Nummer 164 Donnerstag, den 16. Inli 19t4. Neue Tageszer 7. Jahrgang Di- !!.u. T.s..,»>ch.int ,«»» «»"tae. R.g.lm°dtg. Beilagen Banee »«. Hellen". Kpim.»«d.». S.,»,-pr.i,- de» P«st-ns.al,-n p..r.-l,°h-,.ch Mk. -l den Agenten monallich SO ;>sg. ftin.u mit p oitgebuhr oder Tragerlohn. An.eigr.i: Erundzeile ro Pfg„ lokale 15 Psg„ An,eigen von auswärts werden durch Poftnrchnah!»- eröoben Erfüllungsort ,;nedberg. schrisrir.iun-z und Verlag Fiiedberg (Hessen). Hanauer-tratze 12. Fernsprecher 48. Poftscheif-Lonto Nr. 48-»9, Umt Frankfurt a. M. Deberstcht. — Die Wiener Zeitung wird heute ei» kws.-rltch-'S Dntent Veröffentlichen, durch das der galizistle aufgelöst wird und neue Wahlen für den Landing . -st werden. Die Auflösung erfolgt mit Rücksicht auf da:- Fnkrasi- tretcn der Landtagswahlresorui. — Das Landgerichtsgebäudc in Düsseldorf brennt. Das Feuer wüte im Dachgeschoß, wo es durch Aktenvorrätc reichlich Nahrung findet. Die gesamte Feuerwehr ist an der Brandstätte tätig. Man hofft, die Sitzungssäle retten zu können. Der Brand dauerte gegen 2>/> Uhr nachmittags noch fort. — Nach Information der „Franks. Ztg." befinden sich olle Monopolprojckte des Reiches durchaus noch im Stadium der theoretischen Durcharbeitung. Bestimmte Absichten, eines der vorgesehenen Projekte oder eine Mehrheit von ihnen praktisch cinzuführcn, besteht Wohl nicht. — Aus Serajewo wird genicldct: Im benachbarten Dorfe Blanft ermordeten Serben einen aus Oesterreich stainmendcn Gastwirt, namens Hutnagel wegen angeblich serbcnscindlicher Arußerungen. Sic steckten zugleich das Haus des Ermordeten in Brand. Auch an die Häuser anderer österreichisch-ungarischer Staatsangehöriger legten sie Feuer. Herbeicilcndc Gendarmen verhafteten einige der Mörder und Brandstifter. — Trotzdem die Bebörden das größte Stillschweigen beobachten, wird bekannt, daß in Algier vor einiger Zeit wichtige militärische Dokumente gestohlen wurden, die von größter Bedeutung für die französische Nationalvcrteidigung sind. Im Verlaufe der letzten Untersuchung soll eine Anzahl von Verhaftungen vorgcnommen worden sein. — Das englische Oberhaus hat die Bill betreffend die Abschaffung der Pluralmal,lstimmcn, die zum zweiten Male unter der Parlamentsakte an das Oberhaus verwiesen worden war. mit litt gegen 4!) Stimmen abgclchnt. — Der albanische Gesandte Sureja Betz Vlora teilt mit, er habe einen Brief des Fürsten Wilhelm erhalten, den dieser in gedrückter Stimmung geschrieben habe. Er habe darin mit keinem Worte der Absicht Erwähnung getan, abzndankcn. Der Fürst und die Fürstin werden vielmehr in Durazzo bleiben. — Fn einem Privathause in der Hosvitalgasse in Saragossa hat man zwei äußerst gefährliche Höllenmaschinen gefunden. Zwei Individuen, die man mit den in Paris verhafteten russischen Anarchisten in Verbindung bringt, sind verhaftet worden. — Nach Meldungen ans Juarc; hat die amerikanische Regierung alle Nebcllcnhänptcr nnsgrsordcrt, den Feldzug einzustellen und die Vermittlung abzuwarten. Das Resultat ist recht zweifelhaft, Villa steht mit einer bedeutenden Trnp- penmacht in der Stadt Ebihuahua. Frivoles Beginnen. Andauernd braucht die Sozialdemokratie starke Mittel, Am die Massen in Erregung zu halten. Da ein Stillstand in ihrem Partcileben eingctrcten ist, die rote Woche, die Debatten über den Maifeiertag ja selbst über den Generalstreik nicht die gewünschte Wirkung einer regeren Beteiligung brarlllen, erörtern die Theoretiker die Ursachen der flauen Stimmung, als deren einen Grund die „Leipziger Volkszeitung" die starke sportliche Betätigung der jugendlichen Genossen bezeichnen, die der Partei die werbenden Kräfte entzieht. Indes wissen die Praktiker besseren Rat. Sie provozieren einen Streik, denn das hat, wenn große allgemein volitischc Fragen nicht auszuschlachten sind, seine agitatorische Wirkung »och immer getan. Zudem hat ein großer Streik unter Anteilnahme der gesamten Arbeiterschaft seit geraumer Zeit nicht stattgcsundcn, und außerdem sind die Massen durch die Gcneralsttcik-Erörlcrungcn doch nicht ganz unbecinslußt geblieben. Tic Zeit ist also günstig und die Ergebnisse des Riesenstreiks in Erimmitschau und der Mctallarbeitcrbrweg- nng in Berlin mit der angcdrobten Aussperrung von 60 v. H. der Arbeiterschaft sind vergessen. So ist dem, jetzt ton den Genossen in der Lausitzer Tuchindustric ein Streik aus- grtlügelt worden, der der Partei wieder Leben u. Bewegung velfpricht. Ausgeklügelt, denn nur eine Minderheit der gesamten Arbeiterschaft wurde in den Streik getrieben. Aber ge. >dc die Arbeiter, die Walker, ohne deren Tätigkeit die Tcrtilin- dustric nicht ansgeübt werden kann, und dauüt 30,000 Arbeiter zur Untätigkeit gezwungen werden. Tie Arbeitgeber hatte» sich bereit erklärt, den Walkern die Löhne nach ortsüblichem Maße aufzubejsern, konnten aber bei den allgemei- hche» Löhnen und den für ihre Erzeugnisse niedrigen Preisen sich zu weiteren Zugeständnissen nicht verstehen. Tic Nicier- lausitzcr Tertilindustriellcn sahen sich, da ein sachgeniäßer Betrieb ohne die Walker nicht aufrecht zu erhalten ist, gezwua- gen, ihren sänitlichen Arbeitern in Kottbus, Fins.rrwalde, Forst, Guben, Sommerfeld, Spreinberg und Luckenwalde zum 18. Juli zu kündigen, wenn nicht die Walker bis zu die. sem Tage die Arbeit wieder ausgenommen haben. Diesen Akt der Notwehr nennt der „Vorwärts" eine Aussperrung und schreibt: „Tritt die Aussperrung wirklich ein, dann konmit für die Arbeiterschaft unter Umständen das neue Regulativ für die Turchfcchtung solcher Kämpfe in Frage, daS sich die Gewerkschaften vor wenigen Wochen in München geschaffen haben. Die Lausitzer Tertilindustricllen hätte» es dann nicht mit den Textilarbeitern allein, sondern mit der - e- sanitcn organisierten Arbeiterschaft Deutschlands zu r.:». Die deutsche Arbeiterschaft ist nickt mehr gewillt, ' ans jedem kleinen Anlaß frivole Riescnaussperrnn bieten zu lassen. Es kann deswegen den Lausitzer " Vitt- riellen passieren, daß sic ihre Bereitwilligkeit, d a Einflüsterungen berufsmäßiger Scharfmacher Folge au leisten mit ihrer Existenz bezahlen. Gerade in der Textilindustrie haben solcke ausgedehnten Kämpfe mehrfach mit dem Erfolg geendet, daß sich die Herstellung bestimter Prokbikte aus der Kampsgegend hinweg nach Orten hingezogen hat, an denen die Konkurrenz lange auf den Augenblick gewartet hat, wo sie die bisherigen Hauptproduzenten des betr. Genres aus dem Sattel heben konnte. Die Arbeiter werden der Entwickelung der Dinge mit der gelassenen Ruhe cntgegensehcn, die eine starke Organisation verleiht. Im Notfall haben sie die Gcsamtarbeitcrschaft Deutschlands hinter sich, die darauf brennt, mit den Scharfmachern endlich einnial ernsthaft die Klinge zu kreuzen. Ob diese: Augenblick der gegebene dazu ist, werden die berufenen Instanzen der Arbeiterschaft entscheiden." Was ist das für eine anmaßende Spra'chel Man ist es ja zwar schon, seitdem die revolutionäre Sozialdemokratie die Interessen der Arbeitgeber zu vertreten ogrgibt, gewohnt, daß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kaum mehr ein sreundsihastlichcr Ton zu finden ist. Hier aber wird eine Sprache angeschlagen, wie sic anders nicht gebraucht würde, wenn zwei Gegner sich auf Tod und Leben gegcnübcrstehcn. Der Sozialdemokratie ist es offenbar danini zu ttm, diesen kleinen Anlaß des Streiks der Walker zu einer Machtprobe zu benutzen. Die Ueberspannung der Macht der Arbcitcrkoalitiancn rief natnrnotwendig den Zusammenschluß der Arbeitgeber hervor. Sollte nun versucht werden, bei einem Streik der Arbeiter einer Industrie auch die anderen Gewerkschaften mit hineinzuziehen, so wird man sich nicht Wundern dürfen, wenn die Arbeitgeber der verwandten Industrien ebenfalls gemeinsame Sache machen. Das wissen die Leute, die hinter den Kulissen in unverantwortlicher Weise die Arbeiter gegen die Unternehmer scharfmachen, sehr wohl, und doch Hetzen sie die Organisierten, oft nur um den Bruchteil von Pfennigen in die Streiks. Bei dem Streik in der Nicdcrlausih spielen keine großen Momente die Hauptrolle. Weder besonders ungünsttge Ar- bcitsbedingungen noch gänzlich unerfüllte Forderungen kam- men in Frage. Er ist nach der Stimmung der roten Treiber als Machtprobe gedacht und muß danach gewertet werden. Mlliimn fiir die tiMay§mli>. Die an, Montag in Worms in großer Zahl aus allen Teilen des Wahlkreises Worins-Heppenheim-Wimpfen versammelte,' nationalliberalen Vertrauensmänner dieses Wahlkreises habe» einstimmig folgende Resolution gefaßt: Rahden, an, g. Juli der hessische Landtag geschlossen morden ist, wird es notwendig sei», sich mit den dieses Jahr ftattsindendcn Landtagswahlen zu beschäftigen, zumal sic sür riehr als die Halste aller Kammersitze zu cftolgen haben. De Wahlkämpfe werden in eine Zeit sollen, in der jeder vaterländisch Gesinnte zwar mit der Rühe, welche das Bewußtsein der Stärke verleiht, aber doch nicht ohne Sorge der gewaltigen Rustungen gedenkt, welche unsere Feinde im Osten wie im Westen augenblicklich vornehmen. In einer solchen Zeit sollten alle national gesinnten Männer nicht vergesicn, daß unser Vaterland nur dann stark und mächtig sein kann, wenn die Regierung sich aus Parteien zu stützen vermag, die fest auf dem Boden der Monarchie stehen, und die in der Sorge sür des Vaterlandes Größe bas Hauptziel aller politischen Tätigkeit erblicken. Es sollten deshalb bei den nächsten Landtagswahlen zwecklose Kämpfe und Kraftvergeudung unter Parteien unterbleiben, die in jener Erkennt»» und in jenem Besirebcn einig sind. Aus diesem Grunde ersuchen die nationallibe- ralcn Vertrauensmänner des Wahlkreises Worins-Heppen- hcim-Wimpsc» den geschäftssllhrenden Ausschuß der natio- nalliberalen Partei des Großherzogtums Hessen, frühzeitig genug Schritte zu tun, um eine Einigung der ftaatserhalten- dcn Parteien herbeizuführcn, damit der allen gemeinsame Feind, die Sozialdemokratie, nicht nur keine Gewinne erzielt, sonder» damit das Bürgertum und die nationale Arbeiterschaft gestärkt in den Landtag des Großherzogtums cin- zirhen werden. Außer der Sozialdemokratie soll der Kampf auch denjenigen Parteien und Richtungen gelten, welche taktische, das vaterländische Empfinden verlebende Verbindungen irgend welcher Art cinzugchcn gewillt sind, und die infolge degen die Grenzlinie zwischen Bürgertum und So zialdemokratic verwischen. Der |UcI)dtci»rjtfl in f)eilen. IG Millionen Mark. tie VeranIagMg des WehrbeitragcS in Hessen kann, wie die „Tarinstädter Zeitung" meldet, in der Hnuptsachc als be- n.bct angesehen werden. Das Ergebnis stellt sich inSgc- samt auf rund 16.000,000 M. Es verteilt sich wie folgt ans die einzelnen VcranIagungs-(Finanza,nts-)Bezirke: Alsfeld 110,919 M., Büdingen 23,908 M., Butzbach 138,072 M . Fricdberg 795,201 M., Gießen 916,878 M., Grünbcrg 56,697 M.. Homberg 42,876 M.. Hungen 358,806 M-, Laute,buch 109,365 M., Nidda 102,972 M., Schotten 32,061 M., Beer- seiden 49,917 M., Darmstadt I 3,553,400 M.. Daruistadt II 187,725 M., Dieburg 113,601 M.. Fürth 128,019 M.. Groß- Gerau 149,205 M., Heppenheim 68,256 M., Höchst 50,919 M. Langen 115,188 M., Michclstadt 226,959 M.. Osfcnbach I 1,728,783 M.. Ofsenbach II 97.488 M., Rcinheim 86,139 M.. Seligenstadt 38,925 M., Zwingendere, 476,235 M., Alz«, 207,108 M., Bingen 357,210 M., Mainz I 2,372,529 M. Mainz II 217,617 M.. Mainz III 456,700 M., Ober-Jngel- Heini 13-1,373 M.. Oppenheim 202,068 M., Osthofen 159 855 M., Wörrstadt 68,589 M., Worms I 1,686,738 M., Wornis II 163,455 M. Sojinlörmohratni u. Ilatioiialtibrrnlr in ilabrii. Ter sozialdemokratische Landtagsabgcordnctc Kolb veröffentlicht im Badischen „Volkssrcund" einen Artikel über da» Ergebnis der Landlagsarbeit. Darin sagt er zum Schluß über die »attische Haltung der Sozialdemokraten bei künftigen Wahlen folgendes: Jedenfalls geben sich die Nationalliberalen einer gro Täuschung hin, wenn sic glauben, die Soztaldemolratie wirb sich bei den künftigen Wahlen in dieselbe Position drängen lassen, in welcher sic sich bei den Landtagswahlen 19l:i be wnd. Zur Schleppcnträgcrin einer nationalliberalen Man- dutspolitik wird die Sozialdemokratie sich nicht hergeben. Es ist völlig ausgesilslosscn, daß die Sozialdemokratie die No- tionollibcralcn bei de» Wahle» nochmals unterstützt, wenn die Nationalliberalen gleichzeitig auf die Unterstützung des Zentrums spekulieren. Eine solche „Eroßblocktaktik" wird die Sozialdemokratie aus keinen Fall mehr mitmachen, denn an einer unter konservativem Einfluß stehenden „atio- »elliberalen Partei hat die Sozialdemokratie keinerlei Interesse, Es muß endlich eine klare politische Situation ge- Ichassen werden. Entweder geht der Kur- nach links oder er geht nach rechts. Die Sozialdemokratie muß es ablehncn die politische Situation verschleiern zu helfen, um den Nationalliberalen bei den Wahlen Gelegenheit zu geben, im trüben sischeii zu können. Wenn die Sozialdemolraten diese Drohung wahr machen wollten, baiin könnten Hoftat Rebmann und seine sunglivcra- lcn Freunde in einer Droschke in den Landtag sal-ren. Tagesnberslcht. Äentiches !ieich. :: Drei sranzösische Ballonsahrer bei Metz ausgehalic« Vorgestern nachmittag ging bei Rollingcn im Landkreise Metz ein sranzösischer Freiballon mit drei Insassen nieder, die fiii französische Offiziere gehalten wurde». Sie packten den Ballon aus ein Fuhrwerk und suhrcn »ach Herlingen in der Absicht, nach Nancy zurückzuethrcn, ohne die vorgeschricbcnc Mcl- duiig an die Behörden erstattet zu haben. Der Gendarm von Herlingen verhaftete sic kurz vor Abfahrt ihres Zuges. D>« Uiilersiichuiig hat ergeben, daß cs sich um drei Zivilisten aus Nancy handelt. Da nichts verdächtiges sestgestellt wurde, erteilte man ihnen die Erlaubnis zur Rücklehr nach Nancy via Metz. :: Oberpräsidentenwechfel. Der Rücktritt des Oberpräsiden- ten von Schleswig-Holstein von Bülow soll angeblich bcoor- stehen. Diese Nachricht wird von der „Neuen politischen Korrespondenz" verbreitet, die nicht selten als Sprachrohr des Staatsministeriums benutzt wird. Es fällt auf, daß andere Blätter diese Nachricht mit Quellenangabe zitieren. Der angebliche Rücktritt soll mit der in letzter Zeit scharf gehandhab- ten Ausweisungspolitik gegenüber der dänischen Opposition ul Verbindung stehen. Oesterreich. :: Die diplou-atsiche Attion Oesterreichs IN Belgrad. Wie dem „Frank,urter General-Anzeiger" vo» unterrichteter Seite aus Wien gemeldet wird, dürste der Schritt der Wiener Regierung in Belgrad eine» ausschließlich diplomatischen Eharaller habe». Sie niinmt nicht etwa Bezug aus das kriminelle Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung, die überdies noch nicht obgcfchlosien ist, sonder» aus die im Jahre 1809 zwischen der Habsburgischcn Monarchie und Serbien geschlossenen Akte, worin Serbien die Erllärung abgab, sich mit der Einverleibung von Bosnien und der Herzegowina abzufinden. Jenes Ueber- einkoinmen. das von serbischer Seite der damaliae Gesandt Wt. 164 9i«ut Tageszeitung. Donnerstag, den 1«. 3«H 1914. Asien, J)i. Simtc, »nterzeichnete, (et nicht etwa als em staats» rechtlicher Akt, als eine Anerkennung des geschaffenen Rechts» ;ustandes auszufasien, zu dem nur die Unterzeichner de» Bei- linet Beitrages zuständig waren, und der auch tatsächltch durch Aufhebung des Artikels 25 jenes Vertrages und durch Zahlung einer Entschädigung an die Türkei erfolgt ist. Es war vielmehr die Entsagung der Belgrader Regierung und der grotzser- bischen Agitation und das Versprechen des Wohloerhaltens der Habsburgischen Monarchie. Der Akt der Entsagung mutzte damals, wie ebenfalls im Protokoll festgelegt wurde, autzerdem durch Verminderung der Truppenzahl auf den Bestand des Vorjahres bekräftigt werden. Eine Verweigerung dieses Vertrages wäre damals der casus belli — der Kriegsfall — gewesen. Das Blatt glaubt annehmen zu dürfen, datz die jetzige Regierung wieder auf diesen Vertrag zurückgreist, um für dessen Erfüllung Bürgschaften zu verlangen; und die Bedeutung des diplomatischen Schrittes, der durchaus ruhig vorgenommen wird, beruht nicht etwa in der Formulierung, sondern in der gewissermatzen automatischen Wiederherstellung des Zustandes vor Abschlutz des Uebereinkommens von 1909. England. :: Tie lllstersrage. Carson, der gestern in Ulster bleiben wollte, ist während der Abnahme einer Truppenübung durch eine dringende Depesche aus Westminster gestern nach London berufen worden. Die plötzliche Abreise im Dunkel der Nacht zwischen den Tausenden, die ihn, wie ihrem König gehorchen wollen, bot ein stimmungsvolles Bild. Die feierliche Berusung Carsons durch die Regierung hat allgemein überrascht und wird nach Lord Morleys pessimistischer Rede als ein gutes Zeichen für eine friedliche Einigung gehalten. — Das „Echo de Paris" veröffentlicht eine sehr interessante Meldung aus London, wonach der Oberstkommandierende der britischen Etreii- lräste in Irland, General Sir Arthur Paget, dem König seine Entlastung angeboten habe, und zwar mit Uebergehung seines Vorgesetzten, des Kriegsministers Asquith. Bekanntlich besteht zwischen Paget und Asquith ein Konflikt. Es steht demnach eine neue Krisis bevor. :: Von Susjragetten durchgepeitsiht. Der Staatssekretär für Schottland Mac Kinnon Wood ist gestern das Opfer eines Suffrageltenangrisfes geworden. Der Minister war im Be- grisse, seine Wohnung zu verlasten, als sich plötzlich zwei Frauen mit geschwungenen Peitschen aus ihn stürzten und ihm mehrere Hiebe versetzten, indem sie ihn gleichzeitig mit den ärgsten Schimpjworten bedachten. Herbeieilende Schutzleute verhafteten die Wahlweiber. Roch am gestrigen Abend wurden die beiden Suffragetten zu 20 Mark Geldstrafe bezw. zu 11 Tagen Gefängnis verurteilt. :: Acht Mitglieder der arktischen Expedition von Slc- fanson umgekomnien? Tie hervorragendste» Wissenschaftler vermisst? ES wird besürchiot, daß cichj Mitglieder der arktischen Expedition von Stefanson, von denen inan amuihai, daß sic sich auf der Wrangel-Jusel befinden, ums Leben gekommen sind. Der stellvertretende Marineminister hat von dcui Kapitän Barlett des gesunkenen Danipfers „Kaluk" die Nachrichten erhalten, daß zehn Tage nach dem Untergang der „Kaluk' zwei Expeditionen, bestehend aus acht Mann, ansgebrochen seien und das» man seitdem nichts mehr von ihnen gehört habe. Nach einein srüheren Bericht hatte der Kapitän gemeldet, datz die Mannschaft der „Kaluk", die in der Nähe der Herald-Jnsel gesunken war, di? Wrangel-Jnsel an der sibirischen Küste erreicht habe, und das; sich alles wohl befinde. Unter den Vermißten befindet sich ein schottischer Arzt, der englische Ozeanograpl- Murray »nd der Pariser Anthropologe Henry Beuihat. Ten, Kapitän Bartlett sind he,de Füße ersrorcn. Rutzlanb. :: Anhaltende Hitze. Zn viele» Gegenden Südrutzlands tst die Hitze bis aus 10 Grad R. gestiegen und wirkt verderblich nicht nur aus die Vegetation und das Getreide, sondern auch aus die Haustiere, die von Hitzsihlägen zusamnienbrechen und verenden, lieberall brennen Wälder und Torfmoore. Das unaufgeklärte Volk macht sich von der schrecklichen Hitze allerlei abergläubische Vorstellungen, veraujialtet Prozessionen mid umlagert betend die Kirchen. Illbaiiieii. :: i.:s»Igr der Epiroten. Angesichts der Erfolge der epi- rolüche.i Ausstandsbewegung sollen die Rebelteil geneigt sein, ii.it de. albanische» Regierung z» verhandelii, um gemeinsam oie Gefahr abzuwehren. Sollte sich diese Rachricht bestätigen, wäre die Lage gebessert. Rach aus Valona eingelrofieneu Meiso.i ,en steheil die Epiroten ungefähr 10 Stunden, die albanische» I,»urgenten drei Slnirdeii von Valona entfernt. Der i .snachschub jül die Epiroten wird von Janlna über -,>,. 1 - . istro von griechischen MUflärauiomobilen unter grie- chlsti ' Flagge geleitet. Der Fall Valonas steht unmittelbar heorr. — Ter Bürgermeister von Valona »nd der Präsident des al iiinsthen Rationallomitees beslätigen in einer an die „Tribu.ia" geruhietei: Depesche, datz griechische reguläre Truppen als Epiroten vertleidel forlges-tzt die Grenze überschreiten und an den Kämpfen und Brandjristrmgen teilnehmen. Sie tzwangen die Albaner ihre Wohi.fitze auszugeben, die in beklagenswertem Zustande in Valona elnlressen. Die Depesche sihlieht ,nii einem Appell an die Grotzmächte, datz diese durch eine Ziueroentivn der unhaltbare» Situation ein Ende machen. WiMrt her Verciulgtell LWdmck. Das Mittageffen wirb in St. Goar eingenommen mid zwar verteilen sich die Teilnehmer ans 1 Gasthäuser nämlich: „Rheiiijelö", „Rose", „Kalter Keller" »nd „Rhcinlust". Der Preis des Gedeckes ist 1.7b Mk. Im „Rheinfels" Ulid in der „Rose" gibt es Fisch und Braten, in den : en anderen Gasthäusern dagegen zwei Fleischspeisen, so datz sich Feder nach seinem Geschmack wählen kann. In Mainz findet im „Mainzer Hof" am Abend von et- wa 6—'/ilO IIhr ein kiciviitlicheS Aulammenicin statt. **■ Die Ah fahrt des SonderzngeS erfolgt abend, ab Mainz gegen 1v Uhr und trifft in Bockenheim gegen Z^ll Uhr ein. Es können fast sämtliche Teilnehmer bis an ihren Heimatort fahren. Gerviltrrichiiden. Aus der Wettera», 18. Juli. Das gestrige Gewitter war stellenweise, so in Friedberg von Hagelschlag begleitet, de: ziemlichen Schaden anrichtete. Auf dem Löwenhos schlug der Blitz ein, jedoch ist lein Brand entstanden. In Rodheim v. d. H. wurde das Pferd des Landwirts August Schäser vom Blitz erschlagen. Herr Schäfer, der in nächster Rahe hinter dem Pserd ans dem Wagen satz, blieb unverletzt, er glaubte auch im Augenblick nicht, datz das Pferd getroffen sei, sondern meiTUe, cs sei vor Schrecken gestürzt. Die Frucht, die sich schon vorher gelegt hat, liegt vielerorts ganz platt auf dem Boden, wodurch das Wachstum stark beeinträchtigt »nd die Ernte erschwert wird. Vom Taunus, 18. Juli. Ein schweres Unwetter mft verheerenden Blitzschlägen und wolkenbruchartigen Niederschlägen suchte gestern nachmittag abermals das Vorlaunusland heim. In Oberstedten hauste das Wetter am schwersten. Hier äscherte ein Blitz die gesamten Wirtschastsgebäude des Gastwirts Haag vollständig ein; nur das Vieh konnte gerettet werden. Ein zweiter kalter Strahl traf die evangelische Kirche, deren Dach teilweise zerstört wurde. Der Schaden auf den Feldern ist autzerordcntlich groß. Auch in Oberursel, Bad-Homburg. Friedrichsdors und anderen Taunusorten gingen riesige Wasiermassen nieder. Bus dem Kreise Hanau, 18. Juli. Gestern Nachmittag gegen 1 Uhr entluden sich drei Gewitter über unsere Gegend, dabei ging ein wolkeirbruchartiger Regen nieder. In Wachenbuchen schlug der Blitz in eine vor noch nicht langer Zeit erbaute Scheune des Landwirts Brosch, sie brannte vollständig nieder. In Dörnigheim wurde der Kirchturm vom Blitz getrossen, ohne jedoch zu zünden. In Hochstadt, wo gerade „Kerwemittwoch" gefeiert wurde, verwandelten sich die Stra-, tzen bald in förmliche Eietzbäche, einem Zuckerwareuhändler aus Hanau wurde die ganze Bude mitsamt ihrem Inhalt weggeschwemmt. wodurch ihm ein Schaden von etwa 100 Mark entstanden ist. Auch auf dem Felde hat das Wetter schlimm gehaust, namentlich der Hafer liegt stellenweise da, als ob er gewalzt worden wäre. Vom Mai», 18. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz in einen Kastanienbanm der Wirtschaft „Zum Anker" in Grotz-Waldstadt, wo gerade etwa 10 Personen im Garten fatzen. Der Baum wurde gespalten und sämtliche Gäste ftürzlen betäubt zu Boden. Während sich die übrigen bald wieder erholten, mutzken zwei Personen bewusstlos vom Platze getragen werden. Vom Hunsrück nud der Mosel, 18. Juli. Das gestrige Unwetter hat besonders im oberen Moselgebiet, auf dem Hunsrück und in den angrenzende» Bezirken arg gehaust. In Lausersweile: erschlug der Blitz den ganzen Viehstand eines Landwirtes. Im Hunsrück ist drr Postoerkehr unterbrochen. In S i m m e r n traf eine telephonische Warnung ein, datz Hochwasser zu erwarten sei. Bald darauf trat der Simmerbach über leine Ufer und überschwemmte die Strotzen, sodatz die Feuerwehr in Tätigkeit treten mutzte. Mehrere Personen wurden auf freie,» Felde vom Blitz erschlagen. Aus Bayern, 18. Juli. Seit Sonntag gehen täglich in verschiedenen Teilen Bayerns schwere Gewitter nieder, die durch Blitzschläge und lleberschwemmungen großen Schaden anrich- ten. Eine ganze Anzahl von Personen wurden vom Blitz erschlagen. — Auch beim Baden ereigneten sich zahlreiche tödliche Unglücksfälle * *•«£-, •• - - Airs der Heimat. * Friedberg, 16. Juli. Infolge des gestrigen schlechten Wetters findet das Sommrrnachffest auf der hiesigen Seewiese heute Abend statt. * Friedberg, 16. Juli. In unserem Schaufenster ist der von der Gemeinde Bkeichenbach zu dem 21. Eauturnfeste des Gaues Wetlerau gestiftete und von dem Turner Friedrich Schütz, Mitglied des Turnvereins Friedberg-Fauerbach, errungene Ehrenpreis ausgestellt. T'~ ~ v Hessen-Nassau. * Bad Homburg, 15. Juli. Wie alljährlich, so übersandte auch dieses Jahr der Kaiser als Preis für den Sieger im Lawn Tennis-Turnier einen goldenen Pokal. * Bad Homburg, 16. Juli. Der Wehrbeitrag hat auch für die städtischen Finanzen eine recht beträchtliche Erhöhung des Sieuerfolls im Gefolge gehabt. Jnfolgedesien bewilligte die Stadtverordnetensitziing der städt. Beamten eine durchgreifende Gehaltsaufbesserung, die die Stadkkasie in diesem Jahre mit einem Mehraufwand von 7250 Mark, 1915 mit 8700 Mk., 1916 mit 9190 Mark und 1917 mit 9125 Mark laufender Ausgaben belastek. Ferner wurden einigen "Beamten und Kurmusikern besondere Zulagen zngebilligt. Autzerdem übernahm die Stadt die Krankenkasienkosten für die Kurorchestermitglieder, wenn diese länger als 28 Wochen krank sind. Für besondere Auswendunge» der Kur- und Badeverwaltung bewilligte man nachträglich 851 Mark, dann gewährte man dem Hunde- sänger für das Einfangen von herrenlosen Hunden eine jähr- I liche Unterstützung von 200 Mark und dem Sonntagsaufseher I im Kaiser Wilhelm-Jubiläumspark eine-Vergütung von 109 Mark für die diesjährige Kurzeit. Ein Magistratsantrag auf Vermehrung des technischen und Büropersonals der Bauver- wallung überwies das Plenum den zuständigen Ausschüssen. Cchlietzlich gab man einem Anträge zweier Bürger aus Gewährung einer Vergütung für einen durch Wasierrohrbruch entstaiidenen Schaden in Höhe von 1000 Mark statt. * Bad Homburg, 16. Juli. Aus Liebeskummer erschoß sich hier der Gärtnerbursche Schmidt. Ober Ursel, 15. Juli. Turner von der hiesigen Turn- oelellseliaft besuchten am Sonntag da« Gauturulest >» Kolk- . Seite % heim mittels Fuhrwerks. Zw,scheu Königstern und Schneid- Hain, an einer stark abschüssigen Stelle, lei sagte die Bremse des mit zwei Pferden bespannten Fuhrwerks und der Dagen der stark ins Rollen kam, prallt? mit der Deichsel mit solcher Wucht wider ein HauS, daß die Mauer eingedrückt und noch ein in der Wohnung stehender Schrank durch stoßen wurde. Von den Turnern sollen drei Mann verletzt sein, einer davon sogar sehr erheblich. Auch das eine Wagenpferd soll derart plessiert worden sein, daß es heute geschlachtet werden mußte. Das Fuhrwerk gehört dem Fuhrunternehmer Fleck von hier, der ebenfalls sehr stark verictzl wurde. * Höchst o. an., 16. Juli. Der Arbeiter Kästner aus SJiict stürzte von der im Umbau begriffenen Schleuse in die 0 Meter tiefe Schleusenkammer. Er trug dabei lebensgefährliche Verletzungen davon. Crooberg. 15. Juli. Schon feit langem klagen hiesige Erdbeerzüchter über erhebliche Schäden, die ihren ein- gezäunten Kulturen durch die Rehe zugefügt werden. Die Jagdpächter weigerten sich, für den Schaden aufzukomincn, da sie in eingezämnten Grundstücken nicht jagen dürfen »nd führten eine gerichtliche Entscheidung herbei. Auch die Stadt als Verpächterui hatte ein Interesse an den, Ausgang des Prozesses, weil für sie die Frage von Wichtigkeit war, welche Grundstücke als eingezäunt anzusehen sind. Das Gericht entschied jetzt in letzter Instanz dahin, daß die Pächter fiir Wildschäden, der den Kulturen in umhegten Grundstücke» zu- * Wiesbaden, 16. Juli. Die stolze Edelkastanien-Plantag« in der Nähe des Nordftiedhofes der Residenzstadt Wiesbaden, die Eigentum der Stadt und die die nördlich gelegendste im deutschen Reiche ist, scheint Lücken zu erhalten, denn verschiedene ölte Bäume der Plantage sind dem Eingehen verfallen. Das Absterben mancher der interessanten Bäume gab Deranlaffung, sie einer eingehenden Okularinspektion zu unterziehen. Hierbei wurde festgestcllt, datz eine Anzahl Bäume, besonders die die längs der Friedhofsmauer stehen, von der sogenannten „Tintenkrankheit" befallen sind. Diese Krankheit, die im Ausland beobachtet ist und auch bei den Edelkastanien in der Gemarkung Eronberg i. T. festgestellt worden ist, tst vielleichi auf beit äußerst trockenen Sommer des Jahres 1911 zurückzu- führen, der ihnen Sonnenbrandwunden beibrachte. Auf diesen Wunden bildeten sich Pilze, die kaum zu entfernen sind. und das Absterben der Bäume veranlassen. Ein Mittel zur Gesundung ist noch nicht gefunden. Da nur ein Teil der Bäume der Wiesbadener Plantage an der Krankheit laboriert, voi allem die oberhalb des Friedhofs stehenden stolzen Edelkastanien kerngesund find, wird die Edelkastanien-Planiage, ei« wahres Naturdenkmal, eine Sehenswürdigkeit für die Naturfreunde Wiesbadens erhalten bleiben. - * Wiesbaden, 16. Juli. Die zuerst von der Kreisverwal- kung der Unterwesterwaldkreises angeregte und von dem Kommunallandtage genehmigte Uebernahme sämtlicher Vizinal- wegc der Kreises mit Ausnahme der Ortsberingstratzen in di« llnterhaltung der Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden hat sich so bewährt, datz bekanntlich die Kreise Biedenkopf und Limburg dem Beispiele der Unierwesterwaldkrei- ser nachsolglen und vom 1. April 1911 die Unterhaltung ihrer Bizinalwege abgetreten haben. Nunmehr liegen gleiche Anträge vor von den Kreisen Westerburg, Oberlahn, St. Goarshausen, Lberwesterwald und Wiesbaden-Land. * Wiesbaden, 15. Juli. Der Packer Hermann Zimmer- mann in Wiesbaden lebte zwölf Jahre mit seiner Ehefrau in bestem Einv er nehmen, bis diese den Musiker Nauth von hier kennen lernte. Der Beruf Zimmcrmann machte mehrfache längere Abwesenheit von Wiesbaden nötig und so geschah es, Laß er, als er am 17. März zu den Penaten zurückkehrte, keine Ahnung davon hatte, daß seine Ehe ir der Zwischenzeit geschieden worden war. Seine Erregung ist daher zu begreifen, die ihn packte, als er in seiner Wohnung seine Ehefrau und Nauth auf dent Sopha beim Schäfer- stündchen antraf. Daß er den Galan und seine verflossene Ehefrau traktierte und sie mit Totstechen, Halsabjchneiden bedrohte, kann man ihm nicht sehr übel nehmen. Das Gericht ließ auch diese Milderung in seinem Urteil zum Ausdruck kommen, daß Zmimermaun wegen Körperverletzung, Bedrohung usw. in 25 Mark Geldstrafe nahm. * Wiesbaden, 15. Juli. Der 19 Jahre alte Seminarist Fr Moder, der zum Ferienbesuch bei seinen Eltern Tn Wiesbaden weilte, hat sich erschossen. Dle Eltern solle» dem jungen Mann eine Reise mit seiner Braut verwehrt haben, und dies hat Mo- des in den Tod getrieben. * Bullau. 15. Juli. Hier schlug vorgestern abend bei dem schweren Unwetter der Blitz in die Hofreite des Landwirtes Eg. Körper. Die Scheune wurde entzündet und ist mit Inhalt total abgebrannt. ", Dettingen,' 15. Juli. Hier ertrank beim Baden im offenen Main der 16 Jahre alte Peter Geist. Er hatte bei dem Schwimmen im Stromgebiete die Kräfte verloren. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. * Kohl e. an., 15. Juli. Hier wurden ln der Kapelle di« Opferstöcke erbrochen und ihres Inhaltes beraubt. Als Täter wurden zwei Burschen von Kahl und einer von Alzenau er- iniltelt. * Attenkirchen, 16. Juli. Beim Beerensuechn fanden Kinder die Leiche des hochbetagten Johs. Schäfer in einem Baum häugeiid vor. Was den alten Herrn in den Tod trieb, lonnte noch nicht ermittelt werden. Skarkenburg.. " Dariiistadt, 18. Juli Einen Steckbrief hat das Kommanoo gegen den Unteroffizier und Trompeter Otto Schwarz aus Scheddin IN Pommern erlaßen, der stch seit dem 8. Juli ohne Urlaub von seiner Truppe entsernt hat. Er ist von Hause etwas vermögend und soll während der mehrjährigen Dienstzeit eiwa 5000 Mark durch seine statte Lebensweise trotz hübschem Nebenverdienste verbraucht habe». Da nunmehr der Pater nichts mehr schickt, hat er anscheinend Schulden gemacht. " Dnrmstadt. 18. Juli. Verunalückt ist an der neuen Luft^ 51». 164 Seite 3. schisshallc auf dem Weiterstödter Flugplatz der etwa 20 Jahre alte Fianz Aurccher, der als Schlosser bei den Mantiermigs- arbciten beschäftigt war und von dem Gerüst abftürzte. Er erlitt einen Schädelbruch, mehrere schwere innere Verletzungen und einen komplizierten Oberarmbruch. Er wurde durch da» Auto in das städtische Krankenhaus gebracht, wo er alsbald seinen Verletzungen erlag. * Tarmstadt, IG. Juli. Die 21. Hauptversammlung der deutschen Ortskrankenkasscn setzte am 14. Juli ihre Beratungen unter dem Vorsitz von Knoblauch Darmstadt fort und hielt zunächst, nachdem der Vorstand entlastet worden war, Justizrat D>r. Maycr-Franlenthal einen Vortrag über die Entwicklung des Rechtes der Kranlenkassenangcftcllten und Beamten. Er führte u. a. aus, Latz durch die Reichsverficherungsordnung die langersehnte soziale Besserung wohl eingetretcn, andererseits aber die Krankenkasse wie auch die Angestellten durch die Verordn >ing außerordentlich gefesselt seien. Die von ihm beantragten Leitsätze werden genehmigt, lleber Salvarsanbehand- tung und Syphilis spricht hieraus Professor Dr. herxheimer- Franlsurt, der u. a. aussührt, daß nach den ln Frankfurt an ,'trna 11500 Syphiliskranken angcstellten hcilversuchen die Resultate mit der koinblnicrten Calvarsan-Ouecksilbermethod« sehr gute seien und bei vorsichtiger Behandlung durch den Arzt auch weiter die besten Heilerfolge garantiere. Seine vorgeschlagenen Leitsätze werden angenommen. Ueber das Abkommen mit den Acrzten hielt Rechtsanwalt Dr. Baum-Berlin einen längeren Vortrag, in welchem er aussührt, daß beide Teile, Kasse wie Aerztc, zufrieden sein können. Die Verhandlungen werden dann auf Mittwoch vertagt. Aus aller Welt. * Göttingen, 15. Juli. Eine ganz unqualifizicrbare Beleidigung des Schöffengerichts Göttingen ließ sich, wie uns von dort berichtet wird, ein wegen Betteln? angeklagrcr Vagabund zu schulden koinnien, in dem er als Antwort auf die Frage des Vorsitzenden nach feinen Personalien den diskreten Teil feines Körpers entblößte imd ihn dem Richter und Schöffen cntgegenstreckte. Folgenschwere Explosion eines Spirituskochers. Der Explosion eines Spirituskochers sind zwei Menschen in Rimes zum Opfer gefaen. Eine Frau Garnier und ihre »erheiratete Tochter befanden sich in dem Augenblick in der Küche, als der kurz vorher angezündcte Spirituskocher explodierte, wodurch beide schwer verletzt wurden. Die Tochter verstarb wenige Stunden darauf unter schrecklichen Leiden. Der Zustand der Frau Garnier ist hoffnungslos. Selbstmord einer österreichischen Herrenreiters. Der in Armee- und Sportkreisen Oesterreich-Ungarns und Deutschland bekannte Herrenreiter Major des 8. Husaren-Regiments Za- enko v. Krcutzbruck IN Wien setzte in furchtbarer Weise seinem Leben ein Ziel. Etwa 300 Meter von der Station Psaffstät- ten entsernt, warf er sich, mit der Uhr in der Hand, vor den licranbrausenden Personenzug. Als schrecklich verstümmelte Leiche wurde von Krcutzbruck unter den Rädern der Lokomotive heroorgezogen. Major von Kreutzbruck stand im 4b. Lebensjahre. Er dürste die Tat in geistiger Umnachtung begangen haben, an der er seit einem Sturtz vom Pferde litt. Tödlich« Stierlämpfe. Die Sticrkämpfc ln Madrid haben zwei tödliche Unfälle gebracht. Bei einem Stierkampfe hatte ein Stier einen Degen, der in seinem Racken saß, so heftig von sich abgcschuttelt, daß die Waffe in den Zuschauerraum flog und einen Zuschauer so unglücklich traf, daß er tödlich verwundet wurde. Bei eincni anderen Wettkampfe nahm ein Stier einen inexialnischen Sticclämpser namens Miguel Frag auf die Hörner, schleuderte ihn zu Boden und verletzte ihn so schwer, daß er wenige Minuten nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Bei einem Stierkampfe, der sich in der Rahe von Marseille abspielte, hat sich ein tödlicher Unfall ereignet. Ein Kampfer wurde von einem wild gewordenen Stier auf die höriger genommen und schwer verletzt. Reue Erfolge in der Chirurgie. In den beiden letzten Monate» sind durch den bclannten Chirurgen des Allerheiligen Hospitals Prof. Dr. Tietze in Breslau hervorragende Heilerfolge bei Wirbelcrkrankungc» tuberkulöser Natur erzielt worbe,,, die bisher als unheilbar angesehen wurden. Bisher war cs Patienten, die mit derartigem Leiden behaftet waren, unmöglich. sich anders als mit Hilf« eines Korsetts oder Eips- verbandcs aufrecht zu erhalten Die Wirbel blieben dabei beweglich und der entftehende Druck auf das Rückenmark führte meistens die Lähmung herbei. Professor Dr. Tietze hat nun in etwa acht Fällen bei Frauen und Kindern eine neue Heilmethode angewandt, die darin besteht, den Knochen der Wirbelsäule zu ,palten und ei» entsprechendes Stück Schienbeintnochen in den Ironien Wirbel einzusetzen. Die Erfolge find gleichgül- !ig ob SS sich Ul» "Brust- oder Rückenwirbel handelte, ausgezeichnet gewesen. Der Heilprozetz ging rasch vorwärts und die Kranken tonnten ohne Stützen den Körper wieder aufrecht halte::. D,c Methode toll in Zukunft auch bei anderen, nicht tu- lerkuiöfei: Wirbelerlrankungeii Anwendung finden. — Eine 4be:tere 'Neuerung bezieht sich auf die Beseitigung krummer Deine bei Kindern, sogenannter Säbelbeine- Prosesior Tietze hat bei Krümmungen der Knochen diese herausgeschält und an jenen Stellen nur die Knochenhaut bestehen lasten. Durch Nachwachsen gerader Knochen sind die Beinverlrümmungen vollkommen verschwunden. Die Erfolge sind um so erfreulicher, als weder bei den Wirbel- noch auch bei Beinoperationen irgendwelche Komplilotionen sich ergeben, die Heilungen also als wohlgclunge» angesehen werden müssen. Berhastetcr Mädchen marder. In Volmarstein bei Hagen wurde der Mädchenmördcr Finlelder sestgenammen, der vor einiger Zeit an einem Mädchen einen Lustmord begangen hat. Der Mörder hatte sich in der Nacht in den Keller des Hauses, wo er das Mädchen ermordete, eingeschlichen. Dort wurde er bemerkt und von zwei Polizisten nach heftigem Widerstande .sestgenammen. Die Polizisten hatten große Mühe, Finkelder vor der Wut einer großen Volksmenge zu schützen. Er wurde dem Untersuchungsgefängnis zugesührt. N«,e Tageszeirvng. Donnersrag, oen r«. Juli 1814 Cine ruteressairt« Epctalioa. Im Allgemeinen Kranken- Hause in Berlin nahm am 11. d. M Primarius Dr. Bergmann an einer hysterischen Frau eine intercsiante Magenoperaiion vor. Di« Frau hott« erklärt, seit längerer Zeit Nägel und Glasscherben verschluckt zu Hoden. Die Operation ergab, daß die Patientin nicht weniger als 175 Nägel von 1 % Zoll. 39 Nägel von Ji Zoll und 16 spitze Glasscherben von verschiedener Größe hatte. Die Fra» hat die Operation gut Überslanden und befindet sich wohl. Schrckschwindel. Bei der Bremer Rcichsbankstclle hob ein unbclannier Manu auf einen Reichsbanlschcck 43 000 Marl ab. Kurz nachdem er den Kasicnraum verlosten hatte, stellte sich der Scheck als gefälscht heraus. Es handalt sich nach den bisherigen Ermittelungen um einen bei der Steichsbant ln Köln aushilfsweise tätig gewesenen jungen Mann, bei beste,, Austritt bereits das Verschwinden von Scheck Vordrucke» fcsigestellt worden war. Man liimmt an, daß sich der Mann unerlaubtcrweise in den Besitz der Vordrucke gesetzt hat. die er dann zu dem Zwecke in Barmen benutzte. Es ist bereits auch festgestellt worden, doß sich der Schwindler aus einem Schisse der Hamburg Anierila-Linie eingeschijjt hat. Ban einer Lakomotioe zermalmt. In Dinslaken wurde der Bremser Lcsing, als er einen Wagen des sich in Bewegung befindlichen Gäterzugcs besteige» wallte, von diesem überfahren und gelötet. Beim Zusanimciiluppcln eines Eüterzuges wurde auf derselben Station der Rangiermeister Meincrs, als er vom Zuge auf das Nebengleis absprang, von einer vorübcrfahren- dcn Lokomotive erfaßt und zermalmt. Folgrlischwerer Autouusall. Ein schwerer Antoinobilunsall ereignete sich aus der Chaussee zwischen Ricdcrschönhauscn und Blanlenfeldc. Ter Schneider Gärtner wollte noch Berlin fahren, als kurz hinter Blankensclde infolge Bruches eines Bolzens die Steuerung versagte. Das Auto fuhr gegen einen Baum, iiberschlug sich „ud wurde völlig zertrümmert. Die sechs Jnfasien wurden aus dem Wagen geschleudert. Rach Anlegung van Ratverbänden wurden sie nach Berlin geschafft. Schwerer Zusammenstoß. Während der Radrundfahrt durch Frankreich ereignete sich auf der Etappe Marseille-Nizza ein schwerer Unfall. Am 14. Juli gegen 2 Uhr fuhr der Belgier Marcel Luiosse mit großer Geschwindigkeit bi« abschüssige Straße nach Nizza hinab, als er plötzlich an einer Wegebiegung mit einem Motorradfahrer zusammenstieß. Beide wurden mit großer Gewalt aus den Baden geschleudert und blieben bewußtlos liegen. Buiosie hat innere Verletzungen und eine Gehirnerschütterung davangetragen. Auch der Zustand des Radfahrels, der gleichfalls innere Verletzungen erlitten hat, ist oerzweifelt. Der älteste Rcchlsanwalt. Im Alter van 103 Jahren ist in Lando» der älteste Rechtsanwalt Englands, Di. William Ear- dan hake, gestorben. Der Verstorbene war erst vor 29 Jahren von seinem Amte zurückgetreten, blieb aber bis zuletzt noch geistesfrisch und konnte, als er schon 199 Jahre alt war, ohne Brille lesen. Die iinterbrachkiic Dergnügungsreisr. Eine jähe Unier- brechnng erfuhr eine so schön begonnene Vergnügungsreise, die drei junge Leute, ein Handlungsgehilfe, ein Glasbläser und ein Mctallschleifer mit zwei jungen Mädchen, einer Kassiererin und einem Packmädchen nnternoinmen hatten, allerdings ans fremde Kosten. Die beiden Mädchen waren in einer Kölner Grobschlächterei angestellt und mußten olle Sonntag die Wocheneinnahnie aus zwei Filialen nach dem Hauptgeschäft bringe». Die drei jungen Burschen verstanden cs, die Mädchen zu überreden, das Geld lieber ihnen zu bringen, sie wollten dann zusanimen eine hübsche Vergnügungsreise nach München oder Antwerpen ilnternehmen. Gesagt — getan: Schon am darauffolgenden Sonntag brachten die beiden tüchtigen Mädchen das Geld nicht zu ihrem Chef, sondern zu ihren Liebhabern, und übergaben diesen ein schweres Paket mit Gold- und Silbergeld im Gesamtbeträge von etwa 3600 Mark. Nun fuhr umu zunächst nach Bonn, und hier schickten die Männer die beiden Mädchen in ein Hutgeschäft, damit sie sich andere Hüte kaufen könnten und nicht so leicht erkannt würden. Hierzu wurden ihnen 50 Mk. in die Hand gedrückt. Als sie nach längerem Verweilen wieder aus dem Geschäft traten, war der Schreck groß: die drei jungen Männer, denen es natürlich nur auf das Geld angekommen war, hatten sich inzwisechn gedrückt und waren nach Berlin gefahren. Die beiden Mädchen wiirden )wch am gleichen Tage ermittelt und verhaftet und wurden bereits vor einiger Zeit zu je sechs Monaten Gefängnis ve rurte ilt. — Die drei jungen Leute wurden erst nach längerer Zeit in Berlin anfgefunden und festgenommen! sie hatten in der Zeit sehr sparsam gelebt, sodaß ihnen noch 3000 Mk. wieder ib- genommen werden konnten. Die Strafkammer verurteilte sie zu Gefängnisstrafe» von sechs Monaten bis zu 1 Jahr. Beim Edelweißsuchcn abgestürzt. Beim Edelweißsuchen in per Nähe von Boeckstein stürzte ein Tourist namens Johann Manns aus 49 Meter Höhe ab. Er wurde von einer Reitungs- crpedition gerettet und in schwer verletztem Zustande nach Bad Eastein gebracht. Im letzten Augenblick gerettet. Der Paketdampfer Vir» ginie ist nachmittags im Hafen von Le Havre eingelanfcn, inden er vom englischen Dampfer „Esionian" geschleppt wurde. Die Virginia, die cine gefährliche Ucberfohrt hinter sich hatte, war am 23. Juni aus Ncw-Iork abgefahren. Bis zum 8. Juli ging die Fahrt glatt von statten. An diis-.m Tage erlitt das Schiff in der Mittagsstunde cine schwere Leck unter der Wasserlinie. Alle Versink, das Leck zu verstopfen, erwiesen sich als nutzlos, so daß das Schiff sich immer mehr mit Wasser füllte. Auch das Herablassen der wasser- dichtenSchotten konte die Situation nicht viel bessern. DoS Wasser drang in die Heizränme ein und löschte die Feuernng aus. Die Lage wurde von Stunde zu Stunde kritischer. Auch der Apparat für drahtlose Telegraphie versagte. Scksiießlich beschloß der Kapitän im Einverständnis mit seinen Offizieren, das Schiff zu räumen, da es jeden Augenblick dem Sinken nab« war. Im allerletzten Augenblick erschien der Dampfer „Esionian" der den größten Teil der Passagiere an Bord nahm und das Schiff ins Schlepptau nah,». Einyei andt. (Für Artikel unier dieser Rubrik übernimmt die Schriftleilung nur die prcßgesetzliche Verantwortung). ' Friedberg, 19. Juli. Eingesandt). Die städtischen Banbc- hörden sind, wie man hört, noch im Zweifel, wie der Platz vor dem Bahnhof ausgestottet werden soll: cs soll die Absicht bestehen, gärtnerische Anlagen daraus anzubringen. Lediglich vom Standpunkt des Schönen betrachtet, so wäre ja diese Absicht zu begrüßen, aber es bestehen praktisch- Bedenken. Erstlich werden durch Gebüsch und Bäume die dem Bahnhof gegenüberliegende» Geschäfte verdeckt und teilweise dem Betrieb entzogen und zweitens befürchten wir, daß eine Anlage bei der in Fried- bcrg bestehenden hundcverordnung nur wieder eine neue Oucllc von Protokollen und Polizeistrasen geben wird. A!on möge cs machen, wie es schon in vielen Großstädten der Fall ist, und den Platz mit buntem Klcinpslastcr versehen und zwei Kandelaber sowie zwei Bünte darauf stellen. Das mach! sich ganz gut und man kann dann den Platz bequem überqueren. Die Bünte würden, da im Bahnhof keine Sitzgelegenheit vor. Händen ist, recht gut ihren Zweck erfülle:». Frankfurter Wetterbericht. Wechselnd bewölkt, strichweise leichter Regen, keine "'cm- pcraturändcrung, westliche Winde. Verantwortlich für den politisckien Teil: Otto Hirfcbcl, Friedberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg; für den Anzeigenteil: Karl S ch m i dt, Friedberg. Druck und Verlag der «Neuen Tages- zeitung", A.-G., Friedberg i. H. WeckerlingS Räimiungsverkauf hat begonnen und machen wir unsere Leser aus die sich bietenden Vorteile bei»: Ein- kaufe aufmerksam, zumal sämtliche Echuhworen in. Preis- herabgesetzt sind. 1925 Kursbericht vom IS. Juli 1914 der Wittelhentlchen Credilhmih Aktienkapital u. Reserven AI. 79900 999 gegründet 1856. Frankfurter Börse. Diskonto Komm. Ant. 181.8/- • Dresdener Ban! Alt. 143.23 Mitt-ld. Ereditb. Alt. 113 20 Oe st. Ercdilanst. Akt. 184.50 Bochumer Gußftahl 217.25 Buderus E.-W. Akt. 103.70 99.40% 86.35 „ 76.10 „ 86.35 76.- . 97.60 .. 85.— 7145 . 4% Reichsanleihe 3V.7. . 3% „ 37t% Preuß. Gonlols 3% „ m 47- Hessen 3WA . 37» ,, 17»7o Griechen v. 1890 —. — „ 17.7» Monoool-Eriech. —.— ,, 47s% „ oilbeirentc 83.25 47- Oesterr. Goldrenie 84.80 „ 3 „ Portugiesen Serie l 03.60 „ 3 „ „ „III 66.10. 47.7« Russen o. 1905 98.40 . 47» ., . 1902 89.10 „ 47» Administr. Türken 77.80 „ 47« Türken von 1903 81.80 . Türlenlose M. — .— „ 47, Ungar. Eoldrente 79.80 „ 4 „ .. Kronenrente 77.95 „ 3h'»7»Buen..«ir.Pr.Anl. —.— 47.7» Chinesen 90.50 „ 47,7» Japaner 91.50 „ 37» Silber-Mexikaner —.— „ 47.7. M-x. Irrig. Anl. 68.50 „ Berliner Handels Ant. —. — Darmstadt. Bank „ 113.87 Deutsche Bank „ 231.25 Deutsch-Asiatisch Bank 119.50 121.75 225.90 177.25 172.25 227.37 14!.— 240.— 2Ss’.f>!) 188. - 394 — Berliner Börse. Deutsch Luxemburg Eschweiter Bergw. Gelsenlirch. Bergw. harpener Bergbau Phönix Bergbau Laurayütte Griesheim Eleliiou höchst. Farbwerke holzoerkohiuugs-2nd. Rütgerswerke Ehen» Fabr. Albert Allg. Elektr. Ges.'Akt. 23712 , Deutjch-Ucbersee E. G. 163.-30 ~ Schuck. Elektr. Ges. Alt. 138.75 ., Siemens u. halske 210.30 „ Steaua Romana 143.50 „ Zellstoff Waldhof 186.— hambg. Ami. Pakelf. 124.40 Nordd. Lloyd Oesterr. Slaatsbahn Lombarden Baltimore u. Ohio Akt. 88.50 Privatdiskont 2.32 Tendenz: behauptet. l 96.63 , 141.12 15.63 Türkenlose M. 158.25 Baltimore u. Ohio Akt. 89.12 Eanada Pacific Akt. 187.25 PrincehenriE.B. Akt. 141.— Schantung E. B. AN. 126.- Berliner Handels Ant. 146.75 Deutsche Bant Alt. 230.87 , Disk. Kommandit Ant. 180.50 , Dresdener Bank Akt. 145.12 Pet.Ini.handelsb.Akt. 172.63 Rusi.Bank s.a.hand.A. 146.50 Allg.EIek.Gesellsch.Akt. 239.12 Londoner Börse. Deutsch-Luxemb.B.Att. 123.- . Dlsch-llber>ee E.G.Akt. 162.75 EelseniirchenBgw.Alt. 178.— horpener Bergbau Akt. 171.75 , Hohenlohewerke Akt. — .— Laurayütte Akt. 141.25 Oberschlesier E. Alt. — .— Phönix Bergbau Akt. 228.— Rombacher Hütte Akk. 14725 Siemens u. Halske Akt. 210.— Privatdiskont Tendenz: behauptet. 2.12 , Atchison Topeka Doll. Southern Pacific . Chicago Rock Jsl. „ Mss.Kans.u.Tex.R. „ Union Pacific „ U.S.Etcel Common,, 101.12 98.87 1.12 14.87 159.62 62.50 Amaigamai. Copp.Doll. Ehariered Company Lstr. Eastrand Proprietory „ Eoldfields „ Rand Mine» „ De Beers Consolid. „ 71.63 0.85 1.75 2.18 001 1644 Die S. Deposllenlraste Friedberg empfiehlt sich zur _ Vermittlung aller bankmiispigen liieschäfte. An- und Verlaus von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung lausender Rechnungen und »rooifionssreier Scheck-Couti Umwechslnng von Coupons und Sorten. Annahme von offenen und verschlossenen Depot». Entgegennahme oerzinslicher Spar-Eintagen. lta«l Homburg t. <1. II f. Windsor, Hotel umi Restaurant am Kii-tarten, SctnnCaptaC t, Eck! EBuhttHJtr. Gut bürgerliches Haus. Schöne gut mSdl. Zimmer n. d. K.rgarten mit und ohne Pension. Feinsles Restaurant — Diners von 12—3 Uhr. üusgmlhlti Ipimkartt - Weinhandlirg — Seht.-# Sill oim Mklltli 10« FimiliMlaitliehkutu - »ellist« u tchnnstar Butru- ratiODSjarUn — KQnchiiBr-, Piisur- u. 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Erschüft Schnurgasse 7, an der Stadtlirche. Kehaüülmachuug Die erledigte Stelle des Stadlkastegehilfen ift am 1. Oltober l. Is. zu besetzen. Bewerber wollen ihre Meldungen unter Bcischlich von Zcugnisabschttsten und Lebenslauf und unter Angabe der Ge- haltsansprüche bis zum 27. Juli l. Is. bei mir ciniclchen. Friedberg i. H., 10. Juli 1814. Der Bürgermeister. Stahl. if begint amstag, den 18. Juli üosllicrg I. MI. Maisci , sac8B zweckentsprechende Bauweise. Ein llriegshund (Hündin) billigst zu verlausen. Bcrnh. Lenz, Friedberg-Fauerbach. Klauienstr. Achtung! Zum Waschen, Bleichen und Desinfiziere» der Wäsche nehmen Sie nur Jucozon-Bleichmittel u. Seifenpuiuet Znco! erhältlich in! Friedberg: Drogerie Gg. Engel, Kaiserstr. BadKauheim: Älbert Ltayer, Usingerstr. 11. Br»«che»,brülkcn: Franz Fritzel. Butzbach r Drogerie W. Seelatz Wwe. (Srosr-tdarben: Friedr. Taschner. Bahnstr. 25. Ilbenstadt: PH. Guimami. Kendel : Hch. Kirchner. Bekanntmachung. Der diesjährige Msfelder Pferde- u. Fohlenmarkt in Verbindung mik , Prämienmarkt findet am Montag, den 27. Juli 1814 statt und wird von dem Landwtrtschaslskammer-Ausschutz, dein Landespscrdezuchtoercin und der Stadt Alsfeld gemeinsam veranstaltet. An Prämien kommen insgesamt ca. 2200 Mark zur Verteilung, davon ca. 1400 Mark für Pferde und ca. 800 Mark für Bullen, Kühe, Schweine, Ziegen. Beginn des Markte»: 7,8 Uhr vormittags. Beginn der Prämiierung: 7,9 Uhr vormittags. Anmeldung von Stuten und Fohlen haben unter Angabe von Raffe, Abstammung, Atter, Geschlecht und Farbe bis s p ä t e st e n s 19. I u l i bei dem Land» wirtschastskammer-Ausjchutz in Cictzen zu erfolgen. In Verbindung mit dem Pserdemarkt findet ein Ziegenmartt statt. Mit dem Markte ist eine Verlosung von Fohlen, Zuchttieren, Maschinen und landw. Geräten etc. verbunden Der Losevertricb tiegt in den Händen der Lotterie-Agentur Georg Kurtz jr. in Alsseld. Alsseld, den 1. Juli 1914. Erogherzogliche Bürgermeisterei Alsseld. D r. Bölsing. _ Kohlenkassenpreise gleichzeitig Baroerkaufspreise einfchl. Verwaltungskosten und Wieggeld. Sommerpreis frei Keller in Quantitäten über 20 Zentner: Nutzkohlcn I! von besten Syndikatszechen per Ztr. Jl 1,24 Stückkohlen von Zeche Schürbank „ „ „ 1,35 Attthrazitkohkerr II „ „ „ 1,80 do. Zeche Langenbrahm ,, „ „ 1,90 Zechenkoks 20/40 mm von besten Syndikatszechen per Ztr. Jl 1,38 do. 40/60 mm von besten Syndikatszechen per Ztr. Jl 1,60 do. 30/50 u. 60/90 mm v. besten Syndikatszechen per Ztr. Jl 1,50 Union-Briketts über 10 Zentner „ „ 0,90 Ab jazer abgebsli l!riik» sich obigt Crrilc 10 plg. prr Irulnrr billiger. In Quantitäten unter 20 Ztr. per Ztr. 10 Pfg. mehr. l^jellsAstskaise Gustav Schwarz und Söhne E. m. b. H. ‘ KSXBC'Z*-' "-77. WB— Beilage zur „Neuen Tageszeitung". Z-r. 1 r Donnerstag, den 1t». Juli 1014. 7. Jahrgang Grdrnlitage. ! l>7, I,-,. Cjl,r. SIimriiQtbt. ^forrfr, Voll, gcb — 1809 Qc- i.etrtf V. Voiglö-Ilieitz gcb. — 1866 Einzug Vogel v. Falken- stein i» Frauksiirt o. M. Äno der Heimat. * SticSbctq. 16. Juli Die (Ernte nabt Durch die heilen Tage der letzten Zeit ist die Fruck.t rasch hcrangereist Die Win tergernste ist schon geschnitten und mit dem Kornschnitt wird in einigen Tagen begonnen werden. Die schwere» Wetter haben vielerorts starken Schade» angerichtet * Bad-Nauheim. 16. Juli. Morgen nachmittag von 4K—6 '.Hu und abends von 8—16 llhr ist aus der Terrasse Konzert der uKrlapelle. Abends 8 llhr im Kurhaussaale Theater) ..Der lachende Ehemann", Opeiette in 3 Alten von Edmund Euslcr. * Berstadt, 16. Juli. Bei der vorgestrigen Biirgermeister- ).>ahl wurde der seitherige Bürgermeister Wols zum vierten- nale wiedergewahlt und zwar mit 113 Stimme». Sein Gegen tandidat, Beigeordneter So», blieb mit 93 Stimmen in der Minderheit. * Aus dem Hortosjlal, 16. Juli. Am vorige» Samstag Hbcrslog das erste Luftschiss. die ..Viktoria Luise", unsere Gegend und zwar in nicht beträchtlicher hohe, von Bad Nauheim kommend über Miü»zenberg, Obdornhosen. Utphe. Unter- und Ober Widdersheim, Vorsdors, Bad salzbauscn. von da nieder heimlehrend. Eros, war die Freude eines jeden, der )s aus nächste: Nähe besehen konnte. * Nindvieh-Stallschaucn im Bezirk Butzbach-Münzenberg. Die aus Eirund des Schauplanes für die Provinz Oberhessen in diesem Jahre sättige Rindvieh Stallschau für den Bezirk Bi tzbach-Münzenberg wurde am 9. Juli abgehalten Die Durchsührung derselben ersolgte nach folgendem Punktierver- suhrrn. Beschassenheit, Naumverteilung und Durchlüftung des Statte» 16 Punkte. Fiillerungsvoriichtungen 5, Punkte, Dünger- behandlung 6 Punkte, Einheitlichkeit der Zuchtrichtung und Gute des Zuchtmatcrials 23 Punkte, Eesundheits und Ernährungszustand der Tiere 13 Punkte. Haut- und Stallpflege der Tiere 16 Punkte. Pflege und Ausstellung des Jungviehes 26 Punkte, Ecsamteindrurk 16 Punkte. Summa 166 Puntke. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis) Gruppe») Biehbefttzer Mil 16-26 Stärk Vieh. Friedrich Fenchel. Griedel 81.3 P. 2a. Preis 36 Ml, Hrch. Konr. Mohr. Tambach 81 P. 2 b. Pr. 36 M. Konr. Müller 2.. Tambach 79.3 P. 2 c. Pr. 36 Mk., Karl Kaiser. Trais Münzcnberg 77 P. 3a. Pr. 26 Mk.. Konrad Müller Kirch Göns 73 P. 3 b. Pr. 26 Mk.. Bürgermeister Fenchel. Griedel 63,3 Pr Ancrk 16 Mk.. Wilh. Schepp. Kirch-Eäns 63 P Anerk. 16 Mark. — Gruppe 3) Viehbcsitzer mit 3—9 Stück Vieh Hrch. Jak. Trieb. Gambach 89 P. 1. Pr. 36 MI., Heinr. Voller 2.. Münzcnberg 83,3 P 2 a. Pr. 26 Mk.. Herrn. Hthel 8., Münzenberg 83 P. 2 b. Pr. 26 Mk.. Karl Karl. Münzenberg 85 P 2 c. Preis 26 Mk., Johs. Hrch. Mohr. Gambach 81 P. 2d. Vr 26 Mk.. Konr Voll er. Gambach 77,3 P. 3 a. Pr. 16 Mk , ionr. Dich! 1.. Münzcnberg 73.3 P 3 b. Pr. 16 Mk.. Heinrich Leipp, Trais Münzenberg 69.3 P. 3 c. Pr. 16 Mk.. Gebrüder '.'.kalter. Trais Münzenberg 69.3 P. 3d. Pr. 16 Mk.. Ferdinand lag. Trais Münzenberg 68 P. 3e. Pr. 16 MI.. Karl Linde- i.leier, Trais Münzenberg 67 P. 3f. Pr. 16 Mk.. Jak. Tröster. Griedel 63,3 P. Ancrk. 3 MI.. Hrch. Neuhl. Gambach 65,3 P Anerk. 3 MI., Fr. Konr. Stratzheim. Griedel 62.3 P. Anerk. 5 '.'lk — Gruppe 1) Viehbcsitzer mit 1-4 Stück Bich. Heinrich Schmidt 1., Gambach 82 P. l. Pr 26 Mk. Ludwig Kulimann Ww.. Münzenberg 79 P. 2. Pr. 13 Mk.. Wilh. «ullmann. Mün zenbcrg 72.3 P. 3. Pr. 16 Mark. * Gietzen, 15. Juli. Der Eva». Arbeiterverein Giessen hielt am letzten Sonntag bei guter Beteiligung auf der Licbigshöh« fei» diesjährige» Earlenfeft ad. da, in bester Weise verlies. Biährend der kleine Saal für den Eifenbahnverein granken- berg. der einen Ausflug nach hier unternommen hatte, refer- viert war. enlwieckltc sich im grasten Saal, sowie im Garten e» buntes Treiben. Besonders die Jugend kam auf ihre Rechnung. Auster den Ausführungen des Kindcrchors. der sehr zahl reich vertreten war und unter Leitung von Musiklehrer Ger» bardt wieder Lobenswerte» bot. war den Knaben durch Preis- kleiter», den Mädchen durch Eicrlaufen Gelegenheit geboten, »hie Fertigkeiten zu zeigen, um auster den allgemein verteilten Bretzeln und Fähnchen eine besondere Belohnung cinzustecken. Im übrigen trugen die musikalischen Darbietungen, sowie die Gesangsvvrträge des Gemischten Chors des Vereins wesentlich zur Verschönerung de» Nachmittags bei. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde die Feststimmung durch die ausgeführte Lain plonpolonaise angenehm erhöht. * Franksurt a. MI, 16. Juli. Der Zusammenbruch des Bankhauses Plaut, Hcst u. Co. hatte auch den Privatkonkurs d»s Bankiers Hest zur Folge. Aus dieser Konkursmasse wnrden jetzt 6.983 Prozent für die Gläubiger ausgcschüttct. Der Kon kurs ist »och nicht beendet. Was »>ag da noch herauskommc»? * Frankfurt a. MI, 16. Juli. Die Bordellitthaberin Berta Bohnert wurde von der Strafkammer zu 266 Mark Geldstrafe verurteilt, weil sic ln ihren „Salons" Bücher mit unzüchtigen Bilder» ziim Besehe» auflicgen hatte. Der Staatsanwalt hatte 566 MIark Geldstrafe beantragt. Zur Begründung des Urteils führte das Gericht u. a. aus, dast sich die Bilder a» einem Ort befunden hatten, der dem Publikum allgemein zugänglich war. Nach den Aussagen der Frau wurde in da» Haus nur solches „Publikum" cingclasic», da» dem Ansehen nach über eine „Mündestausgabe" von 16 Miark verfugte. * Frankfurt a. Ml, 16. Juli. Unter der Unterführung der Tasfeler Bahn an der Frankciiallee sticsten zwei übermästig schncllsahrcnde Automobile gegeneinander. Dabei wurde der Milchbursche Aloy» Sorg, der sich in der Unterführung befand, von einem Kraftwagen erfastt und unter da» andere geschleudert. Dem Bursche» wurde der linke Oberschenkel völlig ab- geguetscht und der linke Arm abgerissen, austerdem trug er schwere innere Verletzungen davon. Sorg kam In hoffnungslosem Zustande in da» städtische Krankenhau». * Frankfurt a. MI., 16. Jult. Ein hiesige» Morgenblatk brachte am Samstag ein« Notiz über einen von einer jungen Modistin angeblich ausgeführte» Schuhdiebstahl und knüpfte daran einige Vermutungen. Dies« Mkitteilung, in verschiedene» Teilen falsch, versetzte da» Mädchen, da» zudem noch namentlich genannt war, in eine solche Aufregung, dast e« noch am gleichen Tage den Tod im 'Main suchte. Aus einem hinter- lassenen Zettel gibt die 'Modistin dle Zeitungsnotiz als Ursache ihres Todes an. Die Leiche wurde bei Erleshelm au» dem Main gelündel. * Frankfurt a. MI, 16. Juli. Um leicht aus dem Strafge- fängnis Preungesheim entweichen zu können, schmierte der Gefangene Paul Blume seinen blaue» Anzug gründlich mit Mennige ein und verliest dann unbeanstandet als „roter" Mann das Gefängnis. Es war dies aber nur möglich, weil Blume m't Austenarbeiten beschüjtigt wurde. Blume hat in Frank feiner nicht Habbast werden. ' Franksurt M, 15. Juli. Ans dem Hauptbahnhos fand man gestern Mittag ein mächtiges Aktenl'ündcl mit Miiiidelpapieren. Sparkassenbüchern und Wertpapiere». Wie d>iS Bündel an den etlva» ungewöhnlichen Ort kam, kvmile noch nnlit aufgeklärt werden. Von verschiedenen Seiten wird angenommen. dast ein Richter, der gestern in die Ferien reiste, sich be, Regentagen die graue Langeweile der Sommerfrische durch das Studium dieser Akten Pertreiben wollte, diese aber schon auf dem Wege nach der Bah» verlor e. * Frankfurt a. M, 15. Jul,. In der Person de» 25 ^abre alten schon oft vorbestraften Schlossers Karl Kuba, verhaftete die Polizei einen Einbrecher, der seit Jahre s-ist m zahlreichen Villen mit reick»-,u Erfolge Einbrüche verübte "" * ln Arsche de» Einbrecher» fanden sich »och viele gestohl- ene Gegenstände vor. 'Frankfurt a. M., 15. Juli. Eine sehr slarkbesnchle Glaub,gerversammlung de» Abzahlungsgeschäfte» von M Fuch» beschlost heule einen Konkurs vermeiden. E» wurde e„r Ausschust gewählt, der binnen l l ragen sich über die gesanite geschäftliche Lage der Finna unterrichten und dann einer ztveiten Gläiibigerversamlung Bericht erstatten soll Die Hobe der Verbindlichkeiten lvird ans mehr al» 4 Millionen Mark geskltzitzt. Die Schuldner de» Gesckiäste» sind in der Hanptsackze naturgemäst kleine Leute, die sich Ware» ans Abzahlung kauften und sich verpflichieten, monatliche Abtrag, iingen in Hohe bau 2,50-10 Mk. zu machen. Die Firma stellt in dem Ruf eine» gegen diese Schuldner, die nach tan- senden zählen, sehr sozial denkenden Geschäfte» fein. Heffkn-Nassau. ' Bad Homburg v. d. H, 15. Juli. Die Stadlverord- „etenversammlung beschlost in nichtöfsentlicher Sihu,,,, sür die künstlerische Ausgestaltung de» Elisabcthenbrunne»» in Form eine» griech,sck)e,i Altar» unter den denlschen Künstlern ein Preisausschreiben zu erlassen. — Ans der Saalbnrg schlug heute der Blitz in einen Wagen der elektrisckn-n Bahn und zerstörte ihn. Die Fahrgäste kamen mit dem Sckreckea davon. Oberursel, 15. Juli, Zwijckien italienisclien und deutschen Arbeitern kam e« hier zu wüsten Schlägereien, bei de- »eil Messer und Revolver die Hauptrolle spielten und »er- schiedene Personen verletzt wurden. Die Ha„pträdel«sül,rer kamen in Haft. — Der Gärtner Ehr. Hock feiert am So,i»- tag mit seiner Frau da» goldene Hock»zeit»sest. * «riesheim °. M, l». Jult. Ans der Mainzer Lunbstraste wucd« ei» kleine» Mädchen von einem Automobil überfahre» und schwerverletzt. ' Ervnbrrg, l5. Juli. Au» dein naheii Kronthxl dient augenblicklich der siebente Sohn be» Brnniienmeister» Paul Schneiber beim Militär. 1897 trat ber älteste Sohn '5al- bef„i beim 3. Fustaktillerie-Reginieiit ein. 1898 ber zweite Sohn Fritz in ha» Jnf.-Reg. Nr. 166, 1902 der dritte Sohn Karl i» da» Jnf.-Reg. Nr. >77. 1906 der vierte Sohn Edu- ard in da» Jnf.-Reg. Nr. 171, 1907 der fünfte Sohn Adolf in da» Jnf.-Reg. Nr. 116, 1910 der jcäjftc Sohn Paul m das Jnf.-Reg. 88 »nd jetzt trat der jüngste siebente Sohn Heinrich ebenfall» i» da» 88. Jnf.-Reg. ei». Der Vater die- ser siebe» Soldaten hat selbst de» König» Rock getragen »ab 1870—71 de» Feldzug gegen Frankreich iiiitgeiiiacht. Erna nnd Ille Roman van D. Fenstncr. i lFöclletznng). „DaS ist denn noch z» machen, "erwiderte die Miitler beruhigend, ,,c» ist ja alle» in bester Orduniig. — Geh' auch d» jetzt!" fetzte sie hiiiz», "und denke an deine eigeiien Interessen, ich werde, fall» noch etwa» abziiändern oder zu rrgäiizen wäre, es allein besorgen." Auf die Aussordernng der Mutter hi», verliest da» bildhiibfche Mädchen, mit dein goldblondeil Haar und den sanfte» blaue» Aiigc» den Speisesaal, »in sich ans ihr Zim- mer zu begeben. „Ich bin doch neiigierig ans die beide» unbekannten, jungen Herren, die du dir cingeladcn hast." sagte Fra» Lange zu ihrem eben eintretcnden Manne." „Du bist mir wobt böse, Frauchen, dast ich mir nicht zuvor deine Einwilligung geholt habe?" fragte lächelnd der Kanfinan». „I bewahre, e» ist doch dein Geburtstag, den wir heute abend z» feiern gedenken, d» warft also vollständig berechtigt, die Wahl deiner Gäste allein z» treffen, wenn mir and)--" Sie stockte. „Was ist dir? Hegsi du irgend welche Bedenken?" „Da» nicht, aber mir scheint docli. als wärst in- ei» ine- ni'g voreilig daiiiit gewesen, Herren, die du zum erstenmal sahst, so ohne weiteres in unsere sriedl,ck>e Familie einzn- siihreii." „E» sind anständige junge Leute Rostarzteleven. die im letzten Semester stehen." „Das ist für niich noch laiige keine Bürgschaft, sie dar- c»f hin als inoratisch hochstehend — wie d» schon einmal zu mir sagtest — anzusehen." „Die Eigenart de» einen weckte in mir den Wiiiisch. den fmtgen Mann näher kennen zu lernen". Ad« Fra» Lange aab sich noch immer nicht zufriedm. sorzder» erwiderte: „Wariim bestelltest d» ihn nicht in ein anständiges Restaurant? Bei einem Glase Bier lernt lbr Männer euch doch am besten und schnellsten kennen." „Ei, was d» sagst, dii kluge» Fraiichen", verteidigte sich der Mann, „er würde meine diesbezügliche Bitte, wenn auch noch so höflich vorgebracht, hoch ebenso höflich abgewiesen habe», bei» gerade seine Ansicht über bas Trinken ist eben sclir sonderbar. Er trinkt wenig ober gar nicht, aber ich denke hier i» unserem trauten Familienkreise wirb er bald inkoiiseqnent werden, der Wein wird ihn schon kirre mach in, deiin bisher habe ich noch keinen Mann kennen gelernt, der diesem Geiste lviderstanden hätte — du sollst sehen." setzte er noch Hinz», „wir erleben heut abend einige angenehmc Stun- dcn." „Niin, wie sckzon gesagt, ich bin wirklich neiigierig," ent- gegnete die vorsichtige Fran. Soebei, kam Hedwig wie eine liebreizende Fee zur Türe herein. In ihrem blonden Haare trug sie eine kaum erblühte Rose, ein Symbol ihrer eigenen Schönheit.Die zierlich ge- formte» Füsie steckten in feinen Lackschuhen, den zarten Körper ninschlosi ein blauseideiie» Kleid, Arme soivobl, wie aiich Schiiltern und Nacken züchtig verhüllend. Wohlgefällig »nd mit berechtigtem Stolze betrachteten die Eltern ihre Erstgeborene, die in wenigen Wockien ihren ztvanzigsleii Geburtstag feierte. „Erna ist ja »ock> nicht da," sagte sie z» der Mutter. ..Ick) weis, auch nicht wo sie so lange bleibt," erwiderte diese. — „Wann wollten denn deine neuen Gäste komme»?" wandte sie sich an ihren Mann. „Piliikt sieben llhr werden sie hier fein." „Und wie spät ist e» jetzt?" „Es fehlen noch drei Miniiten bi» zur angegebeneii Zeit." Jetzt flingeltc e». „Bleibe hier, Edwine", sagte der Kaiifiiianii z» seiner Frau, als sich diese anschickte hinan» z» eile», um zu öffnen, „ich werde die Herren selbst enipsangen, de,in biete tön»- e» nur sein, wen» e» Erna nicht ist." lind wirklich sic waren es. Sie siiid pünktlich", sagte Laiige zu Roberich. als ifnn dieser die Hand brückte und seine Glückwünsche anssprach. „Ein Mann, ein Wort. Herr Lange." „Nehnien Sie auch meine Glückwünsckie z» Ihrem Wiegenfeste entgegen," sagte Karl in sehr verbindlickiem Tone. Al» die Herren abgelegt hatten, gingen all drei in da» Cmpfaiigsziinnier, wo noch keine anderen G>iste anwesend waren. Mit ber Entschiilbigung, seine Fra» und Tochter zu bo- len, entfernte sich der Ka»si»a»n »nd nufere beide» Freunde waren für kurze Zeit allein. „Die gediegenen Räumlichkeiten legen beredte» Zeugnis davon ab, baß eine kunstsinnige Hand barinnc» waltet." sagte Karl ». liest einen flüchtigen Blick durch da» Zinnner gleiten „Aber auch von der Wohlhabenheit des Besitzer»," ent- gegnete Roberich, dem e» nickst entgangen Ivar, dast sich unter den Möbeln wirklich kostbare Stöcke besanben, ebenso ive.r der, de» ganzen Fnstboden bedeckende echte Sinyrnateppich ei» Meistersklick seiner Gattung. I» diesem Augenblick ging die Tür aus »nd der Kanf- tnaim mit Frau »nd Tochter — letztele in strahlender Schönheit — traten über die Sckstvelle. Die Dorstellimg verlief sehr förmlich, den» Mutter und Tochter benäh,neu sich den fremden Herren gegenüber etwa» reserviert und zogen sich, ohne da» Gebot der Höflichkeit zu verletzen, sofort wieder zurück. „Nun kenne» Sie sckioii meine ganze Familie, bi» aus meine jüngste Tochter, welck>e jeden Augenblick von einem Ausgang zurückkehre» must," sagte Lange. Dann holte er eine Flasche Wein n»d Zigarre», »»> diese, den meisten Männern so beliebten Geniistmittel seinen neue» Gästen vor- znsetzen. (Fortsetzung folgt). Nr. 168 Neue Tageszeitung. Sen 1 >. Juli 1914« Seile ~l Der große Saison-flusveri W tm Schuhhaus Ehrlich V: , D ^ | “"FR!S t-'- i v ;v: “1 m m en gros Ehrlich Wir bieten Jlinen diesmal ausser- gewöhnliches! Ehrlich Jedes Paar ist iür Sie eine seltene Gelegenheit! Mit ganz enormen Preisermäßigungen bieten wir an Billigkeit das Höchstmöglichste um mit unseren riesigen Lagerbeständen S. radikal zu räumen. 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Ah W & <—* C . - g “ghT n -2" ü ^ = f a ö§S «‘=B«‘f£ 2 a 8 g g £ I £ ~ " I «S * e*S £ | ff| a -t§ 3.8 «'S 2 «“ -"- .ab 3.5 o.— 3 *;?sG' 3 ° 3 Q .5 *°-a,»/ä -O CD 3 upo 3 >_> X3-JC iIQ -*£- tu .£2 »> —- j* v» W o ®’** hO H •'l B e t* *c''ts ÄS-CV» a n « o w «itlCÄ , 3»» «i «-» er >-» 3 r- -r er .: er ^ZUD-V^^xv 3 C3 Ö «Ä— g Bi öi: Ss fiiis^ o ^5 O e* 3 o> “?gg«°CÄ ■§-£ g n s g c £ 3 c£ = w eS^t-3 § jS* : c'S'“' c ' ^s: "?cw?.2 _ L kC I He.. « 3 :a a3-:a jsCr o'rs 3 5 2 itl \c?w»a %Da'e'B'£2 : aecw^B'Eaa St®*! 3 2 73 ja ft* CAuaBop^c^a »Sie; o n c « 2 ~ “2 ■£ " °*SS|2. o(§ .«SG .ZKg-»H§Ä| » u Ks -£« S «- g £ y~~f AM V VM M rt ^ w .w £T Ak S--» o — S £-2 w — ’s ch ° £ - kCi 'a e jj. oaw"a u " 5 ~ v-. « ö p- :c* Pb c 3 «• s ^“idkg.g^cSiSBS^g 3 «4» A .iSA--' kA . fll’? (4 » ta st ~fc-«in « ^Ltr-s “S 1 — “TS c (y e e £=*=* 5 3 ° |f© £.-2| 3 w-Sc - o - n f C^n° e fi K g2:o c'S § 3 2SS“ c a -g^i i; -g € .Ist^egwf! aa ___ “,= Ä kC cd a !p"£i o £- — •= •& c: ®x?z 1-1«*.*!«» tu trr <«v — *— *- *-* :— -cd ,_ Ss^^s^KalEf jo '° 40 .4L e'S-ü-*" 3 J3» K.s E 8*s c 2Z.--La'SÄ■&'° g€ « fl - S « «« £ « %• I^g „ i'S'gÄÄÄ-S «-.£ - a © g S c« « eiS _ I * ; — cd »-» M r-: P P «•-* jo'g-a “jo , ö 2 c S B gU) : S« B-CfS £=«£ §^i .. gM g .«HtjocA.on'i H = „ 3 lf q j0 £;2.5£ ! £ c-c _*« „ (s; £ ä. g .c ^>6-° ü- .»e'IS-tt. s 3^|Ä“§VB « e S 2•- . Sgfig-Ssäes?- M® S 1 - *A?iifs a * 8 5 i' « »—- ö ° O *> wV* 3«-* _e-.—-w- J5c§Q 9 8 LL Z 3>0 slcSEal eg o e »m. e w «> - PÄ " 'g w - = S 5? -^ dgfl'?5 3cO- S =— - - St'S w#^S e «s: C R e. Ö^Pe-C-? .S?“ ^ÄCCC ---303 W> -'S- ° 5^vcr C £ *Sj3 c otre o ^ ^ c p ■ ■-r uS.EB «U2 e »§3B5«2 S-€"''- ° fi-X-»'? . .. " C JO (^3. kff ® «“ JiS = c dar K ^ g »«;L | »jo ca 033 m o 3 ® 3w § kffkO >3- 3 ,;2 Ä §^> £ M.L |°3 M B a Leg 3^ L 2 S » r :sa läÜl&Jlslii^ifs i L S ____- 3 t 8 “ §« 3 " c^b g'c j «O 5vJ'6' f 2jo Ä L 3MZT-LZ8 § 1 3 h_l W AJ ^4 -w «-* 3 u <-> H ~ H ^ 'ZZ TZ+Z *-»P tim B o O t: ^ ^ >** ift O ^ irh JJ rf\ *_> C vO n ft» y «C C ft» C O ft> rr\ G »— . .■> eöiOÖlDiLwTltlÄ ö Bä foftAfPws ft*kO«o«jor! t^*) .ä \p '3'«-«’zr — o "” S S ^>3 jO : “ Ic^Z3« «•2 ! 3 L “ " 2 o “ LKZ°^- 5^ aio « e ‘e ö ;,-t± 3 CT..CD p ,Q 3 § qjIO »3 ö 2 S ^ 3 3 3 ®§^.E. w . _ “—3 ■— r* 73.-A-. o <7, v_. ä3 :c j in o^, »-» s - e *s-sSlgsllltllffP F TZ. JZ & >!?& ' .sr s-tvL^-k. a^. cto c »--- c o . £ « jo w tzco. 3 0 0 2.S .‘C - L“ts“ V 05 «•« 3 •3 cä’ae S i £-S 3 °>‘C ’“'5'C>c'£joS-2jo o ^-'2 Z§c ° 0(0 akS“ = - 9 S S ‘3 h--g c “~ : S ~ o — c S- a e n ^ 3 c c*? ä o »2 3 ® o — .SS? ° .UüZZL ZN 3 -C-p, “3 C3ß ~ ■=.? . £ gg Ö .. -— m oi = — w J<& LJ c » : ° a Be« J=. 2'S - ^Ja-SissJJS’e r» •= ^ _ U) a ca r3 o m o_j>a cS^K -“o. iS«« O ° _ _ _ vP' 3 .2 e o s^T 2 g .2J :t ~f3 P -Q ft*2^ 2 Ä^’*' *-* :G^ ^ 3 G^O 0« c;~ ^ »“ t» w 3 ^ 05 p n o 3 pg ^ ’tf r 3 o 3^ s ss 3 ä0-ö Sö «•- w D ... — 3 1» e it b 3 />v-< ft» «? 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AA C-S-S^t' »iics oinössatiiüssiüoeso I Z I 2. Enthäl: folches Futter oft in großer Wienge Pilze, die bei der Verfütterung ungünstig in vielen Fällen sehr schädlich auf die Tiere einwirken. 3. Hastet solchem Futter, namentlich überschwemm lem, nicht selten Sand und Schlamm an. Tiere, denen solches Futter gereicht wird, befinden sich weistens in einem schlechten Ernährungszustand, weil es zu wenig Nährstoffe enthält, die jungen Tiere wachsen langsam, die Kühe geben wenig Milch, der Ansatz von Fleisch läßt zu wünschen übrig, die Arbeitstiere sind nicht leistungsfähig, das Blut nimmt eine wässerige Beschaffenheit an, die Widerstandsfähigkeit gegen äußere schädliche Einflüsse vermindert sich. Weil die Nahrung unschmachaft ist, nehmen die Tiere nicht viel davon auf, das schlechte Futter wird auch schlecht ausgenutzt, es treten Verdauungsstörungen ein, weil es zu reich an Rohfaser ist und die Verdauung anregenden Stoffe nicht mehr enthält. Wenig versandetes Futter bringt teine nachteiligen Folgen, der Sand wird, ohne zu schaden, mit den Kot wieder ausgeschieden. Dagegen kann stark sandhaltiges Futter auf die Gesundheit sehr ungünstig wirken, wenn es längere Zeit verabreicht wird. Der Sand häuft sich im Magen und in den Gedärmen, namentlich im Did darm der Pferde an, er hindert die Weiterführung des aufgenommenen Futters dadurch, daß er sich mit demjelben zusammenballt, dies führt zu Verstopfungen der Gedärme, welche die Sandkolik veranlassen. Hastet dem Futter sehr feiner Sand an, so tann er sich auf den Schleimhäuten der Verdauungswerkzeuge jestsetzen; dadurch wird die Absonderung von Verdauungsfästen und die Aufsaugung der verdauten Nährstoffe gehemmt, was zu Ernährungsstörungen führt. Die im Futter enthaltenen Pilze vermehren sich, namentlich wenn dasselbe feucht ist, sehr, dadurch wird es noch schlechter und ruft sehr verschiedene Krankheiten hervor. Aber noch andere Schädigungen der Gesundheit Der Tiere können bei Verabreichung vorstehend beschriebenen Futters entstehen. Wenn man dasselbe in hohen Raufen gibt, so zeigen sich bald veranlaßt durch den herabfallenden Sand- oder anderen Staub, Augenentzündungen; wird der Staub eingeatmet, so fann sich Kehlkopf, Luftröhren- und Bronchtal- Katarrh entwideln, verbunden mit Husten und Schweratmigkeit. Bei Lämmern hat man Lungen- und Brustsellentzündungen wahrgenommen. Auch Verdauungsstörungen mit nachfolgenden Magen und Darmentzündungen und sehr heftigen Durchfällen hat man bei Pferden und Rindern, manchmal mit tödlichem Ausgang beobachtet. Wenn die Tiere längere Zeit fast ausschließlich auf solches Futter angewiesen sind, so schwindet bei ihnen der Appetit, sie tauen wenig oder gar nicht wieder, setzen nur geringe Menge Rot ab, haben blasse Schleimhäute und sind sehr schwach. Nach etwa anderthalb Wochen tritt bei schnellem Verfall der Kräfte bei derart erkrankten Tieren der Tod ein. Bei Schafen hat man Brust und Herzbeutelwassersucht beobachtet. Bei allen trächtigen Haustieren, welche solches Futter verzehren, wurde nicht selten Verwerfen beobachtet. Vereinzelt hat man auch Nierenleiden und wahrschein lich von Fäulniserregern ausgehende Vergiftungen wahrgenommen. Wenn auch die Viehpreise gesunken sind, so soll der Landwirt doch sehr darauf sehen, daß von seinem Viehkapital möglichst wenig verloren geht, daß es viel mehr immer zunimmt. Mit schlechtem Futter fann man veranlassen, daß die Tiere in ihren Nutzungen zurüdgehen, daß sie fiant werden und zugrunde gehen. Der aufmerksame langjährige Beobachter fann wahrnehmen, daß diejenigen Landwirte, welche ihr Vieh gut füttern und pflegen u. in zwedmäßig eingerichteten Stallungen halten, vorwärts fommen, sie halten auch sonst Ordnung in ihren Betrieben. Das Vermögen derjenigen Land: wirte aber, die sich nicht gerne im Biehstalle beschäftige: bzw. nicht oft in demselben nachsehen, nimmt nur lang sam zu oder geht zurück. Da wo das Heu, bzw. das Dürrfutter in diesem Jahre der Hauptsache nach niat gut eingebracht worden ist, sollte bei der Verwendung desselben sehr vorsichtig verfahren werden, wenn Schaden vermieden werden will. Das Aufblähen der Rinder. - Werden Rinder mit jungem frischen Klee gefüttert oder erhalten sie zu große Mengen anderes, im Magen start gärende Futter, dann entwickeln sich häufig sehr große Gasmengen in den beiden ersten Magenabteilungen. Zunächst werden die Gase noch durch den Schlund entleert, mit zunehmender Ausdehnung verliert der Wanst jedoch seine Fähigkeit, sich zusammen zu ziehen und es sammeln sich nun die sich fortdauernd entwickelnden Gase in gefahrdrohender Weise an. Wird dem Tiere nun nicht bald Hilfe gebracht, dann erfolgt der Tod innerhalb ½- ½ Stunde und zwar infolge Behinderung der Atmung oder durch Berstung des Wanstes. Die Behandlung verfolgt den 3wed, so schnell als möglich die angesammelten Gase zu entleeren oder zu binden. Zwecks Absorbierung der Gase empfiehlt sich die Verabreichung von 30 Gramm reiner Pottasche in 1 Liter Wasser aufgelöst. Sollen die Gase durch den Schlund entleert werden, dann zäume man das aufgeblähte Tier mit einem Strohband auf, welches man vorher mit Seifenschaum oder Teer bestrichen hat. 3u gleicher Zeit versucht man durch ständigen Druck mit gefreuzten flachen Händen in der Hungergrube Bewegung des Wanstes hervorzurufen. Lassen diese Mittel innerhalb 10 Minuten keine Wirkung erkennen, dann stellt man den Patienten mit dem hinteren Teile tief und führt vorsichtig die Schlundröhre durch den Schlund in den Magen hinab, wobei zu beachten ist, daß das eingeführte Ende der Röhre nicht in den Speisebrei gerät, weil es sich dann verstopft und somit seine Wirkung verfehlt. Um dieses zu verhüten, wurde bereits vorgeschrieben, das Tier in der Hinterhand tief zu stellen, damit sich der Inhalt des Wanstes in den hinteren Partien desselben ansammelt. Steht dahingegen der Patient horizontal, dann gelangt das Schlunds rohr nicht in die Gasmenge. Sind die Tiere bereits derart aufgebläht, daß sie nur schwer atmen oder auch wohl niederfallen, dann ist das Schlundrohr nicht mehr am Plaze, vielmehr ist in solchen Fällen so schnell als nur tunlich der Wanststich auszuführen, wozu man einen zweischneidigen Trokar benützt. Der Einstich mit demselben macht selbst dem Laien keine Schwierigkeit und dem Tiere wird in furzer Zeit durch das Ausströmen des Gases große Erleichterung verschafft. Der Wanststich muß stets auf der linken Seite des Tieres ausge= führt werden, rechtsseitig ausgeführt, würde man die Darmscheibe treffen, wodurch der Tod des Tieres unfehlbar herbeigeführt wird. Der Trofar wird an der Stebe angesetzt, an welcher sich der Wanst am stärksten hervorwölbt, zwischen der letzten falschen Rippe, dem Hüftknochen und den Querfortsätzen der Lendenwirbel. Verfügt man über keinen Trofar, der übrigens in feinem Betriebe fehlen sollte, dann benützt man ein Messer, welches im Griffe feststeht. In nicht seltenen Fällen ist es notwendig, mit der Hand noch einen Teil der gärenden Massen heraus zu befördern, um so eine weitere, gefährliche Gasentwidlung zu verhüten, doch soll dann stets ein Tierarzt geholt werden, da diese Manipulation nicht ungefährlich ist, und nur von fac fundiger Hand vorschriftsmäßig ausgeführt werden kann. - 110- Cie duroy den Trokar beigebrachte feine Wunde bedarf| fommt es auch vor, daß das erhoffte Blattauge doch Ber einer Abwaschung mit Kreolin feiner weiteren andlung. Dahingegen ist es notwendig, die Tiere sige Tage diät zu füttern. Zur Verhütung von Aufb.ähung empfiehlt es sich, schleimige Tränken zu verabreichen oder die Tiere halb satt zu füttern und zwar mit anderen Futtermitteln, bevor sie auf die Weide oder die Kleestoppel getrieben werden. Das Pinzieren der Formobstbäume. Bei den Formobstbäumen, wie Palmetten, Pyramiden, Cordens usw., fommt es darauf an, daß ihre Leittriebe reichlich mit Fruchtholz und Fruchtaugen besetzt sind, da diese Baumformen gute und schöne Früchte in reicher Anzahl tragen sollen. Um nun einen reichen Fruchtholzbesatz zu haben, muß man einen entsprechenden Sommer- und Winterschnitt ausüben. Es soll nun hier die Rede. vom Sommerschnitt sein, der sich nur auf Rebentriebe, nicht die Leitzweige erstreckt. Da der Saft im allgemeinen nach der Spitze am stärksten zieht, so werden die Augen, die sich am unteren Ende eines WF b2 3weiges befinden, vernachlässigt, bleiben unter Umständen schlummernd und sterben dann später ab. Der junge Trieb, der im Frühjahr seitlich aus dem Leittriebe entsteht, soll zum Fruchtholz umgewandelt, d. h. die Augen, die schon ganz schwach entwickelt in den Blatt winteln stehen, sollen zu Fruchtaugen herangebildet werden. Besonders sind dies die untersten Augen, wo später die Frucht des Schutzes halber in der Nähe des Leittriebes hängt. Damit sich nun diese Augen stärken, Stutzt man den Zweig mehreremal ein, erzeugt also eine - 7.1 Saftrüdwirkung, die diesen unteren augen zu gute tommt. Wenn im Frühjahre aus dem Leittriebe die jungen Rebentriebe hervorkommen, werden lettere, so bald sie die Länge von etwa 20 Zentimeter erreicht haben, um ein Drittel entspitzt.( Siehe Abbildung I.) Es entsteht nun die oben erwähnte Saftrückwirkung, die anhält, bis das Ende des entspizten Triebes verholzt. Dann Treiben die obersten Augen( etwa 1-3 und mehr) aus. Gesetzt den Fall, es treibt nur ein Auge aus, so wird dieses, wenn es etwa 15 Zentimeter lang geworden ist, wieder um/ entspitzt. Treiben mehrere Augen aus, so schneidet man alle bis auf den untersten Austrieb weg( Abb. II. b 1), natürlich muß dies geschehen, wenn die Triebe etwa 15 3entimenter lang sind. So geschieht dieses Pinzieren im Laufe des Sommers 2, 3, ja manchmal 4 mal. Bis zum Herbst haben sich nun das unterste, oft auch die zwei untersten Augen gekräftigt und im günstigen Falle sich zu einem Blattauge( d. i. eine Auge, das ihm nächsten Frühjahr ein Büschel von Blättern. aber feinen Trieb hervor bringt, sich aber zu einem Fruchtauge umwandelt, oder auch zu einem Fruchtauge umgewandelt. Manchmal 3 111 einen Trieb bringt, diesen muß man dann wieder entspitzen. Im Herbst wird dann der Trieb auch etwas gefürzt.( Siehe Abbild. III. b2 u. b1 sind die alten Schnittstellen des letzten Pinzierens. - Allerlei. Vertilgung der Fliegen. Ein großer Teil der Biehseuchen wird durch Insekten und vorzugsweise durch die gewöhnliche Fliege verbreitet. Wir möchten hier zunächst die im Kuhstall vorkommenden Seuchen hervorheben, wobei in erster Linie Panaritium und sodann die Nabelvenenentzündung oder Lähme der Kälber, die Kälberruhr, Sept. Pneumonie, Flechten usw. zu rechnen sind. Im Pferdestall sind es die Druse, Influenza usw. Außerdem kommen die Fliegen an die Milch und in die Milchräume, welche sie verunreinigen. Durch die Belästigung der Fliegen leiden die Tiere auch im Sommer ungemein.- Man muß daher darauf bedacht sein, die Fliegen aus den Stall- und Milchräumen zu ent fernen. Als hervorragendes Mittel dazu hat sich Kerman aus dem ,, Bakteriologischen Institut Dr. Kirstein", Berlin S. W. 48, Wilhelmstraße 128, bewiesen. Ein Oberschweizer berichtet darüber, daß, als er den Kuhstall alle Woche mit einer einprozentigen Kerman- Lösung ( auf eine Gießtanne von 15 Liter Jnhalt 150 Kubik: zentimeter, also ein Wasserglas voll) ausgespritzt und dem Kalk zum Anstrich der Wände zugesetzt hatte, die Fliegen gänzlich aus dem Stall verschwunden waren und damit auch zugleich die in dem Stall herrschender Seuchen, namentlich Panaritium. Als der berichtende Oberschweizer im Sommer 1913 mit der Desinfektion aufhörte, stellten sich nach und nach die Fliegen wieder ein, verschwanden aber sofort, als die Desinfektion des Fußbodens und Bespritzen der Wände wieder aufge: Kerman ist ein fluorsaures Präpa rat, welches absolut geruchlos ist, nicht äzend wirkt und nicht schädlich ist und außerdem den Vorzug großer Billigkeit hat. nommen wurde. - Berrentungen bei Pferden. Wenn ein Pferd auj einer schlüpfrigen Straße ausgleitet, so tommt es vor, daß es nicht sofort ernstliche Folgen zu spüren scheint, jedoch kann sich das Tier eine Verrenkung oder einen inneren Schaden zugezogen haben. Wenn eine Ver rentung vernachlässigt wird, so kann sie schwere Folgen haben. Wenn man sie entdeckt, so ist eine gewisse Ruhes zeit die Hauptsache, während sich die Behandlung nach den Umständen richten muß. Ueber die Wirksamkeit von Kalt- und Warmwasseranwendung gehen die Ansichten auseinander, aber für eine von beiden muß man sich entscheiden. Befindet sich die Verletzung am Bein und man entschließt sich zu kaltem Wasser, so muß das Bein bandagiert und am Tage einige Stunden in einen Eimer mit faltem Wasser gestellt werden. Die Bandagen sind dabei nicht zu entfernen, müssen aber für die Nacht abgenommen werden, da sie sonst trocknen und das Glied erhitzen würden, anstatt es zu fühlen. Ist die Heißwasserbehandlung nötig, so müssen die Bähungen häufig und das Wasser so heiß sein, als es das Pferd ertragen kann. Kirschtuchen mit Hefe. Von 1 Pfd. Mehl, Liter Milch, 80 Gramm Butter, 200 Gramm 3uder, 75 Gramm Hefe und 2 ganzen Eiern macht man einen nicht zu weichen Teig, schlägt ihn tüchtig bis er Blasen wirft und stellt ihn 1-2 Stunden zum Aufgehen an einen warmen Ort. Dann wird er auf ein großes mit Spec bestrichenes Kuchenblech etwa messerrückendid aufgerollt, mit zerlassener Butter bestrichen, mit 5 Liter entfernten, eingezuckerten Kirschen dicht belegt und im Backrohr goldbraun gebacken.