Hummer 172 Zamstng. Den 25* Juli 11114« 7. Jalsrgann D>° ,.1-ruc Eaersr-itung" kischeint >cden L'crliag. Regklinäßlge Beilegen „Lee Kanrr aus Sellen". „Sie Aplnuckulic >ei bei: Äxentcn mon-ulich Ü0 Big. hinzu tritt Postgebühr oder Irägerlohn. Auieigen: Srunüzcile ro Pfg., lokale 15 Psg. Seingapeei»: Lei den Postanstalien vicricliiihrilch Mk. lgiö .. v<. ^ - Anzeigen von -usrvStts werden durch Po tnichn-chm- erhoben Erfüllungsort «irieoberg. Schrisllrilung nrrd Verlag Friedberg (Hessen), Hanauerstrahe 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Conts Nr. 4859. Amt Frankfurt a. SW. Ilebersichl. - Zu der Note an Serbien fugt man an maßgebende: Stelle hinzu- „Die Entscheidung liegt bei Serbien allein, denn Oesterreich wird weder Abänderungen seiner Fordern», gen noch eine unter welchem Vorwand immer verlangte Frist- krsiilcknng für die Antwort zugcstehen. Wenn Serbien die Jf.U nicht in der gesteckten Frist beantwortet hat, ist drr lriegerischc Konflikt unvermeidlich. Auf Grund unbedingt zuverlässiger Mitteilungen kann versichert Werren, daß man auch an höchster Stelle durchaus gewillt ist im No.falle bis zum Aeußersten zu gehen. Eine Mobilisierung «inzeiner Truppenteile ist noch nicht angeordnct. — Ter österreichisch ungarische Gesandte, Baron Osirbl, hat len Auftrag erhalten, mit dem gesamten Personal der Gljandtschost Belgrad zu verlassen, falls die fer- bische Negierung bis heute abend 6 Uhr keine befriedigende Antwort erteilt. — AuS Ischl wird gemeldet, daß Kaiser Franz Joseph an der Hoffnung sesthält, daß die serbische Regierung nich- grbl.i werde. Wie eine Persönlichkeit aus der Umgebung des Kaisers äußerte, sagte dieser, nachdem ihm der Eindruek bekannt gegeben wodrcn war, den die Note in Belgrad her- vorgerusen hatte. Folgendes: Es muß kein Krieg fein, wenn Serbien nicht will. — Ministerpräsident Pasitsch, der sich auf einer Wahl» ogilationsreifc befand, hat seine Route plötzlich unterbrochen Und ist angesichts der verschlechterten politischen Lage sofort nach Belarad zurnckgckchrt. — Dos österreichische Ultimatum hat in Petersburg wie ein Blid aus heiterem Himmel gewirkt, zumal die maßgeben- den V.tc : fc noch gestern davon überzeugt waren, daß eine Ent- spaunung zu erwarten sei. Man äußert sich sehr erb,!icrr über Oesterreich und schließlich wird erklärt, daß Rußland unmöalich dabei tatenlos bleiben könne. Es verlautet, daß Rußland sechs weitere Armeekorps an die russische Grenze liellcn wird. Ti-scr Entschluß soll noch während der An- r.'escrheit Pomcar6s in Petersburg gefaßt worden sein. — Don diplomatischer Seite wird mitgeteilt: Falls Serbien die österreichisch ungarische Note annimmt, wiro es sich darum handeln, zu kontrollieren, ob Serbien seinen Per- sprrchunacn genau Nachkomme» wird. Es wird angenommen, duß die weiteren Aktionen, die Oestercich deswegen zu führen haben wird, ebenfalls befristet sein werden, um jede Weiter- Verschleppung der Angelegenheit hintanzuhalten. •— Die der Korcspondcnt der „National-Zeitung" in in d.r Billa Schönhäusl in Berchtesgaden erfährt, hat Bot- schafirr Freiherr v. Schorn srinc Urlaubsrcise abgebrochen und ist nach Paris abgereist. Seine Anwesenheit in Paris isi lutolae der österreichisch-serbischen Krise nötig. -- Wie der . Krcuzzeitung" von verschiedenen Seiten gemeldet wird, hat eine Reihe von in Berlin ansässigen Oesterreichern die trlgraphische Aufforderung erhalten, z» ihre,: Truppevkörncrn eiuznrülken. — Ministerpräsident Asquith bestätigte im Unterhause das Scheitern der Ulstcrsrage. Er gab die Erklärung > itorien von dem Homerulc-Gesetz auszunehmen seien. - Ta? Znsatzgcletz zur Homcrule wird an, Dienstag vom Parlament beraten werden. — In Zauduni, dem größten Holzhandlungsplatz der iircderlande, wo der erste bis jetzt einzige sozialistische Liir- gcrmeister Hollands beamtet ist, herrscht seit einigen Wochen ein Strrik drr Arbeitcr drs Holzhasens. Tie Ansständigen verlangen eine Lohnerhöhung sowie Anerkennung ihrer Organisation. _Der Fürst von Albanien ernannte den Major Eliristc- frtt $ntt- Kommandeur seiner Truppen, deir Rittineister von der Lippe und zwei rumänische Obersten zu Abtc.lungs.lress, d u Mewr de Decr zum Artillcrie-Kommandanctn und den Moivr Krvona zum Platzkomniandanten von Tnrazzo. Für heule wird ein Angriff erwartet. - Fürst Wilhelm von Albanien begibt lich nach Balona, »in sich pe:sönlich über die dortige Lage zu inform-cren. (!tl>roli!il!its dkr !Hanl= »ntz KllUikiilkndit. Sfit dem letzte» amtlichcnBcricht vom 30. Juni bis zum 15. Juli ist die Seuche weiterhin in bedenklichem Maße gewachsen. Der Bericht verzeichnet im deutschen Reich 1021 Gemeinden mit 3834 verseuchten Gehöften, während es anr 30. Juni nur 859 Gemeinden mit 2577 Gehöften waren. Kca) in S Auge springender ist der unheilvolle Fortschritt ocr Seuche, wenn man die früheren Zahlen in Vcrglcia, zieht, so waren es am 15. Juni nur 686 Gemeinden mit 1615 Gehöften, Ende Mai 477 Gemeinden mit 1123 Gehöften und Ende April nur 182 Gemeinden mit 290 Gehösicn. Ter letzte Bericht bietet nur einen erfreulichen Moment. indem sich nämlich die Anzahl der Kreise, worin die Seuche anf- l. ilt, von 210 Ende Juni aus 230 verringert hat. Ter Regierungsbezirk Danzig steht mit 850 Gehöften au der Spitze, nicht weniger als 405 Gehöfte sind in den letzten 11 Tagen ncuverscucht worden. Es folgt Marien- ircrdcr mit 742 (neu: 352) Rheinhcssen mit 509 (neu: 131), weiter Magdeburg mit 220 (neu: 105, Potsdam 140 (neu: 41) usw. Im Grobherzogtum Hessen ist auch die Provinz Staikcnburg. die cm 50. Juni noch scuchcnsrei infiziert woi- den, indem die Seuche in 8 Gemeinden mit 15 Gehöften austrift. O b c r h e s s c n zählt immer nur eine Gemeinde R o d h c i m v. d. H. mit 28 Gehöften, als verseucht aus. da- runter 8 neu. Des Großherzogtiim Baden ist ganz (c>:cf)cii- frei. Ein Zigareilenmonopol? Der Reichstag hat bei seinen Ausgabcbeschlüsscn eima siebzig Millionen Mark ordentlicher jährlicher Ausgaben für die nächsten 3 Jahre, das heißt bis zum Inkrafttreten der ReichsvermögensziiwachSstcucr ohne Deckung gelassen. Ilm die Mittel kür diese Deckung auszubringen, werden jetzt im Reichsamt die entsprechenden Vorlagen an den Reichstag ver- bcreitet. Ueberdies dürsten ja in der nächsten Zeit weitere : »gedeckte Ausgaben durch die Bcsoldungsnopclle, durch die Besj-rstelliinq der Altpensionärc, durch die Herabsetzung der Aitersversorgungsgrenzc von 70 auf 65 Jahre erwachsen, c.lles Vorlagen, mit denen sich der Reichstag in der folgenden Tagung zweifellos zu beschäftigen haben wird. Unter den Vorschlägen der Reichsleitung dürste, wie die „Tägliche Rundschau" wissen will, da? Zigarcttennwnopol an kvstcr Stelle stehen. Es sind mehrere Vorentwürfc aüftjc- stellt. Beratungen mit den interessierten Fachkreisen haben ebenfalls schon stattgefunden. Don den nmßgebcnden Per- Vor dem Ernst der Ereignisse in Belgrad tritt alsts Andere in den Hintergrund, allerorten ist man sich bewußt, daß wir am Vorabend ernster Ereignisse stehen. Allgemein wird die unerwartet scharfe Sprache der österreichischen Note hcrvorgehoben, aber man erkennt an, daß die Doppelnwnai- chie nicht anders handeln konnte, wollte sie nicht um ihr An- sehen als Großmacht gebracht werden. Ans der anderen Seite besteht wenig Aussicht, daß Serbien die verlangten Bedingungen erfüllen werde, da cs ja sonst gcwisscrniaßea ul der Rolle eines Vasallen zu Oesterreich hcrabsinken würde. Weigert sich aber Serbien, dann ist für Oesterreich der Moment zum Handeln gekommen und es ist nicht ausgeschlossen. daß wir morgen schon ernste Nachrichten zu hören lekommcn. Selbstverständlich kann es Serbien nicht wagen, sich in einen Wasfengang mit seinem weit mächtigeren N.ich- bar cir.zulassen, ihm kann der Rücken nur gesteift we-den durch Rußland, das sich ja als die slawische Vormacht ans- spult. Mil dem Eingreifen Rußlands bckänic dann der Zwischenfall Oesierreich-Serbien ein schlimmeres Aussehen und weitere Verwickelungen, in die schließlich auch dus Deutsche Reich hineingczogcn würde, wären nicht ansgc- chlossca. Vorläufig lüfct sich bestimmtes noch nicht va-hee- scgcn lind was die Zeitungen schreiben, ist nicht inaßgeeend, da sich die Staa'sniünner bislang noch nicht öffentlich ver» ::chn,en haken lassen. Es sind also vorerst nur Zcitu'-gs- scyrcibereien. wenn gesagt wird, der russische und frcmzöslsche Gcsandte in Bclgrae hätten sich bei dem österreichischen Botschafter beschwert, weil die Frist des Ultimatums so kurz re. niesten sei. Oder, wen» wir lesen, daß die serbische Regierung den Oesterrcichcrn Belgrad, die Hauptstadt des Landes, kampflos überlassen und sich in das Innere des Landes zurückziehen werbe, uni die Intervention der Mächte nnzii- rusen. Die gesagt, bestimmtes werden wir erst zu hören bekommen. wen.: die dem Ultimatum bemessene Frist nL„c- lansei, ist. In den beteiligten Staaten, in Oesterreich und Ungarn. " u:gt man den Schritt der Regierung vollkommen und r:2 0 : ; in letz-en Ende. Schon lange war man sich bewußt, big eie Regierung in der Balkanvolitik Fehler über Fehl-- gehäuft heb.- und nie.n enipfindct es jetzt gewissermaßen -uS eine Crlö'ung von einem drückenden Alb, daß die 3!cg>-i -ng >>.,» endlich einmal oie lang ersehnte entschiedene Sprache ge- fni'd.» Der Ton der Note hat allenthalben einen outen Ei.,muck gemacht. Tic Haltung der Bevölleeung in Wien ist zurersichtlich, als Stimmungsbild möge diene:', das- da:- L>co vom Prinzen Engen, der dem Kaiser wieder,»!, Stadt und Festung Belgerad kriegen wollte, plötzlich das Nalional- lied geworden ist und allgemein gesungen wird. Auch in Uigarn bcrrlck't dieselbe Stimmung. Als ein hcchbedeu!- san.„s Zeichen kann cs gelten, daß selbst die sich io befebden- deu Parteien in Ilnaarn erklärt buben, allen Hader »-iseile -onlichkeiten der Industrie wird das Zigarettenmonopol mit Sicherheit erwartet. Endgültige Entsck>eidlingen werden aber erst in, Soptomber fallen, wen- ein genaues Bild des Etats fi>c 101.> vorliegen wird. Tann werden sich dis areiißischc Staats»,inisterii,in und die bi,nd«Sstaatlichc» Finanzveklvaftungen darüber schlüsiig werden, ob d?ni stleichstag der Entwurf des Reichsschatzamtes als Vorlage der Regierung zngchen soll. Tic Ernennung des Staatssekrc- tai - Ki.bn zun: Mitglied des preußischen Staatsministerinms stt de- Austakt zu den künftigen schwierigen Verhandlungen. Die verlautet, ist das Zigaretten,nonopol als Fabrika- tionsmonopol niit einem damit verbundenen freien Der- koiifsmonopol. gedacht. Das Reich soll sämtliche größere »id kl ii’.crc Fabriken im eigene» Betriebe übernehmen. Die Wcrtaksch-iitzung soll ans einen bestimmten Berechnnniis- la>liissel ansgebant sein. Die größere» Fabriken sollen wci:ci brtrieben, die kleinen stillgclegt werden. Das Reich tr-!> künftighin als Tabakkäiifer ans dem Weltniarkte ans, da-!: sollen die bisherigen Großhändler an den Lieferungen beteiligt bleiben. Die Leiter »nd Angestellten der staatlichen Tabakfabriken sollen nicht den Charakter als Staat»bean-.°k erhalten, sondern z» dem Staate nur in ein vertraglicher Verhältnis treten. Der Etat soll seine Fgbrikate z» fest be- ,'iinii,iten Preisen an die Zwischenhändler liefern und diest Berknnfszoschäfte versorgen. Außerdem denkt man an &:c Errichtung von großen Niederlagen i» den größeren Städten. Sollte das Zigarcttenmonopol kommen, so ist .„ich c:i> Sperrgesctz z„ erwarten, das bestimmt, daß die Zigaret- tenfabrikation von einem gewissen Zeitpiinkt ab für Rech- niing de? Reiches zu erfolgen habe und das die Trrichtuno >-o»cr Zigarcttciifabiikcn verbietet. Die Herstellung von Blech- lind Kartonvervacknngcn, lithographische» Arbeiten, Zigarcftenpapicr u. a. soll auch fernerhin der Privatlndnstric überlassen bleiben. zn lassen, wenn cs deni Vaterlandc gelt. Die Opposition cr- kläi tc durch den Mund ihres Führers, des Grafen Andralsy, sie werde wie e i II Mann ihre Pflicht erfüllen, den der Schritt der Regierung sei unaufschiebbar gewesen. Im deutschen Reiche herrscht, die Sozialdemokraten, die man als Deutsche nicht ansprechen kann, .-u-sge- nommen, nur eine Stimme: Treu dem Verbündeten! Di« Aocklagen, die Oesterreich gegen Serbien erhebt, lind so schwerwiegend und wohlbcgründct, daß der Schritt unseres Verbündeten als ein notwendiger angesehen wird. Sogar die linlsliberale Presse stellt sich erfreulicherweise auf di'scn Stv'.idlunkt. so oenicrkt selbst das „Berliner Tageblatt": ,.§o sthr jeder fühlende und sittliche Mensch die Erhalt,'»,! des Friedens wünschen nmß, man wird doch anerkennen n. listen, daß Oestcireich-Ungarn nicht anders handeln ko-iifte. Ui.d zumindest bei seine» Verbündeten wird cs a::k fcic . cllste liio:alischc und tatkräftige Unterstützung der jetzt oili- gclcitelen Aktion zählen dürfen." Allgemein wird in der Prrs-e der Hoffnnng Ausdruck gegeben, daß es geling,!» . löge, den St-cit zu lokalisiere», aber ebenso allgemein wird es als stlbstverftändlich gchallcn, daß Deutschland in de: Stni de der Not seinem Verbündeten zur Seite steht. Auch !n-Jtalie n wird der Ernst der Lage keineswegs verk-. ant. aber belont, daß Oesterreich gcwisserniaßc.r unter den, Zw- nac der Verhältnisse stand und unter den obivalien- der Nni'leadcn g.il nicht anders handeln konnte. Auch d.rl hofft internationale Vermittelungen vermeiden zu können, da die von Lcstcreich gogcn Serbien erhobenen Bc» schniöigiin-Ten iinl-edingt Eindruck aus die Mächte niache» niußleii. Man warnt Serbien, daß es dem mächtigen Nack> k'u- keine glatte Weigerung entgegensetzen soll. E-srenlicherweise hört man aus England vecnsinst !ige Stimmen. Es wird betont, daß sich die Note durch di« Vcibindnng von Festigkeit und Zurückhaltung auszcichnen . uu es sei unleugbar, daß Belgrad die Pflanzschule der Vclschwö -ng gegen die Ruhe des Nachbarstaates sei. Die , Westminstcr Gazette" schreibt: Wir wisse:, nicht, welches Maß von Wahrcit in den Anschuldigungen enthalies ilt, aber sie sind bestimmt. Wenn sic erhärtet werden, Ham d.lt e? sich nicht allein um die Frage des Asylrechts. Di« Veichu'i ia.i-nz ist, daß serbische Beamte direkt darein vci- >r:ckelt li-.d. Wir können nicht glauben, daß Serbien ti schlecht beraten ist die Ai.klagcn nicht mit großer Achtung nni Ernst zn behandeln. Wir sagen keineswegs, daß die Anschul- digüugcii zugegeben werdon müssenl das hängt von dem Be- weismalerial ab, über das ein Urteil nbzugebcn wir nicht in der Lage sind. Wir sagen nur, daß die serbische Antwort natwondig oine ernsthafte Erwiderung auf eine Reihe voll schweren Anschnll igiingen sein niuß. Man sprach viel von Rußlands Haltung in dieser Frage, aber wenn die in der ??ole entba.Iteiien An!ckm>dian»acn lubstantiert werden kön- Vor der Entscheidung. 9U. 1 TB Sieue Lagt«z«rm,g. »omotag, Mn za. SAlj 1 '•) 1 *. J&tttt fc. Ans unserer Kewegung. neu, gimibe n wir nicht, Satz dir russische Regierung einen Ich? erheblichen Einspruch erheben dürste, daß Serbien genötigt sein wird, Oesterreich-Ungarn eine Genugtuung zu ?eben. In Rußland hat das Ultimatum Oesterreichs dermaßen überrascht, daß die diplomatischen jireise, deren Auge- hörige größtenteils in den nahcgelegenen Badeorten weilen, erst in den späten Vormittagsstunden davon erfuhren. Der erste Eindruck ist der, daß der Krieg zwischen Oesterreich und Serbien unvermeidlich ist. Daneben ist man sich bewußt, Laß die Weiterentwickelung hauptsächlich von der Haltung der russischen Regierung obhängt, deren Schritte daher mit der größten Spannung erwartet werden. Man hofft immerhin noch, daß Sassonow, der die Kriegspartei nicht begünstigt und Kriwoschcin alles anfbieten werden, um den Fiie- den zu erhalten und eine Formel zu finden, die eine Lokalisierung des Streitfalles mit Ehren ermöglicht. Auf alle Fälle können wir uns gefaßt machen, daß Rußland in den ersten Tagen gewaltig mit dem Säbel rasseln wird. Es hat über gegenwärtig wieder so viel mit seinen eigenen Angelegenheiten zu tun, so daß es sich zehnmal überlegen wird, ,b es den Worten die Tat folgen läßt und so Verwickelungen herbcifllhrt, deren Ende nicht abznsehen ist. Eine Intervention Rußlands. In letzter Stunde wird bekannt, daß das amtliche Organ folgendes Communiquä veröffentlicht: Die Kaiserliche Regierung, lebhaft besorgt durch die überraschenden Ereig- »end durch das an Serbien von der östereichifch-ungari- schen Regierung gerichtete Ultimatum, verfolgt mit Aufmerksamkeit die Entwickelung des österreichisch-serbischen Kon- sliktes, in wclcheni Rußland nicht indifferent bleiben kann. In F r a n k r e i ch herrscht natürlich die politische Unvernunft vor. Die große Mehrheit der französischen Presse steht dem Vorgehen des Wiener Kabinetts durchaus feindlich gegenüber. Man spricht von Ueberrumpxlung und unentschuldbarer Friedensstörung. Fast alle Blätter verurteilen die Handlungsweise Oesterreichs, das zu niner Zeit seinen energischen Vorstoß unternimmt, wo die Mächte der Triple- cntentc durch innere Schwierigkeiten gebunden sind. Man gibt allgemein der Ansicht Ausdruck, daß die Mächte der Tripleentcnte sich von denen des Dreibundes einschüchtern lassen. Daß in F r a n kr e i ch das Revanchcgeschrei neue Nahrung erhält und daß die chauvinistische Presse am liebsten sofort Rußland im Kampfe mit Oesterreich sähe, bräuchtc eigentlich so wenig erwähnt zu werden, als der Umstand, daß Montenegro erklärt habe, es werde zur Seite seines serbischen Verbündeten stehen. In Bulgarien ist man sich bewußt, daß ernste Ereignisse bevorstehe», bei denen auch Bulgarien reicht niäßig zuschen dürfe. So müssen wir denn die nächsten viernndzwanzig Stunden abwarten, in deren Schoß es verborgen ist, ob wir Krieg oder Frieden haben werden. Me der öllm. Legierung an die Mächte. Wien, 21. Juli. Die kaiserlichen und königlichen Botschafter im Deutschen Reiche, in Frankreich, Großbritannien, Italien, Rußland und der Türkei sind von ihrer Regierung beauftragt worden, den Inhalt der österreichisch-ungarischen Note an die serbische Regierung zur Kenntnis der Regierung zu bringen, bei der sie fcglaulügt sind, und folgendes hinzusügen: An, 31. Mörz 1909 hat die Königlich serbische Regierung an Oesterreich-Ungarn eine Erklärung gerichtet, deren Worlaut oben wiedergegcben ist. Fast am Tage nach dieser Erklärung hat die Politik Serbiens in Wege eingelenkt, die «nzü führten, bei den serbischen Staatsangehörigen der östeo.elchisch-ungarischen Monarchie subversive Idee» zu erwecken und dadurch die Loslösung jener Gebiete von Oesterreich-Ungarn vorzubcreitcn, die an Serbien angren- zcn. Serbien wurde der Hort einer verbrecherischen Agitation. Es bildeten sich Vereine und Vereinigungen, die -- sei es »or oller Well, sei es im geheimen — dazu bestimmt waren, auj österreichisch-ungarischem Territorium Unruhen hervor- zuruscn. Diese Vereine und Vereinigungen zählen zu ihren Mitgliedern Eciicralc und Diplomaten, Staatsbeamte und Richter, mit einem Worte sührende Personlichkei- icn der offiziellen und nichtoffiziellen Welt des Küiiigreichs. Die serbische Preffe steht säst vollständig im Dienste dieser »egcii Oesterreich-Ungar» gerichteten Propaganda, und kein Tag vergeht, ohne daß die Organe der serbische» Presse ihre Leser zum Kasse und zur Verachtung der Ruchbarmono.rchie nder zu Attentaten aufreizen, die mehr oder minder ofscn gegen die Sicherheit und Integrität der letzteren gerichtet sind. Eine große Anzahl von Agenten ist damit beschäftigt, hie Agitation gegen Oesterreich-Ungarn mit allen Mitteln fördern, und die Jugend der a» Serbien angrenzenden öst^rcichisch-ungarische Gebiet« zu verführen. Der Geist der Verschwörung, der die politisierenden Kreise Serbiens beherrscht und der seine blutigen Spure» in den Annalen der ierbischei, Geschichte hinterlasic» hat, ist seit der letzten Bal- kuulrise im Wachsen beglijsen. Mitglieder von Banden, *i« bisher in Makedonien Beschäftigung fände», haben sich i)er terroristischen Propaganda gegen Oestcucich-llnzarn Hu Verfügung gestellt. Drc serbische Regierung hot sich bemüßigt gesehen, gegen diese Umtriebe, denen Oesterreich-Ungarn seit Jahren aus l.cstüt ist, in irgendeiner Weise einzuschrciten. Die Königlich serbische Regierung hat sohin der feierlichen Erklärung vom 31. März 1909 nicht Genüge getan und sich solchergestalt in Widerspruch gesetzt mit dem Willen Europas und der Oefterwrich-Ungar» gegenüber eingegangenen Verpflichtung. Die Langmut, welch« die l. und I. Regierung der heroussordernden Haltung Serbiens gegenüber beobachtete, war darauf -nrückzusührc», daß sie sich frei von territoria- ,len> Ligen»--» wubte und die Kossnung nilbt ausgab. daß — dir serbische Regierung die Freundschaft Oesterreich-Ungarns schließlich richtig bewerten werde. Die k. k. Regierung hatte geglaubt, daß eine wohlwollende Haltung gegenüber dem politische» Interesse Serbiens das Königreich am Ende doch »-veranlassen werde, eine gleiche Haltung zu beobachten. Oesterreich-Ungarn erwartete eine solche Evolution der politischen Ideen in Serbien, insbesondere in dem Momente, als nach den Ereignissen des Jahres 1912 die k. und I. Regierung durch ihre desinteressierte, von jedem UebelwoLen freie Haltung die so bedeutende Bergrüßerung Scrbicns möglich machte. Das dem Nachbar seitens Oesterreich- lliigarns bclundetc Wohlwollen hat jedoch die Vorgangs- weijc des Königreiches nicht geändert, das jortjuhr, auf seinem Territorium eine Propaganda zu dulden, deren traurige Folgen am 28. Juni d. I. der ganzen Welt oftenbar wurden, an jenem Tage, da der Thronfolger der Monarchie und seine erlauchte Gemahlin einer in Belgrad entstandenen Verschwörung zum Opfer sielen. Bei dieser Lage der Dinge hat sich die k. und k. Regierung genötigt gesehen, einen neuen und dringenden Schritt in Belgrad zu unternehmen, um solcherart die serbische Regierung dazu zu bringen, einer Bewegung Einhalt zu bieten, welche die Sicherheit und Integrität Oesterreich-Ungarns bedroht. Die k. und k. Regierung ist überzeugt, sich, indem sie diesen Schritt unternimmt, im vollen Einklang mit den Gefühlen aller zivilisierten Nationen zu befinden, die es nicht zugeben könnten, daß der Künigsmord zur Waffe wird, der man sich ungestraft im politischen Kampfe bedienen dürfe, und daß der Friede Europas unausgesetzt durch Umtriebe gestört werde, die von Belgrad ausgchen. ch Zur Unterstützung des Gesagten hält die k. und k. Regierung zur Verfügung der Regierungen ein Dossier bereit, das über die serbische Propaganda und deren Zusammenhang mtt dem Morde vom 28. Juni Austlärung gibt. Eine gleiche Mitteilung ergeht an die Vertreter bei den übrigen Signatur- Mächten. Die Aufnahme der Note in Belgrad. Der Anhalt der Lkotc der österrerchrsch-uimarischen Regie- . nmfl hat iu Regierungskreijen in Belgrad im ersten Augenblick wie eine Bombe gewirkt und die größte Bestürzung hervorgerufen. Es fand sofort ein außerordentlicher Mini- stcrrat statt, in dem die Rote eingehend besprochen wurde, lieber das Ergebnis der Ministerzusammcnkunft wird dos strengste Stillschweigen beobachtet. Anch in der Stadt selbst hat die Lstereichisch-ungarische Demarche die größte Sensation hervorgerufen. Fast in allen Kaffeehäusern bildeten sich Gruppen, die die augenblickliche Lage erregt besprachen und sich in heftigen Angriffen gegen Oesterreich-Ungarn ergingen. Es kam auch verschiedentlich zu ernsten Demonsrra- tionen gegen Oestereich-Ungcrrn. " t/ '“ >1 Im Falle der Ablehnung. Der österreichisch-ungarlsche Gesandte in Belgrad, Baron 6. Giesl, hat von seiner Regierung die Anweisung erhalten, die serbische Regierung formell vom Ansbruch des Kriegszü- standes zu verständigen, falls sie auf ihrem ablehnenden Standpunkt verharren sollte. Diese Erklärung des österrei- chischcn Gesandten wird heute nachmittag 6 Uhr, nach Ablauf der gestellten 48stündigen Frist, erfolgen. Außerdem crwar- tet nian hier, daß der Kaiser ein Kricgsmanifrst an die Bevölkerung Oesterreich-Ungarns int Laufe des heutigen Tages erlassen wird. Tagesüversicht Drutlches Reick- : ^Ablehnung der Wertzuwachsstenervorlage ftir Bauern. Nachdem der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer sich unlängst bereits gegen die grundlegenden Bestimmungen der Wertzuwachsstcucr ausgefproche »hatte, ist nunmehr vom Ausschuß der ganze Negieiungscntwuis einstimmig abgclehnt worden. Ein Zentrumsantrag, der die Regierung auffordert, in der nächsten Session einen Gesetzentwurf vorzulcgen, durch den die Härten der Werizuwachssteucr, soweit der Anteil der Gemeinden in Frage kommt, gemildert und die Bollzugsbcstim- mungcn uerbeßert werden sollen, wurde einstimmig angenommen. Rußland. :: Der Streik ln Petersburg. Die heutige Nacht verlies ziemlich still, wozu freilich die stärkere Besetzung aller Posten durch Militär, das abends aus Krnssnoje eintraf, am meisten beitrug. Einige Barrikaden, die offenbar von ftiiheren Soldaten errichtet waren, wurden rasch zerstürt. Im übrigen kam es zu einem crnsten Zwischenfall durch eine Weibersthlacht zwischen Arbeiterinnen einer Garnfabrik. Die streikenden Arbei- tciinnen wollten die anderen zur Ricderlegung der Arbeit veranlassen. England. :: Scheitern der lllster-Konjerenz. Der letzte Versuch in der Homcrule-Zrage sür Jrlandr eine befriedigende Lösung zu siudeu, ist gescheitert. Die Konferenz ist ergebnislos auscman- dergegangen. da die Iren sich nicht dazu verstehen wollten, die verlangten weiteren vier Grassthasten in'Ulster von Homerule auszuschließen. Die Regierung besindet sich in einer schwierigen Lage, da sie ebenso wie die liberale Mehrheit im llnler- hause unter sich nicht einig sind. Sollte cs zu einem bcwalsnc- ten Einschreiten in Ulster kommen, so dsirsle die Krjsis akut werden une ddic Regierung auscinandersallcn. Albanien. :: Abbruch der Berhandlungen mit den albanische» Aus» ständischen. Allgemein herrscht die Empsindung vor, daß die Krise dem höchste» Punkt cntgegengeht. Aus das gestrige Schreiben der Ausständischen, das eine Beleidigung des Fürsten enthält, faßten die Vertreter der Großnrächte den Entschluß. die Rote der Aufständischen überhaupt nicht z» beantworten. Damit sind die Verhandlungen mit letzteren als end- aültia obaebrochcn zu betrachten Banernveremsfest zu Büdesheim (Oberh.) Am Sonntag, den 26. Juli, nachmittags 3 Uhr, fcicrl brr Bauern Verrin Büdesheim (Oberhesscn) teil 2i ^cküftoii der VereinslMnilil im, Saale „Zum R eichsa dle r" von Herrn Friedrich August Winter. IK. Böckel hat jein Erjcheinen zugcsagt. -Ansprack)«!, werden hallen die Herren H i r s ch c l - Jriedberg, H e n s ei - Dortelweil u. a. Gesang- und Mufikvar-trögc sowie Tanzbelustignng werden für Abwechslung sorge,» Z» dieser Veranstaltung werden alle Freunde und Anhänger der guten Bauernsaüic fcrundlichst cingeladcn von, Vorstand des fcstgebcndcn Vereins. Ans der Heimat. * Friedbcrg, 25. Juli. In der Wetter und Nidda macht sich wieder ein Fischsterben bemerkbar. In der Ufa sind schon längst keine Fische mehr vorhanden. Auch sollen schon vielfach Enten und Gänse cingegangcn fein. Der Grund hierfür ist offenbar in der Zuführung von allen möglichen Abwässern und Chemikalien zu suchen, die seitens der Städte Bad-Nauheim und Friedberg in die Ufa geleitet werden. Pflicht der GesundhcitSpolizei wäre es, hier Abhülfe zu schaffen, bevor noch ander Suchen nsw. hierdurch entstehen. * Friedberg, 25. Juli. Heute Abend veranstaltet die hiesige Militär-Musikschule im Ratskeller bei freiem Ein- tritt ein Konzert. Ein Besuch desselben kann mir empfoh- Ich werden. * Bob-Nauheim, 25. Juli. Heute Nachmittag von 4 bis 10 Uhr Abends und Morgen Sonntag, nachm, von 8—7 Uhr im Konzcrthaus Wohltätigkeits-Bazar nebst künstlerischen Ansftih. rungen. Abends HY, Uhr im Konzcrthaus Ball. Außerdem ist inorgen Sonntag nachm, von 4—4S'/, Uh» und abends von 8 bis 10 Uhr ans der Terrasse Konzert des Mufilkorps des Gar» de-Dragoucr-Rcgiinents Sir. 23 aus Darmstadt. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: „Schneider Wibbel", Komödie in 5 Bildern von Hans Müller-Schlösicr. Nächste Woche ist täglich vormittags 7 Uhr Frühkonzert in der Trinkturanlage. * Bad-Nauheim, 25. Juli. Bis zum 23. Juli sine 2315k Krugästc angelommen. Bäder wurden bis zum 23. Juli 191< 277 001 abgegeben. Lind Nauheim, 25. Juli. Von, 29. Juli bis 1. August findet aus unseren, schönen am Fuße des Johannisberges gelegenen Golfplatz ein Gvlfturnier statt. Es haben sich bereits zaglrcichc Teilnehmer gemeldet, hauptsächlich viele Amerikaner und Engländer. Das Golsspiel hat sich in den l'hten Jahren auch in Deutschland außerordentlich viele Freunde erworben und wird immer eifriger betrieben. Den, bcvor- Ichenden Turnier bringt man von allen Seiten reges Interesse entgegen. — Am 2. August veranstaltet der 1. Frank- surtcr evchwimmklub im großen Teich wieder eines seiner interessanten Schwinimscste, die sich alljährlich des größten Dclsalls erfreuen. In diesem Jahre wird die Veraast «ltuiig ganz besonders fesselnd sein, da der Schwimmklub Neptun- Hannover als mitteldeutscher Meister gegen den 1. Frankfurter Schwimmklub als süddeutscher Meister um die deutsche Wasjerball-Meisterschaft kämpfen wird. * Gieße». 25. Juli. Der Verein ehemaliger 1I6cr Kaiser Wilhelm.Regiment Gießen feiert morgen Sonntag, den 2*\ Juli, nachmittags auf der Liöbigshöhe sein diesjähriges -So m morsest. * Gießen, 25. Juli. Am 20. b. M. verschied dahier in Folge eines KerMIages Herr Otto Luft, der frühere Sc sitzer des Gasthauses zum Löwe». O. Lust war in den »ve, Jahren eine weit und breit bclannte Persönlichkeit geworden, da er sich als einer der ersten der von Dr. Böckel in Oberhessen entsachten Baucrnbewegung anschloß. Als Wahlkreisvvr- sttzcnder ist Luft viele Jahre lang für die deutsch-völkstche Sache eifrig tätig gewesen und sein Gasthaus galt lange Zeit als Tresipunlt aller, die sich der Bauernbewegung angeschlossen halten. Als Lust sich später ins Privatleben zurückzog, wirkte er für die von ihm für richtig erkannten Ziele, wenn auch nicht mehr öffentlich, so doch in der Stille weiter. An seinem Grabe gedachte darum auch Lehrer Kling, der Wahlkreis- Vorsitzende der deutsch-völkischen Partei, der Tätigkeit des Verstorbenen und legte als Zeichen der Dankbarkeit einen Lor- decrkranz nieder. * Gieße», 25. Juli. Seine Kgl. Hoheit der Eroßherzo haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 11. d. M. geruht, dem Rektor und den Dekanen der Großh. Landesunivcr sität Gießen das Recht zu verleihen, bei festlichen Gelegenheiten eine aus Talar und Barett bestehende Amtstracht anzulegen. lieber die Aussührungsbestimmungen ist noch nichts entschieden. - >• * Gießen, 25. Juli. Alle auswärtigen Besucher der Gcwer- bcausstellung werden ausdrücklich daraus hingcwiescn, daß sich am „üchstcn Dienstag eine letzte Gelegenheit bietet, den Schlager aller Bühne die Posie mit Gcjang „Wie einst im Mai" kennen zu lernen. Das Werk hat bei jeder Ausführung jubelnden Beifall gefuiibm und sicher wird auch diese Vorstellung die bei llciiie» Preisen stattsindct, und durch die glänzende Ausstattung allen, schon sehenswert ist, die bewährte Anzieh ungskrast ausuben. Hessr». Nassau, * Bad Homburg v. d. H-, 2-5. Juli. Der König Gricckienland der bekanntlich an den Kaisermanöver» lest, nimmt, triff, bereits in der 2. Angnslwochc ans Schloß Jriedrichshos ein. * Griesheim a. SR., 24. Juli. In den Elektronwesken siel der Arbeiter Bieber in einen mit Lauge gefüllten Kasten. Er erlitt fein schwere Brandwunde» am Körper und mußte iok.'rt den, ^ranken Hanse ziigesüürt werden. «r. TT1 25. 3ati 1*14 Seite 3. * 24. Julr. Die Gemeindeveetreirrng ILlotz mit dem Höchster Gaswerk einen cmf 30 Jahre währen- öen GaSlicferungsvertrag ab. * Eronberg, 23. Juli. Die Stadtverwaltung hat es obgrlihift zu der Frage der elektrischen Bahn Frankfurt— .onigstein solange Stellung zu nehmen, bis die Lokalbahn- veirlllchast die Linienführung durch die Stadt cndgiltig fest- grll'Ilt hat. " Elettrijche Bahn Franksurt-Königftein. Im Kreishause -:> Bob Homburg traten unter dem Vorsitz des Landrats von -lintj die Vertreter der an der geplanten elektrischen Bahn Frantsurt-Kiinigstcin beteiligten Gemeinden zu einer Konferenz zusammen, in der in erster Linie über die Grund- und Vprenerweibungc» sür den Bahnbau berichtet wurde. Ein. stluunig bedauerte man das geringe Verständnis und sehr ost schroffe Verhalte» der Lolalbahngesellschast gegenüber den WLinchen der einzelne» Gemeinden. Die Bangesellschast mache nur Vorschriften, örtlichen Wünschen dagegen setze sie stets ein „Neu." entgegen. Die von dem Katasterkontrolleur aus Mark 250 080 veranschlagten Grundcrwerbskosten wurden für viel zu gering erllärt. Schließlich machte Landrat von Marx folgenden Vorschlag: Die Lolalbahngesellschast erwirbt den Grund und Boden: hierzu zahlt die jeweilige Gemeinde die Hälfte, ein weiteres Viertel geht zu Lasten der Gemeinde als Eemcin- dcfchuld mit I Prozent Zinsen und Amortisation unter Ver- pländung der Umsatzsteuer, 15 Prozent zahlt die Lokalbahn und verzinst dieses Kapital mit 5 Prozent und den Rest von lg Prozent zahlt die Ecsellschast sofort bar an. Da diese Lasteu- verteilung den »leisten Gemeinden bedeutende Schulden ausbürden würde, werden diese Vorschläge jedenfalls von den Ge- ineiliderertretungrn glatt abgelehnt. Denn nach anderen Schätzungen betragen die Grundstiilkserwerbskostcn rund eine halbe Million Mark. Wenn die Lokalbahngesellschaft den Gemeinde» nicht ganz erheblich mehr als sonst entgegenkommt, wird d-e Bahn wahrscheinlich noch nicht gebaut. * Wiesbaden, 24. Juli. Auf der Bäderstraße Wiesbaden—Nassau—Ems geriet unweit Holzharrfen ein von hier kommendes Automobil in Brand. Verletzt wurde niemand. Ter Kraftwagen wurde jedoch ein Raub der Flammen. * Wiesbaden, 24. Jrrli. Drei Fuhrleute, denen man für die Folge besser keine Pferde oder sonstige Zugtiere anvertrauen sollte, standen gestern vor dem Wiesbadener Schöffengerichte. Der Fuhrmann ElsinLIlcr glaubte sein Pferd, das nach seinen Angaben sich störrisch zeigte, durch übermäßige Schläge zu einem laminsrommc» Tier machen zu sollen. Dem Fuhrmann Kiürner, dessen ohne Aussicht stehendes Pscrd durchging, hatte sein Tier zur Strafe dafür die außerordentlich steile Ecisberg- ltraßc unter soitgcsetztci» Einschlagen im Galopp hinausgetrie- brn. Ebcnsall» aus einer steilen Straße machte sich der Fuhrmann Emil Forst der Tierquälerei schuldig. Er lehnte jegliches Vorspann ab und schlug unbarmherzig auf das eine seiner Pferde, das gefallen war. ein. Mit den verhältnismäßig ge- rtngca Strafen von je 20 Marl für Eismüller und Forst und li Merl für Klär,,er fchiitten die Schöffen die Fuhrleute nach Hause. * Biebrich, 24. Juli. Auf der Station Biebrich-Ost wurden sämtliche Stationsassistenten, welche im Personenbahnhof als Fahrdienstleiter bedienstet waren, nach anderen Stationen von benachbarten Bahnstrecken und in den inneren Dienst versetzt. An deren Stelle sind Weichensteller 1. Klasse für den genannten Dienst bestimmt worben. Die Eisenbahn- Verwaltung macht durch diese Versetzung der Assistenten bzgl. der Gchaltsverhältnissc und Wohnungsgeldzulagr eine be- deutende Geldersparnis, wo immentlich Bedacht dararrf genommen werben soll, daß gespart wird. * Schlüchtern, 24. Juli. In dem außerordentlich industrie- armcn Kreis Schlüchtern hat nunmehr such die Marmorfchlei- serei von Berchcr & Lerhäuser in Altengronau ihren Betrieb eingestellt. Die durch die Beschasfuirg des Rohmaterials ver- urfachieii rmverhältnisuiäßig hohen Kosten, machten die Kon- lursanmeldung nötig. Durch diese Maßnahme find mehrere Arbeiter brotlos geworden. * Schlüchtern, 24. Juli. Im nahen Altengronau ist die Marmorschleiferei von Bcrcher und Gerhäuser in Konkurs geraten. Da das Werk bereits den Betrieb cinstellte, wurden sämtliche Angestellten und Arbeiter brotlos. ^ * Marburg, 25. Juli. Der Lehrer Karl Engelhard- Hanau, der durch seine dramatischen Dichtungen bekannt geworden ist, ist, erst 34 Jahre alt, gestern morgen in der Klinik in Marburg an den Folgen einer Operation gestorben. * Kassel, 25. Juli. Der seit langem gesuchte Mörder des Försters Romanus in Kämmerzell, der Zigeuner Wilhelm Sbondcr, aus dessen Ergreisung eine Belohnung von 5000 Mk. ruSN.fetzt ist, ist jetzt in der Nähe von Witzenhauscn gesehen worden, wo er unter falschciu Namen bei einem Eisenbahnbau Arbeit gesunden hatte. Als er sich erkannt sah. flüchtete er. Die ganze Gegend wird jetzt nach dem oprschwundenen Mörder rbgcsucht. Starkrnburg ^ .__ ; * Darmstadt, 25. Juli. Mit Beginn der Wintersemesters wird an der Techn. Hochschule dahier nach dem Borbild anderer Hochschulen eine alademijche Wohnungskommission und ein studentisches Wohnungsanrt in Tätigkeit treten, damit auch hier das studentische Wohnungswesen eine einheitliche Regelung findet. Bis jetzt w«d« durch Umfragen bei den Studenten 800 einwandfreie zufriedenstellende Wohnungen sestgestellt. Diese werden in eine Grundliste ausgenommen, welche stets ergänzt und auf dem Laufende» gehalten wird. Die freien Zimmer sollen durch die Vermieter an.der Techn. Hwhjchule gegen eine einmalige Gebühr von 50 Psg. eingetragen werden. Die Oberleitung hat auch bet studentischen Mictsstrettigkeitcn die akademische jvohnungskommisston. 1 • Darmstadt, 24. Juli. Wegen Belästigung und De- sihimpfen pm Lrbeitswilllgen, dir in fc« KanimfakrU von Best in lörirühat». arbeiten, .war der KlMldachrr,U- Beistegel daselbst vem ^SchrffenMczcht- zu 2 ^0«ch«st4SesäaMr öuurtetlt ^worden. Lr tz 43 Jahre alt.-bisbtt MkbtLrart lMd hat sich in jeluem Zorn, über di« nun seit einem halben Jahre bestehende durch Beschränkung des Koalitionsrcchtcs verursachte Aussperrung zu den Ausschreitnngen bimcißen lasten. Er hatte gegen die Sttafe Berufung verfolgt zu dem Zwecke, eine Seldsttafe z» erhalten, da die Beschimpfungen nicht so schwer waren. Die Strafkammer hat aber die Berufung kostensällig verworfen. * Darmstadt, 24. Juli. Wegen Betrug und Urkundenfälschung wurde die kaum 15 Jahre alte A. A. K. aus Viernheim zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt, weil sie. um sich einen neuen Hut lausen zu können, das Krankenkastengellr^iner Kollegin erhob und deren Namen unter die Quittung von Mk. 10.50 setzte. Den Betrag hat sie inzwischen wieder ersetzt, da sie auch noch unbesttaft ist, wurde ihr nrildernbe Umstände in weitgehendstem Maße zugcbilligt. ' Darmstadt, 24. Juli. Die Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis wegen Bettug erhielt der vordcftrastc Hausierer W. Klein dahier, der einer Witwe in Griesheim einen Wogen unter falschen Vorspiegelungen ausschwindclte und den Erlös für sich verjubelte. ' Darms, adt, 2«. Juli. Zum Fall Dogt-Heyderich erfahr«» wir. daß nach den inzwischen crsolgten Aussagen der beiden in Antersiichungshasi befindlichen ein wohl vorbereitetes Eom- plott zur Besettigung des Ehemannes Hcydcrich aus irgend eine Art beschlossen worden war. V. soll jetzt zugegeben haben, daß ei von der durch Frau Hcqderich bcabstchtigtcn Easoergif- tung unterrichtet war. auch hatte er gelegentlich ein Quantum Acther angeblich zu wistcnschastlrchcn Zwecken mitgebracht, um eine Vergiftung des H. hcrbeizuführcn. Aus dieser Verschwörung (Vogt gibt an, daß er Frau H. geschworen habe. H. weg- zuschasren) ergibt sich, daß Frau H. über die vorgejpicgelte Brandstiftung und den dabei beabsichtigten Mord vollständig unterrichtet war. Aus de» Feststellungen geht auch hervor, daß der Erinordete doch auch nicht ganz cinwandfrei in moralischer Beziehung gelebt hat. wenigstens behauptet dies seine Frau energisch mit de», Hinzusüxcn, Laß sie in Folge der Krankheit ihres Mannes infiziert worden sei nud deshalb eine Operation durchmachen mußte. * Darmstadt, 24. Juli. Flott eingerichtet hat sich für ihre Verhältnisse die bei einer hiesigen Kianlenkaste mit Reinemachen beschäftigte Ehefrau Roth dahier. Vor einigen Wochen waren bei der Kaste etwa 700 Marl verschwunden, ohne daß es ermittelt werden konnte, wo sie hingckommen waren. Man hatte alsbald Verdacht aus die Frau, doch konnte sie nicht über- sllhrt werden. Inzwischen hat Kriminalschuhmann Kröhl dahier die Spuren wettcr verfolgt und konnte dann ermitteln, daß Frau R. sich beinahe vollständig neu eingerichtet hat. Sie hatte «. a. ein neues Kinderbett, vier Schirme, Schuhe, Wäsche, Bcttwcrl ujw. iu Menge gelaust und hat sich dadurch verraten. Aus Rhcinhestca. * Mainz, 24. Juli. Das in der Strphänstraße befindliche, in den 70er Jahren durch die Gräfin v. Hahn-Hahn gegründete und vor einigen Jahren bedeutend erweiterte Kloster „Zu den giften Hirten", in dem gefallene und vcr- wahrloste Mädchen gebessert werden, sucht seine umfangreichen hiesigen Gebäulichkeiten zu verkaufen, da beabsichtigt wird, das Kloster ins fieie Land zu verlegen. * Rieder-Ingelheim, 25. Juli. Ein Freibad mit komischem Ausgang nahm Ende voriger Woche ein Bauernsohn aus Rieder-Ingelheim. Sern Tagewerk bestand in der heißen Juli- sonn« in dem Abmähen einer Wiese direkt am Rhein. Da er anderen Tages auch noch zur Ecneralmusterung sich stellen mußte, so war nichts natürlicher, als er ia den kühlen Flute» des Rheins ein erfrischendes Bad nahm. Schnell entschlosten warf er nach Feierabend die Kleider ab u. tummelte ein Stück rheinabrvärts und landete auf einer Aue. wo er bald in tiefe» Echlas verfiel. Unterdessen war dem Vater das lange Ausbleiben seines Sohnes ausgefallen. Er begab sich aus das Feld und sah dort Kleider und Sense liegen, von seinem Sohne war aber trotz allen Rufen? nichts zu sehen und zu hören. Es stand sep, der Bub ist ertruirken und der beftübte Datei nahm Kleider und Sense aus und setzte die Eeinigen von dem ver- meirftlicheu Unglück in Kenntnis. Während man sich noch dem tiefsten Jammer hingab, öffnete sich leis« die Hoftür, und der Bub betrat, splitternackt, das Anwesen, wo sich alsdann zur Freude der Angehörigen der Irrtum aufklärte. * Bingen, 24. Juli. Am Dienstag haben etwa hundert Arbeiter der Firma Grün und Bilfinger die Arbeit wieder ausgenommen. Der Streik ist also beendet. Die Aufnahme der Arbeit geschah zu den alten Bedingungen. Heute sollen wertere zwerhundert Arbeiter ihre Tättgkeit aufnehmcn und in einigen Tagen denkt man, daß die Arbeit auf der ganzen Linie wieder im Gange sein wird! Zum Feldbergfrst. Die Feldbergfeste blicken in diesem Jahre auf eine 70- jährige reichbewegte Geschichte zurück. Als man am 23. Juni 1544 sich zum erstenmale auf dem grauen Taunushütcr zu einem frischen fiöhlichen Tun versammelte, bedeutete diese Zusammenkunst inmitten einer gärenden Zeit eine Tat, die weithin in allen Dolkskreisen und bei de» Regierungen Aufsehen erregte. Denn in der Veranstaltung, von führenden Männern und Politikern gerufen, von den mit Mißtrauen beobachteten Turnvereinen wacker unterstützt, witterte die Obrigkeit etwas Freies, Volkstümliches, Demokratisches, bas nicht di den Rahmen der bestehenden Verfassungen paßte. DoS erste Fest fand aber trotz aller Gegenminen unter riesiger Beteiligung statt. Gesang- und Schützenvereinc aus allen Teilen Nassaus und Hessens zogen in hellen Scharen auf die Höhe. Die Festrede hielt der damls 35jährige August .Ravenstein, der Gründer des Frankfurter Turuwesens, iiber den Sinn und die eigentliche und wahre Bedeutung des Festes. Dazu boi August Schärttner inst seinen Turnern glänzende Leistungen, die brausenden Beifall auslöstrn. Schärttner richtete dann begeisterte Worte über „sssteiheft, Vaterland, Aftcheit, ^straft und Mannhaftigkeit" an die Menge. Allem ersten Feste folgten in ähnficher Werse noch fünf andere bis zum Jahre 1848. Der Volkssllmmung entsprechend. trüge» die Festreden inimer mehr der Politischen Lage Rechnung, sic wurden schließlich die Spiegelbilder der Anschauung weiter Kreise. Das hatte zur Folge, daß im er-ttiruijahre 1549 die Feldbergsestc sür staatsgefährlich erslärt und verboten wurden. Doch man wußte sich zu helfen und verlegte den Fcstplatz nach dem Fuchstanz. 1850 wurde das Fest durch Soldatendes Landgrafen von Hessen-Homburg ge- waltsmn gesprengt. Der erbitterten Stimmung über diese,, Eingrifi in deS Volkes Recht hat bekanntlich Friedrich Stoltze in einem satirischen Gedichte Ausdruck verliehen. Es gingen 10 Jahre ins Land, ehe die Feldbcrgfeste wieder z» neuem Glanze erstehen durften. Vater August Ravenstein und der Taunide 1 0 '. Aloys Heuningcr von der 1»r. Hetzdenschen Erziehungsanstalt zu Frankfurt verbanden mit der Eröfsnung des Fcldbcrghauses am 12. August 1860 die Abhaltung eines großartigen Feldbergsestc?, dem tausende von beiwohitten. lind obgleich die Hombnrger Regierung die finta-r in jeder Weise zu urüerdrücken suchte und sogar die Vereinigungen zur Pflege des Turnens nn eigenen Ländchcn aushob, so gelang cs ihr doch nicht mehr, hen SiegcSzug der Feldbcrgfeste anszuhalten. Seit dein Beginn de: 60er Jahre bat bis heute alljährlich da? Feldberg- fest stattgcfunden. Am 24. April 1870 wurden für die Ucbimgcn besondere Geschäfts- und Turnordnungcn heraus- gegcbeu. Wenn sich ehedem nur die Turner der engeren Heimat an den Wettspielen beteiligten und die Feste ir.'luden Charakter lokaler Vcranstalttingcn trugen, so hat sich auch hierin in den letzten Jahren ein gewaltiger Umschwimg vollzogen. Unter den großen Turnsestcu der deutschen Tnrn« sch..st .ichmen die Feldbcrgfeste eine führende Rolle ein. Tie ersten Vereine Deutschlands schicken ihre bcstci, Mannschaften heute auf den Feldberg, um sich im schärfsten Wettbewerb einen Eichenkranz zu erringen oder einen der hcißbegebrten Wan- dcrpreise als Sieger jubelnd nach Hanse zu tragen. Aus aller Welt. „Bliimknpolizistcn". In England gibt cs junge, Rsi.d- chcu, die cus ihren Fahrten aus eigenem Antriebe darüber wachen, daß das Publikum nicht sinnlos die wilden Blumen obreißt. Ein Feldstrauß soll nicht verwehrt sein, nur das Allsrotten der Blumen wollen die kleinen Polizisten vechin- dern. Da sie ihr Wäch^ramt geschickt zu handhaben versiegen und sich nicht aufdringlich hervortun, mag inan die Blmvu:- polizisten überall gern leiden. An einem Mückenstich gestorbcu. In einer Prinai- klinil in Perlcburg starb am Mfttwoch der Leutnant i'ci.’i. insolge eines Mückenstiches, der eine Blutvergiftung zur Folge gehabt hat. Eine Heugabel als Lrbcnsrettrr. Auf wnnderb.'re Weise wurden in Drierdorf zwei Frauen vor dein Too ■ ec- wahrt. Diese waren in der Nähe des Waldes mit Hvmiachen beschäftigt. Ein schweres Gewitter brach herein. Schnell flüchteten fie in eine nahe Schutzhütte. Eine Hengabel hafte» sie bei ihrer Flucht in der Nähe der Hütte in -den Boden gesteckt. Diese sollte ihr Retter sein- Kaum lwtten sich nämlich die Frauen geborgen, als der Blitz in die .Hütte schlua, dort einen Balken zerschmcternd. Die Zinken der Gabel u> er singen ihn auf und leiteten ihn in die Erde. Olmc sie wäre>> die Frauen zweffellos verloren gewesen. So aber kanr öle ciüc außer mit dem großen Schrecken mit einem zeitweise» Verlust des Gehörs davon. Die ander träf der Luftdruck so stark, daß sie völlig blau wurde. Einbruch in eine Äftche. Ein dreister Eiuornch wurde gestern abend in der alt-evangelischen Kirche in Schöneberg bei Berlin in der Hauptstraße versucht. Zwei jüngere Riänner, deren Persönlichkeit noch lucht sestgestellt winde, erbrachep die Türen und versuchten, die Kirchcngeräte z» rauben. Als sie überrascht wurden, leisteten sie heftigen Widerstand und schlugen einen Polizisten nieder. Es ge- lang schließlich, sie zu überwältigen und zur Poftzeiivoche zu bringen. Ränlerrschc Beamte. Unter der Güterstation Warschem- Breft wurde ein Tunnel mit zwei versteckten Ausgängen entdeckt. Im Tiinnel wurden Stühle und Tisck>e, ein Bett und eine Menge werwoller Gegenstände in Gold und Silber und Partien von Leder vorgeftrnden. Es stellte sich heraus, das, Eiscnbahnangestellte schon vor vielen Jahren die Bodenaushöhlung hcrgestellt haben, um darin aus dem Magazin der Statton gestohlene Guter zu verbergen. Auf dieser Station sind auch in der Tat öfter wertvolle Frachtgüter in Verlust gercftem Ein schuldiger Beanfter wurde bereits verhaftet. Auf einer Kahnpartie ertrunken. Am Mittwoch ereignete sich aus der Jll ein aufregender Unglücksfall. Ein Student und zwei Studentinnen hatten zusammen eine Kahnpartie gemacht und wurden, als.die Schleuse geöffnet wurde, von der Strömung fortgcriffcn und über die Schleose gespült. Nach langen Ansttengnngrn gelang es, den Studenten und eine Studenttn zu retten, während die andere Studenttn nur als Leiche aus den Fluten gezogen werden konnte Frankftirter Wetterbericht. Voraussage. Wechselnd bewölkt, zeitweise Regcnschanci, kühl, zeitweilig auftrftchcndc westliche Winde. _____ Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsibel. Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil- Bernhard Lenz, Fricdberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- «eitting". A.-G-. Friedbera i ß. Sir. lv z Vi«»e Tageszeitung. Samstag, ttn 25. Sult isi«. Seife-? u bietet selten günstige Einkaufs-Gelegenheiten in fast allen Abteilungen unseres Geschäftshauses Ersßr Mn Mllhßliße. KlcktMe, Kliljkll, Kiiidkllilkidchkii. Wäsche, Schürzen, Unterröcke, Trikotagen, Gürtel, Strümpfe re. re. - kommen ohne Rücksicht auf den bisherigen Wert zu enorm billigen Preisen zum Verkauf. - Sämtliche Artikel sind mit den 8rä,!mr,n-L8-L*«eisen versehen und extra ausqelegt. 1 Warenhaus Geschwiste H Unsere diesbezüglich dekorierten Sei r Mai laufcnster bitten w yer, Friedberg. 1 ir zu beachten. "HSZ "f Bad- d. Exped. d. Neuen Tageszeitung. Lt.itt jeder besondere» Anzeige. M Impfung l'lll Mein lieber guter Mann starb gestern plötzlich in Bad-Kissingen, welches hiermit Freunden u. Bekannten mitteile. Friedberg, den 24. Juli 1914 Hanauerstrafie 4 . 3m Naim Der Iraiierniicn §infer6IicDcnen: Zenny Krämer geb. Ijtiibiirgtr und Kinder. Die Beerdigung findet Sonntag den 26. Juli, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause aus statt. Bauernverein Büdesheim (Oberhessen). lLandw. Bezugs- und Absatzgenofienschaftl. fS'jiiriie ZiltiläMsfeitt am Sonntag, den 36. Juli 1914, nachm. 3 Uhr im Saale des Herrn Friedrich Winter. Ansprachen, Gesang. Miisikvortrage Tanzbelustigung. Cs ladet ergebenst ein Der Vorstand Die diesjährige Impfung soll am Mittwoch, den 29. Zult, Mittwoch, den 5. August, Mittwoch, den 12. August, Nachmittags 5 Uhr in der Muster» schule zu Friedberg vorgenommen werden. > Die Nachschau findet jeweilig eine Woche später statt. Es können zur unentgeltlichen Impfung gebracht werden: 1.) alle im Jahre 1912 geborenen Kinder. 2. ) die in den ersten Monaten dieses Jahres geborenen Kinder, 3. ) besonders auch alle von auswärts zugezogencn, noch nicht geimpften Kinder und die aus früheren Jahren Rückständigen. Aus Familien mit ansteckenden Krankheiten dürfen Kinder nicht gebracht werden. Friedberg, den 24 . Juli 1914. Der Bürgermeister Stahl. Täglich heilere Knnstler-Abende Musik » Gesang m Tan, Ab 1. u. 15. jeb. Mon.: Jtrogrninmiiiedjftl. Kein Weinzwang. Anfang '/.» Uhr. Entree inkl. Garderobe 0.50 Alk. Zum Besuch ladet höfl. ein. Die Direktion. Weisswarenhaus Heinr. Dieltl Friedberg I. H. zeigt hiermit seinen I an. In allen Artikeln ausserordentlich günstige Einkaufgelegenheit. 1 Saalbau, Friedberg Sonntag, den 20. Juli 1914 Große Tanzbelustigung ^ bei I». Wiener Ballorchcster. Anfang 4 Uhr. Ende 1 Uhr. Eintritt 20 Psg. Militär 10 Pfg. Es ladet freundlichst ein <®. WeilMÜNftep. braune Herrenstiefei braune Damenstiefel braune Halbschuhe Alle anderen Sorten ebenfalls concurrenzlos billig. Um in kürzester Zeit vollständig zu räumen verkaufe ich folgende Artikel jedem annehmbaren Preise Schaftstiefel Kamelhaarschuhe Gummischuhe Herrenhalbschuhe in Ghevreaux und Lack Zugstiefel arbeiterstiefel Alle Arten Knopfstiefel zu Schleuderpreisen Beilage zur „Neuen Tageszeitung 44 17.2 Samstag, de» 35. Juli 1914. 7. Jahrgang Gedenktage. Beruh. Bascdor, Pädagog und S&jSbh^f^ I7M Alb. Knapp, geistlicher LiederdiHeh geb. — 1812 R. CH. B. Avö-Lallemanh, Arzl, H. W.Tisckchein, Maler, f. — 1863 Waffen. ,:i r' ikolsburg. — 1896 Freiherr Lothar von Für Icit nnd Emiglreit. 7. Lo»»t»<> nach Trinitatis. 'i'ttiiaget einer den andern in der Liebe, und seid flel- l i \ Hallen die Einigkeit im Geist durch das Band de» Friedens. Epheser 4, 2. öut Nächstenliebe gehört als ein Hauptstück die Verträg- ! ,'eii Wo Menschen beieinander wohnen, und miteinander r, len, da ist cs ein Hauplcrsordcrnis, daß ste miteinander auslrmmen. Friede ernährt, Unsriede verzehrt. Wie manche» 'chäne Werk, das vielen hätte nutzen können, ist unterblieben, u>,il die Beteiligten sich nicht einigen, sich nicht miteinander vertrage» konnte». Wie manches Zujainmenleben, das zum Kegen werden könnte und sollte, ist zum Fluch, zur Hölle geworden, weil keines sich Mühe gegeben hat, auszukommcn mit dem andern Teil. Lastet uns aber nicht uns auf Beispiele aus unserem Velanntenkreis besinnen, sondern Einkehr halten bei uns selber. Ihr Ehegatten, habt ihr euch immer vertragen in der Liebe? hast du, Mann, immer deine Frau getragen und vertragen in Sanftmut und Milde und ihr als dem schwächeren Teil die gebührende Ehre erwiesen? Und du, Frau, hast du nie deinen Kopf und Willen im Haus durchzudrücken versucht und deinen Mann dadurch verbittert? Vertraget euch von neuem in der Liebe,- schicket euch ineinander und gebe jedes von seinem Eigensinn etwas preis, dann werdet ihr herrlich aus, kommen. Und ihr Geschwister im Hause, habt ihr immer bedacht. wie sein und lieblich es für euch ist, einträchtig beieinander zu wohnen? Gönnet ihr einander alles Gute, streitet ihr nie um Kleinigkeiten, seid ihr nie eifersüchtig auseinander, Wie lebst du mit deinen Hausleuten und Nachbarn? Gelegenheiten mr Reibung gibt's ja so viele, und „cs kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn er dem bösen Nachbar nicht gerillt". Aber bist du auch immer der gute Nachbar und nicht vielleicht manchmal der böse, der eigensinnig auf sein Recht r. nii, 'ii ? O Friede ist ein köstlich Ding: möchte er uns alle ..-.'reinander und mit denen, die das Leben mit uns zusam- Iti.hr!, zusammenbinden zu einer Einheit! Und der rechte Fried« werktet da, wo der heilig« Geist Gottes selber die Ehr. Jgif, schafft. D heil ger Geist ekhr bet uns et»! Treuer Gatt! Du bist der Gott des Friedens und willst auch, daß wir ia Fried« und Einigkeit' untereinander leben. Nimm unfrre herze» in deines heilige» Geistes Zucht und hilf uns. daß wir alles meiden, was,den Frieden stört, daß wir alle zusammen einander in der . Liebe vertragen. Gib Friede» und StnlgteU in unser ganzes, öffentliches Lebe», in Kirche, Volk und Wekt. Dein Friede, der höher ist als all« Vernunft, bewahre unser« Herzen und Sinne in Christo Jesu! Amen. Wocherrschair. Das österreichische Ultimatum. — Monopole im deutsche« Reich. — Der Besuch Po'mcaräs. — Die Ulsterkonfereuz. — Unklarheit in Albanien. Alle Ereignisse der Woche werden in den Schatten ge» stellt durch die tlebereichung des ö st e r r e i ch i s ch e n U l t i m a t u m s an Serbien. Zwar war es schon lang: bekannt, daß der Kaiscrstaat an der Donau endlich gewillt sei, den großserbischen Umtrieben in Belgrad ein: bis hierher und nicht weiter! zuzurufen; aber Niemand hätte geglaubt, !>aß das in so entschiedener und unzweideutiger Weise ge- scyctzcn wurde. Die Ergebnisse der Untersuchung über das Attentat in Sarajewo haben allerdings auch derartige Beweise von der Mittäterschaft serbischer Rcgierungskreise von der Mordtat gebracht, daß Oesterreich sich um jeden Schein ton Achtung bringen würde, wenn es sich nicht endlich zu einer Tat aufgerasst hätte. In diesem Sinne ist cs erfreulich, daß man sich in Wien endlich entschlossen hat, dem so beliebten Forlwursteln ein Ende zu machen und klar und unzweideutig Klärung verlangt. Oestereich wird damit endlich einer Krise ein Ende bcriten, die schon lange Zeit ai.s unser gesamtes wirtschaftliches Leben drückt und eine nie verstechende Quelle politischer Beunruhigung darstellt. Entsprechend dem kräftigen Ton der Note ist auch die Frist sehr kurz gestellt; sie läuft schon mit dem heutigen Tage ab. Auch dieses Verfahren ist zu begrüßen, es nimmt Serbien die Möglichkeit, in gewohnter Weise die Dinge zu verschleppen und in den Sand verrinnen zu lassen. Zur Stunde, wo diese Blätter in die Hände der Leser kommen, dürste die Ent- scheidung schon gefallen sein. Für Serbien bleiben drei Wege: eine glatte Annahme, die bei der Großmannssucht Serbiens kaum zu erwarten ist, der Versuch, durch Verhandlungen eine Milderung zu erreichen. Diese Form dürste aber rauni zu einer Verständigung sichren, da hierdurch gerade d'v Verschleppung herbeigeführt würde, die Oesterreich durch die kurz gestellt Frist vermieden wissen wollte. Drittens käme die Ablehnung in Betracht, auf die der Einmarsch des österreichischen Heeres in Serbien als Antwort erfolgen würde. Damit wäre der Anfang zu tveitcren internationalen Verwickelungen gegeben. Auf alle Fälle ist die Lage ernster, als sie selbst in den schlimmsten Zeiten der Balkankrisis gewesen ist. Es scheint sich zu bestätigen, daß sich die deutsche ReichS- regierung mit dem Gedanken trägt, ein Zigarette»- inonopol einzuführen, von dein man einen jährlichen Ertrag von 100 bis 120 Millionen Mark erhofft. Allerdings wird zur Ablösung der bestehenden Fabriken ein beträchtlicher Betrag erforderlich sein, mindestens eine halbe Milliarde; i iS Auge gefaßt ist dabei daS Fabrikationsmonopol, während die Abgabe an die Konsumenten in derselben Weise wie bisher erfolgen soll. Die Vorbereitungen seien schon ziemlich weit gediehen und mit den Jiüeressentenkrciscn batten bereits Beratnngen staltgefundcn. Ob die Nachricht, daß auch rech weitere Monopole geplant seien, den Tatsachen entspricht, muß noch abgewarlct werden, so ganz unmöglich ist daS ja nicht, da auch ohne eine ncue große Militärvorlage Ausgaben erforderlich sein werden, >mi unsere Rüstungen z» verstärken. Eine gewisse Enttäuschung, wenigsten? für die Franzosen, scheint der Petershurger Besuch Poi » - car8s gebracht zu haben. Gewiß ist der Präsident der französischen Republik mit allen ihm znkommenden Ehren empfangen worden, auch war der Verkehr mit den maßgeben- den Persönlichkeiten ein durchaus herzlicher, aber eS hat mt der Seine doch etwas Uebcrraschung hervorgerufen, daß die bet dem Galadiner gewechselten Trinkspriickje das Maß des Konventionellen in keiner Weise überschritten haben. Gewiß haben auch verschiedene politische Konferenzen stattge- funden, die den schwebenden Togesfragen galten, ob aber dabei noch besondere bindende Abmachungen getroffen wnr- dcn, ist wenig wahrscheinlich. Fronzösische Blätter wollen wissen, daß bei den Besprechungen aiich des Verhältnisse? Rußlands zu Schweden gedacht und in den Bereich der Erörterungen gezogen worden sei und daß Herr Poincarö, d.'r bekanntlich auf der Rückreise auch dem schwedischen Hose einen Besuch abstattet, eine Art Vermittlerrolle übernom- Montag, T-. Juli, beginnt unser grosser " : ' Ueberraschend billige zurückgesetzte Preise für Waichstofite♦Kleiderstoffe Seidenstoße, Konfektion, Baumwollwarcn, Weisswaren, Gardinen, Wäsche, Trikotagen, Handschuhe, Strümpfe, Schürzen, Sonnenschirme, Etestbestiinrie in Spitzen, Posamenten, Tressen, Bänder, zuin Teil für die Hälfte des Wertes. Weit unter Preis»! Weit unter Preis! Grosse Posten darunter: Musselin imit., Chemise, Batist, Zephyr, Leinen, Foulardine, Voile etc. letzt Meter 20, 32, 38, 48 Pfg. Extra-Angebote in Wäsche u. Weisswaren zu enorm billigen Preisen. Trüb üeworfioi Wastfis besonders zurüchQesetzt. 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Im Adrigen fiel in die Petersburger Besuchstage ein Mißton rurch den großen Arbeitcrstreik mit seinen blutigen Zusammenstößen und es steht Wohl außer Frage, daß die Linke bei siri bietender Gelegenheit in der französischen Kammer auf diesen Zwischenfall zurückkomnien wird, um scharfe Angriffe gegen Rußland zu richten. Eine Enttäuschung scheint auch die vom König Georg angeregte lllsterkonferenz bringen zu wollen. Die Dinge hatten sich bereits bedenklich zugespitzt, als der König vorschlug, eine Konferenz von Vertrauensmännern der verschiedenen Parteien einznberufen, um auf dieser eine Einigung zu erzielen, und der König cröffnete die Sitzung in eigener Person mit einer Ansprache, die den Ernst der Situation unverblümt betonte. Hatte schon das Erng-effen de? Königs bei einigen Parteien als nach ihrer Ansicht nn- konst'tntionell verstimmt, so soll nach einer Meldung der Morning Post" die Konferenz mit einem vollständigen Mißerfolg geendet haben; die Verhandlungen seien abge- brachen worden, da die einzelnen Parteien auf ihre Anschauungen beharrten und keine gewillt war, nai^ugeben. Ein Kompromiß Hobe sich ermöglicht und die Lage sei jetzt verworrener denn je. Das sieht recht bös aus, und bei der in Ulster herrschenden Stimmung wäre es nicht ausgeschlossen, daß es über kurz oder lang zu schweren Zusammenstößen kainint. Durch den österreichisch-ungarischen Konflikt sind die Vorgänge in A l b a n i c n in den Hintergrund getreten. Die Nachrichten lauten widersprechend, während es auf der einen Seite heißt, durch die Ankunft der Freiwilligen habe sich die Lage des Fürsten gebessert, wird auf der anderen Seite seine Stellung als unhaltbar angesehen. Wichtigere Dinge auf dem Balkan werden auch diese Frgae klären. Karioffklgklahr durch Phytophthora! Nach längerer Pause tritt wieder in diesem Jahre die Phytophthora infestans, die Kartoffelkrankheit oder auch Krantfäule der Kartoffel genannt, in erschreckendem Maße auf. ES treffen schon Meldungen von mehreren Seiten ein, die uns veranlassen, unsere Landwirte zu mahnen, ein offenes Äuge zu haben und sofortbeidengeringstenEr- j scheinungen die Bekämpfungsmoßregeln zu ergreifen I Hier heißt es Vorbeugen! Man beobachte aber nicht nur die eigenen Felder, son- oern auch die des Nachbarn und treffe sofort bei sich die notwendigen Abwchrmaßnahmcnl Das Erkennen: Ziemlich plötzlich beginnen die Blätter vom Rande oder der Spitze aus braunsleckig zu werden (gewöhnlich im Monat Juli)'. Bei feuchter Witterung sind diese Flecke weich, während sie bei trockener Witterung dürr werden, sodaß sie zerrieben werden können. Das sicherste Zeichen der Krankheit ist, daß sich auf der Blatt- unlcrseite rings um den Fleck herum auf dem noch grünen Teil ein weißer Flaum als Saum zeigt. Bei vorgeschrittener Krankheit zeigen auch die Knollen braune Flecke. Die Ursache ist ein Pilz, der eilte außerordentlich rasche Vermehrung zeigt und dadurch sich so schnell aus- bieitet und zur größten Gefahr für unsere Kartoffeln wird. Nach einer eingegangenen Meldung sind einem Landwirt Ab Sonntag, den 26. Juli steht in meinen Stallungen ein großer Transport flffllffl« bchlslhtl ZlllWckll uni) Arbeitspferde zum Verkauf und lade ich Interessenten zur srdl. Besichtigung höslichst ein Eduard Kaufmann, Pi'erdthoiidliiil.q, Nieder-Weisel Men) — = Telefon Amt Butzbach 256. - = Mein Anwesen lieg t von Station Ostheim nur 5 Minuten enffernt. i Geiarme Weüf» tfra ff. I. Aufgeber'. F.KvfgcU’t 500 000 erven 600 000 Stehendester Z 9'505 Sj 1 - Aufgebot 189 095 oi Z. » " 1 QZ 898 403 340 1330000 Dir Wehrmacht Merrrich- Ws'grns und Ittbiens. Das nebenstehende Bild gibt miss e ne Gegenüberstellung der östeneich- lingarischen und der serbischen Kriegs- n acht. In den beiden Soldnfcu ist bildlich der Unterschied zwischen bei- den Staaten angedcuiei, schon daraus geht hervor, daß der Knirps Serbien gegen den Niesen Oesterreich nicht auskoinincn kann. Tie nebenstehenden Kolonnen rervo!!- lommnen das Bild. Das stehende Heer Oesterreich-Ungarns mitLL§L43 Mann ist beinahe so stark als die ganze serbische Wehrmacht, stehendes Heer 1, 2. und 3. Aufgebot (z»f. 403342) zusammen genommen. Tie gesainte Wehrmacht Oesterreichs betragt 2330000 Mann. in der Wetteiau bereits innerhalb drei Tagen über 2 Hektar Kartoffeln (Frühkartoffeln) vollständig vernichtet worden! Die Bekämpfung und Vorbeugung erfolgt durch die Bordelaiserbrühe, welche sich jeder Landwirt nach folgender Anweisung Herstellen kann: 2 Kilogranim Kupter- bitriol werden in 50 Liter Wasser in einem Holzgefäß oder Kupfcrgeföß, aber niemals in einem aus Eisen, aufgelöst. Soll es schnell gehen, dann nimmt man zunächst heißes Wasser und gießt nach dem Auffösen kaltes dazu. Unterdessen werden in einem anderen Gefäß, welches auch (iiS Eisen sein darf, gebrannter Kalk lind zwar gut 2 Kilo- gtamm zunächst gelöscht und dann zu einer Kalkniilch verdünnt bis auf 50 Liter. Kurz vor Gebrauch gießt man die 50 Liter Kalkmilch durch einen doppelt zusammengefaltet-ii ausgewaschenen Sack in die Kupfervitriollösiing, rührt dos Ganze gut durch, ffillt es in eine kupferne Obst- oder Hedc- richsprihe, welche aber auf den Rücken zu nehmen ist und spritzt das Kartosfeffaub von unten und oben ob. Wer schnell vorgeht, sichert sich seine Ernte! Wir bitten alle Meldungen über Beobachtungen uns kurz auf einer Postkarte umgehend mitteilen zu wollen, daniit wir helfend eingreifen können! Sammelstclle für Pflanzenschutz in Zrirdbccg. Or. Hoffman». Ans der fjdmnt. * Friedbcrg, 25. Juli. Das Eisenbahnbetriebsamt 2 Gießen, teilt mit, daß morgen Sonntag, den 26. Juli, ans Anlaß des Büdinger Schützenfestes folgender Perjoiienson- dcrzug von Gelnhausen bis Büdingen, mit Aufenthalt in Lieblos und Mittclgrllndau gefahren wird: Gelnhausen ob 10,55 Uhr vormittags. Lieblos ab 11,02 Uhr vormittags; Mitlelgründau ab 11,08 Uhr vormittags, Büdingen an 11.18 Uhr vormittags. Außerdem erhalten die Personcnzüge 506, 507, 504 und 512 auf der Strecke Nidda—Gelnhausen Vorzüge. Die Fahrzeiten der Vorzüge sind 10 Minuien vvi der fahrplanmäßigen Zeit. * Hcuchclhcim, 25. Juli. In einer Sandgrube an der Lahn wirrte in einer Tiefe von fünf Metern ein Baiimstainui Unentbehrlich in jedem Haushalt ist ein Empfehle solche in allen QrSssen und Ausführungen j von Mk »IUP.— an per Stück. Eisschränke mit Fiat-Wandbekleidung j aus biegbarem, weissem Emaillezink Hygienisch, dauerhaft, billig. Reichelsheim i.d.W. Fabrik moderner Atalleillrichtnugen. Telefon Nr. 6 Telefon Nr. 0 Spezialitäten: | 3 fcröefta!!d!irirt|tH!i 9 I Schwkiiiküailkiiirilhiililg I verschiedener Systeme für Üisdvieh mit Lnitcrnufsa!i. 9 «rchi remitier — verstellbar. L»r ii't!)äu# 0 allitcrt, »uttcr- Lahnc«, «Lclbstlräiikatt- li, Tu::s»lianbeir mit eurgebauter Klappe. !)!äncherapparate, Jauchc- säffer. Vkehrsache NuSzcichnungeu > der Landwirtschastokaminer. Lelßellhare weiter D. R. E. Bk. Nr. 576178 als Stellcitcr in jede Höhe zu verlängern, sowie als,Doppelleiter umzustellen, unenfbehrlidz für Gartenbesitzer, Hanbw. u. Haushalt, zu beziehen durch Vollkommenster Ersa'z für Steingut u. Mariner. G.M.Reussl Friedkerg. „Alle Post“, u K. Zither, Gießen. Vertreter gesucht. Bil'.ige ^reise. Bernhardiner Alter 2 Jahre, gelernter Zughund, fern r ein leichtes Cig hat zu verkaufen - Eionrsd Rcuss, FrieüLsrg Ätetzgcrmeister. Telc'on 416. s) *m alten Bahnhof. gefunden, der eine Länge von zwölf Metern und einen Tniä - Messer von zirka 1 Meter hat. Eigenartig an dem Funde ist, daß er mit Pfählen befestigt und von einem noch teilweise sichtbaren Holzgeslecht umgeben gewesen ist. Die Freilegung des Stammes ist noch nicht becubet, so daß sich Beslinimtes über seine Form und Bestimmung noch nicht sagen laßt. * Frankfurt a. BI., 23. Juli. Zu den Zahlungsschwieriglei- ten des Warcnkrcdithaufes N. Fuchs, Inhaber Eg. Tuch, teilt der „Konfektionär ' noch mit, daß jetzt auch der Schwager des FiriueninHabers, Otto Frank in Nürnberg, Karl Fichtel u. Co, in Augsburg und Hrch. Hofmauu in Niünchcn, seine Zahlungen eingestellt hat, da Frank größere Wechselverbindlichleiten und Bürgschaften siir Tuch eingegaugen ist. Die Passiven der drei oenanutcn Firmen betragen etwa t Million Mark. Bei der Firma Fuchs in Frankfurt stellen sich die Verhältnisse als ganz besonders verwickelt heraus. Wenn es zum Konkurse kommt, ist mit einer passtoen Summe von etwa 8 Millionen Mark zu rechnen, und die nicht bevorrechtigten Gläubiger wurden in diesem Falle völlig leer ausgehen. Ferkel Eine Partie hat abzugeben R. Wittmep, Dottenjelderhos bei Bildet. Für kleinen Haushalt nach Hom bürg v. d. H. baldigst sauberes junges Mädchen gesucht. Offerten unt. M. O. an die Exp, d. Neuen Tageszeitung. mit Brut ver- ßnlJ*.,;«» W.-Z, Dichtet radikal UOlClgeiSV 75198. Färb- u. geruchlos. Reinigt die Kopfhaut v. Schuppen a. Schinnen, beffird. den Haarwuchs, verhüt. Haarausfall u. Zuzug neuer Parasiten. Wichtig für Schulkinder. Taus. v. Anerkenn. Echt nur in Kartons i M. 1 - a. 050 . 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Ink» ivi< letztere beinah' der Fall gewesen. <3ie ist imstande", fuhr RodersH fort, als Erna sich entsernfhattc, „eine haarscharfe Grenze zwischen Erlaubten: und Unerlaubtem, zwischen' Meuschlichcm und Uebcrmcnschlichem. Mut und Tollkühnheit zu ziehen. Don ihren eigenen Uebcrzeugungen durchdrungen, ist nichts imstande fie zu bewegen, andere dafür einzu- - Ja, richtig. Sie sind ja ein grober Jagerl Ein Glück", i>tztr sie hinzu, „daß nicht wieder eine Mövc kommt, um un3 •i begleiten, denn ganz gewiß würden Sie es machen wie >cr Herr bei der vorigen Dampferpartie." „Sie tun mir Unrecht, mein Frärilein, denn ich wäre weit davon entfernt, einen Söget zu schießen, der mir in (einem Leben nichts schadet und durch seinen Tod nichts nützt." „Tenken Sie wirklich so? Nun, dos freut mich! Aber wenn Ihnen gelegentlich ein Reh begegnet, was tun Sie dann?" „Auch Rehe schieße ich nicht." „Nun, was denn?" fiagtc sie. „Rehböcke, Füchse, Fischottern usw." «Nun, das gefällt mir schon bester, denn mit Raubtieren hätte ich auch lein Erbarmen. — Aber denen", fuhr sie leicht grollend fort, „welche alles niederknallen, was ihnen begeg- nct, wünsche ich, sie möchten sich plötzlich in einem Zauberkraft« voll großer Raubtiere bcsinden und ich möchte Zeuge sein, wenn sie ihren persönlichen Mut diesen Recken gegen- über zeigten. Wie mancher Held würde dann airf Jagd und Wald verzichten." „Wenn ich Simen sagte, ich würde einem solchen Tiere ohne Grauen entgegentreten, hielten Sie mich ganz gewiß für verwesten", gab er ruhig zurück, „aber ich glaube doch, daß, wenu es einmal der Zufall fügte, eine Probe meines Mutes oblegen zu müssen, ich mein Möglichstes tun würde, die Probe zu bestehen, denn Furcht ist mir ferne, aber eine gute Tosts kalten Blutes und eiserne Ruhe besitze ich." „Ich kann und will Ihnen das auch nicht abstreiten, trotzdem wünsche ich aber nicht, daß Ihnen jemals Gelegenheit geboten wird, dies zu zeigen, denn ich glaube, daß Sie sich nicht fürchten, sondern die Gefahr suchen und sich mit übertriebenem Mute der „Tollkühnheit" in diese stürzen." „Tollkühn sein, heißt Gott versuchen, und ist ein Frevel an sich selbst, aber dennoch verdient der Tollkühne oft Verwunderung I DaS, was der Mehrzahl höchstes Gut ist, daS Leben, er achtet es nicht hoch genug, darum setzt er es in unwiderstehlichem Trangc Großes zu leisten, leichtfinnig ausch Spiel." „Aber oft ist es nicht nur dieser edle Drang, sondern die Sucht zu glänzen und von sich reden zu machen, kurz gesagt, eine Frucht des Hochmutes." „Sie denken tief und urteilen scharf", sagte er darauf betroffen, Demnach würden Sie mir verübeln, wenn jetzt jemand ins Wasser fiele und ich versuchte, denselben zu rcfien." „Können Sie schwimmen?" fiagte Ern „Ich denke sogar gut." „Nun, dann kann von Tollkühnheit keine Rebe sein, denn Haifische und Krokodille gibt es soviel ich weiß, nicht in der Spree, sondern es wäre einfach Ihre heilige Pflicht, den Versuch zur Rettung zu machen." Roderich biß sich aus die Lippen, ließ sich ober die kleine Niederlage nicht merken, sondern fiagte möglichst ruhig: „Und wenn ich nicht schwimmen könnte?" „Würde ich Sie ob Ihres Heldenmutes nicht bewundern! Wer sich mutwillig in Gefahr begiebt, kommt darin um. Dies klang schrecklich prosaisch Wußte Erna denn noch gar nichts von dem gewaltigen Drange, der angesichts der Gefahr den Mann zwingt, auch wenn er nicht zu helfen vermag, fein Leben besinnungslos und bedingungslos von sich zu werfen? _ „Wenn Sie aber der ertrinkende Mensch wären?" begann er wieder. „So würde ich mich gewiß nach einem Retter lehnen und die mir gebotene Hand erfassen und mit aller Kraft festhatten. Wären Sie nun der die Rettung Versuchende und konnten nicht schwimmen, so würde ich Sie, wenn nicht ander Hilfe käme, wahrscheinlich mit hinabziehen und statt eines Opfers verfielen zweie dem Tode. Sie könnten mir also nichts nützen, sich aber schaden, indem Sie Ihr junges Leben dem Tode preis geben." „Sehr richtig und doch — ich würde versuchen, SK zü retten." Diese Worte murmelte er wie zu sich selbst. Um ihre Lippen spielte ein mitleidiges Lächeln, denn sie glaubte zu wissen, aus welchem Drange er sein Leben wagen würde. „Wir wurden dann einfach beide miteinander untergeben". erwiderte sie. ... Und miteinander sterben. — Mir däucht dies säst schön!" „Mir nicht", sagte sie sarkastisch lächelnd, „denn erstens niöchte ich überhaupt noch nicht sterben, am allerwenigsten ..per vov den Wassernixen geholt werdne, und zweitens würde etz mir in letzter Stunde noch leid tun, daß Sir Ihr Leben nutzlos opferten." „Endlich finde ich Sie, Herr Tietze", rief der Kanfmann >chcnr von weitem. „Trotzdem der Kasten so klein ist, suche lch schon eine Viertelstunde nach Ihnen." „Ich habe mit Fräulein Erna »in wenig debattier!", versuchte Roderich zu scherzen. „So, so, worüber denn?" . „Heber Jagd, Fischerei, Mut und Tollkühnheit? Der Kaufmann lachte. „ r „Haben Sie ihr ander« Ansichten be,gebracht, oder sie Ihnen?" __ _ . , . , „ _ „Wenn Sie nicht zusöllia aekommen waren, r» Ware das .J?a— ja —" sagte der Kaufmann, „sie'hat ei non.harten Kops, besonders den Ideen und-Grundsätzen der Männer gegenüber und wird wohl auch rnernals anders werden. — Zwar ist sie ja noch so jung", setzte er, wie um sich zu trösten,. hinzu. „An Jahren Wohl, nicht aber cm Geist." „Sfrre Mutter war ähnlich so, doch änderte sich ihr Verholten gegen mich, als ich zufällig das Glück hatte, chr b’oS Leben zu retten, indem ich sie aus den Fluten der Saale zog. Zuerst war es Dankbarkeit, dann entwickeüe sich Zuneigung daraus und endlich eine reine Liebe, die um so stärker, als es ihre erste war," Der junge Mann schwieg ftiHe. „Wie glücklich würde einmal derjenige sein, den sie mit ihrer Liebe beglückte", dachte er. Wer würde wohl der Bevorzugte sein? Cr? Stand sie ihm nicht gegenüber gleich einem Antipoden, wenn sie auch manch« feiner Ansichten teilte? Hatte sie ihm schon einmal recht gegeben, oder galt ihm schon einmal ein Lächeln, ein Blick aus ihren tteifen, feelenvollen Augen? Nein! Ihr junges Herz Ichlief noch, wie die zarte Blüte in der Krwspe. „Wo ist denn mein Freund?" fuhr er nach dem kurzen Stillschweigen lauk fort. „Auf dem Hinterdeck. Er unterhält sich mit Hedwig und deren Freundinnen und ist so recht in seinem Fahrwasser, denn die Damen kommen aus dem lustigen Lachen nicht heraus." „Das glaube ich: im Scherzen ist er groß, ftotzdem er ac er auch sehr ernst sein kann?" „Er ist ein sehr intelligenter junger Mann, der, ob- gleich ein wenig zu lustig und oberflächlich erscheint, doch viel .Charakter besitzt", ergänzte der Kaufmann. „In seinen Adern rollt ja auch adliges Blut, und sein Großvater war, wenn ich nicht irre, Brigade-General. — Wielange fahren wir noch?" fuhr Roderich, dem Gespräche eine andere Wendung gebend, fori. „Man fährt von Berlin nach Hessenwinkel ungefähr zwei Stunden." „Dann müssen wir ja bald-da sein", sagte Roderich und sah nach der Uhr. In diesem Augenblicke gesÄkten sich auch die anderen zrt den beiden und in lustigem Geplauder verstrich die letzte halbe Stunde der herrliche» Fahrt, Das Schiff hielt und bald hatten unsere Freunde wietzer' festen Boden unten den Füßen. <*■ ~ V* * iV/ Nach dem Frühstück, welches man im Garten des Gesell- ' schaftshaiises eingenommen hatte, bat Erna ihren Vater um die Erlaubnis, sich ein wenig entfernen zu dürfen, sie wolle im Walde einige Blumen suchen. Der Kaufmann kannte seine Tochter zu gut, Äs daß er ihr diesen Wunsch versagt hätte, nur bat er sie, nicht an den See zu gehen. „Bleibe nicht zu lange", rief ihr Hedwig noch nach und bald war die schlanke Mädchengestalt den Blicken der Zurück- bleibenden entschwunden. O Wald dein fieses Schweigen Und deine Einsamkett, Sind Balsam meinem Herzen, Drum klag ich dft mein Leidl * f (Fortsetzung folgt). Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. ?. Sonntag nach Tein., 26. Juli. Gottesdienst in der Stadtkirchc. Vorm. 9 % Uhr: Herr Pfarrer Klebriger. Gottesdienst in der Burgkirche. Vorm. 8K Uhr: Herr Pfarrer Zatz mann. Die Katechismuslehre für die männliche Jugend muß auf wen nächsten Sonntag verschoben werden. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Dorm. 16 Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann. Kollekte für die Ev. Bewegung in Oesterreich. Rachm. 1 Uhr: Katechismus lehre für di« weibl. Jugend. Achter Sonntag nach Pfingsten, 88. Jpltz ■* Katholische Gemeinde. Veichtgelegenheit Samstag nachm, von tz Uhr, Sonntag früh von %6 Uhr an. Ufjn 8 Uhr: Singmelle m« Predigt (Militärgottesdienst). fX10 Uhr: Hochamt mit Predigt, Rachm. 2 % Uhr: Segensandacht- danach Versammlung des Marianijchen Jungftauenvereins. Feierabend Friedberg. Sonntag, den 26. Juli: „Lese- und Spiel-Abend", Besprechung über einen Ausflug an das Riederwalddenkmal. Geschäftliches. Ein geschäftliches Ereignis ist de» große Saison-Ausoer- Iiuil. den di, bekanut« Firma Lar sch. Frankfurt a. SH., Lteb- frairenkratze 8-16 und Reue Krame 27, jährlich am 1. August veranstaltet. Diesen Sonder verkauf, der wochenlang vorbereitet wird, darf man wohl als einzig in seiner Art bezeichnen. Durch ihn sollen ht, groben LaaMKtnd« «räumt werderr—Ios. dann joll derr laugjährigcn Kunden der'Firma eine ganz besonders günstige Gelegenheit zum (Einlauf und demjenigen Teil des Publilums, der die Fabrikate der Firma bisher nicht kennen lernte, etne besondere Veranlassung geboten weiden, sich von ihrer hervorragenden Lcistungrfähigleit zu übcrzeia.— Durch die riesigen Preisermäßigungen werden dem kaufeaoen Publikum so eminente Vorteile geboten, datz cs sich tatsächlich lohnt, von diesen Ausnahmciagen den ausgiebigsten Gebrauch zu machen. — (Es kommen große, in Serien eingekeilte Posten von Herren-, Knaben- und Sportkleidung jeglicher Art zum Verlaus (ausschließlich moderne und äutzcrst dauerhafte Qualitäten). und zwar enthalten die Sortimente alle Größen, auch solch« für schlanke oder korpulente Herren. Jedes einzelne Kleidungsstück ist mit seinem bisherigen Original-Preiszcttcl versehe», aus dessen Rückseite der Ausverkaufs- iczw. der Sc- ricnpreis deutlich mit Blaustift vernierkt ist. Es empfiehlt sich bei dieser Gelegenheit, auch bereits solche Kicidungsstllcke zu laufen, für di- erst später ein Bedarf vorhanden sein sollte. — Der Eroßzügigleit und der sttengen R-ellität, mit der di- Firma Car sch ihre Sondcrveranstaltungcn jeweils durchführt, verdankt sic die damit erzielten überaus großen Ersoigc. Alles Nähere ist aus den Zeitungsdcilagen am 36. Juli sowie aus den Zirkularen zu ersehen, welche ani gleichen Datum zum Versandt kommen. I)r. A Octker's Mikrobiologisches Institut in Biclrsrid hat eine Neugründung eingeführt, welche einzig in ihrer Art sein dürfte. Das Institut hat sich die Ausgabe gestellt, die Naturwissenschaften, insbesondere die biologischen Dissen- schasten, in Schule und Haus zu fördern. Zur Erreichung dieses Zieles sollen einmal im Institute selbst Einführungs- »nd Fortbildungskurse in Mikrotechnik, Mikrochemie und Mikrophotographie unter Leitung eines wissenschaftliche» Fachmannes abgehalten werden. Sie haben meist zweiwöchentliche Dauer und fallen gewöhnlich in die Ferien. Jedoch kann Naturfreunden auch gestattet werden, zu anderen Zeiten im Jnsfitut zu arbeiten. Ein EröffnmrgskursuS ist für den Monat August in Aussicht genommen. Auslagen erwachse,' nur beirjenigen KursusteUnehmern, welche kein eigenes Mikrostop mitbringen, insofern fiir die Benutzung der Instrumente des Instituts eine Leihgebühr von einer Mark pro Woche zu zahlen ist. Alle notwendigen Reagentien, Farbstoffe. Utensilien usw. werden gratis zur Verfügung gestellt. Die während eines Kursus angesertigten Dauerpräparate sind Eigentum der Hersteller. Mit dem Institut ist eine Verleihanstalt für mikroskopische Präparate und Mikrodiapositive verbunden. Aus ihr können die Herren Fachlehrer fiir Naturwissenschaften, zur Förderung der Anschaulichkeit im Untericht, gute, wissenichastlich cinwandsreie mikroskopische Präparate (später auch Diapositive) gegen Erstattung der Porloauslagen leihweise erhalten. Kursbericht vom 24 . Juli 1914 der Mitteldeutschen Creditbauk Aktienkapital u. Reserven AI. 70600 006 gegründet 1856. granksurter Börse. 4"/» Reichsanleih« m. „ 3°/, 99.50% 85.85 ■ 75.- SVi% Preuh. Eonsol» 85.85 „ 3% „ „ 75.15 . 4% S-ss-n 97.40 „ 3%% „ 84.80 „ 3% , 73.60 .. 1 %,% Griechen v. 1890 56.20 „ 1%% Monopol-Eriech. —.— „ 4'/,% „ Siiberrcnte —.— 4% Oefterr. Solbrent« 82.— 3 „ Portugiesen Serie I 63.80 3 „ _ Ul 66.35 „ 47,% Russen o. 1905 97 — „ 47» „ „ 1902 86.— . 4% Administr. Türken 74.90 „ 47» Türken von 1903 81.80 „ Tütteniose M. 155.40 „ 4°/» Ungar. Eolbrente 76.10 „ 4 „ „ Kronenrente 75.40 „ 37.7-Buen.-Air.Pr.Anl. 62.70 „ 47,7o Chinesen 90.40 „ 47,7» Japaner 90.75 „ 37» SUber-Mexikaner —„ 47,7» Mex. Irrig. Anl. 66.— „ Berliner Handels Ant. 145.50 „ Darmstädt. Bank „ 112.75 Deutsche Bank „ 226.50 .. Deutsch-Afiattsch Bank 119.50 Diskonto Komm. Ant. 177.507« Dresdener Bank AN. 144.12 „ Mitteld. Credttb. AN. 114.25 „ Oest. Creditanft. Akt. 181.25 „ BochumerGußftahl 206.— „ Buderus E.-W. AN. 100.— „ Deutsch Luxemburg 110.25 „ Eichweiier Bergm. EelienNrch. Bergw. Harpener Bergbau Phönix Bergbau Laurahütte Griesheim Elettron Höchst. Farbwerke Holzoerkohiungs-Jnd. Rütgerswette Chem. Fabr. Albert SUig. Eieltr. Ges. Akt. 22?.— Deutsch-Uebersee E. G. 158.50 „ Schuck.Elektr.Ees.Akt. 127.- Siemens u. Halste —.— „ Eteaua Romana 140.— „ Zellstoff Waldhos 160.- .. Hambg. Amk. Pakekf. 117.75 „ Rordd. Lloyd 103.25 „ Oefterr. Staatsbahn 134.75 „ Lombarden 14.87 „ Baltimore u. Ohio Akt. 79 — „ Privatdiskont 2.63 „ Tendenz: schwach. 225.50 „ 170.- „ 185.50 „ 220.25 „ 133.50 „ 236.— „ 449.75 „ 186]— " 375.— Türkenlose M. 133.75 „ Balttmore u. Ohio Btt. 78.75 „ Eanada Pacific Att. —.—* Prince Henfi E. B. Akt. 133.— „ Echantung E. B. Akt. 117.50 „ Berliner Handels Ant. 144.25 Deutsche Bank Akt. 227.75 . Disk. Kommandtt Ant. 177.63 „ Dresdener Bank Akt. 14250 „ Pet.2nt.Hanbeisb.Akt. 15650 „ Ruff.Banks.a.H-nd.A. 138.50 „ Allg.Eiek.Gesellsch.Att. 228.— Berliner Börse. Deutsch-Luxemb.B.AIt. 113.— „ Dtich-Uberse- E.E.Akt. 166.75 „ EelscnNrchenBgw.Akt. —,— „ Harpener Bergbau Akt. 164.60 „ Hohenlohewerke Akt. 97.87 . Laurahutte Att. 134.1? „ Ob-rschlefi-r (E. Att. 78.87 „ Phönix Bergbau Ätt. 221.75 „ Rombacher Hütte Akt. 138.— „ Siemens u. Halske Akt. 198,—. Privatdiskont Tendenz: schwach. 250 , Londoner Börse. Atchilon Topeka Doll. Southern Pacific „ Chicago Rock 2sl. „ MiffKani.u.Tex.R. „ Union Pacific „ U.S.Steei Common,, 99.50 97.25 0.75 1157 158.76 6155 Die Amaigamat. Eopp.Doll. Ehattered Lonrpany Lstr. Eastrand Proprietary „ Eoldfields . Rand Mines „ De Stets Eonsolib. „ 70.— 0.81 1,75 2.12 5.81 16.75 Depofitenkaye Frirdbrrg i. H. empfiehlt fich zur . 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