N«mm»r 15a kreita«, den 3. Juli 1914. 7. atlirnm.«. Eie ..Nene Tagr-,eitung-' »scheint I-dcn Werktag. Regelmäßige BeUagen „Der Sauer an» Hellen'. ..Die Spinnllube". üe...goprci»: «c. den Postanstalten v>er,el>a.,r„a> * ct den Agenten mona.ltch so Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Ameisen: Erundzeile 20 Psg., lokale 15 Pfg„ Ln,eigen von auswärts werden du:!, Po.tnachna,m.. er,oben Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Verlag Friedberg lHesien), Hanauer-iraße 12. Ferniprecher 48. Postscheck-Eonto -Ir. 48öS, Amt Franlfurt a. AI. lieb erficht. — Wie in Wien bekannt wird, hat Kaiser Wilhelm an Kaiser Franz Joseph die Anfrage gerichtet, ob sein Besuch in Ischl genehm wäre. Nachdem eine zustimmcndc Antwort nach Berlin abgegangen ist, wird Kaiser Wilhelm im Laufe der nächsten Woche in Ischl de» greisen Monarchen persönlich kondolieren. — In Sayda (sächsisches Erzgebirge) äscherte ein Feuer elf Wohnhäuser ein. 18 Familien sind obdachlos geworden. Der Schaden ist sehr groß. — Der die Untersuchung bcir. der Mordtat in Serajcwo 'ährende Staatsanwalt hat 11 junge Serben verhaften lnsien. die zweifellos an dem Attentat beteiligt sind. Ihre Namen werden geheim gehalten. — Me die Abendblätter melden, weisen sichere Anzeichen darauf hin, daß der Sekretär des großserbischen Vereins „Narodna Obrana", namens Jlan Pribizsevizs, Major der serbischen Armer, an dem Attentat beteiligt ist. — In Djakova haben sich scrbenfeindliche Demonstrationen in verstärktem Maße zugetragen. Zahlreiche serbische Häuser wurden arg beschädigt. In Drod erlitten serbische Schulen und Kirchen durch Bombardement empfindlichen Schaden. — Gestern wurde in der französischen Kammer vom Abgeordneten Charles Benoist der Gesetzentwurf über die Ein- sührnng der Proportionalwahlen eingebracht und nach kurzer Beratung unter Zubilligung der Dringlichkeit der Kommission für Wahlrechtsfragcn überwiesen. — Ein schwerer Unfall hat sich gestern nachmittag in Marseille ereignet, als Fabrikarbeiter damit beschäftigt waren, ein altes Haus durch eine Mine zu sprengen. Aus Unvorsichtigkeit explodierte eine Kiste mit 10 Kilo Dynamit vorzeitig. Der Werkmeister und zwei Arbeiter wurden aus der Stelle getötet. Die Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. — Während gestern Arbeiter bei Jbraham Male damit beschäftigt waren, die neue rumänisch-bulgarische Grenze ab- zusteiken, gab dir bulgarische Grenzwache ans dir rumänischen Soldaten Schüsse ab. durch die rin Mann getötet und zwei verwundet wurden. Der Vräsekt und die Polizeibehörden von Silistria haben sofort eine Untersuchung cingeleitet. — Palona bereitet sich zur äußerste» Verteidigung vor. 12 Kanonen und 18 Maschinengewehre sind in den Laufgräben aufgestellt. Alle Männer von 15 bis 60 Jahren müssen an den Laufgräben arbeiten. Tie ttalienische Negierung verfolgt die epirotische Bewegung aufmerksam und ist voll Mißtrauen gegen Griechenland, das man nicht in Dalona sehen will. — Die Gonvernementsverwaltung will dem Arbeitcr- nucstand aus den Bakuer Naphtawerkcn mit Polizcigewalt ein Ende machen. Sämtliche Aufständische erhalten ihre Pässe und ihren Lohn und werden mit Hilfe von Polizisten aus der Stadt entfernt. Unter den Arbeitern herrscht eine sihr erbitterte Simmung und es wird das schlimmste bc- lürchct. — Wie aus Templcdon im Staate Oregon gemeldet wild, hielten 5 Banditen den Cxprcßzug Washington-Tcmple. dvn ans osscnrr Strecke an. Zwischen den Reisenden nnd den Banditen entspann sich ein Revolverkampf, die schließlich in die Flucht geschlagen wurden und eine» Toten zurückließen. Ein Zugbcamter wurde gleichfalls getötet und ein Polizist schwer verletzt. Die DardnneUensraye. Wenn mau auch im allgemeinen in den letzten Monaten die Tinge auf dem Balkan nicht aus den Augen verloren hat, so beschäftigte nian sich doch herzlich wenig mit den Verhältnissen in der Türkei, zumal jetzt der Konflikt mit Griechenland glücklich vorüber und ein abermaliger kriege- rischer Zusammcnprall vermieden worden ist. So ganz tragisch hatte wohl niemand im übrigen die Situation ge- nonnnen, man sagte sich von vornherein, daß es doch zu :iner Einigung kommen würde. Es ist aber nicht ansgc- jckilossen, daß über kurz oder lang sich wieder ein Umschwung vollziehen wird, infolge Ausrollung einer Frage, die während der vergangenen Jahrzehnte mehrmals im Vordergründe gestanden hat. Aus der Versenkung, wo sie so lange ruhte, taucht die Tardanellenfrage hervor, nachdem sic während der Wirren bereits einmal zn spuken schien. Man weiß, daß Rußland lieber heute als morgen eine Acnderung der Bc- sttmmungen haben möchte, wonach es ihm verwehrt ist, mit Kriegsschiffen durch die Dardanellen zu fahren. Das bedeutet nattirlich eine Lahnrlegung der russischen Schwarzen- Mecr-Flotte und der Wunsch, diese frei bewegen zu können, ist ein nur zu begreiflicher. Anderen Staaten hinwiederum kann es nur lieb sein, wenn die russischen Seestreitkräfte in dem Binnenmeer festgchalten sind und der Dcriragszustand unverändert bleibt. In Petersburg scheint man jetzt ober alles daran setzen zu wollen, dem jetzigen Zustande ein Ende zu machen, wo man jetzt daran geht, die Flotte beträchtlich zu verstärken, um damit Rußland eine große Geltung zur See zu verleihen. Wie weit die Tinge gediehen sind und ob tatsächlich in Konstantinopcl schon Verhandlungen stattgc- funden haken, entzieht sich der öffentlichen Kenntnis, man spricht nur davon, daß seitens der Vertreter mehrerer Mächte bei der Pforte Vorstellungen in dieser Angelegenheit erhoben worden wären, darunter auch vom englischen Botschafter. Großbritannien ist zwar durch eine enge Entente mit Rußland verbunden, das hindert aber nicht, daß man seine eigenen Wege geht, wenn das von Nutzen sein kann. Jedenfalls ist die Dardancllendurchfahrt für England von der größten Wichtigkeit, denn cs kann ja auch wieder einmal eine Zeit geben, in der der Gegensatz zu Rußland erneut in Erscheinung tritt und die Entente ins Krachen geht. Bemerkenswert ist es jedenfalls, daß man sich im Unterhaus- über diese Angelegenheit unterhalten aht und Sir Edward Grey dabei eine recht vorsichtige und diplomatische Antwort gegeben hat. Ein Abgeordneter hatte danach gefragt, ob der Vertrag von 1866 und mit ihm das Dardanellcnabkommen noch in Kraft wäre nnd ob kürzlich Verhandlungen stattgefunden hätten, die Rußland zu dem Rechte verhelfen sollten, Kriegsschiffe -wischen dem Schwarzen und dem Mittelländischen Meere verkehren zu lassen. Staatssekretär Edward Grey erklärte in seiner Antwort, der Vertrag sei noch in Geltung: die Frage der Bedingungen unter denen die Dardanellenstraße für Kriegsschiffe geöffnet werden könnte, sei mehrfach mit der britischen Regierung erörtert worden, jedoch mit dein russischen Regierung während der letzten fünf Jahre nicht mehr. Natürlich müßten bei einer eventuellen Regelung außer der Türkei auch alle anderen an den Verträgen beteiligten Mächte befragt werden, eh ein neues Abkommen getroffen werden könnate. Diese gewundene Antwort beutet darauf hin, daß man englischerseits nicht so leicht seine Zu- sttmmung geben wird, da man hierdurch unter Umständen am meisten getroffen wird. Vrdknvvorlage.tiiMagslvahlknii.dikRegiming. Die „Darmstädter Zeitung", das amtliche Organ der hessischen Regierung, schreibt zur Annahme der Ordensvor- lagc folgendes: „Eine der umstrittensten Gesetzesvorlagen, die den gegenwärtigen hessischen Landtag bis zu seinem Schluß beschäftigt haben, der Gesetzentwurf betr. die religiösen Orden und ordensähnlichen Kongregationen, ist nunmehr, nachdem er in der Zweiten Kanimer seit dem 9. Juni eingehend beraten wurde, von dieser in der gestri- gen Sitzung erledigt worden. Die einschneidensten Abän- dcrungsanträge, so der Antrag, die die Englischen Fräulein und die bischöflichen Erziehungsanstalten betreffenden Positionen später mit dem Schulgesetz zusammen zu beraten, wurden mit einer ansehnlichen Majorität abge- lchnt. Im übrigen wurde das Gesetz in nicht wesentlicher Abänderung angenommen, ein Ergebnis, das von dem Standpunkte des konfessionellen Friedens nur zu begrüßen ist. Im Ansehen der friedlichen Beziehungen, die sich in den vierzig Jahren seit Bestehen der Ordensgesetze zwischen Staat und katholischer Kirche wie auch zwischen den Staatsbürgern der beiden großen christlichen Bekenntnisse herausgebildet haben, darf die versöhnliche Haltung der Majorität der Zweiten Kammer begrüßt werden, durch die nranche Bestimmungen der 70er Gesetze, die untre den veränderten Verhältnissen vom katholischen Volksteil als ungerechtfertigte Härten betrachtet wurden, durch die Annahme des Revisionsgcsetzes wieder ausgeglichen werden, der durch die Entfesselung konfessioneller Leidenschaften in bedauerlicher Weise nur an Schärfe und Ver- bitterung gewinnen würde. Der Aufmarsch zu diesen dcnmächstigen Parteikämpfcn vollzieht sich bereits, wenn auch in zurückhaltender und abwartcndcr Taktik. Kürzlich hat die Fortschrittliche Volkspartci in Darmstadt ihren Parteitag abgehalten und hierbei durch den Mund des Abgeordneten Henrich Stellung zu den Wahlen genommen. Man erfuhr bei dieser Gelegenheit, daß die Partei das befürchtete Wahlbündnis mit der Sozialdemokratie bisher noch nicht abgeschlossen hat. Der Redner schränkte dieses erfreuliche Bekenntnis jedoch im selbigen Atemzuge wieder ein, indem er ankündigte, daß man aber der eventuellen Notwendigkeit eines solchen Bündnisses nicht aus dem Wege gehen würde. Diese „eventuelle Notwendigkeit" würde sehr bedauerlich sein: nicht allein vom bürgerlichen Standpunkt, auch im Hinblick auf die Partei selbst. Die Mitgltcderzahl wurde offiziell auf dem Parteitage mit 10000 angegeben, während sie im vorigen Jahre an derselben Stelle mit 11 000 genannt wurde. Ferner gab der Parteisekretär bekannt, daß die Partei in Alzey-Bingen eine größere Einbuße an Mit- gliedern erfahren habe, die aber durch den Neueintritt von über 600 Mitgliedern in den anderen Wahlkreisen wieder ausgeglichen worden sei. Der hessische Freisinn muß vlso insgesamt 1600 alte Mitglieder verloren haben. Das ist mehr als jeder 10. Mann! Hoffentlich ist diese für ilin betrübende Tatsache ein ernstes Menetekel, loenn seine Führer die Marschlinien für die kommende» Wahlen endgültig zu ziehen haben. Ter Anschluß an die Sache de? Bürgertums ist in dieser Stunde noch nicht zu spät: möge die Partei den gegebenen Augenblick nicht versäumen!" So berechtigt die Annahme ist, daß die große Mehrheit der Bevölkerung mit den Regierungstruppen einig ist, daß die Annahme der Ordcnsvorlagc vom Standpunkte des konfessionellen Friedens zu begrüßen ist, so wenig wird man aber hoffen dürfen, daß der Sammclrnf und Appell an die Fortschrittler gehört werden wird. Fortschritt und Umsturz pflegen dafür viel zu intime Beziehungen. Ihre Geistesvcr- wandtschaft hat sich ja gerade bei der Verabschiedung deS OrdenSgcsctzes erst gezeigt. Besonders aber auch im Hinblick ans die kommende Schulgesctzrcvision ist kaum an eine Sammlung aller bürgerlichen Parteien zu denken. Tayesülrersichl. Dcntlches !!eicil. :: Das Unterbleiben der Reise Kaiser Wilhelms nach Wien. Wie dem „Hirsch'jchen Telcgraphen-Bureau" von best unterrichteter Seite mitgcteilt wird, liegt keinerlei Anlaß vor, aus dem Aufgcbcn der Reise Kaiser Wilhelms nach Wien irgendwelche ungünstigen Schlüsse aus das Befinden des Kai scrs zu ziehen. Der Kaiser leidet lediglich an einer Erkäl- tungscrschcinung, di- der Bolksmund mit „Hexenschuß" bezcich net, und ist in seiner Bewegungsfreiheit gehindert. Die Vertretung des Kaisers bei den Trauerfeierlichkciten in Wien hat, wie dem „Hirsch'schcn Telcgraphen-Bureau" mitgcteilt wird, Prinz Heinrich von Preußen übernommen. :: Reue Beklcidungssarben für» preußische Heer. Die preußische Heeresverwaltung hat, wie soeben bekannt wird, die Absicht, für die gesamte Armee einen neuen einheitlichen Grund- stock für die Bekleidungsstücke der Mannschaften einzuführerr. Der sowohl sür die Kriegs- wie für die Friedensbckleidung be- stimmte Stoff wird einen grauen Farbenton haben, der von dem der bisherigen Kricgsbcileidung abweicht. Auch das feldgraue Rocktuch erhält einen anderen Don. Das Kriegsministe- rium erstrebt bei dieser Gelegenheit auch die Beseitigung der de» bisherigen Stoffen anhastenden Mangel. Farbenproben der neuen Tuche werden in etwa vier Wochen bei dem Belle!- dungsamte des Eardekorps zu haben sein. :: Menschenfresser in Reu-Kamcrun. Ueber Menschenfresserei im Bezirk Ober-Sanga-llham in Ren-Kamerun berichtet hauptniann Eymael im „Deutschen Kolonialblatt": Im Dezember 1913 waren im Karc-Eebirge auf dem von Gore über Lia-Hakau nach Buala führenden Wege mehrere Bagirmi-Ka- rawanen von den Kare überfallen worben. Rach den Aussagen der Bagirmi waren hierbei im ganzen sieben der Ihrigen getötet und aufgcfrcffen und an die 490 Stück Großvieh und etwa 89 Stück Kleinvieh geraubt worden. Eine Expedition war erfolgreich und führte zur Bestrafung der Schuldigen. Frankreich. :: Abschaffung der roten Hose. Die rote Jnfanterichose In der französischen Armee wird abgeschasst werden. Der Kriegsminister hat der Armeckommifsion, der Deputiertenkammcr und später der Budgctkommission mehrere Infanteristen vorgcsührt, die die neu vorgeschlagcne Uniformen ungezogen hatten. Diese sind in schiesergrauer Farbe gehalten. Der umgcschlagcnc Kragen ist bei der Infanterie rot, bei den Jägern zu Fuß gelb. :: Spionen-Bcrurtcilung. Die Strafkammer in Cherbourg hat vorgestern das Urteil gegen die der Spionage angeklagre Eva hornctter gefällt. Cie wurde der Spionage für schuldig befunden und zu einem Jahr Eesängnis und zu einer Geldstrafe von 1000 Francs verurteilt. — Am gleichen Tage ist in Nancy der Spion Burgard, der vor einigen Monaten in der Nähe des Forts von Lucey verhaftet worden war, zu 5 Jahren Gefängnis und zu einer Geldbuße von 1000 Francs verurteilt worden. Außerdem wurde ihm verboten, für die nächsten 5 Jahre französischen Boden zu betreten. Holland. :: Ueberjührung der Leiche Thomson« nach Holland. Gestern Morgen um 8 Uhr fand die Ueberführung der Leiche des Obersten Thomson aus dem holländischen Kreuzer „Nord-Brabant" statt. Sie wurde in Gegenwart von Vertretern der Regierung, der holländischen Offiziere, der Notabeln und der Gendarmen bis zum Hasendamm getragen. Beim Palaste schloß sich der Fürst dem Zuge an. Thomsons Bruder sprach einige Worte des Dankes. Vom Balkan. :: Die angebliche Union zwischen Serbien und Montenegro. An Wiener entscheidender Stelle erklärt man in Bezug aus die Nachricht von der sich vollziehenden Union zwischen Serbien und Montenegro, daß jede Acnderung des Gleichgewichts und der Staatsgrenzen auf dem Balkan dem Berliner Vertrag neuerdings auch das Bukarester Abkommen tangiere. Oesterreich-Ungarn habe sich unter allen Umständen feine Stellungnahme dazu Vorbehalten. Von einer vollzogenen Union könne also schon um deswillen nicht die Rede fein, weil sie ohne den Willen Oesterreich-Ungarns nicht vollzogen werden könne. Albanien. :: Vcrnveisclte Lage des Fürsten. Man erwartet iebt den A«r. i37i Seite L Angriff der Rebellen von Norden her, nachdem sie dort durch Prcnk Bib Dodas Abzug den Rü-ken freibekommen haben, und vor allem, weil die Kriegsschiffe dorthin über den Bergrücken hinweg weder lcinhten noch schießen können. Die Malkfforen drohen nun ebenfalls mit dem Abzug, falls die Wiener Freiwilligen kommen. Damit waren die Schützengräben so schwach besetzt, das; die Verteidigung ernsthaft gefährdet wäre. — Der Bestand eines selbständigen Albaniens beruh« nach den Mißerfolge» mit der Spekulation auf einen albanischen Patriotis- mus, ein Nationalbcwußtsein, jetzt einzig aus der Schaffung lärkerer, aus Ojfensive cingcübter fremder Truppcnkörper, wenn nicht die Mächte die internationale Besetzung des ganzen Landes beschließen. — Di- jetzt vorgcschlagene Lösung der Krisis durch Auslösung der selbständigen Regierung und ihre Ersetzung durch die internationale Kontrollkommission wäre eine Derlegenheitsaushilfe, die das letzte Ansehen der Mächte begraben müßte. Etwas aber muß rasch geschehen. Denn zweifellos ist durch Prcnl Bib Dodas Verrat die Stellung des Mbret in aller Augen geschädigt und di- Lage der Hauptstadt obendrein gefährdeter denn je. :: Bevorstehende Abdankung des Fürsten Wilhelm? Wie in Wiener unterrichteten Kreisen verlautet, befindet sich Fürst Wilhelm von Albanien in einer so gefährlichen Situation, daß ;eden Augenblick eine Krise eintreten kann. Die Mächte sind sich darüber einig, daß für den Fall einer krisenhaften Wendung die internationale Kontrollkommission die Rcgicrungsgcschäste übernehmen wird. Die Mächte werden hierauf in Besprechungen über die Person des Nachfolgers cinireten. Ueber diese Frage sollen schon heute unverbindliche Diskussionen im Gange icin. Aus den Bewegungen und Schritten, die der Fürst in ocr letzten Zeit unternahm, ist zu ersehen, daß er selbst seine Situation als aussichtslos ansieht. Die Lage des Fürsten ist eine solche, daß ein Regierungswechsel in den nächsten Tagen eintreten kann. Mexiko. :: Der Zwist zwischen Carranza lind Billa. Wie aus Jua- rez gemeldet wird, nimmt der Bruch zwischen den Rebellensllh- rern immer schärsere Formen an. Carranza hat jetzt Obrcgon und Conzales zu Divisionsgenerälen ernannt, während Villa dem Rang nach immer noch Brigadier ist. — Auf Veranlassung des obersten militärischen Führers des Heeres Carranzas, General Conzales, werden jetzt Vertreter Carranzas und Villas zusammentreten, um die zwischen ihnen herrschenden Mißverständnisse au crlediaen. Ans dem hesi. Landtag. Darmstadt, 1. Juli. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer trat heute Nachmittag nochmals zusammen, um über die Regierungsborlage betr. den Erwerb der Solms-Braun felssichen Braun- ohlengruben, sowie den Ausbau des Kraftwerkes Ludwigs- lofsnung bei Wölfersheim zu beraten. Wiederholt wurden von verschiedenen Seiten Bedenken verschiedener Art geltend geniacht. Zunächst will man es licht verantworten, eine derart wichtige Vorlage noch kurz >or Landtagsschluß zu verabschieden. Des weiteren scheinen >ie Dertragsverhältnisse mit Rücksicht auf die Tatsache, daß üe Erwerbung der Gruben nur zu dein Zwecke erfolgen kann, i-ic weitere Elektrisierung Obcrhessens vorzunehmen, nicht hinreichend geklärt und beschloß man daher die llorlaac obzulchnen, resp. auf diesem Landtage nicht mehr zu beraten, in der Voraussicht, daß auf dem nächsten Landtage die Lage hinreichend geklärt erscheint. Weiter wurden noch die Ausführungsbestimmungen zum Bcamtenbesoldungsgesch besprochen, jedoch Beschlüsse nicht besaßt. Die Vcreinfachungskonimission beschäftigte sich heute Nachmittag in Anwesenheit des Stantsministcrs, mit dem Antrags der Abgeordneten Wünzer und Genossen, betr. ,üe Schaffung von sieben neuen Amtsrichtcrstellen. Nach ein- rchcuder Beratung wurde dann die Neuschaffung von fünf »eucn Stellen und zwar bei den Amtsgerichten Darmstadt II, Mainz, Gießen, Offenbach und Bad-Nauheim beschlossen und die Negierung ermächtigt, die Besetzung alsbald vorzu- nehmen. ^m'Ermordnngdesösterrtichischert §1iror»fo!gerpaarcs. Ankunft der Leiche» in Wie». Wien, 3, Juli. Viele Tausende hatten sich gestern Abend in den Straßen ausgestellt, die der Leichenzug des ermordeten Thronfolgers und seiner Gemahlin vom Dom nach der Hofburg-Pfarrkirche passieren mußte. Auf dem Süd» oahnhofe hatten sich sämtliche dienstfreien Ofsiziere, an ihrer Spitze der nunmehrige Erzherzog Karl Franz Joseph eingc- funden. Punkt 10 Uhr rollte der Zug in die Bahnhosshalle. Die Leichen wurden aus den Wagen gehoben und von neuem cingesegnct. Der Einsegnung wohnte der junge Thronfolger mit tränenden Augen bei. Dann wurden die Särge auf die Trauerwagcn gehoben und der Zug ging unter lautlosem Schweigen der Menge über den Meißen Platz vor dem Süd- oahnhos an Schloß Bclvedre, der Residenz des verstorbenen Erzherzogs, vorbei durch die Prinz Eugcnstroße über den Ring zur Hofburg, wo das Traucrgesolge im Burghofe zu- rllckblieb. Nach der nochmaligen Einsegnung in der Halle der Botschafterstiege wurden die Särge in die ganz schwarz ansgcschlagenc Hosburgkapelle getragen und auf die Schau- beiten gehoben. Während die Sänger der Hoskapclle das Mlsercrc sangen, übergab Baron RumerLkirch dem Hofmeister die beiden Sargschlüssel, worauf die Kirche geschlossen wurde. Heute früh 8 Uhr begann die Zulassung de-s Publikums zur Besichtigung und dauerte bis zum Mittag. Kundgebungen vor der serbischen Grsandtjchast. An der Wohnung des serbischen Gesandten, der in der Näbe der Gesandtschaft wohnt, war eine serbische Trikolore Neue Tageszeitung. Arairag, d«n 3. 3«H 1314. mit einem kleinen Trauerflor ausgefteckt. Unter den Bewohnern der Umgebung herrschte darüber große Aufregung und auf Intervention hin wurde ein längerer Trauerflor an der Trikolore befestigt. Gegen Abend wiederholten sich die Kimdgebungen vor dem Gebäude der serbischen Gesandtschaft und der Wohnung des Gesandten. Die Straßen wurden durch Polizei abgesperrt, jedoch gelang es einigen, den Polizeikordon zu durchbrechen. Der kommandierende Polizeioffizier ließ telephonisch von dem zur Spalierbildung ausgerüsteten Polizeimannschaften etwa 60 Mann herbeiholen und die Ruhestörer wurden zerstreut. Nachdem der Leichenzug die Ringstraße passiert hatte, vermehrten sich die Lärm- szenen. Aus der Menge wurden gegen die Wachen Steine geworfen, und die Polizei mußte blank ziehen, um die Radaumacher zu zerstreuen. Die Lkichenfeierlichkeiten in Wien. Wien, 3. Juli. Die außergewöhnliche Stille und das Fehlen jeglicher Repräsentation bei der Beisetzung des Erzherzogs-Thronfolgers wird in Oesterreich allgemein, nach der „Neuen Freien Presse", als ein seltsamer Widerspruch zu der Stellung einpfunden, die der verstorbene Erzherzog im militärischen und politischen Leben bekleidete. Es kann jedoch sein, so schreibt das Blatt weiter, daß die Trauerfeier deshalb auf das nach altem Brauch gerade Notwendigste beschränkt wurde, weil das hohe Alter des Kaisers und auch der Umstand, daß er erst vor kurzer Zeit eine schwere Krankheit durchgenracht hatte. Es werde vermutlich nicht möglich gewesen sein, den Kaiser vor Ucberanstrengungen zu schützen. Die Aerzte dürsten deni Kaiser weitgehendste Schonung geraten haben, und es kann sein, daß dieser Wunsch die Abkürzung und besondere Vereinfachung der Leichenfeicrlich- kciten verursacht hat. Diese Umstände mögen es wohl bewirkt haben, daß die von dem Verstorbenen so hochgehaltene und gegen die bisherige Ueberlieferung in der österreichischen Geschichte bis zur ungewöhnlichen Macht entwickelte Stellung eines Thronfolgers in der Leichenfeier kaum zu sinnfälligem Ausdruck konunt und dem Publikum auch nicht zur Anschauung gebracht wird. Die Untersuchung in der Serajewoer Attcntatsafiäre. Von informierter Seite erfährt der Korrespondent der „Frankfurter Zeitung" in Serojewo, daß die Untersuchung nicht vorwärts kommt, da Prinzip und Gabrilowitsch bisher auch nicht einen in Bosnien lebenden, also polizeilich haftbaren Komplizen namhaft geniacht haben, sondern nur über Belgrader Beziehungen einige nicht allzu wichtigen Mitteilungen machten. Aus der türkischen Genossenschaftsdruckerei wo Gabrilowifich fünf Tage aushilfsweise beschäfttgt war, wurden sechs Seher verhaftet, zwei von ihnen wurden jedoch bald wieder freigelassen. Die Freigelassenen beklagen sich, im Militärgefängnis schlecht behandelt und von Soldaten beschimpft worden zu sein. Gabrilowitsch wollte noch am Tage vor dem Attentat wegen eines Streites iiber Serbien einen Arbeitsgenossen erstechen. In Blaznj, wo die Verwandten des Prinzip leben, fanden Haussuchungen statt, deren Ergebnisse geheim gehalten werden. Gestern hielt die Regierung eine Konferenz ab, an der auch die Landtagspräsidenten und Parteiführer tcilnahmen. Konkrete Beschlüsse wurden bisher nicht gefaßt. Es heißt, daß auf Wunsch des Kaisers Rctorsionspolitik gemacht wird. Angeblich sind auch austauchende Demissionsgerüchte mindestens verfrüht. Die Quelle des Verbrechens. Serajewo, 3. Juli. Der Attentäter Tschabrinowifich gibt an, die Bombe bei seinem Aufenthalt in Belgrad erhal- ten zu haben, gesteht aber auch bereits seine Beziehungen zur „Narodna Obrana", der bekannten grobserbischen Agitationszentrale, und läßt durchblicken, daß diese die Anstisterin des Verbrechens war. Es wird festgestellt, daß schon wiederholt namentlich toährend der Balkankrise, Versuche gemacht wurden, aus Serbien Bomben nach Bosnien einzuschmuggeln - Die Bomben waren ebenso wie jene, die an der Attentatsstclle aufgefundencn, sie waren mit einem Seidenstllck umwickelt und für die Verzollung als Scidensendung deklariert. Rußland und Franz Ferdinand. Petersburg, 3. Juli. Nachdem die ganze russische Presse offen und zwischen den Zellen erklärt hat, daß in dem ermordeten Erzherzog Franz Ferdinand ein Feind Rußlands dahingegangen sei, veröffentlicht jetzt der „Petersburger Kurier" eine Unterredung, die einer seiner Mitarbeiter mit A. Gerowski, einen! aus einem österreichischen Gefängnis geflüchteten Rechtsanwalt, gehabt hat. Was Gerowski aus Oesterreich „ausgeplaudert" hat, stellt alle Auslassungen der nationalistischen Blätter in den Schatten. Gerowski erklärte, der Erzherzog war nicht nur ein Feind der Serben, sondern auch der Russen und sympathisierte mit der Slavcnhetze in Oesterreich-Ungarn. Es war ein offenes Geheimnis, daß Franz Ferdinand einen Krieg gegen Siidcußland vorbereitete. Partetnachrtchten. * Gießen, 3. Juli. Ein kleines Beispiel, wie es im sozialdemokratischen Staat hcrgehen wird, wo jeder auf Kosten der Allgemeinheit leben will, bietet folgendes wahre Geschichtchen in Gießen. Da wendet sich ein sozialdemokratischer Verband frisch und so —ei an die Stadtoertretung, erklärt, es sei in Berlin eine schöne und interesianle Fachausstellung und da die Arbeiter kein Geld zur Hinreise und zur Besichtigung hätten, sollten die Steuerzahler in Eteßen und der Stadtvorstand die Kosten bezahlen. Man ftagt sich, ob diese merkwürdigen Bittsteller eigentlich noch normal denken, man kann so recht deutlich wahrnehmen, wohin die sozialdemokratische Belehrung die Genossen treibt. Rechte, Rechte, Rechte aber Pflichten? Das Wort gibt es nicht. Wenn der Stadtrat aus den Leim gelrab- bclt wäre, batte» im nächsten Jabre mindestens Eg G-Nvll.--, mit Anschlägen und Anträgen aus Gott weiß was für Weltreise» gestellt. Aus der Heimat. * Fricbberg, z. Juli. Der Besuch der Kunstausstellung nimmt täglich zu, besonders seit die Ausstellung jetzt bis 8 Uh, geöffnet ist. Die Besucher sind sämtlich überrascht über dar viele schöne und Interessante, das dort geboten ist. Ein in die sen Tagen anwesend gewesener auswärtiger Kritiker sprach sich sehr lobend aus. Es ist erfreulich, daß besonders die Schulen fleißigen Gebrauch machen, ihren Schälern die Ausstellung zu zeigen. Im Ganzen waren jetzt schon über 338 Schüler in derselben. Es sei noch bemerkt, daß es in den weiten Räumen an- 8-nehm kühl ist. Die Lose gehen fleißig ab, und es wird möglich sein, drei Bilder oder Radierungen zu verlosen. Die Ausstellung wird auch in der nächsten Woche von 11—8 Uhr abend? geöffnet sein. * Friedberg, 3. Juli. Nach Helgoland und Norderney fahren die Dampfer des Norddeutschen Lloyd vom 1. Juli d. Js. ab Bremerhaven-Lloydhall- 18 bis 15 Minuten später, als'in den bereits verösfentlichten Fahrplänen angegeben ist, weil in- folge von Fahrplanänderung die Ankunftszeiten der Eisen- bahnzuge bei der Lloydhalle Bremerhaven vom I. Juli d. Js. ab später gelegt werden. Die Dampfer haben nach wie vor Anschluß an alle in Bremerhavcn-Lloydhalle cintresfcndeu und von dort abfahrenden Badezüge. Durch die geringe Fahrplan änderung wird der Anschluß in Bremen an die Züge von und nach dem Binnenlande in keiner Weis- berührt, sodaß der Reb scweg über Bremen und Bremerhaven auch in diesem Jahre eine der günstigsten Verbindungen nach den Rordseeinscln dar- stellt. * Bad-Rauhcim, 3 .Juli. Wie bereits bekannt, wird bei deni großen Bazar, der am 25. und 28. Juli im Großh. Konzerthaus zuni Besten des Roten Kreuzes abgehalten wird, für die Unterhaltung der Gäste durch Spiel und Tanz auss Beste gesorgt sein. Eine Reihe von Künstlern und Dilettanten hat stch bereits in den Dienst der guten Sache gestellt. Tänze, musikalische und deklamatorische Ausführungen, meist heiterer Art, werden das bunte Bild noch lebhafter machen. In dem Programm ist noch Raum für einige Darbietungen. Es werden alle diejenigen Damen und Herren, die ihre musilalischcn, de- klamatorischen oder schauspielerischen Fähigkeiten dem Allgemeinen Besten an diesen Tagen widmen wollen, gebeten, sich bis zum 15. Juli bet Frau Medizinalrat Nebel in Fricdbcrg oder Frau Rechtsanwalt Scriba in Bad-Nauheim melden zu wollen. * Vilbel, 3. Juli. Seine Kgl. Hoheit der Croßherzog haben Allergnädigst geruht: am 23. Mai d. I. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Vilbel Adam Wilh. Schmidt und Hrch. Schröder in Vilbel dar Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" zu verleihen. * Bingenheim, 3. Juli. Am verflossenen Sonntag (28. Juni) war unser Ort der Schauplatz eines bunt bewegten, festlichen Treibens. Unser Krtegerverein beging nämlich die Weihe seiner neuen Fahne und zugleich auch sein 48jährigcs Stiftungsfest. Es war dies fett 34 Jahren das erste größer« Fest, welches hier gefeiert wurde. Begünstigt von dem herrlichsten Wetter nahm es einen großarttgen Verlauf. Schon die Borfeier am Samstag abend brachte das ganze Ort auf die Beine. Roch glänzender gestaltete stch der Sonntag. Böllerschüsse, sowie das Spielen von Chorälen leiteten den Festtag würdig ein. Um 8 Uhr war Festgottesdienst, dann begann um 11)4 Uhr der Empfang der auswärttgcn Vereine. Sie waren alle ziemlich vollzählig erschienen. So bewegte sich denn um 3 Uhr ein stattlicher Festzug durch die Hauptstraße des Ortes nach dem gestplatz. Dort wurde die Versammlung von dem Bezirksoorsitzcnden Herrn Lehrer Jung von Ober-Mockstadt begrüßt. Die eigentliche Festrede hielt Herr Pfarrer Wiegel. Er hob die Bedeutung der Kriegervereine hervor und erwähnte besonders, wie unser Kriegerverein auch schon für Bingenheim vorbildlich gewirkt habe. Im Anschluß daran wurde dann die neue Fahne geweiht. Sie stammt von der Firma Arnold in Coburg und ist zur Zufriedenheit des Vereins ausgesallen. Sodann wurde noch ein von den hiesigen Frauen und Jungsrauen gestiftetes Bandelier überreicht. Das Präsidium war vertreten durch Herrn Kammerdircktor Der» von Asienheim, der auch einige anerkennende Worte sprach und besonders der Bingenhcimer Veteranen gedachte. Dann folgten die Volksbelustigungen, worunter besonders auch die Aufführung eines Festreigens unter der Leitung des Herrn Schmidt von Dorheim erwähnt werden muß. Es war -n Allem als ein gelungenes Fest zu bezeichnen, wozu besonders auch noch die großartige Ausschmückung des Ortes beigetragcn hatte. Die Zahl der Festtcilnchmer wurde aus ungefähr 3880 geschätzt und so kann man sich denken, daß auch eine beträchtliche Masie Steinhäußer Bier getrunken worden war. So möge denn auch das Fest seinen Zweck erfüllen. Möge es die Kameradschaft unter den Kriegervercinen festigen und die Liebe zu Kaiser und Reich dadurch gekrästigt worden sein. Dann ist es nicht umsonst gefeiert worden, * Gießen, 3. Juli. Ein Wasserläuscr, A. Kolidziej aus Potsdain, produzierte sich gestern mittag auf der Lahn. Er hatte zwei Boote, je 1,80 Meter lang, an die Füße geschnallt. Die Boote sind vorn ganz spitz und haben genau die Form eines Zeppelin-Lilftschiffes. Sie sind aus wasserdichtem Segeltuch angefertigt, das über ein Stahlgerippe gespannt ist. In der Mitte ist je eine Oesfnung, in welcher der Fuß durch eine Feder festgehalten wird. Vorn und hinten befinden sich zwei luftdichte Kannen. Bei der Fortbewegung benutzt er ein Doppelruder, wie cs beim Grönländerfahren verwandt wird. Schreitet er mit dem einen Fuße vor, so würde naturgemäß der andere mit dein Boot zurückgleiten, um dies zu verhindern, hilft er nun abwechselnd links und rechts mit dem Ruder »ach. Auf diese Weise bewegt er sich schnell und sicher fort. Die Lahn hatte einen ruhigen glatten Wasser- spicgcl, doch behauptet er, auch bei starkem Wellengänge marschieren zu können. Nu- >>->' starker See. wenn sich di? Wel-, W*. 15 J len überstürzen, ist ein Wasserlaufen nicht möglich. Im Falle er umkippt, was nur nach der Seite, nicht nach vorn oder hinten passieren kann, löst sich der Fuß selbsttätig aus seiner Befestigung und er kann sich dann an eines der Bote klammern und über Master halten. H Gießen, 3. Juli. Gestern Abend ertränkte sich in der Lahn die 14jährige Tochter des Dienstmannes Ruth. Die Leiche wurde gestern Abend gelandet. * Franksuet a. M., 3. Juli. Das vierjährige Töchtercheu tes Portiers Estelsberg verbrühte sich mit kochendem Waffer zu Tode. — Im Osthafen stürzte der 38jährige Arbeiter Hrch. Echäfer in das Wasser und ertrank. Die Leiche wurde nach lurzer Zeit an der Honsellbrücke geborgen. — Vom vierten Stockwerk eines Neubaus im Jndustriegelände stür-te der 22- >ährige Maurer Valentin Buxmeyer aus Drettichenhaln ab. Er erlitt schwere Verletzungen, die seinen Tod nach kurzer Zeit zur Folge hatten. * Frankfurt a. M., 3. Juli. Wie durch ein Wunder vom Tode errettet wurde das dreijährige Kind des Schlossers Dopp- lcr im Stadtteil Bockcnheim. Es fiel vom dritten Stet der elterlichen Wohnung auf die Straße. Eine sofort vorgenommene Untersuchung des Kindes ergab, daß es nicht den geringsten Schaden erlitten hatte. * Frankfurt a. M., 3. Juli. Daß das Blümchen „Byzanti- niismus" nicht nur auf der Menschheit Hohen, sondern auch bei den Ereignissen alltäglicher Art üppig blicht, liest man gegenwärtig an den hiesigen Anschlagsäulen. Der Gesangverein „Konkordia" im Stadtteil Eschersheim feiert am nächsten Sonntag sein Stiftungsfest. Hierzu ladet er durch Anschlag in gewaltigen Lettern ein und schließt den Aufruf in Fettdruck: ..Unter dem Protektorat des königlich preußischen Kommerzienrates <5. K. in Eschersheim". Diese Art Byzantimismus wird zweifellos auch dem Protektor unangenehm sein. * Frankfurt a. M., 3. Juli. Wegen umfangreicher Betrügereien verurteilte gestern die Strafkammer den 26jähr. .Kraftwagenführer Karl Ballmcrt aus Gießen zu drei Jahren Gefängnis. Ballmert hatte erst vor kurzem eine achtzehn- monatliche Gefängnisstrafe verbüßt und betrieb seitdem am diesigen Bahnhof die sogenannte Bauernfängerei: indem er stcllensuchendcn Burschen, die von auswärts zurcistcn, die Barschaften abschwindelte und dann die Leute mittellos da- sihen ließ. Junge, unerfahrene Leute können nicht oft genug gewarnt werden, solchen „Machern" Gehör zu schenken inbe- zug auf Stellenvermittelung usw. * Frankfurt a. M., 3. Juni. Die an der Honsellbrücke au? dem Main geborgener Leiche wurde heute als die des Arbeiters Schäfer aus der Rohrbachstraße 51 erkannt. In Schäfers Besitz fand man 57 Jl und eine schriftliche Aufzeichnung, daß er auf der Sparkaste noch 2200 Jl stehen habe. Hcssen-Rastau. * jr. Vommersheim, 3. Juli. Der hiesige Ziegenzuchtverein konnte mit dem Ergebnis seiner Ausstellung finanziell und materiell zufrieden sein. Es waren über SO Ziegen aufgetrieben. Preisrichter waren die Herren Mathai-Oberstedten und Langsdorf-Seulberg. Es erhielten Preise: Klasse A, ältere Ziegen: Abraham Schwarzschild den 1. Preis, Josef Schmidt den 2. Pr., Jakob Mag den 3. Preis. — Klaffe B, 1- und 2jährige Ziegen: Abraham Schwarzschild den 1. Preis, Josef Schmidt und Joh. Leitzbach je einen 2. Preis, Adam Krammich und Joh. Stück je einen 3. Preis. — Klaffe 0, Lämmer: Wilh. Iller den 1. Pr., Peter Braun und Jean Ruppel je einen 2. Preis, Anton Kitz und Johann Stück je einen 3. Preis. — Klasse v, Ueberstän- der: Peter Mag den 1. Preis, Adam Krammich den 2. Preis, Klaffe E, junge Ziegenböcke: Adam Krammich einen 1. Preis. — Gestohlen wurden zwei Arbeiterfamilien in der Wallstraße vom Hose eine große Partie Wüsche, Kleidungsstücke, Strümpfe usw. Von den Dieben fehlt jede Spur. * F. E. Wiesbaden, 3. Juli. Der Straßenrciniger Ludwig Pctermann gen. Karustcllouis gehört zu einem Trifolium, das in Wiesbaden seine metallischen Bestände auf ganz besondere Art aufzufrischcn sucht. Er pürscht sich, wenn am Abend Licbespärchen in den vielen Anlagen der Weltkur- stadt auf den Bänken niederlassen, an diese heran wie der Nimrod an den balzenden Auerhahn, und legt sich unter die Bank. Unbemerkt weiß er die in der Regel beiseite gelegte Handtasche der Dame zu ergreifen und ebenso unbemerkt wieder zu verschwinden. Im wunderschönen Monat Mai ging er eines Abends auf die Pürsch in die Albrccht-Düren- Anlagen und schlich sich unter eine Bank, auf dem ein Paar sich niedergelassen hatte. Die Tasche hatte Petermann bald weg. Das Paar bekam indesten Wind von ihm und fand ihn unter der Bank liegend vor. Die Tasche der Dame war jedoch verschwunden und inzwischen an einen Komplizen, der in den Büschen wartete, gewandert und mit der Beute los- geangcn. Das Gericht nahm trotz des Leugncns Pcter- »wnn seine Täterschaft an und erkannte auf sechs Monate Gefängnis mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit der Tat, die sich, wie der Vorsitzende ausführte, außerdem noch mit der verwerflichen Art paart, Liebespärcben nachzustellen und sich selbst dadurch noch einen Nsauß zu verschastcn. Dieses Urteil dürfte wohl unzweifelhaft richtig fein, denn Peter- mann erklärte, die Strafe, gegen die er sich vor der Beratung energisch wehrte, sofort antreten zu wollen. ' Eeoßeiilübcr, 3. Juli. Der Eilzug 227 Gießen-Fulda vergaß er anscheinend, am 3g. Juni auf der hiesigen Station zu Hallen und sauste flott bis Fulda durch. Die Fahrgäste, die mitfahren oder hier aussteigen wollten, hatten das Nachsehen. Starkrnburg. * Ren-Jfenburg, 3. Juli. Ein angeblicher Euttmaun wurde dabei überrascht, als er hier in einer Wirtschaft einen Einbruch verüben wollte und die Wirtsfrau mit einem Revolver zu töten suchte. Die resolute Wirtsfrau stieß den Mann in den Keller zurück, schloß diesen ab und holte polizeiliche Hilfe, die den Burschen verhaftete. * Neu-Isenburg, 3. Juli. Der 21jährige Gottfried Ebert „fand" im Frankfurter Hauptbahnhof einen Gepäckschein. Als .er auf dielen das Geväckstück einlöl-n wollte, wurde er anae- 9)<«e Tageszetinng. amtag, den 3. 3ait 191«. Seite 3. halten und verhaftet. Der wirkliche Verlierer hatte den Ver- tust de» Scheines sofort bemerkt und den Koffer überwachen lassen. * Egelsbach, 3. Juli. Die beiden k und 2jährigen Kinder eines hiesigen Wirtes tranken in der elterlichen Küche eine Flasche Aetznatton leer. Die Kinder verbrannten sich derart schwer, daß das jüngere nach kurzen Stunden verstarb. Auch das ältere Kind liegt todkrank darnieder und wird kaum wieder genesen. * Riijselsheim, t. Juli. Der verheiratete Weißbinder Schweikbard geriet am Samstag Abend beim Baden im Main an eine tiefe Stelle und erlrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. * Darmjtadt, 3. Juli. Im Fall Bogt-Hepderich (Mord in der Billa) wurde im Laufe der Untersuchung auch sestgestellt, daß die Eheleute Heyderich schon einmal geschieden waren, während sich Heyderich mit seiner zweiten Frau in Spanien befand. Diese Ehe war zwar nicht von langer Dauer, doch ist ihr ein Sohn entsprossen, der bei dessen Mutter erzogen wird. Später hat Heyderich seine erste Frau wieder geheiratet. Aus verschiedenen Amständen geht hervor, daß H. ein gutmütiger und vollständig Willensschwächen Mann war, der trotz der Warnung von Bekannten, die ihn aus die Beziehungen seiner Frau zu Vogt ausmerlsam inachten, erklärt hat: Meine Frau :o-.ll sich den Jungen erziehen!? Bezeichnend für Frau H. ist, daß sie wiederholt besonders bei Frauen erklärte, daß ihr die Männer „apathisch" seien! wahrend jetzt doch seststeht, daß sie es ausgezeichnet verstand, auch die Ehemänner in ihre Netze z» ziehen, sodaß verschiedene Familien ihre Beziehungen zu Hey derichs abbrachen, um Streitigkeiten aus dem Wege zu gehen und den eigenen Fainilienfrieden zu erhalten. Die beiden Angeklagten werden z. Z. auch auf ihren Geisteszustand beobachtet, um evtl, späteren diesbezüglichen entgegenzulommen. Wie mir erfahre», hat V. verschiedene für Frau H. sehr belastende Aussagen gemacht. Zur Ergänzung des Materials wird sich Untersuchungsrichter Dr. Wolff demnächst nach Berlin, Halle usw. begeben, um Ermittelungen über das Vorleben der Familie H. an den früheren Wohnsitzen selbst zu machen. Wenn nicht besondere Schwierigkeiten eintreten, hofft man die Anklage für den nächste» Schwurgerichtstermin im September noch fertigstellen zu können. * Darmstadt, 3. Juli. Der Unteroffizier H. Litzius vom Dragoner-Regiment Nr. 23 war bei der Stuttgarter Versicherungsgesellschaft gegen Unfall versichert und meldete sich 28. April bei dem Oberstabsarzt krank, da er vom Pferde gefallen sei. Er wurde zunächst krank geschrieben, aber schon am nächsten Tage von dem Oberarzt, der von der vorherigen Untersuchung nichts wußte .wieder gesund geschrieben, da er absolut keinen Fehler finden konnte. Der angeblich „Kranke" blieb aber doch in seinem Zimmer und erklärte dem Feldwebel, daß er krank geschrieben sei. Man fand dann auch im Revierbuch, daß die Gesundmeldung, die in Wirklichkeit durch den Arzt am 30. April erfolgt war, indas Datum „10. Mai" umgeändert war. Wer dies getan, konnte nicht fest- gestellt werden, und wurde die Untersuchung gegen Litzius wegen Urkundenfälschung eingestellt. Wegen Betrugsversuch und Belügen eines Borgesetztrn erhält er ober 10 Tage Mittclarrest und 15 Jl Geldstrafe von dem Kriegsgericht. * Darmstadt, 3. Juli. Ein frecher Bursche ist der schon wegen schweren Einbruchs und Brandstiftung vorbestrafte Taglöhner Heinrich Fiedler aus Hirschhorn. Er hat noch nicht lange seine Strafe verbüßt und konnte in der Heimat und der Umgebung, wie auch in Mannheim keine Arbeit finden. Er ging dann Wetter auf die Walze und hiett in Folge seines hungrigen Magens das vor ihm auftauchcnde Pfarrhaus in Wimpfen für ein geeignetes Objett, an dem er seine Lüste zu befriedigen gedachte. Nach verschiedenen Hindernissen, Einschlagen eines Fensters usw., kam er in Abwesenheit des Pfarrers in die oberen Fremdenzimmer, mußte aber seine Tätigkeit, weiter vorzudringen, einstellen, da er jeden Augenblick erwischt werden konnte. Es gelang ihm, nur verschiedene „dürre Zwetschen" zu erhaschen, die dort aufgespeichert waren und gedachte es sich recht bequem zu machen und legte sich in das eine der Betten, um sich auszuruhen für die Frühe des folgenden Tages, wo er während der Frühmesse, wo der Pfarrer und das Personal in der Kirche waren, in der Wohnung nach Geld oder anderne Objekten suchen wollte. Das Personal hatte jedoch noch Arbeit in der Fremdenstube, fand diese zunächst verschlossen, gelangte aber durch ein Neben- zimmer hinein, um mit Schrecken den „fremden Kerl in Bett" zu entdecken. Sofort wurde das ganze Haus alarmiert. Fiedler ging durch, wurde aber verfolgt, in den Straßen sest- genommen und zunächst gehörig — abgerieben. Er stand gestern vor der Strafkammer, ist vollständig geständig und erzählt ganz glaubwürdig, daß er hungrig war. Das Urteil lautete auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. * Eberstadt, 3. Juli. Trotz aller Warnungen gibt cs immer wieder Menschen, die der Gefahr der elektrischen Leitungen trotzen und dabei ihr Leben einbüßen müssen. So erging es gestern früh kurz nach sieben Uhr dem 45 Jahre alten verheirateten Weißbinder Georg Delp IX., Vater von fünf Kindern hier. Er war mit Arbeiten an der Umformstation beschäftigt und wurde von den Mitarbettern gewarnt, der Leitung zu nahe zu kommen, da Strom darin sei. Er bestritt dies, ergriff die Leiter mit der einen Hand, während er nur mit der in der anderen Hand befindlichen „Kelle" den anderen Teil der Leitung berührte. Er fiel sofort zusammen und war tot. Gestern nachmittag fand die gerichlliche Leichenschau statt. Man kann die Arbeiter.nicht dringend genug zur Vorsicht mahnen. ; i Aus Rheinhesfen. , * Büdesheim b. Bingen, 1. Juli. Eine Auszeichnung für eine Lebensrettung wurde der 14jährigen Elisabeth Kunz, Tochter der Witwe Joh. Urban Kunz, von hier, zuteil. Da» Kind hatte im vergangenen Jahre unter eigener Lebensgefahr ein andere» Kind an» den Einten der -Nabe aerettet. ^ Nun , überreichte ihm Herr Geheimrat Kreisarzt Dr. Steeg-Bingen eine vrachtvolle Uhr mit entsprechender Widmung Ans aller Welt. Ei» Bienenschwarm als Angreifer. Als vergangene Woch, der Landwirt Trüpjchuch in Egstedt großen Lärm auf seinem Hose hörte und nach der Ursache sehen wollte, bemerkte er, das schwärmende Bieicen seines Nachbars über seine Gänse herge- sallen waren. Als er hinzueilte, um die Gänse in Sicherheit zu bringen, wurde er so arg zugerichtet, daß er nicht mehr sehen und sich nicht mehr bewege» konnte. Er hat über 30 Bienenstiche in den Kops erhalten. Bon den Gänsen wurden fünf totgestochen und die übrigen sieben Stuck wurden übel zugerichtet. Auch über den im Hofe befindlichen Hund waren die Bie nen helgesallen. Das vcrgistete Buitcrbrod. Als der Spinnmeistcr Lob- »er nus Forst sich im Jahre 1008 mit seiner jetzigen Ehefrau Fanny Lobncr verheiratete, hatte er ein Kind erster Ehe. Emma Lobncr, dem die neue Mutter die böse Stiefmutter des Mädchens wurde. Sie prügelte das Kind, stieß cs in den Ecken herum, und das Kind wurde ihr schließlich so lästig, daß sic versuchte, es durch Gift aus dem Wege zu räumen. So streute sie am 17. Oktober 1913 ihrer Stieftochter Emma Klecsalz auf das Butterbrod und versuchte, das Kind zu bewegen, das giftige Butterbrod zu essen. Im ganzen hatte si- dem Kinde fünf dieser Buttcrbrodc verabreicht und in de, Schwurgcrichtsvcrhandlung, in der sich die böse Stiefmutte: wegen versuchten Mordes zu verantworten hatte, bekundet: der Zeuge Hauptlchrcr Beutner, er habe von dem Butterbrod crfohrcn, davon gekostet und es habe wie Feuer im Munde gebrannt. — Die Sachverständigen gaben ihr Gutachten dahin ab, daß das Kind an diesen Buttcrbroden hätte zu Grund gehen können. — Als in der jetzigen Verhandlung der Vor- sitzende die Angeklagte ermahnte, der Wahrheit die Ehre z» geben, brach sie zusammen und legte ein Geständnis ab, nachdem sie zuerst behauptet hatte, sic habe durch solche Buttcr- brode das Kind krank machen wollen, »m es hinterher zu pflegen, aifi daß das Kind Liebe zu seiner (Stiefmutter faßte. — Die Angeklagte erhielt drei Jahre Zuchthaus, da die Geschworenen die Frage nach versuchtem Morde und zwar mit Ucberlegung, bejahten. Die Angeklagte erklärte sich auch glccch mit diesem Urteil einverstanden. Ausgcdccktes Verbrechen. Zu dem mistcriösen Tod des Bergmannes Döckmann au? Höntrop, der, wie gcnieldr't. mit der Schnapsflaschc in. Arme in einem Getreidefelds bei Höntrop tot aufgefunden wurde, wird jetzt gemeldet, daß er aicf dem Heimwege von der Lindener Kirmes erwürgt worden ist. Als Täter kommen die Brüder Theodor und Stephan Fuhrmann in Frage. Beide befinden sich bereits hinter Schloß und Riegel und Stephau hot bereits ein Geständnis abgelegt. Sein Bruder unterhielt unerlaubte Beziehungen zu der Frau des Ermordeten. Sie hatten ihn deshalb aus dem Wege schäften wollen und ermordet, lim den Anschein zu erwecken, daß Böckmann einer Alkoholvergiftung erlegen sei, hatte man dem Ermordeten eine Schnapsflasche in die Arme gelegt. Jetzt wird mich besannt, daß die Fra» Böck- mannn versucht hatte, ihren Mann mtt Klecsalz zn vergiften. In Zusammenhang mit dieser Bluttat wird jetzt bekannt. daß der Bergmann Kiukcldcy, der im Januar d. I. mit abgefahrenen Beinen bei Wattenscheid tot auf den Eisenbahnschienen gefimden wurde, von den beiden Brüdern »ach voraufgegangenem Streit ermordet und dann auf die Schienen gelegt wurde, um einen UnglückSfall vorzutäuschcn. Bereinigte Landwirte. Achtung! BeWtigunü der BersWselder in Gießen. Das Landwirtschaftliche Institut der lluiversität Gießen hat unsere Bereinigung zu einer BesichtignngihrerBersnchsfelder eingeladen, die wir mit Dank angenommen haben. Die Besichtigung unter sachkundiger Führiing soll am Montag, den 7. Juli, nachmittags ftattfindcn. Treftpunkt: 2 Uhr am Bahnhof (Hießen. Wir fordern unsere Mitglieder auf, sich recht zahlreich an dieser Besichttgung beteiligen zu wollen. Ter Vorstand. ) Beste Verbindung: % Schnellzug: ab Frankfurt: 12,50 Uhrtz an Fricdberg: 1,24 Uhr, in Gießen: 2,01 Uhr. PcrsonenzugL ab Frankfurt 11,02 Uhr, ab Friedberg: 12,10 UHL in Gießen: 1,09 Uhr. Frankfurter Wetterbericht. -. Voraussage: Wechselnde Bewölkung, Gewitter, war:», westliche Winde. - < - ' Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirschei, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Leu,. Fricdberg; für den Anzeigenteil: Karl -Schm i dt. Fricdberg. Druck und Verlag der „lB- icn aacs- zeitrmg", A.-G„ Friedberg i. H. 9ir. 153 91eue Tageszeitung. Freitag, den 3. Juli litll. Seite 4T KUNST-AUSSTELLUNG IN FRIEDBERG IN DER GEWERBESCHULE YON WERKEN FKIEDBERGER KUENSTLER VOM 28. JUNI BIS 12. JULI 1M4 GEOEFFNET TAEGLICH VON 11—4 EHR EINTRITTSPREIS 25 PFENNIG, SG HL'EL EU 10 PFENNIG BESUCHE AUSSER DIESER ZEIT, DIE JEDEP.ZE1T JIOEGLIGH SIND — 75 PFENNIG Wltte«-Fest. Der 1. Stemm- und Ringklub hier bittet srcundlichst die werten Einwohner Friedbergs um S'iijmiiihuug ihrer Heuler bei dem am 4., 5. und K. Juli d. Zs. stattfindenen Bezirlsfest. Ter Vorstand. Llas-Üttllchmliisi. Am Mittwoch, den 8. Juli I 1914, vormittags 11 Uhr de- ! ginnend, wird in der Wirtschaft > des Herrn Lcorhard in Rcpdcl das diesjährige Heu und Erummet- gras der gräflichen Regicwiefen öffentlich versteigert. £ eu'cnitoimii, den 2. Juli 1014. I Erästich Schönbornhche s Rentamt. Wünsche sür meine Schwester, JlflRlf 20 Ihr., flroge, hübsche Erscheinung, aus bester Familie, aber vermögenslos, welche ans diesem Grunde ihren Kunstberuf nicht sortsetzen kann, die Bekanntschaft mit Großlandwir! oder Grostkauf- manir, zwecks. Ehe. Da sehr, klnder l e , Witwer.niit Kind nicht ausgeschlossen. Die Ehrenhaftigkeit des Charak- lers bürgt für Verschwiegenheit. Agenten verbeten. Postlagernd unter „Dcll-Win" z. Z. Bad-Nanheim. Had Salzhausen Sonntag, den 5. ds. Mts. Konzert des Posaunenchors Obermock st adt von 4—7 Uhr im Kurgarten und von 8—9 Uhr vor dem Kurhaus. Eintritt 50 Pfg. Besitzer von Kurkarten frei. Bei schlechtem Wetter findet das Konzert im Saal statt. Bad-Salzhausen, den 1. Juli 1914. Grotzh. Badedirektion Bad-Salzhausen. K. Bezii'kslest nait AtSslctcsnvettstreit des 3. Bezirks des Hessischen Athleten-Verbandes verbunden mit dem tüjiiEii'. Stiftungsfest des 1. Stemm- und Ring Klubs Fricdberg am 4.. 5. und 6. Zuli 1914 Sa§~ Festplatz: Seewiese. Fe st- Ordnung: !-iN!lstgg,4. Juli: Rachmittags Empfang der auswärtigen Vereine. Abends 8V- Uhr: Aufstcllen des Vereins am' Säalbau, Abmarich zum Jestplatz. Dafelbst Konzert, Eesangsvor- träge, Marmorgruppen, gestellt von Mitgliedern wes fest- gebsnde» Vereins. Souitiag, .">. Juli! Morgens 67, Uhr: Erostes Wecken durch die! gesamte Kapelle der Militär-Musikschule. 8!!orgk»s 8 Uhr: Beginn der Wettkämpfe für Leicht-u. Schwer-Athletil, sowie Mannschasiskämpse auf d. Festplatze, i Rachiiiütags Vf, Uhr: Aufstellen des Festzuges an der Mainzertoraiilage. Rachmittags 2 Uhr: Abmarsch des rmlintn durch die Kaficrstraste, Burg, nach dem Festplatze. Ikihß jlliiisttt, tfluj, i'olLöbcluTlipnflcn. Nachmittags 3'/, Uhr: Ringen stimtlicher Klaffen im proste» Saale des Saalbaucs. Aoonds8/-Uhr: I^rci^^erttitlurixaufLemFestpIatze. >'. , ii. Ziilr: Von 11 Uhr ab: Frühkonzert auf dem Festplatze.! p.nchuuttags 2 '], Uhr: Antreten am Saalbau. Aiarsch „ach de>n Feftplatze. ..m itags 3 Uhr: Klirrnprrlitriiiecci daselbst, in sämtlichen Klaffen. Konzert und Tanz. Abends 7 Uhr: I'rdt>,,».-»-eotI>ii»ir,VollssestundFackel- uoionaisc. Havpikarte. giiltig für die ganze Dauer des Festes d0 Pf. sohstnvd Rllörrlagrn bri> Adolf Weissenbach, ikrzoqttch Schleswig HoMein'ichr Larao-GefrlhchaR Wandeivek/ Weitere Verkaufsstellen an Plakate» kenntlich? Neu eingetroffen. * ST EilliliMliiser«. tttuaren 1 WaggörWvg Emaille 1 Er Porzellan 11 . Steingut 1 WllWlMliilg Steintöpfe JUarfnljaim Gkjllsniißn lltmjcr Friedberg i. K. Schutzmittel von größter Wirkung bei Pferden u. stiindvieh gegen Bremse» u. Stechficgcn empfiehlt in Tuben und Dosen st 3« . Pfg. und Mk. >.tG sowie andere gute wirkende Mittel. 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Im Jahresdurchschnitt 1903/12 wurden nur cr- rielt 2,26 Tonnen Winterweizen und 2,14 Tonnen Sommerweizen auf den Hektar. Den meisten Winterwcizen erzielte Rheinhessen mit 2,99, dann folgt Oberhessen mit 2,72 und Starkenburg mit 2,46 Tonnen auf den Hektar. Bei dem Sommerweizen ist die Reihenfolge Rheinhessen 2,73, Ober- hcsscn 2.54 und Starkenburg 2,25 Tonnen auf den Hektar. Ter Reichsdurchschnitt betrug 1913 beim Winterwcizen 2,35 gegen 2,01 in den Jahren 1903/12 und beim Sommerweizen 2 39 gegen 2.14 in den Jahren 1903/12. Den meisten Weizen erntete Schleswig-Holstein mit 3,25 und den wenigsten Bchern und Elsaß-Lothringen mit 1,74 Tonnen aus den Hektar. ' » • " ' - v. Rüggen. Im Großherzogtum Hessen wurden 1913 72 077 Hektar mit Winterroggen und 174 Hektar mit Soiiimerroggen bestellt, die einen Ertrag lieferten von 170 782 Tonnen Winterroggen und 292 Tonnen Sommerroggen oder 2,37 Tonnen und 292 Tonnen Sommerroggen oder 2,37 Tonnen Winterroggen und 1,68 Tonnen Sommerroggen auf den Hektar gegen 2,04 Tonnen Winterroggen und 1,52 Tonnen Sommerroggen in den Jahren 1903/12. Die Reihenfolge ist beim Winterroggen Rhcinhessen 2,80, Oberhessen 2,21 und Star- kenbnrg 2,14, beim Sommerroggen Starkenburg 1,79 und Oberhesscn 1,43 Tonnen auf den Hektar. In Rheinhessen Ivurde kein Sommerroggen gebaut. Der Reichsdurchschnitt betrug beim Winterroggen 1,92 gegen 1,71 in den Jahren 190312 und beim Sommerroggen 1913 1,34 gegen 1,19 irt den Jahren 1903/12. Den meisten Roggen erntete Braun- ühweig mit 2,52 und den wenigsten Württemberg mit 1,57 Tonnen auf den Hektar. * '< • . I. 0. Gerste. . In Hessen wurden 1913 45 909 Hektar mit Gerste bestellt. die einen Ertrag lieferten von 122 155 Tonnen — 2,66 i' vi'ii 2,25 Tonnen auf den Hektar in dne Jahren 1903/12. 7 ic Reihenfolge ist: Rheinhessen 2,96, Starkenburg 2,55 und " berhesscn 2,29 Tonnen auf den Hektar. Der Rcichsdurch- i.hnitt betrug 1913 2,22 gegen 1,95 in den Jahren 1903/12. Tie meiste Gerste wurde geerntet in Braunschweig mit 2,77 und die wenigste in Westfalen mit 1,63 Tonnen auf den Hektar. v * D. Hafer. _ > . Mit Hafer wurden bestellt 52 995 Hektar mit einem Er- Freitag. den 3. Juli 1914. 7 .Jahrgang osfcrn Throrruaycrpaares. Durch den plötzlichen Tod des Erzherzogs Franz Fcrdi- dies die Fürstin Sophie, die in, Juli 1901 geboren wurde. nand und seiner Gemahlin der Herzogin von Hohenberg, sind die drei Kinder derselben zu Waisen geworden. Es sind Fürst Maximilian, der 1 Jahr jünger ist und Fürst Ernst der seht gerade 10 Jahre alt geworden ist. trag von 134 473 Tonnen — 2,54 gegen 2,08 Tonnen auf den Hektar in den Jahren 190312. Die Reihenfolge ist: Rheinhessen 2,95, Oberhessen 2,55 und Starkenburg 2,31 Tonnen auf den Hektar. Der Reichsdurchschnitt betrug 1913 2,19 und 190312 1,86 Tonnen airf de» Hektar. Die beste Haferernte hatte Braunschweig mit 2,97 und die geringste Württemberg mit 1,75 Tonnen auf de» Hektar. ■L. Kartoffeln. 63 814 Hektar wurden mit Kartoffeln bestellt, die einen Ertrag lieferten von 1134 274 Tonnen oder 17,77 gegen 13,50 Tonnen auf den Hektar in den Jahren 190312. Davon waren krank 32 740 Tonnen — 2,9 Prozent gegen 4,1 Prozent in den Jahren 190312. Die Reihenfolge ist: Rheinhessen 18,71, Oberhessen 17,68 und Starkenburg 17,37 Tonnen auf den Hektar. Der Reichsdurchschnitt betrug 1913 15,86 in den Jahren 190312 13,2 l Tonnen auf den Hektar. Die meisten Kartoffeln wurden in Mecklenburg-Schwerin mit 19,54 und die wenigstens mit 10,56 Tonnen auf den Hektar in Württemberg geerntet. -- < - -- ' ’ ' lk. Klee. .» , 21827 Hektar wurden 1913 in Hessen mit Klee bestellt, die einen Ertrag lieferten von 142 811 Tonnen — 6,54 gegen 5,78 Tonnen auf den Hektar in den Jahren 190312. Die Reihenfolge ist: Starkenburg 6,60, Oberhessen 6,52 und Rbeinhessen 6,50 Tonnen auf den Hektar. Der Reichsdurchschnitt betrug 1913 5,63 und 190312 4,82 Tonnen auf den Hektar. Den meisten Klee erntete Lippe mit 7,80, den wenigsten Mecklenburg-Strelih mit 3,76 Tonnen auf den Hektar. ' ' s > •< > G. 2 n ä er ne. 1 _ \. 8101 Hektar wurden 1913 in Hessen mit Luzerne bebaut mit einem Ertrag von 59 381 Tonnen — 7,33 gegen 6,36 Tonnen auf den Hektar in den Jahren 190312. Die Reihenfolge ist Oberhessen 8,92, Rheinhessen 7,07 und Star- kenburg 6,77 Tonnen auf den Hektar. Der Reichsdurchschnitt betrug 1913 6,62 und 190312 6,01 Tonnen auf den Hektar. Die meiste Luzerne hatte Schaumburg-Lippe mit 9,96 und die wenigste Mecklenburg-Strelih mit 4,77 Tonnen auf den Hektar. kl. Wiesen (Heu, Grummet, Ohmd). 93 665 Hektar Wiesen waren 1913 in Hessen vorlianden, die einen Ertrag lieferten von 511969 Tonnen — 5,6? gegen 4,94 Tonnen auf den Hektar in den Jahren 190312. Die Reihenfolge ist Starkenburg mit 5,71 und Oberhessen und Rheinhessen mit je 5,58 Tonnen auf den Hektar. Der Reichsdurchschnitt betrug 1913 5,25 und 190312 4,68 Tonnen auf den Hektar. Die crtragsreichsten Wiesen batte Lippe- Detmold mit 7,66 und die unergiebigsten Anhalt mit 3,20 Tonnen auf den Hektar. Aus der vorstehenden Uebersicht geht klar und deutlich hervor, daß die Ernte des Jahres 1913 sowohl im Größt,er- zogtum Hessen, wie im ganzen Reiche besser, teilweise sogar erheblich besser gewesen ist, wie im Durchschnitt der Jahre . 190312 und zwar ohne Ausnahme bei allen Früchten. h ' <«-! ? iir - ) i 5 Ans der Heimat. 1. ' * Feiedberg, 3. Juli. Am Sonntag, den 28. Juni hielt d!e Zimmern,crfter Innung für de» Kreis Friedberg ini Saalbau ihre IX. ordentliche Znnungsversammlung ab. Um \y, Uhr crofsnete der Obermeister Wilh. Füller die Versammlung und begrüßte die Erschienenen, ganz besonders wurde hierbei des Kollege» lüg. hofniann von Rodheim gedacht, der in der vergangenem Woche in feiner Gemeinde zum Bürgermeister gewühlt wurde, wozu ihm von der Bcrsammlung ein kräftiges „balz Holz Holz her!" ausgebracht wurde. Ferner werden »och die gesandten Glückwünsche des Kollegen Euler ans Butzbach bekannt gegeben, der gleichzeitig der Bcrsammlung die Photo- Cchittiiikniiirkt ii, VerW Montaa, den (i. Juli 1914. Das grüne Aula. Spionage-Roman von August Weißl. 65 (Fortsetzung). Herr Professor, Sie werden ja jedenfalls über die näheren Umstände orientiert sein. Was bestimmte Ihre Frau, jur die Gräfin zur Polizei zu gehen. Das ist nicht so erstaunlich, als es aussieht, meinte der Professor, Sie müssen nämlich wissen: die Gräfin und meine Frau kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie sind in derselben Straße ausgewachsen, waren sozusagen Nachbarskinder und haben, wie das in Italien, wo sich das ganze Leben auf der Gasse abspielt — In Italic»? unterbrach Doktor Martens den Professor. Ihre Frau ist also eine Italienerin? „ Jawohl, ans Neapel — Pardon, daß ich abermals unterbreche, aber etwas stimmt ;.i wohl nicht. Die Gräfin di Campobello ist doch Ameri- läncrin. So viel ich weiß, heißt sie mit ihrem Mädchen- ,-r.nwn Gibson, und ihr Vater soll ein vermögender Minenbesitzer in Chicago sein. Ach, warum nicht gar! Keine Rede davon! Sie ist in Neapel geboren, wurde später von Gibson adoptiert, daher Amerikalegende. Meine Frau, die aus sehr bescheidenen Verhältnissen stammt, ist mit ihr in Neapel auf der Straße , ».hergelaufen, als sie beide noch kleine Mädchen waren. Da- t er auch diese Freundschaft. Sie haben trotz der Verschicden- I eit ihrer Veranlagung bisher immer treu zueinander geleiten. Offen gestanden, paßt nur der Verkehr für meine Frau nicht. Eine reiche Weltdame und eine einfache Prass, rssra» sollten eigentlich nicht miteinander gehen, denn >ie Verschiedenheit der Ansprüche, Gewohnheiten und des Milieus tragen Disharmonie in die Familien. Und dann «ich: Diolctta hat eine wilde, abenteuerliche Jugend hinter sich. was mir ihre Gesellschaft für nieine Frau auch nicht sehr wünschenswert macht. Aber schließlich, ich leb« drei Viertel meine« Leben» Im Oaboratoritim. meine Frau ist soviel allein, und wenn sie einen Verkehr hat, bei dem sie sich wohl fühlt und der ihr behagt, so darf ich wohl schon a»4 Rcchtsgefühl nichts dagegen cinwenden. Der Professor machte eine Pause. ^ ; Doktor Martens erinnerte ihn: i - - Sie wollten wegen des Armbandes — Ja, ich bin ganz abgekommen. Also, vor drei oder vier Tagen fragte mi chmeine Frau beim Nachtmahl: „Du, was muß man tun, um einen verlorenen Gegenstand von der Polizei wieder zu bekommen?" ...Hast du was verloren?" fragte ich. „Nein, aber Violetta. Ich habe ihr versprochen, den Gegenstand für sie zu beheben." Und nun erzähfte mir meine Frau, daß die Gräfin vor zwei Stunden furchtbar aufgeregt gekomnien sei und sie beschworen habe, einen Freundschaftsdienst für sie zu tun. Sie habe sie gebeten, das Armband, das sie genau beschrieben, für sie aus dem Fund- bureau zu holen, und hinzugefügt: „Du ahnst nicht, welche Sorge du mir vom Herzen nimmst, wenn du es tust." Meine Frau hatte natürlich eingewilligt und bestand darauf, ihr Wort zu halten, trotzdem ich sie darauf aufmerksam machte, daß dieses Vorgehen eigentlich inkorrekt sei und ihr daraus große Unannehmlichkeiten erwachsen könnten. Sie lief richtig dreimal ins Fundbureau, bis sie endlich das verdammte Armband ganz stolz nach Hause brachte. Könnte« Sic mir sagen. Herr Professor, fragte der Kommissär, wo sich das Armband jetzt befindet? Ihr« Frau sagte, daß sie es zu einem Juwelier gegeben habe. Na ja, da hat man's. In Lügen verstrickt sic sich auch noch wegcn der dummen Geschichte. Das ist näintich alles nicht wahr. Ist natürlich nur eine Ausrede, um ihre Freundin nicht zu verraten. Ich selbst mußte der Gräsin telephonieren, daß das Armband bereit liege. Bevor ich ins Laboratorium hinunterging, kam Violetta, und meine Frau übergab chr den Schmuck. Haben Sie Ihre Frau nicht gefragt, weshalb denn die Gräfin nicht selbst zur Polizei ging? Natürlich habe ich fte gefragt. Und welchen Grund gab Ihre Frau Gemahlin dafür an? fragte der Kommissär. Echte Weibergcschichtcn, brummte der Professor verdrießlich. Alte Liebesgeschichten. Den Weibern ist ja nicht wohl, wenn sie nicht kleine Geheimnisse haben. Tie Gräfin will wegcn ihres Mannes nicht, daß ihr Name mit dem Armband in Verbindung gebracht werde. Im Medaillon befindet sich nämlich das Bild ihres früheren Bräutigams, eines jungen, italienischen Offiziers, von dessen Existenz der Graf angeblich keine Ahnung hat. Also, Herr Professor, fragte Doktor Martens und stand auf, uni sich zu verabschieden, Sic können nur als Mann dafür garantieren, daß das Armband seiner rechtmäßigen Eigentümerin zugcführt wurde? TaS kann ich. Herr Kommissär. Ich selbst war Zeuge, wie meine Frau das Armband ihrer Freundin einhändigte. Das nur zu konstatieren, war meine Pflicht. Ter Professor geleitete den Kommissär artig bis zu der Türe. Beim Abschied bat er noch: Nicht wahr, Herr Kommissär, die Sache ist damit erledigt. Meiner Frau und mir erwachsen doch keine Unannehmlichkeiten? Gewiß nicht, Herr Professor. Meine Mission ist in dem Augenblicke zu Ende, da Sic dafür cinstchen, daß das Armband sich im Besitze seiner wirklick)«» Eigentümerin, bei Gräfin di Eampobello, befindet. Neunzehntes Kapitel. Seit die Baronin Sternburg ihre Schwester zu Gas? hatte, fand sich Baron Spohr fast täglich mit irgend einer Ausrede im Hause ei». Seine schönsten Stunden waren cs, wenn er mit dem reizenden Mädchen ungestört plaudern konnte, plaudern von einer Zukunft, wie sie eben nur Glück- liche in ihren Träume» ersinnen. (Fortsetzung MbP- / ©cif« S. Sir. 15» (Jväptjic (eines" selbstgesertigten Grabdenkmals aus Eichenholz geschickt hat, aus der fich deutlich erfennen läßt, daß in den Ädern des Altmeisters Euler noch ein en Baden wohnhaft, habe ihren Vater vergiftet. Wegen dieser schweren Beschuldigung hatte die Ehefrau Klusmcyer gegen ihre Schwester, die Ehefrau Lapp, eine Privatklage angestrengt. Tie Angeklagte erklärte, sie habe der Frau Schulz gegenüber nicht direkt behauptet, daß ihre S« de-iustußt. Er »clrug bi- zum 1. April 37 351 Personen. Hi-ruuier defauden fich 72 höher- Schulen mit 216$, 65 Volks- Sfiml« °»i und 66 Vereine mit 3591 Mitglieder«. An Postkarten wurden oerkausl 118 900 (im Borjahr 123 609) St. elektrische Bahn beförderte 162 700 (170 000) Personen. Das Museum erwarb durch Ausgrabungen von der Saalburg lv7, »am Zugmai,tel 1236 und von anderen Stellen 16 Fund, stucke, luogesamt 1859 Gegenstände, durch Geschenke vom Lerde- N«ne wagcszerrung. Freitag, den S. Juli 1911, „er Rationalmuscum einen spätrömischen Helm und vom Architekten Füller (Gonzenheim) einen sehr wertvollen Bronze- lelt: du,ch Anlauf vom Deutsche,! Museum in München Modelle alter Holzschlösser, das Modell eines römischen Brunnen zu Rockrnhauseu bei Speyer und vom Römisch-germanischen Museum zu Mainz eine Tuba. — Mit der Anfertigung der von Hugo Rcisinger (Newyork) gestifteten Büsten römischer Kaiser har Bildhauer E. Echmahl begonnen. * Bad Homburg v. d. H., 3. Juli. Die Stadtverord. rietcnversammlung bewilligte am Dienstag für die Fundamenticrungsarbeiten zu dem von Samtätsrat vr. Kaufmann der Stadt geschenkten Schmuckbrunnen 1000 \U. Dem Spender wurde ein besonderer Dank übermittelt. Für einen Ehrenpreis beim Internationalen Tontaubenschießen stellte man 250 ’M zur Verfügung, für Unterstützung der Kaninchenzucht 100 \M. Genehmigt wurden die neue Stratzenpolizei- vcrordnung und der neue Anstellungsvertrag für die Mit, glieder des Kurorchesters. Bei der Beratung der Straßew- polizciverordnung rügte man, daß die Lokalbahn-Gesellschaft in der Straße Schilder angebracht habe, ohne dazu um Er- laubnis cingekommcn zu sein. Das Plcnuni bewilligte ferner 165 ’M für die Feuerversicherung städtischer Gebäude, 1912 'M zu Armenkosten, 600 M für einen Läufer im Kurhause, 50 M für gärtnerische Anlagen, 200 M für Fensterläden an dem Lyzeum und 3650 ’M für die Befestigung der Brüningstraße. Die Anlage von Bürgersteigen in der Ottilien- und Höhestraße soll ausgeführt werden, wenn die Anlieger 75 Prozent der Kosten tragen. Den Altkirdorfern wurde eine zuviel veranlagte Steuersumme von 9118 für 1913 und 8967 M für 1912 zur Rückgabe bewilligt. Der Magistrat hat eS nunmehr endgiltig abgelehnt, ein Ge- werbcgericht für Homburg und Umeggend zu errichten, da er dessen Existenz für Homburg für unberechtigt ansieht. Nach Ansicht der Stadtverwaltung erfüllten die ordentlichen Gerichte in der Stadt den gleichen Zweck als ein Gewerbegcricht. — Eine Geheimsitzung beschäftigte sich sodann mit der Be- willigung von Nachkrediten für die Bauverwaltung während der Jahre 1900 und 1901. * F. C. Wiesbaden, 1. Juli. Die dritte diesjährige Schwurgerichtsperiode am Wiesbadener Landgericht nahm gestern unter dem Vorsitze des Landgerichtsdirektors Neizert ihren Anfang und wird voraussichtlich sich auf fünf Tage erstrecken. Gestern stand zur Verhandlung ein Verfahren gegen das 21 Jahre alte aus Biebrich gebürtige Monatsmädchen Johanna Bedacht in Wiesbaden und die aus Hemsbach an der Bergstraße stammende 39 Jahre alte Ehefrau Katharina Weimer geborene Rößling in Wiesabdcn, denen ein in, Frühjahr begangenes Verbrechen gegen das keimende Leben zum Vorwurf gemacht wurde. Die Geschworenen sprachen die Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände schul- dig, worauf das Gericht gegen die Bedacht auf 6 Monate Gefängnis, gegen die Weimer auf ein Jahr Zuchthaus er- kannte. * Marburg. 1. Juli. Hier wurde der Metzgermeister Peter, als er ft, Cölbe ein Kind vor einem Automobil in Sicherheit brachte, überfahren und so schwer verletzt, daß er in die Klinik gebracht werden niutzte. * Marburg, 1. Juli. Im benachbarten Gladenbach wurden von dem dort stationierten Gendarmen drei Männer fest- genommcn, die in der Umgebung zahlreiche Einbrüche verübt hatte». Als der Beamte die Verhafteten ins Amtsgerichtsge- sängnis cinliefern wollte, riß einer sich los, während die beiden anderen über den Beamten hersiclen und ihn mit Messern bearbeiteten. Der Gendarm, der u. a. einen Stich in die Lunge erhielt, liegt schwer verletzt darnieder. Rach dem Vorfall ergriffen auch die beiden Attentäter die Fluchk, wobei ste sich die sie verfolgenden Personen durch Revolverschüsse vom Leib zu halten versuchten und zwei der Verfolger durch Schüße verletzten, Nachdem die beiden ihre Munition verschollen hatten, gelang cs, sie festzunehmen. Der zuerst entwichene Flüchtling befindet sich noch auf fteiem Fuß, > Starkenburg. , * Sprendlingen (Kr. Offenbach), 1. Juli. Bei dem Guts- Hof Wilhelmshvhe wurde der Reu-Jfenburger Krankenwagen, der gegen 12 Uhr nachts von einem Krankentransport nach Langen heimkehrte, von einem ihn überholenden Automobil angcfahre» und vollständig zertrümmert. Die beiden Jnfasicn des Wagens erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen. Dagegen wurden zwei Damen, die sich im Auto befanden, erheblich verwundet, auch der Wagenführer wurde verletzt. * Dreieichenhain, 26. Juni. Unter der Leitung des Baurats Krauß (Darmstadt) und der Mitwirkung des Dcnlmal- pflegcrs Profcsior Wickop (Darmstadt) wurde die „Burg im Hain zur Dreieich' in den letzten Jahren einer gründlichen Durchforschung und durchgrcisendcn Erneuerung unterzogen. I» erster Linie beseitigte man die bis drei Meter hohe Schutt- Ichicht hinter der hohen Palasmauer und verhinderte dadurch deren Einsturz. Dann wurde durch Planierung und Abdeckung des Jnncnraumes mit einer Tcerschicht das gesamte Mauerweil gesichert. Durch Anlage eines Rinnen- und Ka- natsystems sorgte man sür eine vollständige Entwässerung der Burganlagc. Im Palas selbst wurden nach Entfernung aller Schuttmassen zahlreiche Bäume freigelegt, in denen viele Funde von Kaminrestcn, Pfeilersockeln, Fliesen und Ornamcnt- stücken zum Vorschein kamen. Baurat Krauß stellte fest, daß der Palas aus einem hohen Erbeschoß und einem niedrig gehaltenen Obergeschoß bestand. Das Erdgeschoß umschloß einen zweistöckigen Saal zwischen kleineren Räumen und Gemächern, der Saal war mit einer reichen spätgotischen Balkendecke versehen. Sehr schwierig gestaltete sich die Sicherung des hohen Kamins, des Wahrzeichens der Burg. Um ihn vor dem Verfall zu bewahre», wurde er bis zu zwei Drittel Höhe mit Beton ausgefüllt, eine Behandlung mit Beton erfuhren auch die Fenstcrbrüstungen und der Palasgiebel. An dt« Sicherung der Türm« kann erst gedacht werden, wenn weitere Mittel zur Verfügung stehen. Erst dann iann auch frstg,stellt werden, welchen Umfang di« stolzen Baute« te» Herrenhauses hatten, und schließlich kann dann ebenfalls an eine dauernde Erhaltung der aufgedeckten Mauerzüge, Gewölbe, Flicsenbod-nreste, Pfeiler usw. gedacht werden. * Darmftadt, 1. Juli. Zur Dame 1. Klasic des Sternes o. Brabant wurde durch den Eroßherzog Frau Lili Wolfskehl in Darmstadt, die Vorsteherin des Vereins Hcsi, Lehrettnnca- heims und verdienstvolle Mitarbeiterin anderer Wohltätig keilsanstalten, ernannt. * Da-mstadt, 1. Juli. Seit längerer Zeit schon werden ab leingchcnde Mädchen und Frauen von einem Radfahrer an- gefallcn. mit Gewalt zu Boden gcrisien und genotzüchtigt, oder zu notzüchtigen versucht. Dem Täter gelingt cs häufig, sein Vorhaben dadurch auszuführen, daß er die sich widersetzenden Personen durch Bedrohung mit einem Revolver oder Messer seinem Willen gcsügig macht. Es handelt sich um etwa zehn derartige Fälle, die seit dem Jahre 1912 bis jetzt meist <-uf den Landstraßen bei Leeheim, Wolfslchlen, Dornheim, Phi lippseich, im Besiungcr Stadiwald, bei Griesheim, Eroß-Ziin- mcrn, Bickenbach ufw. ausgefllhrt wurden, ohne daß es bis fetzi gelang, den oder die Täter zu ermitteln. Die meiste» Beschreibungen sind gleich und lauten: Radfahrer, etwa 30 Jahr- alt, mittelgroß, blasies, gelbliches Gesicht, schwarzer dunkler Schnurrbart, dicke vorstehende große Augen, dunkler Anzug, vielleicht mit helleren Streifen, schwarze Schuhe, schwarze Rad- sahrergamaschcn, weiße Silber- oder Rickeluhrkctte, weißer Stehkragen mit umgelegten Ecken usw. Das Eroßh. Ministe riu», hat auf die Ermiltelung des Täters eine Belohnung von 300 Mark ausgefetzt. * Darmstadt, 29. Juni. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich am Samstag im sogen. Stettbachertal bei Ju- gcnheim a. d. Bergstr. Ein mit einem Eanitätsman» der G>eßc»er Feuerwache, der sich zu: Erholung in der Bergstraße aufhieit, wurde von einem Oppelautomobrl, das von einein Chauffeur aus Groß-Gerau geleitet wurde, nach der Bahn gefahren, verunglückte aber an einer scharfen Kurve dadurch, daß das rasch fahrende Automobil umkippte. Der Sanitätsmann erlitt sehr schwere Verletzungen am Kopf und den Beinen und wurde in bedenklichem Zustand in das Krankenhaus nach Darmfiadt gebracht, während der Chauffeur in seine Heimat Groß-Gerau gefahren wurde. Sein Zustand ist anscheinend nicht gefährlich. Das Auto wurde von Mechanikern der Firma am Ort reapriert und nach Hause gebracht» Aus Rheinhesien. * Mainz, 1. Juli. Der Senior der hessischen Lchrerschnft ist der hier in Pension lebende Lehrer Erbes, der in letzter Woche sein 95. Lebensjahr vollendete. Trotz seines hohen Alters erfreut er sich einer staunenswerten körperlichen und geistigen Frisch«. Dabei hat sich der Alte noch einen köstlichen Humor bewahrt, der geradezu beneidenswert ist. Kursbericht vom 2. Juli 1914 der Mitteldeutschen Creditbank Aktienkapital «. Reserven M. 70900 000 gegründet 1856. Frankfurter Börse. 4% Reichsanleihe 98.80% 37»% . 86.25 „ 3% ’ 76.80 „ 37»% Preuß. Eonsol, 86.35 „ 3% . . 76.75 „ 4% Hessen 97.50 „ 37.7- » —— „ 37° „ 73.90 17,-7° Griechen v. 1890 56.80 „ 17-7» Monopol-Eriech. —.— „ 47s% „ Silberrente 84.— „ 47» Oesterr. Eoldrente 85.— „ 3 „ Portugiesen Sette I 63.— „ 3„ .. „ 111 65.55 „ 47-7° Russen v. 1905 98.— „ 4°/» ., „ 1902 89.35 „ 4% Administr. Türken 77.50 „ 47° Türken von 1903 —.— „ ' Tüttenlose M. 161.40 „ 4°/° Ungar. Eoldrente 80.30 „ 4 „ ., Kronenrente 79.30 „ 37,7»Buen.-Air.Pr.Anl. 61.10 „ 47,7° Chinesen —.— „ 47 ,% Japaner 92.— „ 37» Silber-Mexikaner —.— „ 47,7» Mer. Jrttg. Anl. 86.— „ Berliner Handels Ant. —.— Darmstädt. Bank „ 115.20 Deutsche Bank „ 233.— „ Deutsch-Asiatisch Bank 119.50 ,. Berliner Türkenlose M. —.— Baltimore u. Ohio Alt. —.— Canada Pacific Akt. 194.— PiinceHenttE.B. Akt. 145.25 Schantung E. B. Alt. 128.75 Berliner Handels Ant. 148.75 Deutsche Bank Akt. —.— Disk. Kommandit Ant. 183.— Dresdener Bank Akt. 146.25 P-t.Jnt.Handelsb.Att. 179.12 Rusi.Banl f. a.Hand.A. 149.87 Allg.El-l.G-Iellsch.Att. 241.— Diskonto Komm. Ant. 182.377» Dresdener Bank Att. 147.— Mitteld. Creditb. Akt. 115.— „ Oest. Ereditanst. Akt. 189.12 „ BochumerEußstahl 221.50 _ Buderus E.-W. Att. 104.20 „ Deutsch Luxemburg 127.— „ Eschweiler Bergw. 227.10 „ Eelsenlirch. Bergw. 182.15 „ Harpener Bergbau 176.75 „ Phönix Bergbau 235.50 „ Laurahütte —.— „ Griesheim Elektron 244.— . Höchst. Farbwerke 452.50 Holzverkohlungs-Jnd. 297.75 RUtgerswerke —.— Ehem Fabr. Albert 398.— Allg. Elelti. Ges. AU. 240.80 Dcutsch-Uebersee E. E. 163.37 Schuck. Elektr. Ges. Akt. 143.— Siemens u. Halske 211.30 Eteaua Roman« 143.— Zellstoff Waldhof 172.— Hambg. Amt. Pakekf. 127.— Rordd. Lloyd 110.50 Oesterr. Staatsbahn 145.— Lombarden 16.87 Baltimore u. Ohio Akt. 89.50 Pttoatdiskont 2.39 Tendenz: schwach. Börse. Deutsch-Luxemb.B.Att. —.— Dtich-Uders-e E.E.Akt. 164.63 GelscnkirchenBgw.Akt. —.— Harpener Bergbau Akt. 177.— Hohenlohewerke Akt. 105.12 Laurahütte Akt. —.— Oberschieber E. Att. — Phönix Bergbau Akt. 235.63 Rvmbacher Hütte AU. —.— Siemens u. Halske Akt. —.— Pttoatdiskont 2.37 Tendenz: schwach. Londoner Börse. Atchison Topeka Doll. Southern Pacific „ Chicago Rock Ist. „ Misi.Kans.u.Tex.R. „ Union Pattfic „ U.S.Steel Common,, 101.25 98.62 1.87 17.62 15825 62.37 Amalg amat. Copp.Doll. Ehartered Company Lstt. Eastrand Proptteiary „ Eoldfields „ Rand Mines „ De Bcers Consolid. „ 70.87 0.85 1.68 2.18 ».— 16.58 Di- S. Depositenkasse Friedberg i. empfiehlt sich zur Vermittlung aller bankmäßigen fceschätte An- und Verlaus von Wertpapieren an allen Börsen. Errichtung lausender Rechnungen und provisionssreier Sch-a-t-o»>> llmwechslung von Coupon» und Sotten. Annahme von offenen und verschlossene» Depot», Entgegennahme verzinrli»«, Spar-Einlagen. Maria Benstns. Von Elfriede Ziotermund- Kchoenhageu. katzt u»S staunen. Iaht uns zögernd nur. Wie in E',r,'u»chk, felgen dieser Spur'. Cftne Weihe jener Weg einpfing. Den, durch glauben star^, die Pilgrtn g"'g Und die höchste aller Linunelsgafen Ist gleichihrden Frieden,Frirdenhaben. Das letzte Tageslicht lag über der Snnbfdjaft, olo der Ö-Zug an tief verschneiten Kieferwäldcrn der Mark vorbeisauste. Der glat- rvte Sonnenball war langst hinter jcne seine hohe Föhrenwand nie- dcrgetaucht. Nur da und dort reckte noch eine Riesentanne hoch über die Nachbarbäume ihre lohende Krone in den verblassenden Abendhimmcl, als wollte sic ocm Icheidenden Wintcrlage dankbar Nachleuchten auf seinem Gange. In den, einzigen Frauenableil des Bahnzuges Berlin—Danzig— Königsberg saßen nur zwei F» sassen, eine ältere Krankenschwester und ein junges Mädchen inTrauer kleidung. Das Antlitz der Schwester sprach von vielen Nacht- wachen; manche Furche hatten Leid und Kununer hineingezeich- nct, die Jie den Kranken nachgc- fühlt. Sie versuchte ei» paarmal den Schlaf zu verscheuchen, aber bleischwer fielen doch endlich die Augenlider nieder. Ihr Gegenüber blickte sehnsüchtig auf die ruhig Atmende- könnte sie doch auch nur schlafe»! Immer wieder lauschte sie auf das eintönige Räderwerk; schien cs nicht im Dreivierteltakt: „Ratata, ratata. ratala! Freud, Leid. Tod! zu singe»? Leid — Tod! Husch, husch, da schlüpfte ein winrig kleiner Gedanke ins Gehirnkam- merlein, und ehe sie sich's vcr- iah, öffnete er sich eine Tür: ein Gedanke nach dem andern kam hinzu, bis sie eine vollständige Kette bildeten und ihr grausam all daS Schwere, was sie in der: letzten Monaten geschaut, erlebt und durchgemacht hatte, noch einmal wieder vorführten. Mit trä- nenurnflortem Blick sah sie traurig in die weite Schneelandschaft. Der Zug brarrste um die scharfe Ecke eines Brachfeldes, verließ das schrvcigendc Moor und bog wieder in einen Kiefernwald ein. Leicht überstäubt von glitzernden Reiskristallen lag dieser in dem stillen Zauber des Wintertages. Würde es in der neuen Heimat auch Tannenwälder geben? Ein letztes Tageslicht lag über den Baumkronen, und in den Lichtungen schien es zu geistern. Da stammten die Coupölampen auf, und sofort zog ein Paar- Hände liebreich den Schleier herunter, damit der Schlas der Krankenschwester nicht gestört werden konnte. Durch de» Gang schritt eine zierliche Mädchenqestalt! ein Paar großer blauer Äugen musterte flüchtig das Frauenabtcil, und gleich daraus scholl von nebenan her eine fröhliche Unterhaltung. „Wie, Sie wollen fort, uns einfach schnöde verlassen? Das ist gewiß nur Scherz!" sagte eine Irische Männerstimme. „Warten Sie mal, das gilt überhaupt nicht; sie haben ja noch nicht gekündigt." „Das ist wohl richtig, aber ich hatte auch noch nicht fest gemietet," war die lachende Erwiderung. „Nebenan sitzen nur zwei Damen, in deren Gesellschaft mein Verlobter mich gewiß lieber in Dirschau ankomme» sicht." Das junge Mädchen fprach's, ergriff Reisetasche, Decke und Muff und hielt im Frauenabteil Einzug. „Ein entzückendes Mädchen!" sagte der eine zum andern „Klang nicht die Stimme, als wenn ein Waldvöglein zwitscherte und sang ? Gebäude der Abteilung für anzeivaiidte Hygiene. Pie üusliellung tür ^»efundheilspffege in Stuttgart, vvi, der Stadt Stuttgart unter- ironrmen und von Dr. rned. Jngetfinger geleitet, bedeckt einen Ftächenrauin von iiiiOOi) qm. Die Ausstellung gliedert sich in eine Lehrausstellung nirl einer wisseuichafrlichen, historischen, votkstiinrlichen und literarischen Abteilung und, räumlich davon getrennt, in eine Ausstellung für augewandte Hygiene, t'tußerdem ist eine Ausstellung sür Feuerschutz und lliettuugsivesen, eine für Friedhoskunsl uird eine, voir Bädern und Kurorten angeschtosseu. Die beiden Häherflügel am grüne» Reisehute verrieten ohne Frage eine For sterbraut." Kaum hatte die Neuangekommene ihren Platz belegt, da streckte sie auch schon beide Hände aus. „Ist es wahr? Bist du es, Maria Benatus?" Eine slüchtige Röte stieg in das Antlitz der Allgeredeten und verschönte es ungemein. Freudig bewegt drückte sie die dargereichten Hände. „Fa, ich bin's, Thekla. Wie freue'ich mich, dich einmal wieder zusehe»!" „O, die Freude ist ganz auf meiner Seite. Wie lange haben >vir nichts voneinander gehört! Detike nur, vier Jahre fiitb'S her! Ja, ivie vergeht die Zeit, Maria!" Betroffen hielt sie ir.ne und sah auf den Krepphut und auf die schwarze Kleidung. „Du bist i» Trauer, Maria? Ist eS was Liebes?" „Mein guter Bater starb plötzlich vor neun Wochen, und mein immer kränkelndes Mütterlcin verließ uns schon vor drcl Jahren. Sie trat die große Reise in die Ewigkeit so getrost und leichten Herzens an; dachte sic doch nicht, daß der Bater mir auch so schnell genommen würde." „O, du Arme," versetzte Thekla Bügen weich, „nun stehst du ja ganz allein in der Welt!" „Ir, Thekla, ich teile das Los der Waisen. Doch ich wiirnicht undankbar jein; mir ist von mehreren befreundeten Seiten eine Heimat angeboten, und ich war auch lange unschlüssig, was ich lun sollte. Unsere Nachbarn — du erinnerst dich wohl der prächtigen Lehreröleute! — wollten mich durchaus nicht nach deal fernen Osten flieget, lassen. Aber ich glaube, gerade dort ist mein Platz, dort kann ich nützlich sein. Eine entfernte Verwandte meiner Mutter bat mich so herzlich, zu ihr zu kommen: sic ist seit 18 Jahren gelahmt und an den Fahrstuhl gebannt." „Und da erscheint es dir als ein beneidenswertes Lot, die kranke, vielleicht auch launische Tante zu pflegen! Wenn ich nur schon das Wort Krankenzimmer höre — brrrr! Du willst da nun deine Jugend vertrauern, willst auf alles, was das Leben schön und begehrenswert macht, verzichten! Dafür habe ich kein Verständnis; allein es muß ja wohl verschiedenartige Mensche» geben." „Gewiß, liebe Thekla, und verschieden sind auch der Menschheit Lose ausgeteilt. Du bist die Tochter eines sehr wohlhabenden Apotheienbesitzers, und deine Eltern erfüllten dir, der Einzigen, gewiß jeden Wunsch. Du wuchsest m Reichtum und auf. Bei uns war es anders: >vir haben gerade nicht in Dürftigkeit ge- iebt, aber dennoch streifte uns häufig der Zipfel von Frau Sorges Gewand. Ich bin mit der bleichen hohlwangigen Frau vertraut geworden: allein ich sah sie ohne Herzklopfen an der Türe stehen und verweilen: denn auf hohe Doktorrechnungen und Kurkoste» ist ein Präzeptorgehalt nicht eingerichtet. Soll der kleine Notpfennig für das Alter unangetastet bleiben, so heißt es jetzt: Fleißig gespart! Ich habe ja auch gesunde, kräftige Glieder zur Arbeit. Daß gerade Dante Dyck aus Danzig nach jahrelangein schweigen schrieb, ivie sehr sie einer Pflegerin bedürfe, sah ich sür einen Finger- .erg an. Ich gehe gern zu ihr. Viele mögen mich daheim nicht verstehen: die Entfernung ist ja auch sehr grob, aber ich tue es gerade deshalb, denn das häufige Zurückkehren in die alte liebe Heimat fällt doch dabei fort, und das will ich eben. Vielleicht finde ich in der fremden Uiiigebung unter all den neuen Verhältnissen zuerst Vergessen. Ich wurzele zu fest und zähe in niedersächsischer Erde, und ich liebe ineine Heide zu sehr, zu tief, als daß ich immer »ich einigen Monatkn die kaum vernarbten Wunden wieder ansreiße» könnte. Aber Heidedust, Lerchenlaut und Tannenrauschen werden durch unzählige liebe Erinnerungen aus glückfroher, seliger Kindheit ivehen, und diese lichten Träume werden auch dev, Ordenslande, ineincr neuen Heimat, und ihren Lei, te» Gsanz veileihen: mir ist darum gar nicht bange." Schön war Maria BenatnS in diesem Augenblick : ein weicher Schimmer trat kn ihre großen Blauaugen unter den fein geschwungenen dunklen Braue», die einen so reizvollen Kontrast zu dem üppigen Blondhaar bildeten. Verwunde, t sah ihre Freundin sic an. „Du, Maria, ganz reizend kannst du ausschauen. 'Niemand ivürdc dir jetzt mehr als siebzehn Jahre lieben." „Ich vollendete im November mein 26. Lebensjahr," verletzte Maria BenatnS abwehrend und schiicll fuhr sic fort: „Doch, bitte, Thekla, möchtest du mir jetzt nicht auch von dir und deinen lieben Eltern erzählen? Ihr zöget doch vor etwa fünf'Jahren nach Hannover?" „Ganz recht. Nachdeni ich nun vier Winter durchtanzt, Theater lind Konzerte besucht habe, siehst du mich als glückliche Braut gen Sobbonitz meine Schlitte lenken." „Du bist Braut, Thrkla? Nimm meinen allcrherzlichste» Glückwunsch!" „Danke schön. Nimm's nicht itbcl, Maria, daß ich dir meine Verlobung nicht mitgeteilt habe. Wir haben nach auswärts nur wenige Kurien gesandt." „Aber durchaus nicht. Ich freue mich doch so sehr über bein Glück, und wie werden sich erst deine Eltern gefreut haben!" „Gewiß, Maria, das haben sie. Man muß Helmut lieb haben, wenn inan ihn näher kennt. Warte, ich führe ihn dir gleich bildlich vor." Sic nestelte eine Photographie aus der 'lleifetasche und reichte sie der Freundin. Lange blickte Maria Benatus in die fri chen. offenen Gesichtszüge des kaum dreißigjährigen Forstmannes. Dann gab sie der Braut das Bild zurück. „Recht hast du, Liebes, dein Helmut sieht fein sympathisch aus. Mögest du an seiner Seite ein volles Glück finden!" Die braunen Mädchenaugen schauten versonnen in goldige Ferne», als träumten sie von eineui Leben, das da lommen sollte „Wenn ich dir doch sagen könnte, Maria, wie das ist, wenn das Glück zu eine,» koinmt! Es ist so schön." „Ich glaub' es dir gern, liebe Thella, und wüiischc dir von ganzeni Herzen, daß cs inuner so bleiben möge." (Fortsetzung folgt.) dto» der Lluttgarter ckiusltelknug tür ehetundlieilsvsiege! Die Königin von Würilenlk-cr 1. von Oberliürger- »iiistcr Lautcnfchlager und Herrn und Frau Dr. ined. Jngelffnger geführt, besichtigt die votkolmnüche Abteilung. Nach einem Gemälde von Th. KleehaaS. Steigt ein, ihr Surschen allzumal, Die Fahr! soll euch gefalle», Gleich geht'» »>il Extrapost >u Lai, Fakt laut ein Hurra schalle»! Licht Dampf ist »ölig, noch Lenjin, Licht Motor, noch Propeller, Und doch rast wie der Wind dahin Der wagen schnell und schneller. Ohne Vamps. Das ist rin Jodeln und rin Schrein, Ls rattert und es wettert, Und lustig in den lärm hinein Der Lon des Posthorns schmellerl. Iran Lrahefuß verlirrl den Lopf Bor Schrein öei dem Getöse Und rennt und rennt, der arine Lrops, LI» wäre tos der Böse. Copyright 1891 dy Fr. Lansstaengl. Mönchen. ,Jtrirlitstnnig Volk", druinml mancher nach, Da sie oorüberstirgen, „Said wird wohl die Gesellschaft — krach! — Jni Straßengraben liegen." — Doch sichern Lug», mit starker Faust Legiert der Hans das Steuer — B Gütlerlust, der wagen saust, Dah Funken sprühn und Feuer! -e. o o o Zum Nachdenken, o o Verdiene» und Sparen. So wie „Beten" und „Arbeiten" zusannnengchören, so müssen auch „Verdienen" und „Sparen" dauernd Hand in Hand gehen, will anders der Mensch in seinen wirtschaftlichen Verhältnissen vorwärtskommen. Was nützt cs, daß em Mensch sich in schwerer Arbeit abplagt Tag und Nacht, was nützt es, daß er dadurch 100hl hohen Verdienst erziel«, wenn er das, was er in «oochenlanger saurer Arbeit zusaminengescharrt, in einein Tage wie- der ausgibt, oft für sinnloses Vergnügen? Sparen will gelernt sein , es «st eine Kunst. Es ko«n«nt sehr darauf an, daß man an rechter Stelle und zu rechter Zeit spart. Wenn jemand sich das ganze Jahr hindurch alle Genüsse versagt, nur uin im Sommer eine größere Üleise machen zu können, von der er abgerackert zurückkommt, so ist das falsch. Wie viele Farnilien darben und kargen an der Kost, um das Ersparte in «verllosem Flitterkram anzulegen. Hauptregel ist, an Kleinigkeiten sparen, denn viele Wenig machen ein Viel, llebung inacht den Meister auch beim Sparen. Darum ist es den Eltern dringend zu empsehle», ihren Kindern schon frühzeitig Taschengeld, und sei es auch nur wenig, zur eigenen Verwaltung zu geben »nd dabei selbstredend die Ausgaben scharf zu tontrollieren und in die richtigen Bahnen zu leiten. Sparen ist nicht geizen. Wer aber zrvei Streichhölzchen anzündet, wo's schon eins tut, wer zwei Taler ausgibt', ivo einer genügt, der ist verschwenderisch, Elend und Not ivürden oft nicht lo drückend sein, hätten die Menschen gelernt, in den fetten Tagen etwas zurückzulegen. „Spare in der Zeit, so hast du m der Not!" ist. o o o o Vermischtes, o o o Schuh drr Alpenflora. Der Deutsche und österreichische Alpeu- verer» und der Verein zunr Schutze der Alpenpflanzen, die schon seit mehreren Jahren einen energischen Kampf gegen die Ausrottung seltener und schöner Alpenpflanzen führen, haben neuerdings einen bemerlenswerten Erfolg erzielt. Auf den Bahnhöfen der österreichischen Staatsbahncn ist das Aeilbicten und der Verkauf bestimmter Alpenpflanzen verboten worden. Es betrifft dies namentlich Edeliveiß, Edelraute, Alpenrosen, Enzianarlen, Alpenveilchen, verschiedene Aurikel- und Orchideenarteil, Echten Speit u. a. m. Aus Anlaß dieses Verbores in auch das bayrische Ver- kehrsministcriuni der Frage nähergetreten, ob sich ein gleiches Verbot für die bayrischen Staatübahnen empfiehlt. In Kufst/n z, B. wird ein lebhafter Handel betrieben, der allmählich zur vollen Ausrottung der betreffenden Blumen führen muß. Der Einivand, daß diese Pflanzen nicht dein Hochgebirge entnommen, sondern in Gärtnereien gezogen würden, trifft höchstens aus das Edeliveiß zu. Alle anderen Pflanzen werden nicht künstlich gezogen. Es wäre zu wünschen, daß man sich in Bayern zu oem gleichen Vorgehen wie m Oesterreich entsch össe. Prompte Entgegnung. Der berühmte Dichter Beaumarchais, der Verfasser von „Figaros Hochzeit", war auch ein trefflicher Harfenspieler. Als er einst in seiner Jugend übte, jagte ein Nachbar, der ihn nicht recht leiden konnte, hämisch zu ihm: „In Wahrheit, junger Freund, Sie spielen ivie David, nur nicht so schön!" Ohne sich lange ,u besinnen, versetzte Beaumarchais: „Und Sie sprechen ivie Salomo, nur nicht so weise!" tzil, M-ytSau der Z>apuaneger in Aailer-Wik-elm-.^and auf Neu- guinea. Die an der Küste wohnenden Papuaneger errichten ihre Häuser zum Schutz gegen Ueberschweinmungeu und Ungeziefer auf 1—3 m hohen Pfählen. 'Als Treppe dient gewöhnlich ein schräg angel. Haler P-ahi. Tle Wohnungen liegen zu Dörfern von 10 J— IüO Hutien zu ammen. Allerlei Heiteres. Rätselecke. J) Derussfreude. „So vergnügt, Doktorck>en?" — Zahnarzt: „Ja, hatte nämlich heute das Vergnügen, meinem Kollegen und Konkurrenten Müller zwssr Backenzähne ausziehen zu können." Werllchrt. „Das nennt sich nun Wohltätigkeitslotterie. — Gewinne ich da ein Rad, fahre darauf und fall' mir die Nase krumm." Der kleine Wohltäter. „Hans," sagte die zärtliche Mutter, „wo ist denn das Stück Kuchen hingekommen, das vorhin noch auf dem Teller lag?" — Hans: „Ach, liebe Mutter, das liad' ich einem kleinen Jungen geschenkt, oer furchtbaren Hunger hatte." — Mutter: „Das war brav von dir! Wo ist denn der kleine arme Junge? Ich möchte ihm noch ein paar Pfennige dazu geben." — Hans: „Gi, >a. Mutter! Gib sie mir nur gleich her, der hungrige Junge war ich selbst!" Mißverstanden. „Sind Sie mit Ihrem Lose zufrieden?" — „Ich spiele ja gar nicht in der Lotteiie!" Wichtig. „Denken Sie sich, die reiche Geheimrats- faunlie im ersten Stock hat ihrem Patenkinde zum Geburtslage nichts weiter geschenkt, ats einen Gummiball." — „Hm, das ist »virklich das erstemal." — „Was?" — „Daß die geizigen Geheimrats einen Ball geben!" Der betrügerische Schein. Als em Schauspieler vom Direktor sein Gehalt verlangte, bemerkte er ihm, er sei drauf und dran, zu verhungern. Da der Direktor sah, daß jener ein heileres und rotes Gesicht hatte, antwortete er ihm, er sehe nicht gerade aus wie ein Sterbeiider. „Trauen Sie dem Scheine nicht" erlviderte der Komiker; „dieses Gesicht ist nicht mein; es gehört meiner Wirtin, welche mir seit längerer Zeit Kredit gewährt." Vexierbild. Ivo ist die Frau. welcher der Korb gehört? ZLuchstabenrätset. Mit einem r dient's dir und mir Und auch dem Tier zu Schutz und Zier, Wenn statt des r ein g es hat, Tann ist es niederländiche Stadt. 3. Falck. Nenderungsrätlel. Was mancher hat von Vätern her. Und was anstiebt gar mancher sehr, Wird hier, »nt einem Füßchen klein, Dich grüßen als ein Mägdelein. 3,ly Guggenberger. Aigurenrütsel. Mtselhasle Zuschrift. . ri n 57 iz 4j~LT Nach Ordnen der Buchstaben AAA, B, EEE, LL, MM, 88. TT, UU in die Felder obiger Figur bezeichnen die zwei äußeren lenkrechten und wage- rechten Reihen je: 1. eine europäische Mittel- meerinsel, 2 . einen Wohn- iaum. Die mittlere senkrechte und wagerechte Reihe gibt je ein wildes Tier. I. Aalck. Auflösungen aus voriger Kummer: — des SinnrätselS: Hebel; — des Aendeiungsrätsels: Wiesel, Wiese; — des Bilderrätsels: Mondphasen. Nachdruck unserer Origtnalartikel wird gertchtiich verfolge. Druck von W. Kohlhammer. Redaktion: Dr. E. Görlach in Stuttgart. Verlag der „Neuen Tageszeitung", Druckerei und Verlag A.-G Jriedberg. Hvssen,