7. Iahrglinfl Dnmmer 177 FrcitnA. den 81 . Znli " tl.t « r.[ tsjciluna" rr chcir.t leben Werltag. Regelmäßig« Beilagen „vrr K»«cr an» Hessen", „vie Hprnnssnbc". O»M-ape»i«: Bei den Postanstalte» uieriel,ahriich All. 1,85 c. ic:: '. (enteil monatlich 50 dg. Hinzu tritt Postgebühr ober Trägerlohn. Anzeigen: ErunLzeile 20 Pfg„ lokale 15 Plg, Anzeigen von auswärts werden dur.t, Postni.h,lahme erhoben Erfüllungsort „riedberg. Schrrftleiluug und Perl», Friedberg (Hessen), Han»uerlraße 12. Ferniprccher ttz. Poiticheck-itaato 3!r. ick-ZZ. Amt ^rantfurt L. i’l. Vor der Entfchei (Sine bcfriftctc Anfrage Deutschlands an Rußland. — Berfchärfnng der Lage. — Roch keine Mobilmachung Deutfchlands. — Vom Kriegsschauplatz. — Das deutsche Heer. Eine dumpfe Spannung lastet auf allen ©emiiforn; nichts V druckender als die fortdauernde Ungewißheit. Zwar lc- steht kaum noch die mindeste Hoffnung auf eine fricdkiche Lösung, aber doch würde cs als eine Erlösung empfunden werden, wenn endlich das entscheidende Wort gesprochen würde. Deutschland kann unmöglich mehr mitzusehen, wenn seine Nachbarn in einer Weise rüsten, die nur zu deutlich ihre femdlicben Absichten verkündet. Es ist daher zu beglichen, daß sich die Reichsrcgierung entschlossen hat, wie der „Dem- ,and erklären, daß cs seine militärischen Maßnahmen tat- . .äst ich nur wegen des Aufstandes in Siidrußland gctroifen hat. und ist cs ferner bereit, eine bündige Erklärung abzu- geben, daß es nicht gewillt ist, stch irgendwic in den öfter, wk. iich-serbische» Krieg eiuzumische», so wird das für ganz Europa eine Beruhigung sein. Kann oder will Rußland das nicht, so wiH Deutschland nunmehr gezwungen sein, auch seinerseits die Mobilmachung erfolgen zu lassen. Und zwar die Mobilmachung nicht nur an unserer Ostgrenze, sondern die Mobilmachung der gesamten deutschen Wehrmacht. Das ist »ui so nötiger, als von der französischen Grenze heute trotz eines gestern abend erfolgten Dementis der amtlichen „Agence Havas" eine ganze Reihe von Meldungen über starke Truppenbewegungen, ja auch über Mobilisierungen oorliegen. Man darf daher annchmen, daß die gleiche An' Tage auch an das französische Kabinett gerichtet worden ist. lieber die Antworten, die auf diese Anfragen cinlauien werden, kann leider heute kaum mehr ein Zweifel herrschen. ,ic Lage ist jetzt so zugespitzt, daß wir uns ans alles gefaßt nach)?» »iüsscn. Bereits taucht das Gerücht auf, das wir deshalb wieder, geben, weil sie uns aus sehr zuverlässiger Oncllc z» stammen scheine», — daß der Abbruch der diplomatischen Beziehungen — zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland fcmkä — eine vollzogene Tatsache ist. Ist das der Fall, dann lann dieser Abbruch natürlich nur von Rußland ausgcgangcn sein, und damit würde die Schick- salSstunde jetzt hcrciugcbrochen sein. Kurz v-ffristete Anfrage Deutschlands au Rutzlarr). Bon einer Seite, die als absolut zuverlüssig anzuscßii -st, erfährt die „Deutsche Tageszeitung", daß angesicht:- d>r schtvcren wirtschaftliche» Schädigungen, die nilscr gesamtes Wirtschaftsleben durch die sortwährcndcn bedrohlichen Ge- !-ich!e über russische .Kriegevorbereilunge» eriähit, und die b s: iiders durch die gestern iniigetriltc Rn>tr>i:;cldu::g : :: einer Mobilisierung >» Süd- und Südwcst Rußland noch bedeut-d an Wahlscheiiilichkeit gcwcnre-i heben, und die deshalb geradezu eine Bedrol »ng «iiseres gcsanitcn Wirtschastslebrns bedenten, di' deutsche Rdgicrung nun mehr ein? Anfrage a >, die russische Regierung gerichtet hat,ihr - binnen 24 Stunde» Aufklärung zu geben,-- v b c S wahr sei, daß derartige Rüstungen st a t t s i » d c n , und was diese R ü ,'t u » a c » zu bedeuten haben. Weitere Verschärfung der L agc. Wien, 31. Juli. Der Kaiser cnipsiug gleich nach seiner Ankunft den Minister des Acußercn, Grafen Bcrchtold, den Kriegsniinistcr v. Krobntin und den Generalstabschef Baron Conrad, Die Situation wird wegen der Haltung Rußlands als sehr ernst beurteilt. London, 31. Juli. Von einem Mitglicdc des englischen Kabinetts erfährt man, daß die Situation von der ste-ie- rnng bis 3 Uhr nachmittags für besser als gestern angesehen wurde, daß sie sich seitdem aber erheblich verschlechtert habe. Berlin. 3l. Juli. Tee russische Botschafter Swerbescw hatte gestern Abend eine luägerc Unterredung mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Anites v. Jagow. Tic Bemühungen, eine Annäherung zwischen dem Standpunkt ven Wien und dem von Petersburg hcrbeizusiihrcn, dauern roch fort. Verbot der deutschen Getreideausfuhr. Berlin, 3l. Juli. Es ist beabsichtigt, sür das Gebiet des Deutschen Reiches ein Verbot der Getreideausfuhr zu erlassen. Verbot der Veröffentlichung von Mobilisicriingsnachrichten. Berlin, 31. Juli. Es ist beabsichtigt, ein Verbot d-r Veröffentlichung von Nachrichten über Mobilisicrungsmiß- no> men zu erlassen. Nene Beratung beim Reichskanzler. Berlin, 31. Juli. Im Rcichskanzterpalais fand gestern Abend gegen 10 Uhr wieder eine Beratung statt, die sich aber nicht direlt aus die schwcbcndcn diplomatischen Verhandlungen bezogen hoben dürste. Eine große Menschenmenge hatte sich in der Wilhclmstraße vor dem Palais angesammelt, da das Gerücht entstanden war, daß der Kaiser bei dem Reichskanzler sei. Um die gleiche späte Nachtstunde weilte auch der russische Botschafter Swerbejew beim Staatssekretär v. Iagow. Wie in Ersahrnng zu bringen ist, ist nicht nur die angclündigte Einbcrusung des Bundesrats, sondern auch die Einberufung des Reichstages zu erwarten. Herr v. Bethmann-Hollweg wird in diesem Falle den Wunsch haben, dem Lande und der breiten Oesscntlichk-it dnrzulegen, daß die deulsche Regierung ihr Möglichstes für die Erhaltung des Friedens getan hat und daß sic keine- Veraniwortung für einen Wcltrlicg trägt, den sic mit ganzer Kraft zu verhindern wünscht. Einberusniig des Bundesrats. Berlin, 31. Juli. Die Einberufung des Bundesrats ist erfolgt. Es wird bereit» heute eine Sitzung des Bundesrats siatlsindcn. In einer offiziösen Mitteilung wird hinzugefügt: Gegenstand der Beratung seien minderwertige Angelegenheiten, weshalb der stimmsührcnde Minister der Bundesstaaten nicht daran tcilnehmcn wird. Die nächsten Bcichtiissc des Bundesrats. Berlin, 38. Juli. Der Bundcsrat wird, wie das ..Derl. T-'gcbt." hört, heute ncrmittag u. a. auch ein Verbot der Ans- suhr van E-treide, Mehl und Futter, Tiere und tierischen Er- zci'anisseii erlassen. Diese Maßnahme wird veranlaßt durch Geiächte vcn zahlreichen Haiidelsocrtrctimgcn, wonach infolge der gegenwärtigen pclitischen und wirtschastlichen Lage ungewöhnlich große Mengen von deutschem Getreide und Mehl .ns Ausland gin cn. Verbote gleicher Art und unter anderen Bcr- häUutsleu auch früher erfolgt. Nusdehmmg der russisch er! Mobilisation. Petersburg, 38. Juli. Ein kaiserlicher Ukas rnsi unter die Fchnen: !> Die Reservisten von 33 ganzen Gouvcri.cw.cnts und i een 7! Distril.e:! von 1< andern Gouvernements. 2 ) Tin Teil d.-r Reservisten von 8 Divisionen re.i vier Ec.» crirements. 3) Die Rcleivisten der Flotte von Ci Distiillen in 12 iuf- fische I (sonvrincmcntL und einem f'inländlsthcn Eonu rnemcnt. <> Die beurlaubten Kojalc» ini Tongcbict K::b.r», Terck, Astrachan, Orenburg und Ural. ös Die entsprechende Anzahl von Rcseiocoffizicren, Aerz- tcn. Pserdcn und Wagen sind gleichialls zu den Massen g: ruien. Russische Maßnahmen. Ojtrowo. 38. Juli. Rach hier aus dem russischen Grenz gebiet angelangtcn Meldungen erhielten die dortige» Militärbehörden gestern nachmittag 3 Uhr die drahtliche Ausfardc. rung. das gesamte militärische Ausgebot an der Grenze in Be> reitschasl zu hatten und vorläufig die hauptsächlichsten Punltc wie Brücken, und die nach Deutschland führenden Wege ZU bewachen. Die Familien der Offiziere und Mannschasten packe» bereits ihre Habseliglcitcn und begeben sich in die ihnen angewiesenen Wohnsitze im Innern des Landes. Berlin, 38. Juli. Wie der .Telegraphen Union" von der ruisijchen Grenze gemeldet wiro. tit di- Eisenbahnbriicke bei Wirballe» durch russisches Militär mit Minen belegt worden. In der Umgebung von Wirballcn liegen jetzt gegen 88 888 Manu Militär, um die Riickvcrbindung ansrecht zu erhalten Dem Vernehmen nach ist auch sür den Militärbezirk von L>- bau der Mabilmachungsbcsehl angeordnct worden. Russische Artillerie aus dem Marsch nach der Grenze. W a t j (f) a u, 38. Juli. Gestern nacht paisiertc von Wilna kommend eine Artillerie-Division den Bahnhos und ging ans der Warschau-Wicncr-Bahn weiter nach Sosnootco. — Alle Offiziere und alle Vcrwaltungsbeamtcn sind von ihrem Urlaub zurüilberufc» worden. Pässe nach dem Ausland werden überhaupt nicht mehr verabfolgt. Die wvffenstarrcndc russische Grenze. Pieschen, 38. Juli. In Kalisch wurde heute um Mib tcriiacht gleichfalls der Mobilmachungsbcseh! ausgegebcn, um gleich daraus zurückgezogen zu werden. Ein russisches Schiitzcn- regimcut ist neu in Kalifch eingctrosscn und hat sich sofort aus Vorposten an die deutsche Grenze begeben. Gendarmen zu Fuß und zu Pscrdc halten Ine ganze Grenze gesperrt. Man sicht vom preußischem Gebiet aus genau die russischen Vorbereitungen, während sich aus deutscher Seite noch nichts regt Ter russische Güterverkehr eingestellt. Kattowitz, 31. Juli. Der Eil- und Frachtgutverkebl nach Rußland über Sosnevicc ist eingestellt. Rollende Güter werden ungehalten und dem Absender zur Vcrfiiguug gestellt. Ter Verkehr nach Scsnovicc ist noch frei. Tic Nachricht besag! also, daß der russische Güterverkehr dort eingestellt ist, während der Verkehr von Teutschland bis zur russischen Grenze noch aufreiht erhalten wird. Mcutcrci bei der russischen Flolte in Sebastopol. Kcnsiantinopcl, 31. Juli. Es wird bestätigt, daß ans der russischen Flotte iw Sebastopol eine Meuterei ausge- brock cii ist. lieber den Umfang derselben liegen keine zuverlässigen Nachrichten vor, insbesondcc darüber, ob cs sich etwa um einen vereinzelten Vorgang ans einem einzelnen Schisse handelt. Der hiesige rumänische Stationskreuzer ging gestern mit > .-rsiegelter Order ins Schwarze Meer. Die deutschen Schisse iverdeii aus dem Schwarzen Meere zurückgcrnfe». Russisch Pole» im Ansruhr Wir:-. 31. Jnii. Tie „Nntionalzcitung" meldet, daß dei Aufstand in Riissisch-Polcii weiter an Ilmfang gewonnen bat. So ist der Pillvertiirm in Warschau von den Aufständisch?' gesprengt worden. In der Stadt soll die Revolution auszebrcchcn sein. in Frankreich. Paris. 31. Juli. Die Blätter oeröffcntlichcn lange De- pcfchca. i bcr die augenblicklichen Zustände an der französischen Grenze, Danach herrscht in 3! an cp nach wie vor die größte Gcldkalamität. Die Bewobncr haben gestern in allen Nah- rungsn iitelgcschäftcn die umsangrcichstcn Einläufe gemacht, um sich? für längere Zeit mit Lebensmitteln zu versorgen. E.n Grcn,--Zwischenfall ereignete sich gestern nachmittag tn der Ri he von Lunevi tlc Bei dem kleinen Dorse luns überschritten zwei Untercfsizicrc der leichten Kavallerie die frankstich: Grenze. Ein sranzösischer Zollbeamter machte sie etwa Km. von der Grenze entfeint, aus ihren Irrtum auf- meilia>n. den sic offenbar aus Lersehcn begangen hatten. Es cnlsti.nd ein lfeiner LJorlwcchsel. der schließlich damit endete, daß sie umlchrtcn und ans deutsches Gebiet zurückgingcn. Trotzdem i ot die Tatsache unter der Bevölkerung eine gewisse Auf- rcgnu, hcrvcrgeriiscn. Di- Blätter warnen jedoch davor, dielen, Zwischenfall irgendwelche Bldcutung beizumessen. Man wies darauf hin, daß in enbetrach! des Umstandes, daß augcn- llicklich groß: Truppenbewegungen auf dculschcr und sranzösi- schcl Scilc begonnen haben, icin Anlaß zu weiterer Beunruhigung vorlieae. U*. 177 «eile 2. ’4>»ob«mobil(ialiöB in ‘»lancq. Paris, 81. Juli, In letzter Stunde wird gemeldet dich heute »acht in Nancy eine P «ob e mobil tfahto« rum 8 Negunenter» Infanterie und einem Regiment Hnstuei» der Gornijo» Nancy stattfinden wird. Di» Behörden Haien der Bevölkerung eine ähnliche Note übermittelt, wie man auch die Behörden in Stratzburg bekannt gemacht habe, und worin di» Bevölkerung aufgefordert wird, sich nicht durch Kanonendonner erschrecke» zu lassen, da es sich nur um Manöver handele. In Nancy sind alle Earnisonstruppen versammelt. Die französische Grenze ist völlig von Truppen besetzt, besonders von Kavallerie. Seit gestern früh stehen längs der Grenze Hcuwagen, hinter denen Soldaten postiert sind, ossenbar um das lleberfahren von Automobilen über die Grenze zu verhindern. Von der französischen und italienischen Mobilmachung. Rom, 30. Juli. „Giornale d'Jtalia" erfährt aus dem Erenzort Ventimiglia, daß den französischen Reservisten von Gendarmen der Mobilisierungsbeschl des französischen Heeres unter Gebot der Geheimhaltung mitgeteilt und die Gestellung binnen 24 Stunden geboten worden sei. Die Franzosen legen grotze Erbitterung gegen Italien an den Tag. weil cs an Seite Deutschlands verbleibe. Das Organ der sozialistischen Partei, welche ebenso wie die republikanische die unbedingte Neutralität Italiens begehrt, weiß zu melden, daß die Mobilisierung des italienischen Heeres unmittelbar bevorstehe und datz die Marincrcscrvistcn bereits einicrusen seien. Eine amtliche Bestätigung dieser Angaben fehlt, wiewohl es autzcr Zweifel ist, datz Italien seine dem Bündnisverträge gemätz bestehenden Obliegenheiten zumal an der französischen Grenze nicht verabsäumen wird. Inzwischen arbeitet die italienische Diplomatie mit freilich durch Deutschlands Haltung einigcrmatzen geminderter Zuversicht noch weiter, um Nutzland zu begütigen, wobei namentlich die von Oesterreich-Ungarn in der Bekriegung Serbiens gezeigte Lang- uut als Argument dient. , England will einig sein. Im Unterhause sagte Erey nur ein Wort: „Die Situation ist nicht weniger ernst als gestern." Die von ihm vorgeschlagene diplomatische Aktion sei bisher nicht akzeptiert worden. Hierauf »ahm der Premierminister das Wort: Die Umstände forderten, datz England, das kein direktes Interesse aus dem Spiele stehen habe, der Welt eine geschloffene Front biete und mit der Autorität einer ungeteilten Nation rede und handle. Daher verschiebe die Regierung nach Rücksprache mit dem Führer der Opposition die auf heute angesehte Lesung der Amen- dierungsbill zum Homerule-Eesetz zunächst auf Montag. Vom Kriegsschauplatz. , ' WW gmmwmn. lUttt iau wünschet warf ans den Lüsten patriotische Flugschriften herab und begleitete den. Kaiser auf seiner Fahrt nach Schönbrunn. Ivr Schloß begrüßten Abgeordnete, Bürgermeister und der Ge- Httinberat den Monarchen. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache mit dem Leitgedanken: Gut und Blut für unser» Kai- seri Der Kaiser erwidert« dankend. — In Linz, dar der Monarch passierte, war Erzherzog Joses Ferdinand mit dem gesamten Osfizierkorps und der Garnison versammelt. Der Kaiser richtete an die Versammelten folgende Ansprache: „In di-e ser ernsten Stunde möchte ich meine» braven Truppen nur «i - ne» sagen: Ich baue zuversichtlich auf den guten Geist, die Treue, die Ausdauer und die Tapferkeit meiner Armee!" Der Erzherzog brachte darauf ein Hoch auf den Kaiser aus: die Offiziere riffen die Säbel aus den Scheiden und begleiteten den Kaiser bei der Abfahrt mit frenetischen Hochrufen. Rumänien vorerst »cutral. Bukarest, 31. Juli. Nach längerer Unterredung mir dein österreichischen Botschafter Graf Czcrnin konferierte gestern Premierminister Bratianu mit dem König in Sinnig. Die Regierung teilt als nächsten rumänischen Standpunkt mit: 1. daß der Bukarester Friede unverändert bleiben muff, 2. das, Ruinänic» sofort mobilisiert, falls Bulgarien nicht strikte Neutralität halten sollte. Mit anderen Worten heißt daS, daß Rumänien, das sich im zweiten Balkankrieg wie der gemeinste Erpresser benommen hat, die Handlangerdienste Rußlands verrichtet. Albanien gegen Serbien. D u r a z z o , 28. Juli. Es find wiederum Verhandlungen im Gang wegen Einstellung der Feindseligkeiten, da sowohl hier wie drüben zahlreiche Führer gegen Serbien marschieren möchten. Morgen, Mittwoch, gehen Jffa Boljetinatz und ein Sendbote des Hoses nach Schrak, um die Frage zu besprechen. Hauptsächlich kommen die Stämme von Kossowo und Dibra in Betracht. Bei entsprechender Behandlung der Angelegenheit durch die Regierung könnte das eine unerwartete günstige Lösung der ganzen albanischen Krise bedeuten. Als Vertreter der Regierung geht Ehristescu nach Schiak. '~» Japan gegen Rußland. Rcwhork, 31. Juli. Roch hier vorliegenden Meldungen ans Tokio verfolgt man in der japanischen Hauptstadt die Vorgänge in Europa mit der größten Spannung. Täglich finden in Tokio lange Ministerkonferenzen statt, über deren Inhalt Stillschweigen bewahrt wird. Man nimmt allgc» inein an, daß Japan- wenn Rußland in einen europäischen Krieg verwickelt werden sollte, der russischen Regierung große Schwierigkeiten bereiten werde, um mif diese Weise die innere Krise zu überwinden. Wien, Zg. Juli. Wie nach Lage der Dinge nicht anders fu erwarten war, beschränken sich die bisherigen Kriegsereig- Iliffc aus unbedeutende Plänkeleien. Wiederholt kam es bei patrouillcngängcn längs der die Uier trennenden Gewässer ium Austausch von Gewehrschüssen, der jedoch keine nennenswerte Verluste im Gefolge hatte. Etwas ernsteren Charakter satten die kleinen Gefechte, die sich an der Semlincr Brücke entspannen. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch sprengten, wie schon gemeldet, die Serben die genannte Brücke, doch war der Erfolg nmcicheud. Die serbischen Bemühungen, das Perstörungswerk zu vollenden, wurden durch die von den österreichischen Vorposten unterstützte Land- und Schisssartille- tie vereitelt. Bei Progor on der Save scheiterte der Versuch einer irrcgiären serbischen Bande von iiii Mann, den Flutz zu überschreiten, an der Wachsamkeit der österreichischen Vorposten. Endlich gelang cs der österreichisch.:! am 1!j:r gegenüber Vclko Gradrjie ausgesahrcnen Artillerie, zwei in Ausrüstung besind- liche feindliche Dampser unter Feuer ;:s nchi.'-en und zu vernichten. Senilin, 30. Juli. Gestern abend - :: halb acht bis neun Uhr fand gegen die Serben an d-r Sarrbeii. e und den Sorbo- bastioncn hastiges Infanterie- und Mitrailleujenfeuer statt, unterstützt vou Artillerie, die ans d::n L-'adenhüg.l stand. Nunmehr wird die Forcierung d:s Savsübergaugs erwartet. Belgrad liegt völlig im Dunlcl: nur der Kai vor der Stadt ist erleuchtet, damit die Stadt selb. : >. :',1 versehentlich beschossen wird. Abends schweb'- ein Fl. ' "g über Belgrad, r:e serbische Stellung bcleuchlend. Die serbische Hauptmacht sali bei DenFtz? zwei Stunden hinter Belgrad, stehen. Die Serben sehen ein Rotes Kreuz, das Verwundete barg, beschossen haben. Wie», 30. Juli. Die Sicherungslinie de: l ".'rreichijch- ungarischeu Truppen an der Drin» wurd: r kleineren Kämpfen bis an den Hauptarm dieses Flapes rorgc'choben. Aus österreichischer Seite wurde ei» Mann gerbt:!, aus serbischer Seite sielen zehn Monn. Serbische Barben versuchte» vergebens, Bjclrna zu beunruhigen. Serbischer Krl-aebcrb !. Paris, 21. Juli. Tie hiesig! serbische V ' dhs-hast läßt eine Depesche veröffentlichen wonach eng li'.ch ein große» Artillerielamps drei Km. ren Belgrad enb.. t Klange ist. Dieser sollen, der Depesche zufolge, di: Lrsieric che: am tlebcr- schreite» der Donau verhindert haben. In triez:,;-! und bei Smedcrnero soll cs zu weiteren Arliller eö. .nisten gekommen fein. — Wie aus Risch hierher gemeldet wird, sollen zahlreiche österreichische Deserteur: über bi: gekommen sein. Ein österreichischer Offizier, dcr aus Aldgnicn gclommen ist, soll sich den serbischen Behörden in Tidra gestellt habe». Er Hab: aus Atüanicn.fliehe» muffen, da er dort seines Lebens nicht mehr sicher gewesen fei. Alle Eisenbahnlinien von Belgrad nach dem Innern de« Landes sind an mehreren Punkten unterbrochen. Serbische Truppen hoben Brücken und Eifenbahndümme gesprengt. Rückkehr Kaiser Franz Josefs. Wien, »0. Juli. Unter ungeheurem Jubel einer nach Hundert tausenden zählende» Menschenmenge lam dcr Kaiser mit dem Tbronsolaer aus Ischl in Wien an. Der Pilot Japanisch österreichische Nntrrhnndlnngen. Berlin, 31. Juli. Dio „Nationalzeitung" melde! Bui Wien, daß der neue japanische Botschafter in Wien beute eine Konferenz von zweieinhalb Stunden Dauer mit dein Grafen Berchtold hatte. Diese Konferenz ging vor Zeugen vor sich. Ihr Ergebnis wird streng geheim gehalten. Das deutsche Heer und seine Führer. Nach dcr gegenwärtigen Frtedenspräsenzstärke hat das deutsche Heer solgende Gliederung: < .. ; Chef der Armee ist dcr Kaiser, Vortragender Geue- ralndzutant ist General Freiherr v. L y n ck e r, diensttuender Gsneraladjutout Generaloberst v. P l e s s e n, Chef des Generalstabes ist Generaloberst v. Moltke. Die acht Ar» meeinspektionen Verden ausgeübt von den Generalinspekte»- ren Generalobersten v. Prittwitz u. Gaffron in Danzig, v. H e e r i n g e n in Berlin, v. B ü l o w in Hannover, Prinz Rnpprecht von Bayern in München, Groß- Herzog Friedrich II. von Baden in Karlsruhe, Herzog Albrecht Von Württemberg in Stuttgart, v. Eichhorn in Saarbrücken und v. K l u ck in Berlin. - : - Die Armee ist eingeteili in 25 A rm e e k o r p s, die 30 Infanterie-Divisionen und die Gardekavallerie-Division umfassen, und diese Divisionen setzen sich zusammen aus 106 Infanterie-, 35 Kavallerie- »nd 50 Feldartilleriebriga- den, wozu noch 8 Fußartillerie- und 2 Eisenbahnbrigaden kommen. An R e g i m e n t e r n sind vorhanden: 217 Jnfan-. teric-Regimenter zu je 3 Bataillonen, ferner 18 Jägerbatail- -' lone, 27 Maschincngewehrabteilungcn, 110 Kavalleriercgi- - mcntcr (10 Rcginientcr Kürassiere, 28 Dragoner-, 26 llla-^ nen-, 21 Husaren-, 13 Jäger zu Pferde, 4 Schwere Reiter- Regimueter, 8 bayerische Chevauxleger-Regimenter), 100 Feldartillerie-Rcgimenter mit zusammen 3732 Geschützen, 497 Mmntionswagcn und 841 Beobachtungswagen. 1 Regi-H ment dcr preußischen Feldartillcricschießschule, 1 Regiment der preußischen Fußartillerieschießschule, 26 Fußartillerie- ■ rcgimenter und 36 Bcspannugsabtcilungcn sowie 1 wart- : tembergisches Fntzartilleriebatmllon, 8 Pionierregimentcr und 27 Pionierbataillone, sowie 1 Pionicrversuchskompag- »ie. An Verkehrstruppen sind vorhanden: 4 Eisenbahnr.gi- menter und 1 bayerisches Eiscnbahnbataillon sowie 1 Betriebsabteilung und 2 Dcrjuchskompagnicn, 10 Telegraphen- bataillone: 11 Luftfchifferbntaillone, 1 Luftschifferkompagnie, 1 Kraftfahrerbataillou, 4 Flicgcrbataillonc. Vom Train sind 26 Bataillone vorhanden. Es besteht ferner noch ein reitendes FcldjägerkorpS, ion- mandiert von Generaloberst v. Scholl. Das Oberkom- mando in den Marke» hat Generaloberst v. Kessel. Tie Gesamt-Friedensstärke des deutschen Heeres bc- läuft sich nach der dem letzten Etat beigegcbcncn Uebersicht ans 663 200 Gemeine, rund 29000 Offiziere und Sanität 1- ofsizicre, 107 000 Untcrofsiziere und Zahlmeister. Einschließlich der Einjährig-Freiwilligen beträgt die Präsenz rund 819 000 Man». Davon entfallen auf die Infanterie allein 433 000 Gemeine 17 800. DFiiiieri- und 65000 Itiitcrotli- jicre. lieber die Kriegsformationen werden Mitteilungen nicht veröffentlicht. Man kann aber annehmen, daß allein die präsente Armee, Reserve und Landwehr, über 5 Milloncn Mann gut aus gebildeter Truppen liefern werden, mehr als irgend ein anderer Staat zur Zeit aufzustcllen vermag. Und bei dieser Truppenzahl handelt es sich ausnahmslos um voll- kräftige Männer, die den militärischen Anstrengungen gewachsen sind, während sich das z. B. von den französischen Truppen infolge dcr forcierten Aushebungen nicht sagen läßt.' Der deutsch-österreichische Bündnisvertrag Der deutsch-österreichische Bündnisvertrag, von dem in diesen Tagen so viel die Rede ist, wurde am 7. Oktober >870 abgeschlossen. Sein Wortlaut wurde in den drei Regiorungs- organen von Deutschland, Oesterreich und Ungarn veröfsenl- licht. In der Einleitung werden die defensiver Absichten des Betrages betont, es wird hcrvorgehoben, daß ein inniges Zusammengehen von Deutschland und Ocstercich-Ungarn niemanden bedrohen kann, endlich wird feierlich versprochen, daß dem rein defensiven Abkommen niemals ein aggressive Tendenz beigelegt werde. Dan folgen die drei Artikel, die im Wortlaut heißen: Artikel 1. Sollte wider Verhosfen und gegen den aufrichtig n Wunsch der beiden Hohen Kontrahenten eines dcr Leiden Reiche von seiten Rußlands angegriffen werden, jo sind die Hohen Kontrahenten verpflichtet, einander mit dcr cgsrmlen Kriegsmacht Ihrer Reiche beizustehen und demgemäß den Frieden nur gemeinsam und übereinstinrmend zu schließen. Artikel 2. Würde einer der Hohen kontrahierenden Teile von einer anderen Macht angegriffen werden, so verpflichtet sich l-le-- mit dcr andere Hohe Kontrahent, dem Angreifer -.von Seinen Hohen Verbündeten nicht nur nicht beizustchen ion- dern mindestens eine wohlwollende neutrale Haltung gegen den Hohen Militärkontrahenten zu beobachten. Wenn jedoch in jolcheni Falle die angreisende Macht von Seiten Rußlands, sei es in Forni einer aktiven Kooperation, sei eS durch militärische Maßnahmen, welche den Angegrffsc- nen bedrohen, unterstützt werden sollte, so tritt die im Artikel 1 dieses Vertrages stipuliertc Verpflichtung des gegenseitigen Beistandes mit voller Heercsmacht auch in diesem Falle sofort in Kraft und die Kriegführung dcr beiden Hohen Kontra- henten wird auch dann eine gemeinsame bi? zum gemeinsamen Friedensschluß. Artikel 33. Dieser Vertrag soll in Gemäßheit seines sriedlicheck Charakters und um jede Mißdeutung ansznschließen, von beiden Hohen Kontrahenten geheim gehalten und einer dritten Macht nur im Einverständnifse beider Teile und nach Maßgabe spezieller Einigung mitgeteilt werden. Beide Hohen Kontrahenten geben Sich nach den bei dcr Begegnung in Alexandrowo ausgesprochenen Gesinnungen des Kaisers Alexander der Hoffnung hin. daß die Rüstungen Rußlands sich als bedrohlich für Sie in Wirklichkeit nicht erweisen werden, und haben aus diesem Grunde zu einer Mitteilung für jetzt keinen Anlaß, — sollte sich aber diese Hoffnung wider Erwarten als eine irrtümliche erweisen, so wiir- den die beiden Hohen Kontrahenten es als eine Pslich: der Loyalität erkenen, den Kaiser Alexander mindestens vertraulich darüber zu verständigen, daß Sic einen Angriff ans Einen von Ihnen als gegen Beide gerichtet betrachten müßten. Der Wert des russischen.Heeres. In einer Besprechung der Streitkräste Oesterrcich-stn- garns und Serbiens schreibt das Militärwochenblatt: „Ebenso wie die östcrrcichisch-ungarische Armee in Europa vielfach unterschätzt wird, so wird die Kampfkraft der russischen Armee meistens überschätzt. Daß die russische Armee der Zahl nach von außerordentlicher Stärke ist, kann niemand bestreiten, die Zahl entscheidet aber, wie uns die Kriege Friedrichs des Großen lehren, im Kriege glücklicherweise nicht; als wichtigere Faktoren treten hier noch hinzu die Moral des Heers, höhere Führung, Bewaffnung, Ausrüstung, Lage und A'lsdehnnng des Staatsgebietes, dessen Eisenbahnnetz, Gesinnung der Bevölkerung und dergleichen mehr. Es scheint nicht mt» . angebracht, jetzt daran zu erinnern, daß in neuester Zeit Rußland allein noch niemals über eine ebenbürtige Armee den Sieg errungen hat; 1877 wäre ihm ohne die Hilse des Fürsten Carol von Rumänien nicht einmal die Niederwerfung der Türkei gelungen; der modernen japanischen Armee gegenüber im mandschurischen Kriege erlitt Rußland eine empfindliche Niederlage. Hier sein eingeschaltet, daß die kürzlich in der Presse oft anfgetaiichte i’carfir richt der stattgchabten Aufstellung von fünf neuen russi- schcu Armeekorps unrichtig ist; diese Armeekorps eristie reu nicht." Das Blatt schließt: —. - „Auf die allgemein« Beurteilung der Armeen weiterer Großmächte einz»gehen, möckstcn wir zurzeit unterlassen, das aber kann ohne lleberhebung gesprochen wer- * den, daß die deutsche Wehrmacht seit dem großen Kriege 1870 71 unablässig, mit größter Intensität und andaucrn- dein Fleiß an sich gearbeitet hat. Alle miltärischen Vorbereitungen znm Kriege, welcher Art sic auch seien, sind mit bekannter deuffchcr Gründlichkeit und Ordnung getroffen; man wird daher ohne lleberhebung sagen dürfe», daß Deutschland dem Ei" tritt ernster Ereignisse mir voller Ruhe im Vertrauen aus Gott »nd sein« eigen« Stärke entaegensehe» kann." »r. 177 Die skandinavischen Länder bei einem europäilchett Kriege. Die skandinavischen Länder bei einem europäischen Kriege. Wie zu erwarten stand, hat die plötzliche Zuspitzung der politischen Lage in Europa auch den skandinavischen Staaten die Augen über den Ernst der Verhältnisse geöffnet. Schon längst ist man sich darüber klar, daß, wenn Nord- und Ostsee der Schauplatz kriegerischer Ereignisse werden, auch die nordischen Lander, niit oder gegen ihren Willen, in diese Ereignisse gerissen werden können. Ganz zu schweigen von Däne- mark, das unmittelbar an den Wasserwegen zwischen Nord- und Ostsee liegt und dessen Verhalten Deutschland und seinen eventuellen Gegnern gegenüber von größter Tragweite sür seine eigene Zukunst sein kann, sind bei einem europäischen Kriege auch gewisse Teile Schwedens und Norwegens von so großer strategischer Bedeutung, daß die Gefahr ihrer H.'retn- ziehung in den Krieg nahe liegt. In allen drei skandinavischen Ländern, Dänemark, Schweden und Norwegen, herrscht, wie man annrhmen kann, das Bestreben, bei einen, Kriege zwischen Großmächten neutral zu bleiben. Doch können zweifellos Verhältnisse ein- treten, die diese Länder nötigen sür oder gegen eine der kriegführenden Machtgruppen Stellung zu nehmen, und ebenso zweifellos ist, daß die Wahl unter Umständen eine verhängnisvolle sein kann. Won Schweden kann man ohne weiteres anncbmen, daß es sein Schwert nilbt gegen Tcutschland zieht. In Schweden kommt auch angesichts des drohenden Weltkrieges eine Mt- ständige Auffassung zum Ausdruck. So bemängelt z. B. die liberale „Göteborgs Hairdclstidning", daß Serbien anläßlich des ToppclniordcS nicht schon gleich von vornherein aus eigenem Antrieb Schritte getan hätte, um den vorauszuschcn- den Forderungen Oestcrrcich-Ungarns vorzubeugen. In Schweden hätte man in einem derartigen Falle sofort die strengsten Maßregeln ergriffen, um die Schuldigen zu bestrafen. Was iin übrigen im gegenwärtigen Augenblicke die Stimmung in Schweden bctrisst, so hat man dem Präsidenten Poincarö in Stockholm eine außerordentlich freundliche Aufnahme bereitet, und luanchc Blätter bringen BcgrüßungS- artikcl in französischer Sprache, aber die Presse hatte schon vorher kein Hehl daraus gemacht, daß sie der angeblichen Absicht des französischen Präsidenten, Schweden des Wohlwollens Rußlands zu versichern, skeptisch gcgenübersteht, und man sieht auch wohl in SchtvÄcn genügend ein, wie erpicht Rußland daraus ist, die skandinavische Halbinsel bei einem Kriege, in dem Rußland eine Rolle spielt, aus dem Spiele zu halten. Soweit es sich um die Versickerung russischen Wohlwollens sür Schwedin und Norwegen handelt, kann dir Mission Poincarckz schon deshalb keine sonderliche Wirkung ausllbcn, weil neuerdings aus der skandinavischen Halbinsel eine eifriger Spionage denn je betrieben wird. So bringt das Christiancr „Morgenblad" soeben die aufsehenerregende Mitteilung von dein Vorhandensein einer russischen Spio- nagezcntrale in der norwegischen Hauptstadt lwie eine ebensolche früher schon in Kopinhagen nachgewiesen war), und der kürzlich in Schweden verurteilte dänische Reserveleutnant Frederikjen, der bei der »ordschtvedisckien Festung Boden Spionage für Rußland ausübt, macht in einer soeben abgegebenen Erklärung die Mitteilung, daß er durch den bisher in Kopenhagen wohnhaften (inzwischen verschwundenen! rus- fischen Agenten für Spionage, Hampen, und den früheren russischen Militärattache: in Stockholm, Assanowitsch, zu Spionagediensten veranlaßt worden sei. Alles dies ist natürlich nicht geeignet, den russischen Versicherungen über tvohlwollende Gesinnug großes Vertraue» entgegen zu bringen. WaS Norwegen und die jetzige kritische Lage Betrifff. so ist cs sür die Denkart niancher Kreise bezeichnend, daß selbst in einem großen Rechtcnblatt wie „Aftenposten" der Mord in Sernjewo gewissermaßen entschuldigt worden war, 'nbem aus die „Unterdrückiingsakbritz" Ocstereich-llngarns in den Grenzgebieten bingcwielen wurde, Noch abstoßender war die Verherrlichung des Mordes in einem Kopenhagener Blatte. Aller Wahrsckreinlichleit nach werden sich jedoch weder Nor- wegen noch Dänemark zu einer Stellungnahme gegen den Dreibund dränge» lassen, und völlig ausgeschlossen ist dies bei Schweden, dem stärksten der skandinavi'' u Staaten und demjenigen nordischen Reich, das mit seiner verhältnismäßig kräftigen Flotte und seinen: modernisierten Heer bei einen, curopäijchen Kriege eine starke Wacht im Norden bilden ionn. ^ ^ Noch keine Mobilmachung in Deutschland. Ter „Berliner Lokalanzciger" verbreitete gestern in der Mittel, Mittagsstunde ei» Extrablatt, daß der Kaiser die Mobilmachung bereits ungeordnet habe. Dazu bringt das amtliche Bureau solgeubcs Dementi: Berlin, 39 . Juli. Wie wir an zuständiger Stelle ersahren, ist die durch ei» Extrablatt des „Bert. Lokal-Anz," verbrei- »eic Nachricht, daß Seine Majestät der Kaiser die Mobilisierung der Flott« und de« Heeres angeoednet habe, unwahr. Die Verteilung der Extrablätter wurde polizeilich untersagt. Immerhin bezeugt die Ausnahme, die das Extrablatt ttotz der ernsten Mitteilung in der Bevölkerung Berlins fand, daß in, deutschen Volke -ine Aiobilmachung heute als etwas Selbstoe,stündliches, — wenn nicht Notwendiges — erwartet wird. . Deutsche Vorkehrungen. Wir machrn unsrrr Lrsrr daraus aufmerksam, das, wir uns bei der Mitteilung von Meldungen, die sich au, militärische Vorkehrungen Teutichiands bczichc», die größte Be sihränknua auftrlrgen. Es ist iclbstvrrstLndlick:. daß dir _ ****** T«^»ze»r»ng . SKi t ag . »et, 31. Juli 191*. deutschen Militärbehörden ihre Pflicht ttm und sich aus alle Möglichkeiten vorbrrriten. Es ist aber nicht wünschenswert, daß das Ausland erfahre, wir weit diese Vorbrrrftungcn im einzelnen gediehen sind. Wir verzeichnen darum nur Tat- fachen, die sich nicht vrrhrimljchr,, lasirn odcr die dem Aus- lande kciar» deutsche Interesse, schädigcndrn Aiiftchiuß gehen. Warnung! Der Roscnthalcr Viadukt ist von heute ab militärisch v,setzt. ist ui^t nestattct, sich in der Nähe des Viadukts aufzuhalteu. Sklave« und Automobile haben denselben ohne Aufenthalt zu durchfahren. Zuwiderhandlungen werden mit Arresticr- uugen bestraft. Die Posten stehen mit scharfen Patronen. Gudewill. Der Elarnisonälteste. Zlr brr sicht. — Infolge btt llnruhin am politischen Horizont liegt dir Svlingcr Schncidcwarrnindiiftrir volltonimrn daruicdcr. Alle Fabrikanten, die mit Frankreich, Oesterreich und Ruß land arbeiten, hahci, für Samstag dir S ch I i e si „ n g dir Fabriken angckündigt. Voll brschästigt sind dagegen dir Waffe» fabrikc». — Die in KottbuS unter dem Vorsitze de? Regierungspräsidenten v. Schwerin aus Frankfurt a. O. zusammenge- trctenc EinignugoKom Mission dcr Niedcrlaiisitzer Tuchin- dnstrir, hat nach neunstündiger Derhandlmig eine Koiuniis- sion eingesetzt und sich alsdann vertagt. — Der serbische Major Jaulositsch, dessen Verhaftung in dcr öftcreichisch-ungarischen Note verlangt wurde, »nd die Serbien zugesagt hat, soll nach Odessa gcslohcn sei». — Von dem Gehilfen des russischen Ministeriums des Innern, Dschunkowsktz, wurde gestern mit den Teilnehmern in einer von ihm geleiteten Konferenz der NapihaJndu- strirllc» die Frage der Brendigung des Arbriterstreiks behau- drlt. Die Konferenz nahm die von Dschimkowsky vorgeschlagenen Maßnahmen an. — Die mexikanische Regierung ernannte den General Villar sowie die Juristen David Gnfterrez Allende und Salvador Urbina zu Delegierten, um mit den Delegierten dcr Aufttändischen betreffs liebergabe der Regierung unter Sicherstellung dcr nationalen Interessen zu verhandeln. Tages« verficht. Kerrtsches Reich. :: Rrichsgeschlichc Regelung der Abwässersrage. Die Reichsregieruug hat eine Vorlage an den BundeSrat fertig- gestellt, die die Frage der Abwässer, insbesondere der Kali- abwässcr, gesetzlich regeln soll. Die Regelung soll dahin gehen, daß dcr Bundesrat feste Bcsftmniuugen über die zulässige Versalzung der Flüsse durch Kaliabwässer auszustellen. ermächtigt wird. Außerdeni soll ein Schiedsgericht errichtet werden, dessen Aufgabe es ist, Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bimdesregierungen in dcr Kaliabwässersrage bei Flüssen, die verschiedene Bundesstaaten durchfließen, endgültig schlichten. :: Abänderung dcr ärztlichen Prüsungsordnung. Im Rcichsamte des Jnneru ist ein Entwurf über Abänderung der Prüfungsordnung für Aerzte fertigestellt worden, der jetzt den Bundesregierungen vorlicgt. Als wichtigste Aen- derung kommt eine stärkere Berücksichftgung dcr sozialen Medizin bei der ärztlichen Ausbildung in Betracht. Außer- de», handelt es sich um eine Erleichterung in bezug auf die Bcffciungcn von einzelnen Bestimmungen der jetzigen Prüfungsordnung. England. - :: Hruncrule vertagt. — Das einige Parlament. In der gestrige» Parlamentssitzung schlug der Ministerpräsident Asquith vor, die Beratung zu dem Zusatzarrtrog zur Homerule zu vertagen. Die Führer der Opposition erklärten sich hiermit einverstanden und erlärten es sür wünschenswert, daß England der Welt eine einheitliche Front zeige. Dann erhob sich unter allgemeiner Erregung des Hauses der Staatssekretär des Auswärtigen Ster Edward Grey und erklärte, daß er bedauern müsse, dem Hause keine Besserung der auswärftgen Lage Mitteilen zu können. Die Regierung setze ihre Bemühungen, den Frieden der Welt zu bewahren, fort. «»in Balkan. ’ Ausstand in Südmazcdouien. AuS Saloniki wird gemeldet, daß sich im südlichen Mazedonien eine ausgedehnte Ausstandsbeweguug gegen die Serben bemerkbar macht. In der Gegend von Uesküb und Ristowatz bilden sich Banden aus mazedonischen Baucrn, die plündernd und sengend vorgehe». Die mazedonischen Banden werden von bulgarischen Komi- tatschis unterstützt und geleitet. Sie erhalten Munition, Gewehre und Bomben aus Bulgarien. Es heißt, daß cs bereits zu ernsten Zusammenstößen gekommen ist. In Zajcar haben die Aufständischen einen serbischen Offizier getötet. ' Ans der Aeimal. * Friedberg. 31. Juli. Wir weifen auf dos im Central- Thcater in der Zeit vom 30. Jlickr bis 2. Auinrst lautende _______Seile 3. Programm, dcr sich wie folgt zusammensetzt, bin: „Journal 270b": „Das kleinste Auto in dcr größte» Stadt", Natur- rurfnakmrc: „Dcr Alte vom Berge", Komödie: „Linkols erst. Liebe", Humoreske: „Onkel Zentnerchens Stelldichesii' Humoreske: »Der Greuzbrunucn", Drama in 3 Akten, p-äch tig koloriert: „Eiscnbahnbau und Wasserfälle". Naturaui nähme: ..Marinelcutnant v. Brinkcn und die Briefe de: Admirals", Drama in 2 Akten. * Frirdberg, Sl. Juli. Luut Kundmachung dcr k. k Staat-, rcgicrung Wien, namens der österreichischen Eiscnbahnvcrwal tungen. ist aus einer Anzahl Eisenbahnstrecken und Donau Schifiahrt-Iinicn der Zivilpersonen- und Gepäckocrlehr, sawii der Zivileilgut- und Frachtgutvcrekhr eingestellt: rollende Euter werden angehalten und zur Verfügung gestellt. Näycrc Lusluiist erteilen dir Fahrlartenausgoben, Gepäck-, Eilgut- u. Güterabscrtigungcn, auch werden entsprecchndc Dekauntniach, ungen auf den Bahnhöfen ausgehängt. * Friedberg, 31. Juli Allen, die zum Zustandekommen und dem Gelingen dcr Kunstausstellung bcigetragcn haben, si- hiermit herzlicher Dank gesagt, besonders für die Erteilung bei Erlaubnis zur Benutzung dcr Gewerbeschule, den Firme», dii Material und Hilfskräste zur Berfügung gestellt haben und den Zeichnern des Garantiesonds, dcr aber nicht in Anspruch genommen zu werden braucht. Dcr recht crsreulichc Besuch bc- wies, daß unsere Stadt Interesse an den Leistungen unserer Künstler hat, und hat dazu beigetragen, daß diese in weiteren Kreisen bekannt geworden sind. Die «usstellungsleilmig. * Fricdbrrg, 31. Juli. Ernannt wurden am Lg. Juli d. I dcr Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Mainz Joh. fior't Müller zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Gießen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers, dcr Ecrichtsvollzichei mit dem Amtssitze in Hcrbstcin Will,. Hebbel zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Altenstadt Daniel Wcinhcimer zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Zwingenberg, beide mit Wirlung vom 7. August 191!. * Bad Nauheim, 31. Juli. Morgen Sam tag, n.'ck'- niittags von 4% bis G Hör und abends von 8 vis 10 'Ihr ist auf der Terrasse Konzil der Knrkapcllc. Das Nach mittagskvnzert findet imter Leitung de? Königlichen Pros. Hans Windcrstcin statt. Bei günstiger Witterung ist abend- Illumination des Kurhauses. Abends 8'/,. Uhr int Konzert- haus: Tanz. Nachmittag? Schluß der Wettspiele auf dem Golfplatz. Prcisvrrtrilung. Konzert. * Bad-Nauhicm, 31. Juli. Der große zweitägige Bazar zum Besten des Roten Kreuzes im großen Konzcrtsaal »ah:» einen glänzenden Verlauf. Die vielseitige Fcstlickckcii war mit viel Ausdauer und unendlicher Liebe zur Sache von de« Kurverwaltung und einem Komitee zal,Ircick>er Damen ans Bad-Nauheim und Friedbcrg i» wvcheutanger, mühivcllee Arbeit arrangiert worden. Tanzaufführiingen (Reigen, Bauern- und Schleiertänze wechselten in dem wundervoll mit Girlanden und Tannengrün gefchmiickten Saale mit sie- sanngsauffübrungen, Schnellmalerkünsten, dramatischer Aufführungen („Dir Lärme des verliebten Goethe") mit Vorträgen der Wandervögel. — Alle Nischen und verfügbaren Raume im Saale waren auSgesüllt mit prächtigen Verkaufsbuden, Bier- und Sekt-Bufetts, Kasfeetores, Bazar- post, türkischein Bazar, einem großen Glückspilz mit 'cm- bola, in dem Damen der Bad-Nauheimer und Friedbcrger Gesellschaft in entsprechenden Kostümen reizende Waren, Beschenke der Gcschästsweft und selbgefertigtc Kunstgegenständk seilboten. Dazwischen fanden Versteigerungen von Handschriften zeitgenössischer Schrifffteller statt, wobei der peesim- lich anwesende Hanns v, Zabeltitz init dem Verkauf seiner Werke den größten Erfolg erzielte. Ein solenner Ball beschloß die Festlichkeit, deren Gesamtertrag über 8000 M Einnahme ergab. * Klein-Karben, 31. Juli. Nächsten Sonntag feiert bei Königliche Rangiermeister Jakob Fauerbach in Klein-Kar ben sein Löjähriges Dienstjubiläum, Dcr Jubilar ist geachtcl und erfteut sich allgemeiner Beliebtheit. * Gießen, 31. Juli. In dcr gestrigen Stadtvcrord- nctcnsitzung wurde in namentlicher Abstimmung die Vor- Icgung der Bürgermeisterei und sänitlick>c städtischen Aemlcr in die alte Klinik mit 16 gegen 8 Stimmen beschlossen. * Gießen, 31. Juli. Die sich so lange hinziehende Entscheidung, ob Krieg oder Frieden, hält die Gemüter in höchster Spannung. Noch, um 11 Uhr gestern Abend waren die Telegrammaushange .von Neugierigen belagert. Tie Spekulation macht sich den drohenden Krieg schon zunutze. ES er- hält schon drei Tnge.kein Bäcker Mehl ohne vorherige Zahlung und ohne einen ssireisausschlag von 2 Mark. Hierdurch werden Tausende verdient imd dem Volke wieder abgepr-sist. * Eichen, 31. Juli. Am Montag und Dienstag übten Teile der Marburger Jäger, der 198er, der 119er und Pioniere in dcr Nähe von Atzbach und Heuchelheim an der Lahn. Montag war die halbe Nacht Kleingewehr- und Maschinengewehr- seuer zu hören, auch Flieger waren in Tätigkeit. Ebenst wurde mit großen Scheinwerfern, welche mit der Bahn hier anlamen und durch Pioniere transportiert wurden, operiert. * All-Udorf a. d. Lumda, sl, Juli. Während man in den wenigen Orten noch eine Cchasherde anttisst, gehen hier noch vier Herden sowie Rindvieh und Schweine aus die Weide, * Rodheim a. d, B., 31, Juli, Bei der Verpachtung der Ec- meindejagd boten Düffeldorser Jäger einen jährlichen Pachtpreis von 133g Mark, Der bisherige Preis betrug 690 Mark, Das bedeutet eine Steigerung von mehr als 199 Prozent, Frankfurter Wellerberich*. Boraussage: Ziemlich heiter, trocken, warm, ruhij* Verantwortlich sür den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Len,. Friedberg; für den Anzeigenteil: Kar! Schmidt. Friedbcrg. Druck und Verlag der „Neuen TogcS- oerftina". A.-G,. Friedberg i, S- Nr. 177 Mtuc Tageszeitung. Freitag, den 31. Int, isi« Seite 4. ,Römerhof', Frankfurt a. M. Kaiferstrahe Nr. 73. Telefon Amt I 5461. Gutes bürgcrl.Spcise-Reftaurant in nächster Nähe des Hariptbahnhofs. fjochfeine Kiere der Brauerei Kiudittg. fNittagrssen von 12—3 Uhr. Reichhaltig« Abendkart». 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Wie ein Wunder, verspürte soft augenblicklich Lstidcrung, die Kampfe und das Erbrechen ließen nach und ich lonnle wieder bester cstcn. Nach 3—4 Wochen hatte ich bereits 10 Pfund zugenommen. Nach einigen Wochen bekam ich nach eiitmal 2 Tage lang heftige Kolik, wobei der zurückgebliebene Gallenstein, der bei der Operation nicht gefunden worden war, abging. Don diesem Tage an, während ich Pillen und Salbe weiter nehme, habe ich bereits t Jahr lang weder Koliken, noch Krämpse, noch Erbrechen )c. gehabt und außerdem weitere 25 Pfund zngenommen, so daß ich mein alles Gewicht wieder habe nnd alle schweren Hausarbeiten wie früher verrichten kann, ja daß ich mich noch lebensfroher und gesünder fühle. — Zm vergangenen Sommer haben die Tuupillen und -Salix meinen Jungen Max, als er an Masern erkrankte, innerhalb 3 Tagen wiederhergestellt, bcsgl. später bei einem Anfall an Dipbl beric und Halsentzündung, v. 8. (1.30) D. P. (1.30) D. Z- (2: 0). Darmstadt, 22. 9. 1912. Frau 8. 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In so ernster Ar!» hat die Ausrede leine Bercch- tigtnig, der Laiidinann hat leine Zeit zuni Lesen, weil er von sriih Morgen? bis spät Abends aus dem Felde arbeite und er, wen» er abgcrackert nach Hause käme, zu müde sei, um noch die Zeitung zu lesen. Das mag ganz schon klingen, aber gegenwärtig hat das keine Geltung. , ükttie W fo viel auf bfin Spiele, die Ereignisse kommen in so überragender Schnelle, da trete» llnisch»»,nge ei», die über Nacht das ganze Bild unser?:, wirtsck>astlick>en und politischen Lebens verändern, die »niere gaiizen Verhältnisse a»ss enipsindlichste berühre». Der Burger und Landwirt, der nichts liest, weih nichts von den Vorgängen i» der Welt, er gebt nicht mit den Weltereig-, nisse», wird von diesen überrascht und bleibt zurück. Versäume deshalb Niemand, eine Zeitung zu bestellen und das ist - M die Wctterau und ihre Umgebung die Jfltc ssllMltWg!" ’ Alle Agenten nehmen Bestellungen für den Monat August Die Soiialbemokratie für die Jlorljerrldjaft brr Knute. Obwohl die Zeiten trübe sind, so erfüllt doch etnes mit Genugtuung: alle bürgerlickien Parteien sind sich einig in der Stunde der Gefahr: sie alle erkennen an, daß Oesterreich im Interesse seiner Selbstcrhattiing und der zukünftigen Wahrung des Friedens so yemdeln mußte, wie es getan, daß es der serbischen Schlange den Kops zertreten müsse und daß der Plah Deutschlands zur Seite seines Berbündeten sei. Selbst die Blätter der radikalsten bürgerlichen Linken haben in anerkennenswerter Weise diesen Standpunkt vertreten und unterscheiden sich in dieser Auffassung in nichts von denen des Zentrums und der Rechten. Eine Ausnahme macht nur die internationale Sozialdemokratie. Sie steht, als ob es sich so gehöre, ans der Seite der Feinde Oesterreichs und des deutschen Reiches. Was sich diese Presse in den letzten Tagen an Beschimpfung der vaterländischen Politik geleistet hat, das geht auf keine Kuhhaut, während sie auf der anderen Seite sur Serbien und dessen aufwiegeledn Politik auch nicht e i u Wort des Tadels zu finden weiß. Es zeigt sich, daß auch in dieser so überaus ernsten Frage das Ziel dieser Partei lediglich die gewissenlose Verhetzung des Volkes ist. Da laufen ihre Agitatoren herum und brüllen: Wir wollen keinen Kriegt Ja, wer will denn den Krieg? So ganz von Gott verlassen wird wohl Niemand sein, daß er den Krieg um seiner selbst willen wolle. Und ganz besonders von den berufenen Äellen im deutschen Reiche, in erster Linie von unserem Kaiser, wissen wir seit langen Jahren aus Erfahrung, daß sie den ehrlichsten Willen und das aufrichtigste Bestreben haben, den Frieden zu wahren und zu schirmen. ' Es kann aber der Frömmste nicht in Frieden leben, tvrnn es deni bösen Nachbar nicht gefällt. Es ist eine bewußte Un- - Ivahrheit, wenn die sozialdemokratische Presse fortgesetzt de- < hauptet, weil ein Serbe das österreichische Thronsolgerpanr gemordet bade, so solle jetzt dafür das ganze Volk gestraft werden. Der Meuchelmord in Sarajewo war lediglich ein Glied der Kette der unausgesetzten Wühlerei Serbiens gegen den Kaiscrstaat an der Donau. Mit Recht sagt de: greise Kaiser von Oesterreich, daß in Serbien immer höher de» Haß emporlodere, daß immer unverhllllter das Streben zutage trete, untrennbare Gebiete Oesterreich-Ungarns gewaltsam loszureißen. Wenn die Donaumonarchie diesem uner- - träglichcn Treiben keinen Einhalt bieten, den unaufhörlichen Herausforderungen Serbiens kein Ende bereiten würde, dann würde Oesterreich bald auf kalteni Wege hingeschlachtet sein. Dann nber wäre der Weg für Rußland frei. Wenn Deutschland, wie im Westen, auch im Osten und Slldosten nur Feinde hätte, dann könnte sich die Prophezeiung des alten Napoleon erfüllen, daß Europa in hundert Jahren kosackisch fern würde. Diesen Weg cbncu die Sozialdemokraten mit ihrem Beginne», wie man auch i» Moskau die Hoffnung aus die deutschen Sozialdemokraten setzt, daß dies« dem deutschen Reiche im Falle eines Kr-eges Schwierigkeiten bereiten würden. Das ganze Verhalten der roten Umsturzpartei zeigt wie- der einmal, daß ihr ganzes Tun und Treibe» Heuchelei ,st Sie gibt vor. für den Völker fr jeden zu streiten und gibt unseren Feinden den Mut. den Krieg zu provozieren, Rußland zögert nur deshalb nock>, weil es sich dem G-gncr nicht gewachsen fühlt: die Demonstrationen der Umsturzpar- tei in, deutschen Reiche müssen ihn, de» Glauben beibriugcu, daß Deutschland in sich geseilten sei »nd müsse» Rußland erst recht zmn Krieg reizen. Eine einmütige Haltung aller Parteien ohne Unterschied in, ganzen dentsck»'» Reich.- könnte das Zarenreich abschrecken und daiiiit würde dem Weltsrieden gedient werden. Die Sozialdemokratie verherrlicht die Freiheit, da, bei steht sie mit ihrer Haltung auf Seite» Rußland All' 'bre Schreibereien gegen den Absolutismus des Zarentums und die Herrschaft der K»ute ist eitel Wind, denn praktisch bekämpft sie Deutschland und Oesterreich »nd tritt ein fiir hie Serben und damit für Rußland »nd die Knute, die il;r ja eigentlich gehört. Die Sozialdemokratie rühmt >ich als eine Partei der Kultur, Eine schöne Kultur, die von den, Menchelmörderstaate Serbien oder dem tartariscku?» Rußland verbreitet wird: nber die Sozialdemokratie befindet sich ,n deren Gesellschaft! Es ist der fanatisch« Haß gegen das drntschc Reick-, das die Sozialdemokraten zu diesem Tun nusstachclt. Von diesem Haß gibt auch die Sprache ihrer Zeitungen Kunde. Fürwahr, serbische Blätter könnte» nicht haßerfüllter gegen Oesterreich und seinen Verbündeten Deutsch- and schreiben. Da lesen wir in der Frankfurter „Bvlksstimme" vom 27, Juli: „Gestützt auf einen Teil der r e i ch s d e »t s ch e n Kriegshetzer, hat sich die österreichische Regierung dazu verleiten lassen, an das Serbenreich ein U l t i • Inatum zu lichten, das nickst nur in einer an Anmaßung nichts zu wünschen übrig lasseiideu Sprache ab- gefaßt ist usw." Ai» 25. Juli schrieb die „Volksstimmc": . ' „Die österreichisch« Drohnote ist ein frecher Eingriff In die Hoheitsrechte eines freien Staates. Sie ist mehr ^äls eine Provokation, sie ist eine Bedrohung des enio- "tzxiischen Friedens!" Am 28, Juli wird gesagt: ? „Da kommt alles auf Deulschlaud an, England • ^.rind Frankreich (I) haben ihre» festen Will?» zmn Krieden durch die Tat (?) bewiesen, Deutschland u o ch n i cht I" Ä» dem Aufruf des sozialdemokratischen Parteivorstandes heißt es: ■’l „Schon wieder schickt sich die vom österreichisch::' Jniperialisinus entfesselte Kriegsfurie an, Tod „nd Verderben über ganz Europa zu bringen," Sogar das altgewohnte Sprüchlein von der »»erhörten Bewucherung des Volkes anläßlich der „Kriegshetze" muß wieder einmal herhalten. Was Wunder. daß sich der verhetzte Pöbel schon zu Ausschreitungen hin- Erna nud Ilje. Roman von D, Feußner. 17 (Fortsetzung), In welchem Tone kanien diese Worte von ihren Lippen! Mit welcher Resignation wollte sie sich, um nicht undankbar zu rrick-einen, in ihr Schicksal fügen 1 Das Rätsel ihrer Eigenart löste sich nickst allmählich, sondern ward immer dunkler und geheimnisvoller, „Trotzdem Sic mich alto abiveiscn", erwiderte der junge Manu mit bebender Stininie, „kann ich doch nicht umhin, Sie zu bewundern, aber das Opfer annehmen, welches Sie z» bewundern, aber das Opfer annchme». welches Sie mir bieten, kann ick, nicht, denn ich bin — will kein Egoist sein! „Daß Sie das nicht sind, wußte ich", sagte sic anerken- neiih. _ , z,„d noch das eine lassen Sic mich Ihnen sagen. Sie mögen daraus Hossnnng fchöpsen, oder nicht . Wenn einst mein Herz z» sprechen ansängt, so will ich genau aus sein Mahnen lauschen und :s soll mich freuen, wenn c3 zu Ihren 'Gunsten spricht, wenn ich Ihnen mitteilen kann, was für Sie vielleicht das höchste Glück bedeutet." „Wie glücklich macht mich dieser Hosfniingsschinlniec. ol- woht cs nur ein ganz schwacher — ein Funken, den ick) nähren will» bis die Stunde komnit, in der er zue Hellen Flamme emporlodern darf." „Sollte ich aber auch finiter nie etwas für Sie empsin- so müssen Sie sich eben männlich in das Unabänderliche zu finden suchen." „Ich i»»ß eS>" sagte er traurig. Schweigend gingen sie eine Weile neben einander her, dis Roderich wieder anhnb: „Der Man», den Sic lieben könnten, muß wohl reich und schön sein und sich vor ollen Dinge» in einer glänzenden Lebensstellung befinden. „Haben Sic daS ans »icineni Leben geschöpft?" sagte sie etwas verletzt und fuhr fort, „ich muß den Mann, deni ich mein Herz, nicine Liebe scho.ikcn soll, lieben, bewmidern »nd können, es ninß auicki in keiner Nähe etwas durch- glühen, das ma» nicht in Worte kleiden kann, und das ich gegenwärtig noch nicht kenne. Wenn er arm wäre und gesellschaftlich unter mir stände, aber das besäße, was den Mann über äußerliche» Glanz und Reichtum erhebt: ein edles Herz und Gemüt, so würde ich ohne Bedenken und un- bckümmcrt um das Urteil der Welt zu ihm herabstcigcn, oder ihn zu mir eniporhcben, aber in eine Konvenienzhcirat lasse ich mich nie ein. würde mich auch von meinen Eltern nie zu einer solchen drängen lassen, nur folgen allein will ich der Stinime meines Herzens, vorausgesetzt, daß mir die Vernunft nicht befiehlt, dieser Stimme ausnahmsweisc nicht zu gcohrcheu." - - ' In diese» Worten trat eine ander Eigenschaft des jungen Mädchens zu Tage, — ja. sie war eine junge stolze Löwin, »nd schwor sie zu zähiiitzn/zu beherrschen. „Und ist dieser Mann schon einmal im Gesichtskreis: Ihres Lebens ailfgctaucht?" fragte er erwartungsvoll. chks „Nock> nicht, ich bin erst achtzehn Jahre." „Die eine Blume blüht frühe, die andere spät, die eine braucht tagelangen Sonnenschein, ehe die Knospe bricht, die andere öfnet ihren Kelch dem ersten Kusse der Frühlings- sonnc." - vrt •' •> ' • „Aber ich bin vermutlich ein Spätling, der erst onfängt zu blühen, wenn die anderen schon anfangcn, hier »nd da ein Blatt zu verlieren", erwiderte sie mit feinem Lächeln. „Auch über Sie wird es einmal Hereinbrechen", tagte er prophetisch, „dieses unsäglich wonnige, berauschende Gefühl, das dem Herzen die höchste irdische Seligkeit ausniacht. und cs jegliches vorangegangene Leid vergessen läßt. Und wenn mir das hohe Glück Sie durch das Leben z» trage» auch nie zuteil werden sollte, so wünsche ich doch, daß derjenige, dem cs einmal erblüht, den vollen Wert dieser köstlichc:i Bliiine erkennt und sie darum durch alle Wirrnisse des Daseins trägt. Ich aber will dann, wenn diese Stunde gckoni- ine», entsagen, in meine Brust verschließen, was ich für Sie empfunden. Aber im treuen Andenken werde ich Sic halte», und icki hoff« ancki von Ihnen, datz §öie dem Mann?, bei« - Sic nichts als eine Schwester sei» konnte», der aber einmal sein Leben daran setzte, um das Ihrige zu retten, und dein bis dahin die Erinnerung daran sein größtes Glück tuar, ein Andenken bewahren. Allein werde ich versuchen, den Weg durchs Leben zu gehen und allein auch das letzte Ziel zu finden." Diese Worte in große»: Affekte gesprock>cn, wachten ans Erna einen tiefen, tiefen Eindruck, und Roderich sah eine Träne in ihren dunklen Augen glänzen, als sie kaum hörbar sagte, „Sie machen mich weich »nd mir das eHrz so schwer, daß ich Gefahr lauset wich über mich selbst zu täuschen, denn Mitleid ist noch lange nicht Liebe. — Aber die Versiche r»ng kann ich Ihnen geben, daß ich Ihrer gedenke, wo ich auch sein werde und niemals will ich vergessen, daß Sie bereit waren, Ihr Leben für mich aufs Spiel zu setzen. Ich t-er- bleibc Ihre dankbare Schuldnerin Zeit meines Lebens." „Dies zu wissen wird mir ein Trost sein, der mir über die Ecken und Kanten hilft und mir Kraft gibt, auch i.i schwierigen Lagen den gesunkenen Mut aufs neue zu beleben." Mittlerweile waren sie bei dem Hause „Lange" anne- kommen. Der Kaufmann öffnete »nd als er die beiden erkannte, rief er: „Na — endlich kommt Ihr ja!" » „Verzeihe, Vater", sagte Erna bittend, „daß ich ein wenig über die bestimmte Zeit ausblieb." „Ich habe allein die Schuld daran", entschuldigte Node- rich dos schöne Mädchen, „denn auf meinen Wunsch hoben wir einen kleinen Umweg gemacht und sind auch sehr langsamen Schrfttes gegangen." „Die Hauptsache ist die, daß Ihr da seid, wir können noch ganz gemütlich Abschied feiern", meinte der Kaufmann Nach dem Abendbrot bat Roderich um ei» Abschiedslied. „Was möchten Sie gerne hören?" fragte Erna. „Das überlasse ich Ihnen." (Fortsetzung folgt). reifeen liefe »nd dafe in Stuttgart sogar Militär in Aktion treten mußte. In ihrem blinden Wüten vergessen die Sozialdemokra- ien ganz ihre »reigentlichen Parteilehrsätze. Sie nehmen Partei für das Nationalisientum der Serben, wo ihnen dock) sonst alles gleich ist, „was Menschenantitz trägt". Ergötzlich ist es, wie die „völkerbefreiende" Sozialdemokrate, die die Welt aus den Angeln heben will, sich auf den Standpunkt der ödesten Philister stellt. Da druckt die Frankfurter „Dolksstimme" ein Lied ab, des in nationalen Dingen recht armseligen Frankfurter Lokaldichters Fr. Stoltze: „W acht ihr am Rhein, so viel dero wollt. In Frankfort, lafet mich schlafe!" Und dieselbe „Volksstimme" schreibt angsterfüllt: „Serbien ist der Schützling des Dreiverbandes und R u fe l a n d s im besonderen. Seine Eristenzvernichtung wäre eine Vernichtung des Prestiges der russischen Diplomatie. Die Petersburger Telegraphenagentur beeilt sich mit der Versicherung, dafe Nufeland und Frankreichs!) keine müfeigen Zuschauer werden!" Allen die Krone auf setzt aber ein Bericht aus Bad- Rauheim in demselben Blatte. Darin wird bewegliche Klage geführt, dafe in dem internationalen Badeorte die Kurrapelle „deutsche und österreichische Lieder anstimmen konnte." Und dann helfet es wörtlich: „Hdt man denn gar nicht daran gedacht, das, mau die Gefühle aller anwesenden Russen, Franzosen, Engländer auf's stärkste verletzt, wenn man den deutschen und österreichischen Kaiser hochleben liefe?" Ein so miserabeler,knechtseliger Geist ist wohl noch niemals so verächtlich zum Ausdruck gekommen, als wi? hier in dem Blatte der „völkerbefreienden" Sozialdemokratie. Ekel und Abscheu mufe einem angesichts eines solchen Treibens erfüllen. Aber unsere Zeit hat nicht allein solche Gesellen hervorgebracht. Schon vor nahezu dreitausend Jahren hat der griechische Dichter Homer in seiner Ilias einen Griechen gekennzeichnet, den Therfites, einen „thörich- ten Schwätzer, obgleich Hellstininligen Redner". Kein schlech- terer Mensch, so sagt Homer, ist mit Ilias gezogen und man c'iaubt ein Spiegelbild unserer heutigen Sozialdemokratie zu sehen, wenn er singt: Alle hatten sich wieder gelagert und saßen nun ruhig. Rur T h e r s i t e s , welcher von thörichter Unverschämtheit Aufschwoll, murrete viel mit ungebührlichenReden; Seine Sitte war immer zu widersprechen dem Feldherrn. Und die höhnisch-lächelnden Lippen troffen vom Tadel HäfelichwarervgrAllen im ganzen Heere der Griechen I Die Donanstotille. Freitag, den 31. Juli 1914. Krängung von 15, vier von 30 bis 40 Tonnen haben, und mit 1 oder 2 Maschinengewehren ausgerüstet: 2 Boote haben je zwei 7 Zentinieter-Schnelladegeschiitze, 6 weitere Boote von 15 Tonnen sind (1900) im Bau. Die Flottille ist in Ein- heilen von je 1 Monitor und 1 bis 2 Patrouillenbooten eln- geteilt. Zwei Einheiten bilden eine Gruppe, zwei Gruppen eine Monitordivision. Die Friedensstation der Flottille ist Budapest. Ihr Aktionsgebiet reicht auf der Donau nach Passau bis Orsova, auf der Theife arifwärts bis Szegedin, auf der Save aufwärts bis Bosnisch-Brod. Seitdem die Stromschnellen ini Eisernen Tore beseitigt sind, können die Monitoren auch die untere Donau befahren: das verbietet aber das Pariser Abkommen von 1856. In Auxillarschiffen können im Kriegsfälle stellen: Die Donau-Dampfschiffahrts- gesellschaft etwa 130 Dampfer und 800 Schleppschiffe und die Ungarische Flufe- und Seeschifafhrtsgesellschaft ungefähr 300 Fahrzeuge: aufeerdem können noch einige Privatgesellschaften Schiffe stellen. Als hauptsächliche Ausgaben der Donanflotte werden bezeichnet: die Sicherung des Hau ptstron.es und der gröfeeren Rebenfliisse, das Legen von eigenen und die Beseitigung von feindlichen Minen und die Unterstützung von Truppen beim Brückenschlägen oder bei Uebergängen, endlich die Bekämpfung feindlicher Booie und Operationen. In der serbischen Krise lag die ganze Donauflottille schon an der nuferen Donau zum Eingreifen bereit. Außer Oesterreich-Ungarn besitzen auch Rumänien und Bulgarien Donauflottillen. Die als Donau-Division bezeich- neten rumänischen Streitl-äfet bestehen aus 5 Kanonenbooten von 85 bis 130 Tonnen mit einer oder zwei 5,7 Zen» timeter-Schnelladekanonen und einem oder zwei Maschinengewehren: ferner aus 6 Schaluppen von 15 bis 32 Tonnen, mit je einem Maschinengewehr, zwei Schaluppen führen Spierentorpedos. Ferner sind vorhanden: 1 altes Torpedoboot von 104 Tonnen mit Spierentorpedo und einem Maschinengewehr 2 Kanouenschaluppen von 45 Tonnen mit je einem Maschinengewehr. Station ist Galatz. Außer der Donaudivision sind 4 Monitoren von 581 Tonnen mit drei 12 Zentimeter-Kanonen in Türmen, zwei 12 Zentimeter- Haubitzen, vier 4,7 Schnelladelanonen und 2 Maschinengewehren, ferner 8 Dedetetnboote von 51 Tonnen mit je einer 4,7 Zentimeter-Schnelladekanone als Polizeischiffe aus der Donau stationiert. Für den Kriegsfall kommen noch die übrigen Seestreitkräfte, soweit es ihr Tiefgang gestattet, ,n Betracht. Bulgarien hat 1 Torpedoaviso von 898 Tonnen mit 2 Torpedorohren. Zwei 10 Zentimeter», zwei 6,5 Zentimeter- und zwei 4,7 Zentimeter-Schnelladekanonen, 2 Zk-,d- jachten. 2 Dampfer, 1 Dampsbarkassen und 2 Schlepper. Station der Flottille ist Ruschtschuk, wo außerdem 6 neue Torpedoboote von 100 Tonnen mit je drei 4,7 Zentimeter- Schnelladekanonen stationiert sind. Serbien besitzt keine armierten Kriegsfahrzeuge auf der Donau. Nr. 17? pieue Tageszeitung. Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß die österreichisch-ungarische Monarchie nicht nur auf dem Adriatischen Meer, sondern auch auf der Donau Kriegsschiffe schwimmen hat. Ueber die Geschichte und Entwickelung dieser Donau- flottille hat Hauptmann Berger 1911 in der „Marine-Rund- schau" eine Abhandlung veröffentlicht. Er geht aus von der Einsicht bei den Lenkern des habsburgischen Reiches, dafe der Donaustrom besonders gegen feindliche Angriffe geschützt werden müsse. Schon in den Zeiten der alten Römer wurde an die Verteidigung der Donau auch durch Kriegsfahrzeuge gedacht. Unter dem Kaiser Trajan sollen auf dem Strome nicht weniger als 325 solcher Boote stationiert gewesen sein. Während die Festungen an der Donau in den Gegenden von Linz, Komorn und Peterwirdein mit der Zeit als ziemlich wertlos erkannt worden sind, hot sich die Ausfassung von der Notwendigkeit einer Tonauslotte bis auf die Gegenwart lebendig erhalten. Sowohl Kaiser Karl der Große wie auch der erste König der Ungarn, der Heilige Stephan, sahen in der Erbauung einer Donauslotte einen unerläßlichen Teil ihrer Maßregeln zur Sicherheit des Reiches. Die Wichtigkeit der Donauflottille wuchs fortgesetzt, besonders durch die langwierigen Krieg gegen die Türken. Nur vorübergehend erlitt sie einen Verfall, aus dem sie sich durch die Fürsorge des Kaisers Leopold, des Prinzen Eugen von Savoyen und der Kaiserin Marie Theresia wieder erhob. Immerhin blieb ihr Dienst in den letzten Jehrhunderten auf die Sicherung der türkischen Grenze beschränkt. Die neuzeitliche Entwickelung der Donanflotte als eines Bestandteiles der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine setzt ungefähr mit dem Jahre 1870 ein. Damals liefen die beiden ersten Monitore „Leitha" und „Moros" vom Stapel. Der „Moros" spielte bei der Besetzung von Bosnien 1878 eine röcht wichtige Rolle. Gegenwärtig besteht — wie wir dem Alten'schen Handinch entnehmen — die östereichisch-ungarische Donauflottille ins 6 Monitoren, 6 Patrouillenbooten und 1 alten Torpe- »oboot. Don den Monitoren sind die ältesten „Leitha" und „Maros" (310 Tonnen Wasserverdrängung.) Sie führen je ein 12 Zentimeter-Schnelladegeschlltz und einige Maschinenwaffen. Die „Körös" und „Szamos" (448 Tonnen) führen je zwei 12 Zentimeter- und zwei 7 Zentimeter-Schnelllade- geschütze, sowie zwei 8 Millimeter-Maschinengewehre. „Bodrog" und „Temes" (140 Tonnen) sind bestückt mit je zwei 12 Zentimeter-Schnelledegeschützen, einer 12 Zentimeter- Haubitze (am Heck), zwei 3,7 Millimeter-Maschinenwajfen. Die Fahrzeuge haben einen Rammbug, um Brücken usw. zer- stören zu können. Der Bau zweier neuer Monitoren ist ge- plant. Die Besatzung besteht aus je 3 Offizieren, 1 Maschi- nenbetriebsleiter, 53 bis 73 Mann. Die Patrouillenboote von denen vier eine Wallerver- Kudapest im Kriegszustände. Von Paul Schweb er. Die „Magyar Allem Vasutuk" alias „Königlich Ungarische Staatsbahn" ist aus etwas anderem Holze geschnitzt als ihre K. K. österreichische Kollegin. Nicht nur, daß sie trotz des Kriegszustandes angenehme, breite und bequeme Waggons für den Zug nach Budapest stellte, sie konnte auch sofort einige weitere Wagen einschieben, als auf dem Wiener Ostbahnhof Platzmangel entstand. Und als dann in den durchweg für die erste Klasse bestimmten Coupäs noch einige Plätze freiblieben, stopften die braven magyarischen Schasf- ner unter fröhlichen Scherzworten eine Anzahl schmucker blauer Jäger, brauner Honvedhusaren und rotkäppiger Infanteristen hinein, die, mit Fahrkarten für die dritte Klasse versehen, bescheiden auf den Personenzug gewartet hatten, der hinter unserem Exprefezuge abgehen sollte. Auf diese Weise kamen die überraschten Krieger in den sonst fast nur von Exzellenzen und hohen und höchsten Vorgesetzten angefüllten Zug und langten einen halben Tag früher in Budapest an. Vor der Abfahrt gab es auch noch eine kleine Sensation. Denn auf dem Nebengleise lief der von Popradfelka kommende Schnellzug ein, der den bisherigen österreichischen Gesandte in Belgrad Baron v. G i e s l an Bord hertte. Das war so eine rechte Hetz für die Wiener. Kaum, dafe der in seinem Aeufeeren etwas an den Grasen Zeppelin erinnernde alte Herr den Wogen verlassen hatte, war er von der begeisterten Menge umringt und der Gegenstand rührendster Huldigungen. Schließlich mußten ihn ein Dutzend Geheimpolizisten förmlich aus dem Publikum herausreißen und in den Gepäckraum schleppen, da ja die Gefahr bestand, dafe auch andere Elemente auf dem Bahnhof anwesend sein konnten. Dann dampfte unser Zug nach der ungarischen Landeshauptstadt ab. Im Speisewagen herrschte infolge der Mobilmachung bereits die Fleischnot. Ich hatte mir ein Filelsiück bestellt und ich mußte das Fenster schliefeen lassen, damit eS nicht davonflog. Dafür entschädigte in etwas die wundervolle Aussicht auf die breit und mächtig dahinströmende Donau, deren Steilufer bereits dichten und schweren Traubenbehang aufwiesen. Und je weiter wir ins ungarische Land hineinkamen, desto gesegnetere Gefilde breiteten sich vor uns aus. Zu hohen Stapeln war das Getreide bereits ausgeschichtet, denn der ungarische Bauer verschmäht die Feldscheune. Der Kukurutz zeigte sich dicht vor der Reife und in unübersehbar grofeen Feldern. Gesegnetes Banat, du Länderstrich, wo schwäbische Bauern die Ansiedler sind, und wo der Boden noch die Schwärze und Schwere des Urschlain- mes hat und die Kulturen dem Bauern sozusagen in den Hals hineinwachsen. Doch auch hier der Jammer um die Teste 3 Leuteuot. Und was soll jetzt werden, wo die Söhne des Landes sich auf den Stationen drängen, um rechtzeitig in i. e Garnisonen zu gelangen, und auch der Landsturm .-.»i.ir- boten ist? Sn Prefeburg vermisse ich die Kapelle zerrissener aber echter Zigeuner, die sonst immer jeden Exprefezug mit einem feurigen Czardas begrüßte und die aus dem Zuge geworfenen Kreuzerstllcke der Wiener und Pester „Magnaten" einsam- melte. Sie hat in diesen Tagen gewißTtohuendeie Bcschäs- tigung als musikalische Begleitung der Demonstr-stian um- züge in der Stadt gefunden. Als der Zug langsam aus der Bahnhofshalle zieht, Ie'e ich tief unten ein Straßenschild „Lenau utza". Und c? e - innert mich daran, welche glänzenden Kriegs- und Freiheitsliederdichter diesem durch Freiheitskriege blutgedüi-gten ungarischen Boden entwachsen sind. Aber auch daran, saß diese so freiheitsliebende Nation auf unserer Fahrtstrecke ans dem alten deutschen Prefeburg „Pozsony", aus Warlbnrg „Szeniz", aus Neuhäusel „Ersekuvar" und ans Waren „Baicz" gemacht hat und dafe der schwäbische Bauer in B. n.st obwohl er der zähe Kulturträger dieser Gegend ist, genau io unter der Unduldsamkeit der Magyaren leidet wie weiter drunten die Kroaten und Ruthenen. Sind da nicht die jetzigen Ereignisse in Berlin und die ganze Stellungnahme Reichsdeutschlands zu dem österreichisch-serbischen Konflikt, der ja doch auch der ungarisch-serbisck>e Konflikt ist, feurige Kohlen auf das Haupt der Machthaber in Budapest? Unter solchen Gedanken fuhren wir am Spätabend in die Landeshauptstadt ein. Das fröhliche lebenslustige Bnda- Pest verleugnet auch heute seinen Charakter nicht. Zn T m- senden singt und lärmt das Volk auf den Strafeen. Und au der Spitze der Prozessionen, die sich trotz der Verhängung des teilweisen Belagerungszustandes immer wieder bilden, marschierew die Kapellen der hiesigen Regimenter. Sie müssen plein pouvoir haben, denn nicht nur, dafe Beglcst- mannschaften mit hohen malerischen Windlickitern die Kapellen flankieren, singt und tanzt die Truppe zu ihren ei jenen Weisen, ungarischen Weisen, die die Menge hypnotisi:r.'N und im Ganzschritt gehen heißen. Nach dem Kossuthlied, dem Rakoczi- und dem Radetzky-Marsch erklang auch die „Wacht am Rhein" und „Heil Dir im Siegerkranz", o:c von den deutsch sprechenden Demonstranten mitgesungen tvnrden. Eine ungeheure Geschäftigkeit erfüllt die ganze Stadt. Durch ihre Lage ist sie der natürliche Mittelpunkt der kriegerischen Aktionen gegen den Nachbarstaat geworden und wenn es sich bewahrheiten sollte, was man hier über die hervorragende Mitwirkung der ungarischen Regierung, vor allem des Grafen Tisza, an dem Ultimatum erzählt, so erscheint Budapest als der politische Mittelpunkt, der Angelegenheit, deren militärische Austragung mit dem vergangenen Dienstag ihren Anfang nahm. Mehr als 40 000 Landsturmpflichtige sind bereits hier versammelt und von Stunde z» Stunde wächst die Zahl der Truppen durch den Zuzug aus dem ganzen Lande. Dabei ist es von Interesse, dafe auch die ser- hischcn Bewohner des südlichen Banat, die vorzugsweise dem K. und K. Infanterieregiment Nr. 6 in Budapest augehören, begeistert herbeiströmen, obwohl sie die Sprache des Gegners sprechen und wie dieser der orthodoxen Kirche angehören. Es hat eben innerhalb 24 Stunden ein vollständig» Umwälzung in Ungarn stattgefunden. Regierung »nd flpoo- sition, die sich.länger als ein Jahrzehnt hindurch in den Haaren lagen und bis aufs Blut bekämpften, haben plötzlich Frieden geschlossen, die von den Magyaren unterjochten Völkerschaften marschieren freudig mit ihnen in den Krieg und als am Dienstag Abend der Chefredakteur des hiesigen sozialdemokratischen Zentralorgans „Nephsava" an einige tausend demonstrierende Arbeiter eine Ansprache damit i r gann, dafe die ungarländische Sozialdemokratie sieh in dieiem Augenblick gemeinsam mit der Internationalen für den Weltfrieden einsetzen müsse, unterbrach man ihn mit Hochrufen auf den Krieg und Pereat-Rufen auf König Peter. Diese Einmütigkeit der Gesinnung hält die Massen auch t on alle» Ausschreitungen ab. So ist die Abreise Putnik s ohne jeden Zwischenfall vor sich gegangen und weder der serbische Generalkonsul noch ein mit Serbien in Verbindung stehender Privatmann bisher behelligt worden. Nur den, hiesigen „Hofzahnarzt Sr. Majestät des Königs von Serbien" hatte man am Abend „vorübergehend" ein Wappen in den rotweifegrünen Farben Ungarns aus das prnnlhaste Hausschild geklebt. Wenn man bedenkt, wie fanatisch die Ungarn früher manchmal gehaust haben, mufe man an ihrer jetzigen Haltung aufrichtige Freude haben. Vor allem aber an ihrer absoluten Kriegsbegeisterung, für die Oesterreich nicht immer alle Garantien hatte. Denn inzwischen ist das 4. ungarische Korps das die Avantgarde bilden wird, schon vollständig morsch- bereit. Vielfach sind die Leute sofort nach der Bekanntgabe des Ultimatums abgereist, ohne die Gestellungsorder abzu» warten, und haben nun Zeit, auch ein paar Tage die schöne Landeshauptstadt zu besichtigen. Denn schön, unsagbar schön ist Budapest, namentlich jetzt, wo ringsum die Rebeuhügel auf eine gute Ernte schliefeen lassen, wo der breite Donaurücken zu allerlei Luftfahrten stromauf und stromab einladt, wo am Abend die elegante lebenslustige Aristokratie am hellerleuchteten Kai lustwandelt, von dem gegenüberliegen, den Höhen die alte und die neue Burg Ofen grüßt und über dem „Eingang zum Orient", den Budapest für die Völker des Westens bildet, die weiche und lockende Lust des Südens liegt. Aber schon flötet der Hotelportier dem Antomobst und während ich zum Ostbahnhofe sause, gibt mir die Volksmenge die mit einer ungarischen Trikolore bewaffnet den Vaczi Körat (Waihener Boulevard) herunterzieht, in einem un- widerstehligech Rhythmus meine Marschroute „Aus nach Belgrad! Einmarjchieren! Elfen TiSza! Auf nach Belgrad!" *.j ; Q> «♦ W "5 rr rv) er# e C» u '^D U » — an v'g ^ O w- ä E S I 5 wo ,g ÄS WZ £ Z ■I s ifiSaej it! 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