Mnrnrner 167 Montrry. den 26. Juli 1914. 7. Jahrgang J? Aä» ffnCÄSWrsftÄ äsTiSJSTi ^,rry - t" mM ’ *■•■ -.....«. zled erficht. — Dem bisherigen Bürgermeister von Zabern. Knoeps- Irr, der wegen seiner Haltung bei den Zabcrner Vorgängen bekannt war, ist die Bestätigung des Statthalters nicht er- teilt worden. Er war bei der Gemeinderatswahl mit 17 von 23 Stimmen von den Mitgliedern gewählt worden. — In den Gewässern um Groß-Berlin ertranken am gestrigen Sonntage beim Baden nicht weniger als 8 Personen. Unter Ihnen befindet sich auch der Leutnant der Reserve, Freiherr von Ziegel aus Wilmersdorf. — In der Grube Böikstein am Rathaußbergc bei Bad Gastrin, kamen ei» Obersteiger und 11 Bergleute durch Kohlenoxidgas ums Leben. Vermutlich hat das Unglück einen so großen Umfang angenommen, weil mehrere Bergleute einem durch Gase gefährdeten Bergmann zu Hilfe kommen wollten. Bei diesem Versuche kamen dann auch die Hilfsmannschastcn um. — Im Austrage des französischen Ministers deS Innern wurde in ArraS gestern ein gewisser Gelee verhaftet. Dieser hatte in einem anarchistischen Blatte, dos sich „le grand soir" (der große Abend) nennt, einen Artikel veröffentlicht, indem er die Ermordung deS Thronfolgerpaares billigte. Auf Grund des Artikels wurde gegen ihn Anklage wegen Aufreizung zum Mord und Vergehens gegen das Prcßgcsctz erhoben. — Infolge des DäckcrausstandcS in Moskau ist eine ungehciikre Brotvcricurrung kiugctretcn und der Preis steigt täglich noch. Tie ärmere Bevölkerung befindet sich in einer schlimmen Lage. Eine große Anzahl Bäckereien Hot ihren Betrieb cinstellen müssen, insgesamt feiern 8000 Arbeiter. i — Tie erste Division drS zweiten italienischen Schlacht- schissgrschwadcrS und sechs Torpedojäger verließen am Samstag Spezia, um den Herzog der Abbruzzen in Genua an Bord zu »chmcn und sodann unter dem Kommando d^s Admirals A. d'Astc in unbekannter Richtung in Sec zu gehen. — Ter österreichisch ungarische Kreuzer „Szigctvar", der vor Smyrna lag, hat Befehl erhalten, sofort nach Balona auszulaufen. — In der Nacht von Samstag zum Sonntag wurde die Stadt Turazzo durch einen Angriff der Aufständischen beunruhigt. Das Gefecht, unterstützt durch Maschinengewehr- und Schiffskanoncnfeucr, dauerte länger als eine Stunde. Der Kreuzer „Breslau" landete 120 Mann, die cbcr nicht zum Eingreifen kamen. Der deutsche Gesandte hatte im Streife der Freiwilligen eine Besprechung mit den» Fürsten, der sein Bedauern über die in den letzten Tagen vorgckommcncn Streitigkeiten unter den Freiwilligen aus- sprach. . — Nach Meldungen, die an Wiener unterrichteter Stelle eingetrofsen sind, hat sich die Lage in Dalona wesentlich gebessert. Die Epirotcn sollen ihren Vormarsch auf Dalona eingestellt haben und wieder an die Nordgrcnze des nördlichen Epirus zurückgckchrt sein. — Die größte Hitzewelle der Saison lagert über New- pvrk. Es besteht nicht die geringste Aussicht auf ein Nachlassen dor kolossalen Hitze. Im Laufe des gestrigen Tages wurden wiederum drei Todesfälle durch Hitzschlag gemeldet, ebenso eine größere Anzahl von Erkrankungen. ver belohnte Wrlnm sianü. Herr G, I. Waltz, genannt „Haust", der sich den deutschen Gerichten so mannhaft entzog, um Franzose zu werden wie seine Vater — Württemberg,:! gewesen find, dürste alsbald der Held größerer sranzöstsch-nationalistischer Ovationen werden. Einstweilen setzt der Bcgeisterungsboom freilich erst langsam ein. Um ihn etwas zu beschwingen, hat Herr M. Erumbach, ein sozialistischer Agitator aus Mülhausen, ein gutes Beispiel gegeben. Lei den letzten Eemeinderotswahlcn in Kalmar hatten die Liberalen und Sozialdemokraten gemeinsame Sache gegen die Nationalisten gemacht. Herrn „Honst" als nationa- lcstische» Partccsiihrer ärgerte das nicht wenig, und um seinem Zorne Ausdruck zu geben, vcröfscntlichtc er eine seiner bekannten kunstreichen und geschmackvollen Karrikaturcn, woraus er den Liberalismus und die Sozialdemokratie als zwei Zuhälter abzcichnete, die den vornehmen Nationalismus (er trägt sogar einen Zylinder) in einer dunklen Vorstadtstraße meuchlerisch erdolchen. Da er sich durch das Porträt des fozialdcmolrati- schc» Zuhälters getroffen fühlte, strengte der Agitator Erumbach gegen Herrn „Haust" die Beleidigungsklage an. Nun aber, nachdem „Honst" durch feine Leipziger Berur- teilung und seine mukige Ausreißerei ein französischer Natio- nalhcld geworden ist, hat „G-noste" Erumbach eiligst an Pariser Blätter telegraphiert, daß er nun ein Mittel habe, um persönlich gegen die Bestrafung „Honst" zu protestieren! Obwohl „Hans," eine „niederträchtige und verleumderische Karri- katur" gegen die Kalmarer Sozialdemokraten veröffentlicht habe, ziehe er, „Ecnosse" Erumbach. seine Privatklage gegen „Haust" zurück, um sich mit ihm solidarisch gegen die deutschen Nlckitcr au erklären. Zwei Ritter, die sich zusammcnfandcn, find einander wert. Der tapfere „Haust" und der großmütige „Eenoste" Erumbach, der noch im Augenblicke, wo ihn der Edelmut Lbermannt, dem Gegner di« Absicht der Niedertracht und Verleumdung ausdrücklich bescheinigt. Eine Anzahl französischer Zeichner, an deren Spitze sich der Karikaturenzeichner des „Figaro", Forrain, befindet, hat eine öffcntlihe Ecldsammlung eingeleitct, um dem Zeichner Haust beizustehen, und ihm die Vermögcnseinbußc zu ersetzen, die er durch den Vorfall seiner Kaution von 25 000 Mark erlitten hat. Die vom „Figaro" veröffentlichte erste Liste schließt mit einem Bcttag von 1080 Francs ab. Wo Haust erscheint, kriegt der Klingelbeutel Arbeit. Auch die 25 000 Mark waren zusam- mengcbeltelt. prMilimn pt Ml in tabiauGkhIün. Die „Konservative Korrespondenz" schreibt: „Nur wenige, die den Vcrhältnistcn dieses Wahlkreises ferner standen, haben mit einem Siege des konservativen Kandidaten im ersten Wahlgange gerechnet. Ihnen scheint der Einwand, die Konservativen hätten wiederum nur die Stimmen der bauptwahl (8556) vom Januar 1812 auszubringen brauchen, geschweige denn die Stimmen (9104) der damaligen Stichwahl, um ihre beiden Ecgncr (der Sozial dcmoikatie erhielt diesmal nur 2182 Stimmen) mit einer kleine» Mehrheit von etwa 10 Stimmen zu werfen lehr nahe zu liegen und aus der Seele gesprochen zu sein. Wer das einwcndet, beachtet nicht, daß die Erntearbeit viele Wähler verhindert hat, ihr Wahlrecht auszuüben. Es gibt stets unvcrbesicrliche Säumige, denen das Hemd des eigenen Heims mit seinen Pflichten näher sitzt, als der Rock der politischen Rechte: auch die Leute sind nicht gerade dünn gcsäet, die in großer Seelenruhe beschließen, in der Stichwahl, zu der es nach ihrer Uekcrzeugung doch kommen , müsse, ihre Schuldigkeit zu tun. Andere wieder sind kopfscheu geworden durch die gewissenlose Agitation des Fortschritts, der neben dem Ecspcnste des schwarzblauen Blocks, Vas nun einmal zu seinem eigenen Bestände gehört, die Wiederlchr der Leibeigenschaft und neue Steuern aus die schwachen Schultern a» die Wand malte. Auch die häßliche Methode, konservative Partcibcamte als bezahlte Söldner hinzustellen, trug ihre Früchte. So mag mancher, angewi- dcrt von dem Wühlsystem, das die Schrittmacher des Parlamentarismus ihren großen Vorbildern jenseits des Ozeans abgelaujcht haben, wahlscheu daheim geblieben sein. Natürlich ist der Jubel der Fortschrittler groß. Wer bei den allgemeinen Wahlen nur mit einer Null prunken konnte, hat cs eilig und nötig, jeden, wenn auch kleinsten Erfolg aufzuputzen zu einem große» Siege. Der Fortschritt, als einziger, hat einen Zuwachs von 273 Stimmen zu verzeichnen, welche ein Triumph! Besonders groß ist die Freude des „Berliner Tageblattes" fNr. 357). Man braucht nur die Leitgedanken zu lesen, wie „Erfolg im dunkelsten Ost- clbicn", „Martyrium des fortschrittlichen Kandidaten". Neuauflage des Mettcrnichschen Systems", um eine Schrek- keu vor dem konservativen Allerwcllstcusel zu bekommen und einen heillosen Respekt vor dem Fortschrittskasperle, das ihn erschlagen hat. Nüchtern gelobt der „Vorwärts" (Nr. 102 und mit ihm die Sozialdemokratie: „Unsere Genossen werden jcdcnjalls dafür sorgen, daß der Kandidat des Junkertums diesmal aus der Strecke bleibt." Dem vereinten Ansturm der bürgerlichen und sozialistischen Demokratie gegenüber werden die Konservativen in Labiau- Wehlau alle Kräfte anjpannen und die Lauen, Säumigen und Verzagten auszurüttcln und aufbictcn. Wenn jeder Konservative seine Schuldigkeit tut, kann und wird der Wahlkreis von der Partei gehalten werden. Gerade die Tatiache, daß die Konservative Partei am aufrechtesten und beharrlichsten dein Umstürze, dessen Hclsershclser der Fortschritt ist, die Spitze zu bieten sucht, daß sie ihm so sehr verhaßt ist, wird ncch manchen Wähler in Labiau-Wehlau ihr zusühren." Die „Berliner Neuesicn Nachrichicn" bemerken: „Auch in Ostpreußen herrscht seit etwa zwei Wochen eine trockene Hitze fürchterlicher Art. 27 bis 30 Grad im Schatten. Dabei Ernte-Arbeiten und Wahlversammlungen und Wahltag Agitation zusamcnen — — das ist ein bißchen viel zu gleicher Zeit und nach den schon rorausgcgangenen Wahlagitationen. Hochsommer ist schlechte Wählenszeit auf dem Lande. Anscheinend deshalb hatte die Regierung nach dem Tode des Herrn v. Masiow, des bisherigen Abgeordneten für Labiau-Wehlau, die Festsetzung des Wahltermins Io beschleunigt. Die Freisinnigen zürnten, weil ihnen dadurch die Gelegenheit zu umfassender und eindringlichster Agiat- tion „zugunsten der Konservativen eingeschränkt würde (man hätte aber auch sagen können: zugunsten des Wahlrechts der ländlichen Kleinbevölkerung). Nun ist ihnen Phöbus- Apollo zu Hilfe gekommen. Infolge der schier tropischen Hitze war im Kreise Labiau-Wehlau die Ernte überall im vollen Gange. Aus die Wählerstimmen der Konservativen mußte das am meisten drücke». So erklärt cs sich auf ziemlich ungezwungene Weise, daß der konservative Kandidat, Amtsrat Schrewe 831 Stiminen weniger erhielt als seinerzeit Herr von Maüow. Allerdings mußten di« Konfcrvali- ven, die ohnehin schon, nach Graf Westarps Wort, im Reichstag „das bittere Brot der Minderheit" rsten, jetz: alle Kräfte daran fetzen, sich den Wahllreis zu erhalten Sic habe» auch sicherlich befondcrs fleißig gearbeitet. In sofern könnte man an einen leisen Rückgang der konservativen Seche nach diesem vorläufigen Ergebnis glauben. Aber man muß erstens die Erntcarbciicn in Betracht zvhen u. zweitens die Möglichkeit, daß manche Landlcute sich sagen: „Cs kommt ja doch wieder zu einer Stichwahl — und da ipflrcn wir uns den Gang zur Wahlurne bis dahin aus." Die „Germania". „Angesichts des erbitterten Wahilampfcs könnte es be- sremdcn, daß diesmal die Wahlbeteiligung weit geringer wur als bei der Sauptwahl von 1912: damals stimmten !7 20 f. Wähler ab, diesmal jast 1100 weniger: aber die Erklärung dajür lieg! sehr nahe. 1912 sandcn die Wahlen im Ianauc statt, die letzte Ersatzwahl aber im Sommer, niittcn i» dringenden landwirlschajilichc» Arbeiten, die namentlich viele ländliche Wähler von der Ausübung des Wohlrcchts abzehaltcn haben dürjic». Davon, daß cs den Konfcr valivcn gelingt, dicjc Ausgcbiicbcncn bei der Stichwahl an die Urne zu bringen, wird cs i» der Haupljachc abhängcn, ob ft das Mandat zu behaupte« vermögen. Jedenfalls bedarf es der größten Anstrengungen, wenn sic Sieger bleibe» wollen, denn auch der Liberalismus wird das Höchste daransetze», den Konservative» den Wahlkreis zu entreißen. In diesem Bestreben Hai er sich der nachdrücklichsten Untcr- slützung der Sozialdcmokraien zu erfreuen, die der „Vor- wart»" mit folgende» Worten ankündigt: „Unsere Genossen werden jedenfalls dafür sorgen, daß der Kandidat des Iun- ltrtums diesmal aus der Strecke bleibt.“ — Damit wäre allerdings auch ccn allenfallsiger srcisinnigcr „Sieg" schon von vornherein in seinem wahren Werte genügend gckcnn» zclchiiet." ssayrsüberlicht. Deutsches Ueich. :: Die „Rorddcuische" zum ösi-rreichisch-serbiichen Konflikt. In ihrer Wochcnrundschau vcrösjcntlicht die „Rordd. Allgcm. Zig." sollende bemerkenswerte Auslassung zu den, österreichisch- serbischen Konflikt: In den Auslassungen der europäischer! Presse, zu der in dem Verhältnis Oesterreich-Ungarn zu Eer- bicu obwaltende» Spannung machen sich immer mehr Stim- me» gellend, die anerkennen, daß Oesterreich-Ungarns Ver- langen, ein« Klärung seiner Beziehungen zu Serbien herbei- zuführcn, berechtigt ist, — Dabei schließen wir uns der an mehr als einer Stolle ausgedrücktcn Hoffnung an, daß durch rcchtzei- iigcs Eiuleiiken der serbische» Regierung das Enistchcn einer ernsten Krisis vermiede» werde. Jedenfalls läßt cs das solidarische Interesse Europas, das bisher in der langen Balkan- litsis in der Bewahrung des Friedens unter den Großmächten zur Geltung gekomnie» i|l, erwünscht und geboten erscheinen, daß die Auseinandersetzungen, die zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien entstehe» können, lokalisiert bleiben. :. Die Landtagswahlen in Hessen. Das Etaatsministcrium hat angcoldnet, daß mit den Vorbereitungen zu de» im Herbst stattjindenden Wahlen zur Zweiten Kammer unverzüglich begonnen wird, damit die Ausstellung der Listen am 1. September beendigt sei. Als Wahltermi» ist der 8. November in Aussicht genommen. :: Vorläufiges amtliches Resultat der Rejchstagsstichwahl in Kobueg. Bei der Ncichsiagssiichwahl im Wahlkreise Sachsen Koburg Goiha I wurden von 17 123 Wahlberechtigten 11 971 Stimmen abgegeben. Es crhicltcii Fabrikant Arnold-Ncustad» (Fortschr. Bolksp.) 0178 Stimmen »du Rechtsanwalt Hofmann- Hof t. L. iSozialdemolrat) 5702 Stimmen. Arnold ist somit gewählt. Oesterreich. :: Abschluß der Forderung a» Serbien. Die Forderungen, die Oesterreich-Ungarn an Serbien stellen wird, sollen, wie die „Militärische Rundschau" erfährt, bereits sormuliert sein Es wiro angcuoniincn, daß diese der Belgrader Regierung aus, schon zur Kcnnlnis gebracht worden sind. Wie das Blatt weiter berichtet, ist die Untersuchung in der Serajcwoer Affäre abgeschlossen. Die Veröfsentlichung der Ergebnisse der Untersuchung wird nur im Interesse des Gedankenaustausches, der gegenwärtig zwischen Wie» und den europäischen Kabinetten besteht, hinausgcschobc». Man will nämlich der Verösfent- lichung die Demarche in Belgrad »»mittelbar folgen lassen, und für die Erfüllung der Forderungen Serbien eine so kurze Frist stelle», daß cs zu diplomatischen Verhandlungen mit den übrige» Mächten leine Zeit mehr haben dürste. Es soll in der Scrajewocr Untersuchung nicht nur die Mitschuld der sührcuden serbischen Persönlichkeiten und insbesondere der Königsmörder- Parlei, sondern auch die rege Anteilnahme der in Serbien herrschenden Schichten an der revolutionären Bewegung in Rom erwiese» sein. — Die Beharrlichlcit, mit der der österreichisch- ungaische Eeschäststrägcr in Belgrad von angeblichen Gefahren spricht, denen er und die österreichisch-ungarischen Untertanen in Serbien ausgejetzt sind, hat in der serbischen Hauptstadt großes Erstaunen hcrvorgcrusen. Man fragt sich, wie es kommt, daß dieser Diplomat die österreichisch-ungarischen Untertanen ouifordcrt. in der Eeiandischait Schutz zu suchen, wenn er, wie Rr. 187 Unu *ng*«i*tt«iig. »rvntng, ton iu. ;wu 1914. et behauptet, ouo guter Quelle weih, bah man gedroht habe, diese Gesandtschaft mit Bombe» in die Lust zu sprengen. In »iplomatischen Kreisen glaubt man, daß man in Men diesmal -ntjchloffen ist, die österreichische Diplomatie daran zu hindern, iah sie sich ähnlichen Kritiken aussetzt, wie ihr eine solche in der Affäre Prohaska zuteil wudre. :: Einreihung des dritten österreichischen Dreadnoughts i» die Eskadre. Der dritte österreichisch ungarische Dreadnought „Prinz Eugen" wurde in die Eskadre eingestellt. Die österreichisch ungarische Kriegsmarine verfügt nunmehr über drei hochmoderne Schlachtschiffe. Beim Bau des vierten Dreadnoughts .Ezeut I!tvan" hat fich eine erhebliche Verzögerung ergeben, jodaß der augenblickliche Gefechtswert der Schlachtschifs-Divi- ston eine bedeutende Derminderung erfährt. Frankreich. :: Kein Urlalib der sranzöstjchen Soldaten. Der Abgeordnete von St. Etienne hat den Kriegsminister in einem offene» Brief daraus aufmerksam gemacht, daß ein großer Teil der Soldaten, die für das letzte Jahr im Alter von 20 Jahren in die Truppenteile eingestellt wurden, bis zur Stunde nur einen ganz geringen Teil der 40 Tage Urlaub erhalten haben, die ihnen durch das letzte Rekrutierungsgesetz ausdrücklich zugestanden find. Die Manöver rücken heran und es ist zu befürchten, daß die Soldaten nicht die Gesamtzeit des gesetzlichen Urlaubes erhalten und daß die meisten nur ein einziges Mal auf Urlaub gehen können, sodatz die Abficht des Gesetzgebers zum größten Teil unausgeführt bleibt. Der Abgeordnete verlangt, daß den Truppen-Kommondeuren genaue Vorschriften in betreff der befielen Verteilung des Urlaubs gegeben werde. England. :: König Georgs Flottenrevue uend die Ulsterkrise. Der König von England, der Prinz von Wales und Premierminister Asquith find in Portsmouth ssingetroffen und haben sich auf die königliche Pacht begeben. Der König wird schon heute abend nach London zurückkehren, anstati, wie beabsichtigt, bis Dienstag in Portsmouth zu bleiben. — Die Zollbehörde von Dublin hat gestern große Quantitäten Gewehre und Munition beschlagnahmt, die für die Rebellen von Ulster bestimmt waren, ebenso Sättel und Geschirre, die aus Heyshoin mit einem Dampfer der Laird-Linie angekommen waren. Die United Irish Liga in den Vereinigten Staaten hat 100 000 Dollar für die nationalistischen Freiwilligen gesammelt. Sie will ver- schen, binnen einem Monat eine Million zusammenzubringen, lg MV Dollar sind bereits an Redmond abgeschickt worden. Rußland. :: Blutiger Zusammenstoß zwischen Polizisten und Streikenden in Petersburg. Gestern hat die Volksmenge in einem Teile der Stadt eine sehr aufreizende Haltung eingenommen. Neun Polizisten wurden mit Steinen beworfen und schwer verletzt. Zwei Polizeiosfiziere wurden von einer zahlreichen Menschenmenge umzingelt und eingeschlofien. Um sich zu befreien, mußte» sie schließlich von ihren Revolvern Gebrauch machen. Pier Arbeiter wurden hierbei verwundet. Albanien. :: Reue Verhandlungen mit den Aufitnndischen. Nachdem die Aufständischen vor Durazzo den begangenen Formfehler ver- befiert »ud die Einladung zu einer Besprechung auch an die Gesandten Oesterreich-Ungarns und Deutschlands gerichtet haben, soll diese nunmehr am Mittwoch in Schiak ftattsinden. :: Die Verteidigung Balonas. Aus Valona kommen beruhigende Nachrichten. Die Epiroten haben offenbar die Absicht eines Angriffs auf die Stadt aufgegeben. Hauptmann Ghilardi brach mit achthundert Freiwilligen und zwei Mitrail- leusen von Valona auf, um die bei Vvjufia lagernden Epiroten anzugreifen. Heute trifft in Valona der rumänische Hauptmann Eristeson mit dreihundert Mann ein. Die Berichte aus Ba- lona heben die vollkommene Uebereinstimmung der von Oesterreich-Ungarn und Italien verfolgten Politik hervor. Prenk Bib Doda über die Lage des Fürsten. Prenk Dib Doda hat fich von einigen in Durazzo anwesenden Journalisten interviewen lasten. Er erklärte, daß die Lage des Fürsten militärisch eine sehr schlechte sei, da das Kräfteverhältifis der "lusständischen und des Fürsten sich wie 8 zu 2 verhalte. Europa, das Albanien theoretisch geschaffen habe, muffe auch dafür sorgen, daß seine Schöpfung praktischer Wert erhalte. Er sei der llnsicht, daß die erste Bedingung zur Lösung der Schwierigkeiten die Verlegung der Hauptstadt von Durazzo nach Skutari bilde, wo der Fürst inmitten einer treuen und bis zum Aeußersten ergebenen Bevölkerung leben würde. Bereinigte Staaten. :: Schwere Wirbelftürme in Kentucky. Schwere Wirbel- stünne im Staate Kentucky haben große Verheerungen angerichtet. Aus Henderson wird gemeldet, daß die dortige Gegend von einem furchtbaren Wirbelsturm heimgesucht worden sei, Oft auch zahlreiche Opfer an Menschen gefordert habe. Bisher 'vurden fünf Leichen gefunden. Man befürchtet, daß unter den Trümmern der eingeflürzten Häuser noch weitere Leichen liegen. Mexiko r: Eine neue Revolution. General Orozoo hat eine neue Revolution gegen Carranza entfacht und operiert nördlich von Aguns Calientes. Billa ernannte Fierro und Dominguez zu Generälen. Beide find Feinde Earranzas. Elfterer ist der Mörder des Engländers Benton. Obregon nahm nach der Besetzung von Guadalajara dem Klerus und den reichen Einwohnern Millionen weg. Rhcichhrl Der Vereinigten Landwirte. Hub zu Schiffe da grüßen die Burgen so schön. Und die Stadt mit dem ewige» Dom. I» den Bergen, loie klimmst du zu schwindelnden Höhn Und blickest hinab in den Strom. Das war eine Fahrt, au die sich gewiß olle Teilnehmer mit Lust und Freude erinnern lverden und Glück haben wir gehabt. Den Wettervorhersagen zum Trotz, die gar nicht günstig lautete«, leuchtete uns tie Sonne auf der galten Führt und den 482 Teilnehmer, die sich aus dm- Bahstböten in Frankfurt nnd Höchst zusoinmengefunden batten, lachte ebenfalls der hellste Sonnenschein aus dcm Herzen. Das fröhlichste Treiben begann auf dem Dampfer „Drachenfels", der um 8 Uhr von Mainz ab die Reisegesellschaft den schönen Rhein hinabführte. Die ganze heimische Londwirtschast war vertreten, da war die Wetterau, der Taununs, das Maintal, ja selbst vom Fuße de? Bogelsbcrges waren sie gekommen, große Freude erregte es, daß unser alter Freund Nenn, trotz seiner 73 Jahre mit einein ebenso alten Freunde ans Düdelsheim gekommen war. Da begrüßten sich alte Freund--, die sich lange nicht gesehen hatten, dort wurden neue Bekann!- schäften angeknüpft nnd Frohsinn herrscht« allerorten. Bon den Usern winkten die traulichen Rbeinstädtchen und Dörfer, Eltville, Oestrich, Geisenheim, Hattenheim und wie fi? alle heißen, von denen man weiß, daß in ihren Gemcirknnnl— ein gar herrlicher Tropfen wächst. Gegen %10 Uhr betfiit- beton Böllerschüsse die Ankunft in Rüdesheim, wo den. Nationaldenkmal auf dem Niederwald ein Besuch abgcstattet wurde. Am Fuße des Denkmals begrüßte der Vorsitzende, Herr Gutspächter V i e h m a n n - Rumpenheim, die Fest- gäste, über deren große Zahl er seine Freude aussprach, sein Hoch galt dem deutschen Kaiser. Nachdem die Klänge deS „Heil Dir im Siegerkranz" verklungen waren, ergriff Schriftleiter Hirschel - Fricdbcrg das Wort zu folgender Ansprache: Grüß' Dich, Deutschland, ans Herzensgrund! Mit diesen Worten wollen auch wir den heutigen Tag begrüßen, der uns zu der frohen Festsahrt vereinigt hat. In imserer heutigen Zeit, wo so viele Feste gefeiert werden, daß man von einer förmlichen Festessenche gesprochen hat. kann man diesen Vorwurf den Vereinigten Landwirten gewiß nicht machen. Wohl haben wir bewiesen, daß auch wir Feste zu feiern verstehen, aber seit einer langen Reihe von Jahren haben wir die Feste, die allüberall gefeiert wurden, nicht vermehren zu müssen geglaubt. Man wird uns also nicht verübeln können, wenn wir heute einmal unsere Ge- treuen an den deutschen sich ein zufamincnberufen haben. Und die stattliche Zahl, die heule hier zusammen gekommen ist, zeigte, daß unser Ruf auf fruchtbaren Boden gefallen ist. So begrüßen wir denn all' die Männer und Frauen, die aus Gottes Werkstätte, dem fruchtbaren Ackerfeld, zu der nationalen Stätte am deutschen Rheinstrom gekommen sind. Vaterländische Gesinnung ist die geineinsame Gr.::rdlage aller hier Anwesenden, wie denn auch Heiinats- und Vaterlandsliebe und Bauernstand znsommcngehören. Es wird heute so viel davon gesprochen, daß wir ein reiches Volk geworden seien und daß wir ohne unseren weltumspannenden Handel, ohne imsere großmächtige Industrie gar nicht mehr die Kosten eines Krieges tragen könnten, der zu einem siegreichen Ende führen würde. Nun, verehrte Anwesende, ich vermeine, daß wir so ängstlich nicht zu sein brauchen. Was der heutige Staat leisten kann, das hat er erst zu beweisen. Als aber vor 100 Jahren Deutschland das Joch der Fremdherrschaft abgeschüttelt, als es den größten aller F-'dherren besiegt hatte, da war es ein Bauernland, das diese Tat vollbracht hatte und als die herrliche Siege errungen wurden, von denen dieses Denkmal Kunde gibt, und als der langersehnte Traum von dem einigen Deutschland endlich in Erfüllung ging, da war Deutschland auch noch ein Ackerbaustaat und so können wir, ohne daß wir uns über die anderen Stände erheben wollen, sagen, daß deutscher Bauerngeist und deutsche Baucrnkraft die Grundlage unseres Vaterlandes gewesen sind. Deutsche Bauern haben die blntigeu Schlachten geschlagen und die Siege errungen nud uns, den Enkeln, ziemt es, es zu erhalten, was die Väter geschaffen haben. So oft wird der Lebenden gedacht, der Mitkämpfer und Veteranen aus der großen Zeit: die Toten aber, die Gefallenen, all' die Tausenden, die ans den Schlachtfeldern für das Vaterland ihr junges Leben aushauchen mußten, werden zu oft vergessen. Von ihren Gräbern heißt es, wie n - h den Befreiungskriegen gesungen wurde: Der Pflüger pflügt darüber Er fragt nicht nach dem Grab. Der Wanderer zieht vorüber Schaut nicht ans euch hinab! Wir aber wollen angesichts dieses Denkinals der 'oten Helden gedenken und sie dadurch ehren, indem wir uns bemühen, daß sie licht vergebens gestorben sind. Denen gilt unsere Liebe, die treu und fest zum Vaterlande stehen, Kampf aber denen, die kein Vaterland kennen, die es fertig bringen, wie die Vertreter des Umsturzes im Reichstag ihre Reden mit einem: Vive la france! zu schließen. Wer nicht sein. Land liebt,, der liebt nichts ans Erden!"So hat vor dreihundert Jahren schon der englische Dichter Shaksspcare gesagt. Handeln wir danach! Entzünden wir ein Feuer vaterländischer Begeisterung nicht nur für einen Angenbiick, sondern ans innnerdar. Und die Funken dieses Feuers mögen die Teilnehmer mit heiin- nelnnen in ihre Dörfer nnd in ihre Familien. An den Frauen aber ist es, am häuslichen Herd das Feuer der vaterländischen Gesinnung in Brand zu halte» nnd die Männer zu crniun- tcrn, wenn sie müde und mutlos lverden wollten. In diesem Sinne wollen wir den heutigen Tag feiern: Es wogt das Korn im Sonnenbrand Darüber die Glocken schallen. Sei mir gegrüßt, mein deutsches Land, Du schönstes Land von Allen! Angesichts dieses hehren Denkmals, angesichts dec Herr- lichen deutschen Lande, laßt uns einstimmen in den Ruf: llnser geliebtes deutsches Vaterland, es lebe hoch! Begeist rt wurde in den Ruf eingestimmt. Ergänzend gedachte Herr Hirschel noch des Altreichskanzlers, um zu beweisen, daß Dankbarkeit in den Herzen der Bauern noch nicht erstorben lei. Das Andenken an diesen, den eisernen Kanzler den stunnerproblen Freund der deutschen Landwirtjchvft, werde niemals erlöschen. , , j Herr Grimm- Obernrsel weihte daraus den Vereinigten Landwirten rin Hoch und dann ging es gestiegen nach Aßmannshausen. wo der Dampfer die Alke wieder aufnahm. Dort wurde uns die Fronde, einen alten Freund, den Landtagsabgeordneten Michel Wolf begrüße,> zu können, der von Bingen herüber gekommen war. Nun ging es weiter den Rhein hinab, an Lorch. Bacharach, Caub, Oberwesel und der Lorelei vorbei, nach St. Goar. In vier Gasthäusern, im „Rheinfels", im „kalten Keller", in der „Rose" und in der „Rheininst" wurde fiir des Leibes Notdurft gesorgt. Ueber die Ausnahme und die Bewirt» tg herrschte nur eine Stimme des Lobes, so daß man frisch gestärkt um 4 Uhr die Heimreise antreten konnte. Als man m dem Denkmal Blücher's vorbeisuhr, da ergriff unser alte: Wolfs-Bensheim, der es sich zur Freude Aller nicht neh n;n ließ, an diesem Tage bei seinen alten Freunden zu weilen, 8c3 Wort zu einer kräftigen und packenden Ansprache. Er ce- dachte des alten Haudegens, der dafür gesorgt hatte, daß die Diplomatie vor hundert Jahren nicht die Erfolge deS Schwertes zunichte gemacht hat. Er gab einen Ueberblick der Lage in der verhängnisvollen Neujahrsnacht 1814, :-jo Blücher bei Caub den Rhein überschritten hat und jubelnd drangen nach seiner begeisterten Rede die Klänge deS: „W >S blasen die Trompeten, Husaren heraus", über den Rhein. Auf dem Schiffe selbst hat sich niemand gelangweilt. Die Jugend tanzte, die Pionierkapelle spielte auf, man unterhielt sich und bewunderte die herrliche Gegend, Volkslieder ertönten, sogar die Gcinslies kam zu ihrem Rechte, dabei vergaß man auch nicht, die Güte des Weines zu probieren und inancher Tropfen ist dort auf dem Schiffe getrunken worden. .... Um 8 Uhr erfolgt« die Landung in Mainz, die Musik voran ging es zu der „Stadt Mainz", wo bald der geräumig, Saal bis aus das letzte Plätzchen gefüllt war. Dort ergriff Herr Ad. H e n s e l - Dortelweil das Wort, um tu heimischer wetterauer Mundart die Mitglieder zum treuen Feschalten an die Vereinigung auszusordern. Herr Hirsche! wars nochmals einen Rückblick aus den schön verlebten Tag und hielt es für eine Ehrenpflicht, der Verdienste des Herrn Ad. Hensel uni diesen Tag zu gedenken, nicht allein, daß er den Gedanken dazu angeregt, so habe er auch säst die ganze Vorarbeit, die nicht zu knapp gewesen sei, bewältigt. Dafür gebühre ihm der aufrichtigste Dank, dem auch ein Mitglied dadurch Ausdruck gab, daß er ein Hoch aus Hensel ausbrachte. Herr Direktor Tylmann- Hanau gedachte der Tätigkeit des Herrn Hirsche! usw. Dann kam die Stunde des Ausbruchs. Ein Sonderzug bracht« alle Teilnehmer nach Frankfurt und Höchst, um Mitternacht waren die meisten Gäste wieder in ihrem heimatlichen Gefilden. Es war ein Tag, der in der Erinnerung aller Teilnehmer freudig wachgehalten wird lange Zeit, Ans der Heimat. * Obst- und Eartenbauverein Friedberg-Fauerbach. Da in der Hauptversammlung der Beschluß gefaßt wurde, am 6. Aug. auf dem Ofienheimer Wäldchen ein Sommersest für die Familie» der Mitglieder abzuhalten, so trat gestern das erweiterte Comitee zusammen. Es wurde folgendes Programm ausgestellt: Um 2 Uhr nachmittags Abmarsch mit Musik vom neuen Bahnhof. Die Fauerbacher Freunde versammeln sich am Kriegerdenkmal, wo sie sich anschließen. Bis um 4% Uhr findet Konzert der Militärmufikschule statt. Während dieses Konzertes und des weiteren Nachmittags wird eine reichhaltige Tombola, ein Schießstand,, ein Stand für Speerstechen und Plattenwersen für die Unterhaltung der Erwachsenen sorgen. Für die Kinder sind zahlreiche Spiele mit Preisoerteilung vorgesehen. Herren und Damen des Bereins haben diesen Teil des Programms übernommen. Für die tanzlustige Jugend ist ein reiches Tanzprogramm vorgesehen. Ueberraschuiy ge» besonders für die Jugend werden zur Unterhaltung beitragen. Ein großer Zeppelin wird steigen usw. Zum Schluß ist eine große Fackelpolonaise für Jung und Alt und Fackelzug mit Musik heimwärts, vorgesehen. Alle Mitglieder des 'Vereins sowie Freunde werden heute schon aus diesen Festtag aufmerk- - sam gemacht und gebeten, sich den Sonntag, den !6. August fü, den Obst- und Eartenbauverein vorzusehen. ' * Zri-dbcrg, 18. Juli. Eine ungemein reiche Aprikosen ernte steht in diesem Jahre in sicherer Aussicht. Nach dem Urteil der Landwirte standen die Bäume fett Jahrzehnten nicht so vielversprechend da wie jetzt. Alle Zweige sind förmlich überladen von Früchten, die bereits die Größe einer starken Nuß zeigen nnd durchweg gesund sind. Selten findet man unter vielen tausenden von Aprikosenbäumen einen Bauin, der nicht reiche Ernte verspricht. Dabei sind die Bäume selbst von guter Gesundheit, und nirgends zeigt eine Spur von der vor niehrercn Jahren so verheerend auftrelenden Blattsallkrankheit. Wenn nicht alles trügt, so dürften die Aprikosen diesmal wieder nach mehrjähriger Mißernte einen zählenden Ertrag liefern. * Friedberg, 18. Juli. Im Orts- und Landbestellbezirk d.--. Postamts und der zugeteilten Postagenturen bestehen z. Z fei genbe amtliche Verkaufsstellen für Postwertzeichen: In Friei derg bei Herru Kausmann Wolfs. Bahnhof: bei Frau Wit.-e Daniel. Vorjtadt zum Garten, bei Herrn Kaufmann Eckel. Nsagaffs: bei Kansmanu glascheuträger: I. L. Pauly, Haas- straße: Fr. Siamm, Schnurgaffe: bei Frl. Alles in Fauerbach, Dorhelmerstraße. In Bellersheim bei Kausmann Karl Müller: in Berpadt der Kausmann Fr. Kaiser und Feld. Eichal- mam>: IN Riedcrjlorstadt bei Abr. Adler und Hrch. Ehr. Roth: IN Ober-Ros buch v. d. h. bei Karl Zulaus und Jakob Engel 11.: in Petterweil bei Eg. Adler: in Staden bei Ehr. Dauch: in Stammheim bei Zigarreuhündler Schwing: «rt Rodheim bei Kaufmann Karl Rullmann und Jean Sporer: in Wohnhpch bei Kausmann David Mayer. * Friedbcrg, 18. Infi. Im Kreise Fnedberg wurden Schweine ermittelt; W*. 1«7 2. Juni L De^ 2. Juni W /wu 1913 ? 1913 1 Jahr alt und älter ' 3209 4002 6 2 541 36 bis unter 1 Jahr alt 11640 15 042 9479 unter 36 Jahr alt 25003 21059 22020 Zusammen: 39 852 40103 34040 Darunter find: Zuchteber im Alter von 1 Jahr und darüber >00 96 98 36 bis unter 1 Jahr Zuchtsauen im Alter von 75 8.i 83 36 bis unter l Jahr 670 545 879 1 Jahr und darüber 2 636 2554 2183 * Friedberg, 18. Juli. Nach der Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche im deutschen Reiche am 30. Juni ds. Js. (,L)armstädter Zeitung" Nr. 155 vom 6. ds. Mts.) find folgende Gebiete durch Maul- und Klauenseuche verseucht: Preußen: Königsberg, Gumbinnen, Allenstein, Danzig, Marienwcrder, Stadtkreis Berlin, Potsdam, Frank- furt, Stettin, Köslin, Posen, Bromberg, Breslau, Liegnitz, Oppeln Magdeburg. Merseburg, Schleswig Hannover, Hil- deshcim, Lüneburg Stade, Münster, Arnsberg, Cassel, Cob- lenz, Düsseldorf, Cöln, Trier, Aachen: Bayern: Oberbaye.n, Nicdcrbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Un- lerfranken, Schwaben: Sachsen: Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau: Württemberg: Schwarzwaldkreis, Jagstkreis, Donaukrcis: Baden: Karlsruhe, Mannheim: Hessen: Starkenburg, Oberhesfen, Rheinhcsscn: Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strclitz: Sachsen-Weimar: Lübeck: Braunschweig: Sachscn-Altenburg: Anhalt: Waldcck: Hamburg: Elsaß-Lothringen: Lothringen, llnterelsaß. ' Friedberg, 18. Juli. Es ist immer noch wenig bekannt, daß di« Post, wie jeder Spedieur, auf Bestellung Palete aus de» Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten: „Paket abzuholen bet (Name und Wohnung)" unfrankiert in den nächsten Bricskasten zu werfen oder einem Briefträger mitzu- gebe», und die Sendung wird bei der nächsten Bestellsahrt gegen eine Gebühr von 10 Psg. vom Hause abgeholt. Das Verfahren ist also einfach und bequem. Wir empfehlen e» deshalb besonders alleinstehenden Personen, denen eln Dienstbote nicht zur Verfügung steht. * Fricdberg, 18. Juli. Während bisher viele einsam gekegene Forsthäuscr in Hessen gleichzeitig Wirtschaftsbctricb halten, den die Förster bezw. ihre Frauen nebeichei ausübtcn, soll das in Zukunst nicht mehr der Fall sein. Die Förster, welche den Wirtschastsbctrieb haben, sollen ihn behalten, aber bei Neubesetzung der Stellen wird die Genehmigung dazu nicht mehr erteilt. Vielniehr sollen staatliche Gebäude, Burgruinen usw., wo bisher Förster wohnten imd Wirt- schastsbetrieb hatten, an Wirte verpachtet werden. Der Anfang mit dieser Neuerung ist bereits verschiedentlich gemacht. * Fricdberg, 18. Juli. In den Tagen vom 7.— 12. Juli hat die zweite diesjährige Befichtigungsrrise hesteri-naustau- ischer Landwirte nach dein Ansiedlungsgebiet in Posen und Wcstpreußen Itailgesunden. Es waren hierzu Teilnehmer an? den Kreisen Cassel-Land, Hofgeismar, Wolfhagen, Marburg, dem Bezirk Wiesbaden, der darmfbädtüch-hesstschen Provinz Oi-crhessen und dem Fürstentum Waldeck in Cassel cingetrosse», welche in der Frühe des 7. ds. Mt. unter Führung des Vertrauensmannes der Königs. Anficdlungskom- inission die Fahrt nach dem fernen Oestn antraten. Die Reise verlief nach dcnr Programm der vorigen Reise, über nelche wi- (c>!'. T jctt bcrichteten. Die Reiseteilnchiner äußerten sich sämtlich sehr befriedigt über das Ansiedlnngs- wcrk in dem zukunftsreichen Osten unseres deutschen Vaterlandes. Besondere Verwunderung rief es hervor, daß inan fast überall in der Provinz Posen schon am 7. Juli mit dem Schnitt de? Roggen? begonnen hatte. Auch im übrigen war n die Fcldjrllchte bedeuter-ö weiter vor als in Hessen und ergaben einen »nt'.üglickien Beweis von der Fruchtbarkeit des Bodens. -- Mit Rücklicht darauf, daß eine größere Anzahl Landwirte unserer Provinz ihre Beteiligung an dieser Reis: zugesagt, aber wegen der verspäteten Heuernte nicht rische inen konnten, soll in diesem Jahre noch eine dritte Bcsichtigungsrcise »ach dein Ansicdlungsgebict stattfinden. Diese Reise wird am 8. Scpteinbcr von Cassel aus angetceten. Kandwirte, die sich an dieser Reise beteiligen wollen, erfahren Näheres bei dem hiesigen Vertrauensmann der Kgl. S.'nsiedlungskommission, Herrn H. Schaumburg, Cassel, schönfeldcr Straße 7. * Gießen, 20. Juli. Wohl selten haben die Linden während ihrer Blütezeit einen jo starken und angenehmen Tust verbreitet, wie in diesem Jahre. Schon wochenlang wird man von deni angenehmen Dust berührt, wenn nian nur in die Nähe einer mit Linden bepflanzten Straße kommt. So vor allem die Ilodhciinccstraßc und die verschiedenen ilulagen. Zur Zeit blühen die jungen Linden in der Löber- s!:aße längs der Wicseck und verbreiten ihren Dust bis in die Hälfte der angrenzenden Bismarck- und Goethestraße. Jetzt ).i offenem Fenster zu schlafen, ist ein Genuß. Hoffentlich derben die Blüten auch tüchtig Nektar bieten, damit die hrencn sammeln können und den Verlust wieder einbringen, te» der kalte Regen während der Blütezeit im Frühjahr den Imkern verursacht hat. * Gießen, 20. Juli Als der Journalist Wohlgcinutli üch am Freitag wegen Steiicrhinterzichung vor der Straf- lanimer zu vcrantlvortcn hatte und von dein Richter gefragt wurde, warum er der Steuerbehörde keine Einschätzuug gemacht und keine Aufklärungen gegeben habe, sagte er, er Hab« mit verschiedenen Juristen darüber gesprochen und einer von diesen, er wisse nicht mehr welcher, habe ihm gesagt: stUnd wenn Sie so rein wären, wie ein Engel im Himmel, !• würde Ihnen das Finanzamt doch nichts glauben " Aus diesem Grunde habe er die Einschäbnna unterlaßen. 91«»« X»8«*}«ttuuft, 3 HmU««. bta ZQ. 3»tj 1814. * Gießen. 20. Juli. - Unsere RrgioientSkapelle gibt all- sonntäglich in der Siidanlage ein Freikonzert, das von Mufik- liebhabern und namentlich auch von der akademischen Jugend mit ihren Damen immer stark besucht wird. Tritt am Sonntag aus dienstlichen Gründen ein Hindernis ein, so konzertiert die Kapelle in der Regel am Freitag abend. Auch am letzten Freitag fand das Konzert um 7 Uhr statt, wurde aber durch das Betragen der zahlreich anwesenden Kinderschar sowie das Lachen und Weinen der mit Dienstmädchen an- wesenden kleinen Kinder derart gestört, daß Herr Ober- musikmeister Löber mstten in einem Stück, das verschiedene Solis für Klarinette brachte, abwinkte und mit seiner Kapelle den Platz verließ. Es genügt nicht, daß die Stadt zu dem Konzert den Platz gibt, sie muß auch dafür sorgen, daß Ruhe und Ordnung austecht erhalten wird und wenn nötig, hiermit die Polizei beauftragen. * Gießen, 20. Juli. Die Klinizisten, eine Verbindung von Studenten der Medizin, zogen zur Schlußfeier des Semesters am Samstag nachmittag mit Musik nach dem Hardtberg. Hier vergnügten sic sich bis zum späten Abend und bei Eintritt der Dunkellieit wurde der Platz mit bunten Lanipions behängen und durch weithin leuchtendes bengalisches Fener erhellt. * Frankfurt a. NI., 18. Juli. Der Magistrat hat gestern den Stadtverordneten eine neue Vorlage zur Erhöhung der Be- amtengehälter und Arbcitcrlohne ocrgelegt. Die in Aussicht genommene Erhöhung ist eine Folge der durch den Wehrbeitrag erfolgten Steuermehreinnahme von einer Million Mark und beträgt insgesamt etwa 770 000 Mark. Die Vorlage soll am Dienstag zur Beratung kommen. Wie man aber hört, rechnet man noch mit einer Zurückziehung derselben durch den Magistrat, weil die Vorlage mancherlei Fehler auswcisen soll. * Frankfurt o. M., 18. Juli. Wegen Befreiung einer Prostituierten aus den Händen von Polizeibeamtcn wurde der Schriftsetzer Spritzer zu g Monaten Gefängnis verurteilt. Aus die recht hohe Strafe erkannte das Gericht im Hinblick auf die Unsicherheit in der Kaiserstraße. Hestcn-Nastau. * Bad Homburg v. d. H., 20. Juli. Nach endgültigen Bcstiminunge» findet die Kaiserparade des 8. Armeekorps am 8. Sepien,ber in Koblenz statt. Der Kaiser trifft in Koblenz an diesem Tage vormittags ein und wird von der Kaiserin, dem Herzogpaar von Braunschweig, dem Prinzenpaar Eitel Friedrick), dem Prinzen August Wilhelm, Joachiin und Oskar begleitet sein. Als Ehrengäste werden der Parade beiwohnen der König von Griechenland, der zu dieser Zeit auf Schloß Friedrichshof im Taunus weilt, und verschiedene andere Fürsten. Ferner nehmen an der Parade teil Kriegsminister v. Falkenhayn, General-Fcld- niarschall Hülsen Häseler, Graf v. Moltke und ungefähr 40 stemdherrliche Offiziere. Die Gesanitstärke der Parade- niannschaft beträgt ungefähr 40 000 Mann, die von dem koni- mandicicuden General Tülsf von Tschcpe und Weidenbach befehligt werden. Die Kaiserin bleibt nach den neuesten Be- stinnnungen bis zum 31. August auf Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel. * r Gelnhausen. 20. Juli. Wie der Bcrwaltungsbericht des Kleisausschußes mitteilt, ist der Stadt Gelnhausen von einem Privatmann ein großes Jugendheim (Wert etwa 50 000 Mark) gestiftet worden, besten Ausführung der Neuzeit entsprechend auf Kosten des Stifters erfolgen wird. Hier sollen sämtliche Jugendliche der Stadt Gelnhausen versammelt werden. In Somborn wird die Kirchcngemeinde ein zum Pfarrgut gehörendes Gebäude zum Ausbau als Jugendheim zur Verfügung stellen. In Bad Orb und Wächtersbach sollen größere Jugendheime unter Vetcilig»»g der Stadtgemeinden errichtet werden. * F. E. Wiesbaden, 20. Juli. Aus allen Teile» der Provinz Hessen-Nassau wird gemeldet, daß die Heuernte durchaus reich und auch qualitativ sehr befriedigend ausgc- fallen ist. * Wiesbaden, 18. Juli. Auf dem Hauptpostamt in Wiesbaden wurden in den letzten Tagen die verschiedenartigsten Gegenstände in den verschiedenen Räumlichkeiten gefnn- den, von denen hier mir eine kleine Probe gegeben sei. Neben Ringen, Broschen, Schirmen, Stöcken, Handschuhen, Taschenmessern waren da: 2 Kannen, 1 Paket Lcii:Wandabfälle, 2 Rcklameinarken und — 2 Hühnereier- * F. C. Wiesbaden, 20. Juli. Die Schweinezucht hat sich in den Kreisen Westerburg- Oberwesterlvald und Dill infolge der Errichtung von 10 Ebcrstationcn in 1912/13 — 2 beständen bereits — erfreulich eniwickelt. In der Zeit voin 1. Janiiar 1913 bis l. Januar 1911 sind 6423 von diesen Eberstationcn stammende Ferkel aufgezogen worden, die einen Wert von 128 460 Jl repräsentieren. Besonders aber hat im vormaligen Amt Wallmerod (Kreis Westerburg) die Schweinezucht zugcnommen. Dort sind allein durch die im Jahre 191243 errichtete Ebecstation für rund 70 000 Jl Ferkel aufgezogen worden, die alle in der Gegend ab >e Zwischenhandel abgcsetzt wurden. Als seltener Fall sei her- vorgehobe», daß bei beni Landwirt Joseph Wagenback- >11- in Hundfangen ein Mntterschwein in sechs Würfen 111 lebende Ferkel zur Welt gebracht hat. Es ist-0-^er. daß in Bälde alle nötigen Schtveinc in genannten Kreisen gezüchtet werden können, vorausgesetzt, daß die Sckiweinep:"ile, die im vergangenen Jahre meist lohnend waren, für die Folge eine Rentabilität der Schweincbaltiing erwarten lassen und nicht so niedrig bleiben wie zur Jetztzeit. " F. C. Wiesbaden, 20. Juli. Ter Aebeiier Hoüncisler in Wiesbaden, der sich von hiesigen „Damen" seinen Lebens- »nterbalt beschasste und dafür diese hier und da traktierte, wurde wegen Zuhältern und Körperverletzung in Anbetracht seines gcineinen und gefährlichen Handelns zu l Jahre 1 Woche Gesärigniz, 6 Jahre Ehrverlust und Stellung unter' Polizeianlsicht i-ernrteilt. * Wiesbaden, 18. Jul!. Tcr Agent Juliu? Wahl in Wiesbaden hatte von dee Frau Friü Renendorii den Aui- _ Seile 3, trag erhalten, ihr 12000 M in bar zu besorge» und zwar auf Wechsel. Als Abschlußprovision waren dem Gcldbeschrffer 500 Mark zugesichert, chm aber zur Pflicht gemacht worden, von der Summe dürste nichts in die Hände der Herren Mark- lofs und Christmann gelangen. Dem war indessen nicht so. Markloff und Christmann wurden, da sie Forderungen an Neuendorff hatten, befriedigt und Wahl strich im Voraus seine 500 Jl Provision ein, obwohl er gegen den Willen seiner Auftraggcberin gehandelt. Aber nicht nur einen Ver- trags-bruch sondern auch eine Untreue erblickte die Straf- kammcr nun in dem Verhalten Wohls und verurteilt« ihn zu 4 Monaten Gefängnis. * 8-C. Limburg. 20. Juli. Zu seinem 26. Verbands- tage trat in Limburg der Verband der Naffauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften unter dem Verbandsdirektor Petitjean-Wiesbaden zusammen. Als Vertreter der Königlichen Regierung wohnte Rcgierungsrat Goltz den Verhandlungen an. Den Bericht über das abgelausenc Verwaltungs- jahr erstattete der Vorsitzende. Dem Verband, dem 215 Ge- nosscnschaftcn angehörtcn, sind verloren gegangen der Kon- sunivcrcin Sindlingen, der von einem Frankfurter Konsum- Verein aufgekaust wurde, der Spar- und Bauverein Wiesbaden, der in Liquidaston trat und die Parsüinerie-Einkaufs- genossenschast der Friseure in Wiesbaden, der einem andere» Verbände bestrat. Neu hinzugekomnien sind sechs Genossen- schäften und zwar in Bierstadt. Schwcighausen, Biebrich, Panrod, Schadcck und Schupach, sodaß dein Verbände jetzt 218 Genossenschaften angchörcn. Don diesen haben 181 die unbeschränkte, 31 die beschränkte Haftpflicht, eine Gesellschasi besitzt beschränkte Haftung, während zwei Vereine bislang noch nicht ins Gcnosscnschaftsregister eingetragen wurden. Die Mehrzahl an Genossenschaften hat der Kreis Biedenkopf mit 30 aufzuweiscn, ihm folgt der Landkreis Wiesbaden mit 29 Genossenschaften. Mit je 4 Genossenschaften stehen der Tillkreis und der Rheingaukreis an letzter Stelle. Tie Mitgliederzahl beträgt 23176, davon allein 15 655 in den Kreditgenossenschaften. Im einzelnen zählt der Verband 129 Kreditgenossenschaften, 73 landwirtschaftliche Konsumverein? »nd 16 sonstige Genossenschaften. Die Kreditvereine des Verbandes zeigten 23 492209 ^ Aktiva, 18 14010t .ff Spareinlagen, das sind gegen das Vorjahr 770 000 mehr. Der Gesamtumsatz stellte sich auf 28 968 425 —. Die angc- schlossencn Konsumvereine setzten Waren im Werte voii 2 435 568 M ab- Den zwei Molkereien, die dem Verbände angchörcn, wurden 3 560 598 Liter Milch angeliefert. Abgcsetzt wurden 2654 448 Liter Milch und 18060 Kilogramm Butter, wodurch 724 474 'Jl vereinnahmt wurden. 9 sonstige Genossenschasten erzielten 288 472 M Umsatz. Die vier kein Verbände angegliederten Winzervereinc erzielten 7676 Jl Gewinn, dem indessen 15 477 Jl Verlust gegenübersteht. Der Umsatz stellte sich auf 182 988 'Jl. Die Zentral-Ein- und Verkaufsgenossenschast für den Regierungsbezirk Wiesbaden, der 88 Mitgliedsgenossenschaften mit 107 Geschäftsanteil.'» und 187 000 Jl eingetragener Haftsumme angehören, verfügt über 26036 Jl und hatte einen Warenbezug in, Ver- kaufswcrte von 591198 Jl. Die Genossenschaftsbank für Hessen-Nassau, die 211 Mitglieder zählt, erzielte bei einem Umsatz von 41316 690 Jl und Gewährung von Krediten in Höhe von 3 965 000 Jl, 23 547 Jl Reingewinn. Bei der Be- richterstattung über die Revisionstätigkcit brachte der Referent auch wieder die Langendcrnbacher Affäre in Erinnerung. Wie durch sachgemäße Verwaltung der in Schwierigkeiten geratene Verein wieder gesundet sei, das zeige das Ergebnis des letzten Jahres. Die Langcndcrnbachcr Kasse habe einen Umsatz von einer halben Million Mark erzielt, 4881 M Gewinn zu verzeichnen »iid sich bereits wieder 37089 Jl eigenes Vermögen geschaffen. Daß die Bevölke- rung wieder das Vertrauen zur Kasse gcfiinden habe, ergebe sich daraus, daß 75000 M bei der Kasse als Spareinlagen anfzuweisen seien. Diese Ergebniste seien um so erste,ilichei als aus eigener Kraft ohne fremde Hilfe die Gesundung der Genossenschaft herbcigeführt worden sei. Wie wichtig der Anschluß an einen Revisionsvcrband sei. das bade im letzten Jahre eine sogenannte wilde Genossenschaft in Eschbach im * Kreise Usingen eingesehen. Sic sei, weil ohne jeglichen Anschluß an einen Nevisionsverband, von einem gcrichtseitig bestellten Revisor seit Jahren revidiert worden, jetzt habe sic eine Unterschlagung von 30 000 Jl seststelle» müssen und dadurch den Weg zu dem Verbände gefunden. Die sahnng?- gemäß auSscheidcnden Vorstands- und Ansschnßniitglieder: Reichstagsabgeordneter Bürgermcister Hepp-Seelbach. Land- Wirt Georg Hatzinann-Nieberneisen, Beigeordneter Johinn PreiS-Hochheim und Bürgermeister Georg Wilhelm Lang- Heringen wurden einstimmig wiedergcwählt der Spar- und Kreditverein Frankfurt-Rödelheim e. G. m. ». H. hat sich i» Frankfurt n. M. einer anderen genostenschastlichn Bank allgeschlossen. Die Verbandsversamnilung beschloß den Ausschluß des Vereins ans dem Verbände, 0r. Weiß-Wiesbaden referierte zum Schluß über die Rassauischc Lebensversiche- rungSanstalt, verwaltet von der Rassauischn Landesbonk Biedenkopf brachte sich sodann für die nächstjährige Tagung in Vorschlag, worüber der Vorstand noch beschließen wird. «Igrderichl ;m» franhfurttr Virhinork» Montag, den 20. Juli 1914. Austrieb: 418 Ocksten, 73 Bullen, 864 Kühe. 383 Kälber, 56 Schafe, 2696 Schweine. Weizen und Roggen keine Notiz. Neuer Roggen wurde vereinzelt angeboteir, doch kam kein Preis zustande. Hafer 18,50—19,50. Frankfurter Wetterbericht. Wolkig, bis auf Gewitter trocken. füdli.l.e Wind«. Nr. 167 Erna und Ilse. »stoman von D. Feußner. . (Sortierung). „Meine Wege waren nicht so sonnig als die Ihrigen", sagte er traurig, „sie führten inich wohl eine Strecke durch liebliche Gefilde und ich war glücklich — glücklich und sorgenfrei, wie die Jugend meistens ist. Doch schon zog die erste schwarze, unheilverkündende Wolke herauf — meine einzige Schwester, mein ein und alles, mein Abgott versank in der Todesnacht. Sie war eine holde Rose, welche kaum den Kelch Wr Sonne des jungfräulichen Lebens erschlossen hatte. Ein verfrühter Herbststurm entblätterte, knickte sie, und trauernd standen wir an der bekränzten Bahre. Weinend sahen wir sie in der Gruft versenken und hörten bebenden Herzens die Schollen niederfallen. Schon blühten Blumen auf ihrem Hügel, als mich zum zweitenmal ein Telegramm nach Hause rief, meine Brust aufs neue von einem glühenden Stachel durchbohrend. Sie können noch das fiifje Wort „Mutter" ^«brauchen, das des Kindes höchste Seligkeit in sich schließt. Ich konntk<8 auch- — wm — nach meiner Heimkehr, verhallte mein schmerzlicher Ruf an den Wänden des stillen Trauergemaches, sie, die geliebte Mutter deckte das Leichentuch! So stehe ich nun mit meinem Vater allein in der Welt und die Lieben, die Sie noch täglich umarmen dürfen, leben mir nur in der Erinnerung!" Roderich schwieg. Seine Worte hatten auf Erna einen tiefen Eindruck gemacht und warmes Mitgefühl regte sich in ihrer zartbesaiteten Seele. „Sie sind", sagte sie, „schon in der Schule der Trübsal gewesen. Das Gespräch stockte, denn keines wußte dem anderen noch etwas zu sagen, bis Erna auf Karl deutend meinte: „Herr v. D. ist vom Spielen ermüdet, jetzt kommt die Reihe an Sie." „Mein Klavierspiel ist ganz ungenügend", wehrte Roderich, „ein klein wenig besser bediene ich schon die Zither." „Haben wir auch und sie können gleich eine Probe oblegen", sagte Erna und holte die hinter dem Klavier stehende Zither hervor. „Ah, jetzt kommt gewiß meine Lieblingsouverture aus Dichter und Bauer!" rief Karl und verließ das Instrument. «Höre» Sie die gerne?" wandte sich Roderich an Erna. „Die Wünsche der Gäste gehen den meinigen vor, später werde ich Sie uni ein Liedchen bitten!" „Mit dem größten Vergnügen werde ich jeden Ihrer Wünsche, falls es in meiner Macht liegt, erfüllen!" Die Zither war gestimmt, und leicht flössen die Akkorde wie Silberwellen daraus hervor. Roderich spielte meisterhaft. Er leistete auf diesem Instrumente fast, was das Mädchen auf dem Klavier tat. Roderich hatte schon verschiedene, für Zither besonders geeignete Stücke gespielt, als ihn Erna bat, das Lied „Winterstürme weichen dem Wonnmond" vorzutragen. Und wieder meisterten kunstgeübte Finger die Saiten und mit wohlklingender Stimme sang er „Siegesmunds Liebeslied aus der Walküre." . fMl' Die schwermütige Weise töar verklungen. Alle hatten aufmerksam dem tief empfimdenen Spiet '"id Gesang gelauscht und der Kaufmann sagte: „Ich hörte taS Lied noch nie so schön vortragen, obwohl es mir Erna esi und auch recht nett singt." „Rein, Herr Lange", sagte Roderich bescheiden, „mein ?piel und Gesang reichen — obwohl ich mich nicht unterschätze, und Ihrem Fräulein Tochter nicht schmeicheln möchte — noch lange nicht an ihre Kunst heran." „Auch Sie schmeicheln?" sagte Erna enttäuscht. „Ich sprach nur meine feste Ueberzeugung aus, es kann also von Schmeicheleien keine Rede sein; vielleicht ist aber mein Freund anderer Meinung als ich, denn er versteht, was Musik anbelangt, bedeutend mehr." „Wiewohl ich mich nicht zum Kritiker cku'swerfen will", Erwiderte dieser, „so möchte ich doch kühn behaupten, daß das, was ich heute abend von Ihnen, Fräulein Erna, hören durste, kaum zu übertreffen ist." Erna lachte laut auf. Es war das erstemal an diesem Reu« Tageszeitung. Montag, den 20. Juli 1914 Abend, aber es klang nicht freudig, sondern schneidend. Sie lachte, weil, wie sie glaubte, wieder einige Phrasendrescher ihren Bekanntenkreis vergrößert hatten. Obgleich sie wirk- lich auf einer fast künstlerischen Höhe stand, war sie sich dessen doch nicht bewußt, sondern dachte immer bescheiden von sich. Der Mann, welcher sie getadelt, hätte ihr mehr Interesse abgewonnen als der ihr schmeichelte, denn sie war nicht eitel, nicht stolz, nicht efekthaschend, und mußte doch jedesmal nach Beendigung ihres Spieles die hochtrabensten Redens- arten anhören. „Tadel von Höherstehenden und Gebildeteren als man selbst, ehrt und nützt, aber das Lob aus dem Munde eines Schmeichlers, in deren Brust kein Kunstsinn und kein Kunstverständnis wohnt, höhnt und schädigt", so hatte sie einmal ihrem Vater gegenüber geäußert. Von Roderich glaubte sie annehmen zu dürfen, daß dieser eine Ausnahme von den anderen mache, aber ihre Meinung ändert sich in dem Augenblick, als er sie über sich stellte (Fortsetzung folgt). Ans aiker Welt. Ans geschäftlicher Unerfahrenheit zum Raubmörder gc- worden. Vor dem hiesigen Schwurgericht hatte sich, wie bereits kurz telegraphisch gemeldet, der 37 Jahre alte Karl Fr. Grether wegen Raubmordes an der 57 Jahre alten Marie Barbara Sutter in Badenweiler zu verantworten. Er ist ein etwas beschränkter und weichmütiger Mensch, der aus vermögender Familie stammt und als das Nesthäkchen stark verzogen wurde. Er lernte schlecht in der Schule, war auch in der Lehre nicht besonders hervorragend, wurde aber immer von den Eltern unterstützt, wenn er seine auswärtigen Stellungen verließ und aus Heimweh nach Badenweiler zurück- krhrte. Kurz nachdem seine Mutter gestorben war, heiratete der Angeklagte und kaufte in Badenweiler ein Haus zum Preis von Mk. 15,000 mit Mk. 3000 Anzahlung, daß aber viel zu hoch bezahlt war. Er errichtete eine Metzgerei, die jedoch nicht florierte. Grether setzte viel Geld zu, da er weitgehenden Kredit gewähren mußte, und er setzte noch mehr Geld zu, als er neben dem Fleischerladen ein Delikatessen-Geschäft aufmachte. Im Jahre 1912 geriet er in Zahlungs- Schwierigkeiten, bald kam auch der Gerichtsvollzieher und der Angeklagte griff jetzt zu dem verzweifelten Mittel der Derhsel-Fälschung, um 100 Mark zu bekommen. Er hatte auf einen Wechsel, der mehrfrch prolongiert wurde, den Namen seines Bruders gesetzt. Schließlich — am 15. April 1914 — mußte diese Fälschung heraus kommen, da Grether kein Geld besaß. Wie der Angeklagte in der Verhandlung angab, hörte er in den kritischen Tagen, daß die Ww. Sutter, eine Schulkameradin seines Vaters, die schwerhörig und halb gelähmt war, viel Geld habe. Da ist er auf den Gedanken gekommen, sich für 1.40 Mk. ein winziges Terzerol und dazu 6 Patronen zu kaufen. Damit machte er sich auf den Weg zur Villa Sutter. Ein Fenster an der Villa ltand offen. Vor der Ausführung der Tat, so gibt der Angeklagte an, habe er zwei Stunden vor der Villa gestanden und mit sich selbst gekämpft." Bis mich die Macht überwunden hat." sagte er. Der Angeklagte kletterte dann durch das Fenster, spannte das Terzerol und schoß auf die Greisin, die durch den Lärm wach geworden war. Frau Sutter verschied nach kurzer Zeit. Der Angeklagte suchte kaltblütig das Geld zusammen, ging heim und legte sich schlafen. Am nächsten Tage löste er den gefälschten Wechsel ein, den er darauf verbrannte. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er seine scheußliche Tat bereue, gibt Grether unter lautem Schlucken bejahende Antwort. — Die Zeugen sagen fast übereinstimmend aus, der Angeklagte sei ein guter Familienvater, der mit zärtlicher Liebe an seinen drei Kindern hing, auch sei er nüchtern und sparsam aber in geschäftlichen Dingen so unerfahren und unbeholfen gewesen, daß der Vermögensverfall eintreten mußte. Das Urteil lautete, da die Geschworenen die Ueber- legung bei der Mordtat verneinten, auf lebenslängliches Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Sonderbare Fleischprcisrcduzicrung. Eine gute Nachhilfe zur Fleischpreisrcduzierung leistete sich am Samstag ein Bürger von Faulbach (Bayern). Früh 7 Uhr ließ er durch Orts- schclle bekannt geben, daß er frischgeschlachtetee Schweinefleisch ___ Seite 3, zu 60 Pfg. verkaufe. Kaum eine Stunde später ertönte wieder die Ortsschelle. Jetzt ließen die Metzger bekannt machen, daß sie nun den Schweinefleischpreis von 70 auf 56 Pfg. erniedrigt hätten. (Und dabei verdienen die Metzger auch" noch genug). Unwetter im Mittclrheingebict. Das im Mittelrhein» und angrenzenden Gebieten niedergegangene Unwetter hak große Verwüstungen angerichtet, besonders im Lohngebietz wo der wolkenbruchartige Regen den Fahrdamm verschüttete« so daß der Zugverkehr drei Stunden ruhen mußte. Auch das Paderborner Gebiet wurde durch Hagelschlag verwüstet« Bei Eitel wurde ein siebenjähriges Mädchen vom Blitz getötet. Gedenktage. 20. Juli. 1812 Joh. Gildemeister, Orientalist, geb. — 1870 Professor A. o. Gräfe, Augenarzt, ff. — 1886 Gerh. v. Zetschwitz, Theologe, ß. — 1903 Papst Leo XIII. ff. Kursbericht vom 18. Juli 1914 der Ulitteldentlchen Creditbank Alttrnkapiial u. Reserven M. 70066 606 gegründet 1856. Frantsurier Börse. 4% Reichsanleihe 99.70°/, 3‘A% „ 86.50 „ 3% „ 76.25 „ 3‘/i% Preutz. Consol» 86.50 3°/. „ „ 76.25 . 4% Hessen 97.60 3V.7. . „ 37. 74.10 ' 17,»7» Griechen v. 1890 56.20 17.7» Monopol-Ettech. 49.80 4>/,7. „ Silberrente 83.10 47» Ocsterr. Eoldrente 85.10 3 „ Portugiesen Sette! 63.60 „ 3 „ „ .10 66.10 . 4‘/»7« Russen d. 1905 98.30 47» „ „ 1902 89.— „ 4°/« Administr. Türken 74.90 „ 47» Türken von 1903 81.80 , Tlllkenlose M. 160.40 . 4°/» Ungar. Eoldrente 80.50 . 4 „ „ Kronenrente 78.10 „ 37»7»Buen.,Air.Pr.Anl. 62.70 . 47,°/» Chinesen 90.60 „ 47,7° Japaner 91.25 „ 3°/» Silber-Mexikaner 48.30 47,7» Mex. Jrttg. Anl. 68.10 Berliner Handels Ant. 148.50 Darmstädt. Bank „ 113.75 Deutsche Bank „ 231.75 Deutsch-Asiatisch Bank 119.50 Türkenlose M. 160.25 Baltimore u. Ohio Akt. 84.75 ' Eanada Pacific Akt. 186.63 . PttnceHenttE.B. Akt. —.— Schantung E. B. Akt, 124.75 . Berliner Handels Ant. 147.— Deutsche Bank Akt. 231.25 „ Disk. Kommandit Ant. 181.25 „ Dresdener Bank Akt. 145.— Pet.Jnt.Handelsb.Akt. 172.— „ Rusi.Banks.a.Hand.A. 147.63 Allg.Elek.Gesellsch.Akt. 239.25 Berliner Börse. Diskonto Komm. Ant. 181.—7, Dresdener Bank Akt. 145.30 „ Milteld. Erediib. Akt. 11510 .. Oesi. Erediianst. Akt. 185.75 BochumerEugstahl Buderus E.-W. Akt. Deutsch Luxemburg Eschweiler Bergw. Eeljenkirch. Bergw. Harpener Bergbau Phönix Bergbau Laurahütte Griesheim Elektron Höchst. Farbwerke Holzoerkohlungs-Jnd. Rütgerswerke Chem. Fabr. Albert Allg. Elektr. Ges. Akt. 238.75 ; Deutsch-Uebersee E. E. 162.50 Schuck. Elektr. Ges. Akt. 138.50 , Siemens u. Halske 209.50 , Etcaua Romana 145.— Zellstoff Waldhof 166.50 , Hambg. Amt. Pakelf. 124.30 , Nordd. Lloyd Oesterr. Staatsbahn Lombarden Baltimore u. Ohio Akt. Pttvatdiskont Tendenz: schwach. 217.— . 102.60 „ 122.87 225.50 „ 176.70 „ 172.87 „ 227.75 „ 142.— _ 237.— . 458.— „ 272.50 „ 188.20 . 393__.. 106.37 142.62 16.63 84.63 , 2.19 Atchison Topeka Doll. Southern Pacific „ Chicago Nock Jsl. „ Miff.Kanstu.Tex.R. „ Union Pacific „ U.S.Eteel Common,, Londoner Börse. Deutsch-Luxemb.B.Akt. 122.75 . Dtjch-ilbersee E.E.Akt. 161.75 „ GelsenkirchenBgw.Akt. 177.— „ Harpener Bergbau Akt. —.— ^ Hohenlohewerke Akt. —.— „ Laurahütte Art. —.— „ Oberschlesier E. Akt. —.— „ Phönix Bergbau Akt. —.— Rombacher Hütte Akt. 148.75 „ Siemens u. Halske Akt. 209.50 „ Privatdiskont 2.25 „ sendenz: schwach. 100 .- 98.12 1.— 15D87 61.25 Die Amalgamat. Copp. Doll. 71.— Chartered Company Lstr. 0.83 Eastrand Propttetary „ 1.87 Eoldfields „ 2.24 Rand Mines „ 6.04 De Beers Consolid. „ 16.37 % Depositenkaste Friedberg empfiehlt sich zur Vermittlung aller bank massigen Geschäfte. An- und Verlaus von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung laufender Rechnungen und prooisionssreier Scheck-Conti. Umwechslung von Coupons und Sorten. Annahme von offenen und verschloffenen Depots. Entgegennahme verzinslicher Spar-Einlagen. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages» zeitung", A.-G., Friedberg i. H. Bekanntmachung. Der diesjährige Alsfelder Pferde- u. Fohlenmarkt in Verbindung niit Prämienmarkt findet am Montag« den 27. Jul: 1014 i'nlt und wird von dem Landwittlchasiskammer-Ausschuß. dem r nntespserdezuchtoerein und der Stadt Alsseld gemeinsam veran staitet. An Prämien kommen insgesamt ca. 2290 Mark zur Bereitung. davon ca. 1400 Mark für Pferde und ca. 800 Mark für : lullen. Kühe, Schweine, Ziegen. Beginn des Marktes: '/>8 Uhr vormittags. Beginn der Prämiierung: V,9 Uhr vormittags. Anmeldung von Stuten und st.-hlen habe:: unter Angabe von Raffe, Abitainmung. Alter, (..-schlecht und Farbe bis s p ätestc ns 19. Juli bei dem Land- : utschasislamme: Ausschuß in Gießen zu erfolgen. In Verbindung mit dem Pferdemarkt findet ein Ziegcnmarkt statt. Mit dem Markte ist cine Verlosung von Fohlen, Zuchttieren, Maschinen und landw. Geräten etc. ver buuden. Der Loseoertrieb liegt in den Händen der Lotterie-Agentur Georg Kurtz jr. in Alsfeld. Alsseld, den 1. Juli 1914. Croßherzogliche Bürgermeisterei Alsseld. St. Bölsino. Kohlenkassenpreise gleichzeitig Baroerkausspreise einschl. Verwaltungskosten und Wieggeld. Somrnerpreis frei Keller in Quantitäten über 20 Zentner: Nutzkohlen M von besten Syndikatszechen per Ztr. M 1,24 Stückkohlen von Zeche Schürbank „ „ „ 1,35 Anthrazitkohlen st „ „ „ 1,80 do. Zeche Langenbrahrn „ „ „ 1,90 Zcchcnkokö 20/40 mm von besten Syndikatszechen per Ztr. Jl 1,38 do. 40/60 mm von besten Syndikatszechen per Ztr. Jl 1,60 do. 30/50 u. 60/90 mm v. besten Syndikatszechen per Ztr- Jl 1,50 Union-Briketts über 10 Zentner „ „ „ 0,90 Ab Lager adr.'hnfi ftrlirn sich obige streift 10 pfg. per Zentner billiger. 2n Quantitäten unter 20 Ztr. per Ztr. 10 Pfg. mehr. WWllstsW Gustav Schwarz und Söhne E. m. b. H. Dr. Fleckenstein verreist. Vertretung haben giftigst übernommen: Sanitätsrat Dr. Becker Dr. 0. H. Becker Dr. Zang. J Wohne von heute ab Franz Nees. yksinsrkttr, Friedberg. Eine Partie Ferkel hat abzugeben Schneider. ffir«iu!!r:5iniir!p!irc, SfrinSeuotirdtn. UerKaufv 4—5 Ia. schwere Belgier WtiHsttdk David Krämer, Kohlenhondiuug Friedberg, Hanauerstr. 4.