Nummer 162 ___Dienstag, den 14. Juli 1014. 7 . Jahrgang ~' c ,Tageszeitung" ci djtint irden Sl'cittag. Regelmäßige Beilagen „Bcr Kauer au» Helfen", „l>ie ZpinnSubc". Kezugapreis: Be, den Postanstatten vierielzährlich Mk. i/JE Ui ten Agenten monatlich 50 Mg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anicigrn: Erundzcile 20 Pfg., lokale 15 P,g, Anzeigen von auswärts werden Lurch Postnachnahm: erhoben Ersüllungsott Friedberg. Kchriftleitung und Verlag Friedberg lHcsten), Hanauerstratze 12. Ferniprechcr 48. Postscheck-Lonto Sir. 4859, Amt Franlsurt 0 . M. Drbcrsicht. — Gestern mittag ereignete sich in Frcndcnstadt ei» schweres Automobilunglück. Auf einem Abhange kam das Automobil des Ingenieurs Arbogast aus Straßburg ins Schleudern und überschlug sich zwei Mal. Tic Frau des Besitzers Arbogast war sofort tot: er selbst erlag nach einer Viertelstunde seinen schweren Verletzungen. Ein dritter Insasse kam mit leichteren Verwundungen davon. — Ein schwerer Unfall ereignete sich in Vitty-Ies» Rciins beim Legen von Flatterminen. Fünf Soldaten wurden in den Gängen, man vermutet infolge von Ausstrvmcn giftiger Gase, erstickt aufgesundcn. Zwei von ihnen waren bereits tot, die anderen drei befinden sich in lcbensgefähr- lichem Zustande. — Ein Soldat des zweite» französischen Jägcrbatoil- lons wurde gestern bei einer Ucbuug infolge eines Hitz- schlagcs vom Wahnsinn befallen. Er zog seinen Säbel, schlug zwei Pferde nieder und griff sodann seine Kameraden an, von denen er mehrere verletzte. Es gelang nur mit Mühe, den Wahnsinnigen zu überwältigen. — Wie erst jetzt bekannt wird, ist es im Ulstcrgcbict am vergangenen Samstag zu blutigen Zusammcnstöilcu zwisäzen Nationalisten und Unionisten gekommen. In Kil Hey in der Grafschaft Berry gerieten Anhänger dieser bei- den Gruppen in ein Handgemenge. Glücklicherweise waren jedoch die meisten von ihnen unbewaffnet, sodaß die Verletzungen die eine große Anzahl der Streitenden erlitten haben, nicht sehr ernstlich waren. — Nach dem Gottesdienste fand man gestern Abend in London in der Kirche eine Bombe. Glücklicherweise war die Zündschnur erloschen. Im anderen Falle wäre eine unheilvolle Explosion erfolgt, während das Publikum sich noch in der Kirche befand. Eine Suffragette wurde unter der Beschuldigung verhaftet, den Anschlag versucht zu haben. — Zu dem Staatsbegräbnis des russischen Gesandten von Hartwig das in Belgrad statttindet, ist gestern die Ww. des Vorstorbcncn eingrtosfcn. Hartwig wird neben dem ehenialgcn Minister Milanowitsch bcigcsetzt. Ein besonderes Zeremoniell wurde für das Leichenbegängnis ausgearbeitet. Tie Kosten werden von der serbischen Regierung bestritten. Tic serbischen Minister heben den Sarg vom Wagen und tragen ihn in die Kirche hinein, die srcindcn Diplomaten aus der Kirche heraus. — Nach einer Meldung der „Franks. Ztg." aus Kon- stantinvpel bestellte der türkische Marineministcr Dschemal Pascha während seines Aufenthaltes in Frankreich 30 Hydro- Acroplane 14 Torpedoboote und vier Unterseeboote. — Es verlautet, daß der Kricgsminister nach Notierung der jetzt abgeschlossenen Anleihe einen außerordentlichen Rüstungskredit von 100 Mill. verlangen wird. Am Ende? Der Hansabund scheint, wenn nicht alle Anzeichen trügen, langsam an Rückenmarksdarre, d. h. am Talles cin- zugehcn. Ein klägliches Geschick, das er mit seinem 1901 gegründeten Vorgänger, dem Handelsvcrtragsvcrcin teilt. Und doch führten beide den klingenden Namen: Porte- nronnaie-Dercin. Reichlich flössen ihnen die Mittel zu. Alle? was liberal dachte in Handel und Industrie schickte Herrn Rießer die braunen Lappen um die verhaßte „Agrar- demagogic" zu bekämpfen, wie sic seinerzeit die Herren Goldberger und Jacob erhielten, uni 1003 handclsvertraas- srcundliche Wahlen zu machen. Aber 1003 brachte den Freihandelsleuten einen Mißerfolg. Nur spärlich sickerten die Goldgucllen, mit deren Hilfe der Handelsvertragsvere.n sein Dasein als kleine Anskunstsstelle kläglich fristet. Großzügiger packte Herr Jacob Rießer die Sache an. Er verstand es aus dem ff die Reklametrommel zu rühren, ’ 1909 schon begann er, wo die Wahlen noch weit im Felde lagen. Und alles strömte ihm zu, alles war einig, Pri>a- pale, Angestellte, Arbeiter, Schwcrindustrtellc und Weiß- krämer, Jandorf, Tictz und der MittelstairdSobcrmeistcr Rahard. Und alle waren einig, einig ,im Kampf gegen rccbiS, den Herr Rießer der Präsident, das Verdienstvolle Mitglied des Zcntralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens proklamiert hatte. Deutschland harte der Taten, als deren erste gepriesen ward die Bcrösfentlichung ganzer Wagenladungen von : a- tcrial über den verwerflichen Boykott des Bundes de" Landwirte. Man harrte nicht vergeblich. Tic Anklage» kamen. Aber nicht der Bund der Landwirte, nein der Hansalnind wurde der Sünde geziehen, Boykott verhängt zzn haben. Und das von feinen eigenen Angestellten, die, weit über 30, sich sogar zu einem „Schutzverband ehemaliger Aa.ee- stelltcr und Mitarbeiter des Hansabundes" z»s"nn:i schlosse» um sich gegen dessen „Verdächtigungen, Vcrlenni- düngen und Unterstellungen" zu wehren, gegen den Boykott, den der Rießerbund über sie verhängt batte. Schon damals drohten dem Hansabund nämlich die Gelder a: . gehen, trotzdem die leitenden Geschästsiührer bescheiden: Ge- hältcr bezogen. Herr Direktor Knobloch 40,000 Mark und Herr Assessor Kleefeld gar nur 18,500 Mark. Mit vollen Segeln ging dann noch die Hansabundsfregatte in den Wahlkanipf 1912. Geld spielte damals fiir Herrn Rießer und seine Getreuen keine Rolle, Börsen- und Bankleute geizten nicht, und stolz konnte Herr Rießer rühmen, des Hansabundcs rotes Gold habe mehr als 100 Abgeordneten nach Berlin verholfen. Was machte cs, daß unter der Süddeutschen Pcchmann und Nötiger Führung die rheinische Schwerindustrie den Hansabuud verlassen hatte, daß andere ebenfalls den bedingungslosen Kampf gegen rechts und das Paktteren init den Sozialdemokraten nicht mitmachcn wollten und abschwcnktcn. Man hatte ihr Geld weg und erhielt täglich neuen Zuzug. So wenigstens Vers . rlc das Direktorium: Zahlen und Namen, mit denen cS sonst so geprunkt, verschwieg cs aber wohlweislich. Immer lecker wurde das Schisflein Hansabund. Tie von seinen Gnaden gewählten Abgeordneten erfüllten nur wenig die aus sie gesetzten großen Erwartungen, Herr Ric- ßcr reiste Wohl noch im Lande umher, doch seinen Reden fehlte der wagemutige Schwung, lind Herr Ravcnä, der einst im Sportpalast sein wuchtiges „Wir lassen nicht ans uns herumtranipcln" hinausschmctterte, war ganz verstummt. Unwidersprochen ließ der sonst so berichtigungs- frcudige Bund die Meldungen, daß täglich die körperschast- lichcn Mitglieder ihre Beiträge herabmindertcn oder ganz austrälen. Und nun verlassen die Natten das sinkende Schiff, die Kogge treibt an den Strand und wird elend versanden. Herr Rießer selbst teilt schon sein Interesse zwischen deni Hansabund und dem Deutsch-Italienischen Wirtschaftsverein. Und die andern? Ihnen wird die Han- sabundsplankc zum Sprungbrett. Wie einst Dr. H. Schacht aus dem krankenden Handelsvertrags-Verein in den Sessel eines Bankdirektors sprang, so springt Herr Dr. Kleefeld mitten unter die Aufsichtsrätc. Er wird einem Berliner Hotel-Unternehmen und einer Terrain- und Bau-Akticn- Gesellschaft seine Kräfte weihen. So ist denn das stolze Unternelmten, das mit Geld und Reklame künstlich wie ein Riese aufgcpäppclt wurde, heillos erkrankt an der Auszehrung. Wenige nur werden ihm Tränen nachweincn, die aber gründlich. Die Handwerker nämlich, die nun nicht erleben, ihre Buchfordcrungen mit seiner Hilfe diskontieren zu können, damit die Banken die Spesen erhalten und des Riesen Angst- und Notkind: der Bauernbund! Wer wird ihn nun aus seinen Nöten helfen, wenn der Vater liquidiert? Wann macht Herr Dr. Böhme den Sprung, den Herr Kleefeld bereits getan, den Herr Hestermann ablehnte? — Kurz und unerfreulich ist die Geschichte des Hansabundes und wer sic schreiben wollte, fände bequem Platz in einem Notizbüchlein. In eins von denen die der Hansabund anfcrtigen ließ durch Vermittlung der Warenhauscinkäuferfirma Hecht u. Pfeiffer, die diese unter Ausschaltung des Handwerks im Zuchthause arbeiten ließ. Eagesirversschl. Deutsches Acich. Ein neuer Berggcietzcntwurs. Ein netter Bcrggcsetzenl- lvurs über die ttcbcrtraguug des Rechts zur Aufsuchung und Gewinnung der Steinkohle an ordere Personen bcsindet sich bei den zusiündigcu Ressorts in Vorbereitung, um »ach seiner Fcrttgstcllung d::n Landtag« zur Beschlußfassung vorgelegt z» werden. Es ist zu erwarte», daß sich die Bergbaudcputatioa, die über berguitsichestliche und bcrgrechtliche Fragen gehört wird, mit der Lzorlage vorher befassen wird. Der Entwurf enthält Bestimmungen, die die Frage regeln sollen, unter welcher Voraussetzung und in welchem Verfahren ein Privater das Recht der Ausiuchung und Gewinnung von Steintohle erwerben tann. :: Der Durifacarannte als RaUcnalheld. Der Karikotnrist Waltz ist in Gerardmcr in den Vogesen cinzctrosscn und erklärte einem Berichicrstaticr, er Hobe gehasst, in Leipzig Rich- ler zu siudcn, und scine ganze körperliche und geistige Krost zuior/.uiengenoinmc». Jetzt sei er damit zu Ende. Er sei erschüttert bei dem Gedanke», welche Folgen das Leipziger Erteil rür seine elsässijche» Freunde hoben werde. Wenn er sich stark genug suhle, werde er sich seinen Häschern noch stellen. Aus ihnl die Hand, Rußland. :: Drohende Lholrra. Rußland ist uon der Cholera bedroht. Einzelne Falle der Erkrenulng an der asiatische» Seuche werde» aas Eheräo» und Kanicncz-Podols! gemeldet. Ei» Te l der Kranken ist gestorben. Fas! aus olle» Gouvernements wird Ausbruch der Ruhr gemeldet. I» Petersburg werde» täglich tjunUr - tc» Magenkranken in die Krankenhäuser gebracht. Boi'der tropischen Hitze, die jetzt in Rußland herrscht, töi.ncn d.c Epidemien sehr gesuhrlich werden. Amtlich wird zwar erklärt, daß in de» Dnrmcrlrankungen keine Sympwire der Eholcra zu «blicken seien, »bcr das Publikum glaubt cs »üh:, da nlche Etklärunge» stets vor dem Ausbeuch der Ehe- lcra vereilenilicht worden sind. Italien, :: Die Eiuberusung der italienischen Reservisten. In Wiener gutunlcrrichtctcn italienischen Kreisen ist bis heule leine offizielle 'Nachricht aus Rain über die Einberufung der Reservisten eiiigetrosfc». Man glaubt aus diesem Grunde nicht, daß die Eiuberusung auf politische Erwägungen znrüilzusührcn sei. Vielmehr ist man der 'Ansicht, daß er sich um eine gewöhnliche Wassenübung handelt. Aus der Wiener griechischen Gesandt schast wurde einem Redakteur des „Reuen Wiener Tag-bl." crllart: „lins ist über die italienische Reservisten Einbcrusnng Ossiziest nichts bekannt. Bestimmt können wir nur erklären, daß die griechische Arinee an den Kümpfen im Epirus oder sonstwo in Albanien in keiner Weise beteiligt ist. Kricchen- tand kan» danach durch die Vorgänge in Italien nicht berührt werden, und demgemäß kann sich die italienische Mobilisierung auch nicht gegen unser Land ruhten. Wir können lediglich nur die Vermutung äußer», daß die neuerlichen militärischen Maß- nahincn Italiens mit den Ereignisse» in Albanien selbst ZU saminci,hängen und durch diese herrorgeruscn, sich auch na: gegen diese lehren Serbien, :: Herr von Hartwig ermordet? Der „Petit Parisien" erhält folgende Depesche aus Belgrad: Hier erhält sich mit Hart- näckigleit das Gerücht, daß der russische Gesandte von Hartwig, der vor drei Tagen im Gebäude der österreichisch-ungarischen Gcsanatschast plötzlich verstarb, vergiftet worden sein soll. Die- scs Gerücht hat große Aufregung, besonders in den unteren Schichten der Bevölkerung hervorgcrufen. Die serbische Zeitung „La Tribnha" beschuldigt Oesterreich-Ungarn in aller Form, Herr» von Hartwig ermordet zu haben. Eine andere Zeitung behauptet,, daß sehr wichtige Dokumente, die Hartwig bei sich geführt hätte, auf der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft verschwunden seien. — Bei den biederen Serben kann inan woh! auch das Wort anwenden, man sucht Niemand hinter'», Ose», wenn man nicht schon selbst dahinter gcsesicn hat, :: Falsche Alarmgerüchte i» Belgrad. Aus Belgrad wird telegraphiert: Borgcstcrn Abend brach in der österreichisch, ungarische» Kolonie eine förmliche Panik aus. Es verbreitete sich das- Gerücht, daß die Serben wegen der Angrisfe gegen die serbische Bevölkerung in Bosnien und insbesondere in Sata- jewo an den hier lebenden Oestcrreichcr» und Ungar» Verzcl- tung nehmen wollen. Es wurde mit Bestimmtheit behauptet, daß für die Nacht ein allgemeiner Angriss beabsichtigt sei. Obwohl äußerlich in der Stimmung der Belgrader serbischen Bevölkerung keinerlei Anzeichen vorhanden waren, die dieses Gerüchte als nur einigermaßen wahrscheinlich hätten erscheinen lasse», so wurde» sie doch insbescndcre von dem einfacheren Publikum geglaubl. Es bemächtigte sich derselben eine große Besorgnis und viele schickten ihre Familien nach Semlin, um sie dort die angeblich kritische Nacht verbringen zü lasten. Andere, die leine Zeit mehr zur Flucht hatten, eilten aus die österreichisch-ungarische Gesandtschaft und das österreichisch- ungarische Konsulat, wo sic mit Bereitwilligkeit ausgenamme» wurden. — Die Nacht verlies jedoch ruhig. — In Regicrungs- (tcifcn wird erklärt, daß die Besorgnis der österreichisch-ungarischen Kolonien vollkommen grundlos sei. Albanien. :: Die Stellung des Fürsten von Albanien gesicherter. Der vorgestrige Nationalrat erweckte, nach einer Meldung dcr „Frankfurter Zeitung" aus Durazzo, durchaus den Eindruck, daß die Stellung des Fürsten jetzt gefestigter sei als zuvor. Ans Gesprächen, die der Korrespondent der „Franlf. Ztg," mit verschiedene» Diplomaten hatte, hat dieser die Ueberzcuguna gewönne», daß nur eine sehr energische Aktion gegen Griechenland befielt Armee albanisches Gebiet verheert, größeres Unheil v:r,neiden tann. — In Durazzo ist die Lage unverändert Ein ofscnsichtlich unter dem Einfluß der schlechte» Nachrichten an- Siidalbanien von der Regierung an die Aufständischen kntsandte Parlamentär wurde von diesen mit dem Bc- mcrlcn zurückgcschickt, sie hätte nicht mehr zu verhandeln. Ein lkingriii aus Durazzo scheint nicht mehr beabsichtigt, jedoch ist Balona von den Aufständischen und den Epiroten, die mit den Ausständlschen im besten Einvernehmen leben, bedroht. Major Mellen und Wallcnhofcn find aus Caritza In Durazzo einge» t.esteii. Die mohamedanischcn Häuser in Eoritza und die Dör> ser der Ilnigcgend sind nicdcrgebrannt. :: Albanische Nutabcln sür de» Fürste». Am Samstag fand unter dcm Vorsitze dcS Fürsten eine große Vcr- sanmiliing von Notabel» statt, an welcher Prcnk Bibdoda, JSniael Kemol und etwa 40 angesehene Vertreter aus Nord- Mitte!- und Südalbanien teilnahmen. Bei dieser Gelcgen- I'cit kam es von verschiedenen Seiten zu Sympathiekund- gebiingei, sür den Fürsten. Am bemerkenswertesten sprach sich in dieser Hinsicht Jssat Boljctinatz aus, dcr erklärte, obwohl der Fürst nicht aus »nsorer Wahl hcrvorgegangcn ist, sonder» uns von Europa bestimmt wurde, halten wir ircu z» ihm. Sollte sich der Fürst gezwungen sehen, uns veE.v'seu, so möge ein anderer das Mandat nicht über- nehmcn. Am Schluß der Beratung folgte eine abermalige .- Syi..k .ndgebung sür den Fürsten. Das Ergebnis ' der Beraiue.g wurde von allen Teilnehmern als überaus j b.-sricch.-end bezeichnet, da in ihrem Verlaufe die voll- \ stände. e ttcUrrmüimmtina zwischen den mohammedanischen Nr. 162 »reue Tageszeitung. Dienstag, den 14. Juli 1314 Seite L »nd katholischen Teilnehmern zutage trat, ihren Fürsten zn stützen. China !: Wachsen der Revolution. Die Regierung ist von den Meldungen über de» Ausbruch der dritten Revolution im Lüden sehr beunruhigt. Die revolutionäre Streitmacht wächst öglich. Aus Shanghai begeben sich täglich ungeheure Mengen Freiwilliger nach dem Süden. Iuanschikai ersuchte die englischen Konsuls, die revolutionären Freiwilligen am Landen -1 verhindern, aber diese Maßnahme dürste keinen Erfolg haben. Da Suniatsen sich in China, Amerika und Japan bedeu- iendc Geldmittel beschafft hat, besteht für die Sache der Revolutionäre keine schlechte Aussicht. :: Schijsstatastrophe. Ueber dir Explosion, die sich an Dord res chinesischen Kanonenbootes in Shanghai ereignet hat, wird oon der „Times" weiteres gemeldet: Die Explosion ereignete sich oberhalb der Pulocrvorratslammer und unterhalb der Schlasräume. Der Schissskapitän und 3b Mann der Besatzung wurden buchstäblich zerrissen. Mehrere Ossiziere und Matrosen wurden schwer verletzt. Ein großer Teil des Verdecks vurde aufgeristen. Das Krachen der Explosion war kilometee- vcit hörbar. Ueber die nähere Ursache der Katastrophe hat ,ich bisher nichts Bestimnrles seststcllcn lasse». Mexiko. :: Huertas Abdankung. Der frühere Unterstaatssekretär im mexikanischen Ministerium des Auswärtigen, Estva Ruiz, ist aus der Hauptstadt kommend in Weracruz eingetrossen. Er be- hautpet cbensalls, dag Huerta abdanien werde. Der Minister des Auswärtigen, Earvajal, der dann provisorischer Präsident werden würde, sei den Revolutionären willkommen. Dies wird jedoch von Carranza in einem nach Rewyork gesandten Telegramm bestritten. — Die Rewyorker Morgenblätter be- jwciseln den angeblich bevorstehenden Rücktritt Huertas. Ucinscht i)cr Vereichtell Söttiimirtc. Die Zahl der Anmeldungen jür die Rhetnsahrt am 18. d. Mts. hat nunmehr irr erreicht. Zu unserem Bedauern mutz die Liste nunmehr geschlossen werden, da die Anmeldungen zu dem Sonderzug und dem Dampfer bereits abgegangen sind. Ans der Heimat. • Fricdberg, 14. Juli. (Sommeru-chtsscst aus der kecwiese.) Wie aus dem Anzeigenteil bekannt ist, veran- stelltet der rührige Gastwirt Gustav Semps am Mittwoch abend ein Sommer nachts sc st aus der Seewiese, das mit einem großen Brillantseuerwerk verbunden ist. Der Gedanke wird gewiß von der hiesigen Bevölkerung mit Freu- den begrüßt werden, die sonst zn derartigen Veranstaltungen nach Bad Nauheim fahren mußten. Hoffentlich ist das Wetter gnädig und der Besuch ein derartiger, daß der Der- «mstalter mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Der Be- ginn des Festes ist auf 6 Uhr festgesetzt. > Fxikdberg, 14. Juli. Die Maul- und Klauenseuche herrscht fort in Groß-Bieberau und Reuntirchen, Kr. Die- bnra, in Hüttcnthal und .Hainstadt Kr. Erbach, in Affolter- Sich imd Siedelsbrunn Kr. Heppenheim, in Seligenstadt, ur. Offenbach, in Rodheim Kr. Fricdberg, in Welgesheim skr. Alzey, in Ober-Jngelheini, Schwabenhcim, Grotz-Win- ternbeiui, Troinersheim, Elsheim und Bubenheim, Kreis «singen. Die Seuche wurde festgestellt in Stadecken Kreis N.rinz, und in Zotzenheim Kreis Alzey. * Friedberg. 14. Juli. Se. Kgl. Hoheit hoben allergnädigst g. 'ruht, am 11. Jnli den Gerichtsasiessor Ferdinand Will-N- h, scher in Friedbcrg zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim. ferner den Amtsrichter bei dem Amtsgericht L.'ffch Amtsgerichtsrat Adolf Plagge zum Amtsrichter bei ).'»! Amtsgericht Ossenbach, den Geiichtsayeyor Dr. Otto Lem- ser -n Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ulrich- f .in, den Gerichtsassessor Sans Becker in Lich zum Amtsrichter bei den, Amtsgericht Dieburg, den Eerichtsasiesior Karl Theo- o,r Hager in Offenbach zum Staatasnwalt am Landgericht tn Provinz Starkenburg, den Gerichtsasiesior Ferdinand Lutz in Büdingen znm Amtsrichter bei dem Amlsgevicht Worms, den Gerichtsasiesior Hermann Braun in Wöllstein zum Amtsrichter der dem Amtsgericht Lorsch zu ernennen. * Friedtcrg-Finierbach, 14. Juli. Herr Jean Schmidt und Ehefrau gcb. Hoos, früher hier wohnhaft, Gutsbesitzer in Rüdigheim feiern heute das silberne Horhzeitsfest. Wir gratulieren! und hoffen, daß es der» Jubelpaare in der neuen Heimat ebensogut gefällt wie in der alten. Glück auf zur Goldenen! * Friedbecg-Faucrbach. 14. Juli. Unsere gestrige Notiz bctr. das Turnfest in Bleichenbach berichtigen wir dahin, datz autzcr den dort ausgesührten Turner, Friedrich Sänger in der llnkerstufe den 28. Preis mit 103 '/• Punkten errang. * Nieder-Rosbach, 14. Jnli. Ein heftiges Gewitter entlud sich gestern über unseren Ort. Donncrschlag folgte auf Donncrschlag. Bei dem Wagner Karl Eckhard fuhr der Plitz an der Schencrwand herunter »nd tötete ein im Stall befindliches Rind und eine Ziege. Zwei nebendran stehende Kühe blieben nnbeschädigt. * krirgervcrcin-scst zu Obrrroslxrch. In »nserm gestrigen Bericht ist über einen wesentlichen Teil des Festes nicht berichtet worden, nämlich über die Festrede. Sie wurde rrir Kamerad Tb. Reuther gehalten und erweckte durch ihren wnrinen nationalen Grundton allgcnreinc Bcgeister- img. Unser Bericht wurde von Herrn Reuther versaßt, der — wie wir nieinen — aus übergroßer Bescheiden feit, s.une Festrede nicht erwähnt hat. Aber Ehre denr Ehre gebührt! - Holzhaus«» v. b. H.. 14. Juli. Hier fand am Samstag u.ter leb, reaer Beteiligung die Bciacordnctenwabl statt. Die Liste der bürgerliche» Partei trug de» Sieg davon. Es entfielen auf den Kandidaten Lorenz Kitz V., Landwirt 137 Et., während der Gegenkandidat, der Weitzbinder Johs. Wall V., nur 65 Stimmen auf sich vereinigen konnte. * Bad Nauheim, 14. Juli. Morgen Mittwoch nachin. von 3y 2 — 4% Uhr abends von 8—10 Uhr ist auf der .Terrasse Konzert der Kurkapelle. Das Abcndkonzert steht unter Leitung des Königlichen Professors Hans Winderstein. Nachm. 6 Uhr linier dem Protektorate I. K. Hoheit der Grobherzogin: „Ein Nachmittag in der Duncan-Schulc" zum Besten des Alice-Fraucnvereins. Abends 8 Uhr im Knrhaussaale Theater: „Pygrnalion, Komödie in 5 Akten von Beruard Shaw. * Södrl, 14. Juli. .Heute feiern die Eheleute Maurer- meistcr Philipp Lamotte und Frau Elisabcthe geb. Schmidt das Fest der filberncn Hochzeit. Möge cs dem Jubelpaare vergönnt fein, dereinst auch die Goldene in derselben Rüstigkeit und Frische feiern zu können. * Frankfurt a. M-, 14. Fuji. Einen eigenartigen Ort zu seinen! Selbstmord wählte der 25jährigc Kutscher Geis. Als seine Braut am Sanrstag Abend in ihre Wohnung hcinrkehrte, fand sie den Bräutigam am Bettpfosten erhängt vor. Was den jungen Mann in den Tod trieb, konnte roch nicht ermittelt werden. * Frankfurt a.M., 14. Juli. Ueber Frankfurt ging gestern Nachnrittag ein etwa einstündiges Unwetter init wolkenbruchartigem Regen nieder. In den niedrig gelegenen Stadtteilen drang das Wasser in vielen Kellern ein, wo es teilweise erheblichen Schaden anrichtete. Sämtliche Löschzüge der Feuerwehr mußten znm Auspuinpen der Keller herbeigerufen werden. In einen, Hause der großen Fricdbergerstraße setzte das Wasser den Motor eines elektrischen Auszuges außer Tätigkeit. Die im Fahrstuhl befindlichen Personen wurden durch die Feuerwehr befreit. Der Blitz schlug wiederholt ein, zündete jedoch an keiner Stelle. ' Frankfurt a. 14. Juli. Im Stadtteil Oberrad wurden gestern Nachmittag zwei Kinder des Kriminalwacht- meistcrs Konrad Scheib vom Blitz getroffen und sofort getötet. Die Kinder, ein 14jähriges Mädchen und ein 12- jähriger Knabe, waren mit ihrem Vater bei Gartenarbeiten beschäftigt, als sie von dem Gewitter überrascht lvurden. Alle drei stüchteten in ein Gartenhaus. Plötzlich schlug der Blitz in einen vor dem Hause stehenden Baum und von hier in das Haus. Die Kinder wurden auf der Stelle getötet. Der Dater erlitt erhebliche Verletzungen und wurde schwer betäubt. Doch gelang es der Rettungswache nach längeren Bcniühnngen, ihn ins Leben zurllckzurufcn. Tie Leichen wurden denr Sachsenhäuser Friedhof zugeführt. * Fraaksurt o. M„ 14. Juli. Am Mittwoch, den 15. Juli abends 8 Uhr findet >m Albert Schumann-Theater als letzte Novität der Theatersaison die bestbekannte Eesangsposie „Flotte Weiber" von Leon Treptow flott. Diese Posie, zu welcher Franz Roth eine reizende fesche Musik geschrieben hat, umsatzt eine Reihe heiterer urdrolliger Szenen und düffte mit dieser Posie der Theatersaison des Schumann-Theaters ein würdiger Abschluß gesunden sein. Am 1. August beginnt die zehnte Barietesaison mit einem für Frankfurt vollständig ne»en internationalen Sensationsprogramm. Hesien-Naffau. * x Usingen, 14. Juli. Die Eheleute Eg. Zitzer dahier begingen in voller Rüstigkeit die goldene Hochzeit. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubiläumspaar durch Herrn Dekan Boh- rrs-Usingen die von Er. Majestät gesttstste Ehe-Jubiläums- nrcdarlle überreicht. Herr Zitzer steht im 79. Lebensjahr, ferne Ehefrau ist vier Jahre jünger. Zitzer ist einer der wenigen noch lebenden Altnasiauer, die bei der Nasiauischen Artillerie in Wiesbaden ihrer Militärpslicht Genüge geleistet Ans aller Well. Eine vielseitige Ortschaft. In der Nähe von Bergedors bei Hamburg liegt der vielbesuchte Ausflugsort „Fährhaus Jägcrbronnen". Der Ort wurde vor etwa 25 Jahren erst gegründet, ist aber wohl die vielseitigste Gemeinde Deutschlands. Davon gibt die Ansichtskarte, die täglich in hunderten von Exemplaren von dem Fährhaus in die Welt geht, folgende originelle Zusammenstellung: „Fährhaus Jägersbronnen, beliebter Ausflugsort, gegründet 1889, an dem Fußwege zwischen dem hamburgischcn Städtchen Bergedors und der holsteinischen Ortschaft Reinbek gelegen, gehört zu der lauenburgi- schen Dorjfchaft Wentorf und zue Kirche Hohe »Horn: die Kinder gehen in Bergedors zur Schule, werden in Steinbek konsir- miert und genießen in Reinbek den vorbereitenden Unterricht. Tie Kgl. Regierung Hat ihren Sitz in Schleswig, der Landrat wohnt in Ratzeburg, der Amtsoorsteher in Schwarzenbek, der Eendarineriewachtmeister in Fricdrichsruh, der Bezirlsfeld- webel in Lübeck. Die Steuern werden in Kröppelshagen bezahlt, der Steuereinnehmer wohnt in Laucnburg und der Ec- richlsvvrlzicher in Trittau." Nach unserer Erlundigungen trifft zwar Verschiedenes nicht mehr zu, aber doch verlangen die Jögeisbronner Gäste immer wieder den Nachdruck der alten Beschreibung, um sie als Postlarten in alle Welt zu schicken. Der Jägersbronner Privat-Postbrieskasten nimmt an einem Tage oft gegen 1000 Postkarten zur Beförderung auf. Ein verfchlics Gcschworenc» Urteil. Ein merkwürdiger Zwischenfall trug sich gestern vor dem Schwurgericht in Air (Frankreich) zu. In denr Prozesse gegen einen gewitzen Gignel, der unter der Anklage stand, seine Frau in Marseille aus Eifersucht erschossen zu haben, sprachen die die Geschworenen ihn mit 7 gegen 6 Stimemn schuldig, woraus er z» sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Nach Schluß der Verhandlung erklärte einer der Geschworenen, daß er sich geirrt habe und geglaubt habe, mit seiner Stimmabgabe iür einen Freispruch gestimmt zu haben. Demnach ist der Angeklagte nur durch einen Irrtum venrrtcilt worden. Tie Ai'.aclcgenbeit ist dein Justizminister zur Bcaulachtnna nr- tcrbreitet worden, der wahrscheinlich eine nochmalige Ber- Handlung anordnen wird. Mord und Selbstmord. Ein Spaziergänger hatte am Montag in einer Schonung cm der Ehaussee zwischen Fried- richshafcn und Scho,reiche einen jungen Mann nnd ein j»n- ges Mädchen an einem Baume sitzend gesunden. Als gestern der Mann an der gleichen Stelle vorbciging, fand er zn sei- ner großen Uebcrraschimg, daß die beiden noch imnrer in fast derselben Stellung am Baunie sich befanden. Als der Spaziergänger nähertrat, beurcrkte er zu seinem großen Schrecken, daß der Mann bereits tot war, auch seine Begleiterin, die dicht neben ihm saß, schien leblos. Infolge dessen eilte der Entdecker dieser Tragödie nach Fricdrichshafen und benachrichtigte die Polizei, die sich mit einem Arzte an Ort nnd Stelle begab. Das Mädchen hatte eine Schußwunde an der Schläfe aufzuweisen und seit Montag mit der schweren Verletzung am Baume bewußtlos gelegen. Der Zustand des Mädchens, das noch Lebenszeichen von sich gab, ist hosfnungS- los. Der Mann wies ebenfalls Schußwunden auf. jedoch war dieser bereits tot. Er muß bereits am Montag der Schußverletzung erlegen sein. Familicirtragödic in Hamburg. Eine Familicniragödie hat sich letzte Nacht in Hamburg in der Angcrsttaße zuge- tragen. Der 25 Jahre alte Arbeiter Otto Gebhardt bat seine um 1 Jahr jüngere Frau, mit der er erst seit dem 31. STOärj verheiratet war, im Bette erschossen nnd dann die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Das Bett sing Feuer und die zu Hilfe gerufene Feuerwehr fand die beiden Leickxn, bc- reits stark verbrannt vor. Das Motiv der Tat ist unbekannt da die Leute in glücklichster Ehe lebten. Ern Str»«rbeamter vo» Hunden zerfleischt. Ein furchtbare, Ereignis hot sich in Mont de Marfac bei Paris abgespielt. Ein Steucrbeamter hotte sich auf das Schloß der Baronin de Ravailles begeben, um Steuern cinzukafsieren, als er beim Betreten des Parkes von zwei mächtigen Doggen angefallen wurde. Der Beamte versuchte, sich nach Kräften zu wehren, die Hunde stürzten sich jedoch von zwei Seiten auf ihn, warfen ihn zu Boden und zerfleischten ihm das linke Bein und die Arme in entsetzlicher Weis«. Sie schickten sich eben an, ihrem Opfer die Kehle aufzubeißen, als ein Diener, durch die Hilferufe des Unglücklichen herbeigczogen, dazukam und den Beamten von den Bestien befreite. I« hossnungslosem Zustand, wurde der Steuereinnehmer nach seiner Wohnung gebracht. Neueste «ud Dralflnachrichlerr. i Ein Massenmörder. ,, Bcrgano, 14. Juli. Ein 50jähriger Einwohner von Bergano, namens Sinonc Fianetta, befand sich gestern in dem Nachbardorfe San Giovanni Bianca am Krankenbette seiner Mutter. Plötzlich ergriff er ein Gewehr und tötete den die Mutter behandelnten Arzt Dr. Moralr. sowie den gleichfalls anwesenden Priester Paleni. Er entfloh sodann aus der Wohnung und eilte zum Bürgermeisteramt Dort tötete er den Sekretär des Bürgermeisters Tindici und dessen Tochter Baleria. Auf der Flucht ins Gebirge traf er noch einen anderen Magiskatsangestellten, sowie Len Bruder des getöteten Sekretärs. Auch sie wurden erschossen. Augenblicklich wird er im Gebirge von zahlreichen Garabinieri gesucht. Die Bevölkerung erklärt, daß es sich um einen Akt furchtbarer Bluträche handele. Die Aufregung aller Orten ist sehr groß. Die Mutter Pianottis liegt infolge der Aufregung hervorgcrufcn durch die tragischen Szenen, im Sterben. Poliffsche Unruhen in Portugal. Lissabon, 14. Juli. Gestern ist es hier und in Oporto zu schweren politischen Unruhen gekommen, deren Grund besonders in der Feindschaft zwischen der demokratischen und fortschrittlichen Partei liegt. In Lissabon hatten gestern nachmittag die Fortschrittler, Sozialdemokraten und Anarchisten ein großes politisches Meeting abgchalten. Rach Schluß der Versammlungen gerieten die Teilnehmer in ein Handgemenge. Auch die Anhänger anderer Parteien mischten sich in den Stteit, 'Revolver wurden gezogen und es entspann sich ein erbitterter Kampf, in dessen Verlaus mehrere Personen verletzt wurden. Berittene Gendarmen gelang es init großer Mühe, die Streitenden zn trennen. Aehnliche Vorgänge spielten sich in Oporto ab. Man bc- fiirchtct nue Unruhen, da binnen kurzen die Wahlkampaonr ihren Anfang nehmen wird. Geschäftliches. Wie unsere verehelichen Leser aus dem Inseratenteil der morgigen Nummer unserer Zeitung ersehen wollen, beginnt der Inventur-Ausverkauf des Schuhhauses Ehrlich in welchem äußerst günstig eingekauft werden kann. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wolkig, bis auf Eewitter trocken, warm, schwache südwestliche Winde. Hru. und Strohmarkt zu Franksurt a. M. Heu kostete 3,50 bis 3.70 Mark. Angefahre» waren 4 Wagen Heu. Zufuhren aus Oberhesien, aus den Kreisen Dieburg und Hanau. Gedenktage. 1850 I. A. W. Ncandcr f. — 1861 Attentat auf Könitz Wilhelm.' — 1800 Gefecht bei Aschafsenbnrg. — 1887 A. Krupp t. — 1904 P. Krüger t zu Clärens (Schweiz). Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Fricdberg: für den lokalen »nd unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz. Friedberg: für den Anzeigenieil: Karl S ckr ni i d t, Friedbcrg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A.-G., Friedberg i. H. bestimmt zu unserem einmaligen im Jahr zu verblüffend billigen Preisen. Sämtliche Saisonwaren sind im Preise radikal herabgesetzt und werden zum Teil mit großem Verluste verkauft, weil wir unbedingt räumen wollen. ^"vorrätige 1 blau, schwarz und Stoffe engl. Art 19 3 ° l2 7j 9°° 5^ 3 im früheren Verkaufspreise bis 63 Mk. ^vorrüüge°^ Batist, Voile, Crepe ..... 18^ 15^^ 9 ^ 4 , 7j im früheren Verkaufspreis bis 35 Mk. 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Allerdings liegt bei der bisherigen Verschiedenheit der Vermögensbesteuerung in den einzelnen Bundesstaaten ein sicherer Maßstab für das Verhältnis des nichtpreußischen zum preußischen Gesaint- vermägen nicht vor: nur so weniger als die verhältnismäßig großen Befreiungen vom Wehrbeitraoe noch einen neuen Faktor der Unsicherheit darstellen. Als Annäherungswert hat man bisher aber immer für die Vermögensverteilung zwilchen Preußen und den anderen Bundesswten die Bevölkerungsziffer zugrunde gelegt: das würde, da Preußen rund drei Fünftel der Einwohner des Reiches umfaßt, rund eine Milliarde ergeben. Die „Berliner Politischen Nachrichten" meinen nun, nanientlich im Hinblick auf die Hanse- s idle, daß das Verhältnis der nichtpreilßischen Bundesstaaten sich voraussichtlich für Liesen Fall günstiger stellen v erde. Tie Möglichkeit läßt sich nicht leugnen, aber man muß doch darauf nusmerksam macken, daß die bisher aus einzelnen größeren Bundesstaaten bekannt gewordenen Zif- ern diese AllSsicht nicht unbedingt unterstützen. Wie erinnerlich. hat das Königreich Sachsen einen Wehrbeitrag von jedenfalls noch nicht 80 Millionen Mark aufzuweisen, Würt- temberg und Baden nur je 30 Millionen. Ob der Wehröei- trag für Bayern sehr weit über den sächsischen hinausgehen Ilürd, kann zweifelhaft sein: auf der anderen Seite könnten allerdings die Erträge aus den Hansastädten das Bild noch üb rraschond günstig gestalten. Alles in allem wird man also l-.iohl davlit rechnen können, daß wenigstens die Milliarde überschritten wird, wenn auch nicket sehr erheblich. Aus der Heimat. * Friedberg. 14. Juli. Die Nr. 28 des Gewerbe- blattes für das Großherzogtum Hessen (Zeitschrist des Landesgeiverbevererns) hot folgenden Inhalt: Großh- Zentralstelle für die Gewerbe. Bekanntmachung betr. Ab- änderung der Verordnung über die Tagegelber und Reisekosten der Zivilbeamten usw- BezirkSverband Alzey. Ge- Werbeverein Groß-Gerau. Damenschneiderinnen-Jachkurs Gießen. — Handwerkskammer zu Darmstadt. Protokoll über die 19. Sitzung der Handwerkskammer (Schluß.) — Allgemeiner Teil. Verschiedenes. Anzeigen. ' Frirdberg, 13. Juli. Die schweren Ausschreitungen, die sich vor Monaten „wilde Wandervögel" in den heimischen Gebirgen und Waldungen zu schulden kommen ließen, haben eine erfreuliche Gegenbewegung bewirkt. Einmal hat der Jungdeutschlandbund seine Mitglieder verpflichtet, den Wald in jeder Beziehung gewisserinassen als Heiligtm» zu betrachten, in ihm keine Feuer anzuzünden, die Lagerstätten vor dem Verlassen gründlich zu säubern, den Wim- schen der Forstbeamten genau nachzukommen, keine jungen Kulturen zu betreten und stets einen Wandern uswcis bei sich zu führen. Sodan werden nun auch die Angehörigen aller übrigen dem Jungdeutschlandbunde nicht angehörenden Jugend-, Wandet» und Wandervogelvereine durch die Behörden ersucht, in gleicher Weise erzieherisch und vorbildlich für den Schutz des Waldes Sorge zu tragen wie es jetzt der Jungdeutschlandbund seinen Mitgliedern zur Pflicht macht. • Blrichknbach, 14. Juli. In Ergänzung unseres gestrigen Berichtes bringen wir nachstehend die Preisträger der Unterstufe: 1. Preis Otto Rupp, Erbstadt 123 Punkten, 2. Preis Hrch. Bing, Leihgestern 123% Punkten, 2. Preis Adolf Krauß, Utphe 123% Punkten, 3. Preis Otto Scheuermann, Reichelsheim 121 Punkten, 4. Preis Ernst Södler, Klein- Karben 120 Punkten, 5. Preis Otto Wehrum, Leihgestern Frisch Auf 119 Punkten, 6. Preis Rich. Ludwig, Geiß-Nidda 118 Punkten, 7. Preis Albert Diehl, Berstadt 117% Punkten, 8. Preis Albert Wehrheini, Rodheim v. d. H., Turngemeinde 116 Punkten, 8. Preis Otto Arnold I-, Leihgestern 116 Punkten, 9. Preis Hrch. Koch, Nieder-Florstadt 114 % Punkten, 9. Preis Wilh. Schutt, Dorheim 114% Punkten, 10, Preis Karl Heß, Bleichenbach Ibt Punkten, 11. Preis Hrch Thomas, Friedberg-Fauecbach 113'/, Punkten, 12. Preis Hrch. Brumotte. Leihgestern Frisch Auf 113 Punkten, 13. Preis.Hermann Holler, Echzell 112'/, Punkten, 13. Pr. Otto Klös, Pohl-Göns 112'/, Punkten. 14. Preis Friedrich Götz, Skieder-Florstadt 112 Punkten, 14. Preis Otto Sack. Utphe 112 Punkten. 15. Preis Theodor Pflüger, Berstadt 111'/, Punkten, 16. Preis Joseph Loth, Friedberg-Fauorb >ch 111 Punkten, 16. Preis Hrch. Lotz, Leihgestern 111 Pnnk- ten, 16. Preis Jean Kraft, Bruchenbrücken 111 Punkten, 16. Preis Arthur Görg, Nieder-Florstadt 111 Punkten 17. Pr. Hrch. Hartmann, Klein-Karben 110'/, Punkten, 17. Preis Gg. Bender, Klein-Karben 110'/, Punkten, 18. Preis Hch. Kehr, Reickielsheim 109% Punkten. 18. Preis Robert Arnold, Pohl-Göns 109% Punkten, 19. Preis Wilh. Ran, Berstadt 109 Punkten, 19. Preis Friede. Schmidt, Berstadt 109 Punkten, 19. Preis Richard Knoll, Wölsersheim 109 Punkten, 19. Preis Hrch. Warner. Eichen 108% Punkten, 19. Preis Aug. Brauer, Dauernheim 108% Punkten, 20. Preis Wilh. Stork, Berstadt 108 Punkten, 2l, Rnd. Stock Berstadt 107% Punkten, 21. Preis Fr. Stork, Dersladl 107% Punkten, 21. Preis Karl Langsdorf, Leihgestern 107% Punkten, 22. Preis Ph. Wolf, Berstadt 106'/, Punkten, 22. Preis Alfred Jung, Geiß-Nidda 106% Punkten, 23. Preis Georg Schäfer, Rendel 106 Punkten, 21. Preis Aug. Dörr, Eichen, 24. Preis Albert Hinkel, Berstadt, 24. Preis Val. Nickel, Nodheim, 25. Preis Lndw. Sack, Utphe, 26. Preis Gust. Heß, Bleichenbach, 26. Preis Karl Naumann, Bleichenbach. 27. Preis Hrch. Zinndorf, Groß Kar- ben, 28. Preis Friede. Sänger, Friedberg-Fauerbackr, 29. Preis Adolf Gorr, Dauernheim, 30. Preis Friede. Kaiser, Berstadt, 30. Preis Albert Baum, Borsdors, 30. Preis Ehr, Aledter, Frisch Aus, Wölsersheiui, 31. Preis Wilh. H:ck> Fink, Nieder-Florstadt, Turngem., 31. Preis Robert Betz, Melbach. 32. Preis Hräy Weisenstein, Erbstadt, 32. Aug, Wagner, Nieder-Florstadt, 32. Karl Dnllstein, Reichelsheun, 32. Preis Karl Sack, Utphe, 33. Preis Herrn. Doll, Langd, 34. Preis Wilh. Müller, Geiß-Nidda, 35. Preis Karl Naumann, Nodheim v. d. H., 35. Preis Otto Fischer, Friedberg- Fauerbach, 35. Preis Gust. Fassauer, Frisch Auf, Wölfersheim, 36. Preis Wilh. Bauer, Klein-Karben, 37. Preis Aug. Emrich, Bleichenbach, 37. Preis Hrch. Desch, Bleichend rch, 37. Wilh. Wörner, Erbstadt, 37. Preis Hrch, Seid, Erbstadt, 38. Preis Ernst Uhl. Borsdors, 38. Preis Friede, Mach. Bönstadt, 39. Preis Karl Sprengel, Reichelsheim, 40. Pr. Mein diesjähriger r M I beginnt morgen Mittwoch, sSeis 15 . Juli. Sämtliche Sommerwaren werden, m gänzliels damit zu räumen ySF' bedeutend unter Preis verkauft? -"HW i teilweise Einkauf. ! Siimtl. Reste u. 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Schreist, Nieder-Florstadt, 50. Adolf Berg, Trais-Horlaff, 60. Wilh. Liebegott, Bleichenbach, 51. Aug. Kraft, Bleichenbach, 62. Karl Hetz, Reichelsheim, 52. Wilh. Kaust, Hoch-Weisel, 53. Ludw. Lohfink, Geist-Nidda, 54. Otto Koch, Borsdors, 54. Otto Kraft, Trais-Horloff, 51. Otto Schwarz, Trais-Horloff, 55. Ludw. Baum, Borsdorf, 56. Aug. Dietz, Schwal- heiin, 57. Gg. Schneider, Schwalheim, 58. Otto Oemena, Friedberg-Fauerbach, 58. Karl Nuckel, Rendel, 58. Karl Lohfink, Geist-Nidda, 50. Aug. Simon, Nodheim v. d. H., 60. Karl Geck, Beienheim, 61. Karl Maih, Bönstadt, 61. Ad. Stork, Rendel, 62. Hrch. Psaff, Nodheim v. d. H.. 62. Wilh. Kempf, Beienheim, 62. Karl Schaubach, Erbstadt, 62. Wilh. Gilbert, Bleichenbach, 63. Wilh. Heß, Bleichenbach, 63. Georg Billasch, Friedberg-Fauerbach. * Orleshausen, 12. Juli. Lehrer Strack feiert am korn- ineuden Mittwoch sein goldenes Amtsjubiläum. Ter Bezirkslehrerverein Büdingen veranstaltet dem Jubilar zu Ehren eine größere Feier. * Aus Oberhessen, 13. Juli. Um die schweren Miststände zu beseitigen, die durch die Ueberleituug der vom rheinisch wesi- sälischen Jndustriebezirke kommenden ELtcrzüge über den Bahnhos Gießen in die Main-Wesrrbahn entstehen, plant man den Ban einer Ablenkungs- bezw. Verbindungsbahn zwischen den Stationen Dutenhofen und Butzbach durch das Kleebach- tal. Die Wetzlarer Handelskammer hat für die Durchführung des Projektes bereits in allen interessierten Kreise» durch die Herausgabe einer Denkschrift Stimmung gemacht und besonders auch in den Städten Gießen, Wetzlar und Butzbach lebhafte Zustimmung gefunden. Nach den vorliegenden Plänen soll die Bahn etwa 18 Km. lang werden und 7 Ortschasten mit blühender Landwirtschaft und mehr als 11000 Einwohner» dem Verkehr erschließen, dann aber für den Elltertransitverkehr vom südlichen Westfalen nach der Main-Weserbahn eine hervorragende Erleichterung bringen. * Franksurt o. 9JI., 13. Juli. Aus dem hiesigen Hauptbahn- hos wurde der 19jährige Bücherrevisor Waldemar Neblung aus Thüringen dabei abgefaßt, als er sich ohne Fahrkarte durch Sie Sperre drängen wollte. Bei seiner polizeilichen Vernehmung erklärte der Mann unuinwnnden, daß er bereits seit Monate» Deutschland in D-Zügen durchsahre, ohne je im Besitz einer Fahrkarte gewesen zu sein: stets sei es ihm gelungen, un< beheigt von Dahnsteigschasfnern, Wagenschasfnern und Aus- sichisbeaniten ohne Karte aus die Bahnsteige zu kommen, in die Züge zu gelangen, in diesen zu fahren und am Ende der Sciic die Bahnhofe wieder frank und frei zu verlaßen. Reb- lung erklärte ferner, daß ihn ein unwiderstehlich. Verlangen in die D-Züge treibe. Als er hier feftgehalten wurde, hatte er bereits die Reise von Köln über Kasiel nach Franksurt zurück- zelegt. Das Geld zu seinem Lebensunterhalt will er von seinen Angehörige» erhalten haben. Anscheind handelt es sich bei Siedlung »m einen nicht ganz normalen Menschen. Rätselhaft bleibt es aber, daß er Monate hindurch trotz der scharfen Auf- icht stets ohne Fahrkarte reisen konnte. * Franksurt a. M., 13. Juli. Das belannte Abzahlungsgeschäft M. Fuchs, das in zahlreiche» andere» Städteii noch 16 Zweiggeschäfte unterhält, hat den Antrag aus Erössnung des Konkursversahrens gestellt. Die Passiven werden auf 5 Millionen Mark geschätzt. Hessen-Nassau. * Oberursef, 12. Juli. Wie austerordentlich stark der Automobilverkehr in unserer Stadt ist, erhellt aus einer Zählung, die kürzlich in der Frankfurter Straße vorge- nomnien wurde. Diese Straße passierten in der Zeit von früh 6 Uhr bis abends 7 Uhr nicht weniger als 448 Automobile. Das macht in jede: zweiten Minute -etwa ein Kraftwegen. Aehnlich wie hier dürften die Verhältnisse wohl auch in anderen Orten liegen. * Oberstedten, 12. Juli. Das 19jährige Dienstmäd- chen Elise Wagner aus Westerfeld stürzte in der Seheuue des Milchhändlers Braun von dem Gebälk ab. Es trug schwere Kopfverletzungen davon, die den Tod nach kurzer Zeit zur Folge hatten. * Unterliederbach, 12. Juli. Nach dem Genuß von Kirschen trank hier ein dreijähriges Kind Wasser. Es starb bald darauf unter qualvollem Leiden. * Königstein, 12. Juli. Für den Bau der elektrischen Bahn von Frankfurt bezw. Weißkirchen nach Königstein verlangt die Lokalbahngesellfchaft von den einzelnen Genieinden, durch deren Gemarkungeil die Bahnlinie ziehen soll, den Erwerb des erforderlichen Grund und Bodens. Nach den vom zuständigen Katasterbeamten vorgenommenen Schätzungen stellen sich die Grunderwerbskosten für die ge- sn:nte Strecke von Weißkirchen nach Königstein auf Mark' 256.000. Unter dem Vorsitz des Landrats von Marx fanden bereits verschiedene Konferenzen statt, in denen der Beiiragsanteil jeder Gemeinde festgelegt wurde. Verschiedene Orte lehnten die Erwerbiing des Geländes ab, erklärten sich jedoch zur Zahlung eines Zuschusses bereit, wen» die Lokalbahngesellfchaft besonderen örtlichen Wünschen entgegenkommt. * Wiesbaden, 13. Juli. Am 15. April 1914 erschien im „Fuldaer Kreisblatt" folgende Anzeige: ..Junger Mann von angenehmem Aeustern sucht Bekanntschaft mit einer hjihschen. iunaen Dame iin Alter von 15 — 17 Nabren. Oir neue Tageszeitung. Dienstag, oen 14. Juli 1314 Seile 2. JÖBt, OE HE 16m. D'>e5e»iiuE , fNSTnTc4 \ifGT B»5 JU 7 ME T ERN ifNTP.® DfM MEERESSPIEGEL . . UNO WiOD GEGEN 0»E ¥ / SEE OURCM DÄMME UNt> ^VUCM£_ GSSCHÜlZf /& ■---- - ow'äftSÄ. OIE GEStrichciten UMEI« GE8CN D£N PIAN FRÜHERER "L. ck gew innung ^Vorschläge •tflER WIRO AUGENBLICKLICH ~ AUFGEFÜUTj DAMIT WIRD EINE ^VOLLSTÄNDIGE NEUE PROVINZ^ EUR HOLLAND Die friedliche Eroberung fiine^neuznL&rD'ütiZ lüMoliand, '*TRSCHriLI»ö > .;^ AMFLAND - -sr’-' Dem Meere abgcrnngen. Das kleine Holland hat sich eine Ausgabe gestellt/ die wohl die menschlich größte ist, welche jemals zur Ausführ- und gelangte. Man will nämlich dem Znider-See, der vok Jahrhunderten durch eine gewaltige Flut der Nordsee erzeugt wurde, wieder dem Meere abgewinnen. Verschiedene Projekte gelangten nicht zur Ausführung, indessen hat man jetzt einen Plan ausgearbeitet, der aller Voraussicht nach zum Ziel führen wird. Allerdings verlangte diese Arbeit wohl die Zeit eines Menschenalters. wenn möglich mit Bild, unter V. W. 66 Postlagernd Fulda." Die Anzeige mit ihreni leichtfertig ersck>einenden Inhalt erregte-, damals in ganz Fulda lebhafte Entrüstung, die sich in einem: Eingesandt in der „Fuldaer Zeitung" Luft machte. Durch dieses Eingesandt fühlte sich der Verleger des Kreisblattes Uth beleidigt und stellte Strafantrag. In der Verhandlung vor dein Schöffengericht wurde von dem Buchhalter des Kreisblattes erklärt, daß ihm bei Aufgabe der Anzeige gesagt worden sei, dast es sich um den Scherz einer jungen Dance handele Das Gericht verurteilte den verantwortlichen Redakteur Schütte von der „Fuldaer Zeitung" zu 30 Mark Geldstrafe. * Wiesbaden, 12. Juli. Das Füsilier-Regiment von Gersdorff Nr. 80 verliest gestern vormittag den Truppen- Uebungsplatz Orb »nb marschierte nach Gelnhausen, wo das 1. Bataillon in der Nähe des Bahnhofes vonc Bahnhofsrestaurant aus verköstigt wurde. Das 2. Bataillon speiste in der Turnhalle, das 3. in, Gasthaus „Zur Hoff- nung". Am Nachmittage erfolgte die Abfahrt mittels Sonderzuges nach Wiesbaden und Bad Houiburg, wo die Bataillone am Abend anlangten. — Das 81. Inf.- Reg. wird am 14. Juli vormittags 9 Uhr in zwei starken Son- derzügen von Franksurt in Gelnhausen eintrefsen und nach dem Truppenübungsplatz Orb marschieren. * Wiesbaden, 12. Juli. Zum Kaisermanöver werden in diesen Tagen die Gestellungsbefehle von den einschlag- igen Bezirkskonimandos an die einznberufenden Reservisten verausgabt werden. Ca. 909 Mann werden in jedem Bezirk zu der 28tägigen Uebung Manöver-Uebung eingezogen. * Limburg a. d. L-, 1t. Juli. Die 50. ordentliche Eeneral- Versammlung des Mittelrheinischen Pjerdezuchtvereins sand am Sonntag in der „Alten Post" in Limburg unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten Dr. v. Meister-Wiesbaden statt. Sie war von etwa 250 Mitgliedern aus allen Teilen des Regierungsbezirks besucht. Aus dem vom Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht ist hervorzuhcben, daß sich die Mitgliedec- zahl w,c noch nie im abgclauscnen Berichtssahre gehoben hat und zwar traten in 1913 58, in 1914 44 neue Mitglieder bei, sodast die Mitgliedcrzahl jetzt 1328 mit 2355 Anteilscheinen in Höhe van 47 104 Mail ausmacht. — Der Verein werde vor allem daraus hinarbcitc», eine Ausdehnung 8er Weidcaelcgen- heit hrrbcizusühren, wozu immerhin erheblichere Miltcl erforderlich seien. Der Vorsitzende wies weiter aus das Nasiau- ische Stutbuch hin, das dem Züchter auch bei Abschluß von Verkäufen nicht unbeträchtliche Vorteile bringe. An Weideprämien standen 3000 Mark zur Verfügung, die auf 88 Pserdc oer- teitt wurden. Der Vorsitzende betonte weiter, daß zum ersten Male die Residenzstadt Wiesbaden auch einen Beitrag dem Verein zur Verfügung gestellt habe und sprach dasür dem anwesende» Vertreter der Stadt Wiesbaden, Stadtrat Kimmei, den Tank ans. Hauptkaffebuchhalter Kusche-Wiesbaden gab den Rechenschaftsbericht. Nach ihm betragen die Einnahmen im Berichtssahre 22 875 Mark, die Ausgaben 18134 Mark, das Vereinsoernrögcn 31189 Mark. — Die aus dem Vorstand lcus- scheidenden Mitglieder Generalmajor z. D. o. Bardclcben in Frankfurt a. M., stellvertretender Vorsitzender und Kreistirr- arzt Wenzel-Limburg, Schristjührer. wurden wiedergewählt. Uebcr den Stand der Kallblntzncht im Bezirk berichtete so- dan» letzterer. Dem gemeinsamen Zuchtziel im Bezirk, der Kaltbluizucht, komnce man allgemein immer näher. Es sei zu hoffen. daß mit der Zeit der Bezirk in dieser Zucht mit Wesi- jalen lonkurrieren und Sachsen schlagen werde, gegen die Rheinprooinz könne tnan natürlich nicht auskommen. Zur Zeit sei bereits eine große Anzahl guter Fohlen und Stuten vorhanden. Diese zu erhalten, müsse das Bestreben jedes Pferd-- zücbteis sein. Die Pserdezucht in Nassau sänge an, sich planmäßig zu entwickeln und sei als sicher anzunehmen, daß eine innerhalb der nächsten 18 Jahre stattsindende Ausstellung mit eigenen Produttc» einen großen Erfolg erzielen weide. Nötig iei indcllen. dan für Weidcaelcaenheit ausreichend gesorgt werde. Generalmajor v. Bardeleben ließ sich sodann über die Weide im Tiergarten bei Weilburg aus. Der Weidcbctrieb vollzieht sich in diesem Jahre in geradezu vorzüglicher Weise und tue crufgetcicbenen 29 Fohlen hätten sich sehr günstig ans der gut gepflegten Wcidesläche entwickelt. Der Referent trat sodann für die Einrichtung der Winterweide im Tiergarten ein, die die Pferdezucht ungemein hebe. Mindestens 12 ein jährige Tiere, Stutsohlen müßten natürlich ausgetricbe» und mit 1. Oktober jeden Jahres mit dem Winterbetrieb begonnen werbe». Kreisticrarzt Wenzel betonte daran anknüpjend, baß wie der Bcttreter des Landwirtschaftsministcrs Geh. Regierungsrat Thomson aus Berlin gestern bei einer Besichtigung der Weide in Weilburg ausgesührt habe, es ausgeschlosicn sei, diese einzurichtende Winterweidc aus staatliche» Mitteln zu unterstützen und daß in Zukunft die Weid- mit nur gutem Ma- Kursbericht vom 13. Juli 1914 der Witteldeullchen Creditbank Altienkapital u. Reserven M. 788(81888 gegründet 1858. Frankfurter Börse. 4"/» Reichsanleih« 99.30% 3‘/.% „ 86.50 „ 3% 76.30 „ 37»% Preuß. Eonsols 86.58 „ 3°/- ,. . 76.35 „ 4% S-sien 97.38 „ 37-7» „ 85.- „ 37. .. 73.85 „ 17,«% Griechen v. 1890 —.— „ 17.7» Monopol-Eriech. —.— „ 47.7. „ Silberrente 83.60 4% Deitert. Goldrente 85.05 „ 3 Portugiesen Serie I 83.50 „ 3 „ , „ ltl 66.38 „ 47-7» Russen v. 1985 98.78 .. 47» „ „ 1902 89.50 .. 47» Admincstr. Türken 75.58 „ 47» Türken von 1903 82.25 „ Türkeuiose M. 180.88 „ 47« Ungar. Eoldrente 80.58 „ 4 „ „ Kronen,ente — 37,7»Luen.-Air.Pr.Anl. 63.70 47,7» Chinesen 90.80 „ 47 -°/» Japaner 92.28 „ 3°/» Silber-Mexikaner — .— 4',-,% Mex. Irrig Anl. 68.78 „ Berliner Handels A»t. 147.50 „ Darmstadt. Bank „ 114.— Deutsche Ban! „ 232.37 Deutsch-Asiatisch Bank 119.50 Diskonto Komm. Ant. 181. Dresdener Bank Ali. 146. Mitteld. Credilb. Akt. 115 Oest. Creditanst. Akt. 185. BochumeiEußstahl 218 . Buderus E.-W. Akt. 10'. Berliner Börse. Deutsch Luxemburg 123 Eschweiier Bergw. 226 . Eeljentirch. Bergw. 178 Harpener Bergbau 173 Phönix Bergbau 228 Laurahlltte —.— Griesheim Elektron 240.25 , Höchst. Farbwerke 456.25 . Holzveilohl»ngs-Ind. 236.— , Rütgerswerke 188 .— , Chem Fabr. Albert 396 — Allg. Eiektr. Ees. Alt. 240.58 , Deutjch-Uebersee E. E. 163.50 , Schuck. Eiettr. Eesi Akt. 142.25 Siemens u. Halske 210.44 Eteaua Romana 145.50 Zellstoff Waldhos 16< - , 7ambg. Amt. Pakets. 125.58 Nordd. Lloyd 188.25 Oesterr. Siaatsbahn 141.— Lombarden 15.58 , Baltimore u. Ohio Alt. 98.58 , Privatdiskont 2.86 Tendenz: behauptet. Türkenlose M. —.— Baltimore u. Ohio Akt. —.— Canada P-ciftc Alt. 191.25 .. PrinceHenttE.B. Akt. —„ Schanlung E. B. Akt. 126.87 ,. Berliner Handels Ant. 147.50 „ Deutsche Bank Akt. 232.— .. Disk. Kommandit Ant. 181.12 „ Dresdener Bank Alt. —.— Pet.Int.Handelsb.Akt. 176.12 Rusi.Bant f.a.Hand.A. 148.— Allg.Elek.Grsellsch.AN. 249.37 Deutsch-Luxemb.B.Akt. 123.12 „ Dtjch-llbersee E.G.Akt. 164.12 „ EelsenttrchenBgw.A!!. 178.12 „ Harpener Bergbau Akt. 173.25 „ Hohenlohewerke Alt. 103.25 „ Laurahlltte Akt. —.— „ Oberschlesier E. Alt. 85.- „ Phönix Bergbau Akt. 230.— „ Rombacher Hütte Akt. 150.12 „ Siemens u. Halske Akt. 210.87 „ Prioatdistont 2.12 „ Tendenz: behauptet. Londoner Börse. Atchison Topeka Doll. Southern Pacisic „ Chicago Rock Isl. „ N!iss.Kans.u.Tex.R.., Union Pacific „ U.S.Steel Common,, 101 .— 99.37 1.25 15.50 158.87 62.87 Ancalgamat. Copp.Doll. Ehartered Company Lftr. Eastrand Proprietary „ Eoldfields „ Rand Mines „ De Beers Eonsolid. „ Die 71.37 0.85 1.75 6 01 16.44 Depositenkasle Friedberg i. H. empsiehlr sich zur Veriuiltliine; aller b.-inkmässigeii Geschäfte. An- und Verkauf von Wettpapieren an allen Börsen. Errichtung laufender Rechnungen und prooisionsjreier Scheck-Eonti Umwechslung von Coupons und Sotten. Annahme von offenen und verschlossenen Depots. Entacaennabme verrinslicber Spar-Einlage». Nr. 15» Seite 3. Ulial beschickt werde» dürfe. Er betonte weiter, Loh jedes Pferd während der Winterweid- 270 Mark koste. Hieraus fei ersichtlich, dost der Winterbetrieb bedeutende Kosten der Ber- einskajfe auserlege. Die Versammlung war im Prinzip mit der Einrichtung des Winterbetriebes einverstanden, Landwirt >!ö,!)-Buch berichtete über die Tätigkeit des Pferdezuchtverrins >r Len Kreis St, Goarshausen. Er hob hervor, daß der gemachte Versuch mit dem Wintcrweidebctricb im abgelaufenen o>rhre, der allerdings nur bis Weihnachten gewährt hatte, sich gut bewährt habe, Kreistierarzt Wenzel hob sodann noch Herren, dasj durch die im abgelaujenen Zähre abgehaltenen Wan- dcivorlrüge das Interesse für die Pferdezucht außerordentlich geweckt vordcn sei. Die Beibehaltung dieser Einrichtung wurde beschlossen und sollen Vorträge in nächster Zeit in Weil- barg und Montabaur gehalten werden. Die Beratungen der Satzungen für den Verband der Pscrdczuchtoereinc und -Ee- nosscnschajten im Regierungsbezirk Wiesbaden wurde von der Tagesordnung abgcsetzt, da der Minister zu denselben noch keine Stellung genommen hat. Mit einem Hoch auf den Vorsitzenden schloss d-, Tagrng, Starkcnbnrg. * Darmstadt, 13. Juli, Gestern begann dahier die Tagung der 21. Jahresversammlung des Hauptvcrbandcs Deutscher Lrtslranlenkassen im städtische» Saalbau, Trotz des Umstandes, dag durch die neuen Kassebcftimmungen und die Verfügung des prcutzische» Ministeriums, wie durch die Bestimmungen der Reichsoersichcrungsoidnung di« Zahl der Kassen zuruck- zcgangen ist, fanden sich bereits etwa 500 Delegierte zu der tioroersammlung ein. Der Vorsitzende des Hauptverbandcs, Zrogdorf-Dresden, begrüßte die Delegierten und wurde die vor- iäufige Tagesordnung festgesetzt und der Geschäftsbericht des Hauptvcrbandes besprochen und genehmigt, Nachmittags fand eine Zusammenkunft im Lbcrwaldhaus und späterhin im Aus- stellunqsrcstauranl statt. Die Begrüßung der Behörden, die sich zahlreich angcmeldet haben, erfolgt am heutigen Montag und beginnen dann auch alsbald die Referate, unter denen dasjenige des bekannten Professors Hcrxheimcr-Frankfurt über Syphilis und Salvarsanbehandlung hervorzuhebcn ist. Zu erwähnen ist auch eine gutbcschickte Ausstellung von Schreibmaterialien, Schreib- und Rechenmaschinen, Krankenkassenformula- rc» usw. — Der 6. Verbandstag der Dctaillistenvereine im Drotzherzogtum Hessen wurde gestern früh im Kaisersaal dahier durch de» Vorsitzenden W, Kalbsuß Daemstadt eröffnet, der die anwesenden Ehrengäste, darunter Regierungsrat Piftor als Vertreter der Regierung, den Oberbürgermeiste Dr. Elässing, verschiedene Landtagsabgeordncte und Stadtverordnete, eVrtre- ler verschiedener Handelskammern, sowie des Zentralausschusses, des Hauptverbandcs für Hantel und Gewerbe Tripp-Kussel und Weber-Pforzheim vom Badischen Verband begrübt«. Der Eeschastsbericht, nach welchem der Verband jetzt aus 11 Vereinen mit 1100 Mitgliedern besteht und eine sehr ersprießliche Tätigkeit entfaltet hat, wurde genehmigt; ebenso der Kassenbericht und hielt hieraus Dr, Eberle-Rossen einen sehr lehrreichen Vortrag über die Gegenwart und die Zukunft des Detaillisten- verbandcs, an dessen Schluß er einheitliche Organisation des gesamten, gewerblichen Mittelstandes empfiehlt. Der Vorstand und der Vorort Darmstadt werden einstimmig wiedergewählt und als Ort der nächsten Tagung Mainz bestimmt. » Darmstadt, 13. Juli. Zu den Eisenbahndiebstählen in Kraiuchjtein erfahren wir, datz die weitere Ermittelungen ergaben, dah jetzt etwa 15 Personen verdächtigt sind, an den lln- tcrschleisen beteiligt zu sein. Verschiedene derselben haben schon ein Geständnis abgelegt und wurde vorgestern die Festnahme eines der Verdächtigen versügt, * Darmstadt, 13. Juli. Die Bürgermeisterwahl in Frosch- Hausen, welche verschiedentlich für ungültig erklärt worden war, ist nunmehr zu Gunsten des seitherigen Beigeordneten, jetzigen Bürgermeister Holler entschieden, da der unterlegene Kandidat Gärtner kurz vor dem Termin des Kreisausschusses fcinen wiederholte» Einspruch zurückgezogen hat. * Taruistadt, 13. Juli. Wahrend eines Sängerfestes in Bürstadt wurden aus einer Schießbude mehrere Preise und aus einem offenen Weinzelt etwa 30 Flasche» Wein entwendet. Als Täter wurden am andern Tage die bei einem Karussellbc- jitzer beschäftigten Emil Luningcr und Ludwig Benz ermittelt und erhielt Luningcr 5 Monate 2 Wcchcn und Benz 4 Monate 2 Woche» Gesängnir. » Darmstadt, 14. Juli. Die Diebstähle aus den Güterwagen aus dem Rangierbahnhos in Kranichstein geben fortgesetzt zur Untersuchung und Vernehmungen Veranlassung, infolgedessen zunächst der etwa 20 Jahre alte Rangierer Ehr. Gaul Arheilgen verhaftet wurde. Hierbei stellt sich auch als sehr n.chtcilig heraus, daß den Pahnbcamten in Kranichstein selbst je.de Kontrolle über die Waren fehlt, da Begleitscheine, Fracht- bricse usw, direkt befördert werden, * Jugenheim a. d. B„ 14, Juli, Hier findet nächsten Samstag und Sonntag die 25jährige Jubelfeier des Turnvereins Iiit Einweihung der „cucrbautcn Turnhalle statt. Rhcinhcssen. * Mainz. 11. Juli. Am Dienstag Abend wurde in der Röhe der militärischen Pulvermogazine am Uhlerborn im Hcidesheimer Wald aus der Staatsstraße Gonsenheim—Heides- hcim auf den Werkmeister Schmitt aus Gonsenheim, als er mit seinem Rad vrbeisuhr, ein Reoolverattentat verübt. Als icr Werkmeister, der in der Maschinenfabrik von Krebs und Wegcner in Heidcshcim bcdienstet ist, gcwohnhcitsgemäß am Abend »ach Haule fuhr, wurde» aus dem Walde heraus zwei scharfe Schüsse auf ihn abgegeben, die jedoch glücklicherweise ihr Ziel verfehlten. Der Mrdansall entpuppte sich durch die Untersuchung als ein Racheakt des 30jährigen Schlossers Franz Simon aus Heidesheim, Simon wurde am vergangenen Samstag von der Maschinenfabrik, wo er in Arbeit gestanden auf Veranlassung des Werkmeisters Schmitt wegen fortgesetzter linbotmägigkeit und ungebührlichen Betragens entlassen. Er erging sich daraus gegen den Werkmeister in Drohungen, daß er ihn entweder erstechen odbr crschieben werde. Gegen Simon, der sich eine Fahrkarte nach Coblenz löste, ist ein Steckbrief erlassen worden. Die Bcbörde vermutet, ball er sich ins rhei- Neue Tageszeitung. Dienstag, den 14. Julj 1014. nisch-westfälische Industriegebiet gewandt hat. Der Täter war früher bei der Eisenbahn bedicnstet, * Mainz, 11. Juli. Hier treibt sich ein Mensch herum, der angeblich Versicherungsagent ist und, während er die Leute zu versichern jucht, alles, was herumlicgt, mitgchcn heißt. Er stahl u, a. eine goldene Uhr. Da anzunehmen ist, daß er das gleiche Manöver auch in den Rachbarstädtcn macht oder schon gemacht hat, warnt die Mainzer Polizei vor ihm, * Heidesheim, 11. Juli. Einen bedenklichen Scherz leistete sich hier ein junger Mann. Er verbreitete im Dorfe das Gerücht, daß eines der von der hiesigen katholischen Pfarrei zur Wallfahrt nach Marienthal gemieteten Schiffe infolge von Dampsersturzwellen untergegangcn sei. Sämtliche Insassen seien ertrunken. Da sich an der Wallfahrt über 300 Heideshcimer Einwohner, hauptsächlich Frauen und Kinder, beteiligten, verursachte die Leute an den Rhein, um nach ihren Angehörigen zu sehen. Gegen den Urheber des falschen Gerüchtes ist ein Strafverfahren eingcleitet worden, * Worms, 11. Juli, Den Tod im Rhein gesucht und gefunden bat Dienstag nachmittag die 18 Jahre alte Tochter Marie des Weichenstellers Dcibcrt aus Osthofen. Ans aller Ulelt. Eine neue Submissionsblütc. Für Los 1 der Stauanlage Mainaschaff, umfassend 125 000 Kubikmeter Erdbewegung, 2k 000 Luadratmeter Pflasterung, 7000 Kubikmeter Mauer- wcrk oder Beton und rund 7500 Quadratmeter Spundwände waren neun Offerten eingelaufen Die niedrigste lautet auf 430 305, die höchste aus 085 006 Mark; das bedeutet eine Differenz von 255 331 Mark. Wie sind solche Differenzen möglich? Die ausgcbrochcne Lowiu. Wic aus Bourges gemeldet wird, ist dort auS einer Menagerie während der Vorstellung eine Löwin entwichen. Diese befand sich mit sechs anderen Raubtieren in einem Käfig im Zirkus, der von einer 5 Meter hoben Gittermauer umgeben war. Plötzlich machte die Löwin einen Satz und sprang über das Gitter in die ent- setzte Zuschaucrmenge, deren sich eine große Panik bemäch- tigte. Die Löwin entfernte sich ruhig und verlor sich in den Straßen der Stadt, ohne des Tieres habhast werden zu können. Die Erregung unter der Bevölkerung ist groß und man schwebt in beständiger Furcht. Tötlichrr Unfall ans der Jagd. Der 28jäHri'ge Reichs- post-Assistent Friedrich ist einem schweren Unfall zum Opser gefallen. Während er sich bei Hof in Bayern auf der Pirsch befand, glitt er plötzlich aus, wobei sich sein Gewehr entlud. Die Kugel drang Friedrich in diö Brust und führte seinen sofortigen Tod herbei. , Aufruf! • Bubbach, 27. Juni. /St usru f.) Am 11. März 1921 findet da? 300jährige Stistungsfest des Jnfantcrie-(Leib- garde-)RegimentS Nr. 118 in Darmstadt statt. Um nun daS Fest richtig zu begehen, fordern wir alle ehemaligen Offiziere, Untcrossiziere und Gardisten von Butzbach und Umgegend, die den Fahneneid im Regiment geleistet haben, auf, zwecks Gründung einer Bereinigung ehemaliger Leibgardisten sich am Sonntag, den 19. Juli 1914, nachmittag? 3y 2 Uhr in Butzbach („Goldnen Löwen", Marktplatz)' zu? näheren Besprechung einzusinden. Die Vereinigung soll selbstredend auf patriotischer Grundlage aufgebaut werden und soll den Zweck haben, erstens die obige Feier mitzumächen und zweitens die Erinnerung an die im Kriege und Frieden verlebte Dienstzeit wach zu halten. Die Zugehörigkeit zum alten (Leibgarde-) Regiment ober soll dadurch bewiesen werden, daß, wie die Offiziere, so auch die früheren Unteroffiziere und Gardisten, an dem im Jahre 1921 den II, März stattfindcnden 300jährigen Stiftungsfeste des Regiments — einen Jubeltag ohne Gleichen in der Armee — mit einer Abordnung und einem Ehrengeschenk vertreten sind und nicht hinter ihren auswärtigen Kameraden zurückstehen. Es ist, da mit geringen Beiträgen lediglich die genannten Ziele verfolgt werden, jede Konkurcnz mit den Krieger- und Militär- vereinen ausgeschlosien. Ein ehemaliger Leibgardist. Mchcrtilch. Die Touger'sche Spruch- und Gedichtsammlung „Lebensfreude" hat sich im Sturm die Herzen aller ideal gesinnten Menschen erobert. Auch das neue, unter dem Titel „Aus der Jugendzeit" erschienene 7. Bändchen (160 Seiten kl. Oktav, hübsch in Leinen gcb. 'M 1. — , Verlag von P. I. Tanger, Köln) wird nicht zurückstehen, berührt es doch eine Saite, die in jedes Menschen Herz zum Erklingen gebracht werden kann. Man schaue in dieses Bändchen, und' nicht nur eine Saite wird ertönen, nein, es wird sich ein voller Sang erheben von so wunderbarer Harmonicnfolge, datz wir entzückt und gefesselt lauschen. Was kann es auch für ein schöneres Lied geben, als das, welches aus der Jugendzeit herüber- tönt? Es setzt sich aus den reinsten Akkorden zusammen un5 alle Dissonanzen sind ihm fremd. Für den erwachsenen Menschen unserer Tage, die voller Mißklänge sind, in dem Gebraus der Parteileidenschaften und sozialen Gegensätze, der weitverbreiteten Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen, da wirkt das Lied von der Jugendzeit wie ein Engelsang aus lichten Höhen. Alle Phasen der verschwundenen Zeit werden bei der Lektüre des Tonger-Büchleins wieder durchlebt von den Tagen, da wir mit großen Kinderaugen die Wunder der Welt tranken, durch die Lehr- und Lernjahre hindurch bis zu den berauschenden Tagen, in denen wir für hohe Ideale, für alles Schöne, Gute, Wahre schwärmten und die ganze Welt in Lieb umfaßten. Das ist ein Buch für dos nervöse Jahrhundert, da wird es Ruhe linden, wenn auck> nurTfr Stunden, aber auch dieses Wenige ist schon als ein Gewinn zu betrachte, i, denn Augen- blicke des reinen, ungetrübten Glücks wiegen Jahre ans, in denen wir ehrgeizigen Idolen nachjagcn. Solche Augenblicke trifft man so selten, daß man sie festlialten soll, wenn man sie findet. Spielplan des Kroßh. Kurthcatcrs Bad-Nauheim. Mittwoch, den 15. Juli: „Pygmalion". Komödie in 5 Akten von Bcrnard Shaw, Freitag, den 17, Juli: „Der lachende Ehemann". Op:e::ke in drei Akten von Edmund Eyslcr, Samstag, den 18, Juli (Homburg v, d. H. Kurtheater): ..Brüderlein fein". Hierauf: „Die schöne Ealathcc". Marktbericht. granksurlee Setreidemarkt. Montag den 13. Juli 1014 Weizen, hiesiger und W-lterauer Marl 00,' 0 - 0,00 auf dem Lande abgeholl Mi. 00,00-00,00, inrhe,sicher Mk. 00,00—00,00, Manitoba All. 22,0J—22,50 Amerilaner Redwinter Mk, 00,00—00,00, Kansas '.Oft. 21,50 -22 00 :uiii rfiei Rikolajess MI. 22,00—22,25, Saponska Mk. 21,75-22,25 Ulla Ml. 21,50—22,50 ilzima Mk. 21,75—22,25, La Plata Mk. 22,00—22,75. rumänischer Mk. 22 00—22,50, Wolle, Walla Mk 00,00—00,00 Roggen: hiesiger Mk. 00,00—03,00, nur d. Land abgeholr Mk. 00,00-00,00, russ. Mk. 18,00—18,25, Amerikaner. Mk. 00,00-00,00, rumänilcher 00,00—00.03. Gerne: lsicsiae Mk. 00,00—00,00, Pfälzer Mk. 00 00—03,03, fränksiche Alk. 00,00— 00,00, Riedgerste Mk. 00,00 — 00,00, ungarsiche Mk. 00.00—00,00, Futtergerstc Mk. 00.00—(XI,00. Haler: hiesiger u. Welkcrauer Mk. 18.50—19.75, kurhessifcher Mk. 13,75—19 75 bayerischer Mk. 19,00-19,50, La Plata Mk. 18,00—18.50, ,ul< silchcrMk. 19,00-20,00. 'Mais Mixed Alk.00.00—60,00,Drmaumais Mk. 15,25—15 50, La Plata Mk. 15,75—16,03. Odessa Mk. U0.00- 00,00 russisch. M. 00,00—00,00, Eincandin Mk. 17,03—17,25. Weizenmehl: hiesiges Rr. 0 Mk. 30,50-3075, üd. deutsches Mk. 00,00 - 00,00, Nr. l Mk. 28,50 —28,75 süddeutiches Mk. 00,00—00,00, Nr. II, Mk. 25,50-25,75, mddeuliches Mk. 00,00—00,00, Nr. IV Mk. 21.50—22,00, süddeutsches Mk. 00,03- 00,00. Roggenmehl: hiesiges Nr.0Mk. 25,25- 25,50, 'JO.01 Alk. 24,25—24,50, Nr. I Mk. 23,25—23,50. Futterartilcl Werzenschalen 10,75—11.00, Weizenkleie Mk. 10,5010,75. Roggenkleie Mk. 11.75 —12,00 Wetzen-Futtermehl Mk. 13,00-13,50, Biertreber gelrockm Mk. 12,50-12.75 Malzkcime Mk. 10,25-10,50, Rapsluche,> Mk. 13.50-13.75 Palmkuchen Mk. 13,25-13,50, Futtergerste Mk. 14.50 —14.00 Mit Ausnahme von Hafer der eine sehr feste Tendenz zeigte, konnte am heutigen Fruchtmarkt kein rechter Stimmungsbericht des Marktes gemacht werden. Amtliche Notierung der Frankfurter vieh- marktprrise vom 13. Juli. Zum Verlaus Landen: 1541 Rinder, darunter 526 Ochsen 101 Lullen, 914 Färsen und Kühe, 308 Kälber, 82 Schafe, 268« Schweine. Preise für 1 Zentner Lebend. gewich. Schlachtgewicht L Rinder: Ä. O 41 1 n: l) 1. oollsleilcht ausgemästete doch,,-,, Schlachtwerts, 4—7 Jahre alt 2. Sie noch nicht gezogen haben lungejochte) ....... b) junge, fleischige, nicht ausgemästet« und allere ausgemästet« .... cl mäßig genährt« junge, gut genährt« ältere » > , ........ 13. Bullen: _______ ») vollttctfchige, auegemästete höchsten Schlachtwerte b) vollsteifchtge. jünger«..... c) mäßig genährte, lange und gut genährte älter« 8 6. Färsen und Kühe: ,) vollfleifchige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwert»..... b) vollfleilchtae, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 I. c) 1. wenig gut entwickelt« Färsen 2. ältere ausgemästete Kühe . . mäßig genährte Kübe und Fällen e) gering genährte Kühe und Färsen v. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) IL Kälber: a) Doppellender, feinste Mast , , , , b) feinste Mas ttälber...... c) mittlere Mast- und beste Saugkälber ck) geringere Mast- und gute Saugkälber. d) geringere Saugkälber , , , , , HL Schaf«: aj Weidemastfchafe: ..... M Mastlämmer und Masthammel . c j geringere Masthammel und Schafe d) mäßig genährte Hammel u. Schafe ^ lMerzfchafe) ........ IL Felllchweine: a) Felllchweine über S Ztr. Lebendge- b) voll,let>chrae Schweine' üb'er'2Zi Ztr! Lebendgewicht e) vollste,schlae Schweine Über 2 Ztr. Lebendgewicht ,»,,»«». ck) vollsleifchlge Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht , » i , » » . > t) fleischig« Schwein« . .... » . |) bauen , , ,»,«>»»»« Marktverlaus. Flauer Handel 46-52 41-45 35-40 42-45 38-41 41-45 39-44 35—40 33—38 28—32 18-24 83-8» 75-80 64-74 70-75 65-70 74-82 72-80 67—77 61—70 56-64 41—55 64- 58 90 - 96 50—54 85— 92 46—50 78—85 40 - 45 68 - 76 43 38 45—47,5 45-47 45-47 45-47 E2 90 59-61 57-60 56—53 56-58 und lleberstand. Sdrimhei yerleiht ein zarte* reine* Gesicht, rosiges jugendfrisches Aussehen und ein blendend schöner T *nt. — Alles dies erzeugt die echt# _ StedtenpferdSeife, > ^ frdle best« IllUenmUclraalle), Ton Bergmann & Co., HadebenU (L Stück 50 Plg-, Ferner mach» der Cream „Dada“ (LiKenmilcM Cream) rote nsd ipride Hast weil! und sammetveich. Tubs^OJ’Ui . -H2 Erna und Ilse. Roman Non D. Feußner. lFortfetzung). ! gifpanter Ilufmerksanrkeit betiachtete Roderich die !.n!de Menge, sein Bück tnchte die Tirolerin, die in i Ecke de? Sales die Maske abnahm. Seine Verinnl- da?! 311 dieser anmutigen Erfchernimg anch ein licb- L . Gesichtchen gehören müsse, hatte ihn nicht betrogen. Noch niemals sah er solche Angen. Wie unergründlich lief erschienen sie ihin, aber auch zugleich etwas kalt, wenn nicht stolz. Aber gerade dies gefiel ihm, denn schon einigemal hatte 'r seinem Freunde, welcher ih aufforderte, doch zuzugrci- sen, weil er niemals eine passendere Partie machen würde, eie sonderbare Antwort gegeben: „Die Danie ist mir zu zutraulich vorgekommen, was ich zu leicht erobere, reizt mich nicht, ist mir nicht teuer genug. Neue Tageszeitung. Dienstag. Len 1t. Juli 19i1. Soeben kam der Freund mit stolzem Lächeln wieder an den Tisch. „Wenn du das Thema Non vorhin nicht mehr berühren willst, leiste ich dir noch ein wenig Gesellschaft," jagte Karl — so hieß der um einige Jahre ältere Freund. „Wenn ich wüßte, daß ich dich No» deinen oberflächlichen Anschannngeu abbringen könnte, würde ich meine ganze Ueberredungsknnst airfbietcn, da ich aber weiß, daß du so zu sagen, unverbesserlich in dieser Hinsicht bist, tvill ich meine Worte nicht weiter verschwenden." „Ahl Hast du dieses erst seht eingesehen? Freut mich riesig endlich von deinen Moralpredigten verschont zu bleiben. — Aber," fichr er ironisch fort, „was blickst du denn auf einmal so interessant durch dea Saal? Deine Blicke fangen wohl an Entdeckungsreisen zu machen. — Aha, ich Habs: dort schwebt meine schöne Tirolerin, das Diandl vorüber." I _ _ _ Seite 4. -Darf ich mir die Daine den nicht anschen?" fragte Rodcrich gelassen. „Gewiß darfst du dieses. Es freut mich sogar, daß dir jene Danie gefällt, ist cs doch das erstemal, daß wir glei- ckzer Ansicht sind, denn anch in meinen Augen gilt die Tiro- lcrin als das schönste weibliche Wesen, daß mir jemals begegnet." ..In der Tat, die Dame ist eine Venns und wäre fast im Stande, mich aus meiner Ruhe aufzuschreckcn." „Du hattest aber schon bessere Aussichten, Roderich, denn wahrscheinlich siehst du jene Dame heute zum ersten und letztenmale: hier in der Millionenstadt begegnen einander fremde Menschen selten zweimal." „Morgen abend habe ich Maskenball und Tirolerin vergessen," sagte Roderich gleichgültig. „Willst du nicht einmal mit dem hübschen Kinde tanzen, fragte Karl. (Fortsetzung ioigij l!« 15. lli äl. Günstige Kaufgelegenheit! is. m a Serie I. Blusen M b. —.90 früher: 1.30 bis 3.50 Costiimröcke Wk. i.»o früher: 3.90 bis 6.— Kinderkleidchen Mk. —.75 früher: 1.50 bis 2.80 Serie II. 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