Uiimmer 186 Dienstag, den 11 . Angnst iiH4 7. Jahrgang Dt« „Um* Tagr»,ett»ng ' rrjchetn: >eden SLerltag. Regelmäßige Beilagen „vrr H-urr au» H»I7»u", ,.vi« Spinnliube". K»,»zoz>r«i»: Be, den Postanstalten tneneliätjrltrt) «!. 1 ,'ij b«i 6en Slßenten monatlich 50 Pfg. hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Auseigen I Grund,eile 20 Vfg- lokale 15 Psg„ Anzeigen von auswätts werden durch Postnachnahme erzoiie» Ersüllungsott Friedberg. KcheiMeitang und vertag Friedberg lhesienf, Hanauerstraß« 12. Fernsprecher 48. Pastlcheck-Loato Nr. 485g. Amt Franlsnrt o. NI. Leder ein deutscher Lieg f Die Franzosen bei Mülhansen geschlagen. — Die Oesterreicher nnd Rnffen. — Die Vorgänge bei der Einnahme von Lüttich. — Die erste Verlustliste. Frau Fama hat eben gute Tage, sie kann ihre Zunge fleißig spazieren lassen. Schon am Sonntag schwirrten die abenteuerlichsten Gerüchte durch die Luft. Fünfmal- hundcrttauscnd Franzosen sollten durch das Vogesenloch in das Obcrelsaß eingefallen sein, sie sollten Mülhausen erobert haben nnd bei Lörrach (!) sollte eine Schlacht stattsindcn. Den Zagen begann das Herz zu klopfen. Auch am Montag verstummten die Gerüchte nickst. cS lag in der Lust, es mußic was vorgefallcn sein, war cS gutes oder böses. Endlich kam die Entspannung und abermals ein d c u t - scher Sieg! Das 7. französische Armeekorps nnd eine Tivision, die BclsorlS Besatzung bildete, versuchten in das Elsas, cinzudringcn, sie wurden in der Nähe von Mülhausen oou d?utschen Trichpen ausgehalten und nach Süden zurück- gcworfen. Tic Franzosen erlitten ungeheure Verluste, wöh- rrnd die der Tcntichen nicht erheblich sind. Das geht ja wacker! Fast scheint es, als wolle sich das Schauspiel von 1870 wiederholen: Schlag auf Schlag! Ter Heldcnt 't von Lüttich, die einst hell in der Geschichte crstrah- len wird, ist der Sieg in L berelsaß gefolgt. Es ist anzu- nehmen, daß etwa 70,000 Franzosen an der Schlacht beteiligt gewesen sind, die entsprechenden deutschen Kräfte in Betracht gezogen, so kommen wir zu den, Schluß, daß die Bedeutung >cr gestrigen Schlacht nicht hinter der Schlacht bei Wörth urücksteht, mit der 1870 der Neigen der großen deutjckM Siege eröffnet wurde. Tic Fassung der amtlichen Depeschen läßt di« Hofs- nung zu, daß den Franzosen der Rückmarsch nach Belsort ab- gcschnitten ist, sie tollen nach Süden zurückgeworfen sein und im Süden liegt die schweizer Grenze. Würde sich der Sieg derart krönen, dann wäre dem berüchtigten Vogesenloch ein Teil seiner Gefahr benommen und wir könnten es benutzen, um den Krieg auch dort in die Gefilde Frankreichs zu tragen. So mußte cs kommcnl Wir müssen und wir werden siegen! Unser Vertrauen ans Gott und unsere große Sache, mit der unsere tapscrcn Krieger vor den Feind rücken, wird sich reckt fertigen. Der Ansang ist gemacht. Die ersten Siege erheben das Herz unserer Truppen, soweit die Begeisterung, die dort herrscht, überhaupt noch gesteigert werden kann. Den Feind aber entmutigen seine Niederlagen, mit Grauen wird er jetzt schon das Bild der 70er Jahre vor sich aussteigcn sehen und ihm mit fürchterlicher Deutlichkeit klar werden, was es heißt. Teittschland vnzugreisen. „Und droht cs von Osten und dränt es von West, Wir schlachten den Bären, den Hahn uns zum Fest. Fällt neidisch uns an auch die ganze Welt, Sie lernt uns schon kennen, der Angriff zcrfpellt!" Ein dcntzcher Sieg! Der von Belsort in bas Oberelsaß vorgedrungene Feind, anscheinend da» 7. sranzösische Armeekorps nnd eine Znsanterie- diuision der Besatzung von Belsort, ist gestern von unseren lrnppen aus einer verstärkten Stellung westlich von Mülhausen in südlicher Richtung zurückgeworsen worden. Die Verluste unserer Truppen sind nicht erheblich, die der Franzosen groß. vit sslunolkn nnd) der 5'chivm gedrängt? Zu dem deutschen Sieg bei Mülhausen wird weiter berichtet, daß die Franzosen mindestens 70 000 Mann stark gewesen seien, denen die Deutschen nur schwächere Kräfte gegeniiber- stellen konnten. Es soll gelungen sein, de» Feind nach der schweizer sichen Grenze abzudrängen. Eine amtliche Bestätigung dieser Nachrichten liegt nicht vor, sie sind daher mit Vorsicht auszunehmen. Ein sransökllher flirgcr heniulttgeld,offen. Trier, 10. August. Ein französischer Flieger, der über Diedenhosen geslogen war, wurde bei Amanweiler herabgeschosien. Französische Flieger warfen heute Nacht bei dem Eisen- bahnlnotenpunkt Karlhaus bei Trier ersolglos Bomben auf die Bahn. Weiterer Erfolg gegen dieNnsien. Berlin, 10. August. Drei im Grenzschutz bei Ehdtkuh- nrn stehende Kompagnien, unterstützt durch heraneilende Feldart illerir, warsen die über Romeiken aus Schleu- ben vorgehende 3. russische Kavalleriedivision über die Grenre zurück Oesterreich ungarische Erfolge. Wien, 10. August. An der ganzen Grenze von O st - und Mittelgalizien erneuerten die Russen gestern früh ihre Versuche, in österreichisches Gebiet einzusallen. Außer Kavallerie traten auch Fnsanterieabteilungen und Geschütze in Tätigkeit. Trotzdem wehrte der österreichische Grenzschutz alle Angriste ab. Die österreichischen Verluste, die nicht genau bekannt sind, find nur geringfügig. Ein besonders heftiger Kamps entspann sich mit zwei Cotnien Kosaken. Die angegriffenen Grenzposten hielten den Feind aus und nahmen ihm neun Pferde ab, woraus einige reitkundige Soldaten der Posten eine Attacke ritten. Dies veranlaßte die durch das Feuer arg mitgenommenen Kosaken zur eiligen Räumung des Gesechtsfeldes, auf dem sie 90 Tote und Verwundete zurllckließen. Die Lesterreicher hatten keine Verluste. Eine österreichische Erenz- abteilung, die von Oesterreichisch Rowosielitze über di« Mohile- Hohe bis zu dem gleichnamigen russischen Grenzort vorgedrungen war, wehrte eine Reihe von Angriffen überlegen ab. Da der mit dem Vorstoß beabsichtigte Zweck inzwischen erfüllt war, wurde der Abteilung befohlen, ihre srühere Stellung wieder einzunehmen, die weiter behauptet wird. Im Verlaufe der mehrtägigen Kämpfe und bei Beginn des Vorstoßes bis zum Einrücken in ihre ftühere Stellung büßte die Abteilung 4 Tote und 5 Verwundete ein. Von den österreiijchen Erenztruppen wurden die zur Lösung besonderer Ausgaben unternommenen k-eineren Vorstöße erfolgreich durchgeführt. ssefolgreidieg vmrhtli -er yalir. Junglihühen. Wien, 10. Aug. (SS. B.) Die „Gazetta Parana" mel- det aus Krakau: 800 galizische Jungschützen unter Haupt- mann Frank überfielen heute Nacht etwa 1000 schlafende Kosaken bei Mjechow. Der Kampf dauerte einige Stunden und endete mit dem vorllständigen Rückzüge der Kosaken, die etwa 400 Tote und Verwundete hatten. Hauptmann Frank hatte 140 Verwundete und besetzte Mjechow. Die „Neue Freie Presse meldet aus Lemberg: Die Jungschützen, welche Mjechow einnahmen, setzten den Marsch nordwärts fort nach Ksiaz, das nach kurzem Scharmützel besetzt wurde. Die Russen liehen viele Tote und Verwundete sowie bedeutende Proviantvorräte zurück. Es heißt, daß auch Pilitza und Kiele« von den Russen geräumt worden sind. Unter den polnischen Jungschützen herscht große Begeisterung. Die IWontnirgrinfr in Wykkil. Wien, 9. Aug. (SS. B. Die Montenegriner beschossen Eattaro und stellten das Feuer, das von den Oesterreichern erwidert wurde, um 6 Uhr abends wieder ein. Die Oester- reicher hatten keine Verluste. Das Feuer der Montenegriner war völlig wirkungslos. Die Stellungen der Oestcr- rcichcr wurden nicht beschädigt. Beschicßnng von Slntivari. Mailand, 9. Slug. Tie montenegrinische Hafcnst idt Slntivari wurde gestern beschossen. Zerstört sind die Jndust- ricwcrke der von Italien finanzierten Compagnia di An- tivari, die Hasenstation, das Hafenkommando, die Lagerhäuser, die Funksprühstation. Tic Lcslcrrcicher verschonten das italienische Konsulat und das italienisch: Hotel „Marina." Obwohl der Kommandant der „Szigetvar" den Italienern Sicherheit versprach, zogen cs die in Antivari befindlichen 90 Italiener vor, sich nach Italien cinzuschifscn. Nur Konsul Nicccolini verblieb in Slntivari. Angriffe der Montenegriner. Wien, 10. Slug. (W. B.) Sluf den, südlichen Kriegsschauplatz zeigten die Montenegriner gestern und vorg-stern große Angriffslust gegen die österreichisch-ungarische Grenze. Am 8. August brachen sie in einer Stärke von 1000 Mann gegen den Grenzposten östlich der Festung Trebinjc ror. Tie Verluste der Oesterreicher betragen einen Offizier und 21 Mann; die Montenegriner hatten 200 Tote, ferner sah man zahlreiche Schwcrvcrwundctc sich zuriickschleppen. Slni 9. August früh versuchte eine andere montenegrinisch: Kolonne, die Posten bei Gab und Slntowatz zu überfallen. Tie Besatzung entdeckte den Anschlag und wies ihn tapfer zurück. Amilidikg iibfr -eil fnU non Mich. Berlin, 10. Aug. (SB. B-) In einer Tepesche des Ge- neralquartiermcistcrs heißt es: Aranzösisckzc Stackrichten ha- ben unser Volk beunruhigt. Es sollen 20,000 Deutsche vor Lüttich gefallen und der Platz überhaupt noch nicht in uns«, ren Händen sein. Durch die theatralische Verleihung des Kreuzes der Ehrenlegion an die Stadt Lüttich sollten diese Angaben bekräftigt werden. Unser Volk kann übe>-zeuot sein, daß wir weder Mißerfolge verschlvcigen, noch Erfolge ausbauschcn werden. Wir werden die Wahrheit sagen und haben das volle Vertrauen, daß unser Volk uns mehr glaube» wird als dem Feinde, der seine Lage vor der Welt mög- lichst günstig hinstellen möchte. Wir müssen aber mit unseren Nachrichten zurüekhaltcn, solange sic unseren Plan der Welt verraten können. Jetzt können wir ohne Nachteil über Lüttich berichten, Jeder wird sich selbst ein Urteil bilden können über die von den Franzosen in die Welt geschrieenen 20,000 Mann Verluste. Wir hatten vor vier Tagen vor Lüttich überhiupt nur schwache Kräfte. Denn ein so kühnes llntcrnelnn:n kann man nicht durch Ansammlung überflüssiger Truppenmassen verraten. Daß wir trotzdem den gewünschten Zweck erreichten, lag in dev guten Borbereittu,g und rn der Tapferkesi unserer Truppen, der energischen Führung nud dem Bei- stände Gottes. Ter Mut des Feindes wurde gebrochen, seine Truppen schlugen sich schlecht. Tic Sckiwicrigkeit für uns lag in dem überaus ungünstigen Berg- und Waldgclände und in der heimtückischen Teilnahme der ganzen Bevölker- ung, selbst der Frauen, an dem Kainpfe. Slus dem Hinterhalte und den Ortschaften aus den Wäldern feuerten sie aus unsere Truppen, auf die Slerztc, die die Verwundeten bc- handelten und die Verwundeten selber. Es sind schlvere und erbitterte Kämpfe gewesen. Ganze Ortsä»,sie,> mußten zerstört werden, uni den Widerstand zu breäzen, bis unsere Truppen durch Fortsgürtcl gedrungen waren und in dem Besitz der Stadt sich befanden. Es ist richtig, daß ei» Teil der Forts sich noch hielt, aber sie feuerten nicht mehr. Seine Majestät wollte keinen Tropfen Blutes durch Erstürmung der Forts unnütz verschwenden. Sic hinderten nicht mehr an der Durchführung der Slbsichten. Man konnte das Her- ankomnicn der schweren Artillerie abwarten und die Forts in Ruhe nach einander zusammenschießcn, ohne nur einen Mann zu opfern, lieber dieses alles durste eine gewissenhafte Heeresleitung nicht ein Wort veröffentlichen, bis sie starke Kräfte auf Lüttich nachgezogen hatte und auch kein Teufel es »ns mehr entreißen konnte. In dieser Lage befinden wir un? jetzt. Die Belgier haben bei der Behauptung der Festting nichr Truppen gehabt, wie sich jetzt übersehen läßt, als von unserer Seite zum Sturm antraten. Jeder Kundige kann sich daraus die Größe der Leistung ermessen, sic steht einzig da. Sollte unser Volk wieder einmal ungeduldig ans Nachrichten warten, so bitte ich, sich an Lüttich zu erinnern. Das Volk hat sich einmütig um seinen Kaiser zur Slbwehr der zahlreichen Feinde geschart, sodaß die Heeresleitung annchmcn darf, cs werde von ihr keine Veröffentlichung verlangt werden, die ihre Absichten vorzeitig dem Feinde kundtun und dadurch die Durchführung der schweren Aufgabe vereiteln kann. Der Generalquartiermcister gez. v. Stein. Zeppelin OL in (Tätigkrit. Berlin, 10. Aug. (SB. B. Wie die „Kölnische Volks- zeitung" meldet, ist „Z. VI" am Donnerstag früh 9.30 Ilhr von einer Kreuzfahrt aus Belgien zurückgekehrt. Don der erfolgreichen Fahrt erfahren wir zuverlässig folgendes: TcS Luftschiff beteiligte sich in hervorragender Weise an dem Kampfe, der sich bei Lüttich entspannen hatte und konnte sehr wirksam in ihn eingreifcn. Slus einer Höhe von 600 Meter wurde die erste Bombe geworfen, die ein Versager klieb. Darauf ging das Luftschiff bis 300 Meter herab ni.d schleuderte weitere 12 Slomben, die sämtlich explodierte». Infolgedessen geriet Lüttich an mehreren Stellen in Flau,- men. Sämtliche Bomben wurden von einen: Unteroffizier der Besatzung ans der hinteren Gondel herabgeworfen. Der Unteroffizier war noch der Landung des Luftschiffes unter den Tausenden von Zuschauern ein Gegenstand bcgcilteele: Ovationen.^ Was die Belgier dachten. Wenige Tage vor dem Fall von Lütttch berechnete eint belgische Zeitung, daß Deutschland unter den augenblickliche:: Umständen zur Forcierung der Lütticher Besestigungen von ih.er Macht mindestens 125 bis 290 900 Mann detachieren müßte, und dies ohne besondere Chancen aus E r - solg oder wenigstens eines raschen Siege»! „Vergeffen wir nicht, daß der Eindringende, nachdem er die 35 999 Mann, welche die Position Lüttich verteidigen, überrannt hätte, sich noch durch unsere Feldarmee von mindestens 129 999 Mann schlage': müßte. Dies alles muß von den deutschen Strategen studiert worden lein. Sie wißen auch, daß Belgien lest ent- Nr. 188 jifrlrfjen ist. sich energisch zu verteidigen, und daß es mit wunderbarer Festigkeit daran gearbeitet hat, im Augenblick der Gefahr bereit zu sein. Ein Handstreich gegen Lüt- tich ist demnach nicht mehr möglich." Französische Berichterstattung. Am Freitag, als die Festung Lüttich schon in deutschen Kunde» war, schrieb Präsident Poincarö an den König der Belgier: Paris, Freitag. 4,40 N. Ich freue mich. Eurer Majestät miitcilen zu können, daß die Regierung der Republik soeben Sie tapfere Stadt Lüttich mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet hat. Die Regierung wünscht die mutigen Berteidi- gcr des Platzes und die gesamte belgische Armee zu ehren, mit der verbündet die französische Armee seit heute früh aus dem Schlachtfeld ihr Blut-vergicßt. Und wieder am selben Freitag hat König Albert eine Proklamation crlasien, die in begeisterte» Worten den belgischen Kriegern dankt und die ZU neuen Taten ausruft und in der der König sagt: „Alle Angriffe sind abgeschlagen worden. Keines unserer Forts ist gefallen. Die Festuna Lüttich befindet sich noch in unserer Hand." Das einmütige Oesterreich. Wien, 10. August. Die Blätter stellen fest, daß die Oesterreich-Ungarn feindliche Presie lange vor Ausbruch des Krieges eine Reihe von Unglückssällen vcrzeichnete. die den Feinden Oesterreich Ungarns im Ernstfälle als Treffer in den Schoß fallen würden. Nun ist der Krieg vor wenigen Tagen ausge- bicchcn. Man kann feftstellen, daß fast alle Posten dieser Rechnung sich schon jetzt als schwere Jrrtümcr erweisen. Die Spekulation aus den Nationalitätcnhader Zwischen den Völkern der Monarchie steht vor der Tatsache eines einmütigen Patriotismus und einer glänzenden Betätigung dynastischer Treue. Die Wahrsager, die verkündeten, daß Deutschland uns -in Kriegsfälle die Bundeshilfe verweigern würde, sehen die Bewährung wirklicher Nibelungentreue. Die scharfe» Rechner aus den staatlichen Abfall der deutschen Sozialdemokratie müssen erkennen, daß der deutsche Arbeiter sein Vaterland ebenso ausrichtig liebt wie irgend ein anderer Deutscher. Die Erwartung, daß ein Ausstand in Bosnien das Werk der Selben unterstützen werde, strafen die Kundgebungen der Treue der bosnischen Serben Lügen. Die Verkündung, daß der neue Balkanvicrbund sich uns entgegenstcllcn werde, ist mit der Frage entkräftbar, wo der Bund fei. Die Drohung endlich, daß 499 090 Kosaken bereit seien, die österreichischen Grcnzpro- oinzen zu überschwemmen, zerslattcrt vor der Meldung des russischen Rückganges aus Pole». Die Blätter erklären, daß somit alle diese Boraussctzunge sich als mißglückte Spekulationen herausstelltcn. Belgiens Finanzlage. Mannheim, I». August. Wie ein aus Belgien zurückge- kchrter Deutscher der „Neuen Badischen Landeszeitung" mit- teill, besteht in Belgien schon seit einer Woche ein befristetes Moratorium, das bis zum 31. August läuft. Die Banke» zahlen Guthaben nur bis zu 1009 Mk. vollständig aus; bei Guthaben über 1000 Mark werden nur die ersten Tausend voll, von dem Rest 10 Prozent ausbezahlt. Tie Stimmung in London. Wiesbaden, 10. August. Von einem Herr» und einer Dame, die aus London zurückgekchrt find, wird der „Rhein. Balisztg." mitgeteilt, daß dort große Menschenmengen vor das königliche Schloß gezogen seien und gerufen hätten: „Wir wollen leinen Krieg!" Die |Mfn fürchten für ptterstiurg. Kopenhagen, 8. August. „Rationaltidende" in Stockholm berichtet über die Zerstörung Hongocs durch die Russen : Die Rusicn versenkten am Sonntag und Montag mit einem großen Dampfer am Hafeneingang alle Dampflräne und s p r e n g tc n die E i s e n b a h n w e r l st ä t t e n in die Lust. Sie steckten dreißig Magazine in Brand, zerstörten die Eisen- behnlinien und sperrten die Einfahrt nach Petersburg durch M inen. Die Einfahrt wird durch Torpcdobootsflot- tilleu bewacht. Unruhe in Sosia. Sofia, 9. August. Die Regierung plant die Verhängung des Belagerungszustandes. Die außerordentliche Maßnahme soll wohl dazu dienen, der Presie gewisie Zügel anjulegen. Außerdem spricht man auch von einem starken Zuzug fremdartiger Elemente nach Sofia, die man für die in- ner: Ruhe und Sicherheit für gefährlich hält. Ans dem Innern Serbiens. Wien, 19. August, lieber die Lage im Innern Serbiens meldet die „Reispost" aus S o s i a : Während die österreichisch- ungarischen Truppen von der Donau, Save und Drina aus das Land umklammern, versagt die Zufuhr aus den ncuerworbenen Gebieten Serbiens infolge von vielerlei Störungen. Vor allem ist die wichiige Brücke von Gewgheli zerstört, die die Verbindung mit Snlonik herstellt, so daß der Nachschub aus griechischen Häsen ausgehaUcn wird. Von Bulgarien erhält Serbien nichts, da Bulgarien selbst Vorräte sammelt. Jnfolgedcsicn beginnt sich bei dn serbischen Armee und dem Volk Vcrpsle- guugsmangcl fühlbar zu,machen. An der albanischen Grenze sind starke albanische Bauden aufgetaucht. Konsular- berichtc aus Albanien melden, daß die Aufständischen vor Schiak mit den Truppen des Fürste» fraternisiert haben und nach der albanisch serbischen Grenze abgezogen sind. Tkilivtijt Mobüißrcnug in önlgarikn. Sofia, 9. August. Die Regierung verlangt von der Co- branje 99 Millionen Francs zu Mobilisierungszwecken. Die .Maßnahme ist eine reine Vorsichtsmaßregel, hcrvorgerufen durch Neue -Lugc»*mn*g. »icnMug. um ll. August |«14 Truppenzujammcaziehungen anderer Staaten. Die Mobilisierung wird nur teilweise sein und, wie man sagt, nur sechs Altersklassen betreffen. Sie dürfte Ende dieser Woche in Angriff genommen werden. Ein bHlgnrilrfjft (6fnfra! tritt in Wicht vienke. Der bulgarische Gesandte in St. Petersburg, General Radko Dimistriew ist in russische Dienste getreteir. Die bulgarische Regierung hat ihn auf diesen Beschluß hin sofort von feinem Posten als Gesandter in Petersburg enthoben. Das Blatt „Kambano" schreibt: Dimitriew fühlte sich schon während des Balkaukrieges mehr als Russe und Sorbe denn als Bulgare. Man müsse ihn als Verräter an Bulgarien behandeln und dürfe ihn nicht mehr über die Grenze lassen. Sympathien der Nordländer. München, 19. August. Die hier lebenden Schweden, Dänen, Norweger und Finländer haben rin Komitee gewählt, das sich mit den Behörden über zweckmäßige Hilfsmaßnahmen verständigen soll. Zn der Versammlung, in der dieses Komitee gewählt wurde, kamen die warmen Sympathien der Nordländer für die Sache Deutschlands zum Ausdruck. Zn der gleichen Versammlung sprachen die Schweden die Hoffnung aus, in die Lage zu kommen, Deutschland mit ihrem Heere und ihrer Flotte hilfreich beistehen zu können, um an der Niederlage Rußlands mitzuwirken. Die hiesigen Schweden haben ferner an den König folgendes Telegramm geschickt: „Anläßlich einer Versammlung von Schweden, Norwegern, Dänen und Finländcrn wurde beschlossen, sich zur wohltätigen Hilfeleistung zur Verfügung der Behörden zu stellen aus Dank- be.rkcit für die Gastfreundschaft des Landes und aus Bewunderung für Deutschland. Die Schweden bitten ihre ehrerbietigste Huldigung Ew. Majestät zu Füßen legen zu dürfen." Türkische Sympathien. Konstantinopel, 19. August. Die türkische Presse bekundet offen ihre Sympathien für Oesterreich-Ungarn und Deutschland. Eie fährt fort, England wegen der Beschlagnahme türkischer Dreadnoughts anzugreisen. „Tcrdjumani Haki- kat" betont, wie sehr sich die Ottomanen getäuscht hätten, als sic englisch-türkische, französisch-türkische und russischs-türkische Komitees gründeten in dem Bestreben, dadurch herzliche Beziehungen zur Triple-Entente zu schaffen. „Tasviri-Efiiar" schreibt: Wenn cs der deutschen Flotte gelingt, einen furchtbaren Schlag gegen die englische Flotte zu führen, so werden alle Muselmanen damit zuftieden und getröstet fein. Der Deutschenhaß in Belgien. Amtliches Telegramm. Berlin, 10. August. Der Brüsseler Vertreter des Wolff» schcn Tclegr.-Bureaus telegraphiert auch Goch folgendest Ucber Belgien ist gestern der Bclagrrungszust.ro» verhängt worden. Alle Deutschen wurde» gestern nacht ausgc- fordert, das Land baldigst zu verlassen. Was sich in den letzten Tagen in Brüssel ereignet hat, übertrifst alles das, was sich die glühendste Phantasie ausumlen kann. Seit der Kriegserklärung ani Dienstag vormittag demolierte der Pöbel alle Geschäfte, die Deutschen gehören, oder die deutsche Produkte anboten. Jedes Schild mit deutscher Anspielung wurde entfernt. Jeder, der ein deutsches Aussehen hat, wurde tätlich auf der Straße angegriffen oder der Spionage verdächtigt. Die unwahrscheinlichsten Dinge wurden kolportiert und von der Presse verbcritet, u. a., daß von den deutschen Soldaten der Versuch gemacht worden sei, den Kommandanten der Festung Lüttich, General Leman, der sich wacker geschlagen, zu ermorden. Auch haben einzelne Blätter die Nachricht verbreitet, daß unsere Soldaten mangelhaft verpflegt seien. Auch ergingen sie sich in heftigen Angriffen auf Kaiser Wilhelm; kurzum, der Deutschenhaß wird in fanatischer Weise gepredigt. Fast jede Nacht verlassen Tau- sende Deutsche unter deni Schutze des amerikanischen Generalkonsuls seit Donnerstag Belgien über Holland, in ritterlicher Weise von Offizieren und der Bürgergarde beschützt, die seit Freitag endlich beginnen, in Gemeinschaft mit den Stadtbehörden dem Spionagefieber entgegenzuarbeiten. Die erste Verlustliste. Liste von Gesallcnen und Verwundeten. Berlin, 9. August. Durch das Wölfische Tclegraphen- Bureau wird folgende namentliche Liste von den Gefallenen und Verwundeten aus den Gefechten unserer Grenzschutztrup- pen verössentlicht: Infanterie Regiment Nr. 18: Grabowski, Erst. 7. Komp, tot: Gaus, Reserv. 8. Komp. tot. Jnf.-Regt. Rr. 41: Eailus, Musk. 4. Komp. tot. Jns.-Regt. Rr. 99: Brink, Musk. 4. Komp, verwundet (linker Oberarm Knochensplitter): Nielsen, 9. Komp, verwundet (Schulter): Haß, 12. Komp, leicht verwundet (linker Oberschenkel): Salewski, Musk. 9. Komp, leicht verwundet; Schnack, Musk. 9. Komp, leicht verwundet (linier Oberarm). Zns.-Rcgt. Rr. 93: »Schütze, Musk. schwer verwundet; Gep- pert, Musk. verwundet (Quetschwunde) Daehnc. Must, leicht vetwundei; Talmar, Reserv. leicht verwundet; Buhr, Feldwebel leicht verwundet. Jnf.-Regt. Rr. 159: Matalla, Reserv. 8. Komp, tot; Glo- gowisc. Reserv. 9. Komp, tot; Tyratowsli, Reserv. 9. Komp, tot: Koßlich, Reserv. 9. Komp, tot; Rother, Musk. 7. Komp, tot; Hänsch, Tambour 8. Komp, tot; Seltmann Must. 8.Komp, tot. Znf.-Regt. Rr. 159: Parufel, Eefr. 9. Komp, tot: Eech, Eyprian, Reserv. 9. Komp, tot; Schubert, Ignatz, Gesr. b. R, 8. Komp, tot; Thoms, Reinh., Musk. 7. Komp, tot; Kattner, Musk. 7. Komp., schwer verwundet (beide Arme); Sonnwald, Musk. 7. Komp verwundet; Kraftezyk. Alexander, Musk. 9. Komp, leicht verwundet; Szyska, Hcrm., Reserv. 6. Komp, schwer verwundet (linke Hiiste;; Rajawa, Reserv. 6. Komp, schw.r verwundet (linkes Bein); Schavoe. Hubert. Untcrofsi- _ _ efite E 7. Komp schwer verwundet: Keertenbohn, Musk. 7. Komp. schwer verwundet (beide Anne). Jns.-Regt. Rr. 197: Kost. Musk. tot: Ziclonila, Musketier schwer verwundet. Jnf.-Regt. Rr. 171: Schobing. Joses, Reserv, 1. Komp, tot; Krapf, Theodor Franz, Musk. l. Komp, tot, Winkler, Emil Lu- tiau Anton. 19. Komp, tot; Zacobi, Gustav Adolf. 19. Komp, tot. Jägcrbatl. Nr. 14: Hecht, Jäger, Ehaufseur aus Freibnrg verwundet. Dragoner-Rcgt. Rr. 14: Lenz, Wilh., Geft. aus Meiningen tot: Heinrich, Alfred, Eefr. aus Kottbus vermißt: Kunkel, W Untereffizier aus Licberstädt vermißt: Kollek, Otto aus Horst verwundet (Arm): Möller, Friedr., Unteroffizier aus Parchim verwundet (Schulter): Singer, Lucian aus Sennheim gefan. gen. Heinz, Paul, Oskar, Dragoner aus Untermarxgrör tot. DragonerRegt. Nr. 22: Schneider, Eefr. tot; Reichmann Dragoner, vermißt. Hufaren-Regt. Nr. 7: Junghann, Leutn. d. R., tot; Reich 2. Husar, tot. Ulanen-Regt. Rr. 1: Roack, Einj.-Freiw. Untcrosf., tot; Förster, Tromp.-Scrgt., tot; Malt, Ulan, tot. Ul.-Regt. Rr. 14: Busche, Ulan 4. Esl. tot: Dieckmann, Lt. 4. Esk. verwundet und vermißt: Sauser, Ulan, 3 . E-t. verwundet und vermißt; Aderholz, Unteroffizier 3. Est. verwundet. Ulanen-Regt. Rr. 15: Krüger, Gest, tot; Kramer, Ulan verwundet Und vermißt; Schäfer, Ulan, verwundet und vermißt. Jägcr-Regt. z. Pferde Rr. 3: Geiler, Jager, »ermißt; Asal Gesr,, vermißt. Jäger-Regt. z. Pferde Rr. 5: Baader, Kurt, verwundet (Hals). Jäger-Regt. z. Pferde Rr. 11: Bach, Ph., Cefr.. schwer verwundet (Lunge). Feld-Artilleric-Regt. Rr. 35: Schalow, Tromp.-Unteroffi- zier 1. Satt., verwundet. Feld-Art^Regt. Rr. 57: Hilbek, Leutn. d. R., Sturz m. d Pferde, (beide Handgelenke verletzt). Der Ort und da» Datum, an dem die einzelnen Gefechte stattgefundcn haben, können bis auf weiteres nicht ver- öffcntlicht werden, doch gibt den sich auswcisenden Angehörigen aus Anfragen das Zentral-Rachweis-Bureau des Kriegsmini- stcriums Berlin, Dorotheenftraße 4, schriftlich oder mündlich Auskunft. Die Verwundeten befinden sich in guter Pflege. Eine Ansprache des Zaren. Der „Friedenszar" hat in der Reichsduma eine Ansprache gehalten. Wir wollen nicht eingehender aus die heuchlerischen Versicherungen der Friedensliebe, die der Wortbrccher auf dem Zarenthron auch bei dieser Gelegenheit anzuwcnden für gut fand. Rur eine Stelle in bei Rede sei hervorgehoben, er sagte: „SBrr verteidigen nicht nur die Würde und Ehre unseres Lande», sondern wir kämpfen auch für unsere slavischen Brüder. unsere Glaubensgenosse» und Blutsverwandte. In diesem Augenblick sehe ich auch mit Freuden, wie die Einigung der Slaven mit Rußland stark und unauflöslich sich vollzieht." — Es soll Slaven geben, die vor dieser Einigung der Slaven mit Rußland einen solchen Respekt haben, daß sie lieber mit den Feinden Rußlands gehen. 13«»««» Kriegsfreiwillige. Es haben sich bis jetzt der „Bossifchen Zeitung" zufolge Im Deutschen Reiche insgesamt 1399999 Kriegssrei- willige gemeldet. Bei dem Roten Kreuz sind bis jetzt 32 999 Meldungen für die Dienstleistung der freiwilligen Krankenpflege eingegangen. Ueberaus viele Freiwillige und Kriegsfreiwillige treffen In den Standorten der Kaiserlichen Marine ein. ohne daß ihre Annahme möglich wird. KmerkenMerte Worte Sjgmarckg «. WoltKes Bismarck: Wir find in mehr als zwanzig Kriegen niemals die An- greiser gegen Frankreich gewesen, und wir haben von Ictz- tereni nichts zu begehren, als unsere von ihm so oft gefährdete Sicherheit im eigenen Laude. Frankreich dagegen wird jeden jetzt zu schließenden Frieden nur als einen Waffen- stillstand ansehen und uns, um Rache für seine jetzige Niederlage zu nehmen, ebenso händelsüchtig und ruhelos, wie in diesem Jahre, wiederum angreisen, sobald es sich durch cig- ene Kraft oder fremde Bündnisse stark genug dazu fühlt Indem wir Frankreich, von dessen Initiative allein jede bisherige Beunruhigung Europas ausgegangen ist, da? Eingreifen der Offensive erschweren, handeln wir zugleich tm europäischen Interesse, welche das des Friedens ist. Von Deutschland ist keine Störung des europäischen Friedens zu befürchten, nachdein uns der Krieg, dein wir mit Sorgsall und mit Ueberwindung unseres durch Frankreich ohne Unterlaß herausgeforderten nationalen Selbstgefühls vier Jahre lang aus dem Wege gegangen sind .trotz unserer Friedensliebe, ousgezwungen ist, wollen wir die zukünftige Sicherheft als den Preis der gewaltigen Anstrengungen fordern, die wir zu unserer Verteidigung haben mache« müssen. Rieumnd wird uns Mangel au Mäßigung vorwcrfen len - nen, wenn wir diese gerechte u. billige Forderung scsthalteu. Direkte Bedrobmig des Feindes zwischen Deutschland u. Rußland ist kauni auf anderem Wege möglich, als durch künstliche Verhetzung oder durch den Ehrgeiz russischer . . . Militärs tunr der Art dar Skobclcws, die den Krieg wüufchea bevor sie zu alt werden, um sich darin auszuzeichnen. Es gehört ein ungewöhnliches Matz von Dummheit und Per logenlieit in der öffentlichen Meinung und in der Presse Rußlands dazu, um zu glauben und zu behaupten, daß die deutsche Politik von aggressiven Tendenzen geleitet worben sei. indem sic das österreichische und dann dar italienische 199 « 1 * 1 «. &H( 1 iTÜcb» nixn :5 erschloß, Die IBcileoen^ati b.it ineiK 4wl- «ttch-frrinzösischcn, tie Dummheit oieUr ruiujdn’u Uru'cuaa?. Dieses England mit seinen paar Taufend Mann Linieatrup- pen und seiner — dadurch halb gezwungenen — Nichtinrcr- »eniionspolitik ist eine ganz gleichgültige Großmaäst, d'c sich nur durch ewige? tantenhaftes Bevormunden einen grwrüen künstlichen Einslnß geschaffen Hai, den ma» aus seine reale Grundlage wieder zurücksühren mutzl Mcltke: „Nur durch Opfer und harte Arbeit sind wir überhaupt erst wieder eine Natron geworden. „Um große Erfolge zu erreichen, muß etwa? gesagt werden." „Glück hat aus die Tauer nur der Tüchtige." „Erst wägen .dann wagen." »Ehre den braven Männern, welche da? Leben einsetzcn zur Rettung ihrer Mitmenschen aus der Gefahr." „Hat der deutsche Michel überhaupt jemals das ^>vcci kczggen, als um sich seiner Haut zu wehre»?" „Die größte Wohltat ini Kriege besteht barm, daß dek- j:lbe rasch beendet wirb." Hriegslicd. Hoch Deutschland! Heiliges Vaterland! Heil unserm hohen Kaiserhaus«! Gruß allen, die mit uns verwandt! Sr tönt e» dir zur fernsten Klause. Es bricht die neue Zeit heran, Das dcutiche Voll in heilen Wafjcn, Änd wir betreten diese Bah», Di» unser Gott für uns erschaffen. Glück aus! Glück auf! Zur ersten Fahrt! Und draus! Und drauf! Den Mut bewahrt! Ihr edlen Streiter, gottoertrant, Ihr zieht hinaus jum heil gen «weitet Sluf den in Frieden ihr gebaut. Der auch im Kamps euch siegreich lecke. Für Kaiser, Ehr' und Vaierlarw Setzt ihr nun «in das junge Leben. Legt an das treue Herz die Hand: Dir Vater, had ich «ich ergebe«! Gott euer Hort! Für Fürst und Hee» 'Gabt rin das Wort, Bewahrtes in Ehr'! Wir alle wallen Kämpfer sei» Und schirmen Deutschlands goldne Gauen, Drum vorwärts! Auf zum deutschen Rheuik Und aus zur Nordsee! Ans zur blaue«! Hinaus mit hellem Kriegsgesthre»! Hoch wehen Deutschland» Ehrersiahnen! So streiten wir bewußt und frei Wie Ciltft auch unsre fel gen Ahne». Deutschland -urrah! Für Gut und Blut! Germania Verleih' uns Mut! Albert Wolf Reichelsheim t. d. Wetterau. » ftzM' ' i y- Auch in Friedberg zur Nachahmung empsohlenl . Russische Orden. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Die mehrfach« Anwesenheit des Zaren in Deutschland und tesender, in Darmftabt. Wolssgarten ufw. bracht« fast regelmäßig einen ziemlich statten Ordcnsregen des Zaren an Ver- waltungs-, Polizei- und Hofbeanrle, die teilweise einen nicht unbedeutendem Wert haben. Ein hiesiger Polizeibeamter, der sogar wiederholt Gelegenheit hatte, mit dem Zaren persönlich zu oertehren, hat nun seine drei russischen Orden, darunter eine goldene Denlmünze einjchmelzen lassen und den Erlös von 40 Mart dem Roten Kreuz gestiftet, wie aus einer Veröffenllich- ung der Gaben für da» Rote Kreuz zu ersehen ist. Hoffentlich >olgt man diesem Beispiel auch in Friedberg, wo ja vor 4 Jahren cbenjall» ein ergiebiger Ordenrregen niedergegangcn V Aufruf au die fcfutldjf Jugknd! Eisern die Zeit — fest der Wille, Kühn der Geist — und rein die Liebe. Klar da» Ziel — und steil die Bahn, Doch stärker die Hiff die — 1813 vom Himmel kam. Aus -er Heimat. * Friedberg, 11. Slug. Der Derer» bet Hundefreunde lVctterau. Sitz Friedberg hot laut uns soeben gewordener Mitteilung bcs 1. Vorsitzenden dieses Verein?, Herrn Reut- rer S e h d. dahier, in einer gestern abend abgehalteoen Vor- itruidssitzung einstimmig und einmütig beschlossen aus seinem Vcveinsvcrmögen, welche? zum Zweck einer allgemeinen Hundeausstellung erspart worden ist, dem Zweigverein der roten Kreuze? zu Friedberg den Betrag von üv0Mark zu bewilligen. .. * Friedberg. 11. Aug. Wir haben in den letzten zehn Tagcn ummdliii* Reihen Militärzüge daherrollcn sehen. Alle waren mit Uchtem Grün geschmückt, aber einen schöne- ren Elsenbahnzug, wie heute früh» haben wir in all ' den Tauen nicht gesehen. Er brachte ein Bataillon zur Grenze. Vorn «er her Botanwttt* war ei» tzerrteäx» umrahmte« Bildnis he» Kaisers augebeach«: die ganze M-ictnne war mit Grün und mit bunte« Krün,» gejchmückl. sodaß sie eine« prachtvollen Anblick gewahrte. Und prachtvoll und begeistert war anch die Stimnrung der Krieger, die bei ihrem Anhalten reichlich von unierem Rsitbüraer, Mineralwafferfab- rikanten Sang gelabt wurden. Sri Gott mit Euch .vackr- ren Krieger! " FrioXbeeg. 14. August Donnerslug, den IS August, nachmittags 6 llhr findet eine Stadtvervrbnetenfitzung mit nachstehender Tage«rdnun,, steckt: 1. Rckteilunge«: r. Unterstützung der Familien rinberufrner M-nuschaften. " Friedberg, 11. August Wegen schlechtem Besuch and zur Ersparung der Betriebsmittel ist bas Schwimmbad teilweise glschiosfen. Folgende Bade zerren sind dir aus weitere» festge- legt: Freitag« und Samstag» wie seither. Sonntag» 7—0 und Ist—12 für Herren «ab von st— lv für Damen. Montags von 7—S und 11—1 jür Herren, für Damen st—11 Uhr vormittags. * Bildet, 10. August. Bei der Ausübung de» Dabuüber- wachnngsdienftes wurde der verheiratete Maurer Johannes Korber von einem Militärzüge ersgtz und aus der Stelle getötet. " Büdingen. 10. August. In Büdingen hat die sürsuiche Fan il>c in Gemeinschaft mit den Wohltätigleitsvereinen 100 Betten jür, die Pflege Verwundeter zur Verfügung gestellt. ) Ein Aufruf zur Beschaffung der nötigen Geldmittel am ersten Tage brachte rund 5400 Mart. * Atsseld, 11. August. Auf der Heimreise von Wiesbaden nach Kassel wurde in einem Nachbarortt das Auto des Kasseler Generallandschastsdirettor G. als der Spionage verdächtig fest- gehalten Die verdächtigen Anzeichen erblickte man besonders in den mancherlei Gepäckstücken, die das Auto mitführte. Trotzdem der Generaldttettor fich durch Reisepässe, Waffen- rnb Jagdschein, zahlreiche amtliche Fahrbescheinigungen der Kasse- ler Behörden auswies und schließlich sogar noch da» Eiserne Kreuz oorzeigtc, hielt man ihn als Spion fest. Erst als der Direktor in energischer Weise sich den Schutz de» hiesigen Kreis- amtcs erbat und ihn auch sofort durch mehrere Beamte erhielt, tonnte die Rersi fortgesetzt werden. Die löbliche Gemeinde gab ausdrücklich als Grund ihres Verhaltens das viele „bei Deutschen nicht übliche Gepäck" an. * Wetzlar, n. August. Zimmer Meister Dreuth stürzte bei der Besichtigung eines Ncubaus aus großer Höh« ab und verstarb aus der Stelle. * Feantsurt a. M., 10. August. Der Ausruf an die 4000 hiesigen Vereine um Bereitstellung der überflüssigen Vercinsvre- mvgei für Wohltättgteitszwecke während de» Krieges ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Zahlreiche Körperschaften ftellttn berett» sehr erhebliche Gelder zur Verfügung, so der Frauen- verein 1813 25 000 Mart, der Frantsurtcr Schützrnverei» 20 000 Mart, der Frantsurter Vertehrsverein 1500 Mart, die hiesige Pfälzer Bant 25 000 Mart, der Verein der Frantsurter Rechtsanwälte 0000 Mart und schon zahlreiche Vereine mit Beträgen von weniger als 1000 Mart. Für die Ausnahme verwundeter Krieger waren bis heute 7000 Betten bereit gestellt. * Frantsurt a. Bl., 1 L August JDas tm Stadtteil Bocken- hrtm zusammcngeftellte Reservc-Insantcrieregiment 81 enthält i» einer Kompagnie nicht welliger als 50 Krieger aus der Stadt Herborn. Selbstverständlich taufte der immer schlagfertige Soldatenhr.mor die betreffende Kompagnie sofort „Kompagnie Herborn." * Fechenheim, 11. August. Für die Unterstützung der Angehörigen der zu den Fahnen einberusenen Ortsbewohner bewilligte die Gemeinde 100 000 Mart. Hrstcu-Nassan. * Bad Homburg, 11. August. Die hier anwesenden Amerikaner brachten für die Pflege verwundeter deutscher Soldaten mehr als 3000 Mart aus und stellten weitere Unterstützung in Aussicht, * Kirdorf 10,. August. Ein mit Ausländern besetztes Auto fuhr, als es in rascher Fahrt um eine Ecke biegen wollte, in den Straßengraben und wurde vollständig zerttümmert. Die Leute blieben unverletzt. * Oberursel, 11. August. Der praktische Arzt Dr. Heinrich wurde vor dem Postamt, als er in später Stunde mit seinem Auto in raschester Fahrt einen Krankenbesuch machen wollte und den Zuruf der Wachmannschaften unbeachtet ließ, von diesen beschosien. Eine Kugel durchschlug da» Aula und fügte dann dem Arzte eine schwere Schenkelverletzung zu. Der Verletzte wurde sofort dem Marienkrankcnhause in Frankfurt zugcsührt. " Cronberg, 0. August. Mehrere hiefige Villenbesitzer stellten ihre Villen für Lazarettzwecke zur Verfügung. Die Inhaberin des Krontaler Kurhauses, Fräulein Holz, richtet sämtliche Räume für das Rote Kreuz ein. .* c Starkenburg. * Tarmstadt, 11. Aug. Das Justizministerium hat an die Beamten der Großh. Staatsanwaltschaft eine Versüz- ung erlassen, daß gegen die Ausbeutung der durch Mobilisation hervorgerufcnen Notlage des Publikums energisch vorgegangen werden soll, insbesondere soweit Geschäftsttci- bende Reichskassenscheine und Reichsbanknoten, welche gesetzliche Zahlungsmittel sind, nur gegen mitunter recht erheb liche Abzüge am Nennwert in Zahlung nehmen. Die Bc» pmten werden angewiesen, diesem außerordentlich gefährlichen wucherischen Treiben ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden und in geeigneten Fällen u. auf Grund de? Wucher- -gesetzes sttafrechtlich einzuschreiten. In solchen Füllen wird ans Gefängnis nicht unter drei Monaten und Geldstrafe bi? zu 13,000 Mark erkannt. Auch ist auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu erkennen. » Darmstadt, 11. August. Vorgestern und gestern kamen mehrere hundert italienische Arbeiter mtt ihren Familien, die bisher im Rheinland tätig waren, hier durch, um nach ihrer Heimat zu reisen. Durch die Truppentransporte können sie aber die direkten Linien über Baden und dl« Schweiz nicht benützen und müssen aus Umwegen, selbstverständlich mit größerer Verzögerung wettergebracht werden. Sie wurden van hier zunächst nach Aschafscnbueg beiordnt. — Aus dem Bahn- hos wurden oerlchiedrne Reisende angehaNen. die sich als au, der Heimmise befindliche Belgier cntpnppten. Sie wurden vor lausig zu den Russen in Schutzhaft gebracht. — Durch die Kriminalpolizei wurden die Papiere der übrigen hier noch wohnende» Ausländer, besonders Engländer, die teilweise schon seit Jahren hier wohnen, geprüft. Vorläufig werden sic nur beobachtet. — Verschiedene Familien vermißen seit einigen W>-chen jede Nachricht ihrer in London und anderen Teilen Englands in Stellung ufw. sich besinblichcn Angehörigen, von denen einige sogar inilitärpjlichtig find. Anscheinend sind dieselben in England sestgcnomme» und an der Resse nach der Heimat verhindert morden. * Darmsladt. 11. Aug. Im hiesige» Poliqaibienst, der nahezu die Hälfte ferner Schutzleute etc. bei der Robilisrrr- u»g abgeben mußte, wurde» minmelrr zahlreich? i» Ruhestand getretene Pälrzeibeanrte, Dchntzleutt, die teilweise »och ganz rüstig sind und jedenfalls den Vorzug der Erfahrung haben während der Kriegr-zril wieder eingestellt. Teilweise habe» sie eine recht lange aktive Dienstzeit hinter sich, sind aber heute gerne bereit im Jntereffe des Vaterlandes ans den wohlverdienten Ruhestand zunächst zu verzichten. * Dnrinstadt, 11. Aug. Zu einem hiesigen Artillerie- Regiment hatten sich allein ettva 800 Freiwillige gest ellt von denen aber da? Kommando nur etwas mehr, wie .300 cinsttllen konnte. Auch bei anderen Rcgi,»entern mußten vorerst viele Freiwillige abgewiesen tverdcn und bat fich eir:e ganze Menge bei auswärtigen Regiinentcrn gestellt, da sie hier nicht ankommen konnten. Aufruf! Der Krieg ist erklärt. Da» Vaterland ist In Gefahr' Sille Männer vom 20. bis 45. Jahr sind zur Verteidigung der Eren ze» des Vaterlandes gegen die Angriffe heinttüilischcr Feinde zu de» Waffen einberusen. Draußen aus dem Lande steht die Frucht in der Reis« und harret der Einerntung. Unsere Land, bevöllerung braucht dringend Hilfe. Für Alle, die nicht zu den Massen clnberusen sind, ist cs eine hohe vaterländische Psltcht, bei der Einerntung '»ilzuhcl- fc» und so für eine genügende Verpflegung unseres Heeres und Volk» mitzusorgcn. An alle Mitglieder der dem Jung Deutschland Vezirl Friedberg angeschlossenen Vereine richte ich die dringende »nl ernste Bitte, all« verfügbaren Kräfte zu diesem vaterländischer Dienste zu melden. Alle Meldungen zur Mitarbeit bitte ich schiistlich oder mündlich an die Eroßh. Bürgermeistereien zu richten, die bereit find, die notige» Vermittlungen zu übernehmen. Und nun aus, Iung-Deutschland! Zeigt welch vaterlandi- scher Geist ln unserem Bund« herrscht, zeigt, daß Deutschlands Jugend nicht zurückstehe» will, wen» es gilt, dem Vaterland zu Helsen. Helft unseren Landwirten und damit unserem Volke' Der Dank de» Vaterlandes wird Euch dann sicher fein. Friedberg. den 7. August 1914. Der Vertrauensmann des Iung-Deutschland Bund?» für den Kreis Friedberg: Herb erg, Regierungsrat. * Eemrrbeausstellung Eichen 1914. Die Ziehung der Ans stcllungslotterte ist für unbestimmte Zeit vertagt worden. Kriefkakcn. Rach Dorn-Astenheim. Generalscldmarschall Graf Hacseler ist am 14. Ja.ruar 1830 in Potsdam geboren, er ist also gegen nartig 78 Jahre alt. Aebesgader». Als geeignete Liebesgaben für unsere tapscrcn Krieger in. Felde, unsere Verwundete, Kranke und Genesende in der Heimat sind besonders zu empfehlen: Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Pseisen, Ehokolade Kernseife (leine seinen parfümierten Seifen), Hemden, Unter- hcsen, Strümps«, für die kältere Zeit Stauchen, Leibbinden aus Flanell, (Pulswärmer), Unterjacken, für die Lazarette: Nacht- Hemden und Unterhosen, alles weiß, nicht farbig, seiner: Taschentücher und Pantossel. Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der E e - schüft »stell« des Roten Kreuzes, Haagstraße l(>,' abzugeben, von wo sie je nach Wunsch des Gebers, aus dem Kriegs fchavplatze oder in der Heimat Verwendung finden. Ernte. E? sind so viele junge Leute vom Lande in der Stadt beschäftigt, als Dienstboten oder in anderer Weise. Die Herrschaften in den Städten könnten sich jetzt wohl einmal eine Zeitlang behelfen ohne Dienstboten, und diese ans das Land schicken, damit sie dort, in ihrer Heimat, bei der dringend nötigen Erntearbeit, helfen können. Damit würde dein Städter, sicher, ein ebenso großer Dienst geleistet, wie der Landwirtschaft — di« wir doch brauchen, jetzt niehr denn je! Gottes Güte hat uns die Früchte des Feldes behütet und zur Ernte reif werden lassen. Menschzenhände sollten jetzt gerne dazu helfen, daß die Früchte heim kommen. Bitte die. sen wohlgemeinten Vorschlag möglichst schnell nusznsühr?!,. Es liegt Segen darin! Ein Friedberger, der früher auf dem Lande wohaie. - Frankinrler Wetterbericht. Voraussage: Meist heiter, bis auf Gewitter, trocken, warm, schwache Lustbewegung. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schiuidl Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung . A. (S. Friedberg i. H. Nt. 18» Erna und Ilse. Roman von D. Feußner. 25 (Fortsetzung). So schrieb er denn: *s 3£., 17. 5. 00. Sehr geehrtes Fräulcinl Vielleicht haben Sic eine Antwort aus Ihren letzten Brief von mir erwartet: jetzt halten Sie diese in Händen, wahrscheinlich als letztes Lebenszeichen von mir, denn meinen unheilbaren Schmerzen zu entfliehen, ergriff ich die Gelegenheit, welche sich niir so unerwartet bot, um Vaterhaus, Vaterland und die Stätte meiner süßesten Erinnerung zu verlassen. Ich gehe fort und hoffentlich für immer, um in den Wirrnissen des Lebens mein Leid zu betäuben. — So nehmen Sie nun hin meine letzten Abfchiedsworte, welche aus einem übervollen, aber auch aufrichtigem Herzen kommen, und erwägen Sie, ob es gut war, dasselbe von sich SU stoßen. Es soll dies keinerlei Vorwurf sein, denn ich hatte ja kein Anrecht auf Ihre Liebe, aus Ihr Leben, aber cs soll in Ihnen die Frage anregen, ob es Ihnen das Herz wirklich diktierte, was Sie mir in Ihrem letzten Briefe schrieben. — In mir wird niemals die Ueberzeugung reifen, daß meine Liebe zu Ihnen ein Irrtum gewesen sei, Wohl aber ein — Traum, dem ein schnierzlichcs Erwachen folgte. Wenn ich nun gehe, so soll das, was mir dieser Traum znrückgclassen, „die Erinnerung", das Labsal meiner Seele sein, an denr sie zehrt, wenn die Wogen das Schiff umkosen, oder mein Fuß das fremde Land betreten hat. — Ihr Bild wird mich begleiten und mein Zeuge sein, wann und >vie oft ich Ihrer gedenke, denn unmöglich kann ich dasselbe ans Habe 4 schwere zugfeste junge Kühe und noch mehrere Pferde zu verkaufen. Isidor Strauh, PiMMhliing, Ober-Mockstadt, (Men) Teleion Stockheim Nr. 20. Bakterien tötende Wirkung, dauerhafteste, Belag kauft man am besten u. billigsten im Tapeten- n. 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Ebenso 2 seil gute JFaiirfoiBSai 1 «, LlhlliWiiihle llpsiicn Vierhaus. St ' Wegen Einberufung! "tzsz eine 8jährige M __ .. braune belgi ihe ^ t zu verkaufen, lvroth, Stockhcim lFdkthellknl. Neue Tageszeitung. Dienstag, den 11 . August 1911. Seite'?, meinem Herzen reißen. Zu tief hinein ist es versenkt, mit unvergänglichen Zeichen cingegraben, daß wir beide nur durch den Tod getrennt werden können. — Hoffentlich geschieht dies recht bald, denn das, Ivas mir durch seinen Besitz das Leben zum Paradiese gemacht hätte, macht mir dasselbe, nun ich es missen muß, zu einer Wüste, Das Leben ohne Liebe ist kein Leben, die Erde ohrre Sonne eine öde unheimliche Stätte. — Ist es nun in Gottes Rat bestimmt, daß mich ein feindliches Geschoß dahinrafft, oder eine tückische Krankheit niederwirft, so soll mein letzter Blick aus iircinen brechenden Augen, das letzte Wort der ersterbenden Stimme und der letzte, lebensmüde Schlag meines Herzens Ihnen, Erna, gehören. Zum zweitcnmale gebrauche ich Ihren süßen Namctr, welcher für mich alle Seligkeiten des Taseiirs barg und rroch birgt. Zürnen Sie mir deshalb? Ich hoffe nein, denn einem dem Tode Geweihten nimmt man nichts übel. In dieser ernsten Stunde schwinden Vorurteil, Groll und Täuschung: es wird Licht und Wahrheit in dem Dümmerschein der geheimnisvollen, verschleierten Hcrzcnsnacht nnd Erkenntnis, vielleicht auch Reue halten ihren Einzug darinnen. — Wird wohl eine Träne in Ihren Augen glänzen? Wird wohl ein Seufzer Ihres Herzens mir gelten nnd Ihre Hand und Stimme beben, wenn die letztere meinen Namen in der Verlustliste liest? Oder hätten Sie wirklich alles, alles vergessen? Wäre die Begegnung mit Ihnen wirklich eine Fata Morgana, — ein Trugbild meines Lebens gewe- sen? — Dann könnte ich mir selber grollen und die Worte zurufen: „Tor, der ich war, zu glauben, aus der Dankbarkeit würde sich das Schönere und Größere, den Mann beglückende und sein ganzes Leben erfüllende entwickeln." — Verzeihen Sie, wenn ich etwas bitter geworden bin, doch Kekannlrrmchung. Das Kricgserjatzgeschäft für die in der Stadt Friedberg wohnenden Militärpflichtigen findet Mittwoch, den 12. August, vorm. 8 Uhr im Siiale des Hotel Trapp (Eingang von der Wolfengasse aus) statt. Es haben auch ohne nochmalige besondere Aufforderung und zwar DM- pünktlich um 77* Uhr vormittags "WU zu erscheinen: 1. Die Zurückgestellien- 2. Die Militärpflichtigen, über die noch keine Entscheidung getroffen ist. 3. Die zur Disposition der Ersatzbehörden entlafienen Mannschaften. 4. Die zur Zeit des Kriegsersatzgeschäfts noch vorläufig beurlaubten Rekruten. 5. Die von den Truppenteilen abgewiesenen Einjährig- Freiwilligen. Friedberg, den 7. August 1914. Der Bürgermeister. Stahl. Brlrannlmnchmiy. Der Tag der Auszahlung der Taxsummen für infolge der Mobilmachung angekauften Pferde wird demnächst bekannt gegeben. Friedberg, den 7. August 1914. Der Bürgermeister Stahl. In Friedberg wohnhafte ausgebildete Jnfauteriiten, Jahrgänge 1893, 1884, 1895 wollen sich sofort im Rathaus Zimmer Nr. 4 melden. Ke)iilrs!rommattdo Friedberg. Bekanntmachnug. Es herrscht vlelsoch die Ansicht, deß mit Ausbruch des Krieges die Verpflichtungen g.gen öf-rnlliche Kassen ruhen. Dies trifit nur fiir Klregslmkuchmer bezüglich der Steuern vorn 1. August ab zu, fasern deren Ein.omnien in Wegfall gekommen ist. Alle übrigen Steuerpflichtigen sind auch weiterhin zur Zahlung der städkischen Umlage und der sonsti-en Ee-älle verpflichtet. Reklamationen sind jedoch vorerst bei Gr. Finanzamt nicht zu erheben, denn-es wirs bei der ur.rhstrrr Mahnung der Gemeindesteuer des I. und 2. Zieles, die bis zum U. > . M'.v. bezahlt sein müssen, sestgestellt werden, für wen stcueipfli 'ft variierst. Zugleich wird unter Bezugnahme aus den Vermerk auf dem Steuerzettet daraus hingewieseu, dag un:cr Ausschaltung des Barge.dverl-hrs direkte Ucoeiweijung von Einlagen beim Borschuß- und Kreoilverein aus das Konkc-Korrent-Konto der Stadltafle erfolgen -kann. Es wird erwartet, daß Jedermann in dieser schweren Zeit die Erfüllung seiner Zcchlungsverblndlichkeiten auch als vaterländische Pflicht brtrachiet, da für die Folge große Ausgaben von tec Stadt zu ersüllcu sind. Friedberg, de» 7. August 1911. Der Bürgermeister. Stahl. ich uiußte, was auf meinem Herzen wie Bcrgcslaft lag, off» wälzen, denn Sie fügten mir ja auch die Wahrheit, warum sollte ich es nicht? — Unb nun leben