Nummer H»(> _____ Samsrag. den 18. Juli 1914. 7. Jahrgang Di- „htnt e«o*9!*it«nB" leden Liier,lag. Regelmäßige Beilagen ..?»» Kan»» ao» Kessen". „Pi. Spinnkut,-". 0e,ngoprei.: Be« den Postanstalten Mk I tei den Agenten monatlich b0 Psg. hinzu tritt Postgebühr oder Iragerlohn. Ameigrn: Grundzeile 20 Psg.. lokale IS Psg, Anzeigen von auswütts werden durch Patnach,lahme erhobeu __ Ersüllungsott Friedberg. Kchriftleilrnrg und Uerlag Fricdberg (Hessen), hanauerstrahe 12. Femlprccher 18» Pojtjcheck-Lonto Rr. 4819, Amt Frankfurt o. Lik. Ded erficht. . — Bei einem Wortwechsel mit seinen Geschwistern zog de? Kaufmann Scstrrheim aus Welschbach einen Revolver und schoß xine seiner Schwestern nieder. Tann fluchtete der Täter auf den Heuboden und jagte sich dort aus Furcht vor Strafe eine Kugel in den Kopf. Er war aus der Stelle tot. — Die südbayerischcn Nebenflüsse der Donau, der Isar und des Inn führen starkes Hochwasser. Weite Strecken des Landes sind überschwemmt. Auch von Lech wird eine ernste Hochwassergefahr gemeldet. — Bei der gestrigen Stichwahl im Reichötagswahlkreise Koburg—Gotha wurden bis neun Uhr abends gezählt: Arnold (F. Dp.) 9178 Stimmen, Hofmann (Soz.) 5792 Stimmen. Das Ergebnis von sechs Orten steht noch aus. Arnold ist somit gewählt. In der Hauptwahl erhielt Arnold 5-172 Stimmen und Hofmann 5671 Stimmen, vr. Stoll (natl.) 5372 Stimmen. — In Naimont bei Norfolk (Amerika) stieß eine clrk> trischer Zng mit einem Kohlcnzugc zusammen. Sechs Personen wnrden-gctötct nnd etwa 10 schwer verletzt. — Gestern nnd vorgestern ertranken beim Baden im offenen Rhein bei Duisburg zehn Personen. Bei Emmerich kamen zwei Brüder, bei de». Versuch, ein ertrinkendes Kind zu retten »ms Leben. — Die Gerüchte von einer Einberufung serbischer Rescr- visten werden an Belgrader amtlicher Stelle für unwahr erklärt. Die serbische Regierung bestreitet, daß irgendwelches außergewöhnliches in miltärischer Hinsicht vorbereitet wor- den sei. — Eine Lokomotive der Gelsenkirchcncr Bcrgwcrksgc- sellschast stieß im Hascngrbict mit einer anderen Lokomotive zusammen. Hierbei wurden rin Heizer getötet, zwei andere Personen schwer verletzt. — Als gestern nachmittag der verheiratete Schmied Andrzhwski in dem Teusclsteich bei Remscheidt badete, erlitt er einen Herzkramps und ertrank vor den Augen seiner Frau und seiner vier unmündigen Kinder- — In der Steiermark haben bei den jüngsten Gewittern Wolkcnbriick>c nicht unerheblichen Schaden an den Kulturen »nd den Derkehrsanfialien angerichtct- — In »lz bei Stuttgart brannte» heute Nacht 11 Ge- bäude ab. darunter 4 Wohnhäuser. 6 Familien sind obdachlos. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Demokratische Anmaßung. Der deutjche Kronprinz hat an den Verfasser der vielbeachteten Flugschrift „Des Deutschen Reiches Schickfalsstunde", de» Oberstleutnant a. D. h. Frobenius, aus Zoppot folgendes Telegramm gerichtet: „habe Ihre ausgezeichnete Broschüre „Des Deutschen Reiches Schicksalsstunde" mit dem größten Jnicresis gelesen und wünsche ihr in unserem deutschen Volke die weiteste Verbreitung. Wilhelm Kronprinz." Die Schrist, die bereits in sechster Auslage (bei Karl Cur- t!u- in Berlin) erschienen ist, erörtert ohne Vorurteil »nd ohne Uebertreibung nach der einen wie nach der anderen Seite den Ernst de: Weltlage und die Notwendigkeit für Deutschland, das Pulver trocken zu halten. Die Schrist zeigt folgende Schluß- solgerung: Der angestachelte Rachedurst Frankreichs gegen das Deutsch-Reich, der entslammt- hah Rußlands gegen das seinen Bestrebungen cntgcgenstellende Oesterreich.Ungarn haben beide Länder zu einer Steigerung ihrer Kriegsvorbcreitung an- getrieben, die sich nur auf kurze Zeit aufrecht erhalten läßt. Tatsächlich ist diese Vorbereitung bereits von einer Kriegsbereitschaft jetzt schon nicht wesentlich zu unterscheiden, und tm Frühjahr 191 j wird dies« jo vollständig erreicht sein, daß man jeden lug des Einmarsches so gewaltiger S-ere gewärtig sein mutz, wie sie auf Europas, wie sie auf der Erde Boden noch niemals gesehen worden sind. Und dann wird des Deutschen Reiches und seiner Verbündete» Schicksalsstunde schlagen! die geldsacksdemokratische „Kleine Presse" bemerkt dazu, es wäre besser gewesen, wenn der Kronprinz kein Telegramm abgcjchick: hätte, wie es überhaupt eine mißliche Sache ist, wenn der Kronprinz immer wieder sich in politische Dinge hincin- ziche» läßt und die „Franks, Ztg." drückt sich vorsichtiger aus und meint, auch diese Depesche charakterisiere einigermaßen die Art des Kronprinzen. Wenn eine Rosa Lübeck, alias Luxemburg, deren Wiege — wenn sie eine gehabt hat! - in der polnisch-russischen Stepp- gestanden hat, sich in die deutschen Verhältnisie zu mischen wagt, wenn ausländische Studenten auf deutschen Hochschulen demonstrieren, da ist dies in Ordnung. Wenn aber der Kronprinz des Deutschen Reiches einem vaterländischen Werke seine Anerkennung ausspricht, da wagt es eine internationale Presie, ihm in die Parade fahren zu wollen. Dem deutschen Kronprinz soll nicht erlaubt sein, was ausländischen Hetzern gestattet ist. Mit einer Ausnahme allerdings, wen» nämlich der Kronprinz, wie dies bei weiland Kaiser Friedrich der Fall gewesen sein soll, sich so aussprcchcn würde, wie es jener Prcffc in den Kram paßt. Dann ist cs schon recht, „wenn sich der Kronprinz in politische Dinge hincinzichcn täßr". Per Mrbnlrag — eine (fnttäutrfiuna ? „Es mnß auch solche Käuze geben", schreibt die„Tägl. Rundschau", „solche nämlich, die eine Genugtuung darin finde», das allmählich klarer hervortretende Ergebnis des deutschen Wehr- bcitrages als eine Art finanziellen Fiaskos, mindestens als eine starke Enttäuschung vor aller Welt herabzusetzen. Die einen — und dazu gehört die „Frankfurter Zeitung und gcsin- nungsoerwandte Blätter — drängt es dazu aus entschiedenen Oppofitionsbcdürfnis: sie können sich nicht denken, daß eine nicht von ihnen gestellte deutsche Regierung einmal richtig gerechnet habe, und fühlen daher auch hier ein grundsätzliches Bedürfnis, nachzuweisen, daß man wieder falsch gerechnet habe. Die anderen glauben weiteren Gelüsten nach dem Ecldschrank der reichen Leute Vorbeugen zu müsicn, indem sie aus dem Ergebnis der Wehrbeitragsoeranlagung nachzuwciscn suchen, daß in diesem Ecldschrank viel weniger drin sei, als die leichtscr- tige, lüsterne Welt angenommen habe. Gedankenlosigkeit redet schon von einem Fehlbetrag von 200 Millionen, den das Gesamtergebnis des Wchrbeitrages gegenüber der Veranschlagung durch die Regierung bedeuten werde, und lasten diese Regierung sich bereits den Kopf zerbrechen über die Deckung dieses Fehlbetrages. Das alles ist denn doch unerhört und sollte unerlaubt sein; so viel böswillige oder keiner Verantwortung sich bewußte Gedankenlosigkeit sollte nicht möglich sein, auch wenn wir wirklich schon mitten in den Hundstagcn wären. Das preußische Wehrbeitragsergcbnis läßt den Schluß zu, daß das Gesamtergebnis für das Reich die Milliarde um eine kleine Anzahl von Millionen überschreiten wird. Veranschlagt ist cs von der Regierung von Ansang an nur aus 97b bis 1000 Millionen Mark. Dieser Voranschlag des Reichsschatzamtcs wird noch in seiner Höchstgrenze um etwas überschritten werden. Wo, um Himmels willen, ist da die Enttäuschung, wo das Fiasko, wo der Fehlbetrag, noch dazu ein Fehlbetrag von 200 Millionen?" Das Blatt verweist dann aus andere als uncischöpslich reich geltende Länder, die Mühe haben, die Deckung für ihre Ausgaben z» decken, und stellt dazu die Leichtigkeit in Gegensatz, mit der wir die Milliarde des Wehrbeitrages aus die Schultern unseres Besitzes »ahmen. Dann heißt es weiter: „Run dieses Selbstoerkleincrn, dieses Bemühen, wieder einmal allen guten Freunden und Nachbarn ihre Ecschäste zu besorgen, und ihnen Scheinargumente in die Hand zu geben, um den schon so gut wie abgestorbenen Wahn von der finanziellen Erschöpfung des Deutschen Reiches womöglich noch einmal zu beleben. . . . Das Ergebnis des Wehrbeitrages ist in Wahrheit sehr crsreu- lich, und cs ist eine schlechte Politik, das vor der Welt verleugnen zu wollen. Ganz gewiß wären noch ein paar hundert Millionen herauszuholcn gewesen, wenn man bei der Ausgestaltung der Wchrbeitragsoorlage weniger milde verfahren wäre. Aber warum sollte man diese Milde nicht walten lasten, da auch so das Nötige und Erwünschte zu haben war? Da ist die gesonderte Vcrmögensoeranlagung der Kinder. Natürlich hat sie eine Menge von Vermögen frcixelajsen, das sonst von der Veranlagung ersaßt worden wäre. Vor allem aber muß man bedenke», daß die gewiß erfreulich hohe Ansetzung der Grenze der Beitragspslichtigkeit bei Vermögen von 30 000 Mark eine ungeheure Summe kleiner Vermögen frcigelasten hat. Dann die umfangreichen Befreiungen vom Beitrag auch bei Vermögen von 30 000 bis 30 000 Mark in alle» Fällen, wo eine ziemlich hoch angejctzte Einlommensxrenze nicht erreicht war. Bei dem starken Ilcberwicgen der Heineren und mittleren Vermöge» im Reich und namentlich in Preußen spielt das eine ungeheure Rolle. Gerade die gcsinnungstüchtigen Fortschrittler, die jetzt so von „Tnttäuschung" reden, sollten das mit Genugtuung bedenken. Gegen den Verdacht, daß der ausfallend niedrige Kursstand der Papiere zum 31. Dezember 1813, als an dem für die Einschätzung zum Wehrbcitrag maßgebenden Tage, dein gleich i» den ersten Tagen des Januar wieder ein starkes, ja ebenso ausfallendes Steige» der Kurse folgte, nicht ganz zufällig und nicht ganz ohne eine bewußte Deeinslustung im Jn- tercste der Besitzer erfolgt sei, wird natürlich lebhaft Einspruch erhoben. Ob er dadurch cinsach zu beseitigen ist, ble-bt abzu- wartcn." Tagcsnbcr^ch!'. i)cui'.v,ci i’irtd:- :: Keine neue bancrische Anleihe. Die Meldung eines Augsburger Blattes, wonach Daher» beabsichtigen soll, noch im Lause dieses Jahres eine neue Anleihe auszunehnien, wird in den „Münchener Neuesten Nachrichten" von zustän- diger Stelle als unzutreffend bezeichnet. Durch die letzte Anleihe vom Dezember vorigen Jobres sei bereits für alle in diesem Jahre fälliocit Bedürfnisse Vorsorge getroffen, Tie bayerische Finanzverwaltnng habe nicht die Absicht, im laufenden Jahre noch eine Anleihe zu begeben. Oesterreich. :: Verstimmung gegen einen russischen Botschastsattachee in Wien. Ter „Reichspost" wird aus Scrajewo gemeldet: In den letzten Tagen weilte hier ein Attack>ee der Wiener russischen Botschaft, der die offiziellen Stellen ignorierte und nur mit prvnoncicrtcn Serben verkehrte. In der hiesigen Landesregierung 'war man über diesen Besuch, der gegen die üblichen Formen nicht angelündigt worden war. sehr nber- rascht und fragte deshalb in Wien a». Auch dort war man über eine beabsichtigte Reise des russischen Attachees vorher nicht unterrichtet worden. Ter Dorsall hat hier unliebsanies Aussehen erregt. :: Tie galizischcn Landingswal,ie». Tie galizischen Landtagswahlen werden am 7. Oktober beginnen »nd bis zum 4. November dauern. Tic Einberufung des Landtags gleich nach den Wahlen ist nicht beabsichtigt, vielmehr soll schon während der Landtagswahlcn der Reichsrat zusammen tictcn, voraussichtlich am 27. Oktober. Frankreich. :: Eine Gedächtnisfeier für das österreichische Throns»! gerpaar in Frankreich. Unter zahlreicher Beteiligung der Notabel» der Stadt Nancy fand gestern vormittag in der Kirche des Eordiliers ein feierlicher Gcdächtnikgottesdiensl für da? ermordete Thronfolgerpaar statt. In der Kirche des Eordiliers sind die Fürsten des Hauses Lothringen, die Vorfahren des Kaisers von Oesterreich bcigcsetzt. :: Rückreise des türkischen MarineministerS. Ter tiir- lisch-' Marineminister Tschemal Bei reiste gestern abend mit Sun Oricntexprcsj von Paris nach Konstantinopel ab. Ans seiner Rückreise wird er Wien berühren, wo seine Gattin aus Gesundheitsrücksichten sich aufhält. Ter Wiener Aufenthalt Tschemal Veis dürfte jedoch nur von ganz kurzer Tauer lein. :: Einführung einer neue» fahrbaren Brücke in der französischen Armee. Ter Kriegsminister sowie der Gouver- ueur von Paris wohnten gestern in Versailles interessanten Pionierübungcn bei. Tic Pioniere errichteten eine eiserne fahrbare Drücke nettesten Modells, die in der Lage ist, auch schwere Lokoniotivcn zu tragen. Die allgenicine EinsührlUtg der Brücke in der französischen Armee dürste nicht allzu lange auf sich warten lassen. Italien. :: Expcdiiionskorps für Albanien. Aus Rom Ivird ge- meldet, daß die Ausreise des Expeditionskorps für Albanien von eincni Hafen des Adriatischcn Meeres ans erfolgen werde. Alle Korpskoinmandantcn hätten bereits vom Gcnc- ralstabe die sogenannte Division, die Admiral Amcro D'Aste befehligt, begleitet werden. Diese Division setzt sich ans drei Dreadnoughts. und vier Torpedcbootsjägcrn zusanimcn nnd sei im Golfe von Tarent vcrsaninielt. Ein Tclcgramni der Türmer Stampa aus Brindisi meldet, an die dortige Eisen- Zahnstation seien Antvcisungcn bezüglich der Ankunst vo» größeren Eisenbahnabteilnngen abgcgangc,^ Rußland. :: Massenstreik in Rußland. Infolge de? politischen Einschreitens bei den, Protestmeeting der Putilowwerke für die streikenden Napthalarbeiter in Baku sind gestern 75 000 Arbeiter vcrschicdner Grohbctricbe, wie Nobel, Leßner und Eiwasow, sowie kleinerer Fabriken und Druckereien in den Ansstand getreten. In den Arbeitervierteln kam es zu reckst schweren Zusammenstößen zwischen Arbeitern und der Polizei. Diese wurde mit Steinen beworfen, worauf die Polizei mehrere Schüsse abgab. Mehrere Personen, die ernste Der- Wundungen davontrugen, mußten ins Lazarett gcbrcuhl werden. Türkei. ttGriechische Vvrstcllniigcn in Konstantinopel. Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, hat der griechische Gesandt« Panas gelegentlich seines gestrigen Schrittes auf der Pfort« dem Großwcfir erklärt, daß der in Aivali hervorgerufem Zwischenfall, durch den der dortige griechische Konsul beleidigt wurde, einen sehr ernste» Eharakter trage und die griechische Regierung darauf bestehen müsse, daß die Schuldige,« bestraft werden. Griechenland, :: Griechenland und die epirotisch« AusstandSbewcgnng, Die Negierung beauftragte ihre diplomatischen Vertreter in, Auslande, wonach die griechische Armee an dcni cpirotllchen Feldzüge »vd insbesondere an dem Angriff ans Koritza teil« Genommen habe, kategorisch zu dementieren. Bereinigte Stiiatcn. :: Revolutionäres von Haiti. Wie aus Port-a««-Prince gemeldet wird, habe» dort neue revolutionäre Unruhen statt- gesunden. Es kam zwischen den Revolutionären »nd ihren Gegnern zu einem Feuergefecht in den Straßen von Port-nu< Prinee. Unter den Bewohner brach eine Panik aus. Den RcgicrungLtruppen gelang es schließlich, der Bewegung Herr zu werden. Ans der Heimat. * Friedbcrg, 18. Juli. Ihre Königliche Hoheit die Frau Großhcr-ogin Hot das in der hiesigen Kunstausstellung ausgestellte Bild „Roter Mohn" von Elise Seidel angckaust. * Friedbirg, IS. Juli. Anläßlich der diesjährigen Kaiscr- manöoer werden zur Vcrpslcgung der gewaltigen Truppenmas- scn und zur Mitjnhrung des Gepäcks Privatsuhrwerke in erhöhtem Umfange erforderlich. Ta viele Fuhrwcrksbesitzer über die Verpflichtung zu Fuhileistungen für di- Truppen noch im unklaren j,nd und cs nicht selten »u Weigerungen und Aus- cinsnderj üungcii bei der Rcguiricrung kommt, möge folge,v !>ir. 168 Reue Xog«»jf itn«g. s»m»tag, den 18. J«li lau, Seite 2 Deo gejagt fein: Nach dem Gesetz über dl« Naturalleistung säe die bewajsnete Macht im Frieden sind zur Stellung von Vorspann — Fuhrwerke, Gespanne, Gespannsührer — alle Besitzer von Zugtieren verpjlichtet. Zur Dorspannleistung sind in erster Linie die heranzuziehcn, die aus dem Vermieten ihrer Tiere und Wagen oder dem Betriebe des Fuhrwesens ein Gewerbe machen, — Leistungspflichtige, welche ihren Obliegen- heltcn nicht nachkoinmcn, sind durch den Eemeindevorstand unter Anwendung der ihm zustchenden administrativen Zwangsmittel hierzu anzuhalte». Ist die Leistung nicht rechtzeitig zu erlangen, so kann sie anderweitig aus Kosten des Verpflichteten bcschasst werden. Die Kosten sind von diesen aus dem vorge- jchriebene» Wege durch die Gemeinden bcizutreiben. Die Llcliung von Vorspann kann nnr gesordert werden für die auf Marschen, >m Biwak oder Lager befindlichen oder vorübergehend cinquartierte» Truppenteile und nur insoweit, als es nicht gelingt, den Bedarf rechtzeitig zu einem Preise zu ermie- tcn, welcher den vom Buiidcsrate für den betreffenden Liefer- ungsverband festgestelltcn Vergiitungssatz nicht übersteigt. Nur ivcnii mehrere Armeekorps zu genicinsamen Hebungen zusam- mcngczogen werden, dürsc» an den Korpsmanövertagcn und bei den zugehörigen Märschen die Mietpreise die Vergütungs- sätze um 10 Prozent übersteigen. In der Regel soll der Vorspann nicht länger als einen Tag benutzt werden,' nur in den dringendsten Fällen ist eine längere Benutzung zulässig. Für außergewöhnliche Abnutzung an Zugtieren, Wagen und Geschirr, sowie sonstigen Verlust und Beschädigung, ist dem Eigen tümer voller Ersatz zu gewähren, welche infolge oder gelegentlich der Vorspann- oder Spanndienstlcistungcn ohne Verschulden des Eigentümers oder des von ihm gestellten Gespannführers entstanden sind, — Die Vergütung für geleisteten Vorspann — mit Ausnahme des Vorspanns zur Anfuhr der Dcrpslegungs- und Biwaksbedürfnisie bei Uebungen und sonstigen Truppenzu- sammenzichungen, sowie zur Anfuhr des Fouragebedarss — ist von dein Truppenteil in jedem Quartier sofort zu bezahlen. In den vorgenannten Fällen erfolgt die Zahlung monatsweise bezw. nach beendeter Hebung gemeindeweise durch Liquidation, * Fiicdbcrg, 18. Juli, Die Kunstausstellung ist am 1b, d. M. geschlagen worden. Der Besuch war über Erwarten gut. Es haben 716 Erwachsene nud 455 Schüler die Ausstellung besucht, Sie haben dadurch sehr zum Veaknntwerden unserer einheimischen Künstler beigetragcn. Der Erfolg ist so ermutigend, daß für ein späteres Jahr eine weitere Ausstellung ins Auge gesoßt werden kann, aus der auch andere Maler vertreten sind, vielleicht auch mit einer photographischen Abteilung und iner für künstlerische Entwürfe. Es wurden 506 Lose ver- akust. Das Verzeichnis der 5 Gewinne findet sich in der heutigen Nummer dieser Zeitung. * Fricdberg, 18. Juli. Vom 7.—10 August dieses Jahres wird im Etablissement „Zum Saalbau" dahier durch die Thea- tergeselljchajt Johannes Breiholz das vaterländische Festspiel .Familie Psannluch oder Hessentreue" zur Ausführung gebracht. Der Verfasser des crsolgrcichen bereits über hundertmal aus- geführtcn Schauspiels ist der Landwirt Otto Müller in Grebendorf * Fricdberg. 18. Juli. Die hessischen Landtagswahlen finden naib einer Bekanntmachung des Kreisamts voraussichtlich am 0 November statt. Mit der Aufstellung der Wählerlisten soll sofort begonnen werden. Der 0, November fällt auf einen Freitag, * Flicdberg, 18, Juli, Die diesjährigen Truppenübungen des 18, Armeekorps finden, nach Mitteilung des Generalkommandos, wie folgt statt: Regiments- und Brigadeübungen: Vom IS, August bis 2. September bei Hanau, bei Ober-Ursel, bei Ober-Erlenbach, Bergershcim, Petterweil, Wirker, Bierstadt, Soden, Rodheim, Ober-Wöllstadt, Groß-Umstadt, Ober- Ramstadt, Rcinheim, Fürth und Gadernheim, — Brigademanöver: Am 4. und 5. September bei Rcinheim, bei Lindenfels, zwischen Höchst und Mainz, sowie zwischen Frankfurt und Friedberg. — Divisioirsmanöver : Am 7. und 8 , September bei Reinheim uub zwischen Bad Homburg v, d, H, und Mainz. — storpsmauöver: Vom 10. dis 12. September östlich Darmstadt. — Kaijermanüver: Vom 14, bis 18, September, * B«d Rnuheim, 18, Juli. Nächste Woche ist täglich vor- niittags 7 Uhr Frühkonzert in der Trinkknranlage. Sonntag, 19, Juli, nachmittags von 4— 6 Uhr und abends von 8 lis 10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Knckapclle. Abends 8 Uhr im Kurhaiissaale Theater: „Krieg im Frieden", Lust- spiel in 5 Akten von G. v. Moser und Franz v. Schönthan. Montag, 20, Juli, findet nachmittags von 4>/> bis 6 Uhr und abends von 8 bis 10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kur- kapelle statt. Abends 8 Uhr im Kiirhansfaale Theater: „Wie einst im Mai", Posse »nt Gesang und Tanz in 4 Bildern von Rudolf Bcrnancr uiid Rudolph Schanzer. Miisik von Walter Kollo und Willy Brcdschncider. Sleinsurth, 18. Juli, I» unserer Gemarkung steht jetzt die edle Flur der Rosen in voller Blüte. Die Mosenfelder gewähren jetzt einen prächtigen Anblick, Der Versand ist im Gange, ledoch ist man mit dem Absatz nicht sehr zusrieden. Die meiste» der hier gezüchtclc» Rosen gehe» aus den Berliner Markt, * Giicdel, 18. Juli. I» der Gemarkung Griedel fand am 15. Juli die össentliche Bcsichiigiiiig eines voi, dem Landwirt. schasislammer-Ausschuß für Oberh-sicn angelegten und von Herrn Wilh. Hrch, Fenchel in Griedel durchgesührten Beispiels- dünguiigsvcrsuches statt: anschließend daran war gemeinsamer Gemarlungsrundgang, an dem sich zirla 00—35 Landwirte aus Griedel beteiligte». Herr Privaldozeiit Dr. Kleberger-Eießen erläutert« in recht eingehender Weife dcii Stand der Versuchsparzellen, welche liiil Kartoffel» bestellt waren und wies vergleichend aus die beiden recht -bsallenden Parzellen ohne Düngung hin. Eine Parzelle, bei welcher zwar Stickstoss »ud Kali gegeben Zeigte recht deutlich, daß in de» dortigen Verhältnissen «ine Phosphorsäuregabe recht angebracht ist. während ein Kalimangel weniger in Erscheinung tritt. Mit Kali, Phosphorsäure und Stich'tojj als Chilesalpeter gedüngt, zeigte einen recht üppige», dunkelgrüne» Bestand, jedoch tönnte eine zu »roßc Salpeterpabe bei nassen Jahren Anlaß z»,n Faulen der Knolle« gebe«. Di« Parzelle mit Stickstoff als Rorgesalpeter zeigte eine etwas schwächere Krautentwicklung, dagegen trat die mit schwcfelsaurem Ammoniak als Stickstoff gedüngte Parzelle wieder recht erheblich güststtg in Erscheinung. Kalkstickstoff, welcher bei Getreide, namentlich i«! Hafer sich sonst recht gut beivährte, wäre bei. Kartoffeln etwas vorsichtiger zu verwenden, wenn er aber verwendet wird, sc! er mindestens 3 bis 4 Wochen vor dem Pflanzen auszustreucn. Dolldüngung ohne Stickstojs blieb merklich in der Krautentwicklung zurück, jedoch sollen die Knollen sich recht stärkehaltig erweisen. Bei Ausführungen beim Ecmarlungsrnndgange wurde auf die oft mit Distel», Hederich und sonstigem Unkraut« bestandenen Wege ausmcrlsam gemacht: cs wurde der Wunsch geäußert, die Feldpolizei möchte angewiesen werden, streng darauf zu achten, daß die lliikränter von jedem angrenzenden Besitzer vollständig beseitigt würden. Auch zeigte sich, daß oft Disteln und Hederich aus Kompost- und Misthaufen geradezu gemästet wurden. Die Komposthaufen könnten vielmehr nutzbringend mit Gurken, Kürbisien oder Dickwurz besetzt werden. Das Ausfahren der Misthaufen kurz vor der Ernte soll möglichst vermieden werden, sollte dies aber wegen Platzmangel im Hofe dennoch durchgefnhrt werden müssen, so sei der Mist öfter mit Wasser airzufcuchten und mit Erde zu bedecken, Jauche dagegen fördert die Zersetzung und den Stickstoffverliist, Der sogenannte Windhalm (Gras) kann durch sofortiges Stürtzen oder Stoppeln nach der Ernte zum Keimen gebracht werden, sodaß er als kälteempfindliche Pflanze leicht auswintert, Don dem Wickenanbau lkärünsuttei) wurde abgeraten, da Wickfutter die Milchaualität ungünstig beeinflußt, jedoch Erbsen und Wicken im Gemenge empfohlen, Pferdcmöhren sollen als Pferde- und Schwcinefutter beibehalten, jedoch etwas weiter vereinzelt werden, als auf dem dortigen Grundstücke, Daß der Klee durch Beizen mit Nitragin auf kleemiidcn Böden wieder besser gedeiht, hat uns Herr Fr, Fenchel eingehend erklärt. Leider mußten die sehr lehrreichen Ausführungen des Herrn Privat- dozcntcn Dr, Kleberger etwas früher als eigentlich vorgesehen, auf den, Felde abgebrochen werden, denn ein am südlichen Himinel aussteigendes Gewitter kam näher und ein bald ein- setzendcr Regen zwang zur Heimkehr Aber die Ericdeler Landwirte waren in recht anerkennenswerter Weise in die Wirtschaft von Bissels gefolgt und es konnte in einer gegenseitigen Aussprache fortgefahren werden, an welcher sich die meisten Landwirte beteiligten. Den Wiesen könnten die Abwässer der Stadt Butzbach noch mehr nutzbar gemacht werden, wenn mit Kalk gedüngte würde ndu durch einen dritten und zeitigeren Schniii die sauren Gräser inehr zurückgedrängt würden. Die Wiesen !m allgemeinen sollen abwechselnd mit Kunstdünger lind Kompost gedüngt werden, denn ciine einseitige Kunstdün- gcrgabe begünstigen den Humusschwund, Der Herr Referent wies noch statistisch nach, daß die so fruchtbare Weiterau noch nicht hochgcnug in den Kartosselerträgen sei nud es sei wirklich beschäniend, daß uns Sandböden darin übertrcffen, denn neben Siallinist müßte noch Knustdünger zu Kartoffeln angewendet werden, damit die Kartoficlerträge erhöht und itlchr Kartoffeln getrocknet werden könnten. Auch sollen durch Anbau von Wintergelreide und Feldbohnen die fremden Futtermittel mehr ausgeschaltet werden. Das Bestreben der Deutschen Landwirtschaft soll dahin gerichtet sein, sich von den ausländischen Futtermitteln, namentlich von den oft recht minderwertigen ausländischen Futtermittel« abzuschntteln und die »ötigeitz zur heimischen Viehzucht ersorderlichen Futtermittel selbst anzubauen. Daß die von der Theorie gegebenen Winke nd Vorschläge auch in sonst gutgepslegten Gemarkungen recht angebracht sind, brachten hier viele Landwirte zum Ausdruck. Zum Schluss« sprach Herr Bürgermeister Fenchel im Namen der Anwesenden seinen Dank aus und ein von Herrn Schneider ausgebrach- tcs und mit kräftigem Beifall aufgenommcnes Hoch auf den Herrn Referenten bezeugten nochmals den Dank der Anwesenden. * Appenrod, 18. Juli. Im hiesigen Sieinbruch fiel dem Ackerknecht Fleischhauer aus geringer Höhe ein Stein auf den Kops. Der noch rüstige Mann war aus der Stelle tot. * Breungeshain, 8. Juli, Nachdem seit dem 20. April 1613 sich hier kein Stcrbcfall ereignet hatte, verstarb am 13. Juli Frau Katharina Zinncl geh, Lust im 76. Lebensjahre. * Frankfurt a. M., 18. Juli, Zu her kürzlich durch die hiesigen Tageszeitungen gegangenen Mitteilung über die Verwechselung einer Leiche in einem hiesigen Krankenhause teilt die Stadtkanzlei mit, datz der Vorfall nicht im Stadt. Krankcnhause und auch in keinem der sonstigen städtischen oder Stiftungshospitäler vorgekcmmen ist. * Frankfurt a. M., 18. Juli. Wie durch ein Wunder wurde der sechsjährige Phil. Bender vom Tode gerettet. .Er siel aus dem Fenster des fünften Stockwerkes, Hirschgraben 16, in die Tiefe, schlug im Fallen auf ein Schutzgitter aus Draht auf und wurde von diesem wieder emporgeschnellt. Ziemlich sanft kam das Bürschchen dann aus ebener Erde an, wo cs sogleich ousitand. Zur Feststellung etwaiger innerer Verletzungen brachte man das Bübchen in «in Kindcrhospital. * Frankfurt a. M., 18. Juli. Nach einer Mitteilung des Statistischen Amts ist die Volkszahl für den Stadtkreis Frankfurt a, M. unter Berücksichtigung der seit der letzten Volkszählung polizeilich genieldetcn Zu- und Abwanderungen, sowie des entsprechenden Ueberschusics der Geburten über di l Sterbcfälle am 1. Juli d. I. mit rund 449,700 anzunehmen * Bvnamcs, 18. Juli. Der Kriegervercin feiert heub und morgen Sonntag das Fest seines 40jährigcn Bestehens Von den Gründern des Vereins leben noch sechs. Aus dem Kreise Hanau. * Hanau, 18. Juli. Der Maurer Konrad Wintersteilt von Langenselbold, der im Juni wegen Münzverbrcchens vor dem Frankfurter Schwurgericht stand, aber freigesprochen wurde, hatte sich gestern wegen schwerer Urkundenfälschung vor der hiesigen Fericnstrafkammcr zu verantworten. Er wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Hessku-Nassau. * Hohensolms, 18. Juli, In der hiesigen Gemarkung wurde eine Landwirtssrou von einem Rehbock angegriffen und zu Boden geworfen. Sie erlitt außer einigen derben Hautabschürfungen im Gesicht auch einen Armbruch. * Waldgirmes, 18. Juli. In einer Lehmgrube fand man bei Fundamentierungsarbcilen ein vollständig erhaltenes Skelett recht hohen Alters. Um den Hals lag eine Perlenkette mit einer Metalltafel, die eine lateinische Inschrift enthielt. Der Fund ging leider größtenteils bei den Grabungen verloren. * Marburg, 18. Juli. Vorgestern fand auf dem Orten- Statt Karten. Käti Steinhäusser Dr. med. vet. Gustav Schneider Verlobte Friedberg i. H Juli 1914 9 Iein bietet vtr W w w Aüssergewölinlicl) günstige Vorteile. 1 Preisermäßigung bis zu Friedbcrg i. II. i&aiisci'stE'aflc 53. Beachten Sie meine r chaufenster. "^6 Verlosung der Kunst- Ausstkllung zu Friedberg. Bei der heute durch Großh. iPolizeiverwaliung Friedbcrg vorgenommenen Berlosung wurden von den verkaufte» 500 Losen folgende mit Gewinnen gezogen: Rr. 468 I. Preis Blumeustück (Veilchen) von Frl, E. Seidel. Nr. 154, Nr, 448, Nr. 48, Nr, 253 II—V. Preis: je eine Radierung von C. Warnas. Die Gewinne können gegen Vorzeigung der Lose von Dienstag, den 21. Juli 1914 ab bei idem Unterzeichneten abgcholt werden. Friedberg, den 17. Juli 1914. Dr Nebel, Bekanntmachung Die erledigte Stelle des StadlkasiegeljUfen !ist am 1. Lttober l. Js. zu besetzen. Bewerber wollen ihre Meldungen unler Beischluß von ! Zeugnisabschriften und Lebenslaus und unter Angabe der Ee- Dhaltsansprüche bis zum 27. Juli l. Js. bei mir einreichen. Friedberg i. H., 10. Juli 1914. Der Bür vürgermeister. Stahl. Mehrere gebrauchte GMmm mit Rehr billigst zu net* kaufen. Neue Tageszeitung Druckerei u. Verlag A. E. Friedberg i. H. Gin Kriegshund Hündin) billigst z« verkaufen. . Bernh. Lenz- Rr. IW betg in Marburg die Feier der Grundsteinlegung des Krüp- pelhermS statt. Ursprünglich plante man eine Heilstätte für fkrophulöse Kinder, doch wurde bald auf Anregung der medizinischen Fakultät der Beschluß gefaßt, in Verbindung mit einer solchen Heilstätte eine krüppelheilanstall für Hessen zu errichten, damit den Studierenden der Med ziii Gelegenheit gegeben sei, sich in den Orthopädie ausznbilden. Der größte Teil der Baukosten ist aufgebracht, doch fehlen noch 50 000 -M. Der Vorstand des Heimes richtet deshalb an die christliche Liebestätigkeit die Bitte, zur Tilgung dieser Schuld nach Möglichkeit beizutragen. * Fulda, 18. Juli. Bei der Gegenüberstellung mit der Leiche des erschossenen Böhm aus Schmalnau in Weyhers «e»e äagtspuua«. Samstag. Mm 18. 3111 1*1« Sette 8. scstand der 19jährige Arbeiter Müller aus Eichenzell rin, den verhängnisvollen Schuß ohne TötungSabsicht abgegeben zu haben. Darauf wurde der Schneider Hartmann aus der Hast entlasten. " f * Kostet, 17. Zull. (Es geht vorwärts mit dem Obstbau. Nach der im Jahre 1918 vorgenommenen Zählung hat der Obstbau im Regierungsbezirk Kastei um 22 Prozent nach der letjten Obstbaustatistik vom Jahre 1900 zugenommen. ' Kästet, 18. Juli. Der Proviant-Inspektor Josef Mund in Kassel hatte, nachdem er kürzlich von seiner Frau geschieden worden war, mit einem Mädchen namens Kawart ein Verhältnis anccknüpft und ihr eine luxuriöse Wohnung eingerichtet. Die Militärverwaltung beabsichtigte jetzt gegen ihn ein 'Disziplinarverfahren etnzuleiten. Als Mund hiervon erfuhr, begab er sich mit feiner Geliebten ln den Wald bet Kassel, wo er seine Geliebte erschoß und sich dann selbst durch einen Schuß tötete. . Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wolkig, meist trocken, kein« lemperoturvrr ändcrunz, westliche Wind«. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche! Friedberg; für den lokalen und unlerhaltenden Te:> Bernhard Lenz. Friedberg; für den Anzeigenteil: St.- Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tag?.' zcitung", A.-G., Friedberg i. H. Was bietet Ihnen Wetkerlings Sommer-Näumllngs-Verkauf? Extra billige Preise! Wirkliche Vorteile! Bekannt solide Qnalitäten! Auswahl! Unsere Preise sind schon an und für sich sehr billig, denn wir haben trotz hohem Umsatz nur geringe Geschäftsunkosten. 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Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dag du lang lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, gibt. 2 Mose 20, 12. - •' «Kit oiefem Gebot tritt der Herr, dein Gott, heute abend vor dich, du magst Vater oder Mnttcr, Sohn oder Tochter genannt werden. „Tu sollst", sagt er, dein Gott, und er hat ein »iecht dazu, denn er ist dein Herr, und „du sollst" muht auch du zu dir sagen, den» du bist sein Untertan. Du bist nicht so alt oder so hochgestellt oder so verlassen, daß du dich über dieses Gebot hiiiwegsetzen könntest. Eine» hast du sicherlich immer noch über dir, den du zu ehren und dem du zu gehorchen hast, n-ie ein lieber Sohn oder eine liebe Tochter Vater und Mutter chlk.r und gehorchen soll. Wie sollst du ehren? Dar ist höchst einfach: du gehorchst in allen Dinge». Ich will nicht hassen, daß der Herr, dein Gott, dich ln eine Stellung gebracht hat, daß du sprechen müßtest, wie dvrt die Apostel: „Man muß Gott mehr gehorchen, denn den Menschen." ° > > Latz dir erzählen, wie eine liebe Tochter ihren Vater ehrte: Tie Tochter kommt als Erzieherin in ein vornehmes Haus. Der Vater sagt unter anderem zur Tochter: „Nicht wahr, du versprichst mir, in kein Theater zu gehen," Die Tochter verspricht es. 2» ih.cr neuen Stellung soll sie ihre Zöglinge ins Theater begleiten, in ein gutes Theater. Sie erklärt aber: „Ich kann »cht, ich darf nicht, ich habe meinem Vater versprochen, in kein Thcatcr zu gehen", und dabei blieb sie stehen. Sie hat sich nicht daraus eingelassen, ob der Vater vielleicht nicht zu viel von ihr verlangt habe, ob dieses Theater ein gutes oder ein schlechtes lei. Ihres Vaters Wort stand ihr zu hoch, als datz sie sein Wort hätte deuteln oder drehen wollen. Ein lieber Sohn erklärte seinem Lehrer, als er am Sonntag die Knaben auf die Schlittschuhbahn führte: „Mein Vater hat mir verboten, am Sonntag Schlittschuh zu fahren". Er stellte keine Untersuchung an, ob ein solches Verbal auch recht sei und er schaute zufrieden und gutmütig feinen Kameraden z». Wer möchte nicht auch in einem solch glücklichen Kindesver« HSllnis zu Gott und Menschen stehen! . . Wie einfach gestaltet sich doch der Lebensweg für diejenigen alle, die auf den Wegen des kindlichen Gehorsams wandeln! Der Weg wird zum Segensweg! Herr, du weißt es und ich bekenne es vor dir, datz ich von Jugend aus an dem kindlichen Gehorsam cs habe mannigfach fehlen lasten. Herr, wenn du mit mir rechten wolltest, ich könnte nicht vor dir bestehen. Verzeihe mir alle Verfehlungen und Fehltritt« um Jesu Ehristi willen! Amen. Spionage. — Isolierung Deutschlands. — Verworrenheit in Albanien. — Abdankung Huerta's. Wie eifrig man am Werke ist, unsere Stellung zu untergraben, zeigen die vielfachen Spie nageassären, wie sie in so unheimlicher Zahl noch niemals zu verzeichnen gewesen sind. Planmäßig sind unserc Feinde darangcgangen, unser Acrtcidigungswesen auszukundschastcn, und leider hatten sich eine Reihe elender Personen gesunden, die zu derartigem ver brechcrischem Treiben die Hand geboten haben. Besonders schwerwiegend war der Fall des jetzt verurteiltcn Feldwebels Pohl, der zugunsten Rußlands ungemein wichtige Fcstungs- pläne verraten hat. Leider ist er aber nur der eine, der jetzt unschädlich gemacht worden ist, der Preis ist weit großer, und cs läßt sich gar nicht übersehen, welches Unheil durch diese Va- tcrlandsncrräter angerichtct worden ist. In mancher Hinsicht haben die heutigen Vcrhältnistc innerhalb der Mächtckonstellationen große Achnlichkeit mit jener Periode, wo König Eduard VII. von England als das Hauptziel seiner Politik die Isolierung Deutschlands betrachtete. Zn Petersburg wie Paris sind gewisse Kreise bestrebt, den Zwcibund noch enger zu gestalten, um Deutschland nicdcrzuhallcn, und cs steht außer Fräge, daß gelegentlich des mehrtägigen Besuches Poincares am Hof« des Zaren wichtige Besprechungen vor sich gehen werden. Die Welt ist mit Zünd- stosf überfüllt und es bedarf nur eines Funkens, um eine große Explosion herbeizuführen. An der Seine wie an der Newa gibt es Leute, die sich gern dieses Funkens bedienen möchten und alles für diesen Zweck vorbercitcn. Im übrigen hatte nicht viel gefehlt, und aus der Reise des Herrn Poincare wäre nichts geworden, da die innere Lage Frankreichs noch immer keine geklärte ist. Um die Abfahrt des Präsidenten nicht gar zu sehr zu verzögern, hat man davon Abstand, genommen, die Debatte über die unliebsamen Enthüllungen des Senators Humbert über die Zustände in der französischen Armee sortzu- setzcn und sie klüglicherweise aus den Herbst vertagt. Was der genannte Senator vorgebracht hat, ist keine Uebertrcibung, sondern bittere Wahrheit, die zwar nicht gern gehört wird, aber sich doch nun einmal nicht aus der Welt schaffen läßt. Vielleicht werden die Mahnungen Humberts den Erfolg haben, daß die Herrschaften jenseits der Vogesen sich nicht gar zu sehr übernehmen, im Gefühl auf ihre angeblich so starke und tüchtige Armee. Ungeklärt sind auch die Verhältniffe noch immer aus dem Balkan. In AI b a n i e n geht es drunter und drüber, und cs gehört wahrlich eine Zähigkeit dazu, unter solchen Umständen auf einem verlorenen Posten auszuharrcn, wie dies Fürst Wilhelm tat. Eine bedenkliche Zuspitzung haben die Dinge dadurch erfahren, daß auch die Epiroten unaufhaltsam Vordringen und bereits Valona in ihren Besitz gebracht haben sollen. Wie cs heißt, geschehe das Vorrücken unter tatkräftiger Unterstützung griechischer Truppen, und falls sich das bewahrheiten sollte, wäre abermals eine Stufe zu einem großen Konflikt vorhanden, der internationale» Umfang annchmen könnte. Wie nervös man allenthalben ist. zeigte die Aufnahme der Nachricht von der Einberufung der italienischen Reserven, über deren Einbcrusung man regierungsseitig Stillschweigen bewahrte, und flugs hieß cs, die Maßnahme richtet sich gegen Griechenland, indem Italien sich zum Schützer Albaniens aufwcrfen würde, andererseits hinwiederum wurde erklärt, die Maßregel sei erfolgt, mit Rücksicht aus den drohenden Eisenbahncrstreik, dem man nicht unvorbereitet gegenüberstehen wolle. Wie dem auch sein möge, auf dem Balkan bereiten sich zweifellos bedeutsame Ereignisse vor, die leicht unliebsame Ucbcrraschungen hcrbci- jühren konnten. Der größte Stein des Bnstoßens ist in Mexiko beseitigt. Der Präsident Huerta hat abgcdankt und will mit seiner Familie das Land verlassen. In dieser Hinsicht hätte der amerikanische Präsident Wilson sein Ziel erreicht. Ob cs aber Ruhe im Lande geben wird, es steht dahin. Kellner, inijlcit! Eine juristische Plauderei. Von Dr. Hans Licske, Leipzig. Solange wir vot» Kellner wünschen, daß er sich bei unserem Eintritt unser Lieblingsblatt erkämpft, um es uns liebenswürdig lächelnd borzulegen, solange man uns die letzte Haxe reservieren soll, solange wir im zweiten Stock nach hinten raus das dritte Zinimcr links bewohnen möchten solange der Portier für uns stets Platz fcfxifft und ans ungezählte Fragen verbindlich Uiid sachkutidig Rede und Antwort steht, solange. ... ja solange man Extraleislungen wünscht, wird man sie extra honorieren müssen. Wenn wir also bei jeder Reise, wenn wir bei jedem Ausgang ein aut Stück Geld als Trinkgeld opscru, so bringen wir dies Opser letzten Endes nur unserem eigenen Egoismus dar. Mai» zeigt uns als leuchtende Vorbilder hier so oft die Sohne Al» bions. Aber des Deutschen Charaktcranlage hält dem Vergleich nicht stand. Uns ist cs nicht gegeben, unbeirrt um der Parteien Gunst und Haß von Ort zu Ort zu reisen. Wir lieben u. verlangen in der Behandlung die persönliche Note. Nur so viel darf beim Trinkgeld nicht vergessen werden: cS ist nichts anderes, als ein Geschenk; eine Gabe, auf die von Rechts wegen niemand einen Anspruch hat. Denn, luenn wir beispielsweise eine Fuhre brauchen und als Preis, lvie dies törichterweise nur zu oft geschieht, 6 Mark lind 1 Mk. Trinkgeld nennen hören, so ist dies eben nur ein falsche? Spiel. Die 1 Mark ist solchenfalls nimmermehr Trinkgeld: sie ist ein Teil des Fuhrlohns, den wir ob der getroffenen Abmachung zu zahlen haben, gleichviel ob wir wollen oder nicht. Seltsamen Jrrtümern aber begegnen wir bisweilen, handelt es sich um Dienstpersonal, das vom Prinzipal keinen oder doch keinen nennenswerten Lohn bekommt und deshalb Den geehrten Einwohnern von Friedbcrg und Umgebung die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem heutigen Tage em Mltt-, Älkitttd imii WchbiickWM eröffnet habe. Durch langjährige Tätigkeit im größten hiesigen Geschäfte, bin ich in der Lage allen an mich gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Aufträge aller in dieses Geschäft einschlägigen Arbeiten, nehme ich unter Zusicherung der guten Aussühr- ,, ung bei soliden Preisen und prompter Bedienung gerne entgegen und bitte ich höfl. V/ »ei» Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. Hochachtungsvoll hvohnnng Urnern IT« !iö 'Ji jriedbcrg i. H. Ä Langjähriger Malergehilfe bei der Firma H. Becker vorm. G. Hieronimus. Geschäft Schnurgaffe 7, an der Stadtkirche. Jacob Faatz. Wer sparen will, verlange amantine mit Sparstöb anerkannt das beste und sparsamste Schuhputzmittel. 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Der Bürgermeister. Stahl. Unentbehrlich in jedem Haushalt ist ein Eissirai Empfehle solche in allen Qrössen und Auslührungen von Mk. 30, — an per Stück. Eisschränke mit Fiat-Wandbekleidung ans biegbarem, weissem EmaiUezink Hygienisch, dauerhaft, billig. Vollkommenster Ersatz für Steingut u. Marmor. G.M.Reuss Friedberg. „Alte Post“. Reichelsheim i.d.W. fokrik mrttnti S>al>l»rftft»»,k». Telcson Nr. 6 Teleson Re. 8 Spezialitäten: Pter-Mlkiiirilhluiig Schivrinrstallmirichtiliig verschiedener Systeme für HinkDid, mit fitttraiffrii, üirdlfrrijgilttr — verstellbar. Misthängbaftucn, ,yuttcr« bahne», Sclbsttränkan- lagcn, Dunsthauben mit eingebauter »lappe. Räuchcrapparatc, Jauchc- fäffcr. Mehrfache dluöjeichuuuqen der Landwirtfchaftskammer. ÄroMt sür Herren, Knaben und Kinder in den modernsten Fassons sowie Ulzhiiie, Mütze«, Kruge« u. Armlstu empfiehlt zu den billigsten Preisen A. Steinbach Friedberg, Kaiserstr. 47 ^ | Wir offerieren extra billig: ila. BmiMll. 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Niemand wird aber dieserhalb behaupten können, der Beamte erwerbe damit einen Anspruch auf seinen Obulus. Nein, das ist vielmehr ein Wahn, um dessen Heilung Arbeitgeber, Personal und Publikum nach besten Kräften besorgt sein sollten. Und zwar bedürfen, schcints, vor allem manche Hausdiener dringend der Belehrung, daß das Trinkgeldgeben in des Gasts Belieben bleibt und nicht erzwungen werden kann. Die bösen Folgen einer Unkenntnis hierüber soll eine Episode aus dem Leben klar- lcgen, wie sic ähnlich gewiß schon zu Hunderten von Malen passiert ist. Eine Dame macht auf der Rückkehr von ihrer Seereise in einer Mittelstadt Station und logiert sich dort im ersten Hotel ein. Da sie sich stark verausgabt und wohl auch die Hotclrcchnung nicht ganz richtig eiugeschäht hat, langt ihr Geld nur noch gerade bis zur Tilgung ihrer Schuld: den Hausknecht vermag sie nicht mehr zu entlohnen. Der aber ergrimmt darob und behält sich, gegen alle Bitten und Vorstellungen taub, die Handschuhe der Dame zurück. Zum Glück für olle Reisenden hat ihm allerdings das angerufcne Strafgericht Mores gelehrt und wegen Erpressung ins Gefängnis geschickt. Wohin kämen wir denn auch, sollten derartige Schäden unter dem Schuhe der Gerichte weiter uni sich fressen dürfen. Aber nicht nur das reisende Publikum wird jenes Urteil loben, sondern auch der Wirt nebst seinem Personal. Ans der Heimat. * Ariedberg, 18. Juli. (Gewerbeschule). Der bereits schon . .iiher augekündigte Vorbercitungslurfus für die im Herbste 0. I. stattfindende Meisterprüfung findet im Monat August d. 1. statt Anmeldungen hierzu werden durch die Eroßherzogliche Schulleitung cntgcgengcnonimen. * r. l. Friedberg, 18. Juli. Wie alljährlich sclt einer Reihe von Jahren, so haben sich auch in diesem Jahre die in Friedberg geborenen und konfirmierten Fünfziger versammelt. 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Juli) Eröffnung bet Kamerad Scheibet: am Haupttag« Rundgang durch Friedberg, photographische Ausnahme, Mittagessen mit Ansprache, Spaziergang nach Nauheim: am Schlußtage eine Wagenfahrt in den Taunus. Was an der Feier bedeutsam erschien, war auch nicht die Zahl der Erschienenen — sie betrug 28 — es waren vielmehr Zusammensetzung und Geist der Versammlung, die Anlaß zur Betrachtung geben. Vertrete» waren fast alle Berussstände: Landwirte, Handwerker, Kaufleute, Arbeiter, Privat-, Gemeinde- und Staatsbeamte, Aerzte, Lehrer und Oberlehrer, Studierte und Nichtstu- 'vierte: ebenso alle Bekenntnisse, und alle im herzlichsten Vereine, im schönsten Beisammensein. Alte Erinnerungen wurden wach: ein altes Schulbild war zur Dielte: es zeigte die nunmehr Fünfzigjährigen als Siebenjährige, Ein Stück vom alten Friedberg war lebendig geworden. — Wie lange noch und die alte Anhänglichkeit ist geschwunden, Hai dem albernen Geiste der Absonderung Platz gemacht, der heute alle Klaffen unseres Volkes zu erfaffen droht! Die Fünfziger der Jahres 1914 gedenke» es anders zu halten: ste werden sich in 5 Jahren wieder versammeln. Aus dem Kreise Hanau. - r. Hanau, 18. Juli. Wie bekannt, besteht die Absicht, den bei Durchführung der Kanalisierung stark zu stauenden Main zur Erzeugung von elektrischer Energie zu benutzen und in Verbindung mit der Edcrlalsperre einen großen Bezirk mit ihr vorteilhaft zu versorgen. Ins Auge gefaßt ist als Dcrsorgungs- bezirk der südliche Teil Kurheffens, von Hanau bis Hünfeld. Nachdem am 25. April d. I. in Hanau eine Konferenz von Vertretern der beteiligten Kreise und Städte sowie der Weser- und Mainstrombauverwaltung stattgcsunden hat zur Besprechung des vorliegenden Projekts, sind in der Zwischenzeit weitere Verhandlungen gepflogen worden, auch ist ein Vertragsentwurf zur Ausarbeitung gekommen, mit dem sich die beteiligten Stadt- und Landkreise demnächst zu befaffen haben werden. Somit steht zu hoffen, daß in baldiger Zeit eine großzügige Elektrizi- tätsanläge geschaffen werden wird, welche für den Illdlichen Teil Kurhejsens große Bedeutung erlangen kann. Ans aller Welt. Für 20,000 Mk. Radium verschwunden. In der ersten medizinischen Klinik der Königlichen Charitee in Berlin ist Radium im Werte von 20,000 Mark abhanden gekommen. Umfangreiche Ermittelungen sind schon angestellt worden. Unter anderem wurden auch die Gruben und Latrinen der ersten Klinik ausgepumpt, da man annimmt, daß ein Kranker, der den Wert des Radiums nicht kannte, den Behälter mit der wertvollen Materie achtlos weggeworfen hat. Zwei Kinder beim Baden ertrunken. Die beiden einzigen Kinder während des Ferienaufenthaltes verloren hat die Bier & M-ßmbirg v.d.ß. Abteilung B. chem. techn. Produkte empfehlen sliissig. BsilkiliviichS,Srtrtltiiirflm J Bodenwachse, Putzertrakt farbiges Carbolinenm „Colop Staubbindende Bodenöle. i// | Alfred lilrai, Bad-üsakeii l«9» »Ir Heizungs- u, Lüftungsanlagen -- aller Systeme —— Dampfheizungen Niederclruckdampfhelzitngen Abdamptheizuogen Warmwasserheizungen Luftheizungen Warmwasserversorgungen Brunnen- und Pumpenanlagen Kompl. Wasserversorgungen (ar Staate, Dürler, Landhäuser und Industrielle. Haus-!nstel!ationen für Gas -und Wasser- mit den neuesten Einrichtungen S Wasch- und © Bade-Efnrichtcngen Elektrische Licht- und Kraftanlagen. (ii'öiltes Laser am Platze! 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Vater und Sohn hatten tagsüber miteinander gezecht und beide waren zuletzt vollständig betrunken. Spionierende Halbwcltlcrin. lieber die Verhaftung einer gewissen Henin Sonja in Paris, ein in der Lebewelt sehr bekannten Dame, werden folgende Einzelheiten laut, der Spionagedienst hatte die Ankunft der jungen Schlesierin. einer gewissen Klara Popiersch, geboren im Jahre 1889 gemeldet. Die Dame, die elegant anftrat und mehrerer Sprachen perfekt beherrschte, steht im Verdacht im Dienste einer deutschen Spionageagentur gestanden zu haben. Sie war Mitarbeiterin mehrerer deutscher Zeitungen. Sie wechselte in Toulon wo ihre Verhaftung erfolgte, ihren Namen >.md erklärte, eine Polin zu fein, um den Namen Henia Sonja zu führen. Wie die Polizei festgestellt hat, sind die beiden Sonja und Popiersch identisch. Sittcnverderbtheit in nmerikanischeu Luxusbädcrn- Die Geistlichkeit verschiedener evangelischer Kirchen protestiert energisch dagegen, daß in den Luxusbadeörtern bei Newyork von Herren und Damen Tango und unsittliche Tänze im Badekostllm getanzt würden. Die Polizei erklärt demgegcn- über, daß die Damen in diesem Jahre dezentere Badekostüme trügen als in den vergangenen. Was durch „Witze" angcrichtct werden knnn. Ein ..Witzbold" fügte der Gemeinde Brand in der Neumark großen Schaden zu. Er schrieb dem Gemeindevorsteher einen Brief, in dem er die Einquartierung von 60 Mann der Kraftfahrabteilung anmeldete. Das ganze Dorf war in großer Aufregung. Alles wurde in Bewegung gesetzt, Schweine und Hühner geschlachtet, Bier und Wein besorgt, Bäcker u. Kaufleute wurden in Nahrung gesetzt. Für die Offiziere wurde im Gasthof Quartier besorgt. Als alles besorgt war und gioße Ausgaben entstanden waren, mußten die militär- freundlichen Leute erfahren, daß sie Opfer eines gewissenlosen Betruges geworden waren. > ipSkstj'-tzk.,''. _ - Hier Hof lss direkt am neuen Bahnhof — Hanauerstr. 22 — SfeiPhausser Bier, gute Weine, vorzügl. Mittagstisch vcn 70 Pfg. an. Spezialität: Warme Rippchen u. Haspel zu jeder Tageszeit. Hausmacher Wurst. freundliches Kolleg mit Klavier geeignet lür Zusammenkünfte und kleinere Festlichkeiten. Milchtransport- - Kannen: für Bahnversant! mit Pa-, tentverschluß o. Messing* s r. Bahnschildern s ~' stets In grösster Auswahl am Lager. J Buttermaschinen Y Milchseparatoren ^ :: billigst bei r Heinrich Olil^ Mo!kerel-o.Landw, Maschinen <£> Geräte und Bedarfsartikel. «> FraD!itirtiLM,.»uuÄo| IC„F. Schwarz Söll Ae? Inh.: ©eorg Hildebrandt Giessen, jetzt Bahnliofsti’. St? empfehlen ihr grosses Lager, bestehend in: m G Ä - Herren- uiid Knaben - Anzilge g ü Sport-Anzüge ... m und sämtliche ArBieits- «. 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Roderich fuhr aus seinem Sinnen empor, wie einer, der aus dem Traume erwacht und erstaunt um sich blickt, weil ihn die Gegenwart und seine Umgebung au die Wirklichkeit erinnern. Er hatte sein Glas kaum berührt, trotzdem ihn der Gastgeber wiederholt zum Trinken aufgefordcrt. Ohne eine Erwiderung nur mit einem leichten Kopfnicken hatte er das Glas an die Lippeir gebracht, um einen Schluck zu tun. Doch jetzt galt es ja einen Toast anzubringen. Dah dies angebracht sei, war ihm klar, aber reden, heut abend, wo ihm seine Gedanken ungehorsam waren? Würde es wohl gehen? Wäre sie nicht da, besähe er auch seine eiserne Ruhe! doch von der Minute an, wo sie aufs neue vor ihm austauchte, übcrkam ihn ein Gefühl der Unsicherheit, das ihn atlch wah- rend des Mahles nicht verlieh. Karl tat einige leichte Schläge an sein Glas, und schon glaubte Roderich der Pflicht des Toastausbcingens enthoben zu sein, weil sein Freund für ihn sprechen würde, als dieser die Anwesenden bat, ihre Aufmerksamkeit für einige Miuu- !en Herrn Tietze zu schenken, weil dieser einen kleinen Trink- spruch auf das Wohl des Gastgebers ausbringen wolle. Allez mäuschenstill. — Roderich war der geborene Redner. Er sprach sehr geläufig und verwandte schöne, treffende Bilder, konnte deshalb nie langweilig werden. Doch in diesem Augenblick fühlte er sich unsicher, unsicher, wie nie zuvor. Aber als er den Klang seiner Stimme horte, verschwand die Unsicherheit, und der Gcdankenapparat funktionierte wieder wie sonst. Er schloh seinen, formell wie inhaltlich gleich guten Toast mit den Worten: Mögen alle eigenen Wünsche, vorausgesetzt, daß sie Ihnen zu Nutz und Frommen gereichen, in dem neuen Lebensjahr in Erfüllung gehe», bis auf den letzten groben Herzenswunsch der als Siegel das Buch der Wünsche schließt. — Möge der „och vor Ihnen liegende Lebensweg nicht dornenvoll und steil sein, sondern an blumigen Gestaden entlang in sanften Windungen zur Höhe des Daseins führen. Als Bekräftigung dieser aus ofscnem Herzen kommenden Wünsche, erhebe ich mein Glas und fordere die verehrten Anwesenden auf, das gleiche zu tun, um auf das Wohl unseres verehrten Herrn Gastgebers anzustohen, und in den Ruf einzustimmen: Herr Lange, er lebe hoch, hoch!" Alle Anwesenden stimmten freudig in den Ruf ein und' „hoch! hoch! hoch!" ertönte es durch den Saal. Während Roderich sprach, verwandte Erna keinen Blick den ihm. Es schien, als wollte sie auf den Grund seiner Seele blicken, tim jedes Wort, che cs ausgesprochen, zu lesen und zu wiegen. 4 Hfiziellcr Schluss: „TI onlas>diirz v. d. f). £ouijenftT.43 l / 2 Telefon 380. Vorteilhafte Bezugsquelle von «Ä» Srmtriitp Lg- in jedem Goldgehalt und Kation. Gravieren und Verändern aratis. Zucht des , grofirn mißen Sdrilchmins Schweinezucht-Bereut Lang-Eöns (Hc"cn.) Erfttlasi. Zuchitierevon vor- ziigl. Abstammung stets vorrätig. Kirchliche Anzeige«. > Evangelische Gemeinde. 8 . Sonntag nach Tein., IS. Juli. Eottesdienst in der Stadtkirch«. Vorm. SX Uhr: Herr Psarrer Ritter. Mitwirkung des Chor- ehemaliger Chorschüler. Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehrc für dl« weibliche I Herr Pfarrer Ritter. Eottesdienst in der Burglirche Vorm. 8 K Uhr: Herr Pfarrer Zatzmann Eottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vorm. IS Uhr: Herr Psarrer Zatzmann. Nachm, t Uhr: Katechismuslehre für die inannltche d. Katholische Gemeinde. 7. Sonntag nach Psingsten, lg. Juli. Delchtgclcgcnhcit Samstag nachm, von 5 Uhr, Sonntag früh von y,6 Uhr an. M Uhr: Frühmesse. 8 Uhr: Singmejse mit Predigt (Mtlitörgottcsdtenst), IJ410 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2y, Uhr: Andacht, danach Versammlung des 3. Ordens mit Ansprache Feierabend Feiedberg. Sonntag, den lg. Juli: „Lese- und Spiclabend". Aufruf! * Butzbach, 27. Juni. V» ufr,, f.) Am 1t. März 1921 findet das 300jährige Stiftungsfest des JnsantcrieftL.üb- garde-)RegimcntS Nr. 115 in Darmstadt statt. Um min das Fest richtig z» begehen, fordern wir alle ehe>naligcn Offiziere, Unteroffiziere und Gardisten von Butzbach und Ilmgegend, die den Fahneneid im Regiment geleistet haben, ans, zwecks Gründung einer Vereinigung ehemaliger Leib- gardisten sich am Sonntag, den 19. Juli 191-1, nachmittags 3 Yz Uhr in Butzbach („Goldnen Löwen", Marktplatz) znr näheren Besprechung cinzufindcn. Die Bcrciiiigung soll selbstredend auf patriotischer Grundlage aufgebaut werden und soll den Zweck haben, erstens die obige Feier mitzumachen und zweitens die Erinnerung an die im Kriege und Friede!» verlebte Dienstzeit wach zu haften. Die Zugehörigkeit 31 , 1,1 alten (Leibgarde-) Regiment ober soll dadurch bewiesen werden, daß, wie die Offiziere, so auch die früheren Uuterofsi- ziere und Gardisten, an dem im Jahre 1921 den 11. Marz stattfindenden 300jährigen Stiftungsfeste des Regiments — einen Jubeltag ohne Gleichen in der Armee — mit einer Abordnung und einem Ehrengeschenk vertreten sind und nicht hinter ihren auswärtigen Kameraden zurückstche». Es ist, da mit geringen Beiträgen lediglich die genannten Ziele verfolgt werden, jede Konkurcnz mit den Krieger- und Militär- vereinen ausgeschlossen. Ein ehemaliger Lcibgardist. Gedenltlage. 18. Juli 1870 Unfehlbarkeitserkk. d. Papstes. — 1870 K. Sinn eck. Dichter f. - 1884 Prof. F. v. Hochstctter f. — 1881 Einfuhr. d. Aktiengcs. — 1889 1. Int. Buchdr.-Kongr. in Paris. 19. Juli. 1810 Königin Luise f. — 1870 Kriegserklärung Frankreich" im Reichstag verlesen. — 1881 Herzog Karl Ed. v. Sachsen Koburg-Goiha geb. — 1906 Prof. Pct. Eurric, Erfinder d. Radiums ft Landwirts von Franhiurt lijitsrA Geschäftsstelle Frankfurt 0 . M., Moselftrcche 6 a. Telefon-Nummer 921)11 Amt F. Blirostmibcn: Montag nachm, von 5—7. — Dienstag nachm, von 5—7. — Donnerstag nachm, von 5—7. — Freitag nachm, von 5—7 Uh Z» vcrkanscii. ^'LL7""Wa«ach n ‘J T 11 f - wegen Ausgabe des Fuhrwerks preiswert b. Joh. Hch. Launhaedt, Anspach i. T., Hauptstrahe. Zwei prima Norddeutlche Wage» «.Arbeitspferd» 3- und 4'/,-jiihrig. Farbe braun b. Eg. Christian, Unterliederbach. Alhölit Ferkel Jakob ßchaar, SulzUach i. T. <> schöne Ferkel bei Ariedr. Angelstcin, Dartflnjfil. Zu kaufen gejucht. 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In Anbetracht der , Zährlichkeit des Jnsctts jür unsere einheimische Kartoffel wurden bereit» gelegentlich des früheren Auftretens die um- fuflendstcn Sicherhcitsmaßrcgeln getrvsfen und auch jetzt haben di: Behörden nicht an Energie und Umsicht fehlen lasten, rpr do; Uebel möglichst im Entstehen zu uirterdriicken. Der trat zunächst nur bei Hohenwedel auf drei unmittelbar »:be»einonder gelegenen Feldern auf, inzwischen ist aber be- i.i.t ein neues, vor den genannten Feldern abseits liegendes Grundstück bcjallcn worden, so dah das Betreten der befalle- r.-ii Felder zunächst auch deren Besitzern streng verboten und bei t ,i Feldern eine Wache ausgestellt wurde. Am nächsten Tage ersuch!« der Regierungspräsident beim Generalkommando um m.lilärisih« hilse, woraus sofort 300 Man» unter der Führung von Unteroffizieren ablommandicrt wurden, um di« Felder nach '.ui Käscr abzusuchcn. Aus Anordnung der inzwischen gleich- i.rllo erschienenen Regierungskommission wurde das gesamte Ge d ei aus dem bisher das Vorkommen des Käsers konstatiert werden konnte, mit tiefen Gräben umzogen, deren äutzere Böschung reichlich mit Petroleum getränkt wurde. Das abgemähtc KarlojseVraut, an dem sich die Käser befinden, wird in tiefe Gruben gcworscn und mit Benzol Lbcrgostcn: nachdem auf di s Weise das Ubersallene Land äutzcrlich gesäubert ist, wird occ Beden etwa 20 Ztm, tief umgeackert und mit rohem Ben- ' l Lurchtränk!, Die Besitzer der Kartosselselder erhalten als L,..j.l,ud!gun.z für den Ausfall der Ernte einen Betrag, der . : Erlös für eine gute Ernte entsprechen dürste, — Die Kost:» der Pekämpsnng des Schädlings sind um deswillen besonders hohe, weil der Käfer sich einerseits ganz außerordentlich rasch vermehrt, und andererseits größere Strecken Lande» überfliegen kann. Bis jetzt umjaßt das befallene Gebiet schon mehrere Hektar, — Hinsichtlich der Art und Weise, wie der Käser nach fast 80 Jahren neuerdings bei uns eingeschlcppt werden konnte, stehen die Behörden aus dem tSandpunkt, daß ein Ba- nanenhündler das Material, mit der er seine War« verpackt hatte, aus freiem Felde verwendet hat und daß durch dieses Packmaterial der Käfer eingeschleppt wurde. In Amerika hat der Käfer mehrfach solche Schädigungen an Kartosselselder» -»gerichtet, daß der Anbau der Kartoffeln zeitweise ganz eingestellt werden mußte, — Es fleht zu hoffen, daß' er den Bemühungen der Behörden gelingen wird, das Uebel im Entstehen unterdrücken zu können, das bei der Bedeutung der Kartoffel furunser ganzes volkswirtschaftliches Leben sich zu einer Kalamität auswachsen könnte. Aus der Heimat. • Bad Nauheim, 18. Juli. Ernannt wurden der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Wald-Mtchelbach Reinhard Lehmann zum Amtsgcrichtsdiener bei dein Amtsgericht Bad Nauheim mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers: der Eesangcnausscher am Landeszuchthaus Ma rienjchloß Friedrich Schneider zum Amtsgerichtsdicner bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach mit Wirkung vom t, Aug, 1911, * Gießen, 18. Juli, (Strafkammer), Der durch seine unwahren Berichte bekannte Berichterstatter der „Franks, Ztg ' und der „Kleinen Presse" Journalist Gustav Wohlmulh stand gestern vor der Strafkammer, angeklagt wegen Steuerhinterziehung. Der Angeklagte ist schon verschiedene Male wegen Betrugs und auch wegen Falschcid mit Eesängnis vorbestraft und hat in sieben Jahren, trotz jeweiliger Aufforderung, keine Steucrerlkärung abgegeben. Er versteuerte seit 1997 ein Kapitalvermögen von 8,190 Mark, soll aber nach Ansicht der Steuerbehörde ein solches von 39 000 Mark besitzen. Allen Vorladungen des Finanzamtes hat er keine Folge gelelstek, bis dasselbe ihm drohte, die Alten ans Gericht zu geben. Auch heute will er sich als furchtbar unwistend und unerfahrcn in Steuer- sochen hinstcllen, doch erlkärt ein als Zeuge geladener Astcstor des Finanzamtes, daß er bei seiner Vernehmung sehr unterrichtet gewesen sei dnu auch schon Artikel über Stcucrvcrhält- niste geschrieben habe. Aus Befragen gibt er zu, daß er ein größeres Vermögen besitze, daß dasselbe zum Teil aus einer Erbschaft mit 2090 Mark, aus dem Erlös einer verlausten Münzsammlung 1500 und aus Wechselgcschäften, die er mit dem jetzt im Gefängnis sitzenden Agenten Rosenthal gemacht Hab«, mit ebenfalls 1500 Mark resultiere. Dann habe er vor einiger Zeit noch eine größere Summe, nach Ansicht des Gerichts zirka 15 000 bi, 19 000 Mark, erhalten, über deren Herkunst er die Aussage verweigere. Die Steuerbehörde ist der Ansicht, daß er das Geld nach und nach verdient habe und hat ihm 7 Strafbescheide in Höhe von zirka 1,000 Mark zugehen laste». Der Angeklagte betreibt sowohl hier im Seltcrswcg uls auch in Marburg ein Geschäft auf den Namen seiner Frau, er korrespondiert außerdem für eine ganze Anzahl Zeitungen nud erteilt süc dle beiden Auskunfteien Wich, Müller u. Eo, und R. G. Dun in Frankfurt a. M. Auskünfte. Sein jähr. liches Einokmmen hat er mit zirka 2,800 Mark angegeben. Hierbei sind jedenfalls die Einnahmen für die Auskünfte übersehen. Nach ungefähr 2üslUndiger Verhandlung saßtc das Gericht Beschluß, dahingehend, die Sache zu vertagen und di« Atken zu weiteren Ermittelungen an die Staatsanwalt- fchaft abzugebcn. Gießen, 18, Jlul, Für die lm Herbst statlfindcnden Land tagswahlcn besteht unter den liberalen Parteien ein Abkomme», wonach die Freisinnigen eines der Gießencr Mandate an di« Nationallibcralen abtreten. Wie nunmehr bestimmt verlautet, beabsichtigt der freisinnige Justizrat Grünewald nicht mehr zu kandidieren. Es würde dann außer Professor Urstadt noch ei» nationalliberaler Kandidat ausgestellt und wie verlautet, wollen auch die Deutschsozlalen mit einer eigenen Kandidatur auftrcten. •v'y. v >- - Landgräflich Hessische concessionierte Landesbank Filiale Friedberg i, H. im Houzern der Uresiilner Bank Telefon No. 20. Reichsbank-Gir* Kaiserstrasse 67 (Alte Post) Erledigung aller bankmässigen Geschäfte. Kontokorr ent=Verkehr. Verzinsung von Geldern. Annahme von Geldern auf kürzere oder längere Zeit (Spargeldern) Eröffnung von laufenden Rechnungen und provisionsfreien Scheckkonten, unter Verzinsung der täglich rückzahl' baren Guthaben auf diesen Konten. Depot=Verwaltung. Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren. — Prüfung auf Auslosung. — Einlösung von Zins- und Dividendenabschnitten und verlosten Effekten — Vermittlung von Kapitalsanlagen in guten, mündelsicheren Werten. — Vermögens-Verwaltung. Effekten=Börsengeschäfte. An- und Verkauf von Wertpapieren. Fnfgcgcnnahmc von Zeichnungen auf alle Emissionen, auch wenn solche v. uns von Fall zu Fall nicht besonders bekannt gemacht werden. Gewährung von Vorschüssen aut börsenmässige Werte. Diskont- und Wechselgeschäfte (Dokumente). Diskontierung von Bankaccepten und gute 0 Warenwechseln. — Jncasso von Wechseln und Checks auf alle Plätze der Welt — Einzug von Verschiffungspaoieren und sonstigen Dokumenten. Kreditbriefe. Postscheck-Uonto: Frankfurt a. M. 4963 Geldsorten.' Sehanutmachnng Ich bringe hicrniit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Flucht linienplan für die verlängerte Bismarckstratze und die Straße [parallel zur Wilhelmstraße in der Richtung nach dem Mainzertorweg sestgestclit worden ist und Idieser Plan während der Dienst- Stunden im Stadthaus eingesehen [werden kann. Jriedberg, den 10, Juli 1914. Der Bürgermeister. Stahl. Verkaufe 4—5 la. schwere belgier MtitSslftck »a»id Hräincr, Kohlenhandlung [Friedbcrg, Hanauerstr. 4 . Zugelaufen. Ein Dobermann. Nüde. kupiert. Gegen Ersatz der Einrüctungsge [ biihren und ^uttergeld kann der jclbe abgeholt werden bei Adolf Schäfer, Ober-Nosbach, Henkels Bleich-Soda Mehrere Kleiderstoffen WaMoffen etc. Wollmustelline Slickereistoffen r&nori 9 t HtMl). H. E Frirdberg >;i- H Kaiserstriche 1&5. Vir. 1K8 Neue Tageszeitung, vamsiag, den 18. Juli 1914. * (Sicjjcii, 18. Juli. In den letzten Tagen wurde die Ee- . erbe Aufstellung fleißig von Landwirten und Schulen besucht? i,' war in großer Zahl der Landwirtschaftliche Verein des Re-- .crur.gshezirls Wiesbaden vertreten. — Um die segensreichem :;'lest des roten Kreuzes zu fördern, vor allem um dem hie- va Verein Mittel zu beschaffen, die im Falle einer Mobil- r. sofort Verwendung finden können, hat der Ausstel-. i.....»»nnrst.ind, einer Anregung folgend, Samstag, den 25. d. . einen Roicn-Kicuz-Tag eingeschaltet, dessen Ertrag dem» hiesigen Aoicn.Kreuz.Verein zufließen soll. Es ist beschlossen, vormittags, nachmittags und abends Konzerte abzuhaltcn, aber von basaröhnlichen Veranstaltungen abzuschen. Als Eintritts, preise werden aus allen Dauer- und Beikartcn je 20 Pfg. und auf Arbciterkarten je 10 Pfg. erhoben. Mitglieder von aus, würtigen Kriegervcreinen und ihrer Angehörigen zahlen bei vorheriger Anmeldung 50 Pfg. Für andere Besucher gelte» die üblichen Tagespreise 70 Psg. für die Person. * Lieh, 18. Juli. Am 11.. 12. und 13. Juli d. I. fand da? diesjährige Lahntal-Sänger-Bundesfest in Lich statt. Herrlich war unser Städtchen Lich in diesen drei Tagen geschmückt. Die Häuser strotzten geradezu von Fahnen, Laub» gewinden und anderen Dekorationen. Auf den ersten Blick konnte jeder Fremde die Begeisterung der Licher für diese edle Kunst herausfinden. Das Protektorat führte Seine Durchlaucht Fürst Karl zu Solms-Hohensolins-Lich. Unter Mitwirkung der Dragvnerkapclle fand am 11. Juni auf dcni >%stplatze Konzert statt. Der Morgen des 12. und 13. Juli nahe mit einem Weckruf der gesamten Kapelle begrüßt. Am i2. Juli von morgens 10—12 Uhr fand das Wertungssingcn des gesaniten Bundes unter der Kritik des König!. Musik» tiiektors Parlow in Frankfurt a. M. statt. Hierbei wurde unser alter hiesiger Gesangverein „Cäcilia", wie schon so oft, mit dem ersten Preise gekrönt. Ter Nachmittag wurde durch Bcgrüßungs- und Festansprachen, Gesänge der Gesamt- so- vie Einzel-Chöre, Konzert und Tanz ausgenützt. Ebenso )er 13. Juli. Durch das herrschende günstige Wetter waren amtliche Einwohner der umliegenden Ortschaften angelockt worden. Durch den Bäuerischen Gesangverein in Gießen wurde den« hiesigen Gesangverein „Cäcilie" ein silberner Becher llbercricht. Sämtliche Gäste schieden mit 'Dem Gedanken, in Lich recht frohe Stunden verlebt zu haben. * Büdingen, 18. Juli. Näher und näher rückt die Woche, 25. 7 bis 2. 8. l. Is., in der die „Büdinger Echützengesellschast" durch Festzug, Festspiel und Preisschietzen ein, Feier begeht, die im weiten deutschen Reich zu den überaus seltenen gehört: die Jubelfeier ihres 500jährigen Bestehens. In unermüdlicher Arbeit sind alle Ausschüsse seit Monaten tätig, um das Fest m allen Teilen zu einem großartigen zu gestalten und eine» erhebenden Verlaus sicher zu stellen. Und so wird es lcineur Besucher, keinem Schützen gcreus», der Einladung der Jubilarin Folge geleistet zu haben. Dem auswärtigen Publilain wirs insbesondere an dem Fpstzugstage (Sonntag, 28. Juuj und an den beiden FestspieNagen (Mttwoch, 28. Juli und Sonntag, 2. ÄugustI. ein erhebender Genuß geboten. Die landschaftliche Schönheif unseres lieblichen Städtchens ist weit bekannt, der Aufenthalt während der Festwoche bietet Gelegenheit zu herrlichen Exkursionen in den Büdinger Wäldern. Extra- züg- werden den Besuch des Festes erleichtern. Für Unterkunft und Verpflegung der Gäste ist reichlich gesorgt, doch empfiehlt sich dringend die sofortige Anmeldung! Die Schlitzen zumal finden für ihre Zwecke hier ein kleines Eldorado. Sind doch schon jetzt Ehrenpreise im Wert- von über 7000 Mark gestiftet, und säst täglich laufen neue Stiftungen ein. Die Schicßein- kichtungen sind durchaus modern und erstklassig: erhebliche Quoten der Schicßgclder werden zu Geldpreisen verwendet. Es ist daher verwunderlich, daß die Anmeldungen aus Schützen, kreisen nicht noch zahlreicher eingchen. Die Aussichten, wertvolle Preise zu erringen, sind, auch für den mittelguten Schützen, ausgezeichnet günstige! * Frankfurt a. M., 18. Juli. Gestern trafen große Sen, düngen wilder Strauße auf Afrika hier ein. Sie gingen alsbald nach Hamburg weiter, wohin sie für den Hagenbeckschen Tierpark in Stellingen bestimmt sind. Neue Obstkelter einmal gebraucht, 500 Ltr., aus Eichenholz, 100 Mk. unter Preis abzugeben. Näh. bei Hch. Ohl. Frankfurt a. M. Mainzerlandstraße 109. Zur Ernte empfehle ich meine vorzüglich bewährten Grlisuiahcr, GeireiiieiiHer u. SelWickr in solider einfachster Construktion, neueste Verbesserungen, größte Leichtzügigkeit, hohe Stabilität zu billigsten Preisen. Pferderechen, vorderwagen. Aehrenheder, bestes Bindegarn bis 600 Meter laufend, größte Bruchfestigkeit. Kataloge etc. umsonst. Reparaturen werden prompt ausgeführt. Wilh. Häuser, "i Sene z. Kursbericht vom 1. Juli 1914 der Mitteldeutschen Ercditbanlr Aktienkapital u. Reserven 2)1. 70000 000 gegründet 1856. granksurter Börse. 4% Reichsanleihe 37.7. ■„ 3% 37.°/o Preuß. Eonsols 3% 4% Hessen 37.7. „ 37, 99.40% 86.00 76.20 86.40 76.20 97.25 84.85 73.90 17,.7. Griechen ». 1890 55.50 17.7. Monopol-Eriech. —.— 4>/«% „ Siiberrenie 80.15 47» Ocsterr. Eoldrente 85.— 3 „ Portugiesen Serie I 63.50 3„ „ „ Hl 66.10 47.7. Russen v. 1905 98.30 4% „ „ 1902 89.35 47, Administr. lütten 77.80 4% Türken von 1903 81.80 Tiirlenlose M. 160.40 47» Ungar. Eoldrente 80.25 4 Kronenrenie 78.05 3'/.%Bu-n..Air.Pr.Aul. 03.70 47»°/° Chinesen 00.70 47,7° Japaner — .— 37» Eiiber-Mexikaner 47.80 47,7» Mex. Irrig. Anl. 70.85 Berliner Handels Ant. 148.50 Darmsiädt. Bank „ 113.87 Deutsche Bank „ 232.87 Deutsch-Asiatisch Bank 119.50 Berliner Türkenlose M. 160.— Baltimore u. Ohio Aki. 86.73 Canada Pacific Alt. 146.75 Prince Henri E. B. Ali. —.— Schantung E. B. Akt. 125.87 Berliner Handels Ant. 147.75 Deutsche Bank Akt. 232.75 Disk. Kommandit Ant. 181.50 Dresdener Bank Alt. 145.87 Pet.Jnt.HandeIsb.Att. 172.75 Russ.Banks.a.Hand.A. 147.63 Allg.C1ek.Gesellsch.Akt. Diskonto Komm. Ant. 181.37% Dresdener Ban! Akt. I4?.87 Miltelb. Ereditb. AN. 115 ,— Atchison Topcka Doll. 100.25 Southern Pacific „ 99.— Chicago Rock J-l. „ 0.87 Miss.Kans.u.Tex.R. „ 14.— Union Pacific ‘ 159.62 U.S.Sieel Common,, 61.75 Oe st. Creditanst. Akt. 185.75 BochumerEußstahl 217.75 Buderus E.-W. Akt. 102.80 Deutsch Luxemburg 124.12 Eschweiler Bergw. 225.90 Eelsenlitch. Bergw. 178.12 Harpener Bergbau 173.25 Phönix Bergbau 220.25 Laurahütte 142.50 Griesheim Elektron 238.50 Höchst. Farbwerke 45725 Holzverkohlungs-Jnd. 273.— Rütgerswerke — Chem. Fadr. Albert 393.— Allg. Elettr. Ecs. Alt. 239.75 Dcutsch-Ucbersce E. G. 163.50 Schuck. E!cklr. Ges. Akk. 140.54 Siemens u. Halske 210.45 Steaua Romana —.— Zellstoff Waidhof . 167.— Hambg. Am!. Paiekf. 125.20 Nordd. Lloyd 107.12 Oestcrr. Siaatsbahn 142.50 Lombarden 16.37 Baltimore u. Ohio Alt. 85.37 Privatdiskoni 2.20 Tendenz: sest. Börse. Deutsch-Luxemb.B.Aki. 123.87 Dtlch-Überjee E.G.Att. 162.63 EeisenlirchcnBgw.Alt. 178.12 Harpener Bergbau Alt. 172. Hoheniohewerke Alt. Laurahüttc Akt. Oberschlefier E. Akt. Phönix Bergbau Att. Rombacher Hütte Akt. Siemens u. Haisie Att. Privatdiskont Tendenz: fest. Londoner Börse. 102.37 142.87 229.— 1411.75 Die Amalgamat. Copp.Doll. Chartered Company Lstr. Eastrand Proprietnry., Eoldffelds „ Rand Mines „ De Beers Eonsolid. „ 71.12 0.83 1.75 2.21 6.06 16.44 S. Deposttenlrafle Friedberg r. empfiehlt sich zur Vermittlung aller bankmiissigen Geschäfte. An- und Verkauf von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung lausender Rechnungen und prooisionssr-ier Scheck-Conii Umwechslung von Coupons und Sorten. . Mitteldeutsche Creditbank Dcpositcnkasse und Wechselstube K»iNer«(ruiii,e 90 Telefon Ko. Aktienkapital und Reserven Mk. 69.000.000 Niederlassungen der Bank in Frankfurt a. ]?!., Berlin, Baden - Baden, Essen a. d. 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