Nummer 18N Freilag, den 14. August 1VI4. 7. Iayrgnna eue Tageszer fü Stilaacn -r>" --»»' °°° *>nr>n». ..Pi. Kpi»nj..b... Cti Mgcprti»: Bei den Postanstalten o.er..l,ah-l.ch M, 1 ,ö ' G E^lluna^rtFri.db«. l b »^ Ia8 " 10 ^ ^ ti0 ' n: «rundz.il. 2« Pf,. lokale 15 Psg, Anzeigen von auswärts werden bnrch P-stn-chn-hm- erhoben __ 91 »r^bbeiA. Sdinftlntang und vrrta, ^ne66tt fl (Hessen), fmnautritriift« 12. Fernlprccher 4S. Postsch-ck.L-nto Re. 4859, «ml Stanlfurt 0 . «I. Der Krieg. ^lchts Neues an -er Ost und Westgrenze. — Vordringen der Oestereicher. — Englands Kriegs' ertlarung an Oesterreich. — Russische Varbarei. — Russischer Rückzug. §ik Lkdkuinng -krMiitnlkglilig vorderEhtmlk. Bon Sieh. Admiralitätsrat P. Koch. (Mit Genehmigung des Reichsmarineamts veräsfentlicht) Dem kühnen Borgehen unseres Minendampfers „Königin Luise" und der ruhmvollen Leistung seiner Besatzung kommt unseres Erachtens eine weit über den militärischen Erfolg hinausreichend« Bedeutung zu. England hat alle seine Kriege nur aus engherzigsten wirtschastlichen Interessen geführt,' wie England einen Krieg gegen Deutschland ausfatzt, zeigte schon im Zahle 1887 der berühmte Spectator-Artikel. Die Vernichtung der deutschen Welthandelsstellung war den Briten wohl eine» Krieg gegen Deutschland wert. Noch immer aber bemannt dieses Volk seine Schiffe mit Söldnern, noch immer kennt es die allgemeine Wehrpflicht nicht, und noch niemals hat es Krieg geführt gegen ein Volk, das, gesetzliche Hecres- jolge leistend, für seine heiligsten Güter kämpst. Seit den Tagen de Ruyters, der zugrunde gehen mutzte, well ihn sein Land im Stiche Uetz, hat England keine feindlichen Kriegsschisse vor der Themse gesehen, jetzt zum erstenmal blicken sie aus die to- dcsvcrachtende Entschlossenheit eines von ihnen bisher rntcr- schätzten Volkes, das ihnen militärisch zuvorzukommen strebt, und nicht anzuerkcnnen willens ist, daß den Briten die „über ragende erdrückende Vormachtstellung aus der See" von rechts wegen zusteht. Ein heilsamer Schrecken wird durch die Easien der City gegangen sein, wenn man auch in London alles versuchen wird, das zu bestreiten. Und schon darum haben die Braven von der „Königin Luise" dem Vaterlande einen unendlich wichtigen Dienst geleistet und sind keinesfalls umsonst gestorben. Datz die „Königin Luise" ihre Absichten erreicht hat, geht schon aus dem Untergang des modernen englischen Kreuzers „Amphion" hervor, der im englischen Unterhaus verkündet werde» mutzle. Die deutsche Besatzung — das wutzte sie von vornherein — ging den gleichen Weg bei ihrer Ausfahrt wie Lconidas aus dem Marsch nach den Thermopylen. Datz es ihr aber gelungen ist, vor der Themse-Mündung an englischer Küste der englischen Flotte den ersten Verlust b-izubringen, bedeutet sür ganz England eine ernste Beunruhigung und zugleich eine Störung des englischen Aufmarsches. Für uns aber liegt darin die herzerfreucndc und unsere Zuversicht stählende Bestätigung, datz der Geist vom „Meteor" und vom „Iltis", der Geist der Männer im Turm des „U. 8" in unserer Marine lebendig geblieben ist. glcnc Erfolge miikltl ycrbiinktcn. Wien. 13. August. Von dem nördlichen Kriegsschauplatz wird gemeldet: Di- österreichisch-ungarischen Truppen sind weiter in Russisch-Polen -ingerückt. Ungefähr 788 russische Deserteure wurden nach Linz, Salzburg und Innsbruck eingcbracht. Enslail-sKckgstrklänmganOesterrtllh-Wgllln Wien, 13. August. Heute Mittag \'A Uhr ist der englische B 0 t s ch a s l e r in, Ministerium des Auswärtigen erschienen und hat erklärt, datz sich England von gestern (Mitt- woch Mitternacht) an als mit Oesterreich-Ungarn im Kriegszustand bejindlich betrachte, Gleichzeitig hat der Botschafter eine Pässe gefordert. Wien, 13. August. Das Wiener Corr.-Burea» teilt mit, ,atz die englische Kriegserklärung in solgcndcr Form erfolgt «i. Der Botschafter Grotzbritanniens erschien im Ministerium res Acntzcrn, um zu erklären, datz Frankreich sich als im Kriegszustand mit Oesterreich-Ungarn befindlich betrachte, -> dieses den Bundesgenossen Frankreichs, Rutzland bekämpfe -- Frankreichs Feind, das Deutsche Reich, unterstütze. Zuglei- klärte der Botschajtcr, datz mit Rücksicht auf das Beryiae-: Frankreichs auch Gr 0 tz b r i t a n n i e » sich als im Kricgrzu- stande mit der Monarchie befindlich betrachte. Aegypten erklärt den Krieg. Rom, 12. August. Aus Kairo «iird gemeldet, der Mi nistcrrat erklärte Aegypten mit Deutschland im Kriegszustand und vertraute das Land dem englischen Schuh an. Die englischen Etrcitkräjlc können daher im ganzen Lande und allen Häsen Kricgsrcchtc aucüben. Alt IHinfn in der Aoidlkk. Berlin, 1L August, Gegenüber ander:le.uLcndcn englischen Nachrichten des Foreign Office ist das Wclsi'sche Tele- graphenbureau von maßgebender Stelle ermächtigt, zu erklären, daß keineswegs in der Nordsee deutsche Kontakt mi- nen acleot sind welcbe die neutrale Schissehri gefährden, sondern einzig und allein in unmittelbarer Nähe der englischen Küste. Russische Menchelmörder. Berlin, 13. August. Hofrat Alfred K a t t n e r , der seit mehr als 38 Jahren im deutschen konsularischen und diplomatischen Dienst in Rutzland tätig war, und der bei der kürzlichen Abreise der deutschen Botschaft zurückgelasien worden war, ist, wie der „Lokal-Anzeiger" mitteilt, vom Petersburger Pöbel ermordet worden. Wie sich jetzt hcrausstellt, ist die mordgierige Volksmasie ungehindert in die im Zentrum Petersburg gelegene Botschaft eingedrungen, machte zuerst den greisen deutschen Beamten in bestialischer Weise nieder, plün- berie die Räume und steckte das Palais in Brand. Al» die Polizei und die Feuerwehr hcranrückten, war dar Entsetzliche bereits geschehen. Hofrat Kattner, der aus Schlesien stammte, machte als Kriegssretwilliger den Feldzug von 1878-71 mit Auszeichnung mit. Rach Beendigung des Krieges bezog er damals die noch deutsche Universität in Dorpat in Livland, wo er besonders mit dem Korps der Kurländer in besonders nahe Beziehungen trat. Bis an sein Lebensende unterhielt er mit den baltischen Deutschen, die seine ungewöhnlichen geistigen und gesellschaftlichen Gaben hochschätzten, enge Freundschaftsbande. Russischer Rückzug. Der ständige Korrespondent der „Reichspost" in Warschau konnte, nur wenige Kilometer von Warschau entsernt, seinem Blatte drahtlich Mitteilen, datz nicht nur Warschau, sondern alle russischen Städte des Gouvernements Warschau von den russischen Behörden und Truppen verlassen werden. Der Rückzug der Russen, die noch nicht ihre Reservisten cin- zichcn konnten, ersolgte nach R 0 r d 0 st e n. „Nowo Resorma" veröffentlicht einen Artikel aus Warschau, in dem es heißt: Wie es heute in Warschau aussicht, kann sich niemand vor- stellcn. Die Russen sind fort. Es klingt wie ein Hohn. Roch vor einiger Zeit erhielt man, wenn jemand dies anzudcu- ten wagte, allgemein die Antwort: Wahnsinn, Phantasie! Und doch sind die Russen fort, einsach geslüchtct, nach solchen Mengen vergossenen Blutes, nach 58 Jahren schrecklichster Grausamkeiten. Roch in den letzten Tagen wurden Nacht für Nacht neue oder mehr Unglückliche gehängt und die Hästlinge in den Zellen gefoltert. Bor sieben Wochen noch hatten wir eine sörmliche Jagd auf die Schuljugend, die akademische Jugend, die Pfadfinder und die Schützen. Heute ist dies vorbei. Es gibt keine Beamten mehr, die die Aufgabe haben, Banditen zu organisieren. Heute kann man endlich sich auf die Strotze hinaus wagen. Jetzt könne der einzelne und alle zusammen di- Larve abwcrscn und jeder lann zeigen, wer und was er ist. Aus Warschau wird den polnischen Blättern mitgetcilt, datz nicht nur in einigen Städten sondern überall die Gefängnisse von den abzichcndcn Russen gcössnct und die Verbrecher srcigclasscn werden. Auf diese Weise hat auch der Pater Macoch, der Hap.tphcld der Tschcnstochaucr Mordas- säre, seine Freiheit erlangt, ebenso wie die Gefangenen zahlreicher russischer Banditcnscharcn. Um die Polen zu ködern, hatte der Eeneralgouocrneur vor seinem Abzüge die Nachricht verbreiten lassen, er sei vom Zaren ermächtigt worden, de» Polen zu garantieren, datz sie nach dem Kriege weitestgehende Autonomie erhalten würden. Die polnische Bevölkerung bringt aber diesen Versicherungen das größte Mißtrauen entgegen. Aus der Ukraine. Berlin, 13. August. Privatmcldungen aus Ezernowitz zusolge ist dort cm 8. August eine ganze Kompagnie ukraini- ser Kosaken eingetrosjen. Sie kamen in voller Ausrüstung mit ihren Pferden an. Di- Deserteure erzählen, datz in allen Grenzstädte» der russischen Ukraine Proklamationen an das ukrainische Volk erlassen worden sind. Die ukrainische revolutionäre Partei fordert in dieser Proklamation das ganze ukrainische Volk zu einem Aus st and gegen Rutzland aus, um so die Ukraine vom russischen Joch zu befreien. Ein fittliiültrr franWch-riijßlchtt tnitgsplan. Wien, 11. August. Die „Wiener Allg. Zeitung" schreibt: 2e;u.-.n:hmcnd aus frühere Meldungen über die französisch-russische Militärlonvention und den Besuch Poincar.'s in Peters- b: rg im Jahre 1S12. Wir können heute aus guter Quelle den Zweck des letzten Besuches Poincar-'s in Petersburg im Juli 1911 enthüllen. Poincarö stellte mit Sasonowo in langen Unterredungen fest, datz die russische und französische Armee Ende 1315 mit ibrcn Vorbereitungen fertig werden würden, um eventuell eine kräftige Ossensive gegen Deutschland und Oesterreich Ungarn führen zu können. Es wurde diese Frage ,n allen Details sowohl nach der militärischen wie nach der finanziellen Seite hin erörtert und der Termin 181« als derjenige ftstgc- stellt, an dem das Uebergcwicht Rußlands und Frankreichs in Europa, sei es auf Grund zweier schlagfertiger Armeen, fei e, mit den Waffen, sestzulegcn sei. Wie sich jetzt zeigt, haben beide Reisen Poincarös das Ziel verfolgt, sür di- Erhaltung des europäischen Friedens sehr gesährlichc Abmachungen zu treffen. Diese Abmachungen, die Poincarö mit Sasonow in diesem Jahre in Petersburg getrossen hat, sind der deutliche Beweis sür bi- wahren Absichten, die in Petersburg und Paris an den matzgebenden Stellen geherrscht haben. Eine Proklamation dcs Snltaw. Konstantinopel, 12. August. Der Sultan hat folgende Proklamation an die Armee erlassen: Während wir im Friede» sür den Fortschritt unsere- Vaterlandes arbeiteten, ist in Europa ein großer Krieg ausgebr». chen. Um mit Gottes Hilfe unser Recht zu wahren, habe ich alle meine Kinder zu den Fahnen berufen. Roch vor Ablauf der ersten Mobilmachungswoche ist eine Anzahl junger Männer cingerückt. Die ersten Bedürfnisse der Armee sind gedeckt. Ich bin außerordentlich gerührt durch den Patriotismus. den mein Volk an den Tag gelegt hat. Ich ordnete an, datz Me älteren unter den nichtausgebildeten Eingezogenen zur Zeit beurlaubt werden. Bis sie neuerdings zu den Massen geruscn werden, werden sie die Feldarbeiten der bei den Fahnen verbleibenden Kameraden mitvcrsehen müsse». Meine Regierung will die Fortdauer des Friedens. Dank der Hilfe Lottes und seines Propheten bin ich sicher, datz wir das Land und feine Rechte unter allen Umständen werden verteidigen und schützen können. Ich entbiete allen meinen Kindern meinen Eruß. Die Proklamation schließt mit dem Ausdruck des Wuujchcs, datz die Soldaten ihren Vorgesetzten gehorchen und im Notfälle wie ein Mann in den Tod gehen. Der Sultan hoffe, datz die Armee ihre Pflicht tun werde. Ein Gcreütler der „Königin tuilc". Berlin, 13. August. Aus dem Bäderdampfer „Königin Luise", der vor der Thcmsemündung Minen legte und dabei zum Sinken gebracht wurde, befanden sich auch zwei Erohber- liner. Einer von ihnen wurde glücklicherweise gerettet, während über das Schicksal des anderen noch Unklarheit herrscht. Der Gerettete ist der 42 Jahre alte Postassistent Georg Wittich aus Pankow. Wittich hatte sich kurz nach Ausbruch des Krie- ges der Marine zur Verfügung gestellt und war der Besatzung des Bädcrdampfcrs „Königin Luise" zugetcilt worden. Aus einer an seine Angehörigen in Pankow geschriebenen Karte teilt er mit, daß er wie durch ein Wunder dem Tode entronnen sei. Er habe lange Zeit mit den Wellen gekämpft, che er eine Schisssplanke habe umklammern könne». Rach längerer Zeit habe ihn ein deutsches Kausfahrtcischiss an Bord genommen und ihn nach Westerland aus Sylt gebracht. Infolge der Strapazen und Quetschungen war Wittich so erschöpft, datz er sofort einer Klinik zugesührt werden mutzte. Er hat sich aber schnell erholt und ist bereits gestern in Wilhelmshaven cingc- trosscn. Der andere Erotzberliner von der „Königin Luise" ist der Maschineningenieur Bank aus Steglitz, Cohn des Direktors der Steglitzer Eisvertricbsgesellschaft und früheren Gcmeind«- verordnctcnbank. Bon ihm fehlt bisher jede Nachricht. Die Haltung Bulgariens. Sofia, 13. August. Das Blatt „Cambana" führt in einem Leitartikel aus, datz Bulgarien keinesfalls mit Rutzlai. d gehen dürfe, weil selbst in dem unwahrschein, lichsten Falle eines russischen Sieges nur Serbien auf Kosten Bulgariens groß werden würde. Bulgarien müsse jcdensalls alles ausbieten, um zur Vernichtung Serbiens beizutragen und mit der Türkei und dem Dreibund innigen Anschluß suche». Jede andere Politik könne sür Bulgarien böse Folgen haben. Belgische Lügen. Vor mir liegt die Lütticher Zeitung „Le Bien Publique", Edition spcciale vom Freitag, dem 7. August. Ein deursches Ehepaar, das einen Tag vor der Einnahme unter Zurück- lassung von Hub und Gut geflohen ist- brachte die Nu inner mit »ach Deutschland. . . . Unter dem Titel in Riesen- Icttcrn: „Ein furchtbarer Kampf auf der ganzen Linie der Befestigungen. — 100,000 Deutsch- im Kampf. — Bewunde- rung-würdiger Mut der Belgier. — 14 Kanonen und -rahnen c>beutet bei deni Kampf um Fort Barchon. Xic ?r». iss» «Seife 2 Schlacht dauert fort" Dann wird der Nachtkampf geschil- dert (die ohnehin gesperrt gedruckten Buchstaben sind noch einmal unterstrichen): Das dcutsche Armeekorps greist zuerst an „le secteur < 3 . E." und dehnt seinen Angriff aus die anderen Forts aus, die Deutschen ermüdet; die Belgier „begünstigt" vom Mondschein und ihren Scheinwerfern. Schließlich wird zugegeben, daß auch „sie" vom Kampfe des Tages vorher „etwas ermüdet" sind. Nun wird in «mein Telegramm aus „Gcnd" berichtet, von dem Ansturm der Deutschen auf Forts Boncclles. Selbstverständlich 4000 Tote, 1700 Gefangene, 21 Kanonen mußten die Deutschen zurücklassen. Billiger tat cs die — Zeitung nicht! Dann wird dieser Tonnerstag-Kampf noch einmal im einzelnen geschildert und noch beigefügt: „IJn general allemand fast prisonnierl" Zur Vorsorge wird doch noch hinzugesetzt, inan sollte das Kampfesende abwarten und den Bericht des Etats-Majors. Ein anderes deutsches Armeekorps wäre vollständig „demoralise", dagegen die Haltung der Belgier „brillante". — Von der Mittwoch-Aktion wird dann noch uachgctragen: Flucht zahlreicher Deutscher nach Holland, 7 Kanonen erbeutet, 8000 Dcutsche blieben auf dem Schlachtfelde. Die elfte belgische Brigade hätte sich in der Verfolgung nicht zu sehr übernommen, um das Schlachtfeld vor den Forts nicht verlassen zu müssen! Alsdann kommt in bombastischem Phrasenschwall die amtliche Bestätigung des Mittwoch-Sieges. Nur zwei Zitate: „Ein deutsches Armeekorps zählt acht Regimenter. Es wurde in die Flucht geschlagen durch eine Brigade von zwei Rcginientcrn!! HourrahNI" ..... Der dcutsche Zu- sammenbruch ist vollständig!" ... In dieser Tonart geht es drei Riesenseiten weiter. Man freut sich ordentlich, wenn man im Text der vierten nur Inserate liest. Verschwiegen soll aber nicht bleiben, daß König Albert das Kommando der „heldenmütigen" Armee übernimmt und daß der König inzwischen abgereist ist zur derselben Arinee, von der zwei Spalten weiter Riesenlettern wiederum verkünden: „Belgien erregt die Bewunderung der ganzen Welt!" . . . Den Lütticher Lesern wird noch eine Portion deutscher Greueltnten aufgetischt, ein weniges an Holland gehetzt, so nebenbei berichtet, daß das lenkbare deutsche Luftschiff „par lc Fort de Barchon" von Grund auf zerstört wurde; in Pom- pösen Worten werden die zwölf Fortifikationen der Fesirng bis ins kleinste Detail geschildert, in einer besonderen Notiz von dem ersten deutschen Gefangenen erzählt („capitaine Forstner, lchomme de Savcrne"?). Das einzig Wahre in diesem Ragout scheint der Bericht unter „Lokales" zu sein, der von dem Vandalismus und der Zerstörungswut halbwüchsiger Lütticher Burschen handelt. Jetzt flattert das deutsche Banner über Lüttich. . . . I. B. iilitt den Krieg — 1914! So können wir schreiben, trotzdem Bisniarck kein Prophet, sondern ein genialer Staatsniann war. In den denkwürdigen Februartagen des Jahres 1888 hielt Fürst Bismarck ini Deutschen Reichstage eine Rede, an welche heute erinnert werden niuß. Der eiserne Kanzler sagte: „Wenn wir in Deutschland einen Krieg mit der vollen Wirkung unserer Nationalkraft führen wollen, so n,uß es ein Krieg sein, mit dem alle, die ihn mitmachen, alle, die ihm Opfer bringen, kurz und gut mit dem die ganze Nation einverstanden is(; es muß ein Volkskrieg sein; es muß ein Krieg sein, der mit dem Enthusiasmus geführt wird, wie der von 1870, wo wir ruchlos angegriffen wurden . . . Ein Krieg, zu dem wir nicht vor: Volkswillen getragen werden, der wird geführt werden, wenn schließlich die verordnetcn Obrigkeiten ihn für nötig halten und erklärt haben; er wird auch mit vollem Schneid und viel- leicht siegreich geführt werden, wenn man erst einmal Feuer bekommen und Blut gesehen hat. Aber e? wi'd nicbt von Hanse ans der Elan und das Feuer dahinter lein, wie in einem Kriege, wenn wir angegriffen werden. Tann wird da? ganze Deutschland von der Mein?! bis zu in Bodensec wie eine Pnlvermine aufbrennen und von Gewehren starren, und es wird kein Feind wagen, mit die- lein fnror teutonicus, der sich bei dem Angriff entwickelt, e? nnfznnehmcn." Ter Krieg von 1011 ist so ein Krieg, wie Bisniarck ge- meint hat, daß er sein müsse. Lrikf mies rnlglrijm W;ms. Mainz, 12. August. Das „Mainzer Journal" erhielt folgend- hochinteressante Zuschrift: Zch unterhalte mit meinen russischen V-rmandten seit Fahren einen regen Briefwechsel, besonders mit meinem Vetter, einem russischen Offizier. Vor einem halben Fahr setzte ich ihm meine Ansichten über das tusfifche Militär auseinander, woraus ich im April folgende pochst bemerkenswerte Antwort erhielt: Mein lieber Onkel! Tanz besonders interessiert hat mich der militärische Teil Deines Briefes, wohl viel mehr als Du denkst. Rehme »n, daß Deine Ansichten über unser Militär wohl die Deiner Umgebung und Deiner Landsleute sind, vielleicht auch Sie des Deutschen Reiches im Großen und Ganzen. Anstatt im Einzelnen Dir zn antworten, möchte ich nur einen kurzen Ueberblick über den tatsächlichen Bestand unseres Heeres geben und zwar im Vergleich zu dem deutschen Heere, insoweit ich dasselbe kennen zu lernen Gelegenheit hatte. Daraus wirst Du von selbst sehen, daß Du viel zu optimistisch von un, denkst und nicht richtig belehrt bist. Zn erster Linie kommt der Offizier in Betracht. Der Durchschnitte- osfizier steht bei weitem nicht auf jener höhe wissenschaft- licher Bildung wie bei Euch, hier könntest Du Wunder erleben. Daß bei dem Mangel einer soliden Grundlage wissenschaftlicher Bildung auch militärisch-technische Ausbil- dunn lanae nicht mit der Euerer Offiziere zu ve'glei,»d Ltoatsanwaltichakten ergehen lassen, in der im Hinblick «ff die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die der Krieg mit sich bringt, weitere Gna- denerweise in Aussicht genommen werden. Der weitere Gnadenakt soll sich nicht bloß auf rechtskräftig erkannte Strafen, sondern, wenn auch nur ausnahmsweise, auch auf noch anhängige Strafsachen erstrecken. Auch Polizei-, Feld- und Forststrassache,r sind nicht ausgeschlossen. Die Vorschläge, welche rechtskräftig erkannte Strafen betrescn^haben von den Strafvollstreckungsbehörden nach Benehmen mit dem Erkenntnisgericht, die Vorschläge, welche noch anhäng- ige Strafsachen betreffen, von den Gerichten nach Benehmen mit der Strafverfolgungsbchörde auszugehen. Die Entschließungen über die Vorschläge sollen möglichst beschleunigt werden. Die Kahneußiicht im fraiijiilüdjfii fjwf. Es wäre durchaus verkehrt und gewissermaßen französische Art, wollte man den Wert des feindlichen Soldaten herabsetzcn. Die Geschichte der Schlachtfelder hat bewiesen, daß der Franzose einen guten Soldaten darstellt. Immerhin erscheint es angebracht zu untersuchen, welchen Einfluß die gegenwärtige Regierungsform, wo alle Parteien lediglich noch Macht, Verdienst und Einfluß haben, ans das Heer gehabt hat. Und da kommt man zu keinem günstigen Ergebnis. Während die Zahl der Fahnenflüchtigen in Deutschland von Jahr zu Jahr abnimmt, steigt sic in Frankreich. In Deutschland kommen auf 1000 Hecresangehörige in Durchschnitt 13 Fahnenflüchtige, in Bayern nur 9, und in Sachsen sogar nur 2,4. In Frankreich dagegen kommen schon auf 100 Stellungspslichtige annähernd sechs Fahnenflüchtige, d. h. auf 10,000 fast 600. Während also, in Prozente umgerechnet, in Deutschland nur 0,13 Prozent der gesamten Heercsangehörigcn, in Bayern nur 0,90 Prozent und in Sachsen nur 0.021 Prozent fahnenflüchtig werden betrag! der Prozentsatz der Deserteure im französischen Heere nahezu sechs Prozent! Diese Zahlen sprechen eine außerordentlich deutliche Sprache. Wertvolle Schlüsse lassen sich aus einem Vergleich der Entwickelung der Verhältnisse im deutschen und französischen Heere ziehen. In Deutschland bette die Zahl der Deserteure im Jahre 1901 noch 728 Mann be- tragen, dann erfolgte ein ständiger regelmäßiger Rückgang. 1903 waren es noch 701, 1901 609, 1906 680 und bis znm Jahre 1909 hafte sich die Zahl bis auf 666 verkleinert. Fast eben so viel, nur zwei Fälle weniger, 661 also, waren im Jahre 1910, dem letzten Berichtsjahre, zu verzeichnen. Wir haben also in Deutschland in zehn Jahren einen Rückgang der Fahnenflucht um fast 25 Prozent erreicht. Geradezu erstaunlich nehmen sich daneben die französischen Zah- lenverhältnisse aus. Im Jahre 1903 waren es noch „nur' 1908 Deserteure, 1905 schon 3230, 1907 schon 5200, also mchi als die doppelte Zahl des Jahres 1903, in nur vier Jahren! Dann aber verdoppelte sich diese Zahl im nächsten Jahre noch einmal, das 11,782 Fahnenflüchtige brachte. Und auch diese Zahl stellte noch nicht den Rekord dar, sondern sic wurde vom Jahre 1909 noch um 6000 Mann übertroffen, das die nner- hörte Zahl von 17,782 Deserteuren aufzuweisen hatte. Die Gründe für diese unglaublichen Zustände in Frankreich sind in erster Linie auf die immer mehr um sich greifende antik militärische Agitation zurllckzuführen. Das allo ist das ftoljf Albion. E? ist nicht das erste Mal, daß England sich unserem Dntcrlande in seiner ganzen Heimtücke gezeigt hat Fiinf- undsünfzig Jahre lang hat es im abgclaufenen Jahrhundert verstanden die Sehnsucht der deutschen Stämme nach einem einigen Reich zu vereiteln, um seiner Krämervorteile willen. Im Jahre 1864, als der Kampf um Schleswig- Holstein entbrannte, hatte das dcutsche Volk wieder einmal so recht Gelegenheit, die Hinterlist Englands zu kennen. Damals widmete der durch seine Gedichte in Frankfurter Mundart bekannte Dichter Friedr. Stoltze England ein Gedicht, das gerade für unsere Tage ein besonderes Interesse hat. Es lautet: V ' Das also ist das stolze Albion» ' Das also ist das stolze Albion, Das große Volk, das sind die freien Briten. Die Gentlenien, die Blüte der Nation Und ihre vielgerühmten, edlen Sitten. Das ist der hohe, würdevolle Geist» Der Macht verleiht, der F r e i h e i t eine Stütze, Die ächte Hoheit, die ein Recht beweist. Im Rate großer Völker — und der Pfütze. Chinese halb, halb roher Hottentot Sieht froh erstaunt die Welt im Kote wühlen Den feigen Mut — fürwahr ein Kinderspott l —' Am deutschen Volke und sein Recht zu kühlen. JI>r seid ein Heldcnvolk! Und Kohl und Twist Und Eisen sendet ihr nach Süd und Norden. A n ch d r c ck i g i st d i e H a n d l u n g; Dreck der ist Der vierle Hanpterportartikel worden. Doch wunderbar, je mehr ihr crportiert. An Schmutz und Gall, an grün und gelber Es hastet nicht, cs wird nicht accepttert, Und äußerst schmutzig werdet ihr nur selber, Doch importiert ihr eine andre War', Die bleibe euch zu sinniger Betrachtung» Und kann zn steh'n euch kommen teuer gar: Des deutschen Volkes gründlich ft e Verachtung Mt. Id Ans der Heimat. Klagen über schlechte Verpflegung der (finquartierung! Voll verschiedenen Seiten, z. T. mit voller Namensunter- schrift, gingen uns Klagen über schlechte Behandlung der Einquartierung zu. Uebereinstimincnd beschwert man sich über die Aufnahme, die unsere Krieger bei der Gattin eines hiesigen höher gestellten Herren gesunden hätten, So wie das Nachtlager das dürftigste gewesen fei, so sei auch die Beköstigung gewesen, so hätten z. B. die Einquartirrten eines Abends Kartosscln mit einem Handkäs erhalten. Achnliches wurde uns von anderer Stelle berichtet. Auch aus einem Dorfe in der Nähe von Friedbcrg ging uns heute eine Karte zu, worin der Einsender unter Nennung seines Namens sich über einen dortigen, aiigesehenen und wohlhabenden Landwirt beschwert. Als Abendessen sei dort e i n Ei und trockenes Brot und für vier Mann eine Nasche Bier verabreicht worden. Es wäre ja am Platze, wenn man derartige Ouartiergeber mit ihrem Namen an den Pranger stellte, allein cs widerstrebt uns, in den Tagen der Gegenwart, wo im Lande aller Hader und Zwist zum Schweigen gekommen ist, einen derartigen Schritt, der Unfrieden erregen könnte, zu tun. Das allein hält uns ab. Wir wollen aber nochmals hcrvorhcben, daß es eine Ehrenpflicht ist, der Männer, die hinauszichen, um ihr Leben für das Vaterland einzusetzen, gastlich auszunehmcn, sie liebreich zu behandeln und sie aufs beste zu bewirten, soweit cs der Ouartiergeber vermag. Wer das nicht tut, verrät eine niedrige Gesinnung und versündigt sich an dem Vaterlande. Deutsche Frauen ohne Nation. Selbstgefühl. Frankfurt a. M., 13. August. Uebcr das schamlose Verhalten hiesiger Damen gegenüber den hier untergebrachten sranzösischcn Gefangenen werden Einzelheiten bekannt, die scho» nungslos an den Pranger gestellt zu werden verdienen. Die „Damen", hochmodern und ausfällig gekleidet, entblödetcn stch nicht, den aus dem Hose der Bethmannschule spazieren gehenden Soldaten Blumen zuzuwcrfen, ihnen Zigaretten, Siißig- kcitcn und andere Leckerbissen zuzustecken, die Gefangenen mit Schmeichelworten zu umkosen und sich ihnen als liebe Freundinnen in jeder Weise erkenntlich zu machen. Obwohl dieses empörende, nahezu perverse Verhalten dieser den bessern Ständen angehörenden Frauen und Mädchen von vielen Zuschauern sofort in schärfster Weise gebrandmarkt wurde, ließen sich die meisten dieser „Damen" doch nicht im geringsten irre machen. — Gleich empörend ist das Verhalten verschiedener Frauen, die im Bahnhofsdienst tätig sind. Sie fasten ihre Arbeit hier lediglich als Sport auf, rauchen zum Teil Zigaretten, kümmern sich um die Pslege der eintreffenden verwundeten „gewöhnlichen" Soldaten gar nicht, sondern erklären ungeniert, daß sie nur für die „Herren Offiziere" da seien. — Das Gebühren dieser jeder Selbstachtung baren Frauen wird dem Vernehmen nach dazu sühren, daß man die Namen dieser „Damen" fortan rücksichtslos in den Tageszeitungen der Oessentlichkeit preisgibt. * Frankfurt a. M., 12. August. Am letzten Donnerstag fiel der 16jährige Echifssjunge Hugo Mönch au» Freudenstadt in den Main und ertrank. Die Leiche wurde geborgen. * Bad-Nauheim, 12. August. Zahlreiche russische Kurgäste die von hier plötzlich abreisten, sind ihren Verpflichtungen gegen ihre Aerzte, Hotelbesitzer und Wohnungsgcber nicht nach- gckommcn. Diesen erwächst dadurch «in recht erheblicher Schaden. Auch viele Easthausangcstcllte wurden schwer geschädigt. Hrssen-Nassau. * Bad Homburg, 12. August. Der Vaterländische Frauen- verei» Homburg errichtet für die verwundeten Krieger ein Genesungsheim in der Stadt und am Bahnhof eine ständige Ver- pf.'cgungsftation. * Obcrursel, 13. August. Tausend Mark bewilligte die kpar- und Darlehnskasse vorläufig als Unterstützung der Angehörigen ihrer im Felde stehenden Dereinsmitglieder. Der Eesungverein „Liederkranz" opferte sein gesamtes Barvermögen zu Kriegsunterstützungszwecken. * Anspach i. t., 12. August. Einen nachahmenswerten Beschluß satzte der hiesige Turnverein. Er stellte sein gesamtes Vereinsvcrmögcn in Höhe von 2000 Mark hicsigen-Familicn, deren Ernährer im Felde stehen, zu Unterstützungszwecken zur Lcrsügung. * Griesheim, 13 Aug. Eine eigenartige Form der Kriegs- Unterstützung an notleidende Familien wählte die hiesige Ee- n eindcoerwallung. Sie bewilligte nicht eine bestimmte Summe, wie cs alle anderen Gemeinden bisher in vorbildlicher Weise taten, sondern beschloß, den betreffenden Familien aus dem Wege der — Armcnunterstützung helfend zur Seite zu stehen. Ferner soll von den Gemeinden, deren Gemeindemit- glieder in Griesheim wohnen, "aber noch kein Unterstützungsrecht genießen, die für diese Leute verauslagten „Armenunterstützungen" später wieder eingesordert werden. Diese seltsame Methode, Kriegsunterstützungen als Armensachcn zu behandeln, dürste einzig dastehen. * Oberhöchftadt, 12. August. Die hiesige etwa 1600 Einwohner zählende Gemeinde stellte zu Unterstützungszwecken während des Krieges 7000 Marl bereit. — Mehrere Bäckermeister, die unmittelbar nach der Mobilmachung eine beträchtliche Erhöhung der Brotpreise Vornahmen, wurden durch den Einspruch der hiesigen Sozialdemokraten zur Jnnehaltung der alten Preise gezwungen. * Königstein, 12. August. Wie tief des Krieges Hand in das Familienleben «ingreist, beweist die Tatsache, daß aus Königstein außer de» vielen unverheirateten Kriegern 145 Familienväter zu den Fahnen einbcruse» wurden, die neben ihren Frauen 251 Kinder zurücklassen mußten. Zur Unterstützung dieser Zurückgebliebenen hat die städtische und private Liebe,- tätigkeit weitgehende Vorsorge getroffen. * Wetzlar, 12. August. Eine außerordentliche Stadtverord- netensitzung bewilligte einstimmig 50 000 Mark zur Unterstütz- un, hilfsbedürftiger Familien, deren Ernährer zu den Fahnen b»e»l»a wurden M»»e rages^tennH. »an fl. «ntznp f»n . * Dillen»»rg, 13. August. Dt« Stadtverordnetenversammlung bewilligt« für Unterstützungen an hilfsbedürftig« Familien cinberusenen Mannschaften 19 000 Mk. Zur Deckung die- ser Mehrausgabe beschloß man die Erhebung einer Sonder- stcucr von 25 Prozent der Staatseinkommensteuer. Starkeuburg. * Darmstadt. 13. August. Nach einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters beträgt der Höchstpreis für Kartoffeln z. Zt. für den Zentner 5 Mark und im Pfundpreise 7 Mark. Dies« höchsten Preise seien, wenn man die gute Ernte berücksichtigt, eigentlich nicht gerechtfertigt. Sie mögen aber vorübergehend, bis die Transportjchwierigkeitcn beendet sind, ihre Geltung haben. Preise, die über diese Grenze hinausgehen, kann der Oberbürgermeister als angemesien nicht anerkennen und wird, wenn ihm llebersorderungen zur Kenntnis gebracht werden, prüfen, ob er nicht mit gesetzlichen Mitteln dagegen «inschreiten soll. Ein allgemeiner Abschlag muß mit dem Augenblick unbedingt eintretcn, in dem wieder besserer Güterverkehr möglich ist. Dies wird schon in Kürze der Fall spn. * Daemstadt, 13. August. Aus ein Eingesandt in hiesigen Blättern, in welchem verlangt wird, daß die Hoftheatervorstel- lungcn bis zur Beendigung des Krieges ausfallcn, wird jetzt bekannt gegeben, daß die sämtlichen zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten des Hofthcaters schon seit einiger Zeit zu national-patriotischen Zwecken vorgesehen sind und eingerichtet werden. * Darmstadt, 13. August. Die ersten französischen Gefangene», 170 Mann und zwei Osfiziere, kamen gestern von der süd- französischen Grenze hier durch, um »ach einer in Norddeutschland gelegenen Festung gebracht zu werden. Der Zug hielt auf der hiesigen Station nur kurze Zeit, doch konnte man seststel- len, daß es meist nur mittelgroße Leute waren, die in ihren roten Hosen, ohne Wasfenrock (wegen der Hitze) und Käppis teils der Infanterie, teils der Kavallerie angehörten. Sie rauchten meist ihr kurzes Pseischcn und waren guter Dinge. Wäsche und Ausstattung der Waffenröcke ist anscheinend nicht wie bei uns: Die Kriegsgarnitur machte keinen besonderen Eindruck. Die -Osfiziere, welche in einem Abteil zweiter Klasie durch einen Ofsizier und zwei Unterossizier« geschützt wurden, hatten vorsichtshalber die Fenster verhängt. * Bus dem Odenwald, 13. August. Freche Einbrecher machte» sich vor einiger Zeit in Winterkasten und Fränkisch-Erum- bach zu tun, indem sie auf der „Wandcrschast" begriffen zwei schwere Einbrüche verübten und bei ihrer Festnahme auch noch falsche Namen angaben und hierdurch falsche Eintragungen im Eefcngenenrcgister verursachten. Sie werden verurteilt: der Karl F. Sauerbach zu einem Jahre, drei Monaten und einer Woche, der Wilhelm Kirchner zu einem Jahre süns Monate und 11 Tagen Haft. Beide sind Taglöhner und stammen au» Echweinfurt. Bekanntmachung. Auf Befehl des Chefs des Feldeisenbahnwesens haben Erutearbeiter auf den Eisenbahnen freie Fahrt Friedberg, den 11. August 1914. Großherzogliches Kreisamt. Frhr. von S ch c n ck. Freiwillige Gallen. Für das Rote Kreuz sind «ingegangen: Kommerzienrat K. Trapp 100 ,8; Major Eudewill 100 M; I. Dörr (vereinnahmt am Bahnhof) 77 Pfg.: Kreisrat Frhr. Schenck zu Schweinsberg 50 ^l: Bernhard Schütz (in Fauerbach gesammelt) 250 Piosessor Walz 5 „8; Derselbe 5 .8; Balth. Bickel, Landwirt in Ilbenstadt 20 Ji; Bepperling (von dem hiesigen Lokomotiv- sührncrpers.) 5,30 Ji; Pfarrer Mangold, Burggräsenrode 76,50 Ji; Professor Stromann 20 .6; Derselbe 11,60 M\ Geh. Justizrat Jöckel 20 „8; Sattlermcister Jhlcscld 3 .6; Steinöckel 20 Ji; Herr und Frau Eeorgi (anläßlich ihrer silbernen Hochzeit) 250 M) Professor Stromann 50 Ji; Frau Haeberle 10 ,8: Frau A. Aaron dahier 25 Ji; Frau Oberarzt Dr. Werner zu Heppenheim 10 Ji; Herr Bauunternehmer Morsche! dahier 100 Ji; Frau Malermeister Hieronimus dahier 20 .8; Frau Hauptmann Soldan dahier 5 ^l: Frau Helene Waas Ww. dahier 60 JH; Frau Gönner dahier 5 Ji; Frl. Kalbhcnn und Ungenannt in Burg-Eräfenrode 5 „8; Bei einer Sammlung am Bahnhof 16,10 Ji; Desgl. 9,50 .8; Für Obstverkauf durch H. L. Strauß 32,20 Ji; Desgl. 3,90 Ji; In Fauerbach gesammelt 30,87 .8; Von einem Reservisten 5 Ji; Gemeinde Steinfurth 30 «6; Gemeinde Wölfersheim (Ergebnis einer Sammlung) 208,25 -ü; Frau Gräfin Solms-Rödelheim in Asienheim gesammelt 542,75 Ji; Kegelklub „Fidelio" zu Friedberg 100 .8; Kegelklub „Alle Neun" zu Friedberg 50 Ji; Unteroffizierskasse des hiesigen Bataillons 31,69 ,8; Gesangverein „Frohsinn" zu Burg-Gräscn- rode 50 ,8; Israel. Fraucnverein zu Friedberg 50 .8; Mitt- woch-Baukollcgenabend im Kasino 68 Ul: Ungenannt IW <8; Desgl. 10 Desgl. 50 .8; Desgl. 10 ,8; Desgl. 1,15 .8. Samm e l ste lle des Herrn Pfarrer Ritter) Herr Professor Jäger, hier 20 Ji; Klub „Humor" 30 Ji; Frl. B v H. 5 Ji; Von den „50jährigen 1913" durch H. Sch. 7,50 .8: Frau S. T. (vorläufig) 5 .8: Herr Bergrat Fölling 10 „8: Herr Echlosiermcister Rumpf 5 „8; Frau Langsdorf 2 Jl; Frau E. Weith 10 M; Frau Bürgermeister Stcinhäußer 5 Ji; Frau Chr. Frick Ww. 5 .8: Herr Forstmeister Augst 50 .8: Hr. Sch. 20 .8: Frl. Buchholb 3 .8: Gejchw. Brachmann-Schäfcr 10 M; Herr Fahrkartenausgebcr Gabler 5 Ji; Frl. M. v. Helmolt 4 .8: grau Lehrer Weck 10 .8,' Frau Pfarrer Becker Ww. 5 .8: Vom Verschönerungsverein Friedberg WO .8: Herr Gastw. Eripp 50 .8: Frau o. Helmolt geb. Geyger IW Ji; Herr Kaufmann Pappenheimer 10 Ji; Herr Sanitätsrat Dr. Becker 20 .8: Frau Dr. Werner geb. Runge 3 .8: Herr Medizinalrat Dr. Nebel IW .8: Ungenannt (am Bahnhof) 1 „8: Durch Herrn Pjarrer Mangold, Burg-Eräfenrode (vom dortigen Kriegerverein W .8, Turnverein 30 .8, Jsr. Gemeinde 20 .8), zusammen IW .8; Frl. L. N. (Kaiserstraße 12«) 5 M. Indem der Empfang vorstehend ausgesührter Gaben dankend bestätigt wird, wird in Anbetracht der dem Roten Kreuz 1 erwachsenden Ausgaben uo- weiter« .stuweiiunaen an die Ge- _ «eite 3. jchistsstelle über den Pserdeställen, und die Sammelstcllen bei Herrn Pfarrer Ritter, am Mathildenstift, Vorschußverein und dem Unterzeichneten Rechner ergebenst gebeten. I. A.: Der Rechner: Dönges. (Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Haagstr. 16. Spenden von Naturalien gingen bis zum 12. August ein: Gemeind« Langenhain-Zicgenbcrg: l Wagen Brot, Wurst, Fleisch, Kaffee, Eier, Butter, Limonade. Gemeinde Okarben: Braten, Schinken. Eolperfleisch, Schokolade, Erbswürste, süns K. Milch. Gemeinde Rieder-Wöllstadt: Brot, Kaffee, Thec, Wurst, Fleisch, 15 Kannen Milch, Zigarren, Gemüse. Brunnenverwaltung Schwalheim: 14 Ballon Sauerwasjer, 2W Fl. W Gemeinde Schwalheim: Brot, Wurst. Herr Dietz, Schwalheim 2 K. Milch Gemeinde Steinfurth: Kaffee, Fleischwaren, Eier. Gemeinde Wülsershcim: Kaffee, Thec, Wurst, Fleisch, Eier, Butter, 1 Wagen Kartoffeln. Gemeinde Ockstadt: Kartosscln. Herr Klingel, Ockstadt: Brot, Zigarre». Milch. Herr Eröninger Ockstadt: Brot, Kaffee, Thee. Gemeinde Kaichcn: 1 Wage» Brot, Kassee, Fleisch- und Wurstwaren, Kartoffeln, Gemüse, 4M Eier, Butter, Mus. Herr G. Bracke Friedberg: Zigarren. Herr Ott, Kaufm., Friedberg: Kaffee, Zucker. Hr. Weil-Fried- berg: Kaffee und Brötchen. Herr Keller-Bönstadt: Gemüse. Herr Kreudcr, Hutgcschäft Friedberg: Tüllsäckchen. Herr Metzen- dors, Friedberg: Tüllsäckchcn. Geschwister Mayer, Friedberg: 1200 Postkarten. Herr H. Sttauß, Friedberg: Zigarren, Ziga- retten. Herr Metzler, Friedberg: Wurst. .Herr Müllcr-Löwen- hof: Brot, Fleischwaren, Eier. Hr. F. Stahl-Friedberg: Gemüse. Herr Th. Mörschel, Friedberg: Brot und Würste. Frl. Konrad und Meyer 2 K. Zigarren, Schokolade. Herr Leidccke, Ockstadt Brot. Herr Hilbrecht, Friedberg Zwieback, Kassee. Thee. Herr Reis, Dorheim: 3 K. Milch. Herr Frodermnnn, Holzhausen v. d. H.: 8 Säcke Kattoffeln und Obst. Herr Becker, Maler, Fried berg: 4 Pak. Kaffee. Gräfin Solms Rödelheim zu Dorheim: Kakao. Herr Schäfer und Stelz, Nieder Florstadt: Gemüse. Herr Schudt, Eörbelheim: 4 K. Milch. Herr Karl Damm-Frics- berg: 2000 Postkarlen. Allen Gebern herzlichsten Dank! Bei der Pslege der Verwundete» wird bald ein großer Bedarf an Wäsche rinttetcn. Es haben sich in dankenswerter Weise bereits zahlreiche Kräfte zur Verfügung gestellt, und es diene diesen zur Nachricht, daß von Donnerstpg, den 13. Aug. täglich in der Geschäftsstelle (Haagstraße) von 3—0 Uhr zuge- schnittcne Wäschestücke ausgegeben werden, die dann zu Hause sertiggestellt werden können. Die Nähabteilung. Verzeichnis der vom Hessischen Landcsverein vom Roten Kreuz vorbereiteten Vereins-Lazarette. Darmstadt (die Zahlen bedeuten die Anzahl der Betten): Alice-Hospital 70, Elisabcthenstist 120, Haus der Barm herzigen Schwestern 90, Heilanstalt von Dr. Lossen 20, Klinik Dr. Machenhauer 30, Webersche Augenklinik 15, Stadtkranlen- haus IW. Insgesamt 445 Betten. B e n s h e i m : Hospital 45, Groß-Gerau: Krankenhaus 40. Lampertheim: Evangelisches Krankenhaus 17, St. Maricnkrankenhaus 30, Mainz: Alicehcim 30, Bad-Nauheim: Konitzkystift 120, Worms: Turnhalle 60. Gießen: Chirurgische Klinik 105, Medizinische Klinik 100, Augenklinik 35. Vilbel: Krankenhaus 21. Insgesamt 1048 Betten, darunter 80 Betten für Offiziere. „Gold gab ich für Eisen." An dieses Wort aus de» Befreiungskriegen 1813-14 gemahnte uns heute eine größere Anzahl von Schmucksachen, die die Gräfin zu Erbach Fürstenau uns zusandte mit der Bitte, sie zum Besten des Roten Kreuzes zu verwerten. Beweise von Opfcrfrcudigkeit kommen uns in diesen erhebenden Tagen zu aus allen Kreisen, und die Jugend will dabei hinter dem Alter nicht zurllckblcibcn. Ein lOjähri- ger Junge feiert seinen Gebuttstag, er verzichtet auf den Geburtstagskuchen und stiftet den Betrag dem Roten Kreuz. Der Erlös russischer Orden wandert in unsere Kasse, Aerzte verzichten aus ihr Honorar, an Stammtischen und in Bureaus kreist die sammelnde Büchse für das Rote Kreuz. Ein einfaches Dienstmädchen bringt «inen nicht unerheblichen Teil ihres Lohnes. Schülerinnen der Mittelschule sammeln unter sich und steuern ihr Scherslcin bei für die Pslege der Verwundeten. Kriegssürjorg« der Jnvaliden- und Hinterdliedencnversicherung Für Maßnahmen zur Krankenpflege, zur Verhütung von Seuchen usw. hat der Vorstand der Landcs-Versicherungs An- stalt Großh besten zu Darmstadt dem Hessischen Landcsverein vom Roten Kreuz erstmalig 10 0M Mark zur Verfügung gestellt. ,i a ,;... .. Liebesgabe»». Als geeignete Liebesgaben für unsere tapferen Krieger im Felde, unsere Verwundete, Kranke und Genesende in der Heimat sind besonders zu empfehlen: Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Pfeifen, Chokolade Kcrnseise (keine seinen parsümierten Seifen), Hemden, Unter- hcscn, Strümpfe, für die kälter- Zeit Stauchen, Leibbinden -US Flanell, (Pulswärmer), Unterjacken, für die Lazarette: Nacht- Hemden und Unterhosen, alles weiß, nicht farbig, ferner: Tasckientücher und Pantossel. Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Haagstraße 18, abzugeben, von wo sie je nach Wunsch des Gebers, aus dem Kriegs- schavplatze oder in der Heimat Verwendung finden. Franfjurter Wetterbericht. Voraussage: Heiter, trocken, tags warm, nachts kühl, nordwestlich« Winde. _ Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: J». Schmidt, Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung . A. G.. Friedberg i. H. ytr. m Ans der Heimat. Klagen über schlechte Verpflegung der Einquartierung! Von verschiedenen Seiten, z. T. mit voller Namensunt;» schrift, gingen »ins Klagen über schlechte Behandlung der Einquartierung zu. Uebcreinstimmcnd beschwert man sich über die Aufnahme, die unsere Krieger bei der Gattin eines hiesigen höher gestellten Herren gesunden hätten, So wie das Nachtlager das dürftigste gewesen fei, so fei auch die Beköstigung gewesen, so hätten z. B. die Einquartirrten eines Abends Kartosfcln mit einem Handkäs erhalten. Achnliches wurde uns von anderer Stelle berichtet. Auch aus einem Dorfe in der Nähe von Friedberg ging uns heute eine Karte zu, worin der Einsender unter Nennung seines Namens sich über einen dortigen, angesehenen und wohlhabenden Landwirt beschwert. Als Abendessen sei dort ein Ei und trockenes Brot und für vier Mann eine Flasche Bier verabreicht worden. Es wäre ja am Platze, wenn inan derartige Ouartiergeber mit ihrem Namen an den Pranger stellte, allein es widerstrebt uns, in den Tagen der Gegenwart, wo im Lande aller Hader und Zwist zum Schweigen gekommen ist, einen derartigen Schritt, der Unfrieden erregen könnte, zu tun. Das allein hält uns ab. Wir wollen aber nochmals hcrvorhcbcn, daß es eine Ehrenpflicht ist, der Männer, die hinauszichen, um ihr Leben für das Vaterland einzusetzcn, gastlich aufzunchmcn, sie liebreich zu behandeln und sie aufs beste zu bewirten, soweit cs der Ouartiergeber vermag. Wer das nicht tut, verrät eine niedrige Gesinnung und versündigt sich an dem Datcrlande. Deutsche Frauen olfne Nation. Selbstgefühl. Frankfurt a. M., 13. August. Ueber das schamlose Verhalten hiesiger Damen gegenüber den hier untergebrachten französischen Gefangenen werden Einzelheiten bekannt, die schonungslos an den Pranger gestellt zu werden verdienen. Die „Damen", hochmodern und ausfällig gekleidet, «ntblödeten sich nicht, den auf dem Hose der Bethmannschulc spazieren gehenden Soldaten Blumen zuzuwerfen, ihnen Zigaretten, Süßigkeiten und andere Leckerbisien zuzustccken, die Gefangenen mit Schmeichclworten zu umkofen und sich ihnen als liebe Freundinnen in jeder Weife erkenntlich zu machen. Obwohl dieses empörende, nahezu perverse Verhalten dieser den bessern Ständen angehörcnden Frauen und Mädchen von vielen Zuschauern sofort in schärfster Weise gebrandmarkt wurde, liehen sich die meisten dieser „Damen" doch nicht im geringsten irre machen. — Gleich empörend ist das Verhalten verschiedener Frauen, die im Bahnhossdienst tätig sind. Sie sasien ihre Arbeit hier lediglich als Sport auf, rauchen zum Teil Zigaretten, kümmern sich um die Pslege der eintreffenden verwundeten „gewöhnlichen" Soldaten gar nicht, sondern erklären ungeniert, daß sie nur sür die „Herren Offiziere" da seien. — Das Gebühren dieser jeder Selbstachtung baren Frauen wird dem Vernehmen nach dazu sühren, daß man die Namen dieser „Damen" fortan rücksichtslos in den Tageszeitungen der Oeffentlichkeit preisgibt. • Frankfurt a. M., 12. August. Am letzten Donnerstag fiel der 18jährige Schisfsjunge Hugo Mönch au» Freudenstadt in den Main und ertrank. Die Leiche wurde geborgen. • Bad-Nauheim, 12. August. Zahlreiche russische Kurgäste die von hier plötzlich abreisten, sind ihren Verpslichtungen gegen ihre Aerzte, Hotelbesitzer und Wohnungsgcber nicht nach- gckonimen. Diesen erwächst dadurch ein recht erheblicher Schaden. Auch viele Easthausangestellte wurden schwer geschädigt. Hrsien-Nassau. • Bad Homburg, 12. August. Der Vaterländische Frauen- vcrcin Homburg errichtet sür die verwundeten Krieger ein Ee- nejungshelm in der Stadt und am Bahnhof eine ständige Ver- pflcgungsstation. • Oberursel, 13. August. Tausend Mark bewilligte die rpar- und Darlehnskasie vorläusig als Unterstützung der Angehörigen ihrer im Felde stehenden Vereinsmitglieder. Der Gesungverein „Licderkranz" opserte sein gesamtes Barvermögen zu Kricgsuntcrstützungszwecken. • Anspach i. T., 12. August. Einen nachahmenswerten Be- schlutz faßte der hiesige Turnverein. Er stellte sein gesamtes Vereinsvrrmögen in Höhe von 2800 Mark hiesigen-Familien, deren Ernährer im Felde stehen, zu Untcrstlltzungszwecken zur Verfügung. • Griesheim, 13 Aug. Eine eigenartige Form der Kriegs- Unterstützung an notleidende Familien wählte die hiesige Ee- n rindeverwaliung. Cie bewilligte nicht eine bestimmte Summe, wie cs alle anderen Gemeinden bisher in vorbildlicher Weise taten, sondern beschloß, den betreffenden Familien aus dem Wege der — Armenunterstützung helfend zur Seite zu stehen. Ferner soll von den Gemeinden, deren Eemeindemit- glieder in Griesheim wohnen, "aber noch kein Unterstützungs- recht genießen, die für diese Leute verauslagten „Almenunterstützungen" später wieder eingesordert weiden. Diese seltsame Methode, Kriegsunterstützungen als Armensachcn zu behandeln, dürste einzig dastchen. • Oberhöchstadt, 12. August. Die hiesige etwa 1688 Einwohner zählende Gemeinde stellte zu Untcrstützungszwecken während des Kriege» 7808 Mark bereit. — Mehrere Bäckermeister, die unmittelbar nach der Mobilmachung eine beträchtliche Erhöhung der Brotpreise Vornahmen, wurden durch den Einspruch de: hiesigen Sozialdemokraten zur Jnnehaltung der alten Preise gezwungen. • Köuigstein, 12. August. Wie lies des Krieges Hand in das Familienleben eingreist, beweist die Tatsache, daß aus Königstein außer den vielen unverheirateten Kriegern 145 Familienväter zu den Fahnen cinbcrusen wurden, die neben ihren Frauen 251 Kinder zurücklassen mußten. Zur Unterstützung dieser Zurückgebliebenen hat die städtische und private Liebe,- tätigkeit weitgehende Vorsorge getroffen. • Wetzlar, 12. August. Eine außerordentliche Stadtverord- netcnsitzung bewilligte einstimmig 58 808 Mark zur Unterstützung hilssbedürstiger sZ-nrili-n, deren Ernährer zu den Fahnen b»e»t»» wurden He»« T-ges^tr»»^, Frerreg, m II. «ug-fi im . * Dilleuburg, IS. August. Sie Stadtverordnetenversammlung bewilligte fit Uirterstühungen an hilfsbedilrstige Famt- lien einberusenen Mannschaften 19 808 Mk. Zur Deckung dieser Mehrausgabe beschloß man die Erhebung einer Sonder- steuer von 25 Prozent der Staatscinkommensteuer. Starkenburg. * Darmstadt, 13. August. Nach einer Bekanntmachung de» Oberbürgermeisters beträgt der Höchstpreis für Kartoffeln z. Zt. für den Zentner 5 Mark und im Pfundpreis« 7 Mark. Diese höchsten Preise seien, wenn man die gute Ernte berücksichtigt, eigentlich nicht gerechtsertigt. Sie mögen aber vorübergehend, bis die Transportschwicrigkeiten beendet sind, ihre Geltung haben. Preise, die über diese Grenze hinausgehen, kann der Oberbürgermeister als angemesien nicht anerkennen und wird, wenn ihm Ueberfordcrungen zur Kenntnis gebracht werden, prüfen, ob er nicht mit gesetzlichen Mitteln dagegen «inschreiten soll. Ein allgemeiner Abschlag muß mit dem Augenblick unbedingt cintrctcn, in dem wieder besserer Güterverkehr möglich ist. Dies wird schon in Kürze der Fall spin. * Darmstadt, 13. August. Aus ein Eingesandt in hiesigen Blättern, in welchem verlangt wird, daß die Hoftheatervorstei» lungen bi» zur Beendigung des Krieges aussallcn, wird jetzt bekannt gegeben, daß die sämtlichen zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten des Hofthcatcrs schon seit einiger Zeit zu national-patriotischen Zwecken vorgesehen sind und eingerichtet werden. * Darmstadt, 13. August. Die ersten französischen Gesang«, neu, 178 Mann und zwei Offiziere, kamen gestern von der süd- französischen Grenze hier durch, um nach einer in Rorddcutsch- land gelegenen Festung gebracht zu werden. Der Zug hielt auf der hiesigen Station nur kurze Zeit, doch konnte man seststel- len, daß es meist nur mittelgroße Leute waren, die in ihren roten Hosen, ohne Wasfenrock (wegen der Hitze) und Käppis teils der Infanterie, teils der Kavallerie angchörten. Sie rauchten meist ihr kurzes Pfeischcn und waren guter Dinge. Wäsche und Ausstattung der Wasfenröcke ist anscheinend nicht wie bei uns: Die Kriegsgarnitur machte keinen besonderen Eindruck. Die -Offiziere, welche in einem Abteil zweiter Klaffe durch einen Offizier und zwei Unterossizier« geschützt wurden, hatten vorsichtshalber die Fenster verhängt. * Aus dem Odenwald, 13. August. Freche Einbrecher machte» sich vor einiger Zeit in Winterkasten und Fränkisch-Erum- bach zu tun, indem sic auf der „Wanderschaft" begriffen zwei schwere Einbrüche vcrübten und bei ihrer Festnahme auch noch falsche Namen angaben und hierdurch falsche Eintragungen im Gefcngcncnregister verursachten. Sie werden verurteilt: der Karl F. Sauerbach zu einem Jahre, drei Monaten und einer Woche, der Wilhelm Kirchner zu einem Jahre fünf Monate und 14 Tagen Hast. Beide find Taglöhner und stammen aus Cchweinfurt. Bekanntmachung. Auf Befehl des Chess des Feldeisenbahnwesens haben Erntearbeiter aus den Eisenbahnen jreie Fahrt Friedberg, den 11. August 1914. Eroßherzogliches Kreisamt. . _ . Frhr. von Schcnck. Freiwillige Gallen. Für das Rote Kreuz sind eingegangen: Kommerzienrat K. Trapp 186 M; Major Eudewill 108 M; I. Dörr (vereinnahmt am Bahnhof) 77 Psg.; Kreisrat Frhr. Schenck zu Schweinsberg 56 Bernhard Schütz (in Fauerbach gesammelt) 258 Jl] Professor Walz 5 Ji] Derselbe 5 Balth. Bickel, Landwirt in Ilbenstadt 28 M; Bepperling (von dem hiesigen Lokomotio- sührnerpers.) 5,38 Ji] Psarrer Mangold, Burggräsenrode 76,58 Ji] Professor Stromann 20 Derselbe 11,60 Jl; Geh. Justizrat Jöckel 28 Jl; Sattlermeister Jhlefeld 3 Steinöckel 20 Jl; Herr und Frau Eeorgi (anläßlich ihrer silbernen Hochzeit) 258 Ji; Professor Stromann 50 Jl] Frau Haeberle 10 .8; Frau 31. Aaron dahier 25 Ji] Frau Oberarzt Dr. Werner zu Heppenheim 18 Ji] Herr Bauunternehmer Mörschel dahier 188 Jl] Frau Malermeister Hieronimus dahier 28 Frau Hauptmann Soldan dahier 5 Ji] Frau Helene Waas Ww. dahier 68 Frau Gönner dahier 5 Ji; Frl. Kalbhenn und Ungenannt in Burg-Gräfenrode 5 Jl; Bei einer Sammlung am Bahnhos 16,18 Desgl. 9,58 Ji; Für Obstoerkaus durch H. L. Strauß 32,28 M; Desgl. 3,90 Ji] In Fauerbach gesammelt 38,87 Von einem Reservisten 5 M ; Gemeinde Steinfurth 30 Jl] Gemeinde Wölfersheim (Ergebnis einer Sammlung) 286,25 Ji] Frau Gräfin Solms-Rödelheim i» Affenheim gesammelt 542,75 Jl; Kegelklub „Fidelio" zu Friedberg 180 Kegelklub „Alle Neun" zu Friedberg 58 Ji] Unteroffizierslasse des hiesigen Bataillons 31,69 Gesangverein „Frohsinn" zu Burg-Gräfcn- rode 58 Israel. Fraueuverein zu Friedberg 58 Ji] Mitt- woch-Baukollegenabend im Kasino 68 Ji] Ungenannt 100 Ji] Desgl. 10 Desgl. 50 Desgl. 10 Desgl. 1,15 Sammelstell« des Herrn Psarrer Ritter) Herr Prosessor Jäger, hier 28 Jl] Klub „Humor" 30 .ü; Frl. B. v. H. 5 Von den „58jährigen 1913" durch H. Sch. 7,58 Ji] Frau S. T. (vorläufig) 5 Herr Bergrat Fölling 18 Herr Schloffermcister Rumpf 5 Jl] Frau Langsdorf 2 Jl] Frau E. Weith 18 Jl] Frau Bürgermeister Steinhäußer 5 Ji] Frau Ehr. Frick Ww. 5 ,lt: Herr Forstmeister Augst 58 Hr. Sch. 20 Frl. Buchhold 3 .8; G-schw. Brachmann-Schäser 10 Herr Fahrkartenausgebcr Gabler 5 M] Frl. M. v. Helmolt 4 .8: grau Lehrer Weck 18 .8: Frau Pfarrer Becker Ww. 5 Vom Verschönerungsverein Friedberg 588 Herr Gastw. Eripp 58 M] Frau o. Helmolt geb. Geygcr 188 Ji] Herr Kaufmann Pappenheimer 18 Ji] Herr Sanitätsrat Dr. Becker 28 ,K; Frau Dr. Werner geb. Runge 3 .8: Herr Medizinalrat Dr. Nebel 188 ,8; Ungenannt (am Bahnhos) 1 Ji] Durch Herrn Psarrer Mangold, Burg-Gräfenrode (vom dortigen Krieger- verein 58 .8, Turnverein 38 -8, Jsr. Gemeinde 28 .8), zusammen 188 Ji] Frl. L. N. (Kaiserstraß- 126) 5 Ji. Indem der Empfang vorstehend ausgeführter Gaben dan- kend bestätigt wird, wird in Anbetracht der dem Roten Kreuz | erwachsenden Ausgaben um weitere Fuwciiunaen an die Ge- __ Veit» 3. schäftsstelle über den Pferdeställen, und die Sammelstellen bei Herrn Psarrer Ritter, am Mathildenstist, Borschußverein und dem Unterzeichneten Rechner ergebenst gebeten. I. A.: Der Rechner: Dönges. (Geschästsstelle des Roten Kreuzes, Haagstr. 16, Spenden von Naturalien gingen bis zum 12. August ein: Gemeind« Langenhain-Zicgenbcrg: l Wagen Brot, Wurst, Fleisch, Kaffee. Eier. Butter, Limonade. Gemeinde Okarben: Braten, Schinken, Solperfleisch, Schokolade, Erbswürste, fünf Ä. Milch. Gemeinde Rieder-Wöllstadt: Brot, Kaffee, Thee, Wurst, Fleisch, 15 Kannen Milch, Zigarren, Gemüse. Brunnen- vcrwaltung Schwalheim: 14 Ballon Sauerwasjer, 258 Fl. W Gemeinde Schwalheim: Brot, Wurst. Herr Diktz, Schwalheim 2 K. Milch. Gemeinde Steinfurth: Kaffee, Flcischwaren, Eier. Gemeinde Wölfersheim: Kasse«, The«, Wurst, Fleisch, Eier, Butter, 1 Wagen Kartoffeln. Gemeinde Ockstadt: Kartoffeln. Herr Klingel, Ockstadt: Brot, Zigarren, Milch. Herr Gröninger Ockstadt: Brot, Kaffee, Thee. Gemeinde Kaichen: 1 Wagen Brot, Kaffee, Fleisch- und Wurstwaren, Kartoffeln, Gemüse, 480 Eier, Butter, Mus. Herr G. Bracke Friedberg: Zigarren. Herr Ott, Kaufm., Friedberg: Kaffee, Zucker. Hr. Weil-Fried- bcrg: Kaffee und Brötchen. Herr Kcller-Böngadt: Gemüse. Herr Kreuder, Hutgeschäst Friedberg: Tüllsäckch-n. Herr Metzen- bors, Friedberg: Tüllsäckchen. Geschwister Mayer, Friedberg: 1280 Postkarten. Herr H. Strauß, Friedberg: Zigarren, Zigaretten. Herr Metzler, Friedberg: Wurst. Herr Mnller-Löwen- hof: Brot, Fleischwarcn, Eier. Hr. F. Stahl-Friedberg: Gemüse. Herr Th. Mörschel, Friedberg: Brot und Würste. Frl. Konrad und Meyer 2 K. Zigarren, Schokolade. Herr Leidecke, Ockstadt Brot. Herr Hilbrecht, Friedberg Zwieback. Kasse«, Thee. Herr Reif, Dorheim: 3 K. Milch. Herr Frodermann, Holzhausen v. d. H.: 8 Säcke Kartoffeln und Obst. Herr Becker, Maler, Friedberg: 4 Pak. Kasfce. Gräfin Solms Rödelheim zu Dorheini: Kakao. Herr Schäfer und Stelz, Nieder Florstadt: Gemüse. Herr Schudt, Eörbelhcim: 4 K. Milch. Herr Karl Damm-Fricö- berg: 2888 Postkarten. Allen Gebern herzlichsten Dank! Bei der Pslege der Verwundeten wird daro er» großer Bedarf an Wäsche eintreten. Es haben sich in dankenswerter Weise bereits zahlreiche Kräfte zur Verfügung gestellt, und cs diene diesen zur Nachricht, daß von Donnerstag, den 13. Aug. täglich in der Geschäftsstelle (Haagstraße) von 3—6 Uhr zuge- schnittcnc Wäschestücke ausgegeben werden, die dann zu Hause fertiggestellt werden können. Die Nähabtcilung. Verzeichnis der vom Hessischen Landcsverein vom Roten Kreuz vorbereiteten Bereins-Lazarettc. Darmstadt (die Zahlen bedeuten die Anzahl der Betten): Alice-Hospital 78, Elisabethenstist 128, Haus der Barm herzigen Schwestern 98, Heilanstalt von Dr. Lossen 28, Klinik Dr. Machenhauer 38, Webersche 3lugenklinik 15, Stadtkranlen- haur 188. Insgesamt 445 Betten. B e n s h e i m : Hospital 45, Groß-Gerau: Krankenhaus 48. Lampertheim: Evangelisches Krankenhaus 17, St. Marienkrankenhaus 38, Mainz: Aliceheim 38, Bad-Nauheim: Konitzkystist 128 , Worms: Turnhalle 68. Gießen: Chirurgische Klinik 185, Medizinische Klinik 188, Augenklinik 35. Vilbel: Krankenhaus 21. Insgesamt 1848 Betten, darunter 88 Betten für Offiziere. „Gold gab ich sür Eise n." An dieses Wort aus den Bejreiungskriegen 1813-14 gemahnte uns heute eine größere Anzahl von Schmucksachen, die die Gräfin zu Erbach Fürstenau uns zusandte mit der Bitte, sie zum Besten des Roten Kreuzes zu verwerten. Beweise von Opferfreudigkeit kommen uns in diesen erhebenden Tagen zu aus allen Kreisen, und die Jugend will dabei hinter dem Alter nicht Zurückbleiben. Ein lüjähri- ger Junge feiert seinen Geburtstag, er verzichtet aus den Geburtstagskuchen und stiftet den Betrag dem Roten Kreuz. Der Erlös russischer Orden wandert in unsere Kasse, Aerzte verzichten aus ihr Honorar, an Stammtischen und in Bureaus kreist die sammelnde Büchse sür das Rote Kreuz. Ein einfaches Dienstmädchen bringt einen nicht unerheblichen Teil ihres Lohnes, Schülerinnen der Mittelschule sammeln unter sich und steuern ihr Scherslcin bei sür die Pslege der Verwundeten. Kriegssürjorge der Invaliden» und Hinterblicdenenversicherung Für Maßnahmen zur Krankenpflege, zur Verhütung von Seuchen usw. hat der Vorstand der Landes-Versichcrungs Anstalt Großh. Seffen zu Darmstadt dem Heffischen Landesoercin vom Roten Kreuz erstmalig 10 000 Wart zur Verfügung ge- stellt. J«;; - .. Liebesgaben. Als geeignete Liebesgaben für unsere tapferen Krieger im Felde, unsere Verwundete, Kranke und Genesende in der Heimat sind besonders zu empfehlen: Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Ps-isen, Ehokolad« Kernseife (keine seinen parsümierten Seifen), Hemden, Unter- hcscn, Strümpfe, für die kältere Zeit Stauchen, Leibbinden au- Flanell, (Pulswärmer), Unterjacken, für die Lazarette: Nachthemde» und Unterhosen, alles weiß, nicht farbig, ferner: Tasckientücher und Pantoffel. Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der Ge- s ch u f t s,t e l 1 e des Roten Kreuzes, Haagstraße 16, abzugeben, von wo sie je nach Wunschdes Gebers, auf dem Kriegs- sckarplatze oder in der Heimat Verwendung finden. Aranksurter Wetterbericht. Boraussage: Heiler, trocken, tags warm, nachts kühl, nordwestliche Winde. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otta Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: sd. Sch uiid t, Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A. Friedberg i. H. Nr. 189 Neue Tages,leiiung. Freitag, »en 14. Augujt 1814, Seite 4. Erna und Ilje. Roman von D. Feußner. 28 (Fortsetzung). „Wollte Gott, cs wäre mir vergönnt, Sic glücklich zu machen," sagte Roderich bewegt. „Aber eins muß ich Ihnen jetzt schon sagen: Sie werden mir gestatten, vor meiner Ab- reise noch einmal mit Ilse zu sprechen, denn belügen darf ich sic nicht-, ich werde ihr alles erzählen, damit sie erfährt, wie cs um mich steht." „Gewißl Das müssen Sie. Es ist dies auch leicht ausführbar, da Ilse infolge der Abreise Mariens, die m.-rgcn zur Hochzeit ihres Bruders nach Hannover reist, viel allein ist." Roderich versprach am Tage vor der Abreise um dieselbe Zeit wicderzukommcn, denn am Abend dieses Tages fand die Abschiedsfeier von Seiten des Regiments statt. Dann eilte er raschen Schrittes nach Hause, um schnell einige Zeilen an Erna aufs Papier zu werfen. Die kurzen Worte lauteten: „Etwas Unvorhergesehenes zwingt mich zu tun, waS ich nie mehr zu tun gedachte: an Sie noch einmal eine Bitte zu richten. — Am 20. 8. reise ich von hier ab nach A,, und am 30. von da weiter über Berlin nach Bremen, berühre also am 30. abends St., von wo ich zwei Stunden nach meiner Ankunft vom Lehrter Bahnhof weiter fahre. Wenn Sie nun einem vielleicht für immer Scheidenden eine letzte Bitte gewähren wollen, so kommen Sie, bitte, in Begleitung Ihrer Lieben zum Bahnhof: noch etwas Wichtiges ist es, was ich mit Ihnen besprechen möchte. ‘ Auf ein letztes Wiedersehen hofft Ihr ergebener R. Tictze." stets vorrätig bei Elias Hofmann Friedberg i. H. Färbergasse 4. W»»» 2 fpitifl. Wagen mit Kasten und Ernteleitern abzugeben. N. Schaubach, üieder-cklerlliidl. Kinger Retzinsilier zu lausen gesticht. Ofs. m. Preis unter M. SS«« an die „Neue Tageszeitung". ist nicht aufgeschlagcn und kostet im Zentner und Einzel- verkaus den gleichen Preis wie seither. Leere Salz- läcke die ganz und sauber sind werden zuruckgenom^„ Salzniederlage ^rtnunii, Bann Lriedbeea, Kaiser-Ural!« S4G. T-l-ion 451. Da viele Landwirte ihre Pferde zu Kriegszwecken abgegeben haben und deshalb gezwungen find andere anzuschasten.sür weiche sie aber leine passende Ecschirre haben, empsehic ich billige pral- tische Eurt-Vrustblatt- Geschirre welche sich besonders gut für lanü- ivirtschasUiche Zwecke eignen, auch für Pferde die vom Kummet wund gedrückt sind. Karl Kuppel, Sattirre?, Franliurt a. M.-Pouamc». Feinste BkliknlchAlsk, Feinster DchscnumlsM, Feinster Cchweinskopj in Burgunder-Celee, ausgewogen V« Pfund 30 Pfg.» empfiehlt Friedrich Micliel _ Friedbera i. S. _ Sorget für kommende Zeiten, Lagt nichts umlommen. Mehr wie in früheren Jahren gelten jetzt diese Worte. Zum Eminachcn von Bohnen, Kurten, Obst empsehle Steinerne Ständer und Töpfe in allen Trägen bis 40 Psund Inhalt. Rer-Gliisee uni) Flaschen Migere Nom-Wier in allen Krätzen Durch großen Vorrat bin ich jetzt noch i n der angenehmen Lage zu alten Preisen alle Krätzen iicscrn zu können Nachlicserungen sind jetzt ausgc- chlojsen, deshalb ist baldige An- schastung nur zu empsehieii. Bcrtauj nur gegen bare Zahlung. £. ijilltrcdjt Wm. I Fricddcr,'. ireitzl tr; fililhrtjr,«*. Als der Brief vollendet war, warf er sich aufs Ruhe- lagcr, um das eben Erlebte noch einmal im Geiste an sich vorübcrzichen zu lassen. Hatte er sich eine allzu schwere Aufgabe gestellt? Würde er das Maß von Seelengröße und Selbstverleugnung besitzen, welches die Erfüllung derselben erforderte? Noch war er frei, noch hatte er sein Wort nicht verpsän- det, aber vierundzwanzig Stunden später — dann gab cs für ihn kein Zurück! Zwar wollte er sich mit dem Mädchen, an das er sich aus Großmut zu binde» gedachte, noch nicht offiziell verloben, aber wenn er Ilse sein Wort gab, !o war ihm dies Versprechen heilig, auch ohne das äußere Symbol der Treue in Gestalt des Verlobungsringes. Und leicht würde es ihm werden, sein Wort zu halten — was hätte ihn auch verleiten sollen, dasselbe zu brechen?! Und doch — wie mächtig würde die Dcrsnchnng an ihn hcrantreten, wenn er Erna Wiedersehen und sie ihm sagen würde: „Ich habe mein Inneres erkannt, bisher war ich mir selbst ein Rätsel, nun aber ist es mir klar geworden, daß ich dich mit der ganzen Glut meines Herzens liebe — erst jetzt beim Scheiden kommt cs mir zum Bewußtsein, was du mir warst und noch bist — nimm mich hin!" Wo bliebe dann die innere Kraft, indem schier übermächtigen Kampfe zwischen Mitleid und Liebe? Wü.dv er nicht dem Tage grollen, da er sich die bergcsschwere Last der Pflichtersülliing selbst aufgebürdet? Der £ i der Türglocke unterbrach seinen Gedankengang, Es der Postbote, 'welcher ihm die Mitteilung seines Frcunöes Karl brachte, daß dieser sich binnen kurzem mit Hedwig verloben würde. Am Schlüsse des Briefes schrieb der Freund: „Erna bleibt immer dieselbe, ja sie scheint noch verschlossener zu werden. Die junge Löwin läßt sich nun einmal nicht bändigen." Alle Vorbereitungen zur Abreise waren getroffen, auch die Verfügung über sein Eigentum, falls er nicht zu- rückkchren sollte. Sein größter Schatz waren seine Bücher und er besgß deren eine große Anzahl: berühmte wissen- Ernst MMel Kikdbkrgi.H., Telefon 355 veisten-rr.salKen-Uohrri« MID fttrüroarftl. in 6 prachtvollen Nuanzen. Zucht des grasten weiften Edelschweins. SMnezitWGiii Oberhörgern empfiehlt mehrere ersttlastige Achtebtl n. -Lauen von vorzüglicher Abstammung Wir Mfit um Verteilen von ©ratisproben . Schweitzpuder..Köhler-trocken". Off. an Kb!ilersoIiIenflilirik,Aeu-Jsefiliul g Bekanntmachung. Es herrscht vielfach die Ansicht, datz mit Ausbruch des Krieges die Verpflichtungen gegen äfiemliche Kassen ruhen. Dies trifft nur für Kriegsteilnehmer bezüglich der Steuern vom 1. August ab zu, soscrn deren Einkommen in Wegfall gekonimen ist. Alle übrigen Steuerpfiichiigen sind auch weiterhin zur Zahlung der städiijchen Umlage und der sonstigen Kesälle verpflichtet. Rcllamationen sind jedoch vorerst bei Er. Finanzamt nicht zu erheben, denn es wird bei der nächsten Mahnung der Gemeindesteuer des I. und 2. Zieles, die bis zum 14. d. M>s. bezahlt sein müssen, sestgestellt werden, für wen Steuerpflicht vorliegt. Zugleich wird unler Bezugnahme aus den Vermerk aus dem Steucrzettei daraus hingewiescn, datz unter Ausschaltung des Bar- gcidvcilchrs diretlc Ueberweizung von Einlagen beim Vorschntz- und Krcviwerein auf das Konlo-Korrcnt-Konlo der Siadlkasie crsolgen kann. Es wird erwartet, datz Iedennann in dieser schweren Zeit die Ersüllung seiner Zahlungsoerbindlichkeiten