Nummer 187 CIIC 7 . Jahrgang Mittwoch, den I!2. August 1014. Die „Neue Tageszeitung" erscheint leben Werttag. Ncgelmäßige Beilagen „9^ Kauer aus Helsen", „Die Spinnstube". Kezngopreis: Bei den Bostanstalten vieriellährlich Mk. 1,05 '»«i den Agenten monatlich 50 Pfg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 20 Pfg., lokale 15 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnah.ue erhüben Erfüllungsott Friedberg. Schriftleikung und Verlag Friedberg (Hessen), Hanauer,trage 12. Fernsprecher 4^. Psstscheck-Conto Nr. 48»S, Amt Frankfurt o. Vk. Die erste französische Fahne erobert! (tine französische Brigade geworfen. — Herrlicher Geist in der Marine. — Frankreich und Oesterreich. — Auch Serbien und Montenegro hadert Dentfchlnnd den Krieg erklärt. Die Schlacht bei Lagarde. Berlin, 11. August. Eine vorgeschobene gemischte Brigade des sranzösischen 15. Armeekorps wurde von unseren Sicherungstruppen bei Lagarde in Lothringen angegriffen. Die Gegner wurden unter schweren Verlusten in den Wald von Parroy (nordöstlich von Lunö- ville) zurückgeworsen. Er ließ in unseren Händen eine Fahne, 2 Batterien, 4 Maschinengewehre und 700 Gefangene. Ein französischer General ist gefallen. Dem Dcrsuck>« dcr Franzosen im Ober-Elsaß auf deutschem Boden cinznfallcn ist gestern ein zweiter im lothring. ischcn Gebiet, unweit dcr dcutschen Grenzstation Tcutsch- Avricourt, gefolgt. Und wie wir gestern eine Sicgesbot- sltiast »leiden konnie». io ko»!'»» wir beute sreudcerfüllt berichten, daß auch bei diesem Versuch die Franzosen mit so alutigen Köpfen hcimgcjchickt worden sind, derb ihnen das Wiederkommcn vergehen diiistc. Tic erste französische Fahne, dcr hoffentlich noch recht viele solgcn tverdcn, ist von den Deutschen erobert worden. Wen» weiter bekannt wird, daß 700 Gefangene in die Hände dcr Tcutsckh:» gefallen sind, daß zwei Batterien und vier Maschinengewehre erobert wurden und daß ein französischer General gefallen ist, so geht man wohl nicht fehl, wenn man annimmt, dab die ganze Brigade von deutselser Tapfer- seit zerschmettert wurde und daß wohl nur wenige Rothoscn aon den schützenden Wäldern bei Luncville aufaenommcn worden sind. Mit Jubel wurde auch diese Botschaft überall in dent- Ichen Landen ausgenommen. c Aber auch mit Dank gegen unser braves Heer, das voll- ans das Vertrauen rechtfertigte und das, wie es scheint, in si irrer Starke und seiner Zuversicht auf Gott und unsere gerechte Sache jeden Widerstand einfach über den Haufen rennt. Tic Bcdentung des grotzcn gemeldeten Sieges bei Mülhausen ist um deswillen noch umso höher anzuschlagen, weil cs sich bei dcr Besiegung des 7. Armeekorps uni ein französisctvs Elitrkoip« handelt. War doch die Vogesen-Di- disiv», eine Hecresableilung, auf die dcr Franzmann besonders stolz ist, weil ihr die Wacht an den Vogesen zugcfallc» rst. Nun niußtc diese stolze Truppe deutscher Tapferkeit unt, liegen. '•-.i’j« Fürwahr, wir können mit den Ergebnissen dcr ersten 10 Kriegslage zufrieden fein: Tie Mobilmachung verlief „luic am Schnürchen", keine Aufregung, überall die Ruhe, die nur die sichere Siegeszuversicht gewähren kann. Dann dre Erstürmung von Lüttich, zwei Versuche dcr Franzosen in .mscr Land einzudringe», siegreich zurückgeworsen und end- lich erfolgreiche Gefechte u. Vormarsch an dcr List grenze! Dabei in der Marine ein kriegerischer Geist, der alten Wickingcr würdig! Helfe Gott »ns so weiter und führe unser Heer zu hcrrlia » Siegen zum Schirm rrnd zur Ehre unseres geliebten dcutschen Vaterlandes. itfldl km Zitae bei Wiilhriiisrn. Die dcr „Frauksnrtcr Ztg." berichtet wird, wurde in Berlin mit berechtigter Freude und Genugtuung, aber ohne Ucbertrcibng dcr Erfolg unserer Waffen gegen drei srauzü- sischc Divisionen bei Mülhausen in der Lrssentlichkeit und in den Blättern gewürdigt. In einer der Konferenzen, die ein Oberst des GcncralstabcS mit Vertretern der Presse ab- hält, ist besonders hervorgchobcn worden, datz dieser Schlag gegen die Franzosen ebenso wie die Eroberung von Liittrch umso bedeutungsvoller sei, als beide noch in das Stadiirm dcr Mobilmachung sielen, und weil cs sich in beiden Fällen nicht um Zufalls- oder Augenblickserfolge, sondern vielmehr um Errungenschaften handle, die planruäbig vorbereitet und wohl erwogen warcri. Es ist auch den Laien bekannt, welche große Bedcutnng man in Frankreich dem durch das Lech bei Belsort auszusährenden Vorstoß dcr französisck>en Armee ins Lbcrclsaß beigelcgt hat, einem Vorstoß, dcr nun in seinem ersten Versuch vereitelt worden ist. Bei der strengen Geheimhaltung, die mit Neckst über alle militärischen Vergängc bewahrt wird, darf es nirbt Wundern, daß über das Schicksal des geschlagenen sri>^>äfischen 7. Armeekorps, das bekanntlich nach denr Süden abgc- dränat sein soll, nichts bekannt wird. Pie (utiflkit kr killlchrn Wik. Amtliches Tclcgranmi. bieder die Tätigkeit unserer Flotte in dem vlby.'rrge» Kriegsabschnitt wurde bekannt, daß auf den drei KriegS- schauplätzcn. der Nordsee, dcr Ostsee und dem Mittclmccr, Teile der Marine ihre Tätigkeit bis an die scindlichcii Küsten vorgeschoben haben. Diese Unternehmungen zeigen den offensiv militärischen Geist, dcr unsere ganze Flotte beseelt. Tie Beschießung des KricgshafcnS von Libau und seine Sperrung, wobei von unseren Strcitkrästcn, außer dem kleinen Kreuzer „Augsburg", auch dcr Kreuzer „Magdeburg" beteiligt war, sind von Erfolg begleitet gewesen. Die dadurch hervorgcrufcue Bestürzung zeigt sich in der Sprengung dcr Hafcnanlagcn von Hangö. Nicht minder wirksam war das Erscheinen unserer im Mittelnrcer befindlichen Schiffe an dcr Küste von Algier und die Beschießung der befestigten Plätze Philippsville und Bone, wodurch die französische» Truppentransporte in erheblichem Maße gestört wurden. Nach englischen Zeitungsnachrichten machte das heldenmütige Vorgehen der kleinen „Königin Luise" unter Führung des unerschrockene» Kommandanten, Korvettenkapitän Bicrmann, tiefen Eindruck und erregte in ganz England Be- sorgnis. Trotz der schwierigen Lage, in welcher sich unsere oft einzeln stehenden Airslandsschisfc meistens überlegenen fremden Strcitkrästcn gegenüber befinden, hat der kleine Kreuzer „Dresden" nach englischen Nachrichten den Tampscr „Maure tiana" der Cunardliuic bis vor den Hasen von Halifax gc- jagt. In dcr Nordsee unternahmen unsere Seestrcitkräftc mehrfach Vorstöße, ohne auf den Gegner zu stoßen. Die Natur des Seekrieges bringt es eben mit sich, daß auf diesem Kriegsschauplätze Zusammenstöße, die wahrscheinlich zur Entscheidungsschlacht führen würden, unter Umständen erst nach geraumer Zeit zu erwarten sind. „Augsburg" und „Magdeburg" »nbcschädigt. Tie „Nordd. Allg. Ztg." entnimmt den Kieler N. N. mit Erlaubnis des Neichsmarineamtes folgendes: An einigen Kieler Geschäftshäusern wurden von unberufener Seite dieser Tage Depeschen angeschlagen, wonach die Kriegsschiffe „Magdeburg" und „Augsburg" beschädigt seien. Von amtlicher Seite sind wir ermächtigt worden, festzustcllen, daß die „Magdeburg" und die „Augsburg" unversehrt sind. Furcht vor einem dcnlschc» KrirgSschisf. Kein französisches Schiss wagt in den Archipel auszu- laufen aus Furcht vor einem deutschen Panzerschiff, das in dcr Nähe dcr Dardanellen kreuzen soll. Ein französisches Paletbert fuhr unlängst in die Dardanellen, mußte jedoch wieder »nikchre». Der französisebc Stationär „Jean Blanche" mußte sich nach Sebnstopol flüchten. Zahlreiche andere Schisse sind im Hasen sestzcbannt. Oki (Gmff kä fjfrtfü fir dit' llollf. Tos „Militiirircchrirblati" cr.Ihe.lt folgenden Gruß des Heeres für die Flotter „Auch England wider Hätte uns Albien nicht den Zchdehandlchnh hrngeworlen, so wurde die Karlerliche Marine. während die Armee in schwerem Kamps nach zwei Fronten stehen muß. zitternd vcr Ungeduld gefragt haben: „Und wir? Die Antwort auf diese Frag,« ist j'tzi gelöst. Unfrrc Marine geht mit dem mächtigen Gegner zur See, den die Welt bisher lanntc, zum Kampf. Mährend die alte Armee eine lange glorrerarc rse'rhichte IN dicke» Bänden zu verzeichnen hat. ist rcn dcr jungen Kaiserlichen Marine bisher nur das Vorwort geschrieben, das einzelne glänzende Majfcntaten enthält. Jetzt aber schlägt sie das Hauptbuch er> ::. o ic„: an, in ihm ihre Taten mit ofternem lärifte! niederzulchrriten: Tie brave „Augsburg" hat Las erste Kapitel tegcnnen. Taß die Flagge nur sinken, aber niemals nicL.r.chclt werde» lann, we ß jeder Teutsche! Tic Armee ist stolz aus ihre junge Schwester im £>inbli» Mrrllichkcit eine starke unauflösliche Einiauno d.- «>a. wen gegen Rußland." !>tr ffiiifltisiRiiö ks klglichrn Niobs. D ll f f e l d o r f, 10. Aug. Der Brüsicler Bertrcter von Mctsfs Tclegrevbifchem Bureau, dcr am Eamstaa Nacht mit . 187 i'TJ ~~ '.T. ■ ■_:_ > 1W0 JVirt|4«i Brüssel verließ, konnte seststellen, daß zu r Zelt in Belgien der Fall von Lüttich noch nicht bekannt •Kvi, war. Sein Bericht lautet ferner: Durch Umfragen bet -lü'wcrpca und Brüssel geflüchteten Deutschen habe ich fest. ll.-n. tonnen, daß ein Teil der belgischen Bevölkerung noch ■<'. früher gehaust hat als man anfänglich annahm, und es » ,! i j,i wie eine Ironie, daß der belgische Justizminister am eili ' .an Komitee eingesetzt hat, das Material gegen die Truppen sammeln soll. Der Mob hat nicht einmal geschont. Fast alle Deutsche in Brüssel mußten sich taten > perfleckt halten. Unter den wegen Spionage verhafte- ,i r-.i udct sich auch ein Prinz von Cray mit seinen deutschen 'haust, urcn. Die deutschen Eroßlausleute in Antwerpen, de- a t er Hasen in erster Linie seinen Ausschwung verdankt, find I silppsiicher Weise behandelt worden. Auch sie wurden der epirnage verdächtigt. Der bekannte Hotelbesitzer Weber ist '«i ob ermordet worden. Außerdem ist man beunruhigt '.gen des Schicksals einiger bekannter Deutscher in Brüssel. '"'Ute -lacht soll ein weiterer Zug mit Auswanderern aus .lniwerpe» und Holland hier cintreffen. I?on kr ruljilch-Mi-cheil Grenre. st on stantinopel, II. Aug. „Jkdam" meldet authcn- Tic Russen räumen seit einigen Tagen eiligst die 'iachbargebietc an der russisch-türkischen Grenze, wobei sie die Lebensmitteldepots verbrennen. Line Kavallörie-Di- nsion hat sich nach Kars zurückgezogen. Die Bevölkerung lochtet nach der Türkei, ebenso viele russische Deserteure. I» 8 a k u sind Unruhen ausgebrcchen. Reservisten haben den slolizeidirektor getötet. Berlin, II. August. Die „Deutsche Tageszeitung" erfährt aus Konstantinopel, daß im russischen Kaukasus die Revolution herrsche und daß russische Truppen sowie die dort ansässige» russischen Familien das kaukasische Gebiet verlaßen. Die Erwägungen der Pforte. Das ossiziöse Blatt „Tanin" hebt den Widerspruch in der Politik Englands und Frankreichs heroar, di« die Wiege der liberalen Idee sein wollen und dabei Rußland unterstützen, das feit acht Jahren alle fekne Bestrebungen darauf gerichtet habe, die liberale Bewegung in Persien, der Türkei und in China zu ersticken. Es stehe außer Zweifel, daß, wenn der zegenwäriige Krieg zum Vorteil der Triple-Entente enden würde, die Völker des Orients keine Fortschritte mehr machen würden llnnifjrn in MnMnikn in Acht? Sofia, 11. Aug. Die bulgarische Regierung hat Mitteilung erhalte», daß zahlreiche griechisch« Autarken sich in 6c> o»ik sammelten, von wo aus sie unter dem Vorwand, sogenannte bulgarische Komitatschis i» Mazedonien zu verfolg« «inen Einsall in das serbische Gebiet vorbereid«. Die mazedonische Bevölkerung ist sehr erregt. Was wird Rumänien tun? Bukarest, II. Aug. Das Blatt „Sera" schreibt: Wenn Rumänien auf eigenen Wunsch oder unter dem Zwang der Verhältnisse sich veranlaßt sehen würde, aus seiner Neutralität herauszutreten, so könnte cs keinem Zweifel unterliegen, daß seine günstigste Stellung an der Seite der Zentralin ächte wäre Das Schicksal unserer Kolonien. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Besetzung von Lome, der Hauptstadt unseres Schutzgebietes Togo, durch eine aus der benachbarten Goldküste üngednuigene englische Truppencppeditioi, hat, wie wir hören, ,n dem Reichskolonialamt nicht im geringsten überrascht. Bei der gecg--axhisch außerordentlich schwierigen Lage der langgc- reäien schmale», zwischen französischen und englischem Ee- c! eingekeilten Kolonie mußte mit einem derartigen Handlich gerechnet werden. Wir müsieu UNS deshalb mit einer ri .'ergehenden englischen Verwaltung von Togo absinden. eir sind aber überzeugt, daß unsere zur Verteidigung aus na- iriichen Gründen wirksamer vorbereiteten großen airikanischen zrlnnien das Schicksal Togos nicht so leicht teilen düjten, na- nentiich unsere wackeren Südwester Militär- »nd Zivilbe^or- werden sich ihrer Haut zu wehren wißen. Wie es aber auch -n men mag. über das Schiäfal unseres Kolonialbesitzes wird ß den Schlach.ielder» Europas endgültig entschieden werden, ic Enisiheidung können und wolle» wir ruhig abwarien. Gegen unsinnige. Gerüchte. Gj ist natürlich, daß unser Volk in diesen Tagen der Spannung auf jedes Gerücht achtet. Durch Weitertragung liegen sich die Gerüchte zu liu größer», mag es sich um Gr- !ae oder Mißerfolge unserer Massen handeln. So laufen erüchte i:m, daß ganze Regimenter vernichtet worden seien . B. das Regiment Garde d» Corps. Ties wurde zu einer seit verbreitet, als sich das Regiment »ech auf dem Trgns- n l besimd und teil Kriegsschauplatz noch gar nicht erreicht at!e. Auf der anderen Seite wurden unmögliche Erfolge erdrcilct, io die Einnahme von Beifort. Es hieß sogar, iiialiu/C Kre.fllvagrn hätten die Ortschaften durchfahren u. lese Nachricht künde,egebeu. Solche Gerüchte können ater er Psiautaüe entsprungen sein, können aber auch feindlicher- eil» absiüülich verbreitet werden, um uns zu schaden. Denn mch ei» vorgespiegriter Erfolg, wie der Fall von Belsort, an» Unheil anrichie». wenn fick, die erweckie Hofuung später als triigeriich enversi. Mit wie niedrigen Mitteln uniere Gegner arbeite», mag die Meldung beweisen, daß wir England eine Teilung der Niederlande zur beiderseitige» Vcr- zrößeruug angeboieu hätten, um Englands Neutralität zu erkaufen. lieber solche Gemeinheile,, wird eia höherer R:ch- ler entscheiden. Alle diese Machenschaften beweisen nur, daß wir eckie -M»t« -nA ui'jrcdjtc Sacke verfechten, und unsere Gegner das p,«ue Tageszeitung. M Ittioou,. ,r. «ug,^ i,z, Gegenteil. Unser opferwilliges Volk wird immer wieder aufgefordert, nur solchen Nachrichten über die Kiiegsereig- nisse Glauben zu schenken, die von dem Gcncralstab vcräff- cntlicht worden sind. Die meisten kennen den Krieg nur a.:s den Erzählungen von BLcks.ru. Auch dort spielt die Phan- tasie eine Rolle in gutem wie in bösem Sinne. Tie unend- lichcn SHoierigkeiten und Mühen, unter denen ein Erfolg in langer Zeit langsam heranreift und geerntet wird, kennen selbst nur wenige der Beteiligten. Wenn es Zeit ist. wird alles bekannt gegeben Iverden, aber nnr so, daß wir dann nichts mehr znrüekznnehmen, sondern nur noch manches er- weiternd hiNzuznfügen haben. Wir batten das Versprechen, keinen Mißerfolg zu verschweigen und keinen Erfolg zu der größer». Ruch einen etwaigen Mißerfolg, mit dem unter den schwankenden Verhältnissen des Krieges immer gerechnet werden muß, wird unser starkes Volk ertragen, und ein Erfolg wird keine überschwenglichen Hoffnungen und keinen U'bernint erwecken, dessen sind wir gewiß. sAeneralqnartiermeistcr v. Stein. Zwei Fcldpostkartcn. Wir erhielten folgende Feldpostkarte: Gut in.....angelommcn. Die Begeisterung wae in j allen deutschen Gauen eine nie erlebte. Bewirtet wurden wir I durch 's Rote Kreuz auf's ausgiebigste. „Der Kaiser ries und Alle, Alle kamen!" Morgen gcht's an die Grenze. Die Rot- ( hißen werden blaue Bohnen zu schlucken bekommen. Schlag aus Schlag! Beherzigt die Worte des Kaisers: Gehet in die Kirchen, kniect nieder und betet für Euer tapferes Heer! Dann ist uns sicher geholfen. Gruß an Alle. Daß der ' - Humor im Felde noch nicht ausgestorben ist, das beweist der Inhalt folgender Karte, die von einem unserer Mitarbeiter, der mit hinauszog, herrührt: Ich glaube als, es gibt Krieg: denn wozu sollten wtr sonst um diese Jahreszeit nach Frankreich fahren. Du glaubst nicht, daß wir hinjohren.' Wart! ich werde Dir ein paar Franzosen in Originalpackung mitbringen. Bisher benehmen sich tie Leute sehr gebildet und nett gegen uns. Ich glaube, daß in Frankreich die Leute lange nicht fo lieb find. Ich werde darüber berichten- Hier gibt's Schinkenbröte und fonstige gute Sachen, drüben wird man uns nur mit blauen Bohnen gratis bedienen. Ich mache mir aber aus blauen Bohnen gar nichts und ziehe französisches Gänfellein IN gedämpfter Rußendunke mit gerösteten Engländern garniert schon immer vor. Kind, gibt das ein Festessen. Ich werde Euch dieser Tage aus Paris eine Karte schicken. Deutschland und die deutschen Mädels hurra hurra! Die Feldpost. Außchrift der Feldpostiendunge». Die nach dem Feldheere gerichteten Postsendungen können, da die Marschquarliere der einzelnen Truppenteile fortwährend wechseln, nicht, wie im gewöhnlichen Berlehr, aus einen vom Absender anzugebendcn bestimmten Ort geleitet, sondern mäßen zunächst der Feldpostanstalt zugeführt werden, die für den Truppenteil den Postdienst wahrzunehmen hat. Für jedes Armee-Oberkommando, jedes Armeekorps, jede Division — Infanterie, Kavallerie- oder Reservedivision — ist je eine mobile Feldpostanstalt in Tätigkeit. Bis zu dieser Fcldpcstanstalt, die bei dem Stabe mitmarschiert, werden die an die Truppen gerichteten Sendungen befördert; von dort werden sie durch Kommandierte der einzelnen Trppenabtei- lnngen oder Detachements abgeholt. Hiernach können die Sendungen nur in dem Falle pünkt- tiiü an den Empfänger gelangen, wenn die Aufschriften der Briese usw. richtig und deutlich ergeben: welchem Armeekorps, welcher. Division, welchem Regiment, welchem Bataillon, welcher Kompagnie oder welchem sonstigen Truppenteile der Empfänger angehört sowie welchen Dienstgrad und welche Dienststellung er bekleidet. Dasselbe gilt sinngemäß für die Sendungen an die Angehörigen der mobile» Marine. Sind diese Angaben aus den Briefen usw. an die mobilen Truppe» richtig und vollständig enthalten, dann können die Sendungen mit Sicherheit der zutreffenden Feldpostanstalt zu- g -'führt werden. Eine Angabe des Bestimmungsorts in der Aufichrift ist »ich! erforderlich, kann vielmehr leicht zu Berzö- gerungen bei Ilebermittlung der Sendungen führen. Es ist daher zweckmäßiger, auf den Briese» usw. einen Bestimmungsort gar nicht zu vermerken, sofern der Empfänger zu den Truppen gehört, die infolge von Marschbewcgungen den Standort wechseln. Wenn dagegen der Empfänger zu den Truppen einer Fcstuiigsbesatzung gehört, bei einem Ersatztruppenteile steht oder überhaupt ein festes Standquartier hat. so ist dies auf den Briefen >ßw. deutlich zu vermerken, außerdem ist in diesen Fällen de: Bestimmungsort auzugeben. Die Auijchristcn der Briefe usw mäßen recht klar »nd übersichtlich fein. Besonders empfiehlt cs sich, die Angaben über Armeekorps, Division, Regiment ufw. oder Kriegsichrfi immer au einer bestimmten Stelle, ani besten unten rechts niederzufchreiben. Die Zijscrn in den Nummern der Divisionen, Regimenter usw. und der Name des Empfängers mäßen reckst deutlich, scharf und genügend groß geschrieben werden. Blage Tinte und feine Schrift sind möglichst zu vermeiden. Nachlässig- Zistern und Schrifizüge, oder auch solche, die zwar dem an ieine Schrift gewöhnten Absender sehr deutlich Vorkommen mögen, ca ober in der Tal nicht sind, zumal wo es sich unter Hunderttaufavden oo» Auffchriften um sofortige Entjisterung im Augenblick handelt, werden leicht di« Ursache der Verzögerung oder Ilnan- bringlichkc.l der Fetdpofticndungen. Im übrigen empiiehlt cs sich, oui allen Driesteudungen »ich dem Feldheer oder der mobilen Marine de» Absender an- zuaeben. Eine Vernltichtuna bie.r» b-liekt jedoch nickt. _ erffct I Das Publikum wird ersucht, tm eigen«» Interesse aus htr obigen Punkte Rücksicht zu nehmen. Der Etaatofekretär des Reichs-Posta««,. K r a e t l e » m Krügers AWeo. Melodie: Bei Sedan auf den Höhen Lebt wohl meine Li Geschieden muß sein Wird Gott mich behüten Kehre wieder ich heim. (Refrain). Der Kaiser wollt Frieden Doch des Zaren Heuchelei Schickt den: Keifer schöne Worte Und macht mobil dabei. Besetzt die deutschen ®u..„ Und zwingt uns in den Krieg Doch wenn Gott mit uns kämpfet Ist unser der Sieg. Ganz Deustchland ist einig. Und stellt sich zur Wehr. Und schart um den Kaiser Ein kampfbereit Heer. Zwar der Abschied ist bitter. Doch wir wollen's bestehn Es stärkt uns die Hoffnung Daß wir uns Wiedersehn. Die Ihr daheim seid geblieben Betet täglich für mich Will's Gott, komm ich wieder Und verkünd' Euch den Sieg. Anna Wagner geb. Ziemer. Esiüöorn i. X. Zustände im russischen Heere. Ueber di« Zustände im rufsifchen Heere dringen in der neiiesten Zeit wieder Berichte in die Oefsentlichkeit, die ein fchauderhastes Bild der Verkommenheit gewähren. Wenn auch mancherlei llebcrtrerbung dabei unterläuft, so ist doch sestzuhaltcn, daß ein sehr starke, Korn Wahrheit darin zu finden ist. Das beweisen die Schilderungen der bekannten russischen Arztes Wereßajews, der im japanisch-russischen Krieg in der Front gestanden und seine Erlebnisse veröffentlicht hat (Erlebnisse im russisch-japanischen Krieg. Deutsch in der Memoiren- bibliothet von Robert Lutz in Stuttgart). Obwohl das Buch die denkbar vollzähligste Sammlung oo» Beispielen raffiniertester llnterfchleife durch die russischen Offiziere und Militärbeamten enthält und es in schonungslosester Weise die empörende Unfähigkeit und Gewissenlosigkeit aller militärischen Obrigkeiten aufdeckt, ist cs mit Genehmigung der russischen Zensur erschienen. Einen gültigeren Beweis für die Richtigkeit und Wahrhaftigkeit der Enthüllungen kann ei nicht geben. Und so haben wir denn in diesem Anklagebuch eine wahrheitsgetreue Schilderung der russischen Armee, die uns Zustände schauen läßt, die auch heute noch ähnlich liegen müssen. Eharakterlosiglcit, llnsähigleit, Mangel an allem soldatischen Ehrgefühl bei den Offizieren, dazu noch insbesondere bei des Verwaltung eine geradezu chinefische Bureaukratie und die allgemeine Bereicherungssucht, das sind die Hauptmotive, um die sich Wereßajews Erlebnisse gruppieren, Seite um Seite, in ungezählten Varianten. Die Krankenschwestern sind häufig nur die verkappten Mätressen höchster Offiziere und Beamten — die Berwundeten gehen dafür zu Grunde. Roß und Reiter haben nichts zu nagen und zu beißen — weil das Proviantamt Lieserscheine, die mit Bleistift statt mit Tinte geschrieben sind, nicht berücksichtigt. Bei Lharbin liegen 38 Eisenbahnzüge mit Truppen und Kriegsmaterial fest, weil der Statthalter Alexcjcw seine zwei Luxuszüge für die Gefahr eines Rückzuges auf den zwei Haupiglei- sen unter Dampf hält, und weil außerdem kein Zug Eharbin bei Rächt passieren darf. Der Statthalter wohnt nämlich im Bahnhof und möchte seine Ruhe haben. In der Front dagegen fehlt er- an Truppen und Kriegsmaterial. Aber natürlich: die Ruhe des Herrn Statthalters! Lieber mag Rußland einen Krieg verlieren. Besonders empörend ist das Benehmen Statelbergs. Wc< ressajew erzählt von seiner berühmten Kuh, von seinen Spargel» und davon, wie in der Schlacht bei Wasango eine große Menge Verwundeter aus dem Schlachtscld zurückgelassen werden mußte, weil Statelberg mit seinem Luxuszugc den Sani- tätszügcn den Weg versperrte; während der Schlacht waren 2 Kompagnien damit beschäftigt, unaushörlich Wasser aus dir Leinwand zu gießen, die aber dem Zuge des Generals ausge- spannt war. — denn im Zuge befand sich dte Gemahlin de, Barons Statelberg, und sie suhlte sich von der Hitze belästigt. Der Chefarzt eines Lazaretts steckt die Kassengelder in seine Tasche, „zur Sicherheit", damit das Geld den vordringenden Japanern nicht in die Hände falle, wenn der Kassenwagen genommen würde. Das Kommando, das die Kasse eskortiert, bekommt aber vom Chefarzt den Befehl, an einem sehr gesähr- detc:i Puutt auszuharrcn und unter gar keinen Umständen vom Platz zu gehen. Damit nämlich der Chefarzt den Verlust der Kasse melden kann — der Kasse, die leer ist! Aus demselben Grund werden beim Rückzug die Magazine viel zu fillh verbräunt, die Truppen leiden Hunger und revoltieren, aber ein Dutzend Jniendanturbcamic hat ein gutes Geschäft gemacht. Fast allen ist der Krieg nichts weiter, als eine Gelegenheit, nun n:al anders als in Friedcnszeiten, diesmal aus dem Vollen zu stehlen. Wereßajews Chefarzt Trepofs kaust in Sibirien unter w."S Hafer zum Preis von 43 Kopeken und nimmt ihn au' d:"! Etappenwcg mit, bis Mulden. Dort ist der Marktpreis für Hafer 1 Rubet 83 Kopeken, und Trepofs zusammen mit dem Verwalter machen ein Geschäft von mehr al» 1006 Rubeln, indem sie den Hajcr als in Mulden gelaust verbuchen. Der Typhus ist eine „verbot-ne" Krankheit, also behandelt mau die Tvpbölen als Jnjluenrakranke. Und an dieser Jnfiu-^ Mt.' MV «ja sterben gunitrte, Toufrafe! «brr wie nett macht ei sich fto4 auf dem Papier, wenn da steht'. „Di, Armee ist frei »on ryphu»", Wenns nur L»f dem Papier stand' Als Ipät-rhr, der Typhus doch nicht mehr verschwiegen werden konnte, besuchte «in Korpsarzt ei» Spital. „Haben Sie dis Desinfektion vorgenommen?" .Desinfektion? Wir haben gar keine Desinfektionsmittel." „Haben Sie die Desinfektion vorgrnommcn," wiederhoUe »rr Korpsarzt nachdrücklich. »Ich sage Ihnen ja . . ..Ich hoffe. Sie haben die Desinfektion vorzeriommcn?" ,La-a . . . Aber . . .“ „Schon gut! Bitte machen Sie einen Rapport, daß die Desinfektion vorgenommen worden ist." Das ist nur so ein kleines Beispiel, dem man ein Dutzend ähnlicher zur Seile stellen könnte. Der Zar, ganz Rußland wurde in diesem Kriege betrogen and belogen. E» ist Rächt. Man befürchtet einen Angriff der 3oponet: alles ist vorbereitet. Plötzlich ein rasendes Feuer in oer rusfijchen Postonlinie, Ordonnanzen fliegen, das Feuer wird allgemein, «ine wütende Kanonade beginnt. Der Kommandeur bittet telegraphisch um Verstärkung, er könnte sich nicht länger halten, fü) Minen werden gesprengt, der Rückzug eingeleitet. Und Wcrcssajcw wundert sich, datz nach dreistündigem Kamps noch kein einziger Verwundeter ankommt. Dann klart sich die Sach« aus: Vorposten hotten das Getrappel einer avsgebrochenen Schwcineherde vernommen, und im Glauben, es feien die Japaner, das Feuer erössnet, das von allen Trup- p;n ausgenommen wurde, ohne daß vom Feind auch nur das Geringste zu sehen war. Kuropatkin aber stellte das ehren- ioll> Ereignis in einer „untertänigsten" Depesche auf folgend« Weise dar: In der Nacht auf den 2b. Dezember fingen die Japaner an, uns auf der Front des Zentrums unserer Schlachtstellung zu beunruhigen. Rechtzeitig von unseren Wachtposten bemerkt, wurden sie mit Artillerie- und Gewehrseuer empfangen und zogen sich nach einigem Geplänkel zurück. Wir hatten z Tote und 18 Verwundete, darunter ein Fähnrich. Kuropatkin hatte nur nicht beigefügt, das, diese durch russisch« Kugeln getötet und verwundet worden waren. Weresiajew berichtet über zahlreiche Fälle, wo die Offiziere sich wegen „Erkältung", „Rheuma" und dergleichen aus der Feucrfront drückten und die Hospitäler und Krankenzüge füllte», während die ehrenvoll verwundeten Soldaten keinen Platz finden konnten und elend umkamen. Wercsiajews Buch ist ein düsteres Gemälde von größter Krast und Eindringlichkeit. Wer es einmal gelesen hat, wird er nie wieder vergesien, denn nicht nur SÜeressajew kunstvolle Darstellung macht den tiefsten Eindruck: die unerhörten Tatsachen groben sich iiti Gedächtnis, sie bohren sich hinein in unser Bewußtsein, sie nehmen unser Denken so ganz gefangen. Und man fragt sich: Kann Rußlands Armee heute schlagscrtig sein? }\u 6rrnl)igung mtzln „Eholttablljilikll". Der Freiburger Universitätsprosesior der Hygiene Geheime Hefrat Dr. S ch o t t e l i n S stellt in dankenswerter Weise folgende Ausführungen zur Verfügung: „Es kann vielleicht zur Beruhigung der ängstlichen Gemüter dieneir, die sich durch das Gerücht haben ins Bockshorn jagen lagen: „die Franzose» wollten die Wasserleitung mit Cholerabazillen vergiften", datz eine derartige „Bergistung" bezw. Infizierung einer Wosierleilung gar nicht möglich ist. Die Temperatur, bei der die Choleravibrionen leben und sich sortpftanzen lönne», liegt — entsprechend der tropischen Heimat dieser Bakterien —, so viel höher als die Temperatur unsere: Wasserleitung, das, die Lholeravibrionen darin erstarret. und abstcrben. Ueberdies finden diese keine Nahrung in unserem absolut reine» Leiiungswasser und können euch aus diesem Grunde darin nicht leben, geschweige denn sich sort- pfbttzcn und vermehren. Das sind aber nur äußere Gründe, die die Haltlosigkeit derartiger Sensations-Enten erweisen: matzgebend ist vielmehr der Umstund, datz Cholcravibrioncn allein eine Epidemie überhaupt nicht auslcsen können, sondern, datz noch andere Bedingungen hinzutretcn müssen, um Majsencrkrankungen irgend einer Infektionskrankheit auszulösen. Bedingungen, di- seinerzeit von dem Altmeister der Hygiene, von Pettenkoser, gewiß zu hoch eingcschätzt wurden, als er die Bedeutung der Bakterien als Krankheitserreger überhaupt in Frage stellte, die trotz der einincnten Verdienste Robert Kochs um die Entdeckung der laktcriellen Krantheitrkcime zum Teil wisienschastlich berechtigt und anerkannt sind. Zum Entstehen einer Epidemie gehören in erster Linie zwcisellos die spezifischen Krankhcitskcime, daneben aber auch die zeitliche und die örtliche Disposition der Menschen. Wenn diese Bestimmungen nicht zusammentrefsen, dann versagt die Injettionslrajt der Krankheitserreger. Zur Zeit der „armenischen Greuel", die vor einigen Jahren im Kampfe der Türkei» mit ihren Vasallenstaaten die zivilisierte Welt schmerzlich bewegten, waren — wie ich aus guter Quelle weitz, — mehrere Liter virulente, d. h. infektionskräf- tlge Pestbazillen durch sanatische Feinde in Konstantinopel eingeschmuggelt, und an geeigneten Plätzen ausgestreut: in die Kloaken, um die Natten pestkrank zu machen und dadurch eine Epidemie unter den Menschen des niederen Volkes hervorzuru- f.„, um di« Menschen indirekt zu infizieren, und auch in die Brunnen. Ader die Pest ist in jener Zeit in Konstantinopel trotzdem nicht ausgebrochcn. Es liegt doch auf der Hand, datz die künstliche Erzeugung der Epidemien einer der einfachste» und das furchtbarste Mit- tel wäre, um den Feind zu vernichten. Derartige Versuche sind gewiß schon öfters gemacht worden von Personen, die von Hatz erfüllt, Unheil anstiften wollen: aber diese Versuche sind nie- nrals gelungen. Wenn die betreffenden Unholde über ein- besser« bakteriologisch- Vorbildung verfügt hätten, so würden sie solch« Versuch« überhoupl nicht unternommen haben, weil sie danu di, Nutzlosigkeit eingcsehen hätten. Speziell bei unserer —* W« ir. «»gust 1 JU technisch ausgrzerchnet angelegten und geschützten Wasierlei- tung, die überdre» ständig kontrolliert wird, ist jede Möglichkeit au»g»schlossen, datz der Genutz dieses Wasser» jemals schädlich sein konnte." Aufruf. Deutsche Frauen! Deutsche Männer! Deutschlands Söhne stehen im Felde. Wie wir aus Erfahrung wissen, heißt es jetzt, auch die geistigen Bedürfnisse unserer Krieger zu pflegen und zu befriedigen. Ob unsere Söhne vor dem Feinde stehen oder als Verwundete im Lazarett weilen: Sie muffen geistige Nahrung haben, müffen Nachrichten aus der Heimat, Berichte über den Fortgang des Feldzuges usw. erhalten. Diese Ausgabe mutz großzügig, umsaffcnd und planmäßig gelöst werden. — Eine Arbeit, die in das Aufgabengebiet unseres Vereins fällt, für die wir eingerichtet, in der wir erfahren sind. Die Lösung der Ausgabe erfordert aber groß« Mittel, Mittel, die weit über unsere Kräfte gehen. Wir wenden uns daher an alle Deutschen — ohne Unterschied des Standes und des Geschlechts — mit der Bitte: Helft uns arbeiten im Sinne des uns Allerhöchst verliehenen Leitwertes: Wirke im Andenken an Kaiser Wilhelm den Erotzen! Berlin, den 6. August 1911, Kaiser-Wilhclm-Dank, Verein der Soldatenjrcunde, v Grabcrg, General der Infanterie z. D., 1, Vors. Geldsendungen bitten wir zu richten: An den Kaiser Wilhelm-Dank, Kricgskonto, Berlin W, 35. Bücher erbitten wir unter der gleichen Adrcffe, von den Herren Buchhändlern auch durch Herrn Carl Fr, Fleischer, Leipzig, Achiung die Ermleernte in Gefahr! In der gegenwärtigen allgemeinen Aufregung dürste es manchem entgangen sein, datz der Schmetterling des Kohlweißlings stärker denn je fliegt. Untersucht man unsere Kohl- pslanzen fWcitzkraut, Wirsing, Blumenkohl usw.j, so findet man namentlich aus den Unterseiten der Blätter bereits zahlreiche gelbe Rirehäufchen dieses Pflanzenschädlings abgelegt. Aus diesen Eiern schlüpfen in wenigen Tagen die so gefrätzigen Raupen aus, welche in wenigen Wochen die Blätter unserer Kohlpslanzen bis auf deren Rippen kahl frcffen und somit unsere Geiniiseernte in Gefahr bringen. Es ist die allerhöchste Zeit, die Pflanzen nach diesen leicht sichtbaren gelben Eierhänschen abzusuchen und dieselben zu zerdrücken. Schulkinder vom 8.—12, Lebensjahre eignen sich dazu am besten! Unter Aufsicht der Herren Lehrer könnte diese Arbeit von den Kindern leicht ausgesührt werden, ohne datz unsere Landwirte u»d Gemüsezüchter von ihrer sonstigen Beschäftigung abgehalte» werden, Eile tut not, wenn unsere Gcmüseernte nicht zerstört werden soll. Die Raupen später ablesen zu wollen, ist viel zu zeitraubend und nnzweckmätzig. Grotzh. Obstbau- und landw. Winterschule Friedberg, Ans der Heimat. * Friedberg, 12 August, Von heute ab darf Reisegepäck wieder mit dem Militärlokalzügen befördert werden. Ferner werden bis auf weiteres sämtliche Militärlokalzüge zur B-sör. den.ng von Lebensmitteln, von Getreide, Mehl, Salz, Kartoffeln. Fleisch- und Wurstwarcn, Brot und Eier, Butter und Käse, Gemüse, Hülsensriichte, Obst usw, sreigegeben. Ein Anspruch auf Beförderung besteht jedoch nicht. Sie erfolgt nur insoweit als die Züge nicht durch militärische Transporte bereits voll belastet sind. Die Freigabe erstreckt sich nur aus Transport- innerhalb des Eisenbahndirektionsbezirkes Frankfurt. * Friedberg. 12. Aug. (Bank-Spende.) Di- Mittel- deutsche Creditbank hat dem Zentralkomitee der Deutschen Vereine des Roten Kreuzes 20,000 Mark und für Unterstütz- ung der zurückgelassenen Familien der in den Dienst ringe- trctcnen Personen 10,000 Mark überwiesen. Die Bank zahlt ferner ihren sämtlichen zur Fahne cinberufeuen Beamten den vollen Gehalt weiter. * Bad-Rauheim, 12. August, Unsere Stadt wird demnächst 4000 Metzer Einwohner in ihren Mauern auszunehmen haben, Bon der Stadt sind für Berpslegung pro Person und Tag 3.— Mark bewilligt worden, — Besondere Lazarette werden hier nicht erbaut, Biele Hotels und Dillen, darunter das Grand- Hotel, haben ihre sämtlichen Räume zur Verfügung gestellt. Auch das Konitzlystist hält 12v Betten zur Aufnahme von Verwundete» bereit, Auszug aus einer Ministerialoerjüguu, an die Bad-dir-kiion «ad-Nauheim. » Bad-Nauheim, 12. August. Nachdem vielfach die Salz- preise im Kleinhandel aus eine ungerechtfertigte Höhe getrieben worden sind, beauftragen wir Sie: 1 . in Bad-Nauheim f-Ibst -ine Stelle für Kleinverkaus von Salz einzurichten, 2, den Städleverwaltungen der größeren und mittleren heff, und benachbarten preußischen Städte und Orte durch Rundschreiben mitzutcilen, datz von ihnen Salz zur Versorgung des lausenden Bedarss bei der Grotzh, Salinenver- waltung Bad-Nauheim bezogen werden kann. In beiden Fällen mutz di« Gewähr gegeben sein, daß das Salz zur Befriedigung des laufenden Bedarss, d. h, unmittelbar an die Konsumenten und zu entsprechend normalen Preisen abgegeben wird, datz also die Spekulation dabei ausge- schlotzen bieibt. Zu diesem Zweck wird das Salz von der Klcin- verkaussstelle Bad-Nauheim und den kommunalen Derkanjs- stellcn nur in kleineren Mengen, höchstens etwa 3 Pfund, an die einzelnen Hausbaltunnen, abgegeben werden därsen. », * Frankfurt a. SH„ 12. August Auf dem Bahnhof Säl (Sachsenhausenj sind gestern di« ersten französischen Gefangenen eingctrosfen. Es waren etwa 200 Man», sie wurden vorläuftg in Schulen untergebracht, um dann weiter geschasst zu werden Die Gefangenen, angetan mit roten Hosen und blauen Jacken, machten, wie unser Gewährsmann schreibt, einen schlappen Eindruck, r , ' Hesieu-Nassa«. * Bad Homburg o. d. H„ 12. August, Dos Garnifonkon, ,..»ado hat die Ausweisung aller hier anwesenden Franzoien Ruffen. Engländer und Belgier angeordnet. Insolgedeffen verließen die noch hier anwesenden ausländischen Kurgäste die ^tadl. An ihre Stelle stnd zahlreiche Amerikaner gelreien, die vorläufig kein- Gelegenheit zum Verlaffen Deutschlands haben und den Gang der Ereignisse hier abwarten wollen. Den tränten und nicht reisefähigen Kurgäste» wurde der Aufenthalt in Homburg bis auf weiteres gestaltet, » Eschborn. 12, August, Die Gemeind- stellte za Unterstütz ungszweckcn den hilfsbedürftigen Familien 2000 Mark zur Vcr fügung, * Sindlingen, 5. August, Di« Gemeindeverwaltung stellt, zur Unterstützung der grauen und Kinder von einbcrusenc» Soldaten 10 000 Mark zur Berfügung: außerdem richtete sie eine strenge Ucberwachung gegen den Lebensmittel- und Milch- wi.cher während des Krieges ein. * Wiesbaden, 5. August, Die 93. Generalversammlung des Vereins naffauischer Land- und Forstwirte ist nunmehr aus den 20.— 22. September nach Haiger einberusen. Damit ist für dieselbe» Tage eine landwirlschaftliche Ausstellung und Haupt- ticrschau des Kammerbezirks veranstaltet von der Landwirt- jrtzaftslammcr für den Regierungsbezirk Wiesbaden verbunden, Preise und Auszeichnungen werde» g-gcbin für besonders verdienstliche Leistungen, für langjährige treue Dienste landwirtschaftlicher Dienstboten, für Schäfer, für Hufbeschlog, jür gu, tcs Pflügen, für Meliorationen aus den, hohen Westerwald für Obstbau und für erfolgreich- Tätigkeit aus dem Gebiete de, lant wirtschaftlichen Eenoffenschastswesens. Für die Tierschau, die in den Abteilungen: Rindvieh, Schweine, Ziegen, Geflügel »nd Kaninchen zerfällt, stehen ebenso wie fiir die Erzeugnis- ausstcllung Staatspreise und wertvolle vndere zur Verfügung. Etarkrnburg. * Darmstadt, 12, Aug, Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich aus der Landstraße nach Griesheim, wo ein Kellner mit schweren Verletzungen (Schädclbruch und Beinbruch) aufgefunden wurde, die von einem Auto herrührcn sollen, das von Frankfurt kam und die Bezeichnung I. T. trug, die Nummer war unkenntlich, illach dem Auto wird gesucht. Der Verletzte befindet sich in Lebensgefahr. Aufruf! Deutsche Wandervögel! Ernste Zeiten sind über unscr Vaterland gekommen. Da wenden wir uns an alle Aeltere» un ter Euch, Helft, so weit Ihr es vermögt! Wer von Euch Sol dat ist, den begleitet unser aller Segen, Ihr, die Ihr daheim bleiben müßt, stellt Euch dem Sanitätsdienst zur Verfügung oder tut ein Anderes, Roch ist die Ernte nicht eingebracht, und es fehlt an Arbeitern. Dt, stellt Euch den Bauern, die UN, I» oft Eastfteundjchast erwiesen haben, zur Berfügung und helft! Wir lieben unser Vaterland, jetzt werde unsere Liebe zur TU. der Buudesleiter des Wandervogels, e, V. » « « Der Deutschbund erläßt folgenden Ausruf an sein Mitglieder: Die eisernen Würfel rollen über den deutschen Vollsbode» Mitteleuropas, Von allen Seiten fallen die Neider über uns her, unsere Kultur zu vernichten. Jetzt gilt cs, das in fticd licher Arbeit langer Jahr« geschmiedete Schwert im Kriegs- ringcn zu bewähren. Unsere Massen siegen oder versagen: Wir nehmen mit Gleichmut unsere Lebensarbeit wieder auf, die fittliche, geistige und körperliche Erneuerung des deutschen Volkes. Ist der Sieg unser, so wolle» wir alle Kraft daran setzen, den äußeren Erfolg zu einem dauernden inneren zu gestatten und eine Wiederholung des wüsten Treibens der siebziger Jahre vorzubeugen. Unterliegen wir, so wollen wir in unablässiger Sammlung und Stärkung der inneren Kräfte unseres Volkstums der Wiedererstehung seiner äußeren Macht den Boden bereiten. Zur Stunde aber tue jeder mehr als sei»« Schuldigkeit auf dem Posten, auf den er gestellt ist! Für Kaiser und Reich! Für deutsche Art! Der Bundesvorstand: Pros. Langhaus (Gotha), Kirchlichr Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst in der Stadtkirch«. Mittwoch, den 12. August, abend» Sy, Uhr: ----- dacht: Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst in Fauerbach. Mittwoch, den 12, August, abends '/,9 Uhl, "negsbitlan- dacht: Herr Direktor Schoell, frankfurter Wetterbericht Voraussage: Heiter, trocken, sehr warm, Winde aus östlicher Richtung. Bekanntmachung. Für den Handel mit W a j s c n pp. jeder Art wird hiermit folgendes verordnet: Der An- und Verlaus von Massen im Trödel- oder Alt- Handel wird hiermit untersagt. Der Bcrlaus von Feuerwerkskörpern, welche zum Signalgeben pp, irgendwie geeignet sind, darf nur an Militär Behörden ersclgen. von Schenck, Verantwortlich sur den politischen »nd lokalen Teil: O t t c H i r s ch c l- Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Sch ni i d t, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung St. G„ Friedberg i. L. v.s 187 Erna und Ilse. Roman von D. Fcußncr. 26 (Fortsetzung). »Nu», tvas bedeutet das," murmelte der junge Mann erstaunt. Als er am Nachniittage zur angegebenen Zeit in das Zimmer des Rittergutsbesitzers trat, fand er diesen wach im Bette liegend und seiner schon wartend. Ilse >k»ar nicht anwesend, sondern mit Marie spazieren gegangen. Ihr Vater hatte absichtlich diese Stunde gewählt, »in mit Rodc- rich das Nachfolgende zu sprechen. „Verzeihen Sic, Herr Tictze," redete er Roderich an, „daß ich Sic mit einer Bitte belästige, aber ich ninß mit Ihnen etwas besprechen und Ihren Rat hören." »Sic sind ein in allen Lebenslage» erfahrener Mann," erwiderte Roderich bescheiden, „und könnten mir Wohl einen Rat erteilen, nicht aber ich Ihnen, cs sei denn i» roßärztlichen Angelegenheiten." »Neinl Die Pferde lassen wir heut aus dem Spiele, denn nicht ihretwillen habe ich Sie hierher gebeten, cs ist diesmal eine rein menschliche Angelegenheit, — ich spreche als ein Vater zu Ihnen." Re«« Tageszeitung. Mittwoch, den 12. Angnst 1917. „Ist jeniand erkrankt," fragte Roderick, der noch nicht wußte, wo hinaus der Rittergutsbesitzer wollte. „Sie Habens erraten, — meine Tochter." „Ihre Tochter? Sie war doch gestern abend noch recht wohl und munter." „Und ist cs wahrscheinlich auch jetzt noch, denn sie ist «,it Marie ansgcgangen." „Was soll denn das werden," dachte Roderich, dem die Worte des Kranken in.uner rätselhafter klangen. „Ich verstehe noch nicht, Herr Ruth," sagte er laut. „Sic werden mich bald verstehen, doch zürnen Sie mir nicht, wenn ich Ihnern heute etwas sonderbar vorkomine, — Wollen Sie mir Ihre Aufmertsanikcit einige Minuten leihe»? Ich möchte Ihnen etwas aus den: Leben meiner Familie erzählen." „Wenn Sic Vertrauen zu aiir haben, recht gern," sagte der junge Mann. „So hören Sic," — Und der Kranke begann: „Vor drei Jahren erkrankte meine Frau an einer Lungenentzündung. Ilse war damals siebzehn Jahre alt. Sie saß Tag und Nacht an dem Bette der Mutter, um ihr jeden Wunsch an den Augen abzulcscn. Jedes Kind liebt seine Mutter beiß und innig, und dennoch gibt cs in der Kindesliebe einen Färberei Srauhacft X Fischer CKEM. W9SCH9HST6LT Fabrik und Zentrale: Butzbach Telefon No. 24 Gegründet 1848 Telefon No. 24 16 eigene Linien Friedberg: Kaiserstrasse 63, Telefon 439 Bad-Nauhcim: Alicenptatz, Telefon 229 Bingen, Coblenz, Darmstadt, Eltville, Frankfurt a. M Giessen, Hanau, Mainz, Offenbacb, Wetziar. Grösster Betrieb der Branche Im Grossherzogtum Kessen. Auftrag», dis ns furch dii Bahn oder Post Obriuiitolt »erden, finden rromp- liste Erledigung. Wir bitte» solchi direkt an dis Fabrik richten zu «ollen. timmmmmmimmmmnniii] \ '«Älliiciu Mal-Sattste lös MMml \ n • Hauptsitz: Berlin. - n r.'Tialon in - Braunscliweig, Breslau, Cassel, Coblenz, Danzig, 5 c I iiluicll lli. Erfurt, Frankfurt a.. M., Königsberg i. Pr., Lud- , wigshafen a. Rh., Nürnberg und Straßburg i. Eis. » g Kingezahltes Actien-Kapital u. Reserven: ■ 13,500,000 Stark. 1 8l ,, cl' Circ ' Filiale Frankfurt a.M. j b Postscheck-Conto Schillerstrasse 25,1. Fernsprech-AnschluD ■ , No. 329 Eingang rechts. Amt I 892 u. 893. ■ a Annahme von Spareinlagen von Jedermann mit 4% Verzinsung bei täglicher Kündigung « „ 4V.% „ bei VijährL Kündigung. - ScheeU-Verltelir. - ( in allen Grössen 3 . Plslltr i Mtfcifiorl Möbelfabrik Frlctllicrg !. II. I Steckenpferd- - ! : «Sic bcflc Lnicntnf!ch-Seife | i für zarte, welfic Haut und bien* | ? (iendfchöncnTeinl, Slüdi50Pfg. \ j Ferner macht „Dada-Cream" ] rote und fpröde Haut welb und i [ iammelwelch. Tube 50 Pfg. bei ' Iojej Scc.eli; 2. Baumeister Nachf., Friedberg. Ti'.ltjtigcr i. besten Zeugnissen, sucht Stelle c s Herrschaslstutschu oder bei Xli.it. Ein.ritt kann sofort erfolgen. Anfragen befördert die 'Jicue Tageszci.ung". B Sorget für kommende Zeiten, Laßt nichts nmkommen. Mehr wie in früheren Jahren gelten jetzt diese Worte. Z«m Einmachen von Bohnen, Gurken, Obst empfehle Steinerne Ständer «nd Töpfe in allen Größen bis 40 Pfund Inhalt. Rtt-Cläser nni) Flasche« billigen Nom-Wser in allen Grüßen Durch großen Vorrat bin ich jetzt noch in der angenehmen Lage '£2fr~ zu alten Preisen "VÄ alle Größen liefern zu tonnen Nachlieferungen sind jetzt ansge- chlosien, deshalb ist baldige Anschaffung nur zu empsehlen, Verla»! nur gegen bare Zahlung. £. fjilbvcdjt Ww. tvriebfictg. junödjil der felofirrhaffrnc. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daff der Unterricht in der städt. Musterschule Donnerstag, den 13. d. Mts. vormittags 7 Uhr beginnt. Friedberg, de» II. Sun. 1:44. Der Bürgermeister: Stahl. C^«'ökktr"s Biiiaof asti EFiialzc! Eo!d!ki 6 tkl, Farben, Lacke, Pinsel nirgends besser, nirgends billiger wie bei Adolf IScclistcin, Am nlf.lJcItom}. i'riedber^ i. II. Siijnlftr. 5. Trlrfo» 459 . Telefon 459 . Wicderverkäuser sowie sür Neubauten gebe ich den höch iten Rabatt! Tapezierer steht zur Nerfllgung. hü luMtlf «WWUtMWW. Ceschäftsstelle Franksurt a. M., Moselstrage 6a. Teleson-Nummer 9299 Amt I. Bürostunden: Alonlag nachm, von 5—7. — Dienslag nachm, von 5—7. — Donnerstag nachm, von 5—7. — Freitag nachm, von 5—7 Uh Z« verkaufen. gwei prima norddeutsche Wagen- 0 und Arbeitspserde, drei und viereinhalbjährig, Farbe braun, bei Georg Christian, ttalrrUttfrtmd). Partie sehr schöne Ferkel bei Koniad Schuch, Dortelweil. Schönt Ferkel Jakob Schaar, Hntibach l. ®. (yin chclronomirwagen mit v 1 Leitern, einspännig m. Pferdegeschirr und 1 Psuhlsah bei Luise Boch, Dortelweil, ]nr f rur. (fine Partie Ferkel bei Müller, Köwenhof. <>üe Dreschmaschinenbesitzer t) ITIaMcIiinen mit Selbst- blnderpreffe nach Schwanhelm a. M gesucht, 6 bis 8 Wochen Arbeit. Off. unt. Angabe des Dreschpreises unter D. Sch. 2111 der Neuen Tageszeitung erbeten. jährige» »ohlen von gekörten F Elter» abstammend, hellbraun, ohne Abzeichen bei Heinrich Christian Fauerbach, Büdesheim (Oberheffen.) Bekanntmachung. Die große Zeit stellt auch an uns ältere Aerzie, die wir allein Zurückbleiben mußten, große Anforderungen, die wir gern auf uns nehmen in einer Zeit, wo es gilt, daß jeder seine volle Kraft einsetzt. Wir können indeß die ärztliche Versorgung der Stadt und der zugehörigen Ortschaften nur gewährleisten, wenn wir von der Bevölkerung in Maß und Form unserer Beanspruchung unterstützt werden. Kranke, die gehen können und solche, die Auskunft haben wollen, sollen sich in die Sprechstunde begeben. Für die Besuche bei den Kranken ist es wichtig, wann und w i e wir bestellt werden. Von Notfällen abgesehen, sind die Bestellungen vor Ablaus der Spiechstunde zu inachen, so daß die Zeit, die für Besuche zur Verfügung fleht, planmäßig ausgenutzt werden kann. Nur in wirklichen Notfällen verlange man sofortige Besuche. Man sei deshalb zurückhaltend mildem Nus: „gleich kommen". Auch das segensreiche Telefon darf nicht zum Mißbrauch vericitcn. Nachtbesuche sind möglichst zu beschränken. Bei Verletzungen und besonders dringenden Not' fällen sind auch die Aerzte des Krankenhauses und Herr Dr. Nebel, (Wcedgasse 3,1) zur Hilseleistung bereit. Dr. Weckerling, Mainzertoranlage, Sprechstunde vor 9 Uhr vorm., 2—3 Uhr nachmittags. Dr. K. Becker, Bismarckstraße 5, Sprechstunde 7—9 Uhr vorm., 1—3 Uhr nachmittags. In Friedberg wohnhafte Die Regierung beabsichtigt, Einwohner der Festung Metz hier unterzubringen. Diejenigen, die gesonnen sind, solche aufzunehmen r:nd zu verpflegen, werden gebeten, dies alsbald im Stadthaus — Zimmer Rr. 4 — anzumelden. Frirdberg, den 11. August 1914. Der Bürgermeister: Stahl. an-sturmpflichiige ausgebildete Infanteristen, Jahrgänge 1893, 1894, 189', wollen sich sofort im Rathaus Zimmer Nr. 4 melden. Kezirksltommattdo Friedbera. _ ecifct Unterschied. Was ich baniil meine, werden Sir gleich hören. Acht Tage später hörte ein trencs Mnttcrhcrz auf zu schlo- gen. Wenn ich jetzt an diese Stund,- denke, bäumt sich der wildeste Schmerz in ,„einem Inner,, auf, und ich möchte weinen, denn was cs heißt, sich mit dem Gedanken tragen, ztvci Augen ous denen man wie aus einem unversiegbaren Quell Trost, Hoffnung und Liebe schöpfen konnte, haben sich geschlossen für immer . . . ich weiß es. — Hierin liegt der Höhepunkt des Schmerzes der menschliihrn Seele. Kein Web dnrchwühlt in glcick>ec Wciic die Brust, als dieses." — Ter Kranke schwieg einen Moment und wischte sich mit der Rechten über die Angen, dann fuhr er mit bebender Stimme fort: „Tas Kind hat dieses Weh noch tiefer empfundc», als der Vater, denn als Ilse sah, daß der Muttcrbrust der letzte Seufzer entflohen war, und das Herz stille stand, brach der bis dahin so gut bemcistcrte Schmerz mit verdoppelter Gewalt durch. Beider Leben waren so ineinander gewachsen, und beider Seelen so eng miteinander verbunden, daß dieser gewaltsame Schnitt, welchen der Tod mit kalter Hand voll- führtc, auch das Leben der Zurnckblcibenden gefährdete. Noch nie habe ich ein entfcsselndcrcs Gemüt und eine sprc- chenderc Tchmcrzkundgcbnng gesehen, als bei meinen, Kinde. (Fortsetzung folgt). Schublager Heinrich Hess Telefon 420. Frledlierg Kaiserstr. 40. 2 selten schöne krustige gesütterte Plerile 2‘/i 2ahr, Goldsuchswallach (belg.) und braune Stute, absolut sromm, da Wetdctiere, abzugeben. Wallach kann als Einspänner sofort gefahren werden. Ebenso 2 sehr gute Falirkiihc. SlhsWMhlt Njillgtll Vierhaus. Ilfue Hinpfeuftfine werden abgegeben zum billigsten Tagespreise. Diilgoseiifikgelki 3. ii. gbfinaiitt. K«>-jla»i,ki»i. am Ehausscehaus. Techniker Besucher der Polytechnischen Lehranstalt zu Friedberg sucht sich als Maschinctiführer bei den Erntearbeiten zu betätigen. Eo. würde er bei jeder Feldarbeit mithelsen. Irnsiagen befördert die Ezp. d. R. Tagesztg. Bekanntmachung. Es herrscht vielfach die Ansicht, daß mit Ausbruch de» Krieges die Verpflichtungen gegen öfsenlliche Kassen ruhen. Dies trifft nur für Kriegsteilnehmer bezüglich der Steuern vom 1. August ab zu, fosem deren Eintommen in Wegfall gelommen Alle übrigen Steuerpflichtigen sind auch weiterhin zur Zahlung der städtischen Umlage und der sonstigen Eesälle verpflichtet. Reltamationen sind jedoch vorerst bei Er. Finanzamt Nicht zu erheben, denn es wird bei der nächsten Mahnung der Gemeindesteuer des I. und 2. Zieles, die bis zum 14. d. Mts. bezahlt fei» muffen, sestgestellt werden, für wen Steuerpflicht vorliegt. Zugleich wird unter Bezugnahme aus den Beimerk aus dem Steuerzettel daraus hingewiesen, daß unter Ausschaltung des Bar- geldoertehrs direkte Ueberweisung von Einlagen beim Borschuß- und Kredilverein auf das Konto-Korrent-Konto der Stadtlaff« erfolgen kann. Es wird erwartet, daß Jedermann in dieser schweren Zeit die Erfüllung seiner Zahlungsverbindlichkeiten auch als vaterländische Pflicht betrachtet, da für die Folge große Ausgaben von der Stabt zu erfüllen sind. Friedberg, den 7. August 1814. Der Bürgermeister. Stahl. Bekanntmachung. Der Tag der Auszahlung der Taxsummen für infolge der Mobilmachung angekausten Pferde wird demnächst bekannt gegeben. Friedberg, den 7. Auaust 1914. Der Bürgermeister. Stahl. Aufruf. Infolge des uns von England erklärten Kriege» wird uns unsere Nahrungsmittelzusuhr stark gefährdet, wenn nicht gar vollständig abgeschnitten. 2m Einverständnis mit der Landwirtschastskammer für das Groß- Herzogtum Hessen und der übrigen hessischen Handele- kammern bitten wir dringend, die irgend wie entbehr« tichcn Arbeitskräfte in Industrie und Handel der Landwirtschaft zuzusühren, damit sie dort die so überaus wichtige Ernte bergen Helten. Nähere Auskunft erteilt das zuständige Kreisarbeitsamt (städt. Arbeitsamt.) Wir crwaiten, daß alle Firmen unseres Bezirks bei deni großen Ernst der Lage sich ihrer vaterländischen Pflichten bewußt sind und unserem Ersuchen so weit wie möglich entsprechen. Friedberg» den 6. August 1914. Gröbster,yogliche Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen» Schotten. H. L. Langsdorf Rechtsanwalt u. Notar A. Stahl Bombender. eotmdikus.