Wimmer 175 7 . Jahrgang Mittwoch, den 29. Zuli 1914. l ei „«tut Eagt»,tt»ung" rrldjtint jttotn Werttag. Regelmäßige Beilagen ..Per Knurr a». »essen« den Agenten monatlich so Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. An,eigen: Drundztiie 20 Psg ErMungsort Friedberg. Schrittleitung und Verla, Friedberg (Hessen), Hanauerstrahe 12. ..?>» Spinn ltnbe". «tingeprt,»: Be, den Postanstalten vreriellahrlich Mk. 1.95 - lolale 15 Psg, An, eigen von auswärts werden durch Postnachnahine erhoben Femlprecher 4-8. Poftscheck-Lonto Nr. 4859, Am! Franksurt a. M. Der Krieg ist erklärt! CH« Mnnifcst M aller Frau; nn seine Völker. — Dentschlnnd lehnt den VermittlungA^vr» schlag ab. — Die Vorgänge an der Grenze. — Die Kriegsstärke der Gegner. Otsttrreich.Ungarn hat an Serbien den Krieg erklärt und Deutschland hat den englischen Vermittclungsvorschlog abgelehnt. Das sind die beiden wichtigsten Nachrichten des gestrigen Tages: sie waren eigentlich selbstverständlich und doch haben sie allenthalben die größte Erregung hervorgerufcn. Daß die österreichische Monarchie auf dem betretenen Wege nicht mehr zurück konnte, haben wir schon östcrs dar- gclegt. Serbien hat sich geweigert, die österreichischen Bedingungen zu erfüllen, somit mußte Oesterreich die angedrohten Maßnahmen ausführen, denn nichts macht mehr den Eindruck der Schwäche, als wen, den Worten die entsprechenden Taten nicht folgen. Die Kriegserklärung ist also lediglich ein Glied in der Kette der Ereignisse, die sich seit Ucberrcichung der Note zugctragcn haben. Neu ist höchstens, daß sie überhaupt erfolgt ist, denn man hatte vielfach angc» nonunen, daß die Feindseligkeiten einfach mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen eröffnet seien. Ebenso bestimmt war es, daß Deutschland es ablehnc» würde, aus den englischen Vorschlag einer Vermittelungs» konfercnz einzugchen. Deutschlands Stellung ist klar gc- gegebcn: Es will aufrichtig den Frieden und unterstützt tat- bereit alle Bestrebungen, die auf Erhaltung des Friedens hinziclcn. Sollte aber Oesterreich von Rußland angegriffen werden, so wird Deutschland an der Seite seines Verbündeten zu finde» sein. An dieser Haltung ist nichts zu ändern, sie steht felsenfest. Wohl aber könnte England seinen Einfluß aus daS ihm befreundete Rußland geltend machen, das es einzig und allein in der Hand hat, ob der österreichisch-serbische Krieg auf seinem Herd beschränkt bleiben oder sich zum Weltkrieg entfachen werde. Die Lage ist also in, Grunde nicht verändert. Deutschland hat in seiner Antwort nicht erklärt, daß cs jede Vermittelung an sich ablehnc, cs begrüßt vielmehr eine solche und ist bereit, auch fernerhin daran mitzuwirken. Es ; wird sich jetzt in der Hauptsache darum handeln, wie sich die Dinge in Serbien entwickeln. Schlägt Oesterreich in den j ersten Kämpfen seinen Gegner nieder und hält diefm Erfolg für genügend, dan ist die Basis für weitere Vermittelung geschaffen, in der Voraussetzung, daß Rußland nicht schon vorher zugcschlagen hat. Alle Hoffnung aus eine Lokalisierung des Krieges ist demnach noch nicht geschwunden. Rußland läßt offiziell versichern, daß es vorerst nicht mobil machen werde, was es mit diesen Versicherungen auf sich hat, kennt man zur Genüge. In der Tat zieht Rußland nicht nur an der österreichischen, sondern auch au der deutschen Grenze gewalsige Truppcnmcngrn zusammen. Der Bahnhof von Wirballcn, der deutsch russischen Durch- gangsstation ist militärisch besetzt, die Häsen werden gciperrt und dergleichen. Alles deutet auf kriegerische Vorbereitungen hin Vor der Front ist cs bis jetzt nock> ruhig. Einige Grenz- scharniützel, die stets ernsteren Zusamcnstößcn vorangchcn, sind bereits erfolgt. Tic Serben wollen im Ernste den Kampf aufnchmen und machen im Verein mit den Montenegrinern ganz vcrzwciselte Anstrengungen. Selbst die Männer von 60 Jahren werden zu den Fahnen gerufen. Es heißt zwar immer noch, sie würden an der Grenze den cinrückcnden Lcfterreichern nur geringen Widerstand leisten, den sie fiir das Innere des Landes aussparen wollten. Ter allgeincine Einmarsch der Ocstcrrcichcr dürfte heute oder niorgen erfolgen Oesterreichs Kriegserklärung! Wien, 29. Juli. Auf Grund Allerhöchster Entschließung Seiner k. u. k. apostolischen Majestät voni 28. Juli 19)1 wurde gestern an die königlich serbische Regierung eine in französischer Sprache abgcsaßtc Kriegserklärung gerichtet, welche in deutscher Ucbersetzung folgendcrinaßen lautet: Ta die königlich serbische Regierung die Rote, welche ihr vom österreichisch-ungarischen Gesandten in Belgrad am 23. Juli 1914 übergeben worden war, nicht in befriedigender Weise beantwortet hat, so sieht sich die k. u. k. Regierung in die Notwendigkeit versetzt, selbst für die Wahrung hrcr Rechte und Interessen Sorge zu tragen und zu diesem Ende an die Gewalt der Waffe» zu appelliere«. Oesterreich. Ungar» betrachtet sich daher von diesem Augenblicke an als im Kriegszustand mit Serbien befindlich. Der öfterrcichisch-ungarischc Minister des Aeußeren Graf Berchtold. Notifikation an die «Achte. Wien, 29. Juli. Das Ministerium des Auswärtigen richtete gestern an die hiesigen fremden diplomatischen Missionen eine Verbalnote, in der die formelle Kriegserklärung an Serbien den diplomatischen Missionen zur Kenntnis gebracht wird und erklärt wird, daß sich Oesterreich-Ungarn während der Feindseligkeiten unter der Voraussetzung eines gleichartigen Vorgehens seitens Serbiens an die Bestimmungen der Haager Konvention voni 18. Oktober 1907, sowie an die Bestimmungen der Londoner Deklaration voni 26. Februar 1909 halten wird. Die Missionen werden gebeten, diese Notifikation schleunigst ihren Regierungen mitzuteilcu. Kaiser Franz Josef an seine Völker! Wien, 29. Juli. Der K a i s e r hat nachfolgendes Handschreiben und Manifest erlassen: „Lieber Graf Stürgkhl Ich habe mich bestimmt gefunden, den Ministern meines Hauses und des Aeußeren zu beauftragen, der königlich serbischen Regierung den Eintritt des Kriegszustandes zwischen der Monarchie und Serbien zu notifizieren- In dieser schicksalsschweren Stunde ist es mir Bedürfnis, mich an meine geliebten Völker zu wenden. Ich beanf- trage Sie daher, das anvcrwahrte Manifest zur allgemeinen Verlautbarung zu bringen Bad Ischl, 28. Juli 1914. Franz Joses. II. P." An meine Völker! Es war nicin sehnlichster Wunsch, die Jahre, die inir durch Gottes Gnade noch bcschicdcu sind, Werken des Friedens z» weihen und mcinc Völker vor de» schweren Lpscrn und Lasten des Krieges zu bewahren. Im Rate der Vor- frhung ward cs anders beschlossen. Die Umtriebe eines haß- crsülltc» Gegners zwinge» mich zur Wahrung der Ehre meiner Monarchie, zum Schutze ihres Ansehens und ihrer Machtstellung, zur Sicherung ihres Besitzstandes nach langen Jahren des Friedens zum Schwert zu greifen. Mit raschem Vergessen und Undank hat das Königreich Serbien, das von den ersten Anfängen seiner staatlichen Selbständigkeit bis in die neueste Zeit von incincu Vorfahren und mir gestützt und gefördert worden war, schon vor Jahren den Weg osscncr Feindseligkeit gegen Oesterreich.Ungarn betreten. Als ich nach drei Jahrzehnten segcnsvollcr Fricdcnsarbcit in Bosnien und der Herzegotvina meine Hcrrschervechte aus die- scs Land erstreckte, hat diese mcinc Verfügung im Königreiche Serbien, dcsien Rechte in keiner Weise verletzt wurden, Ausbrüche zügelloser Leidenschaft und bittersten Hasics hervor- gerufen. Mcinc Regierung hat damals von dem schönen Vor, recht des Stärkeren Gebrauch gemacht und in äußersten Rach, sicht und Milde von Serbien nur die Herabsetzung si'ineS Hceres auf den Friedensstand und das Versprechen verlangt, in Hinsicht die Bahn des Friedens und der Frcnndsche.it zu gehen. Die Hoffnung, daß das serbische Königreich die Langmut und Friedensliebe Meiner Regierung würdigen und sein Wort cinlösen würde, hat sich nicht erfüllt. Immer höher lodert der Haß gegen Mich und Mein HagS empor, immer unvcrhüllter tritt das Streben zutage, «ntrcunbarc Gebiete Oesterreich-Ungarns gewaltsam loszurcißen. Eine Reihe von Wordanschläge«, eine planmäßig vorbereitete nnd duriv- gefnhrtc Verschwörung, deren furchtbares Gelingen Mich und Mcinc treuen Völker ins Herz getroffen hat, bildet die weit- I hi» sichtbare blntigc Spur jener geheimen Machenschaften, die von Serbien aus ins Werk gesetzt worden sind. Diesen, unerträglichen Treiben muß Einhalt geboten werden, de» unaushirlichcn Herausforderungen Serbiens ein Ende be. reitet werden, soll die Ehre und Würde Meiner Monarchie unverletzt erhalten und ihre staatliche, wirtschaftliche und »liltärischc Entwickelung vor der beständigen Erschütterung bewahrt bleiben. Vergebens hat mcinc Regierung noch einen letzte» Versuch unternommen, dieses Ziel mit friedlichen Mitteln zu erreiche», Serbien durch eine ernste Mahnung zur Umkehr zu brwegcn. Serbien hat die maßvollen »nv gcrech. tc« Fordcr,ingc» Meiner Regierung zurückgewiescn. Mit ruhigem Gewissen betrete ich de» Weg, den die Pflicht nur weist. Ich vertraue aus Meine Völker, die sich in allen Slür- men stets in Einigkeit und Treue »m Meinen Thron geschart haben und für die Ehre, Größe und Macht des Vaterlandes z» den schwersten Opfer» immer bereit waren. Ich vertraiir aus Ocstcrrcich-UngarilS tapfere »nd pon hingebungsvoller Begeisterung erfüllte Wehrmacht und ich vertraue ans de» All- mächtige», daß er Meinen Wassc» den Sieg verleihen tucrdr. Franz Josef dl. P. Stürgkh M. P. Deutschland lehnt den Verniittlnngsvor» schlag ab. Die deutsche Regierung hat der englischen Regierung die Antwort znkomnien lassen, daß sic den Vorschlag einer Konferenz ablehnc. Sie erkennt die freundlichen Absichten der Dcrniittclungsvorschlägc Sir Edward Grcys durchaus an und würde auch eine auf Oesterreich-Ungar,, und Rußland sich erstreckende Vermittelung fiir durchaus gerechtfertigt halten, sic kann aber an einer Vcrniittcluiig zwischen Ocsterreich- llngaren und Serbien gegen den Wunsch des Erstercn nicht teilnehincn, und da die Vorschläge Grcys beide Vermittelungen verknüpfen, so erscheinen sic der dcntschenRe gierung für praktisch nicht Erfolg versprechend. Zu der ablehnenden Antwort wird weiter bekannt, daß die brutsche Regierung den seiner Absicht wegen erfreulichen Vorschlag Eie Edward Ereys mit gebührender Ausmerlsam- Icit geprüft Hai, mit Rücksicht aus die momentane Lage aber nicht unbedingt und ohne weiteres zustimmen kann. Der komplizierte Apparat einer Botschasterkonfcrcnz werde in dem jetzigen Augenblick, wo die politischen Ereignisse zu schnellem Handeln zwinge», zu langsam arbeite», um die Schwicriglei- tcn zu beseitigen. So sehr daher die Initiative Ereys Dank verdient, glaubt die deutsche Regierung, daß der Sache des Friedens durch die bereits von Kabinett zu Kabinett mit gutein Erfolg begouncnc Vermittlungsaktion besser gedient wurde, zumal ja auch die diploinatische» Verhandlungen zwifchci: A? i c» und Petersburg noch sortgehen. Man würde wohl am schnellsten zum Ziel lommcn, wenn die Mächte zusammcu oder einzeln ihre Bemiihungcir in Petersburg einsitzen würden. Die deutsche Regierung wird mit allen Ka> bincilen i» Verbiiidnng bleiben, um dieses Ziel zu erreichen, das nicht aufgegebcn sei nnd nicht ausgegebcn zu werden braucht, bevor nicht jede Verniittlungstätigkeit endgültig gescheit::- ist. Kaiser und Kronprinz. Berlin, 29. Juli. Die Nachricht, daß der Kaiser nach Wilhclnishöhc fahren werde, ist nicht richtig: er wird sich dorthin erst begeben, wenn die politische Lage vollständig geklärt ist. Wie die „Tägliche Rundschau" inittcilt, wird der Kronprinz, dessen Urlaub beim Gcncralstob in den ersten August- tagcn endet, heute nach Potsdam zuriickkchrcn. Er wird in Eharlottcnburg cintreffen nnd sich von dort im Automobil nach dcni Marmorpalais in Potsdam begeben, wo er für die nächste Zeit bleibt. Die Anordnungen sind in dieser Weise getroffen, um zu vermeiden, daß der Kronprinz etwa zur Zeit hier in Berlin, wider seinen Willen in den Mittelpunkt von Kundgebungen gerückt werde, die sich auf die derzeitige politische Lage beziehen. Prinz Heinrich nnd die Lage. Hamburg, 29. Juli. Tie neue Hamburger Zeitung vcr- öifcntlicht eine Unterredung mit deni Prinzen Heinrich, der zufolge der Prinz' erklärte, daß er zu seiner Freude eine ruhigere Auffassung der Lage in der englischen Bevölkerung habe fcststellcn können. Tie Begeisterung in Tcuischland cr- I füllt ihn mit Stolz, aber die Kriegsstimmuna habe auch Mt. 175 ihre Bedenken. Das Volk dürfe nicht auß acht lassen, welche schweren wirtschaftlichen Folgen ein Wcltbrand mit sich brin- gk,i würde. Er hoffe, daß der Krieg lokalisiert bleibe. Oesterreichische Sluffttffung. Wien, 29. Juli. Zur serbischen Antwortnote schreibt oas „Nene Wiener Dagblatl": Es zeigt sich, daß Serbien nur Ausflüchte suchen wollte. Angesichts dieser Tatsachen kann die östereichisch-ungarische Regierung unter keiner Bedingung mehr zurücktretcn. Es ist also auch nicht mehr möglich, daß die österreichisch-ungarische Regierung gcg-a Zahlung der Mobilisierungskostcn und selbstverständlich gegen die vorbehaltlose Annahme ihrer Rote ihre Aktion einstellen soll. Die österreichisch-ungarische Regierung »rird punmehr ganz andere Forderungen erheben müssen. Stimmung im ungarischen Abgcordnetcnhause. Budapest, 29. Juli. Tie gestrige Sitzung des Abgeordnetenhauses gestaltete sich z» einer feierlichen Kundgebung der Volksvertretung für die Verteidigung der Ehre und der Interessen des Landes. Namens der Opposition erklärte Graf Appony, daß Oesterreich-Ungarn verpflichtet ist mit Serbien endgültig abzurechnen und mit ihm aufzuräunien. Der Premierminister Graf Stürgkh gab dieser Ansicht seine Zustimmung und er schloß die Sitzung, indem das ganze Haus begeisterte Eljenrufe auf den König, die Armee und hie Regierung ausbrachte. Keine Mobilisierung Russlands. Nach den vorliegenden Nachrichten erfolgt, wie dem Vertreter des Wolsichen Telegraphen-Dureaus von maßgebenden Miellen erklärt wird, noch keine Mobilisierung Rußlands. Im Gegensatz dazu steht folgende Meldung^ Berlin, 29. Juli. Wie zuverlässig verlautet, sind in den beiden russischen Militärbezirken Kiew und Odessa Mobi- lisierungsbclchle ergangen. Offiziell hierher gelangte Nachrichten besagen, daß die Durchfahrt zwischen Helsingfor und Nangoe sür Handels- und Privatschiffe gesperrt ist. Der Leuchtturm bei Eransgrund ist an eine andere Stelle versetzt worden. Drc Leuchiturmc von Crobora und mehrere andere Leuchttürme bei Helßngsör sind ausgeloscht worden. Zur russisch-polnischen Ziiduslritrevicr ist gestern der Beseht ergangen, sämtliche diensttauglichen Pserdc einzuziehcn. heute Nacht wurde» in Sieloc Pjcrde dortiger Fabriken von der Militärbehörde requiericrt. Erst in den gestrigen späten Abendstunden wurde in Peters bürg bekannt, daß Oesterreich-Ungarn angeblich den Krieg erklärt habe. Die optimistische Stimmung, die den ganzen Tag über xcherrschr hatte, schlug rasch ins Gegenteil um. Auf dem Kcw-liprospckt hatten sich große Menschenmasien angcsammelt, die wiederholt Hochruse aus Serbien ausbrachten. gicrung hofft jedoch, daß der Ausdruck der Volksgesühle durchaus nicht die Färbung von Mißgunst gegen Mächte einnehmen werden, mit denen Rußland sich im Frieden befindet und unveränderlich sich im Frieden zu besindcn wünscht Indem die Regierung aus dem Aufschwung des Polksgeistes Kraft schöpft und ihre Untertanen ausjordcrt, Zurückhaltung und Ruhe zu bewahren, verharren sic aus der Wacht für die Würde und die Interessen Rußlands. Die Stimmung in Russland. Der Eindruck der soeben bekannt gewordenen Kriegs», klärung Oesterreichs wird in Rußland, nainentlich im Publikum ungeheuer sein, da die eingctretene Entspannung überschätzt wurde. Die russische Diplomatie ist außerdem erregt, weil die Aufnahme, die Grell? Vorschlag in Berlin gesunden hat, in Petersburg noch nicht bekannt ist. Man bosft aber immer noch, daß die Diplomatie alle Mitte! erschöpfen wird, bevor sie vor den Heerführern abdankt. Eine neue russische Intervention in Wien. Gestern nnchniittag fand eine zweistündige Unterredung des russischen Botschafters Schcbeko mit dem Grasen Berch- told statt. Schcbcto verlangte eine teniporäre Sistierung der Feindseligkeitc», jedoch ist die Unterredung, wie selbstverständlich zu erwarten war, resnltatlov verlausen. Zuversicht i» Italic». Rom, 29. Juli, Die Nachricht vom österreichischen Vor- niarsch, den die Mittagsausgabe des „Giornale d'Jtalia" bringt, wird trotz der schwebenden Vermittelung als verständlich angesehen. Man sicht ein, daß Oesterreich nicht noch eine kostspielige dritte Mobilisatioii mache» könnte, ohne einen Schiiß abzufciiern, wie in früheren Krisen mit Serbien. Daneben hält man an der Möglichkeit einer erfolgreichen Vcriniktclnng fest. Eine itnlicuischc Stimmt. Rom, 29. Juli. Die „Tribuna" wendet sich heute abermals gegen diejenigen polilischen Gruppen, die leichtherzig ein Desinteressement Italiens in einer Krise predigten, wie sie solgeiischtvcrcr Europa nie gesehen habe. Wenn die Krise trotz aller Anstrengungen, sie z» vermeiden, sich iiber- stürze, werde Jialien alle seine Verpflichtungen z» erfüllen und seine höchsten Interesse» z» verteidigen haben. Regierung und öffentliche Meinung müßten sich ruhig und entschlossen bereit halten. Diese Haltung werde auch stärker für den europäischen Frieden wirken als »»nütze Sentimentalitäten und morchiavcllistische Spitzfindigkeiten. In einem großen Kriege müsse Italic» mit allen seinen Kräften seine Interessen wahren, »m sich vor noch größeren, Risiko zu schützen, denn die gefährlichste Position sei die eines Jn- lchaucrß an, Fenster, die,jetzt in Italien viele empfehlen. Neue Tageszeitung, Mittwoch, ven 29. Juki 1914. Sttmsitznng in Frankreich. Paris, 29. Juli. Wie der „Temps" versichert, besteht im Ministerium des Aeußeren nach dem heutigen Besuche des deutschen Botschafters der Eindruck, daß Deuffchland bereit ist. an der Erhaltung des Friedens mitzuarbeiten, daß cs aber eine Intervention in Men abgelehnt: man frage sich deshalb, ob Deutschland nicht den Wunsch habe, daß eine kriegerische Aktion den Verhandlungen vorausgehe. Mit diesen Worten will das Blatt wohl dem Gedanken Ausdruck geben, daß Deutschland vielleicht zu einer Intervention bereit wäre, sobald die österreichischen Truppen in Serbien cin- gezcgen wären. lieber die Absichten der russischen Regierung geben die Zeitungen auch heute noch keinen unzweideutigen Aufschluß. Der „Temps" läßt sich aus Petersburg telegraphieren, daß „die Festigkeit der russischen Regierung absolut ist und daß alle der Situation cnffprcchenden Maßregeln getroffen sind." Dementi. Paris, 29. Juli. Der „Petit Parrsien" veröffentlicht folgende Note: Gestern abend lief das Gerücht, daß die französisch: Ne- gierung beschlossen habe, die Reservistenklassen 1908/1909 bis 1910 unter die Fahnen zu berufen. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß dieses Gerücht unbegründet ist und daß die französische Regierung nicht daran denkt, irgend welche Reservenklafsen unter die Fahnen zu berufen. Spanien und der Kricg. Madrid, 29. Juli. Die Nachrichten von dem definitiven Ausbruch des österrriechisch-scrbischcn Krieges haben an den Börsen pon Madrid und Barzelona eine Panik hervorgc- rufen. In Barzelona war die Erregung so groß, daß sich die Börsianer buchstäblich eine Schlachllieferten. Da der Börsenvorstand nicht einschritt, sah sich der Gouverneur gezwungen, die Börse militärisch zu besetzen, räumen und schließen zu lassen. Die spanische Regierung tut alle?, um die Erregung der Geister zu dämpfen. Der spanische Ministerpräsident erklärte in wiederholten Unterredungen, daß er persönlich nicht an AuSbruch eines allgemeinen europäischen Krieg glaube. Falls ein solcher wider Erwarten doch kommen sollte, so würde er auf Spanien, das die strengste Neutralität bewahren werde, nicht übcrgreifen. Hollands Maßnahmen. Rotterdam, 29. Juli. Die militärischen Dorsichtsmaß- nahmen, die schon am Sonntag angckündigt wurden, sind nun vollständig beendet. Sämtliche wichtigen Eisenbahn- brllcken sind besetzt und die Grenzforts erhielten ihre kriegsmäßige Besatzung. Deutsche und österreichische Gäste verlassen die Seebäder und kehren in ihre Heimat zurück. Der Ministerrat hielt gestern in später Abendstunde eine außerordentliche Beratung ab. Die ersten Kämpfe. Berlin, 29. Juli. Die „Vossische Zeitung" meldet a»S Wien: Die Kämpfe an der Drina, dem boßnisch-serbifchen Grenz- slnß, haben begonnen. Serbische Freiwillige forcieren an mehreren Punkten den Fluß, die österreichischen Grenztruppen erwidern das Feuer. Die Serben haben irrtümlich eine» ihrer eigenen Transport, dampser beschossen. Die Serben haben viele Tote und Verwundete. Im serbischen Teile des früheren Sandschaks Novibazar sind Truppenbewegungen zu erkennen. Die serbischen Truppen haben ihre Posten bis P r i b o i (am Limfluß, wo die alte Grenze Serbiens an Bosnien stößt vorgeschoben, die mit den inontencgrinischen Truppen bei Plewlje Fühlung nehnien. König Nikita übersiedclt mit der montenegrinischen Regierung von Cetinjc »ach Podgoriba. Wien, 28. Juli. Die „Militärische Rundschau" meldet: Die im Raume bei Semcndria versammelt gewesenen serbischen Truppenteile sind in südlicher Richtung im Morawa- Tak, vermutlich gegen Ewilajnak, aimarschiert. Unmittelbar an der Donau stehen nur schwächere Kräfte, darunter Land- stur:,,. Die Truppenansammlungen bei Daljewo und Uzei dauern fort. A» der Drina werden bei Lcschnitz und südlich bei Ba>na-Baschta starke Freiwilligenabteilungen und auch reguläre Truppen gemeldet. Die neuformierte Division von Novibazar ist über Sjenica an dem Lim vormarschiert. In der Gegend von Prjepolje steht eine montenegrinische Brigade mit Gebirgsartillerie. Uebcr weitere Truppenbewegungen Montenegros ist nichts Authentisches bekannt. In Pod- goritza kam ei» höherer serbischer Generalstabsosfizier an: er hotte n»t dem montenegrinischen Kriegsminifter eine Besprechung. Das serbische Armeeoberkonunando ist bereits gebildet. Als Oberbefehlshaber junaurt der Kronprinz- Regent: als sein militärischer Beraler uns Chef des Eenc- ralstabs der Opcrationsarmee wird General Pulnik fungieren. S c in l i n , 28. Juli. Außer der heute erfolgten selbstoer- ständiichen Verhängung des Stand rechts sowie dem Eintreffen vieler Flüchtlinge aus Serbien ist Semlin vor läufig gänzlich ereignislos. Das Städtchen macht den Eindruck wie wohl in der Manövcrzcit: es ist geschäftig ohne Aufregung. Ein Verlassen des Stadtbezirks ist auch zu Wasser ausgeschlossen wegen der starken Truppenbewegungen. Die Brücke »ach Belgrad ist noch unversehrt. Ein Einmarsch der Ocstcrrcicher in die serbische Hauptstadt ist vorerst unwahrscheinlich, aus militärischen und, wie man hier annimmt, auch aus politischen Gründen, Der serbisch« Aufmarsch. Nach Meldungen, die auf Umwegen eingetroffen sind, wird der Aufmarsch der serbischen Armee in Zentralserbien in wenigcn Tage» beendet sein. Eine Entblößung der albanischen __ Seite 2 Grenze durch den Abmarsch der serbischen Truppen nach Norden kann für Serbien bedeirtliche Folgen haben. — Die Mo9t> lisierungsmaßnahmen in Montenegro sind in vollem Gang«. Be: Plwlze haben die montenegrinischen Truppen enge Fühlung mit den Serben. König Nikolaus dürfte mit der Regierung nach Podgoritza Lbcrstedeln. Der Rückzug der Serben. Mailand, 29. Juli. Der „Secolo" empfängt eine Depesche aus Risch und Kragujewatz, wonach cs sich bestätigt, daß die serbischen Truppen einem Einmarsch der Oesterrci- cher in Belgrad nicht den geringsten Widerstand entgegensetze» werden. Beim Herannahen der Ocsterreicher soll sofort die weiße Fahne gehißt werden, lleber die Expedition der Oesterreicher aus Mitrovitza sind die Serben in keiner großen Sorge. Man erklärt, daß der Sandschak eine einzige unan- nehmlare Festung bilde. Die Streitkriste der Gegner. Oesterreich-Ungarn verfügt über 16 Armeekorps die sich in 49 Infanterie- und 10 Kavallerie-Divisionen gliedern und insgesamt über 132 Infanterie-Regimenter, mit 683 Bataillonen, einschließlich der Jäger, über 68 Kavallerie- Regimenter mit 353 Eskadrons, sowie über 65 Feldartill 'rie- Regimcnter mit 316 fahrenden, 24 reitende», 62 Gebirgs- und 28 schwere Haubitzbatterien verfügen, denen sich noch die Festungsartillerie mit 6 Regimentern gleich 24 Batril- lonen mit 92 Kompagnien zugcsellen. An technischen Truppen besitzt die Doppelnronarchie 8 Pionierbataillone mit 32 Kompagnien und 14 Sappeurbataillonen mit 43 Konipag- nien: an Verkehrstruppen ein Eisenbahn-Regiment mit 3 Bataillonen oder 12 Kompagnien, 4 Telegraphenbatailloncn gleich 16 Kompagnien und 16 Korpsabteilungen und endlich eine Luftschifferabteilung, an Trainsornrationen 16 Divisionen mit 115 Eskadrons, an Sanitätsformationen 27 Abteilungen. Die Zahl der Maschinengewehre konnte ich nicht fcststcllen. Uebcr die Stärke der Armee läßt sich mit Vestiurnitheit nichts sagen, da über den genauen Jricdcnsstand Deröfsent- lichungen nicht erfolgen nnd die Daten über Gliederung nnd Stärke im Kriege werden geheim gehalten, immerhin läßt sich die gesamte Friedensstärke auf mehr als 30 000 Offiziere, 380 000 Mann und 79 000 Pferde berechnen, im Kriege ans rund zwei Millionen ohne Landsturm und Ersatzreserve. Was die Disziplin und den Geist des Heeres anbetrifft, so ist bekannt, daß der österreichische Soldat zu den besten der Welt gehört. Die in Bosnien und in der Herzegowina stehenden Truppenteile sollen einen besonders guten Ausbildungsgrab erreicht haben. Uebcr die serbische Kriegsmacht schreibt der militärische Fach-Redakteur der Wiener „Neuen Freien Presse": Die serbische Armee ist nach dem noch in Geltung befindlichen Wehrgesetze in drei Aufgebote nnd den Land- sturnr gegliedert. Das erste Aufgebot umfaßt die Wehrfähigen vom 21. bis einschließlich des 31. Lebensjahres und besitzt im Frredensheere relativ starke Kaders. Das zweite Aufgebot bilden die Wehrfähigen vom 32. bis inklusive 33. Lebensjahre: es sind keine Friedenskaders vorhanden. In das dritte Aufgebot werden die Leute vom 39. bis zum 45. Lebensjahre eingereiht. Die gesamte Dienstzeit beträgt in den drei Aufgeboten 24 Jahre. Die Friedensstärke des Heeres betrug im Jahre 1912 budgetmäßig 2275 Offiziere, 4300 Unteroffiziere und 22 908 Soldaten, in Summa rund 30 000 Mann. Der taffächliche Stand betrug im Winter 1911/12 nach „Löbell" 17000 bis 18000 Mann und erreichte Anfang September 1912 die Höhe von 50 000 bis 60 000 Mann. Im April 1914 loaren die Kaders 53 000 Mann stark. Gegenwärtig stehen infolge Einziehung von Reserven - 120 000 Mann unter Waffen. Die serbische Armee wurde in einen Krieg vermutlich mit mindestens fünf bis sechs Korps zu zwei Truppen- divisionen cintreten. Jede Division zählt vier Regimenter Infanterie, ein Reiter-Regiment zu drei Eskadronen, ein Feldartillerie-Regiment zu nenn Batterien zu vier Geschützen nebst technischen Formationen. Der Gesechtsstand einer Truppendwision wird mit 15 000 Mann beziffert, woraus sich ein Gesamtgefechtsstand der ersten und zweiten Linie, das ist der Feldarmee, von ettva 180 000 bis 200000 Mann ergeben würde. Wie weit die Formierung der fünf neuen Divisionen fortgeschritten ist, entzieht sich noch der Kenntnis. Gebers,chl. — Aus der Zeche „Andols von Hansemann" hat sich in der vorletzte» Nacht infolge Bruches eines Bianddammes «ine Explosion-schlagender Wetter ereignet. Rach amtlichen Mtt- teitungc» sind bisher sieben Tote geborgen, sieben weiter Bergleute sind noch gefährdet. Man weiß noch nicht, ob es möglich sei» wird, sie zu retten. — Aus Anlaß der drohenden Kriegsgefahr macht sich in den Seebädern und Sammersrischeu eine Flucht der Badegäste bemerkbar. Bo» Sylt reisten gestern 1909 Badegäste ab. Verschiedene Schisse sind angewiesen worden, bei der geringsten Verschärfung der Lage sosort aus den rnssischen Häsen zu dampfen. — Gestern streikten den amtlichen Angabe» zufolge in Rußland noch 79 090 Arbeiter, die wirkliche Zahl ist erheblich größer. Die Beendigung des Ausstandes ist unabhängig von der internaiionalen Spannung. Daß die Arbeiter patriotisch« Kundgebungen veranstaltet hatten, ist glatt crsunden. — Aeußerft ungünstige Nachrichten liegen heute srüh über die Kämpje in Marokko vor. Danach soll die Kolonne Gouraudi dt- an, 2.7. Juli den Vormarsch den Klanenflutz entlang begonnen Halle, am 2«. Juli aus eine groß« Anzahl Aufständischer aus dem Stamme der Rlata gestoßen sein. Es kam zu Seite 8. M. 175 _ einem heftigen Kampfe, wobei die Franzose» Sy Tot« a»f de« Platze ließen. 88 wurden verwundet. Nähere Einzelheiten über den Kampf fehlen »och. — Nachrichten aus Ottawa -ufolge stad der Herzog »on Conuauzht, der Onkel des Königs von England, und fein Begleiter, mit knapper Not dem Tode der Ertrinkens entgangen. Der Herzog nahm mit einem Motorboot an einer Bootsfahrt tn Kenora teil, als das Boot auf einen schwimmende» Baumstamm aufsuhr und zu finken begann. Andere Boote eilten herbei und konnten de» Herzog und sein Gefolge noch rechtzeitig an Bord nehmen. Im nächsten Augenblick verschwand das Boot in den Wellen. — Nach Berichte», die sich bestätigen, kam es im östlichen Tibet, wo etwa 1000 chinesische Soldaten die Grenze besetzt hatten, zu vereinzelten Gefechten zwischen Chinesen und Tibetaner. Tagesirbrrslcht. Lr.itlcheo Reich. :: Die Lchankgcwerbenovelle. Unter den vom Reichstage nicht erledigten Vorlagen befindet sich bekanntlich auch der Gesetzentwurf, der eine Reihe »on Bestimmungen der Gewerbe, ordnung über das Gastwirtschastsgeweibc abändcrn soll. Es ist nun behauptet worden, dost die Regierung nicht bcabfichtige, den Entwurj von neuem cinzubrtngen. Bon kundiger Seite wird demgegenüber erklärt, dast diese Annahme unzutreffend sei. Bisher wenigstens sei on keiner mastgebenden Stelle von einer solche» Abstcht der Rcichsrcgierung irgend etwas bekannt. :: Landarbeiter in de» Londwirtschastskammern. Di« Land- u-irffchastskammcrn haben nach dem Gesetz bi« Interessen des gesamten landwirtsachstlühen Bcrufsstandes, einschliestiich der Arbeitnehmer, zu vertreten. Um dem auch äußerlich mehr Ausdruck zu geben, haben die Landwrrtfirchstslammcrn in den letzten Jahren wiederholt in gemeinsamen Beschlüßen empfohlen, Arbeitnehmer in die in Frage lammenden Organ« der Kammern mit aufzunchmen. Der Ausschuß für Arbciterwe- sen ier Landwirtschastslainnrer für die Provinz Pommer» hat demcntjpreck>end drei Vertreter der Arbeitnehmer zu vollberechtigten Mitgliedern des Ausschusses hinzugewähli, und zwar eine» W>rtsehaff:zr»rrhalr.r. eine» Borarbriter u. eine» Ober- hhweizer. Fraukeeich. :: Frau Caillauz sreigespevche». Nach wochenlangen Verhandlungen ist gestern der Prozeß gegen Madame Earllnox, die Gattin des einstigen französischen Ministerpräsidenten, zu Ende gegangen. Madam« Carllauk hatte den Ehesiedakteur des „Figaro", Herrn Patmette, meuchlerisch erschossen, weil dieser ihren Mann in seinem Blatte angegrifse» hatte. Wir hatten absichtlich nichts über diesen Prozeß gebracht, weil wir keine» Grund hatte», den Schmutz auszudecken, der in seinem Verlaus zutage kam und der bewiesen hat, welche Fortschritte di« Eorruption bi» in die höchsten Regierungskrrise gemacht hat. Nach französischer Sitte, die übrigen» allmählich auch nach Deutschland üdcrzugreiscn droht, wurde die Meuchelruürberi» sreigest rochen. Ihr Verteidiger war der helüchtigt« Labvri, einer der widerlichsten Erscheinungen des öfsentluhen Leben» Frankreichs. Der alte Juchs zog in seiner Verteidigungsrede auch di« gegenwärtige Lage ein. Er sagte u. a.: „Genug der nneren Streitigkeiten, genug de» Zwiste», mögen wir alle diesen Saal verlassen. Hand in Hand und einig in diesem schick- l-lsjchwere» Moment, da seindliche Mächte uns bedrohen". — Ein« nette Logik: Zur Einigkeit zu ermahnen, damit man ungestraft werden lan»! England :: Die schwierige Lage der Regierung. Di« gestern abend staitgefunüene Debatte über dir irische Frage im Nn- terhaujc rief denselben Eindruck hervor, wie die erste Debatte zu Beginn der üonferenzen, nämlich den, daß die Regierung in eine außerordentlich schwierige Lage gebracht worden ist. Die konservativen Blatter behaupten heute früh einstimmig, daß die Nationalisten von dem Rimsterprüjrdenten kategorisch verlangt hätten, daß er die Novelle zur Homernlebill zurnitziehe, und aus diesem Grunde hatte Mr. Asquith die Mitteilung gemacht, daß die für heute angekündigte zweite Lesung der Novelle nicht vorgcnomniea werden soll. Das Schicksal der Vorlage ist jetzt vollständig unsicher, und es ist gar nicht unmöglich, daß die Nationalisten von dem Sftiti- ftcrimn verlangt haben, daß keinerlei Zugeständnisse gemacht werden und daß die alte Homerrrlebrll in ihrer ursprünz- ttchen Form setzt sofort zum Gesetz erhoben werden soll. Das Kabinett befindet sich jetzt in einer noch schwierigeren und delikateren Lage, als zur Zeit der Vorgänge von Curragh, und es ist absolut nicht abzuschen, wie sich die Lage entwickeln wird. In Dublin und andere» Teilen von Irland ist gestenr olles ruhig gewesen. Ans der Heimat. * Fncdberg, 29. Juli. Die Wahlen zum Vorstand der Oitsttantcnkajje Frredberg waren in der eisten Sitzung ergebnislos verlausen, da sich die beiden Ausschüße der Arbeitgeber und Arbeitnehmer uicht über die Vorsitzenden einigen konnten, OK»: gesetzlich vorgesehen ist. In der vorgestrigen Sitzung wurde diese Einigung erzielt. Gewählt wurde zum Borsitzenden Belg. Damm-Friedberg mit IS Stimmen (1 Zettel weiß), zum zweiten Vorsitzenden Michel-Friedberg mit 12 Stimmen szwei Zette! werßs. zum Schriftführer Beig. Herget-Vilbel mit 12 Stimme» <2 Zettel wertzs und zum Vertreter beim Gericht Morjchcl-Frieddorg mit 18 Stimmen (1 Zettel weißs. • Friedberg, 29. Juli. Zur Verhandlung standen am Schöffengericht gestern folgende Anklogepunkte: 1) Die Privatklage zwischen einem Schlosser und einem 19jährigen Fräueliir in Rodhciiu endete durch Vergleich. Dir Angeklagte trägt olle Kosten und zahlt z» Gunsten des „Rotw, KriuzeS" einen Betrag von 29 A. 2) Ein Maurermeister von Erbstodt klagte gegen die Ebeficur eine» Gastwirtes m Bdilstadt wegen Beleidigung: es kam em Vergleich znstzind,, wonach die Angeklagte alle Kosten trägt und zu Giinston des 9Uae Tageszeunng. «ittwoch den 29. Snli 191« Turnvereins in Erbjtodt ein« Buße von 10 A zahlt: außer- dem soll der Vergleich einmal in der „Reuen Tageszeitung" aus Kosten der Angeklagten bekannt gemacht werden. 3) Eine Schneiderin von Hcldenbergen erhielt wegen Beleidigung eines dortigen Landwirts eine Geldstrafe von 15 A. 4) Die tzhesrou eines Dienstkncchtes von Melbach erhielt wegen Beleidigung einer dortigen Witwe 5 A Geldstrafe. 5) In der Privatkloge zwischen einem Mischhändler und der Ehefrau eines Spenglers von Heldenbcrgen wegen Beleidigung erhielt letztere 12 A Geldstrafe. G) Die Privat!läge zwischen zwei Fabrikarbeitern von Burg-Gräfenrod« wurde vergleichsweise erledigt. Einige weitere Sachen ivurdeit auSgesctzt. * Friedberg, 29. Juli. Die gestrige Etadtverordneten- sthung nahm jolgenden Verlauf: Die Baugcsuchc der Firma Gebrüder Ulrich Warenhaus am Bahnhof, Gustav Schwarz & Sohne für fünf Einfamilienhäuser in der Langgasse, des Christian Jockel, Vorbau, des Karl Müller llsagasse, Anbrin- gung einer Schiebetürc, des Wilhelm Kluh Klausenstr -ßc Neubarr, der Firma Trapp & Münch wegen Fenstervcrände- rung werden genehmigt. Ebenfalls wird die Versetzung der Verkaufsbude des Wilhelm Muth auf das Bahngclände genehmigt, dem Wirt Ellermcier werden Luftschächte gcwh- »iigt, dagegen ein Schacht pon 1 Meter Breite abgclehut. Ein für das Gaswerk zu beschasscndcr Ösen wird dem Tonwerk Biebrich für 2200 A übertragen. An dem neuen Güterbahnhof soll eine städtische Wage errichtet werden, und dafür 1600 A bewilligt. Den Platz zur Aufstellung soll die Baukommission Vorschlägen. Die Aenderung der Gosse in der Hospitalgaffc soll der Antragslcllerin, der Drauerci Stom- häußer genehmigt werden, wenn sie die Kosten tragt. Tic schadhaften Stellen des Pflasters auf der Kaiserstraße solle» ausgcbesscrt werden, eine Umpflastcrung kan» erst »ach Beendigung der Kanalarbciten erfolgen. Das Dekorationsmaterial soll durch Anschaffung von Fahnen ergänzt werden. Genehmigt wird das Anbringcn von Schildern gegen eine Anerkennungsgebübr von drei Mark der K. Jäger Ww-, Usa- gasse, Geßlnvister Süßkind, Kaiserstratze und Frau Siedenburg. Kaiscrstraße. Eiue Fernsprechleitnng der Babiwer- waltrmg nach den Bahnmeifterwohnungcn wurde gegen eine Anerkennungsgcbühr von 1 A genehmigt. Zur Schuldentilgung der früheren Stadtkapclle werden 200 A bewilligt. Der Militärmusikschllle werden 500 A bewilligt, dafür find 10 öffentliche Konzerte zu killten. Der Leitung der Gemälde- ausstellung werden 25 A Zuschuß bewilligt. Da der seit- lierige Ortsgerichisvorsteher und Standesbeamter iw Stadtteil Fauerbach sein Amt nicdergelegt hat, beantragt das Anrtsgericht Friedberg Bercinigung des Ortsgerichts und Standesamt Fauerbach mit demjenigen in Friedberg. Be- schlußfaffung hierüber wird auSgesetzt, dagegen eine Erhöhung des städtischen Zuschusses obgclehrrt. Die Stadt soll bei der dcinnächstigen Landtagslvahs in drei Wahlbezirke «lageteil» werden. Das Gesuch des Stemm- und Ringklubs um Nachlaß der Deleuchtungskosien muß aus prinzipiellen Gründen abgelebnt werden. Es sollen von der Landeshtzpothekeubank 500000 A zu 4,4 Prozent Zinsen und nach 10 Jahren zu 4,15 Prozent Zinsen mit ein halb Prozent Tilgung and drei Prozent Gtldbeschossmrgskostcn ausgenommen werden. Der Vertrag mit Freiherrn v. Frankcnstcin wegen Geländccr- werb zum Exerzier- und Schießplatz ist genehmigt. Zum Gehilfen bei der Stadtkaffe wird L. Schäfer zur Zeir in Worms angerumunen. Hierauf erfolgt geheime Sitzung. * Gießen, 29. Juli. Gestern stand vor der Straskanmrcr die Berufuilgssachc des MüblenbesitzerS Koch zu Affeubcim zur Verhandlung. Wir hatten f. Z. den Fall in unserer Zeitung ausführlich behandelt. Koch lvtir bekanntlich wegen fortgesetzter Verfälschung von Kleie durch Zusatz von Futter- kalk von dem Schöffengericht zu Friedberg zu 3000 A Geldstrafe verurteilt worden. Der Prozeß und das Urteil hatten in der ganzen Wetterau bas größte Aussehen erregt. Die Straskauimrr zu Gießen kai» zu einer wesentlich schärferen Verurteilung: sie verurteilte den Angeklagten zu 4 Wo,beu Gefängnis, 9000 A Geldstrafe nnd zur Tragung sämtlicher Kosten. *Dic Aussagen einiger Zeugen und des einen Sachverständigen, MühlenbesitzcrS Tofflein Gernsheim fielen schwcrbclastend in s Gcwichi. L»essc» Raff»». * Wiesbaden, 29. Juli. Der Kutscher Oskar Ankeffen, zuletzt in Mainz, hatte gclegeirtlich einer Feier in Soffenheim am 13. Ottober v. I. Kellncrdienstc orrrichtet. Seinem Arbeitgeber rüitte er kurz vor Toresschluß mit de» einkassicrtcn 22 Mark ab. Wegen dieser Untreu: nahm ihn die Strafkammer in 1 Monat 2 Wochen Gefängnis. * Wiesbaden, 29. Juli. Der 2» Jahre alte Schlosser Ioh. Weilbrcnner war am 23 Juni verhaftet wdrden unter dein Verdacht, an einem Miichhäuschen in Höchst ». M. einen Einbruch veffucht zu haben. Schon wollte man seine Entlassung aus der Polizei veranlassen, als man ein« Leibesvisitation noch einmal vornahm. Dabei fand man ein schweres Taschenmesser, au deficu einer Klinge die Sprtze abgebrochen war. Eine nochinals an dem Milchhäuschen vorgenommene Bestch tigung förderte denn auch die Spitz.- des Messers zutage, die beim Avfbrechrn einer Füllung abgebrochen und stecken geblieben war. Rvn war sür die Polizei die Täterschaft Weil brenncrs gegeben. Auch dt« Wiesbadener Skraskammer nahm diost trotz des Leugnens des Angeklagten an und erkannte auf 3 Monate Gesäugnis. * Limburg «. ». L„ 29. Juli. Zum Leiter der am 1. Oktbr. hier zu eröffnenden landwirtschaftlichen Winterschule wurde non der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden, Landwirtschaft »lehr er Sutte in Fulda berufen. Starkcnbnrg. ... .. / * Tarmfiadt. 28. J>cki. Bei dem alljährlich üblichen, ictzt wieder stattgebeblen Preiskchreßeu der Utiteroffiziere der G. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 115 waren auch wieder eine Anzahl früherer Unteroffiziere der Kompagnie, die meist in Beamtenstellungen find, eingeladen und wurden bei scharfer Konkurrenz die drei ersten hübschen Preise von diesen teilweise nicht mehr jungen Regimentskameraden gewonnen. * Darmstadt. 28. Juli. Heimlich entfernt hat sich seit 19. Jul, aus ihrer Dienststelle die 22 Jahre alte Marie Bruckei aus Tiefenbaib, Bezirksamt Hilpoltstein, geboren. Sic hat mittlere Gestalt, duukelbloudes Haar, trug grau- karricrten Rock, weiße Wollbluse mit Stickerei, sckgvarz.n Strohhut mit Gäustblüincheu uud schwarze Schleife, schwarze Schnürstiefel und braune Lederhandschuhe. Man vermutet, daß sic sich ein Leid angetan hat. Bis jetzt hat man keinen Anhaltspunkt über ihren Verbleib. * Hosheim i. Ried, 28. Juli. Hier hatte der 22 Jab-e alte in den WormsL Tonwcrkcn beschästigtc Arbeiter Vet.-r Strack dieser Tage einen Acker verkauft und dafür den 2\’- trag von 600 A eingenommen. In seiner Freude 'ud er seinen gleichalttigcn Freund Johann Fahr, der mit ihm !,» gleichen Betriebe arbeitet, ein, noch am Abend nach Worms zu fahren. Dort wurde fiöhlich gezecht und da cs spät wurde, mit dem Automobil nach Hause gesahren. Hier war die W:> - nung des Fahr schon geschlossen und schlief er aus Einladung des Strack bei diesem. Am anderen Morgen wollte beide mit der Arbeit wieder beginnen. Als Strack aber sich etwas zuni Frühstück kaufen wollte, fand er zu seinem Schrecken, daß 300 Mark an seinem Gelbe fehlten. Fabr war indessen nicht zur Arbeit gegangen und als man ihn in Hosheim fand, gestand er rin, den Bettag von 100 A entwendet zu haben, er hatte aber nur noch 5,50 A in seinem Besitz »nd de» Rest ver-.us- gabt. Er bestreitet, die übrigen 200 A ebenfalls zu besitzen und werden bierübcr noch weitere Ermittelungen nngest'llt, * Höchst i. D., 28. Juki. In den Tälern de? Odenlvaldes ist mit dem Kornschuitt begonnen worden. Die Ernte fällt nach Güte und Menge recht gilt aits. Dasselbe gilt auch vom Strohertrage. Gestern haben bie Erntcfericu begonnen. Aus Rhrinheffc». * Mainz, 28. Juli. Bei den in den Remonteschuppei auf dem Kleinen Sande untergcbrachten Pscrden des Dr.igo ncr-Regiments Nr. 6 ereignete sich ein bedai,erliche» U»- glücksfall. Der Dragoner Faust aus Viermünden, Kreis Frankenbcrg, wurde beim Longieren von einer Remonte, die plötzlich scheute, geschleift und durch mehrere Huffchläge lebensgefährlich verletzt. Faust ist in der gestrigen Nacht im Lazarett den Verletzungen erlegen. * Vom Rhein, 29. Juli. Der an dem Ba» der Anschluß strecke Armsheim-Kempteu und der neuen firatcgtsen Brücke Rüdeshenir Bingen aurgebrochene Ausstund ist fetzt beendet, nachdem die aussührcnde Firma Grün u. Bilfinger die Forderungen der Arbeiter teilweise bewilligt hat. Die etwa (>00 von dem Streit betroffenen Arbeiter haben bie Arbeit wieder ausgenommen. Neueste und Dralftnachrichleu. Rußland wartet weiter ab. Paris, 29. Juli. Gegen Mitternacht verbreitete sich tn hiesigen politischen Kreisen wie ein Lauffeuer folgende oi,S privater Quelle stammende Meldung aus Petersburg. In einer Unterhaltung mit dem österreichisch-ungarischen Botschafter in Petersburg hat der russische Minister des Auswärtigen Ssasanow deutlich zu vcrsteheu gegeben, daß die eus- fische Regieruug nicht daran denke, die Besetzung wcitercr serbischer Gebietsteile durch Oesterreich als casus belli für Rußtaud zu betrachten. Im Falle eines weiseren Vordrin- gcns der Oesterreichcr in »ordserbischeS Gebiet wird Rußland zunächst eine abwartende Haltung einnehmen. Diese bcdcit- tnugsvollc Nachricht ist heute von der russischen Botschaft in Paris bestätigt worden. Immerhin wurde sie so spät bekannt, daß sie vo«, den Blättern uicht »nehr gebracht werden konnte. Kriefkastei». Rodhcim ». d. H. Warum anonym. Ohne Namens,ie»- nv-rg veröffenUichen wir grundsätzlich nichts. Spielplan des Großh. Kurthcaters Lao-Rauheim. Freitag, den tzl Juli statt „Wie «i»st im Mai": Gastspiel des Kgl. Hofopernjängers „Eduard Lichtenste!,," vom König!. Hofth.-atcr in Wiesbaden. „Del Bettelst»,dent", Operetle i„ 3 Akten von Karl Millöcker. Sommerserien sind in unserer arbeitssamen Zeit eine Notwendigkeit geworden. Wer es sich irgend leisten kann, r erbringt fern von de« Auflegungen und fern von den Geschäfte» irgendwo im Gebirge oder an der See ein paar glückliche Wo chcn de? Nichtstuns >,nd der Ruhe .In den Ferien pflegt sich auch der, der sonst im Drang der Geschäfte keine Zeit dazu hat, der Lettüre zu erinnern. Es sei bei dieser Gelegenheit aus den Guckkasten aiiffnerlsam gemacht, der zur Fericnlekiüre in ganz besonderer Weise geeignet ist, weil er nichts Verletzendes und nichts Aufregendes bringt. Die Zeitschrist, von der allwöchentlich eine prächtig ausgestattete Nummer erscheint, kostet i« Vierteljahr Mk. 3,— ohne Porto und ist bei den Buchhandlungen, towie bei der Post, eventl. auch beim Verlag tn München, Prrulajlraße 3, zu beziehen. Frnnkfveter Wett»bericht. Voraussage: Wollig, meist ttockcn, keiue Tempcraturver- äaderung. nordwestlich« bi» nördliche Wind«. y Veranstvortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Terl." Bernhard Lenz, Friedberg; für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck imd Verlag der „Neuen Tages- «ertung", A.-T-. Friedberg i. L- Nr. 175 Wut Tageszeitung. Mittwoch, den 29. Juli 1914. Seite 4. Milt Landwirte «WUM.IMWI. CeschciftssteUc Aranffurt a. M., Moselstratze 6a. Telefon-Nummer 9208 Amt l» fii-ärostunden: Montag nachm, von 5—7. — Dienstag nachm, von L— 7 . — Donnerstaa nachm, von 5—7. — Freitag nachm, von 5—7 Uh 3« verkaufen. S'djönr Ferkel 9 Ä" Jakob Kchaar, Ssttzbach i. E. «"""Wallach wegen Ausgabe des Fuhrwerks preiswett b. Ioh. Hch. Launhardt, Anspach i. T., Hauchstrahe. Eine Partie lerkel bei Müller, Förvenstof. $» schöne Ferkel bei Friede. Anoelstein üsrtriiDriL Wegen Aufgabe des Fuhrwerks ein 6 Jahre altes braunes Pferd lWallach). dasselbe ist treu und ohne Fehler. Zoh. Hch. Laun- hardt. Anspach i. T. Partie sehr frtjönc Ferkel bei Konrad Schuch. Dortelweil. Zwei prima Norddeutsche Ivage« ».Arbeitspferde 7- unv 4%-jährig. Farbe braun b. Eg. Christian, Unterlieberbach. Friedberg. Spiel-Plan vom Donnerstag, den 30. Juli bis einschl. Sonntag, 2. August. pö9 klrinftf Auto in der gräsUtn StüM Naturausnahme. Fohlen von gekörten gl Eltem abstammend, hellbraun, ohne Abzeichen bet Heinrich Christian Fauerbach, Büdesheim sOberhessen.) per Alte tioin Krrge Komödie linkolns rrke Drama liebe Grntctiidicr in allen Größen, Fruchtsacke. Gommerjopcii, Drellhosen, BllMnskii, Anzüge empfehlen zu ertra billigen Preisen Netscher & Hauck Friedberg, Engelsgasse 10. Arbeits-Pferdenmrkt frais kliert a. !!.: >1. All^llKt. I Frankfurter Pferde-Lotterie 14. Oktober | Iriiiin Saaterbsen a»es Desinfektor, Friedberg >. H., Mainzertorweg 5 Bestellung durch Postkarte genügt. 1 Waggoniadung Garten- Möbel ist eingetroffen 100 Sessel, 1000 Stühle, solide, kräftige Qualität, werden, solange Vorrat reicht, zu Hk. 2.20 per Stück verkauft. Empfehle ferner Tische, Bänke, Schemel, Hocker in allen Ausführungen zu billigsten Preisen. G.M.Reuss Friedberg, Alte Post. 4°/. Reichsanleihe 98.50°/. 3'/.°/. 84.70 3»/, ., 72.80 3%% Prellst. Consols 84.70 3°/. „ „ 73.20 4% besten 97.20 37.% „ 83.50 3°/, „ 70.- 1%,% Griechen o. 1890 — 17«% Monopol-Eriech. —.— 4%% „ Silbenente —.— 4% Oefterr. Eoldrente 78.75 3 „ Portugiesen Serie I 62.25 3 „ „ „I 65.50 47.% Rüsten v. 1905 90.— 47..... 1902 83.- 4% Aüminsstr. Türken 75.90 47« Türken von 1903 80.— Tllrkenlase M. 143.— 47» Ungar. Ealbrente 75.10 4 „ Kronenrente 73.50 3>/,7»Buen.-Air.Pr.Anl. 58.50 47,7» Chinesen 87.75 47.7» Japaner — .— I 37» Silber-Mexikaner 46.50 47,7» Mex. Irrig. Anl. 62.- Berliner Handels Ant. 140._ Darmstädl. Bank „ 109.— Deutsche Bank „ 224.— Deutsch-Asiatisch Bank 118.— Berliner Türlenlase M. 142.25 Baltimore u. Ohio Akt. 75.12 Canada Pacific Alt. 172.75 Prince Henri E. B. Alt. 123.50 Schantung E. B. Akt. 111.75 Berliner Handels Ant. 142.75 Deutsche Bank Akt. 224.— Disk. Kommandit Ant. 175.28 Dresdener Bank Alt. 142.25 Pet.Int.HandeIsb.Akt. 156.50 Rust.Bant s. a.Hand.A. —.— Allg.Etek.Eesellsch.Att. 219.- Diskonlo Komm. Ant. 175.257, Dresdener Ban! Akt. 141.50 . Mitteid. Eredilb. Akt. 112.75 Oest. Creditanst. AN. 177.75 " BochumerEuststahI 202.75 „ Buderus E.-W. Akt. —.— Deutsch Luxemburg 105.75 Eschweiter Bergw. 212.50 „ Eetsenttrch. Bergw. 166.87 „ Harpener Bergbau 159.50 , Phönix Bergbau 213.— , Laurahütte 127.— „ Griesheim Elektron 229.— „ Höchst. Farbwerke 418.75 „ Holzvertohlungs-Jnd. 250.— „ Rütgerswerke 186.— Ehern. Fabr. Albert —.— ’ Allg. Etettr. Ges. AU. 219.75 Deutsch-Uebersee E. E. 149.— Schuck. Eleklr. Ges. Akt. 121.— „ Siemens u. Halske 201.— „ Cteaua Romana 135.— _ Zellstoff Waldhof 155.50 „ Hambg. Ami. Pakekf. 109.75 „ Nordd. Lloyd 95.25 , Oefterr. Staatsbahn 129.50 „ Lombarden 13.75 Baltimore u. Ohio Akt. 7 6.25 „ Pttvatdrrkont —, Tendenz: schwach. Börse. Deutsch-Luxemb.B.Akt. 105.50 . Dtsch-Übersee E.E.Att. 152.12 EelsentirchenBgw.Att. 165.50 „ Harpener Bergbau Akt. 158.— „ Hohenlohewerke Akt. 89.50 Laurahütte Akt. 127.— Oberschlester E. Alt. 69.75 „ Phönix Bergbau Att. 214__ Äonsbacher Hütte Att. 125.— „ Siemens u. Halske Att. 195>2>5 „ Atchifon Topeka Doll. Southern Pacific „ Chicago Rock Jsl. „ Mist^ans.u.Tex.R. Union Pacific „ U.S.Steei Common,, Londoner Börse. Pnoatdislont Tendenz: schwach. 4.- , 86.75 73.75 0.87 10.75 155.50 59.— Die Amaigamat. Lapp. Doll. Chartered Company Lstt. Easttand Propnetary „ Eoldfields „ Rand Mines „ De Beeis Consolid. „ 06.— 0.72 1.75 2 — 5.82 15.50 Depofttendafle Friedberg i. H. empfiehl! sich zur Vermittlung aller bankmässigen Geschäfte. An- und Verkauf von Wettpapieren an allen Börsen. Errichtung laufender Rechnungen und prooisionsfreier Echeck-Conti. Umwechslung von Coupons und Sattem Annahme von offenen und verschlostenen Depots. Entgegennahme verzinslicher Spar-Einlagen. Neue Ringoseiißtnie werden abgegeben zum billigsten Tagespreise. ßlugoseusikgelt! }. §. gafmnuu, am Chausseehaus. 8 eiegklihcitöklNls. Zwei neue Kartoffelroder neuestes Fabrikat find umständehalber zu Fabrikpreisen abzugeben. Cefl. Ansragen erbitte unter Nr. 2006 an den Berlag der Neuen Tageszeitung. Spielplan des Erosth. Kuttheaters Bad-Nauheim. Mittwoch, den 29. Juli 1914. „Die Schmetterlings, schlacht". Komödie in 4 Akten von Hermann Sudermann. Freitag, den 31. Juli 1914. Neuheit! „Wie ernst im Mai." Neuheitl Posse mit Gesang in 4 Bildern von Ber- nauer und Schanzcr. Musik von Kollo und Bredschnerder. Samstag, den 1. August 1914. (Homburg v. d. H-, Kurtheater.) Unbestimmt. Sonntag, den 2. August 1914. Neuheit I „Die heitere Residenz." Neuheit! Komödie in 3 Akten von Georg Engel. Wir machen unsere verehrlichen Leser darauf aufmerksam, das; wir mehrfachem Wunsche gemäß, Schilder mit der Aufschrift: Unbefugten ist das Bctrctcn der Stallungen strengstens untersagt! angefertigt haben. DaS einzelne Schild ist zum Preise von 25 Pfennig in unserer Expedition erhältlich. „Neue Tageszeitung" A. G. Eine Grube Mist sofott abzugeben Isenburger & Co. Pferdehandlung. Friedberg i. 5>. tzanauerstr. Eber 3 schöne 6 Monate alt (Edelschwein) nack- weislich bester Abstammung, av- zugeben. Nonnenhof bti Jtbenftadl. Für Iresthmaslhiilenbeßtzer. Maschine mit Selbstbinderpresse und Spreubläser nach Dortelweil gesucht. 8 Tage Arbeit. Schrtstl. Offerten mit Preis an die Exped. der N. Tgsztg. Mehrere gebrauchte GsslllWtlt mit Rohr billigst zu verkaufen. Neue Tageszeitung Druckerei u. Verlag A. E. Friedberg i. H. Impfung 1914. Die diesjährige Impfung soll am Mittwoch, den 28. Juli, Mittwoch, den 5. August, Mittwoch, den 12. August, Nachmittags 5 Uhr in der Muster« schule zu Friedberg vorgenommen werden. Die Nachschau findet jeweilig eine Woche später statt. Es können zur unentgeltlichen Inipsung gebracht werden: I.) alle im Jahre 1913 geborenen Kinder. 2. ) die in den ersten Monaten dieses Jahres geborenen Kinder, 3. ) besonders auch alle von auswärts zugezogenen, noch nicht geimpften Kinder und die aus früheren Jahren Rückständigen. Aus Familien mtt ansteckenden Krankheiten dürfen Kinder nicht gebracht werden. Friedberg, den 24. Juli 1914, Der Bürgermeister Stahl. Miiijer Wstthmii! (wolfsgrau) Rüde, ’ , Jahr oll zu verkaufen bei Karl Friedrich Scherer, Nieder-Florlladt. SBHB— B— ; Ein gutes für alle landwitt- fschastlichen Arbeiten geeignetes lejähriges d-lertt billig zu verlausen b. Urter Andreas VZrotz, Ilbenstadt. Beilage zur „Neuen Tageszeitung". 175 1 _ Mittwoch, den 29. Juli 1914. _ I 7. Jahrgang Gedenktage. oiili. 1855 Sr. D. Basserman», Politiker, t. — 1856 R. Schumann, Komponist, t- — 1895 Christenmorde tn China. — 1665 Simon Dach geh. Am iHobilmüdiutigeloiintflfl iu Wien. Von Paul Schweder. Mit militärischer Pünktlichkeit läuft der Berliner Schnellzug im Wiener Nordbahnhof ein. Kein Zweifel. hm » ist heute weit entfernt von den Tagen, da die passiv« Resistenz der Eisenbahner dem österreichischen Staats schwere Sorgen bereitete. Alles ist vielmehr einig in treuester Pflichterfüllung von den, aus Anlaß des Mobilmachuugs- ages mit Schisshut und Galadegen amtierenden Bahnhoss- >orstand bi» herab zum letzten Wagenputzer. Draußen ric- ,elt ein seiner, aber durchdringender Landregen hernieder und verdirbt den Wiener» die Sreude am Mobiluiachungs- scnntag, Cie haben gestern Abend voller Begeisterung den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Serbien gefeiert und schauen nun etwas verdutzt und ernüchtert zu den grauen Wolkenmassen empor, ans denen es immer stärker hervoc- guillt, bis schließlich um die Mittagsstunde ganz Wien eine einzige große Negenpsitze bildet. Schade, ich hatte den Wienern und mir einen echten rechten Sonnentag gewünscht. Aber vielleicht ist es auch so ganz gut. Ist doch nach dem gestrigen Freudenrausch heute die innere Einkehr erwünscht und vonnöten, lind ruhig, still und ernst spielt sich in den ersten Morgenstunden das Leben in der ehrwürdigen Kaiscr» stadt ab. Die Morgenzeitungcn haben auf den Ernst der Silnaiion nochmals eindringlich hingewiesen und von dem ,. Sra rtjal »läge" Oesterreich» gesprochen, der heute augc- brachen ist. Mein erster Weg führt mich zum Ostbahnbof, wo die Züge nach Budapest und Belgrad abgehen. Denn hier mnß ,a da» militärische Wien Abschied nehmen, lind richtig: Aulo aus Auto, Siaker auf Fiaker, rollt heran, Offiziere aller Grade und Chargen entsteigen den Wagen, die alsbald von anderen Osjiziereu wieder mit Beschlag belegt werden, in» die für die erste Division bestimmten Kameraden abzu- ii.sten. Cs scheint, als seien die Böhmen dazu ausersehen, die Avantgarde gegen Serbien zu bilden. Aber es ist eitel, >:r. über die beabsichtigten Truppenbewegungen den Kopf zu zerbrechen, da man doch nur auf Vermutungen angewiesen ist und die sehr liebenswürdigen und auch auskunftsbereiten Milstärs selbst vorläufig noch im Dimkeln tappen. Denn osfiziell ist ja der Krieg überhaupt noch nicht ausg.-brohen und erst die nächsten Tage werde» einige Klarheit bringen. zurück in» Stadtinncre. Eben beginnt die große Glocke des „alten Steffel" zur Neunuhr-Audacht zu rufen. Das weile iui trüben Zwielicht des regcfeuchtcn Morgens liegende wotteohans ist dicht gefüllt. Am Hochaltar, dessen goldener Aufbau in, (Stanze unzähliger Lichter funkelt und gleißt, singe» die bellen Stimmen der Geistliche», steigt der Weihrauch euipor und klingelt leise von Zeit zu Zeit das Glöcklcin der Ministranten. Daun braust der Orgel tiefer sone er Ton durch die alte,»grauen Mauern und andächtig sinkt alles ■ \ die Knie. Tiesinniger und slehentlicl>er ist vielleicht seit .Ta-.c-u. da die Türken vor Wien standen, nicht mehr im Stephansdome gebetet worden. Ueberall in den Winkeln und Nischen, im Schutz« der tiefen Dämmerung liegen, in inbrünstiges Gebet versunken, elegant aber unauffällig gekleidete Danren, deren Gasten vielleicht in diesem Augenblick schon Senrlin. dem österreichisch-ungarische« Waffenplatze am Donauuser gegenüber Belgrad zu eilen. Und kein Lichtstrahl bricht sich durch dt« wunderschöne« bunten Ktrchenfenstcr Bahn. Dunktzl und ungewiß' lastet i» diesem Augenblick dos Schicksal über all den Andächtigen, sowie über dem ganzen großen Kaiserstaat. Etwas lebhafter geht es in den Tafähäusern her. Man ist es ja gewohnt, daß die Münchener schon um 7 Uhr früh bei der ersten Maß und die Wieuer säst um die gleiche Zeit im Caff'haus zu finden sind. Aber heute muß man einfach da sein, denn wo könnte man sonst wohl noch mit gleicher Behaglichkeit und Breite die Tagesereignisse erörtern. Und eS gibt halt gar so viel Neues auf einmal. Da hat man den serbischen Generalstabschcf in Kelcnsold festgenommen. Wir hotten die Möglichkeit schon gestern im Zuge inS Auge gefaßt, nachdem eine Zeitberechnung ergab, daß Herr Putnik bis 6 Uhr abends unmöglich die Landesgrenze überschritten haben konnte. Aber daß er solche Späne niachen und der Detektiv ihn mit der Festnabnremeldung so brutal ins Gesicht springen würde, daß man den mit Recht erregten Mann niederboren mußte, das hatte niemand erwartet »nd das machte heute auch in Wien keinen angenchnien Eindruck. Um so bcftiebigter war man, als es hieß, daß der serbische Generalstabschef schließlich unter Entschuldigungen wieder freigelassen worden sei. Aber dann die Meldungen ans Berlin über die Demonstrationen vor der österreichischen Botschaft und bei Herrn v. Bethmann-Hollweg. Das löste n»r ein einziges überströmendes Gefühl der Begeisterung aus. Denn die Berliner gelten ja im allgemeinen nicht nur bei den eigenen Volksgenossen als zu kaltschnäuzig »nd flsch- blütig, wenn es sich um solche Dinge handelt. Also sang nmn voll frohen Mutes die „Wacht am Rhein" und „Ich hatt' einen Kameraden." Je weiter der Tag vorrllckte, und je trostloser das Wetter wurde, desto mehr lichteten sich die Menschenmasscn in den äffentlichen Lokalen. Ein Jeder hatte schließlich doch auch mit sich selbst und seinen allereigensten Angelegenheiten zu tun und so kam es, daß am Spätabend auch an den Stötten ein gewisser Ernst und ausfällige Ruhe herrschte, an denen sonst bei feurigem Vöslauer und GumpoldSkirchener der Wiener mit Gesang »nd Tanz sich zu vergnügen pslcgk. Die liebliclre Phacakcnstadt an der schönen blauen Donau war sich an dieseui Mobilniachungstage mit einem Schlage ihrer weltpolitischen Stellung bewußt geworden und der bittere Ernst der Stunde räumte schnell noch die letzten Reste alles dessen fort, was einst der Wienerstadt den R»f der gemütlichsten, aber auch der zurückgebliebensten Großstadt eingetragen hat. Mit markigen Worten begrüßt im „Neuen Wiener Tagblatt" der frühere Reichskriegsminister v. Schoenaich den Mobilisierungstag, indem er schreibt: „Die eisernen Würfel sind geworfen. — Der Kaiser ruft. — Die Armee, die zwei- mal in schweigendem Gehorsam das halbgezückte Schwe> t in die Scheide gestoßen hat, folgt jubelnd diesem Rufe ihres obersten Kriegsherrn. Der Bestand und die Ehre Oesterreich- Un garns, durch den Gang der Ereignisse ihr anvertraut Erna und Ilse. Roman von D. Feußner. 13 (Fortsetzung). In dein Zimmer angekommen, war es Rodcrich, ol-s siättc er ein Heiligtum betreten: ein nnsägtichcr Schauer durchbebte ihn, es waren die Vorahnungen der schon so lange gehegten Hossnnng. In de» weichen Kissen lag das Mädchen da, bleich wie eine Lilie n»d doch cngclschön. Als es ihn komme» sah verklärte ein Lächeln das bleiche Gesichtchen und Rodcrich die Hand entgegenstceckcnd, sagte Crna mit schwacher Stimme: „Nächst Gott habe ich Ihne» mein Leben z„ verdanken, denn Sie haben mich von den, keuchten Grunde des Sees wieder heraus geholt und Ihr Leben dabei ai,ss Spiel gesetzt — ich danke Ihnen." „Ich schätze mich glücklich, Ihr Retter geworden z» sein, doch Dank habe ich nicht verdient, den» cs war ja Pflicht, heilige Pflicht!" Letzteres sagte er ans da? Schifssgespräch anspielend. „Sic haben eine sclw»c Probe Ihres Mutes abgelegt ,i»d das was Sie mir heute sagten, glänzend gerechtfertigt. Doch Sie sind ja noch i» Ihren nassen Kleidern", ftihr sie be- sorgt fort, „O bei den, schönen warmen Wetter tut dos nichts, die Kleider sind schnell wieder trocken." „Sie werde» am Ende doch krank", erwiderte sie besorgt. .Vater", wandte sic sich a» diesen, „kannst Du für Herrn Tietze keinen trockenen Anzug besorgen?" „Ich will den Wirt fragen", sagte der Kaufmann. Wiener balf der erstere in liebenswürdigster Weise aus, denn eine Viertelstunde später trat Roderich vollständig umgc- kleidet wieder in das Zimmer. Der Doktor hatte sich inzwischen von Erna, deren Vater lucd Schwester verabschiedet, denn seine Anwesendest war nicht „»bedingt notwendig. — „Wie bist D» nun eigentlich in das Waffer gekommen^, fragt« ihr Vater. „Hineingesprungen bin ich nicht", sagte sie scherzend, „denn soweit hat mich meine Hypochondrie denn doch noch nicht getrieben, aber hincingefallen, so unerwartet, daß mir der bloße Schreck schon alle Sinne benahm. Ich glaube nicht, daß ich um Hilfe gernse» habe, desgleichen vergaß ich in mci- uer Todesangst Schwiinmversuche zi, macken." „Wie kanist Du aber so nahe a» das Wasser?" „Ein ganz einfaches Blümchen wollte ich pflücken. Ganz dicht am Wasserspiegel war es am Ufer anfgeblüht. Ich stellte iiiich mit dem einen Fuß ans einen Baiinistainni, der so dick und stark erschien, meine zehnfache Last tragen z» können lind doch so morsch war, als wäre er ans Mehl gebacken gewesen. Er brach »nd ich stürzte kopfüber in den See. Was weiter mit mir geschab, weiß ich nicht, denn erst hier in dem Ziniiner erwachte ichwieder." „Wenn Herr Tietze nicht zufällig in der Nähe war", sagte der Kaufmann mit einem vielsagenden Seitenblick ans diesen, „wärest Du unrettbar verloren gewesen." „Ja, er ist mein Retter, und ich bin ihm zeitlebens z» Danke verpflichtet", sagte sie innig. „Vielleicht komme ich einmal in eine ähnliche Lage", wandte der junge Mann scherzend ein, „daß Sie mir dann, falls es in Ihrer Macht liegt, helfen würde», glaube ich ganz bestinrmt zu wissen." „Ganz gewiß würde ich dies tun," Damit endete das Gespräch, denn Erna fühlte sich sehr angegriffen und mußte ein wenig schlafen, Roderich ging mit Hedwig hinaus und nur der Kauf- nconn blieb bei seinem eben einschlummernben Kinde, »m dessen Schlaf zu belpachen. So verschlief Erna für Stunden die so eigentümliche Situation, in der sie sich ganz unfreiwillig befunden und dankbaren Herzens saß der glückliche Vater am Bette seine? geretteten Kindes. — Am Abend war Erna wieder soweit hergestrllt, daß sie ohne Befürchtung aufftehe« und die Heimfahrt antreten konnte. Wähcerch der gan^u Fahrt saß sie neben ihrem .Letter, doch fpwchen.6ekde nur lehr wenig miteinander. stehen unter Habsbnrgs alten Fahnen in sicherer Hut. -- SDuig der Gegner im llebernmt auf jüngst erfochtene Siege pochen: auf Waffen, die vom Königsmord befleckt sind, kann Gottes Segen nicht ruhen. — Unsere Armee, getragen von den Uebcrlicferungcn der durch Jahrhunderte bewährten Soldaten- und Bürgertugcnden, zieht frischen Geistes in demutsvollem Gottvertraucn hinaus und wird den Erwar- tungen ihres Kaisers und ihrer Mitbürger Poll entsprechen. — Hierin, in der treuen Hingebung und Opserwilligkcit bei Wehrmacht, in dem festen Znsammenstehen der Bürger beider Staaten, niöge unser heißgeliebter Kaiser, den die Welt aftt Hort des Friedens preist, Trost finden für den Schmerz, den ibni dieser fteventlich ausgezwungene Krieg bereitet. — Gottes Schutz geleite unsere Truppen und knüpfe Sieg an unsere Fahnen. — Vorwärts I" Und schon regen auch Oesterreichs Dichter verheißungsvoll die Schwingen, So singt in der gleiche» Zeitung Paul Busson: Nun, Oesterreich, laß marschieren Dein Heer mit festem Schritt. Es zieht hoch in den Lüsten Ans teuren Heldengrüsten Ein leises Grüßen mit. Von einem Wolkenschimniel Winkt lächelnd Prinz Eugen. Er will den Weg uns weisen Auf dem in Blut und Eise» Die alten Fahnen wch'n. Sie flattern frisch im Winde Bei Spiel und Trommelstreickf Aus tausend Herzen und taiisendi Schwingt sich's, wie Sttirmwind brausend: „Kaiser »nd Oesterreich!" Aus der Heimat. * Büdinge», 88. Juli. Die hiesig« Schützengesellschaft feierte am Sonntag ihr bOvjährtges Jubiläum. Zahlreiche Schlltzen- ocreine aus Hessen und Hessen Nassau, sowie einzelne Schützen, darunter die Vereine aus Frankfurt, Mainz, Worms, Bretzenheim, Offenbach, Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern u. a, m. waren zu der Feier erschienen, die am Samsiag Abend mit einem Festakt begann. An Fürstlichkeiten nahmen teil: Fürst Wols- gang non Bübingen und seine Familie, Gras Kuno von Siol< berg, Frhr, Heyl von Herrnsheim, der Fürst von Birstein, die Grasen von Nechtern Limpurg u. n. mit der hiesigen Linie verwandte Standesherren, Fürst Wolsgang von Büdingen hielt die Begrüßungsansprache: Vertreter der Stadt, der Behörden und der erschienenen Vereine überbrachten die Glückwünsche. Den Glanzpunkt der Feier bildete der historisch« Festzug am Sonntag. Unter Zugrunedclegung eines einheitlichen Gedankens hatte man geschichtliche Bilder aus der Vergangenheit zu cfseltvoller Darstellung gebracht. Mit dem Festessen in der Festhalle war um 8 Uhr der eigentliche Festakt verbunden. Der erste Schützenmeister Ebcrling erklärte, daß durch die fünf Jahrhunderte des Bestehens der Schützengesellschast sich die Liebe und Sorgfalt des Hauses Isenburg zur Schützengesellschaft wie ein goldener Faden durch deren Geschichte ziehe, je- Roderich dachte an seine bevorstehende Abreise von Berlin und Erna? — Wer vermochte es zu sage»! War das erschütternde Ereignis eingctreten? Fing es an sich in ihre!» Innern zu klären? War der Morgen der Selbsterkenntnis angebrochen? Oder dachte sie darüber nach, ans welche Weise Roderich so schnell an die Unglücksstelle gekommen wra? In Berlin angekommen fuhr man in der Elektrische» ^ bis an das Haus des Kaufmanns, woselbst sich unsere beiden Freunde von der Familie Lange trennten, aber mit der Zusage, sobald wie möglich wieder vorzusprechen. VI. Am anderen Abend erkundigten sich beide nach deni Befinden Ernas. Fra» Lange dankte dem Retter aus das Herzlichste: sie hatte den jungen Mann lieb gewonnen, gleich einem Sohne war er ihr ans Herz gewachsen und es tat ihr leid, daß er in wenigen Tagen Berlin verlassen mußte. Erna blieb sich diesem gegenüber auch jetzt noch treu, ihr ganzes Wesen schien unveränderlich. Und als sie später mit ihrer Mutter allein war »nd diese ihr Vorwürfe niachie wegen der verletzenden Kälte Roderich gegenüber, erwidecre sie: „Bin ich unhöflich gegen ihn gewesen?" „Nein, dos könnte ich nicht sagen." „Also sind Deine Vorwürfe nicht gerecht. Laß alleni Zeit und Laus, so wird sich das, tvas vielleicht im Entwickeln begriffen, auch entwickelt, nur dränge mich nicht, Muster, dies ist meine einzige Bitte." In diesen Worten lag gewissermaßen etivas Hossnnng für Roderich, drum sclevieg auch die Mutter, hoffend, daß noch alles so kommen würde, wie sie es wünschte. Die wenigen Tage schwanden dahin und der Vorabend von Roderichs Abreise kani heran. Ganz allein ging der junge Mann zum letztenmalc zu Langes, um sich »» verabschieden. Er hoffte, auch zugleich mit Erna noch einige Worte wechseln z» können, denn die peinigende Ungewißbest konnte er nicht länger ertragen. (F ortsetzung^ fo lgt, > Nr. 175 (seife 2 derzeit habe das Haus Isenburg der Schützengesellschaft Schutz und Unterstützung gewährt. Auch der jetzige Fürst Wolsgang bringe dem Verein die größte Geneigtheit entgegen und habe gern die Ehrenherrschaft über das Jubelfest übernommen. Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch auf, den Fürste» und sein Haus ein. Kreisrat Eeheimrat Böckmann brachte ein Hoch auf Kaiser und Eroßherzog aus. Darauf sandte man an Kaiser und Eroßherzog Ergebenheitstclegrammc. Der Fürst erklärte, daß er der Schützengcselljchast zum Zeichen seiner Anhänglichkeit die Festhalle, die auf seine Kosten erbaut war, als Schützcnhcim schenken wolle. Sein Hoch galt der Schützengesell- schast. Glückwünsche übcrbrachten seiner Roth-Franlsurt und Schneider-Leipzig. Der Vertreter des Mitteldeutschen Schützen- vcrbandes überreichte eine Fahncnschlcife. Roth-Franlsurt sprach über das freundnachbarliche Verhältnis zwischen den Franksurtcr und Blldinger Schützen. Amtsgerichtsrat Elictsch ')ob die vaterländischen Bestrebungen der deutschen Schützen^ vereine hervor. Das Jubiläumsschießen crössncte Fürst Wolfgang. Daran schloß sich das Dereinsgruppcnschießen und später das Wcttschicßcn. Der Festplatz war durch Regenwetter aufgcwcicht. Um 7 Uhr wurden sechs Ehrenbccher für das Ver- einswcttschießen verteilt. * Franlsurt o. SU!., 29. Juli. Die im „Verband der Reinigungs-Unternehmer Deutschlands" zusammengeschloffcnen Berufskollegen hielten im „Kaiserhof" ihre diesjährige Hauptver- sammlung ab. Dem vom Vorsitzenden Dallistat (Hamburg) erstatteten Geschäftsbericht zufolge umfaßt der Verband bereits mehr als 299 Mitglieder und Körperschaften. Die Kasienver- hältuisie sind als günstig zu bezeichnen. Rach der Erörterung von internen Berufs- und Organisattonsfragen verhandelte man über die Neuorganisation der Sterbeunterstützungskasse und beschloß den Beitritt zu dieser für jedes Mitglied obligatorisch zu gestalten; außerdem sollen die Beiträge durch ein besonderes Umlageverfahren aufgebracht werden. Die Jahresversammlung 1915 tritt in Düsieldorf zusammen. * Frankfurt n. M., 28. Ein 7jähriges Mädchen, das mit zahlreichen Altersgefährtcn an dem Gerüst der Lutherkirche herumklctterte, stürzte aus beträchtlicher Höhe ab und mußte in hojfnungslosem Zustande in das städtische Krankenhaus verbracht werden. * Franksurt o. M., 28. Juli. Kaum eine andere Bahn des Franksurtcr Eisenbahndirekiionsbezirks hat in den letzten Jahren eine solche Fülle von Um- und Erweiterungsbauten erfahren, als die Taunusbahn. Die engen, veralteten Bahnhöfe an der Strecke waren nicht mehr in der Lage, den von'Jahr zu Jahr stärker anschwellenden Verkehr zwischen Frankfurt und dem Rhein über Wiesbaden zu fassen. Infolgedessen entschloß man sich unter Aufwendung erheblicher Kosten zu einer völligen Umgestaltung fast aller Bahnhöfe. Mit Ausnahme des Höchster Bahnhofs sind die Umbauten aus den übrigen Stationen jetzt nahezu beendet. Die Unterführungen der Bahnhöfe Hattersheim, Flörsheim und Eddersheim haben sich außerordentlich praktisch erwiesen: sämtliche Schnell- und Personenzüge können nunmehr zur Tag- und Nachtzeit ungehindert passieren. Dringend geboten erscheint ebenfalls der Umbau der Station Hochheim. Dem Vernehmen nach soll er in Kürze auch in Angriff genommen werden. Auf der Taunusbahn stellte man vor einiger Zeit mehrere Maschinen probeweise in den Betrieb ein, die 12 Tonnen Kohlen und 4,5 Kubikmeter Wasser fasse»: ihre Stundengeschwindigkeit beträgt 99 Kilometer. Die Stärke der von diesen Maschinen gezogenen Züge kann bei Schnell- und Eilzügen auf 52 und bei Personenzügen auf 69 Achsen ausgedehnt werden. Heffen-Nassau. * Fechenheim, 28. Juli. Nach einem belanglosen Wortwechsel mit seiner Braut hat sich hier der 25jährige Mauer Georg Metz durch einen Schuß in das Herz getötet. * Bad Homburg, 28. Juli. In dem Streit der Aerzte des Bezirks Usingen mit der Ortskrankenkasse Homburg ist eine Einigung nicht zustande gekommen. Tie Kasse beschloß deshalb für die in Frage kommenden erkrankten Mitglieder die von den Usinger Aerzien geforderte Minimaltaxe zu bezahlen. Den Mitgliedern wird aber anempfohlen, in Krankheitsfällen die Usinger Aerzte möglichst nicht zu behelligen, sondern sich an die Homburger Kassenärzte zu wenden. * F. C. Limburg a. d. L„ 28. Juli. Der Nassauische Bauernverein tagte am Sonntag hier in der „Alten Post". In Behinderung des ersten Vorsitzenden Generalmajor z. D. v. Kloeden-Wicsbaden, hatte Reichstagsabgcordneter Justizrat Dahlem-Niederlahnstein die Vcrhandlungsleitung übernommen. Derselbe wies in seiner Begrüßungsansprache auf die schwierige politische Lage hin. Oesterreich und Serbien richten seit heute die Kanonen gegeneinander und falls Verwickelungen sich aus diesem Kampfe bereiteten, dann sei auch vielleicht die Zeit, unser Gut und Blut cinzusetzen. Mit Freuden würden wir dann Oesterreich unsere BUndnistreue beweisen. Seine Rede klang aus in ein Hoch auf Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph. — Der von Sekretär Erbacher gegebene Jahresbericht für 1913/14 verzeichnet eine außerordentlich rege Agitationstätigkeit. Diese sollte denn auch nicht ohne Früchte bleiben. Die Mitgliederzahl, die von Jahr zu Jahr um Hunderte abnahm, hat jetzt wieder zugenommen. Im Jahre 1913 bildeten sich zwei Ortsgruppen Ehlhalten und Herschbach bei Selters, welch' letztere jedoch trotzdem sie 200 Mitglieder gezählt haben soll, wieder einging. In 1914 bildeten sich 17 neue Ortsvereine mit 200 Mitgliedern. Insgesamt ist die Mitgliederzahl im Berichtsjahre uni 287 gestiegen. Eine eifrige Tätigkeit soll in der nächsten Zeit der Organisgtionstätigkeit gewidmet werden. Hier liegt außerordentlich vieles im argen. Die Schaffung von Kreisverbänden, von denen keine Spur mehr besteht, ist dringend nötig. Die Zentralisaffon, die fehlt, niuß geschaffen werden. — Direktor Dr. Müller-Köln behandelte die neuen Handelsverträge und der Bauernstand. Er legte eingehend die Wünsche dar, die der Bauernstand bei der Neuregelung der Handelsverffäge, zur Berllcksichtignug empfiehlt. Der Haferzoll soll bestehen bleiben wie seither. Die Beibe- .haltung der Futtermittelzölle muß erreicht werden. Für Reue Tageszeitung. Mittwoch den 39. Juli isi« M fiiljmikit JJfrlönlidjkfitfii im grifft Auf nebenstehender Tafel i'f den Serben ein größerer bin gemährt als es ihrer Bedeutung zukommt. Da ist zunächst de. Kronprinz Alexander, ge,:c . wattig der Regent des Landes, da sein Vater König Peter n. nell zurückgetrelen ist. Er hat zwar die beiden Balkankriege mitgemacht, seine inilitärische Begabung aber wird er erst zu beweisen haben. Der Minister P a s ch i t s ch ist wohl der interessanteste Mann Serbiens. Er hat seine Studien in München gemacht und dort einer sozialdemokratischen Organisation an- gehött. Die Tatsache inacht ihn auch wohl den Sozialvemokra c:: so angenehm. General Putnil, der serbische General-Stabschef wurde bekanntlich am Sonntag in Ungarn festgrnommen, abct wieder freigelassen. Oberbefehlshaber d Rrmte Produkts der Gärtnerei wird ein Zollschutz gefordert, in- dessen nur für die besseren Obstsorten und feineren Gemüse. Die Einführung von Milch- und Rahmzoll wird die Land- wittschaft nicht für unbedingt nötig halten, wenn ihm die Zölle auf Vieh und Getreide wie seither bewilligt werden. Unbedingt nötig ist ein Schutz für den Winzerstand, eine Belegung des ausländischen Weines mit einer Abgabe, die dem ausländischen Wein denselben Verkaufspreis aufzwingt wie dem deutschen Durchschnittswein. Die Aufrechterhaltung der Vieh- und Fleisi^ölle ist notwendig, vor allein aber wird der Seuchcnschutz gefordert. — Seit dem 1. Juli hat die Rheinische Landwirtschaftliche Produktions- und Absatzvereinigung in Cöln die Warenvermittlung im Nassauischen Bauernverein, der seither mit Regensburg in Verbindung gestanden, übernommen. Der Betrieb wird wie De. Seul- Cöln aussührte, mit denselben Lagerhäusern wie bisher wei- tcrgefllhrt. — Pfarrer Kastert-Cöln führte in seinem Schlußwort aus, daß der deutsche Bauernstand auf dem Wege der Organisation erhalten werden müsse. Starkenburg. * Darmstadt, 28. Juli. Der 74 Jahre alte Privatier Vetter dahier, der sich an einem 12 Jahre alten Mädchen ver- gangen hatte, sollte gestern wegen dieser Angelegenheit vernommen werden. Aus Furcht vor den Folgen seiner Tat, hat sich der greise Mann auf dem Friedhofe erschossen. * Darmstadt, 28. Juli. Aus dem Truppenübungsplatz Griesheim stürzte am Sanistag ein Unteroffizier der Fliegertruppe mit einem Flugapparat aus geringer Höhe ab. Er blieb unverletzt. Der Apparat wurde stark beschädigt. * Darmstadt, 28. Juli. Gestern Nachmittag rasten etwa 25 Pferde eines hiesigen Dragoner-Regiments in wilder Flucht ohne Sättel, aber mit Zaumzeug versehen, durch die Straßen der Stadt. Wie wir erfahren, handelte es sich um junge Remonten, welche am Steinbrllckerteich zu Schwimm- übungen geführt wurden und in einem unbewachten Augenblick die Flucht ergriffen. Vor der Stadt gelang es, die Mehrzahl der Ausreißer aufzuhalten. Eine andere Partie lief einfach in ihre Stallungen. * Darmstadt, 28. Juli. Zwei russische Studenten, welche am Sonntag abend den an dem alten Palais auf dem Lutsen- platz stehenden Infanterie-Wachtposten durch Zurufe beleidigten, wurden mit Hilfe von Passanten und der dann rasch herbeigeeilten Schloßwache festgenommcn, nachdem sie versucht hatten, durch zu gehen. Mit aufgcpflanztem Seitengewehr wurden sie durch die Wache nach dem Schlosse gebracht und nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen. Sie scheinen etwas angeheitert zu sein, obwohl es erst halb elf Uhr war. * Darmstadt, 28. Juli. Der Beginn der landwirtfchaft- lichen Winterschulen pro 1914/15 ist aus den 3. Novcniber festgesetzt und können Anmeldungen jetzt schon erfolgen. * Darmstadt, 28. Juli. Der Reinertrag der Bismarckfeier für Errichtung des National-Bismarckdcnkmals auf der Elisenhöhc bei Bingen, die von dem Allgemeinen Studenten- vcrband, der Stadtverwaltung usw. veranstaltet worden war, brachte nach den jetzt fertiggestclltcn Abschlüssen einen Reinertrag von 2817 e Zeit, in der er verarbeitet werden muß, ist das immer n> . in gewissem Maße möglich: Ausdrücke, bei denen sich der Leser nicht ohne weiteres das Nichtige denken kann, F-ernd- Worte, die nicht allgemein bekannt sind, ausländische Einum tungen, Münzen, und dergleichen werden immer wieder vor kommen, ohne daß es möglich wäre, in den Zeitungen sol si eine Erklärung oder Erläuterung beizufiigcn. Ta soll unser Büchlein helfen! Umfangreiche Nachschlagewerke oder bloße Frenidwörterbücher sind eben für den Zeitungslescr nicht das Richtige: sie geben zuviel und sind deshalb unhandlich, oder sie lassen alles das Wichtige vermissen, was nicht Fremdwort und doch nicht jedem ohne weiteres verständlich ist; sie können auch — namentlich fern von Haus und Büro — nicht immer zur Hand sein. Unser Büchlein dagegen kann man überall, auf Reisen, in der Straßenbahn, im Cafü usw., mit sich führen, es ist nur sür das Zcitungslcscn zugeschnitten, leicht, bequem und — sehr billig: in knapper klarer Ansdrucksweise enthält es alles das, was beim ZeitungSleje» zum schnellsten Aufschluß über das Gelesene dienen kann: Begriffe der Länder-, Staats- und Rechtskunde, der Volkswirtschaft und des Heerwesens, ausländische Maße, Gewichte und Münzen, seltenere Fachbezeichnungen aus Handel und Verkehr, Kunst und Wissenschaft, fremdsprachliche Ausdrücke, Erklärungen usw. . . Das zur Anschaffung sehr empfehlenswerte Büchlein, das man wirklich als ein kleines Konversationslexikon für die Rocktasche bezeichnen kann und öa: auf 379 Scitcnspalten sorgfältigen Druckes über 8000 knaps und zweckentsprechend erläuterte Stichworte enthält, dabei durch äußerste RaumauSnützung aber zu größter Handlichkeit und auf ein Gewicht von nur etwa 90 Granun gebracht nt. kostet wie schon erwähnt, 1 und ist erhältlich in nllen Buch- und Schrcibwarcnhandlungcn, Zeitungskiosken usw., oder gegen Einsendung des Betrages auch direkt vom Verlag Otto Wigand, Leipzig, Sternwarten st r. 12. Lkl iMgflisiifr (fli'iii! bleiben die Kinder gewöhnlich in der körperlichen Entwicklung zurück und kommen auch in der Sch:: e nicht mehr niit. Wenn in solchen Fällen eia Stärkungsmittel am Platze ist, daun ist c.- unbedingt Scotts Emrüfiüsi. Leicht verdaulich — gut zu nehme.:. V- i . - — Hervorragendes Tafelwasser