Wimmer 155 7. Yak)rfta»rg Wontag, den 6. Juli 1914 -- tut 6«];r8(*itun8 , ‘ cricheint jelcn Werktag. Rrgelmähige Beilagen „Der t>a»rr aus Hessen", „Die Spinnssolle". Hejugaprei«: Bei den Postanstalten rneileliährNch Mk. l,05 - f cnten monatlich so Psg. Hinzu teilt Postgebühr ober Teägeelohn. Anzeigen: Erundzeile 2» Psg., lolale 15 Psg, Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben Ersüllungsort Friedberg. Schrifileitnng und Verlag Friedberg lS-sten). Hanauerstrahe 12. Ferniprecher 4S. Posticheck-Lonto Sir. 4859, «Imt Frankfurt a. SOI. Uebersicht. — lieber die Stadt Graz und Umgebung ist gestern ein I.bwcrcs Unwetter »iedergcgangcn, das von einem gewal- tistru Hagelschlage begleitet war. Der herrschende Orkan cnlwiirzclte viele Bäunic und deckte viele Häuser ab. — Gestern sind über ganz Italien furchtbare Gcwittcr- siiirme nikdergcgangen, die zum Teil recht schweren Schaden enrichtcten. In Grbo wurden drei Personen vom Blitz gc- trossen und getötet. In Venedig schlug der Blitz in eine Gon- drl ei», die sofort sank. Mehrere Personen fanden hierbei ihren Tod. — Der Amsterdamer Abendzug, der die Reisenden zum Dampfer nach Harvich fuhren sollte, übcrranntc gestern in Hoek van Holland beim Einlaufen in bcu Bahnhof infolge Versagens der Bremse den Brcllbock und rannte in de» Schal- tcrraum. Zwei Beamte wurden schwer und drei leichter verletzt. Die Passagiere kamen mit leichten Verletzungen davcn. — In Lodz steht ein Monstrcprozeh gegen 53 Rcvolutio- närc bevor. Tie Angeklagten gehören der terristischen Organisation „revolutionäre Rächer" an. Sie hatten seinerzeit zahlreiche Morde verübt und die Einwohnerschaft von Lodz und Umgegend terrorisiert. 169 Zeugen sind geladen worden. Tic Anklageschrift umfaßt 120 Seiten. — In Genua hat sich gestern eine furchtbare Dynamit- explosiv:: ereignet. 1 Kind wurde getötet und 5 Personen schwer verletzt. Nähere Einzelheiten und die Ursache der Explosion stehen noch ouS. — Wie die „Daily Mail" ans Konstantinvpcl meldet, wird der türkisckxe Kronprinz Jussnf Jzzedin den großen Herbstmanövern der deutschen Armee beiwohnen. Der türkische Thronfolger soll die Einladung durch einen eigenhän- digen Brief Kaiser Wilhelms erhalten haben. — Die Malissoren haben an, vergangenen Donnerstag den Aufständischen eine schwere Niederlage bcigcbracht. Die Rebellen verloren 60 Tote und über 100 Gefangene. — Ter Fürst von Albanien ist seit einigen Tagen wieder zuversilbtlickfcr Stimmung. Er inspiziert die Truppen, läßt sich die Freiwilligen vorstellen und besucht täglich die in den provisorischen Lazaretten untcrgekrachten Verwundeten aus drn letzten Kämpfen. — Rach Schluß eines radikalen Meetings in Barzelona, wollten die Radikalen Manifestationen gegen Maura veranstalten. Als die Polizei sie hieran hindern wollte, kam cs zu einem ernsten Handgemenge zwischen Maniscstanten und Polizisten. Mehrere Demonstranten wurden verletzt. Eine ganze Anzahl von Verhaftungen wurde vorgenommen. — Zwischen Syndikalisten und Sozialisten kam es in der Mincnstadt Butte (Montana) zu einem hcstigen Kampf. Ter sozialistische Bürgermeister der Stadt erhielt einen Messerstich und liegt tödlich verletzt darnieder. — Nach in Mexiko vorliegenden Privatmeldungen ans Mexiko soll Pedro Lascurer z»i» Präsidenten Mexikos bei )en gestrigen Wahlen gewählt worden sein. — General Huerta wird zunächst seine alte Stellung als Ehcs des Generalstabcs wieder cinnehmen. Er wird einen Dotschnsterposten, wahrscheinlich den in Paris, erhalten. Viel;- nnd Fieischpreise. Das Engros-Flcischvcrsand-Gcschäst I. A. Partenhcinier ocrsendet ein Preisverzeichnis seiner Waren, dem wir folgenden „Bericht über die Marktlage" entnehmen: „Seit 18 Jahren ist Fleisch »nd Fett nicht so niedrig im Preise gewesen wie jetzt. Ter Grund dafür ist die reichliche Produktion. Die Anstrengungen, welche seit Jahren gemacht worden sind, den deutsche» Markt mit dentschcin Bich zu versorgen, sind nicht ohne Erfolg geblieben. Ueberall in Tcutschland hat jeder kleine Fleischer meistens mehr Fett auf Lager als im Vorjahre. Ferner wirrt aus die niedrigen Preise der geringe Konsum, der seit einem Jahre bedeutend xurückgcgangen ist. Industrie, Handel und Baugewerbe haben seit 18 Jahre» solche schlechte Zeiten nicht gesehen. Nicht recht verständlich ist es für viele Käufer, die Schnralz beziehen, daß hierfür die Preise immer noch hoch sind, trotzdem sie für lebende S.lorcine um etwa 20 Jl per 100 Pfund gefallen sind. S^c meinen, nun müßte Schmalz auch 20 M billiger sein. Schweb; ist vom amerikanischen Marti abhängig. Wenn auch der Absatz i» onicrikanischem Schnralz nachgelassen l al. je besteht !tz:r Anrcrikancr doch ans festen Preisen und r ichtct frT) nicht nach den deutschen Prciren. Er weiß, daß r :r s. irr Schmalz brauchen, wenn er auch zeitweise Sch':>:lz r.nf Lager nimmt. DaS nötige Kapital ist ja nrlen. Bei diesen niedrigen Vichprciscn kann der Mäsrer nicht bestehen und der Landwirt nichts verdienen. Z >e Folge davon ist, der Diebbestand wird verringert, und in ganz kurzer Zeit haben wir höhere Preise zu erwarten. In den Monaten Juli bis Oktober wird doppelt soviel Speck lonsumicrt, als in der übrigen Zeit. Wenn zur Sommerzeit frisches Fleisch dem Lciderben ansgesctzt ist. dann gewinnt der Konsuni in Speck, Schinken und harter Wurst. Wer für den Herbst seinen Bedarf noch nicht gedeckt hat, benutze die billigen Preise. Im Einkauf liegt der Verdienst. Don einer Flcischnot kann keine Rede sein, im Gegenteil, wir haben Fleisch !m llcberflnß." Wohlgemerkt, dieser Bericht kommt nicht etwa von agrarischer Seite, sondern von einer Händlcrfirma. Besonderes Interesse verdient dabei noch die Bemerkung über den Schmalzpreis: Denn sic zeigt, daß eine größere Einfuhr durchaus nicht inimer zur Verbilligung einer Ware zu führen braucht, sondern recht gut auch die Folge haben kann, ihren Preis höher zu halten, als cs der einheimischen Produktion entspricht. Warnung vor Gnlchränknng dcr Wehriichj. Der LandwirtschaftSministcr hat, wie eine Nachrichtenstelle erfährt, den Nachgeordneten Behörden folgende Dcr- fügnngen zugehen lassen: „In der Presse sind in der letzten Zeit lebhafte Klagen über den erheblichen Rückgang der Schwcincprcise geäußert, und es ist hierbei mehrfach der Ansicht Ausdruck gegeben worden, daß der gegenwärtige Preisstand dem Viehhaltcr keinen hinreichenden Ersatz für den mit der Erzeugung von marktreiscm Schlachtvieh verbundene» Aufwand gewähre. Derartigen Erwägungen mag eine gewisse Berechtigung nicht abzusprcchcn sein. Ich würde es aber im Interesse der Sicherstellung der Volksernährung als auch im Interesse der Landwirtschaft für be- dcnklich halten, wenn solche Erwägungen dazu beitragen sollten, daß die Landwirte die Viehzucht und die Viehhaltung erheblich einschränkcn. Denn es müßte alsdann - in absehbarer Zeit ein Mangel an Schlachtvieh und in dessen Folge eine im Allgemeininteresse unerwünschte Teuerung cintretcn, die nur einem Teil der Viehhaltcr - die Möglichkeit eröffnen würde, sich für frühere Verluste schadlos zu halten. Es erscheint mir deshalb crwünlcht, daß die Landwirte aus diese Gefahr in geeigneter Weise unter besonderer Betonung der Unwirtschaftlichkeit einer weitgehenden Einschränkung der Schweinehaltung hinge- wiesen werden. Wenn sich die Schwankungen in den Viehprcisen auch nicht ganz beseitigen lassen, so kann doch eine frühzeitige und richtige Aufklärung der Landwirte zur Abschwächung dieser Schwankungen beitragen, insbesondere, wenn gleichzeitig durch geeignete sonstige Maßnahmen versucht wird, die Produktion bei der Viehhaltung nicht zu sehr den jeweiligen Ernteerträgen, sondern gleichblcibcndcr den Durchschnittserträgen anzu- passen." Freilich wird es nötig sein, durch „geeignete sonstige Maßnahmen" bald eine bessere Organisation des Fleisch- marktes hcrbcizuführen; andernfalls wird cs schwer niöglich sein, die seit langem beobachtete Wellenbewegung von Ueber- flnß und von Knappheit an Vieh in die wünschenswerte Stetigkeit der Viehvcrsorgung umzuwandeln. Iltber die Ausbreitung der Maul- n.Klauenienche im deutschen Reiche ist nach dem soeben erschienen amtlichen Bericht wieder scstznslcllcri. Ende Mai waren 172 Kreise, -177 Gemeinden mit 1123 Gehöften als verseucht gemldet, während der letzte Ausweis ein Anwachsen dieser Zahl auf 223 Kreise, 686 Genicindcn und 1615 Gehöfte angibt. Nen wurden von der Seuche nicht weniger als 318 Gemeinden und 913 Gehöfte betroffen. Gegen Ende April wurden nur 68 Kreise, 182 Gemeinden und 290 Gehöfte als verseucht gemeldet. Zurzeit ist die Zahl der verseuchten Gehöfte des Bezirkes Maricnwerdcr (268) allein säst so groß wie die Zahl der verseuchten Gehöfte im ganzen deutschen Reich gegen Ende April. Nächst diesen! Bezirk ist der Bezirk Danzig mit 221 verseuchten Gehöften in 77 Gemeinden und 1 Kreisen am stärksten von der Maul- und Klaucnseuchc betroffen. Es folgen dann die Bezirke Magdeburg mit 130 und Potsdam mit 129 Gehöften. In den Bezirken Danzig und Marienwerder ist die Seuche in letzter Zeit besonders stark ausgetreten, da 151 bezw. 133 Gehöfte nen verseucht wurden; im Bezirk Magdeburg 76. Ter Stadtkreis Berlin zeigt 11 verseuchte Gehöfte, davon 1 neu. Seuchenfrci sind zurzeit in Preußen überhaupt nur die Bezirke Stettin, Stralsund, Erfurt, Osnabrück. Anrich, Wiesbaden, Trier und Signiarin- gen. Im übrigen ist in Rheinhcsscn (111 verseuchte Ge- höftc) die Scnche besonders stark in letzter Zeit ausgetreten, da nicht weniger als 98 Gcböfte neu verseucht wurden. In Bayern ist die Pfalz und Oberp/alz unvcrsencht, während ganz Sachsen (38 Gehöfte) versestcht ist. In Württemberg ist der Neckarkrcis und Donankrcis, in Baden Konstanz und Mannhein: seuchenfrci, nnd in Hessen Starkcnbnrg. Erfreulicherweise hat die Seuche in Elsaß-Lothringen, das noch Anfang April mit 78 Gehöften verhältnismäßig stark verseucht war, wesentlich abgcnommcn. Oberclsaß ist scuchcn- frei, und im übrigen sind nnr 9 Gehöfte verseucht. Ter Stand der Schwcincseuche nnd Schweinevcst,zeigt leider auch keine wesentliche Abnahnie. Es sind immer noch 512 Gchöste in 1822 Gemeinden und 185 Kreisen verseucht. Neu hinzngctrctcn sind 199 Gemeinden und 801 Gehöfte. Am 31. Mai wurden als verseucht 501 Kreise, 1931 Gcmci». den »nd 2950 Gchöste gemeldet. Inr Ermordung des öllerrcichil cheii Ehronfolgerpoarcs. Ein Manifest Kaiser Franz Josefs. Kaiser Franz Joses hat am Samstag solgcndcs Manifest erlassen: Lieber Traf Stinglh Tics erschüttert stehe ich unter dem Eindruck der un seligen Tat. die ineinen innig geliebten Neffen mitten aus ernsthafter Pslichtersüllung an der Seile seiner hochherzigen in der Stunde der Gefahr treu bei ihm ausharrendcn Gc- mahlin dahingcrafft und Nlich und mein Haus ln Trauer versetzt hat. Wenn mir in diesem herben Leid ciu Trost werden kann, so sind es die ungezählten Beweise warmer Zuneigung und aufrichtigen Mitgefühls, die mir in den eben verflossenen Tagen aus allen Kreisen der Bevölkerung zugelomincn sind. Eine verbrecherische Hand hat schntzbe- dürsiige, dem Zarten Alter kaum entwachsene Kinder alles dessen, was ihnen aus Erden teuer war, beraubt und na. menloses Weh aus ihr unschuldiges Haupt gehaust Der Wahnsinn einer Schar Irregeleiteter vermag jedoch nicht, die geheiligten Banden zu zerstören, die mich und meine Völker umschlingen. Er reicht nie heran an die Gefühle inniger Liebe, die mir und dem angestammten Herrscherhanse aus allen Teilen der Monarchie in so rührender Weise lundgc. geben wurden. Sechseinhalb Jahrzehnte habe ich mit meinen Völkern Leid »nd Freude geteilt, auch in den schwersten Stunden stetig eingedenk meinen erhabenen Pslichtcn der Veraniworlung sür die Geschicke von Millionen, über die ich dem Allmächtigen Rcchcnschast schulde. Die neue schmerzliche Prüfung, die Gottes uncrsorschlichcr Ratschluh übe: mich und die Meinen verhäng« hat wird mich in dem Vor- satz stärken, aus dem als recht erkannten Wege bis zum letz ten Atemzuge auszuharrcn zum Wohle meiner Böller. Wenn ich dereinst das Unterpfand ihrer Liebe als Vermächtnis nicincm Nachfolger überlasse» kann, so wird dies der höchste Lohn meiner Fürsorge sein. Ich beaustrage Sie, Allen, die sich in diesen kummervollen Tagen in bewahrter Treue und Ergebenheit un: meinen Thron geschart haben, meinen tiescmpsundcnci: Dank kund zu tun. Wien, den j. Juli 1911. Franz Josef. Außerdem hat Kaiser Franz Josef auch einen Armee- und Flottcnbcfehl erlassen, indem er die militärischen hohen Verdienste des ermordeten Thronfolgers würdigt, nnd der mit einem warn:e:i, hochherzigen Appell an die unerschütterliche Treue der Wehrmacht Oesterreich-Ungarns schlicht. Bevorstehende Auslösung des bosnischen Landtags. Die „Köln. Ztg." meldet aus Sarajewo: Der Landcschef General Poliercck, hatte eine Besprechung mit seinem Stellvertreter, Dr. Manditsch, und den: serbischen Abgeordneten Joj- kitsch, deren Gegenstand die weitere Tätigkeit des Landtages bildete. Jojkitsch führte Klage darüber, dah keine Maßnahmen zum Schutze der serbischen Bevölkerung getroffen wurden. An 1000 Eeschüfte nnd Wohnungen seien verwüstet worden, wo durch ein Schaden von 12 Millionen verursacht worden sei. dessen Ersatz Jojkitsch von der Regierung forderte. Er erklärte, die Serben könnten die Regierung weiter nicht mehr unterstütze», weshalb sic die Schliehung des Landtages vorschlllgen. da tu ihm ohnehin Sturmjzcncn unvermeidlich wäre». Man glaubt, dah die Regierung den Landtag auflöse» wird. Eine patriotische Demonstration. Gestern vornüttag fand in der Fcsthallc des Rathauses in Wien eine vom katholische» Volksverein anberaumte Per saunnlung statt, um die durch den Tod des Erzherzogs Thronfolger Franz Ferdinand geschasfcnc politische Lage zu erörtern. Es sprachen mehrere Redner, darunter der Erzgraf Kraus mannsdors, die sämtlich den Zusammenschluß aller dynastischen und reichstreuen Elemente sorderlen. Mit Rücksicht auf die Gefahr, in der sich die Monarchie durch das an den Grenzen immer bedrohlichere Austrclen des Slawentums befinde. In dreien: Sinne wurde auch eine Resolution angcnomnien. Rach Schluß der Bcrsanimlung bildete sich ein Dcmonstrationszug. der sich zum Dcutschmeisterdenknial begab, und dort patriotische Kundgebungen veranstaltete, die von der Polizei getroffenen Vorkehrungen vor der serbischen Gcsandtschast erwiesen sich al» uberslustig, da sich in der Paulanergasic, der Strohe des serbischen Gcsandtschastsgcbäudes, keinerlei Zwischenfälle ereigneten. Albanien. :: Bib Doda in Dnrazzo. Prcnk Bib Doda ist in Dnrazzo cingctrossen, um dem Fürste:: sein Vorgehen den Rebellen gegenüber zu rcchtsertigeu. Gleichfalls ist der Malisiorenfüh- rcr Beiran: Curi aus Coffooo in Dnrazzo eingetroffen, um dem Fürsten seine Dienste zur Verfügung zu stellen. — Aus Skutari wird genicidct» dah 1009 Malissoren nach Alefsio marschieren, um von dort aus gegen die Rebellen zu ziehen. Aus den Stänrmen der Eastroti nnd aus Skutari werden 800 Mo»'' unter cincue Führern in den Kamps ziehen. die kick: nickst Rr. 155 Seite L Reu« Lageszettung. wionrag, den «. J»li 191 gendes: 1) Lautenschlaeger auf Mercedes in 7 Stunden 8 Minuten 18% Sekunden, 2) Wagner auf Mercedes in 7 Stunden 6 Minutne 54% Sekunden, 3) Salzer auf Mercedes in 7 Stunden 13 Minuten 9 Sekunden, 4) Gaux aus Peugeot in 7 Stunden 20 Minuten 40 Sekunden. :: Ein selbständiges FranzösischZentralnfrika. Wie der Matin" erfahrt, beschäftigt sich das französische Kolonial- ministerinm augenblicklich mit einem außerordentlich inter- cssanten Projekt, nämlich die Einsetzung einer unabhängigen Negierung in Französisch-Zentralafrika. Es ist beabsichtigt, die Provinzen Borku und Tibesti von dem südlichen Teil der französischen Besitzungen abzutrcnnen und ihnen eine eigene Verwaltung zu geben. Die Grenzen dieser Provinzen werden bis über Bilnia hinaus verlängert werden, sodaß das neugeschaffene Reich sich im Norden bis an die Wüste, im Süden bis zum Tschadsee ausdehnen wird. Die Regierung Zentralafrikas soll vollkommene finanzielle und ökonomische Autonomie erhalten und dem Kommando eines Militär- gouverncurs unterstehen. England. :: Mnniscftatioiien der Illsllrleute. Gestern nachmittag fand in einem südlichen Vororte Londons eine Riesenmani- festation der lllsterleute statt, an der über 10000 Personen teilnahmen. Es fiel besonders auf, daß ein großer Teil der Teilnehmer an dem Meeting bewaffnet war. Sie Carson hielt eine längere Rede, in der er bei jeder scharfen Wendung gegen die Regierung begeistert applaudiert wurde. Carson hatte seine Leibgarde zur Verfügung, die aus uniformierten Ulsterfreiwilligen bestand. :: Dcr Streik im Arsenal von Woolwich. Im Arsenal von Woolwich ist gestern ein Streik ausgebrochen, der sich im Laufe des Tages auf alle Abteilungen ausbreitete. Ein Arbeiter hatte sich geweigert, eine Maschine zu montieren, deren Unterbau von Nichtorganisierten Arbeitern gemauert war. Als er entlassen wurde, legten 8000 Arsenal-Arbeiter die Arbeit nieder und verließen die Fabriken. Fast alle Mitglieder des Verbandes dcr Maschinisten und der Angestellten der Lafcttenabteilung befinden sich im Streik. Die Lafetten- abteilung, das Laboratorium und die Geschiitzabteilung. mußten geschlossen werden. Freiwilligen-Eorps in Albanien. Zn einem Telegramm aus Durazzo meldet der „Matin": Die Regierung hat vorgestern die für die Absendung von Freiwilligen verlangte a conto Zahlung abgeschickt. Immerhin sangen die Malifforen an, ihre Posten zu verlassen, da sie anscheinend der Sache des Fürsten überdrüssig sind. Eines humoristischen Beigeschmacks entbehrt nicht die Tatsache, daß jm vorgestrigen albanischen Ministerrat vorgeschlagen wurde, ein Korps für Militäraviatiker in Albanien zu schaffen. Dieser Vorschlag wurde jedoch nach längerer Debatte zurückgewiesen. Lustspiel und Drama sind so eng befreundet miteinander, daß n:an nur wenig erstaunt war, als man erfuhr, daß Turkhan Pascha bei seiner Rundreise an die europäischen Höf« den Auftrag erhalte» hat, das Verlangen auszusprechen, das Fürstentum in ein Königreich umzuwandeln. Die internationale Kontrollkommission muß sich noch weiter mit dem Problem besaßen, das durch die neue epirotische Bewegung geschaffen worden ist. — Zwei Individuen sind hier verhaftet worden, als sie Gewehre aufiausten, die die Regierung den Freiwilligen liesert. Die Leute zahlten für jedes Gewehr 2Ü Franken. Etwa 200 Gewehre wurden in ihren Behausungen vorgefunden. :: Reue Hoffnungen des Fürsten Wilhelm. Der „Secolo" meldet aus Durazzo: Die Ankunft der österreichischen Freiwilligen und die Erwartung neuer Ankömmlinge haben die gesunkenen Hosfnungen des Fürsten etwas belebt. Major Kroon hofft, sobald die Freiwilligen die Anzahl von 506 erreicht hätten, einen ersolgreichc» Vorstoß gegen die Aufständischen machen zu können. Leider fehlt er aber auch an Geld, da die Summe, die der internationale Aussichtsausschuß vorigen Monat zur Verfügung stellte, schon erschöpft ist. Dieser Umstand sei umso wichtiger, als verschiedene albanische Rationalisten zu den Aufständischen überzugchen drohten, falls sie kein Geld bekämen, um ihre Truppen zu erhalten. Auf der anderen Seite wird gemeldet, daß die Lage des Fürsten unhaltbar und seine Abdankung täglich zu gewärtigen sei. :: Erfolge der cpirotifchen Bewegung. Aus SUdalbanien treffen Nachrichten ei», denen zufolge die Epiroten Ciarova besetzt haben, und Euritza bedrohen. Es wird jedoch anerkannt, daß die unter Führung ehemaliger griechischer Offiziere stehenden „heiligen Bataillone" in dem von ihnen besetzten Gebiet die Ordnung aufrecht erhalten, und sich keinerlei Ge- walttätigkeiten zu Schulden kommen lassen. In einigen Dörfern wurden allerdings Albanier erschossen. Es geschah aber erst, nachdem schwache epirotische Posten, di- in diesen Dörfern zurückgelassen waren, übersalle» und ermordet worden waren. Bereinigte Staaten. :: Das unzulänglich« Miniftergehalt. Staatssekretär Bryan hat seine Vorlesungstournee zur Erhöhung seiner Einkünfte wieder ausgenommen. Er hielt gestern in Rordkarolina vier Konferenzen ab und bekam für jede 1000 Mark. Dies- neue Art von Vorstellungen hat in gewissen Kreisen eine lebhafte Erregung hcrvorgerusen. Bryan begründete, wie auch schon früher, sein Handeln damit, daß das Gehalt eines Ministers der Bereinigten Staaten durchaus ungenügend sei und daß er sich aus andere Weise Geld verschaffen müsse, um in ehrlicher Form den Rcpräsentationspslichten Nachkommen zu können. Parleiimch richten. Landtagsaügcordnetere Fricdreich t- Heute kom di; Trauerkunde, daß der Landtagsabgeordnetr Ockonomierat Jakob Friedreich zu Großrohrehim im Alter von 53 Jahren, nach längerem Leiden verschieden ist. Der Verstorbene gehörte der Fraktion des Bauernbundes an. Jm Landtag ist er wenig hervorgetreten, was einesteils daran lag, daß er bald nach seiner Wahl von der Krankheit befallen wurde, der er jetzt erlegen ist, andernteils aber auch daran, daß er zwar ein Mann voll innerer Ucberzeugung, aber kein Freund von äußerlichen geräuschvollen Auftreten war. Friedreich war am 12. Februar 1861 zu Nordheim (Kreis Bensheim) geboren und war seit seineni 15. Jahre Landwirt, welchen Beruf er seit 1884 in Großrohrhcim ausübte. Er war Mitglied der Landwirtschaftskammer und seit 1911 Mitglied der zweiten Kammer für den Kreis Gernsheim-Pfungstadt. Ein zu früher Tod machte seiner Laufbahn ein Ende, sein Anden- ken aber wird in Ehren fortbestehen. Bei der Houptwahl im Jahre 1911 erhielt Friedreich 1467, Böhm (natl.) 1223, Preß (freis.) 1010 und ein Sozialdemokrat 2080 Stimmen: bei der Stichwahl mit dein Sozialdemokraten erhielt Friedreich 3359 und der Rote 2932 Stimmen Vereinigte Landwirte. Die Gejchiiftsstnrtden finden morgen (Dienstag) von 2—5 Uhr nachmittags statt und fallen am Freitag, den 19. Juli, ganz aus. Achtung! BWiMg dn VnftWldtt in Gitficn. Das Landwirtschaftliche Institut der Universität Gießen hat unsere Vereinigung zu einer dem Befehl Prcnk Dodas, der seine ganze Autorität cingebußt hat, niitersiellcn wollen. Tngesnbrrllcht. Deutsches Deich. :: Kein Wechsel im haiinoverschc» Obeüpräsidium. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Jii einem Berliner Blatt war die Nachricht von dein bevorstehenden Wechsel im hannovcrschen Oberpräsidium und im Kasseler Regierungs- Präsidium mit dem Bemerken aufrecht erhalten worden, daß dcr Wechsel mit dem 1. Oktober crntietcn solle, und daß der Regierungspräsident von Kassel, Graf Bernstorff, als Ober- Präsident in Hannover in Aussicht genommen worden sei. Noch unseren Erkundigungen ist diese Angabe irrtümlich- Zum 1. Oktober wird kein Wechsel im Oberpräsidiuni von Hannover erfolgen und insbesondere nicht die Versetzung des Grafen von Bernstorff von Kassel nach Haniiover eintreten. :: Oberstlrutiiant von Winterfeid verlaßt Grisolles. Oberstleutnant von Winterfeid hat gestern in Begleitung seiner Gattin Grisolles verlassen, um in Aucumville bei Toulouse Aufenthalt zu nehmen. Vor der Abreise stattete Frau von Winterfeld dem Bürgermeister und zahlreichen Bewohnern von Grisolles Abschiedsbesuche ab, wobei sic sich für die Anteilnahme der Bevölkerung herzlich bedankte. :: Ei» Berliner Wcrbebnreau für Albanien. In der Reichshauptstadt hat sich ein Komitee gebildet, um ausländische ausgediente Soldaten aller Waffengattungen als Frei- willige nach Durazzo zu entsende». Den Vorstand des Komitees bildet dcr Konsul a. D. Richard Wackerow und Hauptmann a. D. Hans Walter. Die Kosten für den Transport der Freiwilligen einschließlich Verpflegung bis Durazzo übernimmt das Komitee und gewährleistet Rücksahrtkostcn. Auf eine telegraphische Anfrage nach Durazzo, daß die Frei- willigen nach Ankunft die weitere Verpflegung seitens der albanischen Negierung verbürgt erhalten müßten, drahtete Ser Flügeladjutatn des Fürsten Ekrcm Bei Libohova aus Enstelnouvo, daß alle weiteren Verhandlungen mit dem albanischen Gesandten in Wien Exzellenz Surcya gepflogen werden möchten. Auf eine an diesen gerichtete Anfrage kam die Nachricht, daß die Freiwilligen nach Ankunft in Durazzo die weitere Verpflegung erhalten würden und daß Kochkessel, Menageschalcn und womöglich auch Zelte erwünscht seien. Rußalnd. :: Die Eholcra und Pest im Gouvernement Astrachan. Fn einem Kreise des Gouvernements Astrachan ist nach dem Bericht eines Landschastsarztes die Cholera ausgetreten. Es ist ein Todesfall verzeichnet worden. An mehreren Orten des Gouvernements verlangt die Lungcnpest weitere Opfer. In Samara und anderen Wolgastädten wurden pestverdächtige Ratten konstatiert, zu deren Vertilgugn bis jetzt keine Maßnahmen getroffen sind. Bei dcr gegenwärtigen hohen Temperatur liegt die dringende Gefahr dcr Verbreitung der Cholera und Pest über ganz Rußland vor. Frankreich. :: Deutscher Sieg im Automobil-Grandprix. Das gestrige Rennen uu, den großen Preis des Autoniobil-Klubs brachte einen grocßn und unbestrittenen Sieg der deuffchen ' MerccdesUxigen. Das Rennen verlief ohne jeden Zwischen- fall. Sailer aus Mercedes, der bis zur sechsten Runde führte, mußte wegen Bruchs einer Bcnzinröhre die Führung vufgeben und bis zur 19. Runde die Führung Boeillot auf Peugeot überlassen. Aber dcr Mcrcedeswagen kam immer weiter auf und bei der neunzehnten, der vorletzten Runde, war Lautenschlaeger nur nach um 1 Minute hinter Boeillot zurück, der in der 20. Runde aufgab. Das Ergebnis war fol- Das grüne Auto. Spionage-Roman von August Weißt. 66 (Fortsetzung). Die Gräfin hatte den Arm des Barons fahren geladen und schritt rasch, säst eilig, aus die Seiteniüre zu. Spohr folgte ihr auf dem Fuße. Als sie den ersten Treppenabsatz erreicht hatte, ivarf Biotetta einen scheuen Blick nach rückwärts. Sie sah, wie der Schatten eines Mannes auf die Glas- tür siel. Violctla stieß einen leisen Schrei aus ruid stürmte die Treppe hinunter. Gleichzeitig hörte man die Türe oben gehen. Der Fremde beugte sich über da? Geländer. Da er Violetta noch auf den letzten Stufen erblickte, eilte * ihr rasch ins Foyer nach. Bleiben Sic bei mir, mir rst ganz schlecht, flüsterte die Eröffn Spohr zn und hängte sich schwer in seinen Arm. Ich will nur den Wagen rufen lassen. Nein, lassen Sie mich nicht allein! Spohr winkte einem Diener und beaustrogtc ihn, den der Gräfin Vorfahren z» lassen. In den Minuten, die vergingen, bis- der Portier mel- daß der Wagen bereit stehe, uuiklammerte Violetta 'n-pchast den Arm SpohrS und starrte unverwandt zu den. v b trat dcr Fremde, dcr dem Paare gefolgt war, e> 1 i -ti zu und sagte mit einer leichten Verbeugung .:>'» -i r in italienischer Sprache: P d-». aber wenn ich nicht irre . . . £.Vt! r f.ins er nicht. Die Gräfin lveir beim ersten Worte aufgeschncllt und ickacke sich, fest aus Spohr gestützt, in ihrer ganzen Größe :us. Alles Blut war aus ihrem Antlitze gewichen. Ihre Stimme klang rauh und heiser, als sie dem Frenl- dcn. ohne ibn anzublickcn. in die Rede fiel: Sie irren bestimmt, mein Herr, ich kenne Sic nicht I Wirflich nicht? gab der Fremde bedeutungsvoll zurück. Nun mengte sich Spohr ins Gespräch: Pardon, Sie hören, die Dame kennt Sie nicht. Ich bitte also, sie nicht weiter zu belästigen! Der Fremde zögerte einen Augenblick mit der Antwort. Er blickte Violetta fest an, gleichsam in der Erwartung, daß sie sprechen werde. . ' Da sie aber schwieg, antwortete er in höflichem Tonet Jede Belästigung liegt mir fern. Ich bitte um Entschuldigung, daß ich gestört habe. Dcr Fremde zog sich mit einer artigen Verbeugung, die wieder nur Spohr galt, zurück und wartete, bis dieser die Gräfin zum Wagen geführt hatte. ^ : : Als der Baron in das Foyer zurückkehrte, trat ihm der Fremde in den Weg. v ^ ’ } Cartclauc, stellte er sich liov . ' Spoh, erwiderte der andere mit einer Verbeugung. Verzeihen Sie nochmals die Störung von vorhin, begann Eartelane in ctivas gebrochenem, aber doch sehr gut verständ- licheni Deutsch. Aber ick, glaubte in der Danie, die Sie zum Wagen geleitet haben, eine alte Bekannte wiederziffiudcu, und wäre Ihne» sehr dankbar, wenn Sic mir sagten, wc? die Dame war. Pardon, ich habe doch den Nckvien richtig verstanden? Eartelane, nicht? Vielleicht Oberleutnant Ernst von Car- tclane? So heiße ich, aber woher wissen Sic das? fragte der Italiener erstaunt. Haben Sie vielleicht der Baronin Stcrnburg vor ungefähr vierzehn Tagen einen Brief geschrieben, worin Sie von Jhreni Freunde Castellmari sprachen? Allerdings, mein Herr, Sie sehen mich überaus verwundert, daß die erste zufällige Wiener Bekanntschaft mir jemand zuführt, dcr meine Briefgeheimnisse kennt. Geben Sic doch dem Herrn lieber Auskunft, wer die Dame war! nnterdracb das Gespräck» ‘SW!-- Martens öer unmittelbar nach dcr Gräfin die Gesellschaft verlassen hatte und über die Hanptreppe ins Foyer geeilt war. Spohr vermittelte die Bekanntschaft der beiden Herren und fuhr dann fort: Sie glauben gar nicht, wie ich den Zufall Preise, der mir Sie in den Weg geführt hat. Sie müssen nämlich wissen, daß wir alle nur den lebhaftesten Wunsch haben. Näheres über jene Frau zu erfahren. ' Da kann ich Ihnen leicht dienen. Ich kenne diese Dame sehr genau. Ist sie vielleicht eine Amrcikanerin namens Gibfon? Sic wurde von einem Minenbefiher dieses Namens vor einigen Jahren adoptiert. Gebürtig ist sie aus Italien und war ehemals Kunstreiterin. Dann, rief Doktor Martens erregt, ist sie vielleicht jene Artistin, zu der Castellmari in Beziehungen stand? Ja, die ist sie. > , So haben wir endlich die bickgesuchtc Mara Cincinnati! Ich halte einen Irrtum meinerseits für ausgeschlossen, Ich habe sie int ersten Augenblicke wicdererkannt, erflärtc Eartelane. i Auch ich, ergänzte Doktor Marten?, könnte sofort einen Eid oblegen, daß sie cs ist. Man muß nur gesehen haben, wie sie erschrak, als sie Herrn von Eartelane erkannte, wie sie fluchtartig das Haus verließ, als sie bemerkte, daß Sie ein Interesse an ihr nahmen! Sie hat sich verändert, nahm Eartelane wieder das Wort. Bor allem das blonde Haar. Ich konnte sie schwarz: lind frischer und schlanker. Aber freilich, cs sind darüber Jahec vergangen. Sic halten einen Irrtum für ausgeschlossen? fragte nun Spohr. Ich habe seinerzeit zu viel mit ihr vcrkeylt, als daß ick mich täusck>en könnte. Also bestimmt Mara Cincinnati? lFortsetzung folgt.) Nr. 133 O Seile 3. BcfichtigimgihrerVersuchsfelder cinflclaben, die wir mit Dank angenommen haben. Die Besichtigung unter sachkundiger Führung soll morgen Dienstag, den Juli, nachmittags slaitsinden. Trefspunkt: 2 Uhr am Bahnhof Gießen. Wir fordern unsere Mitglieder auf, sich recht zahlreich Stl dieser Besichtigung beteiligen zu wollen. Der Vorstand. Beste Verbindung: Schnellzug: ab Frankfurt: 12,50 Uhr, an Friedberg: 1,24 Uhr, in Gießen: 2,01 Uhr. Pcrsonenzug: ab Frankfurt 11,02 Uhr, ab Friedberg: 1210 Uhr. in Gießen: 1,09 Uhr. Aus der Heimat. * Studienreise des Vereins ehemalige« Friedberger Land- wirtjchaftsjchiiler. Am 10/11. Juli findet unter Führung des in unjcrer Heimat im besten Andcnlen stehenden Zuchtinspektors Kreuz- Heidelberg, der stch um die Gründung und das Gedeihen des Lereins unvergeßliche Verdienste erworben hat, eine Studienreise nach Heidelberg statt. Der Vorstand bittet mn recht zahlreiche Beteiligung und ersucht wegen den nötigen Vorbereitungen Anmeldungen zu dieser Reise bis spätestens 8. Juli an den Dorsttzendcn Landtagsabgeordneten Fenchel- Oberhörgern zu senden. * Friedberg, 6. Juli. Anläßlich des 00jährigen Bestehens des Gesangvereins „Konkordia" in Eschersheim, verbunden mit Gesangswcttstreit, hat unser allseits beliebtes Doppelquakte t t unter der Leitung seines bewährten Dirigenten Herrn Seminarlehrcr Kuhn wiederum große Erfolge auszuweisen. So errang cs in der Quartcttklasfe den 1. Preis mit 22814 Punkten, ferner im Ehrcnsingen mit 115 Punkten den 1, Ehrenpreis und im höchsten Ehrensingen mit 107 Punkten den Z. Ehrenpreis des Herrn Protektors Kommerzienrat Kleinschmidt. Zu diesem schönen Erfolg gratulieren wir herz- lichst. ' * R. Fricdbcrg, 6. Juli. Für die gedienten deutschen Artilleristen werden die Tage vom 11—14. Juli unvergeßliche Gedenktage werden. Während dieser Zeit findet nämlich in Bremerhaven ein General-Appell der gesamten deutschen Artillerie statt. Dem Aufrufe, sich an diesem Appell zu beteiligen, folgen auch vom hiesigen Artillerie- und Pionier- Verein 10 Kameraden, welche kon:menden Freitag Nacht mit dem von Frankfurt a. M. abgehendcn Ertrazuge, der um 12 Uhr hier ankommt, nach Bremerhaven fahren loerden. Die Veranstaltungen sind recht großzügige und stehen diese unter - dem Ehrenpräsidium Bürgermeister von Bremen Stadt- l ä n d c r. Seine Exzellenz der General der Artillerie und Inspekteur derFeldartilleric vonGallwitz, Sein« Exzellenz der General der Artillerie und Gcneralinspektcur der Fußartillerie von Lauter. Das Progranim stellt sich solgendernwßen zusammen: Samstag, den 11. Juli, nachmittags: Empfang der Gäste. 6 Uhr: Festessen im „Tivoli" zu Bremerhaven. 9 Uhr: Kommers im „Volksgarten" zu Bremerhaven. Sonntag, den 12. Juli: 6 Uhr morgens: Wecken. 9— 10 Uhr: Abgeordnetentag für den Bezirk des 9. Armeekorps iin „Englischen Hof" zu Lehe. lOYt Uhr: Feld- gottcSdicnst und Parade sArtilleristen-Appell) auf dem Exerzierplatz der Matrosen-Artillerie in Lehe. Ebendort: 2 1 /) Uhr: Fahnenweihe. Daran anschließend: Festzug. Abends 8 Uhr: Ball im „Volksgarten" zu Bremerhaven. Montag, den 13. Juli: Dampferfahrt nach Helgoland. Nachmittags und abends: Konzert im „Volksgarten" zu Bremer- haven. Diesthtag, den 14. Juli: 10 Uhr vormittags: Abgeordnetentag für die Vertreter sämtlicher Artilleristenvereine in der „Strandhalle" zu Bremerhaven. Besichtigung der Werften und des Hafens. Abschiedssck>oppen im „Fischer- hafen-Restaurant" zu Geestemünde. * Friedbcrg, 6. Juli. Die diesjährige Dertrcterver- fammlnng des Kyfshäuscr-Bundes der deutschen Landes- Kriegcrvcrbände findet am Samstag, den 12. und Sonntag, den 13. September, in: Kaisersaale des Burghofes zum Kysshäuser statt. * Friedberq-Fauerbach, 5. Juli. Sei dem gestrigen Verbandsrennen in Eransbcrg i. T. konnte der Radfahrer-Verein »Frisch Au s" von hier im Korsoprcisfahrcn mit einem ersten P.reis ausgezeichnet werden. Ein kräftiges All Heil! den Siegern. * Fricdbcrg-Fanerbach, 6. Juli. Nächsten Sonntag feiert die Gesellschaft „Heiterkeit" im schönen Garten des Herrn Wilh. Herold: Inh. Otto Holler, ihr diesjähriges Sommer- I e st, verbunden mit lüiährigem Bestehen. Konzert und Tanz sowie Dreisschicße» und Preiskegcln u. dgk. mehr werden für Unterhaltung sorgen. Hofsentlich wird, wie in jedem Jahre, Dasselbe von den Einwohnern gut besucht werden. * BadNnuhcim, 6. Juli. Dienstag, den 7. Juli, nachmittags von 4 '/ 2 — 6 Uhr und abends von 8 — 10 Uhr, ist auf der Terrasse Konzert der Kurkopelle. Abends 8 Uhr im KurhauSsaale: Lustiger Abend von Drofefsor Marrell Salzer. * Frankfurt n. M., 6. Juli. Beim Umsetzen eines mit Säure beladenen Güterwagen? stürzte ein Ballon Säure «im und explodierte. Durch die weit umhersprihendcn Flüssigkeitsmcngen wurden Rangiermeister derart schwer an den Beinen und im Gesicht verbrannt, daß sie sofort in das Städtische Krankcnbans geschafft werden mußten . * Frankfurt a. SB?., 6. Juli. Bei einer Motorradfahrt durch den Taunus stürzte der Mechaniker Denk in der Nähe äioltÄ Kreures vom Rade. Er «rh** icbr i-bwere Verlor« Tageszeitung. WtSntai.r»«« Juki illl letzungen, die seine Ueberbringung -in da? Königsteiner — - _ „ r .. . 'i * •• —*!*—* - - * _ Krankenhaus bedingten. Hesse«.NLffüu. ^ , , * Bad Homburg, 0. Juli. In den beiden bedeutendsten Römerkastellen des Taunus, der Saalburg und dem Zugman- tel an der Hühnerstraße bet Idstein hat der Baurat Jacobi- (Hornburg) während der letzten Monate eine Anzahl sehr wichtiger Entdeckungen und Funde gemacht. Es gelang ihm, den Nachweis zu führen, daß da, letzte Saalburgkastcll, wie cs jetzt wieder ausgebaut ist, unter der Regierung des Kaisers Cara- calla (211—217) erstand, vielleicht nach dem glücklichen Feldzüge gegen die Alemannen im Jahre 213. Kulturgeschichtliches Interest- beansprucht ein im Saalburgkastcll gesundcner Mühlenstein mit der hinweisenden Inschrift, daß der Stein einer bcstimniten Korporalschast zum Mehlmachcn zu dienen hatte. Ein tm Zugmantel ausgcgrabcner Mühlstein war noch so gut erhalten, daß er ohne weiteres zu einer Getreidemühle Verwendung finden lonnte. Von erstaunlicher Mannigfaltigkeit ist die Fülle der gemachten Etnzelfunde in beiden Kastei- len. Die Ausgrabungen förderten u. a. zutage: ungezählte terra stgillata, Lcdcrzeuge, tausende von Tongefäßen, Horn- und Holzgegenständc, eiserne und kupferne Werlzeuge, Schmuckstücke, Waffen, Wchrgehänge, ein Sammclfund von 20 verschiedenen Tongcwichten in Kugelform. Fcstclnd ist auch die Zahl der gemachten Münzenfunde. In dem Saalburggebiete grub man 80, im Zugmantcl dagegen 300 Münzen aus Bronze und Silber aus. Die meisten Münzen entstammen der römischen Kaiserzeit von 103—251 n. Ehr. — Ferner stellte man am Limes ein neues Zwischenkastell fest. Im Zugmantelgebiet legte Jacob! 28 Keller und Gruben und sechs neue Brunnen frei. — Die in der großen Halle ausgestellten Wurfmaschincn werden nunmehr genau nach den in Spanien aufgefundenen Wurf- maschinen rekonstruicik. * Bad Homburg v. d. H„ 6. Juli. Nack) den neuesten Dispositionen wird der Kaiser anfangs August in Bad Homburg cinireffen und in dem dortigen Schlosse Wohnung nehnien. Der Anfenlbalt soll sich, wie die Blätter melden, bis zu den Kaisermanövcrn, Ende September, ausdehnen. Die Teilnahme des Kaisers an der alljährlichen Truppenparade ans dem Grcßen Sande und der Besuch dn Edder- talsperre durch den Kaiser wird von Homburg aus erfolgen. — Die Berbereiliingen für das große Kaisermanöver sind bereits in vollem Gange. Sie erstrecken sich namentlich auch auf die möglichst vollkommene Ausbildung im Nachtfelddienst. * jt. Usingen, 6. Juli. Daß den naffauischcn Waterlookrie- gern endlich ebenfalls auf den> berühmten Schlachtfeld ei» Denkmal gesetzt werden soll, hat hier und im ganzen Kreise große» Anklang gefunden. Hier in Usingen befindet sich bereits ein Erinnerungszeichen an die Schlacht: eine Linde, welche alsbald nach derselben gepflanzt wurde. Ihr Standort ist am Untertor am Kreuzungspunkt zweier Straßen, sic führt den Namen „Waterloolinde".. * Höchst o. M., 6. Juli. Einen überaus niederträchtigen und rohen Streich leisteten sich mehrere Monteure, welche bei dcr Jnstallationsfirma Schmitt hiersclbst in Stellung waren. Wegen schlechter Ausführung von Arbeiten an den elektri- schi'n Anlagen im neuen Gecichisgebäude wurden die Monteure von der genannten Firma enllassen. Sie rächten sich dadurch daß sie in dem Gebäude die kurz zuvor gelegte Lei- htm) vcllständig demolierten. Als Täter kommen die Mon- teure Friedrich, Traub, Schröder und Glöckner ln Betracht, denen wohl eine exemplarische Bestrafung blüht. Dcr Schaden beträgt etwa 200 Jt. Drei der Täter wurden bereits schon verhaftet. * Höchst a. M-, 6. Juli. Der 44jährige Maurer Schnl- meier ans Mörfelden stürzte von einem hiesigen Fabrikneu- ban ab und starb nach kurzer Zeit an den Folgen des Falles. * Höchst a. M., 6. Juli. Der Landrat des Kreises Höchst hat das Betreten der Wälder durch Kinder unter 10 Jahren ohne Begleitung erwachsener Personen verboten. Die Eltern werden in Uebertretungsfällen für die von den Kindern angerichteten Schäden haftpflichtig gemacht. * Aus dem Taunus, 6. Juli. Mit der Heideibeerernte sind die Bewohner des Taunus in diesem Jahre nicht zufrieden. An manchen Stellen lohnt sich das Aöcrnten kaum, da die regnerischen und kalten Tage im Frühjabc der Blütezeit sehr hinderlich waren. Mehr Ergiebigkeit erwartet man dagegen von der Himbeerenernte, vorausgesetzt, daß eine längere Zllärmeperiode die Früchte ausrcisen läßt. * F E. Wicsbadin, 4. Juli. Die weit über Nassau hinaus bekannte Augcnheilaustalt für Arme in Wiesbaden, hat im abgelaufenen Jahre 4592 Angenkranke behandelt, 2188 männliche, 2104 weibliche. 1231 van diesen Kranken waren in Anstaltspflcge und wurden an 263-10 Tagen verpflegt. Der, Freistellenfonds ermöglichte cs, daß 106 Kranke ganz niientgeltlich ausgenommen wurden. Geheilt wurden 3388, gebessert 433, nngeheilt entlassen 18, unheilbar waren 25. Zur einnialigcrr Konsnltalion erschienen 433. Am JahrcS- schluß blieben'in Behandlung 295. Ihrer Herkunft nach waren die Kranken anS dem Kreise Wiesbaden-Stadt 1 72. aus den übrigen Kreisen des Regierungsbezirks Wiesbaden 1975, aus dem Regierungsbezirk Easscl 55, ans dem Regierungsbezirk Koblenz 256, ans dcm Regierungsbezirk Trier 73, aus der bayerischen Pfalz 130. aus dem Graßherzogtnni Hcssen 350, ans Baden, Württemberg nsw. 186, Ausländer 95. Bemerkenswert ist, daß 294 Staroperalionen aiisge- führt wurden, von denen nur 10 einen inittclniätzigcn, die anderen einen guten Erfolg anfwicscn. 144 Extrationen des AitersstarS kanien zur Ausführung. In 142 Fällen war der Heilungsverlaul normal und wurde wieder ein gutes Sehvermögen erzielt. Ter Rechnungsabschluß der Anstatt weist V» 286.88 J( Einnahmen, 157813,49 M Ausgaben auf. * Wiesbaden, 3. Juli, Der 24jährige Landwirt Peter Seck jun. au» Eisenbach im Goldenen Grund stand am 1. Juli vor dcm hiesigen Schwurgericht, unter der Anllage, am 0, Januar d, I, leinen Vater, den Landwirt Veter Keck TV. getötet, jedoch di« Tat ohne Ueberlegung ausgesührt zu haben. Seck Sohn gab an, der Vater sei am ftagltchcn Abend wie so oft betrunken nach Hause gekommen und habe wie in der Regel die seit fünf Wochen bettlägerig kranke Mutter mißhandelt. Um dcm ein End« zu machen, habe er seinem Vater zugercdet, dieser habe jedoch ein Küchenmestcr ergriffen und sei auf ihn eingc- drungen. Mit einem aus einer Komodschublade genommenem Revolver gab er darauf zur Abwehr zwei Schüffe auf seinen Vater ab, Dcr Getroffene sei daraus hinausgestürzt mit den Worten: „Jetzt hole ich einen Dolch und dann steche ich euch alle zusammen". Auf das erneute gütliche Zureden habe Seck sen. wieder aus ihn einen Angriff unternommen, den er seinerseits dadurch abgewehrt habe, daß er seinem Vater einen Stasi versetzte, infolgcdcstcn er rücklings die Treppe hinuntergestür! und sich unten den Schädel gebrochen habe. Daß er dort noch auf ihn cingeschlagen, wisse er nicht. Die Vernehmung von 18 Zeugen ergab ein überaus trauriges Familie,rbild. Die Geschworenen verneinten di« Fragen »ach Totschlag und Tol- schlagsocrsuch, sondern sprechen ihn dcr Körperverletzung mit Todcserfolg schuldig. Das Urteil erging hieraus aus drei Jahre Gefängnis. * Wiesbaden, 3. Juli, Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen die 31 Jahre alte Ehefrau des Maurers Konrad Krauß, Emma geb. Eckhardt, früher in Kelkheim, jetzt in Kö- nigstcin wohnhaft, der ein Meineid zur Last gelegt wurde. Sie hatte am 12. Februar 1908 vor dcm Amtsgericht in Königstcin in einem Micistreitprozcß, den ihr Schwager gegen sie angestrengt hatte, unter Eid in Abrede gestellt, ihre Unterschrift unter den Mietverttag gegeben zu haben. Die Angeklagte, die nach einem im Jahr« 1900 in dieser Sache in Wiesbaden statt- gchaften Schwiirgerichtstermine aus sechs Wochen auf dem Eich- bcrg beobachtet worden und seit 1909 nicht mehr vcrhandlungr- sähig war, gab heute ganz wirre Antworten und konnte stch absolut aus den Vorfall nicht mehr entsinnen. Zwei Schreib sachverständige stellten fest, daß die Angeklagte die Unterschrift tatsächlich geleistet hat, drei ärztliche Sachverständige vertreten den Standpunkt, daß die Angeklagtr zur Zeit dcr Eidesleistung geistesgestört war und ihr deshalb der Schlitz des Paragraphen 01 St. E. F. zuzubilligcn sei. Rach dem Nichtschuldig der Geschworenen folgte die Freisprechung der Angeklagten. * St. Goar, 4. Juli. Zwischen Hirzenach und dcr hiesigen Station entgleiste gestern Nachmittag der von Köln nach Frank surt fahrende D-Zug 208. Mciischen kamen nicht zu Schaden. Der Zug lonnte nach mehr als zweistündiger Verspätung di« Fahrt sortsetzen. Der gesamte zur Zeit sehr starke Rcrsever lehr erlitt auf dieser Strecke durch den Unfall empsindliche Störungen. * Fulda, 6. Juli. In der Samstag Nacht gingen auch in hiesiger Gegend schwere verheerende Unwetter nieder. Zahl reiche Brände wurden durch Blitzschläge verursacht. Dcr Blitz äscherte in Steinau drei Scheunen und ein Wohnhaus, in Lehnerz die Wirtschaftsgebäude des Fuldaer Irnkerver- eins, in Rönshausen eine Scheune ein. In Seiperts- hausen wurde der Gastwirt Ruprecht vom Blitz getrosten und gelähmt. Die Stadt Fulda wurde durch einen langanhaltenden Regen teilweise unter Wasser gesetzt, das vielfach großen Schaden und erhebliche Vcrlehrsstörungcn zur Folge halt«. - ' ' Norbericht;mn fronkfurtrr Mhinarkt« Montag, den 6. Juli 1914. Austrieb: 423 Ochsen, 50 Bullen, 636 Kühe. 362 Kälber, 51 Schafe, 2319 Schweine. Tendenz. Wegen Mangel an Angebot jeglichen Brot getrcides wurde für Weizen lind Roggen kein Preis gebildet Hafer kostete 19.— M. Frankfurter Wetterbericht. Voraussage: Wechselnd bewöltt, zeitweise J- .d-rs-: lüge- mäßig warm, westliche Winde. - Gedenktrige. 6. Juli. 1369 H„s geb., 1415 verbrannt. — 1877 Fr. Will) U. Hackländer f. — 1884 Unfallvcrsicherungsgesetz Ans alter Welt. Todesfälle infolge Blitzschlages. Ein heftiges Gewitter ging gestern über Bourgcs und Umgebung nieder und wirlte 'geradezu katastrophal. Der Blitz fuhr in ein Zelt, unter dcm sich 2 Korporäle und 10 Soldaten des 85. Linienregiments befanden, da? dort zur Zeit Scharfschießübuligen ab- hült. Ein Korporal wurde getötet und 4 Soldaten schwer verletzt. Der andere Korporal und weitere sechs Soldatei erlitten gleichfalls Verletzungen. — Auch ans Saint-Mihiei wird ein schlvercS Unwetter gemcldet. Dort wurde eine Schildwache des Forts Saint-Mibiel vorn 166. Linienrcgi- ment vom Blitz erschlagen. Dcr Flugversuch über den Atlantische» Ozean. Leu! »ant Porte hat gestern zwei reue Flugversuche mit der i von dein Flttgzeugkonstriiktciir Enrtiß erbauten Apparat „Amerika" unternommen. Beide waren von der Leistungsfähigkeit deck Flugzeuges sehr befriedigt. Auf Grund der bisher erzielten Ergebnisse ist jedoch noch nicht mit Sicher- beit darauf zu rechnen, daß dcr beabsichtigt: Flug über den Atlantischen Ozean mit diesem Apparat ausgesührt werden kann, da der Apparat bis jetzt noch keine genügende Menge Ballast anfznnchmcn vermag, die für einen so ausgedehnten Flug notwendig ist. Dir Tnbrrkiilose bei Ttinkerkindern. In dcr kürzlich erschienenen Schrift des Präsidenten des Reichsversicklern.'gs- amteck Or. Kaufmann, »Sck>adenverhütcnder Wirken in der deutschen Aibeilerversicherung", ist erwähnt, daß nach neueren Festste lluvcen 37 v. H. der Kinder von Trinkern an Tuber- krittle erkranke» Nr. IS» 26 Kinder — eine Mutter. Im letzten Berichtsjahre wurden in Berlin in 44 Bauten 288 eheliche Kinder geboren. Die kinderreichste Mutter, die erst 39 Jahre alt ist, hat dem Staate 26fachen Nachwuchs geschenkt. Urteil im Beuthener Mädchenhändlcrprozctz. In dem motzen Beuthener Mädchenhündlerprozetz gegen den Agenten LnbelSki aus Mislewitz wurde gestern abend nach fünstägiger Berhandlung das Urteil gefallt. Lubelski wurde unter Frei- 'pilchung von der Anklage des Mädchenhandels wegen Kup- Ulci, Bestechung in zwei Fälle» und Wege» Vergehens gegen daS Auswanderuugsgeseh zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren sechs Monaten Gefängnis und 12 000 M Geldstrafe i c rurteilt. Sechs Monate wurden durch die Untersuchungs- l aft als verbiitzt erachtet. Vom Starkstrom getötet. Zwei städtische Arbeiter in Osnabrück, die den Auftrag hatten, einige Masten der Starkstromleitung zu streiehen, kamen dem Strome zu nahe, wobei einer so schwere Brandwunden erlitt, datz er nach wenigen Minuten verstarb. Der andere Arbeiter wurde schwer verletzt. Angesichts dieser Tatsache mutz man sich doch unumwunden sagen, daß, wenn Strom in der Leitung sich befindet, das Arbeiten hieran unzulässig sein sollte. Ein Boxkampf mit Hindernissen. In dem Olympiavariete in London hat vorgestern der Boxer Bombardier Wells vor einer IRXlOköviigen Zuschauermenge den australischen Champion Colin Beil j» der zloeiten Runde mürbe gemacht. Der Kampf war ebenso drastisch wie das letzte Zu- sammentreffen zwischen Bombardier Wells und dem französischen Kämpfer Charpentier. Ter Kampf wurde wiederholt in verschiedener Weise gestört. So versuchten gleich zu Beginn Suffragetten dem Kampfe Einhalt zu tun, indem sie Neue wageszeitung. Montag, den 6. Juli i»it. eine lang andauernde Störung verursachten. Nach längeren Bemühungen gelang es, die Frauen aus dem Riesensaale zu werfen. Als die erste Runde zwischen den beiden Gegnern gekämpft wurde, fchwang sich plötzlich ein Priester in die Arena und protestierte im Namen der Menschlichkeit gegen den Boxkampf. In der zweiten Runde gelang es Bombar- dier Wells, seinen Gegner durch zwei Schläge gegen die Kinnlade belvutztlos zu Boden zu strecken. Das Publikum spendete dem Sieger, einem Engländer, lebhaften Beifall. Der nieiste Beifall hätte deni Priester gehört, der gegen das rohe Walten der menschlichen Kräfte protestierte. Der unglückliche Henker. Das Bezirksgericht verurteilte den Henker Sohkada in Kiew, der Bogrow. den Mörder Sto- pypins, hingerichtet hat, wegen Diebstahls zie acht Monaten Gefängnis. Sohkada erzählte vor Gericht, er habe durch die Hinrichtung Bogrows sein Unglück heraufbeschworen. Er sei geächtet. Seine Frau habe ihn verlassen, seine Gemeinde habe ihn ansgestotzen und selbst gemeine Verbrecher hätten ihn verfolgt. Arbeit habe er nirgends mehr erhalten können und so sei ihm in seiner Not nichts anderes übrig geblieben, als Dieb zu werden. Bekanntlich lehnten auch die Kiwer Rechtsanwälte die Verteidigung Sohkadas ab. Für unjere Hausfrauen mild cs gut sei», sich die diesjährige Obsternte zu Nutzen zu lnachen, indem sie sich einen recht großen Vorrat Obst, befonders ober Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche und Mirabellen eimnachen. Als die bestbewährte Einrichtung hierzu elnpfehlen Fachleute Rex-Einkoch-Apparate und Rex-Confervengläser, welche durch die vorzügliche Qualität und sinnreiche Konstruktion ein sicheres Gelingen gewährleisten. Das Rex-System wurde auf vielen Ausstellungen mit den höchsten Auszeichnungen bedacht. Selk«^ Hiermit bringen wir das Porträt des Feldzeuguieisker? O. Polioiek, des Landeschefs von Bosnien, gegen welchen wegen des Attentates aus das österreichische Thronfolgcrpaar heftig: Angriffe wegen schlapper Organisation des Sicherheitsdienstes in Bosnien erhoben wurden, sodatz dersilbe jedenfalls seinen Posten ausgebtn wild. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirschel, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A.-G., Friedberg i. H. _ Kursbericht vom 4. Juli 1914 der Mitteldeutschen Creditbank Aktienkapital u. Reserven M. 70000 000 gegründet 1856. Frankfurter Börse. Diskonto Komm. Ant. 182.50% Dresdener Bank Akt. 146.20 „ Mitleid. Ereditb. Akt. 11530 „ Oest. Ereditanst. Akt. 188.37 „ BochumerEußstahl 221.50 „ Buderus E.-W. Akt. 104.10 . 98.90% 86.20 76.70 „ 86.20 „ 76.90 „ 97.50 .. 85.— „ 73.80 . 4% Reichsanleihe »V/. „ 3% „ 37,°/. Preuß. Eonsols 3% „ M 4% Hessen 37.7. » 37. ., 17,»7« Griechen v. 1890 —.— 17.7» Monopol-Eriech. — .— 4%% „ Eilberrenle — 4% Oesterr. Goldrente 85.10 3 „ Portugiesen Serie I 63.— 3 „ „ „ III 66.- 47-7. Russen v. 1905 98.30 «7° „ 1902 89.50 47» Administr. Türken 75.50 47« Türken von 1903 82215 Türkenlose M. 181.80 47 « Ungar. Eoldrente 81.90 4 „ Kronenrenie 79.20 3tz--7«Buea.-Air.Pr.Anl. 63.70 47.7° Chinesen — 47.°/° Japaner — 37, Silber-Mexikaner — .— 17.7» Mer. Irrig. Al,l. 67.60 Beiliner Handels Ant. —.— Darmstadt. Bank „ 114.87 Deutsche Ban! 234.50 Deutsch-Asiatisch Bant 120.— Berliner Türkenlose M. 161.50 Baltimore u. Ohio Alt. 90.75 Eonaba Pacifie Alt. 195.50 PiinceHenriE.B. Alt. 143.75 schaniung E. B. Alt. 130.— Berliner Handels Ant. 148.87 Teulsche Bant Att. 234.37 Dtst. Kommandit Ant. 182.37 Dresdener Bant Alt. 147.12 Pet.Jnt.Handelsb.Alt. 150.— Russ.BanIs.a.Hano.A. 150.37 Allg.EleI.Gesellsch.Akt. 24.737 Alchison Topela Doll. Southern Pacific „ Chicago Rock Ist. Alffj.Kans u.Tex.R. .. Union Pacific „ tl.S.SIcel Common., Londoner Börse. Deutsch Luxemburg 127.— Elchweiler Bergw. 226.90 , Gelsenkirch. Bergw. 181.30 , Harpener Bergbau 177.— Phönix Bergbau 235.50 , Laurahütte —.— . Griesheim Elektron Höchst. Farbwerke Holzoerkohlungs-Jnd. Rütgerswerke Chem. Fabr. Albert Allg. Elektr. Ges. Akt. 242.25 Deutsch-llebersee E. E. 164.— Schuck. Elektr. Ges. Akt. 143.50 Siemens u. Halske Steaua Romans Zellstoff Waldhof hambg. Amk. Pakekf. Rordd. Lloyd Oesterr. Staatsbahn Lombarden Baltimore u. Ohio Akt. 90.87 Privatdiskont 2.32 Tendenz: schwach. Börse. Deutsch-Luxemb.B.Akt. 127.37 Dtfch-übersee E.G.AIt. 109.60 EelsenkirchcnBgw.Akt. 182.12 Harpener Bergbau Akt. 177.— Hohenlohewcrke Akt. 105.25 Laurahütte Akt. 146.25 Oberschlesier E. Akt. 87.— Phönix Bergbau Alt. 235.75 Rombacher Hütte Akt. 153.— Siemens u. Halske Alt. —.— Privatdiskont 2.25 Tendenz: schwach. 243.75 456.25 ; 283.25 iss.-; 398.— 211.60 114.10 , 171.50 , 126.90 , 110.12 , 145.63 , 16.87 , 101.50 99.37 1.63 17.63 159.25 63.12 Die Amalgamat. Copp. Doll. 72.- Chartered Company Lstr. 0.87 Eastrand Proprietary „ 1.72 Eoldfields n , 2.28 Rand Mines ' 6.09 De Beers Consolid. „ 16.87 Deposllcnkaste Friedberg i. Z. empfiehlt sich zur CeriuiUliing aller bunkmässigen Geschäfte. -m- uiib Berkauz von Werl papieren an allen Börsen. ^.richiung lausender Rechnungen und prooiflonsseeier Scheck-Conti. Umwechslung von Coupons und Sorten. . 1 »ahme von offenen und verschlossenen Depots. .ugcgennnhme verzinslicher Spar Einlagen. A. und faurefret für landwirtschaftliche Zwecke. . lUoiortnöI, iUa)djincn=fcft, ssrtib- nfiiinuMiljö, fliilligc J^icincnldjiitifrc i.n-siehlt billigst Drogerie «3. Ifaimiclster 2nh.: Fried». Karl Ott, Frirdberg i. H. V M 1 II 1 1 i Neu eröffnet! Neu eröffnet! Cigarrenhaus gegenüber dem neuen Kahnhof Cigarren, Cigaretten, Tabake Beste Bezugsquelle für Wirte und Wiederverkäufer. “WS Adolf Molff, tÄ-f m s Pflichtfeuerwehr Friedberg uni) des Stadtteils Fauerbach. Mittwoch, den 8. Juli, abends 8'/- Uhr haben sich sämtliche den Abteilungen 1 bis einschließlich 10 zugeteilten Mannschaften in Friedberg am Eerätehaus und Donnerstag, den 9. Juli, abends 8'/, Uhr sämtliche den Abteilungen 11 bis 15 zugeteilten Mannschaften am Eerätehaus in Fauerbach pünktlich einzufinden. Armbinde ist anzulegen. Bei Fehlen erfolgt Bestrafung nach 8 368 des Reichsstrafgesetzbuches. Die Führer und Unterführer der freiwilligen Feuerwehr werden ersucht, eine Biettelstunde vor den anberaumten Uebungen anwesend zu sein. Der Bürgermeister kaufen Sie jetzt zum äußersten Tagespreise, konservieren dieselben nach bewährten Rezepten im Rex-Apparat in Rex-Eläsern oder entsaften sie d. „Dreyers" Fruchtsast-Apparat „Rex" und Sie haben das ganze Jahr hindurch vorzügliibe Früchte und Säfte. Die bewähtten „Rex"- Fabrikate kaufen Sie in der alleinigen Niederlage bei Fr. Hilbrechl Win., Friedberg i. h. Gras-Uersteigerung. Am Mittwoch, den 8. Juli 1914, vormittags 11 Uhr beginnend, wird in der Wirtschaft des Herrn Leonhard in Rendel das diesjährige Heu und Erummet- gras der gräflichen Regiewiesen öffentlich versteigert. Heuscnsiamm, den 2. Juli 1914. Gräflich Schönborn'schcs Rentamt. Faftllbtt-Perstkigerung. Montag, den 13. Jul!, vormittags il Uhr soll ein der hiesigen Gemeinde gehöriger Faleleber auf hiesigem Rathaus öffentlich meistbieiend versteigert werden. Rendel, den 6. Juli 1914. Er. Bürgermeisterei Rendel. _ Wittich. _ Die in der Wirtschaft zur Linde gegen den Landwitt Heinrich Fix ausgesprochene Beleidigung nehme ich mit Bedauern zurück. Dortelweil. Phil. Max Rach 1. KUNST - AUSSTELLUNG IN FRIEDBERG IN DER GEWERBESCHULE VON WERKEN FK1EDBERGER HUENSTLElt VOM 28. JUNI BIS 12. JULI 1914 GEOEFFNET TAEGLICH VON 11—4 UHR EINTRITTSPREIS 25 PFENNIG, SCHEELER 10 PFENNIG BESUCHE AUSSER DIESER ZEIT, DIE JEDERZEIT JIOEGLICH SIND — 75 PFENNIG