7. Jahrgang Eic „i.(uc v nrfsjrituno" ci^.einl lcCcn sttetUog. Regelmäßige Beilagen „0er iV.ucr au» Hessen", „Pie HpiliilssuOr". Orzngvprris: Bei ben Postanstalten vicrieli-ihrlich Mk. 1,95 bei de» Agenten inonallich 50 ¥fg. f'"iu tritt Zollgebühr odee Trägerlohn. Trigen: Grund,eile 20 Psg„ lolale 15 Ptg„ Anzeigen von -u-watt-werden dui.h Pa lnachnaerhoben _ErMungsott Iriedberg, ftdiriftlcitimg und Verlag Friedberg fHessenj. Hanauer,tiaße 12. Fernlprecher «8. Packs hea.Loaio Sie, «8.-.0, ?lmt Franllurt -. Al. Unmmrr 199 __ Mittwoch, den 26. August 1914. Namur gefallen! Wirkungen des 42 eu». Geschiihes. — Belgien unter der deutschen Berwaltüng.— Oesterreichifcher L^orstos; im Osten. — Die Wahrheit in Frankreich. Jtftuip frin fptifrniö für dcutlchc Trupptn. Wenn es in dein bekannten knappen Kriegsbericht vom Sonntag geheißen hat: Vor Nainur donnern deutsche Kanonen, so verstand der Kundige, daß der Fall der Veste te- vorstche. Gestern kam die Botschaft, daß die Stadt und fünf Außenforts genommen und der Fall der übrigen vier Forts bevorstchcttd sei. Nachdem Lüttich und Namur auf deren Mauern die Franzosen ihr höchstes Vertrauen gesetzt hat- ten, gefallen sind, steht die Maaslinie zum Einfall noch Frankreich osscn u. keine Festung, die uns behindern könnte liegt unseren Truppen im Rücken. Abermals hat unser Heer gezeigt, daß Festungen kein Hindernis mehr für deutsche Truppen sind. In wenigen Tagen zwingen sie unsere 42 Centimetcr-Geschütze zur lieber- gäbe. ES bestätigt sich also, was man zu Beginn des Krie- gcs geheimnisvoll raumen hörte, daß den Feinden eine unangenehme Ileberraschnng bevorstände. Wir besäßen nämlich ein Geschütz, dessen Dasein bisher ein Geheimnis wäre und das geradezu Ungeheuerliches leiste, ja in der Tat eine vollständige Umwälzung ein Fcsttmgskrieg hcrvorriesc. Für die Niederwerfung der »ns noch im Wege stehenden französischen Festungen ist dieser Umstand von verheißungsvoller Bedeutung. Belgien steht unter deutscher Verwaltung. Welch' eine Wendung durch Gottes Fügung I möchte nian wie vor l t Fahren auch heute ausrufen. Zu spät wird das betörte Land bedaiteru, seinen falschen Freunden vertraut und die sreundschastlich gebotene Hand Deutschlands zurück- gcwicsen zu haben. Immerhin wird die deutsche Verwaltung dafür sorgen, daß die Ordnung in das verwirrte Land einkehren werde. Unsere Verbündeten rücken rechts und links der Weichsel vor. Zwei sich ihnen in der Nähe von Lubin, etwa 90 Kilo- inctcr von der Grenze, cntgcgcnstellcndc russische Armeekorps wurden unter großen Verlusten zurückgeworfen. Daß wir bald von unserem tapferen Heer im Osten ähnliche Sicges- botschaslen hören mögen, dessen sind wir gewiß und wir hoffen die Siegesbotschaften recht bald verkünden zu können. Namur in deutschen Händen. Berlin, 25. Ang. (W. B.) Von der Festung Namur sind fünf Forts und die Stadt in unserem Befih. Vier Forts werden noch beschossen. Fakt steht aber in kur bevor. I' Zhr ; e m Jft ScnerufqiiArlimiicijlct: ti. Stein. -KklM Bauvcrwaltung, ist in Aussicht genommen. Generalgouvcr »cur Gcncralsrldmarschall Frhr. o. d. Goltz hat sich zur lieber nähme seiner neue» Tätigkeit bereits nach Belgien begeben. v. d. ('»-ölst Ceneralgonverncnr. Berlin, 20, August. Mit der Bei aal.'ung der ollnpier- tcn Teile des Königreichs Belgien l>t vom Kaiser unter Crii;:»iu;tg zum Grnrralgounrrnrur Gencralsrldmarschall Frhr. u o. Goltz beaustragt worden. Tie Zivilaerwaltuug isi dem juui Peru altungschcs ernannte» Rrgicrungsp.äiideulru von T a n d t lAachcn) iibrrtragr» wcadcu, dca, jiie die Dauer sei- :>er Tatigtei! das Prädikat „Erzrllcnz" beigclrg! ist. Dein Berwaltungschrs sind beigegeben Obeiregieruagsr-.t s. Wussow (Kassel), Landial Dr. K a u i m a » » (Euslirchcn) Fnsttzrat Teimboen, Milglied des N-ichstags, (Köln), der bisherige Konsul in Brüssel Legationsrat Kempsf, sowie der Bürgermeister v. Loebell (Oranienburg), Die Berufung weiterer Beamten, insbesondere von Technikern der Berg- und Oesterreichs Offensive. Amtliches Tclcgramni. Wien, 2b. August. Das Keiegspresirquaetirr meldet: Dir Ossrnsioe unserer Truppen drängt beiderseits der Wricksel »n- ausbaltsam vor. Westlich des Flusics haben unsere Kräfte ini Anschluß an die deutschen Verbündete» unter kleinen Kämpfen die Lysagoea überschritten. Eie erreichten gestern den Abschnitt de» Kamionslusies zwischen Kietze und Sladom. Oestlich d-r Weichsel warfen unsere siegreich oorürinzcnde» Kräfte am 22. August bei Krasnik aus dem Wege »ach Lublin eine starke Kruppe zweier russischer Korps zurück. Ucbrr tausend Russen, darunter viele Offiziere, sielen unuermundrt in unsere Hände, auch wurde eine Anzahl Fahnen, Maschinengewehre und (5c schütze erbeutet. Ein Vorstoß von 20 000 Russen, größtenteils Reiterei, gegen die Grenze bee Bukowina wurde bei Rowosir- litza vollständig zueückg»Klagen. Dem Feind wurden mehrere hundert Ersangenr nbgenommrn. In überstürztem Rückzüge ließe» sie aus dem Kampsplatze viele Kriegsgeeäte zurück. Telegramme des Kaisers. Telegramm an die Kronprinzessin Ce eilte-Berlin: Innigsten Dank, mein liebes Kind. Freue mich niit Dir über Wilhelms ersten Sieg. Wie herrlich hat Eott ihn, zur Seite gestanden. Ihm sei Danl und Ehre. Ich habe ihm das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse verliehen. O s l a r soll sich auch brillant mit seinen Eirenadieren geschlagen haben. El hat das Eiserne Kreuz zweiter Klasie bekommen. Sage das Ina Marie. Eott schütze und helfe den Jungens auch weiter und sei auch mit Dir und den Frauen allen. Papa Wilhelm. Wie der „Schwäbische Merlur" berichtet, hat der Kaiser folgendes Telegramm an den König von Württemberg gerichtet: „Mit Gattes gnädiger Hilfe hat Albrecht mit seiner Herr, licheu Armee einen glanzenden Sieg erfochten. Du wiest mit mir dem Allmächtigen danken und aus die Sieger stolz sein. Ich habe Albrecht soeben das Eiserne Kreuz 2 .und 1. Klasse verliehen. Eott segne weiter unsere Massen und die gute Sache Wilhelm." Ausmckuim dcs ftronimnp non Oanfni. Die „£orr. Heismann" meldet: Der Kaiser hat dem Kronprinzen von Bagern das Eiserne Kreuz 2. und >. Klasse verliehen. Print irrtiif?! v. S*ad|irn=JHfiiiingfn gefafifR. Räch einer amtlichen Mitteilung des Geheimen Kabinettsrats des regierenden Fürsten zu Lippe ist dem dortigen Hose heute Mittag die amtliche Nachricht zugegangen, daß in den Kämpfen der letzten Tage der Schwager des Fürsten, Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen, von Granatsplittern getros- sen, den Hieldentod für das Vaterland gestorben ist. Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen batte sich vor einigen Wochen dem Kaiser zur llebernahme eines Kommandos zur Verfügung gestellt. Er war mit der Führung einer Ariilleriebrigade be- auslragt worden. Dlijj.iiin dcr fionip fnijf arrrtfr^ 2Bic die ..Kreuzzeitung" mittcilt, befindet sich Korvettenkapitän Sicrmann, der die „Königin Luise" kommandierte, als sie an der Themse-Mündung Minen legre, unter den Geretteten. ssiu «TagtCiLirfrM an die baijCiiMifn sslniiM. Vom westlichen Kriegsschauplatz wird gemeldet: Der kommandierende General des 2. Armeekorps he.i jolgenden Tagcs- leirhl o.» die Truppen ertasten: Soldaten des 2. Armeekorps, heute stehe:, wir els Sieger aus d:w. Veden, den wir ver einigen Tagen aus höheren Deseh! ft.iwilllg verlasse:, mussten. Eurer hingcbeilde:, Treue und Tapferkeit ist es zu verdanken, daß der übermütige Feind wie der von deuilchem Boden vertrieben worden ist. Ich spreche ollen Angehörigen dev Armeekorps für die cusgczei'»,:te Haltung meine vollcke Anerkennung aus. Ehre den tapse::» Ee- sallcnen. Alit Gott sür König und Aaterland.' Tic Neutralität Ftalicrrs. Den in die Zuverlässiglcit seiner Neutralität gesetzte» Zweifel» begegnet Italien durch rasch auscinandersolgende assi ziose Erllürunge». Die heutige, die sich gegen die Nachricht wendet, daß 80V 000 Italiener zum Kampfe gegen Oesterreia bereit ständen, wird hier mit Genugtuung begrüßt «nd mit der Hessnung, daß dir Entwicklung der letzten Tage es der italienischen Regierung erleichtern wird, an seiner Neutralität sestzu- halten. Die „Germania" bemerkt dazu: „Welche Gründe auch immer für Italiens Neutralität maßgebend sein mögen, sie sind seit dem Tode des heiligen Vaters Pius X, um einen weiteren vermehrt worden. Italien hat als freiwillige Earantieniacht für die Freiheit des Heiligen Stuhles die Pflicht, die erforderliche Papstwahl zu ermöglichen. Ohne Zweifel liegt ihm viel daran und mutz ihn, von seinem Standpunkt aus viel daran liegen, zu beweisen, datz es in der Lage ist, auch in so schweren Zeiten wie denen eines Weltkrieges das Zusammentreten de» Konklave sicherzustellen. Es liegt aus der Hand, daß das unmöglich werden würde in demselben Moment, da Italien selbst altiv in den Krieg eingreifen würde." Papst Pins X. und der 2rieg. Wien, 20. August. Die „Reichspost" meldet aus Rom: Der Arzt des verstorbenen Papstes Dr. Marchiasava äußerte sich gegenüber einem Korrespondenten der „Reichspost'F daß der Papst dringend gebeten worden sei, mit seiner großen Autorität gegen den Ausbruch eines Krieges zu intervenieren. Der Papst erklärte daraus wörtlich: Der einzige Herrscher, bei dem ich mit 'Aussicht aus Ersolg intervenieren lönnte, weil dieser Monarch stets in Treue dem heiligen Stuhl ergeben mar, ist Kaiser Franz Joses, Aber gerade bei ihm kann ich nicht intervenieren, denn der Krieg, den Oesterreich sührt, ist gerecht, nur allzu gerecht. Die Wahrheit kommt lanalam in Frankreick an's (Tauifoli(t)t. Berlin. S5. August. Nach einem italienischen Blättern zugcgangcnen nno ans Rom iibcrmttlcllcrr offizielle» Bericht >st in Paris am 24. August um 11 Uhr abends folgendes ossizielles Communigue ausgegeben worden: Westlich der Maas wurde unsere Armee von den Deutschen angegrisscn und hielt bewundernswert stand. Zwei französische Armeekorps, darunter afrilanische Truppen, rückten vor und wurden von einem mörderischen Feuer enipsan- gen. Sie wichen jedoch nicht. Al» aber die preußische Garde eine» Gegcnangriss aursührte, mußten sie sich zurückzichen Der Feind hatte enorme Verluste. Westlich der Maas hatten die Franzosen in schwierigen, Gelände eine Vorwärtsbewegung gemacht und wurden dann heftig angegrissen Nach sehr lebhastem Kampfe niußien sie zurückgehen. Südlich dos Seuiois nahmen englische »nd franzöflsche Truppe» eine gedeckte Stellung: sie blieben intakt. Unsere Kavallerie hol nicht gelitten. Der physische und moralische Zustand unserer Truppen ist ausgezeichnet. Die französische 'Armee wird jetzt dcsensiv bleiben, um die Lssensive Im geeigneten Moment wieder auszunrhme». Unsere Verluste sind bedeutend, aber noch nicht genau anzugeben. Der Goinmuniqu« erklärt schließlich, es fei z» bedauern, daß der Angrisfsplan seinen Zweck nicht erreicht habe, und sägt dann hinzu, die Defensivstellung der Franzosen bleibe gegenüber dem Feinde, der schon geschwächt sei, vollkommen fest. Teile einer selbständigen deutschen Kaoalleriedivision aus dem äußersten Flüge! seien in das Gebiet von Roubaix-Toureoing eingedrungen, das nur von Territorialtruppen verteidig» wurde. I» Pariser Meldungen Kopenhagener Blätter wild nach telegraphischen Meldungen aus Kopenhagen die ftanzosische Niederlage bei Metz von den Franzosen jetzt in folgender Form eingestanden: „Die letzten Operationen in Lothringen waren weniger ersolgreich als an den vorhergehenden Tagen. Die französische Vorhut stieß aus sehr siarlc scindliche Stellungen und sah sich nach einem Gegenangrisj aus das Hauplkorps gezwungen, sich aus die (Seilte und bei, Marne Rhein-Kanal zu- riickzuziehen." Der „Frankfurter Zeitung" wird gemeldet: Die Berichte der italienischen Presse aus Frau lr eich, die in den erster. Tagen überaus enihusiastisch und zuversichtlich klangen, lassen jetzt erkennen, datz man in Paris ansängt, niedergeschla- n c n zu sein. Die Pariser Zeitungen ermahnen in Leitartileln das Publikum, ssch nicht von einer Panik ergreifen zu lassen, sondern des Heldenmutes der Väter zu gedenken. Ueberaus peinlichen Eindruck niüssen Vorgänge in einer Division des 15. Armectorps gemacht haben. Senator Gervais boiie in einem Biatte erklärt, die Niederlage der Franzosen iij Wr. 199 Seite 2 Lothringen sei Auf eine Panik in der erwbhnte« Divis««« znrüitzusiihren, die sich aus Toulon, Marseille und Ai; rekrutiert ; infolge dieses Vorganges hätten die französischen Truppen die jenseits der Seille bereits errungenen Vorteil« wieder verloren. Eine offizielle Note sucht diese Mitteilungen abzu- sä wachen; es handle sich um Einzelsälle, die bereits unterdrückt seien. . - •*«••• Ein italienischer Journalist fand in Voulogne-sur-Mer englische Truppenteile, darunter Hochländer. Panik in Belgien. Ter Kriegskorrcfpondent des „Nieuwe Nottecdamsche Mourant" schreibt voll Bewunderung über die deutschen strategischen Maßnahmen bei Lüttich. Die schweren Geschütze seien in Teile zerlegt nach Lüttich gebracht worden. Hierbei hätten die Deutschen nichts deui Zufall überlassen und sich keineswegs auf das Vorhandensein von Schienen verlassen obwohl solche aller Wahrscheinlichkeit nach in dem In- dustriegcbiet vorhanden sein mußten. Tie deutschen Truppen hätten deshalb Schienen mitgeführt, die ». a. längs ter Avenue Rogier gelegt worden seiea, worauf man die ungeheuer schweren Geschütze fortbewcgt habe. Von dort ans (also aus der Stadt) habe man dann aus- einer Entfernung von sechs bis siebentausend Meter die Forts in aller Bequemlichkeit zusammengeschossen, ohne daß Opfer an Zeit oder an Soldaten gemacht weiden mutzten. Die Forts hätten nicht einmal antworten können, da ihr Feuer sonst die eigene Stadt zerstört hätte. Der Korrespondent der „Dckily News", der iin Auto von der belgisch-französischen Grenze nach Ostende fuhr, um nicht von deutschen Truppen abgcschuitten zu werden, gibt eine lebendige Schilderung von der Panik der Bevölkerung. Er sagt, die deutschen Truppen rückten unglaublich rasch vor. In flämischen Dörfern hätte ihm die Bevölkerung cnt- gcgcngeschricen: „Warum haben uns die Engländer verraten?" Warum hat man uns ganz ohne Nachricht gelassen, sodatz wir jetzt hilflos sind?" Dar Bericht schließt: Ein paar Stunden später wälzte sich schon die deutsche Flut so rasch daher, daß wir beinahe auf unserem Weg zur Küste abge- schnittcn worden wären. Keine Provinz war uns mehr gelassen, wohin wir uns hätten wenden können. Die Deutschen irr Brüssel. Amsterdam, Lt. August. Der Korrespondent der ..Times" in Brüssel meldet, daß der deutsche General von Arnim mit Bürgermeister Max folgendes vereinbart habe: Freien Durchzug der deutschen Truppen, 3000 Mann deutsche Besatzung bleiben in Brussel, die Requisitionen meiden bar bezahlt, privates und össentliches Eigentum rverde geschont werden, und dke Gemeindeverwaltung bleibt nnler deutscher Kontrolle, der Bürgermeister behält aber die Leitung der Brllsieler Polizei, Die Deutschen stellten de» Dienst der Straßenbahn, der Post und des Telephons wieder her. ebenso den Eisenbahndienst in Lüttich und die telegraphische Verbindung mi! Deutschland, sie ließen die belgischen Fahnen ruhig am Rathaus und den Privatbanken. Das Erscheinen der Zeitungen wurde eingestellt. Die Cafehäuser werden um !> Uhr ebenda geschlossen. Zahlreiche Deutsche fragen an, ob sie nach Brüssel zurüükehren können, wovon aber angesichls der itaitsindenden Kriegc-ope- rationen abzuratcn ist, tNgliiche 5xBiiiS!ic-2srp?. Ein Anfang dazu ist schon gemacht in Gestalt von engli- iheu Landungen an der französischen oder belgische» Küste, oder an einer von beiden. Der König Georg von England Hai den Truppen vor ihrer llebcrsahrt folgendes Gels!!" ort zulommen lasten: „Ihr »erlaßt jetzt das Vaterland, um für die Sicherheit und die Ehre meines Reiches zu läwpftu. Belgien, das wir zu verteidigen uns verpflichte! haben, ist überfallen ! worden, und Frankreich ist kinun Einsall desselben mächtigen Feindes ausgesetzt. Ich setze in euch, meine Soldaten, unbegrenztes Vertrauen. Di« Pilicht ist euer Losungswort, und :ch weist, daß ihr eure Bewegungen mii der größten Teilnahme verfolgen und mit größter Bcsriediguug die Fortschritte beobachten, die ibr jede» Tag macht. Niemals weidet ihr meinen Gedanken lern sein. Ich bitte Gott, euch zu segnen und zu beschützen und euch als Sieger heimzufüh- ren." Wir glauben kaum, daß dieser lb.niso geistreich« wir hinreißende Salbader die cuglisthen Truppen wirluch davon überzeuge» wird, daß sie sür die „Sicherheit und Eure" Großbritanniens kämpfen solle». Ganz sicher ist cs uns freilich nicht, denn leibst Truppen von größerer JnleUigeuz ubrd.n ichlverlich ver- itehcn, inwiefern sie auf belgischem oder ir-o.-.si.ichcm Boden lür die Sicherheit und Ehre des Britsto » Reiches kämpien könnten. Im übrige» ist die königliche Kund '-nag zu mail und undrdcutcud, um einen Kommeular ,v> r ' strtiqen. Wir bedauern nur, daß König Georg nicht selbst an die -stütze des Lipcditionslorps gesetzt hat, uv> dann io e-:• muri ' 'barer Rahe „die Bewegungen mit der größte» Tr'luohm« »a verfolgen und mit größter Befriedigung die Ferlichfttt« z-, beobachten, die ihr jeden Tag macht." Heber das englische Expeditionskorps sind, besonders feit einigen Tagen, di« verschiedensten Gerirbte im Umlause, bald wird es sehr groß, bald wird es ganz klein dm. ..-stellt, bald soll e» längst gelandet sei», bald sich rberstaup! noch «icht eingeschifft haben. Wie wir bereils v-.i'a.teilt h brn, scheint die Werbelätigkeii für eine Verstärkung d:r Territorialarmee und indirelt damit das Expeditionskorps nur sehr mäßige Ergeb- nisie zn zeitigen. Wie stark das Expedilionslorps sein könnt.', läßt sich natürlich nicht sogen. Jmmerbin glauben wir. daß England wahrscheinlich nicht daran de»!', alle diejenigen StrcitkrSfle, über dir es als Expedilionsarmee verfüg?» könnte, aus dos Festland überzusetzen, soser» sit dart ei» crull Haftes Risiko laufen. Für ein solches Beginnen würde die Rxgierung kaum Anllang in der Bevölleruna iindeu. Soweit Ren« Tageszeit««,, «ittwory. den r«. rlugnst 191« wir Wt Verhältnisse zn beurteilen vermögen, wird der britischen Regierung vor allem daran liegen, Frankreich gegenüber das Gesicht der Vertragstreue zu wahren. Das kann nur geschehen durch Landungen englischer Abteilungen, denn dazu ist Großbritannien, wie man seit den Delcaffeschen Enthüllungen aus dem Jahre 1905 weiß, ja verpflichtet. Wie aus der englischen Fachliteratur des vergangenen Jahrzehntes ersichtlich ist, hat man auch von verschiedenen Seiten fortgesetzt betont: England müste in der Lage sein, «intreicndenfalls ein Expeditionskorps von KW 000 bis 200 000 Mann auf dem Festlande auszuschiffen, und zwar so rechtzeitig, daß sie den linken französischen Flügel unterstützen könnten, bevor die erste Schlacht geschlagen sei. Ein so großes Expeditionskorps ausgebildetcr Truppen haben die britischen Kricgsminister jedoch nicht annähernd zusammenbringen und organisieren können. Außerdem hat die Schnelligkeit der deutschen Aktion den schönen Plan im Keime vernichtet. Aus diesen Gründen bleiben gelandeten englischen Streitlrästcn vorläusig wohl nur die Möglichkeit übrig, entweder nach Antwerpen zu gehen oder auf französischem Bode» irgendwie den „Anschluß zu suchen". Mehr läßt sich vorläusig kaum sagen, und man kann ohne weiteres vertrauen, daß unser siegreiches Heer auch diese Angelegenheit ohne weiteres erledigen wird. (fin lngliicheg fob kr knilchm Ar Me. Berlin, 24. August. Der Korrespondent der Londoner Central News, der an der deutschen Front angelangt ist, ver- össentlicht in London einen begeisterten Lobgcjang auf die deutschen Truppen, Er schließt seine Ausführungen mit dem Ausdruck der Ueberzeugung, daß bei dem Geist, der die deutschen Heere beseele, keine Macht ihnen widerstehen könne, und daß, wenn Rußland aus dem Plane erscheinen wird, Frankreich längst erschlagen am Boden liegt. Bon unserer Marine. Eine Wettfahrt auf Leben und Tod. Ein gefährliches Abenteuer, das eines unserer Kriegsschiffe kürzlich glücklich bestand, wird durch einen Privatbries, den ein Hamburger Grotztaufmann an einen Elogauer Herrn geschrieben hat, belannt. Die „Reue Riederjchlesische Zeitung" gibt aus dem Inhalt folgendes wieder: Ein Sohn des Hamburger Kaufmanns, der als Ingenieur aus diesem Kriegsschiff dient, berichtet in dem Schreiben von einer tollen Wettfahrt, welche das Schiff, das sich auf der Rückscchrt ans den Tropen befand, im Kanal mit sieben englischen Torpedobooten und drei großen Kreuzern zu bestehe» hatte. Es hat die durchfahrene Strecke von 330 Seemeilen, gleich 012 Kilometern, IN zwölf Stunden zurückgelcgt. Das deutsche Kriegsschiff wurde gleich zu Anfang von sieben englischen Torpedobooten versolgt, und später versuchten drei englische große Kreuzer, es in der Mitte des Kanals abzusangen. Da es inzwischen acht Uhr abends geworden war, so entschloß sich der Kommandant des deutschen Kriegs- Ichisfes, einsach die Linie seiner Verfolger zu durchbrechen. Die Engländer waren darüber so perplex, daß sie außer einigen Fehlschüßen nichts weiter unternahmen. Und so entschlüpste das deutsche Schiss glücklich dem Gegner. Zu Beginn der tollen Jagd halten in den ersten zwei Stunden die englischen Torpe do'ooote ungesähr drei Seemeilen a» Fahrt gewonnen, dann fuhren Verfolgte und Verfolger eine Stunde gleich schnell, schließlich aber fielen die Engländer ab. Damit das Schiff die hohe Geschwindigkeit durchholten konnte, hat das gesamte Mosch: nenperjoual zwöls Stunden ohne Ablösung ununterbrochen gearbeitet. Die Hitze in den Maschinenräumen stieg schon noch einer Stunde auf kt Gradl um die Feuerung intakt zu halten, wurde von zwölf Fcuerungslöchern ununterbrochen der Reih» ; nach bei zweien die Feuerung hernusgerisicn und abgelöfckit. Kots und Kohlen wurden dann nach oben befördert und über . Bord geworfen: so wurde ein Verschlacken der Fcuerroste verhindert, Schließlich kam das dcutfche Kriegsschiff — wie der Seemann sagt: „mit zwei Sack Kohlen" glücklich im Hasen an, empfange» von dem brausenden Hurra der Flotte. Der SeFtampf in der Adria. Der letzte Fnukcnsprlich, den das Kriegsschiff „Zeuta" l absandte, lautete: „Fch nehme Kampf mit feindlicher Flotte auf." Diese Flotte bestund aus 16 großen und 12 kleineren Schüssen. Nach hier cingclangtcn Berichten wurden vier feindliche Schliffe schwer beschädigt. Dos Verhalte» der f'ci- ne« „Zeuto" gegenüber der kolossalen Uebermocht erregt hier lebhafte Geungtunng. Der glatte Perliiiif kr Htobilmaftjnng in (kkrrdiHtnflflrn. Tie „dorr. Wilhelm" veröffentlicht ein Eoinmuniqne, in dem auf den über alle Erwartungen glatten und rcib- tutgslose» Verlaus der Mobilmachung der österreichiich-uu- garijch.'u Armee hiugewiesen wird, der beweise, daß alle Zcusteif: >-» in' engsten Einvernehmen mit der Heere s'-'.'r- wallung die de,.- i: stießen Vorsorgen getroffen halftm. Da- > mit allein wäre der volle Erfolg der Mobilmachung keineswegs gesichert gewesen; eS bedurfte hierzu in vollem Ma?,e der I r . len Mitwirkung der gesamten Bevölkerung. In d.e- fet Hinsicht seien gleichfalls wahrhaft glänzende Refuftri-' zu verzeichnen. Alle parteipolitischen Gegensätze waren auf einmal beseitig!, der Ruf des Landesherrn einigte alle No tionolitä'.eu des weifen Reiches uni einem Schlage zu de " gemein!,'!' eu Ziele. Nur rein strategische Ileberieguu kannten >:ir die Verteilung der Verbände maßgebend fei", und an-ö nur v ch solchen wurde die Austeilung der Kräfte > tal'ä, 'ist vorgenommr«. 1 Fns Mkiutztn kr ntrliiinkitn imiMri in RnM-Polkii. Fu dem fel-r hartnäckige» Kampfe MN die Höhe.-, »oid- , sich der To.uew Region ani 23. August verteidigten t.ltfach- 1 sich zwei russische Armeckorvo de» Kölicnzug südlich von Krasnik, wurden aber ans der Richtung von Frampol südöstlich umsaßt und zu einem fluchtartigen Rückzug gezwun- gen, so daß der Vormarsch auf Lublin nunmehr frei ist. Die russischen Gefangenku danke« den Offizieren mit Hände- küssen sür die gute Behandlung: sie berichten über allge- meine Unzufriedenheit in der russischen Armee. Abbruch kr Ltjiehmmn p|djrn Okstcrrcich- Pngarn und 3npn. Dein japanischen Botschafter Sato in Wien, welcher ein Vormittag noch dem Requiem sür den Papst beiwohnte, wurden mittags die Pässe zugcstellt. Der öfterrrichisch-un- garische Botschafter in Tokio Baron Müller ist abb-rufe» worden. Itiöfi nn mokrnrö Kreienyttr vrrirhr!. Was ein modernes Riesenhccr verzehrt. •4111 modernen Krieg sind alle Mußstäbe so ungeheuerlich gegen ftüher vergrößert, daß man, wenn man sie sich einmal in nüchternen Zahlen vergegenwärtigt, zu geradezu schwindelnden Ergebnissen gelangt. Ganz besonders erstaunlich sind die Zahlen, die man erhält, wenn man die »ersorgung eines modernen Heeres mit Lebensmitteln ins Auge faßt. H. Thurn hat in seinem bei Johann Ambrosius Barth in Leipzig erschienenen Buche über die Verkehrs- und Nachrichtenmittel im Kriege, das gerade jetzt von besonderem Jnteresie und Werte ist, genauere Berechnungen hierüber angestellt. Man berechnet den Tagesbedarf für den Mann aus 1130 Gramm, und zwar 750 Gramm Brot, 200 Gramm Fleischkonserven, 130 Gramm Eemllsckonser- von und je 23 Gramm Kaffee und Salz. Des weiteren aber niuß man natürlich auch die Tagesrationen für die Pserde in Betracht ziehen. Sie beträgt für jedes Tier 0 Kilogramm Haser, 2,3 Kilogramm Heu und 1,3 Kilogramm Futtcrstroh. Vergegenwärtigen wir uns hiernach, was eine Armee an einem einzigen Tage verzehrt. Nehmen wir einmal eine Armee von 50 000 Mann an, zu der 20 000 Pserde gehören, so bedarf dieses Heer sür die Menschen täglich 57 500 Kilogramm an Nahrung?. Mitteln, während der Bedarf für die Pferde auf 200 000 Kilogramm für den Tag anzusetzen ist. Nun würde man i- aber eine Ansammlung von 50 000 Mann kaum ein „Heer" im Sinne der modernen Riesenlämpse neunen. Denken wir aber a» ein Heer von 150 000 Mann nebst dem dazugehörigen Pser- demateriale, so wird dieses Heer jeden Tag 172500 Kilogramm für die Menschen und 600 000 Kilogramm sür die Pserde, zu- sammcn also 772 500 Kilogramm an Nahrungsmitteln per Tag verbrauchen. Man wird zugeben, daß dies Zahlen sind, die mit Fug „schwindelnde" genannt werden müssen. Sie geben eine gewisse Bürgschaft dafür, daß ein moderner Riesenkrieg kaum von langer Dauer sein kann — die Natur selbst verbiete er. Schließlich sei noch die interessante Tatsache mitgelcilt, daß ein einziger Kanalkahn den Bedarf eines ganzen Armeekorps auf 1—IM Tage zu befördern imstande ist. Das Volk in Waffen. Paul Gerock.*! Es braust ein Sturm durchs deutsche Land, Vom Dünengras am Nordseestraud Vis in des Schwarzwalds Föhren Laßt er sein Sausen hören. Er scheucht mich auf, er jagt mich her. Fahr wohl, du weites, blaues Meer. Muß heim, bei solchen Stürmen Weib, Kind und Herd zu schirmen.') Die Straßen, wie laut, die Wege, wie eng Von Waffenlärm und Kriegsgedrängl Die Losung allwärts eine: Zum Rhein, zum heil'gen Rheine. Durchs grüne Holstein geht die Fahrt, Da koimnen sie, truppweis geschart. Die Enkel der Nordseeriesen, Die blonden, blauäugigen Friesen. lind als ich durchs stolze Hamburg fuhr, Da herrschte Mars anstatt Merkur. Noch denken die Hanseaten Der alten Heldentaten. lind über die Heide bei Lüneburg Die schwüle Wetternacht hindurch Erklangen die Fanfaren Der lustigen Husaren. lind als ich gen Hannover kam. Weg war der alte Groll und Gram l-stft's wider den Franzmann zu helfen, Da tiutzcn sie nimmer, die Welfen. ' * Ili-d als ich fuhr durchs Hessenland, Der Kottenjugcnd in Waffen stand. Dump» dröhnten die Straßen von Kassel Von mächt'gem Geschützgcrassel. lft-d wo von Leipzig mündet die Bahn, Du brausten singend die Sachsen heran, Da kamen in prächtigen Scharen Tie strauinien Preußen gefahren. ') Der Dichter weilt bei AAsbruch des Krieges im Füll Ir.70 am Nordfeestrand. Er reift durch Holstein, über Hain- bürg. -Gonnover, Kassel, Frankfurt, Heidelberg heim nach Stuttgart und sieht unterwegs die Deutschen überall zum Kriege eile». Das her.liche Gedicht ist muh t-MHend sür die bcnliae Zeit. ns 191«. Teile 8. Und geht's so munter recht- vom Rain. Will Gott, wird- links nicht schlechter sein: Schon seh' ich Dragoner rücken Zu Frankfurt über die Brücken. Und auf der Bahn von Würzbukg, schau Da wogts heran im Hellen Blau; Wie trugen- die rüstigen Bayern. Beim großen Raufen zu feiern? Grüß' Gott, mein schönes Heidelberg! Leb' wohl, der Musen Friedenswerk! Der Bursche vertauscht den Schläger Mit der Büchse der tapferen Jäger. Und nun mein Neckartal entlang Nach Haus, mir wird so wohl >md bang: Zur Fahne eilen die Schwaben Und die Mütter segnen die Knaben. Und wie ich betrete mein eigen HauS: Da kommt ein junger Krieger heraus. Da kommt mein Sohn mir entgegen: „Grüß Gott," und „gib mir den Segen.' So segne dich Gott mit fröhlichem Mut Und segne Euch all' ihr wackeres Blut, Und schütz' euch im heiligen Kriege Und führ' euch zum herrlichen Siegel Zum heiligen Krieg mit dem alten Feind, Zum herrlichen Sieg mit den Brüdern Vereins, Zieht aus denn in Gottes Namen, Gr hclf' euch und segne Euchl AmenI Berichtigung. Ein bedauerlicher Fehler hat sich in dem Erdicht „An die Waffenbrüder" von E. Amor in unserer Montag- nunrmcr eingeschlichcn. In der zweiten Zeile des letzten Verses heißt es irrtümlich: „Der wilden Welsenschar". Da» ist ein Fehler unseres Setzers und es dürste der ausmcrksame Leser auch gemerkt haben, daß es heißen muß: Uns schrecket nicht das Kriegsgeschrei Der wilden Welschenschar. Spiritus als Brtrirbsstosf für Automobile. Tic Tatsache, daß Benzin und Benzol im Handel nicht Mehr zu haben sind und während der Dauer des Krieges auch nicht mehr erhältlich sein weiden, zwingt die Besitzer von Kraftwagen, sich nach einein anderen Brennstoff umzusehen. Es ist sestgestellt worden, daß sich jeder Automobil- Motor mit 05 Volumen-Prozentigem Spiritus betreiben läßt, wenn zum Anlassen des Motors eine ganze geringe Menge Benzin in die Kompressions-Hähne bezw. in den Vergaser gegeben wird. Um dies zu ermöglichen, haben bereits sämtliche Vergaser-Fabriken und Erbauer von Krast- wagen, die ihre eignen Vergaser verwenden, durch kleine Ergänzungen an den Vergasern diese und somit die Motore zur Verwendung von Spiritus eingerichtet. Bemerkt sei, daß sich nur hochprozentiger Spiritus von 95 Volumen-Prozenten wegen seines geringen Wassergehaltes zum Betriebe von Automobilen eignet. An den Vergasern muß im allgc- meinen die Düse etwas erweitert und die Luftzufuhr etwas verringert werden, wobei sich eine geringe Belastung des Schwimmers als zweckmäßig erweisen kann. Ferner ist >5 ratsam, daß der Vergaser bezw. die zum Vergaser führende vrcnnstoffteitung durch Kühlwasser oder Auspuffgase vorze- Lärmt werden. v w * üif £rfiri)m!ng von Mlkudiingtli. Infolge zahlreicher Anfrage» über Verspätungen von Postsendungen an Angehörige des mobilen Heeres wird folgendes bekannt gegeben: Die Regelung der Zuführung der Feldpostsendungen an die mobilen Truppen ist an und für sich ungemein schwierig. Die Postverwaltung kann mit der Versendung von den Postsammelstcllcn aus erst beginnen, wenn sie von der Militärverwaltung die rrsorderlichcn Unterlagen über die Ausstellung und Gliederung des Feldheeres erhalten und für ihre Zwecke verarbeitet hat. Wenn diese Arbeiten unter günstigen Verhältnisien schon einen erheblichen Zeitaufwand beanspruchen, so war es beim Beginn des gegenwärtigen Krieges infolge der ganz besonders gearteten Verhältnisse, die fortgesetzt zahlreiche und umsasieude Acuderungen erforderten, damit ausnahnis- welse ungünstig bestellt. Trotz der angestrengtesten Arbeit aller Stellen korrntc mit der Versendung der Feldpostfrndungen von oen Sammelstellen nicht vor dem 11. August begonnen werden. I: nach der Entfernung der Sammrlstellen vom Kriegsschauplatz erfordert die Beförderung bis zur Etappcnstraße bei dem Fehlen schneller Zugverbindnngcn aus den mit Militärzügen überlasteten Bahnstrecken bis zu 1 lagen Zeit. Auch für die Zuführung bis zu der für den Truppenteil zuständigen Feld- postanstal» besiehcn im gegenwärtigen Feldzug außergewöhnlich sroße Schwierigkeiten. Die Schwierigkeiten werden hvfsentlich zum größten TeN Schoben sei», und es ist onzunchurcn, daß die Truppen inzwi- ßlhe» einen großen Teil der an sie abgesandtcn Nachrichten erhalten haben. Störungen werden aber auch in Zukunst nicht «»»bleiben, da die Kriegslage häufig unoorhergfiehene Aende- rungen in der Zuteilung der Truppenteile erfordert. Jede solche Aenderung kann zur Folge haben, daß Feldpostjendungen nach längerer Besördrrungszeit den Trnppenteil in seiner ursprüngliche» Gliederung nicht mehr antresfen. und aus zeitraudenden Umwegen weiter gesandt werden wüsieu. Das find Schatterr- ieiteu, die unvermeidlich mit jedem Kriege verdungen sind. Di« Postverwaltung ist sich der Wichtlgleit eine, geregelten Rach, richtenverkehrr zwilchen Heer und beimat dvrchaus bewußt und Siete» ihrerseits alle» auf, dieses Ziel zu erreichen. Ans der Heimat. Air Feuertaufe der 168er. Unsere wackere» 168er habe» am vergangenen Sonntag r» bea Kämpfen bei Neuschateau im südiriden Belgien ihren ersten Kampf bestanden und die Feuertaufe erhallen. ES ist heiß hergegangen und so Manchen unserer Wackeren dcS hiesigen Bataillons tverden wir nicht mehr zu sehen bekommen. Auf dem Felde der Ehre sind sie geblieben im Kampfe für dos Vaterland. Ein Einjähriger des diesigen Bataillons. Herr von Molitor, kam gestern Nacht verwundet zurück. Er ist von 3 Streifschüssen, darunter ein dicht am Auge und von einem Schuß durch einen Finger verinundet, seine Uniforin ist außerdem an mehreren Stellen von Streif- schüssen zerfetzt, so daß die schöne „feldgraue" arg mitgenommen aussieht. Aber den Mut hat man ihrem Träger nicht grnomiuen. Er wünscht die Heilung herbei, um so- fort wieder in's Feld zu rücken. Mit alles vor sich nicder- wcrfeuden Kühnheit sind die Tapseren des 168. Regiments vorgedrungcu, es gab kein Hallen, in wenige» Stunden waren die Rothoscn über 10 Kilometer zurückgcworfen, trotzdein die besten Truppen des Feindes, die afrikanischen Kolonialsoldaten gegenüberstandcn. Leider hielt der Tod reiche Ernte: zweimal mutzte über freies Feld vorgerückt werden. Unter den Schwervcrwundctcn befindet sich leider auch der heldenmütige wackere Kommandierende des hiesigen Bataillons, Major G u d c w i l I. Don zwei Banchschüffen getroffen liegt er darnieder. Geben wir der Hoffnung Raum, daß es dem Tapferen trotzdem vergönnt sein möge, an der Spitze seines ruhmgekrönten Bataillons wieder in die Mauern Friedbergs einzuziehcn. • Rieder-Wöllstadt, 25. August. (Eine Berichtigung). Bon einem fteiwilligen Auswanderer der Stadt Metz wird uns geschrieben' „In der Beilage Ihres geschätzten Blattes vom Samstag den 23. d. M. finde ich einen, die gegenwärtige men- schcnmördcrische Kriegszeit behandelnden zutreffenden Artikel aus der Feder des Herrn Reichstagsabgcordneten Schwarze, betitelt: „Eine jede Kugel trisft ja nicht". Dieser Artikel, vom echten deutschen Patriotismus durchdrungen, und ebenso der nackten Wahrheit entsprechend, enthält aber doch einige llnge- nauigkeiten, in Bezug aus die im Feldzuge von 1870-71 in den einzelnen größeren Schlachten gefallene» deutschen Soldaten. Der Herr Versasier dieses sonst sehr trefflichen Arfikels sowie die geehrte Redaktion der „Reuen Tageszeitung" wolle mir daher gütigst gestatten, wenn ich an der Hand einer ojsiziellen Ctafistik des 10er Infanterie-Regiments, dem anzugehören, ich als Unteroffizier den ganzen Feldzug in der Front mitzumachen, die Ehre hatte, einiges über die Verluste des 18er Infanterie- Regiments höflichst bekannt gebe. Die Regimentgscschichle, welch« gelegentlich der 100jährigen Jubelfeier des Regiment» tm vergangenen Jahre neu bearbeitet und an die Regimentsangehörigen ausgegeben worden ist, bezeichnet die Zahl der Toten in der Schlacht von Mars la Tour auf 801 Toten und nicht 832, wie der Artikel besagt. Dabei hat die eigentliche Schlacht am 10. August für das I8te Infanterie-Regiment resp. für die 38. Brigade nur 1\4 Stunde gedauert. Nebenbei dürste ich noch wohl erwähnen, daß das Regiment in dieser kurzen Zeit von 1K Stunden, außer den 801 Toten, noch 787 Verwundete und 388 Gefangene cingebußt hat. * Kloppenhrim Kr. Jriedbcrg, 25. Aug. Graf Walder- dorff in Molsbcrg hat seine sämtlichen Gebäulichkeit.m in Kloppenheim. Kr. Friedberg, dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. * Rendel, 25. Aug. Der Turnverein Rendel spendte dem Roten Kreuz 50 Mk., weitere 50 Mk. wurden zur Verfügung gestellt, »orlche sofort zur Auszahlung kommen. * Blcichenbach, 25. Aug. Heute wurde der hiesige Hcibst- Schweineniarkt abgebnlten. Auch hierbei hatte sich der Krieg sehr bemerkbar gemacht. Gegen 300 Stück und mehr, im Hmstigen Jahr, waren diesmal nur ca. 60 Schweine aufge- tricben. Auch die Preise entsprachen vollständig unserer gegenwärtigen Lage. Für Läufer wurden 60—65 Mk., für 6wöchentlichc Ferkel 18—22 Mk. bezahlt Hessen-Nassa«. * z. Usingen, 28. August. Die Rechnung der Krerslommu» nalkaffe für das Etatsjahr 1012 schließt ab mit einer Einnahme von 88,180 Ml. 11 Psg. und mit einer Ausgabe von 83,137 Ml. 38 Pfg. mithin Mehreinnahme 8,023 Mk. 3 Psg. — Von behördlicher Seite wird darauf aufmerksam gemacht, und empfohlen, daß die Landbevölkerung, wie auch schon früher, ihr Brot in den Eemeindebackhäusern backen solle. Da im Kreise viel Korn gebaut wird, sollen die Eemerndcbackhäuser, die ja noch in vielen Orten bestehen, im Fall sie reparaturbedürftig sind, wieder in Stand gesetzt und benutzt werden, was bei gegenwärtigen Kricgszeiten, wo mit jeder Ausgabe gerechnet werden muß, immerhin in die Wagschale fällt. Von den Mühlen gilt eventuell da» gleiche. Man hofft aus diese Weise, daß die Landbevölkerung wieder zu einem guten Kornbrot aus billigere Weise kommt. * j. Oberursel, 24. August. Die Firma Spang u. Brands hält den Betrieb der Fabrik aufrecht, um die Zrullckgebliebenen nicht brotlos zu machen, den Hinterbliebenen ihrer ins Feld gezogenen Arbeiter gewährt sie eine wöchentliche Unterstützung. — Zur Fahne einberusen sind bereits bis jetzt schon zirta 000 Obcrurseler. Im Jahre 1870 waren etwa 60 ausgcrückt. — Durch Direktor Konten ist in besten Amtszimmer in der höheren Mädchenschule eine Auskunstsstell« über die >m Feld stehenden Soldaten von Oberurjel und Umgegend eingerichtet worden. * Wiesbaden, 24. August. Der erste Berwundetentransport traf heute von der Westgrenze in Wiesbaden ein. Er brachte 100 Verwundete, meist mit leichteren Verletzungen. Vor allem zeigte die Mehrzahl von ihnen Verletzungen an den Armen. Auch fünf Offiziere sowie er» Franzose befanden sich unter den Verletzten. Der Abtransport der fürs Vaterland im Feuer gestandenen rrsolgte prompt »nd sicher, vre Organisation des Roten Kreuzes in Wiesbaden hat stcki trekklich bewäbrt. Mit Hilfe der eleltrijcheu Straßenbahn, Autos und anderer Fahrzeuge ersolgte tn kürzester Zeit die Unterbringung der Verletzten in den fünf hiesigen Krankenhäusern. Etarkcnburg. * Tarmftadt, 25. Aug. Prinz Franz Joses von Balten berg, der jüngste Bruder des englischen Flottenadmirils, der jetzt gegen sein Vaterland kämpft, ist nach einer officiösen Meldung nicht m Montenegro, der Heimat seiner Frau, sen- dern hält sich in der Schweiz aus, von wo er dem Großherzeg von Hessen, seinem Detter, seinen Degen zur Verfügung ge- stellt haben soll- Seiner Rückkehr setzen sich aber vorerst Schwierigkeiten entgegen, die durch seine Heirat mit einer montenegrinischen Prinzessin bedingt sind. — Wie wir übrigens hierzu aus bestimmter Quelle wissen, ist Franz Joses von Battenberg schon längere Zeit Magenkrank und wahrscheinlich überhaupt nicht felddicnstsähig. Es wäre ja auch ein weiteres Charakteristikum des jetzigen Bruderkrieges, wenn der Bruder gegen den Bruder hätte käinpscn müssen. * Dnrmsiadt, 25. Aug. Im Bahnschutzdienst verunglückt ist heule früh ein Arbeiter auS Klcin-Stcinhcim, der ans einen hcrannahcndcn Zug nicht hinreichend geachtet batte, von der Maschine getroffen und getötet wurde. Er isk vcr- heiratet und Familienvater. * Dnrinstadt, 25. Aug. Die Grvßhcrzogin besuchte beute Nachmittag mit Gefolge die auf dem hiesigen Hanoi- bahnhosc eingerichtete Erfrischnngs- und Verpflegung'- ftation für Verwundete »nd sprach sich in jeder Weise aner- kennend über die getroffenen Anordnungen aus. * Tarmstadt, 25. Aug. Infolge von Fauiilienstreitig- kciten erschossen hat sich der etwa 18 Jahre alte Karl Stork in Arheilgen. Er hatte dem Vater einen Geldbetrag en't- wcndet und hatte Furcht vor der Entdeckung durch sein.» Vater und führte die schon angcdeutete Tat auch ans. Neueste und Drahtnachrichten. Rom, 26. August. Der italienische Botschafter ist hrurr Vormittag nach Berlin abgereift. K o n st a n t i n o p el, 26. August. Wie hier gemcloet rrücl, werden die in Frankreich wohnende» Türke» wie Feinde behandelt. In Marseille werde» türkische Frauen nackt aus die Straßen gejagt. Die türkiiche Boijchast in Paris hat Mal regeln getroffen, um die in Frankreich lebenden Ottomane» zu schützen. Fast alle Türken haben Frankreich oerlajsc». Appell. Bürger do» Echzell, Bingenheim, Gettenau und Bissrs. Heilige Pflicht aller Bürger ist cs, zu helfen, daß unsere Krieger im Kampfe für Kaiser und Vaterland keine leibliche Not leiden. Wohl keine Familie hat nickst Söhne oder irgend einen Verwandten im Feld stehen. Wir ans dem Lande wollen den Städten in Bezug aus Hilsstüfigkeit nicht nach stehen. Alle von uns können durch Abgabe von Naturalien wie Kartoffeln, Gemüse, Speck und Wurst etwas dazu leitragen. Ich wende mich an unsere jungen Turner, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen und ans einem rech durch die Ortsschelle zu bestimuienden Tag das Einsamnieff. aller Gaben vorznnchmcn. Diese werden in Echzell oder Gettenau (Bahnhof) verladen und der Militärbehörde in Friedberg zur weiteren Verfügung zugestellt. Wir balden keine großen Komitees. Wir niachens halt K. Haub-Echzell. Briefkasten. * G. in Blerchcnbach. Unser Redakteur Beruh. Lenz ist für's Vaterland mit in's Feld gezogen. Der Serbenkenig ist noch nicht gefangen. Sie können recht gute Ariegskarten vom westlichen und östlichen Kriegsschauplatz durch uns snr je 60 Pfg. beziehen. Psr. R. in W. Ihre wertvolle Mitarbeit in angegebener Richtung ist ims nicht allein sehr erwünscht, wir sind Ihnen auch sehr dankbar dafür. Deutschrn Grnß! Die Schriftleitiino Franksurter Wetterbericht. Voraussage: Trüb und regnerisch, kühl, südwestliche Winde. „Römerbmnnen Hervorragendes Tafelwasser. Verantwortlich für den politffchen und lokalen Teil: Otto Hirschel, Friedbcrg; für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A. G„ Friedberg i. H. Große Auswahl Hrbeits-Pferds steht von heute ab zum Verkauf. JsenburgerKCo. friedberg. Sir. in« Sette,. (fr tut und Ilse. Bloiuan von D. Feußncr. So (Fortsetzung). Mcchniüsch erbrach ec den zweiten Brief. Er war von Jls. und lautete: X., den 25. 8. 00. Mein lieber Roderich! Tic schmerzlich mir der Abschied von dir geworden, hast i i >a seihst mit erlebt, ich will daher nicht mehr darauf zu- i: ck'ommen, umsomehr, eis Worte nicht beredt genug sind, tun meinen namenlosen Schmerz zum Ausdruck zu bringen, i'ijt du mit meiner Standhaftigkeit zufrieden gewesen? Ich hoffe, daß du e? nicht bereut hast, mir dein Wort > 'N'seindet zu haben, und wenn du mich auch heute noch mißt liebst, wie du einst Erna geliebt hast, so will ich doch geduldig aus die Stunde warten, in der du mir sagen wirst, daf> es einen zweiten Liebcsmorgen gibt, der, wenn auch nicht so strahlend schön und wolkenlos wie der erste, so doch warm und mild genug, um die Hoffnung auf künftiges Glück in uns erstehen zu lassen, ja, vielleicht uns dieses selbst zu bringen. Glaube, Hosfnung und Vertrauen sollen mich geleiten durch die schwere Zeit der Trennung ’"tt dir, bis uns, will's Gott, ein neuer, schönrcr Morgen wgts Solltest du aber nicht zurückkchren, sondern auf dem Felde der Ehre dein Leben lassen müssen, so möge dein letztes Gedenken dem Mädchen gelten, das dich am innnigsten liebte, die durch deinen Tod eine schwere unheilbare Wunde erleidet: dein Scheiden würde auch ftir mich gleichbedeutend sein mit dem Rufe zur Heimkehr in die ewige Heimat. — Sieut Tageszeitung. Mittwoch, den 28. August 1314. Ferner berichtete Ilse von ihrem Bater, seinen Beschäs- tigungcn usw. und schloß mit den Worten: Mögen meine Gebete und Wünsche dich auf deinen gefahrvollen Wegen geleiten, dich schützend umschweben und einst zuriickkehren zu deiner sich in Sehnsucht verzehrenden und dich über alles liebenden Ilse. „Du edles Mädchen,' murinelte Roderich, nackchem er den Brief gelesen, „deine Worte baden mir meine Pflicht wieder klar vor Augen geführt und mir die Kraft gegeben, sie zu erfüllen." Als sich Roderich am Abend dieses Tages zur Ruhe legte, fand er lange nicht den erquickenden Schlummer, sein Geist war zu erregt und die Gedanken kehrten immer wieder zu dem zurück, was sich aufs neue und in den schärfsten Konturen vor sein geistiges Auge drängte. Am anderen Morgen schrieb er einen langen Brief an Erna, versicherte sic seiner unwandelbaren Liebe, sagte ihr aber unumwunden, daß ihn sein Versprechen nunmehr an eine andere band. Er erwähnte seiner Begegnung mit Ilse, schilderte deren Gemütszustand und den Verlauf der letzten drei Tage seines Derweilen? in X. „Kein Irrtum war meine Liebe zn Ihnen, sondern ein holder Traum!" schrieb er ihr unter anderem.' — An Ilse sandte er Rachrichlcn von Colombo, Siugavore. Schaug-Hai, Taku und Tient-sin, woselbst er zu vorläufigem Aufenthalte verblieb. Beide Mädchen, sowohl Ilse als auch Erna schrieben häufig an ihn: die Briese der crstcreu atmeten die volle Glückseligkeit der hoffenden Braut während aus Ernas Zew len trotz aller Selbstbeherrschung doch unverkennbar die tief« Trauer schmerzlicher Entsagung sprach: auch fühlte Rode« rich heraus, daß sie ihn um seiner edlen Selbstverleugnung willen noch höher schätzte als sonst. „Lassen Sie mich fortan Ihre Schwester sein, und ich' will dem Mädchen, das Ihnen die gleiche Liebe entgegen» bringt wie ich, eine treue, aufrichtige Freundin werden.* schrieb sic am Schlüsse eines Brieses. Wechselvoll und interessant war das nun folgende Leben Roderich?, und die Gelegenheit sein Wissen zu vermehren bot sich ihm in reichem Maße und nach wiclen Richtungen hin. — Aus dem Peiho fiug das Grundeis an zu bersten, der strenge Winter rüstete sich zuni Rückzuge und der Knabe Frühling, der hastigen Schrittes seine Stelle einnahm, weckte nüt feurigem Kusse die schlummernde Erde, die sich in ihren blumengestickten Brautschleier hüllte. Welch ein Dufte» und Blühen, Knospen und Wachsen! Doch bald sing der „Knabe Lenz" an ungemütlich zu werden, eine allzu in- teusive Hitze, die sich einstcllte, war fast unerträglich! Doch die große Anpassungsfähigkeit des Menschen, die sich nicht nur fremden Sitten und Gebräuchen, sondern auch ungewohnten Tempcraturvcrhältnissen gegenüber geltend macht, half auch diese Schwierigkeit überwinden. - (Fortsetzung folgt). Herzlichen Dank für die meiner lieben Frau Sophie Weckerliug, während ihres langen Leideus erwiesene Liebe und Freundschaft und für die Teilnahme bei ihrem Heimgang. Friedberg, 23. August 1914. Zm Mnikil -er Familie: Dr. Weckerlmg. Amtliche Dotierung der Frankfurter Uieh- marktpreise vom 24. August. Zum Verlaus ltanden: 1470 Rinder, darunter 395 Ochsen V, Lullen, 981 Fällen und Kühe, 357 Kälber, 194 Schafe, 2243 cd) meine. Preise für 1 Zentner Uebenb« gewicht Schlachtgewicht A L Stoib« A. Ochsen: a) 1. oollileisch. ausgemästele höchsten Schlachtwerts, 4—7 Jahre alt 54-62 100-110 2. Die noch nicht gezogen haben (ungejochte) ....... — d> lange, jleischtge. nicht ausgemästete und ältere ausgemästete , , , . c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere 48-52 87-95 43-47 79—87 ll. Lullen: ,) ooUtleückügc. ausgemästele höchsten 47-51 78-85 Echlnchtwerts M «v. llileijchlge. jüngere , . . , 42—46 72—tO c> mäßig genährte, fung« und gut genährte ältere ,,,,,,,, _ — 0. F ü : i e n und Kühe: i) vdllileiichige. ausgemästete Fgrsri: höchsten Schtachtwerts..... o) vetljleiichtge. ausgemästete Kühe bötiten Schtachtwerts bis zu 7 I. 46-50 83-90 43-48 80—85 c> t. wenig gut entwickelte Färsen 37—41 71-79 2. ältere ausgemästete Z^ühe . . 35—39 (55-72 d> mäßig genährte Kühe und Färsen e> gering genährte Kühe und Färsen 30—:,4 G0-i:8 24-18 55—04 0. fficung genährtes Jungvieh (Fresser! — — 11. Kälber: a) Torpcllende: icinjte Ma>» . . . !,! letniie Ai.utlälber...... c l mittlere Mau und beste Sauptälbe, ü) geringer« Mast, und gute Saugkälber. 40-46 GS—78 35-40 . 9- GS ') aennacre rr^nokälber . , , , ~ 1J1 Schafe: ,) A^eidemaftschase: ..... •> ■ iirtmi'u: und Iviasthammet . 42—43 ! 2-9-1 .1 gcrtnzere tbrasthanimel und Schale — \) oii’Ktü cunntjue öarjiinel u. — lMerzjchaiel ....... — — IV .vcttschwcrne: .i .7c:nchwc»nk übe, 3 ,iu. Lebend^;-. 65-:o wicht 1)0 — oO i Ui ..Ileiltbrt.' Sckmxkne über 2‘Ä ,^Ir Ledenbaea icht...... .•1 oillikii.t iie Schweine über 2 Ztr E'ebendgewicht....... 53-50 G5 - 70 52--EG 61-63 d) ocllfleiiii :n- Schweine bis zu 2 Ztr. E'eder.dgcivtchl........ 52-50 ! C4 C3 e 1 licuchige Schweine ...... — () Sauen , , — 1 — Marltvertauf: Am Rindermarlt ruhiger, am Kl.'invlelj- »ud Schweinemartt gedruckter Handel. Bei allen Viehgattunge» Ueberstand Sorget für lammende Zeiten, Lagt nichts nmlouimcn. Mehr wie in früheren Zähren gelten setzt diese Worte. Zum Einmachen von Bohnen, Gurken. Obst empfehle Steinerne Ständer «nd Töpfe in allen Größen bis 40 Pfund Inhalt. Rer-Mser m- Fiaschrn billigere 'JloiM^lüjer in allen Größen Durch großen Vorrat bin ich setzt noch in der angenehmen La ge MK" zu alten Preise» *1^8 alle Größen liefern zu können Nachlieserungen sind jetzt ausge- ichtossen, deshalb ist baldige An- schassung nur zu empfehlen. Verlaus nur gegen bare Zahlung. £. Ki! brecht Wo. Friedberq. zunächst der ßloilerkasrrne. llciie r»iuaolfnitf'inc werden abgegeben zum bllligitc» Tagespreise. Riiltsofkniiezclei ). iS. fjofmnuu, Srt»SI«»l;ti»t, am Ghaujseehaus. Kühitiiistklchen tum einjpän». zu lausen g c I u ch t Lorenz Schmidt, Holzhaus«!, lObcrbessen). inipiei Beiten sowie einzelne Teile Bestellen in Holz und Eisen Schoner Sprung rahmen ir-, ras- Friedberg Alte Post, STfc-'i Lager am JPdaÄac! Deckbetten Kissen Kolter Steppdecken SMmatratzen zu billigsten Preisen. .M.Reuss in allen Grössen ]. Plsiitr i HtüüM Möbelfabrik Fric«il»erg i. li. laufen Sie Tapeten. linlmiftfl, GoAMeil, fovlint, fndte, Pniel i T'cuSs t«;[cr, nirgends billiger wie bei 3 tn all.yoiiami. ü i iiHlliers i. SB. SdjBi(lr. 5 . Sekret» -451). Triefen 459. LLiedcrverkäufer sowie für Neubauten gebe ich den böch lcn ölabait! Tapezierer steht zur Beifügung. Friihobst-Verfteigcrung. Donnerstag, den 27. ds. Mts. nachmittags 4 Uhr werden 39 Bäume Birnen (Honig- und Einmachbirnen) und 8 Bäume Aepfel öffentlich versteigert. Zusammenkunft am Rathaustreppchen. Friedbcrg (Hessen), den 24. August 1914. Der Bürgermeister: _ Stahl. Gnmlmctgras-Vcrsteigcrrmg. Das der Stadt Friedberg gehörige Erummetgras soll Freitag, den 28. August ds. Is. versteigert werden und zwar: vormittags 1v Uhr von den Wiesen der Gemarkung Friedberg im Saale über den städtischen Pferdeställen (Eingang von der Haagstraße). Vormittags 11'/, Uhr von den Wiesen der Gemarkung des Stadtteils Fauerbach im Stadthause daselbst. Friedberg (Hessen) den 24. August 1914. Der Bürgermeister: ___ Stahl llmist! lat!« von MM all! tziW!. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Moselstratze 6a. Telefon-' nner 9208 Amt I» Bürostunden: Montag n. von 5—7. — Dienstag nachm, von 5—7. — Donnerstag nach»,, von 5—7. — Freitag nachm! von 5—7 Uh Zu verkaufen. 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