Sic „itcnc I 0croicitiino“ crdjcint leben üvcrltag. Regctmätzlge Beitagen „Ser Lauer au» Velken", „yie Splunliubr". L-elugoprei»: Be, den Postanstatlc» oiea«l,äyr»ch U'if. U-t cci den Agenten monatlich 50 Psg. H,n,u tritt Postgebühr oder Trägeriohn. An,eigen. Ernndieile 30 Pig^ lokale 15 Plg, Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme ergobe» _Eelüllungsort ,,riedberg. Srfiriftltituwg und Verlag Friedberg tHestenl. Hanaier trage IS Zerniprecher 18. Postlcheck-Eoat» sie, 185S. Amt sirentsurt a. M. Nummer 204 Diensruy, den 1. Sentember 10! r. 7. Jahrgang Ein zweites Sedan im Osten! Siegreicher Bormarich im Westen. — brünstiger Stnnd der Niesenschsachi in Galizien. - 80 Kilometer von Paris'. — 3 rustifche Armeekorps verninpet, (»0000 Rufien gefangen! Hiebe hüben wie drüben. Ter herlichc Lieg in Ostpreußen gestaltet sich non Tag zu Tag großartiger. Zuerst wurde von gar keinen Gefangenen gemeldet, dann wurden 30,000 gezählt und heute ergibt die ouitiichc Zählung über 00,000 Mann, worunter sich 2 konnuandiercnde Generäle befinde». Mit anderen Wor- tcn, die stolze rujfifchc Armee, die nach Berlin marschieren und vor der nach den Worten Poincarü's ganz Deutschland zittern sollte, ist vernicht c t. Tic weiter nördlicher stehenden Russen haben auf diesen Schlag hier sofort de» Rück- zug angctrcten. Das ist eine Waffentat, die ruhmvoll in der deutschen Geschichte erstrahlen wird. Eine an Kräften schwäclreres Heer hat dank der Ucberlegenheit der Führung und dank der unvergleichlichen Tapferkeit der Truppen den weit überlegenen Feind geworfen und vernichtet. Eine schönere Gabe für den Tag von Sedan, der morgen gefeiert wird, hätte uns unser ruhmvolles Kriegsherr nicht beschecrcn können. Auch aus dcnr W csi c n konrmcn Siegrsbotschas- t e ,i. Tic am nördlichsten stehende deutsche Armee unter G e n e r a l o b c r stv. K l u ch hat den Feind bei C o m b l c s geschlagen. Dieser Ort liegt nur 40 Kilometer von A in i- e n s. G e n e r a l o b e r st v. B ii l o w schlug die sranzösi- sche Armee bei St. O u e n t i n vollständig. Seine Truppen befinden sich im Vormarsch auf Paris. Offenbar sind cs Truppen dieses Armeekorps, die bereits nach feindlichen Angaben in Compiögne, 40 Kilometer von Paris, gesittet wor- den sind. Die Armee des Ge n e r a l o b e r st e n v. H a u s c n ist bereits vor Rethel an dem Flusse Aisne angelingt, dieser Ort liegt nnr 45 Kilometer von der alten französischen Krönnngsstadt Reims. Daß in de» Franzosen immer noch starke Gegner z» überwinden sind, hat die Armee des Herzogsvon Württemberg erfahren müssen, sie niußte vor überlegenen feindlichen Kräften wieder tciltveise über die Maas zurück. Sie gewann jedoch wieder Halt und eilt nunmehr »ach abermaliger lleberschreitung der Ri ras ebenfalls den, Flusse Aisne zu. Auch die Arnree des K r c n - Prinzen befindet sich im Vormarsch n. im Süden, wo in Lothringen fortgesetzt gekämpft wird, steht alles gut. Die Festung Montmcdtz siel uns säst von selbst in unsere Hände, nachdem die gesamte Besatzung bei einem Ausfall gefangen genommen wurde. Alle diese Erfolge haben uns dem größten Ziele, dem endgiltigcn Sieg wieder um einen kräftigen Schritt näher gebracht. Auf der ganzen Front der Ricscnschlacht in Ostgaiizicn wird bereits sechs Tage lang erbittert gekämpft. Die Oesterreicher machen stetige Fortschritte. Nachdem ihr linker Flügel bis jetzt in siegreichem Vordringen begriffen .st befindet sich setzt auch das Ccntrun, der östcrrcich. Stellung siegreich iiu Vordringen, so daß die Hosfnung aus einen jnr unseren Biuidcsgenosjen siegreichen Ausgang immer gew.i,er wird. . . In der 1. Schlacht bei Krasnik »inchten die Oester ;er 6000 Gefangene und erbeutete» 3 Fahnen und 23 Geich ide und viele Maschinengewehre. Tic Deutschen Siege in Ostpreußen werden hoffentlich aneisernd mif unseren Bunde?- genossen wirken, auf daß sie auch cndgillig die zarische Macht ;>, Boden werfen. Der Sieg in Ostpreußen und der Jlimnarldi in Frankreich. Amtliches Telegramm. Grosics Hauptquartier, 31. August. (2ß. T. B.) Tie Armee dcö (öc»cratol>crjt t>. Kluck Ijat einen durch französische »i»-äste «uternommeucn Lersirch eines französischen Flankcna»?ri?,s geqe» «c- «,b les durch ein Ariucekorps zuruckgesch.aeeu. Tic Armee des Generaloberst v. Bülotv hat eine überlegene französische Arnice l ei St. Lucntin vollständig geschlagen, nachdem sie im Vormarsch bereits ei» englisches Infanterie-Bataillon gefangen genommen hatte. Tie Armee des Generaloberst von Hansen hat den Gegner auf Aisue bei Acthel zurttlkgcdräugt. Tic Arrncc des H c r z o g S v. SÖ ü r t -- teuiberg hat bei der Fortsehnng -ss llcbcrgangö über die Maas den Feind zunächst mit Bortruppcn überrascht, muhte aber bei de«» Vorgehen stärkerer feindlicher Kräfte tektwcife wieder über die Maas zurück. Tie Armee hat dann die Maasübergälige wieder getrommen und befindet fich w i e d e v im Vorgehen gegen die Aisire. Tas Fort Lefoyellcs hinter dieser Armee ist gefallen. Die Aru-ee des deutschen Kronprinzen setzt ihren Vorinarfch gegen und über die Maas fort. Nachdem der Kommandant von Montmedy mit der ganzen Besatzung der Festung bei einem Ausfall gefangen genommen worden war, ist die Festung gefallen. Die Armeen des Kronprinzen von Bayern und des Generalobersten von Heeringen stehen noch in fortgesetztem Kämpf in Französisch-Lothringen- Der gemeldete Sieg der Armee des Generalobersten v. Hindenburg ist von weitaus gröberer Bedeutung, als bis jetzt übersehen werden kann. Trotzdem neue feindliche Kräfte über Neidenburg angrisfen, ist die Niederlage des Feindes eine vollständige geworden. 3 Armeekorps find vernichtet. 80,000 Gefangene, darunter zwei kommandierende Generale, viele Geschütze und Feldzeichen sind in unsere Hände gefallen. Tte noch itn nördlichen Ostpreuhen stehenden rrissische» Truppen haben de?» Rückzug «»betreten. §ü' (5nin - aipiirtifrit.!fifigrsch'.rä. ird. Nach der Ausdehnung des großen KampsscldeS »»d »ach amtlichen Nachrichten darf inan die Stärke der lllusien di: gegen das nördliche Galizicn a,«gesetzt wurden, ans 1-00,000 (5 Armeekorps) bei Kratnik »nd Lublin schätze». Die englischen Sccräuvcr. Berlin, 31. August. (W. B.) Noch einer Meldung aus Las Palmas ist der als Hilfskreuzer ausgerüstete Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd „Kaiser Wilhelm der Große" van dem englischen Kreuzer „Highflqer" zm» Sinken gebracht worden, als er in den neutralen Gewässern der spanische» Kolonie Rio bei Oro vor Anker lag. — Gegen diese jedem Völkerrecht widersprechende Verletzung der Jfeu- tralitätsgesctze m»ß Protest erhoben werden. Grotzbrita- nicn hat durch die Mißachtung der stets von allen Nationen theoretisch und praktisch anerkannten tlnvcrlctzlichkesit neutraler Hohcitsgcwässer gezeigt, daß cs sich nicht scheut, über die Hoheitsrechtc neutraler Staaten hinwegzugehen. Der Dank des Kaisers. Berlin, 31. Aug. (W. B. Amtlich.) Tcr Kaiser Hot den siegreichen Feldherr» im Osten, General v. Hindenburg zum Gcucrnlobcrsteu ernannt, ihm das Eiserne Kreuz 1. Kl. verliehen und ihm folgendes Telegramm gesandt: „Großes Hauptquartier, den 20. August. Durch den in dreitägiger Schlacht errungenen vollen Sieg über die russische Ueber- mach! hat die Armee sich für immer den Tank des Vaterlandes erworben. Mit ganz Dcntschlnnd bin ich stolz ans diese Leistung der Armee unter Ihrer Führung, tleüee- mitteln Sic den braven Truppen meine warme kaiserliche Anerkennung. Wilhelm k. R." plf Ausnahme in Oesterreich-Ungar«. Wie», 31. Aug. (W. B.) Ter cutschcidendc Tieg des Generals v. Hindenburg wird als eine günstige Vorbedeutung für den endgültigen Ausgang des großen Ringens zwischen den Völkern Oesterreich-Ungarns und den Risiscn von der Weichsel bis zum Tnjcster angesehen. Tic Blätter weisen daraus hin, daß der dcntiche Sieg bei Ortelsbnrg eben zur rechte» Zeit kam, um die Wahrhaftigkeit des Herrn Poincarü ins richtige Licht zu rücken. Man wird in Paris bald von ganz anderen Siegen hören müssen als von dem erschwindelten Vormarsch der Russen nach Berlin. stiiigrstiiudnig dkr rnlstjcht« Uiedtrlagl'. Stvelholm, 31. Ang. Ans russischen Onellcn wird hier bestätigt, daß die Cinsallarmcc i» Ostpreußen sich seit de», Eintreffen von Verstärkungen bei der deutschen Front zu- riickzieht. tfnmikü Ansgtdot drr frei«?. Sfrritmadjt. Gens, 31. Aug. Tcr sranzöusche Kricgsminister bc- schlo». die Jahrcsklasse 1014, die Reserve des aktiven Heeres, sowie die älteren Klassen der Territorialarmee cinznbeenfen tvelchc vorläufig zurückgestellt waren. Ettgiisdzc lrrieysichiife yesttttirett? Berlin, 3t, August. Eleich nach der Kriegserklärung zwischen England und Deutschland brachten amerikanisch. Blätter eine anscheinend amtliche sehr vielsagende Meldunz aus England, in der mitgetetlt wurde, Latz man sich durch on> sangliche unglückliche Ereignisse zur See nicht in der festen Zu- verficht wankend niachcn lassen dürfe, datz England schlietzlich doch den Sieg davontragen müsst. Der Ausdruck „unglückliche, Ereignis (dilastrons cvent) war so gebraucht, datz man darunter annehmen konnte, cs seien bereits tatsächliche Ercigniste kingetrclcn, die sür die Engländer peinlich wären. In Amerika wurde d:»a auch von der Press« gemeldet, datz am Humber an der Ostlüstc Englands in der Nähe des Kohlenhafens Hüll ln den ersten Tage» »ach der Kriegserklärung zwei bis drei größere cnolsiche Echiffe, vermutlich Linicnschisfe, durch unsere bis a:> die ciiglsiche Ostlll'tc vcrgcdruugenen leichten Etreitkräf'.« vernichtet worden wären. Die „Deutsche Tageszeitung" ersohrt durch Pcisünltchkeiten, die in den letzten Tagen «och aus England nach Deutjchtand zurückgekehrt sind, datz tat- iächlich >,n Humber Wracks mchrcree Schisse liegen sollen. Eine Kontrolle dieser Nachricht ist aus erllärlichen Gründen natürlich unmöglich. Immerhin besteht dis Möglichkeit, datz diese Meldung ein:,! tatjächlichrn Kern enthält, und datz das vo: einigen Taaen brrichtetc schneidige Voracben unserer Unterice- Beite 2 Sie. CT* 80 Kilometer vor Paris ~1 Aus Paris wird gemeldet: Deutsche Truppen sind, am Sonntag in Lompiegne (80 Kilometer von Paris) angekommen. Die französische Militärbehörde kündigte an, dast, da die Militärtransporte nunmehr beendet seien, die Zivilbevölkerung genügende Gelegenheit habe, in Zügen, die mit doppelter und dreifacher Wagenzahl ausgestattct werden sollen, Paris zu verlassen. In Paris habe man bis zuletzt gehofft, daß der deutsch- Vormarsch durch die verschanzten Lager von La Fcre und Lagon sowie durch die natürlichen Hindernisse der Bodengestaltung ausgchalten werden würde. Nunmehr tröstet man sich damit, dasi das deutsche Heer infolge der riesigen Anstrengungen und Verluste e:- schöpst sei, während die Franzosen noch über starke und frische Reserven verfügten. deutscher FliegerüberParis. Die erste Kunde von den nahenden Deutschen brachte e-n deutsches Flugzeug, das in einer Höhe von 2888 Meter um Mittag eine ganze Stunde über Paris schwebte und drei Bomben herabwars. Die erste Bombe siel auf eine Druckerei. Die zweite explodierte vor einem Bäücreibcsitzer, der an der Kaste saß: der Mann wurde durch Splitter leicht verwundet. Die dritte siel in die Rue Recolette: zwei Frauen wurden hier schwer verwundet. Die Bevölkerung glaubte zuerst, dast eine Gasexplosion vorliege, und lief an den Stellen zusammen, wo die Detonationen gehört wurden. Bald erschienen Feuerwehr, Polizei und Bürgermeister und sperrten ab. An drei Stellen liest der Äeroplan mit Sand beschwerte Säcke fallen: diese enthielten 2 '/• Meter lange Banner in den deutschen Farben sowie Schreiben des Wortlauts: „D >s deutsche Heer steht vor den Toren von Paris; es bleibt Euch nichts übrig, als Euch zu ergeben!" Ans Brüssel mtfc Löwen. Amfterdam, 31. August. Das „Handelsblad" meldet, daß Bürgermeister Max von Brüstsl sich die gröstte Mühe gebe, um Zwischenfällen vorzubeugen. Er hat einen strengen Po!i- zeidienst mit Hülfe der Bürgcrwehr eingerichtet, die mit Sabel und Revolver bewaffnet ist: Postbeamte tun Hilsspolizei- dienst. Auf dem Kongrest-Platz, der die ganze Unterstadt beherrscht, stehen auf die Stadt gerichtete deutsche Kanonen. Der deutsche Kommandant überlätzt die Kontrolle vollständig dem Bürgermeister und die Belgier dürfen ruhig ihre Rationalsarben im Knopfloch tragen und die Nationalsahne an den Häusern flattern lassen. Aus Löwen meldet das „Handelsblad": Es ist Tatsache, dast Militär den llebcrfall der Löwcner Burger geleitet hat, da zwei Maschinengewehre bei diesen gefunden wurden. Die innere Stadt von Löwen ist nahezu völlig zerstört, darunter die Kathedrale, die alte Tuchhalle und die Universität mit der Bibliothek. Die Zustande in Albanien. Dalona, l. Sept. Zwischen den muselmanischen Aufständischen und der Bevölkerung ist ein Uebereinkommen erzielt worden. Die rot-schwarze Fahne wird gehistt werden. Die Aufständischen werden als Freunde in die Stadt cinzichea, nachdem die Absetzung des Fürsten und der Regierung anerkannt worden ist. Notabeln von Balona werden unter grober Begeisterung der Bevölkerung von der Stadt Besitz ergreifen. (nhu kuMchtt ilNippt» in (Öftrer. Amsterdam, 28. August. Churchill teilte im Unterhaus mit, dast neue englische Truppen IN Ostend: gelandet seien. Die „Times" berichtet hierüber, dast der Gemeinderat in Ostende zunächst die Landung von Truppen wegen der hiermit verbundenen Beunruhigung der Hotelgäste, die aus vom Innern geflüchteten Belgiern bestehen, abgelehnt, aber später angenommen habe. Wegen der «rosten Anzahl der in Ostende anwesenden Flüchtlinge wurden sämtliche Badekutschen als Schlafstätten eingerichtet. Lille von Franzosen geräumt. Köln, Sl. August. Aus Antwerpen wird der „Kölnischen Volkszeitung" gemeldet: Die französische Besatzung von Lille, nngesähr 58 800 Man», hat die Stadt verlassen, um s'ch weiter südlich nach der Ostfront zu wenden. Sie nimmt dabei den Weg, der unter den Geschützen von Mauüeuge vorb.d zieht. Die Folge ist, dast Lille eine ojsene Stadt geworden ist. Bon grober strategischer Bedeutung, so fügt man von französischer Seite hinzu, ist cs nicht. Die Behörden von Lille haben dieselben Mastnahmcn getroffen, wie vorige Woche. Nachdem die eigenen Truppen die ganze Siadt verlassen hatten, zog sich der Präfekt des diorddcpartemcnts noch Tiiniirchen zurück. Auf Befehl des Bürgermeisters von Lille wurde die Polizei enl- waftnet. Die Bevölkerung wird durch Ausrufe zur Ruhe ermahnt und aus das inögliche Herannahcn der Deutschen voröe- reitet. Ein in Lille bisher erschienenes Blall hat sein Erscheinen eingestellt, UN! nicht unter die deutsche Zensur zu geraten. Gugland Im Stammbuch. Die Kriegsausgabe der Zeitschrift „Die Lese" veröfsent- ilscht folgende zeitgemäße Erinnerung. Als die Engländer im Jahre l7l,l sich erboten, im Krieg zwischen der Türkei und Rußland o>: Vermittlerrolle zu übernehmen, schrieb der Grotz- wesir -. :i f:r. englischen Gesandten in Konstantinopel: „?lvrvstherr iührt für sich Krieg und schlietzt für sich Frier Er tan» seine» Stlaven, seine» Dienern und seinen Untertanen trauen, er lcnnt ihre Gesinnungen, hat ihre Tagenden erprobt und kann sicher aus ihre Treue rechnen, eine Tugend, die schon lange aus eurem Winkel von Europa verbannt ist. Wen» alle Christen die Wahrheit sagen, so kann man sich doch nicht auf die Engländer vcrlasien: sie verlausen das Menschengeschlecht. Wie koinmt ihr nun zu dem Anerbic- te«, untere Vermittler bei Rustland zu weiden? Wir brauchen 9ttut Tageszeitung, »itnetag, den 1. September 131*. weder eure Freundschaft, noch eure Hilfe, noch eure Vermittlung. Geld ist eure Gottheit, und daher ist der Handel alles bei euren Ministern und bei eurer Nation. Kommt ihr denn, uns an Rußland zu verkaufen? Nein, lasset uns selbst mit un fern Händeln fertig werden! Weg mit eurer Vermittlung zwischen der Pforte und Rustland! Es ist immer eure Sache gewesen, das ganze Menschengeschlecht in Sttcit zu verwickeln und hernach vermöge eurer Treulosigkeit Nutzen davon zu ziehen. Wir wollen von euch nichts mehr hören, und desha'b besohlen wir.euch, auf diese Schrift nicht wieder zu antworten " Die Kunde uoti den -rutschen Siegen in tondon. Kopenhagen, 29. August. Der Londoner „Daily Telegraph" beklagt sich über die äutzerst strenge Zensur, die cs unmöglich mache, Nachrichten von der Front zu erhalten. Alles, was aus den sparsamen Meldungen zu erfahren war, ist, dast eine entscheidende Schlacht an der Nordsront im Gange war, und die Deutschen einen Flankenumgehungsversuch gemacht haben, besten Erfolg noch unbekannt war. Die „Daily Mail" meldet aus Lille, dast die Deutschen zwischen Tournai und Lille die Verbündeten zurückgedrängt haben. Die Bevölkerung flüchtet nach Paris und den Hafenstädten. Der Vormarsch der Deutschen durch Luxemburg und von Metz nach Diedenhofc» mache graste Fortschritte. Die „Daily Chroniclc" berichtet aus Amsterdam, dast ei» grober Teil von Mcchcln zerstört sei. Die Anfilchne der -milchen Siciusbotiiijaft. Königsberg i. Pr., 29. August. (W. B. Nichtamtlich). Die Nachricht von dem Siege der deutschen Truppen im Süden unserer Provinz wurde in der Provinzialhauptstadt mit grober Freude ausgenommen. Bald nach dem Bciaiint- werdcn der frohen Kunde erschienen überall aus össentlicheu und privaten Gebäuden Flaggen. Die Glocken aller Kirchen läuteten zur Feier des glückliche» Ausganges des dreitägigen Ringens, als besten Rückwirlung nunmehr die baldige Befreiung der ganzen Provinz von dem eingcdrungencn Feinde schosst wird. Auch in den Prooinzstüdten fand die Siegesbotschaft frohesten Widerhall. Berlin, 29. August. (W. B.) Zu dem Siege im Osten sagt die „B. Z. am Mittag": „Run atmen wir befreit, im tief- sten beglückt und dankbar aus. Auch Rustland hat die unwiderstehliche Kraft des deutschen Heeres gespürt, auch Rustland sicht seine Truppen geschlagen und verfolgt von den unseren. Wo ist ein Beispiel in der Geschichte für das Heldentum, das in diesem riesenhaften Ringen die deutsche Wehrmacht an den Tag legt, Wo ist das Volk, das eine» so ungeheuren Krieg mit solcher Wucht zu führen imstande ist? Freilich, noch ist nicht die ganze russische Armee zermalmt, aber nun haben wir die Gcwistheit erlangt: dieser Tag wird uns leuchten!" Kr ist tan a, 38. August. (W. B. Nichtamtlich). „Morgen- blahet" schreibt zu den deutschen Siegen über die Franzosen: Nicht von einem Kriegsglück ist hier die Rede, sondern 58 Illhre hingebenster Arbeit der einzelnen Obersten bis zu jedem Untersten haben dies zustande gebracht. Man spricht von einer Junkerherrschaft! Aber man sehe die deutschen Offiziere im Dienst. Man must cingcstehen, dast die Macht nicht in den Händen einer unfähigen Oberklasie liegt, die nicht weist, was Arbeit bedeutet, sondern bei Männern, die bis zum äustersten von der Hingabe für ihren Lebensberuf erfüllt sind. Deutsch:! Flcist und Genauigkeit sowie die lürperliche Gesundheit des deutsche» Bolkes sind die Quelle der deutschen Siege. Wir glauben, dast der Siez den Deutschen nur »och entrisien werden kann durch eine noch nicht dagewesene Genialität der gegnerischen Heerführer. Konstantinovel, 38. August. (W. B. Nichtamtlich). Die gesamte türkische Presse zählt die grasten d e u t s che n Siege mit Genugtuung auf. Die Meldungen über die deutschen Siege ruse» in der hiesigen deutschen und österreichisch-ungarische» Kolonie sowie bei dem türkischen Publikum fortgesetzt lebhafte Freude hervor. Der Abgeordnete Ubeidullah, der vor drei Jahren in einem Peraer Theater bei einer dort abgehalte- ncn Protestocrs.immlnng gegen die englisch-russische Politik in Persien eine begeisterte Rede für Kaiser Wilhelm und Deutschland gehalten hatte, stattete gestern in Begleitung von drei arabischen Notabeln aus Mekka dem deutschen Botschaster einen Besuch ab, um ihm seine Glückwünsche anlästlich der deutschen Siege auszusprcchcn. Dum dnm Geschosse. Berlin, 31. Aug. In Longwy ist eine maschinelle Einrichtung gesunden worden, die dazu gedient hat, die Gewchr- und Karabinergeschosse oben abzuplatten und mit einer von der Spitze ausgehenden trichterförmigen Ausbohrung zu versehen. In den Taschen französischer und englischer Soldaten hat man zahlreiche Dumdumgeschosie, d. h. hohle Bleibüchsn! gesunden. Durch die Entfernung eines Teiles der aus hartem Mciall bestehenden Geschostmantelfpitze tritt beim Ausschlagen der weichere Eeschostkcrn »ach vorn heraus, legt sich frei und verursacht besonders grausame und mit unnötigen Leide» verbundene Verwundungen. Deutschland sieht sich genötigt, mit den ollerschürsstcn Mastregeln vorzugehcn, wen» diese Geschosse von unseren Feinden »och weiter verwendet werden sollte». kin Lkluch beim englischen KMnilgskorps. Rach der englischen Niederlage bei St. Quentin hat eine Schilderung besonderes Interesse, die ein Kriegsiorrespon- dcnt des dreibundseindlichcn Mailänder „E-rrierc dclla Sera" seinem Blatte über die Qualitäten des englische» Landungskorps vor einigen Tagen gesandt hat. Diese Schilderung stammt aus einer Zeit, da in Italien sranzofenfteundlichc Kreise noch die Engländer als halbe Verbündete ansahe» und wohl die stille Hosfnung nährte», die britischen Truppen wurden das Gewicht sein, das die Wage zu Gunsten der Triple-Entente werde ansschlagcn lassen. Da nun die Sache anders gelansen ist. können wir Deutschen aber in schmunzelnder Befried'«»»« die Schilderung des italienischen Bewunderers lezen. Denn diese gepriesene Arme«, die nach der Schilderung „weit mächtiger war als ma» meinte". tit von einem Teil des deutsche» Heeres innerhalb einer Woche zu Bode» geworfen, geschlagen und gefangen worden. Der Bericht lautet: In Boulogne endlich habe ich die englischen Truppen entdeckt. Hier aber habe ich ihrer nur zu viel auf einmal ge- sehen. Boulogne macht heut« den Eindruck einer französischen Stadt, aber mit englischer Besatzung. Man sieht englisch- Sol- baten zu Fuß. auf dem Rad, zu Pferd, im Auto, aus den Stra- sten. in den Bars, >n den Speisehäusern, Gasthäusern, Geschäften, aus den Promenaden und selbst im Stadtgarten, wo sie — französischen Kindermädchen den Hof machen. Alle hg-en die kurze Pfeife, die je nach der Tages, oder Nachtstunde mehr oder weniger gefüllt ist. Schon aus dem Bahnhof stiest ich auf ein Regiment Schotten, prächtige Kerle, in stolzer Haltung mit ihrem Kakilöckchen über den nackten Knien, init Kalistrümpfen, an denen nur die Ausschläge die schottischen Farbe» zeigen. Aus dem Kops trugen sie die charakteristtsche Zipfelmütze, aber auch die war kalifarben Die Menge bewunderte sic aufrichtig, am meisten die Frauen die sich sehnsüchtig hinter den Gittern des Bahnhofs drängten und Beifall klatschten. Rach den Schotten kam ein anderes Regiment vorüber, Infanterie, die mit praktischer Eleganz uniformiert war. Auf das Kommando „Rührt Euch" brach eine fröhliche, manchmal lärmende Unruhe aus: immer wieder hört, man ein Lied, auf das alle lachend einstimmten: „Are yen, downheartcd?" (Seid ihr niedergeschlagen?) „Olein!" Die Hei terkeit wurde noch größer und der Enthusiasmus erreichte der Höhepunkt, als vom Fenster eines Gasthauses gegenüber den Bahnhos eine Dame, vielleicht eine Engländerin, die Infanteristen fragte: „Are you downheartcd?" Um eine annähernde Borstellung von der Genauigkeit und bis ins kleinste gehende Sorgfalt zu haben, mit der die Engländer ihre Expedition aufs Festland durchgeführt haben, inust man die Kais am Hafen von Boulogne gesehen haben. Hier stehen nebeneinander Hunderte von offenen Wagen, auf denen starke Karren stehen, die alles enthalten, was eine Armee irgend braucht. Vom Heu und Stroh für die Pferde bis zu Hundcrt- tauscnden von Bisquitschachteln für die Soldaten. Die Bis- quits waren in weihe Holzkisten so stark und sorglich verpackt, dast ich von weitem Munitionskisten zu sehen meinte. In einem anderen Winkel des Hafens standen, scheinbar verlasseir and doch bereit, im Notfall sofort loszufahren, Hunderte von Chassis für Automobile und mächtige Lastfuhrwerke. Die Kraftwagen der Intendantur mit fahrbaren Feldlüchen und Backöfen find Juwelen von Reinlichkeit und Eleganz. Bor dem Ausmarfch nehmen die Engländer ihr Frühstück mit Bisquits und Marmelade. Französische Soldaten, die an den Eisenbahnwagen Wache stehen, nähern sich voll Verwunde- rung über dieses Esten. Die Engländer lachen und ziehen aus ihren Säcken eine Sorte von Blechbüchsen nach der andern hervor. Da vielleicht das eine oder andere Regiment einige Tage warten must, bevor es an seinen Bestimmungsort weiter geschickt wird, haben die Engländer auf den Hügeln von Boulogne ein prunkvolles Zeltlager aufgeschlagen. Es ist vollkommen ausgc- stattet, dast nicht einmal ein Platz zum Fußballspiel fehlt. Seit Tagen schon führt ein Regiment ums andere an Boulogne vorüber. Die Soldaten sind tapfer und unbesorgt, als ging es zu einem Sportfest. Eine Engländerin erzählte mir, sie habe in ihrer Heimat rührende Abschiedsszenen erlebt, als die Truppen wcgreisten. Als die Mannschaften aber erst eingeschisft waren, verschwand aus den Dampsern schon im Acrmeikanal jede Traurigkeit nnd zwischen Trank und Lied begann das „Are you downheartcd?" zu triumphieren. Wie stark mögen die bisher auf dem Festland ausgeschiffte r englischen Truppen sein? Es wäre ein Verbrechen, darüber Ge naues zu sagen oder die Richtung zu verraten, die sie eingcschla- gcn haben. Wir können nur das jagen, dast sie ein Heer bilden weit mächtiger als man meint und daß ihre im Verein mit den französischen Truppen in den letzten Tagen mit großer Beschleunigung vorgenommenen Bewegungen zur Aussicht berechtige», dast sie binnen kurzem Proben einer festen Organisation a.blcgen werden. Englisch-inongolischt §iilbrnchs-AK1ien-Kese!!- schilst") (mit’ imbkschmlttt keMenlifizkeit.) Nicht kurze, nicht lange Worte wären imstande, die Empörung auch nur annähernd zu schildern, welche das freche sogenannte Ultiatum der Gelben von Tokio in deutschen Lanoen hervorgerufen hat. Deutschem Wesen geradezu widrig in äußerer Erscheinung und Gebaren, sind die leider so überaus zahlreichen Vertreter dieser Rasse mit steigendem Unwillen bei uns gesehen morden. Immer wieder hörte man die Frage: „'Tuen wir wirklich recht daran, dieser Gesellschaft im deutschen Hause Aufenthalt zu gewähren? Welchen Zweck hat es, diese Gelben an unseren Fortschritten aus den verschiedensten Gebieten teilnehmen zu lassen? Sie werden ja doch einmal alles, was sie gering erhascht und ausgesogen haben, gegen uns wenden. Aber wir werden wohl erst klug werden, wenn der Schaden da sein wird." Nun haben sich die ewig Lächelnden auf Strümpfen, oder was sie sonst an ihren unteren Gliedmaßen tragen oder nicht tragen, aus dem Lande geschlichen; sicher haben sie den Wink hierzu schon vor längerer Zeit von der amtlichen Vertre- tung ihres asiatischen Heimatlandes erhalten. „Gut, daß die Bande raus ist" — hat es sich seit dem 19. August herzerleichternd aus der Brust von Tausenden unserer Landsleute, namentlich in den Großstädten, die alltäglich den Anblick dieser Landplage hatten, gerungen. „Zurück kommen uns diese Herzensfreunde und Gesinnunzsgenosien unserer Kanalvettern nicht!" Dankbarkeit in politischen Dingeir ist eine seltene Erschei- uim8. In Ictvlcr Linie hätten wir sie von der obengenannten Firma erwartet. Daß sich die Aufhetzung der Mongolen gegen •) Aus dem „Deutschen Osfizicrblattdas seit Kriegsausbruch als wöchentliches Nachrichtenblatt für das Offizierkorps im Felde erscheint. Preis vierteljährlich Mk. 1.75. Jede Post- nnstalt nimmt Bestellungen entgegen. Die Hefte können im portofreien 50-Gramm Feldpostbrief ins Feld nachgesandt werden. ; zv« ©eite 3. Dos »nbeftrttte» gtöfcte emopäische Kulturval, deieinst an den Anstiftern rächen, daß »lbion die Geister, dt- es rief — wer weig, IN wie kurzer Zeit — vergeblich wieder loszuwerden lachen wird, daran ist nicht zu zweifeln. Doch das nützt im Augenblick nichts,' zunächst heißt es für uns: mit der durch Englands Hinterlist geschaffenen Erschwerung unserer Lag« UNS abzufinden. Und das werden wir. Daß an der frechen mongoli- lchen Ucberhebung das großmäulige leistungsunfähige Russen- tun, seinen guten Anteil hat, liegt aus der Hand. Da» jammervolle Unterliegen des russischen Riesenreiches, seine schmählichen Niederlagen aus dem mandschurischen Kriegsschauplatz, 'ie nackte Enthüllung der in allen Kreisen seines Millunien- hceres herrschenden moralischen Verderbtheit haben den Mongolen den Kamm schwellen lasten. Der Japs hat in seinem Eeg- ner Rußland von 1904=05 seine Ueberlegcnhcit über die weißen Rasten überhaupt sestzustellen geglaubt, und die ungeheuerlichsten, userlosesten Wünsche und Träume sind in seinem von Hause aus zum Größenwahn neigenden Hirn zum Ausbruch gekommen. Die Zornsader schwillt uns, wenn wir jener nur eines Fußtritts würdige und zur Genugtuung Ganz-Deutschlands auch amtlich nur einer solchen Behandlung gewürdigte „Ultimatum" lesen, in welchem die Regierung eines Mongolenherrschers sich erkühnt, uns die Absicht zu einem in der Geschichte einzig dastehenden Raube an fremdem, an deutschem Gut anzulündigen und uns für die Anerkennung dieser Räuberei und für die Unterwerfung unter den Willen eines Diebes eine Frist zu setzen. Und das alles unter des perfiden Albions Fittigen, das alles ruf An- tiften des englischen „Gentleman", desten innerste Wesensart in der Person des schlimmsten Intriganten aller Zeiten, König Eduard VH., ihre Krönung und ihren vollendeten Ausdruck gefunden hat. Aber, warte nur ab, „du stolzes England", kn den Himmel wachsen deine Bäume nicht! Millionen deutscher Fäuste drohen deinem schuldbeladenen Haupt Mit Abscheu wird fortan in Haus und Schule, in Familie und Oeffentlichkeit dein Name bei uns genannt werden. Schämen sich doch, wovon immer häufigere Beweise zeugen, selbst deine eigenen Landeskinder in Entrüstung und Empörung deiner verbrecherischen Politik! Lautete es doch kürzlich aus einer englischen Feder in deutschen Zeitungen: „Wir wollen hierourch dem deutschen Volke unsere Erkenntlichkeit beweisen für die Gastfreundschaft, die wir sei» Jahren in Deutschland genossen haben und auch in der jetzigen Zelt noch genießen. Gleichzeitig wollen wir unserer Entrüstung Ausdruck verleihen über den ungerechten Krieg, den die gegenwärtige englische Regierung, deren Handlungen wir ver- urteilen, unseren germanischen Brüdern aufgezwungen hat." Wohl ist uns das eine Genugtuung, aber nicht teilen können wir das Bedauern der unter uns weilenden zahlreichen Söhne und Töchter deines Landes darüber, daß du uns den Fehdehandschuh hingcworfen, wenn man diesen Ausdruck ritterlicher Kampfansage auf dein unrühmliches Tun anwenden dürfte. Rein, nicht nur mit grimmiger Wut, auch in dem belebenden Gefühl innerster Befriedigung über deine endliche Entlarvung haben wir den Kampf ausgenommen. Vorbei ist die Zeit bei ner Heuchelei, mit der du immer wieder das zum Vertrauen neigende deutsche Gemüt wistentlich getäuscht hast. Wir fürchten dich nicht und würden dich nicht fürchten, auch wenn du die dreifache Zahl der Schiffe hättest, die du schon jetzt — zu deiner j Schande sei es gesagt! — nicht mit Söhnen deines Landes zu bemannen vermagst. Laß dir von deinen noch unter uns weilenden Landsleuten erzählen, was sie in diesen Tagen in Deutschland gesehen und erlebt haben, laß dir von ihnen berichten, wie mit unseren, von aller Welt bewunderten und von dir — gib er nur zu! — gefürchteten Blaujacken Ganz Deutschland, soweit cs nur einen Arm rühren kann, sich danach sehnt, dich so zu strafen, daß noch nach Jahrhunderten die Alten den Zungen davon erzählen sollen. Schlimmer als den Moskowiter hasten wir dich, du Störenfried und Vergewaltiger der gesamten kultivierten und nicht kultivierten Welt! Gewiß, du hast es fertig bekommen, in unsere erhebende Freude über die beispiellosen Wasfenersolge unseres herrlichen, unvergleichlichen Heeres und unserer unbegrenzt wagemutigen Flotte einen bitteren Wermuttropjcn zu schütten — Kiautschou! Aber — das schwören wir dir — das Blut unserer bis in den Tod getreuen Tapseren da draußen wird über dein schuldhaftes Haupt kommen. Sei auf der Hut, perfides Albion! Den ersten Schlag —) der deutschen Faust hast du bei Maubeuge »erspürt — quem dcus perdere vult, dementat. (Wen Gott verder- hen will, den schlägt er mit Blindheit). 1 i **) Der zweite, noch deutlichere, ist Inzwischen bei St. Lluentin ersolgt. u -7- Sedan! „Welch eine Wendung durch Gottes Fügung!" So schloß im Jahre 1870 König Wilhelm feine Depesche über den Sedansieg. Mit diesem Königsworte kann Alldeutschland auch heute den Sedantag begrüßen. Durch Gottes Fügung ist uns nach 4-1 Jahren wieder ein Sedan beichic, den. Der Sedangeist feiert an diesem Sedanfeste in unserm Volk in Waffen sein Auferstehen. Er lebt so überwältigend stark, er wirkt so sieghaft, er dringt so unaufhaltsam vorwärts, er erweist sich so herrlich und fast über Erwarten wunderbar, daß wir abermals in Bescheidenheit und' Demut lue König Wilhelm bekennen: „Welch eine.Wendung durch I!. ttcö Fügung!" i ■? Die Waffenlosen, die unsere Heere' in diesenk beispiel- A l'c» Völkerkriege seither vollbracht haben, stellen zusammen militärisch wie moralisch, einen Gesamterfolg dar, der dem von Sedau im Kriege 1870 kaum nachsteht. Wir ernten jetzt den Segen des Sedangeistes, den wir vier volle Zcchr- zehnte hindurch jedes Jahr aim Sedanfeste gepriesen,-gehegt und gepflegt haben. lSedan: so lautete Hon 1870 an bis zum Ausbruch dieses Weltkrieges für uns das Kernwork der Zuversicht, das alles aussprach.,toaSTWirhvn vaterländischer Begeisterungil. Opsumuk, imKriegSbereitschaft. u. Krlegs- tüibtiakeit fort und t(rf bjt»K«äE^l"»en"^et>o-rchekdsn von ' Jf*a< nages^uung. Dienstag, Mn 1. Ssptemver ist« um dem Sedanfiege ebenbürtige erfährt an diesem Sebanseste das eigenem Erleben. " Heuer, 1911, .müssen auch die Franzosen wieder empfinden, was 1870 Sedan^ihnen gesagt hat. Einsichtige unter ihnen haben vor einem zweiten Sedan gewarnt. „Einem neuen Sedan entgegen" iiberschrieb vor acht Jahren ein französischer Major namens Driant, der Schwiegersohn des Generals Boulanger eine Schrift, die Frankreich vor einer Niederlage, wie sie vor 14 Jahren Sedan gewesen war, behüten wollte. Der Genannte ließ dieser Schrift alsbald eine zweite folgen, die die Frage, die sie als Aufschrift trug: „Ist Deutschland uns überlegen?" enfichieden bejahte und die Warnung vor eineni neuen Sedan erneuerte. Solche Warnungen sind vergeblich gewesen. Ter Sedangeist des Selbstvertrauens, des Siegesbewußtseins, der Ueberlegenheit folgt wieder untern Fahnen. v • ' ~i Fahnen heraus! Depeschen, Extrablätter künden Uns Sieg auf Sieg aus Ost und West, Drum laßt der Tapferleit uns winden Die Kränze zu dem Jubelfest, Laßt derer würdig uns erweisen, Die mutig fest in Schlacht und Graus Dem Feinde drauß die Zähne weisen! Fahnen heraus! Flaggt Firsten, Fenster, Tor und Giebel, Laßt Haus für Haus die Fahnen wehn. Laßt ohne kleinliches Gegrllbel Den Nachbarn tief ins Herz uns sehn! Gebt Fahnen in die Kinderhände, Daß sie Begeistrung lösen aus Im kindlichen Gemüt behende! Fahnen heraus! Vom Schlachtfeld kommen schon in Si^-en, Genesung suchend Krieger an, Die uns durch Wunden offenbaren. Wie sie sich schlugen Mann für Mann Eilt ihnen, die ihr Blut vergießen, Entgegen mit Hurra-Gebraus Und holt, sie dankbar zu begrüßen, Fahnen heraus! Die ihr mit Gütern seid gesegnet. Bedenkt, es könnt' auch anders sein, Daß uns das Mißgeschick begegnet, Und welsch wird unser deutscher Rhein, Betet zu Gott, der uns in Güte Siegreich geführt durch blut'gen Strauß. Daß er auch künftig uns behüte! Fahnen heraus! Da gibt's lein zaghaft müßig Plaudern, Wo's gilt, der Helden wert zu sein. Die Leib und Leben ohne Zaudern Dem Baterlandc freudig weih'», Drum aus die Herzen, auf die Hände, Ein jeder kehr' sein Bestes raus beut an „Rcu-Dcutschlands" Zukunftswende! Fahnen heraus! * 1 * -Eduard Preiset, Eltville. ... - Ans der Heimat. • Fricdbcrg, 1. Ccpt. Aufklärung. Um den vielen Anfragen, die bei der Geschäftsstelle des „Roten Kreuzes" ein- lausen, gerecht zu werde» und alle Mißverständnisse, die auf- treten, zu zerstreuen, teilen wir Folgendes mit: Da in Friedberg leine Vereinslazarette vom Roten Kreuz, sondern nur militärische Reseroelazarette errichtet worden sind, haben sich die Verhältniste sür uns wesentlich verändert. Das „Rote Kreuz" mußte für alle Fälle Vorbereitungen trcficn. Wir haben Kurse für Helferinnen und Sanitätsmannschaften eingerichtet, haben Damen und Herren gebeten, sich uns zu den verschiedenartigsten Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, um unsererseits wieder allen Anforderungen, die an uns herantreten, gerecht werden zu können. Wir haben uns den Anordnungen unserer Vorgesetzten Behörde und vor allen Dingen denen der Militärbehörde und des Sanitätsamts zu fügen. In Friedberg hat das „Rote Kreuz" nur für die Ueberbring- ung der Verwundeten und Kranken nach den Lazaretten, für Sanitätswachen, sür Besorgung von Krankenschwestern, ausgebildeten Pflegerinnen und Helferinnen zu sorgen, soweit di« Lazarettverwaltung solche nötig hat. Eine Liste von Damen, die sich zu Licbesarbeitcn angemeldet haben, ist an die Laza- rcttverwaltung eingereicht worden und bitten wir alle diejenigen, welche noch nicht zu Dienstleistungen aufgefordert sind, sich zu gedulden, auch an sie wird von der Lazarettverwaltung ein Ruf erfolgen, da noch lange nicht alle Betten mit Verwundeten belegt sind. Zweigverein vom Roten Kreuz, Friedberg i. H, '* Friedberg, 1. Sept, Die Firma Fr. Weber, Kaiserstrabe 62 hier, verkauft zum Preise von 10 Pfg. die bekannten Fähnchen und Schleischcn zum Anheften an die Brust. Es sind diese kleine Fähnchen bei besonderen Tagen, großen kriegerischen Ereignissen ganz nette patriotische Kungpsungen. Wir legen Unseren Lesern ganz- besonders ans, Herz, diese Fähnchen recht oft zu kaufen, da die Firma den ganzen Erlös hierfür dem Roten Kreuz zuwcndet. - ■ »*,, Ober-Rosbach, 1. Sept, Dte Kriegsbcgeisterung macht sich In den Tageszeitungen in gar vielen entsprechenden Kriegsgedichten kund, und lönni« jetzt schon, rvenn diese Kriegspocsil zusammengcstellt würde, zein. dickes Buch herausgegcben werden. In der „Bad-Rauheimer Zeitung" Nr. 191 vom 20. Aug. fanden wir auch ein solches Gedicht, welches hier besonders interessiere» dürfte. Es handelteLstch , um den 68jährigen ^Kriegsfreiwilligen RentmeisterEarl Langenbach Hn'Bad-Narrhelm. Derselbe hak bereit» den Feldzug 1970 71 ipiiloemachk.-»'welchgErr dreimal verwundet wurde. Als am .1870 würdig -ir-ivertzg,. Doge zu emngen>3?% '^Das Sedan bedeutet, ganze deutsche Volk aus. 1. August die Mobilmachung erfolgte, reiste er sofort von seiner Plantage in Westfalen, wo die Gartenarbeiten seine Lieblingsbeschäftigung war, nach Bad Nauheim zurück, und um 11.1:1 Uhr desselben Abends fuhr er wieder im D Zuge nach Potsdam: hierbei mußte er wegen Ueberfüllung des Zuges die ganze Reise stehend mitmachcn. Andern Tags meldete er sich bei seinem früheren t. Garde-Regiment z. F., wo er auch als Un- terossizicr bei der 8. Kompagnie eintrcten konnte. General Blankenstein, der hiervon hörte, begab sich zur Kaserne und er erkannte auch sofort den alten Heldengreis, dessen Kompagnie chef er während des Feldzuges 1870-71 gewesen war, Rentmeister Langenbach war früher längere Zeit Jagdpächier in hiesiger Gemarkung und zwar vom 2. Jagdbezirk. Dos erkühnte Gedicht hat folgenden 'Wortlaut: 1870>1914. Das Volk tritt in Waffen, da eilt herzu. Ein Krieger von Siebzig und opfert die Ruh Sein Haus und sein Gut in Wcsisalcn Und folgt des Krieges Signalen. Er findet ein Garde-Regiment, Man nimmt ihn auf, ob auch keiner ihn kennt, Den Hünen, den starken Germanen, Den tapseren Veteranen. Ein Hauptmann von Siebzig hört von seiner Tat Er eilt zur Kaserne, er sucht den Soldat, > , Den cs daheiin nicht gelitten. Der streiten muß, wie er gestritten. . - Da feh'n sich die zwei in's Auge hinein. Und „Langenbach!" ruft cs und „Blankenstein!" -* Umarmt hat im Sturm ohne Gnaden „ Der Hauptmann den Kameraden. Und über dem Weltkrieg von ll schwebt , Der Geist von 70 die Seele durchbebt 1 Ein Siegcsrus, ein Kampfestosen _f „Run Gnade euch Gott, Franzosen," * Klein-Karben, 1. Sept. Am Sonntag abt.i * 1 '' den SO. d M. wurde eine Versammlung unter Leitung des Herrn L-h- rers Kost abgchaltcn, in der über die gegenwärtige Lage gesprochen wurde. Der Saal des Gastwirts Ochfcnhirt war gut beseht. Als Redner traten auf die Herren Jakob Schwind Pfarrer Schad, Hrch. Neuland und Hrch. Jörg. Eine Sam g lung kiir das Rote Kreuz wurde vorgcnommen und cs ergab dieselbe 37 Mark, was aber nur der Anfang ist: es werd e noch weitere Veranstaltungen getroffen. Verschiedene Mädche, haben sich angeboten, sür unsere draußen im Felde stehende! Soldaten Strümpfe zu stricken, Hemden zu machen und alle- weitere, was dazu gehört. Fräulein Mid hielt eine Ansprache und erklärte sich bereit, mitzuhclsen an allem, wo es fehlt Sammlungen von Obst und Gemüse zum Einkochen sollen »er anstaltet werden. Herr Pfarrer Schaad will für die crsorder tidjen Rex-Gläser sorgen. Auch wurde vo» allen Vereinen die unser Klein-Karben hat. schöne Beiträge geopfert. Vor den beiden Vereinen, Spar- und Kreditverein und Biiig-r verein unter Leitung des Herrn Karl Gcibel sind bereits ’ ie nötigen Maßregeln getroffen worden und wir sind bestrebt, das Möglichste zu tun, was wir leisten lönnen. HossenUich ist bald wieder eine Versammlung und alle die gefehlt haben, können und sollen sich darau beteiligen, denn es ist eine hoqe Sache und Pflicht eines jeden Deutschen, daß er seine Schuldigkeit tue. * Rkiidcl, 1. Sept. Für etwa 16 bis 20 eingezogene Mannschaften aus hiesiger Genieinde wurde eine Kri.'gsver- sichernng abgeschlossen. Eine Anzahl Einwohner hat die Prämienzahlung für dieselben übernommen. Tie Sannn- lung für das Rote Kreuz ergab bis jetzt die Suninic vo» nahezu 1300 Mark. Die Sannnlniig wird w-.'iler fortgesetzt. * Frantsurt a. M.. 31. August. Auf dem heutigen Mort! erlitten die Kartoffeln einen erheblichen Preissturz. Sie gingen gegen die Vorwoche im Großhandel um eine Mark, I!N Kleinhandel um 1.60—2.00 Mark pro Kilogramm im Preist zurück. Bezahlt wurde im Großen 6—7 Mark, im Kleinen 8,50—9.00 Mark für 200 Kilogramm. * Franlsurt a. SM., 31. August. Aus dem heutigen Haupt vichmartt in Frankfurt blieben die Preise für Schweine, die in den letzten drei Wochen durch erhebliche» Preisrückgang allmählich wieder auf ihrer früheren Höhe angelangt sind, de ständig. Einen Preisrückgang von 5—10 Psg. zurück pro Psd Schlachtgewicht. Auch Bullen und Kühe machten eine Rück wärtsbcwegung gegen die Borwoche durch, wenn auch nicht in so bedeutendem Maße wie bei den Rindern. * Frantsurt a. SM., 1. Sept. Im hiesigen Eilgüterbahnhos entgleisten gestern in früher Morgenstunde sieben Wagen eines Eüterzuges. Der Schaffner Adam Weber aus Bischosshcim (Kreis Hanau) wurde dabei van einem Wagen zermalmt. Der Materialschaden ist bedeutend. * Frankfurt a. M., 1. Sept. Der hiesige Landwirtschaftliche Verein hat der Zentralsammlung für Kriegsfürsorge 20 000 Mark überwiesen. * Wiesbaden, 31. August. Der am Samstag in der Dotz heimerstraße auf dem Rückweg von einer Uebung nach der Stadt an einem Schlaganfall plötzlich verstorbene Hauptmann beim Landwehr-Ersatz-Bataillo» Robert Schleußner mm Ob?r- urscl war aus Homburg v. d. H. gebürtig und stand im 00. Lebensjahre. Als altiver Offizier gehörte er früher dem 97. Infanterieregiment in Saarburg an. flirrfilirftt Anzeigen. Gottesdienst in der Stadtkirch«, Mittwoch, de» 2. Sept., abends $'/, Uhr: Kriegsvinan dacht: Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, den 2. Sept., abends '/,9 Uhr: Kriegsbittan- dacht: Herr Pfarrer Zatzmann. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hi rs chc l, Friedberg: für den Anzeigenseil: K. S ch in i dt, Fviedberg. Druck und Verlag der „Renen Tageszeitung". I A ffl . Stricbbcra i. H. Nr. 204 »reue Xagtejcuung. Dienstag, vrn 1 . teeplcmbct 1014 Cefflnf Erna und ZI je. Roman von D. Feustner. 87 (Fortsetzungj. „Ich bin nicht müde, mein Kind und glaube im Gegenteil, das; mir eine kleine Fußtour gute Dienste tun wird, denn schon spure ich den stechenden Schmerz nicht mehr so stark wie früher." „Jetzt sind wir am Ziele," ries Ilse und deutete nach einer kleinen Fichtengruppe, in deren Schatten eine Anzahl steinerner Bänke angebracht waren. Etwa hundert Schritt weiter befand sich ein srischgrüner Rasenfleck, auf den, ein Reh mit seinen zierlichen Jungen äste. Mit klugen Augen betrachtete die Rehmutter die beiden Ankömmlinge, ohne jedoch an Flucht zu denken; haben doch die meisten Tiere instinktiv ein feines Empfinden für das Wohlwollen der Menschen. „Wirklich ein idyllisches Platzte'- sagte der Vater, und liest sich neben seiner auf einer der Bänke nieder. „Nicht wahr?" rief Ilse, und sich an den V-Ler schmiegend fuhr sie fort: „lind hier an diesem stillen friedlichen Ort, der eine so besänftigende Wirkung ausübt, versuche es noch einmal mich von der völligen Haltlosigkeit jenes Gerüchtes zu überzeugen, das immer wieder gleich einem gespenstischen Schatten vor mir auftaucht und mich in steter Unruhe erhält? „Kind, Kind! Ich hoffte, dies sei nun auch für dich ein überwundener Standpunkt! Habe ich dir nicht die Unwahrscheinlichkeit jenes Gerüchtes erschöpfend dargelegt?" „Gewiß, lieber Vater, und ich wiederhole mir selbst gar oft alle Vernunjtgründe, die für die völlige Haltlosigkeit jenes Gerüchtes von dir ins Treffen geführt wurden, und dennoch vermag ich die innere Angst und Sorge nicht zu bannen, wenn meine Gedanken bei dieseni Punkte weilen. Gefühle sind eben undefinierbar und lassen sich nur selten durch Vernunftgründe ertöten." „Und doch will ich cs noch einmal versuchen, will meine geringe Beredsamkeit aufbieten und dir klar machen, wie falsch es ist, einen solchen, durch nichts verbürgtem Gerücht irgend welchen Einslust auf unser Denken und Empfinden einzuräumen. — Du fragtest mich, wieso das Gerücht habe entstehen und verbreitet werden können. Gerüchte bilden sich gleichsam wie Elektrizität in der Lust und ziehen sich wie diese zu einem Gewitter zusammen, das schliestlich durch geschwätzige Zungen zur Entladung gebracht wird, bisweilen unsagbares Unheil anrichtend. Im vorliegenden Falle ist cs nun Gott Lob nur ein kalter Schlag gewesen, der uns erschreckte; die erst gestern zu unserer Kenntnis gelangte Verlustliste enthielt Roderichs Namen ebensowenig, als die früheren. Damit sollten doch nunmehr auch deine letzten Zweifel behoben sein." „Und doch erhielt ich seit acht Wochen keine Nachricht mehr von ihm," klagte Ilse. „Auch dafür glaube ich jetzt eine Erklärung gefunden zu haben. Ehe wir weggingen habe ich die soeben angekommenen Zeitungen durchflogen und fand unter^den „Neuesten Nachrichten" diese Notiz. Während des Sprechens hatte er eine Zeitung aus der Brusttasche gezogen, die er Ilse reichte, mit dem Finger den betreffenden Arttkel bezeichnend. „In Shangai ist die Post verbrannt," sagte -iese nach beendeter Lektüre bedauernd; „wer weist, wieviel Liebes und Schönes, das für mich bestimmt war, dabei in Flammen aufging!" „So kommst du also selbst zu diesem richtigen Schlüsse," sagte der Vater. „Und was noch mehr ist - ich freue mich sogar darüber, datz die Briefe verbrannt sind!" rief Ilse in kindlicher Unüberlegtheit. Ruht lächelte über ihre Naivetät. „Gerade diese Nachricht hat mich völlig beruhigt, denn sie lästt mich hoffen, daß in einigen Tagen die Heist ersehnte Antwort eintrifft! Und vielleicht ist dieselbe schon in allernächster Nähe, denn gestern ist ein Postdampfer angelangt, der sicher auch für mich Briefe gebracht hat! Wie ich mich darauf freue, endlich wieder die geliebte Handschrift zu erblicken!" (Fortsetzung folgt) Für die vielen Beweise herz-j ! licher Teilnahme während dem J Kranksein und der Beerdigung; | unserer lieben, treubesorgten Eltern und Grosseltern sowie für die Hilfsbereitschaft und liebevolle! Unterstützung in Unter-Widdersheim sagen innigen und herzlichen I Dank Familie Stoll, Riedmühle. Feldposf- Senduien Aufruf! | einschließlich vorschrifts-1 mäßiger Packung. Zigarren 4 Stück 7er r« Pfg. 4 Stück 8er 3 4 Pfg. | unsere langjährig beliebten und bewährten Marken. E*©r*o25*«*i zu versenden. r ---> Während der Abwesenheit der hiesigen Aerzte nehme ich jede Art von ärztlicher Tätigkeit an. Sprechstunden von 8—9 Uhr vormittags und um 12 Uhr. Anmeldungen für Besuche werden möglichst frühzeitig erbeten. ^_Dr. Nevcl, Fried berg. Feine Speise- | Schokolade! j 2 gr. Tafeln Ffg, [ 1 Tafel >,< Pfund feine Berger- I Schokolade und 1 Rolle Pfetforminz- [tahletten 50 Pf. Zirka 0,4 Pfund Eisbonbons 25 Pfg, C ausschließlich 20 Pfg. Porto. J Hätte ich doch ftiife: gewußt, daß die Bun-Präparale ein.so mild wirtendes und doch so vorzügliches Mittel gegen Gallensteine sind. Ich liit jo unaussprechlich an Eallenjteinlolilen, daß lchließlich nichts anderes übrig blieb, als die Gallenblase herans- nehmen zu lassen. Leiber war die Folge davon eine schrecklicher Nachdem die Wunde vernarbt war, lamen die Koliken wie zuvor, sa noch furchtbarer. Nach jeder Mahlzeit bekam ich Magenkrämp-e und Erbrechen, so daß ich bis säst zum SIlett abmagerte. Mein Zustand war ein hoffnungsloser und qualvoller, und als ich wieder operiert werden sollte, ließ ich es nicht zu und griff zu den D>»»- pille». Gleichzeitig legte ich mir ein elwa 20 cm breites Tun- yflnfter wie einen Gürtel um den Leib. Wie ein Wunder, verspürte last augenblicklich Linderung, die Kämpfe und das Erbrechen ließen nach und ich tonnte wieder besser essen. Nach 3—4 Wochen hatte ich bereits >0 Psund zugenommen. Nach e.nigen Wochen bekam ich noch einmal 2 Tage lang heftige Kolik, wobei der zurückgebliebene Gallenstein, der bei der Operation nicht gesunden worden war, abgino. Non diesem Tage an, während ich Pillen und Lalbe weiter nehme, habe ich bereits I Jahr lang weder Kolilen, noch Krampfe, noch Erbrechen re. gehabt und außerdem weitere 25 Pfund zugenommen, jo daß ich mein altes Gewicht wieder habe und alle schweren Hausarbeiten wie früfjer verrichten lann. ja daß ich mich noch lebensjioher und gesünder suhle. — Im vergangenen Sommer haben die Irinpiltcn und -Salbe meinen Jungen Max, als er an Masern erkrankte, innerhalb t! Tage» wiedcrhcigestellt, desgl. später bei einem Anfall an Diphtherie und Halsentzündung. 0. 8. (130) D. I 1 . (1.30) D. Z (! 0). Darmstadt, 22. 9. 1912. Frau L. Muttere (Unterschrijr ortszcrichtlich beglaubigt.) Von nie versagendem Erfolg gegen Flech'e.i. Bin ich neu, Katarrh, Influenza. Keuchhusten, Nhenmaüsmus, Ischias, Hexenschuß »nd Brandwirndeit. Zu haben in ürpothelen oder durch Vermittlung der Fabrik Hand .<>>eiö ii. (Sa., Drin-Präparate. G. irr. b. H„ Tarmstadt, Roßdörleiitraße 22. Prospekt kostenlos und frei. FriMtkgtr HMam ;mn Dörren von Obst u. Cemüfe für die kommende Zeit glänzend bewährt empfiehlt W. A. Frlcdberg t. H. Die glänzende Entwicklung unseres nationalen Flugwesens darf durch den Krieg nicht zum Stillstand kommen; sie must im Gegenteil mit allen Mitteln weiter gefördert werden, damit die jüngste Waffe mit vollem Erfolg für die Verteidigung des Vaterlandes miteingesetzt werden kann! Der Nachschub von Flugzeugen an die Armee und die Marine ist durch besondere Maßnahmen gesichett worden. Die Verwendung der Zioilpiloten im Heeresund Marincdienst ist eingeleitet. Die Fliegerschulen setzen ihren Ausbildungsbetrieb fort. Aber die Möglichkeit großer Abgänge, mit denen im Kriege naturgemäß noch mehr als im Frieden zu rechnen ist, zwingt zu rechtzeitiger Vorsorge für die Ausbildung weiterer Flugzeug-Führer für den Krieg. Die Meldungen von Kriegsfreiwilligen überschreiten zwar — wie bei allen Waffen so auch bei der Fliegertruppe — den augenblicklichen Bedarf weitaus. Indessen muß hier eine besonders sorgfältige Auswahl getroffen werden und auch von den Ausgewählten werden im Laufe der Ausbildung noch viele zurücktreten müssen. Es kommt deshalb darauf an, von vornherein die geeignetsten als Kriegs freiwillige cinzustellen, d. h. solche, die neben der erforderlichen Intelligenz und tüchtigen Charaktereigenschaften im besonderen auch schon Vorkenntnisse in der Bedienung und Pflege von Flugmotoren besitzen. Solche Persönlichkeiten werden sich namentlich unter denjenigen Studierenden der Technischen Hochschulen und anderer technischer Lehranstalten finden, die sich diesem Sonderfach zugewendet haben. Außerdem werden geübte Mechaniker und Monteure gebraucht. Kriegsfreiwillige melden sich zur Ausbildung als Flugzeugführer oder zur Einstellung als Hilfsmonteure bei der Königlichen Inspektion der Fliegertruppen in Berlin-Schöneberg, Alte Kaserne (Fiskalische Straße) — Auswättige schriftlich. — Berlin, den 13. August 1914. ___ Knsteg sminist erimn. Bürger Friedbergs! Die gegen den Feind ziehenden Söhne unserer Stadt sollen die beruhigende Gewißheit haben, daß ihre Lieben daheim versorgt sind und nicht zu darben brauchen und auch den Verwundeten und Kranken die nötige Pflege zu Teil wird. Der Einwohnerschaft unserer Stadt wird es daher eine freudige Aufgabe sein, den von den Vätern und Söhnen verlassenen Familien unserer Mitbürger mit allen Kräften bcizustehen und auch die Mittel bereit zu stellen, die für die Pflege ^der Verwundeten und Kranken erforderlich sind. In gleicher Weise gilt es aber auch für diejenigen, die durch den Krieg um Arbeit und Brot gekommen find, zu sorgen und sie wenigstens vor Hunger und Not zu schützen. Die Stadtverordneien-Versammlung hat deshalb beschlossen» ähnlich wie in anderen Städten eine Zentralsammlung für Kriegsfürsorge einzurichten. Wir richten deshalb an die Einwohneischaft die herzliche Bitte, die Durch- H führung dieser Ausgabe durch reichliche Geld- und sonstige Spenden zu unterstützen. Spenden werden von den Unterzeichneten Vereinen und im Stadthaus, Zimmer Nr. 4 entoegcngcnommen Der Birrqermcifter: verein vom Roten Kreuz: Stahl. Georg i. Alice Frauen Verein: Friedberger Hilfsverein: Nebel. Kleberger. nässende und trockn. Schuppcnflechtc Bartflechte. Adcrbcinc. Bcinschädcn offene Füsse Hautaussch ■ s .r.oph. Ekzema, böse Winden sind oft sehr Wer bisher vergeblich auf Heilung hoffte versuche noch die bewährte und iirzt 1 . cnipfoh'ene Uino-Salbc rrc' von schädlichen Bestandteilen. Dose Mk. 1,15 und 2,25. 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