Uummer (>9 NloiUny, den 2 ». Mär; 1914. 7. Juljrguuu ^,e „Neue Cage»,eri«nr>- rr cheint ,eden A?erltag. Negelmatzige Beilagen „ver parier aus Liellen", „Die Spinnstube". Derugopreis: Be» den Postanstalten vlerrellährUch Ä»:. 1,95 bet den Agenten monatlich 50 Pfg. ftlntu tritt "i ostgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen: Grundierte 20 Pfg^ lokale 15 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Botnachna'-me erhoben ErfüNungsort Friedberg. Schriflleilung und Nerlag st geringer als ziterst angenommen wurde, da die von den nahen Schiiten sofort herabgelasscnen Brote viele Personen retteten. Pfoftncft ’TXt sind bisber zwanzig Tote. Wahrscheinlich ist ein Teil der Leichen durch die starke Strömung ins Meer getrieben worden. Unter den geretteten Deutsch-m befinden sich folgende: Post. Doltz. Neumann und Büchel aus Berlin. — Der Ebel der Militär Flngstation Scbastepol, der Leutnant Andrendi, ist während eines Fluges abgcstürzt und war sofort tot. — Wie in London vorliegende Privatdepeschcn aus Konstaniinopel nielden. ist der Gcsuiidhcitszusiand des Ex- sultnnS Abdul Hamid nusirrst schlecht. In ärztlichen Kreisen .erlerntet, daß sein Ableben nahe bevorsteht. — Bei einer .Haussuchung, die die Polizei in Port os Spoin n»s Trinidad vornahm, wurde General Envrinn Castro, der frühere Diktator Venezuela?, in einem Hotel der Stadt entdeckt. Castro, der bereits seit mehreren Monaten verschwunden war, soll über seine Auffindung kc-neswegs erfreut gewesen sein. In einem anderen Hanse, das hauptsächlich von Denezulancrn bewohnt war, wurden Gewehre und 10 000 Patronen gefunden. Hie öflerrfidjiliNngarildif lüftirtiorlaae. Fast allentbalben, wohin wir blicken, besckrästigt nenn sich mit groß"» Wehrvorlagen, die bestimmt sind, die betreffende Großm.rcht bei dem allgemeinen Wettrüsten nicht ins Hintertreffen zn bringen. Nunmehr hat auch in Wien die parla- montarische Bebandlung der Heeresfordernngen eingesetzt, und diele must umso interessanter sein in einem Augenblick, wo an der Newa bedenklich mit dem Säbel gerasselt wird. Zwar scheint man dort mit Schrecken wahrgenommen zu haben, tvaS ein Artikel wie derjenige der Petersburger „Bör- senzeiluug" anzurichten vermag, und sofort ist ein offiziöser Beschwichtigungsartikel in der „Rossija" gefolgt, gleichwohl aber lässt sich der Zwischenfall nicht so ohne weiteros-aus der Welt schassen, er wird m, Gedächtnis hasten bleiben müssen, als ein charakteristisches Zeichen der Stimmung gewisser Kreise in Rustland, die zum Kriege treiben wollen. ES fragt stch nur, ob diese Leute soviel Einslust besitzen, um die mastgebenden Stellen dazu zu bringen, ihnen auf dieser gefährliche» Balm zu folgen. Ta man heute nicht wissen kann, vwlchrn B'crmus die Tinge nehmen werden, wird man f? niemand verdenken können, wenn er stch beizeiten vorsieht und leine Gegenniastnahmen trifft. Das muh besonders für die Donaumonarchie gelten, denn nicht minder gegen diese, ja vielleicht noch mehr als gegen Deutschland, richten sich die Treibereien der Petersburger Dunkelmänner, die glauben, mit Oesterreich-Ungarn schneller fertig werden zu können. Die Begründung, die der Landesverteidigung-Minister Freiherr von Georg! im österreichischen Rcichsratc den geforderten Krediten gab, enthielt in der Hauptsache einen Wink an Rustland, seine Kräfte nicht zu überschätzen, und als Antwort aus die bekannten Auslassungen in der „Börsen- zeitung", die von dem russischen Kriegsminister Suchomli- now inspiriert sein sollen, erllärte der Minister, es müsse alle Zeit und überall volle Klarheit darüber herrschen, dost Ocsterreich-IIngarn vollkomnie» bereit und entschlossen sei, jeden Angriff mit einer energischen Gegenoffensive zu be- antworten. Im Hinblick hierauf müsse mau weitere Opfer bringe», denn wer im Frieden am Unrechten Orte spare, bc- -ehlc im Kriege, die Zeche. In der Donaumonarchie hat man in den beiden letzten Jahren zur Genüge spüren müssen, welch schwere Folgeerscheinungen eine unsichere Loge mit sich bringt, und infolgedessen sieht man sich genötigt, alles zu tun. um bei Zeiten gewappnet zu sein. Im Hinblick hierauf scheint inan endlich vom Partcihader ablassen zu wollen, um da? Zustandckomnieu der wichtigen Vorlage nicht zu vereiteln. Tic Ausgleichsverhandlungen zwischen Deutschen und Tschechen haben erneut eingesetzt und sollen einen gün- ' versprechen. In: Interesse der Tonaumonar- chie Ware dieies Resultat doch zu veranschlagen, es wäre nur a wun; .••eil, dost eine Einigung von Tauer wäre, um endlich i, iiuierpoiitüch.'n ' r , ei ’ Ende zu machen. Sind diese eo doch gerade, die die Ge'ahr in sich bergen, die Großmacht- siellung der Donaui wiiarch.ie zu libmälern und ihren Einflub auf die Gestaltung der Weltpolitik herabzuniindern. Nur ein wenig politische Einsicht, und es wäre für die Parlamentarier an der Donau ein leichtes, ein derartiges Geschick ab- zuwcnden. vkr CSrburtfnriidirtaHg in venüchland. wird durch die neueste Statistik über die Bevölkerungsbewegung deutlich veranschaulicht. Auf 1000 Einwohner kamen im deutschen Reich während des Jahrzehnts 1873/82 durchschnittlich 40,65 Geborene jährlich, während des Jahrzehnts 188392 37,08, während des Jahrzehnts 18034002 37,11 und während des Jahrzehnts 10034 2 32,10 Geborene jährlich. Der Rückgang ist hiernach recht Hede u t e n d. Dabei bleiben die letzten Jabre (1910 mit 30.71 und 1011 mit 20,48 und 1912 mit 20,12) noch beträchtlich hinter dem Durchschnitt de? letzten Jahrzehnts zurück. Am gröstten war während der letzten 40 Jahre die Zabl der Geborenen im Jahre 1876 mit 42,61 auf 1000 Einwohner, am niedrigsten im Jahre 1012 mit 20,12. Allerdings ist auch die Zahl der Gestorbenen im Verhältnis zur Bevölkerung?- ziffcr stark zurückgegangen, so dih die Abnahnie der Geburten gcwissermasteu ausgeglichen wird. Auf 1000 Ein- wobner kamen nämlich im Durchschnitt jährlich 1873752 28.02, 188302 26,06, 18034 002 22,68 und 100342 18,00 Gestorbene. Hiernach hat der lleberschuß der Geborenen über die Gestorbenen auf je 1000 Einwohner im Jahr betragen: 1873*82 12,63 1883'92 **- 11,02 1803/1002 14,43 1903/12 13,59. Am gröstten war die Zahl der Gestorbenen im Jahre 1872 mit 30,62, am geringsten im Jahre 1912 mit 16,42 aus je 1000 Einwohner. Der Geburten-Ueberschust über die Zahl der Sterbefälle war am kleinsten im Jahre 1872 mit 10,47, am größten im Jahre 1902 mit 15,63 aus 1000 Ein- wohncr. Reichstag. 238. Sitzung vom 21. März, 2 Uhr. Am Dundssratstische: Dr. Sols. Eingegangen ist die Danksagung des Kaisers für die Glückwünsche zur Geburt des braunschweigischen Thronfolgers. Das Etatsnotgesrü, das die Führung der Geschäfte vor Verabschiedung des Etats ermöglicht, wird in 1. Lesung c hnc Erörterung genehmigt. Die Beratung des Etats für Südwcslasrika wird fortgesetzt. Die Resolution der Kommission betr. Vergrößerung der Zahl der Eingeborenenkommissarc, sowie die, die den Reichskanzler auffordert, die Unabhängigkeit der Anwälte in Südwestafrika durch Rechtsgarantien hinsichtlich ihrer Absehbarkeit zu sichern, und die einen geordneten Nechtsgang hinsichtlich der Verpflichtung zur Zahlung ~y.: öffentlichen Abgaben fordert, werden angenommen. Beim Kapitel „LandeSpolizei" lWeiste Hilfskräfte) hat die Kommission von dem Posten von 2 Millionen Mark 200 000 Mark abgesctzt. Staatssekretär I>r. Sols: Tie Schutztruppen in unseren großen Schutzgebieten haben die Aufgabe, den Landfrieden gegen gewaltsame Störungen im Innern zn schützen. Für Südwestafrika niust ich betonen, daß die Ausgabe der Schutz, truppe einen ganz anderen als polizeilichen Zweck hat. Die 2000 Mann sind über das ganze Land, das eineinhalb Mal so groß ift wie Deutschland, verteilt, und zwar in so kleinen Abteilungen, daß eine Abkommandierung von Soldaten ans den Verbänden den Verzicht auf die Schlagfertigkeit bedeuten würde. Man stelle sich vor, wie es aussehen würde, wenn wir die Schuhtruppe tatsächlich polizeilich verwendeten. Wir müßten sie aus den Verbänden herausnehmen und in kleinsten Posten über das ganze Schutzgebiet verteilen. Wenn nun, was nicht wahrscheinlich, aber doch bei Eingeborenen immer möglich ist, ein Aufstand entsteht, dann würden diese polizeilichen Funktionen einfach aufhören und die staatliche Aussicht würde wegfallen. Deshalb müssen wir Wert darauf legen, daß neben der Schutztruppe noch eine Pol-zeitruppe in Südwestafrika ist. In welcher Form die Polizeitruppe nun organisiert werden soll, lasse ich dahingestellt. Tie Ausgaben werden allerdings hoch sein. Nach einem Gutachten des Gouverneurs sind 500 Mann absolut erforderlich. Weniger aufzustellen bält er für ausgeschlossen. Ich halte es für meine Pflicht, Sie darauf hinzuweifen, daß Sie noch einmal prüfen, ob Sie die Verantwortung für die Streichung übernehmen können. Der Gouverneur lehnt sie ab. Möglicherweise werden Sie ni . einer Streichung Tatsachen schaffen, die für die Zukunft SüdwestafrikaS sehr unangc- nehme Folocn haben können. Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Lcdcbvur tZoz.) stimmt das Haus der Streichung zu. Die Resolutionen, wonach das Reich von den Kost'» dei Schutztruppen und der LandeSpolizei zwei Drittel und dal Schutzgebiet ein Drittel tragen und den Schutztruppen die Möglichkeit gegeben werden soll, ihren eigenen Bedarf an Derpflegnngsmitteln tunlichst aus fiskalischem Boden zu er- zeugen, sowie die auf Erlaß weiterer Arbeitcrschutzln 'tim- mungcn werden angenommen. Auch daß Verbot der -istie- dclrmg des Ambolandes durch Weiße wird ausrecht erhalten. Angenommen wird ferner c5 1 • c Resolution, die die ' • rg- rechtlichen Verhältnisse im Norden des südwestafrikau’ichcn Schutzgebietes so rcgcln will, daß eine ungestörte und sachgemäße Erschließung des Landes sich vollziehen kan». Damit ist der Etat erledigt. Es folgt die 1. Lesung eines von der Biidgctkommissiou ausgearbeitetcn Gesetzentwurfes, der bei Bahnbaicken gar» allgemein die Anlieger — d. h. die Konzeisiousgesellschafte’ — nach Maßgabe ihres Interesses zu den Kosten heran ziehen will. Abg. Waldstein (Fortschr.): Ter Staatssekretär bat sich nicht ans den Boden des Gesetzentwurfes gestellt. Er möchte ihn lieber in Form einer Resolution entgcgennehmon. Diesem Wunsche sind die Konservativen gefolgt, und sie haben eine entsprechende Resolution cingebracht. Es icheint auch tatsächlich zu weit zu gehen, die Anlieger ausnahmslos zu allen Vcrkehrsanlagcn heranzuziehen. Hoffentlich kommt bis zur zweiten Lesung eine Verständigung zustande, Abg. Graf Westarp (kons,): Mit dem Grundgedanken des Gesetzentwurfes sind wir einverstanden. Aber wir fürchten die Tragweite dieses Gesetzes, Darum schlagen wir nur eine Resolution vor, Abg. Ledebour (Soz.): Wenn irgend etwas erreicht wer- den soll, so muß der Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form angenommen werden. Er ist ein Ausläufer des langjäbri- gen Kampfes, den wir gegen den Ilnfng der Landgesells haften fuhren. Am liebsten hätten wir diesen Gesellschaften den ganzen Raub genommen, Abg. Erzbergcr (Zentr,): Für den Reichstag handelt es sich nur darum: Will er den Kanipf gegen die Konzesswns- gescllsckxrften fortschen oder nicht? Will er das Land auch weiterhin an sechs große Gesellschaften ausliefern? Das vorliegende Gesetz ist wörtlich abgeschrieben ans einem Schutzgebietsgesctz von 1908, nur mit einer zeitgemäßen Ergänzung, Ich verstehe die Bedenken nicht. Graf Westarp will alles dem Bundesrat überlassen. Sind wir denn schon solche Mummelgreise, daß wir nicht einmal so ein Gesetz abschreiben können? Abg, Keiunth (natl,): Wenn die jetzige Farm des Gesetzes noch Bedenken erregt, so kann bis zur zweiten Lesung eine Verbesserung erfosgen. Wir sollten jetzt aber dem Gesetze zu stimmen. Das Gesetz wird in erster Lesung genehmigt, Ileber die Resolution Westarp wird bei der zweiten Lesung abgestimmt werden. Der Nachtrag zum Etat der Schutzgebiete wird angenommen, ES folgen Petitionen. Bei der Petition der Bäckeriiinimg Germania betr Schutz gegen Boykott und Streikausschreitungcii hielt Abg, Brey (Soz.) eine Rede von mehr als einer Stunde Dauer gegen die Wünsche der Innung. Abg. Irl (Zentr.) beantragte lleberweisung als Material, Montag: Kleine Vorlagen, Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. Am Samstag wurde die erste Beratung des Gcundtet- lungsgcfetzes zu Ende geführt, Abg, Rissen e sind dieser Aufforderung auch zahlreich nachgekommen, nicht zur Freude der Freisinns- nianncn, die ein bis anderthalb Dutzend aus Frankfurt und seinen eingemeindeten Vororten gekommen waren. Ihre Gesichter lvurden länger und länger, wie sie die Bauernscharen aus Gronau, Rendel, Büdesheim und Oberdarfeldcn ankommcn sahen. Ein in den weitesten Kreisen unbekannter Vorsitzender cröffnetc die Versanimlung. Auf eine Anfrage deS anwesenden Herrn Hirsche l- Friedberg, ob freie Aussprache gestattet sei, wurde Liese bereitwilligst zugcsagt, nur bemerkten die Herren, daß sie um sechs Uhr zum Zuge müßten. Wie dies Versprechen gehalten wurde, werden wir später sehen. Die Vorstellung w:irde durch einen Lizentiaten Hillmann eröffnet, der sich als freisinniger Reichstags» kandidat für den Kreis Hanau—Gelnhausen—Gib vor stellte. In salbungsvollen Knnzelton brachte er ein buntes Allerlei ton Einigkeit, Recht und Freiheit, von der Revolntion im Jahre 1818 und bunten Röcken, von der llcberhcbnng des Preußentums und dem Vorherrschen der „Kaste" der Land- lrirte vor. Daß er die großen Männer ans den Zeiten de? ersten Kaisers für den Freisinn in Anspruch nahm, nimmt kci der Bestheidenhcit des Freisinns nicht weiter Wunder. Daß dem Redner dabei das Derschen unterlief, ans dem Geburtstag Wilhelms I., den 22. März, den Todestag zu machen, sei nur beiläufig erwähnt, offenbar weiß der Herr Lizentiat in diesen Dingen nicht recht Bescheid. Als er schloß, waren die Landwirte stumm wie das Grab, die Claqueure taten ihre Schuldigkeit. Tann kam der Elan des Tages, der freisinnige Renonnnierbaucr ans OstfricSland Jan F e g t c r. In epischer Breite begann er einen Dortrag über die Geschichte des deutschen Volkes. Alles hat der Freisinn ge- schaffen, Blücher, Jork, Arndt, Scharnhorst, waren eingeschriebene Mitglieder der freisinnigen Volkspartei. Als der Sieg gelungen war, hätten sich die Junker wieder der Herrschaft bemächtigt und die Besten, wie Arndt, Jahn, Gneisen.m und Scharnhorst hätten sich verbittert und verstimmt zurückgezogen. Daß Scharnhorst schon im Feldzüge an den Folgen einer bei Wartenbirrg erhaltenen Wunde gestorben war, geniert große Geister, wie den Jan Fegter, weiter nicht. In dieser Tonart ging eS geschlagene 1% Stunden weiter. Der wirtschaftlichen Seite, auf die doch die Znhörtzr besonders gespannt waren, widmete er nur eine knappe Zeit und setzte die verschimmel- sten freisinnigen Ladenhüter vor. Die Zölle nützten allen Landwirten bis zu 40 Morgen überhaupt nicht, solchen bis zu 100 Morgen zum größten Teile auch nicht. Die Vich- zclle hätten auf den Preis des Fleisches keinen Einfluß. Durch die Zölle würden den Landwirten die Bedürfnisse ver- tcnert, so hat Fegter einen Bekannten, der herausgcrechnct hat, daß er allein infolge der Zölle an Huf- b c sch lag 250 M mehr ausgebcn müsse. Er erzählte von fetten Ochsen seiner Heimat, die 6 Zentner wögen, was große Heiterkeit hervorricf. Die Schutzzollpolitik diene dem Gvoßarundbesitz und sauae die Bauern auf. Fürst _______Teile i Bismarck habe in stetem Kampf« mit den Konservativen ~ legen, und dergleichen mehr. Die Versammlung merfte immer deutlicher, daß der Redner die Absicht hatte, biz f, Uhr zu sprechen, um so einer Entgegnung aus den. Weg/,. gehen. Tie Stimmung wurde immer erregter und g," schließlich ein Teil der Besucher Miene machte, den Saal - verlassen, hatte der Biedennann die Stirn, zu behmwie: die Gegner hätten nicht den Mut, seine Weisheit anznhöre? , Infolge des stürmischen Widerspruches, der sich daraus crH gab der Vorsitzende die Zusicherung, daß die Versammln» verlängert werde. Mit einigen abgedroschenen Freisinn Phrasen schloß Jan Fegter. Redakteur H i r s ch c l - F,st,- bcrg gab zunächst seinem Bedauern Ausdruck, daß cs st,,, nicht vergönnte sei, sich einmal gründlich mit Herrn Fegter anseinanderzusctzen, da dieser absichtlich einer Aus spräche dadurch aus dem Wege geangen sei, daß er fcnir Rede so lange ausgedehnt habe. Herr Jan Fegter babe », seiner Rede eine solch' haarsträubende Unwissenheit über die landwirtschaftlichen Verhältnisse der hiesigen Gegend gezeip, daß ihm einige Belehrung nichts schaden könne. Redner bist- dann an der Hand van Belegen dem Freisinn scknc Zünder vor. Leider hörte sie Herr Fegter nicht bis zum Ende an, indem er sich mitsamt dem Herrn Kandidaten entfernte, eine Verdrehung und geradezu als eine Fälschung bezeichn,:, Herr Hirsches es, wenn der Freisinn den Fürsten Bisnv.nil für sich in Anspruch nehme. Unter dem lebhaften Beil,,!, der Versammlung schloß er niit den Worten Bismarcks: „Ist, halte den Freisinn für eine Gefahr für dci: deutsche Reich und für unduldsam, den Gegensatz oo» freisinnigl Unterdessen hatte ein demokratischer Stadwer- cidnetec aus Franffnrt, namens Korf, den Vorsitz ülm. nommen, der die Maßnahmen der Stadt Frankfurt im Milchkrieg 1911 rechtfertigen und den Geburtenrückgang ans dem höheren Milchpreis herleitcte. Noch zwei weitere Freisinnige ließen die Schleusen ihre Bered, samkcit ans die Versammlung los, worauf Landwirt Fr. As Schwind- Gronau seine Verwunderung über das Ans. treten Fegters Ausdruck gab, er hätte geglaubt, von eine», Landwirte wirtschaftliche Fragen ansgclegt zu bckoimncn statt dessen habe er nur Redensarten gehört. Er crinncn alle Landwirte an die Zeiten Eaprivi's. Wer solche Zeiten Herbeiwunsche, solle den Freisinn wählen. Zwei weitere Freisinnige bemühten sich vergebens, ihre Sache zu retten, wobei das Bauernlegen eine Rolle spielte. Herr H i r s chcl cntgegnete, der schlimmste Banernlcger in unserer Gegend sei die Stadt Frankfurt mit ihren Stiftungen und das Großkapital. Er schloß seine Entgegnung mit einen, begcisicr! aufgcnommenen Hoch auf den Bund der Landwirte. Als Fazit der ganzen Veranstaltung können die folgenden Wolle des Sattlermcisters Koch- Niederdorfelden angesehen werden. Er führte aus, Leute, die zugeben niüssen, daß sic gegen die Bauern in ihren, Kampfe nur einen gerechten Milchprnt Gelder bewilligt hätten, hätten aus dem Land nichts zu such » und sie könnten alle Mühe sparen, die Bevölkerung zu bekehren. Als Landwirt Schwind -Gronau noch einmal sprechen wollte, und der Vorsitzende ihn unterbrach, erhob sich rin solcher Lärm, daß der anwesende Gendarmerie-Wachtiiieister mit Auflösung drohte, worauf der Vorsitzende schleunigst die Versamnilnng sang- und klanglos schloß. Sonnt hatte die Komödie ihr Ende erreicht. Den Herrschaften ist gezeigt worden, daß in Niederdorfelden und Umgebung ihr Weizen nicht blüht. Um einmal mit der „Frankfurter Zeitung" zu sprechen, so brauchen sie auf ihren Erfolg nicht stolz zu sei» Bereinigte Landwirte ßaniumrte! Gebt den fortgesetzten Machenschaften der Milchgrohhändler, den Milchprris zu drücken, nicht nach, sondern haltet fest an Euren Preisen. Die Preisdrücker können nur dann Erfolg haben, wenn Einzelne nachgeben. Halten «rüe Landwirte fest, dann werden die Preisdrücker keinen Erfolg haben. Arind der Landwirte. Hanau, 23. März. Mit Unterstiltznng des LandroK- amtes macht die hiesige Landkrankcnkasie den Versuch, in der eigenen Wirtschaft beschäftigten Familienmitgln--- zwangsweise zur Krankenversiechrung heranzuziehcn. Drr- schiedene Mal ist dagegen schon Stellung genommen worden Gestern fand eine vom Bund der Landwirte und den »Vereinigten Landwirten" cinbcrusene, zahlreich besuchte Versammlung in der „Concordia" statt, die unter dein Vorsitz des Herrn Direktors T y l m a n n tagte, und die sich Ebenfalls mit dieser Frage beschäftigte. Herr Landtagsabgeor,- »cter Or. v. H e l m o l t vertrat an Hand des Gesetzes, den Standpunkt, daß ein allgc,neincs Heranziehen der landwi,. schastlichen Hausjöhne zur Krankenversicherung nnstattbo > sei. Schon zweimal sei die Frage im Rerchstagc beftnockn'- worden und jedes Mal habe die Regierung betont, deß^ Frage von Fall zu Fall und nicht allgemein geregelt lt'"' müsse. Die Aussprache war eine sehr lebhafte und regte-, cs beteiligten sich daran Bürgermeister E t a: Ravolzhausen, Friede. Wenzel- Gronau, Direktor -c > mann, I. Kalbhcnn-Gronau. Damm kohle Dörniobeim. Sekretär >1 l r i ch - Franffnrt u. a. An Nr. *» schlag des Laudtogsabgeordneten I>r. v. H e l m o l t fand folgende Entschließung einstimmige Annahme: «Die am 22. März zu Hanau tagende Versammlung des „Bundes der Landwirte" und der „Vereinigten Landwirte von Frankfurt und Umgegend" erachtet das Ansuchen. die in dem Betriebe beschäftigten Familienmitglieder allgemein znmngsweise zur Krankcnl>ersick>e- rung heranzuziehcn, im Widerspruch stehend mit dem Olcsehe, und init den Erklärungen der Reichsregierung in, Reichstage am 13. Februar und 13. März ds. Js. Tort wurde ausdrücklich erklärt, daß diese Frage nicht generell, sondern von Fall zu Fall entschieden »verden mühte. Der 8 176, Absatz II, des ReichsversicherungS-Gesetzes führt die in der eigenen Wirtschaft beschäftigten Fannlien- mitgliedcr ausdrücklich unter denen von der zwangsweisen Versicherung Befreiten auf, denen die freiwillige Versicherung anheim gestellt ist. Die Versammlung erblickt weiterhin in dem Verlangen eine schwere Schädigung des Familiensinns, da cs den Uebcrlieferungen widerspricht, Familienangehörige als bezahlte Gehilfen zu betrachten. Aus all' diesen Gründen ersucht die Versammlung, Kgl. Überversicherung samt möge die Landkrankenkasse im Kreise Hanau anweisen, daß das Ansuchen, die Familien- angebvrige zwangsweise zur Krankenkasse allgcniein her- auzuzichen, unstatthaft ist." Ans der Heimat. * Die gestrigen Wahlen zur Allgenieincn Ortskrankcu- kafse für den Kreis Friedberq haben, wie uns von allen Orten gemeldet wird, unter sehr starker Beteiligung stattgefunden. In Fricdberg war im Wahllokal bei der Arbeit- uchnierwahl das Gedränge stellenweise so stark, dah von einer geheimen Wahl fast keine Rede sein konnte, zumal sich auch die bekannten sozialdemokratischen Agitatoren darin breit machten. Insgesamt haben hier 820 Arbeitgeber und 700 Versicherte gewählt. In Lber-Mörlen sind beinahe alle Arbeitgeber lind über 200 Versicherte zur Wahl gegangen. Auch in Dorheim, Rieder-Wöllstadt und Dortelweil war die 'tseteilignng lebhaft, und in letzten! Ort tvaren allein aus Rendel etwa 30 Mann gekoinmcn, die den weiten Weg nicht gescheut haben, lieberall auf den Landstraßen konnte man Leiterwagen bemerken, die die Wahlberechtigten zur Wahl- stätte führten. Tie Sozialdemokraten haben in letzter Stunde ein Flugblatt herausgegeben, dos in gewohnter Weise von Lügen und Gemeinheiten nur so strotzt. Die Wablzcttcl werden verstegclt und nach Friedberg verschickt, wo die Zählung vorgcnommen wird. Das Ergebnis wird wohl vor morgen nickst bekannt werden. * Frirdberg, 23. März. Bon einem bösen Schicksal heimgesncht lvurd« der früher hier ansäsfige Rechtsanwalt Fisckier, der seit Jahren in Gießen tätig ist und zu den bc- licbteslen und gesuchtesten Anwälten zählt. Beim Hühncr- aiigenschncidcn insizicrte er sich und die dadurch entstandene Blutvergistung nahm so schlinunc Forme» an, daß man, um das Leben z» retten, zur Amputation des ganze» Deines schreiten ninßte. * st. Fricdberg, 23. März. Jni Evangelischen Jiing- lingsverein „Feierabend" stellte der Vortrag über den Hand- wcrkcrberuf Vergleichungen an zwischen den früheren inid du jetzigen Zuständen. Als Beleg für die früheren Vcr- hältnisse wnrd u. A. eine Zunftordnung ans dem Jahre 1726 berangezogen imd als Schlußrestiltat gefunden, daß der Handwerksbetrieb unserer Zeit sich unter günstigeren Bedingungen vollzieht. Mögen einzelne Gewerbe gänzlich eingegangen. andere durch Großbetriebe gelchmälert worden fein: fachmännisch ausgebildete Kräfte sind auch in den Großbetrieben nötig. Und an Stelle eingcgmigcncr Gewerbe ist eine an Zahl und Uinfang ungleich größere Reihe ganz neuer entstanden, wie: Wasser- und Gasinstallation, Elektromechanik, Elektrizitätseinrichtnng. Fahrrad- und Automobilwerke, Eisenbahnschlosserei, Dampskesselmoutage, Zentralheizung. RahrnngSmittelgewerbe und Bauhandwerk beschäftigen viel mehr Leute wie früher nsw. Tic Liste des initteldentschen Arbeitsnachweises vom 18. März enthält 218 offene Stellen, dagegen Stellengesuche nur 37. Also darf auch jetzt noch vom „goldenen Boden" des Handwerks gesprochen und ihm der Vorzug vor manch anderer Bcrufsart gegeben werden. (Tic erwähnte Liste liegt im „Feierabend" cffen, woselbst auch Anmcldekarten für Lehrlinge und Lehrmädchen uncntgeltlich zn haben sind.) * Friedbcrg, 23. März. Der Biencnzüchterociein für Friedberg und Umgegend hielt am Sonntag, den 22. d. Mts. im „Ratskeller" zu Fricdberg seine Monatsversammlung ab, die recht zahlreichen Besuch aus fast allen angcschloffenen Orten aufwies Auch der Vorsitzende des Bezirks Butzbach war erschienen. Aus der recht reichhaltigen Tagesordnung sei hier nur erwähnt, die Festlegung der nächsten Wanderversammlung aus den 17. Mai nach Billingcn, und der Bortrag des Vorsitzenden. In etwa einslündiger freier Red« sprach der Vorst tzendc, Herr Lehrer R » n I - Okarben, über Rechte und Pslich- teil des Bienenhalters nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch. Er führte dabei aus. dah die Bienen eine Sonderstellung im bürgerlichen Gesetzbuch cinnchmen, dah aber di- Paragraphen W, 924, 9*11 u. s. die Berbältnillc klar regeln. An vielen Beispiele» aus dem täglichen Leben verstand es der Redner di- Paraqraphcn des Gesetzes sehr verständlich "zu erklären. Größte Aufmerksamkeit, reicher Beifall und Anführung mehrerer, Manchmal drastischer Vorkommnissc seitens unserer Miigjze- ber bewies Herrn Runk, wie sehr jeden Imker gerade dieses Lhema interessiert und ist es mit Freuden zu begrüßen, dah in einer der nächsten Versammlungen der Redner eine Fortsetzung davon dringen will. Eine kleine Eratisverlosung schloß die angeregt verlaufene Tagung. * Dorheim, 23. Märr. Wie schon bereits bekannt, begeht fitac aageozeituag. wconlag, den zs. »titrz 181 *. Seite 3 der Fußballklub „Britannia" am 26. April sein zweites Etls- tungsseft verbunden mit olympischen Spielen. Dem Feste ist salzendes Programm zu Grunde gelegt: Morgens 7K Uhr: 15 Km Wetlgcben, 9-K Uhr: 10Q Meter-Lausen, 10 Uhr: Drerlamps (bestehend aus Kugelstoßen (20 Psd.f, Wcitspruiig und Freihochl, 10;< Uhr: Scchjer-Tournicr Klaste B, Mittags von 12—t Uhr: Mittagspause, 1 Uhr: Cechser-Tournier Kl. A, 214 Uhr: Fußball Weilstoh: Rachmittags von 4 Uhr: großes Preisschicßcn und Tanz. Die Preisverteilung sinbet Abends S7 Uhr statt. * Bad-Rauhrim, 23. März. Wegen Vornahme von Walz- arbcitcn wird die Krcisstraße Bad-Ra»heim—Niedermärlen vom 24. März di» 4. April für den Wvgcnocrtchr gesperrt. * Butzbach, 23. März. Samstag Nacht verschied nach längerem Leiden der im beste» Mannesaltcr (43 Jahre) stehende Mitinhaber der Eambriiiusbraucrei Hermann Melchior. E: beneidete verschiedene Ehrenämter, die er aber infolge seiner Krantheit vor längerer Zeit niederlcgcn mußte. Allgemein ist die Trauer um den Dahingeschicdenc», der überall geachtet und beliebt war. * Ober-Widdcrsheim, 23 März. Bei der am Samstag ftattgesundenen Beigeordnctenwahl wurde Herr Gastwirt Eiser mit 84 Stimmen gewählt. Auf Ferdinand Weis sielen 55 Stimmen. Tie Wahl unseres ncugewähltcn Bürgermeisters Schäfer wurde vom Krcisamt bestätigt und hat derselbe bereits sein Amt übernommen. Möge er cs zu»! Wahle ber Gemeinde ausüben. * Orienberg, 21. März. Trotz der vorgerückten Jahreszeit »nd der frühen Stunde hatte sich am Mittwoch Abend eine sehr stattliche Zahl Besucher, besonders auch von auswärts ein- gcsunden, um an dom von ber „Positiven Bereinigung" veranstalteten Bortrag des Herrn Pfarrers Dr. Busch Franksurt a. M. über die „Pflege des religiösen Lebens in der Familie ein« Notwendigkeit für unser öjsentliches Leben" teilzunch- men. Christliche Religion, so führte der Redner aus. ist weder „Privatsache" »och „persönliche Seeligkeitssache" allein, sondern vor allem eine uiibcdingte Notwcndiglcit für unser össentlichcs Leben. All die großen Schäden unserer Zeit, die grenzenlose Selbstsucht auf allen Gebieten, die Auslösung des Familienlebens, die sittliche Verwilderung u. a. m. können ein« gründliche Heilung nur dann ersahren, wenn cs gelingt, das religiöse Leben wieder mehr zu pflegen und in der großen Oessentlichteit zur Geltung zu bringen. Wer soll das tun? die Schule, die Kirche, gewiß beide, aber vor allen Dingen das Hans und die Familie. Hier muß das christlich, religiöse Leben gepflegt werden 1) durch das persönliche Glaubenslcbc» der Eltern und ihr christliches Beispiel; 2) durch regelmäßige Hausandacht und Bibellesen: 3) durch die Pflege des Gebets- lcbens; 4) die Pflege des geistlichen Gesanges im Hause; 5) den regelmäßigen Gottesdienstbesuch der ganzen Familie. Die Notwendigkeit dieser Forderungen wurden durch eine Reihe z. T. erschütternder Erlebnisse aus der eigenen Erfahrung des Redners erwiesen. Die sich steigernde Aufmerksamkeit der Zuhörer, die einem weihevollen Gottesdienste glich, zeugte für den tiefen Eindruck, den die Aussührungen auf Herz und Gewissen inachtcn. Dari» lag der schönste Dank sür den Redner. Ebenso danlbar wurden die Darbietungen des Obermockstüdter Pofau- ncnchors ausgenommen, der sich durch das beharrliche Ausharren der Zuhörer zu 2 weiteren Zugaben »erstehen mußte. * Gießen, 23. März. Die derzeitige Ausstellung des Kunst- vereiiis am Brand, welche von dem Ausstellungsvcrbaud Münchener Künstler arrangiert ist, bietet gegenüber der zuletzr stattgeyabien Futuristen Ausstellung eine hcrzersrijchende Abwechslung. Sie zeigt die Werte von zirka 40 Künstlern mit annähernd 100 Bildern und einigen Plastiken, die einen Besuch der Ausstellung reichlich lohnen. * Gießen, 23. März. Zum Obcrbllrgermeisterwechsel in Eicßeii widmet ein hiesiges Blatt dem geschiedenen Oberbürgermeister Mccum einen großen Nachruf. Zn demselben werden auch die verschiedenen schwachen Seite» des Oberbürger- incisters erwähnt und namentlich dargetan, daß er durch seine Starrlöpfigkeit manches durchgesetzt hat, was im Interesse de: Stadt besser anders gemacht worden wäre. Daß jede Klcinig- leit eines Baugesuchcs ganz nach den Intentionen des Oberbürgermeisters ausgeführt werden mußten, daß er mit jeder anderen Behörde, mit der er als Vertreter der Stadt in Ber- handlungen trat, sich gleich in den Haaren lag und daß so viele Bürger sich durch sein- Behandlung zurückgesetzt fühlten, daran ist nicht allein der Oberbürgerineister oder seine, sagen wir einmal heftige Natur schuld, sondern dafür tragt ganz allein die Mehrheit der Stadtverordneten die Verantwortung. Bor allen Dingen waren es diejenigen, welche ihn j. Zt. nach Gießen gebracht hatten und nun glaubten ihm in allen Fällen den Rücken decken zu müssen, dann aber auch einige hauptfrei- stnnige Parteimänner, die es schon für ein Verbrechen hielten, wenn nur ein Kollege sich die Handlungsweise des Oberbürgermeisters verbat, oder ihm einmal in der Sitzung etwas scharf cntgegentrat. Wenn der Oberbürgermeister etwas durchsetzen wollte, für das er keine Mehrheit in der Sitzung glaubt-, erlange» zu können, so ließ er die Sache erst in der juristischen und Baudeputation beraten und dann hatte er schon vor Er- öspring der Versammlung gewonnenes Spiel. Ein Bürgermeister für sich kann seine Ideen nicht zur Verwirklichung bringen, wenn ihm nicht die Mehrheit der Stadtverordneten zustimmt. Diese Tatsache sollte sich die Bürgerschaft, wenn demnächst wahrscheinlich eine Stadtverordneten - Neuwahl ausgeschrieben wird, einmal vor Augen halten. » Ruttershausen b. Lollar, 21. März. Wie schon öfters, so haben sich auch jetzt wieder eine Anzahl Grundbesitzer vereinigt »m ein sehr naher Stück Land in unserer Gemarkung zu drai- nieren. Es bedeutet dies eine bedeutende Bodenverbesierung, was die meisten Landwirte bei uns schon ersahren haben. Gelernt haben wir dies von der Eroßh. Kukturrnspektion in Sie- ßen, welche gelegentlich unserer Fesdbercinigung diese Drainage eingeführt und damals schon de» größten Teil unseres Feldes trocken gelegt hat. Der Wasserstand der Lahn ist wieder im Fallen. ' >' * Frankfurt a. M„ 23. März. Seit einigen Wochen sind aus Duisburg vier junge Mädchen im Alter pan Ib^t7 Jahre» spurlos verlchwnnden. Eines der Mädchen wurde von der hiesigen Kriminalpolizei sestgenommcn. Es sollte i» ein össentlichcs Haus gebracht werden. Man glaubt, daß auch die andern drei Mädchen von Mädchenhändlcrn verschleppt worden sind. * Frankfurt «. M„ 23. März. Der in der Liitzowsiraß,: wohnende 32jährige Ernst Walter, der eine zcitlang Hilfs. schasjner bei der Straßenbahn war, mißhandelte jobre! seine Frau, bis diese kürzlich Anzeige erstattete. Hierbei er gab cs sich, daß W. seit zehn Iahic» den Zubültcr seiner Frau gespielt hat. W. wurde wegen schwerer Kuppelei und Zuhäl tcrri verhaftet. • Franksurt a. SD1., 23. März. Z» Preungesheim wurde heute Morgen der Kausman» Karl Hops hingerichtet. Hops war am 20. Mürz 1363 in Franksurt a. M. geboren. Er wurde am 18. Januar l. Js. nach mehrtägige» Verhandlungen zum Tode verurteilt, sowie zu 15 Jahren Zuchthaus. Hops wurd. schuldig befunden, seine erste grau, feine beiden Kinder, sowie seine zweite und dritte Frau vergiftet zu haben. Pon der An klage de« Mordes an seinen Elter» wurde er srcigesprochen. Zn der Verhandlung des Schwurgerichts leugnete er bis zum letzten Augenblick. Erst nachdem er das Todesurteil vernommen hatte, soll er völlig zusammengedrochen und wie geistesabwesend sich gezeigt haben. Der König hatte von seinem Be gnadigungsrechte keinen Gebrauch gemacht. Das Urteil wurde deshalb vollstrcckt. Die Hinrichtung war aus heute srül, 7 Uh, angesctzt. Während wir diese Zeilen schreiben, werden du Giftmorde ihre Sühne gesunden haben. Hessen-Nassau * |. Usingen, 21. März. Der von dem hiesigen Zweigverein des Evang. Bundes im Saale „Zur Sonne" veranstal tete Familicnabend nahm einen recht anregenden Verlauf Rach einem Begrüßungsliede durch den Seminarchor hieß der Vorsitzende des Zweigvcrcins. Herr Dekan Bohris, die Erschienenen mit herzlichen Worten willkommen und gab der Hass nung Ausdruck, daß die Sache des Evaikg. Bundes, der im ver gangencn Jahr« sein Hauptjahrcsscst hier in Usingen in io er hebender Weise geseiert habe, immer weiteren Boden in -cnje rer evangelischen Bevölkerung gewinnen möge. Der Redner des Abends, Herr Pfarrer Ziegler aus Eröbning im Steiermark, bot sodann in einstündigem Borttage s-sjclnde und le bensvolle Einzelbilder aus dem kirchlichen und religiösen Le den der evangelischen Gemeinden Steiermarks in ihrer ge jchichtlichen Vergangenheit und ihrem gegenwärtigen Stande. Das Schlußwort sprach Herr Pfarrer Schneider. Zur Schulden ttlguiig seiner Kirchengemeind« Eröbning wurden dem Ned»-.r als Dank für seine manchmal herzergreifenden und oft wieder humorvollen Darbietungen als Sammlung des Abends 21 Mt 42 Psg. überreicht. Auch in den Ortsgruppen des Evang. Buudes zu Wilhclmsdorf, Merzhaujen, Wehrheim und Wester seid hielt Herr Pfarrer Ziegler Vorträge über seine Ersab- rungen und Erlebnrsie in Steiermark vor teilweise sehr gu! besuchten Bundesversammlungen. — Der hiesige Obst- und Gartenbauoerein hiell im Case Arnold seine Generalversammlung ab. Nach dem Kassenbericht beträgt das Gesamtver- mögen des Vereins 130 Mark. Für Preise stehen dem Verein 200 Mark zur Beifügung und zwar sür eine» Prrisbewerb für Blumenschmuck. * Fulda, 23. März. Vom verstorbene» Breslauer Fürst bischof Kopp erzählt die „Fuldaer Zeitung" aus seiner F»l- dacr Bischosszeit folgende Begebenheit. Aus der Streckc Fulda—Gießen befand sich ein ehemaliger Schuljreund des Kopp als Bahnhofsvorsteher. Bischoj Kopp, der dies c>fahren hatte, benutzte deshalb einst aus der Firmungsr-ise nach Ober- Hessen den Zugauscnthalt in der betr. Station, »m seinen alten Schulfreund zu begrüßen. Letzterer kannte auch de» am Fenster Ausschau haltenden Bischof, wich aber etwas ocrlcgey in den Dienstraum zurück. Da ließ Bischof Kopp durch einen anderen Beamten Herrn Vorsteher B. hcranbitten und reichte ihm freundlich die Hand mit de» Worten: Lieber B„ wir wob nen jetzt nicht weit auseinander und wenn du einmal na : Fulda kommst, bitte ich dich dringend, mich zu besuche», auch deine Frau und Kinder bringe mit. Die Verlegenheit de- Vorstehers erklärt sich u. a. auch daraus, daß er als KatholU eine protestantische Frau geheiratet und protestantische Kin dcrcrziehuiig zugegeben hatte. Bischof Kapp wußte dies, ließ sich aber trotzdem nicht abhalten in seiner ihm eigenen Leutseligkeit die alte Schulkamcradschaft in so warmer Weise au- leben zu lasten. (Es handelt sich dem „Lautcrb. Anz." zu folge, um den etwa im Jahrzehnt 4880—1800 in Alsfeld an gestellt gewesenen Bahnhofsvorsteher Becker). VlirberiA zum gronffurter zrilchtlimli. Montag, den 23. März 1914. We izen, hiesiger und Wetterauer , auf dem Lande abgeholt Roggen, hiesiger und Wetterauer auf dem Lande abgeholt Ee r'st e, neue Hafer, hiesiger und Wetterauer . „ kurhessifcher ..... Trockentreber Tendenz: _ Norbkricht |bw Frankfurter ufffjniiirht. Montag» den 23. März 1914. Auftrieb: 448 Ochsen. 60 Bullen, 863 Fälle», Küh, 9m Kälber 103 «cka.se. 2387 Sckweine- Mk. 20.30—20.40 20.00—20.10 16.30-16.40 16.00-16.40 17.50-18.00 16.00-17.00 60.00-00.00 Mk.-.— Franksurter Wetterbericht- Voraussage: Wolkig, zeitweise Niederschläge, etwas war mer, westliche Winde. Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Fricdberg; für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Fricdberg; sür den Anzeigenteil: Kar S ch m i d t, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- V r - »eitung", A.-G.. Friedbera i. H. !Hr. h.) yjcuc Lionrag, 2cII 23. Ltärz »31«. Sfilr . Geschäfts-Eröffnung. Der geehrten Einwohnerschaft von Friedberg und Umgegend mache . ) ich hiermit die ergebene Mitteilung, bas; ich am Sonntag, de» 22. (() '•// März in meinem Neubau H a a g st v a f; c N r. J> ein t Herrenkleidergeschäft Y eröffne. Ich empfehle u. a. eine grosse Auswahl in Geschäfts-Verlegung. Von Aloittag, den 23. d. 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An meinem Nackbartische kam ein biederer bandmann mit drei Herren ins Gespräch, deren Wohlbeleibt- best anncbinen ließ, daß sie iiber die mageren Jahre der ''lscssorzeit hinaus waren. „Nun, die Herren haben auch an der Tagung teilgenonimen", so eröfsiiete mein Nachbar am anderen Tiiche das Gespräch, indem er die wohlgepflezten, wer ringlosen Hände der Herren musterte. Ich hörte nicht weiter ans die beifälligen A-mßerungcn der Herren, hörte aber, wie der biedere Mann aus dem Volke sortfuhr: „Warum sind denn die Herren nicht verheiratet. Da trägt ja keiner den Ring am Finger? So stattliche Herren, da könnte koch jeder dem Staat ein paar tüchtige Männer erziehen: Ich meine, das wäre doch auch Jung-Deutschland. Oder habe Ich die ganze Sache nicht recht verstanden?" Ich kann mich der verlegenen Antwort des einen der Herren, die wohl Icdenfalls ein Witz sein sollte, nicht mehr entsinnen, hatte ne wohl auch nicht recht verstanden. Jedenfalls fuhr der Bauersmann mit lauter Stimme fort, ohne sich irre machen zu lassen: „Das sind komische Verhältnisse! Die, die Kinder erziehen könnten, heiraten nicht und die. welche sie nicht er- »iehen können, haben die Kinder. Das ist doch eine verkehrte Welt. Was hilft denn da Jung-Deutschland?" Dabei sah mich der Mann an, als solle ich als Unparteiischer ein Urteil abgcben, aber ich konnte ihm bloß lächelnd zunicken, zum Zeichen, daß man ihm so unrecht nicht geben könne. Die Geschichte beschäftigte mich noch lange und ich hatte den Eindruck, daß in dem gesunden Urteil des schlichten Dauern mehr steckte, als in so manchem, das sonst gesagt worden ist. Gebe nian der Ehe wieder ihre hohe sittliche Wertung im Volksleben und zwar im höchsten Sinne des Wortes und so manche Nöte, die beute aus dem Sumpfe der Gegenwart empor- macksen. wie die Köpfe au? dem Rumps der Hydra, werden oerscbwinden oder doch mindestens ihre Schärfe verlieren. Die zunehmende Genußsucht und Verweichlichung, an der unser Volk krankt, wird abnehmen, denn in der Ehe lernt man sparen, die Frauenfrage, mit all ihren schlimmen Begleiterscheinungen wird schwinden, denn wenn die Frauen heiraten, können sie den Männern tausende von Berufen, die ihnen zukommen, nicht mehr wegnehmen. Die „Säuglingsfürsorge" wird zumeist von den Eltern selbst geleistet. Die Jugendpflege spielt sich dann, mit ganz geringen Ausnahmen, in der Familie ab. Selbst die Duellsrage ist für die meisten Fälle gelöst, wenn den Schänder der Ehe sofort da? öfsentliche Urteil als ehrlos und reif für das Zuchthaus brandmarkt. Und es kann uns ziemlich egal sein, oh Ehrlich? Salvarsan etwas taucht oder nicht. Zum Ptlugeisen. Roman von M. Prigge-Brook. 53 (Fortsetzung). „Ich zweifle, ob Herr Professor die Dame bei sich auf- v.ähme, wenn er hier wäre. Er nimmt nur leichte Fälle in seine Privatklinik auf und pflegt in der Auswahl seiner Patienten sehr vorsichtig zu sein. Immerhin", zum ersten Male sab er der jungen Frau in? Gesicht, indem er zu ihr sprach: „Ich vertrete den Herrn Professor Feuchtwangen und werde Ihren Wunsch berücksichtigen, sobald es möglich ist." „Was soll das heißen," rief Mary gequält. Sie sah, wie hilfeslchcnd auf ihre Schwägerin, „Daß Fräulein Sebald Sie m i r anvertraut, und daß Ich versuckien will, Sie wieder gesund zu machen." „Ich will nicht, ich will nicht", jammerte Mary. „Ich will zum Herrn Professor. „Sic hören, der Herr Profesior ist verreist. An seiner Statt behandle ich die Kranken. Ich denke. Sie werden zufrieden mit mir sein." Zöllner nahm Fräulein Sebald beiseite. „Sie schriebe» mir nicht, daß das seelische Gleichgewicht Ihrer Fra» Schwägerin gestört ist und sie an Wahnideen leidet. Aber es ist so, und darum paßt sie nicht in eine Privatanstalt, in der, wie ich schon sagte, nur leichte Fälle behandelt werden. Sie sind sich hoffentlich darüber klär, was ein Aufenthalt bei mir bedeutet? Entziehung jeder Freiheit und strenge ärztliche Ueberwachung." „Galten Sic beides für unbedingt erforderlich bei die- !er zarten, schwachen Frau?" fragte Roscmarie, der das Ge- wissen schlug. „Dcr Aufenthalt hier ist das letzte Mittel", antwortete der Arzt. "~ n . nrt mu 6 ich das Opfer bringen, die Kranke gegen wren Willen hier zu lassen. Wenn es Ihnen nur auch gelingt.....* »Seien Sie ohne Sorge. Ncb zwinge jeden Fall. Zu- Wont-ig. den 23. März 1914. Weil diese höhere Wertung und Achtung der Ehe unserem Volke zum Teil verloren gegangen ist, so ist ein reiner Rattenkönig von lauter Uebeln entstanden, die zuni Teil die Gesellschaft ein heilloses Geld kosten, und wenn eines wirklich mit Mühe und Not beseitigt scheint, dann geht es am anderen Ende wieder los. Da wird es auch für den Staat heißen: Kräftigung und Festigung der sittlichen Fundamente, der Ehe und der Familie, die ja doch die Zellen bilden, aus denen der ganze staatliche Organismus sich aufbaut. Was Hilst cs schließlich, wenn wir die Jugend in Feld und Wald spazieren führen und zu .Hause ist das ganze Nest verseucht. Was helfen alle Pflästerchen am kranken Körper, wenn das Hebel innen sitzt. Zuletzt wird immer wieder jedes Volk am eigenen Leibe erfahren müssen, daß Religion und Sittlichkeit die Grundfundamentc jeder Kultur sein und bleiben müssen, daß man bei aller Technik und Wissenschast usw. niemals die schlichten Wahrheiten der Bibel »»gesühnt bei Seite lassen kann. W. Aqpotlzekenlchwindcl. Durch die zur Zeit in Hessen bestehende Genossenschasts- krisis und die immer noch hinzukommenden neuen Kalamitäten der Darlehnskassen, werden dieselben genötigt, ihre zum größten Teil auf zweite Hypotheken ausgcliehenen Kapitalien zu kündigen. Diele dieser Kassen gehen, durch ihre Unterbilanzen dazu gezwungen, in der rigorosesten Weise gegen ihre Schuldner vor. Hierdurch geraten viele derselben, trotzdem sie ihre Zinsen immer richtig bezahlt haben, in die größten Verlegenheiten, denn trotzdem, daß in der letzten Zeit der Reichsbankzinsfuß gefallen ist, hält es noch äußerst schwer, Hypothekengelder zu bekommen. Nun wird alles versucht. Es wird bei verschiedenen Kassen und ebenso bei Privatleuten angefragt, aber, obwohl auch ein recht hoher Zinsfuß geboten wird, das Geld ist nirgends zu erhalten und das Gespenst der Zwangsversteigerung droht immer mehr. Nun scheint auf einmal eine Rettung fiir den bedrängten Gläubiger zu winken. In der Zeitung steht ein Inserat von Main, oder sonst woher, in dem Hypothekengelder an zweiter Stelle angeboten werden. Mit nicht wenig Hoffnung wird nun ein Brief hingeschickt. Postwendend kommt Antwort, daß die von dem Schreiber vertretene Bank über große Kapitalien verfügt und auch schon viele Darlehen hierher gegeben hat. Die Bank besteht zwar in Dänemark, in Kopenhagen, und es ist vor allen Dingen eine Tore nötig. Mit derselben sind jedoch 35 -4? für die nötigen Vorarbeiten einzusenden und hernach hat der Goldsucher direkt mit Kopenhagen zu verkehren. In der Not frißt der Teufel Fliegen und so werden denn die 35 wie Superintendent Staemmler mitteilte, 10 269 Rat- - uide an ihn gewandt. 12 421 Schriftsätze find im Inter- ’ • der Ratsuchenden versaht worden. Daneben verfügt der -rein über eine Stcrbekasse, Krankengeldzuschntzkaffe, Milr- ürrcservckasse und Wöchncrinncnboihilsc. Auch in anderen Gegenden des Ostens z. B. in Pommern — wo jüngst Paul stlingenberg eine Reihe erfolgreich verlaufene Versammlungen nbgebalten hat — geht es vorwärts. Das Gleiche wird aus der Nordmark berichtet. Unter der tatkräftigen Leitung kes Vorsitzenden dos nordelbischen evangelischen Arbcitcrver- k'ndes, Pastor Lensch in Flensburg, entsteht in dielen legenden für die Arbeitervereinssache neues Jnte-esse. Das >e!gte sich auch gelgentlich der lebten Vortragsreise des Generalsekretärs Rüffer in der Nordmark. Neben diesen cr- srenlicheu Anzeichen fehlen leider auch nicht die mahnenden .strichen der Zeit. Nach wie vor nimmt die sozialistische Jugendbewegung das Interesse in Anspruch. Nericrdings bat der Jug>>nt,a„tzsch„h der Verwaltungsstelle Leipzig des Freien Metasturbeiterverbandes eine Lehrlingsstatistik ausgemacht, an der sich 1817 jugendliche Arbeiter beteiligen. Besonderes Interesse bietet die Statisfik hinsichtlich der Berufe, aus denen die Lehrlinge stammen und hinsichtlich der sozialen Stellung der Eltern der sozialistischen Lehrlinge. Dem Berufe nach gehören die 1317 Lehrlinge vorzugsweise der Metallarbeiterbranche an, denn es find unter ihnen nicht weniger als 46b Maschinenschlosser, 11b Banschlosser und 250 Cisendrcher. Als Hilfsarbeiter sind 135 genannt. Vorzugsweise find also die höher gelohnten Berufe vertreten. Won diesen Lehrlingen gehören 292 der Metallarbeiterjugend. 110 der Arbeiterjugend, 103 den Arbeiterturnvereinen, 6 den Arbeiterschwimmvereinen und endlich 3 anderen freien Gewerkschaften als Mitglieder an. Im ganzen sind also 309 sozialistische Lehrlinge anher ihrem Jugendverein noch anderen Organisationen als Mitglieder angcschlosscn. Hinsichtlich der sozialen Stellung der Eltern der 317 Lehrlinge gibt die Statistik folgende Auskunft: 116 Lehrlinge sind Söhne von Beamten und Staatsangestellten, von 184 Lehrlingen sind die Väter selbständige Handwerker und Kauf- leute, von 264 Lehrlingen sind die Väter Metallarbeiter, von M33 Arbeiter und 116 Lehrlinge sind Kinder von Witwen. Der Hauptzweck der Statistik ist natürlich die Agita- son bei den Eltern nnd Lehrlingen zu fördern. Das mühte äir die christlich-nationale Arbeiterbewegung ein neuer An- chorn sein, die Jugendfrage ebenfalls mit den Mitteln der Ltatistik nach Möglichkeit zu erforschen. Gerade die systematisch-statistische Arbeit hat auf dem Gebiete der Jugcnd- fragc besonderen Wert, denn sie erst eröffnet den Blick auf das weite Rekrutierungsgebiet der christlich-nationalen. Arbeiterbewegung Ans ^er Heimat. * E. V. Fricdberg, 21. März. Die Sammlung für den Gemeindehausbaufonds, die auch bei dem lebten Familien- abend der Evangelischen Vereinigung am letzten Sonntag veranstaltet wurde, ergab die Summe von 43 M. Bei einem Familienabond im März 1910 wurde damit begonnen, und heute beträgt die Summe der auf diese Weise znsammenge- brachten Beiträge, zu denen noch einige Einzelgaben und die jeweiligen Ueberschüsse vom Programni-Verkauf komme, 87.3 J(. „Viele Wenig geben ein Viel." — Für den gleichen Zweck befindet sich in der Hand der Evangelischen Derenri- guna der Ileberschuh vom Luther-Festspiel vor drei Jahren: er ist inzwischen durch Verzinsung auf 2780 Jl angcwachsen. — Die Hauptsumme des vorhandenen Barkavitass, darunter die grohe Rohbach sche Stiftung, befindet sich in der Verwaltung des evangelischen Kirchenvorstandes. Aber es muh doch noch manche Summe zufliehen, wenn bis zum Rcfor- mationsjubiläum 1917 der schöne Plan verwirklicht werden soll. Darum freuen wir »ns, dah der juirge, rührige Evan- gclische Frauenverein auch die Gemeindehaussache zu der se-nigen gemacht hat und wünschen seiner Sammlungstätig, feil die schönsten Erfolge. • (Sieben, 21. März. In der hessischen Vereinigung für Volkskunde sprach Mittwoch abend Herr Bibliothekar Dr. Ebel über Alt-Gießen. Er führte aus, daß da, wo die heutige Stadtkirche steht, früher die PankratiuskapeNe sich befand und dah ganz in deren Nahe, wie sich auch vor einigen Jahren bei der Errichtung des Neubaues der Färberei Wallenfels bestätigt hätte, di- alte Burg, der Uranfang der Stadt, gestanden habe. Später seien diese engen Maucigrcnzeu erweitert worden und Philipp der Großmütige habe bei einer abermaligen Befestigung die Mauern wieder weiter hinausgerllckt und Io schon eine Stadterwciterung in Betracht gezogen. Ueber die innerhalb dieser Fcstungsmauern sich vergröbernde Stadt seien ns nun von verschiedenen Chronisten, die in ihr gelebt, wenig rühmenswerte Eigenschaften geschildert, doch hätten auch einige andere, im Gegensatz dazu, nur gutes von der Stadt berichtet und ihre Schönheit sogar in überschwenglicher Weise, zum Teil in latem.nhcn Versen, von welchen Redner einige zum besten gibt, besungen. Die vollständige Riederlegung der Mauern sei später freilich geschehen, ohne daß bei der damaligen Erweiterung fee» ^tadt ein dringendes Bedürinis hierfür voracleaen SIcue Tageszeitung. Montag, den 23. März 1914 habe. Zu bedauern sei am meisten die Beseitigung der schönen Türme, von welchen bei jedem Tor, außer dem Walltor, einer zum Schutze derselben stand. Wenn sie nicht entjcrnt worden seien, wurde die Stadt heute ein viel malerisches Aussehen haben. Zum Schluffe bedauerte der Redner, daß auch in der Neuzeit durch Niederlegung alter Straße», die Stadt viel von ihrem charakteristischen Acußeren verloren habe und zeigte dann noch an Hand einer großen Anzahl Lichtbilder, was von alten Bauten und Etraßenzügen noch vorhanden und nach set- ner Ansicht erhaltenswert ist. * Gießen, 21. März. Während sonst Freisinn und Sozialdemokratie immer den Bauer als Fleischverteurer und Brotwucherer hinstellen, erklärte Beigeordneter Erünewald in der letzten Etadtoerordnetensttzung gelegentlich der Beratung des Titels Schlachthof und Fleischbeschau, daß der Preis für Schweinefleisch nur wenig zurückgegangen sei, obwohl sich die Preise für Schweine ganz erheblich verringert hätten. Der Oberbürgermeister stimmte ihm zu und bedauerte, daß auch bei Großvieh dieselben Zustände herrschen. Bei den nächsten Wahlen wird wohl der Sturm wieder aus einer anderen Richtung blasen und der Bund der Landwirte muß dann wieder den Sündenbock abgcbcn und bekommt daun Brot- und Fleisch- wuchcr sowohl als auch die Industrie- und Arbeitcrfeindlichkeit und noch mehr derartige schöne Dinge aus sein Konto gebucht. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten schienen noch gar nichts davon zu wiffen, sonst hätte Herr Vetters doch ein bischen sekundieren und auch Herr Orbig das ganze Gewicht seiner Persönlichkeit in die freisinnige Wagschale werfen können. Umgekehrt verhielt es sich bei der Beratung des Titels Oktroi. Hier stellten die beiden sozialdemokratischen Stadtverordneten den Antrag, die in Einnahme vorgesehenen 45 000 Mark Oktroi auf Brennmaterial zu streichen, doch sprachen verschiedene liberale Stadtverordnete dagegen und der Antrag wurde gegen die beiden sozialdemokratischen Stimmen abgelehnt. Ein wertvolles Geständnis machte der Oberbürgermeister auch noch bei dem Titel Gemeindesteuer. Er teilte nämlich mit, daß der erhöhte Betrag an Gemeindesteuern auf den Eeneralpardon zurückzuführen sei. Also ist es doch Wahrheit, daß in den Städten viel mehr Steuerhinterziehungen stattgefunden haben, als bei den Ost- und westclbischen Landwirten. Die „Frankfurter Zeitung" weiß das ja wohl auch jetzt schon, sie wirds aber erst cingestehen, wenn die amtliche Statistik vorliegt. * Gießen, 21. März. (Schöffengerichts. Ein eigenartiger Fall von Hausfriedensbruch. Am 8. Januar l. Zs. fuhr der Gemüsehändler Otto H. von hier mit einem Drückkarren in den Hof der Zeughauskaserne zu Gießen. Der Posten, der gerade präsentierte, forderte ihn, als er mit der Ehrenbezeugung fertig war, aus, zur Wache zu gehen. H. zeigte aber eine weiße Einlaßkarte vor und fuhr weiter. Da für den Posten strenge Vorschrift ist, daß die weiße Einlaßkarte aus der Wache vorzu- zeigcn ist, ehe von derselben Gebrauch gemacht wird, und der Posten bei Unterlaffung einer diesbezüglichen Aufforderung sich strafbar macht, war der Vorfall als Hausfriedensbruch aus- zusaffen und wurde H. zu einer Geldstrafe von 8 Mark evtl. 2 Tage Gefängnis verurteilt. — Die Taglöhncr Justus B., Ludwig H. und Wilh. W. von hier entwendeten gemeinschastlich beim Ausladen von Kohlen sür das städt. Gaswerk jeder einen Sack voll Kohlen. Sic sind geständig und schützen die durch den strengen Winter verursachte Not vor. Unter Zubilligung mildernder Umstände erhielten B. und H. je 2 Wochen, W. eine Woche Ecsängnis. — Der Kausmann Adolf Eeiße von hier war durch Strafbefehl wegen Uebertretung der Polizeiverordnung vom 2. Fcbr. 1912 zu 3 Mark Strafe verurteilt worden, weil er nicht dafür gesorgt hatte, daß sein Hund nicht von nachmittags 12 bis halb 1 Uhr durch fortgesetztes lautes Bellen die Ruhe der Nachbarschaft störte. Er erhob Einspruch und rief die gerichtliche Entscheidung an. Das Gericht kam zur Ansicht, daß die erwähnte Polizeivorschrist als materiell rechtsgültig nicht anzusehcn ist, vielmehr die Strafbarkeit des ruhe- störenden Lärmes durch Paragraph 399 Ziff. 11 des R. St. G. 23. geregelt ist, soweit nicht reichsgesetzlich anderweite Vorschriften zugelassen sind. Landesgesetzliche Vorschriften sind des- balb unzulässig. Es erkannte aus Freisprechung, indem es den Vorsatz, der zur Bestrafung nach Paragraph 369 Zisf. 11 erforderlich ist, verneinte. In gleichem Sinne hat auch wiederholt das Kammergericht zu Berlin entschieden. — Der Arbeiter Emil W., der Taglöhner Hans H. und der Arbeiter Karl R. zu Gießen sind als Raufbolde bekannt. So verursachten sie wieder zusammen am 18. Januar in der hiesigen Wirtschaft zum „Ostend" Streitigkeiten und verschlugen ganz friedlich dasitzende Gäste ohne jeden Grund. Auf der Straße setzten sie dann ihr flegelhafter Benehmen sort und rempelten ruhig des Weges kommende Paffanten an. Das Gericht schickte den 26. auf 3 Wochen, den H. auf 19 Tage ins Eesängnis. Die Verhandlung gegen R. wurde wegen Ausbleibens des Angeklagten im heutigen Termin abgetrennt. * Franffurt a. M„ 21. März. Unter der Vorspiegelung Besitzer eines wertvollen Patentes zu sein, hat der stellenlose Kaufmann Georg Franz Schmittel ans Rödelheim zahlreiche angesehene Bürger dieses Statteils um etwa 10 000 M beschwindelt und ist mit dieser Sumnie flüchtig gegangen. Schmittel war bereits seit Monaten anher Stellung, wußte aber seinen Angehörigen plausibel zu machen, er sei in einer Gricsheimer Fabrik in Stellung: er fuhr auch jeden Morgen fort und kehrte erst abends heim. * Frankfurt a. M., 20. März, Die hiesige Staatsanwaltschaft hat hinter dcni Oberleutnant d. R. Hans Rudolf Von- derlinden aus Bad Homburg v. d, H. einen Steckbrief erlassen, Der Oberleutnant lieh sich von einem Berliner Herrn 10 000 auf wenige Tage und verschwand, als der Gläubiger gegen ihn klagbar Vorgehen wollte. Donderlin- den wohnte früher abwechselnd in Wiesbaden und Mainz, vielleicht hat er auch hier nach der Meinung der Staatsanwaltschaft weitere Betrügereien verübt. * Frankfurt a. 53., 29. März. Im hiesigen Zoologischcu Garten hatte kürzlich das große Krokodil das Pech, den langen Oberkiefer vollständig zu brechen. Um bas sehr wertvolle Tier dem,Leben zu erhalten, griff man zu einer eigcnartiaen Ope- __ Seite z ration. Der Zahnarzt Fritz Frankel müßt- dem RcptiH vollständig neues Gebiß in täuschender Nachahmung des aba- brocheueu Kiefers und in möglichst gleichem Gewicht aus aiu' minium anscrtigen. Der Versuch gelang vollständig, das Ecbiß wiegt 51 Gramm, das echte 53 Gramm, Bis jetzt das Krotodil den Metallkiesei ohne jede Störung bei der Rab rungsaufnahmc gebraucht. Gelungen an der ganzen Sache iß jedoch der Uinstand. daß das Gebiß bei dem raschen Wachstum des Tieres mit jedem Jahr erneuert und vergrößert werde, muß. — Wie stark in Frankfurt das Bedürsiiis ist, Wohltat,, keit zu übe», beweist das folgende Inserat in einer hiesigen Zeitung: „Dame will ihre freie Zeit wahttäligen Zwecken widmen, Oss. unter W. 123." Bei der sprichwörtlichen Fülle de- „wohltätigcn" Einrichtungen Franlsnrts ist cs eigentlich ver wunderlich, daß die edle Wohltäterin zu dem — Inserat greis, um ein geeignetes Feld für ihren Wohltätigkeitrdrang zu sin- den. Es dars nicht wundcrnehme», wenn nächstens ein Inserat erscheint, das eine hohe Belohnung dem zuftchert, der einer Dame Gelegenheit zur Wohltätigkeit gibt. Honni soit qui mal y pense! * Franksurt n. M., 21. März. Durch eine folgenschwere Verwechselung büßte gestern ein siebe,iwöcheutliches Kind sein Leben ein. Es erhielt von seiner Pflegemutter statt der vorgeschriebenen Medizin eine Dosis Morphium, dessen Wirkungen nach kurzer Zeit im städtischen Krankenhaus erlag. * Franksurt a. M., 21. März. Eine Souderauffuhrung von Shaws „Tcufelsschülcr" durch das Rhein-Mainische Verband-, theater brachte am 17. März eine Reineinnahme von 2799 Mk; hiervon waren 1299 Mark durch freiwillige Zeichnungen aus gebracht. Damit ist der Fehlbetrag für das neue Geichästjahr gedeckt und der Fortbestand des Vcrbandstheatcrs, de- 259 Organisationen mit valksbildnerischcu Tendenzen Rhein-Maingebiet angehören, bis aus weiteres gesichert. " Würdigung der großen Bedeutung, die das Derbandslheat, sich als Trägerin einer guten Schauspielkunst für die weitest:- Kreise des Volkes errungen hat, ist der Erfolg der Aufführung in jeder Beizehung zu begrüßen. * Frankfurt «. M„ 21. März. Die beiden Prozeffe um da» Salvarsan gegen den „Türmer" und den Schriftsteller Was, man» gestalten sich bald zu einem „Katze und Mausspieien' aus. Am Mittwoch erklärte Waßmann, daß das Verfahre» gegen ihn eingestellt sei. Am lg. März gab die Polizei aus Grund dieser Erklärung bekannt, daß von einer Einstellung des Verfahrens nicht die Rede sein könne, da die Voruntersuchung noch schwebe. Der Prozeß getzsn den „Türmer" komm« erst zum Austrag, wenn die gerichtliche Berhandlung gegen Waßmann stattgcfunden habe. Gegen diese polizeiliche Mitteilung wendet sich Waßmann in einer abermaligen Erklärung, daß die Einstellung beider Prozeßverfahren in der Sal- varsansachc erfolgt ist, alle gegenteiligen Notizen seien Ber- tuschungsverluche. Da hier Meinung gegen Meinung stehen, darf man auf den Ausgang des Streites, wer nun eigentlich recht hat, wirklich gespannt sein. * Franksurt a. M., 2t. März. Die Kiiegsbeorderungee» für das Jahr 1911-1915, die gegenwärtig den noch kriegspftich- tigen Reservisten und Landwehrleuten zugestellt werden, weisen in Bezug aus die Einberufung der Leute gegen früher eine wesentliche Verschärfung auf. Danach müssen die Landwehr- lcutc zweiten Aufgebots sich schon am sechsten Tage dem Heere stellen und nicht wie sonst eist am 14. Tage nach der Mobilmachung. Die Ersatzreservisten haben sich bereits am zweiten Tage zu stellen, während sie ehedem am sechsten Tage bei ihrer Truppe zu erscheinen hatten, — Am 19. März wurde in Gegenwart einer großen Festgcmeinde die neuerbaute katholische 8t. Ioscsskirche im Stadtteil Bornhcim ciugeweiht. Die Bene- diktion des Gotteshauses vollzog Dombekan Prälat Dr. Hil pisch aus Limburg. Zugleich fand die Einweihung eines neuen katholischen Schwesternhauses statt. Hessen-Nassau * Hanau, 21. März. (Berichtigung.) Vor einiger Zeit war auch in unserer Zeitung eine Nachricht enthalten, Iw nach der Direktor der Hanauer Kleinbahn, Herr Oito Visier, seinen Angestellten die Anweisung gegeben hätte, auf den Landstraßen Hanau—Hüttengesäß nnd Hanau—Langenicl- bold, die von Arbeitern mit Fahrrädern benutzt werden, des Abends in Massen Schuhnägel aiiSznstreuen, damit d>: Giimmischlänche der Radfahrer beschädigt würden nnd ant diese Weise die Arbeiter-Radfahrer gezwungen würden, d Kleinbahn zu benützen, Herr Direktor Büßer hat, wie uu°- mitgeteilt wird, die Verbreiter dieser Nachricht strn>recbtl:ck verfolgt. Es ist daraufhin durch das Königliche Schöffengericht zu Hanau am 17. Februar 1914 diese Behauptung als vollständig unwahr nachgewiesen worden. Wir kommen der Aufforderung, die unwahre Nachricht richtig zu stellen gerne nach, * höchst a. M„ 21. März. Am Bahnhof Eddershene stürzte ein mit zwei Soldaten besetztes Flugzeug der Coblcnzc, Fliegerschule aus beträchtlicher Höhe ab, Ter Apparat wurde vollständig zerschellt. Die Insassen kamen wie durch ein Wunder mit dem Leben davon. Der Führer war schon während de« Sturzes aus dem Apparat abgesprungen und völlig unversehrt aus der Erde angekommcn. Der Mitinsaffe erlitt ebensall-, trotzdem die Maschine in tausend Trümmer zerschellte, nicht die geringsten Versetzungen. * Eschenhahn i. T„ 21. März. Den zahllosen Opfern, d-e ein Unglücklicher Sturz vom Scheunengebälk bisher svrderie reihte sich hier ein neues an. Der hochbetagte Landwir: P ' Roth stürzte in seiner Scheune ab und starb kurze Zeit an e erlittcnen Verletzungen, * Soden o. T„ 21. März. Daß eine Gemeinde ihren .. - haltsplan um nahezu 59 Prozent herabsctzt, dürste noch vorgelommen sein. Coden leistet sich für das Rcchnungsia 1911 dieses Vergnügen. Der Voranschlag sah für 1913 ,u ; 599135 Mark vor, sür 1911 ist er mit 299 955 Mark sestgo-.-' Auch der Kuretat sank von 395 255 Mark in 1913 auf 1'-* Mark für das lammende Jahr, Der Grund dieser aufta ‘' Herabsetzung liegt darin, dab die Gemeind« zahlreiche *». 69 vieue Tageszeirvng. Montag, den 23. März 1914, •Jaulen, die hohe Summen verschlangen. Lurchgeführt hat. ■Ter Srcuerzuschlag beträgt nach wie vor 105 Prozent zur (Ein, >ommensteuer und 130 Prozent für Grund- und Betriebs- teucrn. * Wiesbaden, 20. März. Große Schwindeleien, die von (cm 1SG9 in Main-Castcl geborenen Kaufmann und Berg- wcrlsdirektor Adolf Schmidt in Wiesbaden ausgeführt, bilde- ien am 18. März den Gegenstand einer Verhandlung vor der Wiesbadener Straflammer. Zn dem ersten Betrugsfall, in dem der Baron v. Hermann aus Kochtfchütz IN Obcrschlesien mit 20 000 Mark hineingclegt wurde, handelt es sich um folgenden Tatbestand. Der deutsche Konsul in Quid», der Hauptstadt der südamerikanischen Repubilt Equador, Alberto Hermann, ist der Besitzer einer Konzession zur Ausbeutung eines dort befindlichen 500 000 Hektar großen Eummibaumwaldes. Da die Ausbeutung nur einem Eingeborenen gestattet wird, wurde ei» gewisser Salazo vorgeschoben. Bei der dem Schmidt i vertragenen Finanzierung des Unternehmens, gelang es vielem zunächst, des Amazoncs Syndikat zu schaffen, das sich auslöste, und der El Oriente equador minnig decelopment com- panie Platz machte. Aber auch diese sogenannte Röber-Com- nanic kam zu keinem Ergebnis der verschiedensten Umstände öalber. Baron v. Hermann, der bei diesem Unternehmen in- lercssiert wurde, glaubte, der Betrieb sei bereits im Gange, und gab 20 000 Mark hin, für die ihm 1000 Pfund Waren zur Verfügung gestellt werden sollten. Er erhielt aber nichts für sein Geld. — Der Gras Hermann zu Dohna-Schlodien aus Groß- Kotzenau trat bei einem anderen equadorianischen Unternehmen des Schmidt mit diesem in Verbindung und gab diesem 25 000 Mark, die sür die Ambato-Bahn in Equador bestimmt gewesen waren. Dieses Unternehmen, so wurde dem Grasen Dohna versichert, sei fest verkauft an die Tastern contract and finance companie. Als Sicherheit wurden dem Grafen Shares gegeben, die hoch im Kurse stehen sollten, tatsächlich aber nicht gehandelt wurden. Als der Graf weitere 25 000 Mark geben wollte, wurde ihm abgeraten und die Unternehmungen als Schwindel bezeichnet. Dies sollte sich später bestätigen uni führte zur Verhaftung Schmidts im September v. Z.. Schmidts bestritt jegliche Betrugsabsicht. Das Urteil der Strafkammer lautete auf 1 Zahl 5 Monate Gefängnis. • Kassel, 21. März. Bei Sprengarbeiten rm Gudens- bergcr Steinbruch wurden infolge eines vorzeitig losgegangenen Schusses sechs Arbeiter so schwer verletzt, daß sie nach Kassel in? Notekreuzkrankenhaus gebracht werden mußten. Zwei von ihnen sind sehr lebensgefährlich verletzt. Aus Starkcnburg. • Sprendlingen, 21. März. Stuf der Musterung der Militärpflichtigen in Sprendlingen ries der untersuchende Stabsarzt einen etwas schmalen, zukünftigen Vaterlandsverteidiger an: „Aber Mensch, wo haben Sie denn Ihre Brust gelassen?" und dieser lies spornstreichs hinter die Gardinen des Auskleideraumcs und holte sein von der Mutter qiwaschenes und neu gestärktes „Borhemd", das hier „Brust" genannt wird, und zeigte es der Aushebungskommission liiuniphlerend. Es hat Minuten gedauert, bis das also heiter unterbrochene Musterungsgcschäst seinen ruhigen Fortgang wieder nahm und der untersuchende Stabsarzt wieder andere Wendungen gebrauchte, als die falsch verstandene und so slott und naiv beantwortete: „Aber Mensch, wo haben Sie denn Ihre Brust gelassen?" * Darmstadt, 21. März. Zn einem hiesigen Wassengeschäst ist in einer der letzten Nächte anscheinend durch mehrere Diebe rin schwerer Einbruch verübt worden. Sie drangen durch «in im Hose gelegenes Fenster der Werkstätte in die Räume, erbrachen die Pulte und die Kasse, fanden aber nur einige Mark Kleingeld. Sie durchwühlten dann Len ganzen Laden, der ein buntes Chaos darstellte. Die Diebe entwendeten soweit sich bis jetzt feststellen läßt, etwa 10 automattsche Revolver im Wert von etwa 400 Mark, ebensoviele Pistolen, verschiedene wertvolle Busch-Zagdgläscr, eine Anzahl Zagdmäntel, Zagdjoppen, Zagdschuhe, teuer» lederne Zigarrenetuis, Chriftall-Kognak- ssaschcn und sonstige Gegenstände. Grötzere Flinten und Gewehre, sowie andere, teilweise sehr wertvolle Gegenstände, lie- ßcn sie liegen. Außerdem durchsuchten sie die ganzen Patro- nenvorräter, um geeignete Patronen für die gesiohkeneh Waf- sen zu besitzen, nahmen aber salsche mtt. Eie scheinen lägnere Zeit in dem mit elettrischcm Licht versehenen Laden gehaust zu haben. Die Kriminalpolizei stellte sofort die nötigen Ermittelungen an, aus denen sich aber ergibt, daß die Tat wahrscheinlich schon Vormitternacht ausgesllhrt wurde. * Tarmstndt, 20. März. In der Lampectheimer Dieb- stohls- und Hchlergcschichte, die seit gestern die hiesige Straf, kommer beschäftigt, wurde heute die Beweisaufnahme mit der Zeugenvernehmung fortgesetzt. Aus den Zeugenaussagen wurden die in der Anklage behaupteten Punkte im Allgemeinen bestätigt. U. a. kam zur Sprache, daß die Angeklagten Dichlmann und Griesheimer, welche vielfach vorbe- straft sind, keinen guten Ruf genießen, sodaß Jedermann missen konnte, daß sie beim Verkauf von Frucht usw. jedenfalls nicht ganz einwandfrei handelten. Tie Unsitte, daß Bauernsöhne hinter dem Rücken ihrer Eltern für eigene Rechnung Frucht beiseite schaffen ließen, um sich dadurch ein be- sondercs Taschengeld zu verschaffen, wurde nicht widerlegt und eine an einen solchen Zeugen gerichtete Anftage, ob er hierzu einen der Angeklagten angcstiftet habe, bestätigte dies dadurch, daß er die Aussage verweigerte. Staatsanwalt Bernhardts hob in seiner Anklagerede hervor, daß man in Lampertheim seit der Aufdeckung dieses jahrelangen Unfuges erleichtert aufatme. Das äußerst dreiste und freche Vorgehen einzelner Angeklagten verdiene strenge Ahndung. Er beantragte u. A. gegen Tiehlmann 3 Jahre Zuchthaus, gegen Griesheimer 3 Jahre Gefängnis und gegen Heß und dessen Zhcsrau wegen Hehlerei je ein Jahr Zuchthaus, außerdem Verhaftung der aus ftciem Fuß befindlichen Ehefrau Heß. Rach den Playdoirs der vier in der Sache tätigen Anwälte wurde die Urteilsverkündung auf abends 6 Uhr festgesetzt. Um 7 Uhr wurden dann folgende Strafen ausaesvrochen: Es erhält wegen Diebstahl, Einbruchsdiebstahl, Unterschlagung usw. Dichlmann 2 Jahre Gefängnis, Griesheimer 1 Jahr Gefängnis. Beiden werden je 4 Monate Untersuchungshaft angerechnet. Schön 5 Monate abzüglich 1 Woche, Weber 3 Monate abzüglich 5 Wochen, Kellermann 6 Wochen abzüglich 5 Wochen, Feth 16 Tage, S. Wilhelm 3 Wochen und Fr. Kraus 2 Wochen Gefängnis. Wegen Hehlerei erhalten: F. Schäfer für 6 Fälle 8 Monate Gefängnis abzüglich 4 Monate Untersuchungshaft, eine milde Strafe, obwohl das Gericht sehr dazu neigte, ihn wegen gewerbsmäßiger Hehlerei mit Zuchthaus zu bestrafen. Seine Ehefrau Margaretha Schäfer gilt nur in zwei Fällen für überführt und erhält 3 Wochen Gefängnis.. F. Boxheimer erhält 7 Wochen, CH. Glaiber 3 Wochen, G. Oberfeld 2 Wochen und Frau Marg. Hartmann 2 Wochen Gefängnis. Die Ange- klagten Hering, Marg. Hamm, Ph. Peisch, Marg. Tauben- schmidt und Dav. Heß werden fteigefprochen. Bci Letzterem kontc sich das Gericht nicht davon überzeugen, daß er im eigenen Vorteil gehandelt hat, obwohl er Kiffen mußte, daß die Frucht nicht auf reellem Wege erworben war. Tie in Haft befindlichen Personen erkannten die Strafe an. Aus Rheinhessra. * Lbcr-Jngelheim, 21. März. Erschossen hat sich der in den siebziger Jahren stehende ftühere Jagdhüter Phil. Haus. Am Samstag hatte er mit einer Familie, welche mit ihm dasselbe Haus bewohnt, Streit bekommen, bei welcher Gelegenheit er eine Frau so mißhandelte, daß sie jetzt noch schwer krank darniederliegt. Man nimmt allgemein an, daß er sich aus Furcht vor den Folgen das Leben genommen hat. * Nieder Saulheim, 20. März. Der in der Pflegcanstalt Hcidesheim untergebrachte 65jährige Taglöhner Wilhelm Weindorf entwich aus der Anstalt und bezog hier seine leerstehende Wohnung, in der er sich aus RahrungSsoraen erhängte Ans aller Welt. Der Zusammenbruch der Olmützer Kreditbauk. Ueder den Zusammenbruch der Olmützer Kreditbank herrscht in der Stabt ungeheure Auftegung, die noch dadurch gesteigert wird, daß bei einer vorgcnommenen Revision der Depots konstatiert wurde, daß dieselben leer und von dem durch Selbstmord geendeten Direktor Loew unterschlagen worden find. Es zirkulieren ferner zahlreiche gefälschte Wechsel, die von Loew ausgestellt worden find. Liebestragödie. In der Rahe des Kaiser Wilhelms-Tur- mes im Grunewald hat sich eine Liebesttagödie abgespielt. Der 33 Jahre alte Kaufmann Willi Haase aus Schmölln in Sach- Icn-Altcnburg hat, sowett bisher sich festftellen ließ, feine Geliebte Erna Wagner aus Kirchbarkau bei Kiel durch einen Revolverschuß schwer verwundet und sich dann selbst erschossen. Familienttagödie. Wie die „Braunschweigische Landeszeitung meldet, wurde in dem Orte Salzdahlun die Ehefrau des Gutsbesitzers Löhr tot in ihrer Wohnung aufgefundeu. Der Ehemann hatte sich in demselben Raume erhängt. Es ist anzunehmen, daß Löhr feine Frau nach vorausgegangenem Stteite mit einem Beil erschlagen und sich dann selbst erhängt hat. Die Eheleute lebten in den besten Verhältnissen. Ausgedeikter Vatcrmord. Der Bäckermeister Simeth aus Berching war im November vorigen Jahres in seiner Wohnung erhängt ausgesunden worden. Es ergaben sich Verdachtsgründe, daß der Selbstmord nur vorgctäuscht worden sei und der älteste Sohn Simeths wurde als der Mordes verdächtig verhaftet. Nunmehr hat er eingestaudcn, den Vater aus dem Wege geräumt zu haben, da dieser sich zum zweiten Male verheiraten wollte. Ermordung. Ein unerhörter Vorfall, der mit scharfem Schlaglicht die Folgen der polnischen Verhetzung im Osten beleuchtet, wird aus Kalzig im Kreise Samtei-Birnbaum, dem Wahltteis des aus der vielbesprochenen Eattenmordassäre be- lannten Grafen Mielzynski, gemeldet. Der Viehfütterer Urban, ein Deutscher, hatte die Teilnahme an einer polnischen Versammlung abgelehnt. Es kam deshalb zu einem Wortwechsel zwischen ihm und dem polnischen Gutsarbeiter Ste- fanski, der schließlich zu Tälkichkeiten ausartete. Am Abend lauerte Ctefanski seinem Gegner auf, überfiel ihn und stach ihn mit einer Mistgabel nieder. Ulban wurde tot ausgefunden. Der Ermordete hinterläßt unversorgt eine Frau und 2 Kinder. Von glühendem Eise» übergossen. Aus Beuthen a. S. wird gemeldet: Am 17. März stürzte auf der Juliushütte ein Kippwagen mit glühendem Eisen um und ergoß seinen Inhalt aus vier Arbeiter. Einer wurde sofort getötet, zwei starben im Krankenhaus, der vierte liegt in hoffnungslosem Zustande im Krankenhause darnieder. Etraßcnkamps nach einer Arbeitslosenversammlung in London. Kapitän White, der Sohn des berühmte» Verteidigers von Lady Smith im Burenkricge, Feldmarschall Sir John White, hat mit hervorragenden Londoner Bürgern eine Versammlung veranstaltet, um Mittel und Wege zu finden, den noch immer sehr zahlreich Ausgefperrten die notwendige Beschäftigung zu verschaffen. White schlug vor, die Versammelten sollten sich nach der Bürgermeisterei begeben, um vom Stadtoberhaupt Abhilfe der Not zu verlangen. 250 Personen folgten der Aufforderung. Auf dem Wege dorthin suchte Kapitän White euren PoltwL?-'». der in den Zug hinein fuhr, aufzuhalten. — ' „---------- ' Nt j Der mißhandelnde Deserteur. Vor dem Polizeikommissai in Veiuon fand das Verhör eines deutschen Deserteurs namens Helmuth Wartenstein. eines 21 Jahre alten jungen Menschen, aus Hamburg gebürtig, statt, wo er beim 15. Husarenregiment diente. Er war am 4. März desertiert und kam in Zivil nach Paris, von wo er die Wanderung nach Rouen antrat, lknter- wcgs geriet er jedoch in einen derarttg erschöpften Zustand, daß er liegen blieb und in einer Bauernscheune aufgefuuden wurde. Der Körper Wartensteins wies zahlreiche Verletzungen auf, die nach seiner Angabe von Mißhandlungen seitens eines Unteroffiziers im Regiment derrübrten. Er wurde der Gen- Eefte 3 darmerie übergeben und nach Evrcux geführt, wo er erklärt-, daß er in die Fremdenlegion einzulrctcn wünsche. Mutter und Kind vom Auto üüersahren und getötet. In Rodewisch sprang das Töchlcrchen des Pflegers Engelmann aus der Haustür vor ein hcranfahrendcs Automobil. Du Mutter, die dem Kinde nachgccilt war, um es zu retten, wurde zusammen mit dem Kinde überfahren und getötet. Rache eines Abgcwiescncn. Ei» Deutscher, namens Will,. Kölbel, begab sich zum deutschen Generalkonsulat in Paris und forderte die Mittel zur Rückbeförderung in die Heimat. Da ihm bereits einmal Hilfe zuteil geworden war, wurde er an die deutsche Hilssgescllschaft verwiesen Hierüber geriet er in solche Wut, daß er vom Schrcibpulte des Sekretärs Tintcnsaß und Schreibpapier nahm und in weitem Bogen aus dem Fenster schleuderte. Konsulatsdiencr benachrichtigten die Polizei die den Attentäter tns Gewahrsam absührt«. Berufung in einem Mciucidoprozeß gegen Offiziere, Gegen das Urteil des Kriegsgerichts der 18. Division vom >8. März d. I., durch das Hauptmann Lintz vom Fußartillerie- rcgimcnt Nr. g und Hauptmann Dogcl vom Bezirkskommando in Loblenz wegen Meineids zu 5 Monaten Gefängnis und Dienstentlassung verurteilt worden sind, habe» die angcklagten Offiziere und der Gerichtsherr Berufung erhoben. Der Vertreter der Anklage hatte seinerzeit 1 Jahr Gefängnis und Verlust der Ehrenrechte auf die Dauer von einem Jahre und Dienstentlassung beanttagt. Die zweite Verhandlung findet demnächst vor dem Oderlriegsgcricht in Coblenz statt. Ti« beiden Hauptleute befinden sich in Coblenz in Untersuchungshaft. Familienzmist. Lin Familienzwist seltsamer Art spielt sich gegenwärtig in Süddeutschland ab. Professor Dr. Arthur von Bocthlingk in Karlsruhe gab vor einiger Zeit durch eine Zeitungsannonce bekannt, daß ein Mitglied seiner Familie, Frl Ilse ». H., die Tochter eines Rechtsanwalts, entführt worden sei. Der Entführer habe die Dame ihres Vermögens beraubt Daraufhin erschien eine von Frl. v. H. Unterzeichnete Anzeige, in der erklärt wurde, daß die Behauptungen des Professors v, Bocthlingk auf Unwahrheit beruhten. Frl. v. H. gab aber in der Anzeige ihren gegenwärtigen Aufenthaltsort, den man feit 5 Wochen vergeblich zu erfahren sucht, nicht an. Nun hat Professor v. Boethlingk neuerdings in einer Zeitungsanzeige erklärt, daß eine Beraubung des Fräuleins tatsächlich erfolgt sei. Der Entführer soll im politischen Leben Bayerns ein, führende Rolle spielen und ist angeblich Mitglied der bayerischen Kammer. Schülerstandale in Marienburg. Im Gymnasium in Marienburg haben sich sehr seltsam« Vorgänge zugettagen. Mehrere Sekundaner warfen einem Lehramtskandidaten die Fenster seiner Wohnung ein. Vielen Lehrern wurden anonym« Briese zugeschickt. Dann aber wurde sestgestellt, daß seit längerer Zeit die Türen zum Konferenzzimmer mit Nachschlüsseln geöffnet und Korrekturen an den Arbeitsbogen vorgcnommen wurden. So sollen auch die Examen- und Vcrsetzarbeitcn nach, trägiich verbessert worden sein. Die Täter sind bekannt. Einer der jungen Leute wollte sich das Leben nehmen, konnte aber an der Ausführung noch gehindert werden. Schifsszusammenjtoß im Hasen von Portsmouth. Der Oel- dampser „Rosalind" stieß bei der Ausfahrt aus dem Hafen bei heftigem Wind« gegen den aus der Reede vor Anker liegenden Ueberdreadnought „Iran Duke"s Der Zusammenstoß erfolgte mit großer Heftigkeit. Der „Jron Duke" erlitt verschiedene geringfügige Beschädigungen, während die ,R-3aliiid" so schwer beschädigt ist, daß sie zur Repcratur ins Dock zurückgebracht werden mußte. Tollwut-Epidemie. In Saratow brach eine Tollwut-Eps- demie unter den Hunden aus, die einen erstaunlichen Umfang annimmt. Hunderte von tollwütigen Hunden treiben sich in den Straßen umher und fallen Passanten an. lleber 40 Menschen sind gebissen worden. Unter der Einwohnerschaft herrscht Panik. Die Stadtverwaltung läßt jetzt die gefährlichen Tiere in Mengen einsangen uno vernichten. Die Wischlappen im Bauche. Aus Budapest wird gemeldet: Im vergangenen Herbste wurde eine Frau aus einer Vu- dapester Universitätsklinik wegen eines llnterleibsleidens operiert. Vor kurzem erlag sie einer anderen Krankheit, einem Nierenleiden, und zur Feststellung der genauen Todesursache wurde die Oessnung der Leiche angeordnct. Bei der Obduktion fand man im Bauche der Operierten vier Wischlappen, welche der Operationsassistent Dr. F. beim Zunähen der Operationswunde vergessen hatte. Wegen dieser verhängnisvollen Fahrlässigkeit wurde Dr. F. von der klinischen Praxis ausgeschlossen Selbstmord. Der Arbeiter Otto Heyer, der beschuldigt wird, den Raubllberfall auf eine Frau Wolter in Charlotten bürg begangen zu haben, wurde in dem Walde zwischen Klo. sterode und Emseloh als Leiche aufgefundeu. Bei der Leichlag ein Zettel, worin Heyer behauptet, nicht der Täter zu sein, sondern aus Furcht vor der Untersuchungshaft sich das Leben genommen zu haben. Festnahme eine» Eaunerpaares. Den Bemühungen Ser Kölner Polizei ist es gelungen, einem gefährlichen Diebcs- paar auf die Spur zu kommen, das jahrelang in Kölner großen Warenhäusern bedeutende Diebstähle ausgesührt hat. Di- grau trug stets eine große, aufklappbare Tasche, in der sie die gestohlenen Eegenstände verschwinden ließ. Eie trat äußerst elegant auf, trug ein Pelzjakett im Werte von 200a Stil, und große Federhüte, wodurch die Angestellten sicher gemacht wurden. Sie kaufte selten und verschwand meistens jo mit ihrem gestohlenen Gut. Bei ihrer Verhaftung fand die Polizei bedeutende Vorräte gestohlener Waren in einem Keller, den die Frau eigens zur Verwendung desselben gemietet hatte und deren Wert sich auf etwa 15 000 Mark beläust. Insgesamt sollen sich die gestohlenen Eegenstände auf einen Wert von Ml 30 000 belausen. Bei verschiedenen Banken Kölns und bci bei. Sparkasse hatte das Paar ansehnliche Guthaben, die wohl den Erlös der gestohlenen Sachen darstellen. Ins Gefängnis ge bracht, stürzte sich die Frau aus dem Fenster auf den Hof, trug jedoch nur leichtere Verletzungen davon, sodaß sie aus dem Bürgerhospital, wohin sie gebracht worden war, bald ins Gefängnis zurüsicktransvortiert werden könnt« *r. 8» Kreis Friedberg. Betr: Zuzug fremdländischer Arbeiter. Polizeivrrordnung. Aus Grund des Art. 78 der Kreis- und Provittzinlord- n.>,ng tvird mit Genehmigung Großh. Ministei iums des Innern von, 1. Mai 1908 zu Nr. M. d. I. H 2138 und mit Znstininmng des Kreisnusschusses des Kreises Friedbcrg für den Kreis Friedberg verordnet, wie folgt: 8 t. Ter Zuzug fremdländischer Arbeiter ist vor ihrer Ankunft von den, Arbeitgeber der Bürgermeisterei des Be- schäftigungsortes nnzuzeigen: sofern dies nicht möglich gewesen ist, ist die Ankunft sofort, spätestens aber binnen 24 Stunden nach deren Eintreffen in ihrem Bestimmungsort der Bürgermeisterei anzuzeigen. Letztere ist zur sofortigen Mitteilung an das KreisgesundheitSamt verpflichtet, bei Krnnkheitsverdacht eventuell telegraphisch. 8 2. Der Arbeitgeber oder dessen Vertreter hat zu per- anlassen, daß die fremdländischen Arbeiter nach vorberge- gangener Weisung zur Untersuchung durch den Großh. Kieisamt erscheinen. Diejenigen Arbeiter, die sich über eine in den lebten zehn Jahren vorausgegangenc erfolgreiche Impfung oder äber eine überstandcne Blatternerkrankung nicht ausweisen /önnen, werden im Untcrsnchnngstermin geimpft, welcher in der Regel, wenn nicht unverhältnismäßig hohe Kosten hierdurch entstehen, am Arbeitsorte stattsinden fast. Die Weigerung, die Impfung vornehmen zu lassen, bat die so- sinlige Ausweisung aus dem Großherzogtum zur Folge. In dem Termin werden die Arbeiter gleichzeitig ans >a? Vorhandensein der ägyptischen Augenkrankheit hin un- tersncht und die notwendigen Maßnahmen getroffen. 8 3. Feder Impfling milß in einem zweiten Termin 'cm impfenden Arzte zur Nachschau vorgcstellt werden, falls ein solcher angesagt wird. 8 4. In den, Untersuchungstermin ist eine Naincn- liste unter Angabe der Geburtstage oder wenigstens des ungefähren Alters der vorgeführten Arbeiter von dem Ar- bcitacbre oder dessen Vertreter dem Großh. Kreisarzt vorzulegen. 8 8. Die Kosten der Untersuchung und Impfung der Arbeiter werden ans die Polizeikasse übernomnien. 8 6. Die nach Artikel 89 des PolizeistrafgesetzeS erforderlichen Anmeldungen, sowie die nach anderen Bestimmungen bestehenden Verpflichtungen zur Anzeige des Arbeits- antritte? bleibe,, unberührt. 8 7. Arbeitgeber oder deren -verantwortliche Dertre, ter, welche die in 8 1—3 dieser Verordnung angeordneten Anssichtsmaßregeln verletzen, werden, sostrn eine Bestrafling auS 8 327 des R.-Str.-G.-B: nicht zu erfolgen hat, mit Geldstrafe von 1—30 M bestraft. Friedberg, den 9. Mai 1909. Großherzogliches KreiSanit Friedberg. Fey. Brtr.: Feldbereinigung Bad-Nauheim. Bekanntmachung. Mittwoch, den 25. März l. Js. weiden die Massegrund- stückc Flur V§ Nr. 2, 5702 Quadratmeter, Gemarkung Bad-Nauheim, und Flur VII Nr. 151, 2296 Quadratmeter, sowie Flur VII Nr. 161, 4929 Ouadratmelcr, Gemarkung Nicder-Mörlen, auf 2 Jahre öffentlich verpachtet. Zusammenkunft hierzu vormittags 8 Uhr bei Flur VI Rr. 2. Friedberg, den 16. März 1914. Der Großherzogliche Feldbereiniqungskommissär: Schnittspahn, Kreisanitmann. Detr.: Sperrung von Kreisstraßrn. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Kreis- Kraße Ilbenstadt—Bingenheim innerhalb der Gemarkung Assenheim bezw. Nieder-Forstadt vom Ossenheimer-Weg bis zur Kreuzung der Straße Friedberg—Staden vom 23. März bis 3. April d. Js. für den Wagcnverkehr gesperrt. Die Großh. Bürgermeistereien der vorstehend genannten Orte und der in der Umgebung gelegenen Gemeinden wrllenDorstehendes alsbald ortsüblich veröffentlichen. Friedberg, den 18. März 1914. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 87 D.: Dr Probst. Friedberg, den 10. März 1914. Betr.: Die Erhebung der Kurtare und Badegelder in Bad- Nauheim. Das Großh. Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermcistcreien des Kreises. Nach einer Mitteilung der Großh. Badedirektion Bad- Nauheim ist angeorduet worden, daß die Abgabe von Bädern in den Badehäusern zu Bad-Nauheim an die Ortsansäisigen . von Bad-Nauheim und der benachbarten Städte und Orte zukünftig nur daun noch erfolgen soll, wenn von denselben Legitimationskarten nach dem unten abgedruckten Muster dem Aussichtspersonal in den Badehäusern vorgezeigt werden. Diese Legitimationskarten sollen durch Sie auf An- suchen den Ortsaniässtgen ausgestellt werden und sind n»r stir das Kalenderjahr gültig, in dem sie ansgcsertigt worden sind. _ Wir machen hierbei ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Abgabe der Legitimationskarten nicht an solche Per- vucn erfolgen dors, welche zufällig nur z» Besuch anwel-»d Neue Tageszeitung, »ionlag, oen Z3. März 1914, sind; nur für die Ortsansässigen, die mindestens 3 Monate in den, betreffenden Orte wohnen und auch Steuer bezahlt haben, dürfen derartige Legitiinationskarten gnsgestellt werden. Veranlassung hierzu gab die Wahrnehnmng, daß in den benachbarten Städten und Orten Fremde Wohnung nehmen, von da aus die Kurmittel in Bad-Nanheim gebrauchen. die Konzerte und das Kurhaus besuche» und die Zahlung der Kurtare auf diese Weise zu umgehen suchen. Durch Einführung der eingangs erwähnten Bestiumiung soll diesem Mißstande abgeholfen werden. Bei Abgabe von Badekarten und Bädern soll an Stelle der Kurkarte für die Ortsangehörigen von Bad-Nanheim und der Umgegend die Legitimationskarte treten und zwar auch daun nur für die Bewohner benachbarter Städte und Orte, wenn dieselben in Bad-Nanheim keine Wohnung haben und nach gelwmmencm Bade an demselben Tage in ihren Wohnort zuiückkchren. Sie wollen Vorstehendes mehrmals ortsüblich veröffentlichen. Die Formulare zu Legitimationskarten sind bei Großh. Badedircktion Bad-Nauheim erhältlich, von der Sie sich Ihren Bedarf erbitten wollen. Ucber die abgegebenen Legi- timationskarten (zur Abgabe von Bädern an Ortsansässige) sind Listen zu führen, aus denen Anzahl der Karten und Namen der Empfänger hervorgcht. Die Listen sind am Schluß der jeweiligen Saison (Ende Oktober) unverzüglich unaufgefordert der Großh. Badedirektion Bad-Nauheim portofrei zu übersenden. Die nicht gebrauchten Karten können zur Verwendung in nachfolgenden Jahren von Ihnen znrückbehaltcn werden. In diesem Falle ist der genannten Behörde bis Ende Oktober eine Mitteilung durch Postkarte zu machen, daß Karten nicht abgegeben worden sind. Frhr. Schenck. ---^ ktgitjiNtioirs-fmIe. De; ........ ; ............................ ................................ wird hiermit bescheinigt, daß d selbe hier ansässig ist und die Bäder in Bad-Nauheim gebrauchen will .................den...... ten................19.... Eroßherzogliche Bürgermeisterei ............... (Siegel.) Bei mißbräuchlicher Benutzung verliert diele Karte ihre Gültigkeit. ^_ J Betr.: Sperrung von Krcisstraßen. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Kreis- straße Bad-Nauheim — Niedrr Mörlen vom 24. März bis 4. April für den Wagenverkehr gesperrt. Die Großh. Bürgermeistereien der vorstehend genannten Orte und der in der Umgebung dieser Orte gelegenen Gemeinden wollen Vorstehendes alsbald ortsüblich veröffentlichen. Friedberg, den 19. März 1914. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Frhr Sch. en ck. Kreis Küdinyen. Bekanntmachung. Zum Zwecke der Walzung find für jeden Fuhrwerksoer- kehr polizeilich gesperrt die Straßen, in teilweiser Abänderung des vorigen Ausschreibens: Büdingen—Büches vom 2«. März bis 5. April, Ortsdurchfahrt Mittel-Erllndau vom 8. bis 16. April, Hain-Eriidau—Mitlel-Eründau vom 15. bis 26. April, Mittel-Eründau—Bahnstation vom 18. bis 22. April, Lorbach—Diebach vom 26. April bis 2. Mai, Ortsdurchfahrt Orleshausen vom 29. April bis 5. Mai, Christinenhof—Bindsachsen vom 1. bis 14. Mai, Bindsachsen—Wenings vom 11. bis 25. Mai, Hitzkirchen—Burgbracht vom 21. Mai bis s. Juni, (beinhaar—Wenings vom 29. Mai bis 12. Juni, Gelnhaar—Hirzenhain vom 6. bis 22. Juni, Usenborn—Gelnhaar vom 18. bis 24. Juni, Ortenberg—Usenborn vom 18. Juni bis 3. Juli, Oltenberg—Bahnhof das. vom 25. Juni bis 3. Juli, Ortenberg—Bergheim vom 26. uni bis 6. Juli, Bleichenbach—Selters vom 30. Juni bis 10. Juli, Effolderbach—Ranstadt—Selters vom 4. bis 15. Juli, Nidda—Ranstadt—Wallernhausen vom 9. bis 27. Juli, Borsdorf—Unter-Schmitten—U!fa vom 20. Juli bis 8. Avg. Nidda—Dauernheim vom 1. bis 12. August, Michelnau—Ober-Lais vom 4. bis 2t. August, Nidda—Michelnau vom 28. März bis 4. April, Ortsdurchfahrt Michelnau vom 31. März bis 6. April, Geiß-Nidda—Salzhausen vom 4. bis 16. April, Blofeld—Dauernheim—Geiß-Nidda vom 15. bis 18. April, Ortsdurchfahrt Berstadt vom 18. bis 28. April, Altenstadt—Lindheim vom 26. April bis 2. Mai. Heegheim—Lindheim vom 1. bis 10 . Mai, Bleichenbach—Stockheim vom 7. bis 17. Mai, Düdelsheim—Orleshausen vom 14. bis 25. Mai. Calbach—Eckartshaufen vom 22. Mai bis 9. Juni, Ortsdurchfahrt Langenbergheim vom 5. bis 42. Juni, Ueber Engeltal vom 8. bis 19. Juni, Altenstadt—Stammheim vom 43. bis 26. Juni, Altenstadt— Nonnenstümpsen vom 22. Juni bis 0. Juli, Berstadt- Wölfersheim vom 30. Juni bis 19. Juli, Berstadt—Wohnbach vom 13. bis 21. Juli, Berstadt—Utphe vom 14. I 5 27. Juli, Bor-,darf—Weißmühle vom 20. Juli bis 15. August, Levstadt—Nieder-Mocklladt vom 7 Ins 21 . August. _____________Seite, Die Sperre steht unter dem Schutz der PolizeioerördHH7. vom 4. Juni 1907. Büdingen, den 20. Februar 1914. Großherzogliches Kreisamt Büdingen. Boeckmann. Bekanntmachung. Betr.: Den Schuh der Hecken und des Buschwerks Polizei-Verordnung. Aus Grund der Art. 04 und 48, III Zisf. 1 der Sre,; Provinzial-Ordnung wird mit Zustimmung des Kreisrr-v,- ies und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des J. > vom 6. November 1912 zu Nr. Al. d. I. 3, 42 025 jür den :>I. Büdingen verordnet. 8 i. Die Polizei-Verordnung betr. das Beschneiden der H,,„ vom 17. März 1905 wird aufgehoben. § 2 . Das Abbrennen von Hecken und Buschwerk ist verboten 8 3 Das Beschneiden von Hecken und Buschwerk in der Zrj, vom 1. März bis 1. Oktober eines jeden Jahres ist verboten 8 4 . Außerhalb der in Paragraph 3 angegebenen Zeit dinst,, Hecken und Buschwert nur mittels der von der Ortspolizei zum ordnungsmäßigen Gebrauch bestimmten Werkzeuge (Hecken schere usw.) geschnitten werden. 8a. Hecken und Buschwerk, deren Zweige aus öffentliche Folm und Fußwege hinausragen, sind von den Besitzern zurückzubirn den oder während der nach Paragraph 4 erlaubten Zeit zurül zuschneiden. 8 «. Zuwiderhandlungen werden, insoweit nicht nach den g; schlichen Vorschriften eine höhere Strafe verwirkt ist, an Grund des Art. 64 der Kreis- und Provinzialverordnung mit Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft. 8 7- Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer etit maligen Verkündigung im Amtsverkündigungsblatt jür de: Kreis Büdingen in Kraft. Büdingen, den 8. Dezember 1912. Großherzogliches Kreisamt Büdingen. Boeckmann. Bekanntmachung. Das Proviantamt Hanau kauft noch fortgesetzt Hosti, Roggen und Stroh. Bezüglich des Hasers sind vorherige ilit fragen erforderlich. Der Heuanlaus ist bis zur neue» Ernte eingestellt. Ueber die Anforderungen, welche an die Beschaffenheit bei Naturalien gestellt werden, sowie über die Lieserungsbedinz ungen gibt das Proviantamt bereitwilligst Auskunft. Kursverichl von, 21. März 1914 der Mitteldeutschen Creditbnnk Aktienkapital u. Reserven AI. 70 000000 gegründet 1856. Frauliurter Börse. 4°/» Reichsanleihe 99.—". 3'/.',. „ 86.— , 3*/« „ 77 50 , 8*/> V« Preuß. Consols 86.20 , SV. „ . 77.50 , 4% Hetzen 97.80 , 3 V.V. . 84 30 , 3*/. . _ 74.30 , l G /i.V« Griechen o. 1890 55.— , l'/.V. Moiropok-Grrech. 51.3) , 4 */,»/, „ Silberrente —, 4% Oestcrr. Goldrente 88.10 , 3 „ Portugiesen Serie I 61.75 . 3. . . Hl 64.60 , 4 V,V, Nutzen v. 1905 98.— , 4°/. „ „ IE 90.40 , 4 '/.Administr. Türken 76.60 4°/o Türken von 1903 —.— , Türkenloose 311. 169.— , 4 •/. ilngat. Goldrente 82.60 4 „ „ Kronenrente 82.— 3 % Buen.-Air. Pr. Anl. 65.— 4 */,•/, Chinesen 80.00 4 V.V. Japaner 89.20 37. Silber-Mexikaner 41.50 4 7./. Mex. Irrig, A»I. — Berliner Handels Änt. 162 50 Darmstädt. Bank „ 123.25 Deutsche Bank „ 259.50 Deutsch-Asiatische Bank 125 80 Diskonto Komm. '/int. 197 —7, Dresdner Bank Akt. 1581/, Mitteid. Credikb. Akt ‘ Oest. Creditanst. Akt. Bochumer Gußstahl, Buderus E. -8. Act. Deutsch Luxemburg „ Eschweiler toevgto. , Get enkirch.Bergiv-Akt. 193.75 , Hurpener Bergbau Phönix Äergb. „ Lanrahüte „ Griesheim Elektron» Höchst. Farbwerke „ Holzoerlol,lungs-J»b. Rütgerswerke „ Chem.Fabr. Albert „ Allg. Ekellr. Ges. „ Dtsch-llberlee E.G. „ Schrick. Elektr. Ges. „ Siemens u. Halste „ eteaua bkonrana „ Zellstoff Waldhof „ Hambg. Amk. Pak. „ 'JtorDD. Lloyd „ Oesterr.StaaSbahn „ Lombarden „ Baltimore u. Ohio „ Prioatdiskonl . Tendenz: sest. 117.50 . 204.7.. 224.25 . 1122-0 , 134.7.. 220.50 . 239.75 . 126.- . 2693» . 670 - . 314 - . 202 60 . 452 - . 249.-, 177.25 , 150.75 . 217.20 „ 145 50. 223.50 . 141.75 , 124 154.50 . 21.75. 91.7.. 3.7 » . Berliner Börse. Türkenlose 31k. 168.50 Baltimore u. Ohio 91.— Canada Pacific Akt. 2ll.'/» Prince Henri C. B.Akt. 158.— Schantung E. B. Akt. 142.7, Berliner z-andc.s Anr. —.— Deutsche Bank All. 259.25 Disk. Konnnandii Anr. 197.7, Dresdner Bant Akt. — Pet.Ink.Handelsb.3kkt. 209.25 , Russ-Bank j. a.Hand. A. 1/1.75 Allg-Elek. Eeselisch. Akt. 248.- Deutsch-Luxemb.B.Akt. 134-7- , Dtsch-Übersee C.G.Alt. 1 i 7.2 > , GclsenkirchenBergiv. A. 193. 5 . Harpenei Bergbau Lkk. 184.50. Hoyenlohewerte Akt. 12.-5. Laurahutte Akt. 156.7, . Oberschlesier E. 3lkt. '4.-5.. Phönix Bergbau Akt. 230. - „ Oionibacher Hülle „ 160 --»,, Siemens u. HalskeAIt. — "" < Privatdiskont 6. /> Tendenz: jeft. Londoner Börse. Atchijon Topeka Southern Pacistk Chicago »lock 2sl. . Mlss.Kans. u.Te,z.3i. Union Pacific, u. S. Steel Common Doll. 100.7, „ 97.50 4.75 18.50 163.7', 66.7» Amalgamaked Copp. Doll. Chartered Contpany Ls». Eastrano Propriclarh „ Eoldfields 3!and Mines De Beer» Con olid 2.7« 18.7« Die s. Depositen!!iisie FriedcierA empiiehl, sich zur ... Vermittln»;; aller basiKiniissi»i'ii An- und Perlau, von Wertpapieren an allen Börsen. , Errichtung lausender»icchnungen und provisionoireierScheine» Umwechslung von Coupons und Sorten. Llnnahme von offenen und verichloffenen Depots- -o.ntgeaennahine verrinsliitzer Svae-Einkaaeu-