Nummer 203 Montag, den 31. August 1914. 7. Jahrgang Xie „ileue ?nnt«icituno" encheinl irden SUeittog. Regelmäßige Beilagen „per parier ans Delle»", „vie Spinnltub»". verngoprci«: Bei den Postaitstalteil vieiieliahriich All. l,!lö tei Len Agenten monatlich 50 Pig. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anreigrn: Grund,eite 30 Pfg„ lotale lö Psg„ Anzeigen von auswärts werden Sur h Pa tua.hn r'jinr erhoben Erfüllungsort Friedberg. 5chrifrlkitn"S und Verlag Friedberg lvessen), Hanauer trage 12. Fernsprecher 43. Postscheck-Lonto Br. 4859, 21mt Franlsu't a. 'il(. 30000 Russen gefangen! Das grosse Rmgen um Lemberg. — (yinc Seeschlacht. — französisches Manlheldentum. — Englische Minister siegen in Versammlungen. — Das russische Ehrenwort. tfrlt die ssiiylinidkr. dann die Russen! Peitschet, das ist Mensck^nr 'an Knntentum, Knotcntui»! Reiter, Fußvolk, Nosseschwünze, Peitscht sie rückwärts an die Grenze? Dürfen uns nicht unterkricgen — Peitscht sie. dah die Lappen stiegen. Zarcndrcck, Barbarcndreck Peitscht sie weg! Peitscht sic weg! Sic haben »ns nicht nntergckricgt! Zwar waren in der porigen Woche die Augen von Alldentschlnad sorgenvoll nach den, Osten gerichtet, wo die russischen Barbaren!,ordcn in Ostpreußen eingcdrnngcn waren. Heute können lvir befreit anfatmen, Tic russische Armee ist geschlagen! In der- selben Gegend, wo vor über 100 Jahren die armseligen Trümmer der großen Armee Napoleons nach unsagbaren Leiden und Mühen eingehinkt sind, unfern dem Lrle, wo der prensiischc General ?1ork mit den Russen jenes Bündnis gegen Frankreich abgeschlossen, das die Einleitung zu d.n Befreiungskriegen gegeben hat, sind heute die Russen deutscher Tapferkeit erlegen. Wie vor 100 Jahren so können wir auch heute sagen, Mit Mann und Rosi »nd Wagen, hat sie der Herr erschlagen! Es mutz ein gewaltiges Ringen gewesen sein, jene drei- tägige Schlacht in den Gefilden Masnrens. Wenn dreisiig- tansend Rnlsen den Deutschen in die Hände gesellen sind, so bat die geschichtlich feststehende Tapferkeit der ostpreußisben Truppen wieder eine glänzende Probe bestanden nnd die -"i,- r'-ae de? russischen Heere? ist eine katastrophale ae're- i n. Bestätigt sich noch, wa? von privater Seite gemeldet : de. dnsi die Russen in die masurischen Seen nnd Sümpfe n-r.-rs.-,! sind, so durfte» sic dort ihrem Schicksal kaum rnü .lnn. Alles in allem: Tie Wackeren Ostpreußen haben : -.i Osten getreue Grenzwa'cht gehalten^ Wie einst, vor 233 Jahre», Oesterreich den Grenzwall det hat vor asiatischer Barbarei und der österreickplche "n ä h-rr, der edle Starrhcmberg in Wien dem türkischen An- ,'in>-, a-trotzt hat. so stehen heute im fernen Oste» Oester- reie'O- Heere in siirchtcrlichcm Ringen mit den halb- nnd ganz nn,tischen Horden, die Rußland-zu Hunderttansend-n oegen den Toppesaar entsendet hat, Fsins Tue' wahrt das Schlachten schon, aber immer ist noch keine Entscheidung er- folat. Aber auf dem linken Flügel des ö(!l) Kilometer si-ngen Schlachtseides siegten die Oestcrrcicher und das Hauptquartier ineldet, daß die Aussichten gut stünden. TeS gibt »n? die Zuversicht, daß sich auch auf den Schlackteldern Gali'.ienS die Barbaren die Schädel einrcnnen und daß di- sicgge.nobn- ten Fahnen Oesterreichs niit neuen Siegesreisern geschmückt werden. Vorposten unserer Flotte sind nördlich Helgoland ln, nebligem Wetter a»f weit überlegene, rnglii^" Streitkrittc gestoßen. Drei kleine Kreuzer und ein Tor. Hot sind in dem stck, cntspinnendew Kampfe vor rein, ■ .teb'rm.n.t gesunken. Ta? ist freilich bitter, aber d.- .• :m,t. mit ö cr bei dieser Gelegenheit sich unsere ckeren B'an- sacken ausgezeichnet haben, läßt seine Niedcrgeschlagenluat anfkommcn. Wo ein solcher Geist vorhanden ist. da i'l t-r Sieg. Tcshalb darf der Verlust einiger Sck'isi.' uns nicht die Freude über unsere herrliche Siege aus den. Laude r er- bitter». 30000 Russen gefangen. Ter Berichterstatter de-Z ..Berliner Tageblattes" melde!' >u dem Siege in Ostpreußen: (D.T.-B) Berlin, 3k. August I9!4. Bei dcn große»» Kämpfen in denen die rn''i' '.\e Ar,-icc in Lstprens;en bei Tau >cnIc: — Hohenstein—Ortersburg geu-oesc.« l^-nid.' i gerieten nach vorläufiger Schätzung üser 30 000 Russen mit vielen höhen Lsjizicr.-n in Gesangenschast. Tie Russen wurden von de» dcntichen Trunnen ao» !">i Seiten gefaßt und in die Sümpfe und Sec» Masuren-r g- worscn. Neue Erfolge der Oesterreich er. W i c n , 30. Ang. (W.T.B. nichtamll.) Das hiesige österreichisch-ungarische Gcnc- ralkonsnlat stellt nns die folgende Zirkulardepesche des Grafen Bcrchtold zur Verfügung : „Soweit sich he««te Mittag überblicken läszt, ist das große Ringen unserer Armee» mit Hanptkräften des russischen Heeres noch nicht zur Entscheidung hcrangercift. Nur die Erfotge der von dem General der Kavallerie Viktor Dankt in der Schlacht bei Krasnik siegreich geführten Armee find bereits einigermaßen zu übersehen. In einer zweiten Schlacht vom 27. Aug., die durch die heldenmütige Erstürmung einer stark besestigten Stellung auf den Höhen von Niebrzwicabuza gekrönt war, gelang es, die bei Krasnik zurückgcworfenen russischen Kräfte und herangeführten Verstärkungen — im ganzen etwa 10 Divisionen von 6 verschiedenen Korps — neuerlich zu schlagen. Eines unserer Korps nahm in dieser zweiten Schlacht einen General, einen Obersten, 3 sonstige Stabs und 40 andere Offiziere und zirka 2000 Mann gefangen und erbeutete wieder sehr viel Kriegsmaterial." Wien, 30. Ang. (W. 33.) Ter Korrespondent des „Wiener Neuen Tageblattes" im Hauptquortier meldet: Tie große Schlacht ist heute, o.m vierten Tage, in vollem Gange. Sic steht gut für nur. Tie linken Flügeltruppen r,ickcn gegen Lnbii» nnd Zamvcs langsam, aber sicher vor, stoßen aber imnici wieder anf neue vcrichanztc Gegner. 3ln Stelle von FrontalcMgrisfcn lind zeitranbendc Umgehungen iiut- wendig. Trei Züge de? Jnfanleric-Rcgiments Nr. 72 gelang ein rascher Frontalangriff, bei welchem zwei russische Ha.upilcutc, sechs Snbaliernoffiziere u. 470 Mann gcf ingcn gcnoinmcii wurden. Tie Krästegruppen zwischen Bug und WOprz gris'en eine russische Tivision mit Erfolg an, die unter dem Schuhe der Nacht entkam. Gme Seeschlacht. Berlin, 29. Angnst. (W.T.B.) Im Lause des gestrigen Bornrittags find bei teilweise»» nndnrchsichtigeu» Wetter mehrere moderne englische Kreuzer und 2 englische Zerstörerftottillen (etwa 40 Zerstörer) in der deutschen Bucht der Nordsee nordöstlich Helgoland ausgetreten. Es kam zn hartnäckigen Einzelgefechten zwischen diesen nnd unseren leichten Streitkrästcn. Die dents-: cn kleinen Kreuzer drängten hes.ig Hd‘ ! ; Westen nach uiiD g rieten in lolgc der erschwerten Sichtweite ins Gefecht mit mehreren starken Panzerkren;cr». Seine Majestät Schiss „Ariadne" sank Volt 2 Schkaitztschisskrenzer» der Lioukla.se aus kurze Entfcrunug mit schwerer Artillerie beschösse»» nach chrelivollein Kampfe. Der weitaus gröhtc Teil der Besatzung (voraussichtlich 250 Man») konnten gerettet werden. Auch das Torpedoboot V l 87 ging, von einem kleinen Kreuzer und zehn Zerstörern aufs heftigste beschossen, bis zuletzt feuernd in die Tiefe. Flotillchef und Kommandant find gefallen. Ein beträchtlicher Teil der Besatzung wurde gerettet. Die kleinen Kreuzer Köln und Mainz werden vermißt. Sie find nach einer heutigen Rentcr- meldung aus England gleichfalls im Kampfe mit überlegenen Gegnern gesunken- Ein Teil der Besatzung (9 Offiziere und 81 Mann?) scheint durch englische Schiffe gerettet worden zu sein. Nach der gleichen englischen Qikelle haben die englischen Schiffe schwere Beschädigungen erlitten. Zchjldtrnnll fiiifs AuMtlllM. Berlin, 30. August. (W. B Nicht amtlich). lieber die heldenmütige Energie, mit der das Torpedoboot „V 187"' sich bis zum letzten Augenblick gegen die feindliche Uebcrmacht wehrte gibt der Bericht eines Augenzeugen Kunde, dem wir solgendes entnehmen: „V 187" sah sich bei unsichtigem Wetter ganz unelwartct zuerst von Norden und dann allerseits oon Massen britischer Terpcdobootszerstorcr und Unterseebooten an- gegriffen. „V 167“ mehrte sich unverzagt mit allen Kräften, doch setzten zahlreiche Schüsse, aus nächster Nähe abgegedcn, seine Bewcgungsfähigkeit herab. Ta keine Möglichkeit war, sich dem scindlichen Feuer zu entziehen, drehte „V 187" auf de» Feind zu, um ein Passicrgesccht zu gewinnen und bis zum Ende dmchznkämpfen. Als unter dem Gcschoßhagel die Bewegungs- silhigkrit vollständig verloren gegangen war, wurde schnell im Innern eine Sprengung vorgcnoinmcn, um das Boot nicht in Fcindcshand sollen zu lassen. Jetzt sank cs schnell und während cs sank, stand die Besatzung bis zum letzten Augenblick an den nach brauchbaren Geschützen »nd feuerte. Der Flotlillcnchcf, Korvettenlapitä» Wallis. und der Kommandant, Kapilänleut- »ant Zechler, landen den Heldentod. Anzuerkennen ist, daß der Gegner, ungeachtet der eigenen Gefahr, Beiboote zur Rettung der unsrigcu aussetzte. Als sich deusiche Streilkräste nähcricn, mußte er sich von den Beibooten zurückziehcn, aus denen wir dann die geretteten Deutschen ausnahmen. — Don dem Untergang S. M. Schiss „Ariadne" gibt derselbe Augenzeuge folgendes Bild: Bon dem Kanonendonner gerusen, der ein Eesechl der Dorpostenstreltkrüste anzcigtc, eilte S. M. Schiss „Ariadne" diesen zu Hilse. An der Borpostenlctte entdeckte „Ariadne", daß einzelne leichte Streilkräste beschossen worden waren. Zwar waren die Schüsse inzwischen verstummt, aber ein Rückzug entspräche nicht dem Kampfcsmut der deutschen Offiziere und Mannschaften. Verfolgung, Fühlung mit dem Feinde gewinnen, heißt die Losung. 3lber Nebel verhüllt die Stärke des Feindes. Plötzlich ertönt neues Ecschützseuer, und schon stößt „Ariadne" aus einen der Unsrigen, der mit zwei Panzerkreuzern der Lion-Klaffc, Schijssriesen von je 27 000 Tonnen mit je acht 31.3 Zlm. Geschützen im Kampfe liegt. Mutig springt „Ariadne" dem Bedrängten bei. Aber in diesem Augenblick wird sie be- schosicn. Ein Tresser in den Kessclraui» setzt die Hälfte der Kessel außer Betrieb und vermindert die Geschwindigkeit aus 15 Seemeilen. Roch eine halbe Stunde währt der ungleiche Kampf, das Achtcrschisi brennt, doch die übrige» Geschütze feuern weiter. Auch auf das Vorderschisi dehnt sich der Brand aus. Der Feind hat inzwischen nach Weste» abgcdreht. Die tapfere „Ariadne" ist dem Untergang geweiht. Getreu der Ucberliefcrung, mit drei Hurras auf den Allerhöchsten Kriegsherrn, mit dem Flaggen- licde und „Deulschland, Deutschland, über alles!" wird das Schiss in Ordnung verlaßen. Kurze Zeit daraus verschwindet das Wrack in den Fluten.. Der erste Ossizier, Korocttcnkapilän Franck, Schisssarzt Ritter v. Bozberger und Wachofsizier Sel- biag mit ungesähr 70 Man» der Besatzung sind gefallen. Groß ist die Zahl der Verwundeten. War dieses Tressen mit dem übermächtigen Gegner auch nicht glücklich, so war es doch ein Zeugnis der Kampjcssrcudigkeit, der zähen Ausdauer und des höchsten Mutes. Der Feind ist, wie er selbst zugibt, schwer geschädigt, das Dertraucn der Unsrigc» IN das eigene Können nicht geschmälert, iondern gewachsen. _ «r. Z03 9(cne Tageszeitung. Montag, den 3z. August 1914, Ecte 2 Die deutsche Reiterei. Der deutschen Kavallerie gebührt ein ganz besonderes Verdienst um den Sieg über die Engländer bei St. Quentin. Als die englischen Truppen bei Maubeuge von den Deutschst geschlagen wurden, schoben sich deutsche Kavalleriemassen vor die in der Richtung auf Saint Quentin fliehenden, eng- lischen Hecrcsmasse» und hielten sic so lange auf, bis unsere sic verfolgenden Armeekorps sie nochmals entscheidend a». greifen konnten. Tie Niederlage ist vrlli mdig: die Engländer sind nun gänzlich von ihren räartigen Verbindungen abgcschnittcn und können nur ans einen der Landungshäfen Dünkirchen, Calais, Le Havre oder Cherbourg laufen. Deutscher Einmarsch im Kongo. Eine Depesche aus Libreville, der Hauptstadt von iyrnn- zösisch-Kongo, meldet den Einmarsch deutscher Truppen in Belgisch Kongo. Die Truppe,, können, wie der „Berliner Lok.-Anz." hinzusiigt, entweder unmittelbar ans Deutsch Qst-Asrika eingcrückt sein, da-:- cn Belgisch Kengo angrenzt, oder aber ans de», deutschen Kamerun, wobei sic aber den französischen Kongo passieren mussten. Letzteres ist wahr- schcinlichcr, weil sonst die Meldung nicht aus der Hauptsladt von Französisch-Kongo gekomuic» wäre. fransöfiiöit Drohiingkn geeen die llrniralrn. Berlin, 29. August, Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt über die französischen Drohungen gegen die Neutralen: Am vergangenen Samstag, als schon in aller Welt die ersten schweren Niederlagen der Franzosen bekannt waren, führte die sranzösischc Presse gegen die Nculralen noch eine sehr drohende Sprache. Der Senator Gervais schilderte an jenem Tage im „Matin" die diplomatische Situation Frankreichs in den rosigsten Farben. Den Italienern gab er hochmütig zu >erstchcn, daß diejenigen, die sich keinen Erfahren aussctztcn, auch an der Beute keinen Anteil haben würden. Qssenbar denkt Italien jetzt über diese wichtige Frage nach. Wir haben den Italienern keine Ratschläge zu geben. Sie wisten, wo ihre wahren Jn- teresten sind, wir schenken ihnen unser Vertrauen und unseren Kredit. Ebenso hochnäsig war bie Sprache gegenüber Holland. Wir müsten mit gewisten Erscheinungen einer unsiche,ren Neutralität nachsichtig sein. Diese Gefühle haben wir auch gegenüber Holland. Es scheint, daß es alle Maßregeln ergriffen hat, um seine territoriale Neutralität zu sichern. Es bedarf aber auch der politischen und wirtschaftlichen Neutralität: über diesen Punkt sind besondere kontrollierte Zusicherungen unumgänglich. — Den Türken wird schließlich für bald eine Abrechnung I» Aussicht gestellt. — Etwas el gischer behandelt an diesem Tage schon Jean Hcrbette im . Echo de Paris" die Tsirlei. Er meint, daß Frankreich Verwicklungen im Orient nicht brauchen könne. Den Franzosen müsse daran liegen, daß das Kriegs- theatcr nicht unnötig ausgedehnt werde und daß ihren Freunden, den Serben, nichts vom Balkan her geschehe. — Alles das ist nun heute leeres Gerede, hinter dem keine Macht mehr steht. Ern französischer An/ruf. Herr Poiucarä hat den Beweis geliefert, daß französische? Maiilsieldentiini „och nicht erstorben ist; er hat mit seinen Spießgeselle» einen Aufruf erlassen, der seinem Landsmann, dem tüchtigen Tartarin von Tarascoli, der berühmten Ausschneider, alle Ehre «nacht. Ganz befand: s schön nimmt sich heute, wo 30,000 Russen in deutsch.",' ft'e- fangcnjchast ge-»;», sind, die Stelle alle-, d'h. Berlin von der Angst vor den Russen beherrscht werde. Ta-? Doku nön: französischer Prnblsiicht lautet: Franzosen! Tie Regierung nahm vc'' dem Kinps- pkntz Besitz. Da? Land weiß, das; cS ans Wachsamkeit lind Energie zählen kann, Ivciß, daß ihr ganzer Geist dem Lande gilt. Tic Regierung weiß, daß sie ans da? Land zählen kann. Seine Söhne vergießen ihr Bliit für das Vaterland, und die Freiheit an der Seite der englischen und belgischen heldenmütigen Arince, sie kalten ohne Zittern den ftircht- barsten Sturm von Eisen und Feuer au?, den je ei» Volk überschüttet bat. Alle bleiben giisrechi. Ruhm den Lebenden und Ruhm den Toien! Mensche» fallen, aber die Nation bleibt bestehen. Ter endgültige Sieg ist gesichert; ein sicher großer, aber nicht entscheidender Kamps beginnt. Wie nuch der Erfolg sein wird, der Krieg wird sortdauern. Frankreich ist nicht eine so leichte Beute, wie ein unduldsamer Feind sich eingebildet hat. Ter Franzosen Ptlicbt ist tragisch aber einfach: den Eindringling zurückzuwersen, ihn za ver- folgen, unseren Boden von seiner Gegenwart, die Freiheit von seinen Fesseln zu befreien, auszuhalten bi? zum Mög- lichsten, bis zun, Aeußersten. falls nötig bi? ans Ende, unseren Geist »nd iinscre Herzen über die Gesehren hinaiis- hcbcn, Herr unserer Gesrl i.se bleiben. Während dieser Zeit marschieren unsere Verbündeten, die Russen, ruit entschlösse.:» Schritten am die Hauptstadt de? Deutschen Reiches zu. die von Angst b:herrscht zu worden beginnt. Ta? Beibringen von Sm» »,, viele Nieder- lagen werden vom Lande alle Qvfer fordern, alle Hilfskräfte verlangen, die es rni Menschenk, oft neben kan». Seien wir daher fest entschlossen. S't.3 nationale Leben, unterstützt von sinanzielleii und administrativen Maßnahinen, wird nicht unterbrochen. Laßt ans De>- trau:» haben zu uns selbst und alles ve> "slen, was nicht da? Vaterland betrifft. Wenden wir da? Oi-'Vt dj« Grenze. Wir haben eine Methode, einen Willen. Wir wer- de,i fiegrn! Der Aufruf ist van allen Ministern imterzeick -:t. Ansrnhrilöik Slimtmiiia in Paris. s Köln, 28. August. Der Berliner Korrespondent der .Kölnischen Volkszcitung" meldet: Wie ich erfahre, sind in Palis in den letzten Tagen veeschicdentlich anstLhreriichr Bewegungen ausgebrochen. Es ist auf das Volt icharf gcschosien worden. Gkfangklie Kongontgkl in Kami. fierten Distrikt auf die leitenden Persönlichkeiten zählen kann Rotterdam, 30. August. In der jetzt von unseren Truppen vollständig eroberten Festung Nnmur befand sich nach dein „Roticrdamschc Courant" auch eine Legion eingeborener Kongoncger. - . , Die belgischen Verluste. Amsterdam, 28. August. Nach der hiesigen Zeitung „La Metropole" betragen die belgischen B e r l u st e an Toten und Verwundeten bisher 19999 Mann. Bor allem hat das Offizierkorps stark gelitten. Einige Kompagnien sollen ihre säintlichen Offiziere verloren haben. (Tflcpmm non König (örora an König Albert. H a ag, 28. August. Köllig Georg hat an König Albert folgendes ziemlich naive Telegramm gerichtet: „Höre mit Schrck- le». daß Ihr in Gefahr wäret, durch deutsche Luftbomben. Hof- sentiich haben sich die Königin und die Kinder nicht erschrelkt. Mit Bewunderung folge ich den Heldentaten unserer Heere." Die fteindea Orden des OtMalllalislhkfs u. Ml!Ke. Großes Hauptquartier, 28. August. Wie wir erfahre», hat der Ehes des Großen Eencralstabes, von M o l t k e, angeordnet, daß seine sämtlichen russische», japanischen und c n g li scheu O r d c », die zum Teil mit wertvollen Brillanten besetzt sind, zu Gunsten des Roten Kreuzes verkauft werden sollen. ssnglillhe stlinißer als Derlanimliingsredner. London, 29. August. (Nichtamtliche Reutcrmeldung.) Premierminister Asquith hat an die Lordmayors in London, Dublin und Cardiff und den Lord Provost in Edinburgh ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet: „Die Zeit ist ge- kommen, in diesem größten Konflikte, indem unser Volk jemals gestanden hat, der öffentlichen Meinung und der öffentlichen Betätigung eine Organisation zu geben. Er chlage vor, daß in jedem Distrikt des Vereinigten Königsreichs unverzüglich V e r j a in in l ii n g e n abgchaltcn werden, in denen jedermann klar gemacht wird, daß man von ihm verlangt, daß er seine Pflicht tue. Ich selbst bin bereit, soweit meine Amtsobliegenheitcn es mir erlauben, nach besten Kräften mitzuhelfen und werde gern an die Mitbürgers n- sprachcn richten. Ich weiß, daß ich in jedem pnliElch organisierten Distrikt auf diclcitende» Persönlichkeiten zählen kann.. Revolution in Ddesta. Wien, 28. August. Das „Neue Wiener Journal" meldet aus Bukarest: Nach einer Meldung an die hiesige russische Botschaft bombardiert der rujsische Panzerkreuzer „Pcnteleimon" die Stadt Odessa, wo cs den Revolutionären gelungen ist, die Herrschaft an sich zu reißen. — Die ganze Woche hindurch dauerten die blutigen Straßenkämpfc an und endeten mit dem vollsten Siege der Revolution. Die Entscheidung führten die Truppen selbst herbei, die nach der Niedermehelung der Of- sizicre sich der revolutionären Bewegung anschlosien. Der Po- lizcimeiftcr, der Gendarmerieches und Polizeikommisiäre wurden bei dem Sturm aus da« Gefängnis getötet. In allen öfsent- lichcn Gebäuden, die beflaggt sind, arbeiten Revolutionäre, Komitees. Das Bombardement richtet sich hauptsächlich gegen die Gebäude und Kasernen, wo sich die ausrüherischcn Truppen aus- halten. Nähere Einzelheiten fehlen noch. MI! Wilhelm ufrläftt Albanien. Rom, 30. Ang. (W. B.) Die „Tribun ." meldet g»s Valona vom 27. August, daß dort das Gerücht verbreitet ist, der Fürst von Albanien stche im Begriff Durazzo zu verlassen, da zu de» militärischen Schwierigkeiten sich solche wirtschaftlicher Art zcgesellt hätten, Oesterreich-Ungarn sich weigere, weitere Vorschüsse auf eine Anleihe zu machen und die Regierung niemanden mehr bezahlen könne. Die „bayerischen Löwen". Straßburg, 28. August. Die Nachricht von dem letzten Sieg der deutschen Truppen hat hier eine unbeschreibliche Begeisterung ausgelöst. I» der sranzösischen Armee heißen die Bayer» schon „Les lions de Baviere". In einem Feldbries heißt es: Die Bayern gehen oor wie die Berserker. Leider hat das bayerische Leibrcgi- mcnt große Verluste gehabt. Znlammenkimst dkg Kailkrs nnd dkr Kailerin. B a d - 9! a j f o u , 29. August. Der Kaiser und die Kaiserin »äsen heute Nachmittag in Bad-Nasiau zusammen, um in schicksalsschwerer Stunde sich zu begrüßen. Die Zusammen- knnsl sond im Schlosse des Freiherrn von und zum Stein statt, in deal die Majestäten mehrere Stunden in Zurückgezogenheit verweilten. Die Majestäten begrüßten dann in teilnehmenstcr Weife jeden einzelnen der zahlreichen verwundeten Krieger, die sich gegenwärtig in Bad-Nassau befinden. Die Kaiserin besuchte vor ihrer Rückreise nach Homburg das Kurhaus sowie das als Nescrvc-Lazarctt eingerichtete Henrielte-Thercsiensi-it. und zeigt jedem einzelnen Soldaten die wärmste persönlich» Teilnahme. Auskunft über fjfrrreangrijijr'gf. Berlin, 29. August. In zahlreichen an den Ecncralquai- tiermeister gerichteten Zuschriften wird Auskunft über den Verbleib und Aufenthalt einzelner Hecresangehöriger . beten. Solche Auslunit vom Großen Hauptquartier aus "bei einen Einzelnen zu erteilen, liegt außerhalb jeder Möglichkeit. Die Zuichristen werden daher dem Zentralnachweisbnreau in Berlin, Dorotheenstraße, zugeleitet, bei dem alle Nachrichten über die Verluste beim Feldheer zusammenftiesien. Es emoiieblt sich daher dringend, sowohl im Interest« der Beschleunigung wie auch der Eeschästsentlastung, derartige Zuschriften numittekbar an das Zentralnachwcifebureau zu richten. Ernährung -kr Zol-atku in le-hs Mm. In der „Allgemeinen Schweiz, Militärzcitnng" stellte Dr. med. Grandjcan, Chefarzt der diätetisch-physikalischen Kuranstalt Jnterlakcn, um den Nachweis zu erbringen, „daß sowohl für schwere Manövcrleistungen in gebirgigen oder unwirtüHen Gegenden wie für Kriegsverhältnisse die Tagesrationen derE: ne." zersoldaten zu niedrig gehalten sind", einen Vergleich der Kriegsrationen (Tagesration) verschiedener Heere aus Danach kommen auf den Soldaten folgende Rährwerteinheiten: Schweiz 2799—2899. Frankreich 3.789, Oesterreich 3828, Italien 32Ö5, Vereinigte Staaten 3239, Deutschland 3799. Ein russisches Ehrenwort. Berlin, 29. August. Die „Agcnce Hoves" verbreitet folgende Meldung: Man erfährt aus Petersburg, daß die rnistfche Mobilisierung, die am 23. Juli begonnen hat, om 2t. August vollkommen beendet worden ist. — Man erinnert sich, daß der russisch« Kriegsminister Suchemlinow am 27. Juli de» d-ulichrn Militärbcvollmächtigtcn in Petersburg unter Ehren!»»-! cr- klärte, daß noch kein Mobilmachungsbefehl ergangen fei. Zwei Tage später schloß sich der Ecncralstabschcf unter Ossiziereparole dieser Erklärung an. Die Meldung der „Avance Havos" zeigt, wie hoch man die russische Ossizicrsehre zu bewerten hat. Daß Rußland tatsächlich schon vor dem 1. August mobilgemacht hat, geht auch aus der Tatsache hervor, daß cs gegenwärtig in den heißen Entscheidungsschlachten bei Lemberg jo große Heeresmassen in's Fel» zu führen in der Lage ist. Deutsche Kriegsbriefe. Von Paul Schweder. IV. Bon unseren Kriegsberichterstattern Schweder u. Hertzsch. (Genehmigung zur Verösfentlichung erteilt 27. August I9II. I. A. des Chefs des Gcneralstabes des Feldheeres (gez.) von Rohrscheidt, Major im Großen Eeneralstab). Großes Hauptquartier, 27. August. Bom Großen Hauptquartier nach Lüttich und Namur. (Schluß). Der Besuch des Forts Loucin war beendet und damit eigentlich auch der Zweck unserer Fahrt nach Lüttich. Allein die Herren vom Großen Eeneralstab lieben die Uebcrraschnngen und zwar die angenehmen, nicht nur in ihren Mitteilungen vom Kriegsschauplatz aus, sondern auch in ihren Mitteilungen an die Kriegsberichterstatter. Denn in dein Augenblick, wo unsere Automobile den Weg nach Lüttich von der Höhe aus zurückneh- men wollten, hieß cs: wir fahren jetzt »och ein Stück nach Na- m » r zu! Um diese Zeit war natürlich von dem erst zwei Stunden vorher erfolgten Fall der vier Hauptforts noch nicht das mindeste bekannt und so machte man sich insgeheim auf alle Eventualitäten gefaßt, zumal die Reise zunächst zwischen Getreidefeldern an einsamen Gehöften vorüber ins Ungewisse ging. Erst sehr spät kamen wir ins Maastal hinunter und fanden dort die lange Heerstraße von Proviantkolonnen angc- füllt, die alle Namur zustrebten. Eigenartig machten sich dabei die ausgehobencn Bauernwagcn aus der nächsten Umgebung Berlins, aus Weimar, Gera und Saalfeld. Daß die Belgier sämtliche Wegweiser durch Ueberstreichcn mit schwarzer Farbe unkenntlich gemacht hatten, nötigte der Leitung der Kolonne nur ein mitleidiges Lächeln ab. Mit so kindlichen Spielereien hält man ja heutzutage nicht einmal mehr den Vormarsch montenegrinischer Hammeldiebe auf, umsoweniger, als diese nicht einmal die Inschriften lesen können. Hier und da sind aus dem Wege nach Namur noch die Spuren von Barrikaden und Weggraben zu sehen. Aber nichts hat die Unsrigen aushalten lön- nen, und mit wachsender Zuversicht schauten wir jenen nach, die nach den letzten Nachrichten noch vor der Stadt liegen sollten. Das Tal der Maas ist eine der schönsten Gegenden Belgiens, wo gerade in diesen schönen Sommertagen, zumal in seinen pittoresken Badeorten, die alljährlich sonst von Fremden nbcrlau- scn werden, trotz aller ossiziellen Ablcugnungcn das Glücksspiel ebenso geblüht haben soll, wie in den benachbarten Ardennen und am belgischen Strand. Aber nun ist der Krieg in die heiteren Gefilde eingedrungen und hat ihnen für lange Zeit Sonne und Glanz geraubt. Das Städtchen Huy, einer der malerischsten Plätze der Gegend, ist zugleich das Mittelglied der Maasbefestigung zwischen Lüttich und Namur und bot den Unseren den ersten Widerstand nach Namur. Stark gekämpft muß hier namentlich in dem engen Winkel vor der Maasbrücke geworden sein, denn hier sind säst alle Fensterscheiben und Läden zertrümmert und auch die Mauern weisen Spuren eines heftigen Straßen- und Nahkampfes auf. Die Eifenbahnbrücke über die Maas ist in dem Augenblicke gesprengt worden, als sie ein Kohlenzug passierte und traurig steht cs aus, wie einer der Kohlenwagen mitten durchgeriffen hoch Uber dem Fluß hängt. Aber gleich unten wieder ein absolut heiter stimmendes Bild. Da haben drei der Unseren ein elegantes Ruderboot ausgegabelt und sahren aus der Maas da hin. Als Ruder aber dient den Wackeren zur Fortbewegung ein — Spaten. Drüben am anderen User tummeln sich Hunderte von Mannschaften in der kühlen Flut. Im nächsten Dorf müssen wir Benzin nachfüllen und haben also Zcit, mit den dortigen Truppe» zu sprechen. Wir hören, daß Namur schon gegen Mittag gejallcn sein soll und trinken daraus mit de» Leuten den schönen Rotwein dieses gesegnete» Tascs. Inzwischen passieren etwa 299 belgische Gefangene der Ort. Auch zwei Ossizicrc befinden sich darunter und sie werden ebenso artig gegrüßt wie auch sie grüßen. Wie alle eingcbrach ten belgischen Gefangenen, so sehen auch diese nicht vertrauenerweckend aus und man hat den Eindruck, daß sie zu den allzu vielen Soldaten der Gegenpartei gehören, die nach dem ersten Ansturm unserer Truppen panikartig die Massen sortgeworjen und sich ergeben haben, während von unseren in Belgien fechtenden Truvoen im gamen lteldzug aucki nickt ein einzig er Falt Nr. 203 biefet Art bisher bekannt geworden ist und selbst die belgische Presse bis zu ihrem Verbot nicht -in einziges Mal ein- dahin, gehende Behauptung ausstellen konnte. Man weist -beu, hast diese „Prussiens" durch Belgien hindurchmüssen, koste es was es wolle, und so fügen sich die Gefangenen fast fatalistisch iu das Schicksal, auf vorläufig ungewisse Zeit die preutzische Staatspension zu genießen. In Andenne wird endgültig die Weiterfahrt nach Namnr angetreten. Gleich hinter dem Orte sehen wir die frischen Reste einer kleinen Verteidigungsstellung, die sich vom Bcrgabhang quer über die Chaussee bis hinab zum Maasufer zog. Hinter einen mit Moos bedeckten Erdhaufen stehen noch drei schöne neue Maschinengewehre. Quer über die Böschungen sind auch hier wieder die verwünschten Drahtverhaue gezogen und schließ- lich liegt eine lange Drahtschlinge am Boden, zum Zeichen dessen, daß auch hier die hereinkommcnden feindlichen Automobile in heimtückischer Weis« abzesangen werden sollten. Gleich hinter den Erddeckungen sieht es wie in einem Trödelladen aus. Neben Tornistern, Seitengewehren, Patronentaschen und Uni- sormröcken sieht man nämlich auch Zioilklcider und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die braven Verteidiger dieser Stellung unter der Unisorm die Zivilkleidung getragen oder aber diese rasch angezogen haben, als die Geschichte brenzlich wurde. Auf diese Weise sind sie nicht nur der Eejangennahme entronnen, sondern können bei passender Gelegenheit auch noch den traurigen Berus eines Franktireurs nachgehcn. — Neben uns marschieren derweilen immer neue ungezählte Schoren Namur zu und jede Kolonne begrüßt den Anblick der genommenen Stellung mit lautem Hurra. Besonderes Interesse finden die vollständig neuen überall umherliegenden Gewehre. Auch ganze Kisten Konserven sind an dieser Stelle ausgcsunden norden und man wird den Verdacht nicht los, daß die Belgier :rst noch einmal gründlich im eigenen Lande requiriert haben, ehe sic in die große Schlacht zogen. Nun donnert unser Automobil unter der Eisenbahnunter- sühiung von Namur durch und wir sind am Ziel. Ein Hurra der in den Straßen haltenden Truppen begrüßt uns, als man die Gencralstabsoffiziere in unserem Wagen entdeckte: denn sie alle wissen, daß Sinn und Geist dieses Feldzuges dem unscheinbaren roten Hause am Königsplatz in Berlin entstammen. Aber auch wir jubeln ihnen zu, denn sie haben Ucbcrmenschliches geleistet und machen doch in diesem Augenblick den Eindruck, als wenn sie nicht unter den Kanonen von Namur, sondern daheim aus dem Exerzierplatz ständen. lieber uns in unerreichbaren Höhen schwebt ein feindlicher Flieger und verständigt sich vermittels eines Kohlenstaub-Exaustors, dessen längeres oder kürzeres Auspusscn das Morsealphabet zu Grunde gelegt ist, mit , dem zu dieser Zeit noch intakten Forts. Wir drangen noch bis zur Maasbrücke vor, mußten aber zu unserem Schmerz entdecken, daß auch die gesprengt war. — llnd wieder ein Stücklein der Unseren! Während hoch Uber der Stadt die Granaten sausen und das Dröhnen der Geschütze ein wunderbares Echo an den weißen Kalkfelsen des hier am Zusammenfluß der Maas und der Embrc besonders engen Tales weckte, vermaßen ein paar Pioniere in aller Seelenruhe die herbcigeschasfte» Balken zu einem Notbrückenbau Und zu derselben Zeit entstieg ein höherer Postbeamter hinter uns einem «bensalls aus Lüttich cherbeigeeillen Automobil und fragte, nach dem Hauptpostamt und beschlagnahmte dieses für die Reichspost. Verwaltung. Wie schade, daß wir in diesem Augenblick schon scheiden müssen! Wir hätten sonst de» rßetrieb durch die telegraphische Schilderung unserer Reis- nach Namur eröffnet. Noch einen letzten Blick sandten wir zur Zitadelle empor, die in ihrem Aeußere» lebhaft an die Feste Salzburg erinnert »äd von der schon die deutsche Fahne fröhlich auf uns herab- wchte. Unsere Truppen waren damit beschäftigt, den Brand des großen Hotels aus der Höhe zu löschen, da es inmitten lines prächtigen Parkes liegt und den Mittelpunkt einer großartigen Stadionanlage sowie einer Freilichtbühne bildet, die am I. d. M. durch einen Besuch des Königs und der Königin von Belgien eingeweiht werden sollte. Statt dessen kamen die Deutschen in die zu Ehren des Königsbesuches bereits sestlich herge- richtete Stadt. Wie völlig überraschend überhaupt unser- Truppe» auch in Namur angekommen sind, beweist der Umstand, daß sie bei ihrem Einzug ein ganzes großes Benzinlager vorfanden, aus dem auch wir unseren Bedarf ergänzen dursten. Gegen 12 Uhr nachts kamen wir nach Lüttich zurück. Zu Beginn unseres Nachtmahls erschien der neue Gouverneur und blieb bis zum Schluß der Tafel. Als wir dann in die Nacht hinaustraten, erhob sich ein Sausen und Brausen in der Luft: es war ein „Zeppelin", der eine Rekognoszierungssahrt antrat. Wir legten uns derweilen einige Stunden in einem gastsreui-d- lichen Hause aufs Ohr, nicht ohne das Maschinengewehr aus Oberndorf a. R. unter das Kopskissen zu plazieren. Aber Lüt- tich blieb in dieser Nacht ruhig und als wir um 4 Uhr morgens die schlafende Stadt verließen, wünschten wir uns und ihr von Danzern Herzen ein fröhliches Wiedersehen in einer andern und >rsicren Zeit! tz Jm LhmiBicht des HrolMiMtsttzks." Die landwirtschaftlichen Kreisvereine der Großgrund- ßksitzcr der Kreise Grcifcnberg und Regenwalde i- Poin. ha- Den einstimmig folgenden inhaltlich gleichen Beschluß gefaßte „Der Großgrundbesitz steht auf deni Standpunkte, daß er grundsätzlich für die Familie» der von seinen Gütern zu den Fahnen Einberufenen derart einzutreten entschlossen sei, daß eine Hilssbedürstigkcit im Sinne des Ge- setzcs bei diesen Familien nicht cintritt." Bei den eingehenden Besprechungen wurde von ber- fchiedcncn Seiten dies als eine Ehrenpflicht des Großgrundbesitzes bezeichnet. Tenn seine Produktion wäre bisher durch die Tapferkeit unserer Truppen vor feindlichen Eingrisscn bewahrt geblieben. Auch habe die Ernte dank des unge- wohnlich guten Erntewetteis ungeschmälert und frühzeitig geborgen werden können. i Dieses schöne Beispiel der pommerschen Großgrundbesitzer wird gewiß überall im Deutschen Reiche Nachahmung linden. Fm übriaen alauben wir uns setzt schon zu der a.°g«szetiun^ »MH*. tX* 31. 4Ug«ft H14 -Feststrssl^-hesechtigtr-dobdeebdcutsche Großgrundbesitz von vornherein 'sei^en ^tArb eiterstnnllicn. üMenubxr so verfahren ''' Ans der Heimat. . * Friedberg, 31. August. Eine ganze Reih« schmerzlicher Verluste, die unsere Stadt u. Umgegend betroffen haben, werden von den Schlachtfeldern gemeldet. Es starben den Heldentod fiii's Vaterland: Hauptmann Schröder, Leutnant E ch m i dt, Leutnant Dr. Becker, Feldwebel Stern, Einj. greiw. Bock, Einj.-Freiw. A l e t t e r. Aus Echzell wird uns der Heldentod des Ulanen Spengler gemeldet, der in einem bayerischen Regiment gedient hat: Und wenn herbstlich eure Blätter fallen, '' Tot auch sind sie euch ein köstlich Gut; Denn verwesend werden eure Kinder Euer nächsten Frühlingspracht Begründer . , . . . An den Tod des Leutnants Schmidt knüpft sich »ns eine wehmütige Erinnerung. Er war am Abend des 1. August, jenes Tages, an dem das deutsche Ultimatum an Rußland gerichtet wurde. Wir waren im kleinen Nebenzimmer des Wartesaalcs zu Fricdberg zusammen. Leutnant Schmidt saß mit seinem Vater, einem schneidigen älteren Herrn bei uns, beide beseelt von gleicher Tatkraft und gleicher Begeisterung sür's Vaterland. Es wurde g Uhr: immer noch keine Antwort, hangend und bangend in schwebender Pein, das war das Zeichen der Lage. Da tauchte, wie von ungefähr, das Gerücht auf, cs werde wieder vermittelt und das Ultimatum hinaus- geschobcn. Da erglühte Leutnant Schmidt in edlem Zorn: Sollen wir schon wieder hinter's Licht geführt werden! Nimmt cs denn gar kein Ende. Jetzt müsse» wir losschlagen, in drei Jahren ist's vielleicht zu spät, denn Ruhe gibt» ja doch nicht! Fünf Minuten daraus kam die Botschaft des Kaisers: es wird mobilgcmacht. Begeistert erhob sich Leutnant Schmidt, das Bild eines jungen Helden, und erklärte, er müsse sofort hinaus zu seiner Kompagnie: ein Blick in's Auge, ein Händedruck. Wir sollten ihn nicht mehr sehen! * Friedbcrg. 30. Ang. Hcntc kam die Trauerbotschaft daß der Feldwebel Stern, der Sohn des hiesigen Viehhändlers Abrahani Ster», den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Noch in der vorigen Woche zeigte uns sein Vater voll Stolzes zwei Feldpostkarten, die er von seinem Sohn erhalten hatte, in denen dieser wohlgemut von seinem Einmarsch in Feindesland berichtet hat. Tränen stand m dabei dem alten Manne in den Augen. Nun liegt sein Sohn zur ewigen Ruhe auf dem Schlachtselde. Möge es seinen Hinterbliebenen ein Trost sein, daß ihm der Sieg bc- schieden wurde, fllr's Vaterland zu sterben. * Friedbcrg. 31. August. Ab 31. 8. 14 fallen die Schnellzüge 53 Frankfurt—Berlin Friedberg an 9.08, ab 9.87 vorm, und 52 Berlin—Frankfurt Fricdberg an 5.51, ab 5.52 nachm, auf einige Tage aus. * Berichtigung. In unserer Depesche vom Samstag ist der Name des deutschen Heerführers nicht richtig angegeben. Der Sieg wurde unter Generaloberst v. H i n d e n - bürg erfochten und die Schlacht fand auf Her,Linie Gilgen b u r g—Orteisburg statt. * Fricdberg, 31. Aug. ^Volksdichtung.^ Am Tore des hiesigen Schlosses, in dem bekanntlich vor A Fahren der russische Zar Aufenthalt genommen hatte, tvar heute t in Zettel mit folgendem Inhalt angeschlagen Hier muß desinfiziert werden! Es wohnte einst in diesem Haus - Der Obergauner Nikolaus. Schon damals war er, das ist klar C Der feige Blut- und Lügcnzar. Doch, liebe Leute, glaubt es mir, Es ist noch Ungeziefer hier: Treibt mit Insektenpulver ans , Die Läus und Flöh' vom Nikolaus. Wohl ist der Gauner heute weit, Doch bleibt die Lehr' für spät're Zeit: Sucht wieder einer hier die Ruh: Er »st Ludwig, sperr die Türe zul * Ober-Nosbach, 31. August. In der gestrigen Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Rosbach wurde beschlossen, daß jedem Kameraden im Felde 5 Mark als Ehrengabe seinen Angehörigen gestiftet werden soll. Außerdem sollen dem hiesigen Vorsitzenden des Roten Kreuzes, Herrn Pfarrer Schäfer, 18 Mark überwiesen werden. * Nieder-Rosbach, 31. August. In geistiger und körperlicher Frische feierte gestern unser Feldschütz Dieter seinen 78. Geburtstag. Derselbe ist ein alter Kriegsoeteran von 1878-71 und hat im jetzigen Feldzug auch wieder zwei Söhne als Vaterlandsverteidiger draußen im Felde stehen. Als Eeburtstagswunsch wollen wir zum Ausdruck bringen, daß derselbe noch lange sein- geistige und körperliche Irische behalten möge, um so seinen Dienst auch fernerhin zur allgemeinen Zuftiedenhcit auszafiil- len. Ferner wünschen wir ihm von Herzen, daß er seinen nächsten Geburtstag im vollzähligen Kreise seiner Familienangehörigen nach siegreichem Feldzuge feiern möge. Das walte Gott! * Gießen, 28. August. Der Weltkrieg ist aus allen Linien im Sange und wird von allen Seiten mit großer Heftigkeit geführt. Freund und Feind ringen um die Siegespalme und die Lose fallen blutig rot. Große Transporte von Verwundeten und Gejangenen befahren die deutsche» Eisenbahnen und gar manchem wird in fremder Erde eine letzte Ruhestätte bereitet. „Doch wer den Tod im heil'gcn Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland." — „Heute mir, und morgen Dir, heute rot und morgen tot", das ist feit ewigen Zeiten des Krieges herbes Geschick. Auch unsere hessischen Truppen haben in diesen Tagen schwere Kämpfe mit Bravour bestanden und manche Blüte hat der unerbittlich« Tod am alten Hessenstamm geknickt. Doch darum nicht verzagt, denn wir sind wieder einmal in eine Zelt versetzt, wo „auf des Degens Spitze die Welt Sorte st jetzt steht" und in der wieder das alte Dichterwort: „Und Ihr nicht das Leben ein, nie wird Euch das Leben gewoo- > fein" in feine volle Berechtigung tritt. Es ist eine harte » wahre Logik, der Friede, den wir wünschen, muß in dem Ule-'" erkämpft werden. „Vorwärts" muß für unsere Truppen l Losung sein, wenn wir nicht Gefahr laufen wolle», in oi i. Kampfe unter die Räder zu kommen und zermalmt zu we-> — Die Tage werden schon kürzer und b» Abende länger will in der ereignisreichen Zeit jeder am Abend lesen, in der Welt und um unser Vaterland steht. Abonnonier! oes halb für die kommenden Monat- die „Neue Tages; e. tung". Wir bringen alle amtlichen Telegramme über d-e Kriegscreignisse und wer sich unser Blatt Nummer für 4t v. tnci beiseite legt, der hat eine vollständige Kriegschronik, die noch de» Vorzug hat, übersichtlicher zu sei», als jede große 3m- kung, bei der er erst stundenlang suchen kann, bis er die gewünschten Notizen findet. Unsere Agenten und alle Postarrs-rl- ten nehmen Bestellungen entgegen. Hesse».Nassau. * Wiesbaden. 29. August. Die Verwundeten Transporte wurden am 28. und 27. August fortgesetzt. Am 25. August langte um 18 Uhr ein Transportzug in Wiesbaden an, ebenso am 28 . August vormittags um halb 11 Uhr. Letzterer brachte 458 säst alles Leichtverletzte. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte sin, wieder cingesunden aus dem Bahnhofsplatz. Dies wußte ein eingestellter des Bahnhossrestaurants auszunutzen zu Gunsten des Roten Kreuzes. Mit einem Sammelknstchcn des Roten Kreuze» schritt er an der Menschenmenge entlang. Keiner wollte zurückstehcn und überreich flössen die Gabe». Ein crb.bUchc? Gewicht hatte bald darauf das gelbe Sammelknstchen. Starkcnburg. * Darmsladt, 30. August. Zum Glück sind cs nur einzelne Ers-Hcinungeu, die in ähnlicher Art, wie die vorgestern vor dem Kriegsgericht der 25. Division dahier zur Aburtcilu. u- kommen«, über die wir in unseren Rcichslanden zu klagen haben. Die patriotische Begeisterung hat bewiesen, daß d:r>: tige Elemente im Reichslandc kaum zur Geltung kommen D.: seit dem Mai d. I. in der Oppclschen Fabrik in Rüssclsh:! als Schlosser tätig« H. E. Deville aus Metz, scheint noch an Franzoscnsreundschast zu kränkeln. Er war am 4. Mob > , ungstage nach Eroß-Gcrau gereist, um sich dort aus Grund ! ■ ner Kriegsbeordcrung zu stellen. In einer dortige» Wir schaft schimpfte nun Deville in Anwesenheit anderer i'r'in sten über Deutschland und den deutschen Kaiser, der an v. - ganzen Kriege schuld sei, wenn die Deutschen nach Front:, cb kommen, fliegen sie in dir Luft, sie fänden dort keine Wege, Elsaß-Lothringen wird mit Frankreich gehen, alle Lothringer seien derselben Anschauung, wie er usw. Hierüber erfolgte Anzeige. Zu verwundern ist nur, und brachte dies auch der Vorsitzende des Kriegsgerichts zum Ausdruck, daß man dem Maul- helden nicht alsbald an Ort und Stelle gehörig das Maul stopfte. Der Feigling leugnet heute und behauptet, er habe nur gesagt, daß 98 Prozent der Elsaß-Lothringer französisch sprechen. Er wird aber durch ausreichende Zeugenausio.g r: überführt und zu drei Monaten Eejängnis auf Erund des § 102 des M. St. G. B. verurteilt. — Freiwillig gestellt hat sich der 1844 Jahre alte Dragoner Fr. Groß vor» Dragoner Regiment 24 dahier. Die militärische Ordnung scheint ihm schwer zu fallen und hat er aus den wiederholt gegebenen Befehl eines Offiziers den Gehorsam verweigert und schließlich einfach erklärt, er habe ja noch keinen Fahneneid geleistet, er gehe wieder nach Hause. Durch 14 Tage strengen Arrest wird ihm der Ernst der Lage beigcbracht. — 400 unserer bei Luneitll« und Nancy verwundeten Krieger, die teils aus Bayern, teils aus der Pfalz stammen, kamen vorgestern hier durch: sie wurden auf der durch die Eroßherzogin im hiesigen Bahnhof -in- gerichteten Erfrischungs- und Verbandsstation gestärkt und soweit notwendig neu verbunden und dann nach ihrer Heimat besördert. Einige derselben, die schwer verwundet waren, wurden in den hiesigen Lazaretten untcrgebracht. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Ziemlich heiter, trocken, warm, nordöstliche Winde. Der Vtstg der 'Jidirii TWSjtitW für den Monat September kann bei allen Postanstalten und bei unseren Agenten erfolgen. Trotzdem ein großer Teil unserer Leute zu den Fahnen geeilt ist, und trotz manigsacher Schwierigkeiten ist es uns gelungen die „Neue Tageszeitung" auf der Höhe zu halten. Wir halten vollständig Schritt mit den großen Frankfurter Blättern und sind in die Lage versetzt, Mc neuesten Depeschen iidiii kriegsslhanplnts am f r ü h e st c » unter allen Zeitungen der ganzen Umgegend zu bringen. Wir fordern deshalb nicht allein das Land, son auch die Einwohner von Friedberg, die doch auch recht gerne die neuesten Nachrichten durch unsere Sonderblätter lesen, zum Bezug unserer Zeitung auf. Verantwortlich sür den politischen und lokalen Teil: Ottv H i r s ch e l, Fricdberg: für den Anzeigenteil: K. Stzß in i d i. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. G.. Friedbera i. H. Nr. 203 fUac Tageszettnng. Montag, o*n 31. *iugu|t 191« Von vielen Seiten wurde bei Eintritt der Mobilmachung angeregt, den ins Feld ziehenden Soldaten zu empfehlen, die Mitgliedschaft bei ihrer seitherigen Krankenkasse zu erhalten, und gleichzeitig wurden die Arbeitgeber aufgeso.dert, die Beiträge für die Erhaltung der Mitgliedschaft bei den Krankenkassen für die Dauer des Krieges für ihre Kriegsdienstzeit leistenden Arbeiter zu zahlen. Gtne solche Walirrahme hat jedoch nur Werl bei den verschwindend wenige» Kaisen, die seither Familieunntcrsliibnng gewährten «nd diese auch während des Krieges beibchalten. Aus dieser Erwägung heraus haben die beiden Krankenkassenverbände ini Eroßhcrzogtum Hessen im Einvernehmen mit dein Direktor des Größt). Oberbersicherungsauites bc- schlossen, eine Hessische jlriegSvcrsicheruug ans Gegenseitig, kcit für den Krieg 1914 ins Leben trete» zu lassen und erlassen den nachstehende» Ausruf. Einigkeit macht stark! Auch die Krankenkasse» wollen in dieser großen Zeit mithelfcn. Die auf Fricdcuszeitcn berechneten Vorschriften der Rcichsversichcrung bilden aber keine geeignete Grundlage, um den zum Dienst cinbcrusencn Mitglieder» und ihren Angehörigen entsprechende Fürsorge zu verbürgen. Außerordentliche Zeiten verlangen ausserordentliche Maßnahmen. Es haben daher dir beiden Krankenkassenvcr- bände »nter dem Vorsitz des Direktors des Grohh. Obcr- versichernngsamts nach dem Vorbild der für den Regierungsbezirk Wiesbaden bereits int Kriege 1870 — 71 mit größtem Erfolg tätig gewesenen und daher auch jetzt wieder ins Leben getretenen Nassauischeu Kriegsversicherung zur Unterstützung der Hinterbliebenen hessischer Soldaten eine Unterstütz- nngckassc ans Grgcnscitigkcit errichtet unter der Bezcich- nung: Zahlungen dürfen auf Wunsch schon sei, her geleistet werden. Die Auszahlung erfolgt gegen Rückgabe der Anteilscheine und darf an den Inhaber der Anteilscheine erfolgen. 8 5. Die Eeschäste werden unter den, Vorsitz des Eroßher- zoglichcn Obcrversicherungsamts durch die beiden hessischen Krankenkassenverbände geführt. 8 6. Alle etwaigen Streitfälle werden endgültig unter Ausschluß des Rechtswegs durch die Befchlußiammer des Obcrvcr- sicherungsamtes entschieden. 8 7. Werden in ordere» Bundesstaaten ähnliche Einrichtungen getroffen, so ist die Verwaltung berechtigt, fich mit diesen zu einer Kriegsverstchernng auf derselben Grundlage im Jniercste einer Ausgleichung des Risikos zufammenzufchliesten Darmstadt, den 20. August 1914. Verband der Krankenkassen und Gemeinden als Träger der Krankenversicherung für das Großherzogtum Hess-». Großherzvglichcs Obcrversichrrungsamt. Kraiikciikasscuverband für das Großherzogtum Hessen. Hessische aus Gegenseitigkeit für den Krieg 1914. Wir hoffen hierbei auch auf die Opserwilligkeit der Ar. beiigcbcr. Um jedoch den Angehörigen einer möglichst großen Anzahl der zu den Fahnen Einberufenen die Möglich- feit der Versicherung zu bieten, soll die Versicherung auf die Mitglieder der Krankenkassen nicht beschränkt, sondern auf alle anläßlich der diesmalige» Mobilmachung zum Dienst Eingetretenen ausgedehnt werden. (8 t des Gesetzes, ketr. die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften voni 28. II. 1888). Der Anteilschein kostet 10 Mk. Es können jedoch für jeden Einberufenen bis zu 20 Anteilscheine gelöst werden. Jede Krankenkasse und jede örtliche Verwaltungsstelle einer solchen »iinmt Anmeldungen rnlgegen. Falls die Verluste nicht größer sein werden wie im Kriege 1870 — 71 werde» aus jeden Anteilschein mindestens 2ö0 Mark verteilt werde». Sind die Verluste geringer, dann erhöht sich dieser Betrag, sind sie größer, dann erniedrigt sich der Betrog. Arbeitgeber, versichert (fitrc Angestellten und Arbeiter, («Itern, versichert Eure Löhne, Franen, versichert Eure Männer! Die gesamte Verwaltung erfolgt ehrenamtlich, so daß hierfür — abgesehen von den geringfügigen baren Auslagen — Kosten nicht entstehen. Grvßh. Ministerium des Innern hat zugesagt, die Bestrebungen der Hessischen Kricgsvcrsichcrung 1914 zu unter- stübcn. WM- Eile tut Rot: -MI Beding» ttgett: 8 1. Die Teilnahme steht allen im Großherzogium Hessen irohnhastc» oder vor ihrer Einberufung zuletzt wohnhaft gewesenen Personen, die zur Kriegsdicnstleistung beim Heere ein- getrclen sind (8 1 des Gesetzes, bctrcsjend die Unterstützung von Familien i» den Dienst getretener Mannschaften vom 28. gebt. 1888) ojsen und erfolgt durch Lösung von mindestens 1 Anteil» schein über 10 Marl. Die Lösung der Anteilscheine, deren Ausgabe überall durch die Krankenkaffen und deren örtliche Verwaltungsstellen oder durch sonst kenntlich geniachte Annah »icstcllcn ersolgt, kann sür die bereits in den Heeresdienst Ein- geiteicncn auch durch deren Arbeitgeber, Angehörige ujiu. be wirli werde» und hat in bar zu geschehen. 8 2. Für jeden in den Heeresdienst Eingcircicnen können mehrere, höchstens jedoch 2Ü Anteilscheine gelöst werden. 8 3. Für bereits Gcsallrne oder Deiwundcic können An ieilscheine nicht mehr gelöst werden, falls diese Tatsache den Anmcldcnbcn belanni mar. Diese Bestimmung irissi nicht zu. wenn eine Gesamtheit vo» Personen, z. B. die sämilichen Angestellten und Arbeiter einer Fabrik versichert werde». 8 4. Die Leistungen der Kaffe bestehen darin, daß die an- gesanlniclicn Gelder aus die eingcireiencn Kriegssierbesälle an die Hinterbliebenen verteilt werden. Als Kricgrsteibesällc gcl teil alle Todcssälle, die Versicherte während des Kriegs oder infolge einer im Kriege erlittene» Verletzung oder erworbenen Krankheit bis spätestens 2 Monate nach Beendigung des Krie gcs erleiden. Die Angehörigen habe» etwaige Slerbesälle der Versicherten alsbald der Geschäftsstelle Obcroerstchcrungsan i. Kriegsvcrsichcrung Darmstadt. Reckarftraßc 1, miizuieilcn. Di-> Abrechnung ersolgt drei Atonale »ach Beendigung des Krieges fund wird auszugsweise össcnilich bekannt gegeben. Abschlags Freiwillige Gaben für die Zentralsammlung sür Kriegssürsorgc sind bei der Sammelstelle im Rathaus eingcgangcn von- Herrn Sanitätstat Dr. Becker 20 .4t; Herrn Bernhard Rosenihal 50 .41; Herrn Jos. Krämer 50 Jl; Herrn Kommerzienrat Trapp 100 ,ä; Ungenannt 30 Jl; Herrn Geh. Med.-Rat Dr. Weckerling 20 Jt; Hr». Polizcikommissar Weiß 20 Jl ; Frau Major Eudewili 100 Jl; Herrn H. L. Langsdorf (erste Gabe) 200 .41; der Ekatspiclge- scllschast im Iägerhörnchcn 12 Jl; Herrn Landiagsabg. Damm 25 .11; Herrn Kreisrat Frhr. Schenck 50 Jl; Herrn Dr. Rumpf 15 Jl; Herrn F. Sch. (erste Monatsrate) 5 .ä; Herrn Otto Weiß 5 Herrn Saniiäisrat Dr. Becker für abgelchnie Kranzspende 3 Herrn Proseffor Dr. Reuß 10 .41; Frau Ascher 5 ,k; Herrn Scminarlehrer Dr. Schäfer erste Monatsrate) 25 *«; Herrn Bürgermeister Baurat Stahl 50 Jl; Ungenannt 3 .M; Herrn Kanzleirat Graulich 10 M. Treffe täglich mit neuen Transporten Istdor Strauß. Gbcr-Moltiltadt. Sfltfoti Ziockheim 20. _ Serke l Für unsre Verwundeten. Nm der Ordnuust und Berieiiung willen ist cs dringend notwendig, oaß alle Bücher und Zeitschriften, welche für die hiesigen Lazarette zur Verfügung gestellt werden, an einer Stelle Zusammenkommen. Diese Stelle, auf der die Bücher und Zeitschriften Mit dem Stempel der Garnisonvcrwallung versehen werden, ist errichtet bei Professor Werner, Schützenrain- straße 18. Unser innigstgeliebter Sohn und | Bruder Leopold Stern Unteroffizier d. R. im 81. Inf.-Regiment I starb am 22. August den Helden- | tod fürs Vaterland. Familie Mi Stern II. Friedberg, Haagstr. 47. Todes Anzeige. (Sott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe | | Schwester, Schwägerin und Tante fritllo Iklsütt I nach langem, schwerem mit großer Geduld getragenem | | Leiden in ein befferes Jenseits abzutufen. Bad-Rauheim u. Reichelsheim >. d. W., den 30. August 1914. Kmilien Veitj u. Bmmersheim.! Die Beeidigung findet Dienstag, den 1. September, | I nachmittags 3 1 /» Uhr in Reichelsheim statt. Kohlen sowie alle Brennmaterialien liefert wieder prompt Gustav Schwarz und Söhne E. m. b. H. Friedberg (Hessen). 1 Dienstmädchen! sür sofort gesucht. K. Posrnkchon, Friedberg. Kaiserftr. 43. Sorget für kommende Zeiten, Laßt nichts umkommen. Mehr wie in früheren Jahren gellen jetzt diese Worte. Zum Ginmachen von Bohnen, Gurken, Obst empfehle Steinerne Ltänder «nd Töpfe in allen Größen bis 40 Pfund Inhalt. Rer-Clilstr unö Flascht« büliarrc Nava-Rläser in allen Größen Durch großen Vorrat bin ich jetzt noch in der angenehmen Lage MM" z« alten Preisen "MA alle Größen liefern zu könne». Rnchlieseinngcn sind jetzt ansge- chlossen, deshalb ist baldige Anschaffung nur zu cmpsehicn. Verla»! nur gegen bare Zahlung. Fl. Wucht Wlv. Friedberg i. H. zunächst der Klostcrkasernc. Ein )agd!;nnd fBraunligcr) zugelause». Abzu- gcben gegen Erstattung des Fuiter- geldcs und der Inieratentosttn. Georg Mahl, Illbeuitadt. Bürger Friedbergs! Die gegen den Feind ziehenden Söhne unserer Stadt sollen die beruhigend« Gewißheit haben, daß ihre Lieben daheim versorgt sind und nicht zu darben brauchen und auch den Verwundeten und Kranken die nötige Pflege zu Teil wird. Der Einwohnerschaft unserer Stadt wird es daher eine freudige Aufgabe sein, den von den Vätern und Söhnen verlassenen Familien unserer Mitbürger mit allen Kräften beizustehen und auch die Mittel bereit zu stellen, die für die Pflege der Verwundeten und Kranken erforderlich sind. In gleicher Weise gilt es aber auch für diejenigen, die durch den Krieg um Arbeit und Brot gekommen sind, zu sorgen und sie wenigstens vor Hunger und Not zu schützen. Die Stadiverordneien-Versammlung hat deshalb beschlossen, ähnlich wie m anderen Städten eine Zentralsammlung sür Kriegsfürsorge einzurichten.^ deshalb an die Einwohnerschaft die herzliche Bitte, die Durch- führung dieser Ausgabe durch reichliche Geld- und sonstige Spenden zu unterstützen. Spenden werden von den Unterzeichneten Vereinen und im Stadthaus, Zimmer Nr. 4 enlgegengenommen Verein vom Roten Krenz: E e o r g i. Der Bürgermeister: Stahl. Alice Krauen Verein: Nebel. Kricdbergcr Hilfsvcrein: _ Kleb erger. ___ , erhält Kat, Zeichnungen und Kosten Voranschläge von Anton Neubauer, Architekt'»'Ä. Billige, solide. iweckentsorechende Bauweise.