£ic „Itni* Cncrairituna“ cildjeint leben Slicrttag. Regelmätzige Beilagen „»tr ßnner a»a i'ielTm“, „rite Spitmpube". Ütptgopr'ia : Be, bcn Postanstaltcii Dicriclia-irUd) UJH. 1,U5 1‘ci Cen Agenten monatlich 50 Psg. Hinzu tritt Bostgebühr oder Trägerlohn. Anreigen: Grundzeile 20 Big., lokale 15 Psg. Anzeigen von auswärts werden durch Postnghnghni: erhoben Erfüllungsort Friedberg. Kchrifileitung »nd Verlag Friedberg (Hesienj, -Hanauer lratzr 12. Fernlprecher 48. Posticheck-Tonto Sie. 4559, Amt Feanlfurt o. SC). Nummer LOL Samstag, de« SO. August 101^. 7. Jahr gang Großer Sieg über dis i der ganzen Linie im Vormarsch. — Das stärkste Sperrfort genommen. — Frankreichs Ohn» macht. — Oestcrreichischcr Sieg. We!;e England ! Fuchs im Bau, fönst so schlau, wir haben dich gesoßt, fo listig und so klug du's abgekartet hast. So viele und so herrliche Siege über unsere Feinde sind ans dem »ns nfgedungenen Kampfe berichtet worden. Steiner aber bat eine solche Begeisterung ausgelöst, hat einen solchen Jubel entfacht, als der gestern gemeldete vollständige Sieg über das englische Expeditionskorps. Man glaubte föriiilich, ide Glocken, die allenthalben über die Lande er- lchallten, hätten reiner und voller getönt, da sie Englands Tchniach verkündeten. Seit Jahrhunderten haben die Bri- !en eine solche Niederlage nicht erlebt, wie ihnen gestern delltsche Tapferkeit bereitet hat. Man kann sich denken, daß unsere sieggewohnten Truppen sich mit ganz besonderer Wucht in den Kampf gestürzt haben, als sie die englischen Söldnerscharen wider sich erblickt haben. Zersprengt und ^vernichtet sind die englischen Doggen und der geschlagene Rest mußte sich Hals über Kopf nach Südosten flüchten. Nicht dem rettenden Meere zu, sondern abgedrängt von der heimischen Insel wird hoffentlich der lebte jämmerliche Nest reu Truppen zum Opfer fallen. So haben die Deutschen dem heimtückischen Albion endlich gezeigt, wo Barthel den Molt holt. St. Quentin, wo die britischen Söldner unterlegen sind, ^at schon inr Kriege 1810—71 den Si' g deutscher Waffen ge- iel-rn.' Am 12. Januar 1871 besiegten die Deutschen unter ' neral von Gäben die französische unter dem Befehl deS ' neralS Faidherbe stehende Nordarmee. Heute haben dort . ; J, hne gezeigt, daß sie der Väter würdig sind. Auch sonst geht alles gut! Unsere Armee ist auf einer - i de, die über 300 Kilometer lang ist, im Vorrücken, n Eaml.ai bis zu den Südvogesen in ununterbrochener Schon einmal ist Cambrai in der Weltgeschichte hervor- letrcteu. Mit der Belagerung v. Cambrai 1339 begann jener lahrzehnte währende Krieg, in dem die Engländer den Franzosen Niederlagen auf Niederlagen zufügten und der erst mit de,« Auftreten der Jungsrau von Orleans sür-die Franzosen eine günstigere Wendung genommen hat. Ta.nrls gab es noch ein Old-Englaud in gutem Sinne des Wort >3 und der berühmte ichwarze Prinz, unter dem die Engländer ihre Siege wider die Franzosen erfochten haben, war ein Vorbild achter Ritterlichkeit. Heute sind die Briten ein f'i- ge. St,5......-CnW geworden und der Boden von Cambrai sieht Swger und Besiegte von damals heute brüderlich vereint als Flüchtlinge vor deulsck)e Kraft und deutscher El re. Auch das benachbarte Flundern mußte diese Wandlung er- fahren. Heute noch gilt die Schlacht bei Waterlo als das schönst" Ruhmesblatt in der englischen Geschichte. Zu lln- denn : • dieser Schlacht hat Lord Well'-mt--- seine :- 0 „cn ......vm geschont, während Hannoveraner und Nus- "er, also Deutsche dem wuchtigen Angriff der Frau»',»n standhalte- muhten. Demnach wäre die e»-'"-'* ~ rer Schl'chtenkunst Napoleon? erlegen, wenn nicht d. Helden- .„jjeie Blücher abends zur rechten Stunde aus dem Schlacht- selde erschienen wäre und die Wendung zum Siege he bei- geführt hätte. Damals stand England an der Seite von Preußen und Oesterreich wider die Franzoien, heute fickst es riii deren Seite gegen die Verkündeten von ehedem, l der daö Vlättlein hat sich gewandt und wenn die englischen Söld- nericharen die Stätte englischen Nnhnies bei Belle-Allianer überhaupt had.u zu sehen bekommen, so war es nur auf der Fluckst. denn sie flohen dahin wie Hasen übers Feld »nd hinter ihnen winkten verderbenbringend deutsche Hiebe. Gölte« Mühlen mahlen langsam aber sein! Mit Frankreich scheint es bald Mathäi am Letzten fi> stehen. Eine schmerzliche Enttäuschung habe» ihm .ei rrt unsere Truvven bereitet. Morainviller bei Lnneville, das stärkste französisch« Sperrfort ist von unseren Truvven »!».e viel Federlesens genoninien worden. Die Franzosen batte» ihre ganze Hossnnng auf dem starke» Gürtel von rsperrsortS gesetzt, die den Weg nach Paris schließen sollten. ö : ; nach dem Falle von Lüttich. Na,nur und Lcngwn orwarrvi, war, können diese Befestigungen deu!sch>cn Watten nicht trotzen, das hat auch jetzt der Fall des stärksten Speresorts bewiesen. Also auch von dieier Seile ist der Weg :>nch Paris offen. Von St. Ouentin nach Paris sind es kaum inehr als I 100 Kilometer, also eine Strecke, die nicht weiter ist als no» Frankfurt nach Marburg. Bereits wurde es den Machthabern an der Seine wind und wehe ums Herz und sie sehen den Tag des Gerichts mit unaufhaltsamer Wucht herannahen. Eine bedeutsame Sprache redet die Mitteilung des Bürgermeisters von Brüssel, aus der hervorgeht, daß die jran- zösische Regierung die Unmöglichkeit erklärte, Belgien tt- gendwie offensiv unterstützen zu können, da sie selbst völlig in der Defensive sei. So mußte es kommen. Wie toll dee Lohme dem Blinden helfen? Die Belgier müssen arg jür ihre Verblendung büßen und noch) immer kehrt keine Besinnung bei den, betörten Volk ein. Die Stadt Löwen hat meuterischer Weise die Waffen gegen die deutsche Besatzung gerichtet. Sie wurde zusammen geschossen und ein Trümmerhaufen bezeichnet heute die Stätte, wo einst die an Denkmälern altflämischer Kunst so reiche Stadt gestanden hat. Das ist der Kriegl - . l Diejenigen, die ihn entfacht haben, mögen dafür büßen. Auch in England ist der Rückschlag eingetreten und man verhehlt sich dort nicht, daß man sich in einer ernsten, sehr ernsten Lage befindet. Um so besser für uns. Auf zu 1 Siegen aus daß es heiße jetzt und immerdar: Nun latzet die Glocken von Turm zu Turm Dnech's Land froblocken in Jubelsturml Ehre sei Gott in der Höhe! Großer Sieg über Engländer nnd Franzosen. (W.T.-B.) Ha»ptquartier, den 2». August. Tie englische Armee, der sich 3 französische Territorial-Tivisionen angeschlossen hatten ist nördlich St. Ouentin vollständig geschlagen nnd befindet fich in vollem Rückzüge über St. Ouentin. Mehrere 1000 Gefangene, 7 Feldbatterien, eine schwere Batterie sind in unsere Hände gefallen. Siegreicher Vormarsch. Südöstlich Mszieres haben unsere Truppe» unter fortgesetzten Kämpfen in breiter Front die Maas überschritten. Unser linker Flügel hat in Otägigen Gcsirgskämpsen die französischen Gcbirgs- trnppcn bis ans (spinal zurückgetrieben nnd befindet sich in weiterem siegreichen Vormarsch. Berlin, 23. Slug. (W. B.) Marain- villcr, das stärkste Spcrrsort der Franzosen, ist in unserem Besitz. Frankreichs Ohnmacht. Ter Bürgermeister von Brüssel teilt dem deutschen Kommando mit, das; die französische Regierung der belgischen Regierung die llnmöglichkcit cröfincie, sic irgendwie offensiv zu unterstützen, da sic selbst völlig in der Defensive sei. Siegreiches Vorgehen unserer Verbündeten. Amtliches Telegramm. Wien, 23. »lug. (W. T. B.) Das Kriegspreffeguartier meldet: Seit dem 20. Angnst entwickelten sich ztvischen den öfter rcichisch-nttgarischen nnd rnssischcn Truppen Kämpfe, die angenblicktich in dem ganzen Raume zwischen Weichsel nnv Tnjcstcr stattfinden. Der österreichisch- ungarische linke Flügel ist in der Offen- s i v e begriffen nnd dringt s i e g r c r ch vor. (Orftcrrridiö fuiraarrhlaniiiö an Schien. Wien, 28. August. Der österreichisch ungarische <5kp»b» am belgischen Hofe ist beauftragt worden, dem belgischen Minister des Aeutzcrn zu tclegraphicicn: Da Belgien Frankreich und Grotzbritannien seinen militärischen Beistand leihe, welche beide Oesterr»^)-Ungain Sen Krieg erklärt haben und angesichts der Tatsache, daß üslcrrei- chisch-ungarische Staatsangehörige unter den Augen der del'gi- jchcn Regierung eine selbst den primitivsten Anfordcrunzen der Menschlichkeit widersprechende Behandlung über sich ergehe» lassen mutzten, sicht sich Oesterreich-Ungarn genötigt, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen und betrachtet sich von diesem Augenblick a» als im Kriegszustand mit B e l g > c n befindlich. Den Schutz der österreichisch-ungarischen Staatsangehörigen übernimmt der Gesandte der Bereinigten Staaten. Dem belgischen Gesandten in Wien wurden die Pässe zugejlellt. Der Strahcnkampf in Löwe;». Die „grantjurter Zeitung" meldet vom westliche» Kriegsschauplatz: Trotzes Hauptquartier, 28. August. Ucbcr die Entstehung und den Verlaus des St ratzen- kampses in Löwen wird noch folgendes berichtet: Am Montag war alles ruhig und die Eisenbahntruppeu an der Arbeit, durch Rampcnbau die Entladung der Truppen vorzubercitcii. Auch am Dienstag vormittag blieb »lies ruhig und cs entwickelte sich ein reger Verkehr zwischen den l..-,u>oh- ncrn und Truppen, die in Ouarlicren untcrgebracht waren Als am Dienstag nachmittag die drohenden Nachrichten von einem bevorstehenden Aussall aus Antwerpen eintrascn, wurden schleunigst die in der Stadt besindlichcn Truppen a»i Antwerpen in Marsch gesetzt. Auch der kommandierende General begab sich mittels Krastwagcn nach vor». Es blieben daher verhöltnismötzig wenig Truppen in der Stasi ,* darunter das Landsturmbataitlon Rcutz. seiner Kolonnen. Die zweite Staffel des Generalkommandos satz gerade aus dem Marktplatze aus, als plötzlich ein wütendes Feuer aus den oberen Stockwerken der umliegenden Häuser erasjuet wurde. Rach kurzer Zeit waren süns Ossizicre der zweiten Stesscl verletzt und sämtliche Pferde erschossen. Am Bahnhof war gerade ei» Truppeuzug angclommen und die ausgelaoe- ncn Truppen standen friedlich aus dem Bahnhossplatze versammelt, als auch dort zur selben Stunde das Feuer aus li« eröffnet wurde. Der Kamps wurde sofort ausgeuauiuien und durch die fortwährend eintrefscnden Truppenzügc gespeist. Der Stratzcukamps flackerte überall auf, wo Deutsche standen. Auch in eine Bcnzinkolonne wurde hincingcseucrt, die in Brand geriet. Der Stratzenkamps dauerte von Dienstag Abend bis Mittwoch nachmittag. Er endete mit der R i e d c r w c r f» n g de» Aufstandes, aber als er vorüber war, bildete die alt« Kunststadt Löwen und ihre nördliche Vorstadt L c - rent ein Flammenmeer. Ein ^rstkst des (öfufrnlftübrtdjffö. Großes Hauptquartier, 28. August Die deutsche Heeresleitung protestiert gegen die durch unsere Gegner verbreiteten Rachrichten über Grausamkeiten der deutschen Kricgssührung. Wenn Härten und strengste Motz, nahmen nötig geworden sind, so sind sic veranlatzt und hcraus- gesordert worden durch Teilnahme der Zivilbevölkerung e-,n- schlietzllch grauen an den heimtückischen Uebersällen aus unsere Truppen und durch die bestialischen Grausamkeiten, die an unseren Verwundeten verübt worden sind. Die Verantwortung für die Schärfe, die in die Kriegssührung hineingebracht wurde, tragen allein die Regierungen uild die Behörden des von uns beletitcn Landes die die Bürger mit Massen versehe» -Ir. 202 Seite a uns zur Teilnahme am Kriege ausgehetzt haben. Ucberall. wo ich die Bevölkerung feindseliger Handlungen enthielt, ist von inseren Truppen weder Mensch noch Gut geschädigt worden. Der deutsche Soldat ist kein Mordbrenner und Plünderer, Er ährt nur Krieg gegen das feindliche beer. Die in ausländl» chen Blättern gebrachte Rachricht: „die Deutschen triebeil di« Zevölkcrung des Landes im Gefecht vor sich her", ist eine Luge, je den moralischen Tiesstand ihres Urhebers kennzeichnet. Jecer, der die hohe kulturelle Entwicklung unseres Volkes kennt, 'vird sie als solche von vornherein bezeichnen. von M o l t I e. Ans den kutlchkn Hchuhgrtiieitii. Berlin, 28. Aug. (W. T.-B.) Ueber die derzeitige Lage der deutschen Schutzgebiete gibt das Reichskolonialamt folgendes bekannt: In Ostafrika haben die Engländer kurz nach Ausbruch cL Krieges den Funkentnrni in TaceSsakc.ni zerstört. Im Innern des Landes hat nach neuen englischen Nachrichten unsere Schutztruppc die Offcnsibe ergriffen und den w:ch- igen englischen DerkchrSpunkt Tavelta südöstlich des .'tili* nandscharo besetzt. Ans Togo, das nur von einer kleinen Schar kriegsfrei- williger Weißer und der schwachen eingeborenen Polizci- ruppe verteidigt wird, wurde bereits gemeldet, daß Eng. .ander und Franzosen einige Gebiete besetzten. Zwischen unserer Truppe und den aus Dahomey und von der Gold- 'üste anmarschierenden weitüberlegcseu Streitkrästen fanden 'erschiedenc Gefechte statt, in denen von unserer Seite mit großer Tapferkeit gekämpft würbe. In diesen Gesechien fiele», wie zumtcil früher gemeldet, Hauptniann Pfählet, sowie die Kriegsfreiwilligen Berke und Klemp, während Dr. Raven, sowie die Freiwilligen Sengmüllcr, Kohlsdorf und Ebert verwundet wurden. Aus Kamerun, das bis vor wenigen Tagen vom Feinde scht behelligt wurde, liegen neuere Nachrichten nicht vor. Dein Eindringen feindlicher Streits rüste in das Land dürfte üe Schutztruppe erfolgreichen Widerstand entgegensetzen. Da der Funkenturin vor Kamina in Togo vor Besitzergreifung durch die Engländer von unserer Trupve zerstört wrirde, find weitere Nachrichten aus Kamerun und Togo in nächster Zeit nicht erwartbar. In Deutsch-Sudwestafrika ist bisher alles ruhig: Nach englischen Meldungen ergriff die Siimdtruvpc die Offensive und drang von der Südostecke her in der Richtung auf Up- piugton in die Kapkolonnie ein. Aus unseren Besitzungen in der Südsee liegen Nach- richten nicht vor. Der Berzweißüurg nahe! In Stockholm ctiiactrosfenc Meldungen aus Antwerpen besagen, daß dort das Volk der Verzweiflung nahe ist. Man ist endlich daraus gekoiiimen, daß die belgisch» Regierung die. Oefscutlichkeit durch falsche Nachrichten gröblich getäuscht hat. Die Bewohner Antwerpens und > ' dort eingetroffenen Flüchtlinge befinden sich in einer bedenklich anfrührcrischen Stiinmnng, imd man befürchtet, daß es, iioch che das Schick- sal der Stadt entschieden ist, zu revolufionärri, Aiifständeu kommt. Eint KnttchridnHslWcht in GÄinm. Auf dem österreichisch-russischen KrirneSchauplatz falle» esst die großen Schläge auseinander. Toni für »merv österreichischen Bundesgenossen so erfvigreilven Kanips bei uics- aik ist jetzt eine Riefenschlacht gefolgt, über deren vic-berigeu Äeriauf der Kriegsberichterstatter der Berliner Lokal An- zeigcrs im österreichischen tlriegspiwsseguartirr nntean 2&. August solgcndes meidet: Anscheinend gleichzeitig mit der» Borstvß gegen Ostpreußen nahm das nissischc Heer auch die Offensive in Galizien bei Drodi nnd Kabncz ans. Eine weitere feindliche Truppe siebt zwischen Weichsel und Bug. während rndrrc bei Krasnik erfolgreich abgewiesen wurden. Tie mittserc Grnppe, Permutlich die stärkste, konnte in Galizien Eindringen. Ans der Linie Rawaruska- Zolkyew winde die nissischc Offensive gebrochen. Aiis der ganzen, snst 100 Kilometer langen Schlmhtlinie wird jetzt seit 26 Stunden gc- känipft. Ter österreichische linke Flügel hat dev inittkeren russischen Grnppe schwere Verluste beigeZramt. Tie öfter- reichi'chen Truppen, die bei Krr.nik gesie ck linden, sind sehr erfolgreich im Kampfe gegen die russische rechte Flügel- zruppe. Dssterreichifche -?it. Ueber die Salt»»» der b-tcrr.lchisch-uiiMrü.hei, Truppen erzäylt der Kiicgrkbrrespondent d:r „Renen Freie» Presse" vom 21 . August: Sie Tapferkeit unserer Truppe:, ist über alles Lob erhaben. Besondere,, Schneid entwickelt unsere Kavallerie. Den Hörived-Hu^rc» inuhle r ..deiiei. besohlen werden, nicht allzu tolllühn gegen di- sc::.bliche Jusanierie in die Schützengräben onznreitc», was sie wiederholt getan hoben. Die Runen könne» dem Bajonettangriff der Unsrigen »ich! tandhaltcn. Lbo immer uujere Truppen Mit Russen zusam- incictressen, zugen sie ihnen an innerem Wert bei weitem überlegen. Dadurch wird das Selbstvertrauen der Unsrigen gestei- ier:. fern Hanptguortier des snböstllchen Krieges kommt eine ähnliche Nachricht: Es ist ein Wettrennen der Nationali- ät'.n i hervorzuinn. Dos schwierige Gelände macht jedes .«efechr - i einem crvittcrten Ringen Brust -n Brust. Unsere öolra:::: sind iivmcr die Angreifer. Italien. Vnd-gp-st, 28. August. Der „Pester Llond" vervssent- llchi ,m heutigen Abendblatt solgenbe Wiener Ddprschr: Die Mütccliing der „Agenzia Stefoiii", die den Verdächtigungen Italiens durch die iranzöfische Presse mit der Erklärmia ent- -I««« Tageszeitung, samsrag, de» 20. August ISIS. gegentrat, daß das Verhältnis Italiens zu Ocsierreich-Ungarn nach wie vor ausgezeichnet sei, hat in hiesigen Kreisen sehr an. genehm berührt. Man betrachtet dieses amtliche Eommmii- qu« der italienischen Regierung als eine neuerliche Bekräftigung des bekannten Ncutralitätsstandpunktes und als eine Betonung dessen, daß der Zweifel bezüglich Haltung Italiens, wie man sie in Frankreich gerne erwartet hätte, unzulässig ist. Die französische Presse, die in tendenziöser Weise die falsche Darstellung über die Absichten Italiens verbreitet hat, kann es nur sich selbst zuschrciben, wenn die italienische Regierung die Definition ihrer Neutralität jetzt noch einmal wiederholt und noch uni eine» Grad wärmer für die Verbündeten zum Ausdruck bringt. Dcr itaSicnildjc Mlchntler in Orrlin. Berlin, 28. August. Der italienische Botschafter in Berlin, Bollati, ist heute wieder hier eingeirosfen. Kiairtfchon. Rom, 2ü. August. Aus Tsingtau wird gemeldet, Freitag Abend hätten die deutschen Truppen eine Depesche des Kaisers erhalten, die sie zum Widerstand aufs äußerste auffvr- dert. Alls Bauwerke, die dem Feinde als Ziel dienen können, wurden gesprengt, alle chinesischen Dörfer des Echieis vom Boden weggesegt. Der englische Torpcdosäger „Kennet", der die deutschen Torpcdojägcr bei den Batterien von Tsingtau verfolgte, hatte drei Tote und sieben Verwundete, aber keinen Materialschaden. (Pin Kchrnpnkölchnii und 72 oofr. München, 26. August. Bo» den in München eingotrvsfe- nen Schwcrveiwundcten wird erzählt, wie in einem Schützengraben 72 Franzosen gefunden wurden, die ein einziger Schrapnellschuss getötet hatte. Ein engl'nheg Mnlntionsingrr in Jriuikmdj. Zu "bei Vorgeschichte des Krieges ist eine Meldung von grossem Interesse, die am 25: Februar 1013, also »er nunmehr anderthalb Jahren, im „Eil Blas" erschien. Es heisst da: „Ein in Ostsrankreich ersitztinendes Blatt brachte eine höchst merkwürdige Enthüllung, In den militärischen Kreisen des Ostens erzählt man sich, dass die Stadt M g u - beuge, die unweit drr nordöstlichen Grenze Frankreichs an der Bahnlinie Köln—Paris liegt, seit mehreren Wochen mit grösseren Mengen englischer Munition versehen werde. Die Stadt Maubeuge ist militärisch von grosser Bedeutung. Sie wird im Feldzugsplan des französischen Generalstabes als Konzentrationspunkt für die verbündeten englisch-französischen Truppen bezeichnet, die im Kriegsfall von dem englischen General grench unter der Oberleitung des französischen Generalissimus Jossrc besehiigt werden sollen. Nun ist bekennt, dass die englischen Geschütze nicht das gleiche Geschoss wie die französischen haben. Die beiden Regierungen seien jedoch übereingekommen, schon in Friedenszeiien aus französischem Gebiete diejenige» Munitionsmcngen anzu- häujen, die im Kriegsfall sur die englische Artillerie notwendig sind." Kanada unterstützt England. Kopenhagen, 26. August. In einem Privatbries aus Kanada an de» hiesigen Konsul Riknitzer wird mitgeteilt: Kanada sendet 50006 Mann dem Muttcrlande zu Hilse, ferner 50 Millionen Dollar, eine Million Säcke Weizen und ein Hospitalschisf mit Aerzten und Krankenpflegern. Englands ägyptische Sargen. Aus K o n st a n t i n o p e I wird gemeldet, die Engländer befürchten eine Revolution der arabischen Bevölkerung Aegyptens. Ein Komplott mehrerer ägyptischer Offiziere gegen England soll bereits entdeckt worden sein. Etwa 00 Offiziere seien verhaftet. Die Eiugeborcncntruppe sei entwaffnet worden. Die englische Militärbehörde befürchtet auch eine Invasion der arabischen Truppen der Türtei, und hat bereits Verteidigunzs- mnssrcgcln getroffen. Die Olkupaiionsiruppen mit ihrer Artillerie ist längs des Suezkanals aufgestellt. Man befürchtet aber, dass sie zu schwach sein werden, um ein Angriff von 50 000 guibewasfneicn und von religiösem Fanatismus beseelten Leuten zu widerstehen. Maeterlinck gegen Deutschland. Wie aus Brüssel gemeldet wird, hat Maurice Maeterlinck sich als Kriegsfreiwilliger gemeldet. Er begründet in den belgischen Blättern diese Meldung durch ein Schreiben, welches die stärksten Beschimpfungen Deutschlands enthält. — Auch dieser Mann ist von unseren Theaterdirektoren, die sich um deutsche Dichter so gut wie gar nicht kümmerten, hochgebracht, dauernd gespielt und zu einer europäischen Berühmtheit gemacht worden. Run dnnkt er uns auf japanische Art. Aber wir müssen stumme Hunde sein, wenn wir den aufgeblasenen dichtenden Geheimniskrämer, dessen höchste Kraft in seiner Unverstand- | lichkeit liegt, für die freche Beschimpfung unseres Landes nicht durch feine unbedingte Verbannung von den deutschen Bühnen züchtigten. Wir hätten daun noch den einen Vorteil, dass wir unsere lostbaren Abendstunden nicht an geschwollene Langwoi- lerei zu vergeuden brauchten, Zlikil Will für den Anichlnsr SkankMuifw an ku Dreibund. Stockholm, 26. August. Sven Hedin begann seine aus tlö schwedische Städte berechnete Vortragsreise, um für den Anschluss Schwedens und der übrigen beiden skandinavischen Reiche an den Dreibund zu agitieren. Die schwedische Regierung hat kein Verbot der Borträge Sven Hedins erlassen. Japan van England gekauft. Ein Zufall hat dem „Wiener Journal" ein seltsames Dokument IN die Hände gespielt. ein Dokument, das wieder einmal die ganze Verlogenheit und Rachsucht ausdeckt, mit der die- Ententemächte unter Führung Englands den Krieg gegen Deutschland begonnen haben und weiterführen, ein Dokument, das in einer deutlichen Sprache den Beweis dafür- liefert, daß England und seine Enlentegenossen mit brutalen Pressiunen Völker gegen ihren Willen in den Krieg verwickeln. Japan ist England aus dem russisch-japanischen Krieg Milliarden schuldig geblieben, und unter dem Drucke dieser Schuld muss Japan sich dem Kampfe gegen Deutschland anschlicssen. Das Dokument, von dem wir spreche», ist der Abschicdsbries, den eick, Japaner, der lange in Wien gelebt hat, hier seine» Studien nach- gcgangen ist, an eine Wienerin geschrieben hat. Der Brief lautet: Wien, 2t. August 191t. Sehr geehrtes Fräulein! Wegen der schrecklichen Wendung, von der Sie schon wissen, wurde ich von der japanischen Botschaft in Wien aufgefordert, sofort das schöne Wien zu verlassen. Japan wird von England gelaust, dem Japan viele Milliarden aus dem russisch-japanischen Krieg schuldig ist, die es noch nicht abzahlen konnte! Erstaunt und verärgert bin ich. Doch habe ich mich enischlasscn, heute abend mit einigen Landsleuten nach Italien zu fahren. Dass Japan gegen Deutschland sei, dem J.ipa» über alles dankbar zu sein verpflichtet ist, kann kein Japaner glauben. Vielleicht mutz !m Grunde irgend -:'n Geheimnis liegen. Am Ende wünsche ich nur: Der liebe Gott möge Ihr Vaterland stützen und ihm und Ihnen Siege und Glück verleihe«. England in jkhr rrnfirr fagr. Kopenhagen, 28. August. Die Londoner „Evcning Post" schreibt hiesigen Berichten zufolge in ihrer Ausgabe '. am letzten Dienstag: Die Nachricht von den ernsten Verlusten unserer Verbündeten und von der Tatsache, daß unsere eigenen Leute auch schon im Feuer standen, gibt für viele unter uns cin Erwachen zu der harten Wirklichkeit, vor der wir stehen. Wir sind tatsächlich in einen harten Kampf mit der mächtigsten Nilitär- monarchie der Weit verwickelt. England ist in einer ernsten, sehr ernsten Lage. Die letzten Nachrichten lehren, daß die Tage des behaglichen Lebens vorüber sind. Jetzt, da unsere Truppen und die unserer Verbündeten Niederlagen erlitten haben, ist kein Platz mehr unter uns für Tagediebe und Bummler. . Mit anderen Worten heißt dies, daß die Tagediebe und Bummler nunmehr in die herrliche englische Armee eintreten sollen! ZwerMittionenKriegfreiwillige. Berlin, 28. August. Wie der „Deutsche Kurier" hört, ist der Andrang der Kriegsfreiwilligen zu den deutschen Fahnen nach wie vor so stark, daß die zwei Millionen bereits überschritten sind. Dabei ist der Prozentsatz der Tauglichkeit ein so hoher, daß nur wenige Leute wegen Untauglichkeit zu- ruckgewiesen werden. Die enttäuschten Franzosen. Siraßburg, 28. August. Ueber den zurückgeschlagenen Vorstoß der Franzosen aus das Elsaß wird nachträglich noch bekannt, daß die Franzosen, die Mülhausen 18 Stunden beseht hielten, eine große Wagenladung französischer Gesetzbücher miigebracht hatten, sowie eine weitere Bagage mit französischen Schulbüchern und Atlanten. In diesen war Elsaß-Lothringen als Teil der französischen Republik eingedruckt. Im Rathaus zu Mülhausen war bereits ein französisches Aushebnngsbureau eingerichtet und die französischen Wappen an den .Kassenschränken angebracht. Doch hat der deutsche Eegcnrorstoß dem französischen Traum in wenigen Stunden ein ähes Ende bereirct. Ein Kampf in den Lüften. Ein Kämpfer von Lüttich berichtet in einem Briefe der „Kölnischen Vollszeitung": Am 7. August konnten wir dicht über unseren Köpfen den Kampf eines französischen Doppeldeckers mit einer deutschen Rumplertaube beobachten. Als der Franzose in Sicht kam, schossen wir aus ihn. Jede Flinte ging los, ebenso gingen die Schnellscuergeschühe los. Aber leider trafen wir nicht. Der Acroplan flog weiter. Er war indes noch keine 100 Meter weit gekommen, als eine deutsche Rumplertaube aus ihn stieß. Der Franzose versuchte zu entkommen, erhielt jedoch von der Taube einen tadellosen Treffer, so daß er im Eleitsluge nieder- gehen mußte. Der den Apparat führende Offizier hat sich selbst erschossen. Schlaf; Heiligenverg. Vor einigen Tagen hieß es, daß Schloß Heiligendcrg bei Jugenheim, der bekannte Sitz des englischen Admirals Prinzen Ludwig von Battenberg, den Zwecken des Roten Kreuzes dienstbar gemacht werden solle. Das Rote Kreitz lässt erklären, daß dies nicht zutreffend sei. Da e» ohne Zweifel für die hessische Regierung peinlich ist, die Beschlagnahm, des battenbergischen Eigentums zu verfügen, so wäre cs zu erwägen, ob nicht von den Landständen ein entsprechender Antrag eingebracht werden könnle. Zu einer Zeit, wo die Engländer auf der Tee und in den Kolonien über Deutschlands Privateigentum schalten und walten nach Belieben, würde man es nicht verstehen, wenn das Eigentum eines englischen Admirals in deuifche» Landen unanae tasiet bliebe. die Gefangenen werk» nicht in ötrpfikii klchijftigl. Berlin, 2(5. August. Zn den mancherlei falschen Gerüchten. die gegenwärtig aufflackern und unnützige Besorgnis- sr- breiton. gehört auch die merkwürdige Behauptung, die Gefangenen in den Bergwerken verwendet werden infon. Diele Seite 3. '9t*. 202 (—------ Absicht besteht nirgends. Ebenso sind dte Zentralbehörden im Reich und in Prtußen, ebenso die meisten anderen Bundesstaa,' ten der Ansfassung, daß im allgemeinen Kriegsgefangene nicht eher zu Arbeiten verwendet werden sollen, solange für die fragliche Beschäftigung einheimische Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. ‘ft. KtintUebttMrilngvoll ffidjni gefüllklikrünegtr. Berlin, 20. August. Es lausen bei der Heeresverwaltung von Zeit zu Zeit Anträge auf Erlaubnis zur Uebersührung. von Leichen gefallener Krieger in di« Heimat. Die Erlaubnis kann leider zur Zeit nicht erteilt werden. Es liegt in der Natur des Kriegrverhältnisses, daß dic.Babnen in der jetzigen Zeit gerade im Operationsgebiet durch Verwundeten-, Gefangenen- usw.,Transporte in Anspruch genommen sind. Die Angehörigen gefallener Krieger weiden in patriotischem Empsin- den die Maßnahme verstehen , ^ — - Der Kaiser und die Ostpreußen. Berlin, 27. August. Vom Kaiser und König ist dem Ctaatsministerium nachstehende» Telegramm zugegangen: ,i Großes Hauptquartier, 27. August. J Die Heimsuchung meiner treuen Provinz Ostpreußen durch das Eindringen feindlicher Truppen erfüllt mich mit herzlicher Teilnahme. Ich kenne den in noch schwerer Zeit bewährten unerschütterlichen Mut meiner Ostpreußen zu genau, um nicht zu wissen, daß sie stets bereit sind, auf dem Altäre des Vaterlandes Gut und Blut zu opfern und die Schrecken des Krieges auf sich zu nehmen. Das Vertrauen zu der unwider- istehlichcn Macht unseres heldenmütigen Heeres und der unerschütterliche Glaube an die Hilfe des lebendigen Gottes, der dem ^deutschen Volke in seiner gerechten Sache und Notwehr bisher so wunderbaren Beistand geleistet hat, werden niemanden in der Zuversicht auf die baldige Befreiung des Vaterlandes von den Feinden ringsum wanken lassen. Ich wünsche aber, daß alles, was zur Linderung der augenblicklichen Not in Ostpreußen, sowohl der von ihrer Scholle vertriebenen, als auch der in ihrem Besitz und Gewerbe gestörten Bevölkerung geschehen kann, als einen Akt der Dankbarkeit de» Vaterlandes sogleich In Angriff genommen wird. Ich beauftrage das Staatsministerium, im Verein mit den Behörden der Staates, den provinziellen und städtischen Verbänden und den Hilssvereinen auf den verschiedenen Gebieten der Fürsorge durchgreifende Maßnahmen zu trefscn und mir von dem Geschehenen Meldung zu machen. - Aus den nachstehenden Bekanntmachungen geht hervor, daß die Russen Insterburg noch nicht besetzt haben dürften. In- dcsien ist der Fall, wenn auch nur vorübergehend, vorgesehen! Die Mrn noch nicht in Werburg. f" Der Ortskommandant von Insterburg, Generalmajor Miktelstädt, erließ in der in Insterburg erscheinenden ..Ost- deutschen Dolkszcitung" vom 22. August folgende Mitteilung zur Orientierung über die Grenzlage: t „Die Russen sind gestern und vorgestern vorwärts Gumbinnen schwer geschlagen und können überhaupt vor acht Tagen nicht hier sein. Tie hiesigen Truppen sind auf höhe- rcn Befehl andcrslvo zu verwenden, werden aber zwei bis drei Tage mindestens in der Nähe bleiben. Es wird bald größere Einquartierung koinnien. Die Intendantur ist angewiesen, durch die Stadtbehörde den hiesigen Einwohnern alles an Lcbcnsinittcln zu geben, was sie hat. Einzelne direkt Anfordernde erhalten nichts. Falls die Stadt von preußischen Truppcn geräumt und später (was Uberlsaupt vor acht Tagen nicht möglich ist) die Russen Insterburg be- srtzen sollten, -st», ist eidaSbest^- wen» jeder lssiikwW», *■ seinem 'Hause bleibt und den Russen gegenüber Gastfreundschaft übt?' Nurdäin^ober imr'dann ist es gewährleiffsts, t«ß keine Reprrssolieir^eübk werden. Erfahrungsgemäß rauben die Russen nur die'Häuser aus, die verschlossen sind. Es wird daher ernstlich geraten, daß jeder in seinem Hause bleibe. Ich ersuche, in diesem Sinne zu wirken. Mittelstadt, Generalmajor und Ortskommandant.' Der Oberbürgermeister von Insterburg, Dr. Kirchaoss, erließ nachstehende Bekanntmachung: .Auf Wunsch dcS Garnisonkommando? machen wir hierdurch bekannt, daß eine unmittelbare Gefahr fiir Insterburg nicht, vorliegt und deswegen ein Grund zur Beunruhig ,ng nicht gegeben ist. Es scheint uns im öffentlichen und im Interesse der Hauseigentümer und Ladenbesitzer zu Ii:„e», daß jedenfalls diejenige», die hier Häuser oder offene Geschäfte. besitzen, weder die Häuser noch die Geschäfte schließen, da Häirser, welche ohne Bewachung sind, von cinziehenden Truppen gewaltsam geöffnet werden und Gefahr laufen, dcnioliert zu werden. Ueberdies ist in den nächsten Tagen wahrscheinlich sehr große Einquartierung zu erwarten, die die zuletzt angedeutcte Gefahr noch besonders erhöht." Ans der Heimat. * Frirdbcrg, 29. Ang. Hoch der Landsturm! Als gestern bei einer Landsturmiibung der Oberleutnant B o l p den Sieg über die Engländer bei St. Quentin bekannt gab, erklang cs aus der Reihe der Landsturmmänner im schönsten Wetterauisch: „Wcnn mer hin konime, kräjc se npch vill mich!" '* Friedberg, 29. August. SJet lüfte. Dr. Ludwig Becker, der Sohn des hiesigen Sauitätsrats Becker ist auf dem Felde der Ehre gefallen. Schmerzerfüllt nehmen alle seine Freunde und Bekannten die Trauerbotschaft aus und erschütternd wirkte sie aus seine Angehörigen. Möge Gott ihnen Trost gewähren in dem Bewußtsein, daß der Tapfere einen ehrenvollen Tod gesunden hat, denn süß und ehrenvoll ist's. für's Vaterland zu sterben. — Der Sohn des hiesigen Schutzmann» Kaiser, der Gefreite Martin Kaiser, ist schwer verwundet worden. Hasten wir, daß dem jungen Helden völlige Genesung werde. — In den letzten Kämpfen wurden verwundet der Eins. Gefr. R euho f, hier, Louis Se« u. Zipperlein aus Rodheim v. d. H. und Landwirt See aus Köppern, Sohn des dortigen Posthalters: die Verletzungen sind leichterer Art, • Friedberg, 29. August. In der Stadt Marburg, IN welcher der Bürgermeister die Höchstpreise für Lebcnsmiftel festgesetzt hat, kostete 2 Kilo Schwarzbrot 2. Sorte 92 Psg., in Friedberg 98 Psg., 2 Kilo Schwarzbrot l. Sorte 96 Psg., in Friedberg 60 Psg., 1 Kilo Roggcnmehl 29% sg., Pin Friedberg 31 Psg. Warum inuß die Friedberger Einwohnerschaft mehr bezahlen, als diejenige der Stadt Marburg? - Ober-Rosbach, 29. August. Die schweren Kriegszeilcn haben sich auch hier recht fühlbar gemacht, nicht nur durch da» Hinausziehen von über hundert tapferer Daterlandsoertridi- ger, sondern auch dadurch, daß der Arbeitsverdienst durch die teilweise Einstellung des Bergwerksbrtrtcbes mangelt. Und trotzdem hört man wenig Klagen, mit verschwindenden Au^ Nahmen trägt Jeder gern sein Anteil bei für di- große Sach« de, Vaterlandes. Durch die Bemühungen de» Herrn Pfar- reis Schäfer wurden zunächst über 908 Mark durch freiwillig« Gaben für das Note Kreuz gesammelt, damit die Helden, die für ihr Vaterland geblutet haben und in den Lazaretten der Wartung und Pflege zur Wiedergenesung obliegen, in keiner Beziehung Mangel leiden sollen. Auch der im Felde stehenden or Von Sonntag, den 30 . Angnst ab stehen bei mir 25 ptc AMs Herde zum Verkauf. Wdor Strauß. ALL. ^bcr!Uockll.idt. _ gtltfw St»tl,ri» 20 . Wedberger Herddarre zum Dörren von Obst u. Gemüse für die kommende Zeit glänzend bewährt empfiehlt A. W. Hess, „Sifs.. BicrLHcnning, >. ».#. Abteilung B. chein. techn. Produkte empfehlen flüssig. Vedkllsvlichs,Llil>lb»rM' feste Bodenwachje, Putzertrakt farbiges Oarboliiieum „Colop". Stanbvindende Bodenole. Frucht- 11. Kartoffel- Slie ke empfehlen billigst Netscher & Hauck Friedberg i. H. Reichelsheim i.d.W. Fabrik mettrikl S1»i>ki»iich1»»zra. 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Auch für dte bedürftigen Familien für die ja die staatliche tlniur stützung in keiner Weise ausreichend ist, werden wöchenttich: bestimmte freiwillige Beiträge erhoben, wobei auch die Ge meindevrrwaltung IN dankenswerter Weise ihre volle Hm.» stüßung zum Beschlüsse erhoben hat. Gestern sand der erste Auszahlungstag statt, und wurde je nach Bedürftigkeit vnd Kindcrzahl dte freiwillige Unterstützung scstgcscht und diei.-Ibe jeden Freitag ausbezahlt. Und wenn am Anfang schon ,strki 100 Mark pro Woche als das allcrnotwendigste gebraucht wer den, so wird diese Unterstützungssummc jede Woche großer werden, so daß es auch Ehrenpflicht für jeden Orlscinwohicr ist, der nicht durch Stellung von Angehörigen zum Heeresdienst jchan herangezogcn ist, sein sollte, auch seinerseits nach bestem Können sein Scherflein als Kricgssteuer beizutragen, >n> jed« unverschuldete Not von den Familien der in» Feld gezogene» Batcrlandsvettcidigcr abzuwcndcn, beziehungsweise cinzeire tcne Notstände lindern zu helfe». Starkeuburg. * Darin stadt, 27. August. Ein in Folge der erlittenen Verwundungen im hiesigen Lazarett gestorbener ftanzösischer Oskl- zicr wurde gestern Nachmittag in Begleitung eines katholischen Geistlichen auf dem hiesigen Friedhose beigcsetzt. Der -infache Lcichcnwagcn wurde von ejncm drcidoppclten ArtMericgrspann gezogen und von 8 Kanonieren begleitet. — Die militärische Beisetzung an sich dürfte aber unseren Feinden zeigen, daß wir uns durch keinerlei Gehässigkeiten und Grausamkeiten von der. Weg«, den unsere Kulturausgabe uns vorschreidt, abbringo» lassen. ' Uenrste nnd Drahtnachrichten. Grofter Sieg der Deutscher; über die Ruffen. Berlin, den 20. August. <20. 2 . B.) Unsere Truppen in Preusteu unter Führung des Generalobersten Gilgen borg haben die von Narew vorgegangene russische Armee in Stärke von 5 Armeekorps und 3 ÄavaUeriedivifioncn in 3tägiger Sihlach» in der Gegend von Willcnberg-Ortelsburg geschlagen. Die Russen werden jelrl übcr die Greure verfolgt. Dn ( 5 fnfralqnörtifrmnf!fr v. Stria. Voraussage: ruhig. Frankfnrler Wetterbericht. Heiter, trocken, tags warm, nachts kühler, Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: Kl Schmidt, Friedberg. 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M>i der ersten großen Schlacht? Er,. Matth. IN D. 39.: W.-r sein Leben findet. d:r wirds verlieren, und wer sein Leben verliert u-n meinetwillen, der wrrd's finden Liebe Gemeinde? Lob. Ehr und Preis sei Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit must heute der erste Gedanle sein, der unser Herz erfüllt, tlnjer Gott hat uns nicht im Stich gelassen! Er hat gleich zu '.lnsang des Kriege; beim ersten entscheidenden Schlag sich auf i i'.jere Seite gestellt, er hat unser Rusen und flehen gehört lind nnr d?n Sieg verliehen: drum Dank und Lob rind Ehr und Preis ihm. dem Lenker der Schlachten. Aber nun die andere S.'l'e' Wohl sind wir voll Dank gegen Galt, trdjl sreut sich » User Herz, wenn wir des Sieges denken, den uiticrc Soldaten pr'echten haben, aber zugleich zieht uns doch ein > -s G>fj,hi > !;/.) die Seele, wenn wir daran denken, daß nu. . -N'zen '5.,zen die Zeitungsblätter erscheinen werden «... --> .l.b, r i.rr?t: Verlustlisten, und werden uns erzählen van '^»ejallenen ei ) Verwundeten und Vermißten Diese Verlustlisten gehören ' m Krieg. so gut wie Schlachten und Siege, und wir mäßen )tragen ob wir »vollen oder nicht: Aber es ist sehr wichtig. > i e sie getragen werden, wichtig für jeden Einzelnen wie für » ns r ganzes Volk. Wir wollen sie tragen als Christen, nicht t:t Leichtsinn und Uebermut. aber auch nicht in mutlosem Ge- l'.r und Kleinglanben. ssein. nicht in Uebermut und Leichtsinn wollen wir uns da- r'b.r hinwegsehen. daß unsere Schlachten und Siege warmes rei-.'s Menscheublut kosten? Wenn wir das wollten, dann wä- k.'rr wir nicht wert. Deutsche zu heißen, nicht wert, unseres Herrn Jestts Jünger zu fein. Ja, wenn wir das wollten, dann täte es not. daß uns Gott noch viel tiefer in Jammer und Ung'iick 1 ue:njiihrte. um uns endlich unseren sträflichen Leichtsinn aus zu!« eiben? Das deutsche Volk hat ja auch in den letzten Tagen und Wochen gezeigt, durch sein Geben und Beispringen zum roten 5k re uz, daß es sich mit allem Erust seiner teuren Verwundete», aunehiuei» will. Aber wir müssen mit allem Ernst betonen: So viel auch geschehen ist. genug ist das noch lange, lange nicht! Und dabei denken wir nicht etwa nur darau. daß auch jetzt noch die Gaben fürs rote Kreuz immer weitergehen müssen, wir denken viel weiter? Das rote Kreuz will die Verwundeten pflegen: das ist gut — aber wieviel taufende werden aus den Lazaretten als geheilt entlassen werden und dann doch als Krüppel lebenslang arbeitsunfähig daftehen? Und gar. wie viele werden sein, denen auch das rote Kreuz nicht inehr :r« kann' Und daheim sitzen dann Witwen und Waisen? Es ist an jere christliche Pflicht, diesein Unglück offen in die Augen zu seüen. und wer von euch das einmal getan hat. der wird mit ii ir sagen: Es ist mit allen Gaben für; rote Kreuz noch nicht K'lan. es muß noch viel weiter gehen! Ja wir sprechen es ans: ,3 dürfte von jetzt ab und noch lange nach dem Krieg für kein Kriegervereins- und Gesangvereinsfest, für keine Kirines und keinen Ball — ja für kein Wirtshausgehen und keine Kaffee- k Itlljchaft überflüssiges Geld ansgegebsn werden, ehe nicht in nklergrüudlichster Weise für alle die gesorgt ist, denen der Krieg ihr Lebensglück zerstört! Aber es mag manchem von uns. der weiß, wie unser Volt H> iii den letzten Jahren ans Festefeiern gewohnt hat. die l'.»:i.je Frage kominen, ob das noch möglich ist. oder ob nicht r?<) d?m Krieg vielleicht alle guten Vorsätze vergesien sein :»er- de"' Und darum gehen wir noch weiter und sagen: es ist auch m noch nicht getan, unser Geldbeutel kauns überhaupt iiiuJV raiwn. unser Herz und Sinn muß von Grund auf anders wer- t -; i ! Wir müsien wieder lernen, daß all diese Dinge mit ihrem i •■■»»•;, und ihrem Vergnügen und Lustigsein nicht unseres Le- b.'»is l.'tzter Zweck fein können? Wir müssen auch wieder ein daß wir weder zum Geidverdienen noch zum Geloaus- {".-xn auf der Welt sind! Wir müssen wieder erkennen, daß r'.len Ecdenlebens letztes Ziel ist und bleibt: der Tod! L.hre uns bedenken, daß wir sterben müssen, aus daß mir k \ werden? Das ist gewiß eine bittere Wahrheit, aber es »st W'hrheit: und dieser Wahrheit sind wir in letzter Zeit gar zu aus dem Weg gegangen! Run aber hat Gott selber dieie 27- '»rheit in ihrer ganzen bitteren Härte var uns hingesteltt, i: d dis ins letzte Haus hinein, in Schloß und Hütte spüren »o:r r . heute: der Ted ist nahe! Wir wollen uns dem furchtbaren Ernst dieser unserer Lage ja nicht entziehen, wir wollen erkennen, daß hier der zu uns redet. vor desien Auge das Menschenleben ist wie des Gräfes Blume? Und wir wollen unser Herz und Gewissen weit «f machen und lauschen auf das. war der Allmächtige uns zu sagen hat' Und dabei werden wir dann eine ganz besondere und beglückende Erfahrung machen: die uralte und doch ewig ju»»ge Erjahrung. daß Gottes Nähe unserem Herzen Ruhe. Frieden uub Kraft gibt, mitten im Sturin. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, sagt und klagt noch der Sänger des al te», Bundes: Wir Christen sprechen anders! Herrgott, wir dan. ken dir. daß wir sterben dürfen! Aber das ist nicht Lebens- niuoigkeit, die so spricht, die sich fortsehnt aus dem Dasein, im Gegenteil, wir Christen freuen uns des Lebens, das uns unser Gott gegeben, geradeso oder vielleicht noch mehr, als andere Menschen--nein, wenn wir so sprechen, dann tun »oirs. weil wir durch unseren Herrn und Heiland wissen, daß es Dinge gibt, die noch tausendmal mehr wert sind, als alles Leben und Gliick dieser Erde. Wenn unsere Soldaten draußen mitte.» i»n Gewühl der Schlacht plötzlich das Bild unseres stillen Dörfchens vor sich sehen und sich denken, daß in diesen stillen F::e- den die wilden Horden des Feindes eindringen. Männer. Weiber und Kinder quälen und morden würden, und wenn sie dann, um ihre Lieben zu reiten, das eigene Leben einfetzen, dann spüren sie in ihrein Herzen etwas von den Dingen, die mehr wert sind als das Leben, von den Dingen, für die auch unser Herr Jesus selber in den Tod gegangen ist. von der achten tiefen Liebe und der wahren Gerechtigkeit. Darum sollen ui: nicht haltlos verzweifeln, sondern fröhlich und tapfer den Kaps heben und Gott danken dafür, daß auch in diesen Tagen deutsche Männer ihr Leben einsetzen dürfen für die heiligsten und höchsten Dinge, die wir Menschen kennen. Denn wer für Liebe und Gerechtigkeit sein Leben hinwirft, der tuts im Dienst unseres Herrn Jesus, unb wir alle, wir daheim und unsere Soldaten draußen sollens wißen Wer fein Leben verliert um J:su mitte»» der wirds finden. Amen. CßroniKa der Kriegsgeschichte. 20. August. Die Deutschen sind in BrUssel eingezogen. — Sieg der Deutsche» über die Belgier bei Tirlemont. Verlust des Feindes: eine Feldbatterie, eine schwere Botterie, eine Fahne und.->00 Gesungene. — Ei» englisches Unterseeboot von dem Kr^izer „Strotzburg" zerstört, zwei englische Torpedozer- störer erlitten durch den deutschen Kreuzer „Stralsund" Be- srliüdigungeu. Die deutsche Nordsee ist vou Feinden srei. — Ter Gouverneur von Kiantscho» siebt für Pstichterfnll- nng bis aufs äntzerste ein. 21. August. Unter Führung des Kronprinzen Ruprecht von Bayern schlugen die Deutschen aus einem Schlachtfeld, das sich vo» Metz bis zu den Vogesen erstreckt, acht sranzösisck«- Armeekorps auf's Haupt. Der Feind verlor niebr als 10,000 Gefangene und mindesten» 00 Geschütze. — Vor Nainur donnern deutsche Geschütze. 22. August. Die geschlagenen Franzosen wurden von den Deutsckren weiter verfolgt. — Sieg der Armee des Kronprinzen bei Longwy. — Bei Gumbinnen siegten die Dentsckien über die Russen, wobei 8500 Gefangene gewacht und 8 Geschütze cr- bentet wurden. 23. August. Ans der Flucht vou LotUringen der verloren die Franzosen über 150 Geschütze, viele Gefangene und Feldzeichen. Tie tu-iitfcf>o Armee ist in Lnneville eingezogen. — Siegreiche Schlecht der Armee des Herzogs Albrecht von Wärt, teniberg bei Neiisckiata» Belgien). Die Franzosen verloren zahlreiche Geschütze, Feldzeichen und Gefangene, darunter mehrere Generäle. - - Die Tentsck>en Truppen befinden sich in, Voriiiarich n:it Manbenge. — Die deulsckn- Regierung erklärte ans das Uliimatii», Japans, datz sie darauf Feine Ant- luorl gebe. — Bei Ti>r»iiki, an der galizischrn Grenze tunrdr r>»e russische Brigade vo» de» Lcsterrcicher» vernichtet. Ter Angriff eii>er rniiiKi>cn Kavallcriedivisw» brock, ziisom- inen. — 30 serbische Bataillone wurde» bei Bijegrod vo» den Ocsterreichern aus der ganze» Linie geworfen. — 24. August. Orstrrrrich erklärt, datz seiue Flotte in Ostasieu Seite n„ Seite mit der Deutsche» kämpse» werbe. — Die Deutsche» Ziesten sich vor starken riissisckv'n Streitkrästen in Ordnung Jiiriirf; russische Kavallerie bat Jnsterbiirg erreicht. 25. August. Die Stadt Ramur uub 5 Forts sind i» ««seren, Besitz. 4 Forts wrrbr» noch beschostrn. — Belgien unter beuischrr B-rviaOung, Feldiiiarsckiall v. d. Goltz wird Generals,oi.- vernenr. Die Eivilvcrtvaltung wurde de,,, Reg.-Prisid i- teu v. Sandt übertragen. — Die Oesterreicher haben den Lyiagora-Flntz überschritten. — Bei Krasuik rntwickelte sich riiik Schlacht mit »irhrrre» rustischrn Aruieekvrps, NM -rfieti Schlachttag btirbr» die Orstrrrrichrr siegreich, machten iiler 1000 Gefangene und erbenteten viele Fabnen iind Geschütze. — Ein Vorstotz von 20.000 Rnssen gegen die Biikotvina tviirdc von den Oesterreicher» blntig abgewiesen. 26. August. Bei Runiiir siub sämtliche Forts gesnllen. — Die Festung Lviigivt, tviirdr nach tapferer Gegenwehr erobert. — Die Armee des Kronprinzcn warf einen Vorstotz der Franz.», a siegreich zurück. — Dir Schlacht bri Krasuik endete mit ei ne», völligen Sieg der Oesterreicher, die die Russeu aus Lub lin zurückmarsen. Die Kriegsbeute der Oesterreicher de. tragt 3000 Gefangene, 3 Fabnen, 20 Geschütze und 7 bespannte Maschinengewehre. 27. August. Tic Franzose» befinde» sich vo» Cauibrai bis z» de» Südvogcsen im Rückzug. — Die Armer drs Geueraloberstcn v. Kluck hat dir ruglischr Armee bei Maubcuge geworfen. — I» mehrtägige» Känipsen wurde» 8 französische Armeekoips zwischen der Maas, Sanibre und Raniiir vollständig geschlagen. — Das Elsatz ist vom Feind gerämnt. — Zivische,, Aiitwrrpcn und Brussel wurden die Belgier »iiler grvsien Verlusten grschlagr». — Die Mobilmachung des Landstii'.ns der Belgien besetzen soll, ist befohlen 28. August. Tic englische Armee wurbe bei St. Onenti» vollstnadig gcschlnge» »»b brsiudel sich im vollen Rückfiig aus St. Duc» tin. Sie verlor inelirerc tausend Gefangeiie. 7 Jeldhalte- rien lind eine schwere Batterie. — Die Dentsckien Truppen überschritte» in breiter Front die Maas bei Mezieres. Die Franzosen tviirde» bis Epinal zurückgetriebe». - Die franzosisckie Regierung gesteht auf eine Anfrage Belgiens datz sie antzerstaiide sei, zu helfen, da sie selbst völlig üi de> Defensive sei. 28, August. Morainviller bei Lnnevill, das stärkste französisch«- Sperr- fvrts, wurde genommen. Deutsche Krlegsliriefe. Von Paul Schmede« »I. Unserem Großen Generalstab mar das bereits von 70 her belannt. Aber auch er hatte diesmal mit ganz anderen und durch den Dreifrontenkrieg besonders erschwerten Umstünde» zu rechnen. Ware es da ein Wunder gewesen, wen» hier an de, Zentrale in den entscheidenden Augenblicken so etwas wie Rer- vositüt herrschte? Ach, es ist ewig schade, daß mal, die ruhigen, ja selbst bei der Bekanntgabe entscheide»«! Siegesmeldungen fast unbeweglich bleibenden Gesichter unserer Generalstäbler nicht photographieren darf, nicht weil es die Arm«everwali»vg etwa oeeboten hat, sonderu weil sie selbst dem Verwegenen die Apparate konfiszieren lasten würden. So heute, als doch gewiß ein Lieblingswunsch der Männer vom Königsplatz in Ver- li» in Erfüllung gegangen war, den Kronprinzen des Deut sche» Reiches an der Spitze seiner Armee fechten und siegen >>> sehe», nachdem es bisher immer geheißen hatte, daß der Thron- solgcr nnr eine Dioisia» führe Aber ganz konnten sie doch »i-ht ihre Genugtuung darüber verberge», daß auch diese Armee sich nicht mit dem Siege begnügt, sondern die energische Verfolg ring des Feindes getreu den Intentionen des Großen Gensral- stabes ausgenommen hat. Schon gehen die Franzosen scharf tfviin iiub 3 He. Romon von D. Fentzner ; lgoriietzungl Srhli.'tzlicki fallt die Zeit, die schon viele, lind zwar is.ige ' -'ge.-I'chi, ersehnt hotten. — die Zeit der Heimreise. M>t ' • » Jubel wurde Ni(,cr tue Rochricktt von der boidi-ie» ' iäliiissung ellerseits niisgenoininen — ging es doch NN» ■■ ■( zu der fern?!, Heiiiiot. de» teuren Lieben! — Dotz pi- Soiion in voller Blute stond, bewies dos outzer- ihr,lick, reg« Leben, dos fico in dein sonst io stillen, lckite- , .:-ii Badeorte S. entfaltet lgitle. Miller den Kurgästen ln landen s>ck, die on solchen Orlen - '--gen Typen: mehr oder winder wobtbobende Kurbebürs- [■" „„fl s»cki nur noch Abwechslung sehnende Persönlichkeiten , . . den vcischiebensten Gegenden, denn weit iiver die engere Mil'-'eöiing hii:o»s stond dirs Stodtckien in> besten sitnse. Ans,er de» wirklich vorzüglichen OinIIen besotz es »och andere Vorzüge, die die meisten Kleinstädte nickt answeisen: Ein Tbcoter mit guter Besetzung und berrtickie Proinen.'den innerhalb »nd ontzerholb der Stodt. Die Loge des Bodeortes war übernns romantisch — »n- mutzio lrover von Laub- »nd N„detl»»>de. »nd wo man aus schlvellendem Moose ti >g- rnd beickiaiilicher Ruhe pflegen konnte. Aber für enipsiichsaiiie Geinüter oder sich vereinsamt und verlasien fühlende Mensche» hoben die düsteren Tanne», bot der schweigende Wot» noch seinen besonderen Reiz, »ad treffend ist der Vergleich des Dichters, der den Wold mit einem treue», vertronenswürdigen Freunde vergleicht, dem nion sein Leid klagen kann, bei de,» inan Berstörchnis n-nd T>oft findet: O Herz, wenn die Erde Nicht holt tvos sie versprach. Wenn Lieb und Tre» die Schlviire Jn arger Folschbrit brach-- Don» klage du dem Wolde Perteaneud de»«- Not — — Tann wird ans seinem Dunkel, Ans seinem Wnndergrii» -öeseeligend z»m Herzen Des Trostes Engel zieh»!--- Ans einem der weitab gelegene» Waldtvege schritt on einen, sonnige» Jnnitoge ei« schon besohrte-r Herr am Ar>ne eines schönen Mödckiens longjom dahin. Eine nnr wenig markierte Lobmbeit des rechte» Beines legte die Bern, »tun., nabe, datz er wobl um dieses Leidens willen die heilende Quelle ansgesncht haben Möge. , „Ich bin nengierig. wohin b» mich siibre» wirst. Ilse,' redete er die junge Dame an. „Wir sind gleich zur Stelle. Vater," entgegnet - r»s junge Modckien. „Vielleicht war es unüberlegt von n»r. dich soweit vo,n Kurhaus wegznlocken, aber ick, wollte 0 ,, doch gern mein Liebt,ngsptatzch^n zeige» »,'d dabei selwn. e- das alte Reh mit seinen Jungen noch dort ist. Bist dn c- luudet. Papa?" Die Frage klang kindlich bei- « !'»»> >var »o» eine, zörttickie» Blick begleitet. (Fortsetzuchi folgt). 91t. 2U2 zurück, das große Heer erscheint in zwei Teile zerrissen und das Oberelsaß ist vor weiteren Invasionen bewahrt. Was an Waf- scn, Geschützen und Gefangenen erbeutet ist, weiß man noch nicht. „Denn in dieser Beziehung schreiben wir keine Statistik", setzt unser freundlicher Instruktor humorvoll hinzu. Er bedauert auch, daß nach wie vor die Nachrichten selbst von den überraschendsten Erfolgen unserer Truppen so lakonisch klingen. Aber er gibt uns eine wundervolle Erklärung dafür: wir haben mit der absoluten Bescheidenheit und der größten Sachlichkeit unserer Heerführer zu rechnen. Hat man doch dem Großen Eene- ralstab einen der letzten Siege auf dem westlichen Kriegsschauplatz in der dienstlichen Form gemeldet: „Die vorgeschriebenc Linie ist erreicht". — Zwischen diesen wenigen Worten aber lai gen tagelange Kampfe. Langsam aber immer deutlicher zeigt sich nun auch eine Katerstimmung in der französischen Presse, und damit sind wir bei dem heiklen Kapitel angelangt, wie wir ln Zukunst der einflußlosen Zeit unseres auswärtigen Nachrichtendienstes ein End« machen können, damit das uns freundliche oder wenigstens neutrale Ausland besser von unseren Absichten, Leistungen und Aussichten unterrichtet wirb. Wenn auch jetzt wo man die Wahrheit eingestehcn muß, unsere Erfolge dem Ausland nur um so großartiger erscheinen werden, so ist doch nicht zu vergessen, daß Lauheit, Zaghaftigkeit und Gegnerschaft dort entstehen können, wo man aus Grund unrichtiger Jnfor- niationen zu dem Schluffe kommen muß, daß es beffer wäre, mit dem gefährdeten Freunde zu brechen. Nun, uns ist ja trotzdem nicht bange, denn wir haben, was wir bisher erreichten, nur unserer eigenen Kraft zu verdanken, und müssen auch für die Zukunft damit rechnen, daß das alte deutsche Sprichwort Recht behält: selbst ist der Mann! -lene Tageszeitung. Samstag, den 29 . August I9i* den schrecklichen Tagen der Beschießung muß es hier unten, ob- geschnitten von Licht, Luft und» Freiheit, wie in der Hölle selbst gewesen sein. Man sieht noch die Geschosse umherliegcn, die in die Panzertllrme gebracht werden sollten, aber aus halbem Wege wieder hingelcgt erscheinen, da inzwischen die Lage der Forts unhaltbar geworden war. Am Pulvermagazin ist die Türe ein- gefchlagen und es hat den Anschein, als ob der Schlüssel im entscheidenden Augenblick nicht zur Hand gewesen sei. Zn der Mannschaftsküche brodelt es im Kessel, denn die Leutschen Be- satzungstruppen, ein Jägerbataillon hat sich ganz häuslich eingerichtet und versucht, gemeinsam mit belgischen Arbeitern, selbst den unendlichen Schmutz und Schutt zu beseitigen, um im Anschluß daran Fleuron wieder zu einer starken Befestigung auszubauen. Neben der Küche ist ein Raum für etwa 20 Franktireurs, die man in der Nähe des Forts in den letzten Tagen aufgegriffen hat, und die nach Lage der Sache kein sehr zuversichtliches Wesen zur Schau tragen. Natürlich will keiner etwas von den verhaßten „Prussiens" gewollt haben. In einem weiteren Raume sind die Sachen der beim Sturm ums Leben gekommenen belgischen Soldaten aufgestapelt, blutbefleckte Uniformen, zerbrochene Gewehre und zerrissene Patronentaschen. Aus dem Fußboden des Bureaus tut sich ein wüstes Chaos von Plänen, Zeitungen und Briefen aus. In der hellen freundlichen Offiziersmesse, wo uns der gegenwärtige Beherrscher des kleinen Reiches, Herr von Rosenberg, empfängt, steht ein schneeweiß gescheuerter Tisch, deutsche Sauberkeit lugt bereits aus allen Ecken und Winkeln. Draußen aber in der glühenden Mittagshitze arbeiten zahlreiche fleißige Hände, um die zerschossenen Erabenwände wieder zu erneuern und die zerrissenen und zerschnittenen Verhaue wieder herzustellen. So blüht auch hier bereits wieder neues Leben aus den Ruinen. ____ Seite 2 uoi! meiner grau auf,getragen, die sie noch vor .1 Wochen Im fernen Berlin im Quartier gehabt hat, als ich unten in Semlin weilte. Mit einem Feldbccher Wassers tue ich ihnen Bescheid, denn Alkohol gibt es hier vor dem Feinde nicht und alle Wirtschaften rings um den Lauibcrtplatz, wie ich ihn in Vorahnu»., kommender Ereignisse nenne» möchte, sind geschlossen. Mit Rück, sicht auf die letzten Unruhen sind außerdem auf dem Balkon der Eouvcrnementspalasies zwei Maschinengewehre postiert, vü'j rend vom Tachstrjrcherab stolz die deutsche Flaoge weht. Ft^cd- lich llingt das Glockenspiel des monumentalen Baues, als ch>i, gegen 2 Uhr nachmittags die Weiterfahrt anirclen. Har: an dem Gelände vorüber, wo wir vor wenigen Jahren auf der Weltausstellung saßen und den Sieg der deutschen Industrie feiern halfen, sanft unser Wagen vorüber znm Fort Loucr-: t,!„. auf, das geradezu ein Studienobjckt für den modernen Fei« ungstechniker und den Geschötzbauer genannt werden kann. Mil urgewaltiger Faust babcn die Geschosse in den ~tls eingrgrif- fen und einen förmlichen Bcsuokrater geschaffen. Man si.rnn! in de» schwarzen Schlund und erschaudert vor dem Unheil. M, hier eine einzige Granate angerichtet hat. die dritte, die unser, durchschnittlich g—12 Kilometer entjernt stehende schwere Felo artillerie auf das Fort abgegeben hak. Reben dem tag cre' Kommandeur General Leman besanden sch etwa 330 tnanv Besatzung in dem Fort. An 130 Leichen lcegen jetzt ncch unter dem grandiosen Trümmerhaufen, der gegenwärtig dc:> Erdboden glcichgcmocht wird. General Leman wurde durls die Explosion inehrcre Nieter weit geschleudert und bewn-stia, ausgefunden. Er hat sich das ausdrücklich protokollarisch bestätigen lassen und befindet sich jetzt als unser Gesängen, r in guter Pflege. Man soll ihm sogar seinen Degen belassen haben. Auch auf den Loucin ist von uuseren Truppen noch ein Sturmangriff unternommen worden, und inancher brove Junge ist dabei geblieben. Eine,» von ihnen, der sich besonders hervorgetan haben muß haben die Kaureradeu ein ciacn:s Grab gegraben. Zn feinen Häupten steckt eine Lanze, an der de: schwarz-weiße Fähnchen lustig im Wind« flattert. während z> Füße» eine Stange den Rock des Dragoners trägt, Und wcur im fernen Vaterland eine Mutter. Schwester, oder Brrut " , den Toten am Rande des Forts Louein trauern sollte, so man es ein kleiner Trost in ihrem Leide fei», daß heute ein Häuf, lein teiluchurender deuifchcr wnd fremdländischer Männer cn diesem ersten ihnen zu Gesicht gekommenen Soldatcno.rab oes grcßen Krieges von 1914 eine stille Andacht verricht:i Hel. Ans der Aeimal. * Frankfurt a. RI., 2g. August. Wie das eroberte Belgien allniühkich verdeutscht wird, zeigt sich darin, daß aus de n Ober pcstdiiektiansbczirk Frankfurt a. M. »cijchiedenc Postbermt, nach Belgien beordert sind zur Besetzung dortiger Postämlor. * Hanau, 29. August. Das Königliche Proviantauit Hanau macht darauf aufinertfam, daß noch alter Hafer gekauft wird. Angebote sino dem Proviantamt umgehend zu- gehcn zu lassen. rtochmaks nrrsere Gemnseernle. Schon vor 14 Tage» haben wir auf die Gefahr aujinerljam gcinacht, die unserer Eemüseernt« droht. Unsere damalig» Warnung hat sich vollauf bestätigt. Tausende von Raupen des Kohlwcißliugs sind heule an der Arbeit, unser Weißtraut, Rotkraut, Wirsing usw. zu zerstören. Es ist also höchste Zeit, jetzt an das Ablesen resp. an das Zerdrücken der Raupen hcr- anzuaehen. Um die Tiere nicht in die Hand nehmen zu müsse», kann mau dieselben auch Mittelst einer Schere zerschneiden. Wenn einmal der Fraß soweit vorgeschritten ist, daß die Blatter Ler Kohlpjlanze» stark Rot gelitten habe», hat da« Vertilgen der so gefräßigen Raupen leinen große» Wert n:chr. Die Blätter, die wesentlich zur Ernährung der Pflanzen beitragen, ersüllcu diese Tätigkeit dann nicht mehr vollständig. Ein weiteres gedeihliches Wachstum der Pfla»»zen ist daher ausgcfchlcssen. Eroßh. Obstbau- und landw. Winterschuke Friedbcrq. Kirchliche Anzeigen, tfvangelische Gemeind«. l2. Sonntag nach Trin., 30. August. Gottesdienst in der Stadtkirche. Bormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Ritte«. Atends 8si, Uhr: Herr Psarrer Diehl. Gottesdienst in der Burglirche. Vorm. 8'A Uhr: Herr Kandidat Bock. Vorm. II Uhr: Kindergottcsdicnst: Herr Pfr. Ritter. Nachm. 2 Uhr: Katrchismurlchie für die männliche Jugend Herr Pfarrer Klebrige r. Die Elter» der an Ostern Konsirmicrtcn werden d r > » gend ersucht, ihre Söync zum Besuch der Katechismuslehtt anzuhaktcn. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach, Vorm. 10 Uhr: Herr Psarrer Z atz mann. Anschließend Katechioniuslehre jür die Mädchen Katholische Gemeinde, 13. Sonntag nach Pfingsten, 30. August. Deichtgelcgcnheit au> Samstag nachmittag von 3 Uhr, Sonntag früh von y,G Uhr an. ’A7 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Miliiärgottesdienft fSingmesse mit Predigt). ttzlO Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2'/. Uhr: Bittandacht mit Segen: danach Versammlung dös Vereins der christlichen Mütter. Die Andachten aus Anlaß des Krieges sind wie bisher Mittwoch und Freitag Abend 8!-i Uhr. Feierabend Friedberg. Sonntag, den 30. August: Besuch der Abend,oltesdicnstesj — Sammlung am Verc inslokal. Vom Großen Haupiquartier nach Lüttich und Namur. In den ersten Morgenstunden des Montag hämmern die Fäuste des braven Thomalla den Eeneralmarsch gegen »reine Stubentür. Er meldet, daß unten Automobile zu einer Reise ins Belgierland bereit sind. Die Fahrt geht in Gesellschaft der Militärattachees von Schweden, Rumänien, Spanien, Nordamerika, Chile und Argentinien vor sich und verschafft uns das Vergnügen, außerordentlich liebenswürdige und durchaus deutschfreundliche Sachverständig« an Bord zu haben. Ganz leise stehlen wir uns zum Tore hinaus, an dem die Wache beim Erscheinen der Automobilkarawane ins Gewehr trat und etwas mißtrauische Gesichter beim Anblick der bunten fremdländischen und ihr ganz unbekannten Uniforme» machte. Aber die beiden Soldaten des Automobilkorps an der Spitze unseres Zuges und die Majors vom Großen Eeneralstab im letzten Wagen beruhigten sie schließlich und fort ginge, der fernen Grenze ent» gegen, über 200 Kilometer. Die deutsche Landesgrenze passierten wir auf der Fahrt bis abends und als wir die Glocken des Münsters erklingen hörten, in dem Kaiser Karl der Große den ewigen Schlaf schläst, sagten wir uns aufs neue, wie schon so oft in diesen Tagen, daß es nicht nur eine Freude, sondern ein ganz besonderer Stolz sein müßte, für dieses Land zu siegen eder zu sterbe». Dieses Elllcksgkfuhl und dieser Stolz leuchteten all denen aus den Augen: die wir auf der langen Fahrt der Grenze zu»narschieren sahen und die in der Hauptsache Reserve- und Landwehrmannschasten waren. — Unterwegs stießen wir noch auf die letzten Spuren der Verwüstungen aus den Landstraßen und in den Straßen der Städte, die dazu dienen sollten, den Vormarsch unserer Truppen nach Möglichkeit aufzuhalten. Den Automobilverkehr hat man ja wohl einige wenige Stunden durch die tiefen Gräten, gesällten Bäume und Barrikaden aller Art aushalten können: aber die deutschen Truppen haben über alle diese Hindernisse nur gclächelt und sind darüber hinweggestürmt, dem Siege entgegen. Auch einige gespannte Drahtseile, stachelige Verhaue, umgestürzte Wagen, Fallgruben und iihn- lichc Scherze, mit denen inan im Krieg stellenweise hantiert hatte, sind nicht geeignet gewesen, unsere braven Jungen längere Zeit aufzuhalten. Wahl ist maiicher darin hängen geblieben oder darüber gestürzt und am Ende gar ein Opfer schleichender Franktireurs geworden. Allein diese feigen Burschen hatten nicht bedacht, daß andere nachrücken und sie für ihr Treiben mit aller nur wünschenswerten Strenge bestrafen würben. Und daraus allein ist es zu erklären, daß schon bald hinter den letz- >en Häusern von Neutral-Moresnct das grauenhaste Bild der Zerstörung sich bietet, bas irgendeinen belgischen Gesandten zu der unverschämten Behauptung veranlaßt hat, die deutschen Truppen hätten hier wie die Hunnen gehaust. Schade, daß man ihn nicht bei den Ohren nehmen und etwa durch Battice, das allerdings von den Deutschen zu einem nco- dernen Pompeji gestaltet worden ist, führen kann. Da hätte er di« ganze Feigheit seiner Landsleute so recht deutlich suhlen können. Sollten doch unsere Truppen hier direkt in einen von den Franktireurs gelegten Hinterhalt sollen, nachdem sie die steil absallende Dorsstraße und «ine an die Mance-Schlucht bei Gravelotte erinnernde Straße, die zum Munizipalgebäude führt, erreicht hatten, und dem verräterischen Schützenfeuer ausgesctzt weiden, das denn auch neben dem Rathaus und der Pfarrlirche säst das ganze Städtchen zu einem Raub der Flammen werden ließ, nur noch die umfangreichen Ruinen, unter denen, nach dein stechenden Geruch zu urteilen, viele Leichen liegen müssen, geben ein warnendes Menetekel für die, melche cs immer noch besstzen wollen und unseren siegreichen Truppen die Freude am Ersolg durch gemeine Meuchelmörder aller Art zu vergällen s ichten. Ich möchte beinah« dem Großen Eeneralstab den Vorschlag machen, Photographien von Baltic« durch unsere Flieger über de.» sranzösischen Eienzorten abwcrse» zu lasse» und dazu Warnungen vor der Wiederholung der Greuel, die die in dieser Beziehung allzu lernbegierigen Belgier den Franktireurs von 1870-lt abgeguckt haben. Auch könnte man den Fliegern gleich zur Beachtung für di« Festuiigslommandanten Abbildungen der Verwüstungen mitgeben, die unsere schweren Feldgeschütze an den Lütticher Forts angerichtrt haben und vom Großen Eeneralstab bereits an di« Tagesprcss« weitergegeben worden sind. Man zeigte uns zunächst dar an der Ostsront liegende Fort Fleuron. Die Folgen der Beschießung müssen hier surchtbore gewesen sein. Nach dem heißen Sonnenbrand aus der staubigen, wasserlosen Landstraße war er eine wahre Wohltat, in den kühlen. dunklen Kasematten von Fleuron zu wandern. Aber in Nun geht es den Berg hinauf nach Lüttich selbst, lleberall an den Häusern kleben die Bekanntmachungen der Bürgermeisterei, wonach der Provinz von uns eine hohe Kriegskontribution auserlegt worden ist und jedermann um möglichst schleunige Einzahlung des aus seinen Teil entfallenden Betrages ersucht wird. Bekanntlich ist die Gesamtsumme der Kriegskoutribution . inzwischen um 20 Millioilen erhöht worden, nachdem »oc drei Tagen eine Revolte am unteren Maasujer stattgcfunden halt«. Auch sieht man an vielen Häusetir noch die Jnschrijre», durch di« die Einwohner den Schutz der ci,»ziehend«» deutschen Truppe» anrufen. Sie erklären, daß sie selbst Deiitsche seien oder doch die deutschen Truppen respektieren wollen. Au anderen Türen habe ungelenke Soldatenhäude »,il Kreide geschrieben: Gute Leute! oder: Schont dies Haus, wir baden es hier gut gehabt! Einen grotesken Eindruck macht ein inmitten der Zerstörung und des Grauens stehendes Karousscll, das noch am Tage vor dem Einzug der deutschen Truppe» hier seine Zelte nufgeschlage» hatte und dessen weiße Lcincubcdachung zerrissen .und als weiße Fahnen aus den Häusern gehängt wrrrüe. Durch dichtbevölkerte Straßen rast unser Auto weiter bis zum Maasufer, wo die gesprengte Brücke uns ein unerwünschtes Halt,j.i bieten scheint. Aber da meldet sich schon die Wache und .reist uns zu einer neuen festen Balkenbrücke, die unsere wackeren Pioniere unter Benutzung der an de» Usern festgclegten großen Maaskähne in überraschend kurzer Zeit gebaut haben. Nun sind wir auf der Place de Lambert, dem Mittclpunit Lüttichs, wo sich das ehemalige sürstbijchäsliche Palais erhebt, das in den letzten Jahren als Gerichtsgcbäude diente, und in den: heute Generalleutnant K o l e w e als Gouverneur der deutschen Festung residiert. Aus dem weiten Platze wimmelt es von deutschen Truppen der verschiedc»isten Regimenter. Mnnitions- und Prooiantlolonncn rollen iii unendlich langem Zuge vorüber, aber trotz des anscheinenden Wirrwarrs gibt es nicht eine Stockung oder Störung. Die eleltrische Straßenbahn klingelt dazwischen, und mitten aus dem Marktplatz verlaust eine behäbige belgische Bauersfrau, als wenn »je etwas besonderes geschehen wäre, sastige Pflaumen und rotbäckige. Aepsel an die sie umdrängenden deutsche» Landwehrleute. Wir werden zunächst in den Eouverneurpalast gesührt, an de» ich eine persönliche Erinnerung injosern habe, als ich in seinem großen Sitzungssaal > vor beinahe 20 Jahren dem großen Lütticher Anarchistenprozeß beiwohnte, der übrigens schon damals gewisse Rückschlüsse aus den gewalttätigen Charakter eines großen Teils der Bevölkerung zuließ. Eine ganze Anzahl helgischer und leider auch deutscher Anarchisten halte säst allnächtlich vor den Türen reicher Einwohner Daneben niedergclegt, die beim Ocssncn der Haustüren explodierten und meist ganz unschuldigen Leuten verhängnisvoll wurden. So werde ich niemals den Anblick eines als Zeugen auftrctcndcn Lütticher Augenarztes vergessen, der infolge seiner ärztlichen Kunstsertigkeit und seiner Frecge bigkcit als ein wahrer Wohltäter der Stadt galt und der durch eine Bombe seines Augenlichts beraubt worden war. Der Pro zeß dauerte mehrere Wochen und endete mit der Verhängung mehrere Todes- sowie langiöhriger Zuchthausstrafe». Die Mitwirkung deutscher Verbrecher an den Bombcnattentaten oder hatte eine heftige Verstimmung gegen alles Deutsche in Lüttich zur Folge. In einem Parterregeschoß des Palais sehe» wir in einem besonderen Zimmer den Bürgermeister und den Psarrer eines Ortes bei Lüttich, di« zum Widerstand gegen unsere einrücken- den Truppen ausgcsordert hatten rrirb- sich nun vor dem im Ge- bäude installierten Kriegsgericht zu verantworten haben werden. Alsf den kostbaren Polstern rings in den großen Korridoren fitze» unsere Landwehrleute bei der Einnahme ihres Mittagsessens, das draußen aus dein Hose in den Feldküchen zubereitel wird, und das ihnen, wie sie aus geäußert« Zweifel ausdrücklich versichern, besser schmeckt als das daheim, lind da ich eingeladen werde, zur Probe mitzucssc», nehme ich einen Eß- »aps zur Hand, und wirllich, auch ohne den feit 1 Uhr früh leeren Mage» schmeckt die Rinderbrust mit Bouillonlartosjeln mindestens ebenso n»t wie bei Kempinsli in Berlin. Drüben aber bei den Bäckce» erlebte ich eine große Freude. Wie überall. wo sich ei» Krlegsberichlcrftaiter mit der gelben Armbinde und dem schwarze» B darauf sehen läßt, dieser sofort von Soldaten umringt wird, die ihn nach den neuesten Nachrichten aus- fragen, so stürmten auch hier drei Feldbäcker aus mich zu, jedoch nicht, um etwas Neues von mir zu erfabren. sondern mir Grüße