Uli,murr 184 Samorag» den 8. August 1914. eue Tageszei 7. Iayrgauq Dis „Bene Eae-»i»itung" «rlchcini irden WcrIIag. Regclmätzige Beilagen „Per Lauer au» Hessen", „Pie Kplunssoti«". Aeiugoprri»: Bei den Postanstalten vieriel>ährl>ch MI, I,bö 'ei den Agenten monatlich SO Pig. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anreiar» : Grindzeile 20 Pjg„ lokale IS Psg, Anzeigen r>on auswärtswerden durch Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Scheint-,tung und Verla, Friedberg (Hesten). Han»!,er trotze 12. Femlprecher 4SI Pastscheck-Conto Nr. 48.19, Amt Frankfurt a. VI. Die Frjlung Lüttich im Sturm genommen! Aücs klappt. — Drohende Revolution in Russisch-Polen. kill öfiljfifjiinpoüfr Ailslillg! J,n ersten Anlauf hat gestern die Dorhut unserer braven Truppen die belgische Festung Lüttich über den Haufen gerannt. Die erste Feste, auf die die Franzosen die größten Hosfnungcn gesetzt haben, ist gefallen. Genau wie 1870 die Erstürniung von Weißend urg der Auftakt zu den kommenden glorreichen Siegen gegeben hat, so hegen wir die scste Zuversicht, daß mit der heldenmütigen Erstürmung von Lüttich der Anfang unserer Erfolge in dem kom- mendcn Weltkriege gegeben ist. Ja wir haben alle und jede Zuversicht. Cie gründet sich auf die Einigkeit, die in Deutschland herrscht u. in Lesterrcich. Man muß sie gesehen haben die Wehrmanner einerlei ob sie aus roten oder blauen Gemeinden kamen, überall herrschte die gleiche hohe und hehre Begeisterung, im Herzen überall die einzig wahre, die ew'ge Liebe: Vaterland! Ja selbst in Lesterrcich ist aller Nationalitäten- Hader geschwunden. So schreibt die tschchischradikalc „Cjeko-Slovo:" .Wenn jemals Zweifel bestanden, namentlich in der sla- wisck-en Welt, an der Solidität des österreichisch-deutschen Bündnisses, besonders von Seiten Deutschlands, Io müßten diese Zweifel heute völlig schwinden. Das Wort von der Nibelungentreue wird heute in die Tat unigesetzt. Auf dem curopäischn Kriegsschauplatz sind die Geschcke der Monarchie und des Deutschen Reiches untrennbar verbunden durch ein Bündnis auf Leben und Tod." Unsere Hoffnung aus den Sieg gründet sich weiter aus die Zuversicht, auf das unbedingte Vertrauen, das ohne Unterschied bei den Einbcrusencn u. bei den Zurückgebliebene», bei Hoch und Niedrig, bei Arm und Reich herrscht. N e r - trarlen aber bedeutet Kraft l Und diese Kraft wird nicht versagen: Gott verläßt keinen DentschenI Wahrhaft großartig klappt unsere Mobilmachung. Alles geht wie am Schnürchen, so läßt unsere Regierung bekannt machen und dasselbe ist im Bundesstaate Lesterrcich d. r Fall. Tic Generalstäbe der beiden verbündeten Mächte arbeiten in inniger Gemeinschaft Hand in Hand. Dagegen herrscht bei den Gegnern Verworrenheit und Durcheinander. Namentlich in Russisch-Polen sicht cs düster aus und cs bc- stätigt sich, daß dort die Revolution gegen die inoskowitijchen Unterdrücker drohend ihr Haupt erhoben hat. Ja es wird bereits gemeldet, daß Rußland die polnischen Provinzen preisgcbcn werde. Doch darauf wollen wir unser Vertrauen nicht grün- deni sondern ans unser gutes Recht und aus unsere eigene Kraft. Vor allem auf unser tapferes Heer, den Söhnen dcS Volke?, die gcstcin ihre erste Wasfcntat voll- bracht haben, die uns mit stolzer Freude erfüllt und de:, Dank in uns Allen auslöst: .Ein drcisachcs Hurra unsrrcni tapserrn Herr! ' Lüttich gestürmt! Bcrlin, 7. A»g. us. Berlin, 7. Aug. (Privat.-Tel.) Tie Festung Lüttich hatte eine B e s a tzniing von über 20U00 M a» u und ist ans beiden Mansuscrn durch zwölf Forts mit schiuc- rer Artillerie geschützt. Berlin, 7. Aug. (Priv.-Tcl.) Tie Einnah::-- Lüttichs durch die deutsche Armee erregte am Abend II ..r den Linden lebhafte Bcsriedigung und großen Jubel unter dem zahlreichen Publikum. Ter „Lokalanzcigcr" berichtet, daß ein General, der mit der Freudenbotschaft aus deni Schlosse kaom, auf einen Brunnenrand stieg und dem Publikuui mittcilte, daß Lüttich von sechs deutschen Brigaden genommen lei. woraus daS Publikum in frenetischen Bestall allsbrach. Ponr Ie mtfrite. Berlin, 7. August. Ter Kaiser hat dem General der Infanterie v. E m m i ch , der persönlich den Sturm auf Lüttich befehligte, den Lrdcn „Pour le merite" verliehen. Die Beschlüsse des Bnndesrats. Berlin, 7. August. Der B u » d e s t a t hat zwei gesetzliche Anordnungen getrossen, durch welche einem allgemeinen Moratorium vorgebeugt werde» soll. Ein allgemeine« Moratorium wird nicht ertasten. Gerichtliche Zahlungsfrist. Nach der ersten Ordnung soll da« Gericht dem Schuldner süe eine vor dem 2t. Juli entstandene Forderung eine Zahlungsfrist von längstens drei Monaten lnötigenfalls unter Auflage einer Sicherheit) bewilligen tonnen, soweit diese» nötig und mit der Rücksicht aus den Gläubiger vereinbar ist. Der Antrag soll nicht nur in Prozetz oder während der Zwangsvollstreckung, sondern schon vorher zulässig sein. Die Gerichtskosten werde» möglichst gering bemesten. Die zweite Ordnung betrifft die Suspendierung von Auslandssorderungen. Abbruch brrdiplomt. Lchkhuugkn ju Serbien. Berlin, 7. August. Der serbische Geschäftsträger Dr. Jo- vonrwitsch hat heute seine Paste verlangt und ist abgereist. Damit sind die diplomatischen Beziehungen auch zu Serbien abgebrochen. Der Grotzherzog zieht ins Feld. Wie die „Darnistädter Zeitung" niitteilt, hat der Grrß- herzog von Hessen dem Kaiser telegraphisch den Wunsch z» erkennen gegeben, ins Feld zu rücken, um seinen Truppen nahe zu sein. Ter Kaiser hat dieser Absicht zugestimint und wird demnächst durch besonderes Handschreiben weitere Bestimmungen für die Zeit unmittelbar nach Beendigung der Truppentransporte in Aussicht stellen. Blinde Hessen. Bei der am Donnerstag vormittag im Herrengarten hinter dem Theater erfolgten Verabschiedung des Leib- Gardc-Jnfaiitcrie-Regts, Nr. 115, das dort in einem Viereck ausgestellt war, durch den Großhcrzog, die Großhcrzogin und die beiden Prinzen hielt der Landcssürst eine zu Herzen gehende Ansprache, in der er ». A. auSführtc, daß hoffentlich da? Regiment die ehrenvolle Bezeichnung „Blinde Hessen" zu neuen Ehren bringe, indem cs in blindem Lpscrmute die Ehre des Vaterlandes verteidige. Ehrgefühl in einem hessischen Regiment. Ans originelle Art haben die Untcrofsiziere und Mann- !<' :jtc:i der Reserve des Lcibdrngoncr-Rcgiinents Nr. LI, ! - ni Inhaber bekanntlich Zar Nikolaus ist, diese ihnen jetzt p. !.;< e V .'Zeichnung beseitigt, ohne zunächst den Dorschrif- Ui, zuwider zu handeln, indem sic die Achselklappen, ans welchen das 91. II aufgcnäht, rcsp. gestickt ist, einfach »m- drehtcn, d. b, die Achselklappen hcraustrcnntcn und wieder mit dem Nlnnenszug nach Innen wieder nnnähten, lodaß der Buchstabe von außen nicht inchr zu sehen ist. Dainit ist zu- »äa st die Jnhaberschast inoffiziell beseitigt und cs wird wohl nicht mehr lange dauern, bis das Regiment, eines der vor- nehinstcn und schneidigsten der Armee einen neuen Inhaber crballcn wird. Agentin Wrtgria tiiile. Rcgcnti» Bittoria Luise, Brani,schweig, 7. Ang. Tic amtlichen „Brannschwcsgen Anzeigen" verössenilichen Folgendes: Van Gottes Gnaden, Wir Ernst August, Herzog ;>i Draunichwcig und Lüneburg usw,. fügen hiermit zu wissen, daß Wir uns bewogen gesunden haben, für die Zeit unserer Abwesenheit für den Kriegsfall oder bei sonstiger Verhinderung unserer geliebten Gemahlin Viktoria Luise, Herzogin v. B.al»,schweig »nd Lüneburg, Prinzessin vcn Preußen, Kgl, Hoheit, zu nnsercni Stellvertreter in der Regierung des Herzogtums zu ernennen. Urkundlich unter unserer eigenhändigen Unterschrift ». beigedrnckiein geheimen Kanzleisiegel. Brannschlveig, den 31. Jul! 191-1 Ernst August. Die ftrirn.rifrhltrriin^ OeßermWiMrilS. Fünf Tage nach der deutschen Kriegserklärung an Rußland ist die Lcsterrcich-Ungarns in Petersburg überreicht worden. Ein selbstverständlicher Akt, n::d manchem schien cs, daß er gerade, weil er selbstverständlich war, z» lang, auf sich warten läßt. Das mag gute Gründe gcbabt habe». Gründe, die wahrsäicinlich auf militärischem Gebiet lagen in Vorbereitungen, die Oesterreich-Ungarn noch zu treffen hatte. Man darf ans dieser jetzt erst erfolgte» österreichisch- ungarischen Kriegserklärung an Rußland nicht etwa pcli- tische Schlüsse ziehen. Das Nötige ist natürlich längst in Gange und man darf sich auch nicht — so harte Anforderungen auch das Warten jetzt an die Nerven stellt — irgend- wie darüber beunruhigen, daß von dem Vorgehen Oesterreich-Ungarns gegen Serbien noch wenig Nachrickicn vorlicgen. Dieses Schweigen gehört als ein wichtiges Mit tel zu dem Wesen der modernen Kriegsführnng. Es gc- schieht vieles und ist auch schon manches geschehen, Erfien- luhes, was aus bejtiuimte» Gründen noch nicht dekanntgc- gcbcn wird. Di- KricgserNärong Montenegro», Wien, 7. August. Die montenegrinische Regierung teilt, dem österreichischen Gesandten Otto mit, datz Montenegro fick, als im Kriegszustände mit Oesterreich-Ungar,' befindlich betrachte. Der österreichische Gesandte hat Eetinjc verlasten. itloljlniollfniif Neutralität Namäniens. Wie», 7, August, An hiesiger amtlicher Stelle wird oe. sichert, daß Rumäniens Neutralität für den Dreibund wohlwollend fei» und datz cs jede Ncutralitätsvcrletzung durch Nutz land mit militärischen Operationen beantworten werde, Daü Rutzland an der rumänischen Grenze Truppen zusammengozogen hat, wurde bereits vor einigen Tagen gemeldet. Der Mrkoiinnandjkr-k drr rngtilchrn Mir. London, 7. August. Admiral Sir John Jellicoc ist zu» Oberstlommandicrcndc» der englischen Flotte ernannt worden Admiral Madden zum Chef des Marinekricgsstabes. Banderoelde belgischer Minister. Berlin, 7. August, Der Sozialistensiihrcr Bande, v e I d e ist in das belgische Staatsministcrium eingctreten. Ei» Uebersall durch Zivilisten? Rach dem amtlichen „Eupener Kreisblatt" sind vorgestern die ersten Verwundeten in Eupen eingebracht worden. D Truppe wurde bei dem belgischen Dorse Soiron von '„cutsch feindlichen Zivilisten überfallen, wobei angeblich ein Haupi- man» und 14 Mann getötet und 24 Mann verwundet wurden Der gesungen genommene Bürgermeister von Soiron wird vor ein Kriegsgericht gestellt. Die Böschung von Kalisch. Ei» Augenzeuge berichtet der „Schlesischen Zeitung": Di> Russen hatten vor dem Verlasten der Stadt alle Gesang Nisse geöffnet, sodatz aus Furcht vor Ausschreitungen d: Freigelassenen mit den Beamten und Soldaten auch ein gre' Tei! der Bevöllerung flüchtete. Die Zurückbleibcnden bc flehentlich die deutsche Patrouille, die inzwischen die Greiz überschritten hatte, die Besetzung der Stadt zu beschleunige-! Ans der Bahnlinie hatten die Rüsten vor dem Abzug Spreng »ngen oorgenommen und de» Bahnhof in Kalisch in Pro: gesteckt. Die Stadt selber war aber noch unversehrt, als Trinippen cinzogcn, die sofort gewaltige Vorräte an li. treibe und Mehl vorsanden, die sich infolge der unmittelba vor der Einführung der russischen Getreidezolle stark gestriger tc» deutschen Ausfuhr dort ausgestapelt hatten. Doch war da- Arsenal gefährdet, da» durch rasche Matznahmc» gerettet wurde. Rach der Besetzung der Stadt, die in voller Ordnung geschah, wurde die beschädigte Bahnlinie wieder hergestclll uni einige vollbeladcne Eütcrzugc aus dem brennenden Bachihol auf deutsches Gebiet herübergerettet, Jndesten brann.cn in der Ferne längs der Bahn alle Bahnhöfe, die von den fliehenden Rüsten in Brand gesteckt worden waren. Russische Deserteure. Wie die „Breslauer Zeitung" mitteilt, trcfsen sortgesetz. russische Deserteure in Oberschlcsicn «in. Sie -rzählen von den trostlosen Verhältnissen in Nutz land. Bi» Warschau sei das ganze Land vom Militär entblötzt, die Ernte sei schlecht geraten, das Volk sei der Verzweiflung nahe, und cs würde sicher zur Revolution kommen, wenn der Krieg au-breche. Einer der Descricurc hatte eine Proklamation de: Zaren bei sich, die sich an die russischen Juden wendet. In ihnen wird den Jude» allerlei versprochen. Mit bitterer Fra- nie meinte einer der Deserteure: „Nachdem man uns Io beit Hit, verspricht man uns goldene Berge, um, wenn 4.. — sahr vorüber ist, uns noch schlimmer zu behandeln wie zuvor Alle sremmen alten I de» beten zu Gott, datz Dcutichland siegen und einen Teil üntz'.and» in Besitz nehmen möge, damit Wr. 18 « Seite 1 wir deutsche Untertanen werden/' Russische Flüchtlinge kommen mit Weib und Kind in großer Zahl hier an, um in Dc> tjchland Schutz zu suchen und hier die kommende Kricgszeit zu vcibringen. Von der Zurückziehung des Militärs aus dem Grenzgebiet erzählen die Flüchtlinge tolle Sachen. Danach sind die verlaflenen Kasernen von der Bevölkerung völlig aus- zciavbt worden. Was nicht niet- und nagelfest war, wurde gestchlen. Das ganze Inventar, sogar die Fenster wurden sertgctragen. (Solche Erzählungen sind freilich mit einiger Vorsicht aufzunehmcn. D. Red.) Wenn der Geist des russischen Heeres auch nur zu einem Bruchteil dem entspricht, den die De- sc»teure zeigten, dann ist es um dir russischen Militärverhält- niii: sehr schlecht bestellt. Masiendesertion wird an allen Erenz- ülei gangen beobachtet. ' . Revolution in Nusfisch-Polen? Amtliches Telegramm. Berlin, 7. August. Die heute in Berlin eingetrossene Len.bergen Zeitung „Kurycr Lwowski" vom 4. August veröffentlicht Mitteilungen von Reisenden aus Russisch-Polen. Danach iam es in C z e n st o ch a u kurz vor der Besetzung durch die Preußen zu einem Kamps zwischen Arbeitern und Kosaken mit vielen Toten und Verwundeten aus beiden Seiten In Sosnowice stellte sich kein Wehrpflichtiger, vielmehr kam es zu einem Aufstand. Bei dem Kampf mit den Kosaken trugen die Arbeiter viele Verletzungen davon. Beim Rückzug sprengten die Rusien das große Elektrizitätswerk in die Luft, das den Jndustriebezirk mit Licht und Kraft versorgt. Ferner berichten Reisende, daß in der Nähe von Warschau die Arbeiter ein großes Magazin mit Lebensmitteln und Munition im Werte von mehreren Millionen in die Lust gesprengt haben. Bei dem sich anschließenden Kampf mit dem Militär sind sämtliche Arbeiter getötet worden. Der Warschauer Korrespondent der Zeitung „Wielkopolanin" meldet, daß die Russen ihre Kanonen aus Warschau heraus in die zweite Verteidigungslinie gebracht haben. Der Einfluß der ruffenfreund- lichen Partei fei im Sinken. Deutsche und Oestcrreicher könnten Warschau, ohne Widerstand befürchten zu muffen, einneh- mcn, weil das Volk nicht an eine Verschlechterung, sondern an eine Verbesserung seiner Lago dadurch glaube. Rußland sei her eigentliche Feind des polnischen Volkes. Die Russe» in Pole». Ein schweizerischer Heilgehilfe, der bisher in Schlesien be- schästigt war, schreibt der „Franks. Ztg.": In den letzten Tagen, vor und nach dem Ausbruch der russisch-deutschen Feindseligkeiten, mußte ich einige Male über die Grenze auf russisches Gebiet, da ich 2 höhere ruffische Offiziere, die in einem schlesischen Bad zur Kur weilten, noch in krankem Zustand nach Rußland bringen mußte. Bei dieser Gelegenheit kam. ich mit russischen Truppen in nahe Berührung und bekam Einblicke, die ich hier wicderzugcbcn versuche Das ganze dortige Militärwesen hat einen bedenklichen Eindruck auf mich gemacht. Wie bereits bekannt sein dürfte, haben russische Truppen schon einige Tage vor dem Kriegsausbruch die Grenze bemacht und verstärkt. Haufenweise lagen sie auf den nahe d:r Grenze gelegenen Bauerngehöften. Bauern, Weiber, Kinder und Soldaten teilen die ohnehin schon beschränkten und von Schmutz strotzenden Räumlichkeiten der Bauernhöfe. Wie sich die Soldaten gegenüber den Frauen und Mädchen benehmen, kann ich nicht in Worte kleiden, ohne die Scham und jedes humane Gefühl zu verletzen. Familiensinn und Rechte werden mit Füßen getreten. Wehrlos stehen die Bauern dem Treiben der Soldaten gegenüber, und mllffen sich stillschweigend alle; gefallen lassen, wenn sie nicht fürchten wollen, von den barbarischen Kosaken geschlagen und gepeitscht zu werden. Dem Altohol vorwiegend dem Branntwein, wird in einem solchen Maß gefrönt, daß ein großer Teil der Mannschaften am Mittag schon betrunken ist. Schwankend, singend, pfeifend und lärmend treiben sich Soldaten herum und man sieht sie in einer Ecke oder in einem Strohhaufen liegen, um ihren Rausch aus- uschlasen. Von Reinlichkeit und Ordnung keine Spur. Schmutzig die Haare, Gesicht und Hände, noch schmutziger die Unisormstücke, an denen Truppenabzeichen kauin zu erkennen sind, so lungern diese Soldaten umher. Mit wütenden Gebärden tritt so ein Kosake in einen jüdischen Krämerladen und mit gezogenem Säbel zwingt er den Juden, ihm neue Wäsche zu geben. Flehend bittet der Jude um Nachsicht, doch wuchtig schlägt der Kosake mit dem Säbel auf den schmutzigen Ladentisch und der Jude muß ihm die Wäsch« herausgeben. Mit rohen! Lachen verläßt der Kerl de» Laden. Einige Soldaten konnte ich sehen, die überhaupt keine Leibwäsche trugen. (Bei den aus den zeutralruffijchen Gouvernements stammenden Soldaten, die von Haus aus nicht ans Tragen von Wäsche gewohnt sin», wird das fast immer zutrefjen. A»m. d. Red.) Zufälligerweise tam ich bei der Revision der Papiere einem Kosaken gegenüber zu stehen, dem kleine Dinger massenhaft in de» Haaren hermnlralibelten. Ma» wird sich fragen: wo find denn die Offiziere, Die sitzen in irgend einer Schenle mit einigen Weibern und ver- oriugcn dort den ganzen Tag bis in die Nacht hinein. So sind die Soldaten auf sich selbst angewiesen. Die Prooiantzu- suhr ist schlecht organisiert: tagelang kommt keine Sendung an die nahe der Grenze liegenden Soldaten. Dafür hacken diese den Beuern die halbreifen Kartoffeln auf Leu Feldern ans. stehlen ihnen Gemüse, überhaupt alles, was sie erwischen und Esten dien:. Die Pferd« stehen zum Teil im Freien, zum T eil sind sie in Scheune» und Remisen untergebracht. Da und dort stehen einige Soldaten mit gezogenem Säbel und za engen die Bauern, ihnen die Pferde zu putzen und zu futtern, iv,- eben falls tief i:;t Schmutz stehen. Die Insubordination ist ganz gewöhnlich. Die Sotdateu schrnipsen in rohester Weise auf die Osiizierr und den Zaren. Die ganze Bevölkerung zittert vcr denk rohen Treiben der Soldaten, hauptsächlich der Kosake». Bon vielen habe ich sagen hören, wenn nur die Deut jch-n bald ins Laub kämen und diese Bande« niederhauen Reu« Lagerzritung. estnfng, SM 8 . August 1,1, würden, dann wären st« befreit von der Angst und den Mißhandlungen und würden vv» den Deutsche» bester behandelt. Die Stimmung der.Ni oöHeutig tst fHr^egen da- Za- rentum. Boykott tnylijchtr Waren in Amerika. Berlin, 7. August. Eine sehr große Anzahl Deutsch-Amerikaner erläßt, wie der „Konfektionär" mttteilt, in amerikanischen Zeitungen einen Ausruf, i» welchem die Deutsch-Amerikaner erklären, in Zukunft vom Ankauf englifchcr Waren abzu stehen. Die FebengmittelverlorMg unseres Volkes. Allmählich flaut di« in den Großstädte» bei Bekanntwerden der Mobilisierung elnfetzend« Panik aus dem Lebensmit- tclmarkt ab. Wie ein Taumel war besonder» über die kleinen Leute die Furcht gekommen, sie müßten bei Ausbruch des Krieges verhungern. Zur Ernüchterung hat viel beigetragen die von den Behörden vorläufige Festsetzung des Höchstpreises. Aber noch immer spuckt die Angst in den Köpfen, die annehmen, Deutschland stehe durch die gesperrte Einsuhr am Rande des wirtschaftlichen Abgrundes. Zu Befürchtungen ist aber kein Anlaß, denn sobald die großen Truppenvcrschiebungen ausgehört haben, kann wieder die gleichmäßige Bersorgung des Marktes eintreten, und zwar aus genügend vorhandenen Vorräten. Da erfreulicherweise die Ausfuhr von Lebensmitteln aller Art unterbunden ist, können die gesamten Erträgniffe der heimischen Landwirtschaft dem Inlands erhalten bleiben und weiden, da die Spekulation in Fortfall kommen muß, den Ausfall der Einfuhr decken. In Brotgetreide sowohl wie in der Fleischvcrforgung, denn die Vieh- besonders die Schweinehaltung ist dem Vorjahre gegenüber bedeutend gestiegen. So steht unsere Landwirtschaft wohlgerüstet da und bereit, ihre Pflicht in der Nahrungsmittel-Versorgung zu erfüllen. Selbst die „Frankfurter Zeitung", die früher bekanntlich auf einem anderen Standpunkte stand, berechnet in einem Aussatz, betitelt: Wir haben Brot! unsere Ectreideproduktion und unsere Vorräte und kommt zu dem Schlüße, daß wir zu Befürchtungen gor keinen Anlaß haben. Dar Blatt schreibt: „Ater selbst wenn die Ausfuhr wirklich ganz abgeschnitteu würde: wir brauchten sie nicht. Denn dann steht es einfach so, daß wir mehr Roggenbrot statt Weizenbrot effen müßten, was uns gar nichts schaden wird. Weizen haben wir zu wenig, aber Roggen haben wir mehr als genug, wir müffen also die Geschmacksrichtung etwas ändern und die Bäcker sollte« damit schon heute beginnen. Weizen und Roggen zusammen aber haben wir genug. Denn erstens werden unsere Millionen von Soldaten sich ja wohl zu einem größeren oder kleineren Teile bald jenseits der deutschen Grenzen ihre Nahrung holen. Und zweitens: Wenn die Getreide-Ernte so gut wird, wie in den letzten Jahren — und dafür sprechen alle Anzeichen — so fehlt uns, wie die obigen Ziffern zeigen, ja nur ein ganz kleinen Bruchteil unserer Versorgung. Für 4g Wochen haben wir eigenes Brot, nur für I Wochen beziehen wir es aus dem Ausland. Das besagt, daß uns auf ganz lange Zeit hinaus, sobald wir unsere Ernte herein haben, gar nichts fehlt. Dann sind wir für fast ein Jahr versorgt. Und es wäre nur eine kluge und sehr wichtige Vorsichtsmaßregel, wenn wir zugleich noch an den anderen Ersatz dächten, den wir gteichsalls im eigenen Lande haben: an die Kartossel. Etwas mehr Kartosseln effen und etwas weniger Brot, dann sind wir dieser Sorge gänzlich ledig. Ueberhaupt müffen wir die Kartoffel schonen: sie hat in Frtedenszeiten in großem llmsange (in kleinerem Umfange auch der Roggen) zur Schnaps-Fabrikation gedient. Das muß jetzt eingestellt werden. Wir brauchen jetzt nicht Schnaps, jcnderu wir brauchen Brot und wir brauchen — Viehsut- t er. Auch hierfür muß uns die Kartosfel helfen, als Ersatz für die Futtermittel, die uns das Ausland, vor allem Rußland mit feiner Gerste und Kleie, nicht mehr liefern wird. Unsere Vieh-Bestände sind, vor allem an Schweinen, erfreulich hoch. Auch an Fleisch wird es uns also nicht fehlen. An Zucker und an Salz decken wir bequem unseren eigenen Bedarf." Wesentlich aber ist, daß die Lindwirtschaft Hillfe für die bevorstehende Ernte findet. Die männlichen Arbeitslosen der Städte, die Frauen der Einberufenen, sie können Arbeit und Verdienst finden und dabei zugleich eine vaterländische Pflicht erfüllen, die rückwirkend Allen zum Besten dient. Aus der Notarbeit ersprießt uns aber hoffentlich ein tieferes, anhaltendes Verständnis für den Segen der Landwirtschaft und für die Eigenart der ländlichen Bevölkerung unter den Städtern. Der Bauer wird deu Liebesdienst fteudig vergelten und das ganze Volk durch das gegenseitige Kennculernen reichen Nutzen haben. Ist dem Krieg aber längere Dauer beschiedcn, heert er Teile deutscher Flur und bringt er eine begründete Teuerung, dann heißt es für alle, sie gefaßt ertragen, tapfer in dem Gedanlen an die Wackeren, die im Felde sichen und ihr Leben cinjetzen. Fürs Erste aber haben wir nicht zu klagen, selbst wenn, was ebenfalls noch nicht zu erwarten ist, die Einfuhr von nicht gerade unentbehrlichen Ecnußmitteln wie Kaffee, ins tSocken gerät. Roch kann die Landwirtschaft die Speicher füllen, wenn sich sonst untätige Hände regen. München, 7. A»g. Tic Bayerische Ttnatörcgicruilg schreibt: Die deutsche Ernähr»»« ist gesichert. Tie diesjährige Ernte übers,cigt deu Bedarf vielleicht in rcichlichci» Maße. A» Getreide verbleiben nach d,r Aussaat nvch 2,4 Doppelzentner pro .tkops der Bevölkerung, Tie diesjährige Kartoffelcriltc wird dir 54 Millionen Sonnen des Vorjahres noch übersteigen nud zusammen mit dir Heuernte »ud den noch vorhandenen Futtermitteln und der voraussichtlich reichen Rübcncrnte vollkomincn nnsreichen. Zur Nrrhiitiiiili m Ausschreitungen riilfiidjfr ssrnteardeilrr hat der Praußrjche Landeskriegeroerdand im Einvera:hmen mi, den Behörden landfinrmfteie Mitglieder der Kricg--roer- »ja» als Uekerwachunasman »schäfte» zur Vcriügung gestellt. Dieje werden bewaffnet und von deu Laudraten mit der Eigen, schast als Polizeibeamte ausgestattet. Die Organisation tn den einzelnen Kreisen wird durch die Landräte und die Dor- stäudc der Kreiskriegerverbände des Rähercn geregelt. Ersuchen um Entsendung von Schutz Mannschaften stnd an den zuständigen Landrar zu richten. Schmicdkgejellru für Zwecke der Heeresverwaltung gesucht. Wie man mittcilt, ist der Bedarf an Schiniedegcsellm, di< für Zwecke der Heeresverwaltung Verwendung finden sollen, jetzt besonders groß. Die Handwertskaimnern haben sich deshalb mit den Innungen in Verbindung gesetzt, und es ist erwünscht, daß auch die nichtdicnsttauglicheu Gesellen sich :n ar» ßerer Zahl melden. Aufruf an die Landwirte! Die Einbringung der Ernte ist jetzt dir wichtigste Auf gäbe aller Deutschen, die nicht dem Feinde gegenübcrstchcn. Bei de» Arbeitsnachweisen haben sich bereits Arbeiter in großer Zahl zur landwirtschaftlichen Arbeit gemeldet. Freiivillige jedcn Alters und Standes haben sich als Erntehclfer angrboten. Es gilt jetzt, diese Arbeitskräfte da. hin zu bringen, wo sie gebraucht wcrdru. Ich bitte alle Landwirte, ihren Bedarf an Arbeitskräften sofort bei der Landwirtschaftskammcr oder der von ihr bezcich-.eien Stell, anzumeldcn. Freie Eiscnbahnfahrt wird in weitem Unisang, gewährt werden. Für die Erntehilfe ist in meinem Ministerium Leipzigerplatz 7 und 9 eine Zentralstelle unter brr Lcitnug des Ministcrialdircktors Brümmer crrich, tet, die jrderzeit auch mündliche Auskunft erteilt. Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forstcn. Freiherr von Schorlemcr. Ardeitsurlchweisstklienutmiltliing im Kriegsfälle. Die Landwirte und die Gewerbetreibenden werden daraus ausnierksam gemacht, daß sie ihren etwaigen Bedarf an Arbeitskräften umgehend per Postkarte, per Telefon oder mündlich bei den nachstehend verzeichnetcn öffentlichen Arbeitsnachweisen am zweckmäßigsten anmelde». Wir bemerken hierbei, daß die Arbeitsnachweise gehalten sind umgehend a» Stellen, die sie nicht besetzen können, dem Mitteldeutschen Arbeitsnäch- weisvcrband in Frankfurt a. M. mitzuteilcn. Es genügt die Anmeldung bei dem zunächst gelegenen Arbeitsnachweis. Dop- pelmcldungen sind zwecklos. Zur Erleichterung erfolgt die Vermittlung während des Kriegsfalles vollkommen kostenlos. Rur die Transportkosten sind von dem Arbeitgeber zu tragen. Er empsiehlt sich die Arbeitsbedingungen dem Arbeitsnachweis zur Erleichterung der Vermittlung mitzuteilen. Alzey Aschaffenburg Bebra Bensheim a. B. Biebrich a. Rh. Bingen a. Rh. Butzbach Casiel Eorbach Darmstadt Dieburg Eltoill« Ems Fechenheim a. M. Frankfurt a. M. Friedberg i. H. Fulda Gernsheim i. H. Gießen Eroß-Karben Grün- berg i. H. Hanau a. M. Herborn Höchst a. M. Hungen Kreuz, nach Langen Limburg a. L. Mainz Marburg a. L. Raffau Nastätten Bad-Nauheim Oberlahnstein Oberursel Offenbach a. M. Oppenheim Rüdesheim a. Rh. Weilburg a. L. Wetzlar Wiesbaden Wildungen-Bad Witzenhausen Worms a. Rhein, « * « Krankenfürsorge für die Angehörigen der Einberufene». Das Eroßh. Staatsministerium macht in einem Ausschreiben darauf aufmerkfam, daß die zum Heere einberusenen Kran- kenkaffen-Mitglieder ihren Angehörigen in Fällen der Krankheit bei Kassen mit Fairiilienuntcrstützuiig die gesetzliche Fa- milienhilse dadurch fichern können, daß sie das Versicherungs- Verhältnis bei ihrer Krankcnkaffe freiwillig fortsetzen. Für die vom Hessischen Staate beschäftigten Versicherten werden in Fällen dieser Art die gesamten Versicherungsbeiträge (auch dl/ der Versicherten) aus die Staatskasse übernommen. Deutscher Grnß! Ihr habt den Krieg uns aufgczwungen, Du Frankreich und du Ruffenzar — Es nimmt das Schwert nur notgedrungen Ein Volk, bas froh des Friedens war! Ihr habt den Krieg aus dem Gewisse» Und über Euch komm' alles Blut — Ihr habt aus Frieden uns gerissen In frevlem, srechem llebermut! Ganz Deutchland ist nun ausgestande» Und Flamme» sprüht sein hcilger Zor» Parteicnunterschiede schwanden Wie Feuer aufzehrt dürren Dornt Das ganze Volk ist eine Seele In der Entrüstung krastvoll klingt^ Im Racheschrci sich aus der Kehle Zu des Gerechten Throne schwingtk O Gott, den Sieg gib deutschen Waffe» In dem uns anfgedrungnen Krieg, Laßt uns im Kampfe nicht erschlaffenl Gerechter! Dcntschland gib den Sieg! Das ganze Volk ist eine Stimme: „Verflucht sei Rußlands Heuchelei! Das Herz, das drob nicht brennt im Grimluc: Verflucht! Verflucht! Verflucht es sei!" Das ganze Volk glüht eine Flamm« Uln seines edlen Kaisers Thron — Es ist von einem mutgen Stamme Und srpicht den Feinden blutig Höhnt Entweder siegen oder sterben! Ist unser heiligster Entschluß — Wir sind ja großer Väter Erben -» Das ist, o Feind, an Dich mein Grüßt Armin Kraft. Landwehrman». SU. IM _ Deutsch 1#13 und 1914. Ctnfi ist die Zeit, Gefahren drohen um uns überall Aus Zungdeutschland. deutsch« Zugend, bau« eine, Ulächtgen Wall, Treue. Freundschaft, «rast und Lieb«, welche schlingt um dich ein heilig Band, Sie mögen führen uns zum Sieg, wir nehmen ihn aus Gottes band. Germania ruft vom Rheinesstrand, weit hallt c» durch das Vaterland: Älldeutschland wappne dich, und schirme rasch die Grenzen vom heilge» Hermannsland Gott >e- mit uns, lein andre Hilfe brauchen wir, bott und Deutschland, die lieben wir, Gott und Deutschland sei's Panier! Cine herzliche Bitte. Wir haben in den ersten schweren Tagen alles getan, um brr Publikum über seine Pflichten gegenüber den Geschäftsleute» aufruklLrcn, und wir werden auch weiterhin in diesem Br strebe» nicht ermüden. Auf der anderen Sette ersuchen wir aber auch die Eeschasts- leute sich ihrer Berpflichtuuge» eingedenk zu bleiben und vor allem auch ihre Rechuungen zu bezohleu. Wenn das nicht geschieht, dann werden Stockungen eiatrctcu und die Geschäftsleute selbst werden wieder die Ge- .chödigten sein. Eine heilige Pflicht! G-3 konimt vor, daß Truppenzuge erst spät am Abend in die Quartiere kommen. Denn dann, wie es gestern abend der Fall war, die Truppen stundenlang im Regen marschie- ren »inijte» und ganz durchnäßt aukaoien, dem tut nichts Wähler, als eine warme Speise und sei cs nur eine Tasse heißen Kaffee. Wir geben ja zu, daß es für die Ouartier- geber gerade nicht angcnelm, ist, au? den Federn zu müssen, uni Feuer anznniachen ustv. Aber bedenkt, was erst die Soldaten auszuhalten haben, haltet Euch vor Augen, wie cs euren eigenen Angehörigen zumute ist, wenn sie nachts durchnäßt und ermüdet in ihre Quartiere kommen. Handelt also in solchen Fällen nach dem Spniche: Was ihr euren Brüdern getan habt, das habt ihr Euch getan. Ans der Heimat. * Friedberg, s. August. Vom 7. August ab finden an Wochentagen nur 2 Briefbestellungen — 8 Uhr vorm, und b Uhr nachm statt. ' Osfrnhciin. 8. Slug. Zur Nachahmung entpfohlenl Durch den Ortsausschuß vom Roten Kreuz wurde von 2 Damen von hier sür das Rote Kreuz eine Sammlung in Miseren, 377 Einwonher zählenden Dorfe veranstaltet, welches die Summe von 361 Mark 75 Pfg. ergab. Der Be- trag ist heute an den Hess. Landesvcrein sür das Rot- Kreuz abgeschickt worden. • Frankfurt a. 3)1. 8. August. Die Kolonialwaren-Eroß- handlung Bodenheimer u. Co., Breitegasi« 24, hat vorlitg-nden Rechnungen zufolge einen langjährigen kleinen Spezereihändler in schmählicher Weise bewuchert. Sie verkaufte dem Mann Mehl zu 54 Mark pro Doppelzentner gegen 33 Mark sonst, g,ie pro Zentner 32 Mark, sonst 17 Mark. Ferner steigerte sie lörbfen von 2V auf 4V, Linsen von 22 aus 5V, Erünkern von 28 aas 4', Gerste von 16 auf 38 Mark, alles für 166 Pfd. Dem Ge- :raliomn,and» wurde sofort Mitteilung von dieser unerhörten Erna nnd Ilse. Roman von D. Feußner. 23 (Fortsetzung). .Zch bin schon enttäuscht genug." sagte er auf die letzte Erwiderung des Rittergutsbesitzers, „und bin gewappnet gegen mein weiteres Schicksal. Was mir die Zukiinst bringen wird, will ich ohne Groll aus ihrer Hand nehmen, und sei es selbst der Tod — im freien Lande." „Allmächtiger Gott!" rief der Kranke und schnellte sinnlich in die Höhe, „was haben Sic getan?" „Mch nach China gemeldet." erwiderte Roderich . insach. „Sic — haben — sich — nach — China — genreldet?" sagte der Kranke gedehnt. „Kaum halte ich cs sür mög- lich — sind Sie auch tauglich? Und kommen Sie bald weg! „Ich bin tropendienstsähig und muß mich in drei Tagen in A. melden." „Ueberraschender ist mir in meinem ganzen Leben noch nichts gekommen, selbst die MobilmachungSordre <0 nicht. „Daß Sic dieses überrascht, kann ich mir wohl denken," sagte Roderich. „ES überrascht mich aber nicht allein, sondern geht mir auch sehr ans Herz," entgegnet« Herr Ruth, „denn ich habe Sie lieb gewonnen, wie einen Sohn und bin ihnen viel Tank schuldig für die Hilfeleistung mir gegenüber. Und haben Sie meiner Tochter nicht dar Leben gerettet? Sie wollen sich niir nun ans lange Zeit, ja vielleicht auf immer entziehen. Dieses macht mich tief traurig, denn ich zittre für Ihr Leben. Wer weiß, ob Ihnen die Stunde der Rück- tt-hr schlagen wird; hoffen wir aber, daß Gott mit Ihnen und Sic mit Gott gehen, und in seiner Gemeinschaft die Gefahren, welche Ihrer »«arten, bestehcm — Wenn es sein Dille ist, wird auch der große Moment, in dem Sie den -eiligen Boden dc-S Vaterlandes betreten dürfen, kommen." „Ja. ich gehe mit Gott," erwiderte der junge Mann tief bewegt. „Ilse!" rief der Kranke jetzt. Doch keine Antwort er- _ Tagerz«itvn». »amstog, den 8 . August m« vllksbewucherung gemacht. Daraufhin wurde da» erste fij «B,p«' statuiert: die Großkolanialwarenhondlung Bodenheimer u Tie., Brcitegaffe 24. wurde von der Polizei geschloffen. Diese strenge, nb»r gerechte Maßregel wird hoffentlich eine Warnung für die Lebrnsmittrlverteurer sein, di« kleinen und die gr. ße». Jenes Beispiel zeigt aber, daß in sehr vielen Fällen die lleinen Händler gar nicht die eigentlich Schuldigen sind, denn sie sind wirtschaftlich abhängig und müffen die Waren von den ezirmcn nehmen, die ihnen bisher Kredit gewährt haben und NU» die Gclrgenheit fkruprllos benutzen, um sich auf Kosten der ohnedies notleidenden Mitbürger zu bereichern. Es ist selbstverständlich, daß dann der Kleinhändler, um zu existiere», selbst die Ware zu Wucherprcisen an das Publikum abgcbcn muß, — ®ci Direktor der Süddeutschen Waffcrwerke, Paul Hcffemcr, gewährte vorgestern Abend drei Soldaten des Refervcregiments 87 kein Quartier. Er wies sie mit dem Bemerken ab, sie sollten sich auf seine Kosten in einem Hotel Unterkunft suchen. Die Leute erhielten von Heffemer aber kein Gelds schließlich fanden sie in später Rächt bei Leuten mit mehr Vatcrlandsgcsühl Quartier, — Verschiedene Hausbesitzer tiiudigten Familien, deren Ernäher im Frldc steht, die Wohnung, — Don diesen bedauerlichen Erscheinungen abgesehen offenbart die Bepölker- unz einen Patriotismus und eine Opferwilligkeit ohne gleichet: Geld und Liebcsfpcnden fliegen den Sammclftellc» in ungeahnter Fülle zu. Der Andrang Freiwilliger für den Heeresdienst geht in die Tausende, die Anmeldestelle ist buchstäblich außer Stande, des Ansturms Herr zu werden, Leute, die längst 56 und 66 überschritten haben, verpflichtete» sich für den Dienst im Felde. * Frankfurt a. M„ 8, August. An der Dcutschhcrrnbrücke crttank beim Baden im Main der 12jährige Schüler Franz Kreß. In der Forsthausstraße geriet der Gärtner Benkcscr unter sei» Fuhrwerk. Er erlitt Verletzungen, di« seinen Tod nach kurzer Zeit zur Folge hatte. * Franksurt a. M„ 7. August. Am Donnerstag nachmittag hatte ein Mann, der in Bonames zum Bahnschutz mit einem Gewehr ausgerüstet war, dasselbe im B-bnhofsggebäude abgc- stellt und sich einen Augenblick entfernt. Ein Kind, das vorüberging, stieß an das Gewehr, wodurch ei» Schuß losging, der die LLjährigc Fra» Degenhard aus Preungesheim in die Brust traf und auf der Stelle tötete, * Frankfurt n. M., 7. Aug, Auf dem Polizeipräsi- dium haben sich bis heute rund 6000 Kriegsfreiwillige an- gemeldet. Heute trafen hier zahlreick>e Berliner Studenten ein, die in Berlin wegen des Ricfcnandrangs zurückg-wiese» wurden und nun in Frankfurt ihre Dienste anboten. Auch mehrere schwedische Studenten stellten sich der hiesigen Militärverwaltung zur Verfügung. * Franksurt a. M., 7. Aug, Der Privatmann Platt im Stadtteil Bockenheim schickt fünf Söhne nnd drei Schwieger- söhne in das Feld. Hesse».Nassau. * x. Oberursel, 7. August, Der Nachtpolizeidienst und der Sicherheitsdienst an der Bahn wird durch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr ausgeübt. Denselben sind die Funktionen eine» Polizcibcamlcn überttagen. — Die Bürgermeisterei gibt bekannt, daß die Beschaffung von Arbeitskräften und di« Vermittlung von Arbeitsgelegenheit für Arbeitslose, lediglich durch den städtischen Arbeitsnachweis im Ratskeller bewirkt wird. Landwirte insbesondere wollen ihren Bedarf sofort anmclden und Schüler und Erwachsene, welche bei den Erntearbeiten ihre Arbeitskräfte unentgeltlich zur Verfügung stellen wellen, werden gebeten, ihre bezüglichen Erklärungen bei der Rachwcisstelle abzugeben, — Der Magistrat hat »arge schlagen, zur Unterstützung der Familien der zur Einstellung kommenden Männer einen Fond von 26 666 Mark bereit zu stellen, * Ocbcrursel, 6. August, Für die Unterstützung von Familie», deren Angehörige im Felde stehen, bewilligte die Stadtfolgte. denn das Mädchen hatte das Gemach verlassen. — Währenddem sich die beiden Männer unterhielten, saß Ilse auf ihrem Zimmer und — weinte. Und worüber? Eigentlich war cs ihr selbst nicht klar. Als Roderich sagte: Ich habe mich nach China gemeldet, war ihr etwas Unerklärliches gekommen. Ihr war mit einem Schlage so web ums Herz, daß sie nur Linderung im Weinen z» finden glaubte. Aber es sollte niemand wissen, was ihr Tränen erpreßte, drum hatte sie unbemerkt die Stube verlassen »i>d war iu die Einsamkeit ihres Zimniers geflüchtet. Hier saß sie, uni das traurige Gesichtchen in der schneeigen Kissen ihres Bettes zu vergraben und ließ den Tränen freien Lauf. Warum mußte er auch grade nach China gehen? Daß sie noch keinen tieferen Eindruck aus den jungen Mann gemacht hatte, wußte sie, hoffe aber vielleicht durch längeren Verkehr mit ihm seine Zuneigung zu gewinnen. Und nun mit einem Schlage alle Hoffnungen zertrümmert, denn er wollte'fort, fort in ein unbekanntes Land, unter hinterlistige Menschen, und sie konnte ihn nicht halten. — Sie kam sich viel zu unscheinbar vor, ::m ibn zu zwingen, ihr z» Füßen zu kniecn) ihrem ganzen Wesen fehlte die Kraft, ihn an sich zu fesseln. Sonderbar! Sie war das gefeiertste Mädchen der ganzen Stadt, von Verehrern umringt, welche alle glücklich gewesen, hätte ihnen ei» Lächeln von ihr gegolten. Eindruckslos gingen die Abende an denen sich die hante-volce des Städtchens zu einem Vergnügen einfand, an ihr vorüber. Die Phräsen und Kompliniente der Salonhelden ließen sie kalt, bis der junge Rosiarzt ihren Lebensweg kreuzte ,i»d — ihr Herz und Sinn gefangen nahm. Höflich und zuvorkommend war er ihr gegenüber stets gewesen, aber auch weiter nichts, doch desto mehr bewunderte sie ihn und aus dieser Bewunderung wuchs bald das Barte Pflänzchen der unverdorbenen reinen Erstlingsliebe. ,1 „Ich muß hinunter denn'er wird wobt bald aeben." ______Seite 8. vcioidnctrnsitzung 26660 Mark. Den Familien der städtischen Arbeiter wird der halbe Tageslohn ausgczahll. Eine hiesige Firma gewährt jeder Frau 6 Mark und jedem Kinde 2,56 Mk. Wochen Unterstützung während des Feldzuges. * Bad Homburg. 6. August. Der Fuhrmann Christoph Kof- le, geriet bei Hattersheim während eines Möbelttansportes i'ntcr den frr.ren Möbelwagen und wurde auf der Stelle getötet. Griesheim a. M., 7. Aug. Zehn Familienangehörige stellt der Kriegsvetcran von 1870—71 Ludwig Wiegand dem deutsch»«» Volksheere zur Verfügung, und zwar acht Söhne im Atter von 19 bis 39 Jahren und ztvei Schwiegersöhne. * Ried 0 . 3)1., 6. August. Die Gemeindevertretung bewil- ligle zu Fürsorgezweckcu wahrend des Krieges die Summe von 56 666 Mark. * «rulda, 7. Aug. Bo» hierentsendet der Lehrer Selig seine sechs Söhne in den Krieg. Aus Ersuchen der Landesversicherungsallstalt Eroßh. Scffc» mcchcn wir die Zntereffentcn daraus ausmcrksam, daß die U»»- zahlung der von der Landesoersicherungsanstalt Eroßh. Hcffcn auf Grund der Reichsvcrsicherungsordnuug angewiesenen Rcn- leiibcträge lZnvaliden, Alters, Witwen- und Waisciirenlen pp.) durch den Kriegszustand nicht beeinträchtigt wird. Kirchliche Anstigen. Evangclijchr (heineinde. 9. Sonntag nach Trin., g. August. Gottesdienst in der Stadtiirch«, rillgemeiner Kriegsbettog. Vorm. SK Uhr: Herr Direktor Schockl. Anschließend Beichte und hl. Abendmahl. Gottesdienst in der Burgttrche, Abends 8K Uhr: Herr Dircllor Schockt. Vorm. 8)4 Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst II» Stadlleil Fauerbach Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdieust: Herr Psr Ritter. Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehre sür di« Mädchen: Herr Pfarrer Ritter. Anschließend Beichte und hl. Abendmahl. In allen Gottesdiensten Kollekte für die Tätigkeit des Ro- teu Kreuzes. Katholische Gemeinde Zehnter Sonntag »ach Pfingsten. Jahrgedächtnis der Kircheuciuweihuug. Beichtgelegcnheit Samstag nachm, von 5 Uhr, Sonntag früh von %6 Uhr an. y.7 Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Singmesic mit Predigt lMiUtärgottesdienst). >416 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2y, Uhr: Festandacht. Mittwoch, Donnerstag und Freitag Abend 8:4 Ilh, ist Buß und Vittandacht zur Vorbereitung auf die am Fest« Mariä Himmelfahrt und dem darauffolgenden Sonntag abzuheltendi gemeinschaftliche Kommunion. Feierabend griedber» Sonntag, den 9. August: Lese- und Spielabend Franksurirr Wetlcrbrricht. Voraussage: Wollig, meist trocken, warm, nordwestliche bis westliche Winde. Verantwortlich für den politischen Teil: Otlo H i rschel, Jiiedberg; sür den lokalen »nd unlcrhallendcn Teil: Bernhard Lenz. Fricdbcrg; für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedbcrg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- _ zeituna". A.-G.. Friedberg i. H. __ murmelte» ihre Lippen und langsam stand sic auf, um die Träncnspuren zu verwischen, er sollte nicht sehen, wie eS um sie stand. Als sie in daS Krankenzimnier trat, verabschiedete sich Roderich gerade von ihren! Vater. Als er ihr die Hand reichte, glitt sein sorschender Blick über sie hin, denn ihr kleines Händchen zitterte merklich. Ahnte er, was m ihr vorging? Sah er, daß sie geweint hatte? Sie konnte den Blick nicht ertragen, und ihre Träne» drohten anss neue hervorznbrechen, darum wandte sie sich irm. „Auf Wiedersehen, Fräulein!" sagte Roderich »nd ging. Ilse setzte sich an das Bett ihres Vaters, aber so, daß sie das Licht im Rücken hatte, denn sein scharfer Blick hätte gar bald erkannt, daß sie aufgeregt war „Denke dir, Ilse, Herr Tietze geht nach China." „Ich weiß es, Bater," erwidette sie kaum hörbar. „Schade um den jungen Mann. Ich hatte mich schon so an ihn gewöhnt, daß ich seine Besuche sehr vermissen werde. — Wenn ich nur den wahren Grund zu diesem Schritte wüßte." „Vielleicht will er sich die Welt einmal ansehen," meinte Ilse. „Allerdings ist dies bei vielen der Grund, nicht aber bei ihm." „Vielleicht ist es auch der Drang, dein Vaterlande seine Dienste zu leisten." „Damit ist die Frag« „warum" noch nicht erschöpft, es muß unbedingt noch einen andern Hintergrund haben," sagte der Vater mit Bestimmtheit. „Es ist ja möglich, daß ihm schon große Enttäuschungen zuteil geworden sind, und er will einem geheimen Kummer entgehen." (Fortsetzung folgt) !>nirz v. d.h. Couijcn[ti.437i Tckeson 380. Vorteilhaste Bczuosquclle von «Ä. Trallrillgtil Ä« in jedem Goldgehalt und Fastan. Graaierenund Verändern gratis. Bekanntmachung. Es herrscht vielfach die Ansicht, daß mit Ausbruch des Krieges die Verpflichtungen gegen öffentliche Kaffen ruhen. Dies trifft nur für Kriegsteilnehmer bezüglich der Steuern vom 1. August ab zu, soscm deren Einkommen in Wegfall gekommen ist. Alle übrigen Etcucrpflichligcn sind auch weiterhin zur Zahlung der städtischen Umlage und der sonstigen Gefalle verpflichtet. Reklamationen sind jedoch vorerst bei Er. Finanzamt nicht zu erheben, denn es wird bei der nächsten Mahnung der Gemeindesteuer des I. und 2. Zieles, die bis zum 14. b. Mts. bezahlt sein tnüssen, sestgestellt werden, für wen Steueipflicht vorliegt. Zugleich wird unter Bezugnahme aus den Vermerk aus dem Stcucrzettel daraus hingewiesen, daß unter Ausschaltung des Bar- gcldverkchrs direkte Uebcrweisung von Einlagen beim Vorichuß- und Krcdilvercin auf das Konto-Korrent-Konto der Sladlkaffe erfolgen kann. Es wird erwartet, daß Jedermann in dieser schweren Zeit die Erfüllung seiner Zahlungsoeibindlichkciten auch als vaterländische Pflicht betrachtet, da jür die Folge große Ausgaben von ier Stadt zu ersüllen sind. Friedberg, den 7. August 1914. Der Bürgermeister. Stahl. Ziehung am 12. August. Eichener Cewerbe- Ausstellungs-Lotterie 1616 <ö tm. i. Ul. o. 30000 Mk. 1. Hauptgewinn lOOOO Mk. u. s. w. Lose & 1 Mk. bei allen Lose-Vcr- käufern zu haben. II gemischte Nummern sür Mk. 10.23 nebst Liste u. Porto. General-Vertrieb öuchacker in Giessen. Krotabgabe. Auf der Geschäftsstelle des Uvten Kreuzes über den städtischen Pfeideställen sind etwa 200 Laib Brot zu 30 Pfg. das Stück in den Stunden von 9—12 Uhr und von 3—6 Uhr abzugcben. Bier ä: Henning, M-homburg v. i>.ß. Abteilung B. chem. techn. Produkte empfehlen piiiÜ!l. Vsi>ki»»lichS i4e Vodenwachse, PutzextrattF,a,ch.n. fflibigcs Oarvolinenm,,0'sSop". Lt aubvindendc Bodcuöle. Priüiil Saaterbsen lrissisK) „ Saatwicken (ß Z„, in höchster Keimsähigkeit liefert solange Vorrat reicht, zu billigsten Preisen. it<»rnliauillanau Landw. Ein und Berkanss-Genoffcnschast Telekon Nr. 245 und 246. Unterhosen ohne Naht Hemden, Unterjacken, Zlriiiupfk. 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