|l ummcv 71 Mittwoch, den 23. Klar; li)l4. 7. ^rtljrrirtttrx xi den Agenten monatlich so Ptg. Kin,u tritt Postgebühr «der TrLgeilohn. Ameigen: Erandzcile 20 Pfg., lokale 15 Pjg, Anzeigen von auswärts werben durch Polnachnahme erhoben Erfüllungsott Fttedberg. Schriftlertnng und Verlag Friedberg (hesien), Hanauerstrahe 12. Femiprecher 48. Posticheck-Conto Nr. 4859, Amt Franksurt a. M. Ueberlichi — Die Strafkammer zu Graudcnz verurteilte wegen Zweikampfes mit tödlichen Waffen den GcrichtSrrfrrrndar Schlüter aus Königsberg zu drei Monaten Festungshaft und den Referendar Grundricr wegen Kartrlltragcns zu 23 Tagen Festungshaft. — Von verschiedenen Seiten wurde gemeldet, das; Staatssekretär v. Jagow deninnchst deutscher Botschafter in Paris werde und daß der gegenwärtige Botschafter Freiherr v. Echoen den Petersburger Botschafterposten erhalten soll s Tiefe Meldung ist dem Berliner Tageblatt zufolge gänzlich unbegründet. Freiherr v. Echoen fei übrigens schon einmal Botschafter an der Newa gewesen und eine Rückversctznng cinf einen bereits innegehabten Botfchaftcrpostcn sei im allgemeinen nicht üblich. — In der Frankfurter Allee 72 in Berlin spielte sich im Laufe des gestrigen Nachmittags eine erschütternde Tragödie ab. Ter 18jährige Abiturient Jirjah», der Schiller de? Reformgymnasiums war, hatte die Schnlpriisnng nicht bestanden. Diesen Mißerfolg nahm er sich so zu Herzen, »aß er sich durch 5 Schüsse a„S einen, Revolver tötete. — Gestern Abend brach in der neuen Königlichen Bib liothek in Berlin, die erst an, Sonntag feierlich cingcwciht worden war, ein Brand ans, der aber rasch gelöscht werden konnte. Nennenswerter Schaden ist nicht angerichtet worden. — Ter Flieger Linckogel stellte gestern mittag auf dem TAngplatz Johannisthal auf einer Rumplcrtaichc einen neuen Weltrekord auf. Er erreichte mit dem Oberleutnant z. S. Plüschow als Begleiter eine Höhe van 5500 Metern. Der bisherige, von einem Franzosen gehaltene Rekord, betrug I960 Meter. — Eine schwere Explosion entstand im Fabrikations- tnnm der Druckerei von Hrnnebrrg in Magdrburg. Die in> Raun, befindlichen brennbaren Materialien gerieten so- fcrt in Brand. Die starken Stichflammen schlugen nach den Lagerräunien und in das Ladengeschäft über und zündeten äort alles Brennbare an. Im Nu stand alles in Flammen. Tic Fensterscheiben wurden auf die Straße geschleudert und Passanten durch Glassplitter verlebt. Das Personal konnte sich nur mit Mühe retten. Ei» Lagcrarbriter und zwei Mädchen erlitten schwere Brandwunde». — Großes Aufsehen erregt in Blankenburg im Harz der Zusammenbruch des bekannten Lottcrichauptkollcktcurs Isaak Mcper, der sich in Halberstadt vergiftet hatte. Die Verbindlichkeiten MeperS werden auf über 1 Yt Millionen Mark geschäht. Tic llnterbilanz ist hauptsächlich auf verlustreiche Spekulationen in Wertpapieren znrückzusühren. — Eine bedeutende Erdscnkung hat bei Kl. Oesede statt- fiindcn, indem ein Stollen eine« ehemaligen Bergwerkes instürzte, weil Wasser cingedrungen war. Ein Kabcltelcgramm aus Santarem besagt, daß ioosevelt und seine Gefährten in keiner Gefahr geschwebt i nten. Es handele sich um eine andere Abteilung der iisenschastlichen Expedition, die eine Zeitlang gefährdet ge- ’ ’cii sei. Sic habe ihre Boote verloren, jedoch seien Men- '»Verluste erfreulicherweise nicht zu verzeichnen. Scharsmachcrlrnrs in Acsien? Im hessischen Landtag pflegt cs sonst still zu sein und die Anssprachen bewegen sich in einem ruhigen und sachlichen Geleise. Aber es kommen auch Ausnahmen vor und wenn es zu Unruhen oder gar zur Skandalszenen kommt, dann ist jede? Mal der Name des Sozialdemokraten Or. F n l d a damit verknüpft. Als Zweitei im Bunde pflegt dann der ebenfalls sozialdcniokratische Abg. Ulrich von Offenbach aiifzntreten, der ja gleichfalls im Randalieren einige Hebung besitzt und bekanntlich im Reichstag eine Tollwutszenc auf- gcfübrt bat. Um die unwürdigen Auftritte, deren Schauplatz am Donnerstag der hessische Landtag war, beurteilen zu können, muß deren Hergang geschildert werden. Die . Darmstädter Zeitung" bringt cinen Bericht, der die Vor- gange wahrheitsgetreu schildert. Wir lassen ihn folgen: - „Staatsrat Süfscrt führt aus: Ter Bund hessischer D ' nlreformer faßte eine Entschließung, in der das Verbot As ein nicht glücklicher Eingriff in das im Interesse einer nieinsamen Volksbildung liegende Recht des Lehrers bezeichnet wird, BildnngSvorträge in Bildungsvereinen zu halten, einerlei, von welcher Seite die Veranstaltung aus- gel-t. Dazu bemerkt die nationalliberale „Kölnische Zei- ,'ng": Daß die hessische Regierung verbietet, sich an der Propaganda für sozialdemokratische Volksbildung zu b'tei- ligen, ist so selbstverständlich, daß man den Mut der Schul- reformcr bewundern muß. die ein staatsbürgerliches R'-cht ker Lehrer zu verteidigen vorgeben. Viel höher als dieses Recht n,uß den Lehrern ihre Pflicht stehen, ibrc Tätigkeit zuübe!^ emcr revolutionären Staatsauffassung aus- Im weiteren kommt es z. sehr rrrcgtcn Zwischcnsällr». Staatsrat Tüssrrt fährt fort: Herr Fulda hat weiter gesprochen von Engherzigkeit und von einem KriegervercmS- geift, der in dem Miniftcriu,» des Innern, besonders in der Erhulabteilung, herrscht. Als alter Soldat betrachte ich cs für eine Ehre und Anerkennung für nnch, wenn man wir bestätigt, daß ich Kriegervcreinsgeist in mir habe. Ehre den Männern, die sich diesen gewahrt haben. Abg. Fulda: Das ist Fcldwebclgeist. Staatsrat Süssrrt: So viel ich weiß, haben Sic es ja nicht einmal bis znm Gefreiten gebracht. Abg. Fulda: Und Sic waren ein trauriger Souimer- leutnant. Staatsrat Süssrrt: Ach, Herr Fulda, wa? Sie sagen, leicht ja nicht bis zu meinen Stiefelspitzcn. (Sehr richtigl Bravo! Errcgte Zwischenrufe. Große Unruhe. Aba. Ulrich springt erregt bis zum Ministertisch vor und ruft: Was Sie sagen, reicht niemals bis zu »»seren Absätzen.) Präsident Köhler ersucht dringend, die Zwischenrufe zu unterlassen, da er sonst die Sitzung schließen müsse. Ta Herr Fulda weitere Zwischenrufe macht, wird er zur Ordnung gerufen. Als Staatsrat Süffert fortfahren will, ruft der Abg. Fulda: Sic sind ein unverschämter Staatsrat! Wir lassen den Herrn überhaupt nicht weiter reden! Präsident Köhlrr ruft den Abg. Fulda zum zweiten Male zur Ordnung und niacht ihn aus die Folgen des dritten Ordnungsrufes aufmerksam. Abg. Ulrich ruft: Herr Präsident, der Staatsrat hat uns beleidigt, indem er sagte, es reiche nicht zu seinen Stiefelspitzen, was Abg. Fulda gesagt hat. Mir müssen um Schutz bitten gegen diese Beleidigung. Rufe: Der Herr Staatsrat hat recht gehabt. Sic haben zuerst beleidigt. Abg. Fulda: Frechheit! Abg. Ulrich: Sonst schützen wir uns selber, Verlässen Sie sich daraus I Präsident Köhler: Meine Herren, ich bitte dringend um Rübe. Zur Erhöhung des Ansehens des Hauses gereichen diese erregten Zwischenrufe sicher nicht. Wenn die Zwischenrufe jetzt nicht aufhören, schließe ich die Sitzung. Beifall und Widerspruch; große Unruhe, die sich legt, als Staatsrat Süffert wciterspricht: Meine Herren, in die» sen Zurufen sehen wir eine Probe der Bildungsbedürfnisse der Sozialdemokraten. (Sehr richtigl Erneute Zurufe, große Unruhe. Abg. Fulda ruft: Und Ihre Provokation!) Staatsrat Süffert schließt: Ich darf konstatieren, daß die große Mehrheit des Hauses und der Bevölkerung unsere Grundsätze billigt und teilt. (Stürmische, demonstrative Bravorufe, Händeklatschen; Zischen bei den Sozialdemokraten.)" Ter unparteiische Beurteiler wird zugeben müssen, daß Staatsrat Süffert gar scharf in der Form gewesen ist, sich aber in den Grenzen des parlamentarischen Anstandes gehalten hat. Den Ton der Gasse getroffen und sich gemnner Schimpsworte bedient zu haben, diese Aufgabe fiel wieder dem Abg. Fulda zu, genau wie er es vor einigen Jahren dem Minister v. Hombergk gegenüber getan hatte. Daß der Abg. Ulrich ihm zur Seite sprang und sich in lächerlich wirkenden Drohungen erging, paßt zur Sache. Diese alten Parlamentarier von der Sorte Ulrich platzen fast vor Selbstübe» hcbnng und bilden sich mit der Zeit ein, eine gewisse Gott- ähnlichkeit zu besitzen; eine Einbildung, die mit dem Wesen der Gleichheit, die sic sonst immer predigen, in auffallendem Gegensatz steht. Wie man mit Abgeordneten, die sich selbst Helsen wollen, fertig wird, das hat die Parlamentswache in Wien und in Budapest gezeigt. Man braucht dazu noch nicht einmal den bekannten Leutnant mit zebn Mann. Daß die sozialdemokratischen Organe für ihren Fulda eintrcten, der. nebenbei gesagt, als Rentner und Millionär ein recht behagliches Leben in Darmstadt führt, versteht sich von selbst und die Schimpfworte, die hageldicht auf die Gegner herniederprasseln, zu wiederholen, wäre Zeitvergeudung. Bemerkenswert aber ist es. daß sich die „Frankfurter Zeitung" auch in dieser Frage auf die Seite der Sozialdemokraten stellt. „Der Scharfmacherknrs in Hessen", so überschrciöt der bekannte »-Korrespondent in Darmstadt einen Aufsatz. Es wird darin der üble Zwisck>enfall psychologisch aus der verbitterten Kampfesstinimung zu erklären gesucht, die der vom Ministertisch vertretene Geist erzeugt habe. Die Regierung sei nicht von Schuld frei z» sprechen, da sie auch die systematische Zurücksetzung einer Partei, der nun einmal weite Dolkskreise anhängcn, die Verbitterung erzeuge. Die Zurücksetzung wird in dem „Koniiniß- g e i st" erblickt, der nicht zulasse, daß sozialdemokratische Bürgermeister und Beigeordnete bestätigt werden, den Lehrern verbiete, in Gewerkschaften bildende Vorträge zu halten, weil die Gewerksck>asten unter sozialdemokratischer Leitung ständen. Ter Finanzminister Braun Wied sodann in einen Gegensatz zu dem jetzigen Kurs gebracht und cs wird behauptet, daß ein liberaler Geist geherrscht habe, als er noch das Ministerium des Innern zu vertreten hatte. Wir sind überzeugt, daß Minister Braun den heutigen Kur? billiat. Wir baben vor 5?»bren im Landtag von chm eine Rede gehört, in der er den unüberbrückbare» Gegen'atz zwischen der heutigen Gesellschciftsordunng. die ans nationalen Boden aiifgcbant sei und der internationalen So;iil< demokratie klar und unzweideutig festgelegt hat. Nach die- sen Grniidsätzcn handelt auch heute die hessische Regierung. Die Sozialdemokratie niacht an? ihrer tätlichen Feindschaft gegen den heutigen Staat und die bürgerliche Gesellschaft kein Hehl, deshalb gebührt ihr innerhalb diese? Staate? auch keine Stellung, die mit Autorität niid sogar mit Polizeigc- walt verbunden ist. Ebenso wenig haben Erzieher des DolkeS etwas in einer Versannnliing zu suchen, die von der Partei des Umsturzes veranstaltet wird. Die große Mehrheit des hessischen Volkes billigt diesen Staudpinikt und freut sich, wenn er vom Ministcrtischc mit Kraft und zähem Willen vertreten wird. Ans dem IjeP. CmtMetrr. Zweite Kammer. Tarmstadt, 24. März 1911. Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um I0 1 /t Uhk. Die Beratung des Hauptvoranschlages für 1914 wird beim Ministerium des Innern fortgesetzt. Zunächst wird da? Kapitel 39 Bürgerschulen beraten, zu welchem die Abgeordneten M e r g e l I und Gen. Anträge gestellt haben, welcher die Unterstützung kleiner Städte fordert. Berichterstatter Abg. Molthan (Zentr.) tritt für die Anträge ein. Staatsrat Süssrrt bittet die Anträge abznlehnen, worauf das Kapitel ebenso wie die Anträge Genehmigung finden. Bei Kapitel 56 Heil- und Pflcgcanstalt— Philipps- hcspital Goddelau, bringt Abg. Raab (Soz.) verschiedene Wünsche der Beamten und Wärter vor. Die nachfolgenden Kapitel finden Annahme. In Kapitel 60 Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen tritt Abg. l>r. Drbrr für die Bewilligung von 3000 für die vom Kreise Büdingen zu leistende Abfindungssumme ein. Abg. Hauck (Bbd.) führt Beschwerde, daß die von der Regierung erlassenen Verordnungen, betr. das Verwiegen von Schlachttieren nicht gehandhabt wird, worauf Ministerialrat Hälzingcr erwidert, daß diese Verordnungen nicht obligatorisch seien. Das Kapitel findet Annahme. In Kapitel 63 Arnien- pflego begründet Abg. Hauck (Bbd.) seinen Antrag, bctr. die Mehrbcwil- Irgung von 20 000 M an den Heilstättcnverein. Abg. Ilr. Osann (natl.) ist der Ansicht, daß der Heil- stättenverein soviel Mittel zur Verfügung habe, daß er die Siaatshilfe nicht benötige. Abg. Hanck (Bbd.) empfiehlt trotzdem warm seinen Antrag. da verschiedene Anstalten des Landes, insbesondere das Lupusheini und andere die staatliche Hilfe bisher entbehren. Abg. Molthan (Zentr.) kann sich aus prinzipiellen Gründen nicht für den Antrag aussprechen. Minister des Innern v. Hombergk erkennt die Tätigkeit des Heilstättenvereins an, kann aber derartige Anträge nicht unterstützen, ehe sie sorgfältig geprüft sind. Auch müsse man abwarten, bis die Anstalten selbst, die ja auf freiwilliger Liebestätigkeit beruhen, an die Regierung herantreten. Das Kapitel wird genehmigt, der Antrag Hanck abgelehnt. Zu Kapitel 65, Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke, ist beantragt, von den Ueberschüssen, welche die bisherigen Einnahmen übersteigen, mindestens den Betrag von 40 000 M den Einnahmen des Budgets cinznstellen. Minister des Innern v. Hombrrgk spricht sich gegen die Resolution ans, ist aber bereit, mit den Kammern ein Abkommen wegen der Ucberschüsse zu treffen. Nach Bemerkungen des Abg. Henrich (freis.) und Abg. vr. Weber (Bbd.) wird der Ansschnßantrag gcnebmigt. In Kapitel 67, Rcichsversicherung, fordert Abg. Ronb (soz.) eine Aenderung des Knappschastsgesctzes. Hierzu bot Abg. Leun beantragt, auch in Rhein- und Oberhessen weitere Obcrversichernngsämter zu errichten. Abg. Raab (soz.) tritt ebenfalls für weitere Obervcrsiehe rungsärnter ein. Abg. Fenchel (Bbd.) zieht im Namen der Abg. Leim nnl Gen. den zweiten Teil des Antrages zurück. Abg. Tamm (freis.) spricht gegen den Antrag Leun. Ministerialrat Schlirphakc weist darauf hin, daß die Landesversichernngsanstalt und die ihr untergebenen In- stitute dem Reichsversichcrungsamt unterstellt sind und die Regierung in der Sache nicht in der Lage ist. etwas zu unternehmen. Er ist der Meinung, daß die Errichtung weiterer Oberversicherungsämter nicht von Vorteil sei, zudcni durch drei Spruchkammern in Mainz, Gießen und Tarmstadt allen berechtigten Wünschen Rechnung getragen sei und die Köllen außerordentlich hoch wären. Tie Tätigkeit der Armtcr sei noch nicht so groß, als daß die Aenderunaen jetzt schon not- wendig seien Nr. 71 __ In, Namen des Finanzausschusses spricht sich Abg. Henrich (frcif.) gegen beide Anträge aus. Abg. Fenchel (Bbd.) stellt fest, daß Hessen der einzige Ztaat sei, der nur ein Oberversichernngsamt babc, während andere Staaten eine größere Anzahl von Spruchnmtern haken. Man müsse den Versicherten Gelegenheit geben, mit den VersichernngSämtcrn persönlich Fühlung zu nehmen und vielen könnte nian nicht zumuten, die weite Reise nach Darmstadt zu machen. Der Ausschubantrag wird angcnonnnen, der Antrag Raab-Lenn abgelclnit. Zn Kapitel 68, Arbeiter-Kolonie und Arbeitsnachweis sind 10 560 cV gefordert und beantragt der Ausschuß eine Resolution betr. die Einführung einer Arbeitsloscnvcrsiche- ruug und Vorlage einer Denkschrift seitens der Regierung betr. die Arbeitslosigkeit. Minister des Innern v. Hombcrgk kann sich gegen die großen Nachteile einer unverschuldeten Arbeitslosigkeit nicht verschließen, cs sind aber, sotveit möglich, Verordnungen erlassen, daß die bei staatlichen und städtischen Bauten usw. die Konkurrenz der Ausländer ausgeschlossen wird. Die Arbeitslosigkeit in Hesse» sei jedenfalls nicht so groß, als daß besondere Maßnahmen für notwendig erachtet wurden, wenn auch einzelne Städte Bargeldunterstützungen an unverschuldete Arbeitslose gewähren. Auch von Seiten des Reiches sei eine Arbeitslosenversicherung nicht zu erwarten. Am Besten sei wohl eine weit nusgebaute Arbeitsvermittclnng. Die Regierung sei bereit, die nötigen Feststellungen iiber die Ar- öeitslosigkeit in Hessen zu niachen. Die Denkschrift werde für las nächste Jahr noch keinen Erfolg haben. Abg. Henrich (sreis.) ist über das Entgegenkommen der Regierung erfreut, wenn auch die Arbeitsvermittelung sehr eortrilhaft sei und durch Vermitelnng von Arbeitsgelegcn- seit viel zu erreichen sei. In Bezug aus die Arbcitsvermit- lelung marschiere Hessen nicht an der Spitze. Trotz aller Naßregeln werden aber noch manche unverschuldet Arbeitslose bleiben. Abg. I>r. v. Helmolt (Bbd): Auch wir halten die Angelegenheit für ein außerordentlich wichtiges Problem. Aber in derselben Zeit, in der in den Städten Arbeitslosigkeit herrscht, haben wir auf dem Lande über Arbeitcrmangcl zu klagen. Die Fluktuation der Arbeiterbevölkcrung ist eine Folge der Politik der Gewerkschaften. Andere Leute müssen üch auch einrichten, um über Zeiten der Not hinwegzu- kommen. Die Selbstverantwortlichkeit der Arbeiter schwinde »ehr und mehr, sicher nicht im Interesse des Staates. Die Arbeitslosenversicherung könne man nicht mit anderen Ver- ücherungsartcn vergleichen, dies sei nur eine vorübergehende Erscheinung. Im Falle man der Frage näher trete, seien einwandfreie Unterlagen nötig. Sehr schwer feien auch die Fragen zu beantworten: Wann ist unverschuldete Arbeitslosigkeit vorhanden?, wer hat darüber zu entscheiden? Eventuell müsse nian auch die Pflicht zur Arbeitsannahme cinführen. Bekanntlich sei es sehr schwer, Arbeitslose an andere Plätze zur Arbeit zu bringen. Man müsse auch die Frage anfwersen, w-r ist Träger der Versicherung, deren Kosten Molkenbnhr auf 220 Millionen Mark schätze. — Eingehend seien auch die einzelnen Systeme der Versicherung zu prüfen. Wen man den Gewerkschaften staatliche Zuwendungen mache, komuren nur die organisierten Arbeitslosen für die Unterstützung in Frage, was nicht angehe, da nur 20 Prozent Arbeiter organisiert sind, und sei dies eine einseitige Stellungnahme de? Staates und der Gemeinde. Eine Kon - trolle der Gewerkschaften sei sehr schwer. Die ganze Versicherung sei eine Prämie auf die Landflucht. Er werde den Antrag des Finanzausschusses ablehnen. (Lebhafter Beifall beim Bauernbund.) ^ Schluß: iy 2 Uhr. — Fortsetzung nachmittags. j/ In der Nachmittages,hung tritt -!bg. Raab (Soz.) für die Arbeitslosenversicherung ein, t>a die Arbeitslosigkeit mehr gesürchtet werde, als die Krankheit. gegen die man versichert sei. Er wolle den Vertretern der heutigen Gesellschaftsordnung keinen Vorwurf machen, doch habe oer wirtschaftliche Ausschwung auch den Niedergang zur Folge gehabt. Die tücwcrijchaftcn, welche zahlreiche Aroeits- loie vor verzweijluugsoollen Schritten abgehalten und vor Verbrechen abgehalten haben, solle ma» nicht verdammen. Die Arbeitslosigkeit sei größer als man glaube. Das System der Ucberstunden sei vieisoch Schuld an diesen Zuständen, Das Kapitel findet Annahme. Zu Kap. kg: Kreisgeome- ter liegen verschiedene Anträge vor. Die Kap. 74: Feldbcrei- nigungswcsen und 102: Kataster werde» mitbcraten. Zu Kap. 74 haben die Abgg. Fenchel und Een. Vermehrung der Feid- iereinigungsgeomcter und Gehüsten beantragt, bei Kap, 102 beantragt Abg. Osann den Katastcrgeomciern ein festes Ein- loinyien zu gewähren. Abg. Aul er (Rat!) erhebt energisch Protest dagegen, baß ma» das Kreisvermcsiungsamt Bciisheioi, eine Stadt mit zirka 10 000 Einwohnern, nach dem kleinen Zwingenberg verlegen wolle. Die ^tadt Benshcim selbst verttrsachc nahezu die Halste der Arbeit »nd wurden durch die Verlegung die Kosten noch vermehrt. Er bittet, den diesbezüglichen Antrag abzn- lehnen. Abg. II r stabt (Frei!.) wendet sich gegen di« Erhöhung der iSeometerqebuhren und beklagt die Vcrhältnisi« der Pri- batgeometcr Er beantragt, die ganz« Frage des Geometer- weß-ns einer Sachverstäudigenkommisfion zu überweisen, welche eine Vereinheitlichung herbeiführt. — Auch Vorbildung. Titel- wesen usw. müßte vereinfacht werden. Sonderbar sei es auch, daß von 20 Kandidaten in de» 5 Jahren nur 9 bestanden ha den Entweder seien die Ausgaben zu groß oder das Material schlecht. Er cmpsiehit di- Verbesserung der Anstellungsverhölt- nisie der Geometer zweiter Klasie als Staalsdicnstanwärter und Annahme des Antrages Fenchel. Das ganze Geometer- -oelen. das jetzt in 4 Kaoiteln stelle, gehöre unter ein Mini- R«»e Tageszeitung. Mittwoch, den 25. Mar, 1914. stertum. — Die sämtlichen Anträge werden hierauf zurüllge- wiesen und sollen später beraten werden. Abg. Boxheim er (Ztr.) wünscht, daß die Frage der Bersicherungspilicht der Nichtangestrlltca mit der Anstellung der Geometer zweite: Klasie ebenfalls erledigt werde. Abg. Schott lNatl.) fordert, daß für Wöllstein das dort befindliche Kreisverniesiungsamt verbleibt. Abg. W o l f f- Stadecken (Bbd.) hosjt, daß demnächst cs einer Kommission gelingen werde, in das Ecometerwescn Ordnung zu bringen. Man solle auch den Gemeinden die Parzel- lenvcrmesiung nicht erschweren. Absolut nötig sei die Erhöhung der Gebühren. Die Ausschußanträge werden angenommen. Ebenso die Kapitel 70—73 ohne Debatte. Zu Kap. 74: Bodeninelioration beantragt der Abg. Lang (Natl.) weitere Unterstützung der Gemeinden zu Anläukci, von notleidenden Gütern usw. Abg. K o r e l l - Ingelheim (Freist) weist auf die durch das Hochwasser bei Kempten am Rhein entstandenen Schäden bin und fordert die Regierung zu einer entsprechenden Vorlage zur Unterstützung der notleidenden Landwirte auf. Abg. Dr. Weber (Bbd.) macht aus die Meliorationsbe- strebuugen im Vogclsberg ausmciksam und weist darauf hin, daß die »eueren Bestrebungen auf Vervollkommnung der Hut- wcidcnlultur eine große wirtschaftliche Besicrung herbcisührcu: inan sollte diese möglichst unterstütze». Auch macht er daraus aufmcrtsam, daß die Fcldbcrcinigungen nicht nur äußerlich von Vorteil, sondern auch von großer kultureller Bedeutung sind. Die Kapitel werde» angenommen. Kap. 74 wird angenommen. » Den Schluß der Rachmittagssttzung mit den interesianlen längeren Ausführungen des Abg. Breidenbach, die Landwirt- schaftskammer betr., bringen wir Raummangels halber in der morgigen Beilage. Dentjcher Reichstag. Auf der Tagesordnung der Sitzung vom Dienstag standen zunärhst kurze Anfragen. Abg. Basirrmann (natl.) wünschte Auskunft über die Angelegenheit des in Perm verhafteten Deutschen Berliner. Geheimrat Kriege teilte mit, daß die Untersuchung darüber in den nächsten Tagen abgeschlossen sein werde, U. Auf die Frage des Abg. Frank (Soz.) nach dem Theatcr- geseh antwortete Ministerialdirektor vr. Caspar, daß der Entwurf in nächster Zeit dem Bundesrat vorgelegt werde. Eine Anfrage des Abg. vr. Junck (natl.) nach der Erhebung des WchrbcitrageS von Ausländern beantwortete Unterstaatssekrctär Jahn dahin, daß dies nicht im Widerspruch mit den bestehenden Staatsverträgen stehe, da der Wehrbeitrag ja nicht für Kriegszwecke erhoben werde. Es folgte die Abstimmung über die ain SamStag verhandelte Petition der Bäcker-Innung Germania. Sie wird mit 150 gegen 92 Stimmen durch Uebcrgang zur Tagesordnung erledigt. Der Gesetzentwurf über die Verlegung der deutsch- russischen Landesgrenze wird in dritter Lesung angenommen. Es folgt der Etat von Kiautschou, Die Abgeordneten Racken (ZentrH und vr. Pansche '(natl.) gaben ihrer Freude über die günstige Entwickelung des Schutzgebietes Ausdruck. Staatssekretär v. Terpitz schilderte diese Entwicklung des Schutzgebietes, das sich gesund entwickelt habe. Der Etat wurde mit einer Resolution der Budgctkommission, die im nächsten Etat einen neuen Titel zur Verbreitung der deutschen Sprache verlangt, angcniommen. Daniit war die Tagesordnung erschöpft und das Haus vertagte sich auf Donnerstag: Wahlprüfung, Tuellantrag. ssagesnbersicht. Drilliches Peich. :: Bestätigung der Korfn-Reise des Reichskanzlers. Es bestätigt sich, daß der Kaiser den Reichskanzler eingeladen hat, ihn in der Osterzeit in Korfu zu besuck>en. Es handelt sich nicht nur um eine Erholungsfahrt, sondern es werden dienstliche Angelegenheiten zu regeln sein; namentlich wird angenomnien, daß bei dem Ostcrvorlrag des Kanzlers in Korfu die Entscheidung über die elsaß-lothringische Statthalterfrage fallen wird. :: Besuch des württembergischcn Königspoares in München. Heute prangt München in den bayerischen und württembcrgische.n Farben. Mittags um 1 Uhr 5 Minuten traf gestern das württembergische Königspaar mit Gefolge im Sonderzuge in München ein. Ans dem Hauptbahnhofe fand großer Empfang statt. Das bayerische Königspaar begrüßte die württembergischcn Gäste überaus herzlich: auch die königlichen Prinzen, die Staatsminister, die Generalität, der Oberbürgermeister und die Hosfunktionäre waren erschienen, Eine Ehrenkonipagnie erwies die militärischen Ehren. Bei der Fahrt zur Residenz wurden die Majestäten von der Bevölkerung in herzsichster Weise begrüßt. In der Residenz wurde das württembergische Königspaar von den königlichen Prinzessinnen enipfangen. Mittags fand eine Fainilienfrühstückstafel statt. Oesterreich. :: 6'raf Tisza beim deutsche» Kaiser. Graf Tisza ist ans den Wunsch des dcntschen Kaisers in Wien eingetrosfen. Man nimmt an, daß Wilhelm II. die Anschauung des Grafen über die rumänische Frage kennen lernen will. — Im österreichischen Ofsizierssliegcrkorps ist nach Blättermeldungen eine starke Mißstiminung auSgcbroche». Diese hat bereits zum Austritt von 12 Ossiziere» geführt. Die Flieger sind besonders darüber mißgestimmt, daß man ihnen die ursprünglichen Prämien entzogen hat »nd jetzt eine Gehaltszulage von 120 Kronen für die zur Lnstschifferabtei- Teil, j, lung zugeteilten Offiziere einführte. Dadurch fühle,, »7 die Offiziere benachteiligt. Ter Hauptgrund der Un„'. friedenheit ist der, daß die Offizierspiloten nunmehr Mti«;: Gehaltszulage haben, wie die zu adniinistrativen Sirea" verwendeten Offiziere. Die Offiziere sollen bereits zu,« ^'! um ihre Versetzung zu ihren früheren Truppenteilen „cH- haben Italien. :: Der Kaiser in Bcnedig. Der Deutsche Kaiser ist (i c n 0 .,. sriih 9.40 Uhr IN Venedig eingetrosfen und auf dem Vahntzä von dem Bürgermeister Grafe» Erimani, den deutschen jv jchastcr von Flataw und Vertretern der Venediger Bchörd- empfangen worden. Der Kaiser unterhielt sich, nachdem er » Zug verlassen hatte, in liebenswürdiger Weise mit dem Bnr germeister. Er drückte ihm seine herzliche Teilnahme an Unglück aus, das Venedig in den letzten Tagen betroffen nn> teilte ihm mit. daß er 3000 Mart sür die Opfer der Schisj- unglücks gespendet habe. Als der Kaiser den Vahichof verlies- um ein Boot zu besteigen, das ihn zum königlichen Palast brü, gen sollte, wurde er von der Menschenmenge mit lebhasten Z-. -usen begrüßt. Während oer Kaiser sich im Boot befand, er schien in der'Höhe ein Parseoal-Militärballon. Um 10 Uh- trafen das Boot in San Marco ein, wo dem Kaiser ein »Uv* zcnder Empfang bereitet wurde. Alle Schisse trugen gxcr.c Flaggengala, die deutschen Kriegsschiffe gaben Salutschüsie Hierauf begab sich der Kaiser an Bord der „Hohen-ollern“. Frankreich. :: Von der Rochctte Kommission. Die Konfrontaiicr Eaillaux mit dem Generalstaatsanwalt Fahre gestaltete sich sehr lebhaft, hat aber bisher kein Resultat ergeben. ES lang Eaillaux nur, den Generalstaatsanwalt z» dem On-. ständnis zu bringen, daß das Protokoll über seine Unterredung mit Monis nicht am Abende dieser Untern^ mg selbst, sondern erst eine Woche, später von ihm verfaßt worden sei. Es ergab sich weiter, daß Fahre nicht ganz sicher ist. i» welcher Reihenfolge sich die Intervention des Herrn Eailla- > und des Herrn Monis sowie des Rechtsanwalts Bernard in' der Rochettcaffärc abgespielt hat. Es erscheint als möglich daß die Vertagung des Prozesses bereits beschlossen war, als sich Eaillaux bei Monis über die Möglichkeit, der Vertagung erkundigte. Die Kommission vertagte sich auf beute nag- neittag 5 Uhr, um eine neue Konfrontation in Gegenwart deS Rechtsanwalts Bernard vorzunehmen. :: Die Vollmachten der Rochette-Kvmmission. In der Kammer wurde gestern ein Gesetzentwurf angenommen, nach dem der Senatsbeschluß, der Untersnchungskommission in der Rochettc-Asfäre beschränkte Vollmachten zu geben, heute früh nach der Veröffentlichung im Amtsblaite in Kraft treten soll. Man kündigt an, daß die Kommission von der Kammer im Bedarfsfälle eine Erweiterung ihrer Befugnisse ver- langen wird. Rußland. t :: Redefreiheit in der Duma. In der allernächsten Zeit , soll der Duma ein Gesetzentwurf über die Redefreiheit süi die Abgeordneten vorgelegt werden, um den bisher auf diesem Boden entstandenen Prozessen vorzubengen. :: Zur Poljakow-Affäre. Das Ministerium des Aeuße- rcn hat sehr energische Schritte bei der deutschen Regierung wegen der Festnahme des Marineoffiziers Poljakow ein geleitet. Türkei. :: Von Griechen ermordet. Dem „Ieune Turc" zusobe-- wurde der Mufti der Insel Kos von Griechen ermordet. Mo» hegt dis Befürchtung, daß dieser Vorfall nicht ohne ernste Feigen bleiben wird. England. :: Der Abschied der irländischen Offiziere — nur ein Miß Verständnis. Die Frage der irländiseku-n Offiziere scheint nunmehr durch Verhandlungen hinter den Kulissen in ciene der Regierung annehmbgren Form gelöst zu sein. , Nnterhan.se erklärte gestern ugchmitgg der Kriegsminisi- Seely, daß der Oberkommandeur der irischen Truppen, General Paget, dem KriegSminisierium die Mitteilung bette zugehen lassen, daß eine Reihe von Offizieren ihn davon i» Kenntnis gesetzt batten, sie würden im Falle gewisser Eventualitäten in Ulster nicht den ihnen gegebenen Descblen gehorchen. Daraufhin erhielten diese Offiziere den Beschl, sich z»m Bericht über diese Weigerung zu melden. Es wurde eine Untersuchung veranstaltet und es ergab sich, daß di- Offiziere die eigentliche Meinung der Frage General Pagc>:- mißverstanden hatten. Die Offiziere haben nunmehr den Befehl erhalten, sich nach Aufklärung dieses Mißvrrstä-ü - Visses z» ihren Truppenteilen zurück-,»begeben. Diese sein lendenlahme Aufklärung des Kriegsministers schasst felbu* verständlich nicht die Tatsache aus der Welt, daß engiiw'- Offiziere die Erklärung abgegeben hatten, unter gewü»>- Umständen Befehlen ihrer Vorgesetzten nicht Folge Zn leisten. Dieser Einffuß politischer Stimmungen wirft om die Disziplin des englischen Offizierskorps gerade kein günstiges Licht. _ 15 Arbeiter ertrunken. Corpkuick, 24. März. Ein schweres Fährunglück hat uo heute Abend auf der Oberspree bei Coepcnick ereignet. t»'- mit 2t Arbeitern der Spindlcr'sckien Fabrik bcietztc fahre wollte den Strom kreuzen, um die Arbeiter von -sV-^ lersfeld auf das Coepenicker Ufer zu bringen. In der . des Siromes wurde die Fähre von einem Schleppzuge rannt. Fünfzehn Personen werden vermißt. Ma» oft' 1 - 1 tet, daß sic alle ertrunken sind. Sechs Personen konn cn hcrbeigceiltcn Ruder- und Motorbooten ausgenommen den. Das Motorboot der Wasserb-.uinspektion war - . ' Zeit nach dem Unglück an der Unfallstclle und s» Schweres Fährennnainch auf der GerlM. -Ir. 71 Sritr S Strom nach den Opfern der Katastrophe ab. Bisher ist es noch nicht gelungen, die Leichen zu bergen. Zu der schweren Bootskatastrophe, die sich auf der Ober- sprce an der Spindler'schen Fabrik zugetragen hat, erfährt :nan noch folgende Einzelheiten: Bei Schlich der Arbeit in den Spindler'schen Fabriken werden allabendlich mehrere hundert Arbeiter, die in der Eoepenickec Dammvorstadt wohnen, in 15 bis 20 Ruder- booten aber die Spree gesetzt, da die Leute dadurch einen groben Umweg sparen. Heute abend waren ungefähr noch vier Boote aus der Mitte des Flusses, als ein Schlepp- dampter „Paul" mit einem Schleppkahn im Tau in ziemlich lcharser Fahrt des Weges kam. Ter Tampscr gab Signale, damit die Ruderboote ausweichen konnten. Einer der Lcotsführer jedoch, ein gewisser Theodor Korn, wollte mit feinem Boot noch vor dem Schleppzug vorbeikommen. Ter Führer des Schleppdampfers machte einen Bogen, um aus- ruwcichen, dabei kam das von Korn geführte Boot durch die Wellen der Schraube zwischen Schlepper und Schleppkahn, Der Anprall war so stark, daß da? kleine Ruderboot sofort zersplitterte und die in ihn, befindlichen 21 Personen fämtlich ins Wasser stürzten. Tie auf dem Fluh bef-ndlichen Boote eilten sofort nach der Ilnfallstelle und ein des Wege? kommender Dampfer der Kunheim'schen Fabrik warf sofort zwei Rettungsringe ins Wasser, an die sich zwei mit den Wollen ringenden Personen enklammcrten und dadurch gerottet werden konnten. Alles in Allem gelang es nur fünf Personen zu bergen, die übrigen wurden ein Opfer der Fluten. Unter den Opfern der Katastrophe bei Spindlersfeld befinden sich auch mehrere Frauen. Ein Fräulein Ruckstinat «ms Eoepenick ist ertrunken und ihre Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. Eine Frau Steinhaufen aus FriedrichSÜagc» wurde von einem der an der Unfallstelle befindlichen Boote ans dem Wasser gezogen. Die Frau war außerordentlich erschöpft und wurde nach dem Friedrichshagener Krankenhaus gebracht. Dort starb sic kurz nach der Einlieferung, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Auch der Bootsführer des verunglückten Bootes, der Schiffer Theodor Korn, befindet sich unter den ums Leben gekommenen Paesonen. Ter Führer des „Schleppers „Paul" und der den ,Schleppkahn bedienende Schisser wurden von Beamten der Wasserpolizei, die kurze Zeit nach dem U.nfall im Motorboot einlrasen, in Haft genommen nnd auf die Coepenickcr Polizei gebracht, um dort einem Verhör unterworfen zu werden. Es ist vorläufig noch nicht klar ersichtlich, ob das Unglück durch die Schuld des ertrunkenen Bootssübrers Korn, oder durch da? Personal des Schleppzuges verursacht worden ist. Vereinigte Landwirte. Die „Dana" G. m. b. H. in Hameln, haben auf Veranlassung des Profesiors Giscvnis zu Gießen im Stalle des E'> u t sv ä ch t e r s G o t t m o n n , Marburgerstraßc, Gießen eine rNrUrmafchine i-fgellellt. Tie Anlage arbeitet seit 4 Wochen zur vollen Zufriedenheit und die Gesellschaft hat uns ciugcladen, die Maschine in Tätigkeit zn __ besichtige». __ Wir folgen der Einladung gerne und bitten unsere l'.'ihjlic&ct und Freunde, die sich dafür interessieren, am Samstag den 28 . ds. sich zu einer Fahrt nach Girßcn einfindcn zu wollen. Um keine zn große Beunruhigung im Stalle hervorzu- riifen, wird sich die öfliäitipuß in fclfincn (Gruppen empfehlen. Wir bitten die Landwirte, die den Sckprellzug benutzen wollen, ain Samstag den Mittagszug1,20 Uhr ab Friedberg benutzen zu wollen, der um 1,56 Uhr in Gießen ist. Diejenigen, die von den einzelnen Staftonen f, inen wollen, nehmen den Zug 1,02 Uhr ab Frankfurt, 134 Uhr abBilb el. 2,12 Uhr abF riedber g usw.. der um 2.06 Uhr in Gicßrn eintrifft. Bis dahin ist die erste Gruppe fertig und die andere kann beginnen. Landwirte, die gesonnen sind, die Melkanlage zu besichtigen, werden gebeten, den Geschäftsführer H i r s ch e I - Friedberg mit rinrr Karte von dieser Absicht Kenntnis ZU gebe». Tic Geschäftsstelle der Vereinigten Landwirte von Frankfurt Wiid Umgegend. Dte (Gelchafts stunden Herden ani TonacrStag, den 26. ds. MtS. Nachmittags von 3—5 Uhr -WU Ubgehalten. Aus der Kernrat. * Friedberg. 25. Marz. Wie uns kurz vor Redaktionr- kchluß mitgeteilt wild, ist das genaue Resultat von den Kran- keiitassenwahlen noch nicht bekannt. Die bürgerliche Liste soll die Mehrheit haben. * Friedberg, 25. März. Don nächsten Sonntag ab sind die hiesigen Gejrhäfte Sonntags den ganzen Tag bis abends 6 Ubr geöffnet. * Friedberg, 25. März. Rach der Polizciverordnnng über den Schutz der Hecken und des Buschwerkes Pom 31. März 1913 ist mit Rücklicht oirf den Vogelschutz das Ab- R«»« Tageszeitung. Mittwoch, den 25. März 1914. brennen von Hecken und Buschwerk völlig verboten. Hecken und Buschwerk dürfen nur geschnitten werden, und zwar nur in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar jeden Jahres. Wer also jetzt noch an Hecken und Buschwerk schneidet, macht sich strafbar. * Friedberg, 25. März. Nach der letzten amtlichen Bekanntmachung im Reichsanzeiger ist in Hesien kein neuer Fall von Maul- und Klauenseuche zu verzeichnen. Die Seuche darf also als völlig erloschen gelten. * Friedberg, 25. März. Am 29. März wird das neue Postdienstgebäude, Mainzertoranlage Nr. 8, dem Beftiebe übergeben werden. Das alte Postamt, Bahnhofstraße 15, wird am 28. März, abends um 8 Uhr für den Schalterver- kehr und uni 9 Uhr für den Sprcchverkehr geschlossen wer- den. Telegramme in der Nacht vom 28. auf 29. März sind von 9 Uhr abends ab bei dem neuen Postamte aufznliefecn. * Friedberg, 25. März. Am letzten Samstag sanb die Cchlußprüsung der Landwirtschaftlichen Abteilung an der Er. Obstban- nnd Landw. Winterschule statt. Es hatten sich dle Eltern der Schüler und viele sonstige Freunde der Anstalt ein- gefunden. Als Vertreter der Großh. Regierung war Here Oberregirrnngsrat Spamer erschienen, der sich am Schlüße der Prüfung sehr beftiedigt über die Leistungen der Schule aussprach. Herr Direktor Spieß richtete herzliche Worte an die abgehenden Schüler, ermahnte sie, das in der Schule Ecleente in verständnisvoller Weise in der Praxi» anzuwenden und der Schule ein bleibendes Andenken zu bewahren. Die Schüler der Unterklasse verabschiedete er mit einem Wiedersehen im kommenden Herbste. Dem Jahresbericht der Anstalt entnehmen wir, daß auch im abgelausenen Jahre dieselbe wieder sehr gut besucht war. Die landw. Abteilung umfaßte 61 Schüler, von denen 25 auf die obere und 3g Schüler aus die untere Abteilung kommen. Von diesen 61 Schülern sind aber nur 31 im Kreis« Friedberg beheimatet. Es ist lebhaft zu bedauern, daß gerade diejenigen Landwirte, die die Schule am bequemsten haben, ihre Söhne nicht in dieselben schicken und das dort Gelehrte sich nicht mehr zu Nutzen machen. Die Obstbauabtel- lung war im Ganzen von 136 Personen besucht. Den Baumwärterkursus besuchten 33 junge Leute, am Wiederholungr- tursus für Baumwärtee beteiligten sich 6 Baumwärter, die sich alle der Baumwärterprüfung unterzogen und mit dem Titel „Ecprüftei Baumwärter" entlassen werden konnten. Der Obstbaukurjus für Geistliche und Lehrer, der Kursus sür Obstweinproduzenten und der Eartenbaukursu» war von 26 Heeren und 1l Damen besucht. Schließlich nahmen noch 86 Damen an den verschiedenen Obst- und Eemüseverwertungskursen teil. Man sieht also, daß die Anstalt mit Befttedigung auf das abgelansenc Jahr zurückblicken kann. * Friedberg, 25. März. Die Herren Gehr. Ulrich verkauften heut« ein Eckhaus am Bahnhofsvorplatz an Herr» Otto Ellermeier hier für 125 000 Mark. * Friedberg, 25. März. Auf der Güterzugstrecke Fried- hcrg-Bruchenbrücken fand ein starker Dammrutsch statt. Beide Gleise sind längere Zeit gesperrt. Die Güterzugc werde» bis auf weiteres über die Personenzuggeleise geleitet. * Friedberg, 25. März. Der Hauptfilm, der noch bis zum 27. l. Mts. im Ecntraltheater läuft, betitelt sich „Der Millionenerbe". Es ist eine glänzende dreiaktige Komödie mit dem berühmten Pariser Komiker Polin in der Hauptrolle. Ergreifend wirkt „Der Roma» eines armen Laufburschen", der unschuldiger Weise wegen Diebstahl verhaftet wird. Aus Gram hierüber stirbt seine alte Mutter. Kurze Zeit hierauf hat sich die Unschuld des Verhafteten her- ausgestellt. Er sucht vergebens seine alte Stelle wieder zu erhalten, jedoch eS gelingt ihm nicht. Außer feiner verstorbenen Mutter mußte er auch noch zwei Schwestern ernähren, die er jetzt in ein Waisenhaus gibt. Als er ziellos in der Nähe der Stadt herumirrt und vor Entkräftigung zusammenbricht, wird er von Schutzleuten aufgeftinden, die ihn in das in der Nähe gelegene Haus der Dame bringen, die er bestohlen haben sollte: Diese glaubt nun, ihr Unrecht an dem Laufburschen wieder gut machen zu können, indem sie ihn imd seine beiden Schwestern in ihr Haus aufnimmt. Auch das übrige Programm nebst Einlagen ist musterhaft zusaniniengestellt. Wie „Der verstopfte Schlüssel", komisch und die Komödie „Auf dem Amerika-Dampfer". Herrlich wirken auch die seltene Naturaufnahme auf der Insel Wight, Die TogeSnenigkeiten führt uns Patbe Journal 259a vor. * Urlaubsreifen für Unteroffiziere und Gemeine. Am I. April tritt eine Vermehrung der freren Urlaubsreisen für Unteroffiziere und Gemeine der Arme« und Marine ein. Wähend bisher nur für die Hälfte der Unteroffiziere und Gemeine eine fteie Urlaubsreife bewilligt wurde, kann vom l. April 1914 ob jedem Unteroffizier und Gemeinen jährlich einmal eine freie Urlaubsreife gewährt werden. Die fteie» Urlaubsreisen dürfen Nur in die Heimat, d. $. nach dem Wohnorte der Eltern oder nächsten Angehörigen, nach den Sätzen des Militäriarif? für die Hm- und Rückfahrt auf deutschen Eisenbahnen bewilligt werden. * Ilbenstadt, 25. März. Einen schlechten Tausch machte ein armes Dienstmädchen beim Miffionsfest dahier. Ihr guter Schirm wurde ihr gegen einen alten in der Kirche vertauscht. Das Mädchen bittet die bete. Person, den Scharm auf der Bürgermeisterei oder beim Pfarramt mnzutauschen. » Gießen. 25. März. Der Plan über di« Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie an dem Grenzweg zwischen der Straße Klein-Linden-Großcn-Lindcn liegt bei dem Kaiserlichen Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Worben aus. ' .... . • (Sieben, 25. März. Nächsten Samstag findet «litt Sitzung des Kreistages statt, in welcher über dti von dem Peovin- zialausschuß zurückverwiescne Reklamation gegen die im Ro- rember stattgefundenen Stadtverordnetenwahlen verhandelt wird. In dieser Sitzung wird es sich entscheiden, ob nur eine teilweise Nachwahl stattfindet, ober ob di- ganz- Etadtverord netenwaht sür «n«ll und nichtig «klärt wirb - * Gießen, 25. Marz. Das altbekannte Hotel zum Ei r-»:n wird nunmehr abgebrochen und muß einem Neubau weichen, bet dem auch ein großer Saal errichtet wird. Der Besitzer Herr Max Jaskowsk, hat für die Dauer der Bauzeit den Betrieb der Wirtschaft in «in der Stadt gehöriges Gebäude gegenüber Ecke der Schloßgasse und de» Kirchenplatzes verlegt und dcn!I schon im Herbst das neue Hotel zu crösfnen. Mainzlar, 25. März. Unserer früherer, außer Dienst stehender Schäs« Adam Wißner vollendete am 18. März sein achtzigstes Lebensjahr in voller geistiger und körperlicher Frische. Aus Starkenburg. * Ossenbach n. M., 25. März. Die Folgen mangclhaiter Erziehung machen sich frühzeitig bei dem jetzt 15 Jahre alten b. B. Kaufmann in Ottenbach geltend^ der keine» Balce mehr, aber noch sieben Eeschwifter hat, von denen schon zwei, wie jetzt er, in der Erziehungsanstalt waren. Sc!-s« Mutter, eine Blumenbindcrin, batte bei einer Frau Mk. 26 gut und ging der Angellagte hin, um sich dort eine Mark auf den Namen der Mutter zu holen. Er bekam aber den ganzen Geldbetrag, verschwieg dies der Mutter und verjubelt« das ganze Geld mit noch zwei bedeutend älteren Freunden bei Bier. Zigarei- ten usw. Hierdurch srcch geworden und durch die Gcscllschaki angestistet, fälschte er aus den Namen einer anderen Frau einen Brief mit falscher Unterschrift, wodiirch er wieder (inen Betrag von Mk. 8 in die Finger bekam, die den gleichen Weg gingen. Er ist vollständig geständig und wird zu 2 Wochen Gr- sängnis verurteilt. * Groß-Gerau, 21. März. Im Nachbarort Haßloch, einem Gemeinwesen von etwa 50 Haushaltungen, ist seit zwei Iah. ren kein Todesasll zu verzeichnen gewesen. Der letzte Sterbe- soll trat am 1. März 1812 rin. * Darmstadt. 25. März. Die diesjährige Hauptversammlung des Hessischen Diakonicvereins findet am heutigen Tage, nachmittags y >3 Uhr, im Landesiynodalgebände dahier statt. * Viernheim, 25. März. Zwei hiesige Arbcücr woran einen 67jährigen Mann in den Schulhof und mißhandelten ihn in unmenschlicher Weise, indem sie ihm mit einer brennenden Zigarre sämtliche Finger anbrannten und ihn liegen ließen. Der Mißhandelte kam ins Krankenhaus und die rohe Tat kam zur Anzeige. Ausstellung sür Gesundheitspflege. Sofort mit der Er- öfsnung der von der Stadt Stuttgart veranstalteten Ausslel lung sür Gesundheitspflege, die aus Mitte Mai 1011 festgesetzt ist, setzt eine große Anzahl von Bersammlungen und Kongresse» in Stuttgart ein. Vom 11. bis 16. Mai tragt die Ecne- ralversammlung der Deutschen Tierschutzvercine, am 17. Mai findet die Generalversammlung der Deutschen Frauenvercin« vom Roten Kreuz statt, vom 2t.—21. Mai die erste Bundestagung des Jungdeutjchlandsbundes unter Vorsitz des General seldmarschallr Freiherr von der Goltz, vom 25.-28. Mai die Hauptversammlung der Schijsbautechnischen Gesellschaft, ebc»- sall» vom 25. — 28. da» Nationale Deutsche FechtiuMier, Ende Mai die Tagung Südwestdeuischen Kinderärzte, am 31. Mai di« Generalversammlung des Verbandes der Kunstsreunde in den Lander» am Rhein. Vom 2.-5. Juni tagt die Versaim - lung des Deutschen Vereins für Echulgejundheitspftege, an- jchließend daran die des Vereins Deutscher Schulärzte, vom 6.—8. Juni wird ein großer Württeinbergischer Frauentag veranstaltet und am 9. Juni tagt der Verein der Bcrufspflegi linnen Deutschlands. Auch weiterhin find für den Sommer eine große Anzahl von Besuche» und Kongressen vorgesehen. G sei hier nur die Tagung des Vereins für osfentliche Gesima heitspslege !m September erwähnt. Vereinigt« Stadttheater Franlsurt a. M. Opernhaus Donnerstag, den 26. März, abends halb 8 llhr: „Der Trau badonr". 21. Vorstellung im Donnerstag-Abon». Gew. Freitag, den 27. März, abends 8 Uhr: „Nathan der Weiße Außer Abonn. Samstag, den 28. März, abends 7 Uhr: „Manvn". 22 Vorstellung im Samstag Abonn. Gew. Pr. Schaujptethaus. Donnerstag, den 28. März, abends 8 Uhr: „Wozzeck". Hier ans: „Leone« und Lena". Freitag, den 27. März, abends 8 Uhr: „Die Tangoprm. zessin". Außer Abonn. Gew. Pr. Samstag, den 28. März, abends 8 Uhr: „Wie einst im Mai". 22. Vorstellung im Samstag-Abonn. E-w. Pr. Spielpla« de» Stadtthcaters in Gießen. ' Mittwoch, den 25. März, abends 7 Uhr: „Der Widcrspm ligen Zähmung", 20. Mittwoch-Abonnementsvorstcllung. Ge- oöhnliche Preise. Donnerstag, den 28. März, abends 8 Uhr in Marburg. DI« Frau de» Kommandeurs". IS. Abonncmenisi-orstellnng. Freitag, den 27. März, abends 8 Uhr: „Der Schlafwagen Kirchliche Anzeigen. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach Donnerstag, 26. März 1911, abends 8 Uhr, in bei Kirche: Passionsaudacht. Herr Pfarrer Zatzmann. Gottesdienst in der Burgkirche. Freitag. 27. März 1911. abends 8 Uhr, Pnssi», Wandos i »err Pfarrer Diehl. Frankfurter Wetterbericht. ^"Voraussage: Meist trüb, Niederschläge, keine Tcnipeu Verantwortlich für den politischen Teil: Otto H i r s ch c l, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg; sür den Anzeigenteil: Kail .Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- seituna". A.-G., Friedberg i. H. "J Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung, dah es Gott dem Allmächtigen gesallcn hat, heute Nacht nach langem, mit Geduld crlragenem Leiden meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute Mutter und Erohmutter Elise Schäfer geb. Clauh im Alter van 65 Jahren zu sich zu rufen. Hungen, den 24. März 1914. Iiii isM der tieflraiernden liMitltiti: August Schäfer. Die Beerdigung findet statt, Donnerstag, den 28. März nachmittags 3 Uhr. Nstznersteigernng. Jur Rodheimcr Eemcindewald Distrikt Erauerberg. Junge- bu hen und Spitzensteinhccken werden Montag, den 38. März >. Zs. versteigert: 70 Eichen-Stämme von 20-59 cm Durchm. und 31,06 Im. Inhalt. (geeignetes Wagncrholz.) 5 Lärchen stamme von 2,23 lm. Inhalt. 139 Fichten-Ttümme von 14—30 cm. Durchm. 10—20 m Länge und 76,31 !m. Inhalt. 17 Kieiern-Stämme von 30—43 cm. Durchm. und 9,54 lm. Inh. 135 Lärchcn-Derbstangen. 1-71 Fichien-Derbstangen. 208,4 rm Eichcn-Nutzfcheiter. 4o rm Lärchen-Nutzscheiter. Anfang und Zusammenkunft vormittag» 9'/, Uhr auf der llkaldbahn beim Hühnerpfad. Rodheim ru d. H. den 24. März 1914. Erosth. Bürgermeisterei Rodheim __ Soll. _ MilsilWnden-Stiefel von Mk. 5.25 an. Rationelle Fußpflege ist nur möglich beim Tragen von . Jr.IW-Llitsck Alleinverkauf für Gießen und Umgebung: L. Bernhardt, SAHmlllljemeisttt, Tchulstr. 10. Gietzen. Telefon 435. OrHMchtlges Srerkiichji. 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Das Theater ist geöffnet: LamStagS , 1 . Mittwochö v. 4 Nhr, Lonniags von 3 Uhr, die übrigen Wochentage von Abends 8 Uhr ab. Die Direktion. Die 100 schönsten Kleider ausgewählt aus Tausenden in Paris, Berlin, Wien finden Sie im neuesten Favorit-Moden-Album (nur 60 Pf.) Wer sich nach dieser sorgsam durchgeprüftenMode kleidet, wird das beste für sich wählen. Fr. Weher, Friedberg (Hessen). 1914 Gardine® Stores in Tüll, Leinen, Madras, Rips, GZSZLLS-Ze ii. zum Selbstaniertigen von Vorhängen,Hecken sie. Vitragen in modernen Grundstoffen und größter Auswahl G.M.Reuss Friedberg, Alte Post, ___- Stile 1 UWr w!» «Frasbleri aj.ued Uiii Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Moselstraße 6a Telcion-Nummer 920» Amt f. Brilostunden: Momag nachm, von 5—7. — Dienstag nachm 5- — Donncrslag na hm, von 5—7. — Freitag nachm, von 5-;? ;\n verkaufen. 1 Partie Ferne! abzugebc». Müller, Lsweti!jof. Sprtlugfahiger Fülle 18 Monade alt, gekreuzte simmen- taler Rasse bei Grüner, Bürgermeister. Oberdorfelden. 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Ritsch!, Theologe, geb. — 1891 Graf v. Fabrice, sächsischer Kriegsniinistcr, f. ie Eharlotttiiburgkr GliiilnaKaKentragödie vor (Brridjt. S. u. H StoCp i. P., 24. März. Das hiesige Schwurgericht hat stch heute erneut mit dem Vrozeß gegen den Privaidetektiv Paul Schwarz und den Oberkellner Hinze zu befassen, dessen Hintergrund die seiner Zeit viel Aussehen erregende Charlottenburger Eymnasiasten- Iragödie bildet. Wie noch erinnerlich, wurde im Oktober de» Fohres 1912 der 17,jährige Gymnasiast Ernst Tiemann eine» Abends in der elterlichen Wohnung von dem Dienstmädchen Elisabeth Heinrich an der Türklinke hängend tot ausgefunden. Es fiel aus, daß an den Händen der Leiche -ine Art Fesselung zu bemerken war. Das Mädchen hatte den Körper ruhig eine ettunde lang an der Klinke hängen lasten, ehe es Hausbewoh- ner alarmierte. Da außerdem Grunde sür eine» Selbstmord ousgcschlostcn erschienen, tauchte namentlich bei den nächsten Angehörigen des unglücklichen jungen Menschen der Verdacht rus, dag der junge Tiemann einem Verbrechen zum Opser ge- allcn sei. Ein von der Familie hinzugezogener Arzt gab die Möglichkeit auch zu. daß der Tote gewaltsam ums Leben gebracht worden sein könne. Die Polizei kam jedoch aus Grund ihrer Nachforschungen zu der Ansicht, das, Selbstmord vorlirge und gab die Leiche zur Beerdigung frei. Die Mutter des To- icn ließ sich jedoch nicht von der Idee abbringen, daß ihr Sohn durch fremde Schuld das Leben eingebllßt habe. Sie versuchte vus eigene Hand Recherchen anzustellen und setzte sich zu diesem Zwecke mit dem Angeklagten Schwarz in Verbindung. Als diesem die Umstände bei der Aussindung der Leiche mitgeteilt worden waren, entstand bei ihm der Verdacht, daß das Dienstmädchen Heinrich etwas übxr die Tat wisten müste, die inzwischen zu ihrem Vater, einem kleinen Kapellmeister in Rum- mclsburg in Pommern Lbergcsiedelt war. Schwarz begab sich rbensalls nach Rummelsburg, freundete sich mit dem Vater an, dem er stch als vermögender Holzhändler oorstcllte und machte schließlich auch die Bekanntschaft der Elisabeth Heinrich. Er trat dem Mädchen gegenüber bald als Freier auf und nach kurzer Zeit fand auch die offizielle Verlobung statt. Da das Mädchen die Hochzeit in sicherer Aussicht sah. ließ cs sich mit Schwarz in intimen Verkehr ein. Dieser sand in einem Hotel statt, besten Oberkellner Hinze von Schwarz in sein Vorhabe» einge- wciht worden war. Eines Nachts zeigte Schwarz dem Mädchen eine angebliche Auskunft aus Berlin, in der mitgeteilt !vurde, daß die Heinrich in der Ticmann'sche» Sache in Untersuchungshaft geseste» habe. Aus langes Zureden seitens de» Schwarz gab das Mädchen dann zu, daß sie um den Mord miste, den ein früherer Geliebter von ihr begangen habe. Schwarz telegraphierte das Geständnis sofort in alle Winde und die Nachricht von der vermeintlichen Aufdeckung des Mordes erregte allgemeines Aussehen. Bald zog ober das Mädchen das Geständnis zurück und erklärte, sie habe dem Schwarz die erfundene Geschichte erzählt, um nicht den anscheinend wohlhabenden Bräutigam zu verlieren. Die Angaben des Mädchens stellten sich auch als wahr heraus und nun wurde der Spieß umgedrcht und Schwarz unter Anklage gestellt. ^Sie lautete auf Beleidigung. Freiheitsberaubung und Anmaßung eines östentlichen Amtes. Er hatte sich nämlich bei seinen Recherchen in Rummelsburg als Königlicher Beamter ausgegebcn. Der Angeklagte Hinze wird der Beihilfe zu den Straftaten des Schwarz beschuldigt. Die Angelegenheit hat bereit» Anfang Januar das Schwurgericht beschäftigt, konnte damals aber nicht zu Ende geführt werden, da Schwarz wegen eines Eallenstein- leidens der Verhandlung nicht mehr zu folgen vermochte. Wir werden über den Prozeß berichten. Aus der Heimar. Die Vernichtung der Mucken im März. Di« Beobachtung, daß zahlreiche Mückenweibchen in geschützten Räumen, wie Kellern und dergleichen, mit Vorliebe überwintern, um dann im Monat März ins Freie zu fliegen, hat der Vertilgung dieser im Sommer so lästigen Tierchen aussichtsreiche Wege er- schlosten. Da eine einzige Mücke 200 Eier auf einmal legt, und in einem Sommer fünf Generationen von Mücken Vorkommen, jo kann sich die Nachkommenschaft eines überwinterten Mückcn- weibchcns während der wenigen Monate der warmen Jahreszeit unter Umständen aus Millionen, ja Milliarden belaufen. Die Bekämpfung besteht in der Ausräucherung der überwinternden Tiere in Kellern ufw. Zu diesem Zwecke hat der Magistrat von Danzig eigens Feuerwehrleute sachgemäß ausbilden lasten, und dieses Vorgehen haben sich verschiedene andere Stadtverwaltungen zum Muster genommen. * Gießen, 23. März. (Eingesandt. ) Sie haben in Ihrem geschätzten Blatte schon des öfteren auf die hohen Kommunalabgabcn, welche der Grund- und Hausbesitz in unserer Stadt zu tragen, hingcwiesen. Als drastisches Beispiel möchte ich Sie nach der jetzt beendeten Aera des Oberbürgermeisters Mccuni um die Veröffentlichung der Tatsache bitten, daß ich bei eincin Staatssteucrbetrage von 125 M und einem Komniunalzuschlage von 120%, sage und schreibe 2179 M städtische Steuer zu zahlen habe. Während also jeder, der keinen Grundbesitz hat, bei 125 M Staats- sieuer nur 150 JC städtische Steuer, also 120% zu zahlen hat, zahle ich tatsächlich 1983,2%. Wenn ich aber nun meine anderen städtischen Abgaben dazu rechne, so trägt es mit 8000 Prozent. Vielleicht geben Ihnen auch einmal einige ineincr Leidensgenossen ihre diesbezügliche Ziffern an. Ein Haus- bcsitzer. * Stenographisches. Die Statistik der Schule Stolze-Schrey für das Jahr >813 wird jetzt von dem amtlichen Organ der Stolze-Schreyschen Schule veröffentlicht. Das Blatt stellt sest, daß die Arbeit sür Stolze-Schrey in den außerpreußischen Gebieten nicht so erfolgreich war, wie in Preußen selbst. Nach den Vergleichszahlen hat im Deutschen Reiche di- Zahl der Vereine bet E. (Eabelsberger) um 113, bei SS. (Stolze- Schrey) um 80, die der Mitglieder bei E. um 8848, bei SS. um 8811, die Zahl der Unterrichteten bei G. um 11 211, bet SS. um 7 814 zugenommen. Insgesamt gibt es nach SS. 2228 Vereine mit 88 483 Mitgliedern. Der Löwenanteil davon entfällt auf Preuße», nämlich 1346 Vereine, 63 880 Mitglieder, 111 825 Unterrichtete, während im übrigen Deutschen Reiche 548 (4- 15) Vereine, 23 841 (4-' 1300) Mitglieder und 30 124 (— 470 Unterrichtete) gezählt wurden. Besonders stark ist der Rückgang in Bayern und Sachsen, wo SS. 58 (— 6) Vereine, 1760 (— 180) Mitglieder, 1008 (— 438) Unterrichtete zählt gegenüber dem Eabelsbergerschcn System, das hier mit 780 (— 60) Vereine. 51 121 (4- 2352) Mitglieder und 67 388 (4- 8162) Unterrichtete vertreten ist. Die Gesamtzahl der Unterrichteten einschließlich de» Auslandes beträgt bei SS. 153 518 ( 4- 7863), bei E. 220312 ( 4- 15 202). Frankfurt a. M., 24. März. Am Sonntag wurden in Frankfurt drei Personen von Automobilen überfahren und teils tätlich, teils schwer verletzt. Im Stadtteil Niederrod geriet der fünfjährige Sohn des Schaffners Eutbcrlct unter einen Kraftwagen und wurde auf der Stelle getötet. Auf der Hau- fener Landstraße geriet eine junge polnische Saisonarbeitcria vor ein Automobil: sie erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Brust und kam ins Krankenhaus. — Sodann überfuhr in der Beethovenstraß« ein Automobil einen jungen Mechaniker der ebenfalls schwer verletzt vom Platze getragen werden mußte • Frankfurt a. »I, 25. März. In seiner Wohnung, Gold steinstraße 88, erhängte sich der 64jährige Maurer Ph. Sccliger Ein unheilbares Leiden hat den alten Mann in den Tod ge trieben. " Frankfurt ». M„ 24. März. Den wiederholten äffe»», lichen Behauptungen des Schriftstellers Waßmann, daß gegen ihn und den „Türmer" das bekannte Strafverfahren in dein Salvarfanprozcß eingestellt fei, bricht jetzt endlich die hiesige Statsanwaltschaft die Spitze ab. Sie erklärt Waßmanns Angaben für unzutreffend und von einer Einstellung des Vcrfab- lens sei unter keinen Umständen die Rede. Nun kann man ge spannt fein, was Waßmann dem Staatsanwalt antwortet. * Fralikfnrt a. M., 25. März. In der Rödclhcimcr Realschule, einem nahezu hundert Jahre alten Bau, entstand in- solge eines Ofendefektes ein Brand in der Wandtäfelung. Die Schüler wurden sofort durch die Alarmglocke aus die Eesahr Das feine Aroma von Kathreiners Malzkaffee ist doch unerreicht. Und dabei dieser kräftige Geschmack! Verlangen Sie ausdrücklich Kathreiners Malzkaffee. Der Gehalt macht's! Zum Pfinyeilen. Roman von M. Prigge-Brook. 55 (Fortsetzung). „Tun Sie mir den Gefallen und gehen Sie nicht mehr zu Frau Sebald. Sie regt sich unnütz auf. Ucberlassen Sie die Patientin mir und meinen Leuten. Jede Erregung bringt sie nur mehr zurück. Ich werde Frau Sebald Ihren Gruß ausrichten." . __ „Gestatten Sie Besuche in der nächsten Zeit , fragte Rosemarie scljwankend. Sie hätte es versprochen. Zöllner verneinte. „lim keinen Preis. Im günstigsten Falle erfordert eine Wiederherstellung Monate, Wochen vergehen, ehe die Patten- 'tin sich gefunden hat. Am besten entzieht man sie jeder Berührung mit der Außenwelt, — ich sage jeder. Am liebsten untersage ich sogar den Briefwechsel, doch da das Ausbleiben der Briese sie erregen würde — Frau Sebald wird .an ihrem Kinde hören weAlcn — so habe ich nichts gegen einen Brief alle acht bis vierzehn Tage. Ich mache Sie l-arauf aufmcrksani. daß Briese gelesen werden, sowohl an- kommende, als abgehende." Rosemarie fühlte, wie ihr Herz sich zusammenzog. Wie würde Mary das ertragen? Wie würde sie jammern, wenn Le erfuhr, was sic ihr angetan. Sic schwankte. „Herr Doktor? Er stand auf. „Der Wagen wartet, Fräulein Sebald", sagte er bestimmt. „Haben Sie guten Mut. Wenn Frau Sebald zu >:eilcn ist. wird sie geheilt. Andernfalls hat sie es hier doch besser, wie zu Hause." Er ließ cs sich nicht nehmen, die stattliche Dame an den Wagen zu geleiten, nachdem er ihr noch den Prospekt seiner Anstalt, der die Bedingungen enthielt, in die Hände gedrückt hatte. Trotz ihrer Unruhe erleichtert, fuhr Rosemarie ab. Inzwischen verlebte ihre Schwägerin bie analvolliken Stunden ihres Lebens. Frau Schurr nahm den Auftrag der Schwester wörtlich, entkleidete sie mit sanfter Gewalt, hüllte sic in weiche Decken und machte sich ohne Aufforderung über die Koffer her, die inzwischen herausgebracht wurden. Mary sah mit großen Augen zu, wie sie einen Gegenstand nach dem anderen sorgfältig auspackte und besah. Die Kleider und Morgenröcke wanderten in den Schrank, die Wäsche in die Kommode, die Kleinigkeiten wurden auf den Tisch gebreitet. Zuletzt kamen die Bilder dran, die Erna eingepackt hatte. Frau Schurr nahm Doktor Sebalds Kabinettphotographie in beide Hände und wandte sich dem Fenster zu. „Ein schöner Herr, gnädige Frau, wohl der Herr Gemahl?" stagte sie neugierig. Ein Blick auf die Trauersachen der jungen Frau belehrte sie. „Er ist wohl noch nicht lange tot?" Marys Brust entrang sich ein tiefer Seufzer. Noch ertrug sie die Berührung der schmerzhaften Wunde ihres Innern nicht. „Geben Sie her", rief Sie ungeduldig. „Im Augenblick geben Sie her." Frau Schurr schien bessere Behandlung gewöhnt. Unsanft setzte sie das Bild auf den Nachttisch. „Ich guck' ihm schon nichts ab", sagte sie beleidigt. Heinz kleines Bild gelangte ohne Kommentar an seinen Platz. „Nuy möchte ich um die Schmucksachen und Gelder bitten, gnädige Frau." Mary trug ein Medaillon an der feinen Goldkette um den Hals. Heinz hatte es ihr an ihrem Hochzeitstage ge- geben, sein Bild schmückte die Kapsel. Seitdem hatte sie das Medaillon niemals abgelegt. Der Trauer wegen trug sie Kapsel und Kette unter dem Kleid. Die rauhen Hände der Frau griffen nach der Kette. „'s ist Vorschrift", sagte sic bestimmt. Die Kranke richtete sich auf. „Rühren Sie mich nicht an", rief sie drohend. „Was ocben Sie meine Sachen an?" „Vorschrift!" wiederholte die Schurr ärgerlich, aber sie ließ sie doch: denn die Wahrheit zu sagen, hatte sie eine so feine Dame noch nie bedient. Die Ausstattung glich der eit' ” Prinzessin. Battist und Spitzen, wohin, man sah. Ob bei der die Vorschrift strikt angewendet würde, mußte man erst abwarten. „Meinetwegen behalten Sic's", knurrte sie. „Wollcn Sie Kaffee haben?" Als Mary verneinte, drückte sie einen Schlüssel in dar Schloß und öffnete die Tür, die sie hinter sich offen Ii''i; Pkary hörte sie lachen und schwatzen. Ihr tat das Herz weh. Zu ihrer Trauer um den Ge liebten gesellte sich die Angst. Wenn Rosemarie doch käme! Sie hatte ihr nicht Adieu gesagt. Draußen schlug eine llür. Türen gingen, Stimmengewirr drang zu der kranken Frau „Schließen Sie bitte die Tür", sagte sie ungeduldig. „Meinen Sie, daß ich den ganzen Tag auf der Bude hocken will?" antwortete die Schurr grob. „Zumachen bars ich nicht, dann muß ich hinein, allein wollen Sie doch nicht bleiben, daß Sie am Ende noch Streiche machen, und ick meine Stelle verliere!" „Ich verstehe Sie nicht!" murmelte die arme junge Frau erschrocken. „Glaube ich schon." Die Schurr war wütend. Sorgsam die Tür verschließend, setzte sie sich an das Fenster und überließ Mary sich selbst. Sie wartete und wartete. Stunde um Stunde verging, draußen verstummte der Lärm, Teller klirrten, leise Schritte huschten von Tür zu Tür. Endlich ein schüchternes Pochen. „Das Abendbrot, Schurr", rief eine Stimme. Elektrisiert sprang die Pflegerin auf, schloß mit dcm Schlüssel und nahm der draußen Harrenden ein mit guten Sachen besetztes Teebrett ab. (Fortsetzung folgt). £!. 7f oufmcrlfont gemacht und verliehen in musterhafter Ordnung das Haus. Van zwei Löschzugen der städtischen Feuerwehr wurde die Brandgefahr in kurzer Zeit beseitigt. * Frankfurt n. M , 24. März. Am Samstag und Sonntag hielt der Verband Mitteldeutscher Industrieller im Pelmen- zartcn seine zweite ordentliche Hauptversammlung unter der Leitung des Fabrikbesitzers Remy Cysten (Franlsurt) ab. Dem Geschäftsbericht zufolge schlossen sich im verslossenen Jahr IM Firmen neu dem Verband an, der nunmehr 450 Einzclfirme» und 2 Organisationen mit etwa 200 Firmen umsaht. Neben den vier schon bestehenden Ortsgruppen von Homburg, Darm- stadt, Ofseubach und Hanau bildete sich -ine in Cassel: die Eründung der Frankfurter Ortsgruppe steht bevor. In ausgedehntem Matze beteiligte sich der Verband an der Bearbeitung kommunaler Fragen und Angelegenheiten, widmete der prcutzifchcn und hessischen Gesetzgebung besondere Aufmerksamkeit und nahm gegen die Einführung der Mädchenfortbildungs- fchulen in Offenbach und Frankfurt scharf Stellung. Auch sprach er sich gegen jede Einführung einer Arbeitslosenversicherung aus. In den Vorstand wurden wieder gewählt Kommerzienrat Brüning (Hanau), Fabrikant Böhm (Offenbach), Kommerzienrat Klingspor (Gießen), Ziegeleibesitzer Rücker (Weins- Heim) und Direktor Kanitzer (Frankfurt). Die erste öffcnt- jchc Versammlung, der als Vertreter Frankfurts Oberbürgermeister Voigt und mehrere Stadträte beiwohnten, brachte einen Vortrag von dem Syndikus der Plauener Handelskammer, Dr. Dietrich, über „Di- zukünftige Gestaltung der deutschen Zoll- und Handelspolitik". In nahezu dreistündiger Rede bot der Referent einen erschöpfenden Ueberblick über das gesamte Wirtschaftsleben der Gegenwart und seiner zukünftigen Gestaltung. Einleitend behandelte er die Frage, ob der.Staat berechtigt oder verpflichtet sei, einer inländischen Erwerbsgruppc die volle Höhe des Zolles in den Preisen ihrer Produkte für den Absatz im Inlandc zu gewährleisten, wie es beim System der Einsuhrscheine für die Landwirtschaft geschieht. Die Frage sei grundsätzlich zu verneinen. Gegen diese Bevorzugung der Landwirtschaft müsie die Industrie mobil machen. Bei dieser Stellungnahme der Industrie zur Gestaltung der Zollpolitik habe sich allerdings das Verhältnis der Roh- und Halbstoff- Industrie zur Fertigindustrie wesentlich verschoben, insofern, als die Rohcisenindustrie mit der Fertigindustrie einen Zusammenschluß ablehut. Letztere dränge nach höheren Jnlands- zöllcn. Die zukünftige Handelspolitik müsie aber nicht nach landwirtschaftlichen oder sonst einseitigen Gesichtspunkten, sondern nach wcltwirtschastlichen Grundsätzen gestaltet werde». Die neuen Handelsverträge sind von ungeheurer Bedeutung, da sie dis 1830 Geltung haben werden. Bis dahin seien die industriellen und kommerziellen Interesiengebietc der Welt aufgeteilt. Daher heitze cs für die Industrie: leidenschaftlich denken, aber kühl handeln. — Am Sonntag sprach vor einer sehr stark besuchten Versammlung, der zahlreiche Vertreter der grötz- ten deutschen Fach- und Jndustrieoerbände beiwohnten, der ftühere Reichstagsabgeordnete Dr. Stresemann über Reichsund Wirtschaftsausgabcn. Deutschland stehe in seinem wirtschaftlichen Aufstieg in der ersten Reihe edr Kulturnationen, der Wehrbeitrag habe ein milliardenreiches Volk gefunden: der Tcbuitenrückgang werde durch das rapide Sinken der Sterb- lichkeitsziffcrn in zcder Weise ausgeglichen. Zu ftagen fei unter solchen günstigen. Auspizien, ob UNS diese fortschreitende Entwicklung gewährleistet sei. Wenn die aus die Ausfuhr angewiesene verarbeitende Industrie ost im Gegensatz zu der im Inland arbeitenden Schwerindustrie stehe, so liege das an der Wirtschaftspolitik und der Syndizierung der Schwerindustrie. Auch die soziale Gesetzgebung treffe die verarbeitende Industrie schwerer als andere. Die Schwierigkeit der deutschen Handelspolitik liege in der Bevorzugung der Agrarpolitik: falsch sei es aber, die Industrie als frcihändlerisch hinzustellen: schwer lache sich jetzt auch der Mangel einer inneren Kolonisation. Die Gegensätze zwischen der Schwei- und Leichtindustrie werden bei den kommenden Kämpfen schwer in Erscheinung treten. In der Vertretung industrieller Jnteresicn mlltzten jedoch alle Industrien Zusammenhalten: so gegen eine Ueberspannung der Sozialpolitik, gegen die Ucberslutung des Landes mit sozialistischen Ideen und für die Aufrechterhaltung der Autorität des Arbeitgebers, Der Bund der Industriellen sei liberal im besten Sinne des Wortes, sorge für den Schutz der Arbeitswilligen und sei bestrebt, Deutschlands Wcltwirtschaftspolitik mannhaft zu unterstützen, zumal die wirtschatfliche Aufteilung des Erdballs in kürzester Zeit beendet sei. Ein Paktieren mit dem Bund der Landwirte sei allerdings ausgeschlosien. In Fragen der Sozial- und Weltpolitik könne die Industrie getrost eigne Wege gehen. — In der gleichen Versammlung berichtete ferner der Verbandssyndikus Dr. Andres über die Tätigkeit des Verbandes im letzten Geschäftsjahr. — Ein starkbcsuchtes Festmahl schlesgbie Tagung. • Frankfurt o. M., 24 März. Nach Mitteilungen des Krcisausschusies des Obertaunuskreises sind die Verhandlungen wegen der Erbauung einer elektrischen Bahnverbindung von Frankfurt nach Cronberg und Königstein mit der Frankfurter Lokalbahn-Aktiengesellschaft in Bad Homburg wieder aufgenommen worden und bereits soweit gediehen, datz die beteiligten Gemeinden, durch deren Gemarkungen die Bahnlinie geführt werden soll, sich über die Frage des Erunderwerbs in nächster Zeit zu entschlietzen haben. Den bisherigen Plänen zufolge zweigt sich die neue Linie bei Niederursel von der Oder- »rseler elektrischen Bahn ab und führt dann in nahezu westlicher Richtung an den Ortschastcn Weihkirchen, Etierstadt, Ob.- Höchstadt, Schönberg, Cronberg und Falkenstein vorüber nach Königstcin. Die Regierung erteilte der Lokalbahn-Aktiengesellschaft die Erlaubnis zu den technischen Vorarbeiten für die elektrische Bahn Rrederursel—Königstein bereits vor längerer Zeit. Die neue Linie wird zweigleisig ausgebaut und erhält voraussichtlich auch Güterverkehr. Eie kann, da eine Stunden- geschwindigkcit von 40 Km. zugelasscn ist, in etwa 50 Minuten durchsahren werden. Mit dem Bau dieser Strecke ist die Verwirklichung des Scherl'jchen Eiuschienenbahnplanes endgiltig abgetan. Auch die Errichtung einer elektrischen Rundbahn durch den Obcrtannuskrcis kann als erledigt angesehen werden. — yjjait non dem Babnbau Oli^derurlel— Köniaitein für Neue Tageszeitung. Mittwoch, den 25. März 19H, die in Frage kommenden Ortsachften einen kraftvollen wirtschaftlichen Aufschwung; denn das ungeahnte Emporblühcn der Gemeinden an den Strecken nach Obcrursel und Homburg hat die kolonisatorische Bedeutung der elektrischen Verkehrslinien zur Evidenz bewiesen. * Frankfurt o. M., 24. März. Für die 0. Olympiade 1010 in Berlin bildete das am Sonntag im Schumannthcater abge- haltenc erste Olympia-Propaganda-Eportiest einen würdigen Ausakt voll feierlich ernsten Gepräges. Nahezu 5000 Personen, unter denen das Militär aus allen Garnisonen des 18. Armeekorps ein überaus starkes Kontingent darstelltc, füllten den Ricsnbau bis ins letzte Winkclchen und liehen der von nationaler Begeisterung getragenen Veranstaltung einen überaus würdigen Rahmen. In jugendlicher Frische, von brausendem Beifall begrüßt, eröfsnetc der alte Reitcrgencral Exz. von Podbielski durch eine markante Ansprache das Fest. Nach einem Dankeswort an Frankfurts sportliche Jugend führte er aus, daß er cs unternommen habe, das deutsche Volk großen Zielen entgegenzusühren, zwar nicht als Apostel einer neuen Weisheit, sondern als Mahner und Förderer zu körperlicher Ertüchtigung. Nur einem wurzelecht gesunden Volk wie dem deutschen gehöre die Welt. Wenn die bisherigen Olympiaden die sportliche Rückständigkeit Deutschlands, darlegten, so sei es jetzt des Volkes Aufgabe, diese Scharte bis 1916 auszuwetzen. Es gelte durch die Stählung der Volkskraft ein neues Geschlecht heranzuzichcn, das begeistert sei für Heimat »nd Vaterland. Charktcre erziehe man nicht im Steinhaufen der Großstadt, sondern auf den grünen Sportplätzen bei stählendem Spiel und törpcrlicher Hebung. Im Anfang sei die Tat, unter dieser Devise möge das Volk einer Blütezeit körperlicher und geistiger Höhe entgegcnreifcn. Mit einem Dank au die Presie für die Würdigung des Sports und einem Lob auf' Frankfurt, das neben Berlin Deutschlands erste Sportstadt ist, schloß unter rauschendem Beifall der greise Redner. Begeistert sang man im Anschluß an seine Worte stehend „Deutschland, Deutschland Uber alles". Sodann sprach Generalsekretär Diem Lbee „die Berliner Olympiade und Amerikas Sport". Hieran reihten sich sportliche Darbietungen in hervorragender Vollendung, die für 1916 das Beste erhoffen lasien: Radsahrreigen, eine schwerath- letische Mustcrriege mit Jonglicrgewichten, Reckturnen, Fechten, Ringkämpse, Hochsprünge, Barrcnturncn, Demonstrationen des Boxklubs Frankfurts und ein Schlittschuhlaufen auf der Bühne von den Geschwistern Jainczek. Beachtenswerte Winke »nd Fingerzeige für die Berliner Olympiade gab schließlich der Olympiatrainer Dr. Alwin C. Kränzlein. — Die meisterlich durchgeführte Veranstaltung lag in den Händen des Direktors Julius Seeth vom Schumanntheater. Heffrn-Nastau. * Ried a. SH., 24. März. Die Frau des Arbeiters Schmidt stürzte versehentlich eine Petroleumlampe um, die explodierte und ihren Inhalt über die Frau ergoß. Frau Schmidt erlitt lcbensgesährliche Brandwunden und mußte sofort dem städtischen Krankenhause in Frankfurt zugcsührt werden. * Obcrnrsel, 24. März. In den Tagen von, 1.—9. August feiert der hiesige Schützenverein das Fest seines 450- jährigen Bestehens. Damit verbindet er die Säkularscier seiner Fahne, die 1814 vom Herzog von Nassau der aus den Schützen der Orte Cronberg, Kalbnch, Stierstadt, Sulzbach, Schwalbach, Eschborn, Harheim, Bominersheim und Weißkirchen bestehenden Schützenkompagnie des Amtes Obcrnrsel verliehen wurde. Das noch gnt erhaltene Wahrzeichen trägt auf der einen Seite die Inschrift: „Schiitzenbataillon Ober- ursel 1814." Eine zweite Fahne des Vereins entstammt den Märztagen des Stnrmjahres 1848: sie zeigt die Farben schwarz-rot-gold und ursprünglich die Inschrift: „3. März 1848." Auf Anordnung der Obrigkeit mußte jedoch damals die gefährliche Bezeichnung „3. März" entfernt werden. * x. Oberursel, 24. März. Die jetzige Einwohnerzahl beträgt 7 810. In 1913 wurden geschlachtet Großvieh 717 gegen 708 im Vorjahr. Kleinvieh 733 gegen 815 und Schweine 3138 gegen 3038 im Vorjahr. Der Fleischverbrauch, welcher gegenüber dem des Jahres 1910 wesentlich gesunken war, ist wieder gestiegen, bleibt aber immerhin infolge der hohen Preise hinter dem Jahresverbrauch von 1910 zurück. — In der Generalversammlung des Bürgervereins wurde die Einführung eines Wochenmarktes, welcher behördlicherseits bereits genehmigt wurde und versuchsweise demnächst abgehalten werden soll, besprochen. * Bad Homburg v. d. H., 24. März. Das eingeleitete Bcrwaltnngsstreitversahren gegen eine Zwangsetatisieruiigs- Verfngnng des Regierungspräsidenten zu Wiesbaden, die eine nachträgliche Zahlung des abgesetzten Zuschußteiles von 5000 M für das Allgemeine Krankenhaus hierorts forderte, ist nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts zu ungunsten des Kreises ausgefallen: der entstandene Fehlbetrag muß durch eine besondere Kreisumlage ausgebracht werden. * x. Usingen, 24. März. Die Befürchtungen, daß es nach dem jetzt erfolgten Tode des Landrats des Kreises Usingen, Dr. Beckmann, eine Kreisaufteilung geben würde, sind grundlos. Amtsgerichtsrat Dr. Lohmann, der Abgeordnete, hat an den hiesigen Bürgermeister ein Telegramm gesandt: „Kreis bleibt bestehen: Landratsamt schon wieder besetzt." * Königstcin, 23. März. Eine treffliche Submissiens- bliite trieb die Versteigerung der Arbeiten für die Verlegung eines Bachbettes. Bei einem Wertobjekt von 10 000 Mark forderte der eine Unternehmer 10 734 Mark und traf damit annähernd das Richtige. Der-billige Monn machte es für 6000 M weniger, indem er nur 4978 verlangte. Wie mag dieser auf jeine Kosten kommen? * Eddersheim, 24. März. Den Eddersheimer Kriegsveteranen errichtet der Kriegcrverein ein Denkmal, das am 28. Juli bei Gelegenheit des hier stattfindenden Verbandsfestes des Kreiskriegerverbandes Wiesbaden seine Weihe erhalten soll. 'FC Wiesbaden. 24. März. Der 34 Jahre alte Poli- reisergeant Jakab Baudson in Canm a. Nb. wurde im Oktober 1906 auch als Vollziehungsbeamter des Goarshausen für die Orte Camp, Filsen und Osier,pa, nnox. stellt und vereidigt. Da er im Jahre 1906 nur 500 Jt I;nlt hatte, das bis 1913 auf 850 stieg, zu denen noch S'g M Nebeneinnahmen traten, geriet Bandson infolge Ki,"r heit in der Fanülie in Not. So kan, es, daß er in, > ber v. I. 76,25 <0 in Camp eingezogene Steuern in fchicnt ■ Haushalt verbrauchte und nicht ablieferte. Zn 3 .Nonotrp Gefängnis, der gelingst zulässigen Strafe verurteil e ' :'v Wiesbadener Strafkammer Bandson mit Rücksicht dar daß ihn durch die Entlassung ans dem Dienst mit d.':., April eine harte Strafe trifft. Kreises SA e ------ MrMergliick und Mrrlterstol; bilden liebe, schöne Kinderchen. Wie bekümmert aber ist ein Mutterherz, wenn der kleine Liebling kaum trinken oder essen, mit dem Lausen nicht ansangen will, sein Gewicht nicht zunimint, kurz die ganze Entwickelung zu stocken scheint. In solchem Falle heißt es zur rechten Zeit mit Scotts Emulsion anfangen, die wohl jedes Kind sofort freudig nehmen wird. Da stellt sich bald Eßlust ein, da kräftigen sich Knochen und Beinchen, das Fleisch wird fester und die Gewichtszunahme stetig. Bald hat die Mutter ihr fröhliches Kind wieder, da» mit Eifer und Erfolg an die Kunst des Laufens geht. Scotts Emulsion ist ganz leicht verdaulich und läßt sich auch in der Milch oder in dem Bleichen geben. Man verlange und kaufe nur die echte Scotts Emulsion, die Fischermarke. "» Der Fischer mit dem Dorsch! Rpmerbninneti Hervorragendes Tafelwasser, zrursvericht vom 24. März 1914 der Mitteldeutsche» Creditbunk Aktienkapital u. Reserven !vi. 70 006000 gegründel 1856. Franliurter Lörj«. Diskonto Komm. Ant. 198 Vi% Dresdner Bank Alt. 153/,, . Mitleid. Creditb. Akt 117.25 , 4°/o Reichsanleihe 98.90’'« 3V. 0 /. . 86.20 . 3% „ 77 80 „ 6'/,°/, Preuß. Consols 86.15, 3»/» „ . 77 60 „ 4°/. Heilen 97.20 . 3 V. 0 /. 84 50 , 3*/o „ 74.20 „ IV,.V. Griechen v. 1890 64.80 „ l’/.°/o Monopol-Gricch. 51.50 „ 4V. V. „ Silberrente —.— , 4 •/. Ocsterr. Gotdrenle 87.85 „ 3„ Portugiesen Serie I 61.75 „ 3 „ „ „ III 64.60 „ 4 */«•/« Russen v. 1905 97.60 „ 4% .. „ 1002 90.10 , 4 V.Administr. Türken 78.90 „ 4°/o Türken von 1903 87.10 „ Türkenloose M. 168.20 „ 4 °/. Ungar. Goldrente 82.80 „ 4 „ „ Kronenrente 82.05 , 3°/. Duen.-Air. Pr. Anl. 65.25 4 V.Vo Chinesen 80.90 4 V.V. Japaner 89.50 37« Silber-Mexikaner 42.V» 4 V,/, Mex. Irrig, Anl. 61.25 Berliner Handels Ant. 162 50 Darmslädt. Bank , 123.-/, Deutsche Bank „ 259.75 Deutsch-Asiatische Ban! 125 80 Oeft. Creditanst. Akt. 295.-/, . Bvchnmer Gußftahl „ 223 75 „ Buderus E.-W. Act. 112.55 , Deutsch Luxemburg „ 133.— „ Eschweilei Bergw. „ 220.99 , Gechenkirch. Bergw.Att. 193.50 , Harpener Bergbau „ 184.51, Phönix Bergb. „ 259.— . Laurayüte „ 155.50 , Griesheim Elektron,, 269.. 0 , Höchst. Farbwerke „ 674 56 , Hotzverkohlungs-Jnd. 314.50 , Rütgerswcrke „ 203 20 „ Chem.Fabr. Albert „ 450— , Allg. Elektr. Ges. „ 248.-/, , Dtsch-Ubeilee E.G. „ 177.25 , Schuck. Elettr. Ges. „ —.— „ Siemens u. Halske „ 21720 , Steaua Romana „ 14525,, Zellswff Watdhos „ 224.— « Hambg. Amk. Pak. „ 140.-/, „ Rordd. Lloyd „ 123—„ Oesterr.Staasbahn „ 155.-/, „ Lombarden „ 21.75, Baltimore tu Ohio „ 91.75 „ Prwatdisloni „ OL’/n » Tendenz: behauptet. Berliner Börse. Türkenlose M. 163.50 „ Baltimore u. Ohio 92.— „ Canada Pacific -Akt. 213.— „ Prince Henri E. B.Akt. 157.— „ Schautung E. B. Akt. 143.25 „ Berliner Handels Ant. 162.25 „ Deutsche Bank Akt. 259.-/, „ Dist. Konnnandit Ant. 197.— „ Dresdner Ban! Alt. 158 75 „ Pet.Jnt.Handelsb.Akt. 209.12 „ Russ.Banks.a.Hattd.A. 171.75 „ AUg.Et-t.Gej-Ujch.Akt. 248.-/, , Deutsch-Luxemb. B.Akt. 133.-/» „ DIjch-Uber,eeE.G.Akt. 177.-/, , Getsenkirchen Bergw. A. 193.-/, „ Harpenei Bergbau Lkt. 184.— „ tzohenlohewerle Air. 121 — „ Laurahütte -Alt. 155.°/, ,, Obcischtes,er E. Alt. t4..5 „ Phönix Bergbau Akt. 239.— „ Rombachei Hütte „ 151.-/, „ Siemens u. HalskeAkt. 218 o0 „ Privatdiskont 3--® ■> Tendenz: behauptet. Londoner Bör,c. Atchiio» Topeka Doll. 101.25 Southern Pacifik „ 98.50 Chicago Rock Ist. „ 5.06 Misi.Kam. u.Tez.R. „ 18.62 Union Pacific. „ 164.-/» U. S. Steel Common,, 68.75 Amalgamaled Eopp. Doll. 71. « Ehartered Company Lstr. Cagrano Proprietary „ 1- , Goldfietds » Rand Mincs , ’ De Beers Cowolid „ - Die Deposileulrallc Frirdberg i. y* empfiehlt sich zur Vsi-iiiittlunr; »Ilei- baiikuiäsaigen " An- und Berlau/ von Wellpapieren an allen IBöiien. Errichtung lausender Rechnungen und provtsionsireicr «ly Umwcchslung von Coupons und Sorten. Annahme von osienen und verichlosiencn Depot» Entgegennahme verzinslicher Spar-C>niagcn.