7. AaUr-*n»»f>. Kummer 70 Dienstag, orn Ä4. War; 1014. „O'cue erscheint zeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Sauer aus Kelsen", „die Spinnkube". Se?ugeprers: Bet den PostanstaUen oiecteliayrlkch Mk. tret den Agenten monatlich 50 Pfg. Hinzu tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anreigen: Grundzeile 20 Pfg., lokale 15 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Po'tnrchnahme erhoben _____Erfüllungsort Friedberg. Kchriflleitnng und Werlag .Friedberg (Hessen). Hanauerstrahe 12. Fernsprecher 48. ^stscheck.Lonto Nr. 485S. Amt Frankfurt a. SW. Ileberftcht. — In der Streitsache zwischen dem Mannheimer Rechtsanwalt von Harder und dem bayerischen Landtagsabgeord- iretcn Abrcsch aus Neustadt, in der es sich um mehrere Millionen Mark handelt, ist gestern der Landtagsabgcordnete Vbrcsch verhaftet worden. — In München verlautet bestimmt, daß der Abt von Maria Laach Ildefons Herwegen, vom Papst den Kardinals- l,ut erhalten werde. An gut unterrichteter Stelle war eine Bestätigung nicht zu erlangen. — Tie Teilnehmer an der Demonstration vor dem deutschen Konsulat in Warschau sind wegen Beleidigung dcS -ertreters einer fremden Macht und Friedensstörung unter Anklage gestellt. Tie Strafe für diese Delikte schwankt zwischen 1 Vis und 3 Jahren Festung. — Nach dem endgültigen amtlichen Wahlergebnis der spanischen Senatswahlcn sind gewählt: 98 Konservative, 40 liberale, 9 Demokraten, 3 Republikaner, 3 Reformportei, I Unabhängige, 6 Regionalistcn, 3 Karlistcn, ein Jntegrist, '■ Katholik und 1 Agrarier. — Infolge Meinungsverschiedenheiten über die Ein- .aeänkung des japanijcl>cn Flottenpcogramms und die Ab- nnng des Budgets hat das spanische Kabinett den Bc- . infi gefasst, zurückzulrctcn. Dee Reichstag wird durch Er» \ a(j des Mikado bis zum 25. Dezember vertagt. — In Buffalo (Amerika) griffen etwa 700 Streikende einen Bahnzug, der Arbeiter an die Arbeitsstelle beförderte, alt Steinen und Gcwchrseucr an. Detektive erwiderten das Feuer, wobei ein Arbeiter getötet und viele verwundet norden sind. Arbeitsmarlrl «. soziale Fürsorge. Das Rejchsorbeitsblatt, hcrauSgcgeben vom kaiserlichen lstatistischen Amt, enthält in seiner Nr. 2 vom Februar in- teressante Vergleiche des Arbcitsmarktes 1912, 1913 und 1914 iibcr die bezahlten Löhne, über Streiks »nd deren Erfolge, l-czw. Mißerfolge iibcr die Kosten und Leistungen der Ar- 1 ldeitervcrsichernng in Deutschland für das Jahr 1912 und eine »vergleichende llebersicht über dieselbe von 1885 bis 1912. Ter plrbcitsmarkt Hai sich für die Arbeitnehmer insofern verschlechtert, als die Zahl der Arbeitslosen Ende des Jahres 1913, ',8 Prozent betrug gegenüber 3 Prozent im Jahre 1912. Die '..rbeitslosigkcit ist also im letztverslosscncn Jahre uni 1,8 örozent gegenüber dem vergangenen Jahre gestiegen. Für den Monat Januar 1911, macht sich insofern eine kleine 'Besserung bemerkbar, als die Zahl der Arbeitslosen aus 4,7 ^Prozent zurllckgcgangcn ist, sie ist aber immer noch um 1,5 'Prozent höher, wie in dem gleichen Monat des Jahres 1913. Sehr interessant sind die Zusammenstellungen der Arbeits- Nachweise über die Zahl der offenen Stellen bei den einzelnen PernsSgrnppen und die Zahl der Bewerber nach Geschlechtern getrennt. Tic Zahlen dee Arbeitsangebote lauten z. B. für die E Landwirtschaft auf 100 offene Stellen für 1913 (1912 | >n Klammern) Juli 110 (92), August 101 (93), September ■ (89), Oktober 105 (91), November 144 (130), Dezember | 177 (ir-t). Januar 181 (148). Da» Angebot weiblicher Kräste 8 ist regelmäßig unter 50 auf 100 offene Stellen fcstgestellt »vordem In der Industrie und im Handel aber beträgt das Angebot in allen Fällen weit über 150 ja über 200 »nd 274)1 Aus dieser Statistik geht hervor, daß aus allen Gebieten I des- gewerblichen Lebens ein Ncbcrangebot an Arbeitskräften vorhanden war. Eine Ausnahme bildete nur die L a n d - iv i r t s ch a s t. Hier macht sich rin M a n g e l d e r A r - beitskräfte, besonders bei dem weiblichen Teil, insofern bemerkbar, daß für 100 offene Stellen nur etwa 42 Be- tverbcrinnen vorhanden waren. Wenn der Zudrang männlicher landwirtschaftlicher Arbeitnehmer in den Monatm Li ovcmbcr, Dezember und Januar auch ein ziem- l ich starker war, so resultiert das daraus, daß viele männliche Arbeiter in den Winter monatcn in der L a n d w i r t - ^ fchast Beschäftigung suchen, »in dann in den besseren ? Monaten, die überall eine Steigerung an Arbeitsgc- st kcgcnheit bringen, der Landwirtschaft den Rücken ; u k c h r e n. Diesem Grunde entspricht das Mindcrangebot .in männlichen Arbeitskräften bei der Landwirtschaft in den ! arbeitsreiche» Monaten Juli, August, September und Ok» bober. Diel zur Milderung der Arbeitslosigkeit tragen die 7. ältlichen Arbeitsä,ntcr bei. Tic Zahl der durch dieselben besetzten Stellen ist von 374 313 im Jahre 1910 auf 1 051861 t in Jahre 1912 gestiegen. Daß die Arbeitslosigkeit aber nicht feile Dinienstonen angenoimnen hat, wie von den Sozial- dwmokralen immer wieder behauptet wird, erhellt daraus, dah 'ie deutsche überseeische Auswanderung im Monat iniiar 1914 gegenüber dem gleichen Monat des vorigen --ahrck- von 9,1 auf 873 Auswanderer zurückgcgangen Trotz der herrschenden Arbeitslosigkeit brachte das letzte Jahr 2127 Streiks, an denen 572 796 Arbeiter beteiligt waren. Von diesen Streiks brachten 328 den Arbeitern einen vollen, 932 einen teilweise» und 867 keinen Erfolg. Die Zahl der Aussperrungen betrug 338. Betroffen wurden davon 82 566 Arbeiter. Diese Aussperrungen brachten den Arbeitgebern in 37 Fällen einen vollen, in 286 Fällen einen tcilweisen und in 15 Fällen keinen Erfolg. Es zeigt sich also, daß sowohl die von Arbeitgebern vorgenommenen Aussperrungen, wie die von den Arbeitern inszenierten Streiks, vielfach einen zweifelhaften Erfolg brachten. Im Allgemeinen schnitten die Arbeitgeber besser ab, wie di» Arbeitnehmer, eine Erscheinung, die sich auch in Frankreich be- inerkbar machte, indem dort von 100 Streikenden 1908 noch 20,33 einen vollen, 47,05 einen teilweise», 32,62 keinen und im Jahre 1912 6,78 einen vollen, 26.68 einen teilweise» und 66,54 keinen Erfolg hatten. Es zeigt sich hier also dasselbe Bild, das für Arbeitgeber und Arbeitnchiner, besonders für Letztere die Mahnung in sich schließen dürfte. Streiks und Aussperrungen nicht willkürlich vom Zaune zu brechen. Von besonderem Interesse ist auch die Ziisammenstel- lung der L e i st „ n g e n unserer sozialen V e r - s i ch c r u n g. Wenn nian dabei liest, daß 1912 Entschädigungen geleistet wurden in 6 522 203 ErkrankungS- fällen, in 1014 122 llnglückssüllcn, daß in 1065 700 Fällen . Invalidenrente, in 27338 Krankcnrente und in 105 480 Füllen Altersrenten ausbczahlt wurde, so bekommt man erst einen richtigen Begriff vor der Großzügigkeit unseres sozialen Versicherungsiintcrnchiuens, insbesondere, wenn man bedenkt daß seit 1912 nun auch noch Witwen- und Waisenrenten, Witwengelder usw. hinzugekoiumcn sind. Welche unendlichen S u in men dabei in Betracht kom- nien, zeigt die Statistik ebenfalls. An K r a n k e n n n t e r - st ü tz u n g e n wurden iin Jahre 1912 <1885—1912 in Klammern) 424 697 200 Jl (5 175 8-19 000) ansbezahlt: an II n - s a l l u n t e r st ii tz » n g c n 170 302 600 Jl (2 309 647 800); an Invaliden und Hinterbliebenen 205 191 800 M (2 477 490 300 M 1691—1912). Ilm diese Auszahlungen bewältigen zu können, ’mrbe im Jahre 1912 die Summe von 1 106 689 900 aft vielfach nur eine theoretische ist, die sofort versagt, wenn es gilt, sollst praktische Arbeit zu llstaffen, die geeignet ist, der Landwirtschast und deren eigenartigen Verhältnissen gerecht zu werden. Diese Behandlung muß in den Landwirten die Ucberzeiignng stärken, daß sic sich zur Vertretung ihrer Interessen immer mehr r nd nichr und fester zulammenschließen müssen. Nur, wenn die Landwirte bezüglich ihrer Jnlercssenvertretnng sich die Gleichberechtigung niit den übrigen ErwcrbSständcn errungen haben und die staatliche Devoriiiniidung auf allen Gcbie- len abfchütteln, dürfte die Entwickelung der Landwirtschift in der Zukunft eine besser und gesündere werden. Der drohende Körmkrieg in Rußland. Tie Lage in der irischen Provinz Ulster gestaltet sich tagtäglich kritischer. Tie Unionisten sind vorzüglich organisiert. Ter Regierung sind Hände und Füße gebunden. Läßt sie Waffengewalt anwcnden, so würde dies einen Enirüstnngs- sinrni in Alt-England Hervorrufen, von dem das liberale Ministerium hinausgefcgt werden könnte. Außerdem ist es noch mehr wie fraglich, ob die Regierung überhaupt in der Lage ist. gegen die ulstcrfchen Unionisten Gewalt anznwcn- den. denn 75 Prozent der Offiziere weigern sich, gegen sie zu marschieren. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses wurde die ganze Tagesordnung mit der Ulstcrsrago ausgc- füllt. Ter Ministerpräsident bemühte sich, die Truppenzu- sammenfchicbnng in Ulster als ganz harmlos hinzustcllcn. Nur das staatliche Eigentum falle geschützt werdcn- (Zwischcnrus in der Opposition: Vor wem?) Darüber bin- ans wolle man nicht gehen. Die Debatte dauerte fast zwei Stniidcn. Während der ganzen Zeit war das Hans gedrängt voll und es herrsch'.,' große Erregung. Es kam zn mehreren Unterbrechungen besonders während der Rede AsguithS. Ramsay Macdonald erklärte, wenn Gcncraliiiajor Gongh nicht bereit sei, leine Pflicht z» tun, so sollte er auch nicht in der Armee bleiben. Wie weiter gemeldet wird, bat der Brigadegoncra! Gongh seine Demission, die er letzten Freitag eingere:cht hatte, znrückgezoge». Er hat sich bereit erklärt, das Ka:n- inando der Kavallericbrigade in Cunnaah z.i übernehm n. Man erklärt neuerdings, daß im Militärlager von Al- dershot große Anfregiing darüber herrscht, daß 75 Prozent der Offiziere ihren festen Willen knndgegcben- haben, gegen die Ulftcrlcute nicht vorzugchen, selbst wenn das Kriegs- niinistcriiin! einen strengen Befehl hierzu ergehen lassen sollte. Tic Uiiionistenpartcj hat die Absicht, eine Sauiniliing für diejenigen Offiziere zu veranstalten, die vom Kriegs- ministerium gezwungen würden, wegen ihrer Haltung in de» Ulsterfragc ihre Demission zu geben Dentlcher !!eichstag. Ter Reichstag erledigte am Montag eine umfcaigreu Tagesordnung. Ohne Erörterung wurde erledigt: das Ge setz über die Verlegung der deutsch-russischen Landcsgrcuz: in erster und zweiter Lesung, das Gesetz über die Folgen bei Verhinderung Wechsel- und sck>eckeechtlichcr Haiidlungen im Auslände in dritter Lesung, das Etatsnotgeseb in zweiter Lesung. Bei diesem wurde ein Antrag Beck natl.) und Erz- bcrgcr Zcntr.) angenommen, wonach einer Reihe von Beamten die neuen Bezüge schon ani 1. Avril ausbezahlt leeren sollen. Es folgt die zweite Lesung des Nachtragsei, !S br den Grundstücksliintausch des KricgsininisteriumS em Bankdircktor v. Winterfeld betraf. Die Bndgetkom iifsion verlangte in Resolutionen Prüfung des Regreß stuches des Reiches, etatsrcchtliche Behandlung van Tausch eschäften und Vorlegung eines Reichswirtschastsgesetze--. irster Redner war Abg. Stückle» Soz.). der der Militärbehörde absichtliche lcrlchiing des Rudgetrechts und Hintergehung des Reichs- rgcs vorwars, so daß Präsident Dr. Kacmps darum bitten mußte, sich zu inßiqem Diese Mahnung wiederholte der Präsident als [ebner von bedenklichen Umwegen des Ehefs de? Militär- rbinetts, sich eine luxuriöse Wohnung zu schaffen, sprach, »tfckilolsener Widerstand des Reichsiages und ein Mini- erverantwortlichkeitSgesctz wurden vom Redner gefordert. Auch die Abgeordneten Schisser Oiall.) und Gvthe-1 ortschr.) verlangten Wahrung des Budaetrechts des Reichs- igcs und ein Reichswirtschaftsgcsetz. ReichSschatzsekretär Kühn betonte, des; das Sistatzaml anschgcsckiäfle ohne Zustinnnnng des Reichstages für >u- isssge erachte. Es liege kein Grund vor, der Regierung dal vertrauen zu entziehen. Ans die Ausführungen de? Abg. z.ove (fortschr.). oa-z . r -v-,,-,'N-asi-6ästen unhaltbar sei. erwiderte . „ . Schatzsekrctär Kühn, daß die Finan-verwaltung grundsätzlich das Recht in Anspruch nchnic, ohne Genehmigung des Reichstages Tauschgeschäfte nbznschlicßen. vorausgesetzt daß cs reine Tauschgeschäfte seien. Nunmehr nahm der Krieg?,ninister v. Falke,ih-wn da? Wort, uni die Notwendigkeit eines neuen Hauses für de- Militö-kabinctt daizutn» Die ganze Anaelcaevbeit sei nm > Rr. 79___ die beste, das Verhältnis des Kriegsministers zum Kabinettschef zu erörtern. Die dem Allerhöchsten Kriegsherrn zu- steheudcn Dinge seien die Verantwortung des Kriegsmini- sterS entzogen, was durch die Verfassung begründet sei. Nach weiterer Erörterung wurden die Resolutionen an- aenonnnrn. Der Beschluß der Kommission, die Summe zum rwerb de§ Grundstücks für das Militärkabinett zu streichen, -»gegen für andere Zwecke zu erwerben, wurde mit großer Nebrheit auch in 3. Lesung genehmigt. Es folgte der Etat des Reichsschahamts. In der allgemeinen Erörterung suchte Abg.Stollc (Soz.) eine Agrardebatte herbeizuführcn, wurde aber Nom Vizepräsidenten Dotie daran gehindert. Abg. Schulcuburg (natl.) trat für Besserstellung der Beamten ein. Darauf wurde das Gehalt de? Staatssekretärs bewilligt. In der Eiuzelbcratung trat Ahg. v. Schocnnich Earolath (natl.) für Besserstellung der Veteranen ein. Dienstag: Fortsetzung. Prenlrilchcr Abgeordnetenhaus. Die Beratung des Gesetzentwurfes über die Erweiterung des Stadtkreises Köln wurde am Montag fortgesetzt. Abg. Dl. v. Brüning (kons.) erläuterte den ablehnenden Standpunkt seiner Freunde. Die Eingemeindung großer Landgemeinden läge durchaus nicht im Jnteresie des Mittelstandes. Abg v. O ertze n (freikons.j stand grundsätzlich auf dem gleichen Standpunkte, da aber in Ausnahmcfällen der Zweck- oerbaud nicht genüge, wolle er zustimmen. Rach kurzen, empfehlenden Bemerkungen der Abgg. B a c- m« ist er (Natl.), A. H offmann (Soz.), Eickhofs (Fr.) Dr. Becker (Ztr.) wurde der Entwurf an die verstärkte Ge- meindckommisiion verwiesen. Ohne Aussprache wurde der Antrag Winkler u. Een. angenommen über die Einfügung eines sogen. Notparagraphen in das Etatsgesctz. Dann begründete kurz Minister v. D a l l wi tz eine Novelle zum Fürlorge-Erzichungsgcsctz, die ein rascheres Eingreifen im Jnteresie der gefährdeten Kinder herbeiführcn und eine einheitliche Ausfasiung in die Gerichtsurteile bringen soll. Er hoffe auf allseitig« Zustimmung. Dem Wunsche des Abg. Schmedding (Ztr.), den Entwurf ohne Kommissionsberatung anzunehmen, stimmte» die Abgeordneten v. Pappenhcim (kons.), Dr. L i e p m a n n (Natl), Viereck (freikons.), Ott» (Fortschr.) bei, dagegen sprachen sich die Abgg. A. Hoffman» und Hirsch (Soz.) aus, doch wurde die Novelle in 1. und 2. Lesung im Plenum angenommen. Ohne Aussprache erledigt wurde» dann in zweiter Lesung kleinere Etats, fo der des Staatsministeriums, der Eeneral- erdenskommisiion, der Abrechnungskammer, der Gcsetzessainin- lungsanits Berlin, des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten. Beim Etat der Preußischen Zentralgenosicnschaftskosien stellte Abg. v. Kries (kons.) den günstigen Stand der Kasten lest. Nicht zu wünschen sei, daß ide Genosienschaftskasien unter staatliche Revision gestellt würden. Unbedingt müsie der Zen- lralgenosienschastskasie der Charakter als preußisches Institut erhalten bleiben. Abg. O e r t e l (Natl.) erklärte sich mit den Ausführungen de» Vorredners einverstanden. Er bezeichncte cs als wünschenswert. zu erfahren, welche Umsätze die Preußcnkasie mit Genossenschaften und Sparkasien erzielt habe. Unterstaatssckretär Michael i» ging auf den vom Abg. Kries angeschnittenen Fall der Revision einer Raiffeisenkasie in Ostpreußen ein. Eie sei notwendig geworden, da di« Revision des Verbandes nicht ausreichte. Die Regierung bringe en Raifeisengenosienschaften das wärmste Jnteresie entgegen, stoch sehe sie in der Zusammenfasiung unter der Leitung eines llrivatinstituts ein bedenkliches Symptom, da stets eine genügende Liquidität vorhanden sein müsie. Die Preußische Zen- tralgenosienschaftskasi« solle sich (edensalls aber nicht zu einer Retchskasse auswachsen. Abg. Dr. C r ü g e r - Hagen (Fortschr.) entgegnete dem Staatssekretär, die Regierung solle sich freuen, daß die Eenos- ienschalten nach größerer Selbständigkeit streben, statt darin ein bedenkliches Symptom zu erblicken. Unterstaatssckretär Michaelis erklärte erneut, daß ländliche Genosicusthasten meist aus schwacher Basis ständen. Der Antrag auf Entziehung des Revisionsrechts bei dem Verstand in Ostpreußen sei gestellt worden, weil er versäumt habe, nicht pflichtgemäß die Ueberspannung des Kredits mitzuteilen. Dann trat Abg. Schul tz - Matten (freikon.s) für weitere Förderung der Raiseisenaenosienschaften ein, für die rheinischen besonders Abg. Brors (Ztr.). Abg. Faßbender (Ztr.) wollte den Genosienschaftcn das Revisionsr-cht erhalten wißen, um ihr Berantwortlichkeitsge- lühl zu stärken. In eingehender Weise wandt- sich Direktor Heiligen- st a d t (Präsident der Zentralgenossenschaftskasscn) gegen den Abg. Dr. Erüger. Er habe keinen Beweis für seine Behauptung erbracht, daß die Preußcnkasie schwere Verluste erlitten habe. Die Tätigkeit der Kasse koinme schwachen Organisationen zugute und habe in schweren Zeiten namentlich dem ländlichen Kredit geholfen. Abg. Tr. Crüger scheine zu meinen, er ntüsse immer das System der Kasse kritisieren. Abg. He»sel (kons.) betonte, es sei nicht richtig, daß die Genostcnlijeftsknklen sich nicht revidieren lassen wollen, während der il-itersterl-stclrctär daraus verwies, daß die Revisionen nur der Mehrheit dienen sollten. Schließlich wandte sich noch Abg. Dr. Erüger (Fortschr.) :egen die Aussührungen des Präsidenten Dr. Heiligenstadt, dieser habe rerichicdene Vorgänge mit einander verwechselt. Pr.rüden! Dr. Heiligen st adt bemerkte, daß er dir tlusloracbe Nicht aus das persönliche Gebiet übertraacn habe. !H*«e Tageszeitung. 2>t«nstag, den 24. März Mit. Abg. o. Blockhäuser» (kons.) äußerte Bedenken gegen die Genehmigung einer neuen Ecnosienschaft für Ostpreußen, da schon drei vorhanden seien.. Damit ist der Etat erledigt. Das Haus vertagt sich aus Dienstag, lt Uhr. Kleine Vorlagen. Schluß 5 Uhr. Tayesttversicht. Denljches 1»eick. :: Die Ostcrserien des Reichstag». Der Seniorenkonvent des Reichstags beschloß, die Ostcrserien am Freitag Abend beginnen zu lasten und am 28. April die Arbeit wieder auszu- 'nehmen. Bis dahin sollen außer der heutigen Tagesordnung noch der Etat für Kiautschou, der Duellantrag und der Gesetzentwurf über die Konkurrcnzklausel und Wahlprufungen erledigt werden. :: Ungiltigkeit der Mainzer Etadtverordnetenwahlen. Die örgänzungswahlen zum Stadtverordnetcnkollcgiuin vom 4. Dezember v. Js. waren von den Rechtsanwälten Gcheimrat Schmitt und Dr. Pagenstecher angesochten, vom Krcisausschuß in dessen Sitzung vom 31. Januar aber für gültig erllärt worden. Heute hatte sich in zweiter Instanz der Provinzialausschuß der Provinz Rheinhessen mit der Angelegenheit zu befassen. Den Vorsitz führte Gcheimrat Best. Es wurden 24 Zeugen vernommen. Rach kurzer Beratung beschloß der Pro- vinzialausschuß die Wahlen für ungültig zu erklären und der Stadt Mainz die Kosten des Versahrens aufzubürden. Das Urteil stützt sich aus eine Reihe formaler Verstöße. :: Aufstandsbewcgung in Rcu-Kameruu. Aus dem Kongo cingetroffene Reisende berichten von einem ausgedehnten Aufstande in dem von Frankreich an Deutschland abgetretenen Gebiete Reu-Kamerun. Ein großer Teil des Kabulastammes, eine; der mächtigsten kriegerischsten Stämme, hätte sich erhoben und den Versuch gemacht, die deutsche Herrschaft abzuschütteln. Gerüchte im belgischen Teile des Kongostaates besagen, daß der deutsche Gouverneur eine Stras-Expcdition unter Führung des Leutnants von Raven abgesandt habe, dem es nach vielen schweren Kämpsen gelungen sei, die Ausstandsbewegung nie- derzuschfagen und die feindlichen Stämme nach heftigem Kampf zu zerstreuen. Aus Seiten der Aufständischen sollen etwa lüg Krieger gefallen sein. Die Verluste der Expedition sind gering. Frankreich. :: Kabinettskrise. Die Gerüchte von einer bevorstehenden Demission des Kabinetts Doumergue tauchen heute abermals in äußerst hartnäckiger Form auf. Sie gewinnen entschieden dadurch an Boden, daß keinerlei offizielle Dementis dagegen veröffentlicht werden. Der Grund für eine neue Krise wäre darin zu suchen, daß tatsächlich durch das Ausscheiden von Caillaux und Monis dem Kabinett Doumergue der rein radikal-sozialistische Charakter, den es bisher hatte, genommen worden ist. Wie aus glaubwürdiger Quelle versichert wird, sand eine längere Ministerkonserenz statt, die jedoch kein entscheidendes Resultat ergeben haben soll. Jedenfalls kann man den Gedanken einer Demission des Kabinetts nicht von der Hand weisen. Als mutmaßlicher Nachfolger Doumergues gilt allgemein Delcasiee. Doch ist auch dies nur Vermutung. Dis Regierung hat ihrerseits verkünden lasten, daß sie nicht die Absicht habe, den Endtermin der Wahlen, der aus den 26. April festgesetzt ist, zu verschieben. P" ' Frankreich. :: Studentenmaniscstationen in Marseille. Zu schweren Exzessen politischer Natur kam es gestern in Marseille, indem Studenten und Gymnasiasten eine große Manifestation gegen Caillaux veranstalteten. Sie zogen in einer Stärke von etwa 1000 Köpfen durch die Straßen der Stadt, indem sie lebhafte Verwünschungen auf den ehemaligen Finanzminister ausstießen. In einer Entfernung von einigen hundert Metern hatte sich eine Gegenmaniscstation gebildet, die niiter Hochrufen nuf Caillaux Angriffe ans die Stridenien richtete. Es kam zu einer ernsten Schlagerei, in deren Verlauf die Polizei eine größere Anzahl von Verhaftungen vornahm. Es dauerte längere Zeit, bis die Ruhe wieder vollständig hergcstellt war. Italien. :: Leichenseirr in Venedig. Ilnter großer Beteiligung fand in Venedig am Sontag die Leichenfeier für den bei dem Schiffsttnglück im Hafen umgekommenen Marineleutnant Bossi statt. Ter Marinenrimstrr war durch den Kominan- danten des Marine-Departements, Vizeadmiral Garelli, vertreten. Auch der deutsckle Kontreadmirol Sonchon und der Koinnrandnnt der „Hohenzollern" nahmen daran teil. Eine ungeheure Menschenmenge bildete auf den Straßen Spalier. Nach der kirchlichen Feier hielten Admiral Garelli und andere Ansprachen. Tie Leiche DossiS wurde nach Vercelli, dem Geburtsorte des Toten überführt, tvo die Beisetzung in der Familiengruft erfolgen wird. Rußland. :: Geschmuggelte Spinc». Das Zolldepartemrnt von Petersburg hat bei einigen großen Firmen Durchsuchungen nach geschmuggelten Spitzen vornehmen und für eine Million Mark Spitzen ohne Zollplouiben einzichen lassen. Die Firmen behaupten, daß das Vorgehen de? Zolldepartements sie ruiniere, da sie durch die Beschlagnahme nicht nur ihren Kredit im Ausland?, sondern auch enorme Verluste erleiden würden. Die Konfektionäre sandten gestern Deputierte zum Finanzminister, um die Freigabe der beschlagnahmten Spitzen zu erbitten. Die Beschlagnabme beruht nach Angabe der Firmen ans einem Mißverständnis. Tenn alle Spitzen seien ursprünglich verzollt gewesen. Da? Zolldeportement besteht darauf, daß die Firnicn den Wahrheitsbeweis für ihre Behauptung führen. Vereinigte Staaten von Amerika. :: Die gescheiterte RooseveitExpedition. Die Newvork- Times hat von einem Mitglieder der siidamcrikanischen Ro^kcvelt-ErvedOion. von Mr. Anthony Fiala. foloeades ___________ Leit, tz Telegramm in lakonischer Kürze erhalten: „AllesH"^ Stromschncllen verloren. Telephoniert meiner Frau, hd ich gerettet bin." Die Expeditionsteilnehmer befinden sj^ augenblicklich auf dem Hoch-Plateau von Matto Große. Doz Telegramm hat eine gewisse Beunruhigung hervorgernsen doch nimmt man an, daß die Worte: „Alles verloren", m „ besagen sollen, daß da? Gepäck und die wertvollen Aq- rüstungsgegenstände verloren gegangen sind. Man glc,,ch, mit Bestimmtheit, daß sich die übrigen Teilnehmer wohlan, befinden. Parleimrchrichteii. Aus dem Kreise Hanau. Aus Langendiebach wird uns mitgetcilt, daß m c vorgestern stattgehabte Versammlung mit einem völligen Mißerfolg der freisinnigen Partei geendet bat. Dreivier,e, der Versammlung waren Bündler, der Rest meist Sozial, dcmokcatcn. Lizentiat Hillniann sprach säst eine Stunde und entfernte sich dann. Dann schwefelte Fegter daraus los wurde aber von Herrn U l r i ch - Frankfurt recht griindliil ausgcfegt. Ebenso machte ihm Bürgermeister Clans, Ravolzhausen den Standpunkt der kurhessischeu Bauern klar Mit einem lendenlahmen Schlußwort schloß der ostfrieinwe Bauer die Versammlung. • Ruppertsburg, 24. März. Am vergangenen Dienstaz hielt die hiesige Ortsgruppe der christlich-sozialen Partei i-, Saale des Gastwirts Schlörb eine Versammlung ab, in o«i Herr Oberpostschafsuer Rorlh von Gießen über die „Stellung dieser Partei zu den einzelnen Berufsständen" sprach. In schönen Worten zeigte er, wie alle Stände notwendig zusammen- gehören, und wie die Ausschaltung eines derselben auch unermeßlichen Schaden sür die anderen im Gefolge haben muh Darum will die christlich-soziale Partei nicht einseitige Ja terestenpolitik treiben, sondern sie hat sich zum Ziele gesetzt, an ihrem Teile soviel als möglich dafür zu sorgen, daß die bcrech- ligten Wünsche der einzelnen B-russgruppen erfüllt werden. Natürlich darf sie dabei den christlichen Gedanken nicht au> dem Auge lasten. Lebhafter Beifall bekundete dem Redner daß er im Sinne der Anwesenden gesprochen hatte. In de, Diskussion sprach noch der Leiter der Versammlung, Herr Psar rer Fritsch, über einige Mittelstandsfragcn und stimmte de sonders Herrn North bei, wenn er die „Warenhäuser" als ein« außerordentliche Gefahr für den Mittelstand bezeichncte, bei man durch geeignete Gesetze (Besteuerung) cntgegentretea müsie. Es ist darum auch sehr erfreulich für uns, daß unser rerehrtcr Landtagsabgeordneter Herr Fenchel im Landtage türzlich in scharfen Worten sich gegen die „Warenhäuser" und „Ramsthbazarc" gewandt hat. Zusammenschluß der antisemitischen Parteien. Die schon seit längerer Zeit innerhalb d«x bisher getrennt bestehenden antisemitischen (Stoppen geplante Einigung ist am Samstag erfolgt. Auf Veranlassung der Vorstände der deutschsozial» Partei und der deutschen Reformpartei versammelten sich «i» Sonntag vormittag gegen 2vv Vertrauensmänner beider Richtungen im Reichstagsgebäude. I» längeren Beratungen, die zuerst getrennt, dann gemeinsam abgehalten wurden, ward der Zusammenschluß unter dem Ranien deutsch-völkische Partei beschlossen. Erster Vorsitzender der neuen Partei wurde der bis- innige Vorsitzende der dcutjchsozialen Partei, Amtsgerichtrrnt Lattmann und stellvertretender Vorsitzender Reichstagsab« Werner-Hcrsseld. Zur Hinrichtung Hopf s. Frankfurt a. M., 24. März. Der Giftmörder Karl Hopf wurde gestern vormittag 7 Uhr hingerichtet. Die Staatsanwaltschaft hatte an den Anschlagsäule» rote Plakate angeschlagen, die verkündeten, daß die Verbrechen des Hops ihre Siihne gefunden habe. Bis zum letzten Augenblick bewalirte der Verurteilte eine starre Rübe. Wie schon während der ganzen Zest stiller Hast in Preungesheim, zeigte fich Hopf auch an dem letzten Abend vor seinem Tode den Tröstungen der Religio» völlig unzugänglich. Der Geistliche mußte die Zelle wieder verlassen, ohne Hopf bekehrt zu haben. Dem Geistlichen flob er überhaupt keine Antwort. Er unterhielt sich noch mit den Gefängniswärtern und erkundigte sich, ob die Hinrichtung lange dauere. Die ihm verabfolgte Wurst und Vrvt ließ er sich gut schineckcn, alsdnnn rauchte er stark Zigarcttcn »nd schrieb noch einen Brief. Hierauf fiel er in einen kurzen Schlummer, aus dem er gegen 4 Uhr aufwachte. Vs» da ab blieb Hopf wach »nd sah der Stunde seiner Hinrieb- tung entgegen. Kaffee und Brot mundete ihm gut. Raid dein Morgenimbiß rauchte er den Rest Zigaretten auf, d" et Abends zuvor übrig gelassen hatte. Punkt 7 Uhr sing die Glocke des Strafgesängnisst--- £>» zu läuten; so lange, bis das Urteil vollstreckt war. Hc-ks ivnrdc- auS seiner Zelle in den Gefängnishof geführt, wo <'*• richtS- und Polizei beamten, sowie einige Menschen anwesend waren. J 'g In deni Hofe batte am Sonntag nachmittag der Schärft richter Göbel aus Magdeburg bereits den Richtblock ausgestellt und mit Tüchern umhängt. Hinter einein schwarz gedeckten Tische hatte Staatsanwaltschaftsrat k>r. Bsuhme 8»r stellnng genommen. Er verlas das Todcsnreil und gm nochmals bekannt, daß der König von seinem Begnadignn )--• recht keinen Gebrauch gemacht habe. Tann wurde dein beurteilten der Oberkörper entblößt und er zum Richtbleck ge führt. Hopf ließ ohne Widerstand alles willenlos mit st» geschehen. Kaum lag er vor dem Richtblock, da war das lft- teil auch schon vollzogen, was der Scharfrichter bekannt th- Kaum vier Minuten dauerte der Strafvollzug. -4'- Richter, die Zeugen und die Beamten entfernten sich- rcnd die Gehilfen des Scharfricbters die Leiche van Nr. 7» Ment Tatzkszeitung. anenetag, de» 24. 9R«r} 1»l« «eite X ■ Nichtblock abnormen und in einen Sorg legten. Da niemand die Leiche de? Hingerichteten zur Beerdigung reklamiert hot, wird sie der Universität Marburg zu Etridienzwecken überwiesen. Zu diesem Zwecke wurden an der eLiche verschiedene Einspritzungen Norgenonimen, um sie Nor der Verwesung zu schützen. Dann wurde der Sarg geschlossen und mit dem Trankportwagen noch dem .Hauptgüterbabnbos gebrockt. von wo au? der Weitertransport nach Marburg erfolgt. Ein Gerücht. Im frankfurter ..General-Anzerper" findet fich eine gimouc Schilderung der Vorsichtsmaßregeln. die einen Selbstmord Hopf's Verbindern sollten. Tie Wände seiner Zelle seien gepolstert gewesen, um zu Verbindern, daß der Mörder seinen Kopf cinrenne. Er bade lederne Hand- scknbe tragen niüsscn, ohne Finger. die bi? an die Ellenbogen reichten, außerdem war er mit einer Kette an einem Arm und einem Bein an die Wand gefesselt, die Bettlade war aus der Zelle entfernt worden. ?kls ibm am Abend vor der Hin- richtung die fesseln abgenonunen wurden, weilten ständig m lu e, e Aufseher um ihn. damit er sich nicht noch in der Nacht ui Leids- antun könne. Wir müssen gestehen, daß wir eine derartige Maßnalimc geradezu kindisch erachten. Zu was Neiden derartige Vorkehrungen getroffen bei einem dem Tode geweihten Menschen? Wenn Hopf sich entleibt bätte, dann wäre derselbe Eslokt erzielt worden, obne daß der Scharfrichter in Aktion bätte treten müssen. Man siebt, daß gerade in unserer Rechtspflege noch mancher überflüssiger Zopf zu finden ist. In der „Kleinen Presse" widme! ein Berichterstatter dem nmmebr seiner Strafe verfallenen Hops einen längeren Ikgchnif, der mit der Üblichen Versicherung schließt, daß sich .ne menschliche Natur gegen jede absichtliche Vernicklung ?ines Menschenlebens aufbäume, möge dieses auch wertlos, io gemeingesäbrlich gewesen sein. Im vorliegenden Frille trifft die? nicht zu. denn gerade in diesen, Giftmordprozeß haben selbst überzeugte Gegner der Todesstrafe ibre Meinung geändert und b's Urteil geradezu als eine Notwendigkeit gefordert. Ter Berichterstatter läßt auch weiter seiner Fantasie ungehindert die Zügel schießen. Es beißt da: ..Was da auf der Anklagebank saß. da? waren die traurigen Neste eines Menschen, der Anlagen und Begabung besaß, um Tüchtiger, ja Hervorragende? zu leisten, ,md von dem gute Kenner der Meuschenseele be- bauptrn, daß er unter anderen Verhältnissen die großen geistigen Vorzüge, mit denen er auch als Verbrecher Jahre und Jahrzehnte lang seine Umgebung bestach und immer wieder neue Hilfsguellen zur Fristung seine? Tale,»? fand, in nützlicher und segensreicher Weise hatte geltend nmchen könne»." Das ist der vollendeste Unsinn, Schreiber dieses ist jahrelang in der Musterschule zu Frankfurt mit Hopf in einer Klasie zusammen gewesen. Hätte Hopf so große geistige Vorzüge besessen, so müßten sie bei ihm schon als Schiller bemerkbar gewesen sein. Das war aber keineswegs der Fall. Eber dürfte dg? Gegenteil zutreffen. In der „Kleinen Presse" ist selbst zu lesen, daß Hopf in der Musterschule ein schlechter Schüler gewesen sei und in ein Privatinstitut untergebracht werden mußte. Nun schließt ja die geistige Begabung den schlechte» Schüler nicht auS, Sehr oft tritt gerade bei vorzüglich veranlagten Schülern ein Hang ,n Mutwille», Tatendrang und übermütigen Streichen auf. Davon war aber bei Hopf nl? Schüler niemals wo? zu merken. Wo einmal ein leichtsinniger Streich geplant und ciiSgefiihrt wurde, da war Hopf nie zu finden. Er war auch kein geselliger Kamerad, sondern machte eher den Eindruck eines stupiden Menschen, Wenn man ihn schon als Schüler als eine», T „ ck n, ä „ i c r bezeichnet, so würde das den Nagel auf den Kopf treffen. Als er nach Sexta und Quinta aufrückte und die taleinische und französische Sprache sein Gehirn belasten sollte, da siel Hopf gänzlich ab und mußte in ein Institut untergebracht werden. Es ist kaum z« glauben, daß Hopf i», späteren Leben auf einmal so blendende geistige Vorzüge erworben bätte. Es ist vielmehr anzunebmen. daß er sich einige körperliche und technische Vorteile anzueignen wußte, mit denen er seine Mitmcnsechn zu blenden verstand. Vf- ■ - Ärrs der Heimat. Die Wahle» zur Ortslrankcnkaste haben, wie fich aus der Zählung ergibt, allenthalben unter sehr lebhafter Beteiligung abgespielt. Da» Ergebnis wirb wohl morgen bekannt werden. Soviel sei für heute schon gesagt, daß die Aussichten für die national bürgerliche Lifte die besten sind. * Friedbcra, 2t. März. Herr Oberstleutnant Müller vom Znsantcriercgimcnt Nr. 158 in Mühlheim sNichr) wurde zum Kommandeur des hiesigen Bezirkslommandor ernannt. Der Bezirlshauptmann Herr Dickmann wurde zum Major befördert * grubbern. 24. März. Dem hiesigen Unternehmer Hch. Rüster wurden die Arbeiten für die neu hcrzustcllendc Wasserleitung in der Gemarkung Ockstadt übertragen. Das Bauge- jchäst Hch. Reust führt dir Kanalisationsarbcitcn aus. * Friedberg, 24. März. Gestern fand die diesjährige ordentliche Krcistagssitzung des Kreises Fricdberg statt. Unter anderem wurde der Kreistassen ooranichlag für 1914 genehmigt. An Stelle des wegen Krankheit zurückgetretcnen Kreisansschust- mitgliedes Z. P. Aletter in Bad Nauheim wurde Hotelbesitzer Max Lehr in Bad-Nauheim einstimmig durch Zuruf gewählt. * Fricdberg, 24. März. Mit einem sehr gut besuchten ausgezeichneten Vortrag des Herrn Professor Dr. Callin aus Eichen konnte der Vollsdildungsverein Donnerstag, den 19. d. M. seine Winterarbeit abschlicsten, Herr Professor Gollin, de: noch von seinem feinsinnigen Zbscnvortrage her hier IN bester Erinnerung stnnd, hatte cs sich zur Ausgabe gemacht, seine Zuhörer in das gröhte und gewaltigste Gedicht deutscher spräche, in Goethes Faust, einzuführen. Eine in dem engen Rahmen eines fünsoiertelstündigen Vortrages ganz gewist nicht leichte Ausgabe. Aber der Vortragende verband mit der vollständigen Beherrschung des weitschichtigen Stoffes eine so klar« Vorstellung für das Wesentliche, dast cs ihm leicht gelang, einer doch sehr verschieden für die groste Ausgabe vorgcbildcten Zichörer- schaft einen Einblick zu eröffnen in die Grundlagen, den Wesenslern und die Besonderheiten dieses einzigartigen Dichter - Werks. Er zeigte vor allem, wie dieses Werk, das das Leben selbst in seiner ganzen Breite und ganzen Tiefe darstcllt, eng und untrennbar mit dem Leben und bei Persönlichkeit seines grasten Dichters verbunden ist und lehrte das Gedicht verstehen als die gewaltige Offenbarung eines hochgcstcigertcn Menschentum». Klar und deutlich trat die wunderbar« Archltek- touik des zweiten Teils gegenübcr der freieren Beweglichkeit des ersten hervor, die verschiedenen Schichten des G rthefchen Schaffens an diesem Lebenswerk hoben sich klar und deutlich ab, dir wechselnden Stilmittcl der Dichtung, die allein in Vieser Beziehung eine Welt im llcincn ist, führten uns auch in die vollendete Form des Faust ein, Zn grasten Zügen traten die leitenden Cebaulcn heraus und die ganze Behandlung regte, — das sei als ein Hauptverdienst des lichtvollen Vortrags hervorgehoben —, zu eigner Brschästigung mit dem ewig jungen Werl Goethes a». Reicher Beffall dankte dem Vortragenden für seine klaren Ausführungen, und wir dürfen wohl mit dem Wunsche schliehcn, dast wir bald wieder einmal die Freude haben werben, Herrn Proscssor Collin bei uns zu sehen und van ibm zu lernen. * Dorheim, 24. März. DaS aa» vergangenen Sonntag in Butzbach nuSgrtragenc Wettspiel zwischen der Lcibkom- pognie des Infanterie Regiments Nr. 168 und der 1, Marm- jchast des Fußballklubs «Britanie"-Dorheim entschied zu Gunsten des zuletzt genannten Vereins mit 2 :0 Toren. Die mehrmaligen Versuche des Gegners, das Ehrentor zu retten, scheiterten an der guten Verteidigung des Dorhcimcr Tores. * Rieder-Weisel, 24. März. Am 18. d. Mts. fand bei Herr» Gastwirt Peter Häuser 1l. die 13. ordentliche Ecneral- oerjammlung der Lanbw. Bezugs- und Absatzgenosscnschast (e. G. m. u. H.) zu Rieder-Weisel statt. Nach einleitenden Worten des Vorsitzende» des Außichtsrats Herrn Zoh. Heinrich Adam, 2. erteilte er zu Puutt 1 der Tagesordnung (Rrch- nungsablagrl den, Rcndanieu Herrn Vill das Wort. Dieser machte den Mitgliedern die Jahresrechnung bekannt, welche wieder hüustig für die Geiwstenschaft abschlicstt. Mit einer Aktiva ewt 10 574 Mk. 94 Psg., mit einer Passiva von 9 755 Mk. 52 Psg„ mit einem Reingewinn vo» 819 Mk. 42 Psg. Vom Reingewinn mit 819 Akk. 42 Psg. wurde 99 Mk. dem Rcserve- sonds , 99 Mk. der Beiricbsrücklage und den Mitgliedern 1 Prozent Warendividenden (d. h. von, Warenbezug) auf ihr Gcschäftsguthaben xutgeschrirbcn. Bei der stattgehabtcn Wahl wurde das fatzunasgemast ausschcidende Borstandsmiiglied Herr Zakob Häuser 11. durch Zuruf wicdcrgcwählt, und die ausscheidcnde» Aufsichtsratsmitglicder Herrn Zoh. Gg. Häuser 12. und Peter Bill 1. wurde für Herrn Zoh. Eg. Häuser 12. als Gründer unserer Eenostensachst, der wegen sein vorgerüiites Alter eine Wiederwahl ablehnte, durch Zurus an besten Stelle Herr Philipp Hild-brandt 1. und Peter Bill 1. gewählt. Nachdem das Geschäftliche soweit erledigt war, ergriff nun der Gründer unserer Ecnostenschast Herr Zoh. Eg. Häuser 12. da» Wort mit der Aufforderung an die Versammelten, einig zu> sammcnzustehen und warf nach einem Rückblick aus die vergangenen 23 Zahle», wo der deutsche Bauernstand aufwachtr, und den krästigcn Aufbau der Ecnostenschast, wo man jetzt mit einem schwungvollen Zahrcsbericht gegenüber stehe. Er ge dachte der Miiuncr, die den deutschen Bauernverein ins eben riefen, die ihre Existenz vernichteten, um den Bauernstand auf- zuhelsc», jetzt in Rot geraten sind und sic zu unterstützen. Die Generalocrsamnilung bcschlost einstimmig unserem treuen Vs: kämpser Herrn Dr. Otto Bäckel (Michendorf, M,rrt) 199 Marl zur Unlerftütziuig zu übersenden. Es wurden noch 19 Bücher sdas Scetenland) vom Bersastcr Dr. Otto Bocket an die Mitglieder ausgelost. Atan blieb »„„ noch bei einem Glase Bier und bei Gesang des deutschen Liedes in gemütlicher Un tcrhaltung beisammen. * Leihgestern, 21. März. Der 10 Zahrc alte Lehrling eines hiesige» Stcinhauermcifters erhängte sich in der Werkstatt seines Meisters. * Allcndorf a. d. Lahn, 21. März. Zum Bürgermeister wurde Ludwig Volk 22. gewählt. Ei» Gegenkandidat mar nicht ausgestellt. * Eichen, 24. März. Zn unserer Studcnte'stchost sind zur Zeit eine enorme Menge Pumpgenies vertreten. Das Amtsgericht sah sich in den letzten Tage» genötigt, Dutzends von Haftbefehlen zur Erzwingung des Ossenbarnngsrides gegen Studenten z» ertasten. * Fraakfurt a. M., 23. März. Ter frühere Obermeister der Bäckcriunung Stadtverordneter Jakob Drißlcr, gab einmal vor der Strafkammer ein Gutachten als Sachverständiger ab, daß er cs nicht für strafbar erachten würde, wenn ein Bäckermeister zur Zubereitung von Butter grböck Margarine verwende; es gebe in Frarckfurt keinen Bäcker mehr, der Butter zur Anfertigung von Buttergebäck nehme. Dieses Gutachten wurde in Däckerkreisc» lebhaft kritisiert. Der Zufall will, daß Drißler jetzt vor deni Schöffengericht als Angeklagter erschien, weil er Buttcrgcbackcues mit Margarine onfertigte. Dos Gericht vcrurtciltr ihn wegen wisse,itlistrer Nahrungsniittelsälschung zu 30 M Geldstrafe, Hessen-Ra stau. * F. E. Hanau, 21. März. Im Amtsbezirk Alzenau wurden i» vergangenen Jahre OtKiO Stück Obstbäunie neu aiigcpflanzt. DaS Obstcrträgnis bezifferte sich aus 68 500 obwohl in einer Anzahl Geuieivdrn eine völlige Mißernte zu verzeichnen war. * Höchst a. M., 23. März. Ein ungewöhnlich schweres Kalb schlachtete Aketzgcrmeister Anton Dorn, hier. Das erst 8 Woche« alte Tier wog brutto 238 Pfund, cs stammte aus dem Stalle des Landwirt» Hch. Neuser hier. Das IHftirr Duell vor dm KmzsMchl. Das Urteil in der Metier Ducilaffare. Samstag Vormittags begann i» Metz, wie wir bereits berichteten, die Verhandlung wegen Tötung gegen den Leutnant von La Dalettc-St. George von dem Infanterie-Regiment Nr. 98. Die Verhandlung fand unter dem Ausschluß der Leffeutlichkeit statt. Abends gegen 7 Uhr verkündete daS Kriegsgericht das Urteil. Auf Grund der Paragraphen 207, ' und 206 winde der Angeklagte zu 2y s Jahren Festungshaft and Dienstentlassung verurteilt. I» der Beweisaufnahme hatte fich ergeben, daß der Angeklagte die Familienehre deS Lcutnants Haage aufs schwerste verletzt hat. — Es verkantet, daß Leutnant La Valette beabsichtigt, gegen das Urteil Be- rufung eüizulegcn. Fronksiirlcr Wetterbericht Voraussage: Wollig, zeitweise Regcnsälle, kühl, westliche Winde. Heu- und Strobmarkt zu Frankfurt. Heu pro Zentner 2.8N bis 3,08 Dil. Ungefähren waren 7 Wagen. Zusuhren aus dem Kreise Hanau, Dieburg und aus Lbcrhesten. Geschäft ruhig. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für de» lokalen und unterhaltenden Teil. Bernhard Lenz, Fricdberg; für den Anzeigentci!: Kail Schmidt, Fricdberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- _ zeitung". A.-G.. Friedberg i. H. Danksagung. Für die vielen Beweise herrlicher Teilnahme bei dem Hmüheiden und der Beerdigung meines lieben Natten »njeres unvergeßliche» Vaters Hm> Konrad Brücke! II. sagen wir hiermit Allen, besonders Herr» Pfarrer Naumann für seine trostreich Grabrede, dem Herrn Lehrer Müller und den Schulkindern für den erhebenden Gravgeiang, den Kranjipendern, sowie Verwandten, Freunden und Bekannten, unseren tiefgefühlten Tank. Pohl Gön-, den 24. März 1914. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Konrad Vrllckel II. Wwe und Sohn. £*7? ssmi Ein kräftiger Zunge, welcher die Metzgerei erlernen will, kann sofort ein- treten bei T38eoK M,„ 'öMsD bllö. Mitgliederstand Ende 1912 145 Zugang in 1013: 10 Abgang in 1913: 5 _5 Mitgliederstand Ende 1913 15Ö Rieder-Weisel, den 23. März 1914. Laiiiimrischastlicht Beziigs- tinii Absatz-HcitoWschch eingetragen» Eenosscnschast mit unbeschränkter Hastpslicht, Der Direktor: Z i in in e 1. Der Otentant: Bill. findet man im Kaiserstrasse 77 FrteiSPiera: i. If. Große Auswahl in Konfirmanden und Komninnionldeidern. Sonntag, den 29. März ist mein Geschäft bis abends 6 Uhr geöffnet. "H Halrvcrsteiflcrmrg. j Donnerstag, den 26. März d. Zs., kommen in, Ried,,. j Erlenbacher Gemeindewald zur Versteigerung: 1 Eichenstamm 7 m lang. 34 cm Durchmesser, 0,79 fm 2 Lärchenstämme 1,40 fm, 22—23 cm Durchmesser 10 Lärchcnstangen 1,10 fm, 9—11 cm Durchmesser 21 Fichtenstangen 1,93 fm, 10—14 cm Durchmesser 5 rm Buchenknnppel 4 rm E'chennutzschciier 20 „ Lärchennutzschciter Eichennutzkniippel Lärchennutzknüppel Buchen cheiler Elchenscheiter Kiesernscheiter 37 „ Eichcnknuppcl 1 „ Birkenlnuppel 5 „ Kicfernkniippcl 2155 Buchenwellen 2005 Eichenwellen 50 Birkenwellen 540 Kiefernwelien. Zusammenlunft vormittags 9'/, Uhr oberhalb Dillingen am Eingang des Waldes. Niedcr-Erlenbach, den 17. März 1914. Erotzh. Bürgermeisterei Nieder-Erlenbar^ U l l m a n n. und mehr im Hause täglich^!! verdienem Postkarte genügt. Richard Hinrichs, Hamburg l.' mmmm Geschäfts-Eröffnung. Der geehrten Einwohnerschaft von Friedberg und Umgegend mache ich hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich am Sonntag, den 22. März in meinem Neubau Haag st ratze Nr. U ein Herrenklcidcrgcschäst eröffne. Ich empfehle u. a. eine große Auswahl in Herren-Anzügen KsOMndtn-.LWbtNW8t!l zu äußerst billigen Preisen. Um gütigen Zuspruch bittend, zeichne ich Hochachtungsvoll Fr. Landau, Friedberg. V w. i Hess Friedberg i. IS. Telefon No. 381 Elektrische Licht= und Kraftanlagen Kcmpleüe maschinelle Einrichtungen für Landwirtschaft und Gewerbe. i'iiii Wolle. Halbwolle. Baumwolle u.s.w.|| erhallen prachh/olle.echfe Färbungen Es kosten zu färben: 1 Kinderkleid 10 Pfg. I Bluse 10 Pfg. 1 Frauenkleid 50-75 Pfg. Alle Farben in Päckchena10u25F Ausdnicklicti.HeilmannVfartjen m i r Schutzmarke Fuchskopf im Sfern fordern. Fabrikanten: Gebr, Heilmann, Köln u F Erhältlich bei 5. Baameifter Aachs.. Holl. Friedberq. n»ii«rstr^ir Brulliienblül u. Bljhrllllgci!, PWittMlW billigst. 8tet»n ILulin, Juheiden-Huuge». erhalt Bat, Zeichnungen und Kos tcnvoran scli läge von Anion Neubauer, Architekt ££££3 Billige, solide, zweckentsprechende Bauweise. ft Feinsteu.bii'.igsteAuswahl findet man nur im ' Tapeten« und Linoleumhau» Tagsie^rcs tiä In je der Zahl. Jean Miiglcr, Frigüberg. Patent „H assia"Hackmaschmsn .i -?MWt» Zistral-Oafl^ I äsNyse lirhitsiM --Hauptsitz; föerSeci. —- u in* Braunschweig, Breslau, Cassel, Coblenz. Danzig, m : liiOllili !u. Erfurt, Frankfurt a. M., Königsberg j. Pr., Ludwigshafen a. Rh., Nürnberg und Straüburg i. Eis. Kingczahites Acticn-Kapitai u. Reserven: j 12,000,000 Hark. Cir3 ‘ Filiale Fraakfyrta.K, 2 Heicnc a a Conti) Scheck-Conto N:. 329 RaitfcijeMank“ Fer.nsprech-Ar.schiuß Amt 1 893 u. 893. Schiüerstrasse 25, L Eingang rechts. Annahme von Spareinlagen von Jedermann mit •£% VerzEaiMitiiK bei täglicher Kündigung „ „ bei Ve1 nem Vhc ‘-mülcl fei HuflenHelfe» Keil Kalarrh wenn Sie nach wberl* Tdblel.'en Oreifen <- Hrhälllicruln allen ^DOir.etenundProO'Hriery Ptecs da OriQi riaila achtel 1 Ml» Niederlagen in Friedberg: Hof- Apotheke z. Engel, Hof-Apotheke z. Mohren, Drogerie Baumeister, Feinst gebrannte Kaffee's 14», 150, 16», 18V, 28» Pfg. bei 5 Pjd. 5 Pfg. per Psd. billiger. W.Madre Friedbcrg >. H. :: Tclcso» 837. Bismarüsiratze 8. m \ / | 1; Haupt- und Dauerprüfung der D. L. ©. 1912 llvteil sehr gut bewährt. Es ist dies mit die beste Beurteilung unter 25 beteiligten Firmen. A. J. Tr-öster. Kiitzbihlj. Beilage zur „ffieuen Tageszeitung." ’ | Dienstag, den 24. Mär; 1914. _ | 7 , Zalirgnng Gedenktage. 24. März. !H41 Alb. Bertel Tkorwaldsen t- — 1871 Uebtf* gäbe von Büsch als letzte französische Festung. —> 1881 Fr Karl Hecker, badischer Revolutionär, t- l^iüt Zondertahrt nach dem htiligra Lailde. 1913. Hon Gräfin Marie z» Solms Roedrlheim. (Fottsetzong). > . Ans dem Oelberg wurden wir von Kindern verfolgt, die »ns Oelzweige verkaufen wollten. Wir besahen uns die Keine Himmelfahrtskapelle, in der rin Fußtritt Jesu in den Fels gezeigt wird. Das ist nun löricht, doch man muß sich nicht daran stören. Sonst ist die Kapelle leer, was vorteilhaft wirkt. — Dann waren wir in dcr sehr großartigen Augusta-Vsktoria-Stiftung, die etwas abseits liegt, und deshalb nur für Erholungsbedürftige des Landes zu verwenden geht. Auch Schwestern, die sich vom Fieber erholen wollen, können hier von Schwestern gepflegt werden. Wir wurden herzlich bewirtet in einem riesen- zroßcn Raum. Die Gemeinde von Jerusalem war ziemlich slark vertreten. Nun berichteten Probst Jeremias, der Arzt dcc Krankenhauses, Pastor Schneller, über die verschiedenen Anstalten. Herr Hosprediger überbrachte Grüße Ihrer Majestät. Er erwähnte in seiner Ansprache, daß man dort zu Lande stets au die Sphärenmusik erinnert würde. Jede ttonsession hat nur ein paar Noten davon erwischt, die Teile müssen erst wieder zusammengesetzt werden; dereinst wird die Harmonie hergestellt sein und es wird das Ganze zur Huumelsmusik. Ich fand den Vergleich schön und passend. Die Frau des Pastors von Bethlehem führte unS im Haus heruln, sie war so nett und freundlich. Dann fuhren wir nach Haus. Ich war Abends noch auf der Plattform des russischen Pilgerbaues; bei Sternenschein und Musik des Quartetts war es ein schöner Abend. In der Nacht gegen Morgen hatten wir ein Gewitter, dem wir dann den staubfreien Weg nach Jerichow verdantten. Den nächsten Morgen ftüheS Wecken. Um 6 Uhr mußten wir aus dem Tcmpclplatz sein, den wir nur zu dieser Tageszeit gegen eine sehr hohe Summe Geldes besichtigen durften. Wir wurden von einem Krummsäbel als Schutz begleitet. Die Treppen, der große, weite Platz mit großen Marmor- Fließen gepflastert, niacht einen imposanten Eindruck. Es herrlcht auch kein Zweifel, daß der Tempel hier einst stand. Man fühlt sich auf diesem geschichtlich höchst wichtigen Punkt« ganz vom Ernst dcr Tatsachen erfüllt. Dem Tempel von Israel nach Gottes Angaben, auf Gottes Befehl gebaut, und nif sein Geheiß von den Römern zerstört! Man wird in Gruppen herum geführt. Die unserige be- gibt sich zuerst in die sogen. Ställe Salomos. Gewölbte, große Räume mit Pfeilern. Auf dem Fußboden sieht man in eine Steinplaite ein Tambrett gehauen. Da sollen römische Kriegsknechte gespielt haben und es soll sich dadurch be- llätigen, daß dies das Richthaus war. ES kommt mir aber die andere Annahme, daß cs aus der Kreuzsahrerzeit stammt, glaubhafter vor. Man sieht nach dem goldenen Tor, wenn inan zum Fensterchen steigt. Nachher besahen wir die Akla-Moschee. die eine christ- Znm Pflttgeisrn. Roman von M. Prigge-Brook. 54 (Fortsetzung). Sie atmete förmlich aus bei dem Gedanken, daß sie dann wirklich sterben dürfe. lieber Treppen und Gänge, an eisenbeschlagenen Türen vorbei, von denen sich keine öffnete, auch keine, wie Rose- inarie niit Schaudern bemerkte, mit einem Drücker versehen war, kamen sic endlich an die große, mit Glasscheiben versehene Eingangstür zum sogenannten Mittelbau. So hieß der mittlere Trakt des großen Hauses, der, bester ausgcstattet, als die ihm anhängcnden beiden Seitenflügel, in denen die Anstaltskranlen hausten, nur eine be- chränkte Zahl hoher, mit einigem Komfort eingerichteter Zimmer auswies. Für Kranke erster Klaste und ihre Begleitung! Außer ien Krankenzimmern befand sich ein gemeinsamer Saal, ein ,'öse und Wartezimmer auf der Etage, ebenso Bade- und nrichtc-Räume. Das Essen wurde mit einem Fahrstuhl ns dem Souterrain befördert. Schwester Tobia führte die Damen in den Saal, in dem ; ii junges, blasses Mädchen am Flügel saß und spielte. Sie ;> ach nach den Eintrctenden nickst um und unterbrach ihr Spiel auch nicht im mindesten, obwohl cs nur aus drei bis er sich tvicderholten Takten bestand. Man, schien nichts zu bemerken. Sie kämpfte mit dcr ueren Angst, die sic vor dem Hierbleiben warnte und ihrer . i größer werdenden Müdigkeit, die sie kaum auf den Füßen halten ließ. ' r: -' iörc Kräfte überschätzt. Vor der Heimreise in di..- rolle, den Wagen graute ihr fast ebenso sehr, wie vor dcr unbekannten Frau Schurr, die sic pflegen und vor Schwester Saüia, die sich um sie kümmern sollte. Sie war einer Ohn- macht nahe. -rie eachwestcr kehrte zurück. Zimmer eins und zwei waren aniiaude. Frau Schurr wartete liche Kirche war. Ein schönes, weites Gebäude mit schönen Einzelheiten aber nicht einheitlich Hier liegen schlafend« Bettler, dort beten Mohamedaner. Sie werfen sich auf und ab zur Erde, einer macht es vor. Schöne Cypressen in merk- tvürdigen Formen stehen zwischen Aksa- und Oniar-Moschee, die wir nun betreten, natürlich mtt übergezogenen Pantofteln oder auf Sttünrpfen. Dies herzurichten, nahm stets viel Zeit in Anspruch Hier ist Moria mit der Erinnerung an Isaaks Opferung, Abrahams Glaubensgehorsam. Der Fels wird nach der Legende schwebend erhalten, zwischen Himmel und Erd«. Auch hier Bettler und unheimliche, unfreundliche Begleiter. Das Ganze pomphaft. Wieder in freier Luft, begaben wir uns zum zugemruer- ten Goldenen Tor, durch das sie den Einzug eines Fürsten oder Propheten befürchten. Wasserlücher mit Gewächsen da- »eben. An einem Gitter hingen fleine Läppchen von Kleidern der betenden Muhamedaner, die dadurch ihre Gelübde oder Anwesenheit versichern wollen. Nun begaben wir uns durch das Stephanstor in das Kidrontal. Dort bestiegen diejenigen, die heute nach dem Toten Meere wollten, die Wagen. lieber 60 Personen waren wohl schon Samstag gefahren, heute etwa 80, die übrigen fuhren überhaupt nicht. Es war erst etwas blendend, wurde aber nachher besser. Nun ging's in die Gegend, die auf mich, in ihrer Oed«, einen ganz besonders starken Zauber ausübte. Zuerst begegneten wir noch vielen Pilgern nach Mose Grab. Mich ftappierte immer wieder, wie malerisch sie gekleidet waren, meist zweifarbig, aber wie stimmten diese Farben zu einander. Ich denke mir im Himmel auch nur vollendete Schönheit zu finden. Der lange Wagenzug schlängelte sich allmählig einsam durch die Berge. Wir kamen zum Chan des barmherzigen Samariters, wo man sich mit einem Getränk stärken oder Einkäufe machen konnte. Es sah nicht sehr einladend auS. Die Fahrt ging weiter. Um neun Uhr fuhren wir von Jerusalem fort. Mittag aßen wir in Jerichow. Wir sahen aber, ehe wir dorthin kamen, das Kloster St. Georges von ferne über ein Tal herüber! Dazu stiegen wir aus dem Wagen und gingen ein wenig. Es klebte an den Bergen. Eine seltsame Erscheinung, mir aber anziehend, hatte ich mir nach Ninks Beschreibung in: „Auf biblischen Pfaden", als lljährigcs Mädchen doch gewünscht, dort Mönch zu sein, worüber ich ausgelacht wurde. Es erfüllte ober meine Erwartungen in seiner völligen Einsamkeit. Wenn sich das Tal weitet, man das Gebirge verläßt, begegnet man gleich fließendem Wasser. Bebaut ist die Ebene aber nicht. Es wächst nur eine Art Gras, kein richtiger Rasen und Gestrüpp. Nur vereinzelte Beduinen sieht man auf Pferden oder Kamelen. Erst fuhren wir zu den Ausgrabungen. Ich sah nur Mauerrestc Keiner viereckiger Häuser, etwa wie in Bethlehem. Es sollen ja auch Reste großartiger Gebäude gesunden worden sein, ich sah sie nicht. An einein graden aus- gemauerten Bach sah man, daß die moderne Kultur hier wieder vordringt. Beini heutigen Jerichow sah ich herrliche Oleander und Granaten in Blüten und noch manches andere, schöne, tropische Gewächse. Nach unserer Mittagsmahlzeit und Besitzergreifung unseres Zimmers zu dritt, wurde an den Jordan gefahren. Auf unserem Bock saß ein Rosselcnker etwas jugendlicher Art. Ein hübsches, ovales bräunliches Antlitz, einen bräunlichen Kittel, der ganz im Ton zur Ge- sichtssarbe paßte und ibm gut stand. Allen Fragen gegenüber Die Zimmer, sauber und geräumig, enthielten nur das Notwendigste und kamen den verwöhnten Bewohnern des Pflugeisens ärmlich vor. In Nummer eins befand sich eine rote Plllschgarnitur, vor der ein ovaler Tisch mit gehäkelter Schutzdecke stand, ein Schreibtisch, auf dessen Platte ein leeres Blumenglas sein einsames Dasein führte, und mit einer billigen Decke versehene Chaise. Dieses war das einzige moderne Möbel. In Nummer zwei sah es noch ärmlicher ans. Zwei Betten, mit weißen Waffeldecken zugedcckt, hüben und drüben je eins an der langen Wand. Neben der Tür ein Waschtisch mit wciß- lackierter Platte und blauweißcm Fayencegeschirr, ein braun- gestrichener Schrank, ein altes Sofa mit Wollripsbezug und einige altersschwache Stühle. „Die besten Zimmer, die wir haben; durch Zufall sind sie gestern frei geworden", lobte die Schwester. Mary sah sich gleichgültig um. Sie war in die Sosa- ecke gesunken, keines Gefühls mächtig, als das tiefster Erschöpfung. Die Schwester bemerkte ihren Zustand. Rasch öffnete sie die Tür. „Frau Schurrl" rief sie in den Flur. Eine ältliche, hart blickende Frau, in die saubere Tracht dcr Krankenpflegerinnen gekleidet, weißblau, mit weißer Haube und Schürze trat grüßend ein. „Frau Schurr, unsere älteste Pflegerin, die Ihnen helfen soll, gesund zu werden, gnädige Frau", stellte die Schwester Tobia vor. „Frau Sebald bedarf Ihrer, liebe Schurr. Kleiden Sie sie aus und bringen Sie sie zu Bett; nachher vielleicht den Kaffee oder etwas zu essen." Mary brach in jammervolles Weinen ans. „Verlaß mich nicht, Rosemarie, verlaß mich nicht! Ich kann und will nicht hier bleiben." Rosemarie glitt lautlos aus der Tür, die Szene erschütterte sie. Sie bedurfte ihrer ganzen Willenskraft, uni angesichts des Jammers nicht schwach zu werden. Innerlich kani lic lick' s-brecklich vor. Dennoch schwankte sie keinen nicht verstehend, aber oft listig lächelnd, so ist dcr gewesen, den wir nicht so leicht vergessen werden. Jetzt, wo die Ebene weit war, und er sich nicht mehr an die Straße zu halten brauchte, schlug er auf die Pferde. Sausend geht cs dahin. Sie könnemlaufen unsere Tierchen. Dickst an andere Wagen, die durch den Ehrgeiz angestachelt auch auf ihre Pferde bauen und unseren Knaben nicht vorbei lassen wollen. Mai, sieht in den anderen Wagen wenig erfreute Gesichter, dock: wir konrmen gut an den Jordan. Ich setzte mich still an sein Ufer. Einen Moment, während manche schon zum Toten Meer weiter ftihrcn, andere Kahn fahren, bin ich fast allein. Vor mir das smaragdgrüne Schilf und eine schlageiide Rack:- tigall, ganz eigentümlich, ohne Pfeiftöne, aber weich und zart trillernd. Meine Mitreisenden hatten sonst mehr Glück mit dem Sehen allerhand Getiers, ich sed mir Geier hier zu Land, in Menge imd einzeln. Der Jordan erscheint mir etwas schinäler, wie ich ihn mir vorgcstellt, er fließt Ichncll und geräuschlos, er scheint mir etwa so breit wie die Lahn z» sein. Keine menschliche Wohnung bemerkt man hier in der Nähe, tvas einem unverständlich ist. Es gibt eben wenig Menschen dort. Wieder besttegcn wir die Wage,, und führe,: vielleicht dreiviertel Stunden zum Toten Meere. Seine Nähe kündete sich an durch eine salzige Kruste über den vereinzel- ten Halmen. Das Tote Meer selbst lag bla» und freundlich vor uns, die Ferne mit den Bergen, etwas dunstig. Dcr blaue Himmel spiegelte sich im salzigen Gewässer. Es war nichts Trauriges, Finsteres, oder gar Abschreckendes zu sehen. Einige Herren badeten, einige Damen, gingen im Wasser spazieren. Das Wasser schmeckt salzig, doch nicht so schlecht wie Meerwasser. (Fortsetzung folgt) Ans aller 'Veit. Ein Saloarsau-Todesfall in England. Die wissenschast- liche Welt England, wird durch einen Todesfall, der auf die Anwendung von Salvarsan zurückgcsührt wird, in Atem gehalten. Am Samstag starb im Euys-Hospital in Southwarl ein junger Kaufmann Stanley White. Drei der ihn behan delnden Aerzte erklärten, daß dcr Tod infolge Vergiftung durch Salvarsan cingetretcn sei. Am Freitag fand die amtliche Leichenschau statt, in der der Coroner, der die Untersuch. u»g führte, zur näheren Aufklärung des Falles Vertagung auf den 3. April anordnete, um genaues Material über die den Tod begleitenden Ncbenumstände herbeizuschafscn. Dcr Coroner erklärte den Fall für autzeroidentlich wichtig und gab an. datz nach amtlicher Statistik in den letzten sechs Fahren 87 Todesfälle durch Salvarsan verursacht worden seien. Fn dei Festschrift, die Ehrlich'» Mitarbeiter zu seinem 80. Teburts- tage veröffentlichte, hat Hata bereits darauf hingewiescn, daß Salvarsan durch Oxydation an dcr Lust außerordentlich an Giftigkeit gewinnt. Es sei daher, sowohl bei der Herstellung von Salvarsan, wie bei der Infektion selbst sehr streng daraus zu achten, daß die Zeit, ln der die Oxydation cinirctcn kann, so sehr wie möglich abgekürzt wird. Selbst aus dem Wege von der Spritze zur Jnfektionsstelle sei eine derartige Oxydation möglich, besonders wenn sich in der Jnfektionsspritze Luft befinden haben sollte. Da, Geld im Strumpf. Der Musiker W. in Esten kehrte von Amerika zurück, wo er sich in acht Fahren einen Geldbetrag von etwa 8888 Mark erspart hatte. Er brachte das Geld zu- Augenblick. Sie setzte alles ein, Heinz dcr Mutter zu retten. Aber in ihrem Herzen raunte ihr eine Stimme zu, daß sic für diese Mutter an keine Besserung glaube, daß sie sie von sich gab, um das Kind zu besitzen, wenn .... sie dachte den Gedanken nicht aus. Schwester Tobia führte sie in des Doktors Sprech- zinimer. Er saß am Schreibtisch und blätterte in den Papieren. „Mir sehr fatal, daß nichts Schriftliches über Fra» Sebald da ist", sagte er zu ihr. „Frau Sebald ist krank, sie kann jetzt nicht entscheiden, an ihrer Stelle ich, und wenn ich Ihnen sage „Sie haben recht", unterbrach er sie und reichte ihr einen Zettel, den sie unterschrieb. Sie übergab darin dic Schwägerin auf unbestimmte Zeit in die Obhut des Doktors und erklärte sich im voraus mit allem, was er im ^giter- esse der Kranken an ihr vornahm, einverstanden. „Bedenken Sie, daß meine Schwägerin aufgcgebcn ist; es hat keinen Zweck, sie zu quälen", glaubte sie noch sagen zu müssen. Zöllner zuckte die Achseln. „Was heißt aufgeben? Körper und Geist wohnen dicht beisammen. Krankt der eine, so leidet auch der andere Teil. Vielleicht gelingt es mir, Ihre Schwägerin von ihren Wahn- ideen zu heilen, dann wird sie gesund wie vorher. Viel- leicht sind die Wahnideen auch die Folge einer schweren, körperlichen Krankheit. Doch, wie gesagt, noch weiß ich nichts. Ich will das Meinige versuchen und hoffen. Ihnen bald gute Nachrichten geben z» können. Wenn nicht, be- denken Sie, wir Aerzte sind auch Menschen und mein Kol- lege ist an der Ausgabe verzagt." Rosemarie hörte nur das Letzte. An Besserung glaubte sie nicht. Bevor sie den Abendzug benutzte, wollte sie von Mary Abschied nehmen. (Fortsetzung folgt). Nr. 79 nächst auf die Eparkosfe, lebte aber in der beständigen Augst, daß ein Ilubcrufcncr es abhcben könnte. Trotzdem das Buch gesperrt war. ging er säst täglich zur Sparkalse, um zu erfahren, ob das Geld noch uorhaudcn fei. Am 23. Februar kam er zu dem Entschluß, das (Veld abzuhcbcn und bei sich zu verwahren. Er trug es beständig bei sich, und zwar in seinen Strümpfe». Vor einigen Tagen besuchte er eine Reihe Wirtschaften und wurde spät abends betrunken aufgefnuden. Das ganze Geld war verschwunden. Von dem Diebe fehlt jede Spur. Ein« Frau unter Raubmordvcrdacht. Unter dem Verdacht der Beteiligung an dem Ottcuhauscner Raubmord wurde die Ehefrau Heinrich Müller in (bcrswciler bei Saarbrücken, eine Tochter des Ermordeten Peter Marx, verhaftet. Ein russischer Millionär als Mörder. Großes Aufsehen er- >egt eine Moidassäre, die sich in einem Hotel in Polens Hauptstadt Warschau ereignet bat. Die polizeilichen Erhebungen forderten bisher folgende Einzelheiten zutage: Der kaukasische Millionär Schachnazarow engagierte vor mehreren Monaten die neunzehnjährige Sophie See als Privatsckretärin und brachte sie auf seine Besitzung nach Szusza. Schachnazarow behinderte jeden brieflichen Verkehr des Mädchens mit dessen Eltern und nötigte die Unglückliche, ihm zu Willen zu sein, wobei er vor den abscheulichsten Drohungen nicht zurückschreckte. Fräulein See erkrankte bald schwer. Nun wollte der Unmensch das Mädchen einem Nachbarn um 5880 Rubel abtreten, doch verlangte dieser vorher ein Gesundheitszeugnis. Schachnazarow fuhr mit dem Mädchen nach Warschau und ließ cs hier von Aerzten untersuchen, die jedoch die schwere Erkrankung feststell- tcu. Darauf brachte der Millionär das Mädchen in ein Hotel und gab ihr Gift in einer Schale Tee. Als die See nach dem Genuß des Tees bewußtlos wurde, sperrte Schachnazarow sic in einen Schrank und sperrte ihn ab. Dann reiste er ab. Die Zimmernachbarn vernahmen aus dem Zimmer später ein Röcheln, man drang ein, sprengten den Kasten auf und fand hier das Mädchen in furchtbarem Zustande. Den herbeigeeiltcn Aerzten gelang cs, das Mädchen zu retten, wenn auch ihr sonstiger Zustand hossnungslos ist. Aus Grund der Mitteilungen ocs Mädchens wurde gegen den flüchtigen Schachnazarow ein Steckbrief erlassen. Ein Fahnenslüchtiger ausgegrisfen. Ein Soldat des 2. Infanterieregiments in Metz, der seit dreiviertel Jahren fahnenflüchtig ist, wurde in Ludwigshafen aufgegriffen. Er hatte sich längere Zeit in Luxemburg aufgehalten und kehrte vor einigen Tagen nach Deutschland zurück. Der Herzog von Bra,inschweig hat anläßlich der Geburt des Erbprinzen für die Armen des Landes 38 888 Mk. gespendet. Verhafteter Rechtsanwalt. Der Rechtsanwalt Dr. Franz Kolk in Bcrlin-Halcnsee ist wegen Untreue festgeuommen worden. Kolk hatte verschiedentlich Bürgschaften übernommen, mit denen er hängen blieb. Als er deshalb selbst in bedrängte Lage geriet, vergriff er sich an den Geldern seiner Klienten. Den Sohn erstochen. In Haidberg bei Deggendorf erstach im Streit der Häusler Kops seinen 28jährigen Sohn. Der bäter wurde verhaftet. Er gibt Notwehr an. Ein sehr zutressendes Wort des Eeneralfcldmarschalls Frciherrn von der Goltz. Eeneralseldmarschall Freiherr von der Goltz wohnte am vorvcrgangenen Sonntag in Duisburg einer Jungdeutschkandfeier bei. Bei der Gelegenheit hielt er, Pressemeldungen zufolge, an die Führer und Leiter der Abteilungen eine Ansprache, in der er sich gegen die „Kinkerlitzchen mit den Flinten und Säbeln" wendete. Solche Sachen wären nichts für die Zungen. Es käme vielmehr daraus an, die Zungen zu regelrechten Körperbewegungen auzuhalten, wie sie heute in der Deutschen Turnerschaft und den deutschen Sport- perbäuden vorbildlich gepflegt würden. Ein gesunder und williger Körper berge dann auch den Geist, der in dem Sinn« sprach „Alle für einen und einer sür Alle" sein schönstes Kennzeichen habe. Die Geldkasiette als Buckel. Aus San Franziska wird gemeldet: Ein alter Bettler namens Wilh. Kahler, der bereits seit einem Menschenalter Tag sür Tag und Nacht sein Lager unter einem Brückenpsciler ausgeschlagen hatte und besonders dadurch das Mitleid der vorübergehenden Paffanten erregte, daß er einen stark entwickelten Buckel hatte, der ihm das Atmen erschwerte, wurde von einem Polizisten auf die Wache genommen, um ihn gegen die große Kälte zu schützen und ihm ein Obdach zu gewähren. Als der Schutzmann aus der Wache dem Alten freundlich aus den Rucken klopfte, stiegen ihm einige Zweisel der Echtheit des Buckels auf, und er nahm eine genauere Untersuchung vor. Dabei stellte sich heraus, daß der Buckel, der das Mitleid der Menschen bisher in so tiefem Maße erregt hatte, nichts anderes war, als — eine eiserne Geldkassette. In dieser fand man zur allgemeinen Ueberraschung Uber 58 888 Mark in Danknoten und ein Bankbuch, aus dem heroor- geht, daß der bemitticidenswerte „Krüppel" in den letzten drei Zähren ein Sümchen von 188 888 Mark beiseite gelegt und bei drei verschiedenen Banken in San Franziska deponiert hatte. Heldenmut eines Sceladcttcn. Vor einigen Monaten bs- sanden sich englische Marineofsizicre in der Nähe von Madras in Ostindien bei einem fröhlichen Mahl, das sie sich in Gesellschaft einiger Scckadettcn aus ossenem Felde in einer freien Hütte hcrgestellt hatten. Zu ihrem Schrecken sprang plötzlich ein Tiger in die Hütte und ergriff einen Kadetten und warf rhn aus den Rücken, wie die Wölfe ein Lamm über den Rücken weisen. Knurrend zog er sich mit seiner Beute langsam bis zum Eingang der Hütte zurück, während alle Ofsiziere vor Schreck erstarrt waren. Nur ein Leutnant, der am Ende des Tisches saß, stand langsam auf, um seine Büchse zu holen und durch einen wohlgezielten Schuß den Kadetten aus den Pranken des Tigers zu retten. Bevor jedoch der Leutnant einen Schutz abseuern konnte, hatte sich der Tiger so gedreht, daß der Kadett die Bewegungen des Offiziers beobachten konnte. Sprechen durfte er nicht, um nicht den Tiger zu reizen. Aber er hob seinen Arm und zeigte, daß er einen blanken Dolch in der Hand hatte. Mit dem Dolch winkte er dem Leutnant ab, k-i-mrlei Bewegung mehr zu machen. Einen Augenblick hielt der Heutnant still und ließ sein Gewehr aus dem Boden stehen. Alle Osftziere veriolgten mit gespanntester Erwartuna, uns Neue Tageszcnung. Dienstag, den 24. März 1»!4 der Kadett, der sich nicht rühre» konnte, vorhatte. Dies war das Werk eines Augenblickes. Als sie plötzlich sahen, wie der Kadett blitzschnell seinen Dolch erhob und ihn mit furchtbarer Wucht dem Tiger in die Seite stieß. Der Dolch hatte das Her; getroffen, und in breitem Strome floß dunkelrotes Blut aus der klaffenden Wunde, die der Kadett mit seinem Dolche noch gewaltig vergrößerte. Der Tiger brüllte noch einmal furchtbar auf, dann stürzte er zusammen, den Kadetten abweisend, der jetzt wegen seiner Geistesgegenwart und seines Heldenmutes von seinen Offizieren als ein Held gefeiert wurde. Der Dolchstich hatte so gut gettofsen, daß das Tier auf der Stelle verendete. Eine glückliche Gemeinde. In der Regel seufzen unsere Gemeinden unter einem mehr oder weniger großem Steuerdruck, und nur wenige Kommunen haben im Vergleich zur Staatssteuer niedrigere Steuersätze. Es gibt jedoch eine Gemeinde im Königreich Sachsen, die seit Jahren weder Kirchen-, Schul- noch Gemeindesteuern erhebt. Das ist das Dorf Ober- bobritzsch bei Freiberg I. S. Es ist ein mittleres Pfarrdorf mit noch nicht ganz 2880 Einwohnern. Die Gemeinde hat für Straßenuntcrhaltung, für Kirchen- und Schulbauten große Summen ausgewendet; trotzdem werden schon seit 1891 keine Steuern erhoben. Die Einnahmen fließen in der Hauptsache aus zwei Quellen: aus den reichen lleberschüfjcn der Gemcindc- sparkaffe und den Erträgniffe» des umfangreichen Gemeinde- gruudbesitzes. Die Sparkasse hafte bei andauernder trefflicher Verwaltung eine glänzende Entwicklung: sic wurde im Jahre 1848 gegründet. Der gesetzliche Reservefonds ist längst gefüllt, und heute decken ihre reinen Ueberschüsse ungefähr die Bedürfnisse der politischen Gemeinde. Die zweite Quelle bildet der Grundbesitz. Die Gemeinde besitzt an Wald, Feldern und Wiesen einen Besitz von rund 1488 Morgen, di- ebenfalls einen stattlichen Reinerftag abwerfen. Die Bibliothek des Herzogs von Deoonsbire. Der llcber- gang der berühmten Bibliothek des Herzogs von Devonfhire in amerikanischen Besitz erregt in Rcwyorker Kunstliebhabcr- kreisen große Befriedigung. Die Bibliothek enthält fast alle älteren Ausgaben Shakespeares und gegen 4888 "Manuskripte älterer englischer Dramen. Das wertvollste Stück der Sammlung ist ein Druck des „Hamlet" aus dem Jahre 1883 i- Quartformat, das für eines der wertvollsten Bücher der Welt gilt und einen Wert von 488 808 Mark repräsentiert. Der englische Antiquar Smith, der die Bibliothek sür den amerikanischen Millionär Hutington ankauste, gibt den Preis der Sammlung auf 6 Millionen an. Die Verkaufsverhandlungen wurde» in der größten Stille geführt, weil der Herzog glaubte, daß das Bekanntwcrden der Unterhandlungen in der Presse das Zustandekommen des Verkaufs vereiteln würde. Eine Eierprüfmaschinc. Bisher wurden Eier nur dadurch geprüft, daß man sie gegen das Licht hielt und ihre Durchsichtigkeit konstatierte. Man versuchte auch durch Spiegel, die Eier zu untersuchen, indem man diese auf die obere Oessnung eines Blechzylinders setzte und sie von unten bestrahlen ließ. Für den Großhandel, wo es daraus ankommt, in kürzester Zeit möglichst viel Arbeit zu leisten, eigneten sich diese Hilfsmittel nicht. Nunmehr teilen nach dem „Universum" die Berliner Elektrizitätswerke von einer neuerfundencn Maschine mit, die es ermöglicht, große Eiermengen in kürzester Zeit zu prüfen und zu reinigen. Dies geschieht aus elektrischem Wege. Die Eier werden auf eine Transportwalze gelegt, die mit Gummistoff überzogen ist. An der Walze ist ein Schncckengewinde angebracht, das genau Eiform hat. Während sich die Walze dreh!, bearbeitet eine darüber angebrachte Bürste die Eier gründlich. Aufs sauberste gereinigt kommen sie daun am anderen Ende der Walze wieder heraus und gelangen nun auf den Durchleuchtungsapparat. Dieser besteht aus einem lichtdicht verschlossenen Kasten, in dem sechs zchnkerzige Metallfadenlampen brennen. Die Lampen sind kugelförmig und an ihrer unteren Seite versilbert, sodaß diese einen stark reflektierenden Silberspiegel darstellt, der das Licht nach oben wirft. Der Lichtstrahl gelangt in einen Schacht, den die Eier passieren und wobei jedes einzeln grell durchleuchtet wird. Besondere Einrichtungen ermöglichen ein nochmaliges Kontrollieren der beanstandeten Eier. Auf diese Weise können in 15—20 Minuten etwa 2000 Eier behandelt werden. Marktbericht. Frankfurter Getreide »arkt. Montag den 23. März 1914. Weizen, hiesiger und W-Ilerauer itart 20.75 — 2 ,75, aus dem Lande aozezoU Mt. 20,25—20,25, Ulihe,sichet Mk. 20,75—2 >,75, Manitoba Mk. 23,00—23,50 Amerikaner Nedminte: Mk. 07,00 —00,0 ), Kan as Mk. 23,00,-23,00 russischer Nikolaieff Akk. 22,75—23,25, Saron-la MI. 22,75—23,25, Ulfa MI. 22,30 —23,01 Azima Mk. 22,00—22,75, La Plata Mk, 0 .00—00,00. rumänikchcr Ml. 00,0 —00,80, Walla Walla Mk. 80.00— 00,00 N o zgen hiesiger Mk. 10,35—16,50, out o. Land abgeholi Alt. 10.00—10,00, raff. Alk. 00,00—00,03, Amerikaner Mk. 15,50—15,00, rumänischer 03,00—00,00. >p« c >t e: hiesige. Mk. 17,' 0—17,50, Psäl.er Ml. 17,25—18,00, fränkische Alk. 17.50— 18,25, Niedgerste Mk. 17,00— 17,50, ungarische Mi. 08.00— 00,00, Futtergerste Mk. 00.0 —80,00. a -• t: hiesiger u. Wetterauer Alt. 18.50—1,5, kurhessischer Mk. 17,25—17,25 bayerischer Mk. 18,50—17,50, La y mla Alk. 00,00—00,00, russischer '181.17,00—1-,00. Mars M»red Alk. 00.00—80,00, Donaumars All. 14,98—15,20, La Plata All. Io,00—15,25. Odessa Mk. 80,00- Oo.OO russisch. Al. 00,u0—00,00, Eincandiu Alk. 19,0 i—19,25. Wei;enme hi: hiesiges Nr. 0 All. 3i,50—31.75, süd- deulsches Mt. 00,00 — 00,00, dir. 1 Mk. 29,05—29,75, süddeutsches Mk. 00,80-00,00, Nr. III Mk. 26,50—28,75, üddeutfches Alt. 00,00—00,00, Nr. IV Mk. 22.50—22,75, süddeutsches Al,. 00,08- 00.00. Roggenmeht: hiesiges dir.0 Alt. 24,75—25,00, Nr.Ot All. 23.50— 20,75, Nr. i Ali. 22,2.3—22,75. Futtcrartilel Weizemchaien 10,75-14.00, Weizenkleie Alk. 10,0010,25, Roggenllere Alt. 10.25 —10,50 Weizen-Futtermehl Alk. 12,50—13,00, «ierlreder getroä». Alk. 12,50—12,75 Alaizkeime Alk. 11,75—12.00. Rapskuchen Alk. 13.0.1-13.25 Palmluchen Alk. >4,50-14,75, Futteracrste Alt. 13.25 —13.75 Am heutigen Markt war das Eeschäst sehr sftll. Das Angebot in Landwcizen ist in guter Ware knapp und werden sür 77 Kilo Weizen Mk. 21—21,25 bezahlt. Landloggen unverändert. Fremde Weizen glcichpreisig osferiert. Gerste still. Hafer ie nach Qualität bezahlt. Mais fest. Alehl uud Futterartilet unverändert. Amtliche Dotierung der Frankfurtern^? marktpreUe vom TS. ' * Zum Verlaus itanden: 1423 Rinder, oaruni-r 47s 86 Bullen, 835 Färsen und Kühe, 395 Kälber 116 «rtn ^ c ' Schweine. 1. Rinder: A. Ochsen: s) 1. volliieürb. auspemäitete bächiten Echlachtwefts, 4—7 Jahre alt 2. Die noch nicht gezogen haben (ungejochtej ....... b) lunge. tieljchige. nicht ausgemastele und ältere ausgemästete .... cl mäßta genährte junge, gut genährte ältere B. Bullen: a) oolltleischigs. ausgemästete höchsten Schiachtwerts bl v, llilrricknae 'llngere , , . . . c> mamg aenäbrte. fung« und aut genährte ältere . . .... 6 . Färien und Kühe: i) oollfletichige, ausgemästet« Färsen höchsten Schlackilweits .... dl vollfiellcktme. ausgemästete Kühe döcklsten Schlachtwerts bis z» 7 I. c> 1. wenig gut entwickelte Färsen 2. ältere ausgemästete Kühe . . ck) mäßig genährte Kühe und Färfen ei gering gcnähfte Kühe und Färsen 0. Gering genährtes Junaoieh fFresscrf II. Kälber: a) Doppellender leimte Mast. . , , dl feinste Maitkälber ei mittlere Malt- und beste Saugkälber d) geringere Mast- und gnte Saugkälber, ö) geringere Saugkälber , , , , 111 Schafe: a) Weidemastfchafe:..... b) Aiantämmer und Mafthammel . e) geringere Masthammei und Schafe di mäßig genährte Hammel u. Schafe fMerzichaf«, ........ IV. Fettjchweine: a) Fettfchweine über 3 Ztr. Lebendge- öftchi • b) vouiiesschttze Schweine über 2'A Ztr. Lebendgewlcht c) oolliieifchwe Schweine über 2 Ztr Lebendgewicht ....... dl vollfietfchicz- Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht ei flesschige Schweine k) Sauen .......... Marktverlauf. Gedrüdter Schweine hinterlassen Uebcrstand. 47— rg - 44 - 17 40—t>3 ■4 ■ 43-46 7 -- 39-42 17 •- 36-38 64-6.1 46-50 S3 Sfl 42—45 78- 1 40—44 .7-85 36-40 07-14 31 —\.7 62 74 21-28 43 -64 — 62-64 103-107 56—60 95-11,2 52—55 68-93 41—"42 90-92 — — — — — — 48-50 62 -64 48-51 62-b4 48-51 62-64 Handel. Rinder unt z»«rsverutu vom 23. März 1014 Ser Mitteldeutschen (treditbanlr Aktienlapitat >>. R-feroen AI. 78 000000 gegründet 1856. Frantjurter iborie. 4°/» Reichsanleihe 9S.80’'o 3 1 /«*/. „ 8595 „ 3*/ 0 „ 77 65 * 3*/, °/, Preuß. Consols 86.15 .. 3*/o .. m 77.40 „ 4°/o Hessen 97.20 3Vi°/o „ 84 30 „ 3*/ 0 » 74.50 M 1V I# V« Griechen v. 1890 64.80 „ l s / 4 °/o Monopol-Griech. 5l.5u „ 4 l /*%» »r Silberrente 67.25 * 4°/ 0 Oesterr. Goldrente 88.20 „ 3 „ Portugiesen Serie l 6180 „ 3 „ „ „ !U 64.60 „ 4 l /**/« Russen v. 1005 97.80 4 o /o „ 1002 90.20 „ 4^/oAdnüiüstr. Türken 78.00 „ 4°/ 0 Türken do 11 1003 87.10 „ Türkenloose Rt. 169.— „ 4 % Ungar. Goldrente 82.75 „ 4 „ „ Ütüiicniente 82.— „ 3°/ 0 Buen.-Air. Pr. Anl. 65 25 „ 4 V*°/o Chinesen 84.00 „ 4 l /*°'o Japaner 89.25 „ 37o Silber-Rlexikaner 41.— „ 4 1 / a / 0 Ätex. Irrig, Anl. 67.90 „ Berliner Handels Ant. 162 50 „ Darmstädt. Bank „ 123.25 . Deutsche Bank „ 250.75 „ Deutsch-Asiatische Bank 125 80 Diskonto Komm. Mni 19GV,*/« Dresdner Bank Akt. Iöj ' « , Illkitteld. Creditb. Akt 117.46 „ Oeft. Creditanl'l. Akt. 264.'/« „ Bochumer Gußstahl „ 223 75 „ Buderus E. - W. Act. 112. 0 ^ Deutich Luremburg ^ 132.50 , Richweiler oergw. „ 220.— . Gel eukirch. Bergw.Akt. 193.3«) , Harpener Bergbau „ 184— Phönix Äergb. „ 239,—, Haurahüte „ l.>5.—, Griesheim Glektron,, 209 50, Höchst. Farbwerke „ 670 — . Holzverkohlungs-^nd. 314.75 , Utütgerswerke „ 2««0 — * Chem. r^abr. Albert „ 450 ^ . Allg. Eleklr. Ge,'. „ 24^.25. Dt>ch-Uberiee <2..G. „ 177.25 Schuck. Gleltr. „ 151.2» „ Siemens u. Halske ^ 217.2» , Steaua utomana „ 14650» LZellstoft Waldhos „ 224.— . .^ainbg. Amt. Pak. „ 141.— „ Hioröb. üloi)ö „ 124—» Ocsterr.Staasbahn „ 154 50 „ Uoiubarbeu „ 21.75. Baltimore u. Ohio n 90.75 » Prioaldrstonl „ » Tendenz: behauptet. Berlirrer Bör>e. Türkenlose M. —.— „ Baltimore u. Ohio —.— „ Ganaoa Pacific Akt. 211.62 „ Prince Henri G. B.Akt. 157?/« „ Schantung G. B. Akt. 142.'/, „ Berliner Handels Ant. 162.'/, „ Deutsche Bant Akt. 25925 „ Dist. ätommandit Ant. 197 — „ Dresdner Baut Akt. 1..-8 75 „ Pet.Int.Handelsb.Att. 209.12 .. Russ.Bank f. a.Hand. A. 1>1.'.5 AUg.Elet.GeseUjch. Art. 248.2o Deutsch-Luxemb.B.Akt. 13325 . Dt,ch-Über,eeG.G.Att. 1 . 8 .— . Getieurrrcheir Bergiv. -u. 19025 „ Harpener Bergbau ^tt. 18425 . Hohenlohewet.re '^llt. 121 — . ^aurahütte Akt. Oücilct;ie|icr VS. Akt. Phörux Bergbau Akt. Uiouibacfjei ^lülte „ Siemens u. HalsleAkt. Privatdiskont Tendenz: behauptet. 1.5— . 160. '0 . Londoner Bor.e. Atchiion Topela Doll, lüü. 3 /, Southern Pacrsik „ v7.62 Chicago Rock l3sl. .. 4.75 Mijs.^ani. u.Tez.R. „ 18.50 Union Pacific. 163.75 U. S. Steel Common„ 60.50 Amaigamated v^opp. ^oll. Charrered Col'.rpany Li»- Ca,rruno Broprrerarr- „ Goldsretds Rano Armes . • De Beers Con olid », - Die ih Drpositenkaste Friedderg i. empftehli sich zur ^ „„ l'vriillttlunL »Ile», bauBmassigen 4»cs*-' 1 “" in- und Beitau, von Wellpapieren au alle» Böi e». iriichtung iausenderRechnungen und promfionsfreier «a>c 7 imwedistung von Coupons und Sorten, lnnahme von offenen und versditossenen Depots intacaennahwe veriinslicher Spae-Einiage»