7. Jahrgang Unmmer 15G Dienstag, den 7. Juli 1914, Sic „*««* «Weint i*öcn SBerttog. Regelmäßig, Beilagen „ 5 «r s-«.r Cj.rr««", „?i. Kvl««ft»be". s-.ngo peei,: Be, den PostanstaUen vier.elaiin,,» Mk 1 ^ ... Agenten "°n°>..ch bO P,g , S-N'U -n"P°'-g'biihr °d« Lägerlohn. An.eig.n- Ernndz.u. ro Pfg„ .0,°.° 15 Pjg, An,eigen D0 „ nuswäris werde,, durch Posinachnahme -rtzob'en _ gtfullunflsort Friedberg, -»chrifileitung und Verlag Frledbeig (Hessen), Hanauerstraße 12. Ferniprecher 48. Postscheck-Eont- Re. 48-S, Amt Feanlsurt AI. Urdrrslcht. — Ein schweres Bootsunglück ereignete sich in Stettin «uf dcm Tuuzigkanal. Eine schwer Böe brachte ein inti 10 Personen besetztes Segelboot zum Kentern. Drei Personen konnten gerettet werben. Der Sohn Gerhard des Aufsehers Wolf ertrank, während der Vater gerettet werden konnte. Tie Leichen konnten noch nicht geborgen werden. — Ein mit sieben Personen besetztes Automobil der Adlrrwerkc in Frankfurt a. M. ist gestern nachmittag auf der Landstraße in der Nähe von Hanau verunglückt. Die Bremse versagte plötzlich, der Wagen übcrschlug sich und vier Insassen, Prüflinge der Adlerwcrkc, wurden so schwer verletzt, daß sie dcm Krankcnhausc zugcführt werden mußten. — Als der Flieger Legagncnr über der Stadt Saumur eine Schleifenfahrt machte, stürzte er mit seinem Flugzeuge in die Loire. Hcrbeieilcndc Seeleute konnten ihn erst nach 25 Minuten retten. Legagneux starb bald nach seiner Ein- licfcrung in das Krankenhaus. — Ein von einer fremden Negierung bei einer englischen Werft auf Stapel gelegter Panzerkreuzer wurdc von der griechische» Regierung angekauft, der spätestens in zwei Monaten zur Ablieferung gelangen soll. — Das von Griechenland angckauftc amerikanische Kriegsschiff „Idaho" wird heute von griechische» Marine- osfiziercn übernommen und als Admiralsschiff der griechischen Marine einverleibt werden. — Zwischen der griechischen und der türkischen Regie- rung ist eine Verständigung über die Berufung eines einem nculraleu Stamme angchörcndcn Schiedsrichters getroffen worden, der die Arbeiten der am Mittwoch in Smyrna zu- sammentrctcndcn gemischten Kommission verfolgt und bei Meinungsverschiedenheiten mit seiner Stimnie den Ausschlag gaben soll. — Die Orte Tomritza und Eeritza i» Südalbauien sind von den Epiroten besetzt toordcn. Damit befindet sich das ganze von ihnen beanspruchte Südalbanicn in ihren Händen, sodaß der Regierung in Durazzo nunmehr tatsächlich nur Durazzo, Skntari und Dalona gehören. — Aus Blue Island in Illinois in den Vereinigten Staaten wird gemeldet: Eine deutsche Familie von vier Per- I»»cn wurdc hier ermordet. ES handelt sich um einen gewissen Mcslcsla, seine Fra», seine Tochter, sowie ein zweijähriges Kind der letzteren. Man fand sie mit zerschlagenen Schädeln auf. Die Axt, mit dem die Tat ausgefllhrt wurde, lag neben ihnen. Der Tat stark verdächtig ist der Mann der erschlagenen Tochter, dem man beneits auf der Spur ist. — In New Orleans sind mehrere Fälle von Bubvncn- pest sestgestcllt worden. Zwei von ihnen sind bereits tödlich verlaufen, Drei Personen liegen lebensgefährlich erkrankt darnieder. Man hat die umfassendsten. Maßnabmen gc- tcosfcn. pir ZchniciilkMIuiig im Dtililchen Jkidj. Eine Scndernummer der „Statistischen Korrespondenz" veröffentlicht die vorläufigen Ergebnisse der am 2. Juni 1911 vorger ommenen Schwcineznhlung für den preußischen Staat. Danach hat in Preußen vom 2. Juni 1913 bis zum 2. Juni 1911 die Zahl der Haushaltungen mit Schweinen eine Vermehrung um 127 651, da? sind 1,51 v. H-, erfahren. Davon entfallen auf die Städte 31 158, auf die Landgemeinden 92 338, auf die Gutsbezirkc 3855. Die Zahl der Schweine und Ferkel unter % Jahren hat eine Zunahme von 1 533389, das sind 11,89 v. H-, aufzuweisen, die Zahl der Schweine im Alter von V- bis ncch nicht 1 Jahr eine solche um 705 071, das sind 18,72 v. H. Tie Zahl'der Schweine im Alter von 1 Jahr und darüber ist noch von 1 125 270 am 2. Juni 1913 auf 1639 501 am 2. Juni 1911, also um 216231, oder um 15,19 v. H. in Jahresfrist angewachsen: und die Gesamtzahl aller Schweine in Preußen ist demnach von 15190101 im Jahre 1913 auf 17 911801 am 2. Juni 1911, also in Jahresfrist um 2151703, das sind nicht weniger als 15,85 v. H. gestiegen. Die Zunahme ist im allgemeinen in den Landgemeinden und auch in den Städten größer, als in den Gutsbezirken, beträgt aber bei den Zuchtebern hier 38,13 Prozent gegenüber 16.69 Prozent in den Landgemeinden und 25,98 Prozent in den Städten, Lbertrifft also die Zunahme in den Landgemeinde» und Städten in ganz bedeutender Weise, wie ja überhaupt eine Vermehrung um 38,13 Prozent im Lause einet Jahres ganz enorm hoch ist. Das GesamtverhältniS in der Vermehrung der Schweinehaltung bestätigt fornit die Behauptung, daß die Gutsbezirkc in erster Linie für die Lieferung der Zuchttiere in Frage kommen und sich dafür auch besonders eignen. Wie die „Darmstädter Zeitung" mittcilt, wurden am 2. Vi::ii 1914 im Großherzogtum Hessen 100 983 Schweine ge- öhlt, gegen 310 686 am 2. Juni 1913. Der Sehweinebe- iand ist also gegenüber der vorjährigen Sommerzählung »esentlich in die Höhe gegangen, und zwar gilt dies für alle lltcr sklassen. Die Schweine verteilen sich wie folgt auf die Kreise: Darmstadt 16 998 (darunter 191 Zuchtsauen im Alter von 1 Jahr und darüber), Bensheim 23 574 (1157), Dieburg 32 672 (1191), Erbach 23688 (2079), Groß-Gerau 28807 (2015), Heppenheim 17 022 (1158), Offenbach 11000 (781), Gießen 38 290 (2170), AiSscld 23 958 (1995), Büdingen 30 760 (3097), Friedbcrg 39 785 (2620), Lanterbach 16 716 (999), Sckwtten 11709 (938), Mainz 13 107 (161). Alzey 15 896 (616), Bingen 11291 (398), Oppenheim 21119 (871), Worms 18 291 (712). Nach dem vorläufigen Ergebnis der am 2. Juni vorge- nommenen Schweinezählnng im deutschen Reich gab cS in ganz Deutschland insgesamt 25 271326 Schweine gegen 21 821153 am gleichen Termin des Vorfahre?. Die Zunahme beträgt 15,8 Prozent. ßagesüberslcht. Denllches lieich. t: Kein Berliner Werbebureou für Albanien. Ter Plan, ein Berliner Werbebureau für Albanien einzurichten, ist noch nicht verwirklicht worden. An niaßgcbendcr Stelle wurde erklärt, daß alle derartigen Bestrebungen problematischer Natur seien. Ten Männern des Komitees sei klar zum Ausdruck gebracht worden, daß cs sich um eine hochpolitische An- gclegenheit handele, die sich nicht so ohne weiteres durchsüh- ren lasse. Denn auch die Anwerbung von Ausländern im Reichsgebiet könne leicht zu politischen Verwickelungen führen sodaß wahrscheinlich gleich die Tätigkeit des Wcrbebureaus verhindert werden müsse. Der Polizei sei bis jetzt von dieser Tätigkeit offiziell nichts bekannt. Danach scheinen sich die Absichten de? Herrn Wackerow kaum verwirklichen zu lassen. :: Die Schlägerei» in Hohenheim. Die amtliche Untersuchung der Schlägereien zwischen polnischen und deutschen Studenten an der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim hat ergeben, daß die Schuld gleicherweise auf beiden Seiten zu suchen ist. Ein polnischer Student mußte wegen besonder? hcrausofrdcrndcn Benehmens relegiert werden. Durch die Untersuchung ist sestgestcllt worden, daß bei den Schlägerei» von Schlagringen und Gununiknüppcln kein Gebrauch gemacht worden ist. .: Die Rache der Wackes. Aus Jabern ertönen immer ncch unreine Klänge von verstimmten Harfen. Zum 1. Juli hat die ini Reuterprozeß viel genannte Frau Evers, Besitze- rin eines ZigarrengeschäfteS, ihren Wohnsitz in Zabern auf- geben. Die Frau, eine geborene Württcmbergerin, wird in ihre alte Heimat zurückrehren. Bekanntlich war Frau EverS Zeugin im Militärprozeß und hat durch ihr offenes mutiges Zeugnis den Unwillen der Militärgegner sich zugezogen. Die Witwe hat seither ein wahres Martyrium durchgemacht. Wir könnten Einzelheiten anführen, die in einen Abgrund der Verworfenheit blicken lassen. Bei alledem konnte der Frau nicht das geringste Ehrenrührige vorgeworscn bezw. nachgc- wiesen weiden. :: Saccharinschmuggcl. Wegen jahrelangen bedeutenden Saccharinschmuggel wurden die beiden Inhaber der Firma Vollheim & Rössing in Halberstadt verhaftet. Es wurden zwei Braue icibcsitzer in Schöneberg und Wehrstadt verhaftet, die als Inhaber in Frage kommen. Auch ein Berliner Agent, der Vermittlungsdienste leistete, wurde in Haft ge- noinmen. Als Hauptschuldiger kommt der Brauercrbcsitzcr in Schönebcrg in Frage. Die jetzigen Gcsck>äftsinhabcr, zwei junge Leute, legten ein umfassendes Geständnis ab. Sie gaben zu, seit viele» Jahren große Mengen Saccharin aus Oesterreich eingeschmuggelt zu haben. Es wurden bei ihnen noch etwa 10 Kilo Saccharin gefunden. Die Angaben der Bcidcn führten zur Verhaftung eines Berliner Agenten, bei dein 5 Kilogramm Saccharin vorgefunden wurden. Frankreich. :: Verhaftung von Nihilisten. In der Nähe von Bcaumont an der Oise verhafteten gestern abend Gendarmen zwei Landstreicher, die kein Wort französisch verstanden. Man führte sie zur Wache, wo sie einer eingehenden Untersuchung unterzogen wurden. Man fand bei ihnen zwei Höllenmaschinen, die mit der größten Genauigkeit angefcrtigt waren. Es stellte sich nach einem längeren Verhöre heraus, daß e-S sich um zwei russische Anarchisten, namens Kiritschet und Trajanoresk aus Russisch-Polen handelt, wo sie bereits mehrere Male verurteilt worden waren, da sie an Vcr- schwörnngen teilgenommen hatten. Sic gaben unumwunden zu, daß sie der nihilistischen Partei angehörten und nach Frankreich gekommen seien, um eine „geheime Mission" zu erfüllen, zu der sic die Bomben gebraucht hätten, lieber die Art dicker geben,inisvollen Mission verweigerten sic aber jegliche Ausfag „ Rußland. :: Gctrcidezwangsankänsc. Die Jntcndaniuroerwal- tung arbeitete eine Verordnung für den Kriegsfall an. Danach bat die Intendantur das Recht, in einem Rayon, in deni die Mobilisation erklärt worden ist, alles in den Elevatoren befindliche und mit Schiffen wie mit der Bahn cintrcffcnde Getreide sür anacmeliene Bezahlung für die Truvven nmii. faufe». In, Falle das auf diese Weise beschaffte Getreide nicht ausreichen sollte, ist die Bevölkerung verpflichtet, das Manko zu decken. Die Verordnung wird demnächst den gesetzgebenden Institutionen vorgelcgt. England. :: Ehambcrlains Beisetzung. Josef Chambcrlain wurde gestern in Bftmingham bcigesctzt. Die Beteiligung des Volkes auf der Straße war groß. Die Feier selbst erfolgte in aller Stille. Wenige außer der Fainilic wurden zugclassen. In London wurde gleichzeitig i» der Marga- rctenkirche in Westnünster eine offizielle Traucrfcier abge- lialtcn, an der Vertreter des Hofes, die Minister und die übrige politische Welt tcilnahmen. Das Unterhaus trat nach- mittags zusammen und vertagte sich, nachdem Asguith, Bonar Law und Balfour gesprockicn hatten, zum Zeichen dee Trauer. Asguith würdigte in einer Rede Chambcrlain besonders als Redner; auch im Obcrhausc wurdc von den Führern der Parteien de? toten Staatsmannes gedacht. Türkei. :: Rückkehr der Botschastcr-Dclegierten ans Smyr.m. Die Delegierten der Botschaften kehrten gestern von ihrer Untcrsuchungsrcisc in das Wilajet Smyrna nach Konstanti- nopel zurück. Ihre detaillierten Berichte werden bald im Besitze der Botschafter sein. Mehr als historisches Interesse werden diese Berichte aber kaum beanspruchen. Tic Delegierten haben de» Hauptzweck ihrer Mission durch die Tatsache ihrer Anwesenheit in Smyrna erfüllt und wesentlich zu der Ablenkung der Kriegsgefahr beigctragen. Inzwischen sind Griechenland und die Türkei zur praktischen Lösung der Auswanderungsfrage übcrgcgangcn. Den jetzt in Smyrna und Saloniki zusaimncn tretenden gemischten Kommissionen ist die Lösung anvertraut worden. Montenegro. :: Serbisch montenegrinische Beziehungen. An Regie- rungSstcllc wird auf das bestimmteste versichert, daß von einer Union zwischen Serbien und Montenegro gar keine Rede sein könne. Man sei jedoch auf bcidcn Seiten bestrebt, den serbischen Beziehungen eine bestimmte Form zu geben, d'w aber keineswegs der staatlichen Selbständigkeit Montenegros gefährlich werden könnten. Diese Form zu finden, ist man in Montenegro bestrebt, weil cs dadurch Ivirtschaftlich und finanziell vollständig gesichert werde. Bei der Durchführung dieser Form hätte man auf bcidcn Seiten als Prinzip fest- gestellt, die Selbständigkeit beider Staaten und Dynastien zu wahren. Albanien. :: Vorläufig kein Rücktritt des Fürsten Wilhelm. Im Gegensatz zur „Perscvcranza", die einen baldigen Rücktritt des Fürsten von Albanien ankündigt .rechnet die „Stainpa" mit der Möglichkeit, daß der jetzige Zustand des Schwankens zwischen Hoffnung und Enttäuschung noch den ganzen Som- nier anhaltcn werde, dies wird auch durch die Rückkehr dcs internationalen Aussichtsausschusses nach Dalona begründet. :: Ter verschwenderische Fürst. In einer Besprechung der Reise Turlhans Pascha nach Wien gibt das Echo de Paris eine Aufstellung über die Verwendung der 10 Millionen, die dcm Prinzen zu Wied vorgcschossen worden sind, und veisteigt sich zu der kühnen Bchauptung, daß die vor der Intervention der Kentrollkommissicn verausgabten zwei Millionen ganz nutzlos verausgabt sind. Für die Schaffung des Schatzmeisteramts seien eine halbe Million, für die Der- waffungserganisatw» eine halbe Million und sür Kriegsmaterial 7 Millionen zwecklos vergeudet worden. Das Blatt bewert! hierzu: Diese Ausgaben sind nicht dazu angetan, um die Mächte zu ermutigen, dem Fürsten weitere Hilfsgel- dec zue Verfügung zu stellen. :: Zusiiininenkünste nlbnnischcr Gciidnrmcn mit Aufständische!-. Major Kroon hat eine strenge Untersuchung gegen inehrere altarische Gendarnien cingcleitet, weil diese in den Vcrschanzungen Zusammenkünfte »nt den Ausständischen gehabt haben sollen. — Der französische Gesandte hat den Aufständischen einen Parlamentär geschickt, um Aufklärung darüber zu verlangen, warum die Aufständischen mehrere französische Staatsangehörige verhaftet und in Jschmi das Haus eines Franzeten angegriffen haben. Mexiko. :: Eine Vcrtrauenskundgcbuiig sür Huerta. Bei den gestern abgehaltcnen Präsidentenwahlen hat H-ierta ein ein- stimmiges Vertrauensvotum c> halten. Tie Wahlberichte lassen die Wiederwahl aller gegenwärtigen Deputierten und Senatoren eiwarten. Tie Beteiligung an den Wahlen war die niedrigste seit vielen Jahren, sowohl in der Hauptstadt >vie in de» Nachbarstädten. Dagegen sehen die aus dem Innern deS Landes hier eingetroffenen Mexikaner die Wahlen für eine bloße Farce an: cs sei eine lächcrlick-e An- nähme, daß Huerta dcm Volke freie W ahlen gewährt habe. Me Verschwörung von Sarajewo. Die Verschwörung von Scrajc>-o. Nach eineni Privattclgramm der „Frankfurter Zeitung wurde in Semlin der seckilte von den Verschwörern, die mir Nr. iss Bombe» imb Revolvern ausgerüstet in den Strotzen von Se- eajewo Aufstellung genommen hatten und aus die Vorbeifahrt des Thronfolgerpaarcs lauerten, verhaftet. Es handelt sich um die Person der Serajewoer Studenten Svetozar Äopowitsch, der von dort flüchtete und über Scmlin nach Belgrad zu gelangen trachtete. Er wurde nach Serajcwo zu- rückgebracht. Popowitsch gesteht, dah auch er in der berüchtigte» Zuckerbäckerei Vleinitsch am Tage des Attentates von Princip Mordwaffen erhalten hat. Unter den bisher Verhafteten, welche in den Attcntatsplan cingcwciht waren, befinden sich fünf serbische Geistliche. Verhaftung von serbischen Rotabelcn. In Serajewo soll die Verhaftung von serbischen Nota- beln bevorstchen, gegen die sich dringende Verdachtsmomente ergeben haben. Gestern wurde ein in Bosnisch-Dubica ver- haftcter Student namens Esugrilowitsch nach Serajewo ge- bracht: auch er hat vom Mörder Princip Bomben, Waffen und Cyankali erhalten. Bei dem Kaufmann Jowanowitsch in Tuzla wurde eine Kiste mit Bomben und Waffen gefun- den. Abgelchnte Verteidigung. Alle kroatischen und moslemischen Advokaten haben' be- schlossen, die Verteidigung der Attentäter abzulehnen, auch wenn sie hierzu ex offtcio delegiert würden. Sie wollen eventuell die auf sie entfallende Strafe bezahlen. Rutzlnnds Stellung zu dein Serajewoer Attentat. Zu den Petersburger Meldungen, wonach Rutzland' den Wunsch der österreichisch-ungarischen Regierung, Serbien möge die in Serajewo gegen die Mörder geführte Untersuchung im eigenen Lande fortsctzen, als eine Gefahr für die Unabhängigkeit Serbiens betrachtet, schreibt die Wiener „Neue Freie Presse": Die gesamte europäische Polizei hak wiederholt für Rußland gearbeitet und nicht selten mutzten sogar Parlamente dagegen verfahren, datz Persönlichkeiten, die von der Monarchie beschuldigt oder aus politischen Gründen verfolgt worden sind, nicht bloß ausgcwicsen, sondern auch direkt an die russischen Behörden ausgeliefert wurden. Wenn aber ein österreichischer Thronfolger und seine Gemahlin getötet werden und die Spuren dieses Anschlages nach Serbien fiihren, dann ist doch die Unabhängigkeit dieses Landes nicht bedroht, wenn die Monarchie die Untersuchung fordert und die selbstver- ständliche Bestrafung der Schuldigen erwartet und sich dabei jede» fall? viel geduldiger zeigt, als es Rußland getan Hüfte. Parteinachrichlen. Groß Rohrhcim, 7. Juli. Die feierliche Beisetzung des an einem Nierenleiden verstorbenen Landtagsabgeordneten Jakob Friederich in Grotz-Rohrheim gestaltete sich zu einer erhebenden Feier. Die im Trauerhause aufgebahrte Leiche wrirde durch den Ortsgeistlichen cingescgnet, wobei ein Musikchoral und Gesänge Einleitung und Schluß bil- beton. Hierauf setzte sich der Trauerzug unter Vortritt eines Musikkorps nach dem Friedhof in Bewegung. Zahlreiche Leidtragende, darunter der Präsident der II. Kammer, Abg. Köhler, die Abgeordneten Finger, Hauck, I>r. v. Helmolt, Korell, Lang, Senßfclder rmd Wolf, ferner alle Vereine, befanden sich ini Trauerzug. Nach der Ansprache des Geistlichen am Grabe, widmete der Präsident der II. Kammer, Oberbürgermeister Köhler-Worms dem Verstorbenen einen warnien Nachruf. Weitere Ansprachen hielten mrter Kranzniederlegungen Vizepräsident Korcll-Anacnrod im Namen des Bauernbundes, Oekonomierat Walter-Lengfeld für die Lar.dwirtschaftskaumicr, sowie Vertreter der Krieger-, Gesangs-, Turn- und Eiscnbahnvereine usw. Weitere Choräle und Gesangsstücke beendeten die Feier, aus der man ersehen konnte, welcher weitgehenden Wertschätzung sich der im besten Mannesaiter Tnhinaeschiedenc erfreute. Rauscht ki Bereichten Landwirte. Seit Jahren hat sich unsere Vereinigung lediglich eifriger öffentlicher Tätigkeit gewidmet, cs ist deshalb schon öfters aus Kreisen unserer Mitglieder der Wunsch geäußert worden, wieder einmal nach ernster Arbeit einen fröhlichen Tag im Kreise der gleichgesinnten Standesgcnossen zu veranstalten. Ter Vorstand hat diesen, Wunsche Rechnung getragen, er hat jedoch beschlossen, von einem Dereinsfeste abzusehcn, dagegen eine yemeirrjchafMche H!,euifahrt in Vorschlag zu bringen. Von Frankfurt soll ein Ertrazng, der nur in Höchst a. M. hält, die Teilnehmer nach Mainz bringen und ein Dampfer die Festgnste den Rhein hinunter bis zur Loreley führen. Eine Musikkapelle soll die Fahrt verschönern, Ansprachen die Stimmung erhöhen und am Abend soll eine Zusammenkunft in Mainz mit anschlietzcndem Tanz den Tag beenden. Als der Tag dieser Fahrt war der Sonntag, am 19. Juli in Aussicht genommen. Leider hat uns die Dampsschiffahrt- Gesellschaft mitgeteilt, daß im Sommer an Sonntagen keine Danipser vermietet werden. So kommt in den Vor- schlag, den Ausflug NM Äamc-ing den 18. Juli stattsinden zu lassen. Wenn auch ein Wochentag eben gerade nicht besonders passend erscheint, so fällt der Tag doch noch vor der eigentlichen Ernte und wir meinen, datz sich der Landwirt, bevor die schN'erc Arbeit beginnt, auch noch einmal einen Tag der Freude in, Kreise der Seinen gönnen kann. Die Abfahrt ab Frankfurt mutzte früh morgens erfolgen. Die genaue Zeit wird noch bekannt gegeben. Die Rückreise van Mainz erfolgt etwa uni I I l'hr abends. Die Eisenbahn- führt von Frankfurt bin Main» mrh »uriict und die Damvfer- Reue Tageszeitung. Dkenskaz/d«n7cIali 1»I« fahrt würde zusammen auf etwa 320 Jl zu stehen kommen, also etwa die Hälfte des gewöhnlichen Fahrpreises. (Kinder haben keine Ermäßigung!)' Das Essen auf dem Dampfer wird etwa 1,50—2,00 'M kosten. Um die Veranstalftmg gelingen zu lassen, ist die sseiliiahme von min-effens 300 |)rtlottfn notwendig. Erst wenn diese fest angemeldet sind, kann der Extrazug bestellt und der Dampfer gemietet werden. Wir haben deshalb an die Vertrauensmänner ein Rundschreiben gerichtet, wonach sie uns die feste Zahl der Mitglieder und ihrer Familienangehörigen, die sich an der Rheinfahrt betei- ligen wollen, bis DM" liingstrng Mittwoch, -en 8. Juli mitteUen wollen. Die Annieldung ist bindend. Wir richten an unsere Mitglieder die Bitte, sich in stattlicher Zahl an der geplanten Veranstaltung zu beteiligen und die Anmeldung bei dem Vorsitzenden der Ortsgruppe recht zahlreich besorgen zu wollen. Die Vertraucnsinänncr bitten wir, die Annreldung unverzüglich an Herrn Adolf Hensel in Dortelweil gelangen zu lassen. Al)o hoffentlich auf Mederlehtn am IS. Juli. Aus der Heimat. * Fricdberg, 7, Juli. Das 1. Fricdberger Doppelquartett, das in Eschersheim anläßlich des Gesangswettstreites einen glänzenden Erfolg zu verzeichnen hatte, sah sich veranlaßt, seinem Ehrenpreisstifter Herrn Kommerzienrat Kleinfchmidt als Dank dafür ein Ständchen zu bringen. Herr Kommerzienrat Kleinschniidt nahin diese Ehrung mit Dank an und lud das Quartett am gestrigen Nachmittag nach Eschersheim ein, wo in der Villa für einen Jmbitz und kühlen Trunk bestens Sorge getragen war. * Fricdberg, 7. Juli. Heute feiert der Fuhrunternehmer Herr Ludwig I o st und seine Ehefrau Marie geb. Scherer das Fest der silbernen Hochzeit. Wir bringen unsere herzlichsten Glückwünsche dar. * Friedberg, 7. Juli. Der Gastwirtevcrein der Wetterau, Sitz in Friedberg, macht seinen diesjährigen Familienausflug mir 22. Juli nach Ockstadt, Marienlaube. Um 2 Uhr sammeln sich die Mitglieder am Kriegerdenkmal, von wo aus Punkt 2y^ Uhr der Abmarsch mit Musik erfolgt. Für Speisen und Gettänke ist am Ausflugsorte bestens gesorgt. Die Brauerei Steinhäußer wird das Bier gratis stellen. Bei ungünfftger Witterung wird der Ansflug nach Ockstadt in Henritzis Saal erfolgen. Abmarsch vonr Ausflugsorte un, 7 Uhr. * Friedberg, 7. Juli. Die Nummer 27 des Gewerde- blattes fiir das Großhcrzogtum Hessen (Zeitschrist des Lan- dcs-Gewerbevereins) hat folgenden Inhalt: Großb. Zentralstelle für die Gewerbe. Jugendfiirsorge. :: Lehrergcsuch. :S An die Mitglieder des Landesgrwerbevereins. :: Elektrotechnischer Fachkurs in Gießen. 1: Delegiertentng des Verbandes deutscher Kunstgewerbevereinc. :: Bezirksverband Worms-Oppenheim. :: Gewerbevereine Darmstadt, Mainz, Offenbach :: Rechtsauskunft. — Handwerkskammer zu Darmstadt. Protokoll über die 19. Sitzung der Handwerks- kaminer. :: Bekanntmachung, betteffend Abänderung und Ergänzung der Vorschriften zur Regelung des Lehrlings- Wesens. Statisttk über das Durchschrittsgewicht der Schlachtttere. — Allgemeiner Teil. Hauptstelle für das Ver- dingungswesen des Deutschen Handwerks- und Gewerbe- kammertages. :: Ocffentlicher Arbeitsnachweis in der Provinz Starkenbnrg. :: Rcichsgeisichtliche Entscheidung. :: Verschiedenes. * Fricdberg, 7. Juli. Im Interesse möglichst frühzeitiger Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernspiechanlageu ist es erforderlich daß die Anmelduu- gen neuer Fernsprechanschlüssc spätestens bis zum 25. Juli den Kaiserlichen Telcgraphcnanstalten vorliegcn. Verspätet angemcldetc Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplanes nur nnt Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Enftendung einer Baukolonue usw.) hcrznsicllcn sind, wer- den in dem laufenden Bauabschnitt nur dann ausgeführt, wenn die Anttagsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 M leisten oder wenn diese Mehrkosten den Betrag von 30 M übersteigen, den wirklich aufgcwendetcn Kostenbetrag erstatten. ■* Fricdberg, 7. Juli. Im Flur des Erdgeschosses !m Gebäude der Grotzh. Bürgermeisterei ist eine öffentliche Fernsprechstellc eingerichtet worden. * Fricdberg, 7. Juli. Die Maul- und Klaucnscüchc herrscht fort in Seligenstadt. 'Kreis Offenbach, in Rodheiin v. d. H., Kreis Friedberg, in Welgesheim, Kreis Alzey, in Ober - Jngclheini, Schwabenheim, Groß - Winternheim, Dromersheim und Elsheim, Kreis Bingen. Die Seuche wurde festgestellt in Groß-Biebernu und Ncunkirchen, Kreis Tiebnra, in Hllttenthal und Hainstadt, Kreis Erbach, in Affolterbach und Siedelsbrunn, Kreis Heppcnhcmi und in Bubenhcim, Kreis Bingen. * Ober-Rvsbach, 7. Juli. Im Stationsgebäude RoS- bnch v. d. G. wurde heute Nacht ein Einbruchsdiebstahl verübt. In, Güterschuppen erbrach der Täter den Reisekoffer des hier wohnenden Bergwcrksdttektors. In, Stationsbureau ftelen ihm nur 20 Pfennig in die Hände, obgleich eine größere Geldsuunnc dort aufbewahrt war. Der Täter konnte der Gendarmerie seinem Aussehen nach genau beschrieben werden, so daß cs Wohl gelingen wird, denselben habhaft zu werden/ * Bad Nauheim, 7. Juli. Die Nachricht, daß die Eli-abeth Duncan-Schule aus Darmstadt am 15. Juli (nach- nrittags 5 Uhr) eine Fest-Aufführung im Großherzoglichen .Kurshaus zu Bad-Naubeim veranstalten wird, beoeauet __Sitte unter den Kurgästen wie unter dem einheimischen Publikuntz allgemeinem und sehr lebhaftem Interesse. Ist doch der Ruf der Schule Elizabeth Duncans international und in der gan- j zen Welt begründet! Man weiß heute allgeniein, datz aus \ der herrlich gelegenen Marienhöhc in Darmstadt, unter dem .' persönlichen Schutze des Grotzhcrzogs von Hessen, Elizabeth ■ Duncan (die Schwester der berükmiten Tanzküusilcrin Ist- dora Duncan) eine Schule für edelste Körperkultur gegründet hat. Hier sollen keine Tänzerinnen ausgebildet werden! Es gilt lediglich den Körper des jungen Menschen zu seiner vollendetsten Ausbildung zu führen. Daß sich die Grenze von Gymnastik und Kunst hierbei allmählich verwischt und, ganz wie von selbst, aus diesen Kindern und jungen Wäldchen Künstlerinnen der Bewegung werden, das ist das Wunderbare und Schöne bei der Sache! Neuerdings hat es sich die Schule zur Aufgabe gemackjt, auch Lehrerinueu ansznbil- den, die den Geist der Schule in die Welt htiiaustragen. Ebenso sollen Zöglinge der Schule von ihrem Wirken und ihren Erfolgen auf der Olympiade 1916 zu Berlin Zeugnis oblegen. * Niedcr-Florstadt, 7. Juli. Zahlreiche hier beheimatete Soldaten, die während ihres Urlaubes an einem hiesigen Arbeitcrfeste teilnahmen, bei dem der sozialdemokratische Landtogsabgeorüncte Busold die Festrede hielt, crhrelten in ihren Garnisonen Arresfftrafen von 3 bis 10 Tagen. Da die Soldaten ihre Instruktionen kennen, haben sie sia) diese Sttafen nur selbst zuzuschrciben. * Stockheim, 7. Juli. Gestern hielt«, die Pokizeidiencr des Kreises Büdingen hier eine Versanunlung ab, wobei wichtige Fragen zur Erörterung kamen. * Orleshausen b. Büdingen, 7. Juli. Nächsten Samstag, den 11. d. M. feiert der hiesige beliebte Lehrer K. Strack in voller körperlicher und geistiger Frische sein goldenes Amtsjubiläum. Der Jubilar wiittc früher eine lange Reihe von Fahren in Rainrod und Glashütten, Kreis Schotten. In letzterer Gemeinde hat er viel zur Hebung des Obstbaues durch Anlage einer eigenen Obstbaunischule getan, auch gründete er dortsclost eine Vichversicherungskasse, die den Gemeindeangehörigcn schon manchen Segen gebracht. •— Am 18., 19. und 20. ds. Mts., findet hier das BezirkS- kriegerfest für den Bezirk Büdingen mit Fahnenweihe unseres Vereins statt. * F- E. Frankfurt a. M., 7. Juli. Die Preise für schlachtreife Schweine prinra Qualität sind auf dem Lande fortgesetzt im Rückgang begriffen und wird durchschnittlich vom Händler 40 Pfennig, ja nur 38 Pfennig, für das Pfund Lebendgewicht gezahlt. Den Landwirten hat dieser Preisrückgang bereits zu der Klage Anlaß gegeben, daß sich jetzt die Mästung nicht mehr rentiere. Die Warirung des preußischen Landwirtschaftsmiiiisters, die Einschränkung der Viehzucht in Zeiten des Preisrückganges nicht cintreten zu lassen, da sie unwirtschaftlich sei, erkennen die Landwirts Wohl an. Sie nicht auszuführen, könnten nur baldige geeignete Maßnahmen, die eine bessere Organisation des Flcischmarktes hcrbeiführen, bewirken. Auf den gestrigen Vichmärkten in Frankfurt a. M. und Wiesbaden, gingen die Preise fiir Schweine gegen die vorwöchigcn etwas in die Höhe. Aus dem Kreise Hanau. * r. Hanau. 7. Juli. Auf der Landstraße zwischen Frankfurt und Hanau, in der Nähe von Wilhclmsbad, hat sich gestern nachmittag ein recht schweres Autoinobiliinglück zugetragen. Ein auf der Fahrt nach Hanau befindliches, z» Diensffahrten benutztes Automobil der Adlcrwcrkc i» Frankfurt llberschlug sich infolge Versagens der Steuerung. Von den 7 Insassen, die aus einem Chaufscurlehrmeistcr und 6 Chauffeurpriiflingen bestanden, wurden 4 schwer verletzt. Ein Insasse erhielt leichtere Verletzungen, zwei Insassen konnten durch schnelles Skbspringen einer Gefahr entgehen. Von den vier Verletzten wurden zwei in das St. Vinzenzkrankcnhaus, zwei in das Landkrankenhaus Hanau verbracht. Die Verletzten sind Bahnhosswirt Besser in Langenselbold, Fr, Schmidt, Dinsch und Keßler aus Frankfurt a. Ai. Hesscii-Nnssa,,. * Kolba,h, 7. Juli. Der seit kurzem hier wohnhaftc Arbeiter Wcidaiior verübte an seiner Tochter ein Sittlichkeits- Verbrechen und ist seit der Tat verschwunden. * G ricoheim n. M., 7. Juli. In einem unbewachten Augenblick trank hier ein kleiires Mädchen ans'einer mit Aetznatron gefüllten Flasche, wodurch es sich schwecr innere Verbrennungen zuzog. * Gelnhausen, 7. Juli. Bei Rauchvcrsucheu verursachte der achtjährige Sohn des Eierhäudlers Meyer eine» Brand. Da die abwesenden Eltern das Biirsckichcn cii>gcsIosseii hatten, geriet dieses in Gefahr zu ersticken nnd zu verbrennen. Vorübergehende Personen, die den aus dein Hause dringenden Rauch bemerkten »nd den Jungen mordsjämmer- lich schreien hörten, schlugen die Fenster ein, retteten erst den Burschen und erstickten dann die Flamnien. * F. C. Kiniigcstin i. T., 6. Juli. Durch das Unwetter am 1. Juni 1913 wurden in der Königlichen Obersörsterei Königstein im Taunus, wie nnnmche endgültig fejtsteht, im ganzen 13370,65 Festuieter Buchcnholzmassen — an de» Fichtenbeständen war ein Schaden kaum sestzustellen — geworfen. Dafür wurden 129 376,86 Jl erlöst. Ter Hauer- bezw. Arbeitslohn stellte füll auf 30 212,15 ,M. * F. C. Wiesbaden, 6. Juli. Der MiUelrheiniichc Verband! evangelischer Arbeitervereine hielt gestern hier zum ersten Male seinen diesjährigen 23. Derbcmdstag ab, der eine außerordentlich starke Beteiligung aus den Regierungsbezirken Wiesbaden und Cassel und aus dem Grotzyerzogtum Hessen hatte. Ter Verbandstag wurde cingeleitet durch einen Festgottesdienst r» der Ringkirchc unter Mitwirkung des Ring- und LutberkirchcnchorL. Die Festpredigt hielt Gcnc- ralsuverintcndent Obl». Ihm schloß sich im Pautrncnicblöb- PU. 186 Seite 3. ’äjcn die Delegicrtenversammlung unter den, Vorsitze des PforrerS Schmidt-Höchst a. M. an. In ihr gab Verbands- fekrteär Wilhelm-Frankfurt a. M. einen Bericht über seine seit vier Monaten ousgcübte Tätigkeit. Er mußte dabei -feststellen, daß er im Lahntal, besonders in der Gegend um Limburg, einen guten Boden für die evangelische Arbeiterbewegung vorfand und er auch talkrästige Unterstützung von Seiten der evangelischen Geistlichen fand. Eine durch das Usinger Land und das Weiltal führende Tour zeigte genau das Gegental. Die Pfarrer wiesen jede llntcrstützung der Sache zurück imt den Worten zum Teil, es sei doch nichts zu machen, denn alle Arbeiter seien rot. Eine rühmliche Ausnahme bildete Laubuseschbach. Sekretär Laufcr-Tarmstadt wußte von einem guten Aufschwung in seinem Tätigkeitsbc- zirk zu berichten. Besonders in, Odenwald und in der Wormser Gegend war der Erfolg ein deutlich sichtbarer. Während seither im Tarmstädtcr Bezirk nur der Verein in Darmstadt mit 215 Mitgliedern bestand, gründeten sich im letzten Jahre 9 Brudervercine, deren stärkste in Lampertheim und Fränkisch-Crumbach sind. Jetzt sind 718 Mitglieder also 509 mehr gegen das Vorjahr zu zählen, welche Zahl noch ständig im Wachsen begriffen ist. Das Frankfurter Sekretariat weiß von keinem allzu großen Aufschwimg in der Hochburg der Sozialdcinokratic zu berichten, wenn auch durch eifrige Hausagitation die Mitgliederreihen verstärkt werden konnten. Nachdem Pfarrer Schmidt noch darauf hingewiesen. daß deiunächst in Gießen ein Sekretariat errichtet werde und sein Bedauern über die Lauheit seiner Amtsbrüder in dieser guten Sache ausgcdrückt, schloß die Tagung. Ein Festkonzert und Volksfest schlossen sich an. * F. C. Wiesbaden, 6. Juli. Zu Beginn der letzten Stadtveroldnetensitzung gab auf eine Anfrage betreffend ein umlaufendes Gerückt einer in der Stadt herrschenden TyPhriSepidemie der Oberbürgermeister Geheinirat Glässing eine Mitteilung dahin ab, daß nach den eingehenden schon von vornherein vorgenommenen und bis jetzt fortgesetzten Feststellungen der städtischen Verwaltung ein Anlaß zur Beunruhigung absolut nicht vorliegt. Im übrigen schloß er sich den hcrausgegcbeuer, Veröffentlichungen des Kreisarztes des Kreises Wiesbaden-Stadt Ur. Pilf an, nach denen in den sest- gestelltcn 31 Typhusfällcn eine Typhusgefahr nicht zu erblicken sei. — Dem Entwurf einer Gewcrbc-(Filial-)Steuer- ordnung für die Stadtgcmeinde Wiesbaden stimmten die Stadtverordneten zu. Sie sieht eine Besteuerung von zwei pro Mille de? llnisatzeS vor bei den Geschäften, die außerhalb ihr Hauptgeschäft betreiben und in Wiesbaden Filialen führen. Filialen der am Platze befindlichen Hauptgeschäfte bleiben steuerfrei. — Die llebcrnahme der selbstschuldnerischen Bürgschaft der Stadt der Nassauischen Landesbank gegenüber für ztvcite Hrzpothcken bis zum Gesamtbeträge von 250000 Jl stimmte man zu, ebenso denr Ankäufe von sieben Acckern und 1 Wiese von 090 Ruten zum Rutenpreis von 23 bis 92 M im Gesamtbeträge von 40 000 M von den Erben de? Rentner Friedrich Heuß. — Für den Umbau der Park- straße bczw. Paulinenstraße wurden 53 000 bezw. 37 000 M bereit gestellt. * F. C. Wiesbaden, 6. Juli. Die Maul- und Klauenseuche, die bis vor 14 Tagen den Regierungsbezirk Eassel verschont hatte, rückt weiter. Gestern wurde in Gerbachshof, Gemeinde Eichenzell, Kreis Fulda, die Seuche festgestellt. In dein bis jetzt ganz seuchenfrcien Regierungsbezirk Wiesbaden ist die Geißel der Landwirte auf dem Römerhof bei Frankfurt-Rödelheim ausgebrochen. * F. C. Wiesbaden, 6. Juli. Am Freitag, dem letzten Tage der Schwurgerichtsperiode, stand vor dem Wiesbadener Schwurgericht der 27jährige auS Niederlahnstcin gebürtige Echlofsermeister Martin Wambach aus Oberlahnstein, der an, 16. Mai seinen Lehrling Andreas Kraus dadurch verletzt und dessen Tod herbeigeführt haben soll, daß er mit einen: Stück glühenden Schweißdraht nach diesem warf, ihn am Kopfe derart traf, daß der Draht durch die Schädeldecke ins Gehirn eindrnug. Wambach, der sich vor zwei Jahren selbstständig machte, betrieb in seiner Werkstätte die reinste Lehrlingszüchterei. Dagegen wäre a» und für sich kein Einwand j» erheben, wenn er nicht eine ganz merkwürdige Erziehungsund Lehrmethode angewandt hätte. Nach den Zeugenaussagen der Lehrlinge verlief kein Tag ohne Prügel. Sogar mit Hammer und Feile schlug er aus die Lehrlinge ein und benutzte, was er gerade in der Hand hatte, als Wurfgeschoß nach diesen. So war es auch ani 16. Mai, an dem der junge Kraus eine falsche Weisung einem anderen Lehrlinge ge- geben halte. Wanibach geriet darüber in Erregung und warf, gerade mit Schweißen beschäftigt, das Stück Schweißdraht, das nach dem Gutachten von vr. Popp-Frankfurt a. M. niindesteus 500 Grad heiß war, nach Kraus. Wie oben geschildert, drang das Eisen in das Gehirn des Kraus ein und sührte nach einigen Tagen zu dessen Tode. Wambach erklärte min, der Wurf habe absolut nicht dem Getöteten gegolten. Da? Stück müsse von der Erde, wohin er es geschleudert, aufgesprungen sein. Die Geschworenen sprachen Wambach dev Körperverletzung mit Todcserfolg schuldig, worauf das Urteil auf zwei Jahre Gefängnis erging. * F. E. Wiesbaden, 6. Juli. Im 82. Lebensjahre verstarb der hier im Ruhestand lebende Kammcrdircktor Louis Keller. Ter Verstorbene, ein geborener Nassauer, stand mehrere Dezennien lang an der Spitze der Gräflich-Vsen- burg und Büdingenschen Verwaltung in Mccrholz. Vor 20 Jahren trat er in den Ruhestand. * F. C. Wiesbaden, 6. Jul:. Seit Einführung des Arbeitsscheuen gesetzt? h.t der SiadianSschuß sich fast in jeder Sitzung mit Anträgen des OrtSaruienverbandcs Wiesbaden wegen Ueberweisung Von arbeils'chcuen Personen in eine öffentliche Arbciisanstalt zu beschäftigen. Bei der am vergangenen Freitag stattgefundeu:.t Stadtausjchußsihung standen nur derlei Fälle und zwar zehn an. Es handelte sich Neue £«gw)tn«ng. Dienstag, de» 7. 2»lj 1914. um drei männliche Personen, eine Ehefrau, eine Witwe sowie um fünf ledige Weibspersonen. * F. C. Kassel. 7. Juli. Prinz Eitel Friedrich von Preußen und Prinz Oskar von Preußen, treffen heute Dienstag zu einem mehrtägigen Besuche der Kaiserin auf Schloß Wilhelmshöhe ein. Dom 12. bis 14. Juli wird der Herzog und die Herzogin von Braunschweig und Lüneburg auf Schloß-Wilhelmshöhe erwartet. * F. E. Eassel. 6. Juli. Nach den bis jetzt feststehenden Reiscdispositioncn des Kaisers, wird der Monarch in der zweiten Woche des Monats August aus Schloß Wilhelms- Höhe cintreften und von hier aus der Einweihung der Waldecker Talsperre nnwohnen, sowie den Truppenübungsplatz Ohrdruf in Thüringen und die Feste Koburg befuckv'n. Ani Abend des 20. August wird sich der Kaiser von Wilhelmshöhe aus nach Mainz begeben, um die Parade über die qe- iamten Truppen des 18. Armeekorps abzunehmen. Am Nachmittage des 21. August begibt sich der Kaiser zu einem inehrtägigcn Besuche der Prinzlich Hessischen Herrschaften auf Schloß Friedrichhof im Taunus, wohin sich zur gleichen Zeit die Kaiserin von Schloß Wilhelnishöhe, wo Hochdicselbc am 6. Juli eintrifft, begeben wird. Die Majestäten werden in dieser Zeit Bad Homburg v. d. H., die Saalburg usw. besuchen und der Kaiser das Militorgenesungsheim im Kloster Eberbach im Rheingau besichffgen. Von Schloß Friedrichs- Hof begeben sich die Majestäten nach Wilhelmshöhe zurück, woselbst sie bis zur ersten Septcmberwoche weiter Residenz nehmen, um sich dann zu den großen Paraden in Münster und Eoblcnz zu begcbc.n Starkenburg. * F. E. Ossenbnch a. M-, 6. Juli. Zu einem Groß- Schiffahrtsweg wird der Main ausgebaut durch die Kanali- sicrungsarbeiten, die nunmehr auf der Strecke des SftomcS zwischen Offcnbach und AschaffenbUrg in einer Länge von 47 Kilometer ausgeführt werden. Mittlere Rhcinschiffc vermag dann sein Rücken zu tragen. Ein weites Gebiet erhält eine direkte Verbindung mit dem deutschen Strom. Der Main wird nach Beendigung der Arbeiten auf 90 Kilometer von Mainz ab kanalisiert sein. Durch die Kanalisierung wird eine normale Wassertiefe von 2,50 Meter bei einer Mindcstbreite von 36 Metern hergcstellt. Sechs bewegliche Wehre von 100 Meter Weite und 2,35^ Meter durchschnittlichem Gefälle mit einem Schifssdurchlaß von 40 Dieter Breite werden hergestellt. Jedes dieser Werke erhält eine Schleuse für Schiffszüge von 300 Meter nutzbarer Länge und von 12 Meter Breite, eine Floßrinne 12 Meter breit und 0,9 Meter Wassertiefe und eine Fischpaßanlagc. Die Gesamtkosten der Bauausfiihrungen sind auf 28 Millionen Mark veranschlagt und zwar 16 Millionen für die Kanalisierung des Main, 2y 2 Millionen für den Hafen von Hanau, 10s/> Millionen für den Hasen von Aschaffenburg. Für den ersten Abschnitt, der von Kilometer 43 bis zum Hafen von Hanau reicht, werden die Kosten von Preußen getragen, für den zweiten, der in Aschaffenburg endet, von Bayern. Letzteres übernimmt auf seinen besonderen Etat den Ausbau des Aschasfcnburger Hafens. Die Stadt Hanau übernimmt die Kosten des Hanauer Hafens. * Ojfenbach a. M. 4. Juli. Durch den D-Zug, der gestern Abend 7 Uhr von Gelnhausen kommend hier vorübersuhr wurde in der Nähe des alten Friedhofes bei Offenbach ein Streckenwärter, der in unvorsichtiger Weise noch das Gleis Lerschreiten wollte, getötet. Der Körper wurde in zwei Teile geschnitten und der Tod trat sofort ein. * Mühlheim a. M.. 6. Juli. Die Unvorsichtigkeit auf Kirschen Wasser zu trinken, hat hier wieder ein junges Menschenleben gekostet. Die 13jährigc Tochter des Bäckers Kaiser trank, nachdem sie ein kleines Quantum Kirschen gegessen hatte, kurz hinterher Wasser. Bald darauf klagte sie über Schmerzen im Leibe und verstarb in kurzer Zeit trotz ärzt- sicher Hilfe. * Neu-Isenburg, C. Juli Die 60jährige Frau Strcitenbcr- ger geriet mit dem rechten Arm in die Kreissäge einer Holz- schneidemaschine. Der Arm wurde zwischen Ellenbogen und Hand glatt abgeschnitte». Die schwerverletzte Frau kam nach Frankfurt ins Krankenhaus. * Sprendlingen, 4. Juli. Der 51jährige Landwirt Ph. Rcllinger war in aller Frühe aufgestanden und wollte an dem offenen Brunnen Strohjeile cinweichen. Dabei bekam er das Uebergewicht und stürzte in den Brunnen, der infolge der letzten starken Regengüsse voll Wasser war und mußte, da seine Hilferufe nicht vernommen wurden, elend ertrinken. * Mörselde», 3. Juli. Der verheiratete 44jährige Maurer Heinrich Schulmayer stürzte auf einem auswärtigen Neubau aus beträchtlicher Höhe ab, wobei er sich lebensgefährliche in-- nere und äußere Verletzungen zuzog. * Daemstadt, 4. Juli. Ein bößer Kuhhandel brachte gestern den Viehhändler Moritz Kaufmann aus Rimbach i. Od. vor die Straflammer. Er war vom Schöffengericht zu Mk. 200.— wegen Betrugs, wohl mit Recht verurteilt worden, weil er einem Landwirt für Mk. 400 eine Kuh abkaufte und schon nach zwei Tagen diesem schrieb, baß die Kuh „huste, schmeiße und tuberkulös" sei. Inzwischen aber hatte er die Kuh für Mk. 430 verkauft, von dem ersten Käufer sich aber wieder Mk. 188 zurückzahle» taffen. „Ein feines Geschäft". Er muß seine Ettafe behalten, obwohl der Staatsanwalt gerne mehr beanttagt hätte. Sein mitangellagter Vater wird fteigesprochen. * Darmstadt, 4. Juli. Die Großh. Zentrale für Muttcr- und Säuglingsfürsorge in Hessen veranstaltete in ihren Räumen, Heinheinierstraße 21, in der Zeit vom 15. bis 30. Juni 1914, abends 8—10 Uhr, einen Schwesternfortbil- dungskursus mit Demonstrationen. Der Kursus umfaßte 12 Besprechungen an aufeinander folgenden Wochentagen und behandelte die gesamte Pflege und Ernährung des Säug- lingS. Gleichzeitig fand vSrrnittags von 10 bis 12 Uhr ein ebensolcher Kursus für'funge Mädchen und Frauen statt. Die Kurse waren zufanrmenJiork insaesamt 32 Teilnebmcrin- nen besucht, die den Besprechungen außerordentlich lebhaftes Interesse entgegenbrachten. Da bereits weitere Meldungen eingegangen sind, beginnt ein neuer Kursus am 15. Juli d Js., abends 8 Uhr. Die Teilnehmerkarten sind im Büro der Großh. Zentrale zum Preise von 1 M erhältlich. * Erbach, 4. Juli. Viele Gemeinden des Kreises Erbach sind durch die Niederschläge der letzten Wochen schwer ge5->. digt. Ganze Ernten sollen vernichtet sein. Zahlreiche Familien sind in bittere Not geraten. Daher wendet sich ein Koniitee, bestehend aus dem Fürsten von Erbach-Schönbera. den Krcisbehördcn, Landtagsabgcordneten und Bürgernici- stcrn an die Ocffcntlichkeit mit der Bitte, öffentliche Sam- melstell'.'n für die Wasscrgcjchädigtcn zu errichten, zur Linderung der Not. Die eingehenden Beträge sollen zur Verfügung des Krcisausschnsses stehen. Insbesondre an die Mitglieder des Odenwaldklubs ergeht die Bitte, sich für manche Stunde der Erholung im grünen Odenwald erkenntlich zu zeigen. * Birkenau. 4. Juli. Gestern kamen zufällig auf dem hiesigen Rathaus vier Rentenbcziehcr zusammen, die zusammen 331 Jahre zählen. Tic alten Leutchen heißen: Klinger 83 Jahre, Hofmann 83 Jahre, Zopf 81 Jahre und Frau Leopold Witwe 84 Jahre. Rheinhesse». * Mainz, 7. Juli. Die Aprikosen- und Pfirsichernte dürfte in einigen Tagen ihren Anfang nehmen. Sic fällt so reichlich aus, wie man sie seit Menschengedenkcn nicht erlebt hat. Die mit vielen Tausenden von Aprikosen- und Pfirsichbäumen angepflanzten Obstplantagen an: Großen Sande bieten einen herrlichen Anblick. Jeder Baum, und wenn er noch so klein und verkrüppelt ist. beugt sich unter der überreichen Last prachtvoll entwickelter Früchte. Alle Bäume mußten stark gestützt werden, sonst würden sie unter der Last zusammenbrechen. — Auch in unserem Fricdberger Kreise ist die Aprikosen- und Pfirsichernte ausgezeichnet. * Mainz, ß. Juli. Der Würzburger Bäckermeister Anton Bullinger verstarb in Mainz und zwei Stunden daraus auch seine Gattin. Die Leichen werden nach Würzburg überführt. * ArnrSheim, 4. Juli. Der Polizeidiener Martin setzte sein Kind auf einen Ochsen, um es reiten zu lassen. TaS Tier wurde unruhig und das Kind stürzte von dem Ochsen herunter, wobei cs von dem Tier so getroffen wurde, daß es blutete. Der Vater glarrbtc, daß das Kind tot wäre: er lies nach Hause und versuchte sich zu erschießen. Als er sich niit ztvei Schüssen verletzt hatte, erhängte er sich. * Osthosen, 4. Juli. Vor dem Schöffengericht kam eine Klage des Landtagsabgeordnetcn Pfarrer Korcll-Jngelhcim gegen den Landtagsabgeordnetcn I)r. Winkler zur Verhandlung. Der Beklagte gab zu, die Worte pharisäerisches Verhalten mit Bezug auf den Privatkläger gebraucht zu haben. Trotzdem sah das Gericht die Acußcrung nicht als erwiesen an lind sprach den Angeklagten frei. Wäre sie erwiesen, so würde sie weit über die Wahrung berechtigter Interessen hinaus gehen. Eine Widerklage Winkler gegen Korell wurde abgewicsen und die Kosten beiden zur Hälfte anferlegt. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage. Wechselnde Bewölkung, strichweise Niederschläge. wenig warm, südwestliche Winde. Hcumarkt. Es war nichts angefahren. Das grüne Auto. Spionage-Noman von August Weiß!. 68 lFortfetzung). Ich hätte sie wieder erkannt, selbst wenn sie inzwischen eine alte Fron geworden wäre. Die schrecklichen Erinnerungen an sie haben ihr Bild unauslöschlich in meine Seele ge- Prägt. Verzeihen Sie, Herr von Eartclane, fragte Doktor Mar- tcns noch einmal. Sind Sie Ihrer Sache wirklich ganz — ganz sicher? Ich niuß Sie das fragen, weil durch Umstände, die ich Ihnen nicht so rasch erklären kann, die Beantwortung dieser Frage von höchster Tragweite ist. Aus den Andeutungen des Baron Spohr crrale ich, um was es sich handelt. Ich wiederhole, ich glaube mich nicht zu täuschen. Es sind zwar viele Jahre vergangen und sie hat sich sehr verändert, aber--Uebrigens, Herr Doktor. ick sah sie in Gesellschaft eines Herrn. Wer ist das? Ihr Mann. So hat sie also doch geheiratet. Ja, einen Landsmann von Ihnen. Wie heißt sie jetzt? Campobello. Ist ihr Mann ein Graf? Ja, Graf Ernst von Canipobcllo. Bitte, machen Sie mich mit ihm bek-nnt. Sollte ich mich getäuscht haben, so werde ich das durch ihn bald- erfahren. Bitte, komnien Sie. Die Herren begaben sich in den Saal zurück. Auf der Treppe blieb Spohr stehe» und richtete an Doktor Martens die Frage: Wenn nun die Gräfin Verdacht geschöpft hat und aus und davon geht? Beruhigen Sie sich, sic wird überwacht. Unser Agent fuhr ihr nach. Zwanstigstes Kapitel Hauptmann Fernkorn und Caurpobcllo hatten inzwischen schon die dritte Flasche Champagner bestellt und saßen noch immer an den: kleinen Tischchen hinter der Loge, während die Vorstellung ihren Fortgang nahm. w ,.Campobcllo hatte hastig getrunken. Seine Augen frm- feiten, keine eingefallenen Wangen glühten. Der plötzliche Nr. 159 Neue Tageszeitung. Dienstag, den 7. Juli 181*. Sette » 7 Abgang seiner Frau raubte ihm nicht die gute Laune, in die ihn der Champagner verseht. Er unterhielt sich unausgesetzt mit Hauptmann Feinkorn. ohne den Vorgängen ans der Bühne Beachtung zu scheuten. Mit vergnügtem Lächeln begriisite der Gras die Zurückkommenden. Vesten Dank, Baron, sagte er zu Spohr, daß Sie so freundlich waren, die Gräfin znni Wagen zu bringe». Bitte, bitte. Wollen die Herren nicht wieder bei uns Platz nehmen? Sehr gern. Gestatten Sic, daß ich Jhneti einen Bekannten vorstelle: Herrn von Cartclane. Freut mich sehr. Der Graf reichte Cartekane mit einer Liebenswürdigkeit die Hand, die bewies, daß er in ihm nicht jenen Herrn wiedcr- erkannte, dessen Anblick seine Frau so sehr bewegt. Die nächste Progranrm-Nuinmcr brachte indianische Spiele. Sic schienen de» Grafen zu interessieren, denn er stand auf und trat zur Logenbrüstung vor. Die Artistin, bunt gekleidet und kokett frisiert, zeigte die bekannten Künste. Sic schoß ihrem Partner Eierschalen ans der Hand, traf in allen möglichen Stellungen kleine Ziele und warf Messer nach ihm, die haarscharf an seinem Kopfe vorbcisausten und sich in einen dahinter befindlichen Holz- pfnhl bohrten. Den Clou der Nummer bildete das Schießen nach jonglierten Glaskugeln mit einem Flobcrt-Gcwchr. Als sich der Vorhang senkte, applaudierte das Publikum stürmisch. Eampobello bemerkte bloß: Recht brav. Aber nichts Besonderes. Erlauben Sie, wandte der Hauptmann ein, diese Leistung ist doch keine gewöhnliche. Ich bewundere die Trcff- sichcrheit dicscs Mädchens. Der Graf lachte. Da sollten Sie einmal nicine Frau schießen sehen! Die trifft jede Fliege an der Wand. Da muß sich die Gräfin wohl von Jugend auf im Schießen geübt haben, niengtc sich Cartelane ins Gespräch. Hat sie auch. Eine ihrer Passionen, die sie noch immer nicht nufgibt. DaS heißt in den letzten Monaten, seit dem sic leidend ist, schießt sic weniger. Als wir nach Wien kamen, mußte ich ihr eine eigene Schießhalle einrichten, in der sic täglich einige Stunden verbrachte. Das muß einen schönen Lärm in Ihrer Wohnung geben! Ivarf Doktor Mariens ein. Ach nein, meine Frau schießt mit Pistolen und Gewehren eines amerikanischen Systems. Komprimierte Lust ersetzt das Pulver, und so ist nicht mehr als ein leises Zischen zu hören. (Fortsetzung folgt.)' Gedenktage. 7. Juni. 1850 Karl Rottmann, Landschaftsmaler, f. — 1855 Ludwig Ganghofer, geh. — 1883 Prinz Eitel-Fried- rich von Preußen geb. — 1891 Oskar v. Nedwitz f. — 1883 Pros. Erdmann Enke t. Marktbericht. »rantturter Seirci&cmartt. Montag den G. Juli 1014 Wetzen, hiesiger »uv Wetterauer Mark 00,CO — 00,00, aus Lea, Lande adgeholt Mk. 00,00—00,00, kurheistcher Mt. 00,00 - 00,00. Manitoba Mk. 22,25-22,00 Amerikaner Nedwinter Alk. 00,00-00,00, Kansas Mk. 22,50,-23,00 russischer Nikolajess MI. 21,75-22,25, Saxonska Mk. 21.50-22,«,. lllka Mk. 2,.75-22,25 Azima Mk. 21,75-22,00, La Plata Mk. 22.00- 22,50. rumänischer Mk. 22,50-23.00, Walla Walia Mk. 00,00 - 00,00 Roggen: hiesiger Mk. 00.00-00,00, auf d. Land abaehot, Alk. 00,00 -00,00, rusi. Mk. I«,00—18,25, Amerikaner. MI. 00,00—00,00, rumänischer 00,00—00,03. (Seifte: hiesige. Mk. CO,'0-03,00, Pfälzer Mk. 00,00-00,00. fränkische Mk. 110.00- 03,00, Rtedgerste Mk. 00,00 — 00,00, ungarische Akk. 00.00 -00,00, Futtcrgerstc Akk. 00.00-00,00. Haler: hiesiger». Weikcrauer Aik. 18.50—19,50. kurhessischer Mk. 18,50—19,50 bayerischer Ml. 18,75—19,75, La Plata Mk. 17,50—18,25, rus. sischcrMk. 18,50—19.75. MarsMiredMk.00.00-00,00,Do,rauniais 'ML 10,40—15,00, La Plaka Mk. 15,50—15.75. Odesia Mk. 00,00- 00,00 russisch. M. 00,00—00,00, Cincandin Akk. 18,00—18,25. Wcicen mehl: hiesiges Nr. 0 Mk. 30,50-30.75, iüd- deukschcs Akk. 00,00 — 00,00, Nr. I MI. 28,50—28,75, süddeutsches Akk. 00,90—00,00, Nr. III Mk. 25,50—25,75, süddeukschcs Mk. 00,00-00,00, Nr. IV Mk. 21.50-22,00, süddeutsches Mk. 00,00- 00.0« Roggenmehl: hiesiges Nr.OMk. 25,25 - 25,50, Nr.OI Mi. 24,25—24,50, 'Nr. k Mk. 23,25—23,50. Futtciartikel Wcizenjchalen 10,75-11.00, Wetzenkieie Mk. 10,5010,75, Roggenktere Mk. 11.75 —12,00 A-c'zeu-Futtermehl Mk. 13,00—13,50, Biertreber aetrockn. Mk. 12,50 >2,75 'Mal,keime Akk. 10,25-10,50, Rapskuchen Akk. 13.50-13.75 Palmkuchen Mk. 13,25-13,50, Futtergerstc Mk. 14.50 —14.00 Ma rk t v er la uf. Hiesiges Brotgetreide war ani heutigen Markt nicht mehr angeboten. Die notierten Preise sind nominell. Hafer ist sehr fest und stark gefragt. Mehl ruhig. Futterartikel stetig. Amtliche Notierung der Frankfurter Nietz- marktpreise vom 6. Juli. Zum Verlauf ltanden: 1090 Rinder, oarunter 427 Ochsen 44 Bullen, 019 Färse» und Kühe, 270 Kälber, 116 Echase. 2624 Schweine. Preise sur 1 Zentner Lebendgewicht I. Rinder: A. Ochsen: »> 1. oollNeisch. ausaemästete höchsten Echlachtwerts, 4—7 Jahre alt 2. Die noch nicht gezogen haben tungejochte) ....... dl lunge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäsiete . , . , cl mäßig genährte junge, gut genährte ältere B. Bullen: a) oolltleilchige, ausgemästete höchsten Schlachtwert«........ bl vollslccichiae. sllnger« , , , , . c) mäßig genährte, sung« und gut genährte älter« 6. Färsen und Kühe: a) vollslcischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts..... dl vollslcischwe, ausgemästete Kühr höchsten Schlachtwerls bis zu 7 I. c> 1. we,rig gut entwickelte Färsen 2. ältere ausgemästete Kühe . . ckl mäßig genährte Kühe und Färsen e> gering genährte Kühe und Färsen 0. Erring genährtes Jungvieh lFresfer) 48-53 43-47 38—43 46-49 41—45 44—49 41—46 38—43 36-40 29—34 20-25 II. Kälber: Doppellender, teinste Mast. , , , teinste Mastkälber...... mittlere Malt- und beste Sangkälber d) geringere Mast- linb gute Saugkälber, d) geringere Saugkälber III. Schaf«; ,) Weidemastschase:..... b) Akantammer und Masihammel . c> geringere Masthammel und Schafe dl mäßig genährte Hammel u. Schafe (Merzschcifrl ..... , . 00-00 54—58 60—54 44-48 42 LY. Fettschwetn«: Lebendgewicht...... . dl pollsleochtae Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht «1 fleischige Schweine l) Sauen........... 46-48,5 40—48,5 40 - 48,5 Schlachtgewicht 85-90 78-85 70—73 76—81 71—78 79—88 76-83 73—83 67—74 58—68 46—57 00-00 90-93 85-92 75-81 82 56-58 56-58 60-62 Marktverlauf. Am Rindcrmarkk ziemlich reger Handel und voraussichtlich ciwaS Uebcrstand. Kälber und Schafe wreden bei ruhigem Geschäftsgang ausvcrkauft. Der Schwcinemarkt verlies mäßig rege und wird nahezu ausver- kauft. Epielplan des Eroßh. Kurtheatrrs Bod.Ranhei». Dienstag, den 7. Juli (Gieß. Stadttheater): „Wir ei«st btt Posse mit Gesang in 4 Bildern von Verna»« «sd> Schänzer. Mittwoch, den 8. Juli: „Eine Frau ohne Bcbentimg", Schauspiel in 4 Akten von Oskar Wilde. Freitag, den 16. Juli: „Wie einst in, Mai". Posic mit Erlang >n 4 Bildern von Bernauer !,nd Schänzer. Sarnstag, den II. Juli (Homburg v. d. H): „Bruderlein fein". Operette in 1 Akt von Leo Fall. — „Die schöne Eala- ihce". Oper in 1 Akt von Franz v. Luppe. .Kursbericht vom 6. Juli 1914 der Nliltetdenllltie» Ereditkank Altcenlapital «. Reserven M. 79969 096 gegründet 1858. Franlsurler Börse. 4°/» Reichsanleihe 99.—"/» 3'/-",'- „ 86.35 „ 3°/» „ 76.85 „ 3'/-°/« Preuß. Consols 86.30 „ 3°,» .. .. 7BM .. 4"/ 0 Kesten —.— „ 3>/»•/» „ 85.- „ 3"/» .. 74.10 „ l“/io°/o Eriechen v. 1890 —.— „ lV«"/o Monopol-Eriech. —.— „ 4‘/»*/o „ Silberrente 83.60 „ 4% Oesterr, Eoldrente 85.10 „ 3 „ Portugiesen Serie I 63.20 3 „ „ „ III 66.10 „ 4'/-"/» Rüsten v. 1905 88.35 „ 4% „ „ 1902 89.70 „ 4% Administr. Türken 75.50 „ 47» Türken von 1903 —.— Türkenlose M. 161.60 „ 47» Ungar. Eoldrente 80.80 „ 4 „ „ Kronenrente 79.40 3-/,7»Buen.°Air.Pr.Anl. 63.70 „ 47»°/» Chinesen —.— „ 4*/i°/o Japaner 92.50 37» Siiber-Mexilaner 47.30 47.7» Mcx. Irrig. Anl. 69.35 .. Berliner Handels Ant. 148.87 „ Darmstädt. Bank „ 114.75 „ Deutsche Ban! .. 234.50 ,. Deutsch-Asiatisch Bank 120.— Diskonto Komm. Ant., 182.75°/» Dresdener Bank Akt. 147.— Mitleid. Ereditb. Akt. 115.30 „ Oesi. Creditanst. Akt. 187.75 , BochumerEuhstahl 221.— „ Buderus E.-W. Akt. 104.30 „ Dcuksch Luxemburg 127.50 „ Eschwciler Bergw. 226.90 „ Eetjenlirch. Bergw. 183.12 „ Harpener Bergbau 177.25 Phönix Bergbau 235.75 „ Laurahlltle —.— Griesheim Elektron 213.75 „ Höchst. Farbwerke 458.50 „ Holzverlohtungs-Jnd. 285.— Rütgerswcrke 188.60 Ehe,». Fabr. Albert 398.— AUg. Elektr. ©ei. Akt. 242.12 „ Deutsch-Uebersee E. (6. 164.— Schuck.Eleltr. Ees. Alt. 143.— „ Siemens u. Halste 211.37 , Steaua Romana 145.50 Zellstoff Waldhof 171.50 . Hambg. Amt. Pakelf. —.— , Nordd. Lloyd 110.12 , Oesterr. Etaatsbahn 144.87 „ Lombarden 16.63 „ Baltimore u. Ohio Akt. 90.50 „ Privatdistont 2.25 „ Tendenz: behauptet. Berliner Börse. Türkenlose M. 160.50 Baltimore u. Ohio Akt. 90.75 ,, Canada Pacific Alt. —.— „ PrinceHcnriE.B. Alt. —.— Sch-ntung E. B. Akt. 129.50 .. Berliner Handels Ant. 149,50 „ Deutsche Bank Akt. 234.75 „ Disk. Kommandit Ant. 183.— „ Dresdener Bank Alt. 147.25 „ Pet,Int,Handetsb,'Akt. 149,50 „ Rust.Banks,a.Hand.A. 150.37 „ Allg.EIel.tSesellsch.Akt. —„ London Atchrson Topeka Doll. 101.50 Southern Pacific „ 99.63 Chicago Rock Ist. „ 1.50 M>st,Kans,u,Tex.R. „ 17.25 Union Pacific „ 159.25 U.S.Steel Common,, 63.12 Deutsch-Luxcmb.B.Akt. 127.83 „ Dtich-uber,ee C.E.'Akt. — EelsenlirchenBgw.Akt. 182.25 „ Harpener Bergbau Akt. —.— „ Hohenlohewcrke Akt. 105.25 . Laurabiittc Akt. —.— . Oderschlesicr E. Akt. —.— Phönix Bergbau Akt. 235.50 ,. Rombacher Hütte Akt. 151.25 „ Siemens u. Halskc Akt. 211.30 „ Privatdiskont 22!5 Tendenz: behauptet. Börse. , Amalgamat.Copp.Doll. 72.— Charteret, Company Lstr. 0.87 Eastrand Proprietary „ 1.68 Eoldfields „ 2.31 Rand Mines „ 6.09 De Beers Consolid. „ 16.87 Depositenkaste Friedkerg i. H. empfiehlt sich zur Vermitdung aller bankmÜNBigen Geschäfte. An- und Verlaus von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung lausender Rechnungen und prooisionssrerer Schrck-Conti. Umwcchslung von Coupons und Sotten, Annahme von offenen und verschlossenen Depots. Entgegennahme vcrzinsticher Spar-Einlagen. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto HirscheL, Fricdberg) für den lokalen und unterhaltenden Tckl: Bernhard Lenz, Fricdberg: für den Anzeigenteil: Kars S ch in i d t, Fricdberg. Drink und Verlag der „Neuen TageS« zcitnng". A.-G., Fricdberg i. H. >». i; ; Absätze Csontinemtal. Hüten Sio sich vor Nachahmungen! Ein bewahrtes Rezept gegen schnelles Ermüden ist das Tragen von Continental-Absätzen. Sie ermöglichen einen leichten, elastischen Gang, der den Körper nicht ermüdet und nicht erschüttert. Verlangen Sie aber ausdrücklich von Ihrem Schuhmacher Aschen Leichtsteine im Format der rheinischen Schwemmsteine. Auskunft über Preis usw. aus der Grube Ludwigs- fjonmm.i in Wölfersheim oder durch Großh. Bcrgwcrksdircttio» Fricdberg i. Telefon 11. Schönste tu größte Auswahl in Bürsten, Pinsel, Fensterleder, Scheuer- und Toilcttenartitel BrililllMu ii. 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