Cie „ftctte ^it'djeint iefccn &‘crttag. Regelmäßige Beilagen ,.^'cr rZaucr aus Liefen". „Hie Spinnstuve". Hemgoprei«: Ger den Postanstalten oiertcliägciic^ i'if. i.'. > ici den Agenten monatlich 50 Pfg. Cin^u tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anreigcn: Er'.ind'eile 20 Pfg., lokale 15 Plg^ Anzeigen von auswärts werden durch Po tnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedbers. Schriftleitung nnd Uerlng Friedberg (Hessen). sianaueritrage 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Lonto Nr. 4859. 2lmt Frankfurt a. M. 1l ob erficht. -— Dom 5?anbflcrid)t Mannheim wurde der Haftbefehl setzt. — Zwischen den Stationen Enkirch und P»rg, der Nebenbahn von Pünderich nach Traben.Trarbach, ist wieder- uni ein Bergrutsch cingctreten, wodurch das Grlcis verschüttet wurde. — Tie in Frankfurt n M. durch den Polizeipräsidenten i läblich erfolgte Amtsenthebung des Leiters der Tittenpvli zri, Kriminalkommissars Schmidt, soll, wie die Blätlcr zu melden wissen, wegen einer Bcstcchungsassärc erfolgt sein. — Von Mailand wird gemeldet, daß die in Neapel an- fernde britische Mittclmccrilvtte ans drabtlosc,» Wege Bcsebl erhielt, sich nach de» Hcimatgcwässrrn zurück zu be ecbrn, Bei Sonnenausgang dampften die Schisse ab. — Zwischen den beiden sranzösischen Torpedobooten „Donrrasqur" nnd „Nr. !!K2" ist es gestern zu einem schweren Zusammenstoß gekommen. Beide Boote erlitten schwere Beschädigungen. Tic Mannschastcn konnten in» Sicherheit ge- wacht werden. — In der Petersburger Maschinenfabrik von Bogdanow erkrankten 406 Arbeiter an Gasvergiftung, 18 besonders schwer. — In ganz Serbirn sowie in den östlichen Gebieten Ungarns regnet cs seit vier Tagen ununterbrochen. Die Donau, Drtna und Murawa sind ans den Ufern getreten, Tie ganze Umgebung von Semlin steht unter Wasser und bildet einen großen See. — Pier russische Offiziere sollen bei der Aufnahme der Bosporus-Befestigungen ertappt und verhaftet worden sein. — Tas Gebäude mit dem Warenlager der Hudson- kompagnic in Fort William (Kanada) ist durch Feuer vollständig vernichtet worden. Ter Schaden beläuft sich auf über 1 200 000 Jl. Arbeilslolrnverstchertuig. Was gedenkt die Königs. Staatsrcgicrung angesichts der Unnwglichkcit und Schädlichkeit der staatlichen Arbeitslosenversicherung zu unternehmen, um durch Verhütung des übermäßigen Zuzuges zu den Großstädten und großstadt- ähnlichen Wohnplätzen eine der Hauptursachen der periodischen größeren Arbeitslosigkeit zu beheben, So wird die preußische Staatsrcgierimg im Abgeord- netenhause von rechtsstehenden Politikern interpelliert und die Allgenicinhcit darf hoffen, daß die entsprechende Ans- spraclp! recht bald hcrbeigesührt wird. Wer sich nicht nach den gekünstelten Hilferufen der demokratischen Presse informiert, sondern die Stimmung breiter Volksschichten zu erforschen sucht und dabei entgegenkommend genug ist, auch Kleinstädter und Landleute zum Volk zu rechnen, wird er- staunt sein, mit wie steigender Schärfe im Lande der Ge- ,aukc einer Arbeitsloicnvcrsichcrung abgcwiesen wird. In der Tat besteht ja der ländliche Arbcitermaugcl fort und er drückt nicht so sehr den Großgrundbesitz als vielmehr den mittleren bäuerlichen Besitz, und hier und da reicht auch der Kleinbesitz mit den Arbeitskräften der Familienmitglieder nicht niehr ans. stricht minder bezeichnend ist die Menge der ausländischen Arbeitskräfte, die Industrie und Landwirt- sckmst Lahr für Jahr heranziehcn müssen. Und merkwürdig: dieselbe demokratische Presse, die in Wahrnehmung rnssisck»er Interessen prophezeit, der Strom der russisck)en Saisonarbeiter werde eines Tages völlig ausblcibc», die damit also selbst cinrülimt, daß die inländische Arbcitcrlostgkcit demnächst noch ganz beträchtlich in die Höhe schnellen werde, kündet täglich den grausigen Untergang der Welt an. sofern nicht schleunigst die Arbeitslosenversicherung geschaffen werde, Ju Bayern ist man jetzt leider gerade den Weg gegangen, ^den die Interpellanten des- prcnßiichen Abgeordnclcn- j-rmses vermieden sehen niöchten. Tort sind die von der Regierung a,'geforderten 75000 Jl zu Beihilfen an Städte, aie eine Arbcitsloscnversicheriing eingerichtet haben, von der vannn» der Abgeordneten bewilligt worden und man sagt, die Zustimmung der ersten Kanimer sei gleichfalls gesichert, -gosst nian dort aber, durch eine solche Politik der Zuge- siändnisse die radikalen Elemente besänftigen und zu post- tiver Mitarbeit auf den> Boden des GegenwartsstaatcS gewinnen zu können, so wird man die denkbar gründlichste Täuschung schon bald als verdienten Denkzettel culgegenzi, , tfirnen haben. Tort we> den die jetzt bewilligten 75 000 Jl natürlich sich bald als unzulänglich erweisen und die glaub- ieu, einer Agitation den Boden entzogen zu haben, werden schnell erkennen, daß sic ihr nur neuen Wind in die Segel geführt haben. Lasse man einmal die trüben Folgen beiseite. die sich jetzt in Bavcrn wohl oder übel cinstellen werden, verschließe man sein Ohr gegen die bitteren und berechtigten Beschwerden der Landlente, die sich nach Arbcilkräften iim- schen und eine weitere Verschärfung der Lcutenot feststcllcn müssen und nun hören, daß Mittel der Allgemeinheit flüssig gemacht werden, um de» Arbeitslosen zu helfen: streiche man ans der Rechnung den hüben Umstand, daß, nach welchem System die Städte die neue Versicherung auch ein- richten mögen, inimer eine Benachteiligung der Nichtorganisierten Arbeiter unausbleiblich ist: gehe man auch mit Gleichmut darüber hinweg, daß künftig für die Arbeitgeber kein Anlaß mebr vorbanden ist, auch nur noch eine» einzigen Arbeiter über die jeweils vorbandene Arbeitsgelegenheit hinaus zu halten: so bleibt »och immer die — nunmehr abzn- wehrende — Rückwirkung auf die übrigen Bundesstaaten und damit ein ungelvöhnlich unerfreuliches Kapitel. Natürlich wird cs fortan in einer ganzen Reihe von Bundesstaaten heißen, wenn schon das in der Hauptsache agrarische Bayern den Zwang zur Einrichtung einer Arbeitslosenversicherung anerkennt, um wieviel mehr müssen dann erst Einzelstaateii ii.it weit mehr Industrie für eine derartige Vcrsick>er»ng sorgen. Ta kann cs nur als dankenswert bezeichnet werden, daß die erwähnte Interpellation solche» Trugschlüssen die Lust zur Wiederkehr ein für allemal auStrcibt. Tiefe Stellungnahme kommt durchaus nicht der grnnd- si.tzlichcn Verurteilung der Arbeitslosenversicherung gleich. Diese ist nur so lange abznlchncn, als die uneingeschränkte Freizügigkeit sortbcsteht. Tie schrankenlose Freizügigkeit bat »ns die großstädtische Arbeitslosigkeit in erster Linie ge- bracht nnd soll die Allgemeinheit Mittel zur Unterstützung der Arbeitslosen ausbringcn, so muß sic zuvor auch das Recht haben, die Arbeitslosen an die Ställen der Arbeiterlosigkcit z» führen, und erst dann, wenn nach der wicderhcrgestellten zweckmäßigen Dertcilnng der im Reich vorhandenen Arbeitskräfte noch ein Rest von Arbeitslosen und zugleich Arbeitswilligen vorhanden sein sollte, was nicht übermäßig wahrscheinlich ist, könnte nian daran denken, diesen Teil der Arbeitslosen mit Staats- oder Reichsmitteln zu unterstützen. Solange aber jeder 14- oder 16jährige Baucrnbursche in die Stadt läuft und damit dort ein Ucberangebot an Arbeitskräften herbeiführt, kann der Allgemeinheit nicht zugemntct werde», ob dieser Dummheit tief nnd ininier tiefer i» den Beutel z» greifen. Diese natnrgeniüße Erwägung spielte ja auch in die Erörterung auch des bayerischen Abgeordnetenhauses hinein. Dort hoffte der Minister Freiherr v. Soden, die Städte werden Mittel finden, die überschüssigen Arbeitskräfte anf das Land zurückzilschieben, und der sozialdemokratische Redner machte der Staatsregierung sogar zum Vorwürfe, daß sie in Zeiten sinkender Wirftchaftskonjunktur die Abwanderung in die Großstädte nicht verhindert habe, er rechnete es ihr also zum Verbrechen an, daß sie die — Freizügigkeit respektiert habe. Die rechte Nutzanwendung blieb leider aus. Also kurz und offen gesagt: Arbeitslosenversicherung nach der entsprechenden Beschränkung der Freizügigkeit oder bei unverändertem Fortbestand der Freizügigkeit Abweisung der Arbeitslosenversicherung l Das deutsche Reich hat keinen Mangel an Arbeitsgelegenheit und kann vicl- nichr allen denen lohnende Beschäftigung geben, die überhaupt arbeiten wollen. JtrtldiiittlidKr llrrrnt in öorna-PtM. Unter dieser Uebcrschrist schreibt die „Altnationalliberale Reich- Korrespondenz": „Das Unerwartete ist geschehen. In Borna-Pegan hat in der Stichwahl die Sozialdemokratie über den freikonscr- vativcn bisherigen Abgeordneten, General von Liebert, gesiegt. Dieses traurige und für unser Bürgertum beschämende Ergebnis ist dadurch zustande gekommen, daß über 2000 Wähler des notionallibcralen Kandidaten sozialdemokratisch gewählt haben. Die nationalliberale Partei trägt hieran keine Schnd. Sic hat ihre nationale Pflicht vollauf getan. Tas warine Eintreten des nationalliberalen Kandidaten und der »atioiialliberaleii Wuhlkreisleitung, das rednerische Wirken mehrerer nationalilberalcr Abgeordneten für Herrn von Liebert, haben zweifellos die rein nationalliberalen Wähler ausnahnislos dem bürgerlichen Kandidaten zugeführt. Wohl aber steht fest, daß die fortschrittlichen Wähler vollzählig zur Sozialdemokratie übergelaufen sind. Das ist um so unbegreiflicher, als die Weigerung der fortschrittlichen sächsischen Parteileitung, eine Stichwahlparole auszugcben und das indirekte Eintreten zweier fortschrittlicher sächsischer Landtagsabgeordneten für Herrn von Liebert die Hoffnung ließen, daß der Freisinn die Lehre von Jerichow beherzigen würde. Tas ist leider nicht geschehen. Man kann nur annchmcn, daß die fortschrittliche Parteileitung im Reiche inzwischen von der Sozialdemokratie an die Vasallcnpflichten erinnert worden ist, die auch heute nock, aus dem Tämpfnngsabkommcn den, Freisinn obliegen. Nur so kann cs sich erklären, daß diese Parteileitung durch die „Freisinnige Zeitung" die erwähnten sächsischen Abgeordneten desavouieren und die kaum verhüllte Parole für die Sozialdemokratie ausgeben ließ. Diese Parole hat in Borna-Pegan ihre volle Wirkung getan. Wenn hier schon einen, bürgerlichen Politiker gegenüber, der wohl kaum im Gerüche der Reaktion steht, der Freisinn seine der. Sozialdemokratie wahlverwandte Seele entdeckt, dann ist da mit leider wobt alle Hosfiinng aufzngebcn. diese demokratisch- Partei dem Gedanken d^r bürgerlichen Gemeinschaft in absehbarer Zeit znrückz»gewinnen. Wir bedauern dies außer- ordentlich, weil wir die gemeinsame bürgerliche Kampfes * fiont gegen die Sozialdemokratie nicht breit genug Herstellen können. Aber wir miissci, mit dieser Tatsache rechnen. Da- niit wird, wie jede andere, so auch die nationalliberale Partei vor die Frage gestellt, ob cs ihr möglich sein wird, von dem Freisinn Garantien zu. erlangen, die für lünftigc Dnbl- kämpfe den bürgerlichen Charakter der Fortschritt-spart.-i Ivieder Herstellen und sichern. Erweist sich das als „iniiög. lich, dann wird Klarheit darüber zu schassen sein, daß eine prinzipiell antibürgcrlichc Partei fiir jede andere bürgerliche Partei die Bündnissähigkeit einbüßt. Tie Korrespondenz des Reichsverbande» gegen die Sozialdemokratie schließt ihre Betrachtung über die Wahl in Borna mit folgenden Worten: „Die Linkslibcralen mögen beute über die Besiegung des Generals v. Liebert durch die Hilsstruppen der Sozialdemokratie triumphieren, ihr Verhalten wird sich bitter rächen. Heute mir. morgen Dir. Die rote Flut wird die linslibc- raten Mandate genau so hiwcgschwcnnnen. wie das Mandat in Borna. Aus der Saat der skrupellosen Volksverhetzung kann nichts Gutes für das Gemeinwohl und für den Staats- gedanken erwachsen-" ssngcsiiberskcht. Dcntlchcs lleitii. -- Absage der Kotonialreise des deutschen Kronpri-. zen erfolgte taut „Tagt. Rundfch.", da die kaiserliche Genehmig ung in letzter Stunde versagt wurde. Zwischen dem Kronprinzen und dem Staatssekretär Sols waren die Einzelheiten der ganzen Reise bereits sestgclegt worden. Man hatte sich geeinigt, die Reisekosten in Höhe von 1b«0»0 Mark vom Reichstage zu verlangen. Im Falle einer Ablehnung dieser Forderung war der Kronprinz bereit, die Kosten aus seiner eigenen Tasche zu bestreiten. Zu einer Vorlage an den Reichstag war die kaiserliche Genehmigung erforderlich, die der Monarch versagte. Damit ist die Reise, die iin Juni beginnen und von halbjähriger Dauer sein sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Für die ablehnende Entschließung des Kaisers werden als Gründe Bedenken gegen die lange Abwesenheit des Thron- salgers von der deutschen Scimat, Fragen der persönlichen Sicherheit, Einwände militärischer Natur gegen di- Unter brcchung des Eeneralstabskurses und nicht zuletzt die sinanzicll Lösung durch den Reichstag genannt. Frankreich. :: Mißstimmung gegen den Präsiden»» der Rochette-Kom- inission. Unter den Mitgliedern des Rochette-Ausschufses mach: sich eine lebhafte Verstimmung gegen den Präsidenten der Ke. Mission, Jaures, wegen dessen Kcschästssührung bemerkbar. C wird letzterem besonders zum Borwurf gemacht, daß er di.- Mitglieder über die voraussichtliche Daiier der Arbeiten veil kommen im Unklaren gelassen hat. Er allein sei im Best" des von ihm versagten Textes, desien Einzclbestimmnngen vo i der Kommission entweder gutzuhcißm oder abzulehnen fi ri > so daß die Mitglieder gezwungen sind, Uber Gegenstände ad zustimmen, zu deren Beurteilung ihnen die nötigen Unicrlagc.- sehlen. — Wer den biederen Jaurcs kennt, wird sich »ich wundern, wenn ihm alle Mittel recht sind, »m seine rad - Freunde aus der Bedrängnis zu Helsen England. :: Der lllstcr-Konslikt. Zin Ulster-Konslikt ist selb eer stündlich durch das hcrlömmlichc Weck-End zwischen Saw.sla nnd Montag ein Waffenstillstand eingetrcten. Fcldmarschn': French und General Ewaet bleiben bei ihrer Weigerung, i'm- Demission zuruckzunehmen. Man kann sich deshalb über den Ausgang des Konflikts nur in Vermutungen ergehen. Zn dc.i Kreisen der Regierung hofft man nach wie vor, daß die beiden Generäle ihr Entlassungsgesuch schließlich doch zurlicknehmc» und daß cs gelinge» wird, zwischen ihnen, dem Kriegsminislcr und General Eough eine Einigung zu erzielen. Rach wie vor erörtert man in parlamentarische» Kreisen die Frage cin r Auslösung des Parlaments. Es ist jedoch kaum möglich, vast eine solche Auslösung vor Ende des Monats Juni cinir. n könnte. Mit großer Ungeduld erwartet man die Erklärun- co Asquiths. die er voraussichtlich heute über die Demission de, Generäle im Unterhause abgeben wird. Rußland. :: Die rnssischcn Rotionallistcn zu einem dcutschrussis-' s Zollkriege. Wie der „Temps" aus Petersburg meldet, hat d-.-r Rationalistische Klub bei der Besprechung der augenblicklich -1 deutsch-russtschcn Handelsbeziehungen festgestellt, daß Nnßlei s bei einem eventuellen Handelskrieg mit Deutschkand dntnr b ein bedeutendes Uebcrgewicht über letzteres hat, daß Teu0 land durch seinen bedeutenoen Import von Manusakturwo i van Rußland empfindlicher geschädigt werden kann, als Rus, land durch ein eventuelles deutsches Geireideausfuhrverbot. Ls wurde insolgeüesjcn der Wunsch ausgedrllckt, daß die russisti,; Regierung energische ökonomische Maßregeln ergreifen sclle i i Beantwortung der Drohungen und Einschüchterungsvcrs.ich« DeutlLlands. •nt. 75 :: Russische» *oubiltminn>tjcit. Jn einem in der Nahe von Wladiwostok gelegenen Orte Überfielen mehrere maskierte Panditen das Gemeindehaus und töteten den Gemeindever- walter, einen Kassierer und einen Schreiber; auch zwei Poli- listen wurden durch Renolverschüsie so schwer verletzt, daß einer bald daraus im Hospital verstarb. Es gelang den Räubern, die 20 000 Rubel raubten, unerkannt zu entkommen. Albanien. :: Kämpfe albanischer Gendarmen mit ausständischen Griechen. Nach Meldungen aus Valona wurden die albanischen Gendarmerieabteilungeu, die zur Besetzung der von den griechischen Truppen geräumten Gebiete abgesandt wurden waren, in den letzten Tagen wiederholt von militärisch ausgerüsteten und unter dem Kommando griechischer Ossiziere stehenden griechischen Banden überfallen. Es kam zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf über 20 albanische Gendarmen getötet wurden. Gröstere Abteilungen der Heiligen Bataillone, die unter dem Kommando des griechischen Obersten Doulis und eines grie- chifchen Hauptmanns stehen, sind auf dem Marsche gegen Ko- ritza begriffen. — Wir haben am Freitag eine Nachricht des pariser „Temps" wiedergegeben, wonach in Albanien völlige narchie herrsche. Es handelt sich, wie zu erwarten war, um ne Sensationsnachricht des französische» Hetzblattes, an der lein Wort wahr ist. Auster im Süden, wo die Kämpfe mit den Schroten for.dauern, herrscht im übrigen Albanien vollständig Ruhe und die Dinge nehmen eine» gedeihlichen Fortgang. Mexiko. :: Vormarsch der Regierungtsruppen ans Torreon. Die von de: Regierung nach Torreon entsandten Verstärkungen sind nicht mehr weit von der Stadt entfernt. Nachdem der erste Angriff des Rebellenführers Villa zurüikgeschlagen ist, hosst man hier sehr auf ein rechtzeitiges Eintreffen der jetzt heran- : arschierendcn Bundestruppen. Die ganze mangelhafte Verfolgung Billas scheint jedenfalls zu zeigen, dast die Besatzung Torreons zu schwach ist. :: Die siegreichen Rebellen. Toneon, der Hauptsitz Huertas, im Norden von Mexiko, befindet sich fast ganz in den Händen der Rebellen. Die Bundestruppen sind vollkommen umzingelt und suchen sich durch die Feinde einen Weg zu bahnen, ui» nach Saltillo zu entsliehen. Villa befahl seinen Generälen, weder sich noch ihre Mannschaften zu schonen und alles aufzu- bieien, um einen Durchbruch zu vereiteln. Die Einnahme Torreons ist mit ungeheuren Verlusten erkauft worden. Aus beiden Seiten sind je 41X1» Mann gefallen. Villa stand während des Kampfes in der Front im dichtesten Kugelregen und feuerte seine Leute in tollkühner Weise an. Bereinigte Landwirte Landwirte! Gebt den fortgesetzten Machenschaften der Milchgrobhändler, den Milchpreis zu drücken, nicht nach, sondern haltet fest an Euren Preisen. Die Preisdrücker können nur dann Ersolg haben, wenn Einzelne nachgeben. Halten alle Landwirte lest, dann werden die Preisdrücker keinen Erfolg haben. Ans der Heimrrt. * SJtiicrbetciii Friedberg. Gestern eröffnete mit einem llohlgelungenen Ausflnge nach dem Selzerbrunnen Groß- stürbe» der Welterauer Reiterverein seine Reitsaifon, das Wetter war prachtvoll, die Bewirtung auf dem Selzerbrun- :>en ausgezeichnet und die Stimmung vorzüglich, so dah später wie beabsichtigt, die Reiter und Wagen zur Heimkehr sich rüsteten. Hoffen wir, dah die Veranstaltung, die in ihrer Ausführung in jeder Weise befriedigte, für das am 24. Mai stattfindende Reiterfest eine gute Vorbedeutung fei und dem Vereine viele Förderer und Teilnehmer aus landwirt- schastlichen Kreisen zuführen möge. * Fricdbrrg, 28. März. Tem Lehrer Ph. Schröder zu Lindenfcls wurde eine Lehrerstelle an der hiesigen Schule, Stadtteil Fauerbach, übertragen. * Fricdbrrg, 30. März, Die regnerische Witterung in den letzten Wochen hat auf die Gesundheit der Bevöllerung aller- r.’örts in hohem Maste sehr ungünstig gewirkt. In Stadt und Land gibt es sehr viele Kranke. Die Acrztc hoben vollaus zu tun, um allen Ansorberungen gerecht zu werden. Meist hau belt cs sich bei den Erkrankungen um Erkältungserscheinungcn der Atmungsorganc, Nasen und sonstige Katarrhe, sowie in- slucnzaähnliche Erkrankungen. Acht- bis zehntägiger Sonnenschein konnte hier Wunderdinge verrichten. Hoffen wir, dast das seit gestern eingetrctcne gute Wetter nun anhält und uns sor die nächsten Tage und Wochen viel Sonnenschein beschicden sei. Unsere Landwirte begrüßen denselben auch mit Freude. * Friedbcrg, 30. März. Der Bäcker L. von Rödgen ist seit einigen Tage» mit der Frau eines dortigen Landwirts verschwunden. Die Frau entwendete vor ihrem Weggange Vem Manne den Betrag von 1600 Schulräume und Lehrmittel, sodann geselliges Zusammensei, im Saale des Holländischen Hofes. Die Versammlung er- freute sich einer großen Beteiligung. Die Anstalt wurde in diesem Jahre von insgesamt 49 Schülern besucht. Daran entfielen auf die Oberklasse 33, ans die Unterklasse 16. * Gießen, 3l^ März. Das zweijährige Kind eines hiesi gen Bahnbeamten stürzte gestern so unglücklich von einen, Stuhl auf ein Glas, daß dieses dem Kinde ein Auge sofort ausstieß und das andere derarart schwer verletzte, daß die Sehkraft erlöschen wird. * Gießen, 30. Mürz. Eine interessante Entscheidung süllli die hiesige Straskammer in ihrer letzten Sitzung. Der Landwirt Otto Schneider von Utphe hatte durch den Zimmermci- ster Adolf Bormann und den Maurermeister Friedrich Dich von da aus einem Grundstück einen zweistöckigen Lager- und Geräteschuppen aus Holzwerk — ruhend auf cingcmauerten Posten — errichten lassen. Wahrend der Aussührung der Arbeiten beanstandete der Kreisstrostenmeister die Errichtung de, Halle, weil angeblich die erforderliche behördliche Genehmig, ung nicht eingeholt sei. Die Handwerker erklärten, dast dies, nicht erforderlich sei, weil es sich nicht um ein „massives E« bäude" handele, das auch nicht an einem öffentlichen Wege :r> richtet werde) das Grundstück sei nicht eingefricdigt und wcid« wirtschaftlich bebaut. Das Schöffengericht Hungen hatte dü drei Angeklagten freigesprochen, weil es sich ihren Ansichtei angeschlosien hatte. Die Strafkammer legte es anders aui es handle sich um ein mehrstöckiges Gebäude, das mit storkcr Brettern verschalt und mit Ziegeln gedeckt sei. und unmittelbar an einem „chaussierten Wege" stehe. Das Gebäude könne vo» Jedermann betreten werden. Es sei deshalb vorher die erforderliche baupolizeiliche Genehmigung einzuholen gewesen, es verurteilte jeden der Angeklagten zu einer Geldstrafe von 1 Mark und in die nicht unerheblichen Kosten. Also Vorsicht beim Auffllhren derartiger landwirischastlicher Gebäude. * Eichen. 30. März. Die Stadtvcrordnctenwahlen für ungültig erklärt. In einer sür Samstag nachmittag 2 Uhr an beraumten Sitzung des Kreisausschusies, welche erst nach 3 llt» ihren Anfang nahm, wurde über die vom Provinzialausschnh zurückverwiejencn Reklamationen gegen die Stadtverordnetenwahlen oom November v. I. verhandelt. Es wurde eine genaue Feststellung des Tatbestandes vorgenommen und sämtlich, Vorsteher, ihre Stellvertreter und die Protokollführer der da mals gebildeten 7 Wahlabtcilungen waren als Zeugen ge laden. Aus ihren Bekundungen ergab sich, Last in jedem Wahl lokal bei Feststellung der Resultate am Wahltagabend Disst renzen bestanden. Da cs schon Mitternacht geworden war haben sämtliche Wahlvorsteher die vorhandenen Zettel voi schriftsmästig versiegelt und in die Urnen verschlosien. Einig, haben nun den Schlüsicl an sich genommen, andere haben ihn gleich den Protokollführern, als welche Bürgermeisterbeamt, verpflichtet waren, ausgehändigt. Diese haben nun am folgenden Tage, zum Teil unter Ab- und Zugehen der Wahlvor stehcr, zum Teil aber auch ganz allein unter Beistand von »« pflichteten Hilssprotokollführern, welche die Städteordnung fl'» nicht kennt, die Resultate sestgestellt. Dann haben einige fi> den Abend den ganzcn Wahioorstand cingeladcn und ib», 11 klärt, dast jetzt alles stimmt, woraus dann die in Reinschrift »" gefertigten Protokolle von den Betresfenden, ohne weiten Prüfung, unterzeichnet wurden. Jn einigen Bezirken sink auch die Unterschriften, weil die Verpflichteten keine Zeit Hai len, auf die Bürgermeisterei zu kommen, in deren Wohnung,i eingeholt worden. Obwohl die Protokolle erst am 19, Nootf oder noch später fcrtiggestcllt wurden, trugen sie doch alle dm Datum des 18, Rach diesem Tatbestand war nichts aud«-„ als eine llmstostung der ganzen Wahl zu erwarten. Dies 9^ Ichah denn auch, und zwar erklärte der Krcisausfchuß die der drei nicdrigst Bestiinuiten aus Reklamation von Psafs Kumps und die Wahl der übrige» 11 Gewählten aus Rcl" mation des Kreisrates jür ungültig, bosjentlich wird hui gegen kein weiterer Widerspruch erfolgen und der Oberbürfl" incistcr zur Ausschreibung der Neuwahlen schreiten können. - Gieße», 30. Marz. Am Dienstag jinden von ll~ s im Hotel Schütz die Wahlen des Ortskranlenkaflen-Ausschusie- slatt. Wir bitten alle Abonnenten und Freunde dasöc ge», dast die „Liste 1“ beginnend mit Abrrmann, Martin, Bo- Unternehmer, zum Siege gelangt und die Sievcn der '• trankenkassc fernerhin nicht mehr eine Unterkunft für sei' bemokrattfche Agitatoren bieten, . » Frankfurt °. M-. 30. Mär,. Jn Frankfurt a 2K.0 wie man berichtet, zum ersten Male seit Meni - gedenken die Tatsache zu verzeichnen, daß die Stbüleran.. düngen nickt gestiegen, sondern um etwas zuriickge Wt. 7» Stift ä sind. Snfolflc des wachsenden Geburtenrückganges dürste so- gar ein Rückgang der VvlksfchuMasscii eintrete, ^ eine Ans- sicht, die anderen Schulreformen günstig zu sein scheint. • giuntfirrt s. SW, 30. März. Gegen den Handlungsgehilfen Ehrhardt in Franksuri ist das Wicderausnahmcveifih- icn angeordnct rvorocn. Ehrhardt wurde s. Zt. in München wegen Raubes. Erpressung und Kuppelei zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt, die er auch verbüßte. Auch in einer zweiten Lach« wurde er verurteilt. Durch das Geständnis eines Sterbenden soll jetzt erwiesen sein, dag Ehrhardt an beiden Straftaten unschuldig ist. HessenRassau. * F. Cf. Wiesbaden. 3U. März. In einer ganz unverschämten Weise und wie sic zuui Glück nur selten vorkommt, hat, so führte das Schöffengericht begründend aus, die Angeklagte das in sie gesetzte Vertrauen mihbraucht. Mit Rücksicht darauf, sowie des weiteren doraist, daß das Objekt ein hohes ist und die Angeklagte keinerlei Reue zeigt, hielt das Gericht eine Gefängnisstrafe von 5 Wochen für durch« ans am Platze. Angeklagt war die 21 Jahre alte Kassiererin Elise Stall von hier, die bei dem hiesigen Eisenwaren- und Haushaltungsgcschist (L. D. Jung) seit sechs Jahren tätig !var und zuletzt als Kassiererin 110 M Monatsgehalt bezog. Jui März v. I. bei der Firma eingegangeue — Schreiben, in denen die Kassiererin des Diebstahls bezichtig! wurde, liest ihr Geschäftshcrr ohne Bcachtiing, weil er unbedingtes, festes Vertrauen zu seiner Angestellten hatte. Die Klagen mehrten sich jedoch und zeigten sich als begründet, als man eine Haussuchung bei Stoll vornahm. Eine Mansarde war vollgesiillt mit zum gröstten Teile noch verpackten Gegenständen, die von der Firma stammten und durch den ksausburscheu, der in guten, Glauben handelte, wcggeschasft wrdcn waren. Wäschemangel, Hausleitcrn, Bestecke, rüchengeräte usw. wurden vorgefunden und der Firma zu- riickgegeben. Zur Verlesung einer Ausstellung über die zirka lüO verschiedenen Gegenstände, die gestohlen worden ivarcn, benötigte der Gerichtsvorsitzende über 10 Minuten. Das von der Swll in dieser Weise zusaniuiengcstohlenc Warenlager batte einen Wert von 61t Jf. Nichts sehlte zu dieser Küchen- einrichtung. Aber nicht nur gestohlen, sondern auch unterschlagen soll die Stoll Habens wenn letzteres auch nicht erwiesen wurde, so liegt gegen sic doch der schwerste Verdacht iwr. Das Gericht verhängte obengenannte Strafe über die Diebin, die angab, nur deswegen die Sache» weggenominen zu haben, weil sie im Juni heiraten und sich auf diese Weise eine Kiichenausstattung beschaffen wollte. * F. E. Wicsbndcn, 30. März. Das Dienstmädchen Steeg, das in Wiesbaden bei einem Geschäftsmann in Stcl- liiiig war und mittels Nachschlüssel aus einer Schublade 150 X gestohlen haben soll, wurde von der Strafkammer zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte gestand nur eili.05 M gestohlen zu haben, weil ihr der Lohn einbehalter, wurde Starkrnburg. * Darmjtadt, 30. März. Ein politischer Prozeß, der schon nahezu ei« Jahr schwebt, wurde a» 37. März vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelt. Er hat seinen Ursprung in den Angriffen der „Fraiit,urt«r Zeitung" gegen den nationallibe- ralcn Landtagsadgeordncten Dr. Winkler, resp. dessen Auslassungen in der Zweiten Kammer gegenübcr der „Frantsur- !c, Zeitung" und deren Vertreter in Darmstadt Redakteur -Inhäuscr gelegentlich der Beratung über die Gültigkeit der Wahl dcs L-ndtags-bg. Krcoel. Die Anklage Dr. Winklers .v.'.'ii die „Frankfurter Zeitung" führte in zwei Instanzen zur V.-rurtcilung der „Frankfurter Zeitung", da sich Dr. Winkler damals auf >e,ne Immunität bezog und dessen Beleidigungen der ..Fcanfturier Zeitung" daher nicht kompensiert werden tonnten. I» der Folge griff nun die steisinuigc Liberale Wochenschrift in Darmstadt den Abg. Dr. Winller an, der zu einer Klage gegen de» verantwortlichen Redakteur führte. Vor dem Schöffengericht Oppenheim gab der Vertreter der nicht ersihie- nenrn Angeltagtcn die Erklärung ab, baß er den Artikel nicht geschrieben habe, der nehme Sie Beleidigungen mit dem Ausdruck dcs Bedauerns zurück und kam zwischen den Parteien ein dahingehender Vergleich zu Staude, in welchem Kuhlmann aiich die Verpflichtung übernoinmen hatte, den Vergleich in sci- ueui Blaite zu veröffentlichen. In dieser Veröffentlichung, die im Juli v. I. siatliand, schloß Kuhlmann aber den folgenden Rachsatz an« Aus dem Oppenheimer Prozeß fei der Nachweis erbracht worben, daß man jich mit Dr, Winller, der sich gerne dinier itine Immunität verstecke, nicht mehr ernstlich politisch beschäftigen könne. Die Folge war die jetzige Verhandlung, in der der PrivaMägcr den Landtagsabg, Bokheimcr als Beistand balle, während der AngcNagte kuhlmann von Rcchis- -mvalt Garnier verlrelen wurde. Den Vorsitz führte Gerrchts- »ssessoi Tr. Lemser. Rach läiigeren Vorverhandlungen wurden sie verschiedenen Bewcisanträge der Parteien zurückgezogen. Der Letlagte suchte durch seinen Vertreter den Beweis der Wahrheit für leine Brbauptungen durch die Reihe von Zeitungsartikeln za erbringen. Das Urteil lautete daher, daß der versuchte Wahrheitsbeweis als nicht erbracht gilt und der Schutz de» Paragraphen 103 dem Beklagten nicht gewahrt werden kann. Straferfchwcrcnd wurde hervorgehoben, daß der Beklagte, obwohl er sich in dem -oravsgegangenen Prozeß zur Zurücknahme der Beleidigungen und Publikation des Urteils bereits «rNSrl hatte, sofort mit diese- Publikation zu einem neuen Angriff herbeilicß. Kein« seiner Behauptung«» Hadsch als richtig erwiesen. Rach der Berpslichtung zur Publi- katio» oes Oppenheimer Vergleichs hatte er keinerlei Recht mehr, noch weiter seine Interessen zu wahren, da damals der Kläger gleichsam unter dem Schutze des Gerichtes stand und di- Beleidigung durch die Presse noch viel schlimmer, wir j-d- «udere Beleidigung zu betrachten sei. Er könne sich auch darauf nicht berufen, daß er >. Zt. den Vergleich in Oppenheim nicht selbst abgeschlossen habe. Zu feinen Gunsten spreche nur sein« geringe Vorftrase und sein« politisch« Stellung, in der man leicht g-nciat ist, aearnnber dem politilchen Gegner über Men« »tonte«, ttn 99. Rer, Hl* das Ziel hinauszuschießen. Mit Rückficht auf die Schwere der Beleidigung einem Abgeordneten gegenüber lautete die Strafe aus ,30 Marl Geldstrafe re. 30 Tage Gefängnis und Tragung der Kosten. - Bo, der Bergstraße, 30. März. Trotz des ständigen Regens und nicht gerade frühlingsmäßigen Wetters fangen nachgerade die früh blühenden Obstbäum- an, ihr Blütenkleid anzulegen. So zeigen sich an den Hängen der Bergstraße allenthalben di- Mqndelbäume in voller Bliitenpiacht und auch die Kirschen und Aprikosen schimmern rosa und weiß von den Berglehnen herab. Die in der Ebene liegenden Aeckcr und Wiesen stehen vielfach unter Wasser und längs der Bahnlinie kann man ganze seenartige Wasserflächen beobachte». Da wird es mit der Bestellung der Aeckcr noch einige Zelt dauern, bis dieselben abgetrocknet find! andererseits hat der Erdboden einen genügenden Grad Feuchtigkeit für die kommenden Monate ausgenommen, so daß bei etwaiger Trockenheit die Gefahr einer Dürre nicht so groß sein dürste. Rheiuhesse». * Mainz, 30. März. Der 36jährige Photograph August Tröge a»s Bielefeld, verübte hier in ferner Wohnung Selbst- mord. Er öffnete sich die Pulsadern und schnitt sich den Hals durch. Ans aller Ulelt. Ans Furcht vor Strafe. An den "Ufern der Maaß in Lüttich sah man am Samstag zwei junge Mädchen umhcrirren und plötzlich gemeinsam INS Wasser springen. Die eine konnte von Passanten gerettet werden. Die andere wurde von der Strömung schnell sortgerissen »nd ertrank. Die Gerettete heißt Wilhelmine Roeppen, ist 17 Jahre alt und stammt aus Köln. Ihre ertrunkene Freundin heißt Auguste Ley und steht im tg. Lebensjahre. Beide hatten den Tod aus Furcht vor einer Strasgerichtsverhandlung gejucht, zu der sie in Köln erscheinen sollten. Blutiger Streit zwischen laubstummen Eheleuten. In Ilmenau in Thüringen geriet der taubstumme Tischler Hoffman» mit seiner gleichfalls taubstummen Ehefrau aus geringfügiger Ursache in Streit. Dabei kam der Mann so in Wut, daß er seine Frau erschoß. Neuschnee. Im gesamten Schwarzwald und in den Vogesen hat es in den letzten Tagen ohne Unterbrechung geschneit, so daß die Schneedecke aus dem Feldberg über 1 Meter beträgt. In den Hochvogefen liegt der Neuschnee 33 bis *0 Zentimeter hcch. Die Skibahnen sind bis auf 1000 Meter abwärts überall benutzbar. Schrecklicher Tod. Aus dem Eisenwerk« in Reunkirchen wurde der 20 Jahre alte Hüttenarbeiter Hartmann von einem Kran gepackt und mehrere Meter mitgcjchleppt. Er erlitt am ganzen Körper gräßliche Quetschungen. Die inneren Berletz- ungen suhlten nach zwei Stunden schon den Tod herbei. Professor McrcaUr. das Opfer ciurs Raubmordes. Die polizeiliche Untersuchung über den Tod des Professors Mer- calli, des Direktors des Vesuv-Observatoriums in Rom, hot mit zicmlick>cr Sicherheit ergeben, daß Professor Mcrcalli nicht einem Unglücksfall, sondern einem Mordanschlage erlegen ist. Die Mörder hatten die Leiche niit Petroleum begossen und angezündet, »m die Spuren des Verbrechens zu verwischen. In der Kasse des Observatoriums wurde ein Fehlbetrag von 7000 Lire festgestcllt, die offenbar von den Verbrechern geraubt wurden. Masieiivcrgistung in einer Petersburger Gummisabrik. Bei Bereitung einer Salbe, die giftige Gase entwickelte, erkrankten in der Petersburger Gummifabrik Treugolmik über zweihundert Arbeiterinnen. Ein großer Teil von diesen brach plötzlich ohnmächtig znsamnien. Zehn sind an den Folgen der Vergiftung gestorben. Die übrigen Kranken wurden vorlänftg in den Laboratorien uiitci gebracht, von wo sie, wenn sic transvortfäbig sein werden, ins Krankenhaus gebracht werden sollen. Tie männlichen Arbcitsqenossen veranstalteten darauf Lärmszencn, indem sie bclumvteten, des; die seit langem schon fehlerhaften Fabrikanlagen an dem Unglück Schuld trügen. Das Stuttgarter Stadion gesichert. Es steht nunmehr fest, daß in Stuttgart im Anschluß an die Ausstellung für Gesundheitspflege ein Stadion errichtet wird. Dieser ideale Sportplatz der Ausstellung ist durch seine Lage auf dem Eannstatler Wasen, den jeder Besucher Stuttgarts als Fcst- und Vergnügungsplatz gut kennt, niitten in die Stadt gerückt und von allen Seiten mit Staats- und Straßenbahn in kürzester Zeit zu erreichen. Seine Zuschauerplätze sind denn auch auf Massenbesuch eingerichtet. Es sind 7000 stufenförmig angelegte Tribünenplähc vorgesehen und der übrige Raum wird noch etwa 13 000 Stehplätze aufwcisen. Auch die Preise sollen es den breitesten Schichten der Bevölkerung ermöglichen, guten sportlichen Veranstaltungen beizuwohnen. Es ist das Ziel der Ausstellungsleitung, in allen Kreisen die Lust an Spiel, Turnen und Sport zu erw-cken als dem besten Mittel zur Pflege der Gesundheit »nd zur Heranbildung einer widerstandsfähigen Nation. Die technischen Einrich- tnngen werden gleichfalls den höchsten Anforderungen entsprechen. Ilm ein Fußballfeld berum zieht sich eine zirka 100 Meter lange Aschenbahn. Sprunggruben werden mehrere vorhanden sein. Auch für Bequemlichkeit der Turner und Sportlcnte ist durch gute Umkleideräume, Massageraum, Duschen usw. gesorgt. Nach allem ist zu erwarten, daß der Sportplatz der Ausstellung eine bedeutende Anziehungskraft ausüben wird. Nachtübung französischer Truppen hinter verschlossenen Tjrrrn. Aus Soissons bei Paris wird eia eigenartiger Zwischenfall gemeldet, der dort eine Abteilung des 67. Infanterie-Regiments bei einer in der Nähe der Stadt abge- holtenen Nachtübung zugcstoßen ist. Ein Offizier hatte sich mit seinen Leuten in ein Bauernhaus begeben, um von dort aus die Dorfftraße unter Feuer nehmen zu können. Der Besitzer dcs Gehöftes, der gegen die militärische Besetzung vergebens Protest erhoben hatte, rächte sich, indem er sämtliche Tore und Türen des Hofes verschlossen hat und die Soldaten nicht mehr herausließ. Die Soldaten vollsührten schließlich einen Heidenlärm, um sich mit der Außenwelt in Verbindung zu setzen und erst auf das Eingreifen des Gemeinde- Vorstehers und des Feldhüters ließ sich der Bauer dazu her- bei, feine Ouatiergäste Wider Willen wieder frei zu lassen Ein freiwilliger Beitrag. Bon einem dauernd im SliiJ- lande lebenden und daher nicht wehrbeitragspflichtigen, preußischen Staatsangehörigen, der nicht genannt sein lw!i ist unter dem Wahlspruch: „Für König und Vaterland" und „Allzeit bereit für dcs Reiches Herrlichkeit", ein nach dc:> gesetzlichen Vorschriften von seinem Verniögen und Einkommen berechneter Betrag von 221,50 -Ä als freiwilliger Beitrag zu den Kosten der Verstärkung des deutschen Heeres ein . sandt worden. Der Einsender hat dabei gebeten, den Enrpfang des Geldes im Deutschen Reichsanzeiger unter Anführung des vorgenannten Wahlsprnchcs zu bestätigen. Die Geldstrafe dcs Journalisten. Ein Englischer Jour- nalist bekam dieser Tage von einem Londoner Vorstadtgericht eine Geldstrafe von 10 Schilling (ungefähr 10 Jt) auf- gehalst. Er versuchte nun diese Summe in — Knpfergeld an die Staatskasse abzuführen. Der Beamte hatte aber keine Lust, ein paar hundert Kupferpsennige uachzuzählen und anzunehmen und stellte eine Frist von 24 Stunden zur Zahlung in Gold oder Silber. Doch der Journalist beantragte gerichtliche Entscheidung und das Gericht verurteilte auch die Kasse zur Annahme, da nach englischen Recht bis zu 10 M in jeder beliebigen Münze Zahlung geleistet werden kann. Nun be- qucmte jich die Kasse zur formellen Annahme der Zahlung in Kupfer; ober siehe da, der Journalist zog ein Gesetzbuch aus der Tasche und las den folgenden Rechtssatz laut üov; „Eine Kasse des Staates, die eine Zahlung oder Anweisung anzunehmen sich weigert, ist nicht berechtigt, späterhin Nachzahlung zu verlangen!" Und damit strich der Mann der Feder seinen Beutel mit Kupfermünzen wieder ein und stolzierte lachend von dannen. -Ob wohl der Antikupferkassen- mann dem Staate den Betrag ersehen wird oder muß, bleibt fraglich. Ehetragödieu. In einem Hause der Berliner Allee iii tzlleißcnsee hat sich ein blutiges Drama abgespielt. Der Instrumentenmacher Franle hotte mit einer geschiedenen Frau ein Verhältnis angetnüpst, worüber es mit seiner Ehefrau zum Streit kam. In dessen Verlaus gab die Frau auf ihren Alaun sechs Rcvoloerschüsse ab, durch die er schwer verletzt wurde. Darauf suchte sich die Frau mit Leuchtgas zu vergiften, wurde jedoch durch herbeicilende Hausbewohner hieran gestört, — Der lchwerkranke Gutsbesitzer Thoiniak in Kiebel kam gerade in dem Augenblick in das Zimmer seiner Töchter, als sie in erregter Weise über die zu erwartende Erbschaft stritten. Der Kranke eilte darauf in sein Zimmer und erhängte sich an einem Bettpfosten, Aus Erschütterung darüber ertränkte sich die eine Tochter. llebertretuvg de« Berrinsgesetzes. Bor dem Bochumer Schöffengericht hatten sich mehrere Mitglieder des alten Bcrg- arbeiterverbande» wegen Ucbertrctung des Vereinsgefetzcs zu verantworten. Sie hatten trotz der Verfügung des Polizeipräsidenten nicht aus die Entfernung der Jugendlichen aus dem Verein hingewirkt, weshalb di- Anklage erhoben worden ist. Rach mehrstündiger Beweisaufnahme ist das Gericht zu der U-derzeugung gekommen, daß man es mit einem politischen Verein zu tun habe, und verurteilte deshalb die Angcliagte» zu je 10 Mark Geldstrafe. AordM 'Mi grunfiiirtcr Küchlm-M. Montag, den SO. März 1311. Weizen, hiesiger und Wetterauei Ml. 20.30- 20.40 „ aus dem Lande abgeholt 20.00 - 20.00 Roggen, hiesiger und Wetterauer 16.25—18 4 „ aus dem Lande abgeholl 16.00 -16.0 ! Ge r st e, neue 17.00-1«.. i Hafer, hiesiger und Wetterauer . „ kurhessischer..... 160 0-17.00 00. - 00.i t, Trockentreber Ml.-.- Tendenz: Norberiiht tma frankfürffr iJitlwiflrür. ontaa, den 30. März 1314. Austrieb: 378 Ochsen, 4» Bullen, 829 Färsen, Mir u- 260 Kälber, 187 Schafe, 2609 Schweine. Frankfnrier Wetterbericht. Voraussage: Meist heiter, trocken, tags mild, nachts kühl, südliche Winde. Nachtfrostgefahr. Verantwortlich fiir den politischen Teil: Otto Hirsche!, Fiiedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigentc:!: Kai, Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neiicn Tages zeitung", A.-G„ Friedberg i. H. Bestellungen ans die NeueTageszeifung für das 2 . Vierteljahr 1014 werden bei allen Postanstalten sowie bei unfern Zeitungs-Agenturen entgegengenommen. Nr. 75 Neue Lageszcitung. wiontao, den 30. März 13!« j Mutt iiarli'ii. Die glückliche Geburt eines kräftigen «Isassi&ea ! ze : gen hocherfreut an. Friedberg, den 29. März 1914 I Ernst VVindecker und Frau Wilhehnine geb. Reif. Conlral-leiier Friedberg. C. F. Schwarz Söhne Inh. Gg. gildrbraudt Bahnhofstr. 22 Gietzen. Bahnhofstr. 22 Wir bringen zum Verkauf nur solide Waren zu den äußerst billigsten Preise» und zwar: IwriiniscihfiiiisK tu schwär; und blau in allen Preislagen. Hmkil- ii. Kliabcil-Aiizögt, hoskii, Spokt-Anziize a. amtliche Arbeit«- u. S«r»f«KIrider. Sowie Hrrren-tzemden uro -Unterhosen, tztrirkjaitiru und Kweater«, rein wollene ocutsche u. ruglisiiic Atoft'e. Lantalie-Mcsie»!__ CtiriiÜlesi Laser am i’latzc! Linkrnßll, Goililtisttn, ftrlini, Lacke, |litifcl nirgends besser, nirgends billiger wie bei (doll Bcchslein, Am iiaflomi, i'riedbcrg I. KI. Zchullir. 5 . Triefon 459, Telefon 459. 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Wir rusen allen Freunden und Bekannten in Ober- und Nieder-Rosbach ein herzliches Lebewohl zu. Zugleich lei berichtigt. bah ich nicht Präsident des Potlsbiteungs- vereins, sondern derjenige des Männergeiangvcreins gewesen bin Gdrr-fi«,!>«ch, 30. März 1814. Karl Eörisch, Postschaffner nnd Fran. Siiie * pcuiiM. mbl. Zimmer für Kausmann oder Beamten per I. April billig zu vermieten. Näheres in der Exped. d. Bl. August iiilö sein FitiniS Lehr humorooll. Die flftfirtiein Stoßes hervorragendes Drama in 2 Allen, Die Steindriiche in Kchweden Sehr interessant. Eiiilfigc» i-ah Mars: Her Heiilsiüliü; Riaöfrüirl Komiich. Ta« Theater ist geöfinel: LainStags tt. Mittwochs v. 4 Ittzr, »onutagS von 3 Uhr, die übrigen Wochentage von Abends ti Uhr ab. löle ISIieliSlori. ^bii-Attlier plier Mthlcr Kitdbcrgi.tz.,Färbcrgüs1k3 direkt neben Dem u. CtW.verein 3 Aivuieg von, tzakn!)-'. Telefon !flr. 2SfO r '^5 SrijourHbfif Kehsntzilluz Mitzk |lrri(r. 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Mär; 1914. 7- )aisrg,kng Gedcnktage. » Zur* UlsterKrisis. * * Ma ^ er ^ tiSn ^* ün S- ?■ V'&taiajt BBho Orr Batroncngürtel . Immer noch ist die Lage in Ulster eine äußerst unsichere. Die Regierung zieht Militär zusammen, und die Ulstcrlcute lüften sich zur Verteidigung. •JO. März. 1790 Professor F. A. G. Tholuck geb. — 1830 I. 3. 01. Bahnsen. Philosoph, geb. — 1836 K. Ferd. Stinnm geb. — 1856 Pariser Friedenskonferenz (Jhim- krieg). — 1895 Pastor Held t. Stuttgart. i? tipiig ii.Ilnljrungöniittflfnbriliüntfn n.fiänMrr. 6. u. H. Berlin, den 27. März. Dcr Bund Dcnticher Nahrungsmittelsabrikanien und ö.idler hielt dieser Tage in der Handelskammer die erste l'.ihung von einer Reihe von Vcrhandlungstagen ab. die den . reck habe», die notwendige» Uniänderungen für die Neuauf- lgc des Deulsche» Nohrungsmittclbuches zu beraten. Das tcutiche Rahrungrntittclbuch ist das Privatgesetzbuch der deut- Nahrungsmittelindustrie, das sich zur Ausgabe gestellt int, den Bedürfnissen von Konsum, Fabrikation und Handel » gleicher 'Weise zu entsprechen. Der Vorsitzende Bing (Ber- ar.l crossnetc die Tagung, indem er aus de» Zweck der Zusam- menkunst hinwic» und dann namentlich die Vertreter von Be- l >rdcn und Fachkorporationen willkommen hietz. Es waren »e große Anzahl non Handelskammern, darunter auch di« rliner, vertreten. Ferner waren anwesend Tchcimrat Pros, c Herzseld vom Institut sur Zuckerindustrie, Pros. Dr. Pa- und Dr. Duntze vom Institut stir Eärungsgewcrbe, und r "il Delegierte von Fachoercinigungcn. Die geschäftlichen .iiigcn übernahm dann dcr Gcschästssührer des Bundes Dr. • i (Nürnberg). Aus den Beratungen ergab sich zunächst Notwendigkeit, Bcgrisssbestimmungen sür türkisches Pslau- mus sestzusetzen. Es ist eine in de» Balkanstaatcn herge- llte Ware, die den Anforderungen einer serbischen Ministe- rialversugung cntsprechen mutz. Irgend welche Zusätze, I» wurde aus Vorschlag von Teheimiat Herzfeld beschlossen, dür- cii zu diesem Produkt nicht gemacht werden. Nach langer Debatte wurde sestgestellt, daß zur Herstellung von Pslaumenmu» gedorrte Pslaumen in großem Umsange verwandt, und daß dies ohne besondere Kennzeichnung statthast ist. Als Zusätze, mit Ausnahme von Zucker, müssen zur Kenntnis de» kaufenden Publikum» gelangen. Der nächste Punkt „Himbeersaft" bracht« Erörterungen über Trenzzahlen, die den Mindestgehalt an bestimmten Etossen, Mineralstosse, scststellen. E» ist bet Ratur- vrodukten, so wurde ausgesührt, immer eine mißliche Sache, solche Grenzahlcn sestzusetzen. So verlangt die amtliche Ehe- nie, um ein Beisipel zu geben, von den Kühen, die Milch nach Berlin liefern, einen Fettgehalt von 2,7 Prozent. Die Kuh kann sich aber um diese amtlichen Zahlen nicht bekümmern, und ebenso ist cs mit dem Mineralstofsgehalte de» Himbeersaftes, der durchaus von den jewelllgen Mtterungsverhitltntstcn ab- bänglg Ist. De. jtohen unv Dr. Lohn legten diese Verhältnisse dar. Aus der anderen Seite zeigte Dr. Stmonsohn (Berlin) io Notwendigkeit, sich, solang« noch kein anderer Ausweg gesunden sei, an die im Nahrungsmittelbuch genannten Zahlen zu halten. Schlietzlich wurde beschlossen, diesen Punkt in einer späteren Versammlung nochmal» zu beraten. Weiter wurde über „Medizinalweine" beraten. Hier wollte di« eine Trupp« von Interessenten bestimmt« Qualitätssorderungen ausstellen, nährend die andere die Bezeichnung „Mediztnalwein" überhaupt als mißbräuchlich betrachtete. Auch das Deutsch« Arzneibuch kennt eine solche Bezeichnung seit dem Bestehen de» Wcingesetze» nicht. Da sich aus der Debatte ergab, daß die- i lbc Frage noch «ine Reihe von Fachvereinigungen beschäftigt, so wurde, um diesen nicht vorzugreifen, die Beschlußfassung noch vertagt. Den Schluß der Tagung bildete» Abänderungsan- träge zum Kapitel Liköre. Die Beratungen de» Bundes werden in den nächsten Tagen in Nürnberg fortgesetzt. Aus aller Well. Messeekampf i» Invalidenhao«. Zwischen zwei hochbetagte» Insassen de» Stadt. Pslegehause» in Düsseldorf kam e» zu einem Messerkamps, in dessen Verlaus der 70 Jahr« alte Invalide Lang« 1t tiefe Messerstich« erhielt, die den Tod des Mannes zur Folge haben werden. Der Täter wurde verhaftet. Straßenbahnzusammenstoß. An der Kreuzung der Git- schener- und Prinzenstraße in Berlin, stießen gestern vormittag zwei Magen der Linien 36 und 82 zusammen. Der von der Bärtvaldbrülke kommende Wagen der Linie 36 fuhr dem au» der Gitschiner- und der Prinzeustraße einbicgenden Wagen der Linie 82 in die Flank«, tvobei beide Wagen erheblich beschädigt wurden. Von den Insassen erlitten insgesamt acht leichtere Verletzungen. Schadenfeuer. Am 25. März entstand in der altertümlichen Parochtalkirche in Zagrobie bei Warschau ein Brand, der die ganze Kirche einäscherte. Trotz der größten Anstrengungen gelang e» nicht einmal die kostbarsten Tegenstände, wie den goldenen Kelch. Reliquien ust». zu retten. Der Schaden beziffert sich auf lvovvo Rubel. Stürme im Aermelkanal. Seit mehreren Tagen herrscht ein furchtbarer Sturm im Aermelkanal und au der französischen Westküste. Wie aus Brest gemeldet wird, ist da? Fischerboot Auge-Gabriel eine Meile Von dcr .lkiiste entfernt gesunken. Die 11 Mann starke Besatzung ertrank bis ans drei Mann, die sich an schtviminenden Balken scsthicltcn, bis man sie nach stundenlangen Bemühungen aus ihrer Lage befreite. Zwei weitere Fischerboote mit je 4 und 5 Mann Besatzung >verden vermißt. Eine schreckliche Ucberfahrt hat der Dier- master „Ouevilly" zu bestehen gehabt, der am 4. März aus Rcwyork abgefahren war. Sämtlickni Masten wurden infolge des Sturmes vernichtet und er konnte sein Ziel unter den Fährnissen nur mit Hilfe von Notmasten erreichen. Mehrere Matrosen wurden von den Wellen über Bord gespült und er- tranken. Rnbrneltern. Wegen unerhörter Mißhandlung ihrei beiden Stiefkinder hatten sich vor der Duisburger Straf kammer die Eheleute Joseph Sels ans Meerbeck die bereits Uiegen Mißhandlung ihrer Kinder vorbestraft sind, zu verantworten. Die Eheleute ließen die Kinder vor dem Zubettgehen auf einem Reibeisen mit den bloßen Knien knien. Wurden die beiden Kinder, — sie sind 8 und 11 Jahre alt — niüde, so hielt man sie mit »nbarniherzigen Schlägen munter. Die Kinder erhielten nichts als Kaffee und Brot zu essen. Die Beweisaufnahme ergab die völlige Schuld der Ehefrau und das Gericht erkannte gegen sie auf fünf Jahre Gefängnis. Das Verfahren gegen den Ehemann wurde ver- taat. _ Zum Pflnyrifen. Roman von M. Prigge-Brook. 58 (Fortsetzung). „Sehen Sie, wie cs gebt", sagt; er trotzdem ermunternd. .Man muß nur wollen. Ich sagte Ihnen schon, — es gibt Patienten, die man gegen ihren Willen heilt." Dem jungen Arzte fehlte leider das Unterscheidungsvermögen seine» berühmten Lehrers, dem er in manchem nach- eiserte. Er find, Feuchtwangen gehe zu hart mit seinen Patienten um. Er war für Zwang: denn nur mit Zwang können seiner Ansicht nach Geistes- und Willenskranke — in die letztere Kategorie gehörte nach seiner Ansicht di« junge Frau — der e.Hilung entgegen geführt werden. Zöllner urteilte nach einigen Symptomen Und hielt tincu Irrtum für ausgeschlossen. Wie kam eine junge lebensfrohe Frau, der das Leben alle? bol, dazu, den Tod des Gatten so schwer zu nehmen, s daß üe cuVi Leben verzagte? Sie hafte ihren Sohn, ein große? Vermögen, Sckiönbeit und alle guten Gaben. Daß - die nichts achtete, war seiner Meinung nach anormal. - rma! war auch seiner Meinung nach der Krästezustand, as Wandern bei Nacht, die Apathie, der Lebensüberdruß, ii dem der Doktor Taten fürchtete, weshalb er Frau Sebald d. ppelt scharf bewachen ließ. Er war nickt ohne Mitgefühl für die arme Frau: ober . fand gerade deshalb, daß es sich dcr Mühe verlohne, encr- j.-a vorzugebeu, und die Krankheit zu- bekämpfen. Die - al der Mittel beschwerte ihn nicht. Er kam nicht auf die .e. daß üe falsch sein könnten und da?, was er zu heilen gedachte, lein t zum Ausbruch kommen könnte. Frau Sebald mußte versprechen, bei Nacht zu schlafen and, auch wen» es sie mächtig treibe, nicht aufzustehcn. „Ich frage nwrgen früh nach." Damit verließ Doktor Zöllner sie, zufrieden mit sich und sehr geneigt, an ihre tzkiiederberstellung zu glauben. Marv schloß in dieser Nacht wieder kein Auae. Die Angst vor etwas Unfaßbarem kroch langsam heran. Als die Schurr schlief, erhob sie sich leise, trat an das Fenster und starrte hinaus. Sie sah das Eisengitter, das drohend vor ihr aufragte: das Mondlicht beleuchtete den Garten unter ihr. Hohe Mauern umschlossen ihr Gefängnis überall. Wie eine drohende Wolke erhob sich jenseits der Wald. Er schien sich an die kahlen, seltsam geformten Felsen, die ihn umgaben, anzulchnen und erhöht« den Eindruck des Eing«- schlossenseins, Mary war todeSbang: sie fühlte sich von aller Welt verlassen und heiße Sehnsucht nach ihren, Kinde erwacht« wieder in ihr, Dom Männcrbau drang wüstes Gelchrei. Di« zittcrude Frau kroch vor Angst in ihr Bett und zog die Decke über die Ohren. Wieder kam der Tag. Alles war wi« gestern. Lärm, Schreien, TUrschlagen, die Blödsinnig«, die den Kaffee her- cinreichte, der Gang zum Bade, die her,klopfende Furcht vor I schrecklichen Begegnungen. Dann der Besuch des Doktors, seine Frage: „Wie war di« Nacht?" Ohne ihre Antwort abzuwarte«, wurde Frau Schurr weiter befragt. Ob die Patientin geschlafen, ob sie unruhig gewesen ist u. s. w. Der Doktor war enttäuscht. Er Haft« sein« Diagnose abgeschlossen: jetzt paßte die Haltung dieser jungen Frau nicht zu seinen Schlüssen. Si« schien Wohl krank und elend, doch keineswegs gestört. Nr« Antworten waren klar, ihre Angst verständlich. Wenn Fräulein Sebald sich irrte! Sie hatte ihm auch den Brief des Arzte» nicht geschickt. Zöllner nahm sich vor. sie darum zu bttten. Frau Sebald sprach kein Wort, der harte Mann ängstigte sie. Sie wollt« geduldig warten: denn wenn ihr Doktor ihren Brief bekam, würde er ihr schreiben. Wahrscheinlich holle er sie ab. Acht Tage gingen hin, langsanl, endlos langsam. Daß man so unglücklich sein konnte, hatte Mary nicht gewußt. Sie fühlte sich zu Stein crswrrt in namenlosem Grauen. Endlich schrieb sie ihrer Schwägerin. Der Brief Kölle einen Stein erbarmt, so viel verzweifelte Angst brach mw den Zeilen. Zuni Schluß enthüll er die demütige Ditie „Bei allem, was Dir teuer ist, laß mich hinaus. Ich geh? hier zugrunde. Ich will Dir nirgeuds im Wege sem und mich Dir Überall nnterordnen. Nur niiiu» mich sort und gib mir meinen Kleinen, den einzigen, der mir geblieben: sonst will ich nichts vor der Welt!" Dieser Berzweislnngsschrei hätte ebeiisowenig wie der Brief an den Doktor fein Ziel erreicht, wäre nicht di; Blödsinnige gewesen, vor der Mary unüberwindliche Furch! empfand. Das arme Geschöpf benutzte einen unbewachten Moment, zu ihr zu springe». Mary schloß gerade ihren Brief. „Gib Herl" flüsterte das häßliche Mädchen. „Er wirft ihn sonst ins Feuer. Gib', ich besorge ihn." Sie wartete die Antwort gar nickt ab. riß da? Knverl an sich und war schon an» dem Zimmer, ehe Fra» Schuri zurückkchrt« Im Pflugeisen reihte sich Tag an Tag. Im Haufe herrschte Frieden. Seit Mary» Zustand nicht niebr lähmend über den Gemütern log, öffneten sich diese wieder der Freude und wandten ihr« Sorgen dem Kleinen z», der alle cr- heiterte. Er war ein bildhübscher, kleiner Bursche und recht vorgeschritten. Rosemarie betete ihn an. Er vergalt auch ibre Liebe durch kindliche Anhänglichkeit. Aber auch Tante Luis« erhielt ihren Anteil, und Erna war ihm die liebste Spielge fährtin, sie tollte stundenlang mit ihm herum. In der Stadt beklagte man Frau Sebalds Schicksal und fragte bei jeder Gelegenheit nach ihr. Man batt? sie aus- gegeben, obschon mon von Professor Feuchtwaiigens Kuren Wunderdinge erzählte. Daß ihre Schwägerin nicht in der Behandlung des bekannten Psychiaters, sondern in einer Irrenanstalt war, verschwieg Fräulein Sebald klug. Selbst ihre Hausgenossen ahnten die Wahrheit nicht. So siel Marys Brief wie eine Bombe in das friedliche Zusammen Icben der Drei. l.Aortsttzut,-, fotot) Sir. 75 Frirhlingsjehrrr«. Ich habe Sehnsucht nach der Sonne Sirahlenvollem, warmem Blick, Der mich jo oft gewiegt in Wonne, In Traum und Wirklichkeit von Glück! Ich habe Sehnsucht nach Len Klänge» Der wunderreichcn Frühlingszeit — Nach sähen Bögelein Gesängen, Rach neues Lebens Herrlichkeit! Ich habe Sehnsucht nach der Liebe Die mild verklärt den tiefsten Schmerz Die stillt der Seele lang Getriebe ilnd blühenden Frühling lacht in's Herz! Armin Staff. Kreis Friedberg. Bekanntmachung. Veit.: Die Ausführung des Urkiindenstcmpclgcschcs: hier die Entrichtung der Stempelabgabe für Autvmaten »nd Musikwerke. IMcr D-'zugii'chme auf die K'.i>>"meru 10 uud 61 des Tarifs zum Gesetz über den Urkundenstempel vom 12. August 1 899 in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. Marz 11)10 sowie unter Hinweis darauf, daß nach Artikel 00 in Vciöin- dung mir Artikel 31, Absatz 1 und 4 dieses Gesetzes, diesen,- g, n Personen, welche es unterlassen, ihrer Anmeldepflicht zu genügen, unbeschadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden , Stempel eine Geldstrafe, welche dein vierfachen Betrag des hinterzogcnrn Stempels glcichkommt, oder eine Ordnungsstrafe bis zu 200 M verwirkt haben, bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis: 1. Wer in Bahnhöfen, öffentlichen Wirtschaften oder an anderen ösfentlichne Orten oder Plätzen einen Verkaufs- oder Wagautomaten, Kraftmesser oder einen Automaten, der zur llnterhaltung des Publikums dient, sowie wer in einem öffentlichen Wirtslokal ein Klavier oder sonstiges Musikwerk aufstellcn will, hat zuvor bei dem Kreisamt seines Wohnortes oder Aufenthaltes oder des Ortes, an welchem die Aufstellung erfolgen soll, eine Jahreskarte zu erwirken und für Lösung dieser Karte eine Stempelabgabe zu entrichten, welche jährlich beträgt: a) für jeden Automaten je nach der Größe, dem Ankaufspreise und der Leistungsfähigkeit desselben 10—40 M. b) für jedes Klavier oder sonstiges Musikwerk nach der Größe, dem Ankaufspreise und der Leistungsfähigkeit desselben 10—40 -ft. Für besondere leistungssähige Instrumente kann die Stenipclabgabe bis auf den zweifachen Betrag erhöht werden. Unter Leistungsfähigkeit ist die finanzielle Leistungsfähigkeit oder Ergiebigkeit zu verstehen. Die Aufstellung von Automaten für Bahnsteigkarten ist stempclsrei. Entsteht die Abgabepflicht für die vorstehend ausgeführ- ten Gegenstände in der Zeit zwischen dein 1. Oktober und 31. März, so beträgt für diese Zeit der Stempel die Hälfte des regelmäßigen Betrages. Die Erneuerung der Jahreskarten (gültig vom 1. April bis 31. März des nächstfolgenden Jahres) und Entrichtung der vorgeschriebcnen Stempelabgabe erfolgt im Monat März eines jeden Jahres. 2. Die Abgabe ist von ein und derselben Person, auch bei einem Wechsel des Automaten oder des Jnstruinentes oder des Aufstellungsortes, innerhalb desselben Jahres (vom 1. April bis 31. März nächsten Jahres) stets nur einmal und zwar erstmalig vor der Aufstellung des Automaten oder des Jnstrunieirtes und sodann alljährlich im Moslat März für das darauf folgende Jahr bei dem Kreisamte zu entrichten. 3. Das Krcisanit erteilt dem Anmeldcnden eine mit amtlichem Stempel versehene Karte, welche die Nummer des Verzeichnisses, Vor- und Zuname, Stand oder Gewerbe und sie Wohnung des Anmeldenden, den angemeldeten Gegenstand, den Tag der Anmeldung und Stempclmarken im Betrage der entrichteten Abgabe enthält. Die Karte ist nur für die Zeit gültig, für welche sie ausgestellt ist. 4. Wer einen Automaten oder ein Klavier oder sonstiges Musikinstrument, welches an einen, der unter Ziffer 1 ermähnten Plätze aufgestellt ist, von diesem Platze entfernt, ohne denselben oder dasselbe auf einen anderen der unter Ziffer t erwähnten Platze aufzustellen, hat dies bis 1. April 1814 rem Kreisamt anzuzeigen, widrigenfalls er zur Entrichtung »er Abgabe weiter verpflichtet bleibt. Die Abmeldung wird mf Verlangen bescheinigt. 5. Tic Gesuche um Erlaubnis haben schriftlich unter ge- inner Beschreibung des Instrumentes, um das es sich handelt — bei Automaten auch der finanziellen Leistungsfähigkeit — oder mündlich im Kreisamtsgebüude zu erfolgen. 6. Die Abgabe für das Jahr 1914^15 ist im Monat März 914 zu entrichten: als Zahltag ist Dienstag jeder Woche be- tinunt. Tie Entrichtung hat auf Zinimcr 4 stattzufindcn. Sollte die Entrichtung der Abgabe im Wege der Postein- ahlung oder Geldeinscndung erfolgen, so wird darauf auf- ucrkjam gemacht, daß die Geldsendungen stets „ganz frei" oon Porto ujw. sein müssen, und die lciftc Jahreskarte cbcn- inlls eiiizusciide» ist. Tie Zustellung der Karte erfolgt dann durch die Post als „portopflichtige Dienstsache". Tic für das Jahr 191011 ausgestellten Karten sind n-.it- znbringen. Gegen diejenigen, die ausweislich unseres Registers zur Zahlung der Abgabe verpflichtet sind, und sie bis zum 30. Avri! 1914 nickt entrichtet naben, wird nack, Ablauf dieses Neue Tageszeitung. Montag, den 30. März 131». Termins das Beitreibungsverfahren gemäß Artikel 26 des Urkundenstempelgesetzes eingeleitet werden. Fried bergt den 16. März 1914. Großh. Kreisamt Fricdberg. ' r I. B.: Herberg. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Urkundenstempelgesehes hier die Entrichtung der Stempelabgabe für Luxnswagc» und Luxuspfcrde. Unter Bezugnahme auf die Nummern 63 und 61 des Tarifs zun, Gesetz über den Urkundenstempel vom 12. August 1899 in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. März 1910 sowie unter Hinweis darauf, daß nach Artikel 33 in Verbindung mit Artikel 31 Absatz 1 und 4 dieses Gesetzes, diejenigen Personen, welche es unterlassen, ihrer Anmeldepflicht zu genügen, unbeschadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stenipel eine stleldstrase, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels gleichkommt, oder eine Ord- nungsstrafc bis zu 200 eff verwirkt haben, bringen wier hiermit zur allgemeinen Kenntnis: 1. Wer sich in dem Besitze von Luxuswagen oder Lurus- reitpferden, welche zum persönlichen Gebrauch des Besitzers oder seiner Angehörigen bestimnit sind, befindet, sowie wer in den Besitz von solchen Wagen oder Reitpferden gelangt, ist verpflichtet, bei dem Kreisamt seines Wohnortes oder Aufcnt- Haltsortes a) diesen Besitz binnen vier Wochen mündlich oder schriftlich anzumeldc» und b) die für Lösung einer Jahreskarte in Nr. 63 des Stempeltarifs vorgcschriebene Stenipclabgabe zu entrichten. Die Abgabe beträgt jährlich für jeden Luxuswagen 20 M. für jedes Reitpferd 20 M. Als Luxuswagen und Luxuspferde sind nach der bisherigen Praxis nicht angesehen worden, die zu der beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit ihrer Besitzer ausschließlich oder doch vorzugsweise benutzt werden. Für Wagen, welche nicht auf Federn beruhen, ist keine Abgabe zu entrichten. Entsteht die Abgabepslicht in der Zeit zwischen den, 1. Oktober und dein 31. März, so beträgt der Stempel für diese Zeit die Hälfte des regelmäßigen Betrages. 2. Die Erneuerung der Jahreskarten (gültig vom 1. April bis 31. März des nächstfolgenden Jahres) und Entrich- tung der vorgeschriebenen Stempelabgabe erfolgt im Monat März eines jeden Jahres. 3. Personen, welche sich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage im Großherzogtum aufhalten, sind von der Anmelde- und Stempelpflicht befielt. 4. Die Abgabe ist von ein und derselben Person auch bei einem Wechsel der Wagen oder Reitpferde innerhalb desselben Jahres (vom 1. April bis 31. Marz) stets nur einmal und zwar erstmalig bei Erwerbung des Besitzes oder Wagens oder Reitpferdes »nd sodann alljährlich iin Monat Mörz für das darauffolgende Jahr zu entrichten. 6. Das Kreisanit erteilt dem Annieldenden eine mit amtlichem Stempel versehene Karte, welche die Nummer des Verzeichnisses, Vor- und Zunahme, Stand oder Gewerbe und die Wohnung des Anmeldcnden, den angemeldeten Gegenstand, den Tag der Anmeldung und Stempelmarken im Betrage der entrichteten Abgabe enthält. Die Karte ist nur für die Zeit gültig, für welche sie ausgestellt ist. ___ 6. Wer den Besitz eines abgabepflichtigen Wagens oder Pferdes im Laufe eines Jahres aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt, soweit es sich um Wagen oder Pferde handelt, für die die Abgabe bis 31. März 1914 entrichtet ist längstens bis zum 16. April 1914 anzuzeigen und, wenn nötig, glaubhaft darzutun, widrigenfalls er zur Entrichtung der Abgabe weiter verpflichtet bleibt. Diese Abmeldung wird auf Verlangen bescheinigt. 7. Die Anmeldung oder Abmeldung kann auf schriftlichem Wege oder mündlich im Kreisamtsgebäudc erfolgen, woselbst auch Zahlung zu leisten ist. 8. Die Abgabe für das Jahr 1914/16 ist im Monat März 1914 zu entrichten! als Zahltag ist Dienstag jeder Woche bestimmt. Die für das Jahr 1913/14 ausgestellten Karte» sind mit, zubringe«. Sollte die Entrichtung der Abgabe im Wege der Post- einzahlnng oder Geldeinsendung erfolgen, so wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Geldsendungen stets „ganz frei" von Porto »sw. sein müssen, und die letzte Jahreskarte ebenfalls cinzusenden ist. Die Zustellung der Karte erfolgt dann durch die Post als „portopflichfige Dienstsache". Gegen diesenigen, die ausweislich unseres Registers zur Zahlung der Abgabe verpflichtet find und sie bis zum 30. April 1914 nicht entrichtet haben, wird nach Ablauf dieses Termin?, das Beitreibungsverfahren gemäß Artikel 26 des llrkundenstempels eingeleitet werden. F r i e d b e r g . den 16. März 1914. Großb. Kreisamt Friedberg. I. D.: Her borg. Bekanntuiachung. Betr.: Anonhinc Anzeigen. Bei der „ntersertigten Behörde werden i» letzterer Zeit häufiger Anzeigen ohne Nennung der Namen ihrer Absender ringercicht. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß solche Anzeige» — meist Beschwerden gegen die uns Nachgeordneten Organe der Verwaltung und Polizei — in den weitaus incistcn Fällen grundlose Anklage enthalten, so erscheinen dieselben z» einem aintlichen Einschreiten nicht geeignet. Wer nicht den Mut hat, seine Sache persönlich zu ver- ____ Seite treten, kann eine Berücksichtigung umsoweniger erwartnUg Jedermann bei uns für sein Aiiliege» ,m offenes Gehör ftnbct »nd er gegebenenfalls auch a„f Wahrung seiner Ano- nhmitnt durch uns rechnen kan», F r i e d b e rg, den 20. März 1914. Großh. Krcisnmt Friedbcrg. I. P.: H erber g. Bekanntmachung. I» der Zeit vom 21. März bis einschließlich 3. April l Js. liegt auf Großh. Bürgermeisterei Butzbach der über die Melioration der Fischwiesen, Ausfall eines hier vorgesehenen Weges und Anlage eines Kanals gefaßte weitere Beschluß ber Dollzugskommission vom 11. März k. IS. zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Mcidung des Au?. schlnsseS innerhalb der oben angegebenen OffcnlegungSfiist bei Großh. Bürgermeisterei Butzbach schriftlich einzureichen. F r i e d b e r g, 18. März 1914. Der Großherzogliche Feldbereinigungskominissär: Schnittspahn, Kreisamlmann. F r i e d b e r g. den 18. März 1914. Betr.: Die Besteuerung ausländischer Saisonarbeiter. Das Großh. Kreisamt Fricdberg an die Herren Bürgermeister der Städte Fricdberg und Bad-Na»heim, die Großh. Bürger,neistercie» der Landge- meinden des Kreises, das Großh. Pulizeiamt Bad Nnuhcim und das Großh. Polizeikomm isfariat Wickstadt. Nach Artikel 1 Ziffer 10 des Gesetzes vom 17. Juli 1912. die Abänderung des Gesetzes über den Urkundenstempel von, 12. August 1899 in der Faflung der Bekanntmachung von, 24. März 1910 betreffend, haben ausländische Saisonarbeiter spätestens am zehnten Tage nach Antritt der Arbeit für eine auf den Rest des Kalenderjahres zu lösende Steuerkarte ?" entrichten: bei nicht mehr als 3 Jl Tagesverdienst 6 eff. bei mehr als 3 Tagesverdienst 10 Wird die Steuerkarte in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember eines Jahres gelöst, so beträgt die Abgabe die Hälfte. Von dem erhobenen Steinpel ist ein Drittel an die Gemeinde abzulicsrrn, in der sich der Abgabepflichtige zur Zeit der Lösung der Steuerkarte aufhielt. Ferner machen wir Sie noch darauf aufmerksam, daß sie verpflichtet sind, die in Ihren Gemeinden zuziehenden ausländischen Saisonarbeiter bei der polizeilichen Anmeldung zu Lösung einer Steuerkarte anzuhalte«. Dem zuständigen Finanzamt ist von jedem Zuzug Kenntnis zu geben. F r h r. S ch e n ck. Kursbericht vom 29. März 1914 der Mitteldeutsche« Kreditbank Aktienkapital u. Rejerorn AI. 70 000000 gegründet 1856. Franlsnrler Börse. 7, Reichs anleihe 99.—V. 7,7, „ 86-30 . 78.30 86 50 78.25 97.80 84.50 74.40 '/»7, Preuß. Consols '/• . n 7. Hessen 7.7, . 7,,7« Griechen v. 1890 - .— 7.7, Monopol-Griech. 51.70 >/, V. „ Silberrente 86.10 7, Oesterr. Goldrente 87.10 „ Portugiesen Seriell 61.70 7.7, Russen ». 1005 98.30 7, „ „ 1902 89.90 '/»Administr. Türken 76.30 7« Türken von 1903 —.— älrkenloose M. 169.— 7« Ungar. Goldrente 83.— „ „ Kronenrente 82.— »/„ Vuem-Air. Pr. Ank. 65.10 7,7« Chinesen 89.80 7,7« Japaner 89.10 7, Silber-Mexikaner 43.50 ‘ 1 , 1 , Alex. Irrig, Anl. 69.50 ierkiner Handels Ant. 163.— Darmstadt. Bank „ 123.— deutsche Bank „ —.— öeutfch-Afiatilche Bank 125.— Irkenlose M. 168.— altimoie u. Ohio 89.75 anada Pacific Akt. 208.25 riiice Henri E. B.Akt. 156.7» chantung E. B. Akt. 144.'/, erlin er Handels Ant. 162.50 eutsche Bank Akt. 261.-/, HI. Koinmandit Ant. 197.7, resdner Bank Akt. 159.— et.Jnt.Handeksb.Akt. 194*7, usl.Bankf-a.Hand. A. 170.25 llg.EIek.Gesellsch.Akt.247.— Berliner Börse. Diskonto Komin. Ant. 197 507, Dresdner Bank Akt. 158 75 Mitleid. Crcditb. Alt 118 90 , Oest. Crcditanst. Akt. 265.7« „ Bochumer Gutzstahl „ 223.25 Buderns E.-W. Act. 112.70 " Deutsch Luxemburg „ 131.25 „ Eschwciler Bergw. 220.10 Gellenkirch. Bergw.Akt. 193.75 „ Harpener Bergbau „ 181.7« « Phönix Äergd. „ 238 sä „ Lanrahüte „ 150.25 „ Griesheim Elektro»,, 269.— „ Höchst. Farbwerke „ 671 — „ Holzoerkohlungs-Jnd. 314.— „ Rütgcrswerke „ "" Chenr-Fabr. Albert „ ANg. Elekir. Ges. .. Dtsch-llbersee E.G. „ Schuck. Elektr. 6-es. „ Siemens u. Halsle „ Stemm Romana „ Zellstoff Waldhof „ Hambg. Amt. Pak. „ Nordd. Lloyd „ Oefterr.Etaasbahn „ Lombarden „ Baltimore u. Ohio „ Prioatdiskont „ Tendenz: behauptet. 20 ! 60 448 50 . 24- .7, , 176.75 „ 15'/.— „ 217.75 „ 146 — „ 220.25 . 140.25 . 122 75 „ 155.— . 21.7, 90.- „ 3.7, . lchison Topeka outhern Pacifik zicago Rock 2sl. , !iff.Kanj.u.Tez.R. von Pacific. . S. Steck Common Doll. Londoner Börse. Deufich-Luxenib. B.Akt. 131.- . Dtsch-ilbersec E. E. Akt. 176.50 . GeljentirchenBergw. <%, 193.7, „ Harpener Bergbau Lkt. 181.25 „ Hohcnloheiveile Akt. 119 50 , Laurahütte Akt. 150.75 , Oberschlcsier E. Akt. 83.'/, „ Phönix Bergbau Akt. 238.50 , Rombacher Hütte „ 158.25 „ Siemens u. HalskeAkt. —.— „ Prioatdiskont 3.50 ., Tendenz: behauptet. 99.50 96.7, 4.7. 17.25 162.7, 65.'/, Amaigamated Copp. Doll. 77.7o Chartered Company Lstr. 0.53 Eastraao Proprietary - *• 1 Eoldfiews Rand Mines De Beeis Conjolid 2.21 52 4 18.05 Die K. DepofttenkaHe Fricdberg t. v- empfiehlt sich aui w mittlün^ alBer bankmässlgen Gesclume- mb Verlauf von Wertpapieren an allen Börsen. ,tung laufender Rechnungen und proois,onsfre»er ^chen-a-o cchslung von Coupons und Sorten. hme von offenen und verichlossenen Depots. rnionnohmc n#riinalf SvarrCinlaakU.