Nummer ^05_ Mittwoch, den 3* September 1U14. 7. Inlrrgon- -K- tue o aecsirituiig" kl cheint jrten Ül'eiltafl. Regelmäßige JBeilogtn „Der Kauer an* Hellen", „Die Spinnlkub«". Kesngeprei«: Bei den Postanstalten vierleliährlich Ml 1,’l5 .ei icn Streuten monailich so Psg. Hiam tritt Postgebühr «der Trägerlohn. Ankeigen: Grundzeile 20 Psg„ lokale 15 Psg, Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben Ersüllungsorl Friedberg. Hchriltteitung und Verla, Friedberg lHesien), Hanauerftraste 12. Fernsprecher 48. Postschcck-Lanto Sir. 48äz, Amt Franlsurt o. M. Noch 10000 mehr! 3's. 9lrmeckorps vernichtet. — Die Gntfchcidnnqsfchlacht in Galizien reift zur Entscheidung. — Eine Liatastrophe der ruffifchen Weftarmec in Aussicht. — Beginn der Kämpfe um Belfort. 7« «00! (WTB.) Berlin 1. Lcpt. Nach weiteren Mitteilungen des Hauptquartiers ist die Zahl der Gefangenen in der Schlacht bei Gilgenburg-ertelsbnrg noch großer, als bisher bekannt. Sie beträgt 70 000 Mann, darunter 300 Offiziere. Das gesamte Ar tillericmalerial der Russen ist vernichtet. 3 % Armeekorps „vermißt"! Thor«, 1» Sept. Das Gouvernement Thorn teilt mit: Tie russische zweite Armee, die Rarew -Armee, hat aufgehört zu existieren. Vermißt sind das 8., 15., 23. «nd die Hälfte des O. russischen Armeekorps. Von diesen Korps sind die sämtlichen Geschütze und Fahrzeuge in unsere Hände gefalle». Durch die Flucht konnten sich unter schweren Verlusten das l. «nd die Hälfte des 6. russischen Armeekorps über die Grenze retten. Unsere deutsche Heeresleitung hat sich, wie es scheint, in den Gcdankcngang der Russen eingelcbt. Bei denen kommt es ja vor, dah von den Beamten ganze Eisenbahnwagen unterschlagen werden, die nachher „vermißt" werden. Leingcmäst meldet das Gouvernement Thorn, daß die 31/2 Armeekorps vermißt werden. Bei uns werden in der Verlustliste einzelne Soldaten als vermißt aufgesiihrt; bei den Russen geht cs gleich arnicekorpswcise. 500 Kanonen erbeutet. Rach dein obigen Bericht sind die sämtlichen Geschütze der vernichteten russischen Armeekorps in unsere Hände gc- allen. Tic Gcfcchlstärkc der russischen Batterien beträgt 8 Geschütze, eine Brigade hat 8 Batterien, das sind 18, die zwei Brigaden eines Armeekorps haben, demnach 96 Geschähe. LaS gibt 298 Geschütze. Ta aber auch die Kavallcricdivisio- nen und die Kosaken Geschütze mit sich sichren u. das 1. Armeekorps und die Hülste der 6 russischen Armeekorps schwere Verluste erlitten haben, so ist der Verlust der Russen m.t 560 Kanonen eher zu gering als zn hoch anzuschlagen. Rechnet man noch dazu die 70,060 Gefangene und den Verlust an Kriegsmaterial so kann man kühnlich behaupten, laß der Sieg an den masurischen Seen die g l ä n z e n d st e W a f s c n t a t d a r st c l l t. die je in 0 s s e n e r Feld- sch lacht errungen wurde. Ein deutscher IkxM nach ßrlfort. Meldungen ans der Schweiz berichten übereinstimmend, daß der Vormarsch der Tcutscljcn über die obereli.issische Grenzen begonnen habe. Eine ungeheure Heeressäule habe sich, wie der „Baseler Anz." berichtet, in Bewegung gesetzt. Trotzdem die Infanterie 8 Mann tief marschiert 'ei, habe der Durchmarsch an einer Straße 6 Stunden, auf der zweiten sogar 8 Stunden betragen. In einigen Tagen sollen sie großen 12-Zentimeter-Geschütze vor Bclsort donnern. Lee „Baseler Anz." fährt dann fort: Gestern drangen deutsche Reitertcilc mit reitender Artillerie zu einer gewaltsamen Erkundigung der sranzösiichen Stellungen gegen Telle vor. Tic Forts von Belforr begannen ilir Feuer, besonders das Fort Tn Bosinont. T.e Kavallerieabteilungen mit Maschinengcwehrabtcilungen ». Artillerie lieferten ein Gefecht ans der ganzen östlichen Fest- ungslinic und zwangen auch die den Forts vorgeschobenen Feldsortifikationen der Franzosen zum Feuer. Tie Frau- zosen brachten sofort Verstärkungen in den Kampf rnd die deutsche Vorhut zog sich zurück. Tie Franzosen hatten die Anhöhe bei Lcpnir stark bcfestiat. Um diele Stellung wurde der Artillerickamps eingeleitet. Das deutsche Feuer erschütterte diese Stellung. Dennoch nahmen, als größere französische Teile auf sie ansetzten, die Deutschen ihre Truppen weiter zurück. Ter wichtigste Kampf ging um die Besetzung des welschen Belchen vor sich. Diese Stellung batten einigemale beide Teile inne, aber iin Laufe des Nachmittags brachten die Deutschen schwere Haubitzen ins Feuer. In der Nacht wurde die Stellung genommen und befestigt. Jenseits der deutschen Grenze besetzten die Deutschen den südlichen Westfuß der Vogesen auf französischem Boden. Ebenso beginnen sie auf allen geeigneten Anhöhen schwere Artille- < ric einzuschnciden. Auch legen sic rings um das östliche Belfort eine doppelte Ausnahmestellung an, außer der äußersten jetzt eingenommenen. Bereits wurden gegen Giro- magny 21 Zentimeter-Mörser in Stellung gebracht. Heute sollen weiter südlich mehrere Geschütze aufgefahren werden. Weiterhin wird gesagt, daß die Franzosen Belfort verstärkt hätten. Ein Armeekorps, das bereits vor wenigen Stunden abmarschiert sei, habe man wieder sturiick- geruscn. Es seien Anstalten getroffen, daß die wenigen, noch in Lberclsaß zurückgebliebenen Franzosen gestellt wür- den. zlie rnjßiche Mllarnike m (Minen vor einer Katastrophe. Der Kriegsberichterstatter der „Franks. Ztg." meldete v. R. Ocstcrreichischcs KriegSpresseqnartier, I. Sept. Das ungeheure, vor zehn Tagen begonnene Ringe» der russischen Westarmcen mit de» nacheinander eingreifende», stets vorrückcndcn Teilen des österreichischen linken Flügels scheint dem Ende nahe. Aus österreichischer Seite erstreckt sich jetzt die Kampssront 160 Kilometer lang von der Weichsel über den Wieprz znm Bug, die russischen Ar- mecn langsani vor sich herschicbcnd in die Snmpsseenzone nördlich der Linie Lublin Cholin; diese befindet sich nur noch einen oder zivci Tagcmärsche im Rücken der Russen. Deren Trains dürften den Rückzug der Truppen ans den wenigen guten Straßen behindern, da die Wege vielfach Dcfilc-Charaktcr haben. Die Lage kann zu ungeheuren Katastrophen führen. Die russischen Wcstarmeen dürsten auch bereits keine Möglichkeit eines Anschlusses an die Oft- armeen mehr haben. Sicher ist bisher das volle Mißlingen der von der russischen Heeresleitung geplanten strategischen Umfassung der österreichische» Heere und ihr Umschlagen in das Gegenteil: Ausrollung und Abdrängung der russischen Wcstarmeen. Tic Kämpfe dauern noch auf der ganzen 100 Kilometers langen Linie weiter. Tic Lage der österreichisch Ungar- ischcn Truppen ist gut. Kriegsprcssequartier, 31. August. Die breit vorgeschobene österreichisch-ungarische Ossensioe Leo ganzen linken Flügels der Armee hat in harten Kümpsen die Linie südlich von Lublin-Krasnostaw-Ernbie- s > 0 w heute erreicht, wodurch die russische W c st a r m e e zwischen die Weichsel «nd den Bug abgedrängt wird. Im Zentrum unv am rechten Flügel ist die Lage noch unverändert, die Hauptentscheidung jedoch bald zu erwarten. Die heran- reifendc allgemein» Situation ist günstig. Wien, l. Sept. Die Meldungen der Kriegsberichterstatter der BKittcr aus dem Kriegsprcijcgeartiec stimmen darin überein. dag die österreichisch-ungarische Ojscnstoe im Norden unter anhaltenden harten Kämpfen stetig s 0 r t i ch r e i t e : sie ist »och vorwärts und nach der Breite bedeutend gewachsen. Die Hauptentscheidung nn der Nordsront steht bevor. An der Ost- sront ist die Lage stationär, jcdoch günstig. Durch die Meldungen über die Eesamtlage der Millioneuschlacht erscheint die Annahme begründet. Vast eine ähnliche Laltik non den Führern der österreichisch-ungarischen Truppen befolgt wird, wie st- von dem deutschen Eeueealstab gegenüber Feanleeich so erfolgreich anaewendet wird. Die östliche Armeegruppe behauptet sich infolge ihrer vorzüziichcn Stellung s-rtgesetzt gegenüber der größt» scindlichen llebcriuacht. Hinsichtlich der beverstehende» groß:» Entscheidung werden allgemein günstige Erwart-n- gen gehegt. Die bisherigen Erjalg: werden enger durch die geniale Führung durch die unbeschreibliche, toduerrchteode Haltung der österreichisch-ungarisch«» Ossiziere »nd Maanjchasten errungen. Wir haben allen Grund anzunehmcn, daß die österreichische Armccleitung die Berichte vom Kriegsschauplatz gerade so gewissenhaft zensiert, wie dies bei »ns der Fall ist. Demnach scheint der österreichische Erfolg sicher und cs ist nicht ausgeschlossen, daß sich der Rückzug der russischen Westarmee dnrch das Sumpigcbict bei Lublin zu einer ähnlichen Katastrophe gestaltet, wie in Masuren. Damit wäre» auch die Angriffe im Zentrum und im Osten, wo die Ocsterreichcr die Ausgabe hatten, den Feind auszuhaltc», was ihnen bis jetzt glän zcnd gelungen ist, abgeschlagen. Togos heldenhafter Untergang. Von der holländischen Grenze wird der „Köln. Ztg." gc- melbet: Unfähig, in Europa ihren betrogenen belgischen Verbündeten beizustehen, haben die Franzosen und Engländer an der Spitze von schwarzen Soldaten ihren Mut durch die Ilebcrwiil- tigung der llcinften deutschen Kolonie, des zwischen dem sran- zösischcn Dahome und der britischen Eoldküste eingeklemmten Togo, zu beweisen Gelegenheit gehabt. Wie an dieser Stelle gemeldet wurde, hatten die Briten die deutschen Behörden zur unbedingten Uebcrgabe ausgefordert, worauf diese Behörden um Kriegsehreil beim Abzug und Erfüllung gewisser Bedingungen ersuchten. Das wurde ihnen verweigert, fie sollten sich bedingungslos übergebe». Nach amtlicher britischer Mitteilung sind nun am 26. August die verbündeten Slreitkräste in die Kolonie eingezogen. Die Deutschen haben sich zweifellos bis zur letzten Möglichkeit tapfer gehalten, denn die Gegner haben verhältnismäßig viel Verluste: 2 srnnzösischc und l englischer Ofsizicr gefallen, 1 englischer Leutnant, 2 franzöfifche Unteroffiziere lebensgefährlich, 1 englischer Leutnant schwer, l englischer Feldwebel leicht verwundet, dazu kommen an eingeborenen Soldaten 14 Tote auf französischer und 12 auf englischer Seite bezw. 15 Schweroerwundetc usw. Zwei der fran zösischcn sind inzwischen ihren Wunden erlegen. Ein Franzoie wird vermißt. Von britischer Seite allein wurde siir dicse Heldentat ein ganzes Regiment der West-Asrican-Fronti:r Force ausgeboten, also eine richtige Kricgstrnppe, keine Poli- zeitruppc, wie sie Togo in der Stärke von einigen hundert Mann besitzt. Es ist allerdings sicher, daß neben der Polizei truppe alle wehrpflichtigen Deutschen für die Ehre ihres Vater landcs mitkämpstcn. Die Sieger werden sich hossenilich für dieses wahnsinnige Verbrechen an der Kullursördermig k scikas schwer zu verantworten haben. Apia kapituliert. Rotterdam, 1. Sept. Der englische Kolonialminisler erhielt eine Depesche des Gouverneurs von Rcu-Se^land mit der Mitteilung, dasi Apia, die Hauptstadt von Samoa, nach der Belagerung durch eine englische Expedition am 29. August kapituliert habe. 8rr Lkdarl von Kr'iegchtmjlligeil Mckt. Berlin, 3l. August. (Amtlich). Der Bedarf an Kriegs- freiwilligen ist zurzeit gedeckt. Das Kriegsminifteriuin kann daher bis aus weiteres Kriegsfreiwillige a» die Ersatztruppcn nicht überweisen. Meldungen, sei es schristlich bei dem Kriegs- Ministerium oder mündlich bei dessen Auslunstsstcllc, haben daher keine Aussicht aus Berücksichtigung. Sobald die Einstellung von Freiwilligen später wieder möglich wird, wird dies in der Tagcspresie bekannt gegeben. ilüfere Heerführer im Weilen. Ru» wissen mir es auch, wer unsere Heere im Westen zu--> Siege führt. Unsere oberste Heeresleitung hat sie uns olle vom rechte» Flügel unserer 100 Kilometer langen gewaltigen Heereslinie an genannt: Generaloberst o. Kluck, Generaloberst v. Bülow, Generaloberst Frhr. v. Hausen, Generaloberst Herzog Albrccht von Württemberg, der Kronprinz des Dcatjchen Reiches, Keneraloberil und Kronprinz Rnpprecht von Bayern, Generaloberst v. Hceringen. So möge ihr Lebensbild, was sie in langen Jahren schon unserem Heere gewesen sind, an ans vor- überziehe». Alexander Klack (späier geadelt) wurde am 20. Mai 1840 zu Munster i. Wests, geboren. Er trat am 13. Oktober 1863 in das Infanterie-Regiment Rr. 55 ein und wurde am 16. August 1866 Leutnant. Den Feldzug gegen Oesterreich machte er 5:1 der Mainarmce mit. Im Kriege gegen Frankreich nahm er .-n der Zernierung von Metz, an den Schlachten bei Colombey Rouilly, Vionvillc und Gravelotte teil und erwarb sich das Eiserne Kreuz. Am 14. Januar 1872 wurde er zur Otkupa- tionsarmee nach Frankreich kommandiert. Am 13. Sept. 196S wurde er mit der Führung des 5. Armeekorps beauftragt: am 16. Oktober desselben Iabres unter Beiördcrung zum General Nr. ZU5 der Jnsanterie, zum Kommandierenden General des 5. Armeekorps ernannt und am II. September 1907 in gleicher Eigenschaft zum 1. Armeekorps versetzt. 1909, am Geburtstage des Kaisers, erhielt er den Adel. Am 10. September 1910 stellte ihn sein allerhöchster Kriegsherr a la suite des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostpr.) Nr. Z. Am 1. Oktober 1913 wurde er Ecneralinspektor der damals neu errichteten 8. Armeeinspektion. Generaloberst Karl von B ü l o w , der bisherige Gc- neralinspektor der Z. Armee Inspektion in Hannover, wurde IM 21. März 1816 zu Berlin als Sohn eines Oberstleutnants and dessen Gattin, gcb. v. Waldow, geboren. Nachdem er rus )em Wilhclmsgymnasium seine Vorbildung erhalten hatte, trat er am 21. Dezember 1861 beim 2. Garde-Regiment auf Beförderung ein und zog im nächste» Jahre, zum Fähnrich ernannt, als solcher in den Krieg 1886. Hier wurde er im ersten Gefecht bei Soor am 28. Juni leicht verwundet, nahm indessen schon am folgenden Tage am Gefecht bei Königinhos und an der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli wieder teil. Er erwarb sich hierbei das Militäroerdienstkreuz erster Klasse und wurde wenige Tage nach der Schlacht bei Königgrätz zum Leutnant befördert. Den Krieg 1870-71 machte er zum Teil als Bataillons-, zum Teil als Regimentsadjutant des 2. Earde-Land- wchrregiments mit und nahm a» den Belagerungen von Strafj- burg und Paris und an der Schlacht am Mon! Valerien am 19. Januar 1871, der letzten Ausfallschlacht der Pariser Besatzung, teil. Mit dem Eiserne» Kreuze ausgezeichnet, kehrte er heim, wurde am 11. Dezember 1871 zum Prcmierlcutnant be- sördert und im folgenden Jahre als Adjutant zur Inspektion der Jnfanterieschulen kommandiert. Am Königsgcburtstage 1903 wurde er mit der Führung des 3. Armeekorps beauftragt und am 18. April desselben Jahres zum Kommandierenden General dieses Korps ernannt. Am 13. September 1901 wurde er General der Infanterie und 1908 a la suite seines alten Regiments. des 1. Garde-Regiments, gestellt. Er gehörte auch zur Kommission, die uiiser neues Jnfanlcriereglement bearbeitete, wie er schon das neue Artillerie-Exerzierreglement seinerzeit mitgeschajfen halte. Er ist auch Ritter des hohen Ordens vom Schwarzen Adler und besitzt auch das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub. Schon feit langem galt er als einer der Armecführer in einem etwaigen Kriege. Max Frhr. n. Hausen entstammt dem uradligcn ober- fränkischen Geschlecht der Freiherren und Herren von Hausen. Er wurde am 17. Dezember 1816 als Sohn des früheren Stadtkommandanten von Dresden geboren, trat 1839 in das Kadettenkorps und 1863 als Portepeefähnrich beim damaligen 3. Jä- gerbataillon ein, das später in der deutschen Armeerangliste die Nr. 13 erhielt. Im Jahre 1816 erhielt er das Leutnantspatent und zog mit dem Bataillon 1866 in den Feldzug, wo das sächsische Kontingent sich bekanntlich ganz hervorragend schlug. Der Frhr. von Hausen zeichnete sich in der Schlacht bei Königgrätz persönlich aus. Am Feldzugs 1870-71 nahm er als Adjutant des Jägerbataillons Nr. 13 (Kgl. Sächsisches Nr. 2) teil, machte »je Schlachten bei St. Privat, Bcaumont »nd die Belagerung von Paris mit und kehrte mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und dem Ritterlreuz 1. Klasse des Albrechlordens mit Schwertern geschmückt aus dem Feldzüge heim. 1901 wurde er zum General der Jnsanterie ernannt und 1902 als Nachfolger des vcrftorbenen General der Infanterie Edler von der Planitz als Staats- und Kriegsniinister an die Spitze der sächsischen Heeresverwaltung berufen. In dieser v ranlwortungsrcichen Stellung hat der Freiherr von Hausen bis heute gewirkt. Sein König hat seine Dienste belohnt, indem er ihn :m Jahre 1906 a la suite des Jägerbataillons Nr. 12, dessen Kommandeur er gewesen war, stellte und ihm 1909 den hohen Hausorden der Rautenkrone verlieh. Der Kaiser verlieh ihm im gleichen Jahr den hohen Orden vom Schwarzen Adler und ehrte ihn 1910 durch die Ernennung zum Generalobersten. Als besondere Auszeichnung wurde ihm im Jahre 1912 im Kaijrrmanöver in Sachsen die Führung der blauen Partei überwiesen, und j -in König ernannte ihn aus Anlatz seines 30jährigen Militärdienst- jubiläums zum Chef des Jnfanleriercginients Rr. >82 (König!. Sächsisches Nr. 16). Herzog Alb rech! von Württemberg, der bisherige Befehlshaber des 13. Wiirttembergijchen Korps und bisher-ge Ecneralinspektor der 6. Armeeinspektion in Stuttgart, wurde am 23. Dezember 1883 in Wien als Sohn des Herzogs Philipp von Württemberg und der Erzherzogin Maria Theresia von Oesterreich geboren. Er gehört der katholischen Linie des Wüit- tembergischen Königshauses an und ist der muinaßliche Thronerbe. Am 28. August 1883 trat er als Leutnant in den aktiven Militärdienst, wurde am 9. Juni >8..8 Premierleutnant. Am 16. Juni 1901 zum Eeneralieulnant befördert, erhielt er die Würticmbcrgische 26. Division in Stuttgart und wurde am 22. September 1906 General der Kavallerie und Ka : -naudicrcn- aer General des 1t. Armeekorps in kaffe! di-s er im Februar OOS mit dem 13. (Württemdergischen) Arme tterpa vertauschte. Seiner Ehe mit der Erzherzogin Margareta von Oesterreich sind sechs Kinder entsprossen. Unser Kronprinz ist ja in seiner miittsixischen Laufbahn unfern Deutsche» wohlbetan:,:. Er geht f , nun in dem herrlichen Reitelgeift seiner Totea.logf Husaren or. Generaloberst Kronprinz R u p p: e ch ! v. '3 aper», kr bisherige Eeneralinspeltor der 1. Arme, f, tttton i München, wurde am 18. Mai 1869 zu München als ältester Lohn des Prinzregenten Ludwig und dessen Gen: - lin Maria Theresia, Erzherzogin von Oesterreich-Este, geborr v 1886 zum Leutnant im Infanterie-Leib-Regiment ernannt und im folgenden Jahre in Dienst gestellt. 1901 wurde er Kommandeur der 1. Division in München und am 10. April 1008 General der Jnsanterie und Kommandierender General des 1 . bayerischen Armeekorps. Als solcher wurde er im vergangenen Jahre zum Eeneraloberstc» bcsördert. Er steht auch a la suite des prcusif scheu Lcib-Kürajsicrr-gimcnts Großer Kurfürst (Schlesischen) Jit. 1 und des 2. Sccbataillous, und ist Inhaber des bayerijck,. >0. und des 13. ungarijchcn Jnsanterierczim.euts sowie Ritter »es Schwarzen Adlcrordens. Generaloberst Josias o. Heer in gen. der bisherige Ge oeralinspckteur der 2. Armee-Inspektion, wurde am 9. Märr Neue Tageszetluag. M>lt»och. 2. beptemder 1914 1830 zu Kassel als Sohn des 1885-«erstorbenen Ehefprasidenten der Verwaltung des Kurfürstlich Hessischen Hausfidcikommiffrs, Josias v. H., und dessen Gattin, ged. v. Starkloff, geboren und trat aus dem preußischen Kadettenkorps am,11. April 1867 in das hessische Füsilierregimcnt 3iz. 80. Am 10. August 1868 zun, Sekondeleutnant ernannt, ging er als solcher in den Krieg 1870, in dem er sich das Eiserne Kreuz verdiente. Am 20. Juli 1898 zum Generalmajor und Direktor dieses Departements befördert, verblieb er in dieser Stellung, am 7. Juli 1901 Ceneialleutuaitt geworden, bis zum Königsgeburistagc 1903, an dem er zum Kommandeur der 22. Division in Kassel ernannt wurde. Am 24. September 1906 mit der Führung des 2. Armeekorps beauftragt, wurde er am 16. Oktober desselben Jahres unter Ernennung zum Kommandierenden General dieses Korps zum General der Infanterie befördert. Am 11. August 1969 wurde er zum Kriegsminister ernannt und hat dieses schwere und verantworiungsreiche Amt vier Jahre, bis zum-3. Juli 1913, inncgehabt. Sein letztes Werk war die grosse Wchrvorlage des vergangenen Jahres. Schon am 20. März 1911 stellte ihn der Kaiser a la suite des Füsslierregiments Nr. 89, in dem er einst feine Laufbahn begann, und er steht nun feit dem 3. Juli 1913 an der Spitze der 2. Armeeinspektion in Berlin, die vordem Feldmarschall v. d. Goltz befehligte. Bolle elf Jahre gehörte er dem Kricgsminjsterium an, in dem er so viel für unser Heer leisten durste. Auch den hohen Orden vom Schwarze» Adler hat ihm fein Kriegsherr verliehen. Ans Frankreich. Paris in Erwartung der Belagerung. 5iopcuhngeu, 1. Sept. (W. B.) (Nichte,intlich.) Nach einer Blättermcidimg der „B. Z." ans Paris erwartet die Stadt die Belagerung. Die Tcrritorialarniec seht daS verschanzte Lager in Vericidigungszustand, die Verpcoviant- ticrung der Stadt sei gesichert. Zahlreiches Bieh fei im Boulogner Wäldchen, auf der Rennbahn von Longchanivs und an anderen Stellen nntergebracht. Vcrlrgniig der französischen Regierung? Mailand, 1. Sept. Die Turincr „Gazzeiia del Popo- Io" meldet ans Marseille, nach zuverlässigen Pariser Meldungen werde die französische Regierniig nächster'Tage ihren Sitz nach auswärts, wahrscheinlich nach Lyon, verlegen. Sic sirgcii weiter rückwärts. Paris, 1. Sept. Die letzte offizielle Note des französischen Kriegsministcrinnis besagt. Wir dringen langsam in Lothringen und den Vogesen vor und haben das Heer des Kronprinzen bei Spinccourt und Longnyon geschlagen, aber bei Nenfchatcan und Palisenl teilweise Niederlagen erlitten, die ans zwangen, gegen die Mosel zurückzugchcn. Bei Le Chateau, Cambresis und Cambrai wurden die englisch-französischen Truppen von überlegenen Kräften ange- grissen und sind nach dem Süden znrückgeaangen. Unsere Rechte drängte das preußische zehnte und das Gardckorps an die Oise zurück, mußte aber wegen Borschreitens des deutschen rechten Flügels wieder zurückgehen. Die leiste Hoffnung dcr Frauzoscn. Hirns, 1. Sept. Die Hoffnung, mit dcr die Paiis-r Presse die Ocfscntlichkeit zu beruhigen sucht, ist augenblicklich die angebliche rnssisck)e Invasion in Deutschland. „Berlin entcnd les chevanr des cosoques!" und „La victoire cst en niarchc cn Prasse!" verkünden triumphierend die Pariser Zeitungen und ans diesen Ton sind ungefähr alle Nachrichten gestimmt, die in Frankreich jetzt vom deutsch-russischen Kriegsschanvlatz veröffentlicht werden. „Ohne übertriebene» Optimismus", so schreibt das „Journal", kann man annchincn, daß die russische Invasion kein ihrer Masse entsprechendes Hindernis finden wird. Es bedarf anderer Tinge, uni eine Flut von mehreren Millionen aufzuhalten! Ter Tag ist nahe, wo die Deutschen nicht inehr einen Ceg- ner unterschätzen werden, der ihnen in den Rücken füllt, und an diesem nicht fernen Tage werden wir die Fruchte unseres Abwartcns pflücken! Wie bitter muß die Enftänschung sein, wenn erst dcr Zusammenbruch der russischen Armee in Ostpreußen bekannt wird. Abermals ein deutscher Flieger über Paris. Rom, 1. Sept. lieber Paris erschien gestern nachmittag 4 >/. Uhr abermals ein deutscher Acroplan, diesmal ein Far- man-Eindecker. Cr flog so niedrig, daß inan das Geräusch des Motors hörte. Tie Menge beobachtete den Apparat und hielt ihn zunächst für einen französischen, bis der Flieger eine Bonibe warf, die ani Pont Nenf in dcr Nähe des Tenkinals Heinrichs IV. nicdcrsiel, ohne Schaden anzurich- ic«; auch ein fandbcschwcrtcr Sack mit dcr deutschen Fahne und einem Brief, der die Ankündigung des Sieges bei St. Oncnün enlhieit, wurde niedergelassen. Darauf bemäch- ligte sich der Menge ein lebhafter Schrecken. Es wurde ans den Are.! lan geschossen, aber vergeblich. Ans England. Englische Jnvasionssnrcht. Amsterdam, 29. August. Ans London wirb gemeldet, daß die Stimmung privaten Gerüchten zufolge, die hier cinge trofsen sind, eine recht gedrückte ist. In den Klubs kritisiert man bereits sowohl die Militärischen wle die politischen Führe: und selbst über den Sieger von Omdur.nan Lord Kit- ch-ner. dessen Autorität bis vor wenige» Wochen unangefochten war, hört mon bittere Urteile. Die Zeitungen fangen bereits an. zu trösten, trotzdem die ganze Wucht der englischen Niederlage» sorgfältig verheimlicht wird. Englische Ausreden. Berti», 1. Sept. Der „Berliner Lolaian„eiger' meldet aus Kopenhagen: Die Loiiboiicr „Times" verösiciittichi einen lange» Bericht ihres Korrc>vond-»te» über die letzten __Sefte 2 Kämpfe in Frankreich, welcher zugibt, datz die britische» Truppen große Verluste erlitten hätten, ihr Mut aber ungebrochen sei. Der französische Eeneraistab habe die Kraft des deutsch:» Vorstoßes in Belgien unterschätzt. Die Deutschen seien mit ungeahnter Schnelligkeit vorgedrungen und vorwärts §.- lärmt, ohne auf die Eroberung der Festungen besonderen Wer! ;a legen. Die englische Artillerie habe die deutschen Reihen ni-eder- gemacht, aber neue Reihen seien, wie aus der Erd: gewachst::, vorwärts gestürmt. Die Engländer in Ostende. * London, 1. Sept. (W. B. Nichtamtlich). Di: Blätte: melden, Churchill habe mitgeteilt, daß englisch: Seesoldaten Ostende und die umliegende Bezirke besetzt hätten. Lord kit- chener fordere zum Eintritt in die zweite Ersatzarmee (10000C Mann) des regulären Heeres aus! die Altersgrenze betrage 19 und 35 Jahre. Die Zahl dcr Meldungen zum ersten Ersatzhecr sei befriedigend. Schwere Beschädigung eines englischen Schisses. London, 1. Sept. „Daily Graphic" berichtet: Die englische Flotte ist vom Helgoländer Gefecht zurückgekehrt Ein Schiss, dessen Name ungenannt bleibt, trug schwere Spuren des Kampfes. Es hatte 11 mit Holzstücken gestopfte Löcher, auch die Brücken waren verbogen. Das Schisi hatte Tote und Verwundete an Bord. Der erste deutsche Schuß hatte die Dynamomaschine getroffen, und das Schiss war in Dunkel gehüllt. Spätere Schüsse fegten die Schornsteine weg, zerstörten Geschütze und drangen in die Ossizicrsmesse ei». Deutsche Flottcnersolge in Oftasscn? Nach einer Kabelmeldung des „Newyork Journal os Eo- merce" aus Schanghai vom 11. August liefen zwei Kriegsschiffe, jedes mit vier Schornsteinen, arg zugerichtei und mit vielen Verwundeten an Bord, am 13. August Im Hafen von Hongkong ein. lieber die Identität der beiden Kriegsschisse verlautet in Schanghai nichts offizielles, doch glaubt man, datz es entweder die beiden englischen armierten Kreuzer „Mino- tower" und „Hampshire" oder die französischen Kreuzer „Duplex" und „Montcalm" sind. Sie sollen einen Zusammenstoß mit deutschen Kreuzern gehabt haben. Ans Belgien. Flucht der belgischen Königskinber. Antwerpen, 1. Sept. Die Königin hat Antwerpen am 3t. August vormittags verlassen, um ihre Kinder nach London zu begleiten. Deutsche Eisenbahner in Feindesland. München, 1. Sept. Zu den in Betrieb genommenen Eisciibahustrecken in Feindesland sind heute vierhundert bayerische Eisenbahnbcamie und -arbeitei abgereist. Deutsche Post in Lüttich. Düsseldorf, 1. Sept. Ein Oberpostinspekior uno zwanzig Postbeamte gingen von hier nach Lüttich ab, wo deutsche Post eingerichtet wird. Petrograd! Petersburg, 1. Sept. Nach einem kaiserlichen Befehl wird Petersburg künftig „Petrograd" genannt. Wir Deutsche haben Anlaß erfreut zu sein, daß fortan die deutsche Sprache nicht mehr dadurch geschändet werde, zur Tragung des Namens der Hauptstadt des russischen Barbareureiches benutzt zu werden. Zu wünschen wäre auch, daß die deutschen Namen in der russischen Arniec verschwän- den, die namentlich bei den Heerführern Vorkommen. Auch sie inüßtcn russisiziert und in Namen wie Knntowiisch, Be- trunkowitsch und dergl. umgeändert werden. Lin Arrt über das ftani. Infanicriegkllhos!. In der Feidärztlichen Beilage zur „Münchener Medizinischen Wochenschrift" bespricht Prof. Walther Straub (Freiburg i. Br.) das französische Jnsanicriegeschotz vom ärztlichen Siand- punlt aus. Er schreibt: Es ist die Meinung unter unscrm Soldaten verbreitet, bas französische Jnsanicriegeschotz wäre dadurch besonders gesährlich, daß cs Deranlassung zu Vergiftung aus chemischem Wege gebe. — Aus den Kämpfen bei Mülhausen sind mir französische Patronen zur Untersuchung gegeben worben. Die unversehrten Patronen trage» teilweise einen schwarzen, etwa 1 Millimeter breiten Steife» an dcr Stelle, wo das Geschoß in der Patronenhülse steckt. Dieser Streifen wird besonders argwöhnisch beurteilt. Bei seiner Untersuchung stellte sich heraus, datz cs sich um einen Lackriug handelt, der völlig harmlos ist. Es ist eine Maßregel rein technischer Natur zum Zwecke der Dichtung an der Stelle der Einfügung des Geschosses in die Patronenhülse. Der Lack sitzt autzerordentlich fest, denn ich fand ihn zum gratzen Teil nach erhalten nn Geschossen, die aus Verwundeten entfernt worden wäre»! er hat also die Passage durch den Gcwchrlauf unversehrt ausgehalten. Patronen mit anderen Jabrilationszeichen trugen übrigens den Lackring nicht. Das Geschoß selbst ist massiv mit einem äußerst dünnen, offenbar galvanisch aufgelegten Kupsermaniel überzöge»! der Mantel ist so dünn, datz er, selbst wenn er absplcttern sollte, keinen Schaden anrichten kann. Die chemische Analyse des Geschosses ergab die Anwesenheit von Kupfer, Zink und Nickel und zwar i» quantitativer unverbindlicher Schätzung etwa 96 Prozent Kupfer, 8 Prozent Zinl Nub 1 Prozent Nickel. Es fehlten Arsen, Phosphor, Antimon. Demnach ist das Geschoß ein Massivgeschotz aus ssh> gutem Material. Eine akute Vergiftung mit den im Geschoß enthaltenen Metalle» erscheint ausgeschlossen. Die Frage, cd ein derartiges, cingehcilles Geschoß etwa eine chronische V-r giftung nach nachträglich verursachen -könnt«, ist zurzeit nicht -.nlsche'dbar. Tierversuche über das Verhalten ciugehettiel derartiger Geschosse sind im Gange, bis jetzt sind keinerlei Re- altionserfcheinungen zu beobachten, was auch mit den Beobah tungeu der Aerzte über de» Heiiuugsverlauf Verwundeter mit nicht entfernten Geschossen übcreinstimmt. Ucber die Resorption von Kupfer ans metallischem Depot und dadurch ent- iiebende chrauücke K»vierncraist»ng ist io gut wie nickt», yii. 4 uj St«»e lagesjeitung. Rtttw«q, Kn 1 . tetpt«m6er 191« Seife 3 fannt, es erscheint aber äußerst unwahrscheinlich, daß auf diesem r SBege eine chronische Vergiftung entstehen könnte. Hiernach besteht toxikologisch keine Veranlassung zur schleunigen Entfernung des Geschosses aus dem Verwundeten. — Soweit in solchem Falle der Ausdruck überhaupt gerechtfertigt ist, muß das französische Insanteriegeschoß als human bezeichnet wer^n. Das rotr Lrm auf wfißfm Grund. 1 Vorüber ist des Kampfes Toben , Gewonnen ist die blut'ge Schlacht, Und um die Wahlstatt hat gewoben Ihr Dämmerlicht, die Mondennacht, Wachtfeuer lohn, und Bajonette Und Helme blitzen ohne Zahl Und Lagerstatt an Lagerstatt Zieht sich durch's mondbeglänzte Tal. Es braust ein Tosen, Lärmen, Singen, Verworren in die Nacht hinein: Dazwischen aus Gedanken schwingen Fliegt wohl ein Gruß fern über'n Rhein. Vergessen ist des Tages Grauen Im Siegesglück: — und mutig drein Die Krieger all und Sieger schauen: Lieb Vaterland magst ruhig sein! — Dort aber fern von allen Gruppen - Dumps dringt der Lärm des Tages hin — Dort steht ein halb verfallener Schuppen, Da (eufjt’s und ftöhnt's und rvimmert's drinn: Da liegen, rauh und hart gebettet. Die Helden, die mit Todesmut Des Vaterlandes Ehr gerettet Mit ihrem Herzblut treu und gut. Doch sieh, mit emsigem Beginnen Und Walte» schreiten durch die Reihe» Die frommen Samariterinnen, Zu lindern sorglich Leid und Pein, Zu spenden treu in banger Stunde Labung und Trost mil Hand und Mund Und froh grüßt selbst der Todeswunde Das Note Kreuz auf weißem Grund. Und wieder abseits von den Armer Im Dämmerlicht der Mondennacht, Da halten Liebe und Erbarmen, An einem Sterbelager Wacht. Da liegt ein Krieger, fest die Hände Aus die durchschossene Brust gepreßt Der sich die letzte Labespende Von einer Schwester reichen läßt. Eie sorgt, als galt es abzuringen, Dem Tod ein Opfer, — engelmild: Dem Tod, der schon aus leisen Schwingen Heranzieht fibet's Schlachtgesild. Es ist so still, nur dort, wo trüber ' Noch loht des Lagers Feuerschein, f Dort tönt's und leise klingt s herübe Lieb Vaterland magst ruhig sein! Da hallt es leise aus dem Mund« Des Sterbenden: O Vaterland! O Mutter! — In der Todesstunde Ist noch mein Herz Euch zugewandt! — Dir aber, die Du mich gepsleget, Gelindert mir den letzten Schmerz, Dir leg ich, was mich heiß beweget Beim Scheiden, noch ans treue Herz:^ Grüß mir die Heimat, grüß vor allen Die Mutter mir: sag ihr, ich sei Im Kamps füt’s Vaterland gefallen: , Doch bitte, tröste sie dabei! — Ich war ihr alles: — sag ihr weiter, Daß Du bei aller Todesqual Mich sterben sah st getrost und heiter: — v D» selbst — habe Dank — viel tausendmal! — Es ist vorbei: — er hat vollendet, Sie drückt ihm still die Augen zu ..0 Und spricht, den Blick emporgewendet: „Gib Du ihm, Gott, die ew'ge Ruh-" — Und sanfte Schimmer sieht man spinnen U»IS bleiche Haupt das Mondenlicht: Sie aber wendet sich von hinnen p Zu neuer Samariterpslicht.. {.<£• Emil W l» lrY « k. - . ••+rg geschwächten Landwirtschaft zu Hilfe zu kommen. Sowohl freiwillige, unbezahlte Hilfskräfte (wie der Wan- Meroogel u. a), wie auch unbeschäftigte gewerbliche Arbeiter haben in dieser Hinsicht miteinander gewetteiserk. — Unsere hessische Landwirtschaft wird ihnen allen diese Hilfe in schwe- »er Zeit nicht vergesien. Dabei hat sich an manchen Stellen eine gewisse Unzufriedenheit bemerkbar gemacht, insofern, als die Landwirtschaft diese Hilfe häufig nicht genügend in Anspruch genommen habe, besonders auch die Arbeitslosen nicht genügend ausnehme und beschäftige. - : Dazu sei zur allgemeinen Aufklärung folgendes bewirkt:- Die jetzt allmählich zu Ende gehenden Erntearbeiten bei der ^Getreideernte sind so einfach sie auch aussehen, sehr schwere ,*nd gelernte Arbeiten, die der Ungeübte nicht -oder nur sehr Mvoll kommen nasführen kann. — "Es sei hier nur' asi da» Mähen, Binden, Laden usw. erinnert — Daher ist die Zurückhaltung der Landwirtschaft gegenüber der Verwendung seither technisch beschäftigter Arbeiter sehr wohl erklärlich. — Anders steht es mit den jetzt beginnenden Arbeiten bei der Hackfrucht, Kartoffel- und Rübenernte. Die hier vorzunehmenden Arbeiten sind zwar für den Ungeübten anstrengend, allein bei einigermaßen gutem Willen in kurzer Zeit zu lernen. Daher -kann gerade jetzt in der kommenden Zeit ein Teil der seither gewerblichen Arbeiter aus Beschäftigung rechnen, wenn nicht besonders hohe Lohnforderungen gestellt werden, die nach Lage der Dinge von der Landwirtschaft für ungeübte Hilsskräjte nicht erfüllt werden können. Weiterhin sei aber auf die landwirtschaftlichen Nebengewerbe, wie Mollerei, Brennerei, Konservenfabrikation und besonders Zuckersabrikation verwiesen, bei denen sich im Laufe der nächste» Zeit sowohl sür gelernte, technische Hilfskräfte (wie Schlaffer, Heizer, Schmiede usw.), als auch für sonstige Hilfskräfte ausgedehnte Beschäftigung finden wird. Um hier die notwendigen Verbindungen zu schassen, sei allen Leitern von solchen Betrieben, soweit sie in der Provinz Oberheffen liegen, empfohlen, sich bei Bedavs an Hilfskräfte» zunächst an die städtischen Arbeitsnachweise in der Provinz bezw. im Eroßherzogtum zu wenden, um hier jeder Not zu steuern. Weiterhin sei aber auch unseren Landwirten on's Herz gelegt, soweit als möglich, von diesen städtischen Arbeitsvermittlungen Gebrauch zu machen und durch Einstellung früherer technischer Arbeitskräfte der Not und Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit vorzubeugen. Trage jeder fein Scherslein dazu bei, daß es hier wie anderwärts in unserem geliebten deutschen Vaterlande heiße: „Einer sür alle, alle für Einen", dann wird Gottes Segen nicht ausbleiben. Das honclave in Rom. Rom, 1. Sept. Nachdem heute früh Kardinal Agliardi die Steife gelesen hatte und die Kardinäle die Kommunion genommen hatten, versammelten sie sich aus ein Zeichen der Glocke zum Konklave, in dem die Pa pst wähl stattsinden soll. Man versichert, daß zwei Abstimmungen stattsinden würden, die um elf Uhr vormittags und um 6 'A Uhr nachmittags z» Ende sein würden. Aus dem Petersplatze, wo Truppen ausgestellt sind, bewegt sich eine neugierige Menge, darunter viele Priester. Alle Welt sieht nach dem Schornstein aus Zink aus der Sixtinischen Kapelle, aus welchem nach jedem Wahlgange der Rauch der verbrannten Stimmzettel, die „Ssumata", aufsteigen wird. Vor der Pforte hält der Konklave-Marschall, Fürst Chigi, mit vierzehn Schweizern die Ehrenwache. Die Türen, durch welche die Verbindung des Konklaves mit der Außenwelt geht, werden von den Kapitänen des Konklaves, den apostolischen Pro- tenotaren und Prälaten überwacht. Ans der Heimat. * Friedberg, 2. Sept. (Schöffengericht). Die Ehejrau eines Schneiders in Friedberg hatte einen Strafbefehl über 18 Mk. erhalten, well sie eine Katze geschlagen hat. Der hiergegen erhobene Einspruch wurde — da aussichtslos — zurückgenom- raen. — Wegen Beleidigung des hiesigen Ctadtbaumeisters war ein Kaufmann von hier angeklagt. Es kam ein Vergleich zustande, wonach der Angeklagte 28 Mark als Buße für das Rote Kreuz bezahlt, alle Kosten trägt und die Beleidigungen mit Bedauern zurücknimmt. — Ein Schriftsetzer von Dorheim hatte einen Strafbefehl über 2 Mark Strafe erhalten, weil er eine Fastnachtszeitung gewerbsmäßig verteilte, ohne die polizeiliche Genehmigung einzuholen. Auf erhobenen Einspruch erfolgte Freisprechung, da das Verteilen nicht gewerbsmäßig erfolgte und der Herausgeber der Zeitung nicht der Angeklagte, sondern ein Verein war. — Eine weitere Sache gegen denselben Beschuldigten wegen Führung eines falschen Namens wurde ausgesetzt. — Wege» Uebertretung der Bäckereibetriebs- vorschrijten hatte ein Bäcker von Ober Rosbach einen Strafbefehl erhalten über 11 Mark Strafe: der hiergegen erhobene Einspruch wurde zurückgezogen. — Die Einsprüche gegen Strafbefehle eines Metzgers von Kaichen und eines Monteurs in Friedberg wurden kostensällig verworfen, da die Angeklagten nicht erschienen sind. — Ein Dienstmädchen von Ober-Rosbach hatte aus der Bleiche dortselbst ein Hemd entwendet; sie mutz das mit 1 Tag Gefängnis büßen. — Ein Metzger von Rodheim erhielt wegen Uebertretung eine Geldstrafe von 5 Mark. — Ein Dienstknecht von Beienheim erhielt wegen Körperverletzung drei Tage Gefängnis. - > * Friedberg, 2. Sept. Die Nachricht von &ni Tode 'des Einjährigen Bock hat sich nicht bestätigt. Es ist von ihm erst gestern eine Feldpostkarte cingetrossen. Man sagt dem Totgesagtcn rin langes Leben voraus. /Hoffe itlich trifft dies auch in diesem Falle zu. * Aus Dornaffenheim wird,uns der Tod eines -langjährigen Freundes, des Landwirts, und Postagenten Wilh. Jung 5. gemeldet. Er ist stets mit allem, Eifer für-unsere Cache eingetreten und hat sich namentlich um bie Verbreitung der „Neuen Tageszeitung" bemüht. Bereits seit, längerer Zeit war er leidend. Wir werden ihm «in ,'dankbares'unv Lehrendes An-- denken bewahren. i'f * Leidhecken. 2. Sept. Auch unsere kleine Gemeinde will in Bezug auf Hilfstätigkeit und Kriegsfürsorge nicht hinter anderen Wetterauer Gemeinden zurückstehen. Mehrere hundert Mark wurden schon chem Roten^Kreuz zur Verfügung gestellt. Der Kriegerverein leitete eine. Sammlung ein für die im Felde stehenden Leidheckern, 'welche eine '-hübsche Summe ergab. Zn dieser steuerte der Gesangverein seinen-jetzigen Kaffenbesiand bei, und der Dirigent dieses -Vereins^perzichtete zu demselben Zwecke aus seine vierteljährliche Gage. Für unsere durch den -Mockstädter Krach sa^schwer,getrossen«^Demeinde ist dies alles rein Beweis dafür, daß st«! im »»ignenrUnglück-andere Leidende glicht vergißt. Die„Schulkinder,'-alsiauch'die Erwachsenen wetteifern /miteinander '.in der ^christlichen,^Hilsställgkeit. Viele emsige .Händ«! stnd,:mitz«Stricken 7 beschäsiigi Die Schulkinder -sammeln 1 ugtrr,rfichHtqglickz''Vfasnige' * und wollen, '"wenn die Summe etwas größer geworden ist, sie dem Roten Kreuz übergeben. Allenthalben zur Nachahmung empfohlen! Aus dem Kreise Hann». * Oberdorjelben, Kr. Hanau, 2. Sept. Eine Sammliing zu Gunsten des Roten Kreuzes ergab in unserem kleine» Orte bi,- stattliche Summe von 580 Mark. Auch der hiesige Gesangverein „Eintracht" bewilligte 58 Mark: gewiß ein erfreuliches Zeichen von dem Opfersinn der Bewohner unserer Gemeinde. Heffen-Nassau. * Wiesbaden, 31. August. Der 11jährige Sohn des iiii Felde wellenden Briefträgers Gries von hier, der sich heule Vormittag bei Verwandten in der Schwalbacherstraße 2:i aushielt, machte sich dort a» einer Browning Pistole z» schuf sen. Die Waffe entlud sich und das Geschoß traf den Innz-u so unglücklich in die Brust, daß der Tod sofort eintrat. * Wiesbaden, 31. August. Als gestern Abend kurz nach 8 llhr die 38jährige Monatsjrau Ww. Gras aus der Steingasie hier in dem Kurz- und Weißwarengeschäst A. u. B. Dich! den Laden reinigen wollte, in dem sich »och außer ihr die Inhaberin mit zwei Verkäuferinnen aushielten, kroch plötzlich durch die mit dem Rollladen halb geschloffene Ladentür der Kutscher Volz und gab 1 Schliffe aus die nichts ahnende Fra» ab. Die Graf lief in den Hausflur und brach dort bewußilos zusammen. Die Schüffe waren weithin hörbar, infolge dessen die Nachbarschaft und zwei Aerzte des nahen Uranlenhauses herbeieilten, sich der Unglücklichen annahmen, die jedoch »ich 18 Minuten verstarb. Der Täter hatte sich Inzwischen ans demselben Weg, aus dem er gekommen, entfernt, stellte sich auf die Straße vor das Haus und schrie: „die hot ihr Sach!" Daraus suchte er sein Heil in der Flucht nach dem Römerberg wo ihn ein Architekt mit Hilfe zweier Landsturmlenten der Polizei zusührten. Bei seiner Visitation fand man »och 21 scharfe Patronen. Volz sollte morgen zum Landsturm einrsik ken. Der Grund zur Tat ist. daß die Wwe. Gras verschiedene Heiratsanträge des Täters abwies und ihm kürzlich die Wohnung kündigte. * Wiesbaden, 2. Sept. Im Dienste des Vaterlandes gestorben. Der am vergangenen Samstag bei der Rückkehr von einer militärischen Uebung von einem tätlichen Herzschlag betroffene Hauptmann der Landwehr Robert Schleußner aus Oberursel wurde gestern zur letzten Ruhe aus dem SUdsriedhos unter militärischer Ehrenbezeugung bestattet. Dem Sarge folgten die von dem Verstorbenen befehligten Mannschaften de? Rekruten Depots 1. Komp. Ersatz Bataillon Inf, Landwehr- Regt. Nr. 88, denen der Verblichene das Vorbild eines va» hohem Pslichtbewußtsein erfüllten Soldaten war, ei» väterlicher Freund, deffen menschliche Eigenschaften die Mannschaften mit Hingebung und aufrichtiger Verehrung erfüllten. Pfarrer Merz schilderte den Verblichenen, der aus einer alte,: Soldatenjamilie stammt — sein Vater hat die Feldzüge 1881, 1886 und 1878-71 mitgemacht — als einen Menschen und Sol dat von hingebender treuer Pflichterfüllung, dem »achzueisern Pflicht eines jeden seiner Untergebenen sei. Schmerzlich hob, es vor Jahren den Verstorbenen betroffen, als er krankheitshalber seinen Abschied aus dem aktiven Dienst nehmen mußte — er stand zuletzt als Hauptmann im Infanterie Regiment 28 in Trier. Sein Herz habe aber aufgeslammt, als er jetzt wieder seine Kräfte in den Dienst des Vaterlandes stellen durfte, aus dem ihn der Tod allzufrüh abries, noch bevor er, wie es sein sehnlichster Wunsch gewesen, seine braven Rekruten im Sturme erprobt gesehen. * Wiesbaden, 1. Sept. Der erste, der unter den 1588 hier weilenden Verwundeten seinen Verletzungen erlag, ist de, Kanonier Fritz Kubitza aus Schweidnitz, der durch einen Era- natschuß schwere Verletzungen an der Seite erlitten hatte. Er wurde gestern Mittag vom St. Iosesshospital nach dem Süd- sriedhos überführt. Starkenburg. * Darmstadt, 2. Sept. Den Heldentod fand ein Sehn unseres Staatsministcrs Ewald. Auch ein Nesse unseres Ministers des Innern, der Hauptmann von HoinLcrgk zu Vach, starb den Tod für's Vaterland. * Darmstadt, 2. Sept. Etwa dreihundert französische Gefangene aus der Schlacht bei St. Quentin wurden heute von Strasiburg kounnend hier eingelicfert und nach dem Truppenübungsplatz gebracht. Es sind meist Reserve- und Landwehrleute, viele mit Bärten, deren ohnehin schniächtigc Gestalten durch die Strapahcn sehr herabgckoinnien au?- sehcn. Vielfach haben sie Hunger gelitten, da die Proviin:- zufuhr haderte. Es befanden sich auch etwa 35 Verwundete darunter, von denen Viele schwere Verletzungen an den Deinen, der Brust usw. hatten. — Die russische Kapelle aus de: Mathildenhöhe, welche erst vor kurzer Zeit eine neue Vergoldung der Kuppeln für nahezu M. 50,000 erhalten hat, 'dürfte voraussichtlich, insinächster Zeit verwaist stehen u:t- Äinc Schutz sein,'da der'dortige Wärter, ei» alter deutsch. r - Veteran seinen letzten Monatsgehalt, den er als Wächtci des Kleinods zu.heanspruchen hat, nach dem Wegzug der Äiissischcn-Gesandtschaft nicht mehr erhielt und er auch i-'e k-Andankbarc "Aufgabe nicht mehr weiter übernelnucn will. J+v —■»>»>■ —ft -y-e —' • ' .. - • Briefkasten. Die zahlreichen'Einsender von Gedichten bitte» wir urr 'Geduld. So weit irgend möglich werden olle Gedichte zum Abdruck kommen. Wir bitten aber nicht zu vergessen, daß auch die Dichter mobil gemacht haben und die ungeheure Anzahl von Pegasus', die sie gesattelt haben, müssen alle erst gemustert werden. , Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Heiter, trocken, warm, nachts Abkühlung, nordwestliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. G.. Friedoera i. H. Vir. zua Seike i. Elektrisch lWlmbeiier Ircschsatz. Da es in der jetzigen Kriegszeit schwierig ist, Kohlen für mit Dampf betriebene Dreschsätze zu erhalten und außerdem das elektrische Dreschen wesentlich billiger, bequemer und oorteilhaster ist (3°/„ höherer Ausdrusch), hat sich die Bau- und Betriebsleitung der elektrischen lleberland-Anlage der Provinz Obeihefsen in zuvorkommender Weise zur Stromabgabe für besagten Zweck bereit erklärt. Landwirte, die eventuell gesonnen sind, sich des schönen und guten Angebots bedienen zu wollen, wird seitens des Landwirtschaftskammer-Ausschusses angeraten, sich gesl. an die elektrische lleberland-Anlage der Provinz Oberhessen in Friedberg zu wenden, von welcher die Stromlieferungsbedingungcn etc. erhälilich sind. hrtifti Lanitt raFnMamM Eeschäftsstelle Franksurt a. M., Akoselitratze 6a. Teleson-Slummer 92»!k Amt !. Bärostunden: Montag nachm, von 5—7. — Dienstag nechm. von 5—7. — Donnerslag nachm, von ö—7. — Freitag nachm, ro.i 5—7 Uh Zu verkaufen. Habe eine schöne Partie Fer'el, (Zucht de» weißen Edelschwei»), bei Robert Brückmann, Rieder-Erlenbach. 150 £erltrl ÄÄ’j Heinrich Brüllmann. (ftut Nonaenhos (Oberhessen). 300 — 401 3t r. Roggenslroh. Maschinendrutch. bei Georg See, Btassenheim. Eine junge, d:u:sche Oogge, 10 Wochen alt. hellgelbe Farbe Rüde bei ludwig Kirltcin. Obcrdarsclden b. Vilbel. W»h. Ritsert, Weißlirche» i. T. 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Mts., vormittags 7—10 Uhr bei der Polizeiverwallong In Zimmer Rr. 8 des Etadlhanses zu i-e!4ii-. Fricdberg. den 2 . September 1911. Der Blirseriueister: Stahl. lanse» Sie ^slpkken, Ciiikwftii, (ßolMriflcir, fiirfcfü, im, Prilfel nirgends besser, nirgends billiger wie bei Bech^cin, Am all.^lliliim'. f^riodberg s. Hä. Kchiiitr. 5. Telefon 459, Telefon 459. Kohlen sowie alle orennmaterialien liefert wieder prompt Gustav Schwarz und Söhne E. m. b. H. Friedberg (Hessen). Friedberger Wdrne Illm Pörrrn tun ®bft u. Kemülk für dir kommende Zeit glänzend bewährt — empfiehlt A Friedberg i. H. »» . Kaiserstratze 162—64. Kekannlmachung Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Konrad Weigand zu Friedberg als 'Wiegemeister-Stellvertreter der Privaiwagc der Firma Eustao Schwarz & Sohne zu Fricdberg eidlich verpflichtet worden ist. Friedbrg. l. Sept. 1914 Der Bürgermeister: Stahl. 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Schoenberg 20 .8: Frau Maurermeister Hottes Ww. 30 .8: Herr Petrus, Reallehrer i. P.'LO .8; Gesangverein^ „Sängerlust". Niederwällstadt 30 .8; Frau Lehrer Eitlam, Schwalheim 5 Jl; Herr Eymnasialdirektor Dr. Th. Ritsert 20 Jl; Herr Steueraussehcr Beck 3 ,8; Hr. Pros. Lam- pas. Sammlung am Bahnhof 2.70 Jl; 1 österr. Krone 75 Pfg.: Gymnasialquintaner K. Hofmann (Sparbüchse) 3 .8; Herr Adolf Diehl. 1. Gabe 20 .8, N. N. durch Schutzmann Kaiser 2 .8. Herr Geometer Engel 10 .8; Herr Eustao Waas 50 Jl; 3 tnu Flldr 5 .8; Frau M. 20 .8: Frau Oberforstmeister Schnittspah» lg ,8. Für veikauste Kartoffeln 2.50 .8: 2 Reservisten. Verzicht ans Bier 1.50 N. N. 3 Jl; Skatgewinn durch Herrn Schmidtberger 2.50 Jl; Herr Schirrmann 3 .8; Herr Ehr. Schmidt 20 ,8; Schüler Ernst Schmidt (Sparkaffc) 3.92 .8: Herr Musildireltor Schmidt, 1. Gabe 20 .8: Herr Hch. Schneider. Dachdeckermeister 5 .8; Herr F. R. 10 „8: Borschuß- und Krcditverein. 1. Gabe 500 .8: Herr Scrasino Toscani 3 .ti; Herr Karl Leißner 2.50 Jl; Frau Helene Waas Ww. 20 Gemeinde Holzhausen 43.25 .8; Gemeinde Bruchenbrücken 1090.70 .8; Herr Vorbach, Okarben, für Autofahrt 25 .8. Sammlung innerhalb der isr. Vereine in Friedberg. überreicht durch Herrn Isidor Stern: Isr. Hilfsvcrein 300 .8; isr. Holzverei» 200 .8; isr. Ge- sangverin Harmonie (einschl. des zu Gunsten der Sammlung überlassenen Honorars des Herrn Dirigenten Kuhn) 200 , 8: isr. Frauenverein 100 Jl; isr. Almenverein 100 .8; isr. Klub der Geselligkeit 50 ,8; isr. Verein für Geschichte und Literatur 50 „8; ist. Speiseverein 20 Jl; Beitrag der isr. Gemeinde 100 Jl. Sammelstelle des Herrn Pfarrer Ritter: Fräulein Echoen 10 Jl; Familie E. E. Weiß Bolkman» 10.50 Jl; Von Affenheim 4 T Jl; Frau Hann, Bainhardshos 3 Jl; Ev. Kirche Friedberg (Kollekte) 1. Gabe 300 ,8. Berichtigung: Die unterm 13. August sür Herrn Gastwirt Eripp angezeigten .8 50 hat der Gesangverein „Liederkranz" gestiftet. GeschSstsstelle -es Sieten Krcnzks, HWstraße pj Amtliche Notierung der Frankfurter Uieh- marktpreise vom 31. August. Zum Verkauf Landen: 1459 Rinder, darunter 34/ Ochsen 71 Bullen, 1033 Färsen und Kühe, 225 Kälber, 190 Schafe, 2064 Schweine. Preis« sür 1 Zentner I. Rinder: L. Ochsen: ,) 1. oollileischi ausgemästete höchsten Schlahtwerts, 4—7 Jahre alt 2. Die noch nicht gezogen haben (ungejochte) ....... b) junge, fleischige, nicht ansgemästete und älter« ausgemäftete . , , , c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere ö. Bullen: a) voUjleischige. ausgemästete höchsten Schiachtwerts b) vollileischrge, jünger« ~, , . , > c) mäßig genährte, jung« «nd gut genährt« älter« 6. Färsen und Kühe: ,) vollsleischme, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtweits . , . . . b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schiachtweits bis zu 7 I. c) 1. wenig gut entwickelte Färsen 2. ältere ausgemästete Kühe . . dl mäßig genährte Kühe und Färsen e) gering genährte Kühe «nd Färsen 0. Gering genährtes Jungvieh (Freffer) II. Kälbert a) Doppellender, setnste Mag, , ,*■ , b) fünfte Maltkälber ...... c) mittlere Mast- und beste Saugkälber ä) geringere Mast- und gute Saugkälber, g) geringere Saugkälber HI. Schafe: a) Weideniastschase:..... b) Mastlämmer und Masthammel . a) geringere Lflasthammel und Schafe d) mäßig genährte Hammel u. Echase (Merzschafe) IV. Fettschweinek a) gettfchwcine über 3 Ztr. Lebendgewicht • i i . i i ■ i • ■ i b) voltileischtge Schweine über 2’A Ztr. fiebenbaeimd)t •»••••■• e) collllcurttiae Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht..... , . d) vollfleischige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht..... ■ > e) fleischige Schweine I) Sauen ,,,>,.»»»»» Lebendgewicht 4 Schlacht. gewicht JK 50-55 95-100 - - 45-49 81-90 40—44 75—80 45-48 75-80 40-44 70—76 — — 42-48 78-86 40—45 74-84 38—41 73—79 35—39 65-72 30—34 60-68 24-28 55-64 — — 44—48 75-81 40—43 68—73 37-39 63-66 i _ 44 95 — -P- ' 48-50 62-70 47-49 60-70 48-50 60—68 48-50 60-68 Marktverlaus: Am Rinderinarlt gedrückter Geschaflsgang und etwas Ueberstand. Kälber und Schafe weiden ruhig ge- handelt und ausvcrkaust. Der Schweinemarkt verlies rege und hinterläßt geringen Ueberstand.