7. I-rrjrganl» Lirunmer 157 Mittwoch, den 8. Juli 1914. Sie „lUnt Pncroirilting“ rrlchernt ,tL-n ät'eittag. iKegelmäfeigt BeUagen „Ver Sauer au» Hessen", „vir Spini.itul-c". Keingopre!»: «ei de» Postanstalten v,cr,el,ä!,ilich MI I UL >e, de» Agenten mona.tich 50 Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Tiägerlohn. Kn,eigen: Grund,eile 20 Psg., lolale 15 Mg, An,eigen von auswärts werden durch Po Mahn»;, nie erhoben Erfüllungsort Friedberg. Hchriftleitung und Verla, Friedberg (Hesfent. Hanaueritraße 12. Fernlprechcr <8. Postfchrck-Lo ito Nr. 4859, Amt Franlfurt o. 4li. Ileberstcht. — In der gestrigen Sitzung der Zwritrn hrssischrn Kummer verlas Präsidrnt Köhler ein Schrcibci, des Staats- ii'inistctiuins, in dem initgetcilt wird, daß der Großhcrzvg an, Donnerstag. 9. Ls. Mts., den 35. Landtag schließen wird. — Der russische Minister des Innern, Maklakow, r.-'scht, de» Inden die Erwerbung von Apothrken zu untcr- • .» nnd beanstragte den Medizinalinspektor, ein Reglc- inenl iü oitscni Sinne auszuarbeiten. — Tie Petersburger Börscnzeitung erNärt in einem ai genscheinlich inspirierten Artikel, die Durchsicht des englisch, reis,scheu Ablommcns über Persicn sei wirklich nötig, wobei alle Grundlagen der englisch-russischen Freundschaft neu gepiiitt werden wüßten. Diese Freundschaft sei oft für Rußland nachteilig gewesen. — Der albanische Ministerpräsident Turkha» Pasche, verlaßt heute Aland Wien und begibt sich zunächst nach Petersburg. Do» dort wird er auch nach Berlin, Paris und London reisen. — Die serbischen Blätter fahren fort, zum Boykott gegen Oesterreich ans,»fordern. Tic „Politika" erteilt dem lcrbi- schcn Publiknin den Not. von dem Besuche Lstereichisch ungn- rilcher Kurorte Abstand z» nehmen, da es dort Angrissen aus- gesetzt sei» wurde. — DK türkische Pscrte bot dem Mali von Smyrna, Nhami Bey, die Gcncralinspcktion von Mesopotamien an. Die Lage zwischen der Türkei und Griechenland erscheint durch dre ucucrltif < Erklärung der griechischen Gesandlschast in Pera an d>c Piorte erneut gefährdet. Griechenland erachtet. wie die Eiklärung des Gesandten besagt, icd-.'N weiteren Akt gegen die osmanijchen Griechen als Kriegsgrund. — Nach Feststellungen der Newyorker Zollbehörden, wurden in einem Zeitrau >e von zwei Jahren Diamanten i,n Werte von einer halben Million Dollar aus Antwerpen über Montreal nach Newyork geschinuggrlt. Mehrere Personen sind bereits verhaftet worden. — General Fuvston meldet in einer Depesche an daS Krieg: d oartrment in Washington die Nachricht, daß eine Meuterei unter den mexikanischen Rcgierungstruppen vor 5?racrn, auegelrochen sei. Die mexikanischen Kommando- > i:•: t er benachrichtigten Fnnston von dem Ausruhr. Funston :..ijt die Wachen verdoppeln. ilnfilanö und die großlrrbildje Bluttat. Tie Bluttat von Serajewo wird aus die politische Lage nicht ohne Folgen bleiben. Sic Hot in Petersburg einen zu schweren Eindruck hervorgerusen. Gar leichtsinnig haben verantwortliche und unverantwortliche Petersburger Politiker mit dem monarchischen Gedanken gespielt. Vor etwa einer Woche erhob bereits die am Hofe gelesnee deutsche „St. Petersburger Zeitung" warnend ihre Stimme, man solle d-e Veinnglimpfung des Fürsten von Aibanicn nicht zu wer treib'», man solle an das Ende des Kaisers Maximilian von Mexiko denken und darüber nachdenkne, ob das Leben eines Herrschers wirklich eine derartige quantitS nägligcable sei, wie die Fürstenmördcr auf dem Balkan behaupten? Der Artikel war nach einem Gespräche mit einem Hofwürdcn- träger geschrieben, und er deutete auf die Adresse dr schainlos gewordenen russischen national-demokratischen Presse hin, dr tiotz ihres Byzantinismus die Achtung vor dem monar- chisck>en Prinzip so fremd ist. daß die große revolutionäre Welt Rußlands ans ihr ebenso viel Begeisterung schöpfen kann, wie aus der sog. „unterirdischen Literatur". Als die nationalistischen Demonstranten vor bald anderthalb Jahren durch die Straßen Petersburgs zogen, warnte die konser- vative deutsche Presse Petersburgs und Rigas vor diesen, zugleich gegen den Zaren als den unverantwortlichen Leiter der russischen Außenpolitik gerichteten Straßcnausläusen. und ein paar Tage darauf wiesen durch die Straßen ziehende sozialdemokratische Massen auf jene erlauten „patriotischen" Demonstrationen als auf einen Präzedenzfall hin .... Tie Nachricht vom Attentat auf den Zareiizug, der die kaiserliche Familie nach dem rumänischen Besuche und der bessarabischen Kundgebung nach Petersburg brachte, war eine glatte Erfindung. Aber wo Ranch ist, da ist auch Feuer. Wo kommt der Gedanke bcr, der all den imnicr wieder durch die auslän- ländische Presse gehenden Nachrichten von Attentaten auf den Zaren oder Mitglieder der zarischen Familie zugrunde liegt? Jf! da nicht der Wunsch der Vater des Gedankens? lind hat inan bisher etwas von derartigen Attentatsnachrichte» aus Ockterriich vernommen? Nein. Wer seine Ruisen kennt, der weiß, was das für eine Sorte von Byzantinern ist. Kann, ist der begeisterte Gesang der Kaiserhymne bei einer festlichen Gelegenheit verflogen, so sicht man die Lenke s.ch irfjcii nach Spitzeln umschanc» nnd dann die neuesten „Hosgeschichtcn" Vorträgen ,dic natürlich von Anfang bis zum Ende erfunden, aber dafür umso unverblümter sind. Der Russe hat keinen Sinn für den monarchischen Gedanken, für das Prinzip der Monarchie, er bat nur Sinn für das ... dum metuont. In Peterhos slimnic daher der neue Fürstenmord sehr nachdenklich. Als die Blutnachricht eintraf, hatte in der „Nowoje Wremja" der „galizische Russe" Bergun seinen üblichen österrcichfeindlichen Montagsartikel bereits geschrieben. Darin wird dem Habsburger Hanse vorgcwor- fcn, es unterdrücke das österreichische Slawentum, es verfolge die Veranstalter der slawischen Sokoltaae. käinpfe gegen den Gedanken des Allslawcntums an, und der trialistischc Gedanke des Erzherzog.Thronfolgers sei nur ein Versuch, alle Südslawen unter das Hbasburger Joch zu bringen, Do» diesem hätten sich 1799—1815 die Illyrier befreit und hätten sich unter dem Regime der Franzosen Wohl gcsühlt. . . Wir sehen, wo die großscrbischen Gcdankcn großgezogcn werden, um mit den Gedanken Herrn Hartwig? in Belgrad ausgetauscht zu werden, wir sehen, wo die Begeisterung der Herren Printschip und Cabrinowitsch hcrkommt. Nun, wir sind diese Propagandaartikcl der „Nowaja Wrcmja" gewohnt und würden uns auch über diesen nicht weiter aufhaltcn, wenn er ein paar Tage später erschienen wäre, aber die Rcdakticn des Blattes ist so schamlos, daß cs diesen Artikel nicht zurllckzieht, als die schreckliche Nachricht au-s Serajewo cintrifft, sondern ihn gleichsam als Erklärung der Mordtat an die erste Stelle setzt und darunter eine Notiz mit bei» Bemerken, daß der ermordete Erzherzog zuvor ein Feind Rußlands gewesen sei,, immerhin aber die Mordtat zu verurteilen sei. bind in der Nbcndansgabc des Balttes heißt es in einem Interview des Herrn Spalaikovic etwa, der Erzherzog sei selber schuld an dem Ereignis; die serbische Regierung sei vom Kommenden unterrichtet gewesen und habe die Wiener Regierung gewarnt; der Erzherzog sei in Bosnien als der Urheber der Unterdrückung der Serben verhaßt gewesen, er habe das ganze „nationalistische Bosnien" z»m Feinde gehabt, und doch habe er gcglaubt, cs würde ihm nichts geschehen. Etwas diplomatischer ist das Interview allerdings gehalten, als die obige Wiedergabe, aber diese bringt nur den Extrakt des Interviews, dessen Ueberschrift hätte lauten können: „Warum hat der Erzherzog serbischen Boden betreten?" ... Belgrader Telegramme stellen den Mordbuben als Mitglied einer Anarchistenbaade hin, und Herr Spalaikovic erklärt, in Belgrad gebe cs keine revolutionären Verbünde, selbst die „Schwarze Hand" sei eine Wiener Erfindung, wie denn Oesterreich überhaupt die öffentliche Meinung Europas gegen Serbien aufliehen wolle.... Keines der Petersburger Blätter, die zur Mordtat Stellung nehmen, stellt es in Abrede, daß die Mordtat nicht anarchistisch, sondern großser- bisch ist. Und diese Feststellung ging nicht von Wien alis, vielmehr wußte man am Hofe gleich nach dem Eintreffen der ersten Meldungen, wen die Schuld treffe. Wie verlautet, glaubte auch der Zar anfangs an einen anarchistischen Anschlag, doch das Ministerium des Aeußeren veranlaßte eine Acndernng der Ansicht. Es braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden, daß am Hofe andere Anschauungen über einen Fllrstcn- niord herrschen, als in den nationalistischen Kreisen. Es hat auch in Petersburg lange gedauert, bis König Peter von Serbien nach den blutigen Ereignissen im Belgrader Konak in Petersburg empfangen wurde, cs hat viel Ucberwindung gekostet, bis die dynastischen Beziehungen enger wurden, und cs herrscht jetzt gar kcin Zweifel darüber, daß die serbische Militärpartei, die im Konak die Säbelklingen in den Leib der Königin Draga gestoßen hat, auch bei der Ermordung des Fürstenpaares in Scrjacwo die Hand im Spiele gehabt hat, zum größeren Ruhme Großscrbiens. Nicht nur auf die innere Politik wird die Untat von Serajewo in Rußland Folgen haben (sie hat viele sehend gemacht), sondern auch auf die auswärtige, und wenn die erschütternde Wirkung der Mordnachricht am Hofe anhält, wird die russische Regierung wohl kanm das schwere Odiuni tragen wollen, daß sie cs ist. die der großscrbischen Propaganda den Rücken steift. In Petersburg hat man bisher Serbien als seine unfreie Provinz betrachtet, als seinen Vorposten gegen Oesterreich; die Konsequenzen werden wohl auch gezogen werden. „;\iitori!ät kann nur dadurch annahrt mrdkii, daß man ßt gtlkgrntlich auch einmal gellend macht!" Wo stehen diese Worte? Etwa in einein Organ der Rechten, in der „Kreuzzeitung" oder in der „Deutschen Tageszeitung"? Oder hat sie ein Seigneur im preußischen Hcrrcnhausc gebraucht? M>i Nichten! Dieser Satz ist zu lesen in dein Geschäftsbericht des sozialdcmo- kratischen Parteisekretär für den Kreis Fri dberg und die Frankfurter „Volksstimme" erteilt ihm ihrer Segen und nennt ihn „recht zutreffend" und kann ihn „r ü ck h a l t S - IoS unter st reiche n." Ter Bericht beklagt, was unS schon längst kcin Gcheim- nis ist. datz daS „schaflende" Proletariat im Wablkrciie Fried- l .rg-Budingen der Organisation vielfach gleichgültig gegenüber stehe. Namentlich die jungen Leute huldigte» mehr dem Vergnügen und dem Sport, anjtatt ihr Geld z» der Partei- kasje zu tragen, auf daß die Partriangcstelltcn gcfiittert loor- ben C ft käme es vor, daß der Vater organisiert sei, der Sohn aber nicht. Um diesen „bejchänrenden Zustand zu de- seitigen, inüsse die väterliche Autorität gebraucht werden, d-'vi! Autorität kann nur dadurch gewahrt werden, daß man sic gelegentlich auch einmal geltend macht." Auch wir können diese Mahnung „rückhaltslos unter- st.eichen"; wir wollen nur hoffen, daß sie auch die Regierung beherzigt nnd wen» sic es int, dann soll sic sich durch da« Geschrei der Sozialdemokratie nicht irre machen lassen, sondern ihr entgegenhalten, daß cs ihre eigene Mahnung ist, die befolgt wird. Heute find wir schon so weit gekommen, daß die Sozial- dcmokratie offen und nngcscheut an den Grundlagen des Staates zu rütteln wagen, sic predigen den ossencn Kanipk gegen alles, was uns heilig ist. Mit Recht konnte der kon- servative Führer, Herr Abg. v. H c y d e b r a n d dieser Tage ans einer konservaflven Pcrsanimlung in Schlesien ausrufcn: »Ist es schon so weit gekomnicn, daß wir die Hände in den seckzoß legen und uns bei lebeiidigem Leibe massakrieren lassen wollen? Es ist nicht zu sagen, m i t w e l ch e r L a n g m u t die Regierung sich von einer Bewegung gegen den Staat aus der N a s e h e r u in t a n z e n läßt. In dieser Hinsicht ist es auch Zeit, daß wir »ns auf Bismarck b c s i n n c n I" Leider sind diese Worte nur zu berechtigt und unsere Regierung läßt die Zügel nur zu oft an, Boden schleifen. Möge man sich in den Kreisen, die es angeht, die von der Frankfurter „Nolkk-stimme" empfohlenen Worte des sozialdemokratischen Geschäftsberichts hinter die Ohren schreiben, die da lauten: Autorität kann nur dadurch gewahrt werden, wenn man sic gelegentlich auch einmal geltend in a ch t l Aus dem hefl. fattMit#. Darmstudt, 7. Juli 1914. Zweite Kammer. Die Zweite Kammer trat heute zu ihrer diesmaligen letzten, auf zive: Tage berechneten Sitzung zusammen nnd widmete Präsident Köhler zunächst dem verstorbenen Abg. Friederich einen herzlichen Nachruf. Dann wird zu dem Negierimgs-Entwucsc, bctr. die Los- gcsellschastcn dein Beschlüsse der Ersten Kammer beigctreten. Auch dein Entwrufe, bctr. die Besoldimgsvcrhaltnisse der Koinmunalsorstwärter. der nach dem Beschlüsse der Ersten Kamnicr die Gehälter der ftaatlidjcn Forstwarte aus 70% festsetzt, wird zugestimmt. Den Regiernngsentwurf, betr. die Kraftwagenlinicn hat die Erste Kammer nicht mehr beraten nnd wird beschlossen, von dem Beschlüsse einfach Kenntnis zu nchincn in der Hoff- nnng, daß die Vorlage inl nächsten Landtag Erledigung sindet. Die Regicrnngs-Vorlgac, betr, den Bau einer Eisenbahn von Ncckar-Steinach nach Schönau im Odeiuvälder Stein-ich- tal sindet ohne Debatte Annahme. Z» der Regierungsvorlage, betr. die Ausführung des Besoldungsgesetzes, zu welchem verschiedene Anträge cinge- reicht sind, erstattet Abg. Henrich mündlichen Bericht, in welchem die Vortage einpfohlcn wird. Staatsrat Dr. Brsi wendet sich insbesondere gegen den Antrag Dr. Weber. Die dort vorgeschlagcnc» Aujrückungs» fristen bcdcnten eine Gcsetzesändernng und seien deshalb undurchführbar, auch die sinanziellen Folgen inachen den Antrag uninöglich. Abg. Henrich (frcis.) weist nochmals daruf hin, daß das Gesetz doch viele Mängel enthalte und de>ß der Antrag Dr. Weber vieles beseitige. Redner hat weiter verschiedene Zu- satzanträgc gestellt, nach welchen u. A. Beamten mit gleicher Vorbildung nnd gleicher Staatsprüfung auch in eine Dicnsk- klasse anfgenonmien werden. Ferner soll der Bcainte seinen Höchstgehalt nicht erst drei Jahre später erreichen, als er ihn ohne die Beschränkung dcS Artikels 27 erreichen würde. Ebenso soll die in einem früheren Amt verbrachte Zeit bei dem in einer Besoldungsklaße vereinigten Beamten gleichmäßig ongcrechnet werden. Abg. Dr.Wcbcr (Bbd.) wendet sich gegen die Regierung, welche glaubt, es verantworten zu können, wenn sie diese Vorschläge ablehnt. Besonders bei den Forstwarten sei eine einseitige schroffe Wirkung eingctretcn, die man sicher m F-nanrausschuß beseitigt hätte, wenn man sie gekannt hätte. Wenn sie der Negierung bekannt waren, so hätte sie solche dem Finanzausschuß mitteilen müssen, war dies aber nicht der Fall, so müsse sie heute ihr Unrecht einsehen und im Interesse der Gerechtigkeit den Abänderungen zustimmcn. Hier- bei könne eine Mehrausgabe von 40 000 M keine Rolle spielen, w'»n man eine Ungerechtigkeit beseitigen wolle. Staatsrat Dr. Best widerlprickrt nochmals^deun Anträge Sir. 157 ___ 'vnricfi »nd weist aus die damit verbundene Gesetzesände- >ü»a bin. ^ , SIbfl. Best (natl.) ersucht im Interesse der Folgen die ..V.tiö« Henrich und Dr. Weber abzulehncn. i'ldo. Ulrich (soz.) bestreitet, daß eine Gesetzesänderung t'ls-, man will nur eine andere Auslegung des Artikels .'7, dvrch welchen die bedeutenden Schädigungen einzelner ;\\-i::ten verschiedener Klassen beseitigt werden. Aba. Cnllmann (natl.) erkennt die Mängel an, kann rl -r als Jurist den Anträgen nicht zustimmen, da sie eine : st-eänderung dorstcllcn. Vielleicht laste sich eine andere finden, welche diese Gesetzesänderung verineidet. ^ Aba. Henrich (sreis.) tritt nochmals für seine Anträge ein und ist der Anschauung, daß der Jurist auch eine Form ist- vitw Aistchauui p finde. Dr. Webcr (Bbd.) ist derselben Meinung und zluibt daß die Rcaierung über die Wirkung der Vorlage liwt ganz informiert sei, sonst würde sie den Vorschlägen zustinimen und würde sie mit der Zeit zu einer Gesetzcsändc- ruug doch kommen müssen. . ' , Staotsrat Dr. Becker stellt fest, daß Niemand >m Zweifel sein könne, daß hier eine Gesetzesänderung die Folge sei, die nicht beabsichtigt ist. Er müsse bestreiten, daß die Schädigun- gen so große seien, cs kommen nur etwa 80 Beamteii in Frage, von welchen die Hälfte uin eine Klasse, die andere um 2 Klassen geschädigt seien. Dnich die Zustiinmung zu den Anträgen werde man die Gesuch- doch nicht beseitigen, cs werden im Gegenteil desto mehr neue Klagen und Wünsche einlM'ien. Dies sei auch die Ursache, weshalb die Negierung ich ablehnend verhalte. Abg. Ulrich (soz.) macht darauf aufmerksam, daß die llegierungsvorlage selbst eine Gesetzesänderung bedcuce. Man solle hier nicht den Juristen- sondern den vernünftigen Menschenverstand sprechen lassen. Abg. Molthan (Zentr.) will im Interesse der Beseitigung der Ungerechtigkeiten für die Aendernugen eintreten. Weiter sprechen hierzu noch die Abgeordneten Callmann, Dr. Weber, StaatSrat Dr. Becker und Abg. Ulrich. Hierauf wird der Ausschußantrag zu der Regiernngs- oorlage einstimmig angenommen, ebenso der Antrag Dr. Weber gegen die Stimme des Abg. Best, auch der Antrag Henrich findet Annahme. Hierauf wird der Antrag Singer, betr. die Bewilligung eines Staatszuschusses für die Renovation des Steinhcimer Torturmes in Seligenstadt noch einer Empfehlung durch den Abg. S i n g e r in der Forni angenommen, daß zunächst 5000 cM, für dieses Jahr bewilligt werden. Die Vorstellungen der Eisenbahn-Obcrsekretärs Ewald, Eimer und Planz, betr. ihr Bcsoldungsdienstaltcr toerden im Sinne des Ausschußantrages naeb empfehlenden Worten der Abgeordneten Korcll-Angenrod, Wolf-Gonsenheim, Wiegand, Dr. Schmitt, Ulrich nnd Henrich angenommen. Es kommt hierbei der Wunsch zuni Ausdruck, daß der preußische Eisen- bahnminister ans Beseitigung aller Ungerechtigkeiten hinwirkt. Nächste Sitzung Mittwoch früh. i?agesnlrersrcht. Ärutjches Ucini. :: Der Schluß des badische» Landtages. Die Haupt- tütigkeit des Landtages stillte sich dar in der Bewilligung des Budegts für die beiden Jahre 1914/15. Eine bedeutendere Tätigkeit hat das Parlament nicht entfaltet. Die wichtigste Vorlage der ganzen S)ssi*n, die auf Vereinfachung der Verwaltung abziclcnde. >vu-te „icht erledigt, weil der Vorsitzende der Roiumisfion, bei solche Vorlagen zur Vorarbeit überwiesen werden, nicht regelmäßig arbeiten konnte, da Herr De. Frank durch seine Arbeit im Reichstag abgehalten war, ine ersprießliche Tätigkeit für das kleine badische „Vater- md" zn entfalten. Man wird die Frage nicht umgehen . .inen, ob es sich empfiehlt, an die Spitze derartig bedeuten- - Kommissionen einen mit einem Doppelmandat belasten- j.T. Abgeordneten zu stellen. Nach altem Großblock-Brauch . nßte natürlich Herr Dr. Frank diesen wichtigen Vorsitz be- \ viiicti. Ta indes der Großblock sich inimer mehr zu einem .v.'.cn verflüchtigt, so dürften die Nationalliberalen in 'i-iunft unschwer zu der Auffassung kommen, den Vorsitz in - Immission für Justiz und Verwaltung einem unab- •"..•MCtt Nicht-Sozialdemokraten zu übcrw"ksen. Die In- ' eisen des Landes werden damit besser 'gefördert. Die 'uni'.iche Bedeutung dieser Landtagstagung besteht darin, daß der Eiroßblock innerlich überwunden wurde, weil es in de, nationalliberalen Partei nicht an Strömungen fehlt, die vom Großblock ablenken. Vom nächsten nationalliberalen Parteitage wird es abhängen, ob die Jungliberalen, die igentlichen Träger der Großblock-Jdee, so viel an guter politischer Sitte zurückgewonncn haben, daß sie sich aus der legitimen Verbindung der Frank nnd Genossen loslösen. Oesterreich. :: Ministcrkonferenzen in Wien. Ter angckündigte gemeinsame Ministerrat trat gestern um Yo12 llhr mittags zu- iaiumen, um sich über die aus dem Attentat in Serajcwo als notwendig heransstcllenden Maßnahmen schlüssig zn machen, -in der Konferenz nahmen der Kriegsminister Korbatin, der gen,einsame Finanzminister Bilinski, die beiden Minister- Präsidenten Präsidenten Graf Stürgkh und Graf Tisza, sowie der Dkinister des Aciißcren Gras Berchtold teil. Die Zu- sammenkunst dauerte mehrere Stunden: über das Ergebnis ist »och nicht? bekannt. Vor dem Mmifterrat fand eine Be- sprcchung der Minister mit dem Ehcs des Generalstabes von Höheudorff »nd den, Marinekommandanten Admiral Haus statt. Die Akten der abgeschlossenen kriminellen lluter- suchung in Serajcwo liegen nunmehr dem Ministcrrnt vor und dieser wird lick nach Durchsicht und Prüfung darüber Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 8. 3uli 1914. schlüssig machen, ob es notwendig ist, außerhalb der kriminellen Untersuchung noch Maßnahmen diplomatischer oder politischer Natur zu treffen. :: Tschechische Exzesse gegen Deutsche in Mahren. Aus Brünn wird gemeldet: Der Deutschenhaß der Tschechen beginnt wieder Formen anzunehmen, die an vergangene recht schlimme Tage erinnern. Fast in jeder Nacht werden hier deutsche Studenten von Tschechen überfallen und mißhandelt. Am Sonntag fuhren 30 Mitglieder eines deutschen Gesangvereins auf das Schlachtfeld nach Austerlitz, wo sie von 3000 Sokoln (tschechischen Turnern) mit Steinen und Knüttel- Hieben angegriffen wurden. Mehrere Personen erlitten er- hebliche Verletzungen. Achnlich erging es den Mitgliedern des deutsch-akademisch«:» Gesangvereins in Brünn, die eine Vergnügungsfahrt nach Segen Gottes unternommen hatten. Frankreich. :: Dir sra»zösisch« 3>:prozent!ge Anleihe 40 mal überzeichnet. Die Zeichnung der neuen 3Xprozentigen amortisierbaren : Rente hat gestern inorgen an den verschiedenen Ausgabestellen begonnen. Seit 5 Uhr morgens drängte sich dort eine ungeheure Menschenmenge. Vor der Zentralkaffe des Schatzamtes zählte man über 1500 Personen, die aus die Oeffnung der Schalter warteten. Eine große Anzahl von Bänken wurde dem Publikum zur Verfügung gestellt. Sobald an den Schaltern die vcr- jügbaren Schatzscheine vergriffen waren, wurden sämtliche Schalter geschloffen. Man schätzt, daß die Anleihe mindestens 40 mal überzeichnet worden ist, und daß die großen Zeichner kaum 2 Prozent der gewünschten Beträge erhalten konnten. Von heute ab wird die Reute assiziell an der Börse notiert werden. :: Die Kämpfe in Algier. Me aus Rabat gemeldet wird, haben die französischen Truppen vor einigen Tagen in d,f Gegend von El Borudj einen neuen äußerst heftigen Kampf mit den Ausständischcn vom Stamme der Zaian und Schlcuche gehabt. Die aufständischen Beduinen gingen wiederholt zur Ossenffoe über und erst das Eingreifen der französischen Artillerie entschied den Sieg der sranzöstschen Truppen. Die Franzosen verloren im Kampfe 11 Tote, darunter einen Offizier und hatten 30 Verwundete. Albanien. :: Zur Lag«. Die Besatzung von Durazzo erhält Zuzug von Koffowo her. Trotzdem wird die Lösung der albanischen Frage durch den Fürsten in Durazzo von allen Seiten als unmöglich angesehen. Die Zwischenjälte in der Stadt häufen sich. In der vergangenen Nacht kam cs wiederum an zwei verschiedenen Stellen zu Schießereien. Die holländischen Offiziere leiden stark unter den unklaren Kommandovcrhältniffen. Di« Meldung, Goritza sei von den Epiloten genommen worden, hat sich noch nicht bestätigt. :: Abreise der Fürstin von Albanien. Aus Durazzo wird gemeldet: Die Gemahlin des Fürsten Wilhelm von Albanien, die Fürstin Sophie, ist mit ihren beiden Kindern an Bord eines Dampfers des österreichischen Lloyd aus Durazzo abgereist. Es wird behauptet, sie wolle sich nach Rumänien begeben und würde nicht wieder nach Albanien zurückkehren. — Auch der Mirditenfiihrer Marke hat Durazzo verlaßen. Er will in seinen heimatlichen Bergen eine neue Freischar anwcrben. Doch glaubt man, daß er nicht wieder zurückkehren wird. Dagegen haben die Unterhandlungen der englischen Admirals mit den Aufständischen insofern einen Keinen Erfolg gehabt, als diese nunmehr in die Verlängerung des Waffenstillstandes non 10 Tagen eingewilligt haben. :: Rumänien und die albanische Frage. Das Regicrungs- organ „Viterul" hebt in eineni längeren Artikel das Interesse Rumäniens a» der Erhaltung Albaniens und macht folgende Vorschläge. Jede der drei großen Gruppen des albanischen Volkes soll je einen aus den Reihen der Nationen entnommenen Gouverneur erhalten. Fürst Wilhelm soll Fürst von Albanien bleiben, da die Ernennung eines mohammedanischen Prinzen zum Fürsten von Albanien ein gefährliches und gewagtes Experiment sei, das die bestehenden Schwierigkeiten in der Erhaltung Albaniens nicht nur nicht beseitigen, sondern neue Rcibungsslächcn schassen würde. China. :: Rückkehr zur Monarchie. Die liberale Preffe erblickt in den neuesten Maßnahmen der Regierung den Plan, die Monarchie wieder aufzurichten. Die Regierung ersetzt alle bedeutenderen Stellen im Staatsdienst mit Beamten aus der Zeit des alten Regimes und die Mehrzahl der Prinzen wurde mit wichtige» Aemtern betraut. Wenn es so weiter geht, dürfte bald das anitliche China sein früheres Aussehen wieder erhalten haben. , Mexiko :: Der beigelcgtc Streit zwischen Billa und Carranza. Nachrichten aus Juarcz bestätigen, daß die Konferenz in Torreon criolgreich gewesen und Villa wieder zum Obcrkommandeur ernannt worden ist. Der Bruch dürfte aber wohl nicht für alle Zeit geheilt sein. Villa hat eben erst durch einen Beauftragten dem Agenten Carranzas !> Millionen Papiergeld abneh- mcn lassen, das in den Bereinigten Staaten für Earranza her- gestellt morden war. Earranza verlangte von der llnionsregie- runz die Verhaftung des Beauftragten Villas, der aber das mexikanische Juarcz erreichte, che die Nachricht in der amerikanischen Grenzstadt El Paso ankam. ihiiflfttfr, KagtlschlagHauMfral), WlMrimdk. Am Sonntag zwischen 7 und 8 Uhr hat sich über N ü r n - bcrg und Umgebung ein furchtbares Unwetter entladen. Ter angcrichtete Schaden ist vorläufig nicht zu übersehen. Ein schwerer Hagelschlag ging 20 Minuten lang ununterbrochen nieder. Die öffentlichen Anlagen, die Gärtnereien »nd die Felder der Umgebung sind verwüstet. An zwei Stellen in der Nähe des Rathauses haben die Wasserniassen das Pflaster beschädigt. Innsbruck, 8. Juli. Ucber das vordere Zellatal ging ein heftiges Unwetter nieder. Mehrere Drücken wurden fortgerissen, Der Zcllafluß staut sich infolge des in großen Masten znsamnienaelaaerten Gesteins. In Zell wurde eine Seite S. Gerberei durch ein gewaltiges Felsgewölbc verschüttet. Die Schutzbauten am Riedtale sind stark beschädigt. Hamburg, 8. Jnli, Seit gestern mittag geht über die Stadt ein heftiger Regen nieder, wie er noch nie beobachtet worden ist. Der Regen fällt seit mehr als 20 Stunden und eine große Anzahl Keller steht unter Wasser. Die Feuerwehr ist unausgesetzt tätig. Pontresina, 8. Juli. Eiu plötzlicher Schneesall hat Pontresina in eine Winterlandschaft verwandelt. Es bietet sich dem Auge ein wundervolles und unvergleichliches Bild Die Temperatur sank von 32 Grad auf 1 Grad. Sie hat sich im Laufe des gestrigen Tages wieder etwas erhöht. Aus Staden wird uns uiitgeteilt: Während in der Wetterau fast überall die Heuernte noch vor dem Eintritt des Regens unter Dach und Fach gebracht werden konnte, ist dies bei uns leider nicht der Fall. Bei unserer Lage zwischen Vogelsberg und Taunus, kriegen wir von jeden, Gewitter, es mag konimcn, woher es will, etwas ab. Im Jahre 1911 bei der Trockenheit hatten wir den Vorteil davon) dieses Jahr aber macht sich der Nachteil bernerkbar, indem die Wiesen selbst während der ärgsten Hitze in der vorigen Woche nicht trocken wurden, so daß das Heu nicht crrrgefahren werden konnte. Die erneuten Regengüsse am Freitag und Samstag haben das Heu förmlich überschwemmt, so daß von einem Einfahren keine Siede sein kann. Große Schäden durch Raupenfraß in, Bambcrger Land. In den bayerischen Maindörfern Oberhaid und Unterhaid wird die beste fränkische Zwetsche gebaut, die alljährlich wcgne ihrer Süße und Größe in Tausenden von Zentnern nach Norddeutschland ausgeführt wird. Der Ertrag schwankte in guten Jahren zwischen 150 000 und 200 000 M. Heuer ist nun die Ernte durch Raupenfraß vollständig vernichtet. Die Bauern erleiden hierdurch große Verluste. Waldbrände in Rußland. Die große Hitze, die seit drei Wock)cn in Rußland herrscht, hat zahlreiche Waldbrände her- vorgerufen die sich auf cmhr als 100 Kilometer erstrecken und dem Staate und Privatpersonen erheblichen Schaden verursachen. Gestern spät abends lag auf dem Distrikt Pis- kow die Meldung vor, daß riesige Waldbestände, die einer Bank gehören, in Brand geraten sind. Alle Truppen des Regierungsbezirks sind mobilisiert und Verstärkungen ans der Umgebung erbeten worden. Da sich der Brand über das ganze Land auszubreiten droht, ist Hilfe unbedingt notwen- dig. In der Provinz Twer steht Heideland in einer Ausdehnung von 40 000 Hektar in Flammen. Im Gegensätze hierzu herrschen seit mehreren Tagen in ganz Südrußland wolkenbrnchartige Regengüsse, die gleichfalls, ungeheueren Schaden cmrichteten. Vereinigte Landwirte Die Gejchaftsstnnde» fallen am Freitag ganz ans. Dhrinfahrl! Die Vertrauensmänner werden dringend ersucht, die Anmeldungen zur Rheinsahrt unverzüglich an Herrn Aböls Henscl in Dortelweil gelangen zu laßen, da die nötigen Vorbereitungen sofort getroffen werden muffen. Aus der Heimat. * Friedberg, 8. Juli. Donnerstag, den 9, Juli, findet in Friedbcrg nachmittags von 5 bis 7 Uhr in, städtischen Saale über den Pserdeställen (Eingang Haagstraße) Sprechstunde für Alkoholkranke statt, (Unentgeltlicher Rat für Trinker und deren Angehörige,) * Frirdberg, 8. Juli, Wie das „Korps-Vcrordnungs- blatt" für das 18, Armeekorps mitteilt, finden im Herbst sol- gende Uebungen in kleineren Verbänden statt: Die 21. Division hält ihre Regiments- und Brigadeübungen bei Hanau, Gedcrnheim und Fürth i. O, ab, die 25. Division (Groß- herzoglich Hessische) übt zwischen Wiesbaden nnd Frankfurt), wobei die 49. Brigade bei Bierstadt »nd die 50. Brigade bei Oberirrsel manövcriercn. Die Brigadcinanövcr nehmen am 4. September ihren Beginn. Es üben die 4l. Brigade bei Reinheim i. O., die 43. bei Lindenfels i. O., die 49. zwischen Höchst n. M .und Mainz und die 50. zwischen Frankfurt und Friedberg. Am 7. und 8. September wird in Divisionsvcr- bänden geübt, und zwar nianövericrt die 21. Division bei Reinheim i. O. »nd die 25. zwischen dem Main, Mainz «nd Bod Homburg v. d. H. Hieran schließen sich am 9. Sep- tcmber Kriegsmärsche, denen am 10. und 12. September bas Korpsmanöver zwischen Darmstadt und dem Spessart folgt. Wo sich das vom 14. bis 18. September stattfindcnde Kaiser- Manöver abspielt, darüber sind noch keine Bestimniungcn getroffen, wenigstens ist darüber noch nicht? bekannt gegeben, * Friedberg, 8. Juli, Die Behandlung der Milch in der heißen Jahreszeit ist nicht so leicht, und dieses benutzen Fabrikanten und Händler gewisser Art, um allerlei Präparate in den Handel zn bringen, welche das Gerinnen und Verderben der Milch verhindern sollen. Diesen Zweck er- füllen sic nun zwar »icht, aber sie füllen den Erfindern die Taschen, und mit diesem Erfolge sind jene bescheidenen Leute auch vollauf zufrieden. Wer im Haushalte feine Milch gut und frisch erhalten will, der kaufe sie möglickfft frisck, korbe sie schnell ab und stelle sie ohne weiteres Nmschüttcn an einen reckst luftigen nnd kühlen Ort. Die Haut, die sich bildet, ist der beste Sckmtz der Milch. * Friedberg, 8. Juli. Heute, Mittwoch Abend Uhr, findet eine llebung der Pslirbtfencrwehr statt, Antreten am Gerätebaus. * B»d Nauheim, 8. Juli. Heute, Mittwoch, den 8. Juki m. 157 «Mat Tagrszettung. Wittroofl), dt« 8. Juli 191« Seile 3. nachmittags 4y z bis 6 Uhr und abends von 8 bis 10 Uhr ist auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhanssaale Theater: „Eine Frau ohne Bedeutung'^ Schauspiel in 4 Akten von Oskar Wilde. * Bad Nauheim, 8. Juli. Donnerstag, 9. Juli, nachmittags von 4 bis 5% Uhr findet auf der Terrasse Konzert der Kurkapclle statt. Abends 8% Uhr im Konzerthause Richard Wagner-Abend (4. Sinfoniekonzert) der Kurkapelle unter Leitung des Königlichen Professors Hans Winberstrin. * Bad Nauheim, 8. Juli. Bis zum 2. Juli 1914 sind 17 551 Kurgäste angckommen. Bäder wurden bis zum 2. Juli 1914 242 586 abgegeben. * Butzbach. 8. Juli. Von den Bewohnern der Orte des Kl-cbachlales und der Stadt Butzbach ist eine Eisenbahnverbindung von Dutenhofen (Station der Bahnlinie Euchen-Limburg) über Hörnsheim und Niederkleen nach Butzbach projektiert und eine Dcnkfchrist ausgcarbeitet worden. * Nieder Erlcnbach, 8. Juli. Der bisherige Bürgermeister Ullmann wurde einstimmig auf weitere nenn Jahre zum Ortsoberhaupt gewählt. * Vilbel, 8. Juli. Die bekannten Zwillinge, die mit dem Kops zusainmengewachscn find und seit einigen Jahren hier leben, sind heute Morgen gestorben. Sie sollen vom Keuchhusten befallen worden fein. Jedenfalls bedeutet ihr Tod eine Erlösung für die unglücklichen Wesen. * Vilbel, 8. Juli. Bekanntlich wird der alte Bahnhof „Dilbcl-Süd" von der Bahnverwaltung insofern sehr stief- mütterlich behandelt, als auf ihm fast gar leine Züge mehr halten, sehr zum Verdruß der allermeisten Einwohner, die deiii alten Bahnhof naher wohnen, als dem neuen. Dieser Tage passierte cs nun dem Frankfurter Frühzuge 701, daß er versehentlich auf deni Südbohnhos anhiclt. Unter herzlichen Beisallsbezeugungeu stiegen flugs einige Tuhcad Fahrteste aus und verschwanden im Portal des Bahnhofs. * Vilbel, 8. Juli. Ein erst vor wenigen Tagen aus dem Buhbachcr Gefängnis entlassener Arbeiter verübte an seiner 14jährigen Tochter ein SittlichkeitSvcrbrcchen. Er wurde verhaftet. * Frauffurt o. M., 8. Juli. Das Generalkommando des 18. Armeekorps hat sich auf Ersuchen des Erotzh. Hess. Ministeriums des Innern mit der Beurlaubung von Mannschaften zu dem Zwecke der Bekämpfung der Rcbschädlinge in der Zeit vom 25. Juli bis 10. August d. I. u»ter der Voraussetzung einverstanden erklärt, datz die entstehenden Kosten auch bei etwaigen Unglüübsällen von den Weinbcrgsbesitzern getragen weiden. — Nach den Bestimmungen gelten die Personen des Soldatenstandes als Arbeiter und sind nach den reichsgesetzlichen Bestimmungen ohne weiteres als gegen Betriebsunsälle als versichert inzusehen. * Frankfurt a. M., 8. Juki. Im südlichen Wartesaal 3. Klasse wurden gestern zwei sogenannte Leichenfledderer, die einen schlafenden Reisenden bestohlen hatten, auf frischer Tat ertappt imd verhaftet. — Der Ferienverkehr im Haupt- bahnkofe hat jetzt mit aller Macht eingesetzt. Sämtliche Züge gehen bis auf den letzten Platz besetzt hier ab, und dasselbe ist bei den hier eintreffenden Züge» der Fall. * Frankfurt a. 'Ui., 8. Juli. Während der Zusammenkunft deutscher Standcsherren inr „Englischen Hof" fand der Kellner Kißling einen der Fürstin von der Ley gehörcndeil Schmurk im Werte von 20 000 JH. Als Kißling den Schmuck versetzen wollte, wurde er verhafte. Gestern verurteilte ihn die Strafkammer wegen Fundunterschlagung zu 8 Monaten Gefängnis. * Frankfurt a. M., 7. Juli. Für die Beamten und Ar- beiter der Stadt war eine Gehaltserhöhung von zusammen 420 000 M geplant. Diese Simrme sollte den durch die Erhöhung des Wafscrgcldes erzielten Mehreinnahmen entnommen werden. Da der Wehrbeitrag dem Stadtsäckel jetzt jedoch ein Plus von einer Million Mark bringt, hat der mit der Gehaltsfestsetzung betraute Sonderausschuß für alle Beamte und Arbeiter eine über den Rahmen der Magistratsvor- lage hinausgehendc Gchaltsauskesscrnng beantragt. Doch ist es zweifelhaft, ob die neue Form Annahme findet, da der Magistrat seine Zustirmnung bis jetzt verweigert. * Frankfurt n. M-, 7. Juli. Der vierjährige Sohn des Arbeiters Müller, Schwalbacherstraßc, rannte am Sonntag gegen ein Automobil. das ihn überfuhr. Die Verletzungen waren so schwer, daß der Junge, der sein Unglück selbst verschuldete, nach kurzer Zeit verstarb. — In der Koseistraße ichlcifte die Straßenbahn einen elfjährigen Schüler mehrere Meter weit mit, der dabei schwere Verletzungen am Kopfe davontrug. — Ern wild dahinrascndes Automobil riß auf der Zeil ein Mädchen zu Boden. Dieses hatte aber soviel Geistesgegenwart und dielt sich am Schutzblech fest. Dadurch kam es nur niit minder schwere» Verletzungen davon. Der Wagenführer wurde wegen Körperverletzung bei Gericht an- gczeigt. * Frankfurt a. M-, 7. Juli. Eine Folge der „Affäre Schmidt" von der Sittenpolizei, ist die gestern erfolgte Zu- rückversctzung der Sittouichutzleutc Made, Meister, Rühl und StauSberg in die uniformierte Schutzmannschaft. * Frankfurt n. 7. Juli. Die Nächte zum Sonntag llnd Montag erlebten nicht weniger als sieben schwere Schlägereien und Messcrstechercin. In vier Fällen wurden tie Beteiligten derart zugerichtet, daß sie lebensgefährlich vorletzt den verschiedenen Krankenhäusern zugeführt werden mußten. Bei einer Schlägerei wälzte sich der Menschen- knäuel sogar von der Kaiserstraße in den Hauptbahnhof hin- ein und erfüllte hier die Räume mit wüstem Geschrei. Tie gesamte Dahnhofswachc und Schutzleute benachbarter Reviere mutzten schließlich zur Säuberung des Bahnhofes von dem raufenden Gesindel aufgeboten werden. * Frankfurt a. M„ 7. Juli. Für die Sommerferien hat die Stadtverwaltung fänrtliche Schulhöfe als Spielplätze den daheim gebliebenen Schulkindern zur Verfügung gestellt. Luch erwachsene Personen dürfen ohne besondere Erlaubnis die Schulhöfe zur Erholung abends ausfuchcn. Von der Vergünstigung wird seit dem Fcrienbeginn bereits reichlich Ge- brauch gemacht. * Frankfurt a. M., 7. Juli. Unter dem Vorsitze des Profcsiors Frey-Posen fand hier eine stark besuchte Dersamm- kung von Vertretern kieutschcr Jmkcrverbände statt. Nahezu einstimmig beschloß man die Auflösung des deutschen Imker- Verbandes und die Gründung der „Vereinigung deutscher Jmkervcrbände". Dieser gehören nunmehr alle Verbände mit 160 000 Mitglieder» an. Zum Präsidentenstviirde Prof. Frey-Posen gewähtt, zweiter Präsident wurde Ockononnerat Büttner-München. Die Geschäftsführung übernahm Lehrer Kuttner-Köslin. * Frankfurt o. M., 8. Juli. Die Strafkammer verurteilte eine arme gänzlich unbescholtene Frau zu einein Monat Gefängnis, weil sic ein gestohlenes Kostüm, von besten unehrlichem Erwerb durch den Händler sie keine Ahnung hatte, für 5 M gekauft hatte. Der Statsanwalt plädierte um deswillen auf die hohe Strafe, weil nach seiner Meinung Kostüme doch „immerhin 60—70 M Wert hätten". Das Gc-icht erkannte dem Anträge gemäß, obwohl die arme Frau sagte, daß es schon Kostüme für l0 gebe und daß das von ihr erworbene auch keinen höheren Wert besitze. Das Urteil erregt ob seiner „Wcltfrcmdhcit" in Rechlsanwaltskreisen Aussehen. * Frankfurt a. M„ 8. Juli. Das Proviantamt Frankfurt a. M., Eisenbahnasttion Frankfurt a .M.-Weft, kauft fortgesetzt Heu der neuen Ernte. Abnahme bei gutem Wetter täglich von 7 bis 12 llhr und V/ z bis 4 llhr mit Ausnahme von Samstags nachmittags. Das Heu kann gleich von der Wiese ungefähren tvcrdcn. muß aber gut gewonnen und gut getrocknet sei,:. Ferner wird iwch Roggenstcoh gekauft und zwar Flcgeldrusch, Maschincnbrcitdrusch sowie auch Prcß- langstroh. Alles Nähere durch das Proviantamt. * Frankfurt o. M., 8. Juli. Bei einer Ausführung von Strinddcigs „Kronbraut" an, 4. Mai im „Neuen Theater" gab der Oberamtsrichter Uhde (Frciburg i. B.) seiner Meinung über das Stück in unverblümter Weise Ausdruck, indem er laut äutzcrte: „Das ist ja eine ganz gemeine Handlung, die ist ja schlimmer als Ibsen". Als sich der in der gleichen Reih« sitzende Kunstmaler A. Kuiiz (München) derartige laute Acutze- rungcn verbat, ries Uhde's Schwager ihm zu: „Sic sind wohl verrückt!" Kunz, der meinte, datz der Oberamtsrichter diese Antwort gegeben habe, entgegnete nun dem Ilhde: „Sie sind ein ganz unverschämter Lümmel-" Die Folge war, datz llhdc den Maler forderte, was dieser ablehntc. Darauf verklagte Uhde den Kunz wegen Beleidigung und Kunz den Schwager Uhde's ebenfalls wegen Beleidigung. In der Berhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht bekundete eine als Zeugin geladene Dame datz der Oberamtsrichter die Borstclluug durch ein Ec- fplüch über ein Diener gestört und datz er und nicht der Schwager den Ausdruck „Dcrrllckt" gebraucht habe. Die Dame warf Uhde hierauf eine wistcntlich falsche Aussage vor, worauf de« Angctlagten Kunz Verteidiger erklärte, daß der Kläger die Zeugin bereits mit einer Anzeige beim Staatsanwalt bedroht habe. Die ganze Klage und Widerklage endete schließlich nach langen Verhandlungen mit einem Vergleich, in dem der Maler die gegen den Oberamtsrichter gebrauchte Beleidigung bedauernd zurückniimnt und die Kosten trägt. Sodann nahm der Schwager des Richters unter den gleichen Bedingungen die Klage gegen den Maler zurück. * Frankfurt a. M., 8. Juli. In einem Wannenbade des städtischen Schwinimbades erlitt der 08jährige Schreiner Schlei einen Schlaganfall. Ehe ihm Hilfe zuteil ward, ertrank er in der Wanne. Hcsten-Nastau. * j. Mcrzhaufen, 8. Juli. Ein Leichcnzug, wie ihn unser Ort noch selten gesehen, bewegte sich am Sonntag nach dem Friedhof. Es galt dem verstorbenen Kriegsvcterancn und Musiker August Schütz von hier die letzte Ehre zu erweisen. Zahlreich waren auch die noch in der Umgebung lebenden Mitkämpfer erschienen. Turnverein, Kriegerverein und Gesangverein legten am Grabe Kränze nieder. * x. Ricdclbach, 8. Juli. In geistiger und körperlicher Frische feierte Schneidermeister Johann Peter Euckes seinen 80. Geburtstag. Die Erotzherzogin-Mutter von Luxemburg sandte ein Geldgeschenk. Der Landeskriegervcrband, der Kreiskriegcr- verband und Krteaervercin Riedclbach gratulierten. * F. C. Wiesbaden, 8. Juli. Der 21 Jahre alte aus Langhecke gebürtige Taglöhncr Heinrich Schäfer hatte am 6. Juni darauf gepatzt, wie der Fuhrnraun der Firma Rath- gcbcr feinen Wagen verließ. Schnell ergriff er einen Korb init 80 Pfund Butter und verduftete. Am 9. Juni nah,n er aus einer Villa in der Sonnenbergerstraße ein Paar Osfi- zierSreitssiefel weg. Diese, beiden Diebstähle kreidete ihm die Straflammcr mit 6 Monaten Gefängnis an. * F.C. Wiesbaden, 8. Juli. Ein Weinbergsarbeiter war bei heißer Witterung mit dem Aufrühren des letzten Restes einer Nikotin^Schwcfclkohlenstoffbrühe, der sich in cineni liegenden Faste befand, betchäftigt. Als sich der Arbeiter während dieser Arbeit seine- Tabakspfeife anzünden wollte, erfolgt; eine Explosion im Fasse, durch die die beiden Faßbödcn etwa 50 Meter weit weggeschlcudert wurden. Die Explosion enfftand auf folgende Weise: Bei der heißen Witterung hatte sich der Rest der Nikoiinbrühe im Faste ebenfalls stark erwärmt, sodaß der Schwefelkohlenstoff teilweise verdau,pftc. Ta? Foß war also init einem Gemisch von Schwc- felkcblcnstoff und Lust fast völlig gefüllt. Durch das bren- »ende Streichholz wurde die Entzündung des Gasgemisches und besten Explosion herbeigcsührt. * F. C. Wiesbaden, 8. Juli. Die langfristigen Schulden der Städte in der Provinz Hessen-Nassau betrugen im Jahre 19l2 insgesamt 493,98 Millionen Mark. Im Jahre 1905 stellten sie sich auf 292,33 Millionen Mark. Auf den Kopf der Bevölkerung i» Hestcn-Nassau kommen demnach int Jahre 1912 von den langfristigen Kommimalschiilden 437,42 Mark oder 1.88 Mark mehr gegen das Jabr 191 l. In der Zeit von 1905 bis 1910 haben die langfristigen Schulden für den Kopf der Bevölkerung der hessen-nassauischen Städte durch- schnittlich jährlich um 7,46 Mark zugcnommen. Die langfristigen Anleihen. Hypotheken- und Grundschulden sowie Restkaufgeldcr sämtlicher preußischen Städte sind von 2818,54 Millionen Mark in 1905 auf 4842,79 Millionen Mark in 1912 also uni 2 Milliarden oder 71,82 Prozent gestiegen. 1905 betrug die Schuldenlast pro Kops der Bevölkerung in Preußen 168,4 Mark. 1912 dagegen 246,6 Mark. * Wiesbaden, 8. Juli. Ein 12jähriger Schüler schlug gestern Nachmittag die Glasscheibe des an der Ecke Moritz- und Alb. rechtjiratze an der Mauer des Gciichtrgefängnisics angebruchte» Feuermelders mit dem Griff seines Regenschirmes ein und war drauf und dran, Feuer zu meiden, als die Faust eines Pasian- tc» den Fcucrwchrruhcstörcr am Schlafittchen nahm und auf das Polizeirevier führte. * F.C. Wiesbaden, 6. Juli. Ein Jahr Zuchthaus und fünfeinhalb Jahre Gefängnis wurden während der dritten Schwurgerichts-Periode 1914 am Schwurgericht in Wiesbaden verhängt. Freisprechung erfolgte in zwei Fällen. Fünf Fälle, vier Verbrechen, die sich wider das keiiuciide Leben, einer der sich als Meineid qualifizierte, kamen zur Abur- tciliiug. Große Tage brachten die Fälle Seck und Wanibach, während die übrigen nichts aiißcrgewöh»lick>cs boten. Daß den beiden Fällen etwas sensationelles anhaftete, trat rein äußerlich im Zuhörerraume in die Erscheinung, nämlich er- drückend volle Häuser, wa? ja stet? der Fall ist, wenn für Nervi»kitzel gcsorgt und die Neugierde Befriedigung sinder. Denn darin liegt leider der Haupiaiizichiiiigspuiikt des Ge richissaales, nicht aber in dem Derlangeii, die juristische» Kenntnisse zu bcieichern und die Auslegung de? Reckte? zu studieren. Die Urteilssprüche zeigten, daß sie auf sachlichen und rechtlichen Gesichtspunkten a»fgcbaiit waren und nicht auf Eefühlsjurisprudcnz. * Haigcr, 6. Juli. Wie die Festspielleitung der Tausend- jahrfeicr mstteilt, beträgt der Fehlbetrag nicht 6000 Mark, sondern nur einige hundert Mail. * Aus dem Hinterland, 8. Juli. Die besondere Dringlichkeit des Hi»tcrlandbahnpro>clts nach Bicdcnkops hat Stc Handelskammer Wetzlar in einer Eingabe an den Oberpräsidcnt d > Rhcinprovinz Freiherr v. Nheinbaben erneut dargelcgt »nd die Dittc ausgesprochen, im Einocrnehme» mit dem Oberpräsiden! der Provinz Hesscn-Nasiau Hcngstcnbcrg bei dem Minister der öffentlichen Arbeiten für die baldmögliche Verwirklichung die ses schon so ölten Projekts einzutretcn. * Fulda, 8. Juli. Eine Manöverwagenpark Konferenz s.n- det vom 28.—28. August in Fulda statt, z» der 14 Eisenbahn- direltioncn Vertreter entsenden werden. Es handelt sich hanoisächlich um Fragen des Abtransportes der Trappen ans dem diesjährigen Rtesen-Kaisennanöver. Starkenburg. * Darmstadt, 8. Juli. Aus dem Truppenübnug-plap Darmstadt treffen ani 22. Juli die Feldartillerie-Ncgimenter Nr. 27 und 63 mit dem Brigadestab aus Mainz, Wiesbaden und Frankfurt a. M. zur Abhaltmig ihrer Schießübungen ein. Die Besichtigung der Regimenter erfolgt auf den, Truppenübungsplätze am 5. und 6. August vor dem Kommandierenden General des 18. Armeekorps v. Schenck. * Darmstadt, 8. Juli. Wegen Betrugs hatte sich der wiederholt vorbestrafte Reisende Emil Werner von hier z» verantworte», da er bei einer Zigarrcnsabrik in Klein-Krotzenburg Zigarren im Werte von etwa 00 Mark bestellte, mit der ausdrücklichen Versicherung, datz dieselben sofort bezahlt würden. Die Firma ließ sich durch die besonders hcrvorgehobenen Bersprech. ungcn täuschen und sandte die Zigarren ab, ohne daß es ihr bis heute gelungen wäre, ihr Geld zu erhalten. Werner war damals schon psandlos, als er die Bestellung machte und hatte auch damals schon den Ofsenbarungseid geleistet. Die Strafkammer bestätigte die von der ersten Instanz erkannte Strafe. * Darmsladt, 8. Juli. Wegen Urkundenfälschung und Betrug ini Rückfälle wird der vorbestrafte Tapezier E. Eehrhardt zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er Quittungen und Unterschriften seines Prinzipales fälschte und damit bei einem Kunden den Betrag von 5 Mark erhob. * Darmfladt, 8. Juli. Prinz Georg von Bayern ist gestern vormittag um 8 llhr mit Gefolge zu Besuch am Krotzhcrzogl. Hof in Jagdschloß Wolfsgartcn eingetrosfen und wird zur Besichtigung der hiesigen Ausstellungen heute und morgen hier verweilen. * Bischossheim b. Mainz, 8. Juli Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich hier im Stalle des 60jährigen Landwirtes Heinr. Schneider. Als der Landwirt dar Pferd anschirren wollte, scheute es, Schneider stürzte zu Boden und erlitt eine erhebliche Kopfverletzung. Beim Aufstrhen erhielt er noch von dem Pferd« einen Husschlag aus den Rücken, wodurch er schwere Verletzungen erlitt. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus »ach Mainz gebracht AuS Rheinhestrn. * Osthofen, 7. Juli. Al» Sonntag fand liier der Kreis- seuerwchrtag und das 50jährige Jubiläum der Feuerwehr unter starker Beteiligung von nah und fein statt. Unser Feuerwehrverein ist einer der wenigen, die zugleich noch Turnverein sind. * Worms, 8. Juli. Eine 93 Jahre alte Lebensrettcrin ist die Frau Wilhelm Graf in Dittelsheim bei Worms. Als sie vom Felde kam, sah sie, datz ihr Urenkelchen in den Sccbach gefalle» war. Kurz entschlossen sprang sie in das Wasser und rettete dem Kind das Leben. Fronkfurter Wetterberick,k. Voraussage. Wechselnd bewölkt, trocken, wärmer, westliche Winde. ________________ Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz. Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A.-G creiedbera i. ö. yjcuc Tageszeitung. Mittwoch, den 8. Jul, i»14. Seite C s Mk. 3000000 4 °lo Anleihe der Provinz Ohe: l:::m von 1914. Wir haben in Gemeinschaft mit einem Konsortium die obige Anleihe übernommen und stellen diese hiermit zum Kurse von 05.40% zum Verkauf. Die Stücke lauten über Mk. 5000, Mk. 2000, Mk. 1000, Mk. 500, Mk. 300 u. Mk. 200 und sind mit Zinslauf vom l. April 1914 versehen. Die Notierung der Anleihe an den Börsen von Berlin und Frankfurt a, M. wird beantragt werden. Wir nehmen von heute ab Zeichnungen auf obige Anleihe entgegen. Mitteldeutsche Credit bank Depositenkasse u. Wechselstube Friedberg. ;& Om MfriiimtiiiifiiiWisrt. Eefchästsstelle Frankfurt a. M., Moselftrasie 6a. Telefon-Numiner 9206 Amt l» Vürostunden: Montag nachm, von 5—7. — Dienstag nachm, von 2^7. —Donnerstag nachm, von L—7. —Freitag nachm, von 5—7 Uh Zn verkaufen. ‘ifrijnlftntr Knlfwagen preiswert bei h Bo., Ober-Rosbach o.d.H ichwere 1 }»z mit i chmelkende •”»**! Kalb Friti Peter, Anspach i. T., nptstraste. »gras von 18V R>. ganz ob. t'preiswert ab;ugeben. !> Härtling, ibrib iirchk» i. >. 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Mosen, Dichter, geb. — 1810 R. Schu- üv.iu, Kouipouist, gcb. — 1853 Sfntl Friedrich, Groß- von Sachsen Weimar T- Ans der Arbeit des hell. r>mkonissenha»Ieg (fjjiobethküM in Sarmltabt im Zalire 1913. Am 17. Juni beging unter großer Beteiligung aus dem eun»«u Lande das Diatonissenhaus Etisabethstist in Darmstadt tri» Johresscft. bei dem 10 Schwestern zum Dialonissenamte screriich eingesegnet wurde». Dem Vorniittagsgotlesdienste metziite auch die hohe Proteitorin des Hauses. Ihre Königliche He heit die Grobherzogin bei. Dem Jahresberichte, der in der sehr stark» besuchten Nach- ocrsaminlung im Slistsgartcn abgestattet wurde, entnehmen wir salzendes: Die Zahl der dem Mnttcrhause angehörenden Schwestern stieg seit den, Vorjahre um 0. uor, 339 aus 315. Die Zahl der Arbeitsgebiete hat sich »m 3 vermehrt, indem das städtisch« Sgital in Groß Umstadt mit 1 Schwester, das städtische Versor- gungshaus in Friedbcrg mit 1 Schwester und die Temeinde- v lege IN Büdesheim, Lberhessc», als dauernde Stiftung der Iran Tiäsin von Criola daselbst übernommen werden konnte. Zwei Stationen, Büdingen und das Grast. Eoerstschc Krankenhaus in Schlitz lonntcn aus eine 50jährige Arbeit der Diako- uisjen zurückblicken, zu denen am Jahressesttage selbst das Ko- »itzlyjtist in Bad Nauheim trat, das cbensalls vor 50 Jahren uou den Dialonisscn des Elijabethenstists übernommen wurde und das seiner Ancrlennuiiz sür die tresslichen Dienste der Schwestein in dieser Zeit durch eine Festgabe von 500 Mark Ausdruck gab. Ji» Jahre 1913 arbeiteten jo 97 Schwestern in 22 Kranken« und Sicchenhäuser». Sie konnten 5.980 Kranken an 254 135 Pslegetagen dienen. An 71 Orten standen 115 Schwestern in der Gemciiidcpjlegc. Sic konnten in 14191 Familien dienen IN 380 091 Besuchen. 1800 ganzen Tagespflegen, 4071 Nacht, wachen. In 50 Kinderschulen warteten 74 Schwestern und Ee- hilsinne» 5411 Kinder, in 7 Krippen dienten 9 Schwestein 285 Kindern, hierzu kam die Arbeit im Rettungshause Arnsburg, in dem 4 Schwestern 45 Kinder erziehen und das Asyl Marten- Hot bei Braunshardt, wo 20 gesährdeten Mädchen gedient wurde. 2 Schwester» standen in Darmstadt und Worms im Dienste der Tuberkulosebetämpjung und eine Missionsschwester . ;r1 1 m Oloaranga im seinen Deutsch Ostasrika im Dienst der Leiitaige» Mission. In Darmstadt selbst steht im Vordergründe da» große I.rüiilenhaus des Mutterhauses mit seinen 184 Betten, in veil >205 Kranken gedient werden konnte. Der weitaus gröstte d.il der Kranken wird >» der 3. Klasse verpslegt, gehört also de > »ulcreii Ständen an. Es wurde» in dem vergangenen Jahr« nicht unerheblich« Neubauten ausgcsnhrt, so der Psertenba» mit Wartezimmer und oer Zwisthenbau an der Frauenstation, der Tagesräume für die Krantenstatio» und das völlig neu eingerichtete Röntgenkabi- i.etl eurhält. Daran schließt sich die Kiuderschule und Krippe, in denen >ie lungen Schwester» in der Kinder- »nd Säuglingspslegc unterwiese» werde» und die stets voll ösjetzt sind. Ferner ichliestt sich hier das Marthahaus an mit seinen verschiedene» Zweigen. der haushaltungsschule, in der 08 junge Mädchen eine Ausbildung jür's Leben erhalten, der Mägdeherberge mit Ltcllcnvcrmitttuug, die von 233 herbergenden und von 1011 stellenjucheriden Mädchen tu Anspruch genommen wurde, das .Pcnsiönshaus, in deni 32 Pensionärinnen dauernd Verpflegung sanden und schließlich das Hospiz sür durchreisende Damen, das £235 Gäste beherbergen konnte. ? Di- Betriebs-Einnahmen des Jahres 1913 beliefen sich aus 243,104 Mark, unter denen sich 22,153 Mark Liebesgaben be fanden. Die Betriebs-Ausgaben (ohne die Baurechnung) betrugen 257,345 Mark, so daß 14,241 Mark ohne Deckung blieben. Die Schuldenlast des Hauses beträgt rund 200,000 Mark. Das Bedürfnis an weiteren Mitteln und vor allem an weiteren persönlichen Kräften ist groß: mehr als 40 Schwe- 'stein werden zur Zeit von dem Mutterhaus« begehrt, ohne daß sie gestellt werden können. Es ist hier weiter Raum für eine Betätigung der christlichen Frau in selbstlosem und darum be- glückenden Dienst, von dem man nur wünschen kann, daß er mehr genutzt werde zum heile unseres Volkes. Aus aUer Wett. hin raffinierter Schwindel wurde in München entdeckt. Ter Eisenbahnsekrctär Büttner stellte sich falsche Fahrkarten her, verkaufte diese statt der echten und steckte das Geld in die Tasche. Die Betriigereic» wurden dadurch entdeckt, daß der immer geringer werdende Absatz von Fahrkarten auf bestimmten Strecken aussicl. Man stellte daraufhin auf de: Strecke Roscnhciui—Kufstein nach Oesterreich zu eine Kontrolle an, die ergab, daß mehr Fahrkarten bei Passagieren, die nach Tirol und auch auf der Tauecnbahn wciterfuhren, verwendet waren, als aus den amtlichen Beständen verkauft worden waren. Der Beamte wurde unter Beobachtung gestellt und verhaftet. Auch der schuldige Buchdrucker in München mit Name» Schmidt, wurde festgenommcn. Beide haben bereits ein Geständnis abgelegt, den Fahrkartenbetrug schon seit längerer Zeit betrieben zu haben. Weitere Verhaftungen von Mitschuldigen an dem Betrüge stehen noch bevor. An Milzbrand gestorben. In Konigesien bei Betzdorf war der Landmann Linke bei der Obduktion einer an Milzbrand verendeten Kuh behilflich, hierbei müssen Bazillen in einer Wunde der Hand Eingang in den Körper gesunden haben. Der Mann erkrankte an derselben Krankheit und starb unter den gräßlichsten Schmerzen. Eine geheimnisvolle Bluttat. In der Stadt Freeport, einem Badeorte an der Küste von Long Island, erschien bei dem dortigen Arzt vr. Erwin Parman eine Dame der Gesellschaft namens Luise Baiely, die Gattin eines Newyorker Fabrikanten. Oie Dame wollte angeblich den Arzt wegen einer kranken Freundin konsultieren. Als sie fortgehcn wollte, hörte der Doktor plötzlich das Fenster des int Erdgeschoß telegenen Zimmers klirren und sah den Lauf eines Revolvers erscheinen. Der Arzt glaubte, daß es auf ihn abgesehen sei und warf sich zu Boden. Ein Schuß krachte und die im Zimmer noch anwesende Dame fiel tot zu Boden. In dem anstoßenden Garten fand man die Fetzen von einem Kleid einer Frau, von der man vermutet, daß sie die Mör-' beei l gewesen ist Tödlicher Unfall auf rinem Frachtdampfer. Auf dem Berliner Dampfer „Oppeln", der gestern in Berlin im Ost- Hafen anlcgte, hat sich in der Nähe von Malisch a. O. ein schwerer Unglücksfall zugetrageu, der den Steuermann Ewald Mannigel aus Berlin das Leben kostete. Dieser hatte ohne Wisse» des Kapitäns ein Gewehr an Bord genommen, wahr- scheinlich, um auf dem Strome zu wildern. Als die Strom- polizei in Sicht kam, juchte er es im Kohlenbunker zu ver- bergen. Dabei ging das Gewehr los und der Schuß traf dm, Steuermann mitten in die Brust. Mannigel war sofort tot. Furchtbare Familientragödie in Magdeburg. Gestern früh wurden im Hause Arudtstraße 35 in Magdeburg Frau Luise Winter und deren 14 Jahre alter Stiefsohn in ihrem Schlafzimmer bewußtlos aufgefunden. Gleichfalls fand man noch die 19jährige Tochter Helene tot auf. Frau Winter hatte von der Küche aus unter Benutzung eines laugen Schlauches, Leuchtgas nach dem Schlafzimmer geleitet. In bedenklichen Zustande wurden Mutter und Sohn ins Krankenhaus gebragst. Familicnzwistigkeiten sollen der Grund zur Tat getvesen sei». Eine neue Orientierung sür Lustsahrzeugc. Der junge Flieger Oppermann aus Hannover hat einen Apparat ersun- dc», der es den Lujtschifseru und Fliegern ermöglicht, sich selbst bei Nacht und Nebel über die Stellung des FlugorteS dadurch zu unterrichten, daß der Apparat mittelst eii-cr Schreibnadel de» Weg des Flugkörpers auf einer Rollkarte selbstätig uachzeichnet. Der Apparat ist in den letzten 1 1 Tagen auf dem Luftschiffe „Sachsen" bei vielen Fährte» des Luftschiffes erprobt worden. Die Fahrten fand:» am hellen Tage statt. Trotz zah'reicher Abweichungen vom g rat in Wege, zeichnete der Apparat jede Bewegung genau auf, sedaß auch bei Nacht und Nebel der Ort, über dem sich das Luftschiff befindet, vom Apparat genau geprüft werden. Tie ausländischen Staaten, besonders Fraukrrich, haben bereits ein großes Interesse an dieser Erfindung bekmid.t. Schwerer Flugunsall. Ans dem Flugplatz in Dresden hat sich ein schweres Flugunglllck ereignet. Der Direktor der Flugplatzanlage, Leutnant Meier, war mit einem Taube- Apparat in Begleitung eines Fluggastes, des Herrn vo» Beycr-Ehrcnberg zu einem Uebungsfluge aiifgestiege», als plötzlich das Flugzeug auS noch unbekannter Ursache ins Sc^vanken geriet. Einen Augenblick später stürzte der Apparat aus ziemlich beträchtlicher Höhe zur Erde nieder. Beide Insassen erlitten ziemlich erhebliche Verlctznngen. Herr von Beyer trug einen komplizierten Beinbruch davon. Selbstmord eines Gymnasiasten. Der Sohn des braunschweigischen Staatsministers v. Radka», der zurzeit die oberste Klasse des Braunschweiger Gymnasiums besuchte, hat seinem Leben ein freiwilliges Ziel gesetzt. Er hatte eine tiefe '.Neigung zu einem jungen Mädchen gefaßt. Die Eltern ma'chten ihn in durchaus korrekter Form darauf aufmerksam, daß ihnen das junge Mädchen nicht ebenbürtig ersck>eine. .Nach der Auseinandersetzung mit den Eltern ging der Sohn gestern Abend in den Garten und erhängte sich. Wiederbe, leburigsversuche waren erfolglos. Schwerer Unglücksfall in einer Mctallgicsicrei. I» der Jägerschen Eisen-, Stahl- und Metallgießerei in Elberfeld hat sich ein schwerer Unglücksfall ereignet. Bei der Stahlbe- reituag platzte infolge zu großer Hihentwickelung ein großer Schmelzofen. Durch »mherfliegende glühende Eisensplitier erlitten 12 Arbeiter Verletzungen, darunter zwei so schwere, daß sie kaum mit dem Leben davonkommcn werden. Verhastnnq von Verbrecher». Nach fünftägiger aufregender Jagd in drei Ländern ist es endlich der englischen Polizei gelungen, die beiden Deutschen Heinrich Fahrenmick und Franz Linnabuck festzunchmen. Sie werden beschuldigt, im Mai d. I. einen Förster in Kirchelan in Dentschland ge- Das grüne Auto. Spionage-Noman von August W e i ß b 52 (Fortsehungl. Spohr und der Polizeikommissär tauschten einen Blick d.S Einverständnisses. Ist die Gräfin leidend? fragte Eortelane teilnehmend. Sie hat aus mich, als ich mit ihr imFoycr sprach, nicht den Einoruck gemacht. Ah. Sie kennen meine Frau? Pardon, aber ich habe '. ■: der Vorstellung den Namen überhört — Eartelane. Sie sind wohl meiner Frau in Gesellschaft begegnet? Ick, habe sie vor Jahren in Italien kennen gelernt. In Wien habe ich noch nicht das Vergnügen gehabt. Ich bin erst henke hier angekommen. So — Die Antwort des Grafen klang gedehnt. Offenbar wünschte er nicht, ans das Thema näher einzugchen. Eampobcllo wandte sich au Spohr mit der Frage, was er heute »och vor habe. Nichts Besonderes, lanleto die Antwort. Wen» Sie und die Herren keine Verabredung haben, sagte der Gras, so könnten wir ein Zimmer öffnen lassen uns in aller Gemütlichkeit noch eine Flasche trinken. Doktor Marte,iS zwinkerte dem Baron zu, die Einladung auzmiehmen, denn er hosfie, daß der Wein dem Brafen die Zunge lösen werde. Eine Stunde später saß deun auch Eampobello mit stark xerrtelen Wauaeu da und sprach allerlei »ngcrcimles Zeug. Ja, meine Herren! Vor ein paar Jahren da hätten Sic mich noch sehen sollen! Keine Nacht vor fünf oder sechs nach Haus. Und dabei ein Tenselsglück bei den Weibern! Aber wen» man halt älter wird — Na, na. Du hast Dich wahrlich nicht zu beklagen. (Graf Eampobello halte nämlich inzwischen mit der ganzen Gescll- lckia» Brudersckicist aetrmiken). Bist noch ein Mann, der am Leben seine Freude hat, der eine schöne, junge Frau besitzt, bemerkte Spohr lächelnd. Ja, meine Frau! Wenn ich so zurückdenke, begann der Graf wieder, fallen mir immer die tollsten Stunden ein, die ich verlebt habe. Ihr müßt nämlich wissen, ich bin einmal ein ganzes Jahr mit einer Zirkusgesellsck>aft gereist und das ganze Gesindel hat auf mein: Kosten gelebt. Was hat denn das mit Deiner Frau zu tun? Freilich hat das mit ihr zu tun, sie war nämlich auch dabei. Bei dieser Irrfahrt nämlich. Ach, das war eine Zeit! Eartelane schenkte die Gläser voll und stieß mit Eanipo- bello a». Mühe hat's genug gekostet! grölte Eampobello, verdammt viel Mühe. Sie wollte sich nicht einfangen lassen, die schimmernde Libelle. Ein Jahr lang war ich hinter ihr her, von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt. Jeden Abend mußte ich ihr schwören, daß ich sie zu meiner Frau machen werde. Sag' mal, hast Du nicht früher erwähnt, daß Drl meine Frau kennst? • 1 "■ - f v J r ’ $ Ja, von Turin her, antwortete Eartelane. , Von Turin? : ‘ Ü Der Graf versuchte, seine Gedanken zu sanimeln. Ja. ja, dos kann schon stimmen. Sie war dort, sie hat mir davon erzählt. Was? Sie war ein schönes Mädchen I Und ob! Jeden Abend war nur ihrethalben der Zirkus voll besetzt! In seinem Dusel bemerkte der Graf den Uebergang gar nicht. Das glaub' ich Dir gern — fuhr er lebhaft fort — in Paris rauften sich die Leute um die Plätze, nur um sie zu sehen. Als ich sie nicht mehr austreten lassen wollte, kam der Direktor händeringend zu mir und flehte mich an, ihn nicht zu ruinieren. Als sich dann ihre Freundin den Fuß brach und für die Kranke eine Benesizvorstellung veranstaltet wurde, mußte ich ihr gestatten, wieder in die Manege zu gehen. Und da hättest Du leben sollen: Mit so großen Lettern stand der Name: „Mara Cincinnati" in der Frühe auf den Zetteln — drei Stunden später war der Zirkus aus- verkauft. r Der Name fiel wie eine Bombe auf den Tisch. Spohr, Martens und Eartelane sahen einander au. - Einen Augenblick herrscksic lautlose Stille. Dann fragte Spohr: Heißt Ihre Frau mit dem Mädchen- c «flmen Cincinnati? Eigentlich nickst, das war nur ihr Künstlername. Sie hieß, warf Eartelane leicht hin, Dioletta Crespo. Ja, so hieß sie eigentlich, gluckste Eampobello, aber da? ^Erzähle ich nur Euch, weil Ihr es schon wißt. Sie heißt jetzt Violetta Gibson, denn der Amerikaner hat sie adoptiert " Doktor Martens verließ unauffällig das Zimmer. 5» Unterdessen berichtete Canipobello in weitschtveifender ^Breite und ohne rechten Zusammenhang, wie er Violetta in Rom kennen gelernt, wie er sich sofort in sie verliebt und ihr dann ein ganzes Jahr lang von Stadt zu Stadt nachge- zogen war. In Paris erst erhörte sie ihn und in der Notre - Dame-Kirche wurde der Bund eingesegnet Vorher hatten wir einen kleinen Abstecher noch Anierika gemacht, ja, ja. meckerte er, schlau blinzelnd, meine Frau ist ja eine Amerikanerin — es schien, als ob er sich darüber tot- lachen wollte — ja, ja. eine Amerikanerin aus Chicago. So hatte auch meine Familie nichts gegen die Heirat, kicherte er vor sich hin. Abwechselnd hatten sie dann Roni, Nizza, London. Brüssel besucht »nd aus Reisen gelebt: den letzten Winter hatten sie wieder in Paris verbracht, den Sommer in Ostende, den Herbst auf seinem Gute bei Neapel, und als es Winter wurde, zogen sie nach Wien. Nur diese spärlichen Tatsachen konnte man seine» verworrenen Reden entnehmen. Um Näheres zu erfahren, fragte Eartelane, als Cam- pcbello geendet hatte »nd wieder zum vollen Weinglafe griff: Sag', bat Dir Deine Fra» nie von einem gewissen Castell,»ar! gesprochen? ' ** v ' ^Fortleduna folgt) Nr. 157 Seile 3. tötet z» haben. Beide wurden in Griinsa verhaftet. Fahrcn- nuck gab sofort bei der Verhaftung zu, der Gesuchte zu sein, fügte jedoch hinzu, daß er nicht derjenige war, der den tödlichen Schuß abgab. Die beiden Mörder werden den deutschen Gerichten ausgeliefert werden. Neue Erfolge des Radiums. Einem Arzt in Rading im Staate Pensylvania, der bereits verschiedentlich Erfolge in der Krcbsbchandlung mit Radium erzielte, ist es, wie aus Newyork nach London berichtet wird, vor einigen Togen gelungen, eine neue Heilwirkung des Radiums am menschlichen Körper z» erproben. Es gelang ihm, einer 44jährigeu Frau, die seit fünf Jahren aus beiden Augen erblindet ist, mit Hilfe einer von ihm erfundenen Radiunikur die Sehkraft wieder zu verschaffen. In Notwehr gehandelt. Eine aufregende Szene spielte sich in den ersten Morgenstunden des vergangenen Sonntags in Berlin ab. In der Brandenburgstraße mußte sich der Gastwirt Stetza der Angriffe des angetrunkenen Kohlenhändlers Richter und seines Sohnes mit den« Revolver erwehren. Dabei wurde Richter durch einen Schuß in den Unterleib schwer verletzt. Eine Familie in den Tod gkgangr». Die Familie des Kaufmanns Schulz aus Düsseldorf, der seit Anfang April in Waldshut in einem Hotel wohnte, verschwand plötzlich gegen Mitte Juni. Gestern nun wurden die Leichen des Mannes und des Schnes in Rhcinfelden, die der Tochter in Wallen- bach gelandet, während die Leiche der Frau noch nicht gefunden ist. Die Familientragödie soll in Nahrungssorgen ihre Ursache haben. Schwerer Unglückssall. Auf der Zeche „Rheinelbe" bei Gelsenkirchen, hat sich ein schwerer Unglücksfall ereignet. Ein Bergmann geriet zwischen zwei Förderungen und wurde zu Tode gedrückt. 17 Arbeiter durch Elektrizität verunglückt. Am Sonntag naehniittag etwa uin 3 Uhr, wurden durch das Berühren der Hochspannleitung auf dem Gute Bornim bei Spandau fünf Personen getötet und sechs Personen verletzt. Der Hcr- >ang war folgendermaßen: Am Nachmittag wurde ein Stark- jtromdraht der Ueberlandzentralc schadhaft und riß mit großem Knall auseinander. Tie Drahtenden fielen auf den Boden und es gab eine heftige elektrische Entladung. Eine Hecke geriet in Brand. Die Sachsengängcr, die auf dem Gut zur Ernte tätig sind, wurden aus die Sache aufmerksam und eilten zur Stelle hin. Ein Vorarbeiter soll vorgeschlagen haben, man möchte sich einmal elektrisieren lassen. Verschiedene Leute berührten den Draht, ohne daß etwas geschah. Darauf wellte man die Drahtenden aushebcn, um so durch ihre Verbindung elektrischen Strom zu erzeugen. Als diese Verbindung hcrgcstellt wurde, trat die Katastrophe ein. Zwölf Personen lagen regungslos auf dem Boden'und als der Arzt kam, war bei fünfen schon jede Hilfe vergebens. Die übrigen Arbeiter konnten nach stundenlangen Bemühungen wieder ins Leben gerufen werden, doch habo-i sie fchtvere innere und äußere Verletzungen und Brandwunden erlitten, zwei von ihnen so schwere, daß sic kaum mit dem Leben da- vonkommen werden. Welche Ursachen den Defekt des Lei- tungsdrahtcs bewirkten, ist noch nicht aufgeklärt. Der Apotheker als Gistmürdrr. In Toulouse wurde am Montag der dort wohnende Apotheker Martin verhaftet, der des vierfachen Giftmordes beschuldigt wird. Die Verhaftung hat allgemeine Sensation hervorgerufen und die Pariser Blätter vcrössentlickien spaltcnlange Artikel ihrer Sonder- korrcspondenten. Danach leugnet Martin die ihm zur Last gelegten Verbrechen. In einen, Punkte betreffs seiner zweiten Frau gibt er zu, dieser wiederholt eine Dizitalislösung gegeben zu haben, angeblich, um ihr krankes Herz zu stärken. Es sc, möglich daß er ihr in der Aufregung eine zu starke Dosis gegeben habe. Man erzählt sich in Toulouse allerlei Geschichten über den Apotheker, die ein sehr schlechtes Lickt auf seine Lebensführung werfen. So soll er in einem Spiel- klub ,n Toulouse mehrere Tausend Francs gewonnen haben, bis er eines Abends überführt wurde, gezinkte Karten in das L-picl gebracht zu haben. Der Wilderer als Mörder. Wie bereits gemeldet, wurde gestern ein Deutscher namens Fahrennock, von dem Gericht in London einem Verhöre unterzogen, nachdem die deutsche iRegierung seine Auslieseruna verlangt hatte. Fahrennock ist angeklagt, im Walde von Kirchhellen in Hessen einen Förster erschossen zu haben. Er erzählte den Richtern, daß nicht er, sondern ein gewisser Breggmann die Tat ausgefllhrt habe. Da dieser jedoch Frau und Kinder habe und er selbst ledig sei, habe er auf Bitten Breggmanns eingewilligt, au? dem Wald zu fliehen, um auf diesen jeden Verdacht von dem wirklichen Täter abzulenken. DaS Gericht vertagte sich nach dieser Erklärung und wird in der nächsten Sitzung seinen Beschluß fassen. Entführung eines türkischen Mädchens. Ein merkwürdiger Fall von Entführung beschäftigt augenblicklich die fran- zösischen Gerichte. In einem Mädchenpensionat in Pontoise befindet sich seit einiger Zeit die 15jährige Tochter eines reichen türkischen Kaufmanns namens Arusa Ben Ali. Das junge Mädchen mochte unlängst die Bekanntschaft eines 18- jährigen Deutschen aus Hamburg, namens Andreas Goldschmidt. Am Samstag verschwanden beide plötzlich aus Pontoise. Der Direktor des Pensionats sowie auch die aufs höchste besorgten Eltern verständigten die Polizei, die schließlich die jungen Leute in einem Hotel in der Nähe von Pontoise entdeckte und fest nahm- Goldschmidt besaß keinen Pfennig mehr. Er wird sich voraussichtlich wegen Entfüh- rung einer Minderjährigen vor den Gerichten zu verantworten haben. Goldschmidt behauptete, aus einer wohlhabendeii Familie zu sein und monatlich 400 Francs von seinen Eltern zu bekommen. Frau und Kind !m Rausch ermordet. In Kopenhagen tötete der Werftarbeiter Walbom, nachdem er sich in der Nacht einen Rausch angetrunken hatte, in der Nacht seine Frau und sein dreijähriges Kind, indem er ihnen mit einem Küchcnmesfer den Hals durchschnitt. Darauf erhängte er sich selbst. Das Motiv der Tat ist in eheliche» Zerwürfnissen zu suchen. Begnadigung eines Doppelmördcrs. Dev Bergmann Christian Kunkel, der im Februar d. I. vom Bochuincr Schwiirgericht wegen Doppelmordes zweimal zum Tode verurteilt worden war, ist zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. Kunkel hatte im Herbst v. I. nachts seine schlafende Frau erstochen und sein wenige Wochen altes Kind durch Schläge auf den Kopf getötet. Kunkel hatte selbst um seine Hinrichtung gebeten, da er das Leben satt habe. Nansens neuer Seeweg nach Sibirien. Ist die Schifffahrt um Nordcuropa herum dauernd möglich? Das war die Veranlassung der letzten Reise des berühmten Nordpolfahrers nach der Mündung des Jenissei. Feine Beobachtungen und logische Schlüsse führen zur Bejahung der auch für Deutschlands Handel wichtigen Frage. Nansen befährt den Jenissei, die transsibirische Bahn und studiert das Amur- gcbie: bis zum japanischen Meere. In einem neuen Buche: „Sibirien, das Land der Zukunft", wird er im Herbst seine Erlebnisse und Vorschläge der Welt unterbreiten. Die deutsche Ausgabe erscheint bei Brockwaus. Plötzlicher Tod im Eiscnbahnzuge. Im Nordexpreßzug, der am Montag nachmittag um 944 llhr vom Nordbahnhof in Paris nach Berlin abfuhr, verstarb plötzlich in einem Abteil erster Klasse ein sehr elegant gekleideter Herr. Der Zug hielt aui dem Bahnhof von Louvres, wo man die Leiche im Bahnhofsgebäude unterbrachte. Merkwürdigerweise fanden sich keine Ausweispapiere bei dem Verstorbenen. Man nimmt an, daß es sich um einen Deutschen handelt. Banknotcndicbstahl. Ein Diebstahl von 100 000 Francs in Banknoten ist am Montag bei der Filiale der algerischen Bank in Dran begangen worden. Die Summe war in einem Gcldschrank eingeschlosfen, in dessen Fächern sich 19 Millionen Francs im ganzen befanden. Die Untersuchung der Polizei hat bisher zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Reiches Vermächtnis. Der am 13. Juni im Alter von 80 Jahren verstorbene Bankdirektor A. Kayser-Pforzhcini hat der Stadt seine Liegenschaften im Gesamtwerte von über drei Millionen Mark als August Kahser-Stistung vermacht. Verurteilung wcgru Raubniordvcrsuchs. In der vorgestrigen Schwnrgcrichtsverhandlung in Saarbrücken ionrde der ftühere Unteroffizier vom Jnfanterie-Regimcnt Nr. 70 Robert Schniitt aus Elberfeld, zuletzt stellungsloser Handlungsgehilfe, der bekanntlich ani 19. Februar auf dem Roten Berg einen Raubmordversuch gegen den Chauffeur eines Automobilsversucht batte., unter tlurechuurur einer k-— über ihn verhängten Gcfängnisstrase von einem Jahr, z» zusammen vier Jahre und 5 Monate Zuchthaus verurteilt. Frau N. erlebte kürzlich eine nnangcnchmc Ucbcr- raschung als plötzlich Besuch bei ihr eintraf, auf den sie gar nicht vorbereitet war. Zu allem Unglück war es gerade Feiertag und nirgends etwas zu haben. Sie war stets gewohnt, wenn Besuch kam, nur das Beste aufzutragcn, nun schien es. als sollte sie dieses Mal ihren guten Ruf als tüchtige Hausfrau einbllßen. In ihrer Not griff sie zu einem Mittel, das ihr zwar gegen ihre weiblicke Ehre ging, ihr aber aus der Verlegenheit half. Sie ging nämlich zu ihrer Nachbarin und ließ sich von derselben einen vor 6 Monaten in ein Rcx-GlaS konservierten Kalbsbraten, ein Ner-Glas mit prachtvollen Bohnen und auch noch ein Glas Pfirsiche geben. In 15 Minuten stand alles frisch und duftend auf dem Tische, sodaß sie ordenllich in Verlegenheit kam, als ihre Gäste sic fragten, wie sie so schnell ein derartiges Gericht fertig gebracht habe. Sie hat es zwar nicht verraten, aber.das Nächste war, daß sie sich sofort einen Rex-Einkoch Apparät und eine Anzahl Rex-Konservengläser zulegtc, wodurch sic gegen jeden plötzlichen Ueberfall gesichert war. Keine |djlfl(loirii Iliidifr in der Zahnzeit des Kindes wird die Mutter durchmachen, die ihm vor und während dieser Zett Scotts Emulsion gibt. Viele Mütter bestätigen, dag Scotts Emulsion ihren Kleinen während des Zahnens ein Segen gewesen ist und ihnen zu starken, gesunden Zähnchen verholfen hat. Die Vorliebe der Kleinen für Scotts Emulsion ist bekannt, weniger die Tatsache, daß das Präparat im Sommer ebenso gut schmeckt und bekommt wie zu jeder anderen Jahreszeit. Auch im Sommer ist und bleibt das beste Kinder- Krästigungsmittzel Scotts Gmnlsto». Kursbericht vom 7. Juli 1914 der AUitteldentlchen Creditbonk Aktienkapital u. Reserven Bk. 70000 0», gegründet 1856. Frankfurter Börse. 4% Reichsanleih« 99.20% 3%7. . 80.20 „ 3% ” 76.65 „ 3‘/i% Preuß. Consol» 86.25 3% , . 76.79 „ 4% Hesse» 97.75 37,7. . 85.20 „ 3% 74.25 .. 1»/,»'/, Griechen v. 1890 56.80 „ 1%% Monopol-Ettech. 01.50 4V.% „ Silberrente 83.60 4% Oesterr. Goldrente 85.10 „ 3„ Portugiesen Serie I 63.20 3 „ I» 66.10 „ 47.7» Russen v. 1905 98.70 4% „ „ 1902 89.80 „ 4% Adnnnistr. Türken 75.— „ 4% Türken von 1903 82.25 „ Türkenlose M. 161.80 „ 4"/« Ungar. Doldrcnte /9.50 „ 4 „ „ Kroncnrente 79.40 „ 37,%Bue».-Air.Pr.Anl. 63.70 „ 47,% Chinesen —„ 47,7» Japaner 92.70 „ 37» Silber-Mexikaner 47.30 „ 47,7» Mcx. Irrig. Anl. 69.50 „ Berliner Handels Ant. 147.75 „ Darmstädt. Bank „ 114.75 Deutsche Bank „ 233.63 „ Deutsch-Asiatisch Bank 120.— „ Berliner Türkenlose M. —.— Baltimore u. Ohio Akt. —.— Lanada Pacific Akt. 195.83 PrincehenriE.B. Akt. —.— Schantung E. B. Akt. 129.— Berliner Handels Ant. 148.— Deutsche Bank AU. 233.50 Disk. Kommandit Ant. 181.75 Dresdener Bank Akt. — .— Pet.Jnt.handelsb.Akt. —.— Russ.Banks.a.hand.A. 150.50 Allg.Etek.Gesellsch.Att. 242.63 Diskonto Komm. Ant. 181.87% Dresdener Ban! Akt. 146.59 „ Mitteid. Greditb. Akt. 115 45 „ Oest. Greditanst. Akt. 185.87 „ BochumerEußstahl 221.50 „ Buderus E.-W Akt. 104.— „ Deutsch Luxemburg 127.12 „ Eschweiler Bergw. —.— „ Gepenkirch. Bergw. 183.50 „ harpener Bergbau 177.— „ Phönix Bergbau 235.63 „ Laurahütte —.— „ Griesheim Elektron —.— „ höchst. Farbwerke 460.— „ Holzverlohluugs-Iud. 285.— „ Rlltgciswerle 188.10 „ Lhem Fabr. Albert 398.— „ AUg. Etektr. (Sej. Alt. 243.12 „ Dcutich-Uebersee E. G. 164.37 „ Schuck. Etektr. Ges. Akt. 144.— „ Siemens u. halste 212.37 „ Stcaua Nomana 148.30 „ Zellstoff Waldhof 171.75 „ hambg. Antk. Pakets. 126.63 „ Rordd. Lloyd 110.12 .. Oesterr. Staatsbahn 144.63 „ Lombarden 16.12 „ Baltimore u. Ohi"A:t —.— „ Privatdistont 2.25 „ Tendenz: schwach. Börse. Deutsch-Luxemb.B.Akt. —.— » Dtsch-Ubeoee E.G.Alt. 164.51 GelsenIirchenBgw.AIt. — Harpener Bergbau Akt. —.— Hohenlohewerle Akt. 105.25 Laurahütte Akt. 145.— Oberschle ier E. Akt. 87 — Phönix Bergbau Alt. 235.50 Rombacher Hütte Att. 152.50 Siemens u. halste Att. —.— Privatdistont Tendenz: schwach. 2.25, Londoner Börse. Atchison Topeka Doll. Southern Pacific „ go Rock Ist. „ Chicago Miff.Ka! liiff.Kans.u.Tex.R. „ Union Pacific U.S.Steel Common,, 102 .- 99.75 1.37 18 — 159.75 63.43 Amalgamat. Copp. Doll. Chartered Company Lstr. Eastrand Proprietary „ Goldfields „ Rand Mines „ De Beers Consolid. „ 73.--- 0.88 1.7» 2.3t 6.12 16.9» Die DepofitenkaKe Friedberg i. H. empfiehlt sich zur CermiUIuug aller bankmäßigen Geschäft» !ln= und Verlaus von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung lausender Rechnungen und provisionssreier Echeck-Conti. Imwechslung von Coupons und Sorten. Annahme von offenen und verschlofienen Depots tntgegennahme verzinslicher Spur-Einlagen-