Nummer 200 Donnerstag. den 27 . August 1914. 7 . Jahrgang Neue Tageszeitung ?!' ” 4U "‘ Tae.^tt»ng" «|d,cint t .i).n aj«tt»ag. ^«Imafciß« Belagen „?et gautr a«. M'n". ..Di. Opi,.„Bube". ü.,uzop„.-- Sei den «oftauitaite» v.ee,.„ahn,ck» Mt. 1,05 te. Oen üijjenten mona.hd, SO ?«,. S«mu MM Wtg'bufti -der Tr-g-rl-hn. A«,.io-„: «runb-.-U- 2l» Pfg. 15 P.g. An,eizen von ouswärt, weei>-„ öurä, Po tn,chn-).„e -.hob-.. Erfüllungsort (znedberg. ^chr»ftl,itung und Verlag Friedberg (Hessen), Hanaueritra'ge 12. Fernsprecher 48. Posticheck.Lonto Rr. 18 * 9 , Am! Frankfurt a. St. Namur vollständig in unseren Händen. Longwh erobert. — Ein starker französischer Vorstoß zttrückgetoorfen. — Ein großer Lieg der Oesterreicher. Heil Oesterreich! Oesterreich, an Ehren und an Siegen reich! Hat sich das Herz gestern gesreut, als der glanzende Sieg unseres Bundesgenossen über die Moskowiter bekannt worden war. Den tatarischen Mordbrcnncrbanden, die selbst im eigenen Lande sengten und brennten, würde der Weg nach Ocßrr- reich gründlich verlegt. In dreitägiger Schlacht, deren Ausdehnung über 70 Kilometer betragen hat, wurden die Russen geschlagen und in die Flucht gejagt. 3000 Gefangene, 3 Fahnen, 20 Geschähe und 7 bespannte Maschinengewehre sielen als Kriegsbeute dem siegreichen österreichischen Dop- pclaar anheim. Mit einer Begeisterung u. einer Wucht die keine Grenzen kannte, rannten Oesterreichs Heere den Feind über den Haufen. Gefangen genommene rnss. Offiziere, die den Feldzug gegen Japan mitgcmacht haben, sagen übeccin- stimuicnd aus, daß die Angrisse der österreichischen Strcit- kräftc viel stürmischer als die der Japanesen gewesen seien. Jubel herrscht in Oesterreich und Jubel in Deutschland ; über diesen Sieg, der sich würdig der Deutschen Siege in: Lothringen und Belgien anglicdert. Bestätigt cs doch, daß wir uns mit keinem Unwürdigen verbündet haben, das; seine Kräfte »nd Leistungen den unserigen ebenbürtig zur Seite stehen. Das druckt auch die halbamtl. „Nordd. Allg. Ztg." ans, indem sic schreibt: Mit dem Gefühl hochgespannten Stolzes vernehmen wir Reichsdeutsche die Kunde von dem siegreichen Vordringen unserer Bundesgenossen. Was in langen Friedensjahren vorbereitet wurde, besteht jetzt glänzend die ernste Prüfung und kräftigt die im Deutschen Reiche und in Oesterreich-Ungarn immerdar gehegte Ucberzeugung, daß Deutschland und OesterreichUngarn, Schulter an Schulter kämpfend, jeder Nebermacht gewachsen sind, die sich gegen sie erheben könnte. Aber nicht allein das Gefühl der Freude und des Stolzes erfüllt uns. Wir haben auch die Gewißheit, daß dieser Sieg dazu beitragen wird, den barbarischen Feind, der über unsere Grenzen eingedrungen ist, wieder in seine heimischen Steppen znriickzuwerfcn und daß die deutschen Krieger im Norden bald den Oesterreichcrn im Süden die Hand reichen können. Bereits ist an der Grenze Schlesiens die Fühlung mit den Oesterreichcrn hergrstellt worden. Im Westen gehen die Ereignisse ihren Gong. Daß die letzten 1 Forts von Namur gefallen sind, nehmen wir dankbar, aber als etwa? selbstverständliches hin. Daß die kron- prinzliche Armee die französische Stadt Longwtz genommen hat, bestätigt, daß wir im Vormarsch begriffen sind. Ungleich wichtiger ist cs, daß von Verdun aus vordringende starke französische Strcitkräste abermals geworfen worden sind. Offenbar bat die französische Heeresleitung die Ge- kahr erkannt »nd suchte den Durchbruch der französilch-m Stellungen zu verhindern, was aber nicht gelungen ist. Die Erfolge der großen Siege in Lothringen tragen bereits ihre Früchte: Der Ober-Elsaß ist bis auf geringe Kräfte vom Feinde geräumt. Und nun heißt allgemein die Losung: Alldciitschlnnd nach Frankrcich hincin! llnifftc NegesbotsW. Verkitt, 26. Allst. (W. B.) Bei Namur sind sämtliche Forts gefalle«, ebenso ist Lottgwy «ach tapferer Gegenwehr genommen. Gegen den linken Flügel der Armee des Deutschen Kronprinzen gingen von Verdun n. östlich starke Kräfte vor, die znriiikgefchlagen find. Der Ober Elfaf; ist bis auf unbedeutende Abteilungen westlich Eolmar von den Franzosen geräumt. Die Niederlage der Neffen | in Polen. Amtliches Telegramm. W i c n, 26. August. (W. T. B.> Da: Kriegsquartier meldet amtlich: Tie dreitägige S ch l a ch t b e i K » a s ri i k ci» dcte gestern *n*t einem völligen Sieg, unserer Truppen. Tic Rügen wurde» aus der ganzen, etwa 70 Kilometer breiten ,7ront geworfen und staben fluchtartig den Rückzug gegen Lublin anaetreten. Kriegsbeute. Amtliches Telegramm. Wien, 26. August. (W. T. B.) Aus dem Kriegspreffequartier wird amtlich gemeldet : Nach den letzten Nachrichten haben unsere Truppen in den Kämpfen um Kras- nik 3000 Gefangene gemacht «ndSFastneu, 20 Geschütze und 7 bespannte Maschinengewehre erbeutet. Französische Eingeständnifse. Berlin, 25. A»g. Nach einem italienische» Blättern zn- gegangenen, uns aus Rom übcrmiltcltcn ofsizicllcn Bericht ist in Paris am 24. August um 41 Uhr abends folgender offizielle Kommunique ausgcgcbcn worden: „Westlich der Maas wurde unsere Armee von den Deutschen anqcgrisscn und hielt bewundernswert stand. Zwei französische Armeekorps ruckten vor und wurden von einem mörderische» Feuer empsangc». Sic wichen jedoch nicht. Als aber die prcußi- fchc Garde einen Gegenangriff anssührtc, mußten sie sich zurückzichcn. Der Feind hatte enorme Verluste. Westlich der Maas hatten die Franzosen in schwierigem Gelände eine Vorwärtsbewegung gemacht und wurden dann heftig angc. griffe». Nach sehr lebhaftem Kampfe mußten sic zurück- gehen. Südlich des Scmois nahmen englische und französische Truppen eine gedeckte Stellung; sic blieben intakt. Un- scrc Kavallerie hat nicht gelitten. Ter physische und morn- fische Zustand unserer Truppen ist ausgezeichnet. Tic sran zösischc Armee wird jetzt defensiv bleiben, »m die Offensive im geeigneten Moment wieder aufzunehmcn. Unsere Verluste sind bedeutend, aber noch nicht genau anzugeücn." Das Kommunique erklärt schließlich, es sei zu bedauern, daß der Angrisssplan seinen Zweck nicht erreicht habe, und fügt dann hinzu, dir Tescnsivstcllung der Franzosen bleibe gegen- über dem Feinde, der schon geschwächt sei, vollkommen fest. Teile einer selbständigen deutschen Kavallericdivisio» aus dem äußersten Flügel seien in das Gebiet von Roubaix, Tonrcoing ciiigedrunge«, das nur von Tcrritorialtrnppe» verteidigt werde. Berlin, 26. Ana. Das „kcho de Paris" mcldct übcr die Kämpsc an der Maas: Am Sonntag standen 400,000 Franzosen »nd 40,000 Engländer gcgcn die Deutschen. Zuerst waren die afrikanischen Truppen westlich der Maas Herr des Tcrrniiis. Ta ließen die Deutschen die Garde Sturm lausen, woraus die Trnpprn der Verbündete», na- mcntlich die asrikanischen, wichen. Tic Deutschen hatten allerdings 700,000 bis 300,000 Mann im Feuer »nd die besten Ttellnngen. Nach Tetegrammen aus Paris ist die Stimmung in I Frankreich zur Zeit bedeutend gesunken. Die Regie- | t ;;»3 und die Preise suchen der Bevölkerung über die Enltäu- schuug hii.wegzuhclfen. Der „Temps" schreib! beispielsweise iu einem Rusiatz, daß die Hoffnung, den Krieg durch -ine» er.!- sckciLcubrn Wasscueefvlg der Franzosen -iulciten zu können, gescheitert sei, weil die Offensive der Deutschen zu kräftig gewesen sei. Die Pläne Frankreich» seien aber dadurch nicht geändert werden. Die Ränmnttg Des Overelfaf;. Das sranzosischc Kricgsministrrinm kündigt an, General Jofkrc sei der Befcbl erteilt worden, das Lbrrelsaf, rn rän. »,cl>. um alle verfügbaren Truppen nach den, Reibe» zu werfe», wo sich das Schicksal des Kiicgcr cni'ch.itze. Ae Aiifnchrit dtiltjcheil Sifp in WM. Kopenhage n, dg. August. In der Sitzung des engl, Ichen Unicrhaulcs gestern Abend teilt- Asquilh mit, daß eine Meldung von General Frcnch cingcgangcn sei, worin über den Rückzug, der an der Nord grenze Frankreichs uorgcnow- mcn worden sei, berichtet werde. Frcnch teilte mit, daß seine Truppen ohne irgend welches Mißgeschick die neuen Stellungen erreicht haben. Mehr lönne im Augenblick nicht gesagt werden Trotz der langen Marschtourcn seien die englischen Truppe» in brillanter Verfassung. (Nach einer Meldung aus Nom hat Aj quin, die Höhe der englischen Verluste in den letzten Schlachte,! auf 2606 Mann angegeben). Ltr Heldentod des prinrcn o. Lippe. Hannover. 26. Aug. (W. T. B.) Zum Tode des Pein- zen Friedrich Wilhelm zur Lippe gibt das stellvertretende Generalkommando in Hannover folgende Einzelheiten au? dem Bericht eines Augenzeugen: Nach erbitterten Nahkämp- fcn gingen wir am Morgen des 6. August erfolgreich gegen Lüttich vor. Die Abteilung, zu der ich zählte und bei der sich eine der Rcgimcntssahnen und der Regimenlskomma»- dcur Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe befand, gelangte gegen Morgen ans die nordöstlichen Wälle von Lüttich. Hier wurden wir von allen Seiten von belgischen Truppen umstellt, die uns inrmer enger cinschlosscn und mit einem Hagel von Geschossen übcrsäctcn und »ns hart bedrängten. Aus Befehl Seiner Durchlaucht bildete unsere Abteilung n„n- nrchr einen Kreis, und wir verteidigten uns längere Zeit nusS hartnäckigste. Endlich erschien zu unserer Unterstützung von links eine starke Abteilung. Um dies genauer fest- zustellcn, erhob sich der Prinz i» Kniestcllung, musterte mit dem Feldstecher die herannahendc Abteilung und gab mir, der ich nuf handbreite Entfernung »nmittclbgr neben ihm auf der Fahne lag, den Befehl: „Erheben Sic die Fahne, da,»it wir rechtzeitig erkannt werden." Ich erhob die Fahne »nd schwenkte sic im Krciie, was sofort einen verstärkten feindlichen Kugelhagel bewirkte. Mir wurde die Fahne a»S der Hand geschossen und der Prinz gleichzeitig an B r n st i, n d H a l s t ö d l i ch g c t r o f s c n. llmsinkcnd sprach er — es war gegen 1l Uhr vormittags — seine beiden letzten Worte: „Grüßen Sic. . Meile des Königs von Kayern auf de» KrirgsIchlmKl!. München, 26. August. Der König hat sich heute früh nach dem westlichen Kriegsschauplatz begeben. Ein a flfntamm finiirr frnni Iojephs. Berlin, 26. August. Im Eroßen Hauptquartier ist fat genbcs Telegramm des Kaisers Franz Zoscf an Kaiser Wilhelm vom 24 . Auauit civgetrossen: Sieg aus Sieg. Kott ist mit Euch, »r wird auch mit uns! jugendliche» Helden. Deinen liebe» Cohn den Kronprinzen, so. wie den Kronprinzen Rupprecht von Baqern und das unvergleichlich tapfere deutsche Heer. Warte schlen, um auszudriik- lcn, was mich und mit mir meine Wehrmacht in diesen weltge- schlchtlichs» Tagen bewegt. Herztichst drückt Deine starke Hand Franz Joses Unzufriedenheit in Belgien. Berlin, 26. August. Aus dem Haag wird der „Voss. Ztg." geschrieben: „In Antwerpen macht sich bereits eine heftige Unzufriedenheit mit dem Verhalten der Regierung bemerkbar, die durch ihre doppelsinnigen Bekanntmachungen das Publikum so lange in völliger Ungewihheit gelassen hat. Am Mittwoä) Mittag trafen in jämmerlichem Zustande die ersten flüchtigen Truppen von dem Tchlachtselde ein. Die Echlacht bei Löwen dauerte drei Tage. Die Soldaten berichteten uns auf unsere Frage: Ilnser Vormarsch ist dreimal abgeschlagen worden. Wir kämpfen wie Löwen, aber wir konnten gegen die Uebermacht nicht an. Für jeden gefallenen Feind standen zehn neue auf, und doch hätten wir ausgehalten, wenn unsere Leute nicht von dem grauenhaften Feuer der deutschen Maschinenge» wehre buchstäblich niedergemäht worden wären. Diese entsetz» lichen Mordwerkzcuge speien den Tod aus und mähen mit ra» sender Geschwindigkeit in ihrem Umkreise alles needer. Da gibt es keinen Widerstand. Ferner beklagten sich die Belgier üocr den Mangel an Offizieren. Di. Verzweiflung ist um Wr. 200 ©eile ;» größer, als sich die Truppen von den Engländern und Fra», rosen betrogen glauben. Seit 14 Tagen jagten sie, wurde und beständig Hilse versprochen, und wenn es daraus ankam, standen wir allein »nd mutzte» uns tot schietze» lasten. Mit allem Eifer werde» die Beseitigungen von Antwerpen verstärkt: inzwischen rücken die deuischen Truppen vor. Sie Haien alle Berbindungen mit Antwerpen durchschnitten. Man staubt, datz die ersten Vorpojtcngefechle unmittelbar bevorstehen. Deutsche Aeroplane haben die Forts überslogen: sie wurden beschossen, doch, soweit man erkennen konnte, ohne Erfolg. Bei der Schlacht bei Löwe» sind, wie es scheint, Franzosen und Enq- liinder Z» spät gekommen, doch müsse» auch sie an dem Streit leilgenommen haben, denn unter den Tausenden von Berwunde- !e», die nach Antwerpen gebracht worden sind, besinden sich anch Engländer und Franzose». Der Fahneneroverer v. Lagarde. Die erste sranzösische Fahne, die im Gefecht bei Lagarde nor Limeville in deutsche Hände fiel, ist, der „Weser-Zta." ;ufolge, von einem Westfalen genommen worden. Der Infanterist Fischer aus Rimbeck (südöstlich von Pader- born) entriß sie in verzweifeltem Nahkampse dem französi- schen Fahnenträger. §ic Ftldpg^ arbdtfi rradinäOia Berlin, 26. Aug. (W. T. B.) Dem Generalstab geben sahlreiche Zuschriften zu, deren Verfasser sich über verspätete Zustellung von Feldpostsendnngen an ihre im Felde stehenden Angehörigen oder von diesen nced der Heimat beklagen. Der Grund für diese verspätete Zusendung bestand in den einschränkenden Maßnahmen der obersten Heeresleitung, die im Interesse der Verschleieritng unserer Absichten unbedingt geboten waren. Das siegreiche Vorgehen auf unserer ganzen Front hat jetzt die Möglichkeit gcTttvaffcn, alle Beschränkungen fallen zu lassen. Die Feldpost wird von mm an mit der gleichen Negelmäßigkeit und Schnelligkeit arbeiten, die in den früheren Feldzügen allgemeine Anerkennung gefunden haben. Der Generalgnartiermeister: v. Stein. Englishmen. In den Werbeämtern von London melden sich angeblich täglich große Massen von jungen Männern. In l l Tagen werde, wie es heißt, wieder ein Heer von 166,600 Mann in Bereitschaft sein. Sie sollen nur kommen, ein warmer Em- pfnng harrt ihrer. 000 000 KmpfrtiwWge In Oeßmeich. Wik», 24. Aug. Es ist nicht nur die volle Zahl aller Einberufenen unverzüglich zu den Fahnen geeilt, sondern es haben sich nicht weniger als 800,600 Freiwillige gemeldet. Die beiden Kaiserreiche, die So nl- r an iter kämpsen, gaben zusammen also über ztoei Millionen Kriegsfreiwillige I» verzeichnen. Alt Frliu;glki! 'm Den MiüMMtr. Mehrere Blätter melden, das sranzpsischk Detachement »or Skutari sei gleich den übrigen Detachements von Skn- !ari obgezogen und habe sich nach Montenegro begeben. — Die „Reichspost" bemerkt hierzu: Wenn sich die Franzosen dort vielleicht an der Seite der Montenegriner zu kämpfen 'ntschließen, wie das deutsche Detachement m-t unsere» Truppen bei Dardiste, wäre die Entwickelung de? deutsch- 'ranzösischen Krieges ans einem originellen neuen Kriegs- 'chanpkak nicht ganz dinmöglich. ssiii dnilllhsr (rinfnH Ir; die föjjlslunk? Nach einer Reutrniieldru.g in. men die P utschen ins yübwcstafrikn einen Einfall in die Kdpkrlonie. Ihre -türke sei imbc'annt, doch sei bcv.il ifrifantern erfolgt. 13 ein Znsoinmenstaß mit OMtt'iGjhk VtlwMm in Oesterreichisch« Deanite werden t:i bici.n Tagen aüreisen, i:i die Verwaltung der von den f': • 1 1 1 chilch-u? irischen Trup Jen besetzten Gebiete Russisch Polens 'u SS ien, L6. August. UeLer de ii hocl.-hrr.', ■;» Befehl des ,fvaL}ci3 au das Kriegsschiff „Kaiser w Elisabeth'' schreibt das .Freindriiblall": „Eines der erhebendsten Momente in dielen Kriege ist die deutsch - österreichische Lu u desto c u e. I:n Kampfes- ieuct auf« neue geschmiedet und gestählt, kennt sie lern- Gren- zcn, keine Entsernung. Mit vereinten Krusten werden die Tapfere» von Tsingtau, welche die l.,"crl:u:.- Treue adelt, lämpsen bis zuur letzten Blulstropsen. Der d sch« Kamerad kann auf uns rechnen, wir weichen nicht vc» i'-.-n, rächt zu Land und nicht z» Wasser." Das ..Fremdenblatt" betrat, die Eroberung von Slum sei «in Ersolg von Colon i:r und einziger ätrt, datz man kaum begreifen könne, detz er in blotz drei Wochen errungen werden konnte. Der drutlch« Feldzug in Belgien werde ein ewiger Ruhmesblatt in dir glvn-chcn (beschichte res irdischen Lölkes sein. ^ Die Eockeeillsche W -sensebrik in drutsiben Händen. Stottertet«, 21. Aug. Nach ein ;;i Berum des „Nevwe Nolterdamstlntn Courant' au? Maastricht ist die berühmte Waffou- und Muniiiousjabrik von Eockeril! in S-ariug bei Lüttich von, deutsche» Oberkoiumoichautcu mit Beschlag belegt worden. An der Fabrrk ist eine Prollamatior, angeschlagen worden, welch« besagt: Bon heute c-.j übernehme ich sie Verwaltung über die Eoekerillsche Fabrik. Das P.-rio- nal bleibt in seiuen Stellungeu. Tic Arbeiter habe-, sich ,t«üa au uicinc Bcicble zu halte». Ab re Löhne inerden liieue Tageszeitung. Donnersrag. o«n 27. August 1011 ! ihnen garantiert. Wegen der Lebensmittelteuerung wird j das preußische Kriegsministenum lvährend des Krieges ih- nen eine Lohnerhöhung von 50% bewilligen. Wer seine Arbeit genau verrichtet und wessen Verhalten nichts z» wünschen übrig läßt, wird gut behandelt werden. Wer Schwierigkeiten verursacht, Sabotage verübt, oder die Fabrikate vorsätzlich beschädigt, wird vor das Kriegsgericht gestellt und sehr streng abgeurteilt. Die Arbeit wird soweit möglich in allen Abteilungen wieder ausgenommen. Der Stndthauptmn»» von Petersburg standrechtlich erschossen. Petersburg, 23. Aug. Wie verlautet, wurde der bisherige Stadthauptmann standrechtlich erschossen. Uebcr die Ursachen zirkulieren verschiedene'Versionen. Es soll der begründete Verdacht gegen ihn bestehen, daß er Anstifter des jüngsten Streiks gewesen seif andere wieder behaupten, er sei der Spionage zugunsten eines fremden Staates überwiesen worden. Keine Angst vor Vkrgistmges an glüjjcn, Wasser- ifihiitp rnii Kimmen. Berlin, 26. August. Die Besorgnisse wegen angeblicher Vergiftungen oder B er s e u ch u n g en von Flüssen, Wasserleitungen und Brunnen, worüber seit Beginn des Kriegszustandes aus den verschiedensten Landesteilen unverbürgte, aber die Oeffentlichkeit stark beunruhigende Gerüchte in die Presse gelangten, stellten sich bei näherer Nachforschung durchweg als unbegründet heraus. So hatte z. B. das Fischsterben in der Weichsel bei Thorn, das den Verdacht der Vergistung des Wassers hervorrief, leine Ursache in der Ableitung von Abwässern einer russischen Zellstofsabrik in die Weichsel: ein Vorgang, der auch in Fricdenszelten häufig cintritt. Ebensowenig habe» sich die behaupteten absichtlichen Infektionen von Wasserleitungen mit krankheitserregenden Bakterien (z. B. Cholerakeimen) und auch die befürchteten Vergiftungen von Wasserweiks- behältern mit Zyankali und dergleichen bewahrheitet. Abgesehen davon, datz solche Berseuchungen und Vergiftungen, wenn sie wirklich schädlich wirken sollen, viel schwieriger auszufühlen sind, als man allgemein anzunehme>r pslegt, da sie umständliche Vorbereitungen und besondere Vorkenntniffe erfordern, so ist auch durch die Anordnungen der Behörden Sorge dafür getragen, datz die Wasserleitungen auf die gesundheitliche Beschaffenheit ständig beaufsichtigt und ihre Vorratsbehältei dauernd bewacht werden. Wo aber auch nur der Verdacht der Verseuchung einer Wasserleitung auftritt, da lätzt sich bei dem heutigen Stande der Kenntnisse jede (befahl durch die unverzüglich aus- sührbare Behandlung des Wassers mit kleinen, die Eenießbar- keit nicht beeinträchtigenden Zusätzen von Chlorkalk beseitigen. Eine Beranlossung. sich der in Friedenszeiten gewohnten Verwendung des Leitungswassers zu enthalten, oder etwa durch Abkochen, Filtration oder dergl. vor seiner Benutzung etwas Besonders zu tun. liegt also nicht vor. 200 Millionen Wnrlr Krieoskontribnijon non Schien. Stockholm, 28. August. Offiziell wird einem Londoner Telegramm zufolge mitgeteilt, datz Deutschland von Brüssel eine Kriegskontrrhution von acht Millionen Psund Sterling, das sind 166 Millionen Mark, fordere. Das Reuterbureau teilt mit. datz die Deutschen seiner beschlossen hätten, in der Provinz Lüttich eine Kriegesteuer von vierzig Millionen Marl zu erheben. Bleriot über den Wert des Fliegers. Paris, 2ö. August. D l e r i o t erklärte die zerstörende Wirkung der von den Flugapparaten geworsenen Bomben für gering. Um bemerkenswerte Resultate zu erzielen, müßte man Tausende von Apparaten zusammenziehen. Wlhliune llmtralität Italiens. Rom, 26. August. Die „Agenzia Stefan!" veröffentlicht folgend« Mitteilung: Einige Blätter benutzen die Gelegenheit des Konklave, entweder um mit diesem Ereignis die Absicht der Negierung, neutral zu bleiben, in Zusammenhang zu bringen, oder um glauben zu machen, datz die Mobilmachung, die »ach einen: vollkommen phantastischen Gerücht nahe beoor- jlehen sollte, eben wegen des Konklaves verzögert worden sei. Um diese Behauptungen zu widerlegen, genügt es zu bedenken, datz die Regierung ihre wohlüberlegte feste Entscheidung zugunsten einer wachsamen Neutralität getrosfen hat, als nichts das nahe Ableben des Papstes voraussehen ließ. Die Regierung könnte niemals ihre die höchsten Interessen der Nation beties- feuden Entschlüsse Erwägungen unterordnen, die gegenüber diesen höchsten Interessen zurncktreten, obwohl sie an und für sich wichtig find. Die Wahrheit ist, datz die Regierung ihre von der überwiegenden Mehrheit des Landes gebilligte Haltung ans- r.Äterhölt. Die klare, sichere Auffassung der wirklichen Interessen des Landes kann und dars nicht getrübt werden durch irgendwelche Strömungen der öffentlichen Meinung, die mehr oder weniger küustttch genährt werden. Deutsche Kriegskriese. . Von Paul Schweder. II. Der nächste Morgen findet uns im Hauptquartier Seiner Majestät. Wo es sich befindet, ist zur Stunde noch tiefes Geheimnis und mutz es auch vorläufig bleiben. Aber das darf ich schon verrate», datz Heer und Führer voll Freude über den Sieg bei Metz sind. — In den Räumen eines Gymnasiums haust unsere oberste Heeresleitung, und in einigen wenigen Zimmern konzentriert sich der ganze Mechanismus dieses größten aller bisherigen Kriege, bei dem zum ersten Male wohl die Dreifronten-Iheorie in so gewaltiger Ausdehnung in Frage kommt. Zahllose Telegraphen- und Telephonleitungen lausen in dem Harne aulammen, um den Kaiser und den Großen Generalstab des Feldheeres in ununterbrochener Fühlung mit den Heeren einerseits und Berlin andererseits zu erhalten. Mit einer seltenen Ruhe wickelt sich der ganze Mechanismus ab. noch ruhiger vielleicht, als selbst dar Leben und Treiben im Grossen Generalstab tn Berlin, weil hier ein jeder sich der gewaltigen Grütze des Momentes doppelt würdig erweisen «ächte. Vom Eeneralstabsches bis herab zum ergrauten Landsturmmann. der als Posten, zusammen mit Reservisten und Landwehrlenten, das wichtigste Gebäude dieser Tage bewacht. Alle» ist abgesondert oder ganz entfernt, was die Aufmerksamkeit der otersten Heeresleitung auch nur irgendwie ableiioii könnte, und Zs ist es auch ganz selbstverständlich, datz nur unter Lllerjchärsste. Kontrolle, der selbst Seine Majestät sich unterwirft, die Arbeit st, dein Hause sich vollzieht. Mit grosser LiebcnLwürdig.eit empfängt uns der Chef der Presseabteilung im Großen Generalstab, uns nähere Informationen über die jüngsten Ereignisse an der Wcstgrenze zu geben. Wir hären aufs neue, daß sich die Herren nach wie vor ans keinen Fall an die Lügenmeldungen der feindlichen Presse kehren, sondern nur durch Taten aus dem Schlachtfeld: die Unrichtigkeit der gegnerischen Meldungen dartun werden. Ferner sollen wir noch, wenn irgend möglich, in den nächsten Tagen größere Reisen zu verschiedenen Verwundeten- und Gefangenenlagern unternehmen, um uns selbst davon zu überzeugen, wie schwindelhaft die Erzählungen unserer Gegner über die schlechte Behandlung find. Man erzählt uns von den in der lungsten großen Schlacht gefangenen Südfranzosen, die allen Ernstes glaubten, sie würden wegen der großen Zahl der b reits gefangenen Truppen einfach füsiliert werden, und die voll Lobes über die ihnen wiedersahrene Behandlung sind. Aber auch von unseren Mannschaften hören wir, datz sie durch die letzten Ersolge nur noch fröhlicher »nd siegesreicherer geworden find und strenge Manneszucht halten. Unmittelbar an die Front wird man uns natürlich zur Zeit, wo wieder größere Operationen im Gange sind, noch nicht lassen, da jeder Untätige nur stören wurde. Aber irgendwelche unnötigen Absperrungen sind keineswegs geplant, da wir ja nichts zu verschweigen haben. Und nun zu der Schlacht vom 21. und 22. August. Der Sieg, den unsere Truppen da unter Führung des Kronprinzen von Bayern erfochten haben, kann unbedenklich als eine sehr große Waffentat bezeichnet werden und ist auch strategisch von erbeblicher Wichtigkeit. Roch find die endgiltigen Zahlen nicht voll bekannt, aber wir find noch weit hinter dem vollen Erfolge mit unseren ersten Angaben zurückgeblieben, weil wir auch nicht in einem einzigen Fall gezwungen sein möchten, etwas zurückzunehmen: das überlassen wir nach wie vor unseren Gegnern. Die Franzosen sind mit mindestens acht Armeekorps gleichzeitig zwischen Metz und den Vogesen und gegen das mittlere Elsaß vorgegangen. Sie hatten Saarburg erreicht und standen etwa auf der Linie Saarburg-Dieuze-Chateau-Salins-Delme. Ueber die Vogesen drangen st« zu der gleichen Zeit in das Elsaß ein. Es war eine Front von etwa hundert Kilometer Länge. Mit Truppen aller deutschen Stämme, unter hervorragendster Mitwirkung der Bayern, gingen wir mit gewaltiger Energie vor. Am 26. waren di« Franzosen bereits überall gcworsen und am 21. wurde der Donon genommen. Unter unaufhaltsamen Vordringen eroberten wir eine Ortschaft nach der anderen, und schlietzlich bildete die allgemeine Flucht der Franzosen das Ende der zweitägigen heißen Schlacht. Sie ziehen sich inzwischen aus die Linie Tonl-Epinal zurück. Die Zahl der eroberten Geschütze wird wohl auch weit größer sein, als zunächst in vorsichtiger Schätzung angegeben wird. Run kurz zu Brüssel. Es ist von uns besetzt und zwar nicht zu knapp. Lüttich hat uns nicht eine Minute ausgehalten, sondern wir find durchaus überall da, wo wir zu dieser Zeit sein wollten. Unser« schwere Artillerie hat großartiges geleistet, denn die grössten Panzertürme wurden schon von den ersten Schüssen wie Paketen hochgeworfen. Mit dem Wunsche, dass cs so weitergehen möge, schieden wir und dachten still bei uns: Lieb Vaterland, magst ruhig sein. Es ist ein ganz eigenartiges Gefühl, in einer deutsche« Stadt zu sitzen, die bereits seit Tagen das Oberhaupt des Reiches, den Großen Eeneralstab, die höchsten Würdenträger, die Leiter unserer Regierung und daneben mehrere Tausend Einwohner beherbergt, ohne daß eine Kunde von ihr nach außen dringt. Gleich einem Dornröschen liegt sie da, und gewiß nicht weniger reizend. Hier kann man noch die absolute Ruhe finden, die sonst überall im Reiche von Extrablattrusern, erregten Menschen in den Straßen, Truppentransporten, Wagengerassel, Casehauslärm und Sttaßenbahnverkehr verdrängt ist. Ein ewig heiterer Himmel lächelt über der Idylle, die vielen Tausenden schon Erholung und Anregung geboten hat. Man glaubt zu träumen, wenn man plöWch auf einem Pariweg einen hohen Herrn in der Uniform eines preußischen Generalleutnants cutj- tauchcn sieht, der sonst in der Berliner Wilhelmstraße Geschichte niacht und jetzt auch hier, trotz seiner militärischen Eigenschaft, die Zügel der Regierung fest in der Hand hält. Dann wieder tutet eines der kaiserlichen Automobile hoch oben auf einer der waldigen Anhöhen, und schließlich sitzt man im Hotelspeisesani inmitten von ausländischen Militärattachees, die hier wild um- heclausen und ganz erstaunt die wunderschöne Landschast betrachten, die durchaus nicht für Mars, sondern sür die Musen bestimmt erscheint. Roch sind wir Journalisten also weit vorm Schuß. Aber der Große Eeneralstab sorgt schon dasur. datz uns die Zeit nicht allzu lang wird. Reben einem mehrmaligen Appell, der sich a» den Tag'en, wo die Postanweisungen von zu Hause einlau seu, zu einem förmlichen Löhnungsappell auswächst, gibt e: strategische Unlerrichtskurse. Eeländebesichtigungen und kritische Besprechungen der Gesamtlage. Man lernt hier an einem Tage mehr, als daheim aus dicken Lehrbüchern in einem Jahr. Im übrigen geht es uns Berichterstattern nicht anders als dem großen Publilum daheim. Wir glaubten auch, datz nun Schlag ans Schlag kommen mutz, und haben setzt Gelegenheit, zunächst in unendlich langer Reihenfolge all die vielen, viele» kleinen Einzeldinge kennen zu lernen, deren volle Beherrschung allein den »ollen Erlolg eines lolckien RöllerringeNL. rot« wi r «1 setzt Ne»« X»9*»»«tt*«g. snaettia^ toa *7. «,g»st 131*. Seite 3. 8» beobachten Gelegenheit haben, verbürgt. Mit vollem Recht hat der Kaiser in diese» lagen vor allem der Tätigkeit unserer Aisenbahnen während der Mobilmachungszeit gedacht. Ich habe selbst zu beobachten Gelegenheit gehabt, wie ein im Dienst ergrauter Lokomotivführer 24 und mehr Stunden hintereinander .arbeitet« und stolz jeder Ablösungrancrbieten ablehnt«. Und Zugführer, Schaffner, ja selbst Gepäckträger taten überall weit mehr als ihre Pflicht und fühlten fich nicht so sehr al» Beamte, sondern mehr als Soldaten. Ebenso die Postbeamten. Und dann die Frauen und Männer, die sich in den Dienst de» Roten Kreuzes und der Bahnhossvcrpslegungsstationen gestellt hatten! Ihr segensreiches Wirken ist nicht nur unseren Truppen, sondern der ganzen Nation zu Gute gekommen. Denn auch aus die reisenden Zivilisten und die Fremden hat sich ihr« Fürsorge erstreckt, und bei allen Reisenden dieser Tage ist es zur unerschütterlichen Ucbcrzeugung geworden: das macht uns kein anderes Land der Welt nach! Ans der Heimat. * Arirdberg, 27. STug. Der erste größere Verwundeten- Tran Sport ist heute früh gegen 7 Uhr hier eingetroffen. Es handelte sich um Angehörigen verschiedener Regimenter, die bei Merfaille während der Schlackst bei Ncufchatean verwundet wurden. Meist waren es leicht Verwundete, die den Weg nach den Spitälern zu Fuß antreten konnten. Doch waren auch viele schwerer Verwundete darunter, die auf Vahren getragen oder in Krankenwagen und Autos gefahren werden mußten. Her- vorgehobcn werden muß, das heldenhafte Verhalten dieser Verwundeten, die geradezu dem Verhalten des Heldcnkaiscrs Friedrich entsprechen: lerne leiden ohne zu klagen. Trotz der vielfach schweren Verwundungen wurde kein Schmerzcnsruf laut. Ein Verwundeter, der mit einem Schuß d. das Knie auf der Bahre lag, sagte lächelnd: Ich bin ganz gesund, nur das Knie will nicht. So schmerzvoll der Anblick war, so wirkte er doch erbebend, wie selbst Pfarrer und Lehrer es sich nicht uelunen ließen, die vertvundcten Streiter für das Vaterland auf der Bahre zum Lazarett zu tragen. Lm Schlüsse wurde eine Anzahl verwundeter Franzosen in einem Trupp zum Lazarett im alten Bahnhof gebracht. Eine Menge Zuschauer folgte ihnen, wie das zu denken war. Vielfach wurden sie mit spöttigen Zurufen bedacht. Wir bedauern dicS', wie cs zu tadeln ist, wenn den gefangenen Franzosen mit freundlicher Aufdringlichkeit begegnet wird, gerade so ist das Gegenteil zu verurteilen. Man darf nicht vergessen, daß es sich auch um arnre Menschen handelt, die an dem Schmerz ihrer Wunden arg genug zu tragen hatten, llcbrigcns machten die llniform der französischen Verwundeten im Gegensatz zu der deutschen einen obgeristenen Eindruck. * Fricdbcrg, 27. August. Auf Ersuchen des kommandierenden Generals des 11. Armeekorps bringen wir nachstehende Veröffentlichung zur Kenntnis: Das stellvertretende Generalkommando erfährt, daß einzelne Personen, namentlich weiblichen Eeichlcchts, sich in taktloser und würdeloser Weise an Kriegs- gejangcne herangedrängt haben. Ein solches Betragen schlägt der Ehre des deutschen Namens ins Gesicht und jst ein Hohn aus die opsersreudige Vaterlandsbcgeisterung, die unterschied», kos alle Kreise unseres Volkes durchglüht. Wohl wollen wir höflich sein gegen den Fremden und mitleidig gegen den verwundeten Feind. Unsere Fürsorge gebührt aber in erster Linie den eigenen Volksgenossen, unseren Kriegern, ihren in der Heimat zurückgelassenen Frauen und Kindern und all den vielen Deutschen, denen der Krieg Sorge und Not brachte. Es müßte eigentlich überflüssig sein, auch nur ein einziges Wort darüber zu verlieren, daß es in dieser ernsten und großen Zeit jedermanns selbstverständliche Pflicht ist, Eitelkeit. Neugierde und Sinnlichkeit vollständig bei sich auszutilgen. Wer das vermag, wird von selbst den richtigen Weg finden, unserem Vaterlande zu dienen. Sollten jedoch wider Erwarten die eben erwähnten peinlichen Vorsälle sich wiederholen, so wird das stellvertretende Generalkommando di- Beteiligten seststellen lasten, um ihre Namen an den Straßenecken bekannt zu machen und der öfsent- lichen Verachtung reiszugeben. * Friedbrrg. 27. August. Wir erhielten von dem kaiserlichen Banlvorstand, Herrn Fromme, folgende Zuschrift: Wie bei jedem Privatgeschäft die Eeschäftsstunden, so sind auch bei der Rcichsbank die Dienststunden sestgelegt und müsten der Vorschrift entsprechend genau innegehaltcn werden: ganz besonder» in der jetzigen Zeit, wo die Beamten nach Schluß der Dicnststundcn täglich noch ein großes Arbeitspensum zu bewältigen haben. Die telephonische Anfrage betr. Umwcchslung von Gold (ich habe weder den Namen des Fragenden, noch die Summe, um die es sich handelte, verstanden), gelangte an mich nicht in den Dienfträu- men, sondern in meine Prioatwohnung. Ich habe dem Betreffenden mein Bedauern ausgedrückt, daß ich ihm seinen Wunsch nicht crsüllen könne. Es liegt auch in dem ganzen Dienstbetrieb der Reichsbank, daß nach Abschluß der Bücher und Nachwcisungcn an diesen keinerlei Aendcrungcn mehr porgenommen werden dürfen. Wir hätten diese Entgegnung ohne weiteren Zusatz gebracht, wenn der Einsender es nicht für angebracht gehalten hätte, einige spöttelnde Zusätze dazu zu machen. Unsere Ansicht ist durch die „Auftlärnng" durchaus nicht geändert worden. Wenn wochenlang von zuständiger Stell- daraus hingewiescn wird, wie werwoll cs für den Staat sei, daß er große Goldbc- stände zur Verfügung habe und ein Bürgoi unterzieht sich au» vaterländischem Pslichtgesühl der Auir°-- alles bei ihm ein- gehende Gold einzubehalten, um die -ummc von 5000 Mark ln Gold gegen Papier cinzutauschcn, so „geht der gesunde Men- schenverstand mit einem Lächeln darüber hinweg", wenn dem Betreffenden seine Absicht einfach deshalb unmöglich gemacht wird, weil es der „Dicnstbetricb" nicht zuläßt. Gerade ,n den Tagen der Gegenwart, wo von unseren deutschen Soldaten ge- radezu übermenschliche, verlangt und get-istet wird, sollten auch die Behörden daran denken. daß man da» kann, was man wirtlich will. Umlomehr. wenn llch um -ine Tat handelt, die dem Vaterland nutzen sollte. Daßdiefe Ansicht nicht gefordert wurde, geht auch daran, hervor, daß der kaiserlich« - Bankvorstand den Name» des Fragenden und de» Betrag der Summe nicht verstanden haben will. Wir meinen, daß. es dann wenigstens angrbracht gewesen wäre, danach za fragen. Dem Betreffenden tut es außerdem herzlich leid, daß er den Herrn Bankvarstand in feiner Prioatwohnung gestört hat, er kann aber mit gutem Eewisten versichern, daß er diese Absicht nicht gehabt hat, sondern die „Reichshankoebensteile" an- gcrusen hat. ” * Friedberg, 27. Aug. Unsere Bemerkungen über di« Notprüfung zweier Russen an der hiesigen Polytechnischen Lehranstalt wurde von der Presse als Beweis dafür abgedruckt, daß der deutsche Michel immer noch nicht erwacht sei. Gestern wird im „Obcrh. Anz." eine Entgegnung versucht, die nach dem schwer verständlichen Deutsch zu urteilen« ebenfalls von einem der hier studierenden Russen hcrrührt. Die lange Ausrede gipfelt in folgenden bandwurmartigen Satz: „Um beurteilen zu können, daß die in Rede stehende Maßnahme in durchaus billiger Weise zu irrsten war, muß man überdies bedenken, daß die Besucher der Polytechnischen Lehranstalt sich nicht, wie wohl die der anderen hiesigen Schulen, nur aus Deutschen oder gar Heften znsammcnsctzen, sondern eben auch aus sehr weit zugereisten Personen, und daß es deshalb eine besonders fühlbare Härte sein würde, wollte man diesen unverschuldeter Weise fiir den Kriegsausbruch die Opfer einer besonderen Reise ans Norwegen, Rn- mäirien, Holland oder auch aus Rußland aufcrlegen." Diese Darlegung bestätigt, was wir getadelt hatten. Während man im Ausland mit den Deutschen Schindlndcr treibt, während man selbst vor dem krassesten Bruche des Völkerrechts nicht zirrückschreckt, gibt cs deutsche Schulbehörden, die den bei uns studierenden Russen die fühlbare Härte ersparen wollen, daß sie eine weite Reise machen müssen. Daß es sich dabei um Juden handeln soll, spielt gar keine Rolle, denn wir führen nicht den Krieg mit „Eonfcftioncn" sondern mit Nationen und als besondere Nation wolle» doch die Juden nach ihrem eigenen Eingeständnis nicht gelten. • Friebbcrg, 27. August. (Stadtvcrordnetensitzung). Anwesend sind der Bürgermeister, die Beigeordneten und sämtliche Stadwerordncte. Al» einziger Punkt der Tagesordnung steht: „Unterstützung der Angehörigen der Kriegsteilnehmer". Nach den reichsgesctzlichen Bestimmungen erhalten di« Angehörigen bedürftiger Kriegsteilnehmer, denen durch die Einberufung des Ernährers zum Heere die Existenzmöglichkeit genommen ist, vom Reiche eine Unterstützung, welche beträgt: 1) für die Frau monatlich 8 Mark: 2) für jedes Kind unter 11 Jahren monatlich 0 Mark. Seitens des Kreistages ist ein Zuschuß au» Mitteln des Kreises gewährt worden, der für die Frau 3 Mark beträgt. Die Versammlung ist einstimmig der Ansicht, daß für das Land dieser Satz wohl ausreichend sein möge, für die teure Lebenshaltung in den Städten aber nicht ausreichcn werden. Sie beschließt deshalb nach längeren Bcrhandlungen einen Zuschuß zu leisten, der 50 Prozent des Rcichszuschucs beträgt. Eine Kommission, bestehend aus den Beigeordneten Windecker und Damm, Etadtv. Busold, Dictz, Valentin, Loth, Langsdorf, Oppenheimer, Philipp!, fall unter dem Vorsitz des Bürgermeister» die Anträge prüfen. Der Stadt erwächst damit eine große Aus. gäbe und sollen alle verfügbaren Mittel hierzu herangczogen werden. Eine Zentralsammlung soll organisiert und in der Stadt dafür gesammelt werden, damit die bedürftigen Familien gegen Not geschützt bleiben. Di« Unterstützung soll in erster Linie für Miete und Lebensmittel sein, die auch durch gemeinsamen Bezug zugänglich gemacht und ausgegeben werden sollen. Ein weiterer Antrag des Ecwerkschastskartells für die durch die Mobilmachung beschäftigungslos gewordenen Arbeiter Notstandsarbeitcn einzurichten, wird wohlwollend ausgenommen, es kann jedoch erst damit begonnen werden, wenn Mittel hierfiir aufgebracht werden können. * Friedberg, 27. August. In der katholischen Kirche sand gestern Vormittag um g Uhr der Trauergotterdienst für den verstorbenen Papst Pius X. statt. Der Gottesdienst war von der katholischen Gemeinde überaus stark besucht. Als Vertreter der Behörden waren erschienen Herr Regicrungsrat Herberg für das Großh. Kreisamt und die Herren Bürgermeister Stahl, Ctadtv. F. Damm und Dietz für die städtische Verwaltung. Das Rcquien, das von Mitgliedern der kath. Vereinigung gesungen wurde, celebrierte Psarrer Dr. Praxmarer unter Assistenz der Herren Bcnefiziat Schreiner und Kaplan v. Iun- genfeld. In der Trauerrede wies Herr Psarrer Dr. Praxmarer aus die Bedeutung des verstorbenen Papstes hin, die er sich insbesondere um das innerkirchliche Leben erworben hatte. Die Kirche war mit entsprechender Trauerdeloration versehen. Den Katasalk zierten die Abzeichen der päpstlichen Würde. Bei den Besuchern fand die Ausmerksamkcit der Behörden, die auch den katholischen Schülern der verschiedenen Lehranstalten den Besuch des Gottesdienstes ermöglicht hatten, entsprechende Würdigung. • Holzhauscn o. d. H., 27. August. Der Pächter der hiesigen Jagd, Herr Ed. Privat, Lcdcrsabrikant in Friedrichsdorf i. T., stistete zu dem hier gegründeten Unterstützungssonds für bedürs- tige Angehörige unserer braven Kämpser in anerkennenswerter Weise 100 Mark. Der edle Spender, der sich in hiesiger Gemeinde allgemeiner Beliebtheit erfreut, darf de» Danies der Betroffenen versichert sein. Wir geben ber Hoffnung Ausdruck, daß diese hochherzige Spende für verschiedene hiesige bemittelte Einwohner die Veranlaftung gibt, ihr Herz und ihre Hand, die sich bisher »och nicht in genügender Weise der allgemeinen Wohltätigkeit angcschloftcn hatten, dem Wähle des Vaterlandes noch weiter zu öffnen. Heften.Nassau. * Wiesbaden, 25. August. Vor einiger Zeit etablierte sich in Wiesbaden eine Bank unter der schwungvollen Bezeichnung „Rheinische Bank". Ihr stand als „Banidirektor" ein Herr Sawold vor, der als Hauptgeschäft di« Vermittlung von Darlehn in der «blichen Form übernahm- Da die Dummen nie alle werden, blüht« sei» Geschäft recht gut. Darlehn vermittelte er zwar kein«, strich aber bedeutend« Summe» für Bear- beituna von D»elebnsanträaen ei» Weaen Betrua» in niedre een Fällen nahm das Gericht den „Bankdirektor" in 10 Monate Gefängnis. Der Handlungsgchülse Laak, der in dem Bankgeschäft tätig war und den Schwindel kannte, kam mit drei Monaten Gefängnis davon. * Wiesbaden, 25. August. Um die Zugehörigkeit dei verheirateten, in das Heer oder die Marine eiagetroteurn Bediensteten und Arbeiter des Bezirlsvcrbandcs zur Allgemeinen Be- triebskrankcnkafte ausrecht zu erhalten und damit ihren Familienangehörigen die Wohltaten der genannte» Keife während der Dauer des Krieges zu wahren, ist von dem Landcshaupt- mann bestimmt worden, daß für diejenigen verheirateten Bediensteten und Arbeiter, die nur in einem Privatdienstveihäl!- nis zum Bezirksverband stehen und denen aus Grund bcsondrrer Verfügung für die ersten 11 Tag- nach dem Eintritt in das Heer oder in die Marine ihre Dirnstbezügc unverkürzt und für die weitere Dauer des Krieges aber nur die Hülste ii rcr S'ituft- bezöge zu zahlen ist, von den dafür in Betracht kommenden Dienststellen vom Tage des Diensteintritt, in das Heer oder die Marine an zum Zweck der freiwilligen Fortsitzung der Krankenversicherung anstelle des einen Drittels di« vollen Kran- kcnlaftenbeiträge sowie der vierteljährliche Anteil an dem Arzt- Honorar zur Zahlung an die Allgemeine Bctriebskrankcnlaffe aus Mitteln des Bezirksoerbandes anzuweisen ist. * Wiesbaden, 25. August. Im Kampfe für das Vaterland fiel Landesbankrat Reich, Mitglied des Direktoriums der Raffauiichcn Landesbank in Wiesbaden, Leutnant der Referee im 5. Eroßh. Heft. Infanterieregiment Nr. 168. Landesbanl rat Reich war am 23. April 1880 in Frantfurt a. M Preun gesheim als Sohn des dortige» Hauptlehrcrs geboren und s-i! 1908 an der hicftgen Landcsbank tätig. Er war in ganz Ras sau eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit. I» verjchi,selten gemeinnützigen Vereinen, wie im Nassuuisch« G-w.-rbr- verein war er Direktionsmitglied, auch Mitglied des G-wribr- beförderungs-Ausichuffes für den Regierungsbezirk Wiesbaden. Starkenburg. * Darmstadt, 25. Aug. Kriegssreiwillioe löanrii nr.5 Bei dem Ersatz-Bataillon des Leibgarde-Regiments Nr. !!' in Darnistadt eingestellt werden, u. militärisch ans-lodiid > Mannschaften aller Jahrcsklassen können sich melden. . i der Anmeldung sind Militärpapiere mitznbringen. D können auch ehemalige aktive llnterossiziere jedoch r:ir die noch nach 1898 noch aktiv waren, bis auf weiteres f i rt eingestellt werden. * Harheim i. Ried, 25. Ang. Be! dem seht.'« Gewitter schlug der Bliß in zwei Scheunen und ftccfic sie in Brand, sodaß sic sofort niedcrbranntcn. Die Leute sind zum Teil versichert. Neueste und Der Berichterstatter der „Reuen Freien Prrfte" meldet ne: dem Hauptquartier, daß das Lustschiss „Schütte-Lanz" nach 13 Fahrtstundcn 1030 Kilometer zurückgelegt hat. Obwohl er dreimal i» feindlichem Feuer war und 25 Schüsse in den Hintere» Gaszellen erhielt, konnten wichtige Beobachtungen «»sge- führt werden. Die Ballonhülle wnrde während der Fahrt pariert. Die Besatzung jst unverletzt. Gewehesi,üsi« durck-sihlu- gen in 2096 Meter Höh« den Blechboden der Gondel nicht. Im Hauptquartier wurden die Lus-schiftcr begeistert empsange» „Schiitte-Lanz" trat seine Rückfahrt über österrrichisches Gebiet an. Ei» Prioattclegramm der „Franks. Zlg." meldet aus Rom: Aus Antwerpen wird gemeldet: In der »ergangenen Rächt warf ein Zeppelinlnstschifs acht Bombe» aus die Stadt, nach dem Puloerlager zielend. Zwei Häuser wurden zerstört. Es habe sieben Tote und acht Verwundete gegeben. Der Deutsche Pvmologcn-Vcrci» in Eisenach hat sein ganzes Betriebskapital und sein Vermögen im Betrage von 50 006 Mark für die Versorgung unseres Heeres und unserer Verwundeten hergcgeben. Er läßt in einer ihm zur Vcrsügung gestellten Konservcnsabrik unter Leitung erfahrener Mitglieder de; D. P. V. und deshalb verbürgt einwandfrei, haltbare und schmackhafte Fruchtsäfte und Obstlonscrvcn ansertigcn, die der Heeresverwaltung und den Lazaretten k o st e n l o s geliesert werden. Die Fabrikation ist schon im Betriebe. Für die Verarbeitung und den Versand geeignetes gutes und haltbares Obst und Gemüse, soweit es in einzelnen Bezirken aus gleichviel welchen Gründen nicht zu Dauererzsugnissen verarbeitet werden kann, wolle man dem Deutschen Pomologen-Verein in Eisenach zur Verfügung stellen. Der Verkehrsminister hat aus eine Eingabe des D. P. D. ausdrücklich die bevorzugte schnelle Zusendung des für den genannten Zweck an den Deutschen Po- mologen-Vcrein gesandten Obstes bewilligt. Der Vorstand des Deutschen Pomologen-Verein» in Eisenach ist zu jeder Zeit gern bereit, Auskunft über die Zusendung von Obst und Gemüse und über di« Einrichtung von Sammelstellen zur Vereinigung kleinerer Sendungen für die Verarbeitung durch den D. P. V. und Bescheinigungen sür den beschleunigten Versand als Kriegsgut zu erteilen. Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst in der Stadtkirche. Freitag, den 28. August, abends 8>/i Uhr: Kriegsb ttand-chi Herr Pfarrer Klcberger. — Anschließend Beicht- und hl. Abendmahl. Frankfurter Weiierbericht. Voraussage: Wolkig, zeitweise Niederschläge, keine Tcmpe- raiurveränderung, südwestliche Winde. Verantwortlich sür den'politischen und lokalen Teil: Otto H i r f ch - l. Friedberg: sür den Anzeigenteil: «.Schmidt. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages,e,tun, . «. G.. Friedberg i. H. - V Sir. 200 yjcnt Tageszeitung. Donnerstag, oen 27. August 1914. Bon vielen Seiten wurde bei Eintritt der Mobilmachung angeregt, den ins Feld ziehenden Soldaten zu empfehlen, die Mitgliedschaft bei ihrer seitherigen Krankenkaffe zu erhalten, und gleichzeitig wurden die Arbeitgeber ausgefordert, die Beiträge für die Erhaltung der Mitgliedschaft bei den Krankenkaffen für die Dauer des Krieges für ihre Kriegsdienstzcit leistenden Arbeiter zu zahlen. Eine solche Malrnnhmc Hai jedoch nur Wert hei den verschwindend wenigen Aasten, die seither Familietinnierstntrnng gewährten und diese auch ntährend des Krieges dcidehaltc». Ans dieser Erloägung herauL haben die beiden Kranken- kassenverbände iin Gioßhcrzagtum Hessen im Einvernehmen mit dem Direktor des Großh. Oberversichcrungsanites beschlossen, eine Hessische Kriegsvcisichcrnng aus Gegenseitig, feit für de» Krieg 1914 ins Heben treten zu lassen lind ec- lasscil den iiachstcheudell Ausrus. Seite Auch die Ära,llculassen wollen in dieser großen Zeit niithelfen. Die ans Fricdenszeiten berechneten Vorschriften der Neichsversichciung bilden aber keine geeignete Grundlage, um den zum Dienst einberusenen Mitgliedern und ihren Angehörige» entsprechende Fürsorge zu verbürgen. Außerordentliche Zeiten verlangen außerordentliche Maßnahmen. Es haben daher die beiden Krankenkass.-nver- bände unter dem Vorsitz des Direktors des Großh. Ober- vcrsicherungsoints nach dem Vorbild der für den Regierungsbezirk Wiesbaden bereits ini Kriege 1870—71 mit größtem Erfolg tätig gewesenen ulid daher auch jetzt wieder ins Leben getretenen Nassauischen Kricgsvcrsicherung zur llnterstütz- ll»g der Hinterbliebenen hessischer Soldaten eine Unterstüß- nngsknssc ans Gegenscitigkeit errichtet unter der Bezeichnung: Hessische Kriegsversichernng auf Gegenseitigkeit für den Krieg 1914. Wir hassen hierbei auch ans die Opferwilligkeit der Ar- beitgebcr. Um jedoch den Angehörigen einer möglichst großen Anzahl der zu den Fahnen Einberufenen die Möglichkeit der Versicherung zu bieten, soll die Versicherung auf die Mitglieder der Krankenkassen nicht beschränkt, sondern aus alle anläßlich der diesmaligen Mobilmachung zum Dienst Eingetretencn ausgedehnt werden. (8 1 des Gesetzes, kctr. die llnterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften vom 28. II. 1888). Der Anteilschein kostet 10 Mk. Es können jedoch für jeden Einberufenen bis zu 20 Anteilscheine gelöst werde». Jede Krankcnkaffe und jede örtliche Verwaltungsstelle einer solchen nimmt Anmeldungen entgegen. Falls die Verluste nicht größer sein werde» loic tut Kriege 1870—71 werden aus jeden Anteilschein mindestens 290 Mark verteilt werde». Sind die Verluste geringer, kann erhöht sich dieser Betrag, sind sie größer, dann erniedrigt sich der Betrag. Arbeitgeber, versichert Eure Angestellten und Arbeiter, Eltern, versichert Eure Söhne, Frauen, versichert Eure Männer! Die gesamte Verwaltung erfolgt ehrenamtlich, so daß hierfür — abgesehen von den geringfügigen baren Auslagen — Kosten nicht entstehen. Großh. Ministerium des Innern hat zugcsagt, die Bestrebungen der Hcsjischen Krjcgsbersichcrung 1914 zu unter- stützen. Erle tut Not! Bedingungen: § 1. Die Teilnahme steht allen im Eroßhcrzogium Hetzen wohnhasten oder vor ihrer Einberufung zuletzt wohnhaft gewesenen Personen, die zur Kricgsdienstleistung beim Heere ein- geteet.n: sind (§ 1 des Gesetzes, beweisend die Unterstützung von Familien in den Dienst getretener Mannschasten vom 28. Fcbr. l£Sti) vsscn und erjolgt durch Lösung von mindestens l Anteilschein über ÜJ Mark. Die Lösung der Anteilscheine, deren Ausgabe übereil durch die Kranlcnkatzcn und deren örtliche Verwaltungsstellen oder durch sonst kenntlich gemachte Annah vicsirllrn resvtgt, lau:, für die bereits in den Hecrcsdicn't Ein getletencn auch du:ch deren Arbeitgeber, Angehörige asm. bc wirii werden und hat in bar zu geschehen. 8 2. Für jeden in den Heereedienst Eingclrctcnen können mehrere, höchstens jedoch 20 AntelH,Heine gelöst werden. 8 3. Für bereits Gesäten- oder Aewruadwc könne» An- trUschcine nicht mehr gelöst werde», irlia > >(..• To.lsrehe den Anmeldcndcn bekannt mar. Diese Bcstimmung triss: ri.h: zu, wenn eine Gesamtheit van Personen, z. liz. >i: lnn.i,scheu An- gestellten und Arbeiter einer Fabrit uersichrr! werden. 8 4. Die Leistungen der Lesse b.-st-hen darin, daß di« a». gesammelte» Gelder aus die eingetretencn Krlegsslerbcsstle an die Hinterbliebenen verteilt werden. Als llrie - sterbr-älle ge! tcn alle Todesjälle, die PerstP-rte mehrend des Krieg- »der infolge einer im Kriege erlittcuen Verletzung oder erworbene» Krankheit bis spätestens 2 Monate nach Beendigung des Krieges erleiden. Die Angehörigen haben etwaige Stcrbcsällc der Versicherte» alsbald der GesthästssieN« Obervcrsicherungsamt. Kiiegsversich-erung Darmstadt, Reckarstrahc 1 . mitzutcilc». Di^ Abrechnung erjolgt drei Monat« »ach Beendigung des Krieges und wird auszugsweise össcatlick bekannt geacbc». 2lbschlags- zahlungcn dürfen aus Wunsch schon früher geleistet werden. Die Auszahlung erfolgt gegen Rückgabe der Anteilscheine und darf an den Inhaber der Anteilscheine erfolgen. Z b. Die Geschäfte werden unter dem Vorsitz des Großher- zoglichen Oberverficherungsamts durch die beiden hessischen Krankcnlassenocrbändc geführt. 8 0. Alle etwaigen Streitfälle werde» endgültig unter Ausschluß des Rechtswegs durch dis Bejchlußkammcr des Obcrver- sicherungsamtes engchieden. 8 7. Werde» in andere:! Boodesstaaten ähnliche Einrichtungen getroffen, so ist die Verwaltung berechtigt, sich mit diese» zu einer Kriegsveesitz-cenng «ns derselben Grundlage im Interesse einer Ausgleich!:,,g de-- Risikos znsammcnzvschlicßen Darmstadt, den 90. Anglist 1914. Verband der Kraukenkaffru und Gemeinde» als Träger der Krankenversicherung für das Großhcrzogtlnn Hessen. Großherzoglichrs Lbcrvcrsicherungsamt. Krankenkasscnvcrbaiid für das Grvßhcrzogtnm Hessen. Für das VioU ftrettf Geschäftsstelle des Roten Kreuzes Haagstraße 16. Tel. 213. Es gingen weiter ein: 1. Geld: Herr Zörb II. 1b X; Herr Ernst Windecker I. 206 X; Her: Lehrer Diener 16 X; Herren David Erödel Söhne 7V.3L .lt: Hr. Dr. M. Trapp :>ü X; Frl. Marie Dambniaim 3 X; Herr F. S. Friedberg 5 X', Für verlaustes Brot und Gemüse 8 X: Ortsausschuß zu Bönstadt (Ergebnis einer Sammlung) 174 X; Po- lizeiioinmisiariat Wickstadt (Ergebnis cincr Sammlung) 163.13 X: Bolisbildungsvcrein Fiicdbeig 200 X; Herr Theod. Groß 26 X; Gemeinde Niederflorstadt (Ergebnis einer Sammlung! 486 X; Radfahlerverein Melbach 30 X: Herr Zörb II. b X; Herr Ernst Windcckcr 200 X; Sammlung der Loge am lg. Aug. 10.60 X; Herr Emil Rothschild 60 X; Herr H. Strauß (vorläufig) 10 X; Frau Jeanette Metzler Ww. 20 X; Herr Karl Kiefer b X; Herr Friedrich Umsonst ö X; Herr Rentner Zoll 10 X; R. 9t. zum Andenken an den 22. August 3 X; Sammeistellc Mathildenstist Fricüberg. R. R. Erlös für einen Ring 0 X; Herr Direktor Hieronl- mns 20 X; Herr Rechner Faatz 20 X; Herr Kontrolleur Len- hard 20 X; Herr Gehilfe Albert b X. (Fortsetzung folgt). _ Wir machen unsere verchrlichen Leser darauf aufmerksam, daß wir mehrfachem Wunsche gemäß, Schilder mit der Aufschrift: Unbcfugtrn ist das Bctretc» der Stallungen strengstens untcrsngt! angefertigt haben. Das einzelne Schild ist zum Preise von 25 Pfennig in unserer Expedition erhältlich. „Neue Tageszeitung" A. G. Zum Versand I "WA Soldatenwäschesäcke verschliessbar mit auswechselbaren Adressen billigst bei Fr. Weber, Frietlberg, Kaiserstr. 62 . Wn-Mlier Ptttr Mthler §ried!>ttgi.H.,Kanai!erjlr.8 3 Minute» vom paijuljof* Telefon Nr. 220. dä Kchoiien-sie ökhllndtliuz Lilligc Preise. S!taSffi®*!aH»lS5^fS3ffi Toitetteartikel Tjir-MIa 8 kli,FenDei>tt, S^tyänime, • Liiiölkuni uni) Plnkt!!jlhr?ibbcr, Vullbeseii l!ffd Kkhrmilichiim! einpstehlt Iftestiasfi SieiBEl Wi. Inh.: Jos. Buoö Fricdberg, Kaiserstr. 75. Gin Magen um Eia- X. Zwcispännigsahren eingerichtet, laust >. n i( Klcbcrger, Melbach. Grummetgras- Verstergernng. Montag, den 31. August k. Zs., vormittags 10 Uhr anfangend, soll das diesjährige Erummetgras der Cemeindewicsen an Ort und Stelle versteigert werden, krsis-horloff, den 28. Aug. 1914. Kr. {iiirgcrmtiltfrfi Worte des Herrn Pfarrer V o fl c I am Grabe unseres lieben Entschlafe-1 nen sagen herzlichen Tank. Familie Fleischhauer. Reichelsheim (Ulrilfrmi), 26. Aug. 1614. Unsere neuen, großen Transporte ca. 100 Stück Arbeits- »Oekonomie- Pferde darunter viele einzelne und Gespanne erstklassige zwek- und dreijährige, stehen ab Sonntag, 30. August zum Verkauf. Goldfchmidt & Dornberg, Frankfurt a. M. Musikantenweg 78. Telefon Hansa 2800. Reste (jrittlitäten. Alle Preislagen. Schuhlager Heinrich Hess Telefon 420. Friedberg Kaiserstr. 40. BrNlieilball u. Bohrungen, PuniManlagen billigst. 8tr?»n linkn, Inheiden-Hnnge«. 12 Lehre all Senntao, den 30. Ar nb I Ein'pänner- aiseu. Aujusehrn ust. Käupcr, Blcichenbach _ fl reis Büdin gen. Eim IIis 13«“ fl") Sftcnat p.it) rein Simmentaler itöafie zu verlaufen. Karl Müller I!.. Okarben. ürger Friedbergs! Die gegen den Feind ziehenden Söhne unserer Stadt sollen die beruhigende Gewißheit haben, daß ihre Lieben daheim versorgt find und nicht zu darben brauchen und auch den Verwundeten und Kranken die nöttge Pflege zu Teil wird. Der Einwohnerschaft unserer Stadt wird es daher eine freudige Aufgabe sein, den von den Vätern und Söhnen verlassenen Familien unserer Mitbürger mit allen Kräften beizustehen und auch die Mittel bereit zu stellen, die für die Pflege der Verwundeten und Kranken erforderlich sind. In gleicher Weise gilt cs aber auch für diejenigen, die durch den Krieg um Arbeit und Brot gckonimen sind, zu sorgen und sie wenigstens vor Hunger und Not zu schützen. Die Stadtocrordncten-Versaiiimllmg hat deshalb beschlossen, ähnlich wie in anderen Städten eine Zentralsaiumlrmg sür Kriegsfürsorge einzurichlen. , Wir richten deshalb an die Einwohnerschaft die herzliche Bitte, die Durch, fiihrung dieser Ausgabe durch reichliche Eclv- und sonstige Spenden zu unterstützen. Spenden werden von den Unterzeichneten Vereinen und im Stadthaus, Zimme» Nr. 4 entgegengenoinmcn Tcr Bürgermeister: Stahl. Alice-Frauen-Verein: N e b-e l. Verein vom Noten Kren;: G e o r g i. Urjedberger Hilfsverein: K l e b e r a e r.