D,i mmer 76 __ Dienstag, den 31 . Mär^ 1i>1 t. 7. Jahrgang .m* „ilri'k ^ngtswirnis- cr cheinl leben Werttag. Regelmäßige Beilagen „Ser Va»er -u» Krisen". „Sie üpinnHnbe". Sr.uzsprei«: «c> den Postanstatte» oicrrelni-jr!irt) Hit'f. l,!KS bei den Agenten monatlich 50 Psg. Hinzu tritt Postgebühr oder Tragerlohm An,eigen: Lrund'.eile 20 Psg.. lokale 15 P,g„ An,eigen von auswärts werden durch Bo lnachnagm« er ,oben Ersullungsort Friedberg. SchriNlrituug und Verlag Friedberg (Heilen), Hanaueritrage 12. Fem'prccher 18. Postlcheik-Lonto Ne. <8>s, Amt Frankfurt a. SU. Deberstcht. — Auf der Strecke KolmarStraßbnrg ereignete fick gestern ein schwerer AutomobiluitsnU. Bei Plobsheim stürzte bcini Nehmen einer Kurve das Automobil des Frcihcrrn von Schlichen aus München um. Der Freiherr und Genialst,» keurden schwer verletzt. Ter Chaufscur kam mit leichtere» Verletzungen davon. Alle drei mutzten einer Klinik zuge- sührt werden. — Wie der „Petit Parisien" aus Brietz meldet, sind gestern nachniittag zwei Soldaten vom 1! ' 'Nischen Infanterie Regiment in der Gegend von Mot versehentlich in voll«, Uniform über die französische ( iommtii. Als sic von Zollwächtern aus ihren Irrtum ausnierksam gemacht wnrden, sollen sic im Laufschritt zu ihrem an der Grenze übenden Regiment znrückgckehrt sein. — Premierminister Asguith macht bekannt, das; der Kriepsminister Seeltz sowie Fcldmarschnll French und Gene- ral Ewart demissioniert haben. Asguith selbst übernimmt das Kriegsministeriui». Er legt sein Amt als Ministcrprä- sident und sein Mandat nieder und unterzieht sich einer Neuwahl. — Die Grubenarbeiter in Xorkshire habe» ihre Drohung wahrgemacht und sind in den Ausstand getreten. Im ganzen feierten gestern 35 000 Grubenarbeiter. Heute werden weitere 35 000 die Arbeit niederlegen. Schätzungsweise dürfte sich die Zahl der Streikenden am Donnerstag aus 170 000 Mann belaufen. — Ans La Nochcllc wird gemeldet: Als General Ron- dony gestern morgen sein Pferd besteigen wollte, scheute das Pferd und schlug aus. Der General wurde zweimal durch Husschläge am Unterleib getroffen und blieb besinunngSlos liegen. Der Zustand des Verunglückten ist sehr ernst. — Die sranzösische Teputirrtenkammcr hat mit 113 gegen 70 Stimmen den autzcrordentlichen Nachtragskrcdit von 217 71G Francs für die militärischen Operationen in Marokko angenommen. — Dom rechten Flügel der russischen Reichsduma wurde ein Gesetzentwurf einaebracht, brr der jüdischen Bevölkerung das Schächten des Schlachtviehes verbietet. — Im Dorfe Banjo unweit Prizrend, kam cs zwischen ansrührerischen Albaniern und serbischer Polizei zu einem Znsamnlnestotz, wobei der serbische Kreispräfekt verwundet wurde. Die Albanier flüchteten über die albanische Grenze. — Alle Meldungen über angebliche Siege der mexika. Nischen Rebellen müssen mit großer Vorsicht ausgenommen weldeti. Sie komme» über telegraphische Linien, die sich im Besitze der Rebellen befinden. Die Nachrichten sind schon c llcin in ihren geographischen Angaben irrig. Die Tülrgkreil des Deichstnycs. Auch in dem letzten Abschnitt der Reichstagstagung vom Januar bis zu den Osterferien waltete unverkennbar das Streben der Linksmehrheit vor, die Machtbefugnisse des NeichSparlaments auf Kosten der Krone in demokratischer speise zu erweitern. TaS kam vor allem ziun Ausdruck in -n erneuten Zabern Debatten. Erfreulicherweise trat der Reichskanzler IV v. Bctbmann-Hollweg den, Anstürme der vereinten Demokratie mit gröherer Festigkeit entgegen als ? ? im Dezember der Fall war. So wurden die Zabcrn- Aulmae an eine besondere Kommission verwiesen, von der Sch die Demokratie Großes erhoffte. Ter Reichskanzler hat Vr recht bebakten mit seiner Erklärung, dah im Volke sich atlaent.'ch doch eine ruhigere Auffassung bahugebrochen habe. Der Ausgang der Prozesse gegen Oberst v. Reuter und Leutnant v. Forstner trug dazu bei, Ausklärung über die wahren Zustände in Zabern zu schassen. Das wirkte auch ans die K-. mmistion ein. und als bei der Beratung der Militä'r- Stralaes-V-Novelle, die Kriegsministcr v. Falkenliavn würdig rertrat, sich Stimmung zeigte, die Novelle der Zabern-Kom- nission zur Beratung zu überweisen, da batte sich auch in V, Reihen der Nationalliberalen und des Zentrums die f'-kerwi-aung durchaeruuaen. voreilig gehandelt zu baden. !- Mitilär-Strafgesetz-Novelle wurde einer besonderen Kommission überwiesen, nnd hing- und ksmiglos löste sich die Zabern-Kominissian n»f. Aber auch bei allen anderen niög- l-chen Gelegenbeiten zeigte sich das demokrotisckn? Bestreben die Rechte de? Reichstages zu niedren. Kam cS manchmal auch nur in der ängstlichen Wahrung des BudgetrechteS de? Reick'StggeS z»m AttSdritck, so bei der AuSeingndcrsehiing über da? Ta»fck>aeschäft deS Krieg: nstnisterinmS mit dem Gruitdstück deS Bankiers von Winteefeld. Daß die'es Be- inühen, namentlich ans sozialdemokratischer Seite, sich oft in Formen äußerte, die allmi anderen, nur nicht der Würde einer varlamentarischen Volksvertretung entsprachen, ist man ja nachgerade gewöhnt worden, bedauerlich aber ist dabei, daß der Reichstagspräsident IV Kaemps eine zu große Nachsicht einesteils gegenüber den wüsten Ausschreitungen der sozialdemokratischen Abaeordncten an den Taa lcate. während er andererseits nervös den Herren vom Regicrungstisch in das Wort siel, wenn diese in der Erregung — nach seiner Meinung — zu scharfe Worte der Abwehr gebrauchten. Bei dem immer mehr anwachsendcn Rcdebedürsnis der Abgeordneten aller Schattierungen war demgemäß die positiv geleistete Arbeit nicht so erheblich. Verabschiedet wurde das Postscheckgesetz und einige kleine Gesetzentwürfe, wie der über die Folgen der Verhinderung Wechsel- und scheckrccht- lichcr Handlungen im Auslände, Grenzregiiliernngen usw., bei denen sich mit dem besten Willen für parteipolitische Zwecke keine Lorbeeren ernten ließen. Die Bcamten-Besel- dtingS-Novelle, der Gesetzentwurf über die Sonntagsruhe im Handelsgcwcrbe, der über die Förderung des Baues von Kleinwohnungen für Reichs- nnd Militärbedienstete nnd das LustverkehrSgcsch wurden den Kommissionen zur weitere» Durcharbeitiiug überwiesen. Eine Reihe von Petitionen wurde erledigt, unter ihnen befand sich eine Petition des Deutschen Verbandes für Froucnstiinmrecht, die das aktive und passive Wahlrecht zum Reichstage für die Fratien unter denselben Bedingimge» wie für die Männer forderte. Auch da waren es wieder die Sozialdemokraten, die sich glatt auf die Seite der Feministen stellten, während die Fortschrittler nicht einheitlicher Mei- »nng waren, aber doch in der Politisierung der Frauen etwas unendlich Wertvolles erblickten. Don konservativer Seite wurde dagegen offen und ehrlich erklärt: wir sind gegen das Frauenstimmrecht! Und in der Tat, es wäre kein Segen für das politisck)c Leben noch für die Frauen, wenn sie in die Arena des politischen Kampfes gezerrt würden. Einen breiten Raum in der Beratung nahm naturgemäß die zweite Lcsuug des Etats in Anspruch. Daß sie nicht zu Ende geführt werden konnte, dafür ist nicht allein das Reden zum Fenster hinaus verantwortlich zu mudp, sondern in erster Linie die verspätete Einbringung, über die ja nun schon seit Jahren geklagt werden muß. Auch diesmal war ein Etat-Notgesctz notwendig, um die Geschäfte des Reiches nicht zum Stillstand zu bringen. Erledigt konnte gleichwohl die zweite Lesung des Etats nicht werden. Selbstverständlich fehlten auch tn dieser Tagung, an keinem Dienstag oder Freitag, die sogenannten kleinen Anfragen der Abgeordnete», die häufig über recht nichtige Dinge gestellt wurden, aber doch vom Regicrungstisch aus Antwort fanden. Das Institut dieser kleinen Anfragen ist nachgerade fast zu einer Domäne der linken Partei geworden, während von der rechten Seite kaum Gebrauch davon gemacht wurde. Kurz vor der Vertagung kam cs noch anläßlich der Wahlprüfung des konservativen Abgeordneten Hocsch für Osterburg-Stcndal zu einem Bruch des Hauses mit der bisherigen Praris. Tie Wahl wurde für ungültig erklärt, weil einige Amts- und Gemeindevorsteher mit ihrem Titel den konservativen Wahlaufruf unterzeichnet hatten. Was mit dieser neuartigen Entscheidung bezweckt werden soll, ist schlcckithin unerfindlich, wenn nicht die „Liberale Korrespondenz" Aufschluß gegeben hätte. Sie hat nämlich den Der- Handlungen des Reichstages, die sich mit der Wahl in Ostcr- burg-Stendal beschäftigten, die Uebcrsckirift „Eine Kraftprobe" gegeben. Deshalb und aus keinem anderen Grunde hat sich die Mehrheit des Reichstages über die elementarsten Forderungen dcS Rechtes hinweggesetzt. Zur fjultiiny tifs Freisinns in 6mm schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Zcitiing": „Die Stichwahl von Borna-Peaau hat mit dem Siege des Sozialdemokraten über den bisherigen Vertreter des Wahlkreises, den Freikonservativcn von Liebert, geendet, — ein Ergebnis, das in allen nationalen Kreisen bedauert werden nmß. Da die Nationalliberalen, die den überwiegenden Teil jener 6580 Stimmen gestellt hatten, sofort eine entschiedene Stichwahlparole zugunsten von Lieberts ansgaben und offenbar auch befolgt haben, so hätte cs kaum mehr als bloßer Stimmcnthaltimg deS freisinnigen Restes bedurft, um dem bürgerlichen Kandidaten zum Sieg zu verhelfen. Nicht einmal hierzu hat sich die freisinnige Wählerschaft verstehen können, sondern ist ihrer großen Mehrzahl nach aktiv für den Umstürzler cingetreten; nur hierdurch kann der Zuwachs von etwa 2250 Stimmen, den dieser erhalten hat, crkläit werden. Zurückzuführen ist dieses Verhalten ans die Winke, die von dem parteiosfiziösen Berliner Blatt, also doch wohl von der Berl'ner freisinnigen Parteileitung auSgcgangcn sind. Der Gegensatz zwischen rechts und links bei den bürgerlichen Parteien muß dadurch eine verhängnisvolle Verschärfung erfahren. Es kann nicht wundernehmen, daß die Organe der Rechten dem Freisinn jede Wablhilfe für die Ziikuitft aufkündigcn, daß sie ihn ein für allemal mit der Sozialdemokratie in ciuen Topf werfen wollen. Wen» die Volkspartei die Unterstützung der Umstürzler zur ständigen Wahlparole zu machen gedenkt, so hört vom Standvunkt der staatsarbaltenden Politik in der Tat jedes Interesse daran auf, Fortschrittler und Sazurtdemo- kraton im Wahlkampf unterschiedlich zu behandeln. Für die Folgen mag sich dann der Freisinn bei der eigenen Parteileitung bedanken. Das; er dabei Gefahr läuft, immer mehr zu einem Anhängsel der sozialdemokratischen Partei zu werden, liegt auf der Hand. Wie sich die in Richterschen Traditionen großgewordenen fortschrittiichen Politiker mit dieser Entwickelung abfinden wollen, warten wir ab. Tic hochmütige, oft geradezu geringschätzige Behandlung ihrer Partei durch die sozicstdenwkr.Uäck'e Preise zeigt ihnen fast täglich, daß sie nicht mehr viel Zeit zu verlieren haben." ES wäre erfreulich, wenn diese vernünftigen Worte der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" die Ansicht der Reichs- regiernng widerspiegeln sollte. Vor nicht allzulanger Zcft hat man in den höchsten amtlichen Kreisen ander? drrsibc- gedacht. Es ist noch in Erinnerung, wie bei der Nachwab i» Berlin I der Reichskanzler und mit ihm alle Minister und Staatssekretäre gewissermaßen demonstrativ ihre Stimmen für die fortschrittliche Volks-Partei abgegeben haben. Zur fnnMuanhnihnlTrntragf itn f.rm fjnran. Tie Landkrankenkassc Hanau schreibt uns: Die Nummer 60 dieser Zeitung brachte eine Notiz, wonach der Landlrankenkasse in einer hier am letzten Sonntag aboebaltcneu Versammlung des Bundes der Landwirte und der „Vereinigten Landwirte" ungesetzliche Maßnahmen auf dem Gebiete der Krankenversicherung der Familienangehörigen zum Vorwurf gemacht wurden. Wenn wir auch der angekündigten Entscheidung des Oberversicherungsamts nicht vorgreifen dürfen, so ist cs uns doch unbenommen, die in der Versammlung, insbesondere aber in ihrer Schlußresolution nufgestelltcn Behauptungen auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen nnd sie, wenn es- not tut, zu berichtigen. Dabei können wir von vornherein feststellen, daß die von der Versammlung gefaßte Entschließung entweder aus Unkenntnis oder ans einer Verkennung der tatsächlichen Vcrbältniste im Kassenbezirk beruht. In Nr. 56 des diesjährigen „Hanauer Anzeigers" ist ein Anftatz unseres Geschästskeiters veröffentlicht, der sich ein- gebend mit diesem Zweige der Krankenversicherung beschäftigt und der, weil nach Maßgabe seiner Ausführungen den Melde- und Zahlstellen Instruktionen erteilt worden sind, das offizielle Programm der Landkrankenkasse darstellt. Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein, daß dem Verfasser die in letzter Zeit wegen der hier strittigen Frage im Reichstage gelieferten Kommentare sehr wohl bekannt waren und daß er gerade in Uebcreinstimmung damit betonte, die Frage, ob ein Familienangehöriger der Kranken- verstcherung unterliege oder nicht, lasse sich nur von Fall zu Fall beurteilen. Zum Beweise geben wir die betreffende Stelle hier wörtlich wieder: „Daß diese Auftastung zutrifft, ist bei der Beratung der R.-D.-Or. in der dazu gewählte,- Kommission ausdrücklich sestgestellt und auch orst kürzlich — am 13. Februar 1911 — von einem Regiernngsvertretc im Reichstage bestätigt worden. .Hanptbedingmig für de: Eintritt der Dersichernngspslicht ist es, daß ein wirkliches Vertragsverbältnis vorliegt und nicht nnr die Gewährung des Unterhaltes auf Grund der Vorschriften über die U-ster- haltspfticht der Verwandten (§ 1601 B. G.-B.) in Betracht kommt. Ob das eine oder das andere zutrifft. wird sich nur von Fall zu Fall beurteilen lassen." Da auch in der Praxis hiernach verfahren wird, fehlt es der Resolution an ieder tatsächlichen Unterlage für die Behauptung, daß die Familienangehörigen von der Landkrankenkaste zwangsweise zur Krankenversicherung allgemein hcrangezogcn würden. Was weiter die am Eingänge der Zeitungsnotiz cnthaftene Be- merknng anbetrifft, bei unseren Maßnahmen handele e? sich um einen „Versuch, die in der eigenen Wirtschaft beschäftigten Familienangehörigen zwangsweise zur Krankenversicherung heranzuziehen", so ist darauf zu erwidern: Daß die ZwangSv.'rstchcrung von Familienangehörigen unter bestimmten Voraussetzungen vom Gesetz verlangt wird, hat bi*' fragliche Versammlung selbst zugegeben. Sobald das Gesetz den mit seiner Ausführung betrauten Organen bestimmte Pftichten zuweist, ist die Erfüllung oder Nichterfüllung dieser Pflichten durchaus nicht in das Belieben dieser Organe gestellt. Sie haben vielmehr für die Ausführung des gesetzgeberischen Willen? unter allen Umständen Sorge zu tragen und laufen, ialls sie diesem Willen nicht gebührende Gell nng verschaffen, sogar Gefahr, mit den Hastpslichtbestimmnngen. und falls sie voriätzlich zum Nachteil des Versichern,igstrngers handeln, mit den sehr strengen Strafbestimmnngcn der Ncick'kversicherungsordnung in Konflikt zu geraten. Unter solchen Verhältnisse» kann wohl von einem bloßen „Versuch" der Landkrankenkassc keine Rede mehr sein. Auf weitere Einzelheiten hier einzugchen, erübrigt sich, da sich beim Nachlesen des zitierten AustatzeS das Unzutreffende auch noch auf die Unfallvorsichcrung verwiesen, bei der die bei der Krankenver- sicheruna erst jetzt oinac-leitcte Hineinbczichung der Tkami- tzr. 76 Seite 2. lienavgehörigen in den Kreis der Versicherten schon fett fahren zum Segen der Beteiligten, namentlich des kleinen Landwirtes, in gewissem Sinne besteht; denn hier wird in der Regel bei der Znerkcnnnng von Unfallrenten kein Unterschied darin gemacht, ob der Verunglückte ein Fremder oder ein Angehöriger der Familie des Betriebsnnternehmers ist. 3» vorstehender Berichtigung der Lanbkrankenkasse Paria» erwidere ich: Instruktionen des Keschäftsleiters und das offizielle Programm der Landkrankcnkasse haben nur in so lange Bedeutung, als sie durch das Gesetz gestützt werden. Die vorliegende Frage ist im Gesetz sehr unklar behandelt. Die Negierung hat deshalb auf Anfrage bereits zweimal im Reichstage Auskunft gegeben. In diesen Auskünften hieß es aber nicht etwa, wie dies in vorstehender Berichtigung behauptet ist: „Hauptbedingung für den Eintritt der Versicherungs- Pflicht ist es, daß ein wirkliches Aroeitsverlmltnis vor- liegt und nicht nur die Gewährung des Unterhaltes auf Grund der Vorschriften über die Unterhaltungspflrcht der Verwandten in Betracht kommt", sondern es heißt nach diesen Erklärungen kommt es darauf an, ob „die beschäftigten Kinder für ihre Dienstleistung in der Wirtschaft ihrer Eltenr ein Entgelt auf Grund des A r b e i t s Vertrages erhalten, oder ob sie ihren Unter- halt Von den Verwandten ohne einen solche,: Arbeits- Vertrag beziehen." Dieser Unterschied scheint der Landkrankenkassc Hanarr her noch nicht klar gewesen zu sein. Fiir die DersicherungspsliKt ist hiernach nicht entschei- d, ob ein Arbeitsverhältnis vorkiegt oder ob das Kind eine mde Arbeitskraft ersetzt oder nicht, sondern nur die Frage, i die Eltern mit dem Kind einen A r b e i t s Vertrag geschlossen haben und letzteres ist, meiner bestimmten Auffassung nach, im ganzen Kreise Hanau fast nirgends der Fall, ' Friedbcrg,30. März 1914. / Dr. v. Hclmolk. ' Zur Erhärtung dieser Anstcht, teile ich die Antworten der Regierung nachstehend im Wortlaut mit. Auf die Frage des Abg. E o l s h o r n (Welfe) und Gen. nach der Versicherung eigener im eigenen Betriebe mtt- arbeitenden Kinder bei den Landkrankenkassen antwortete am 13. Februar ds. Js. Ministerialdirektor I>r. Caspar: Man ging bei Feststellung der Vcrsicherungspfficht von der Erwägung aus, daß fiese Kinder gegen Entgelt in den elterlichen Betrieben be- ichäfiigt würden auf Grund eines Arbeitsvertrages. Ob die Versichernngspflicht gegeben ist, läßt fick, nur von Fall zu Fall entscheiden. Am 13. Mürz fing Abg. K o v sch kn, Reichstage, ob die in bürgerlicher Wirtschaft ihrer Eltern beschäftigten Kinder krankenverstcherungspflichtig sind, wenn sie kern Entgelt, sondern nur Wohnung, Nahrung und Kleidung erhalten? Ministerialdirektor l»r. Caspar: lieber diese Frage ist bereits am 13. Februar 1911 auf eine Anfrage des Abg. Colsborn Auskunft gegeben werden. Es ist darauf hinge- wiesen worden, daß es bei der Entscheidung der Frage darauf ankonnnt, ob die so beschäftigten Kinder für ihre Dienstleistung in der Wirtichast ihrer Eltern ein Entgelt auf Grund de? Ärbeitsvertrages erhalten, od°r ob sie ihren llnterhalt von den Verwandten ohne einen solchen Arbeits- vertrag beziehen. Dabei ist zu beachten, daß als Entgelt Wohnung, Nahrung rmd Kleidung anzusehen ist, sofern diese Bezüge als Dergiitimg für die Arbeit gelten. Ob das eine der andere Rechtsverhältnis vorliegt, läßt sich nur im ein- 'lnen Falle unter Berücksichtigung der seweiligcn llnfitände .urteilen. DaS Verwaltungsstreitverfahren ist im Gesetz ; -regelt Ans dem IjeH. Landtag. b Kammer der Stände. Darmstadt, den 30. März 1914. Die l. Kammer trat beute vormittag zur Beratung des Hauptvoranschlages für 1914 unter dem Vorsitz des Fürsten zu Solms-Lich zusammen. Reu vereidigt wurde als Vertreter des Prinzen Friedrich zu Solms-Brannfels Prinz Reinhard zu Solms-Lich, der in der Uniform der Bonner Husaren erschien. In der Generaldebatte dankt Finanzminister Ifi. Braun dem Hause für feine Mitarbeit. Wie das Haus selbst, wolle er manche Fragen, die sonst zur Erörterung nahe lägen, aneüchts der Geschäftslage, nicht berühren. Ganz unverbindlich warne er vor übertriebenen Hoffnungen inbezug auf die Vermögen im Einkommen durch den Generalpardon. Es werde nicht allzuviel geändert, weil Mehrerträgen auch Min- der'.iräqe ans verschiedenen Ursachen gegenüberftehen. Er betont das grundsätzliche Einverständnis des Hauses mit der tiegi-rung, daß ein Eingreifen in die bundesstaatlichen Finanzen nur im Notfälle gestattet werden kann. Hinsichtlich der Eisenbahnen müßten viele Wünsche zurücktreten. Er glaube auch, daß ein weitgehendes, vorbehaltloses Berhalten zegenüber dem Gemeinschoftsvertrag mehr erreichen lasse. Hat) den letzten Mitteilungen werde sich vom Befiiebsüber- chuß der Eisenbahngemeinschaft aus Hessen etwa 17,2 Millionen entfallen. Graf Stolberg-Rosila ist der Ansick,t. daß das Budget einen entschieden günstigen Eindruck mache. Di« Regierung bittet er, auf dem Wege der Ersparnis weiter fortzuschreiten. Es sei zu bedauern, daß die II. Kammer durch immer neue Anträge das Budget vermindert. Nachdem die Wünsch« wei- Ren« Tageszeitung. D e istaa, de» 31. 1914. ter Kreise befriedigt worden sind, ist es Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Lasten des Steuerzahlers nicht nur nicht erhöht, sondern, wen» möglich, herabgesetzt werden. Der Red- ner wendet sich dann gegen die Ausführungen des Abg. Or. Osann in der II. Kammer über die Lage Hessens, die er als zu optimistisch bezeichnet. Durch die Reichssteuer. Gesetzgebung werde der Lebensnerv der Bundesstaaten durchschnitten. Die Regierung bittet er dringend, für die Selbstständigkeit der Bundesstaaten eintreten z» wollen. Fürst Isenburg Birstein gibt einen Rückblick über die Entwickelung des 34. Landtages. Troß der vielen Wünsche auf Bcreinfachuug und vielen Reden sei von jener Theorie nichts mehr übrig geblieben. Insgesamt babe die II. Kammer 130970 M an Mehrausgaben beschlossen, dazu kommen voraussichtlich noch der Antrag Leim und Gen. mit 145000 .€ für die Obcriechni'ngskammer insgesamt beläuft sich die Mehrbelastung des Budgets, einschließlich die Kosten der Gehaltsaufbesserungen auf 4 Millionen Mark jährlich Staatsminister Ewald: Wir haben uns in der Frage der Finanzpolitik des Reiches nicht auf den sächsischen Standpunkt gestellt, weil sonst das Kompromiß mit dein Reichstage gefährdet worden wäre, und sich dann die Notwendigkeit ergeben hätte, die Kosten der Wehrvorlage im Wege der Ma- trikulanimlagen aufzubringcn. Freiherr Hevl zu Herrnsheim führte aus, daß bezüglich des Wehrdeitvrges, der Art der Einschätzung, die schwersten Klagen, besonders aus Oberhcssen und Rbcinhessen gekommen sind. Er hält es fiir angezeigt, daß wirklich der Ertragswert sestgestellt wird, Redner behandelt dann die anßerordentliche Belästigung die Steuerbeamten. Was das Verhältnis zum Reich anbelangt, so möchte er betonen, daß fiir die Wahrung der Finnnzgewalt der Einzclstaaten die Matrikularbeiträge die richtige Grundlage darstellen. Er geht dann auf die Finanzreform von 1909 ein, die eigentlich heute noch die Grundlage fiir die Ausgaben des Reiches sei. Er wendet sich dann gegen die Verhetzung durch die Sozialdemokratie, der Staat hat die Pflicht, seine Ehre zu wahren, für seine Existenz einzntreten. Ter Dundesrat hat 1909 und 1913 vollständig versagt, er hat eine Politik des Optimismus befolgt; wenn man aber Mut hat, so kann n,an einen solchen Reichstag auslöfen. Jedenfalls hätte das den Einfluß der Sozialdemokratie stark vermindert. Die Wehrsteuer sei eine ungerechte Belastung des Mittelstandes und der Privatindustrie gegenüber den AktiengesÄIschaften. Es ist wünschenswert, diesen Einfluß, den Aufsichtsrat im Reichstage nicht zu verstärken. Redner fragt noch wegen der beunruhigenden Gerüchte, bezgl. des hessischen Genossenschaftswesens an. Damit ist die Generaldebatte erledigt und finden die Kapitel 1 — 9 ohne besondere Bemerkungen, Annahme. In Kapitel 10, Stnatseisenbabnen, spricht Prinz Viktor von Erbach-Schönberg der Regierung für ihr rasches Vorgehen in der Frage der Bahnverbindung Bensheim—Lindenfels Dank aus. Bei Kapitel 12, direkte Steuern, verbreitet sich Fürst Jsenburg-Birstein über seinen, mit Graf Stolberg. Rotzla gestellten Antrag auf Vereinfachung der Staatsver» lvaltung. Man habe es jetzt mit einem Heer von Beamten zu tun, nun solle die Steuererhebung wie in Preußen den Gemeinden übertragen. Die Vereinfachung habe bis jetzt wenig Erfolg gezeigt. Finanzminister vr. Braun verwahrt sich gegen den Vorwurf des Vorredners, daß die Finanzämter die Steuerzahler ausquetschen. Staatsrat vr. Becker macht längere Ausführungen über die Vereinsachungsvorschläge und weist darauf hin, daß an der jetzigen Steuerbclastung vielfach das Reich Schuld sei. Tie II. Kanimer werde nicht so leicht für Vereinfachung im Steuerveranlagungssystenr zu haben sein. Fürst Jsenburg-Birstkin will der Regierung ihren ganzen Steuerveranlagungsapparat lasten, wenn sie dafür die Versteuerung nach dem Ertragswert einführe. Oekonomierat Walter tritt ebenfalls für den Ertragswert ein. Nach Bemerkungen des Freiherrn von Heyl, Staatsrat vr. Becker und Graf Stolberg-Rußla, findet das Kapitel Annahme. In Kapitel 35, Kirchen, wünscht Prälat vr. Flöring, daß zur Herbeiführung eines gerechten Ausgleiches seine Anregung, bezügl. des Gcmeindeumlagegesetzes Bellcksichtigung finden, was der Minister des Innern v. Hombergk zusagt. Domkapitular vr. Bcndix behandelt eingehend die durch das Gcmeindeumlagegesetz geschaffenen Verhältnisse, die einer gerechten Lösung bedürfen. Bei der in der II. Kammer sich immer mehr entwickelnden Radikalrichtung sei es notwendig, diese Frage der allgemeinen Erörterung zu entziehen. Nach lveiteren Bemerkungen des Freiherrn v. Hehl, Prälat vr. Flöring und des Ministers des Innern v. Hom- bergk, findet der Anttag Annahme. In Kapitel 33, Gymnasien, tritt Domkapitular vr. Bcndix für eine weitgehendere homanistische Bildung ein. In Kapitel 36, Landesuniversität und Kapitel 37, Technische Hochschule, fordert Justizrat Leist die bestere Ausge- staltung der Hochschulbibliotheken. Geh. Hosrat Koch wünscht größere Mittel für die Heranziehung guter Dozenten. Staatsrat Süffcrt sagt die Berücksichttgung vorstehender Wünsche zu. Douikapitular vr. Bendix unterschätzt nicht die realistische Bildung, doch dürfe die humanisttsche nicht vernachlässigt weiden. Das Ersuchen der II. Kammer auf Zusammenlegung der beiden Darmstädter Gymnasien wird abgelehnt, Schluß IVi Uhr. — Fortsetzung der Beratung Dienstag früh l0 Ubr. Tayesiilrersicht. Deutsches Reich. :: Wieder ein Attentat auf einen Posten im Neichslond«, Als am Freitag gegen Mitternacht ans dem östlich von Krh, gelegenen Fort Kirchbach die Glocke au der Einlatzpsorte gc, zogen wurde und der wachthabende Sergeant vom Infanterie- Regiment Nr. 138 in dem Glauben, es sei der aus der Stadt zuruckkchrende Kommandant des Forts, die Tür öffnete, fiel aus nächster Rahe ein Schutz. Die Kugel streifte leicht die Brust des nUteroffiziers. Als dieser einige Schritte hinausging, um sich nach dem Täter umzusehen, siel ein zwxj, ter Schutz. Diesmal wurde der Wachthabende in d e r L e i- stengegcnd getroffen. Die Kugel plattete aber an einem Fünfmarkstück in seinem Portemonnaie ab, ohne Schaden zu tun. Die sogleich ausgcschickten Pattouillen kehrten unverrichteter Sache wieder zurück, da es in der tiefen Dunlelhett nicht möglich war, den Täter zu ermitteln. :: Schweres Fliegcrunglück in Strahburg. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr hat sich auf dem Flugfelde Polygon ein schweres Flugunglück ereignet. Ein Militärdoppeldccker, in dem sich Leutnant Schulz als Führer und Hauptmann Reinhardt vom Infanterieregiment Nr. 7g als Beobachter befanden, stürzte plötzlich aus noch unbekannter Ursache ab und sauste in die Tiefe. Während Leutnant Schulz nur unbedeutende Verletzungen erlitt, trug Hauptmann Reinhardt so schwere Verletzungen davon, datz er auf dem Wege nach dem Krankenhause verstarb. Der Apparat wurde vollständig zertrümmert. :: Eintritt des Kommandeurs der Schutztruppen. Der Kommandeur der Schutztruppen Generalmajor von Elasenapp hat, wie der „L. A." hört, seinen Abschied eingereicht. Schon seit längerer Zeit leidend, hat der General bereits vor Wochen im Offiziers-Genesungsheim in Falkenstein im Taunus Heilung gesucht, doch scheint auch die dortige Kur nicht die erhofste Wirkung gehabt zu haben, lleber seinen Nachfolger sind noch keine Bestimmungen getroffen. Oesterreich. :: Graf Tisza über den Besuch Kaiser Wilhelms in Wien. Die ungarische Wochenschrift „Igazmondo" veröffentlicht unter dem Titel „Der deutsche Kaiser in Wien" einen aus der Feder des ungarischen Ministerpräsidenten Tisza stammenden Artikel, in dem Gras Tisza erklärt, der Besuch Kaiser Wilhelms in Wien sei ein neuer Beweis, datz der von den beiden Erotz- ,nächten vor 40 Jahren geschlossene Bund auch heute unerschütterlich besteht. Dieser Besuch sei gerade jetzt gelegen gekommen, da bald hier, bald dort beunruhigende Wollen am europäischen Horizont sich zeigten. Tisza führt dann weiter aus, datz die jetzige Wehrmacht Deutschlands und Oesterreich- Ungarns vollkommen ausreicht, Frankreich und Rutzland in Schach zu halten. Für die Ruhe und die Entwicklung unseres Erdteils sei es gerade jetzt eine Lebensfrage, datz der Dreibund die ganze Kraft Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und Italiens im Dienste des Friedens vereinigen und auch fernerhin ungestört bestehen bleiben müsse. England. :: Asquith Kriegsmiliister. Der Ministerpräsident As> quith spielt Komödie. Er will sich mit seiner Neuwahl gewis- sermatzen einem Volksgericht unterwerfen. Dabei ist sein Wahlkreis eine sichere liberale Domäne und an feiner Wiederwahl ist kaum zu zweifeln. Im übrigen kommt die Regierung auch durch diesen Schritt nicht über die Krise hinaus. Eine merkwürdige gewundene Erklärung gab Lord Morleq gestern im weiteren Verlauf der Unterhausdedatte, als er über feine Stellung zu dem neuen Armeebefehl befragt wurde. Er erklärte, datz ihm keinerlei Instruktionen erteilt worden seien, die irischen Offiziere mit Kriegsgericht zu bedrohen, falls sie sich weigerten, zu marschieren. Es lei lediglich dem Obcrstkouu niandiercndcn der englischen Truppen in Irland, General Paget, mitgeteilt worden, datz er aus Erotzbritannien Verstärkungen erhalten werde, falls es in Ulster zu ernsten Unruhen kommen sollte. Seine Zustimmung zu den beiden letzten Paragraphen des neuen Armeebefehls habe er deshalb gegeben, weil seine Ansichten über die Matzrcgeln in derartigen Fällen und ilber das Verhalten der irischen Offiziere sich vollkommen mit denen der anderen Kabineitsmitglicder deckten. Schärfer als sein Kollege Lord Morley schlug der Marineminister Winston Churchill an, der ausführt«, datz durch das Verhalten der irischen Offiizere die grotze Frage aufgeworfen worden sei, Voll oder Armee. Es sei aber nicht unzweifelhaft, wer in diesem Kampfe der Sieger bleiben würde. Die Regierung würde der Armee ebenso Herr werden wie der Opposition in der Frage des Vetorechts des Oberhauses. Nachher schlug er jedoch *»!‘ fallend sanfte Töne an, die darauf schlietzen lasten, datz die Legierung sich nicht ungern verständigen will. Denn er führte weiter aus, datz bis jetzt alle Versuche von Regierungsseite, die Opposition zu friedlicher Regelung der Differenzen zu voran' lasten bei den Konservativen aus keine Gegenliebe gestoben sind. Sollte sich jedoch die Opposition zu einer Verständigung geneigt zeigen, dann werde es die Regierung an dem nötige" Entgegenkommen nicht fehlen lasten und weitgehend« Konze>< sioncn bewilligen. Rutzland. :: Mastenoerhaftung von Arbeitern. Vorgestern Aden patroullierten in sämtliche» Arbeitervierteln von Petersburg starke Potizeiabtcilimgen und verhafteten Uber 3ÜÜ Arbeiter- Der Pvtizeimeister benachrichtigte die Arbeiter durch besonvere Plakate, die an den Fabriken angehängt werden, datz die Polizei ohne weiteres von der Waffe Gebrauch machen wird, za s die Streikenden versuchen sollten, die Polizei auf irgend c,no Weis« zu belästigen. Marokko ^ :: Glänzender Sieg der Franzosen in Marokko. Die fl*' zösischen Truppen habe» einen bedeutenden Sieg über die ständischen Marokkaner daoougetragen. In der Nacht zum • März wurde das Lager von Zrarka von Marokkanern angegk ^ sen. Die Franzosen waren jedoch von dem bevorstehenden 0 überfall rechtzeitig benachrichtigt worden und empfingen Feinde mit wohlgezieltem Salvensener. Rach einstun > ^ Kampfe gelana es ihnen, die Marokkaner unter schweren n,. 76 ___ »iten zaruckzuschlagen. Sie liehe» etwa 200 lote unb Vee- uuabetc aus dem Kampsplatze zurück, während die Franzosen leinerle, Verlust« erlitten. Erleichtert wurde ihnen der Sieg durch Artillerie, die mit Hilfe von Scheinwerfern die Feinde unter ihr wirkungsvolles Feuer nahm. China. :: Die Vorgänge in China. In Shanghai wurde durch Zufall eine große geheime Organisation entdeckt, die auf eine Teilung Chinas hinarbeitete. Sieben Südprovinzen sollten oom Reiche abgetrennt und zu einer selbständigen demokratischen Republik zujammengeschlossen werden. Infolge dieser Entdeckung finden in den Städten des südlichen Chinas Mas- senverhastungen statt, denen zahlreiche Hinrichtungen folgen dürsten Sämtliche Mitglieder der Gesellschaft sind bereits verhaftet worden. Ans der gfcitnut. * Friedberg, 31. März. Der Jahresbericht des Großh. Lehrerseminars für das Schuljahr 1913 14 ist erschienen. Tie Schülerzahl betrug zu Beginn des Schuljahres 181, G Schüler gingen während des Schuljahres ab, so daß die Zahl am Schlüsse des Schuljahres 175 betrug. Die Abschlußprüfung bestanden Gä Schüler. Dem Bekenntnis nach waren 164 evangelisch, 17 katholisch. Alls Lberhesscn stammten 139, aus Starkenburg 97, aus Rheinhessen 8 Schüler, 7 waren Nichthessen. Seit dem Ableben des früheren Direktors der Anstalt Oe. Hermann Schäfer, ist Seminarlehrer Höcker mit der provisorischen Vertretung betraut. Das neue Schuljahr beginnt am 87. April. Die Aufnahnieprüfiliig findet am 2. April statt. Tie neue Seminarschule wird am 1. Mai eröffnet. * Friedberg. 31. März. Ehemalige Hessische Leibgardisten »cs hiesigen Vereins tonnen Eintrittskarten für die morgige uheateraussührimg ,.Der Freindenlegicmär" zu ermäßigten streifen bis morgen Rochmitlog bei den Vorstandsmitgliedern: Schäser hier Kl. Klostergasse 6 und Scheuermann in Fauerbach in Empfang nehmen. * Friedberg, 31. März. (Evangelischer Männerabend). Bei der morgen, Mittwoch, abends 8'A Uhr im „Gambrinus" (am alten Bahnhos) stattsindenden Versammlung wird das Thema behandelt werden: „Was ist uns der Staat?" Alle Evangelischen sind sreundlichst eingeladen. * Feiedberg, 31. März. Trotz Abraten hat das Liliputaner Ensemble sein angekünblgtes Gastspiel im Saalbau am vergangenen Sonntag doch zur Ausführung gebracht. Durch die eingetretene günstige Witterung, welche der Allgemeinheit zu Gute kam, war der Besuch nicht etwa beeinträchtigt. Viele, die die kleinen Leute vo» den Gastspielen im Januar d. I. her kannten, haben nicht versehlt, der Vorstellung beizuwohne». Für eine Kindervorstellung war bei der langentbehrten schönen Witterung der Besuch nicht einmal schlecht zu nennen. Die Kinderschar folgte der Aufführung mit Interesse. zumal das Märchen vom Däumling nicht io unbekannt ist und von wirtlichen Zwergen zur Darstellung gebracht wurde. Die kleinen Künstler waren voll und ganz bei der Sache und erregte be- londere Heiterkeit Herr Ursull mit seinem „Ich habe Hunger". Wir haben die lteberzeugung. daß die erwachsenen Personen sich auch amüsiert haben. Die Abendvorstellung „Venns auf Erden" glänzte besonders durch die feenhafte Ausstattung mit eigenen Requisiten und eigenen Kostümen, worin die Neinen Leutchen reizend aussahen. Die lustige Komödie mit Gesang im Szenenwechsel ging slott von statten, wosür die Regie des Herrn Direktor Mauthner sorgte. Von den mitwirkenden Dämchen nennen wir zuerst Frl. Meister als Juno, die schlagfertige Gattin, von den Herren den Jupiter, vertreten durch Herrn llrsull. Diese beiden hatten die Lacher auf ihrer Seite. Herr ltrsull erzielte aber noch besonedrs Beifall. Als Theobald Flott fanden wir in Frl. Marian eine gewandte Vertreterin, die durch ihr schneidiges Auftreten viel zu dem großen Beifall deigelragen hat. Die Wiedergabe der Venus von Frl. Morene fand auch alle Anerkennung, nur mit dem Unterschied, daß sie iür diese Rolle an iormvollendeier Schönheit auch noch im ?achstum zurückgeblieben ist. Wir zollen den übrigen Mir- wirtenden den wohlverdienten Beijall. Es ist nicht ausge- fchlosien, daß an den beiden Ostertagen zwei weitere Gastspiele folgen. * Bon der Jagd. Der erste Satz Hasen ist, wie aus Jägerkreise» mitgeteilt wird, in der unteren Maingegend, in der Wetterau, in. Goldenen Grund, im Ländchen, im Ried und in Rheinhessen iusoige des anhaltenden starken Regenwetters fast rollig eingegangen. * Ober-Resbach. 31. März. In der gestern Abend stattge- iü .iie» Gcmeinderatsptzung wurde beschlossen, die sreigewor- k>. .. R-rchtc--ich-ersteNe an oen Mindestfordernden zu vergeben, da sich 7 Bewerber gemeldet hätten. Dasselbe soll auch bezügl. tes Reinemachens ini 1. und 2. Echulsaal geschehen, da auch ‘: 7 3 Bewerberinnen vorhanden wären. In die neuen Orts- de>> zungen soll für die Zukunft die Bestimmung aufgenom- i: >: iveiicn, daß bei neu eröffnet«» Straßen anschließend a» y. : vorhandene» Gebäude gebaut werden soll. Sollte seitens ur.es «evaoSefitzers in dieser Hinsicht Schwierigkeiten gemacht werden, so soll der Bauunternehmer von obiger Besttmmung reit werden. Die Aushebung der Bewässerungsanlagen in der; im neuen Ortsbauplon liegenden Gelände und die evtl. Entschädigung der Besitzer ieitens der Gemeinde wurde vertagt. Tie noch zu vergebende Jagd in zwei Bezirken soll zur öffentlichen Verpachtung ausgeschrieben werden. Ein Konzession,, zejuch zum Brannrweinausschank wurde, da es sich um ein über» gegangene» Reiht handelt besärwortet. Ein Gesuch der Ge» tieinde Nieder Rosbach betreffs Zahlung von Schulgeld für die in Ober Rosbacher Gemarkung liegenden Mühlen wurde vertagt Das Gesuch des Veteranen- und Militärvereins Oder- Rosbach um Erhaltung von Birkenbäumen zur Ausschmückung des Ortes an ihrer Fahnenweihe am 11., 12. und 13. Juli wird gegen tarifmäßige Vergütung genehmigt. * Klein Karben, 31. März. Am 1. April feiert der Kgl. Rnnaiermeister Fvkob Schwind zu Rendel fein 25iähriaeS Sie»« Tageszeitung Dienstag den 31. Marz 1911 . Dienstjubiläum. Derselbe ist am Hauptgüterbabnhof in Frankfurt a. Dl. bedienstet. Möge es dcinselben vergönnt sein, auch das goldene Jubiläum mit geisttger Frische und Gesundheit dereinst zu begehen. * Büdingen, 31. März. Ter Stadtvorstand hat aus An- laß des 75jährigen Jubiläums der Gewerbeschule beschlossen, eine Stipendien-Stiftung zu gründen. Ans dieser sollen unbemittelte Büdinger Lehrlinge unterstützt werden. Tie Feier an sich nahm einen schönen Verlaus. Fabrikant Schäfer als Vorsitzender der ltzewerbeschule, schilderte in seiner Festrede die Entwickelung der Schule. Glückwünsche überbrachleu Fürst Wolfgang, Gewerberat Noak-Darmstadt, Geheimrat Rabenau, Regierimgsrat Böckmann, Bürgermeister Fendt und Handwerkskammersekretär Schlörb. Mit dem Jubiläum war eine Ansstellnng von Modellen, Zeichnungen usw. der Schüler verbunden. Fürst Wolsgang überreichte eine Jubi- bmmSstiftung von 3000 äftigt sind, wurden Haussuchungen vorgenommen, die jedoch ergebnislos blieben. HesirnNassau. * Griesheim a. M„ 31. März. Das Gericht hat über das Vermögen des Or. Geisenberger nunmehr den Konkurs verhängt. Wie bekannt wird, hat auch die Frau des Defraudanten nicht unwesentlich zum finanziellen Untergänge ihres Mannes beigetrogen. Sie trug nur Kleider, die in den ersten Pariser Schneiderstuben angeserfigt waren. Nach nur wenigem Tragen verkaufte fie dann die kostbaren Sachen wieder für ein Spottgcld, Die Veruntreuungen Geisenbergers solle» nahezu 500 000 M betragen. * %. Oberursel, 31. März. Ein Meliorationsbeamter kifft nächstens hier ein, um einen Termin über die geplante Melio- ratton der Wirsen unterhalb der Stadt adzuhalte». Der landwirtschaftliche Verein ist hierzu eingehaden. * x. Eteiusischbach, 31. März. Hier sand dt« einstimmige Wiederwahl unseres nun zum sechste» Male gewählten seitherigen Bürgermeister, statt. — Bei der Eemetndeoerkekr» wähl wurde» folgende Herren gewähft: I» der ersten Klasie Landwirt Ludwig Schneider, in der zwetten Landwirt August Betz, in der dritten Landwirt Karl Brand 2. Somit waren Mühe, Arbeit und «oste» des hiefigen soizaldemotratische» Wahloereins fiuchtlos geblieben. * Au» dem Taunus. 31. März. In Hellen Scharen zogen am Sonntag vormittag Hunderte von Rodlern und Schnee- schubläufern zirr Ausübung eines regelrechten Wintersportes in die Berge. Unten in den Tälern lachender Frühling, blühende Mandel- und Aprikosenbäume, wenige hundert Meter höher eine schimmernd« Winterlandfchaft. Dir Tonnen ttagen dicken Rauhreif, und bei 450 Metern Höhe beginnt eine Schneedecke, vorerst dünn, dann aber immer ttefer werden. »m schließlich auf dem Feldberghipfel di« recht anfehn- liche Dicke von 30 Zentimetern zu erreichen. Dazu sttich gestern trüb ein scharfer Wind über bat öulm und _ Seite 3. bas Thermometer ans 5 Grad unter Null, lind das alles a,n 2-.». März, der zweifellos als Frühlings-Wintersporttag für lange Zeiten ein Unikum bleiben wird. Die günstige Kon- junktur fand infolgedessen ungezählte Benutzer. Bom Fuchs- tanz bis auf den Gipfel herrschte vom frühen Morgen an ein Rodel- und Schneeschuhsportbetrieb, wie nian ihn im Januar aud) nicht schöner haben könnte. Freilich als die Sonne leuch- tend^höher stieg und immer wärmere Strahlenbündel aus die Schneedecke warf, ba schwand die weiße Herrlichkeit zu- schends und schmolz bei 15 Grad Warme — die mittags das Thermometer zeigte — von 30 Zentimeter auf 15 Zentimeter Höhe zusammen, aber für eine regelrechte Betätigung de? Schneesports immer noch notsällig n»-?reichend. Ob dieser Sonntag, der zweite Frllhlingssonntag, der letzte Winter- sportsonntag sein wird? Vielleidst erleben wir gar noch eine doppelte weiße Ostern: aus den Bergen schimmernden Schnee und Raubreif und in den Tälern ein Meer blühender Obst- bäume. Starke,«bürg. * Nru-Fsrnbiirg, 31, März. In der hiesigen Frank- fiirtcrstraße ist man mit Ausschachtungsarbciten besd,äsligt. Hierbei stieß man an versdiicdencn Stellen in einer Tiefe von l Meter, auf drei gut erhaltene mensd,liche Skelette, Zwei waren vollständig, dem dritten fehlte der Kops. Aus welcher Zeit die Skelette stammen, konnte nicht sestgestellt werden, da icder Anhaltspunkt hierzu fehlt. Weiter wurden die Grundmauern eine? alten Gebäudes freigelegt. Bor mehr als 100 Fohren soll an der Heerstraße Frankfurt—Darmstadt ein- sames Wirtshaus gestanden haben, das keinen guten Ruf genoß. Es liegt die Vermutung nahe, daß die Skelette von Neisondcn hcrrühren, die i» dem Wirtshaus übernachteten und viellcidst ihres Geldes wegen ermordet wurden. Tie Knochenreste wurden gesammelt und »ad, dem neuen Isen- burger Friedhof verbradst. * Groß-Gcrau. 31. März. Mehrere Burschen spannten in Biebesheim ein Seil über die Dorfstraße. Eine Frau stieß in der Dunkelheit mit dem Hals dagegen und trug dabei schwere Verletzungen davon, sodaß rasche ärztliche Hilfe erforderlich war. Die rohen Burschen wurden ermittelt und zur Anzeige gebracht. ' Laudwirtschastakammer. Die Tagesordnung für die am Mittwoch, den L April, vormittags 10 y, Uhr, im Sitzungs, soale der Landessynode in Darmstadt beginnende 12. Hauptversammlung lautet: 1. Mitteilungen. 3. Wahl eines Milgliedes zur Rechnungsprüsungs-Kommission. 3. Wahl eines Mitgliedes zur Wahlprüfungs-Kommisfion. 1. Neuwahl der Delegierten zum Deutschen Landwirtschastsrat. 3. Revision des Felbbereinigungsgesetzes. 8. Revision des Körgesetzes. 7. Aenderung des Feldsttafgeseher. 8. Antrag des Mitgliedes Fritsch, betrefsend Ermäßigung der Zuckersteuer. 9. Anttag des Mtt- gliedes Dr. Dehlinger, betressend Ankauf von Preßstroh durch die Proviantämter. 10. Erbauung eines neuen Echulgebä» des für die Haushaltungsschule Lang»». II. Vorlage der Jah- resrcchnung pro 1912 und Bericht über die Rechnungsprüfung und Entlastung des Rechners. 12. Nachträgliche Kreditgenehmigung zur Rechnung pro 1912. 13. Hauptvoranschlag der Landwirtschastskammer pro 191-1. 14. Voranschlag der landw. Saushaltungsschulen Langen und Lindheim pro 1914. 15. Voranschlag der „Hesi. Landw. Zeitschrift" pro 1914. 18. Antrag aus Gewährung erhöhter Staatszuschllffe an die Landwir!- schaftskammer. 17. Ergänzung der Satzung der Versicherung der Weide-, Ausstellungs-, Import- und Faseüiere. 18. Entscheidung über Ersatzwahlen zur Landwirtschastskammer. Cingrlandt. (Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Schristleitung nur die pretzgesetzliche Verantwortung). Aus Bürgermeisterkreisen geht »ns folgende Klage zu: „Es ist leider Mode geworden, die alte sd,öne und uns eigenartige deutsche Schrift nicht mehr zu verwenden, sondern man glaubt voll Wunder was für ein gebildeter Herr zu sein, wenn man die unleserliche srcmde lateinische Sd,rift schreibt. Das ist ein ttauriges Zeichen nationaler Rückgrat- losigkeit und Schwärhe. Was aber am meisten aussäUt, ist, daß auch staatliche Behörden die iindeittliche Lateinschrijt oa- wenden, z. B. einige Beamten der Kreisämter in Gießen, Alsfeld und Frtedberg. Wir armen Bürgern,elfter müssen dann unter den Schrullen, besonders der jüngeren Beamten, leiden. Man kann da» lateinische Gekritzel nicht lesen »nd bekommt auch noch Vorwürfe, wenn man fragt, wie das und das heißen soll. Di« hessische Regierung merzt jetzt so ziemlich alle Fremdwörter aus, sie duldet aber den Unfug mtt der undeutschen Schrift durch die Behörden. Das sollte nicht sein. Das Volk, das noch auf deutsche Eigenart hält, hat ein Recht, daß wenigstens die Behörden, auch in der deur- scheu Schrift mit ihm verkehren, daß in erster Linie in unfern Schulen wieder deutsch schreiben gelernt wird, daß die Herren Lehrer chre Sonderwünsche zurückstcllen, daß alle unsere Behörden sich der vererbten eckigen, eigenartigen, aber leserlichen deutschen Buchstaben bedienen. Ministerl seid s« gut. und erlaßt bei Zetten eine Verfügung. Frankfnrirr Wetterbericht. Voraussage: Wolkig, noch meist trocken, mild, südwestlich« Wind» Heu, und Etrohmartt za Franlsaet «. M. Heu kostete 3,— bis 3,20 Mk. Ungefähren waren i Wagen Heu. Da, Geschäft war schleppend. Zufuhren au» Oberhessen, den Kreisen Dieburg und Hanau. Verantwortlich für den volttischen Teil: Otto Hirschel, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Len». Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- zeituna", A.-G.. Friedbero i. H. »Ir. 7H Stell« Tageszeitung. Dienstag, den 31. März 1314 Seite 4 WslW-I'ckrglck. Meinen werten Gästen, sowie einem verchriichen Publikum von Friedberg und Umgebung, teile ich hierdurch ergebenst mit, dah ich meine Wirtschaft „Zutn Darmstädter Hoj" mit dem t. April d. Js. an Kmn Heinrich Heu abgegeben habe. Für das mir seither in so reichem Maste cntgegengebiachte Wohlwollen baute ich ver- b,i!b 1 >rt)Tt und bitte ich dasselbe auch aus meinen Na.ysolgci sreundlichst übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll UillEC-ini Win«!. Unter höfl. Bezugnahme auf obige Mitteilung, bitte ich mein Unternehmen Lurch zahlreichen Zuspruch jreundlichji unterstützen z» wollen und sichere ich im Voraus gewissenhafte Bedienung, unter Verabreichung von nur prima Speisen und Getränke zu. Um geneigten Zuspruch bittet Hochachtungsvoll Heinrich ]*cu. Vermögens-Bilanz brr Spar- und Leililmsse Uieder-ttoslmch eingetragene Genoffenschast mit unbeschrankter Hastpsticht vom 1. Januar 1814. Aktiva. Passiva. .aagenvorrar Lailehen auf Hypotheken Larlehen auf .. cheine Kaufschilling Rückstände R!k. 2886,61 . 73577,53 „ 38055,82 „ 38363/0 ., 8675,78 Einlage Stammanteil der M tgl eder Rescrvezond Gewinn Mk, 156866,88 6200,— „ 3039,35 753,10 Ml, 16085 t, 34 M, 160,59,34 Stand der Mitglieder am 1. Januar 1913 — 128 Während 1913 sind 9 Mitglieder ausgetreten und 5 Mitglieder lei elieun. Also Stand der Mitglieder am 1, Januar 1914 — 125 Der Vorstand: äimon C»nh III Philipp Friedrich Stetzer Rechner, Direktor, Kran; ErnftT^yrifdbcrfl ff. Uahschnriderei für Herren Garderoben und Damen-Eostumes. Mein Geschäft befindet sich jetzt Haingrabcn 10 Telefon 464. Enorm billige Preise. Täglich Eingang von aparten Neuheiten. M für Damen Mädclien und Kinder in unerreicht schöner Auswahl empfehlen f*eschw. ^ü§§kind Friedberg, Kaiserstrasse 32. Aeltere Hüte werden prachtvoll modernisiert. Pnr'lltM in uul Jsliuil moLsrnsU Formen T. 1.96 Hk. bis zu den elegantest. Ersatz Tür Maßcorsetts. Job -Perüchmmg. Donnerstag, den 2 April I, Js, vorm, 8'/, Uhr kommen aus dem Frhl, von Frankenstein'schen Wald Distrikt Köhler- und Hübnerschlag zur Versteigerung t 6700 St Eichen-, Birken-Wellen, 15920 St. Eichen Reisig (Backholz) Zusammenkunft „Neuer Weg", Das Backholz wird von l lllhr ab im „HUbnerschlag" versteigert. Ockstadt, den 30, Mürz 1 11, Frhl, o. Franlcttsteinhcher Oberst Rumpf. 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Von einem gewesenen Fremdenlegionär aus Nürnberg wird der „Nürnberger Zeitung" geschrieben' Am 14. Februar dieses Jahres ging die Nachricht durch algerische Zeitungen, datz in Oran ein Zwangssträjling ber Fremdenlegion in Zivillleidern mit eingcschlagencm Schädel tot ausgesunden wurde. Die Identität konnte nicht sestgestellt werden, da man bet oer Leiche keinerlei Papiere sand. Jetzt stellte sich folgender Sachverhalt heraus: Der Ermordete war Wilhelm Rudnick aus Breslau. Der junge Mensch war im Alter von 18 Jahren von Luxemburg ans, wo er in Stellung war, zum Eintritt in die Fremdenlegion verführt worden. 1911 desertierte er mit anderen Deutschen, wurde aber eingesangen und zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Durch glücklich entslohene Deutsche aus der Fremdenlegion wurde das Schicksal des Rudnick bekannt. Aus eigene Gefahr hin begab ich mich nach Algerien, um Rudnick gewalt- sam von seinem Elend zu besreien. Ties im Innern der Zc- »ernwälder des Auresgebirges gelang es mir mit fremder risse und durch Bestechung Rudnick zu entführen, und zwar am Februar dieses Jahres. Bon Algier wollten wir mit einem wutschen Schisse am 12. Februar nach Deutschland fahren, ilcider verpatzten wir das Schiss und mutzten einen anderen Weg durch Tunesien einschlagen. Mein Schützling entschlüpfte mir in einem Augenblicke geistiger Umnachtung nach Oran. Dort wurde er ausgcgrissen und kurzer Hand nicdcrgemacht. >ch mutzte insolge dieser Entdeckung sliehen. Rach vier Tagen erreichte ich Tunis, wo ich mit deutscher Hilse glücklich nach Palermo gelangte. Ans der Heimat. • Frankfurt a. M.. 31. März. In Gegenwart von Bertre- lern der staatlichen und städtischen Behörden und vieler kirchlicher Körperschaften wurde am Sonntag Mittag im Stadtteil Oderrad die neucrbaute evangelische Erlöserkirche eingeweiht. Die Weihe vollzog Geheimer Konsistorialrat Kayser (Frank- jurts. Die vom Architekten Karl Blattner sFranksurt) erbaute Kirche ist mit dem Pfarrhaus und Gemeindehaus zu einer einheitlichen Baugruppe vereinigt, die sich in dem kraftvoll gegliederten Turme z» einem architektonisch eigenartigen Bilde zusammenrasst und das Maintal zwischen Ossenbach und Frankjurt beherrscht. Der Kirche wurden zahlreiche wertvolle Stistungcn zuteil, u. -. stiftete Geheimer Kommerzienrat An. drac-Pasiavant, ein Enkel von Goethes Marianne, die gesamte Ausmalung des Altarraumes. — Bei der gegenwärtigen Ein- rtchtung der neuen Fernsprechämter treten seit mehreren Tagen im Fernsprechbetrieb erhebliche Störungen aus, die sich beson- ders dadurch unliebsam bemerkbar machen, datz zugleich die Gespräche von mehreren anderen Teilnehmern deutlich wahrnehmbar sind, während die eigenen Gespräche nicht verstanden werden. Die Fernsprechverwattung hasst aus Beseitigung der Mitzstände, sobald die selbsttätig wirkenden Fernsprecheinrich- tungen der neuen Aemter „Hansa" und „Taunus dem Betrieb übergeben werden. Dies wird voraussichtlich in wenigen Wochen geschehen. ^_, Hessen-Nassau. * Bad Homburg v. d. H„ 31. März. Die Postverwal- tnng beabsichtigt auf Antrag der Stadt die Einführung der Nachtfernsprechverkehrs, vorausgesetzt, datz von den Orten, die dem hiesigen Netz angeschlossen sind, eine Garantiesumme von 2050 r. Emmerich; er hinterließ jedem Hamburger Schutzinann 1000 cM, seinem Bruder 3000 M und der Stadt den Rest, etwa 90 000 M. Der Bruder focht die Giltigkeit des Testamentes unter der Begründung an, datz der Erblasser bei der Niederschrift des letzten Willens nicht mehr normal gewesen sei, eine Behauptung, die ärztlicherseits widerlegt wurde. Darauf strengte er einen Prozeß gegen die Stadt an, der bisher große Summen kostete. Die Stadtverordnctenversaminlung nahm am Samstag abermals Stellung zu der Angelegenheit und beschloß dem Bruder des Erblassers auf grund früherer Vorschläge ein Legat von 3000 M und eine Jahresrente von 600 indgclcnk auf, sodaß cs sofort der Gieß ener K linik zugeführt werden mußte. * Easiel, 31. März. Am Freitag um die Mittagszeit ivuroe aus der Gegend vom Rathaus her ein Schuß nach dem Haus - Obere Karlsstratzc 1« abgegeben. Die Kugel durchschlug e,ne Fenstcrscheibe und drang in den großen Spciscsaal einer du! befindlichen Pension, wo gerade 39 Personen beim Mittag- mahl waren. Verletzt wurde wie durch ein Wunder niemand. Das Geschoß drang in den soeben aus den Mittellisch gestellten duftenden Rindsbroten. Die Polizei, die von dem Attentat in Kenntnis gesetzt worden war. erschien sofort und wollte de» angcschoffenen Rindsbraten beschlagnahmen. Eie begnügte sich schließlich nach lebhaftem Einspruch der hungrigen Tischgesellschaft mit der Entfernung des Projeltils aus dem Rinderlendenstück. Von dem Täter fehlt jede Spur Ziim Mnyeisen. Roman von M. P r i g g e - B r o o k. 5g ,Fortsetzung). Rosemarie war zufällig abwesend, als der Postbote das unfraufiei'te Schreiben abgab. Erschreckt erkannte Luise \t Handschrift der jungen Frau. „Das bedeutet nichts Gutes", sagte sie zu ihrer Richte, die bei ihr saß. „Wo Mary doch nicht schreiben soll, weil sie zu schwach ist." . Rosemarie hatte ihnen mitgetcilt. der Profcsser sei bt- ans weiteres gegen jeden Brieswechscl und würde selber schreiben, sobald sich Besserung zeige. „Ob wir ihn öffnen?" nieiiite Erna besorgt. Daz» hatte die Tante doch keinen- Mut. So warteten die Zwei. Als Rosemarie heiuikehrte, richteten sich zwei Paar Augen erwartungsvoll aus sie. Ein Brief von Mary. Ick, bitte Dich, lies; wir kviiil n,cn "ui» vor Ungeduld", rief Erna, die ihr bcu Brief hin- überreichte. v . c .. Heber Roseuiaries Gesicht glitt jähes Rot, doch |ie ,atzte ich wieder. „Gib her", jagte sie und wollte gehe». „Nein, bleibe bitte, lies laut. Tu weißt, ich sorge wich", bat das junge Mädchen. T-a Luise sich ihrer Bitte anichloß. blieb Rosemarie nichts übrig, als ihneu den Willen zu tun. Sie las i,nd schüttelte den Kopf. „Sie ist verrückt", jagte sie einpörk. .. Erna war hinter sie getretvii und sah ihr »der die Schultern. - „Ist ixii wahr, Tante Rosemarie?" rief sie und legte den Fiiiger auf die Stelle: ..Warum hast D» und' ins Irren- Haus gesteckt? Was Hab' ich Dir getan?" „Das konntest Tu ihr nntun?" fragte das Mädchen >u,z tonlos. Rosemarie Sebald richtete sich auf. Leiigne» konnte sie nicht: sie war glich »u stolz daz». „Ich tat es", sagte sie kalt. ^Hast Du etwa« dagegen cinzuwendeu?" „Es ist entsetzlich schrecklich", stöhnte Erna und verbarg ihr Gesicht in den Händen. „Sie z» Deinen Worten!" ries Rosemarie flammend. „Ich vertrete mein Tun und bin niemandem Reck^nschost schuldig." „Auch nicht de», Kiiide, dein Du die Mutter uiminst?" fragte Erna traurig. „Ich kann ihm nicht uehineu. was er nicht besaß. Mary ist ibm keine Mutter, ist sich und anderen zur Last. Willst Du mir es verdenke», wenn ich das letzte versuche, sie für sich selbst und den Jungen z» retten," „Wenn eine Irrenanstalt Rettung ist. Mir scheint- eS nicht. Niemals wäre sie freiwillig hingegangen, wen» auch der Professor für klinische Beh>,ndlung eintrat. Zu ihm lmtte Mary Zutrauen, von ihm erhoffte sie Genesung. Jetzt hast Du sie statt in feine Behandlung an diesen Ort de? Schreckens gebracht; sie muß verzweifeln." „Feiichtwaiigen war nicht, da, Gefahr im Verzug, ich erfuhr das alles zu spät, als ich schon in Gohlis war", suchte Rosemarie sich zu entt'chuldigen. ..Mary zurücknehnien, das konute ick, nickst, die Reise ging schon über ihre Kräfte. Mir blieb die Wahl, sie Zöllner zu übergeben, der Feuchtwangcns Vertreter ist. oder —“ Luise halte bis jetzt noch kein Wort gesagt. Nun sah sic plötzlich ans und sprach in bcstimmteni Tone: ,.T» wirst niorgen nach Gohlis fahren und Deine Sckstvägerin heiniholcn." „Das werde ich nicht, Tante Luise", antwortete Rose- inaric scharf. „Mischt Euch doch nicht in meine Angelegenheiten; ich weiß, was ich tue." „O, Rosemarie, besinne Dich!" rief die alte Dame vor- wurfSVoll, ,.D» haßt Mary, und Haß verblendet." „Ich hasse sie nicht mehr", erwiderte Roieinarie. „Wohl gebe ich z», daß sie mir als meines Bruders Frau in höchsten Grade antivatbiich war. Seit Heinz gestorben, ist er wieder mein. Ich hasse sie nicht. Aber ich kann sie auch nickst lieben. Sie gehört nicht zu uns. Ihr Kind aber, meine? Bruders einziges Kind, ist ein Sebald »nd wird ein Sebald werden. Ich überwack>e ihn. Wenn Krankheit und Willensschwäche die Mutter unfähig machen, ihre Pflicht zu tun. so stehe ich an ihrer Statt und sorge für ihn. Heinz ist mein." „Darum hast Du seine Miitter in die Anstalt gesperrt?" „Schäme Dich, Tante Luise", rief Rosemarie leidenschaftlich. „Ich habe sie nicht eingesperrt, sondern sie dem Arzte übergeben, der mein Vertrauen verdieilt. Jck> gesteh Dir offen, es ist ein letztes Mittel, keineswegs sicher, ob es Hilst. Nichts desto weniger habe ich versucht, ob Zwang nicht hilft, wo Nachsicht geschadet." „Du bist hart, Rosemarie, entsetzlich hait", jammerte das alte Fränlein, „Mein Schicksal bat mich hart gemacht, einst war sch weicher. Doch lassen wir das, so wie ich bin, sehe ich mir eine Pflicht vor mir, dem kleinen Heinz sein Erbe zu erhalte» und ihn so zu erziehen, daß er der Sebalds würdig ist." Erna lief weinend aus dem Ziinmer. Rosemarie war ihr miheimlich. Und wenn sie Mary nicht erlöste, haßte sie sie. Sie konnte doch die Arme nicht zugrimde gehe» lasse». Am anderen Tage wagte sie einen letzten Versack Resemarie blieb fest. Sie meine es gut mit ihrer Schwägerin, behaiivtete sie. Hier sei es ihnen nickst gelungen, eine Besserung herbeizuführen. Erreiche Doktor Zöllner nach Monaten ebenfalls nichts, so lasse sie vielleicht mit sich reden. Einstweilen sei die Schwägerin gut aufgehoben. Zufrieden sei sie weder hier, noch dort; das läge in ihrein Zustande. Ernas Idee lag in Trümmern. Ernstlich erwog sie da« Pflugeiseu zu verlassen und zu ihren Gesckstvistern zurückv-- kehren. Denen konnte sie wenigsten? nützlich sein. (Fortsetzung folgt). Sir. 76 Nene Tageszeitung. D e >stag» oen 21. Mar/, 1611, Kreis Friedberg. Fricdberg.den 18. März 1914. Betr.: Bekanntmachung, die Vergütungen für vorwiegend in: Interesse Privater erfolgende Amtsgeschüfte der Bürgermeister der Landgemeinden betreffend, vom 13. November 1913; hier Nachtrag zu derselben vom 4. März 1914. Das Grosch. Kreisamt Friedberg die Großh. Bürgermeistercie» der Landgemeinden des Kreises. Wir machen Sie auf die im Regierungsblatt Nr. 7 von 1-' erschienene Bekanntmachung Grosch, Ministeriums des nern vom 4. ds. Mts. aufmerksam, wonach die auf Grund i'.'nbabnrechtlichcr Vorschriften von den Bürgermeistern rustellenden Bescheinigungen zur Erlangung von Arbei- , rrrr",tn»gssrei zu erteilen sind. Frhr. Sch eu ck. Friedberg, dc-N 17. März 1914. Zetr.: Die Einführung der bakteriologischen Fleischbeschau. Das Großh. Krcisamt Friedberg an die Herren Bürgermeister der Städte Fricdberg und Bad-Nauheim und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Ans Anregung des Reichskanzlers hat das Großh. Ministerium des Innern angeordnct, daß beim Verdacht des Vor- irgens einer eitrigen oder jauchigen Blutvergiftung, namentlich bei Notschinchtungen (§ 1 Ablab 3 des Schlachtvieh- und Fleischbcschaugcletzes) infolge akuter Entzündungskrank- jeiten, das Fleisch btrkteriologisch untersucht werde. Mit der lsornalmie dieser Untersuchung ist d,rs Großh. Untersuchnngs- mit sür Jnscktionskranlbeite» zu Gießen beauftragt worden. Tie Großh. Kreisveteriuärärztc und alle mit der Ausübung der Fleischbeschau und Ergänzungsbeschall (Z 5 der Fleischbeschauordnungi betrauten Vetorioörärztc haben nach Anordnung des genannten Ministeriums in den nach Absatz 1 erwähnten Derdachtfällen. d. h. solchen Fällen, in denen nicht schon auf Grund des klinischen und vatbologiicb-anato- nnlchen Befunds die Diagnose „Blutvergiftung" gesichert und demgemäß der ganze Tierkörper nach § 33 Absatz 1 der Attsfiibrungsbestilnmungen A zinn Reichsfteilchbeschangefetz unschädlich zu beseitigen ist, Proben von dem Tierkörper zu entnehmen und nebst einem kurzen Begkeitbericht unverzüg- 'ich an das genannte Untersuch»,lasarnt einzusenden. Dieses vird dem Einsender nach Beendiglvrg der Untersuchung >eren Ergebnis auf kürzeste Weise (telegraphisch, telephonisch) nilteilen. 2 st stsskll in denen der Pmdacht auf das Vorbau, densein von Fleischvergiftungsbakterien begründet ist, hat alsbald eine Reinigung »nd Desinfektion aus den damit behafteten Tierkörper und alle seine Teile, sowie auf die Räumlichkeiten miszudehnen, in denen sie seit der Schlachtung untergebracht waren. Die ständige Kommission im Rcichsamt des Innern für fen Vollzug des Fleischbeschougesetzes Hot bestimmt, daß in Fällen, in denen der Verdacht der Blutvergiftung nicht bestätigt wird, die nicht untersuchten Eingeweide und das Euter nur insoweit unschädlich zu beseitigen seien, als dies in den Aussührungsbestimmungen des Dundesrats zmn Schlacht- liesi- und Fleischbcschaugeseh seine Begründung findet. Die Kosten sür die Verpackung und Versendung der zur iakteriologischen llnteriuchung bestimmten Teile, für diese llntersnchung selbst und sür die Desinfektion fallen unter die ins Grund des Artikels 7 u. sf. des Ausführungsgesetzes vom 4. Avril 1903 durch Gebühren zu deckenden Kosten. Eie find von derienigkn Gemeinde vor-,»legen, i» der das verdächtige Tier geschlachtet wurde. Die Gebühr für die bakteriologische Untersuchung beträgt in jedem Fall 5 ) Doppellender ftmste Mast bl teinlte Mas ttalber . . . ... c> mittlere Mast- und beste SangkSlber ö) geringere Mast- und gut« Saugkälber. 0) geringer« Saugkalb«« , , , m. Echos»; ,J Weideinaftschase: . . . . . b) Mastlämmei und Masthammel . c ) geringere Masthammel und Schaf« 1) mäßig genährte Hammel u. Schaft ^ (Merzschaftl , , . , , , «*,-. IV. F.ttschmei«; t) Fettschwein« über 8 Ztr. Lebendge- Vicht i i i i i i ■ • , i i b) vollfletschtae Schweine über 2H Ztr. Ledendaewiäil ....... , c) voll! lei Ich! ge Schweine äber i Atr. Lebendgewicht ck) voüileischige Schwein« bis za 2 Ztr, Lebendgewicht e) fleischige Schweine »,,,»> l) Sauen ........... Marktverlaus: Bei Ochsen und Bullen g.i 6i>h»n unh Rindern rühme» Geickält 00-00 102-108 92-98 88-92 45-50 58 -82 45—50 58-62 45-50 58-62 kebhaste», In Kälbern an längs flotter, späte, ruhiger Handel, dcsgiei. chen bei Schafen , ausuerkaust. Der Schweinemarkt verlief gedrückt »nd hinter W Ueberftand. — In der Osterwoche findet der Hauvtmarkt Trenstaa. den 14. Avril statt _ Seite 2. Bekanntmachung. Betr.: Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. An die SMuIooestönde »er Landgemeinden des Kreises. Die Berzeichniffe der gewerblich tätigen Kinder sind bl, spätestens 13. April I, I. hierher rinzureichen. Es wird ersucht, bei deren Ausstellung nur gedruckt»-Formulare, die bei Wilhelm Klee in Gießen zu haben sind, zu benutzen. Wir erwarte» pünktlich« Einsendung der Verzeichnisse. Gießen, den 25. März 1914 Großh. Kreisschulkommiffion Gießen Dr, U s i n g e r, Gottesdienst i« Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, den 1. April, abends 8 Uhr in der Kirche: Pas, ßousandacht. f ,-l 17.50— 18,25, Rtedgerste Mk, 17,00—17,50, ungarische VJtt 00.00—00,00, Futteigerste Mk. O0U8Ü—OO.flft. f, a n: giesiger «. Wetterauer ML 16.50—17.-5, Inrhesstscher Mk. 17,25—I7L5 bayerischer Dkl. >6,30—17,50, LaPlata M4 00,00—00 00, ruj- sischer Äkl, 17.00—18,00. Ma i s Akired IJCt. »J.OM—GO,00. Douaumais »ff. 14,90—15^0, La Plaka »kl. 15,00—13,25. Odeua »fk. >, 0 , 00 — 00,00 ruisisch. »0 60,60—00,00, Eincandin JJii. 19,00—10,25. Weizenmehl: hiesiges Sir 0 Mt. 31,50—31.75, jüd» deutsches Mk, 00,00 - 00,00. Nr. 1 Mk. 23,05 -29,75, iüddeut'ches »fk, 00,00-00,00, Nr. kll Mk, 20,50-26,75, lüddeut'ches »fl. m,00-00,00, Akt kV Mk. 22.50—22,75, süddeutsches »ff. 00,00- 00.00. Roggenmehl: hiesiges Nr. 0 Mk, 24,75—25,00, 2ir.0l Akk. 23.50— 23,75, Nr. 1 »fk. 22213—22,75. Fulterartilel Lbetzeuichalen 10,75-ll.M.WeizenNcie Mk. 10,00 10,25, Roggenlleie Mf. 10.25 —10,50 Weizen-Futtermehl Mk, 12,50—13,00, Biertreber getrockn. Ml, 12,50-12,75 Malzkeime Mk. 11,75-12,00, Napskuchen Mk. 13,00-13.25 Palmkuchen ML 14,50-14,75, Fattergerste ML 13.25 —13.75 Die sehr verschiedenen Qualitäten in Landmeizcn geben auch zu den veischiedensteu Preisbildungen Anlaß. Weizen, die den Muhlenbedingungen entsprechend geliefert werden, bedingen Preise bis über 21 Mark, während sogen, Landware 1 Mk. billiger notiert wird. Roggen unverändert, Gerste in Brauware nicht mehr am Markt. Hafer etwas fester, Mehl von den Mühlen 25 Pfg. billiger offeriert, bei kleinem Geschäft Futterartikel geftagt. f/. Reichsaufei h« fl, Hessen Kursbericht vom 30. Mär) 1914 der Mitteldeutschen Creditbank Aktienkapital u. Reserven »L 70 600600 gegründet 1856. Fraiikjnrter Bors«. Diskonto Komm. AnL 1982/«"/. Dresdner Bank Akt. 1582,. »tltteld. Credilü. Akt 116.90 „ Oest, Creditanst. Sit. 2U5.50 „ Bvchamer Gugstahl „ 223,75 Buderas E.-W. «et. 112.50 „ Deutsch Lllgemburg „ 130.75 n isschwefler Bergw, „ 220.10 , Geljeukirch.Bergw.AkL 193.—- „ Harpener Bergbau „ 1822/» , Phönix Beegd. „ 2382/» „ Laurahute „ 151X50 „ Griesheim Elektron,, 269.50 „ Höchst. Farbwerke „ 671 — m Holzoeikohtungs-Jnd. 313.75 „ Rütgerswerte „ 203.95 . Ehem.Fahr. Albert „ 448 50 „ Allg. Elekir, Ges. „ 247.— . Ttsch-UberseeE.G. „ 177.— „ Schuck. Elettr. Ges. „ 149.50 „ Siemens u. Halste „ 218.50 . Steaua Romaua . 146.50 „ Zellstoff Waldhof „ 225.25 „ Hambg. AmL Pak. „ 1309/» . Llordd. Lloyd , 122 75 „ Oesterr.Staasbahn „ 155.— „ Lombarden „ 21.75 „ Baltimore u. Ohio „ 892/, „ Prioatdistoal . 3.— . Tendenz: dehaupteL Berliner Bors«. Deutsch-Luxemb.B.Akt. 1312/» „ Dtsch-Ubeisee E.E.Att, 176,75 , Gcisenttrchen Bergw. A. 193.75 „ Harpener Bergbau litt 183.— „ Hohenloheweike Alt 119.50 „ Laurahütte Akt 151.— „ Oberschlesier E. Akt 83,50 „ Phönix Bergbau Akt 2372/» . Rombacher Hütte » 159.50 „ Siemens u. HalskeAkL 2182/, „ Privatdiskont 3.50 „ Tendenz: dehaupteL 98,500« 86^0 .. */. •/, Trenn. Eons als 86 50 78.25 97,75 8435 „ 7440 */»•/• Griechen v. 1890 54.80 */»•/a 'Monopol-Griech. 52.— 2/»°/» „ Silberreute 86:10 “/« Oesterr. Goldrente 87.25 I, Portugiesen Serie 1 61.70 ' .. „ 1U 64.50 >/»'/» Ruffen v. 1905 97.80 9/. . » 1902 90.- . »/«Administr. Türken 76.30 fl, Türken von 1903 87.10 lürkenloose M. 169220 1»/, Ungar. Goldrente 83.— [ „ Kronenrente 82.— [•“, Buen.-Air.PL AnL 65.10 l »/»•/» Chinesen 90.50 i'/,"k» Japaner 89_ 1% Silber-Btexikaner 4250 l ‘i,i, Mex. Irrig, Anl. 69,50 üerliner Handels Ant. 162.25 LarmstädL Bank m 123.— deutsche Bank » —.— küuts