Nummer 163 Mittwoch, den 15. Juli 1914. 7. Iahrgnirci eue Die „ftcue kaxcosritnng" erscheint >cden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Brr llaurr »u» Oelsen", ,,Pi« Kpinnllubc". r.1rz»goxrci»: Bei den Postanstalten vieriellährlich 'Mil. l,y5 lei een Agenten monailich 50 Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anieigen: Grundzefte 20 Psg., lokale 15 Psg^ Anzeige» von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedberg. Kchrikttritnng und Verlag Friedbeig (Hessen), Hanaucrärage 12. Fernsprecher 18. Postscheck-Canto Rr. 185», Amt Fraiilsurt M. Nedersicht. — Mit dem 22 Wochen dauernden Streik der Massenarbeit befaßte sich gestern Abend eine Generalversammlung des Solinger FabrikantenverbandcS. Die Versammlung be- schloß, Einigungsverhandlungcn erneut zu unternehmen. Sollten diese binnen kurzem zu keinem Ergebnis führen, so soll die Aussperrung der gesamten Arbeiterschaft vorgenom. tut, werden. In dicscmFalle dürsten 15000 Arbeiter von der Aussperrung bctrosfen werden. — Im Kreise Melle und in der Bündcr Gegend ging stellenweise schwerer Hagel nieder, begleitet von Wolkcnbruch und Regen, welcher große Verwüstungen anrichtete. — In Nancy haben sich bei der Truppenschau 35 Fälle von Sonnenstich ereignet. 8 Soldaten mußten sofort ins Lazarett gebracht werden. Niemand befindet sich in lebensgefährlichem Zustande. — Ein Schwarm von Heuschrecken hat Eorsica in der Gegend von Balagna hcimgcsucht. Das Pariser Institut hat sofort einen Vertreter nach Corsica entsandt, um verschiedene Mittel zur Vernichtung der Insekten in Anwendung zu bringen. — Ans einem Abteil dritter Klaffe wurde ans der Fahrt von Belgrad nach Pest rin gewisser Konto verhaftet, der ehemaliger österreichischer Landwehrlcutnant ist, aber zum Gemeine» degradiert wiirde. Man fand in scineiii Koffer zahlreiche Briefe serbischer Offiziere. Auch andere bei ihm vorgcfiindenc Schriftstücke lenkten den Verdacht auf Spionage. Er wurde einstweilen in Polizeigewahrsain genommen — Fürst Wilhelm hat die Deiniflion des Justizministers Mnsid Bci angenommen, dcffe» Ressort Raga Bei übernehmen wird. — Nach hier eingetroffenen Meldungen steht der Fall Valonas unmittelbar bevor, da die Stadt wegen ihrer ungünstigen Lage sowie wegen der geringen Bei ' ig -inen Ansturm der Ausständischen nicht aushalten kann. In den feindliche» Positionen bci Rastbul herrsckst lebhafte Beweg- ung und »lau nimmt an, daß mehrere Geschütze aufgestellt wurden. Ismail Keuial Bei hat sich nach Valona begeben. — Tie Nachrichten ans Mexiko lauten völlig entgegengesetzt. Aus Walhington wird gemeldet, gestützt auf den Tericht des brasilianischen Vertreters in der Stadt Mexiko, daß Huerta heute resigniere, wahrend die Stadt Meriko direkt meldet, Huerta habe am Sonnabend erklärt, er werde nicht zurücktrctcn. „Mich haste yejelin!" Es war anzunehmcn, daß der Französling I. I. Waltz, sie» Hansi die ihm vom Reichsgericht am 9. d. Mts. zndik- ticrtc Gcsängnisstrase von einem Jahr nicht verbüßen würde. Schon nach der ersten Verhandlung durch das Landgericht in Kolmar, die zu der Verhandlung vor dem Reichsgericht führte, hatte der Staatsanwalt die Verhaftung Hansis verfügt. Gegen 25,000 Mk. wurde er sedoch aus freiem Fuß belassen. Trotzdem also die starke Wahrscheinlichkeit für einen Fluchtverdacht vorlag, erweiterte dos Gerickit die dein Verurteilten zubcmessene Frist von zwei ans vier Tage zum Strafantritt. Hanfs hatte angegeben, seinen Vater besuchen zu wollen. Weitherzig wurde ihm das gewählt. Hansi aber lohnt dieses rücksichtsvolle Ent- gcgcnkomnien schlecht, er fährt straks nach Belfort und läßt von dort aus die osfiziöse „Agcnce Havas" melden: Der Zeichner Waltz genannt Hansi, der Freitag abend hier angckommcn war, hat den heutigen Tag mit seinen Freunden verbracht. Um 7 Uhr 20 Min. abends ist er nach Epinal abgereist. Und im Lause der Nacht zum Sonntag traf nun beim Landgericht in Kolmar nicht etwa Hansi, nein, ein Telegramm von ihm ein mit den ebenso höflichen Win von fran- zösischeni Esprit zugendcn Worten: „Mich haste gesehen!" „Hansi" hat also französisch Abschied genoiniiien und wie sein Gruß ans Belfort zeigt, spricht daraus die Freude, die deutschen Tölpel gcnasführt zn haben, die den Vogel aus dem Garn ließen. Mit ihm werden selbstverständlich alle Rcvanckzeschrcici jenseits der Vogesen jubeln und Monsieur Waltz zun, Märtyrer erheben. Vielleicht blüht ihm bald das Kreuz der Ehrenlegion, wie ja die französische Akadeniic ihn schon mit einem Geldpreis bedachte, den er ja nun allerdings in der Kautionssumme in den Händen der deutschen Barbaren lassen nmßte. Da er den Preis ja aber nicht siir die Güte seiner Zeichnungen, sondern für die daraus zum Ausdruck kommende Güte der Gesinnung erhielt, ist nicht abzusebcn, waruin „Hansi" schon am Ende seiner Ehrungen sein sollte. Dreimal war er bereits verurteilt worden wegen Verächtlichmachung des Teutschtinns und noch jedesinal hat er seine Leistungen zu steigern gewußt. Nun im schützenden Bereich der blau-weih-roten Grcnzpsähle wird er sich ganz auslcben dürfen, wird beweisen können, daß auch nichts mehr an seine verhaßte schwäbische Abkunft erinnert. Er hat nun nicht mehr, wie vor den Schranken des Reichsgerichts nötig, seine deutschfeindliche Kelinnung zu bestreiten und kann sie rückhaltlos erweisen. Für Hansis Wahlverwandtschaft mag das nötig sein, für die Deutschen, die er liebenswürdigerweise als ein Volk von Uhrcndieben bezeichnet, die er mit Raubtieren vergleicht, nicht. Dazu waren seine Zeichnungen zu deutlich, die er in dem von dem Ge- richt beanstandeten Buche „Man village" mit Sähen begleitete, wie die folgenden: „Wenn wir auch niedergedrückt sind durch da? brutale Gesetz der Eroberer, so scheint cs dock, daß die Ungerechtigkeiten zu sckwer, die Leiden zu groß sind, als daß sie ewig dauern könnten. In den Ohren hören wir immer den Schwur unserer Väter, unser Reckt als Esjoß- Lothringer zu verlangen und Glieder der französisch-n Nation zu bleiben. Der Gendarm unternimmt mit seiner Familie einen Ausflug- Sein Wickelkind im Kinder- wagen trägt einen Prcußenhclm. Wo der Gendarm sich zeigt, hören die Vögel und die Kinder auf zu singen." An anderer Stelle sagt Hansi: „Auf daS eroberte Land stürzte sich eine wahllose Horde, ihre wimnielndc Masse erinnerte an die ersten Barbarcncinfälle und cs kamen ihrer immer mehr, Rothaarige und Flachsblonde, Dicke und Magere, Badener und Bayern und vor allem die großmäuligen Preußen." Hunnen nennt der famose Herr Waltz die Deutschen, die Elsaß-Lothringer eroberten und schildert ihren Einzug: „Sobald ihre Horden in die Nähe eines elsässischen Bauernhauses kamen, plünderten sic den Hühnerhof. Sic nahmen alles, aber vor allem hatten sie es auf die Eier abgesehen. Sie machten daraus ungeheure Omeletten, die sie außerordentlich schätzten und die so groß w^ren, daß sie die Eier dazu nrit den Füßen zertrainpelten, damit es schneller ging. Dann kamen die Preußen, die noch viel unkultivierter als di« anderen waren, und die Sachsen, deren Häuptling aus seinem Helm ein großzüig- iges Hirschgeweih trug. In der Mitte der Hunnen siel ein fremdartiges Wesen ans, welches ebenso sehr ein Affe wie ein Mensch sein konnte, ganz klein mit riesigen Armen und mit grausamen wie wilden Augen, kurz einer, der wie ein Alldeutscher aussieht: Das war Attila, ihr Häuvt- lingl" Auf eben solcher Höhe wie die Sprache bewegen sich die Zeichnungen Hansis. Man beachte ja, diese Schilderungen sind für Kinder geschrieben, man beachte, daß Frankreich, das sich seiner kulturellen Höhe rühmt, den Autor wie einen Heros verherrlicht. Gewiß, im Nationalitätenkampf wird manches scharfe Wort nachgesehcn werden: die offenkundigen boshaften Lügen des Herrn Waltz, denen jeder Schein historischer Berechtigung fehlt, gehen aber doch tveit über das Maß hinaus. So erfolgte denn das Urteil des Reichsgerichts mit Fug und Recht: es hieße sich selbst entmannen, wollte ein Volk innerhalb seiner eigenen Grenzen solche Schmähungen dulden. Allen Tatsachen schlägt Waltz glatt ins Gesicht mit seinen Behauptungen von dein kulturellen Niedergang Elsaß-Lothringens unter der deutschen Herrschaft. M:iß doch selbst der französische Sozialist Hcrvck in seiner Schrift, „Elsaß-Lothringen und die deutsch-franzö- fische Verständigung" gestehen: „Unter der deutschen Regierung nahni Elsaß-Loth- ringcn einen Aufschwung, den es vor der Annexion nicht gekannt hatte." Aus allen Vorgängen der letzten Jahre in den Reichslanden geht hervor, daß die Versöhnungspolitik unangc- bracht war. Sic wird als Schwäche betrachtet von den Französlingc». Das zeigt das Auftreten der Wctterlä und Blnmcnthal ebenso deutlich, wie das Betragen der Dieden- hofcr Kapläne in der Festungsstubc zu Magdeburg, wo sic auf den weißgetünchtcn Wänden ihre Gesinnung dokiimen- tiertcn und sich, wie der daran beteiligte Abbö Hcnneqnin, dann in französischer OfsizierSuniform photographieren ließen, das beweist der Sudler Waltz durch seine Fliicht und teilt Telegramm. Jede Milde ist unangebracht, denn sie wird nicht verstanden. Ob Herr Waltz seine Strafe verbüßt oder nicht, kann in Paris schließlich gleichgültig sein, die Hauptsacke war die Feststellung, daß das deutsche Volk nicht beschimpft werden darf. Um dos moralischen Erfolges aber hätten die Gerichte dem Verurteilten jede Flnchtmög- lichkcit- abschneiden müssen. Jetzt triumphiert höhnend der Frechling über da? deutsche Gericht: mich haste gesehen- liebt der tapfere Hansi nun seine Tätigkeit jenseits der Grenze, so werden die dcntscken Behörden ein wachsames Auge aus seine Erzeugnisse haben niüsscn. Tnklesnbcrlrchl. Lcntlches I5eidr- :: 15 Jahre Zuchthaus für de» Landesverräter Pshl. Das Kriegsgericht der Kgl. Kommandantur in Berlin verurteilte gestern nachmittag den Vizcfeldwebel Pohl wegen Verrats militärilchcr Geheimnisse und Bestechung zu 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust, Stellung unter Polizciaufficht und Ausstoßung aus dem Leere. Die bei ihm bclcblaanabmtcn 500 Marl wurden als dem Staate verfallen erklärt. Im Interesse der -Naatsstcherhcit wurde die Begründung des Urteils in nichiössentlichcr Sitzung rerlündct. Bci der Ilrtcilsvcrkundig- ung brach der Angeklagte ohnmächtig zusammen. Der Angeklagte ist nach dem alten Spionagegcsetz verurteilt worden, weil seine Taten noch unter der Geltung dieser Gesetzes begangen worden |,uö. Nach dem neuen Spionagegcsctze hätte we- !'U, dieser Vergehen aus lebenslängliches Zuchthaus erkannt werden könne», :: Schwerer Unfall bci einer Schießübung. Beim 0. Garde- tcldartillcrie Regiment, das sich zur Zeit in Dööcritz b-sindct, ereignete sich gestern ein schwerer Unfall. Sechs «kann erlitten bei einer Schießübung innere Verletzungen. Man war ge- rüde bannt beschäftigt, einen Pulvcrrcst zur Abgabe scriig zu Nillchen, als der Blitz in die Pulvcrmcngc fuhr und diese entzündete. Sechs Mann der Bedienung erlitten Im Gesicht und an den Länden Brandwunden. Bier Mann waren schwer ver letzt wurden, daß sie ins Lazarett gebracht werden mußten. Oesterreich. :: Verschwörung von Enmnasialschiilern. Aus Dolna Tuzla wird gemeldet: Die Polizei hat erfahren, daß sich nntcr den dortigen Gymnastalschülcrn serbischer Nationalität eine «er- s-ywörung gebildet hatte, die auch von dem geplanten Attentat auf das Erzherzog Thronfolgcrpaar wußten. An ihrer Spitze stand ein Gymnasialobcrlehrer. Bisher sind 00 Studenten verholtet worden. Die Polizei und die Gendarmen nehmen fortwährend und überall Haussuchungen vor. Ueber die bisher in Bosnien und der Herzegowina verhafteten Personen lassen sich keine genauen Angaben machen. Rußland. :: Tropische Hitze. Die tropische Hitze dauert an, man verzeichnet 50 Grad R. im Schatten und diesen hohen Stand hat das Thermometer hier in Petersburg seit Menschcngedenkcn n-cht erreicht. Täglich brechen Menschen und Tiere in den Stra- hen insolge von Hitzschlag zusammen. Die Pferde werden mit kaltes» Wasser begaffen und mit Eis abgericbcn. Die schmachtende Einwohncrschast konsumiert in Mengen kühlende Ge-' tränke, die jetzt zur Neige gehe». In den Bierbrauereien sind die Pjcrvorrätc erschöpst und künstliches Eis wird maffenhajt erzeugt und zu teuren Preisen verlaust, :: Russische Gouverneure. Der Dumaabgcordnetc Parisch kcwitsch hat bekanntlich in einer Rede eine Anzahl Gouverneure der Korruption und laslcrhasten Lebensführung beschuldigt. Die Gouverneure wollten Purischlewitsch wegen Verleumdung verklagen und den Anfang hierzu machte der Gouverneur von Kiew. Der Ministerrat hat setzt diese Angelegenheit gcvrüft und angecrdnct, daß die Verleuwdungsklagen unterbleiben Man sogt, daß Purischlewitsch wesentliche Punkte seiner Beschuldigung beweisen könne. Albanien, :: Italienisch-österreichisches Vorgehen in Albanien? Der „Avanti" will erfahren haben, daß Italien positive Vorbereitungen zu einer Expedition nach Albanien gctrosscn habe, die auch gleichzeitig österreichische Maßregeln in Pola und Dalmatien veranlaßt hätten. Das 7. Artillerie-Regiment in Parma, aas sich aus dem Schießplatz in Braociano befand, sei mobil gemacht worden und nach einem unbekannten Bestimmungsort abgcgsngcn: ebenso sollen in Caserta Truppen für Albanien zusamnrengezogcn worden sein und die Order erhalten haben, sich zun, Ausmarsch bereit zu halten. — Unabhängig von diesen Mitieilungcn herrscht in Mailand allgemein die Ansicht vor, daß eine italienische Expedition nach Valona unmittelbar in greifbare Nähe gerückt sei. Die Einnahme von Berat durch di- Ausständischen, namentlich der Einzug der Epiratcn in Ficri lassen Valona und die italienischen Interessen in Eüd- albanien als unnuttclbar bedroht erscheinen. Man traut weder der Versicherung des Athener Kabinetts, daß die Epiratcn nicht in Valona einzichen werden, nach dem Befehle des Anführers Zographos an seine Truppen, in Berat zu bleiben. Bei der kurzen Enifernung von Ficri nach Valona und der Schutzlosigkeit dieser Stadt, hält man die Epiroten für Ratschläge zur Mäßigung nicht mehr cmpsänglich. Vor Valona liegen 2 Kriegsschiffe, ein italienisches und ein österreichisches, deren Besatzungen wohl ausrcichcn, Leben und Gut der Angheörigen dieser beiden Nationen zu schützen. Für den Schuh der adriati- schc» Jntcrcffcn seien sie jedoch absolut unzulänglich. Unter diesen Uuiständen glaubt man, daß die Einberufung der italienischen Reserven einen Zug nach Valona einteitct. :: Dir Lage in Valona. Man sülchtet, daß Valona sich nicht iängcr als zwei Tage wird halten können. Der General Teuocr beabsichtigt, die Stadt mit der gesamten Besatzung zu verlasscu, weil die Lage zu ungünstig und die Garnison zu schwach ist, um den Rebellen länger Widerstand leisten zu lön- ncu. Zwei italienische Dampser befinden sich aus der Fahrt nach Valona, um die italienische Kclcnic in Sicherheit zu bringen, Es heißt, daß ein Teil der vor Durazzo veranlertcn Flo- tiuc heute nach Valona abgchen wird China, :: Die Anarchie im Lande, In Gaichuatschcn ist unter den Tnippe» die Anarchie ausgebrochen. Banden von Soldaten ziehen unihcr und rauben Passanten und Läden aus und I-bcuen sich auch nicht vor Raubmcrdcn. Die Regieruna ist fl». IBS Seite L unfähig, die Ordnung wiederhcrzusteüen und insolgedesien Haft die Bevölkerung zum ^Weißen Wols", ü* '" ’* 1 , <' • - Mexiko. » ! :: Abdankung Huerta»! Präsident Huerta befindet sich den letzten aus Veracruz einireffenden Nachrichten zufolge nicht unter den mexikanifchen Flüchtlingen, die" aus dem Dampfer „Espagnc" Mexiko verlassen haben. Eine Verzögerung in der Abfahrt des Dampfers und eine überstürzte Rcperatur des Schicncnstrangs Mcxiko-City-Vcracruz veranlasitcn das Gerücht, daß auch Huerta unter den Geflüchteten fei. Die Abdankung Huertas soll — laut offiziellen Nachrichten — morgen Donnerstag zu erwarten sein. Man nimmt an, datz Huerta dem gegenwärtigen Minister des Auswärtigen, Franzesco Ear- bojal, die Regierung übertragen wird. * r Rhcillscht der Bereinigten Landwirte. Es sei nochmals bemerkt, dettz die Abfahrt des Sondec- tuges ab Dahnhof Dackenheim (Frankfurt a. M. West) erfolgt. Die Teilnehmer brauchen also nur Karten bis Lockenheim (Frankfurt-West) zu lösen. Die Fahrkarten werden in Bockenheim von Herrn Adolf H c n s e l - Dortelweil und in Höchst a. M. von Herrn Ad. Kalbhenn -Oberliederbach ausgegeben. Die Vertrauensmänner, die nicht selbst die Fahrt mitmachen, werden gebeten, Jcnianden zu beauftragen, der die Abrechnung vornimmt. * Die Abfahrt in Mainz erfolgt um 7.50 Vorm, auf dem Dampfer Drachenfcls. Es dürfte die Mitglieder interessieren, wie sich die Bc- kciligung zusammcnsetzt. Tic stärkste Beteiligung mit 39 Mitgliedern weißt Bommcrshcim auf. Dann folgt Dortelweil mit 28, Obcr-Eschbach mit 25, Oberliederbach u. Gonzenheim mit je 24, Büdesheim 23, Vilbel 22, W.'ißkir- chcn a. T. 20, Frankfurt-Eckenheim 19, Schwanhcrm a. M. 16, Niedcr-Erlenbach 14, Wehrhcim i. T. 13, Klein-Karben u. Oberursel je 11, Gronau und Schwalheim b. Friedberg je 10, Nieder-Rosbach 9, Holzhauscn und Stierstadt je 8, Rendel und Obcr-Erlenbach je 7, Frankfurt-Seckbach je 6, Ric- dcrhöchstaüt, llnterliedcrbach und Sulzbach je 5, Kriftel, Echzell, Harheim, Langenhain i. T., Wachenbuchen je 4 „sw. Ans der Heimat. * Friedbrrg, 15. Juli. Wir weisen hiermit aus das nachfolgende Programm dps Zcntraltheatcrs hin, das in der Zeit vom IN. bis 19. Juli läuft: Journal 26" a; Tonnenuntergang am SKjct; Der Machtlose: Immer pünktlich: Eine Ehe auf Kündigung: Lily, die Haushälterin: Ehin. Truppe Li Jong Tfcha». Der Hauptschlager betitelt sich „Ein mysteriöser Fall" und ist ein dreiaktiges Drama. * Friedberg, 15. Juli. (Schöffengericht). Das Dienstmädchen Kiesewetter aus Heringen war bei einer Herrschaft in Friedberg in Stellung: dort mutzte sie sich den Schlüsielbund zu beschaffen, aus dem sie sich den Schlüssel zur Geldkaffette an- eigncte. Auf diese Weise stahl sie ihrer Herrschaft grötzere Geldbeträge, weshalb sic wegen Diebstahls zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt wurde. — Ein 1 "jähriger Arbeiter von hier erhielt wegen Diebstahls zehn Tage Gefängnis: er hatte einer hiesigen Laüsabrik Geld zur Post zu tragen, veruntreute aber i 0 Mark, die er bei der Tanzmusik verjubelte. Da er vorbc- steafi ist. wurde aus eine empfindliche Gefängnisstrafe erkannt. — Ein Arbeiter aus Galizien, zuletzt auf der Grube Obcr- Rosbach,, wurde z« einer. militärischen Hebung cinberufen, hatte, aber nicht das erforderliche Reisegeld. Um sich dieses zu beschaffen, stahl er einige Decken und wollte sie verkaufen. Der Diebstahl kam rechtzeitig heraus und mutz er diesen mit 11 Tagen Gefängnis bützen. — Zwei junge Burschen von Oberwöllstadt hatten Strafbefehle über je 1 Mark Strafe erhalten, weil sie nachts Ruhestörung verübten. Auf erhobenen Einspruch wurden beide mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. * Friedberg, 15. Juli. Die Gerichtsfeilen beginnen heute und dauern bis zunr 15. September. Während der Ferieir werden bei den Anitsgerichten nur in beschränktem Mähe Termine abgehalten und Entscheidungen erlassen u. zwar in 1. Strafsachen, 2. Arreftsachen und einstweilige Verfügungen, 3. Metz- und Marktfachen, 4. Mietstreitigkelkcn, 5. Dienst- und Lohnstreitigkeiten, 6, Alimentationsstreitig- keiten. 7, Wechselsachen, 8. Bausachcn, 9. Kostenfestsetzungssachen, 10. Mahnsachen, 11. Zwangsvollstreckungssachen und 12. Konkurssachcn. In Zivilsachen sind auf Antrag auch andere Sachen als Feriensachen zu bezeichnen und solange als Feriensachen zu behandeln, bis widersprechende Anträge gestellt werden. Auf Grund- und Nachlaßsachen haben die Gerichtsferien keinen Einfluß. * Ober-Rosbach, 15. Juli. Co liegt nun das Fahncnweih- fcst mit all' seinem Glanze und seiner Festesfreude hinter uns, jedoch unvergessen werden diese Tage in der Geschichte des Veteranen- und Militärvereins Obcr-Rosbach sein und das soll jetzt auch ausgesprochen werden, datz alle Festteilnehmer bis zur letzten Minute miteinander gcwettcisert haben, das Fest zu einem recht schönen und würdigen zu gestalten. Diese Tage waren im wahren Sinne des Wortes Ehrentage gewesen für den festgcbcnden Verein. Das bewies der zweite Festtag am deutlichsten, man sah bei Alt und Jung die Festesfreude aus den Augen herauslcuchten. Schon das Frühschoppen-Konzert bewies, datz die Kameraden des festgebenden Vereins, ob Alt oder Jung, vom richtigen Soldatcngeist durchdrungen waren, denn sobald der erste Trompetenstoß ertönte, eilten sie alle herbei zum Appellplatz, nicht etwa dem Frühschoppen zuliebe, sondern um nach dem anstrengenden 1. Festtag auch die Kame- radschist im Verein selbst zum Ausdruck zu bringen, wozu einige Eeburtsiagslindcr eine willkommene Gelegenheit boten und wozu sich auch die Fcstdamen vollzählig eingefundcn hatten. Und wie schön war der Nachmittag gewesen: Nachdem der Zug auf dem Festplatz angekommen war, sorgte ein kurz vorübergehendes Gewitter für die nötige Erfrischung, und dann hielten aber auch die Gemütlichkeit, die Festbegeisterung und der „Frohsinn" ihren Einzug in den Festzeltcn, datz es eine Lust war, mitzumachen, es war ein Singen und Jubilieren, gerade als ob die Vögel im Walde nach langem Frost- und Rcgenwetter den ersten schönen warmen Frühlingsmorgen begrüßen wollten. Auch die Musik, die von der Fricdbcrger Mi- litörmusilschule gestellt wurde, leistete vorzügliches und trug wohl mit am meisten zu dieser schönen Fcsterstimmung bei, alles, aber auch alles, was verlangt wurde, leisteten die wackeren jungen Kerlchen am Samstag Abend, von Sonntag früh ki bis in die späte Nacht, ebenso an> Montag taten sie bis -zur letzten Minute ihre Schuldigkeit und cs kann eine solche Mu- stcrleistung anderen Mufiklapcllen zur Nachahmung empfohlen werden. Auch der herrlich ausgeführten Fahne, die aus der Coburgcr Fahnenfabrik stammt, mutz noch besonders gedacht werden, die prachtvollen Stickereien, den sterbenden Krieger tieu zu feiner Fahne haltend, machen einen ganz gewaltigen Eindruck. Und so mag das Band der Kameradschaft, das sich im scstgcbendcn Verein Uber die Festtage so glänzend bewährte, auch tu Zulunst seine Wirkung vusüben, der gute Wille dazu ist vorhaudcn, wie ja auch die Aufräumungskommission am 3. Festtag bewiesen hat, die Mannschaften waren so für ihr Vaterland und für ihren Verein begeistert, datz, wenn es verlangt worden wäre, sic alle miteinander, wie cs früher üblich war, Erna mrd Ilje Roman von D. Feußner. S (Fortsetzung). »Nein, ich tanze nicht." „Aber ich werde ihr für heut abend noch ein wenig Gesellschaft leisten und einige Touren mit ihr tanze». — Du nimmst mir das doch nicht übel?" fuhr er nach einer Pause fort und sah Roderich lächelnd an. „Lite nur immer waS du willst, mir ist alles recht, aber in einer halben Stunde ist meine Zeit um, ich gehe Sann weg, wenn du mit nach Hause willst bitte ich dich pünktlich zu sein." „Werde schon da sein!" sagte Karl leichthin, dann verschwand et den Augen Roderlckfs, um sich unter die tanzenden Paare zu mischen. Kaiim batte Karl von Roderich verlassen, als sich ein älterer Herr Lein Tische, an dem der letztere saß, näherte. „Gestatten Sic, daß ich Ihnen ein wenig Gesellschaft leiste?" fragte er höflich. „Ware niir sehr angenehm," erwiderte Roderich znvor- kommend, und erhob sich flüchtig von feinem Stuhle. „Sic langweilen sich bei uns, wie mir scheint," sing der Unbekannte das Gespräch an „Offen gestanden ja," „Und Bier trinken Sie auch nicht? Sic sind wohl Ab- Mnent?" „Da? naht, aber ich trinke niemals aus Gewohnheit, sondern nur aus Bedürfnis." „Sehr löblich, aber nur wenige junge Lei-': denken io wie Sie. — Sic halten von der Maskerade wohl auch nicht viel?" „Nein! Es ist so zu sagen gegen meine Grundsätze, den» ich finde das Maskieren nicht schön." „Sie haben sonderbare Ansichten, die mit Jr>rer Ing- end — verzeihen Sie, wenn ich so sage, — nicht überein- stimuicn fk»ne wageszeitung. Mittwoch, den 1». i»»lt 1814. „Muß sich denn das alte Sprichwort ,stvie die alten sungen, so zwitschern die Jungen" immer bewahrheiten? Muß der Jüngling stets in die Fußstapfen seines Vaters treten, auch wenn dieselben jenseits der Grenze d : Erlaubten führen?" „Ich bitte Sie aber," rief der andere erstaun?, „ist denn der Maskenball etpas Unerlaubtes?" „Das will ich damit auch nicht gesagt haben, denn von Gesetzes wegen ist er ja erlaubt, wenigstens das, was in der einfachen Bedeutung der Worte „Maskenball" liegt, ob aber einzelne Mpsken, die ich heute abend gesehen habe, nicht zu gewagt sind, wenigstens vom sittlichen Standpunkte aus, ist doch eine andere Frage. — In wenigen Worten gesagt, der Maskenball wirkt meines Erachtens auf das leicht empfängliche Gemüt der Jugend demoralisierend, phantasievcrgrstcnd." Roderichäprach dies mit großem Nachdruck. „Was die Wahl der Masken anbetrifft, so muß ich Ihnen vollständig recht geben, denn auch ich habe einige gesehen, die wirklich scheußlich zu nennen waren: aber im Großen und Ganzen ist der Maskenball doch ein recht harmloses Vergnügen." „Ich denke wir lassen dieses Theniä fallen, denn ich bin schwer zu überzeugen und möchte in Ihren Augen doch nicht als strestsüchtig dastehcn — übrigens ist meine Zeit jetzt um, und ich muß niich empfehlen." „Ist dies wieder einer Ihrer Grundsätze? Nehmen Sic cs mit der Zeit auch jo genau?" „WaS ich mir selbst verspreche, „halte ich ebenso wie das, was ich anderen verspreche," sagte Roderich selbstbewußt und stand auf. „Sie haben mein Interesse geweckt, und ich möchte mit Ihnen gerne weiter sprechen," entgegnctc der Herr, „da ich aber vor Ihren Grundsätzen Respekt habe, muß ich für heute abend auf eine weitere Unterhaltung mit Ihnen verzichten, vielleicht habe ich aber die Ehre, Sie einmal hei mir und meiner Familie begrüsien a» dürfen, und da ich aus dem Leiterwagen zur Eeneralmusterung gesahre« wären Doch konnte vorläufig davon Abstand genommen werden, denn die jungen Kameraden, die fteudcerfüllt aus ihrem Urlaub in ihre Garnison zurücklehrten, sie sangen ihren Kameraden zum Abschied zu: Lieb Vaterland, magst ruhig sein. Fest steht und freu die Wacht am Rhein. * Dortelweil, 15. Juli. Wegen Ausführung von Walz». arkc>tc» wird die Kreisstraße Dortelweil—Vilbel vom 15. Juli bis 4. August und die Kreis-straße Vilbel—Frankfurt (Kreisgrenze) vom 5. bis 11. August, desgleichen die Kr'jz- straße Berstadt—Utphe (Kreis Büdingen) vom 15. bis 27. Juli ds. Js. für den Wagenverkehr gesperrt. * Bad-Nauheim. 15. Juli. Das 7. Künfklerkonzcit im Konzerthaus, das am Donnerstag den 16. Juli unter LMung des Kgl. Professors Hans Winderstcin st-ttsinSet, verspricht einen besonderen Ecnutz durch di« Mitwirkung des jugendlichen Geigenkünstlers Josef Szigetii aus Budapest. Die „Münchener Allgem. Rundschau" nennt Szigettt „einen Geiger von hin- reitzendcm Temperament und technischer Vollendung" und de, „Eietzencr Anzeiger" schreibt von ihm: „Dieser Geiger steht in der Reihe der ersten Vertreter seines Instrumentes und trotz seiner Jugend ist er eine so vollblütige, echte, in sich abge- schtosiene Musikernatur, datz man seine autzcrgewöhnliche» Erfolg« im In- und Auslände wohl begreifen kann." Der Künstler wird Tfchaikowsky's Konzert D-dur für Violine mit Orchester, sowie Solostücke von Pagcnini-Krelsler, Beeihovcn, Bach und Paganini spielen. Das Orchester dringt die sinfonische Dichtung Tasio von Liszt, Lamento e trionfo, Tschai- kowsky'o Elegie und Walzer a. d. Serenade für Streichorchester und Introduktion und Marsch"a. d. Sinfonischen Suite von H. Windcrstein. Gießen, 15. Juli. Infolge der vorgerückten Zeit und der nötig gewordenen Verlegung war die gestern stattgehabte Besichtigung der Versuchsfelder des landw. Instituts der Universität Gießen nicht so besucht, wie cs sonst der Fall gewesen wäre: cs hatten sich nur 10 Landwirte eingefunden, die zunächst von zwei Assistenten durch die Versuchsfelder geführt wurden. Die Versuche erstreckten sich auf Fruchtarten, Düngung usw.: am meisten fiel der schöne Stand des Roggens und der Kartoffeln auf. Im Institut selbst übernahm in liebenswürdiger Weise der Letter des Instituts, Herr Prof. Dr. Ei- levius, die Führung: auch hier bot stch des wisiens- und sehenswerten die Fülle und Herr Professor Eisevius war unermüdlich. den Besuchern alles zu erläutern und zu erklären. Dafür und für die ftcundliche Einladung sei ihm und seinen beiden Assistenten an dieser Stelle der herzlichste Dank gesagt. * Aus Obcrhesien, 15. Juli. Zwei große Bauernfeste finden demnächst in Oberhessen statt. Das erste wird am 26. Juli in Hochwaldhausen bei Herbstein gehakten. Als Festredner ist Rcichstagsabgcordnctcr Dr. Oertcl, Berlin, ein hervorragender Redner der konservativen Partei, gewonnen. Er sollen hessische Volkslieder gesungen, sowie Volkstänze in alten Landestrachten und die vier Jahreszeiten in lebenden Bildern vorgcsührt werden. — Ein zweites Heimat- und Volksfest findet am 2. August gin Wald zwischen Ettingshausen und Ober-Bessingen statt. Als Redner treten auf Rcichs- tagsabgeordneter Dr. Werner, Pfarrer Fritsch- Rup. pertsburg und die Landtagsabgeordnctcn Fenchel und Dorsch. * Frankfurt a. M., 15. Juli. Die Brustscuche unter dein Pserdebestand des städtischen Fuhrdepots Eutleuthof ist erloschen. Die angeordneien Schutzmatzrcgeln sind aufgehoben. * Frantsurt a. M., 15. Juli. Erst heute wird der ganze Umfang der vorgestrigen Unwetterkatastrophe klar. In Fron! surt hauste das Unwetter mit einer seit langen Jahren nicht beobachteten Heftigkeit. Der Schaden, den der Hagel in den Promenaden, in den Gärten und auf den Feldern anrichtete, nun nächsten Sonntag meinen Geburtstag zu feiern gedenke, so lade ich Sie hiermit ergebenst ein, an diesem Abend mein Gast zu s«in. Es muß Ihnen allerdings etwas ob- surd Vorkommen Volk einem Ihnen völlig Fremde», dessen Namen Sie nicht einmal kennen, so Knall und Fall eingc- laden zu werden, aber wir werden uns eben dann näher kennen lernen. Gestatten Sie jetzt, daß ich mich Ihnen vorstelle: Kaufmann Lange," „Tietze"- sagte Roderich mit einer höflichen Verbeugung und fuhr fort: „Es gereicht mir zur besonderen Ehre von Ihnen gewürdigt zu werden. Sie an dem Tage Ihres Wiegenfestes persönlich beglückwünschen zu dürfen, und da ich an diesem Tage keine Verbindlichkeiten habe, nehme ich Ihr ehrenvolles Afterbieten an." „Freut mich sehrl — Darf ich bitten um Ihre werte Adresse?"? „Karlstraße 23a? erwiderte Roderich und reichte dein Kaufmann seine Karte, worauf dieser seinem Beispiel folgte. In diesem Augenblick gcsMc sich Karl zu den beiden. Roderich stellte ihn dem Kaufmann als 'Herr v. D. vor. Die Unterhaltung zog sich nun doch noch etwas ln die Länge, sodaß selbst Roderich, um nicht unhöflich zu erscheinen seinen Grundsätzen nickst treu bleiben konte. Als man sich aber endlich trennte, hatte auch Karl eine Einladung für nächsten Sonntag erhalten und natürlich mit Vergnügen angenommen. - 2. Kapitel. ' ' „Wo ist denn Erna, Mutter?" fragte Hedwig, die älteste Tochter des uns schon ein wenig bekannten Kaufmanns Lange. „Sic holt ihre Freundin ab," erwiderte diese — «ine wenn auch schon bejahrte, so doch noch schöne Frau. „Das hätte wo bl noch ein wenig Zeit gehabt: muß ich denn alles allein arrangieren!" sagte Hedwig etwas unge- hal len. (Fortsetzun? solgtl > Nr- IBS Seit» 8. ist >-hr »rotz. Mehrere hrurdert Baume wurden vom Stur» c»t«outictt. Zn die Stratzenbahn schlug der Blitz wiederholt. Ganz besonders schwer hausten die Wastermasten in den Kellern der Innenstadt, die zu hungerten mit den trüben Fluten 7 ,efiiUt wurden. Der Familie Scheib, die zwei Kinder durch oeu Blitzstrahl verlor, wendet sich die grötzte Teilnahme zu. Leider ist auch das Bcsinden des Wachtmeisters Scheib ein sehr schlechtes. Der Blitz traf ihn an die Brust und fuhrdann am Leibe herunter, überall Spuren hinterlassend. Scheib ist gelähmt. Auch die Umgebung wurde von dem Unwetter schwer hcimgesucht. In Kloppenheim wurde der Landwirt Eotz- mann beim Kirschenpflücken von dem Blitz erschlagen. Zn C 6 c t u i [ e I ergötz sich ein wollenbruchartiger Regen verheerend über die Felder. Zahlreiche Keller wurden unter Wasser gesetzt. Bei Stier st adt wurde die Mühle der Besitzers Äumüllcr durch den Blitz eingeäschcrt, auch in Oberstedten »chlug der Strahl wiederholt ein. Auch bei Wetzlar zündete der Blitz an verschiedenen Orte». Am Gothischen Haus bei Hornburg schlug der Blitz in einen mit 12 Personen besetzten Straßenbahnwagen, wodurch eine Dame Kelähmt wurde. In Lberhöchstadt tras der Blitz die mit Gasten und Aus- flügirrn übcrsllllte Eastwirtsachsl „Zum Nassauer Hof". Verletzt wurde niemand. Hesse».Nassau. * jr Usingen, 15. Juli. Die seit dem 1. d. M. im Betriebe bejindliche Krrisabdeckerei bei Wilhelmsdorf ist unter der Nr, 126 an das Fernsprechnetz des Postamts Usingen angeschlosien. * Diez. 15. Juli. Hier rettete der Gymnasiast Fritz Baumann den Gymnasiast Kurt Schröder unter eigener Lcbensge- srhr vom Tode des Ertrinkens in der Lahn. * Gladenbach, 15. Juli. In dem Dörfchen Steinperf gerieten ein Landwirt und ein Feldhüter wegen eines Schweines miteinander in Streitigkeiten. Der Landwirt, der krankhaft veranlagt gewesen sein soll, holte schlietzlich eine Flinte und schob dem Feldhüter eine Kugel in den Leib, so datz dieser zu- sammcnsiürzte. Als der Täter sah, was er angerichtet hatte, begab er sich in einen Keller und schätz sich dort eine Kugel in de» Kops. Die beiden Verletzten wurden in dle Marburgcr Klinil gebracht, wo der Landioirt an der schweren Verletzung I Mene Xagevteitaag. «ittwoa». Ml 15. 2,lt Ul* starb, während der Feldhüter mit dem Leben davonkommen dürste * Fulda. 15. Jult. Bei dem Kriegerfest in Lütter (Rhön) spielte sich außerhalb des Festplatzes een blutige» Drama ab. Der 2t Jahre alte Bauer Böhm aus Schmalnau wurde durch einen Revolverschutz in die Brust getötet. Als Täter sind in Haft genommen: der 22jährige Schneider Hartmann und der Igsährige Dienftknccht Müller aus Euhrirzcll. Beide leugnen, die unselige Tat verübt zu haben, waren aber mit dem Erschollenen verfeindet. - Ctarkrnburg. * Offenbach, 15. Juli. Im Walde überfalle» und übel zugerichtet wurde der listährigc Reinhard Bch» aus Fulda der z. Zt. hier auf Besuch »vcilt. Als er gestern abend von Mertes Felsenkellcr auf dem Nachhauseweg begriffen war, wurde er von Unbekannten überfallen und durch Messerstiche am Kopfe schwer verletzt. Er wurde tut Krankenauto mobil ins Krankenhaus gebracht. Bon den Tätern, die im Dun- kcl der Nacht entkamen, hat man noch keine Spur. ' Sprendlingen, 15. Juli. Gestern Nacht gegen 2 Uhr brach i» der vor dem Ort gelegenen Ziegelei des Gg, Krämer S. ein Schadenfeuer aus, das den Dachst eck in Asche legte Der Schaden beträgt 5—600 Mark. Da der Brennofen, wo das Feuer ausbrach, schon seit längerer Zeit nicht mehr im Betrieb ist, l egt anscheinend Brandstiftung vor. * Dar «stabt, 15. Juli. Trotz vielfacher Warnungen gibt cs immer wieder Unvorsichtige, besonders auf dem Lande, welche sich durch geriebene Schwindler übertölpeln lasten. So standen gestern vor der Straskammer die Reisenden Friedrich Kunze und Hans Martin, lvelche durch falsche Vorspiegelungen an verschiedenen Orten der Umgebung eine Reihe von Personen zur Herausgabe von Photographien und zur Hergabe ihrer Unterschrift veranlatztc». Sic wurde» zu je drei Wochen Eejängnis verurteilt. * Darmstadt, 15. Juli. Von dem am Montag abend 8,15 Uhr nach Darmstadt abgehenden Zug wurde aus dem ösUichen Geleise bei dem Kilometerstein 909 der 24 Jahre alte Arbeiter Philipp Mink aus Ebcrstadt übcrsahrcn und getötet. Jedenfalls liegt Selbstmord vor, da Mink nur einen Arm Hot und seit einiger Zeit beschäftigungslos war. Er ist noch ledig, Worms, 15. Juli. Gestern wurde von Arbeitern neben dem Bahndamm der B.chnstrccke Worms-Ludwigshifen zwischen Bobcnheim und Wornis, die furchtbar zerstückelte Leiche eines Soldaten des 118. Infanterieregiments, das i» Wonns liegt, aufgefundcn. Es ist noch unaufgeklärt, ob ein Unfall oder Selbstinord verlegt: man nimnit icdoch das letztere an, da der Kopf der Leiche vollständig abgerissen war und mehrere Dieter vom Rumpfe mitten in den Geleisen lag. Aus Rhernheffen. Mainz, 15.. Juli. Der Fleischverkauf auf den, hieben Wockienmarkte nimmt immer größeren Umfang an. Zu den Schwememctzgern sind auch bereits mehrere RindSmetz- grr hinzugekommen, deren Waren ebenso raschen Absatz sin- den wie die der Schweinrnictzger. Nen ist dabei, daß jetzt auch selbst Mainzer Metzger ihre Zuflucht zum Markte ueh- men und selbst ihre Ware ans offenem Marktplatze zu den gleichen billigen Preisen wie die Metzger vom Lande verkaufen. Osthosen, 15. Juli. Das Baden im offenen Rhein hat wiederum ein junges blühendes Menschenleben zmn Opfer gefordert. Der 21jährige Bahnarbeiter Karl Dörr von hier badete mit einigen Kameraden im Rhein bei Rbein- dürcheim zwischen den sogenannten Krippen. Plötzlich st,eh der junge Mann einen kurzen Schrei aus und verschwand in den Fluten. Obwohl sofort eine ganze Anzahl geübter Schwimmer in den Strom sprangen, war cs zu spät. Töir hatte gnscheinend beim Baden einen Schlagansall bekomme,,. Frankfurter Wetterbericht- Voranssnge: Wolkig, schwül. Regen, wenig kühl, westlich, Winde, Wettcrumjchlag in Aussicht. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den lokalen und unlerhallcnden Teil? Bernhard Lenz, Friedberg; für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der .Neuen Tages- zektung". A.-G.. Friedberg i. §. __ Habe mich als prakt. Arzt in Ober Mockstadt niedergelassen. Dr. med. W. Ehrhadt. i S-irechstunde: 7—8 Uhr vorm, und 2—3 Uhr nachm. _ __ __ Am Mittwoch, den 15. ds. Monats abends von 1» |Uj* ab veranstalte auf der Seewiesc bei günstiger Witterung ein Sommcrnachtfest verbunden mit grostem Brillantfeuerwerk. Die Musik wird ausgeführt von der gesamten Lapelle der hiesigen Militärmusikschule. Es ladet zu dieser Veranstaltung alle Einwohner von Friedberg und Umgebung sreundlichst ein Gustav Semps, Friedberg i. Brauerei-Ausschank Steinhäuszer. Eintritt frei. Keknnntmachnng Die erledigte Stelle des Stadlkasiegeijilfen ist am 1. Oktober I. 3s. zu besetzen. Bewerber wollen ihre Meldungen unter Bcischlutz von Zeugnisabschriften und Lebenslaus und unter Angabe der Ee- haltsanlprüche bis zum 27. Juli L Js. bei mir einreichen. Friedberg i.H., 10. Juli 1914. Der Bürgermeister. _ Stahl. Hübsche 3-Kiilllltr-Wobllung in guter Lage Frtedberes von ruhigen Leuten (2 Personen) sofort zu mieten gesucht. Offerten mit Preisangabe unter 2013 an die Exp. der Neuen Tageszeitung. Zimrnerfeute u. Hilfsarbeiter nach Holzhausen (Brückenbau) sofort gesucht, vrtzstj», 6 firiftrr. h eliharsi» ». d. h. Zahn-Mlitt Peter Wehler krikdt>rr«>i.H.,Hana»krstr.8 2 Mieete» vom ß-hatzaj. SV Telefon Nr. 220. -Wq Lchsutlldstt KthiliLlüüi) Silistk Preise. dexinnl Freilag, flen VS. Juli 1014. Wir bieten Aiisserge wohnliches. Schuhhaus Weckerling Friedberg 1 . II. Friedberg. Spiel-Plan oom Donnerstag, den 18, Juli bis einschl. Sonntag, den 19, Juli Journal 2(>3A. Sonnenunterflana am leer Natur Der Machtlose Drama Immer pünktlich Humoreske Eine Che auf Kündigung _ Lustspiel in 3 Akte» Lily die Aatishiiltcriii Komödie Chi«. Truppe Li Kong Tlchan Akrobaten HaaMlM V V 9 V V Ein mysteriöser Fall. Drama in 2 Akten Die Direktion. Offizieller Montag, iGoweröe-flusstellins Eiegei I9t4j für Obertiessen und angrenzende Gebiete Mai—August | Protektor: Seine Kgl. Hoheit Grossherzog Ernst Ludwig von j Hessen und bei Rhein [ Ausstellungsplatz: LliblgstraDe, eine Minute vom Bahnhofe entfernt j Hervorragende Einzel-Ausstellungen d. oberhessischen Gewerbe, Industrien u. Künste — Ueber 400 Aussteller Vorführung von Althandwerken im Betrieb: wie Kandweberei, Nagelschmiede, Kunsttöpferei und Hafneiel guter Regiments- und Zivilkapellen ; Große Festhalle mit vorzüglicher Verpflegung und beisonderen Konzerten und künstlerischen Darbietungen I I Althessen, gemütlicher Wirtschaftsbetrieb mit flotter j Bedienung und Bauernkapelle Rr. 16S Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 15. Juli 191 Seite C Der ntolie Ehrlich Wir bieten Jhnen diesmal ausser- gewöhnliches! Ehrlich 1 I Ehrlich Jedes Paar ist für Sie eine seltene Gelegenheit! Wir haben selbst die teuersten Artikel enorm billig bewertet Ehrlich Es genügt nicht, wenn Sie diese Annonce lesen, Sie müssen selbst kommen und prüfen. 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Bildhauer, geb. — 1867 Militärkonvention mit Oldenburg. — 1884 Bruno Piglheim, Maler t., Deutscher Muttertag. Unter zahlreicher Beteiligung von Angehörigen des Müllerstandcs ans dem ganzen Deutschen Reich« fand in Minden am Dienstag die Hauptversammlung de? Deutschen Müllerbundes statt. Nachdem in einer Sitzung des Lor- slandeL und Verwaltungsrats einige interne Bundesange- lcgcnheiten besprock>en, sand die allgemeine Vertretcrver- sammlung statt. Es wurde zunächst von dem Sekretär des Verbandes Wohlfahrt-Leipzig der Geschäftsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr 1913 krstattel. Er enthalt eine Fälle von Material, wodurch bewiesen wird, wi? rege durch den Bund die Interessen des Müllergewcrbes vertreten und gefördert werden. Eins der wichtigste» Kapitel bedeutet die Stellungnahme des Deutscknm Müllerbundes zu den wick-'' llcn wirtschtiftlickien und wirtsckxijtspolitischen Fragen des Gewerbes. Es bandelt sich da in erster Linie um eine Eingabe an den Reichstag und Bundcsrat, die eine andere Regelung der Mählennmsatzstcner »nd Kontingentierung fordert, ferner »in eine Eingabe an die Landtage und Ei- sinbahnbehürden, betreffend die Abstnsung der Frachten; es wird eine Eriuäßignng der Getreidefracht um 16 bis 20 Prozent und gleick>zcitig eine Erhöhung der Fracht für Mehl- »nd Miihlensabrikate um 15 bis 20 Proy-nt gesor- dert. Weiter wird »m eine größere Berücksichtigung des Mählengewerbes bei Neuregelung der Zollten ' ' um Antbebnng der Erteilung von Einfuhrscheinen. Aushebung sämtlicher Ansnahmelarifc für anszuführcndes Getreide ». Mehl auf de» dentschen Bahnen und um Erricht ng >>on swallickien Lagerhäusern ersucht. Weiterhin wird die Forderung eines Futtermittelgesctzes der Erschwerung der zoll- sreien Einfuhr stark meblhaltiger Kleie, der r > eh uig oller Mühlen zn den Pflichten »nd Kosten der Handwerks- kommern und Innungen, der Abänderung des 8 100 g der sowie der Aufhebung oder Beschränkung des zollfreien 0-renzverkehrs ausgestellt. Schließlich wird »och eine ge- sihliche Regelung der Nachtniällerei und der Sonntagsruhe bei langt. Tie Selbsthilfe in, Miihlengcwerbe wird einer genauen Belrachtiing »nterzogci. Unter diese? Thenia fällt n. a. auch die Selbsthilsevelciiiigung in Stolp i. P, ferner werden darin die Genossensck>aften. die Regelung der Mahl- löhne, die Einsiihriing von Mindestpreisen »nd gesunden Verkanssbedingnrigcn, die Schlußscheinangelegeuheit lind die Förderung des Mehlvcrbrauchs behandelt. Der Bericht geht dann weiter aus die Schwierigkeiten der Fcucrversichc- iung bei Mühle», die Besserung der bestendcn Verhältnisse diirch das preußische Wassergesetz »nd die Schädigiing deS Gewerbes durch Ucberlandzentralen ein. Weiter wird Stellung genomuicn, zud ne Notstandstarisen der Tarifier- ung von Futtermchlgemischen ». a. in. Ans den Produktionserhebungen ist z» ersehen, daß im Fahre 1909—1910 im Deutschen Reiche 4536 Mähtenbe- triebe vorhanden waren und zwar 22318 Haiipt- »nd 23085 Nebenbetriebe, außerdcin wurden 18864 landwirtschaftlick>c Haupt- lind 17798 landwirtschaftliche Nebenbetricbe sowie 4194 gewerbliche Haupt- und 12111 gewerbliche Nebenbc- triebe gezählt. Der Anteil an der Gesamtsumme der ver- v. Hartwi ; Porträt de« serbischen Gesandte» von Hartwig. Der plötzliche Tod des serbischen Gesandte» von Hart- ivig in Berlin erregte großes Ausjehe». Er erfolgte bei dem Condolenzbesiich des Botschafters bei dein österroich- ische« Gesandte» aus Anlaß des Todes des österreichisihen Thronsolgerpaares. arbeiteten Mengen betrug bei den Kleinmiihle» 53,73 Praz. bei den Mittelmühlen 30,45 Prozent uiid bei deii Groß- miiblen 15,82 Prozent. Die Arbeite» der Gesck>ästsstelle in Leipzig werden von Jahr zu Jahr ligifangreicher, obwohl sich im Berichtsjahre die Milglird.rzahl um 127 vermindert hat; ain Schlüsse des Jahres 1913 gehörten dem Bunde 7223 Mitglieder an. Nach Erstattiing des Jahresberichts »nb der Entlastung des Vorstandes folgte ein Referat des Sekretärs Wohlfahrt über die Erfahrungen in der Zentralgenosseuschast „Multer- bund" in Leipzig. Redner kaii: zu dem Schliiß, daß die Genossenschast eine gesunde Griindlage besitze und dem Müllergewerbe gute Dienste leiste. — Herr Clauß-Brositz regte die Errichtiing einer Kleinmiihle auf der im nächsten Jahre stattfindendeu Aiisstellung „Das deutsche Handn>crl in Dresden an. — Die Versnrnlung stimmte der Anregiing lebhaft zii nnb beschloß, eine Summe von 2000 Mb hierfür zii bewilligen. Ans der Heimat. * Frirdberg, 15. Juli. Eine Kabinettsorder ordnet an, daß die Unteroffiziere der Armee im Dienste statt der lveißen gestrickte graue Handschuhe tragen solle». Ebeiiso ist die Einführung eines neuen Offizieitornislers, der niehr Raiiiii bietet, als der im Gebrauch befindliche, angeordnet word.ni. * Frirdberg. 15. Juli. Am 1. August wird in dem Orte Obbornhofen Kreis Gießen unter Sliifljebmig der Posthilfsstelle eine Postagentur eingerichtet. Die »eile Postnnstalt erhält die Bezeichnung Obbornhofen '(Wetterau). * Frirdberg, 15. Juli. Wegen Vornehme von Kanalisationsarbeiten in Ockstadt wird die Kreisstraße — Orts aus- gang nach Friedberg — vom 15. bis 22. d. Mts. für den Wagenverkehr gesperrt. * Frirdberg. 15. Juli. Der Tnrngau Hessen, mit seinen 13,000 Mitgliedern der zweitgrößte Elan des Mittel- rbeinkreises, hielt am Sonntag unter starker Beteiligung der Vereine fein Gautnrnsest in Kirchhain ab. Bei dem Weltturnen gelang es auch bei» hiesigen Turnverein, gute E>- folge zu erzielen. Da? Miisterriegenturncn, c-.u welchem sich 66 Vereine beteiligten, brachte den Verein in der 3. Stärke- klasse mit 49 Piinkteli in den 2. Rang. Im Einzelwetttnr- nen, z» welchem 412 Tiirner antratcn, wurde in den Ober- stiise I. Schell 17. Sieger, in der Unterstufe H. Oesterli.ig 3., P. Bokiu? i. Sieger. Weitere Siege errangen H. Levendecker, Earl Schäfer. Panl Fru-se, Georg Beck und Ernst Häuser. * Bod-SIauheivi. IS. Juli. Morgen Donnerstag, nachmittag von 4 -o'/t Uhr isi ans der Terrcsse Konzert der KnrtapeUe Abends Sy, Uhr im Konzerlhaus 5 Künftterkonzeri der kur- tapelle nuter Vliilvirtnng des Violinvirtuosen Jose? Szigeti aus Budapest und unter Leitung des Kgl. Professors Hans Wiuderslein. Lollar, 15. Jiili D-n Veteranen- und Kriege,-Per -in „Ludwig zur Treue" v ia hier, feierte am Sonntag sein -0- jähriges Stisrtiina? » Wegen den diesjährig" »ngiinsl- igen Verhältnissen in Lollar wiiidc von einem größeren Test! abgesehen und i»t Eichwald bei Lollar ein Waldsest gefeiert Gegen 3 Uhr erfolgte der Abuiarsch vom Aereinslokal au? aus den Festplatz. Hier begrüßt der 1. Vorsitzende die Gast, und Kameraden, ganz besonders die von answä ts ersckpe- nenen Mitglieder und brachte ein Hoch auf S. Maj. den Kaiser ans. Bürgermeister Schmidt brachte ein Hoch ans S. Kgl. Hob. den Groftl,erzog ans. Besirksvorst b r Dank sprach über die Geschichte de? Vereins und sei- . Fahne, ivelckie aiis deni Jahre 1742 stammt und brachte ein Hockt ans das deutsckte Vaterland aiis. Finanzrat Dülp von Oppen- heint sprach den Tank für die auswärtigen Mitglieder ii»d fein Hoch galt der Stadt Lollar. Tie Stunden flogen bei Konzert und Gesangsvortragen der Gesangvereine ..Lieder- tafel" »nd Männer-G.'sangverein „Gerniania" rasch bal»: , i Für die Kinder waren Spielplätze hcrgerichlet wordeti -int erhielten sie alte Bretzeln gesenkt. Das Fest, welches ven> Wetter sehr begünstigt war verlief ans sehr scktöne Weise und man ging mit dem Wunsche nach Haiise, daß das 75- Man braucht jetzt zur Durchführung einer Lebertrankur nicht mehr die kühle Jahreszeit adzuwarten, denn Srotts tklttttrtlltEillltlstllll wird im Sommer ebenso leicht vertragen und gerne genommen, wie im Winter. Zudem ist sie durch den Zusatz von Kalk- und Natronsalzen dem gewöhnlichen Trau an Wirkungskraft bedeutend überlegen. Doch immer nur Trott« Knnilno», Riemal« ein« Bachaiimung. ^ JJ ..Römerbrunnen Hervorragendes Tafelwasser, Von Mittwoch den 15. Juli bis inkl. 4. August 1914 Sftison-Ausverküuf, Wir bieten mit dieser Veranstaltung in fast allen Abteilungen unseres Hauses anders günstige Einkayfsvortaüe. Um eine möglichst radikale Räumung aller vorhandenen Saisonbestände zu erzielen, haben wir die Preise je nach Abteilung und Artikel um 10%, 25%, 33%%, 50% LMÄ mehr herabgesetzt. Die reduzierten Preise sind auf dem Original-Etikett deutlich mit Blaustif* vermerkt. Ausserdem gewähren wir während der Dauer des Saison-Ausverkaufes auf alle nicht im Preise herabgesetzten Artikel (ausgenommen Lebensmittel, Schuhwaren, Möbel, sowie alle Marken- und Nelio-Artikel) einen Rabatt von W^ÖNKSR ü CS kWM-ÄZL «III. 163 Sette 2. jährige Stiftungsfest im größerem llnifmig gefeiert loerdcn soll. Heffen-Nassau. * Wiesbaden, 15. Juli. Zur Sicherung des Kraftwagcn- vcrkehrs a» Eisenbahn-Uebergängcn werden von der Staats- cifenbohnverwaltung feit geraumer Zeit Versuche gemacht und zwar auch im Bezirk der Kgl. Preußischen und Eroßh. Hessischen Eisenbahndirctlion. Die nahe den Schranken stehenden Laternen, die das Lothringer Kreuz tragen, werden an einzelnen lledergängc» auf etwa 150 Meter rcrgcrückt. In gleicher Entfernung soll ein großes weißes Schild mit demselben Zeichen über der Straßenmitte aufgehängt werden, das bei Dunkelheit den ansahrenden Kraftwagen-Lenkern in die Augen fällt. Eine ui>» der bekannten Firma Julius Pintsch vorgeschlagcne mit Oclgas gespeiste Blinklatcrne wird schließlich probiert werden, die in angemessener Entfernung vor dem Uebergang steht und durch ihr periodisches Aufleuchten die Wagenführer daraus aufmerksam macht, daß sie sich einem Bahn-Uebergang nähern. Im Anschluß an diese Versuche mit Uebergangs-Ankündigern wird noch zur besseren nächtlichen Kenntlichmachung der Stellung des Schrankcnbaumes versuchsweise ein weißes Schild ohne besonderes Zeichen in seiner Mitte angebracht. Auch dieses Schild erhält seine Beleuchtung vorwiegend von den Scheinwerfern des ansahrenden Kraftwagens. * Kassel, 15. Juli. Nach den neuesten Dispositionen trifft der Herzog und die Herzogin von Braunschwcig und Lüneburg erst Ende Juli zu einem mehrtägigen Besuch der Kaiserin auf kchieß Wilhelmshähe ein. Ans aller Welt. Interessante Herzoperationen eines amerikanischen Arztes. Ein Arzt in Chicago, Dr. Axel Werelius, machte in der amerikanischen medizinischen Gesellschaft interessante Mitteilungen über von ihm im Jahre 1912 an Tieren ausgeführten Herzoperationen. Danach können Abnormitäten des Herzens, wie z. B. zu schmale Oesfnungeu zwischen beiden Herzkammern, aus operativem Wege geheilt werden. Dr. Werelius fand, daß, wenn das Herz infolge schwerer Verletzung nur schwach arbeitet, es erforderlich ist, den Herzbeutel weit zu öffnen, um dem Herzen mehr Bewegungsfreiheit zu geben. Andernfalls ist ein tödlicher Ausgang nicht zu vermeiden. Stichwunden durch das Herz bewirkten nur zeitweise Störungen der Herztätigkeit. Genähte Messerstichwunden heilten in ganz kurzer Zeit. Dr. Werelius machte auch interessante Studien über die Arbeit des Herzens, indem er das Stetheskop unmittelbar an das Herz legte. Zehne Reifende von einer Räuberbande überfallen. Ein Lastautomobil, in dem sich etwa zehn Personen befanden, wurde in vier Kilometer Entfernung von Taurien bei Petersburg von einer Bande von 40 Räubern überfallen. Vier Reisende, unter ihnen der Chausseur sowie ein Spanier und eine »teue Tageszeitung. Mittwoch, den 15. Juli 191» europäische Frau wurden getötrt, ein Eingeborener verwundet. Letzterem wurde ein Betrag von 2000 Mark geraubt. Den übrigen Reisenden gelang es, die Flucht zu ergreifen. Kamps zweier Zigcunerstämme. Zwei Zigeunerstämmc von je etwa 120 Mann gerieten am Samstag an den Ufern der Loire bei Charolles in einen Kampf, bei dem sie mit Revolvern, Mesicrn und anderen Mordwaffen aufeinander losgingen. Etwa 10 Personen wurden verwundet. Zwei erlagen ihren Verletzungen. Die Gendarmen nahmen eine größere Anzahl von Verhaftungen vor. Tödlicher Sturz beim Pferderennen. Die Rennen auf der Freiburger Rennbahn fanden einen tragischen Abschluß. Major von Bülow vom Freiburger Feldartillcrie-Regiment stürzte im letzten Nennen so unglücklich, daß er unter das Pferd zu liegeg kam und schwere innere Verletzungen erlitt. Er starb bald darauf „» Verblutung. Der Verunglückte galt als einer der tüchtigsten Herrenreiter. i-w* Eiugejaridt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Schriftleitung nur die pretzgesetzliche Verantwortung). * Ober-Rosbach. 15. Juli. Wir erwähnten am Samstag die Notiz der Frankfurter „Volksstimme", in welcher ausgcsor- dert wurde, vom Kricgerfeste wegzubleiben und die „Herren" unter sich zu lasten. Wir können jetzt, nachdem das Fest vorüber ist, feftstellen, daß dieser Aufforderung durchweg nicht entsprochen worden ist, sondern daß sich ziemlich die ganze Einwohnerschaft am Feste beteiligte. Rur eine Familie machte eine Ausnahme, die Familie des Herrn Forstmeisters, welche am Freitag abreiste, um ja nicht mit dem gewöhnlichen.Volk I» Berührung zu kommen. Und da wundert sich der Forstmeister noch, daß er so unbeliebt im Orte ist. Wie schön wäre es gewesen, wenn er als Reserve-Offizier die Offiziersdeputation des Friedberger Bataillons empfangen hätte, es wäre manches andere wieder vergessen worden. Das Fest ist nun auch ohne den Herrn Forstmeister gefeiert worden, die Orts-, Schul- und Kirchenbchörden haben alle ihre Schuldigkeit getan und muß ihnen allen auch jede Anerkennung ausgesprochen werden, cs « 010 ° dem festgebenden Verein gewiß lieb gewesen, wenn auch der Forstbehörde hätte der Dank ausgesprochen weiden können, so aber kann er cs nicht, und er muß eben diesen Herrn sich selbst überlassen. Mag es der „Volksstimmc" zur Beruhigung dienen, daß wenigstens der Herr Forstmeister der Aufforderung, dem Feste fernzubleiben, Folge geleistet hot. Er hat aber bewiesen, wie wenig er für seinen Wohnort übrig hat, was man übrigens von ihm gewöhnt ist, denn noch nicht einmal den Wunsch der Bevölkerung, bei der Futterknappheit im Frühjahr und wegen der Eemarkungssperre ein Stück Wald für die Schaswcid« sreizugeben, hat er stattgegcben, er ist und bleibt eben ein steiscr Bürokrat, der nur von sich selbst eingenommen ist und für andere Leute nichts übrig hat. Mil! Landwirte mnMiUMMeif. 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Monovol-Eriech. —.— „ 4'/.% „ Silbcrrenle 83.50 „ 4% Oesterr Goldrente 84.80 „ 3 „ Portugiese» Serie f 63,,>0 „ 3 „ „ „ HI 06.50 „ 4‘/.% Rügen v. 1905 98.00 4% „ „ 190-' 89.05 „ 4% Adnnnistr. Türlen 78.— „ 4% Türlen von 1903 81.80 ,. Türkenlose M. 160.80 „ 4% Ungar. Goldrente 80.40 „ 4 „ Kronenrente 78.60 ,, 3-,,°/.Bueu.-«ir.Pr.«nl. 63.70 „ 4 1 /» 0 /« Chinesen 90.50 „ 47,°/, Japaner 91.90 „ 3% Siiber-Mexilaner —„ 4‘/t% Mer. Irrig. Anl. 68.— „ Berliner Handels Aut. —.— Darmstädt. Bant „ II3L7 Deutsche Bank „ 232.— Deutsch-Astatisch Bank 119.50 „ Berliner Diskonto Komm. Ant. 181.—"/» Dresdener Bant Att. 148.12 „ Mitteld. Creditb. Akt. 115 20 „ Oest. Ereditanst. Alt. 184.50 „ BochumerEußstahl 217.25 . Buderus E.-W. Akt. 103.,0 Deutsch Luxemburg 121.75 „ Eschwctter Bergw. 225.90 „ Eelsentirch. Bergw. 177.25 „ Harpener Bergbau 171.50 „ Phönix Bergbau 228.25 „ Laurahütie —.— „ Griesheim Elektron 240.25 „ Höchst. Farbwerte 459.75 „ Holzverkohlungs-Jnd. 265.— „ Rütgeiswcrte 188.90 Chem Fabr. 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Halste Att. —.— „ Prioatdiskont 2.12 „ Tendenz: behauptet. Londoner Börse. Atchison Topcka Doll. 101.— Southern Pacific „ 98.37 Chicago Rock Ist. „ 1.25 Misi.Kans.u.Tex.R. „ 15.— Union Pacific „ 158.50 U.S.Steel Common,, 62.— Amalgamat. Copp. Doll. 71.— Ehartered Company Lstr. 0.85 Eastrand Proprictary „ 1.26 Eoldfieids „ 2.22 Rand Mines „ 6.01 De Beets Eonsolid. „ 16.44 Die Depofitenkafle Friedberg i. H. empfiehlt sich zur Vermittlung aller liankmiisnigen (ieschiifte. An- und Verkauf von Wertpapieren an allen Börsen. erhält Kat, Zeichnungen und Kosten vorn nach Inge von Anton Neubauer, Architekt Billige, solide, zweckentsprechende Bauweise. Flechten. Es wird Sie interessieren, jii erfahren, daß Ihre Dun-Salh« meine Hände von einer Art nässenden Flechte nad, 3-wöchigem Gebrauch befreit hat, nachdem ich über ‘i, Jahr mit allerhand Salben vergebliche Versuche gemacht hatte. 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