& + $ ß ij V *<; i» V« ^ Dlnmmrr 192 Dienstag, den 18. Angnlt i:»I4. ene Tageszeitl Dl- ..Iteur Tageszeitung" erscheint zeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „ri.e xlauee au, lielTen", „vie Kpinnstube". Hezugopreis: «c, de» Posianstaltei, o.cm-liahciich Mk 7« l ei t-n Agenten monatlich 50 Psg. Hinzu tritt Postgebühr «der Trägerlohn. An,eigen: Grundzeile 20 Pfg„ lokale 15 Psg, An,eigen von auswärts werden buct, Po tnachnahm- erhoben Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitnng und Verlag Friedberg (Hesten), Hanauerstraße 12. Femlprecher 48. Poftscheck-Louto Re. 4859, Amt Fronlsurt °. M. ' Der Krieg. Vor der Entscheidung. — <*ine gegen die darbarische Mit ernster Spannung harrt das deutsche Volk der Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Fast eine Woche ist vergangen, seildcin die Kunde der ersten, so herrlichen Erfolge der deutschen Massen zu unS gedrungen ist und man wurde versucht zu glauben, das, cs nun Schlag auf Schlag gehen werde. Es lag eigentlich auf der Hand, daß da? nicht der Fall sein werde und daß diese Siege nur das Vorspiel größerer Ereignisse sein würden. Unser Kricgsplan ist wohl durchdacht und vorbereitet, lstenmi >vie bei der Mobilmachung alles aufs gewissenhafteste .'lappte, genau so vollkommen in der Ordnung vollzieht sich unser Aufmarsch an der Grenze, der unseren Feinden das Verderben bringen wird. Die Festung Lüttich mußte genommen werden, sie gibt unserer Armee den Stützpunkt für den Einmarsch nach Frankreich durch die belgischen Lande. Tie Kümpfe bei Mülhausen und Lagarde waren Versuche der Feinde, den Krieg in unser Land zu tragen, sie wurden blutig abgcwiesen. Ganz unabhängig daran vollzieht sich unser Aufmarsch und unsere Heere befinden sich heute schon im Feindesland. Es war ebenfalls vorauszuschen, daß vor dem Eintreffen des Kaisers bei der Armee entscheidende Schlüge nicht geführt würden. Nun, da sich Wilhelm II. inmitten seines Heeres befindet, werden wir in den allernächsten Tagen weiteres zu hören bekommen und es werden und inüssen deutsche Siege gemeldet werden. Mit hoher Genugtuung hat es erfüllt, daß Serbien, der Mcnclielmörder-Brutstättc in Europa eine empfindliche Niederlage bereitet wurde. Seinem alten Rufe getreu hat Oesterreichs Heer die Serben über den Haufen gerannt, viel Gefangene und reiches Kriegsmaterial erbeutet. Auch den Russen gegenüber bcsindct sich Oesterreichs Heer im Vormarsch und die Söhne der Schwarzen Berg« bekommen bereits die Ilebergcwalt der österreichischen Waffen zu spüren. Noch einmal hat Deutschland den Belgiern den Beweis eines ehrlichen Willens gegeben. Noch der Einnahme von Lüttich ließ die deutsche Regierung der belgischen wissen, daß sic die Vorgänge bedauerte, daß sie nach dem Krieg Belgien unangetastet lassen werde, wenn Belgien noch in zwölfter Stunde zurülktrcte. Daß sic dabei der Tapferkeit des belgischen Heeres anerkennende Worte spendete, war mehr Höflichkeit als den Tatsachen entsprechend. Belgien hat ab- gclehnt. Gott sei Tank! niüssen wir sagen. Das belgische Volk hat in den >4 Tagen des Krieges Gemeinheiten auf Gemeinheiten gehäuft, fo daß wir cs schmerzlich empfinden würden, wenn Belgien die rächende Faust nicht schwer zu spüren bekäme. Ter Zar hat sich nach Moskau begeben, angeblich um an heiligen Stätten zum höchsten zu flehen für das Glück der russischen Waffen. Immer widerlicher gestaltet sich das Bild de? gekrönten Schwächlings! Während er heuchlerische Gebete znm Himmel sendet, sengen, schänden und morden russische Barbaren in einer Weife, die Deutschland veranlaßt haben, im Namen der Menschheit Verwahrung gegen eine solche Kriegssührung cinznlcgcn. Frankreich und namentlich England, übcrschwenuncn die Welt mit ihren Lügcnnachrichtcn. Insbesondere auf Italien hat man c? abgesehen, um diesen Staat ins Garn zu locken. Toch bekanntlich haben Lügen kurze Beine und die Wahrheit wird ans Tageslicht kommen. Tie Wahrheit aber wird sein, daß unsere Feinde zerschmettert werden und daß die Waffen, die heimtückig gegen uns gerichtet wurden, ihren eigenen Herren zum Verderben werden. Das walte Gott! Belgien, derFremidFrankrcichs. Berlin, 17. August. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Nach dar Einnahme von Lüttich hat die deutsche Regierung durch Vermittlung einer neutralen Macht in Brüssel Mitteilen lasten: Die Festung Lüttich ist nach tapsercr Gegenwehr im Sturm genommen worden. Die deutsche Regierung bedauert es auf das licsste, daß cs infolge der Stellungnahme der belgischen Regierung gegen Deutschland zu blutigen Zusammenstößen ge- konimen ist. Deutschland kommt nicht als Feind nach Belgien. Rur unter dem Zwang der Bcrhältniste hat es angesichts der militärischen Maßnahmen Frankreichs den schweren Entschluß fasten miisten, in Belgien cinzurücken und Lüttich als Stützpunkt für seine weiteren militärischen Operationen besetzen zu lasten. Nachdem die belgische Armee in heldenmütigem Widerstand gegen die große Ucberlegenheit ihre Wafsenchre aus das glänzendste gewahrt hat, bittet die deutsche Regierung Seine Maiestät den König und die belail-bc Rcgicruna. Bcl- letzte vergebliche Mahnung an i kriegssührung Ruhlands. — gicn die weiteren Schrecken des Krieges zu ersparen. Die deutsche Regierung ist zu jedem Abkommen mit Belgien bereit, das sich irgendwie mit Rücksicht aus ihre Aus einanderfetzung mit Frankreich vereinigen läßt. Deutschland versichert nochmals feierlich, daß es nicht von der Absicht geleitet gewesen ist, sich belgisches Gebiet anzueignen und daß ihm dies durchaus fern liegt. Deutschland ist noch immer bereit, das belgische Königreich unverzüglich zu räumen, sobald die Kriegslage es ihm gestattet. Die daraus am 13. August eingegangenc Antwort Belgiens hat folgenden Wortlaut: Der uns von der deutschen Regierung unterbreitete Vorschlag wiederholt die in dem Ultimatum vom 2. August formulierten Forderungen. Getreu seinen internationalen Verpflichtungen kann Belgien nur seine Antwort aus dieses Ultimatum wiederholen, umsomehr, als seit dem J. Aug. die Schrecken des Krieges in sein Gebiet getragen worden sind und die Earantiemächte loyal und unverzüglich seinem Hilferuf entsprochen haben. ^7 lüer hat die liela. Neutralität Mjl verletzt? Kö ln, 17. Aug. Wie deutsche Flüchtlinge aus Paris der „Kölnischen Zeitung" mitteilen und wie durch zuverlässtge Augenzeugen bestätigt worden ist, haben die franzöfischen Truppen bereits am 1. August abends den belgischen Erenzort Er- quclinnes besetzt, während die deutschen Truppen erst in der Nacht vom 2. zum 3. August die belgische Grenze überschritten haben. Es ist damit einwandfrei feftgestellt, daß die Verletzung der belgischen Neutralität zuerst von Frankreich begangen worden ist. Peutlcher Protest gegen die rnjßjche Kriegg- führnng. Berlin, 17. August. Di- „Norddeutsche Allgcm. Ztg." schreibt unter der Ucberschrist „Deutsche Warnung an Rußland": '’ • Durch Vermittlung einer neutralen Macht ist folgendes zur Kenntnis der russischen Regierung gebracht worden: Die Meldungen aus unserem östlichen Grenzgebiet berichten übereinstimmend, daß die russischen Truppen, wo sie preußisches Gebiet betreten haben, gegen Ortschaften und deren wehrlose Einwohner sengend und plündernd vorgegangen sind: besonders schwere Ausschreitungen find aus den Gegenden von Schirwindt, Lyck und Soldau gemeldet worden. Deutschland erhebt vor der Oesfentlichkeit Einspruch gegen eine solche dem Völkerrecht zuwiderlaufcnde Art der Kriegführung. Wenn durch sie die Kampfesweise einen besonders schroffen Charakter annehmen sollte, so trifft Rußland allein dafür die Verantwortung! Zar strategischen tage im (Dfleti. Mit Genehmigung des Oberkommandos in den Marken vcröjfentlicht die „Dorszeitung" folgende Betrachtungen von Generalmajor a. D. von Eersdorfl: Als Frankreich sich nicht rasch genug dazu entschloß, in Ermangelung kriegstüchtiger Rekruten den dreijährigen Dienst cinzujührcn, regte sich der Zorn der Moskowiter, insbesondere des russischen Kriegsministcrs. Die russische Armee sei kriegs- und zum Einmarsch nach Deutschland bereit, man verlange von den Bundesgenosten gleiche Kriegsbereitschaft. Was wild Frankreich heute zu den Rüsten sagen, was werden die Russen tun? In Russisch-Polen stehen vor dem eigentlichen russischen Ausmarschgebiet vorgeschoben mindestens fünf Armeekorps und weiter eine gewaltige Heercskaoallerie. Demgegenüber wäre die zwischen dem Meere und Polen eingeklemmte Provinz Ostpreußen in eine schlimme Lage geraten, salls die Rüsten, wie cs hieß, in der Tat schon im Frieden mobil und marschbereit gewesen wären. Jedermann vermutete doch den Anprall ungestümer russischer Masten gegenüber dem preußischen Grenzschutz. Von alledem ist nicht mehr die Rede. Unser verhältnismäßig schwacher Grenzschutz hat vollkommen genügt, die bisherigen Einfälle der Rüsten abzuweisen und hiermit die Mobilmachung und den Aufmarsch zu ermöglichen. Nirgends -glückte cs, eine Eiscnbahnbrücke zu zerstören, einen Bahnhof zu besitzen: im Gegenteil, unsere Truppen haben ihr- Fühler über die Grcnzpsähle vorgeschoben und hiermit der Ausklärungsmöglichkeit gute Dienste geleistet. Der Reiterangriss der Russen bei Eoldau aus preußische intakte Infanterie beweist, daß sie taktisch nichts zugelernt haben, und daß zwei russische Ka- valkeriedivisionen -ruhig zusahen, wie ihre Brüder von den Deutschen aus Kibarty vertrieben wurden, spricht nicht für hilssbe- rcitc Kameradschaft. Belgien. — Protest Deutschlands w neuer Balkanbimd? Der strategische Aufmarsch der russischen Hanptkräs!- gegen Deutschland dürste sich hinter dem Riemen, der gegen, über Oesterreich Ungarn hinter dem Bug vollziehen. Die nach Polen vorgeschobenen russischen Korps bilden deren Bortrup- pcn und Sicherung. Gleichzeitig waren sic dazu bestimmt, un- serc Mobilmachung und den Aufmarsch zu stören. Diese Ausgabe ist mißglückt. Werden sie die andere erfüllen? Alles kommt daraus an, daß die iussische Mobilmachung der Haupt, kräste schnell verläuft und sich deren Massen bald in Bewegung setzen können: andernfalls bleibt den nach Polen vorgeschobenen Rüsten nicht viel anderes übrig, als sich angesichts der in Polen ausgebrochcncn nationalen Bewegung aus ihre Hauptkräste zurückzuziehen. Dies- Bewegung greift immer stärker um sich und sie droht sich zu offener Revolte zu erweitern. Hierfür sprechen vielfache Anzeichen: Der „Blitz", der in Warschau die Zitadelle einnschcrte, die Zerstörung russischer Magazine und Kricgsmit- tel und der Jubel, mit dem preußische Truppen von der polnischen Bevölkerung empfangen wurden. Die russischen Regimenter beziehen seit kurzem ihre Reserven im Bezirk ihres Standortes, mithin di- Regimenter in Polen polnische Reserve. leutc. Diese eilen aber nicht zur Fahne, und cs gibt täglich eine große Zahl polnischer Deserteure, die über die Grenze »ach Deutschland zu entfliehen suchen und überlaufen: teilweise wohl auch von der Hungersnot getrieben. Hinter der Buglinie sammeln die Rüsten starke feindliche Kräste gegenüber Oesterreich-Ungar». Gelingt cs Oesterreich Ungarn, die Grenzen vor feindlichem Einfall zu bewahren, und überdies dem Feind offensiv zu Leib zu gehen, dann haben unsere Verbündeten ihre Ausgabe glänzend gelöst. Je stärker cs gelingt, den russische» Flügel zurllckzudrücke», desto schwerer wird cs dem rechten russischen Flügel werden, über die Riemenlinie zur Offensive zu schreiten. Nun noch einige Worte über unseren russische» Grenzschutz. Im weiteren Sinn ist die gesamte Armee und Marine der Grenzschutz des Landes. Es kommt darauf an, den Krieg über die eigenen Grenzen hinaus in Feindesland zu tragen, die Heimat vor feilidlichem Einfall zu schützen. Die Söldnerheere früherer Zeiten waren ihrer Zusammensetzung nach stets kriegs, bereit: Volksheere dagegen der allgemeinen Wehrpflicht sind im Frieden Kaderheere, sie bedürfen im Mobilmachungsfall der Ausfüllung durch die zu den Fahnen strömenden Reservisten und Landwehrmänncr. Somit ist ein Volksheer bei Eintritt des Krieges nicht völlig kriegsbereit. Die völlige Kriegsbereit- schaft schafft erst die Mobilmachung. Diese und ferner den folgenden Armeeausmarsch feindlichen Störungen gegenüber zu schützen, ist Sache des Grenzschutzes. Der Grenzschutz ist ver. schieden gestaltet und richtet sich nach der Lage des zu schützenden Erenzlandes. Er beschränkt sich nicht nur aus die Landcsgren. zcn, sonder» dehnt sich auch aus die Sicherung der Küste» aus, Je gefährdeter ein Erenzland, desto schneller muß der Grenzschutz eintreten. Sobald die Gemeinden den Mobilmachungs- befchl durch den Draht erhalten, wird seine allgemeine Bekanntmachung durch Läuten der Kirchenglocke» bewirkt. Jeder Reservist, Landwehrmann und Landsturmmann hat seinen Gestellungsbefehl in der Tasche und eilt sofort der Stelle zu, wohin er beordert wurde. Dort findet sich alles für die Einkleidung, Bewaffnung und sonstige Ausrüstung bereits im Frieden. Rach wenigen Stunden, die zur Einkleidung dienen, steht der Schutz unserer Grenze da. Von den Kavallerieregimentern eilen Reiter herbei, um den Ausklärungs- und Meldedienst zu versehen. Aber weiter bedarf es der Sicherung der Bahnlinien, insbesondere der Brücken und der Bahnhöfe, auch der Flußüber- gange und der Landstraßen. Das gesamte Land gleicht »ach wenigen Stunden einem Feldlager. Unter dem Schutz dieser Vorsichtsmaßregeln werden die aktiven Truppenteile und die Landwehrformationen kriegsbereit ausgestellt und ihr Ausmarsch vollendet. Daß dies überall glückte, verdanken wir der vortrefflichen Organisation und dem Jneinandergreifen aller Militär- und Zivilbehörden, nicht weniger aber der Schulung durch das Heer und der Opserfreudigkeit eines getreuen Volkes. Ans dem Osten tresfcn fortgesetzt freudige Nachrichten ein: die Grenzschutzabteilung in Biala östlich Johannisburg hat sich Lbertroffen. Unter „Schutz" meint man im allgemeinen verteidigungsmäßiges Verfahren. Der Hieb ist indes die beste Parade, unsere braven Erenzler sind znm Angriff Lbergegangen und haben dem Feind Geschütze abgcnommcn. Weiter hat unsere Landwehr an der Memel bei Schmallenin- kcn, dem preußisch russischen Zollamt, russische Linientruppcn und Maschinengewehre über die Grenz« gegen Eeorgcnburg zurückgcworsen. Dies beweist die Vollwertigkeit unserer Land- wchrleute, die den aktiven Truppen nicht nachstehcn werden. Um so bester, denn auch diese werden in der Front Verwendung finden müssen. Nr. 192 Ss«ltf t Oesterreich und Rußland. ' Wien, 17. August. Die in ausländischen Zeitungen erschienenen Nachrichten über angebliche rnssische Erfolge in unseren Grenzgebieten stehen mit der Wahrheit in vollstem Widerspruch. Einige rnssische Detachements, die stellenweise im Erenzbereiche einige Kilometer weit vorgerückt waren, sind gleich wieder über die Grenze zurückgeworsen worden. Dagegen sind mehrere unserer Kavallerietörper weit über die russische Grenze in das Innere Rußlands eingedrungen. Kämpfe an der mnttntgriuilchtii Krenre. E e t i n j e , 17. Aug. Die montenegrinischen Truppen haben seit zwei Tagen in der Umgebung der Berges Lisanitz in der Gegend von Er-ro gegen bedeutende österreichische Etreitlraste gckämps., oie Verluste der Montenegriner in diesem Kampfe betrugen bisher 45 Tote und Verwundete. Das IS. österreichische Armeekorps greist die W e st g r e n z e Montenegros aus der Linie Kriwatza-Erahowo an. Das 15. österreichische Korps marschiert aus die Linie Tschainitsq-Eateko. Die österreichische Flotte bombardiert die montenegrinischen Stellungen aus dem Lowtschen. CHtt österreichischer Lieg. Wien, 17. Aug. Tie gestern gem^sdeten Kämpfe an der Lrina führten zu einem entscheidenden Siege der österreich- ischen Truppen über starke feindliche Kräfte, die gegen Val- jevo ziirückgeworfen wurden. Es wurden zahlreiche Gefangene gemacht und viel Kriegsmaterial erbeutet. Die Verfolgung des Feindes ist im vollsten Gange. Ilnlere Truppen kämpften mit bewunderungswürdiger Tapferkeit gegen den in starken Stellungen befindlichen, an Stärke ebenbürtigen Feind. Besondere Erwähnung verdient das Darasdiucr Jnfanteric-Rcgt. Nr. 16, dessen Offiziere und Mannschaften unter beit schwierigsten Verhältnissen mit ocr altbewährten zähen Tapferkeit der stets kaisertreue» Tiroaten zum Siege stürmten. Die Neutralität Italiens. Von einem besonderen Korrespondenten wird aus Roni geschrieben: Es ist gewiß kaum notwendig, zu sagen, daß man in Italien die Ereignisse, die der Weltkrieg hervorgecnfen bat, seit dessen Ausbruch mit der äußersten Spannung verfolgt. Und cs sei gleich vorausgeschickt, daß in diesem Kampf, den Deutschland gegen so viele Feinde zu führen hat, die Sympathien der italienischen Bevölkerung allgemein bei Deutschland sind. Man wünscht den deutschen Waffen den Sieg, umsomehr, als man weiß, daß Deutschland den Krieg nicht gewollt, ihn nicht herausgefordert und ihn erst angenommen gat, nachdem der Feind im Osten und Westen deutsches Gefiel betreten hatte. Die Franzosen irren sich lvenn sie glauben, die Italiener fühlten im Augenblick etwas wie eine Gcnicinschast der Rasten mit ihnen. Es scheint nun, als ob die Erklärung der italienischen Regierung, in diese!» Kriege neutral bleiben zu ioollen, in weiten Schichten des dcuischen Volkes eine Enttäuschung und Mißstimmung hecvorgerufen hat. Diese Empfindungen sind begreiflich, da in Deutschland offenbar der Glaube verbreitet war, die Zugehörigkeit zum Dreibünde legte Italien die Verpflichtung aus, sich mit den Waffen Sn die Seite Deutschlands zn stellen, sobald es angegriffen wird. Damit gibt man indes den Verträgen, durch die Italien dem Dreibund euaehürt, eine Deutung und einen Jnbalt, die sic nicht besitzen. Es ist daher ungerecht und entspricht einer Verkennung der Tatsachen, wenn in Deutschland Stimmen laut werden, die Italien niehr oder weniger verhüllt, mangelnder Bündnistreue und des Vertragsbrüche? beschuldigen. Italien verstößt nicht gegen die Festsetzung des Dreibundes, wenn es sich jetzt neutral verhält. Der casus foederis ist für Italien nicht gegeben. _ Erna nnd INr. Roman von D. Feußuer 3l (Foiijetzung). Am anderen Morgen zur bestiinmten Zfit verließ er in dem Ihn erwartenden Wagen feine Wohnung und fort ging es, zunächst dem Giftshost zu. Hier augekonuneu, betrat er noch einmal das Zimmer de? Kranken, wo ihn Ilse, erwartete. TränenloL blickten ihre sanften Augen, sie wollte stark fein und den furchtbaren Kaiupf, der ihr im Inneren tobte nach Möglichkeit vor der Außenwelt verbergen; Ro- derich sollte mit ihr zufrieden sein. »Laß uns gehen," sagte dieser bewegt. Ilse nickte schweigend. »Leben Sie wohl, Herr Rach, nnd gedenken Sie meiner, besonders in ibren Gebeten. »Gott ichütze Sic, u ein teurer Sohn, meine Gebete und besten Wünsche begleiten Sie in die unbekannte Ferne! Leben Sie wohl und auf ein glückliches Wiedersehen!" Eine Träne rollte bei diesen Worten über seine gebräunte Wange und schnell wandte er das Gesicht zur Seite. „Komm Ilie," sagte Roderich und im nächsten Augenblick war Herr Ruth alle.». Ter Zug war schau signalisiert als sie auf dem Bahn- bos eiutrafen — für Ilse kg», er viel zu schnell. Als er in die Halle einfuhr ging ein Beden durch ihren Körper und die geioaltsani zuriickgedräugten Tränen drohten hervorzu- brechen. Dock, gelang es ihr jeden Gefühlsausbruch in. Keime z» erstick.» - Roderick, sollte schon sehen, daß sie stark war und sich zu bah/eschen vermochte. — Der Zug dielt. — ' Wie aus werter Ferne lsangen seine Adscküedsworte an rf r Ohr: ..Leb' wübl. me!» teures Mädck>e» und (4ott erdaltr »Um Tageszeitung. Dtensiag. ve» 18. August 1914 Die Verträge zwischen Italien und Leiierreich-lle.e.ar» sind niemals, weder bei ihrem Abschluß noch bei den vier Erneuerungen, die sie erfahren haben, veröffentlicht worden. Sie sind ein Staatsgeheimnis, und alle Kommentar«, die man au sie knüpft, schweben daher in der Luft. Tara koninit, daß, aks Italien sich mit Deutschland imd Osstcr- reich-Ungarn ztisammenschloß, an eine Kombination, die England zum Gegner dieses Dreibundes machen kante, in keiner Weise gedacht wurde. Im Gegenteil. Damals schien Aussicht vorhanden, den Dreibund durch die Aufnahme Englands zn erweitern. Italien hat Überdies, mehr als die meisten anderen Staaten von Europa, mit dem Einfluß der öffentlichen Meinung zu rechnen, lind wenn die öffentliche Meinung, wie vorhin gesagt wurde, Deutschland den Sieg wünscht, so steht cs doch erheblich anders um die italienischen Empfindungen (wohlgemerkt: um die Empfindungen der großen unverantwortlichen Maste) gegen Oesterreich-Ungarn. Namentlich im Norden Italiens wäre ein Krieg, dessen Früchte Oesterreich zugute kämen, niemals populär. Diese Wahrheit könnte keine Regierung in Italien ungestraft außer acht lassen. Die Neutralität Italiens hat aber siir Deutschland nicht nur einen platonischen Charakter des Wohlwollens. Sie konimt den anderen Mächten des Dreibundes auch praktisch zu statten. Denn da eine feindliche Flotte in den Häfen an der italienischen Ostküste keinen Stützpimkt, keine Operationsbasis, keine Gelegenheit, Kohlen zu nehmen, fände, so ist die österreichische Flotte in der Adria vor einem Angriff sicher. Zugegeben mag sein, daß dieser Vorteil mehr negativer Natur ist. Wieviel er in Wirklichkeit gilt, mögen die Sachverständigen entscheiden. Indessen bietet Italiens neutrale Haltung den Drei- bundmächten auch noch einen anderen Vorteil, und dieser ist durchaus positiver Natur. Wir möchten ihn hier nur andeuten durch den Hinweis, daß es kriegführenden Mächten immer wertvoll sein ninß, für die Dinge, deren sie zu ihrer Existenz bedürfen, ein neutrales und, wie nochmals betont sei, wohlwollend neutrales Land als Bezugsquelle zur Verfügung zu haben. Ist es also verständlich, wenn das deutsch« Volk durch Italiens Neutralität nicht angenehm überrascht wurde, so wäre cs doch ungerecht, nicht auch diejenigen Gesichtspunkte ins Auge zu fasten, die Italien zn seinenr Verhalten veranlaßt haben. ' ^ Italiens Vorbereitungen. Kopenhagen, 17. Aug. Rach Pariser Meldungen wird dort die Situation in Italien mit steigendem Interest« verfolgt. An die Pariser Ausgabe des „Rew Port Herold" wird aus Rom telegraphiert, 200000 Manu italienische Truppen seien zwischen Mantua, Verona, Peschiera und Lugano versammelt: die Garnison in Bologna sei ausgcbrochen, der Hasen von Venedig gesperrt. Brindissi sei in Verteidigungszustand versetzt worden und die Flotte habe sich in Tarent konzentriert. dkr Zar roiijnitrifrt ßch riirinpiirte. Petersburg, 17. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin sisid mit dem Eroßsürsten-Thronsolger und ihren Töchtern gestern Abend nach Moskau abgereist. ilrttf Wände in Wlnnds Arme. Ueber die Korruption im russischen Hecre wird der „Köln. Ztg." von besonderer Seite mitgeteilt: Nachrichten von der Grenze zufolge haben russische Dragoner ihre Pferde für 25 bis 30 Mark verkauft und sind davon gelaufen. Für Kenner der Verhältnisse bedeutet das nichts Neues, da die Offiziere es im allgemeinen ebenso machen. So hieß es kürzlich, daß bei drei Kavallerie.egi- dich weiter so stark, wie ich dich heute gefunden habe!" Aufs tiefste bewegt, drückte er ihre Hand. Ilse wollte sprechen, noch etwas erwidern, doch kein Laut kam über die bebenden Lippen — der gewaltige Scc- lenschmerz hatte ihr für Augenblicke die Sprache geraubt. Rodcrich stieg ein. Ein letzter stummer Gruß, ein schriller Pfiff der Lokomotive, ein Rucken der Wagenreihe — langsam entführte der Zng den Scheidenden. — Noch immer stand Ilse auf derselben Stelle und starrte wie gebannt dem schneller und schneller fahrenden Zuge nach — ein letztes Tücherschwcnken und das schwere schmerzliche Scheiden war — vollbracht. Langsam, wie geistesabwesend schritt Ilse durch den Wartcsaal, um das auf der anderen Seite des Bahnholes ihrer harrende Geführt anfzusucheu und bald rollte der Wagen mit dem erregten Mädchen deni Vaterhanse zu. Im Zimmer des Vaters angekonimen rief sic mit beben- dcr Stimme: „Nun ist er fort! O Vater, nun ist er fort!" Daun eilte sic hinaus, die Einsamkeit ihres Stübchen- ujzuiucheu. Hier durfte sich der wilde Schmerz ansroben, hier konnte scc den linder rdcn Tränen ihren Lauf lasten! Ter Schnierz beugt auch den Starken nieder. Das Wey schlägt auch de- Helden Herz, ' Doch Hoffnung hebt Gebeugte wieder lind lenkt die Blicke himmelwärts! Ter Zug, welcher einen Teil der Freiwilligen des dritten Truppentransportes brachte, rollte in de» St.-Bsh»hof Berlins ein. Eine lebhafte Menschenmenge stand auf dem Perron, die Ankomuienden mit Hurra begrüßend. Viele hofften auch wohl einen Verwandten oder Bekannten an- zutreffen, um noch ein letztes Wort mit ihm tauschen und ihm die besten Wünsche für die weite Reise mit ans de» ( Weg geben ru können. mentern einer rusfisthen Garnison, die nicht zu weit von der ostprcußischen Grenze lag, tatsächlich nur Pferde für ein Regiment vorhanden waren. Und zwar mußte dies fein, damit nian sich bei Ilebungen aushelfen konnte, ein Regi- ment mutzte immer vollständig ausgerüstet erscheinen. AlS vor einiger Zeit der jetzige Zar einem seiner Regimenter von einer ausländischen Armee fei» Bildnis schenkte. das von russischen Offizieren übergeben wurde, die in Gegenwart des Kommandeurs den ängstlich versiegelten Behälter öffneten, fehlten die Edelsteine in der Zarenkronr. Tie Cfri*i:rc hatten die versiegelte Kiste nachweislich nicht crbrock'cn, wildern von dem Generaladjiftanten des Zaren eigenhändig er- halten. Tatsächlich haben die politischen Wirren im Zarenreich fcic Korruption in der Armee noch vermehrt. Infolge der Regsamkeit der russischen Heersvciwaltung wird jjijt nicht weniger, sondern nur geschickter gestohlen. Man geht aber bei der Beurteilung der russischen Korruption deutscherseits von ganz falschen Grundsätzen aus. Wir als Deutsche beurteilen den Diebstahl und die Unehrlichkeit als ein Verbrechen, ganz anders aber der Russe. Er KH seine» ganzen Stolz darein, geschickt zu stehlen und der Diebstahl in irgend einer Form ist bei ihm Volksfitte, die umsomehr blüh!, als bekanntlich die Großfürsten, höheren Militärs und c'.anite in dieser Beziehung recht gute Vorbilder abgeben. Diese ängstlich behütete und bewahrte Tradition im rusiiichen Heere hat ihren Ursprung in dem alten Zarensp »ch, der dem General mit aus den Weg gegeben wurde, wenn er eine Provinzialverwaltung erhielt: Ziehe hin, lebe daselbst nnd iß dich satt. War die Provinz dem Beschenkten zu abgelegen, so hatte er das Recht, das Gouverment einem andern zu verkaufen, und dieser mußte nun doppelt fleißig stehlen nnd plündern, um den Kaufpreis einzubringen und sich nebenbei selbst satt zu essen. Auf dieser moralischen Grundlage ist der KorrnpttonSsinn entstanden und besteht jetzt noch. Ein Dreibund auf dem Balkan? Köln, 17. August. Die „Kölnische Zeitung" meldet au» Wien, die Mobilmachung der Türkei sei nicht ein bloße Vorsichtsmaßregel, sondern die Antwort auf die unmittelbare Be drohung durch Rußland, das die Absicht hat, die Durchfahrt durch die Dardanellen zu erzwingen und dadurch den Kamps um den Besitz von Konstantinopel zu eröffnen. Man nimmt an, daß in den letzten Tagen zwischen Rußland und England Vereinbarungen getroffen wurden, infolge deren England seinen Widerstand gegen die Oesfnung der Dardanellen aufgegeben hat. Dadurch ist nicht nur die Türkei, sondern sind auch Rumänien und Bulgarien bedroht, die in die Gefahr geraten, russische Vasallenstaaten zu werde». Hieraus dürfte sich eine türkifch-rumänisch-bulgarifche Interessengemeinschaft ergeben, die zu einem gemeinsamen Zusammengehen gegen Rußland und den Dreiverband führen würde, wodurch dieser eine Kriif, t-zersplitt-rung zu Gunsten Deutschlands und Oesterreichs er- leiden würde. China bleibt neutral. R e w y o r k, 17. August. Aus Washington wird gemewn, daß wegen der Spannung im fernen Osten die amerikanische Regierung Schritte bei den Mächten unternehme, damit die Neutralität Chinas gewahrt bleibe. Luxemburgische Gastfreundschaft Von einem Frankfurter Arzt wird der „Franks. Ztg." geschrieben: Gastfieundschast zu üben, galt von jeher als eine der schönsten Tugenden. Empfindet man sie in normalen Zeiten schon als ein wertvolles Geschenk, so steigert sich diese Empfindung bei Kriegszeiten noch in erheblichem Maße. Es soll deshalb nur den Ausdruck der Dankbarkeit deutscher Truppen bedeuten, wenn die Gastlichkeit der Luxemburger an dieser Stelle rül, Der Zug hielt und alles stieg aus, um Eltern, Bruder, Schwester oder Freund aufzusuchen. Auch Roderich hatic seinen Wage» verlassen und ging suchend durch die dichtgedrängte Menge. Er hoffte ganz bestimmt, Erna init il» n Angehörigen zu tresscn, doch umsonst war sein Suchen und Forschen. Niemand war erschienen, um ihm ei» letzte? Lebewohl znznrnfen nnd unmutig kehrte er wieder zurück zu seinem Wagen. Grollend gedachte er in dieser Stunde • der so heiß Geliebten, bittter grollend. Nicht einmal für wert hielt sie ihn, ihm seine letzte Bitte zu erfüllen! Wie hatte ec sich so täuschen können! Was sollte er denken von dein Mädchen, dom doch seine ganze heiße Liebe gegolten? War sie zu stolz, oder machte sie sich selbst Vorwürfe darüber ihn so schnöde behandelt zu haben? Oder hatte sie sein letzter Brief zu tief verwundet, und wollte sie ihn darum nicht Wiedersehen? Bis ins Innerste verletzt lehnte er in der Ecke des Eoupees. Ihm wäre eZ am liebsten gewesen, wenn der Zug sich sofort in Bewcgung gesetzt hätte, nur fort, fort von de» Stätte, an der ihm so herbe Enttäuschungen zuteil geworden. Die Soldaten nahmen ihre Plätze wieder ein, denn die besetzten Wagen mußten aus dein Lehrter Dahichof rangiert werden, von wo die Fahrt nach Bremen weiter gehen sollte. Hier angekoinmen, war aber keine Zelt mehr übrig, in» noch einmal auszustcigen und so wurden gar viele, Soldaten sowohl, als auch deren Angehörige bitter enttäuscht, denn die zwei Stunden waren tatsächlich während des Rangierens verstrick)«». Roderich war es einerlei, was mit ihmgefchah, er blieb fortan in seiner Ecke sttzen, nnd als der Zug auf dem Lehrter Bahnhof zur Abfahrt stetig war. warf er keinen, wenn auch noch so flüchtigen Blick durch das Fenster des Eoupees. (Foftsttzung folgt). L Rr. 182 »end anerkannt wird. Hoch und niedrig, arm und reich bemühen sich in edlem Wetteifer, den Truppen die Strapazen zu erleichtern und ihnen, soweit es die vorhandenen Möglichkeiten gestatten, das Leben im Felde angenehm zu machen. Mit größter Fürsorge kommt di« Bevölkerung den Soldaten entgegen. Alle Ortschaften, die aus den Märschen passiert wurden, hatten sür reichlich Wasier gesorgt. Als wir durch einer bei der hohen Temperatur doppelt anstrengenden Marsch vor der Stadt kurze Zeit lagerten, wurden unsere Soldaten mit Liebesgaben aller Art überhäuft, und man merkte es den hilfreichen bänden an, daß sic sich gerne rührten und Latz sie von den Herzen dirigiert wurden. Auch hier in der Stadt Luxemburg zeigt die Einwohnerschaft das größte Entgegenkommen: die Ouartierwirte uber- bielcn sich in Aufmerksamkeiten. Fragt man jemanden nach dem Weg, so hat man sofort einen bereitwilligen Führer. Alles in allem ein wohltuendes und hocherfreuliches Verständnis für die Lage der Dinge. Deutschland und die Deutschen dürfen und werden den Luxemburgern für ihre Haltung stets dankbar fein. Deutsche und Tschechen. Prag, 14. Aug. „HIas Naroda" verherrlicht in einein Leitartikel das Verhalten Deutschlands als Bundesgenossen und lagt: Die ehrenhafte, männliche und kavaliermäßige Handlungsweise Deutschlands können wir weder als Oesterreicher noch als Tschechen bestreiten. Diese Wasscnbrüderschaft gilt oem Staate als Ganzem. Wir anerkennen nicht nur als Tschechen, sondern auch als Slawen mit voller Entschiedenheit, privat und offiziell, nicht nur oberflächlich aus irgend welchen Opportunitätsantrieben, sondern aus voller Ueberzeugung, daß Deutschland als tapferer Ritter handelt, der für seinen Freund auch das Leben in die Schanze schlägt. Die deutschen Blätter schließen aus den Manifestationen vom 7. August auf die Stimmung gegenseitiger Verbrüderung und wünschen, daß man bei- oerseit» zu der Ueberzeugung gelangt, daß ei» Ausgleich die unerläßliche Vorbedingung sei, daß das Land das ihm gebührende Gewicht und die Geltung wieder erhalt«. Amtliche Verlustliste 2. enthält die seit dem 10. August namentlich und mit Sicherheit bekannt gewordenen Verluste. Stab der 14. Infanteriebrigade: v. Wusfow, Generalmajor tot, Baedicker, Oberleutn. d. R. tot. Infanterieregiment Rr. 18: Erabowski, Paul, Eeft. 7. K. .ot; Gand, Paul, Reserv. 7. K. tot. Sinter Infanterieregiment Nr. 20: Schulhe, Oberst, tot. Jusanterieregiment Nr. 27: Krüger, Oberst, rot, Hilde- brand, Hauplm. tot: Rübesamcn, Leutn. tot; Taurath, Leutn. «ot; Rudlosf, Leutn. d. R. tot: ». d. Borne, Leutn. tot: v. Groß, Leutn. tot: Preuß, Leutn. tot: Voigt, Leutn. tot. Füsilier-Regiment Nr. 33: Merkatz, Major tot: Sabinski, Hauptm. tot: von Puttkammcr, Hauptm. tot: Eawada, Hauptmann tot. 8. Schics. Infanterieregiment Nr. 15C: Bartclk, Jos., Musk. 7. Komp, schwer verwundet: Ide, Emil, Musk. 8. K. schwer verwundet. Infanterieregiment Nr. 171: Licht, Robert, Musk. 10. K. tot: Banker. Ernst. Musk., 10. K. tot: Franzen, Albert. Unteroffizier 10. K. tot: Bittrolff, Harald, Leutn. 0. K. vermißt; Körner, Otto, Serg, 8. K. vermißt: Stutz, Albert, Musk. 6. K. vermißt: Marx. Eicgft., Musk. (T. K. vermißt: Lange 2., Karl, Hornist 7. K. tot: Sinting, Vizefeldw. 8. K. schwer verwundet: Fett, Theod., Musk. 8. K. schwer verwundet: Marcus, Friedr. Reserv. 1. K. tot: Wijchermann, Wilh., Musk. 1. K.schwer verwundet. (Die Vermißten sollen nach Angabe von französischen Gefangenen gefangen genommen und nach Eerardmer transportiert worden fein). Iägerbataillon Rr. 1: Kather, Aug., Jäger, tot: Mehl, O. Vizefeldw. schwer verwundet. * Jägerbataillon Rr. 4: Gandcrt, Leutn. tok. Iägerbataillon Nr. 14: Wegner, Fähnrich, tot: Schwenk, Jäger, tot: Wiede, Jäger tot: Lueth, Jäger tot: Wolkenstein, Jäger, tot: Rigue, Jäger, verwundet: Wesche, Jäger, verwundet: Henkel, Jäger, verwundet: Ketcrhon, Jäger, oerwundet: Äudre, Jäger, verwundet: Engel, Oberjäger, verwund.: Braasch Jäger verwundet: Diedcmann 1. Jäger, verwundet: Kopplow, Jäger, verwundet: Sump, Gesr., verwundet: Hennings, Eefr., verwundet: Woest l .. Gesr., verwundet: Nahnke, Jäger, verw. : Heilst, Gesr., verwundet, Gottmann, Jäger, verw.: Fockcnbrock, Gesr. verw.: Ulrich, Jäger, verw.: Dreyer, Jäger, verw.: Der- DIUI, Jäger, verw.: Schuld« 2., Jäger verw.: Juergens, Jäger, verwundet, Hauth, Jäger, verw.: Prohl, Jäger, verwundet. Kürassicrrcgimeut Nr. 5: Goltz, Adolf, Vizeseldwebcl, 4. Eck. vermißt. Dragonerregiment Nr. 7: Leidermann, Drag., 4. Esk. tot« Mindermann, Trag, 4. Esk. tot. Limbitzki, Serg. 4. Esk. verwunde/ und gefangen: Leißmann, Drag. 4. Esk. verwundet und pesangen; Palm, Drag., 2. Esk., tot, Brückmann, Drag. 4. Esk. bot. Dragonerregiment Rr. 10: Sooha. Drag. 5. Esk. gefangen: Herrn,»»», Drag. 5. Esk. vermißt. Dragonerregiment Nr. 14: Lenz, Wilh. Drag, tot: Singer, Lucian, Drag, gefangen: Kolleck, Otto, Drag, leicht verwundet, (Schnlterschuh, Lazarett Kalmar): Kunkel, Wilh. Unterosfiz., »ermißt: Heinrich. Alfred, Eeft. vermißt. - I( , , Ulancnrcgiment Nr. 7: Teßmar, Oberleutnant, tot. lllaneniegim'cn« Rr. 8: Böhm, Wern. Rich. Willi, Leutn. l. Es!, vermißt Wichmanu, Paul, 1. Esk. vermißt. (Beide sollen gefangen sein): Nornschat, Emil, Serg. 1. Esk. iot: Kühnast, Aug., Ulan, l. Esk. verwundet (rechte Schulter, Reftrve- lazarctt Stallupöncn: Lohr, Paul Johs., Ulan, 1. Esk. verm.; Heidt, Ioh., Ulan, l. Esk., gefallen. Kibellus, Feld. Ulan, z. Es!, schwer verwundet, (linke Hand, rechter Arm, Reservelaza- ret! Llallupönen): Tulowitzki, Wilh., Ulan, 3. Esk. tot: Kalin- fat, Fritz, Gesr. 4. Esk. leicht verwundet (rechte Hüfte, Reservelazarett Stallupönen: Laborius, Karl, Adolf, Eefr. 4. Esk. leicht verwundet (linke Schulter, Rejervelazarett Stallupönen): Weflphol. Franz Ott-, Uta». 4. Esk. leicht verwundet (rechtes stk«»» Utageszeitung. Dien»»«,. ton 1». m»g»st 1814. Bern), Refervelozarett Stallupönen,, Storm, Max, Eeft., 4. Esk. leicht verwundet (rechter Arm, Reservelazarett Etallupö- nen): Zimmerning. Aug, Ulan, 4. Esk. vermißt: Krock, Fritz, Ulan 8. Esk. leicht verletzt (rechter Arm, Refervelazarctt Stal- lupöncn): Szillat, Aug., Serg. 8. Esk. schwer verwundet (rechte Schulter, Rejervelazarett Stallupönen): Schwabe, Eust., Ulan, 5. Esk., schwer oerwundet (rechte Hüfte, Reseroelazarett Stallu- -rönen): Dahlie, Otto, Ulan 8. Esk. leicht verwundet (linker irm) wieder dicnstjähig. fteldartillerieregimcnt Rr. 4: Wilmsen, Hauptm. tot: Brandhorst-Satzkorn, Leutn. tot; Duerre, Leutn. d. R. tot: Rudolph. Kommandeur der Munitionslolonne, Obcrstleutn. z. D. tot. Fliegertruppen: Jahnow, Oberleutn., Fliegcrabt. 1 tot, abgestürzt, Schädelbruch. Gkgen die llfrldjlrntimuig brr Hifbbfftänbf. Hildesheim, 13. Aug. Die Landwirtjchaftskammer für die Provinz Hannover vermittelt durch die in der Provinz bestehenden Biehoerwcrtungs-Eenosienschasten Schlachtvieh aller Art an Militär- nd Zivilbehörden. Die Landwirt« erhalten sür diese Tiere die wirklichen Tagespreise ausbezahlt. Die Landwirtfchaftskammer sicht sich zu dieser Maßnahme veranlaßt, weil in verschiedenen Gegenden manche Händler die augenblickliche Notlage der Landwirte ausgenutzt und ihnen Preise von nur 24 bis höchstens 40 Marl pro Zentner Lebendgewicht für Schweine geboten haben sollen. ilnleres Lkilljks Wehr und sshr. An die künftige» Ritter des Eisernen Kreuzes. Das „Militärwochcnblatt" richtet folgende Kundgebung an die künftigen Ritter des Eisernen Kreuzes: „Den künftigen neuen Rittern des Eisernen Kreuzes rufen wir Alten ein herzliches Willkommen zu. Unsere Reihen sind schon stark gelichtet. Wir bedürfen zahlreichen Nachschubes, damit das Kreuz auch für künftige Geschlechter bleibe, was bisher für euch fein Anblick gewesen und nun die Hoffnung, es zu erwerben, ist: ein mächtiger Antrieb zum Wetteifer in selbstverleugnender Hingebung an König und Vaterland, ein Hebel der Willenskraft, die fteudig ihr alles einseht, im Heere angesichts des Feindes, ein Sporn zu frischer, mutiger Tat. Seid uns gegrüßt alle, die ihr auS dem jetzt beginnenden blutigen Ringen geschmückt mit dem Eisernen Kreuz heimkchrt! Und Ehre denen, die mit berechttgtcm Anspruch auf das Kreuz den Heldentod starben. Einer der ältesten des Eisernen Kreuzes im Namen Aller. An die Mglikber bkg Suiibkg ber lanbivirtt. Zum ersten Mole ist das Deutsche Reich gezwungen, seinen Fortbestand in schwerem Kampfe zu sichern. Dazu haben alle Stände Opfer an Ent und Blut zu bringen, insbesondere aber unsere Landwirtschaft. Stets stolz darauf, eine besonders große Zahl wehrfähiger Söhne stellen zu können, sah sie auch jetzt, da der Kaiser rief, einen beträchtlichen Teil ihrer Männer und Jünglinge zu den Fahnen eilen. Herzliche Segenswünsche folgen allen, die aus den Schlachtfeldern ihre Kraft sür Kaiser und Reich cinzusetzen haben, ». ihre hingebende Pflichterfüllung in der Fricdcnszeit rechtfertigt die Zuversicht auf ihre Bewährung auch in dem uns ausgedrungenrn Kriege. Run gilt cs, die durch die neue Lag« in unsere Reihen ge- riffenen starken Lucken durch erhöhte Tätigkeit der Daheimge- bliebencn nach Möglichkeit auszusüllen, um die Fortführung aller Vettiebe zu sichern. Schwere Aufgaben stehen dabei bevor, aber sie können und müssen gelöst werden. Treues Zu, sammenhalten wird auch hier Wunder wirken. Der nicht zum Dienst mit der Waffe eingezogenc Landwirt hat nicht nur den eigenen Hof in Ordnung zu halten, sondern sein sachkundiger Rat muß jetzt — ohne die geringste Gegenleistung — allen denjenigen Höfen seiner Nachbarschaft zur Verfügung stehen, deren Leiter im Rock des Königs von der Scholle Abschied nehmen mußte. Man warte nicht, bis dieser Rat erbeten ist, sondern biete ihn an und, wo er anfangs abgelehnt wird, erneuere man ihn, sobald eine unauffällige Beobachtung zeigt, daß jeweils nättge Arbeiten unterlassen oder unzweckmäßig ausge- jührt werden. Namentlich Eespannhilje wird dankbar angenommen werden. Von derlei Anerbieten aber wird um so eher Gebrauch gemacht werden, als sie nicht als Gnade oder Wohltat, sondern als die in schwerer Zeit gern geübte natürliche Pslicht der nicht zum Heeresdienst eingezogenen Landwirte empfunden werden wird. Einmütiges Zusammenstehen und, allen Schwierigkeiten zum Trotz, erhöhtes Schäften, das ist die Forderung des Tages, die an uns Landwirte herantrttt. Wo Mangel an Arbeitskräfte» besteht, verweise man auf die Bermittlungsstellen, die städtische Heiser sür die Landarbeit anbieten, und übernehme auch di« Ausfertigung de» betreffenden Antrages. Die große Zeit, die in den Städten eine rühmliche Bercttwilligleit zeigt, zur Sicherstellung der heimi- schen Lebensmittelversorgung den Landwirten beizustehen, ist in dem gleichen vaterländischen Geiste zu nützen. Die in einzelnen Hosen beim Abschied des Leiters oder der Söhne unter dem frischen Eindruck der schweren Ereignisse anfangs «ingezogene Niedergeschlagenheit wird es unter Umständen mit sich bringen, daß das Angebot städtischer Arbeitskräfte zunächst unbeachtet geblieben ist. Hier kann un! muß ein fteundlich erteilter Rat Gutes mit dauernder Wirkung ftiftcn. Auch wir sind bereit, uns zur Deckung diese» Bebarses zu bemühe». Die Herren Bertrauensmänner, deren tatkräftigem und hingebendem Wirken der Bund so vieles zu verdanken hat. wrden auch hier nicht versagen. Wir erbitten Anttäge unter: Bund der Landwirte, Berlin SW. 11, Dessauerstraße 28, mit Angabe der Art und--Zahl ber gewünschten Arbeitskräfte, ob gelernte oder ungelernte, der Art de» Betriebes, de» Lohnes, der bewilligt werden kann, des/geitpunltes, zu dem sie gebraucht werden, ber voraussichtlichen Dauer de» Bedorses. Daß b«i den aus der Stadt herbeigeeilten Helfern sreund- lübit« Behandlung. die nach Laa« der Verhältnisse beste B«r- Seire sorgung mit Nahrung und Unterkunft, sowie Nachsicht Übel vorerst etwa unzureichende Leistungen geboten ist. bedarf gewiß nicht besonderer Hervorhebung. „In dem jetzt bevorstehenden Kampf kenne ich in meinem Volke keine Parteien mehr. Es gibt unter uns nur »och Deutsche, und welche von den Parteien auch im Lause de» Meinungskampfes sich gegen mich gewendet haben sollte, ich verzeihe ihnen allen von ganzem Herzen." So ries unser Kaiser vom Balkon seines Berliner Schlosses und das wiederholte er bei der feierlichen Eröffnung des Reichstages. Dieses erhabene Beispiel unseres Kaiserlichen Herrn heischt Nacheiferung. Laßt denn in diesen ernsten Zeiten alle politischen Erwägungen beiseite: seht nicht daraus, ob ein ins Feld gezogener Besitzer Bundesmitglicd war oder unser,» Bund fcrnstand oder ihn bekämpfte, helft vielmehr, wo ihr Hilfsbcbürftigkeit schaut oder a»,ch nur vermuten müßt! Das ist bann wahre Betätigung christlicher Nach- stenliebc! So mancher Landwirt wird bedürftige Frauen' nd Kinder non eingezogenen Reservisten zu sich nehmen können, um sie hierdurch zu unterstützen, die gewiß ihrerseits dar durch ihr- Mitarbeit und Hilfe in der Landwirtschaft vergelten werden. Sorgt zu Eurem Teil dafür, daß dieser gewaltige Zux der Einigung in unserem Volke das Verständnis fördern zmi' schen Stadt und Land, so daß ei» Gegensatz zwischen ihnen sül alle Zeiten geschwunden ist. Di- Tatsache dieser Verständig»,-, ist durch die Gewalt der Ereignisse schon heule gegeben, ei, Beweis, wie sehr sie in Wahrheit in aller Empsindupgen ruhte Sie zu vertiefen ist die erhabene und erhebend« Ausgabe aller. Die große Zeit darf, sonderlich unter de» Landwirten, 'ein kleines Geschlecht finden. Die ernste Lage des Deutschen Gleiches verdoppele unsere Anstrengungen und füll« unser Her; r:it dem Geiste opserftoher Vaterlandsliebe und im Dienste Berussstandes wie des ganzen Valerlandes willig zu t.istep.der Hilssbercitschast. Gottes Segen aber wird all die geleit--», di; in treuester Pslichtersüllung zum Beste» des BaterlauSes alle körperlichen u. seelische» Kräfte nuchtzaltig zu eutsolt.-n , Berlin, den 10. August 1814. Der enger« Vorstand de» Bunde» der Landwirt«. Di« Vorsitzenden: Frhr. von Wangenheim. Dr. Rocsick. Der Direktor: Plasluda, Ans der Heimat. * Fricdbcrg, 18. Aug. Der 18. August! ein beSent- samer Tag. Am 18. August 1870 wurde bei Grao-.-l.tte die blutige Schlacht geschlagen, in der das einige Deutschland den Sieg an seine Fahnen gefesselt hat. Die Sckilacht bei Gravelotte hat die Entscheidung in dem Kriege gebracht, die unter dem Befehl des Marschalls Bazaine stehende jranzo- sische Rheinarmee mitsamt der kaiserlichen Garde wnrde in die Festung Metz geworfen und für de» wettere» Verlauf des Krieges kaltgestellt. Wieder stehen unsere Heere drni gallischen Friedensstörer in Wehr und Waffen gegenüber. Es geht ein Ahnen durch das deutsche Volk, als ob der heutige Tag ausersehen sei, eine Wiederholung des Tages von Gravelotte zu werden. Doch das steht in Gottes Hand: die freudige Gewißheit aber steht uns zur Seite, daß der alte Geist der Treue und des Mutes genau so in unseren Truppen wach und lebendig ist, wie vor 44 Jahren, als die heiße Schlacht bei Gravclotte siegreich geschlagen wnrde. Noch ein anderer Ehrentag ist der 18. August. Heute feiert der greis« KaiscrvonOe st erreich, unser erhabener Verbünd.- ter seinen Geburtstag. Am 18. August 1830 geboren, wird Kaiser Franz Josef heute 84 Jahre alt. Mit den Völkern von Oesterreich-Ungarn bringt auch das gesannnte dcutiche Volk dem edlen Dulder auf dem Kaiserthrone die herzlichsten Glückwünsche dar in der Hoffnung, daß er fein ruhmreiches Heer zu neuen Siegen führen möge. Nichts haben dem heldenmütigen Fürsten die Jahre anhabcn können, die Ans- regungen der Kriegszeiten haben ihn mit neuer Kraft erfüllt so daß der greise Kriegsherr sich durch uichts abhalten laisen will, selbst auf dem Schlachtfelde zu erscheinen. Gott sei mit ihm und den Fahnen Oesterreichs: Hoch als Herrscher, hoch als Weiser Steht er in des Ruhines Glanz Liebe windet Lorbeerreiser Ihm zu ew'gem grünen Kranz. * Friedberg-Fauerbach, 17. August. Ein aufsehenerregender Mord hat sich hier ereignet. Der Arbeiter Heinrich Karl Scheid aus Oberscheld, Kr. Dill, 28 Jahre alt, der erst ein Tag bei dem hiesigen Landwirt Karl Horn beschätstgt war, wurde in seinem Bett tot aufgesundcn. Wie wir erfahren, hat Sch am vorherigen Abend In Gemeinschaft mit dem Hrch. For mansli aus Raczqce (Posen) dem Stachelbeerwein des Herr«' Horn gehörig zugesprochen. Die beiden scheinen nun wegen einer Flasche Bier in Streitigkeiten geraten zu sein. Als Scheid sich zu Bette begeben hatte, erschlug Formanskl in seiner Irun. kenhett den Scheid mit der Bierflasche. Der Tater ist gestän. dig. Die Leichenschau hat stattgesunden, Herr Gerichtschemike» Dr. Popp wird heut« nochmals am Tatorte erscheinen, Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wollig, trocken, etwas wärm/r. Winde au, nördlicher Richtung. Kirchliche Anzeigen. Evangeftschc Gemeinde. Gottesdienst in der Stadtkirch«. Mittwoch, den 18. August, abends 8% Uhr: Kriegsbittandacht : Herr Pfarrer Di ehl. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, den 18. August, abend» J4 8 Uhr: Kriegsbittan- dacht: Herr Pfarrer Zatzmann. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel, Friedberg: sür den Anzeigenteil: K. Schmidt. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszcikuna" A. G.. Friedoera > A. Nr. 192 Neue Tageszeitung Dienstag, «en 18. August 191«. Äe wrtrirteien AuslaildsdeuMen! Unsere Feinde haben den Kampf gegen uns mir der feigen Mißhandlung wehrloser Deutscher in ihrer Mitte eröffnet, die seit Jahren durch die Erfolge ihrer Arbeit auch dem Lande nutzten, das ihnen Wohnrecht gab. Mit Empörung haben wir alle von den Greueln gelesen, die in Paris, Brüssel und Antwerpen an unseren Landsleuten verübt wurden. Die Behörden haben nicht einmal den Versuch gemacht, sic zu schützen. Unsere Waffen werden diese Frevel sühnen! Fetzt aber gilt cs, den Tansenvcn wackerer Landsleute zu helfen, die, von allen Existenzmitteln cntblötzt, vielfach noch unter Folgen der erlittene» Misshandlungen leidend als Vertriebene in Sie Heimat zurückgekommen sind. Nicht minder gilt es, allen de» AuslanSdeutfchen Hilfe zu bringen, die durch den plötzlichen Ansbruch dcS Krieges überrascht, nicht mehr zu den Ihrigen und zu ihren in Feindesland gelegene» Wohnsitzen zurück- kehren können. Mittellos oder im Besitz ausländischer, feindlicher nicht umsetzbarer Werte, sind auch sic größtenteils bitterster Not preisgcgeben. Diese schwere Notlage der vertriebenen oder von der Heimat abgeschnittenen Ausländsdeutschen, die in großer Zahl hilfesuchend zu uns kommen, macht die sofortige Verwendung des nächsten Ertrages unserer unter dem Protektorate Ihrer Kaiser!, und König!. Hoheit der Frau Kronprinzessin stehenden Volkssammlung der Ausländsdeutschen für ihre kämpfenden Brüder auch zur Linderung dieser Not erforderlich. Wenn je, so gilt hier das Wort: „Doppelt gibt, wer schnell Mt." Verein für das Deutschtum im Ausland E. V. Wir erbitten Geldspenden für die vertriebenen und von der Heimat abge- schnittenen Deutschen unter „Volkssamnklttttg der Ausländsdeutschen" an die Direktion der Disconto-Gesettschast, Dcpositcnkasse Berlin W. 62, Klciststrasrc 23. Mehrere gebrauchte mit Rohr billigst zu ver- , kaufen. Neue Tageszeitung Druckerei u. Verlag A. G. Friedberg i. H. Nlichtl«itt riils ist nicht aufgeschlagen und kostet im Zentner und Einzel- verkaus den gleichen Preis wie seither. Leere Salz- säcke die ganz und sauber sind werden zurückgenommen. Salzniederlage JtfrtiiHnib Puiiiin Friedbrrg, Hailerstrahe 20. Telefon 452. Zucht des grobe;« weißen Cdeischwcins. SÖ1W'ilBJöMvefÜil Oherhörgern empfiehlt mehrere erstklassige 3 urf)(c&er 11. «Sannt von vorzüglicher Abstammung. Schuhpockenimpfung. Da nach allen früheren Erfahrungen es nicht unmöglich ist, daß in dem jetzigen Krieg durch fremdländische Befangene« die Blattern in unser Land cingeschleppt weiden, und in diesem Fall besonders alle noch Ungern,pfre einer besonderen Gefahr ausgesetzt sind, werden die Eltern von noch ungcimpsten Kindern ausgesordert, ihre Kinder unverzüglich impfen zu lassen. Ein so gut durchze- impftcs Volk, wie das Deutsche, braucht dann vor Blattern keine Angst zu haben. Am Mittwoch, den IS. August 1914, Nachmittags 3 Uhr findet im Saal über den Pserdestiillen ein allgemeiner Jnipstermin statt, zu dem alle gesunden Kinder bis zum Alter von 2—3 Monaten gebracht werden lönnen. Fricdbcrg, den 14. August 1311. Der Bürgermeister: Stahl, Bekanntmachung. Es herrscht vielfach die Ansicht, bah mit Ausbruch des Krieges die Verpslichtungen gegen öffentliche Kassen ruhen. Dies trifft nur für Kriegsteilnehmer bezüglich ber Steuern vom l. August ab zu, sosern deren Einkommen in Wegfall gekommen ist. Alle übrigen Steuerpflichtigen sind auch weiterhin zur Zahlung der stüdlöchen tlmiage und der sonstigen Gefälle verpflichtet. Rrzlamationen sind jedoch vorerst bei Er. Finanzamt nicht zu erheben, denn es wird bei der nächsten Mahnung der Eemeinde- stcuer des I. und 2. Zieles, die bis zum 14. d. Mts. bezahlt sein! müssen, sestgestellt werden, für wen Steuerpflicht vorliegt. Zugleich wird unter Bezugnahme aus den Vermerk auf dem Stcuerzettei daraus hingewiesen, daß unter Ausschaltung des Bar- geldocrtehrs direkte Uebcrweisung von Einlagen beim Vorschuß- und Krebilverein aus bas Konto-Korrent-Kont» der Stadllaffe ersolgen lann. Es wird erwartet, bah Jedermann in dieser schweren Zeit Ke Erfüllung seiner Zahiungsvcrbindlichleiten auch als »ater- lündische Pflicht betrachtet, da für die Folge große Ausgaben von der Stadt zu erfüllen sind. Feiedberg, den 7. August 1314. Der Bürgermcistcr. Stahl. Bekanntmachung. Mit dem 2. Landsturmtag, dem 17. ds. Mts. habe ich die Geschäfte des Earnisonältesten im Standort Friedbcrg übernommen. Ten verehrten Einwohnern der Stadt danke ich für das srcundliche Entgegenkommen bei der Unterbringung der Landsturmmannschaften die gestern Abend noch keine Qunrlierscheine in Händen hatten. Weimar Oberst und Kommandeur des Landsturm Inf. Batl. Friedberg. Liebesgaben. Als geeignete Liebesgaben für uiisere tapferen Krieger im Felde, unsere Verwundete, Kranke und Genesende in der Heimat sind besonders zu empfehlen: Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Pseiscn, Ehokolade Kernseise (keine seinen parfümierten Seifen), Hemden, Unterhosen, Strümpfe, für die kältere Zeit Stauchen, Leibbinden aus Flanell, (Pulswärmer), llntcrjakle», für die Lazarette: Nachthemden und Unterhosen, alles weiß, nicht farbig, ferner: Taschentücher und Pantossel. Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Haagstraße 18, adzugeben, von wo sie j c » a ch W u n s ch d c s G e b e r s , ans dem Kriegsschauplätze oder in der Heimat Verwendung sinden. Bekanntmachung. Junge Leute, die das wehrpflichtige Alter — das Vollenders 17. Lebensjahr — noch nicht erreicht haben, haben bei etwaiger Meldung als Kriegsfreiwilliger zwar kein Recht auf Einstellung, können aber, da gesetzliche Bestimmungen nicht entgegenstehen, dennoch eingestellt werden, wenn ihre unbedingte Tauglichkeit festgestellt wird. Bei der Meldung ist beizubringen: die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters — der Eltern oder des Vormundes und ein obrigkeitliches Führungszeugnis. StcllücrlrctcuiJcö 8eiltr«ilkoiilniaili>o XVIII. 2(rmecforp§. Bekanntmachung. Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer Sitzung vom 13. d. Mts. beschlossen hat, über die Dauer des Krieges eine Kinderkrippe einzurichten, in der bis zu 2 Jahre alte Kinder derjenigen Mütter ausgenommen werden sollen, die Lohnarbeit verrichten. Die Krippe wird demnächst eröffnet und werden Anmeldungen auf Zinnner Irr. 4 des Stadthauses entgegengenommen. Zugleich bitie ich die Einwohnerschaft, entbehrliche Kinderstühlchen, Kindertische, Spielzeug, Kinderwäsche, Badewannen ic. der Kinderkrippe zuzuwenden. Friedberg, den 15. August 1914. Der Bürgermeister. Stahl. Keüanntmachtttty. Mit Bezugnahme auf den Aufruf des Landsturms warne ich die unausgcbildctcn Landsturmpslichtigcn, voreilig ihre Stellung oder ihre»» Berns anszu- geben. Alle Arbeitgeber ersuche ich dringend, diesen Leuten wegen Verbleibens in ihren Stell- uirgen oder dein« Suchen neuer Stell>»nge>t keine unnötigen Schwierigkeiten ju machen, weil diese Leute, die sich »ach Ziffer 3« des Ausrufes ?«- nächst mir jmv Stammrolle f« mcldrn hatte», voraussichtlich nicht oder nur u einem ganz geringen Teil zur Aushebung konnnen werde»; ZifferI des Landstnrmansrnfes besagt ja auch bereits ausdrücklich, das; zunächst mtv militärisch ansgebildrte Landstnrmpftichtige zur GinftcUnng konnnen werden; auch von diesen wird voraussichtlich zunächst nur ein geringer Teil zrir Ginstellnng gelangen. Frankfurt a. M., den 14. August 1914. Der kommandierende General gez: Freiherr von Gall, General der Infanterie. Bekanntmachung. Die Regierung beabsichtigt, Einwohner der Festung Metz hier unterzubringen. Diejenigen, die gesonnen sind, solche aufzunehmen i und zu verpflegen, werden gebeten, dies alsbald im Stadthaus — Zimmer Rr. 4 — anzumelden. Friedberg, den 11. August 1914. Der Biirgerineiiter: Stahl. \r Zahnarzt Landau, Friedberg Seil« 177 P=» Sprechstunden von jetzt ab wieder täglich. Wochentagen: 9—12 und 2—5 Uhr Sonntagen: 9—12 Uhr. Bakterien tötende Wirkung, dauerhafteste, Belag kauft man am besten u. billigsten im Tapeten- u. Linoleumhans JcanKögler, Friedberg, Kaiserstr. 21 . Flechten. Es wird Sic interessieren, zu erfahren, baß Ihre Dun-Salbe meine Hände von einer Art nässenden Flechte nach 3-wöchigem Gebrauch befreit hat, nachdem ich über Jahr mit allerhand Salben vergebliche Versuche gemacht hatte. Seit meinem Erfolge habe ich auch bei jeder passenden Gelegenheit die Dun-Salbe empfohlen und besonders ein Kollege, der öffler rissige Hände bekam, hatte guten Erfolg. Die Salbe einer Spezialisten, die recht teuer war, hatte nicht geholfen. 0. L. (1.30) D. P. (1.30) D. Z. (2.00). O.-B. Lehrer Gg. ff. Bon nie versagendem Erfolg gegen Lungen-, Rippensell-, Blinddarm- und Bauchfellentzündung. böte Brust und Kaidunkel. Zu haben in Apotftckrii oder durch Vermittelung ter Fabrik HanS Heist u. Co., Dun-Präparate. ö>. in. b. H., Darmstadt, Roßdörseistraße 22. Prospelt kostenlos und frei. Bekanntmachung. Den Vezirkseingesessenen der Großherzoglichcn Handelskammer Friedberg, f iir die Kreise Friedberg, Büdingen, Schotten teilen wir mit, daß in Frankfurt a. M. ein wirtschaftlicher Beirat der Linienkommandantur errichtel wurde, der berufen ist, Wünsche und Anträge bezüglich Beförderung von Lebensmitteln aller Gattungen im Bezirk der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. entgegenzunehmen und nach Prüfung und Begutachtung an die Linienkommandantur weitcrzugebcn. Etwaige Anträge sind daher bei der Unterzeichneten Handelskammer anzubringen und werden nach Befürwortung an die zuständig Stelle weitergeleitet. Friedberg, den 15. August 1914. Grotzh. Handelskammer Friedberst für die Kreise Fricdberg, Büdingen, Schotten. Aufruf. An die Kervolsner des Kreises Friedberg. In der nächsten Woche werden Einwohner (vorwiegend Frauen und Kinder) der Festung Metz hier eintreffen, die aus militärischen Gründen ihre Heimat verlassen müssen. Wir sind zur Unterbringung und Verpflegung, deren Kosten die Stadt Metz trägt, aus Grund des KriegsleistungsgesctzcS verpflichtet. Sie alle haben die Trennung von Angehörigen, die dem Kriegsruf gefolgt sind, erfahren. Umsomehr sind wir der Uebcrzeugung und Zuversicht, daß Sie bestrebt sein werden, den Landsleuten aus dem Reichsland, die der Krieg vom Ernährer und Heimat losgerissen hat, nach Kräften zu helfen und ihnen zu zeigen, daß die Fremde solche Opfer zu würdigen weiß. Wir fordern Sie daher aus, die mit der Unterbringung beauftragten Behörden in ihrem schwierigen Werk durch frei- willige Meldung und Bereitstellung von Liebesgaben für die von der Reffe iiiitgenommcnen Landsleute nach Möglichkeit zu unterstützen. Sie alle wissen und haben das durch die bisherigen Waffenerfolge bestätigt gefunden, daß unsere Krieger in der Front ihre ganze Kraft in treuer Pslichter- füllung einsetzcn. Bleiben Sie dahinter nicht zurück und zeigen Sie unseren Brüdern aus dem heiß erkämpften Rcichsland, daß der Heimat gemeinsames Band uns alle umschlingt. Jricdbcrg, den 11. August 1914, Grchlj. Kreisamt KriMera. F r h r. S ch e n ck.