldbezirk Winterberg ' 621,60 Mk Los 2: Verschleifung des Holzachferweges in Flur XV 1765,— Los 3: „ des Raines hinter der Schlohschule 401,50 Los 4: „ der Raine A und B im Korntal 453,25 Los 5: des Raines am Viehtried (hin- terer Teil 572,75 Los 6: Verschleisung des Raines am Vichtrieb (vorderer Teil) 622,— Los 7: Verschleifung des Ealgenweges 359,75 Los 8: „ der Raine in Flur XV Nr. 107 3 /io und 20:°/» 1512,— Die Arbeiten werden an^ Dienstag. den 8. September lfd. Is. Interessenten an Ort und Stelle vorgczeigt werden. Zufam- mcnlunst vormittags 8 Uhr auf der Bürgermeisterei Stammheim. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns und bei der Großh. Bürgermeisterei Etammyeim zur Einsicht offen. Angebote in Prozenten des Voranschlages sind bis zunl obigen Termin ver- chloffen und mit der Aufschrift: ,,Feldbereinigung Etannnheim" »ersehen, der Grotzh. Bürgermeisterei Stammheim einzureichen. Friedberg, den 2. September 1914. Erogh. Kulturinfpeltion Friebberg. I. V.: Hau ck. Habe große Auswahl in prima gelernten I! Elias Hasmann, Friedberg i. H. Färbergasse 4. Nene große Transporte ca. l.r0 Stü